ÖWF / Polares auf einen Blick

30.Jan 2012 | 19:39

Yuris Night 2012 im Naturhistorischen Museum Wien

Wann: 12. April 2012, 18 Uhr
Wo: Naturhistorisches Museum Wien
Eintritt frei!

Dieses Jahr findet zum vierten Mal die Yuri’s Night in Wien statt. Benannt ist die Veranstaltung nach dem ersten Menschen im Weltraum, dem Kosmonauten Juri Gagarin, der mit seinem Raumschiff Wostok 1961 die bemannte Raumfahrt einläutete.

Alexander Soucek erläutert den Besuchern der Yuris Night 2011 die Faszination Erdbeobachtung (c) Tony Gigov

A. Soucek fasziniert mit Erdbeobachtung (c) Tony Gigov

Seit vielen Jahren bietet die Yuri’s Night in vielen Teilen der Erde Raumfahrtbegeisterten Gelegenheit, zusammenzukommen, zu feiern und sich auszutauschen. In Wien liefert die Veranstaltung jedes Jahr hochkarätige Vorträge und aktuelle Einblicke zum Thema Raumfahrt.

Diesmal in den gediegenen Räumlichkeiten des Naturhistorischen Museums: Der Generaldirektor des NHM selbst, Christian Köberl, eröffnet die Yuri’s Night 2012 mit einer Exklusivführung durch den neu gestalteten Sauriersaal und wird über den Impakt sprechen, der vermutlich zum Aussterben der Dinos führte.

Maria Pflug-Hofmayr in mitten der Yuris Night Besucher 2011 (c) Tony Gigov

Yuris Night Besucher 2011 (c) Tony Gigov

Anschließend berichtet der Raumfahrtjournalist und Buchautor Gerhard Kowalski von vielen spannenden Fakten und kaum bekannten Details zu Gagarins außergewöhnlichem Flug. Recherchiert hat der Kenner der russischen Raumfahrt in den Originaldokumenten in russischer Sprache.

Einen Blick in aktuelle Forschungstätigkeiten der ESA bietet dann ein Experte der Europäischen Weltraumorganisation mit Space Situational Awareness, kurz SSA. Dieses Programm soll Europa einen unabhängigen Überblick über mögliche Gefahren für Satelliten im Erdorbit sowie Einrichtungen auf der Erdoberfläche verschaffen. Die Rede ist von Satellitenüberresten, erdnahen Asteroiden und dem Weltraumwetter. Außerdem angefragt wurde ein deutschsprachiger ESA-Astronaut.

Jetzt für den Polarstern-Preis 2012 bewerben! Einreichfrist: 15. März 2012

Den Abend beschließt das ÖWF mit der Verleihung des Polarstern Preises. Dieser Preis wird an Menschen verliehen, die durch ihre außergewöhnlichen Leistungen für Weltraum begeistern.

Nach der Veranstaltung geht’s noch in ein nahegelegenes Lokal, um weiter zu feiern und zu diskutieren.

15.Jan 2012 | 20:19

Tour durch das neue Raumanzugslabor / Integrationswochende 01-2012

Vom 13. – 15. Januar 2012 fand ein Integrationswochende in den neuen Raumanzugslabor Räumlichkeiten an der Universität Innsbruck statt. Da der Dachstein Feldtest Ende April immer näher rückt, heißt es für das ganze ÖWF Team mit Hochdruck an den Updates am Aouda.X Raumanzugssimulator arbeiten und neue Bauteile integrieren und testen. So wurden die neuen Lüfter in den Lebenserhaltungsrucksack integriert und geprüft. Außerdem konnte erstmals das “EGON” Device, welches die Herzfrequenz eines Anzugtesters misst, an zwei Testern ausprobiert werden. – Die Signalqualität dieses von Egon Winter selbst entwickelten EKG-Gerätes ist wirklich beindruckend!
Um das Helm-Display Konzept und auch die Spracherkennungssoftware von Catalysts zu testen, schlüpfte U. Luger am Samstag, G. Grömer und O. Haider am Sonntag in den Anzug.

Die nachfolgenden Bilder führen Sie durch die neuen Räumlichkeiten und geben Ihnen einen kleinen Eindruck unserer Arbeit.

Suitlab im ICT Gebäude (1. Stock)
Im ICT Gebäude der Universität Innsbruck befindet sich das ÖWF Raumanzuglabor im 1. Stock. Unschwer von außen durch die Papier-Saturn V Rakete zu erkennen ;-). Trotz strahlendem Sonnenschein war das ÖWF Team motiviert und arbeitete bis spät in die Nacht.

Eingang & Lagerbereich Spacesuit Lab.
Eingangsbereich des Raumanzugslabor welches als Lager genützt wird.

Elektronik Arbeitsbereich im Spacesuit Lab
Es wird emsig gearbeitet im Hauptbereich des Labors. Der 3D Drucker hat hier ebenso seinen Platz, wie die OPS Kiste und mehrere Elektronik-Arbeitsplätze. Hier wird vor allem an dem Lebenserhaltungsrucksack des Raumanzugs gearbeitet.

S.Hauth arbeitet an der Lüftungssteuerung
S. Hauth, Leiter des OBDH Teams, arbeitet konzentriert an der Lüftungssteuerung. Diese ist wichtig um den Anzug mit genügend Luft zu versorgen und auch die Abluft aus dem Anzug abzutransportieren.

O. Haider in der MediaCom Ecke
Ein kleiner Teil des Hauptraums wird als “MediaCom” Ecke genützt. Über Twitter und Facebook kann man die Arbeiten während eines Integrationswochendes verfolgen.

Werkstätte im Spacesuit Lab
Östlich an den Hauptraum angeschlossen ist die Werkstätte. Hier können grobe Arbeiten getrennt von der empfindlichen Elektronik durchgeführt werden.

Aufenthaltsraum, Büro & Besprechungsraum
Ein weiterer, kleiner Raum beherbergt die “Lounge”, unseren Aufenthaltsraum. Hier wird man mit ausreichend Kaffee aber auch mit Arbeit z.B. bei den Morgenbesprechungen versorgt.

G. Grömer beim Testen der Spracherkennungssoftware
G. Grömer testet die Spracherkennungssoftware im Raumanzugssimulator. Trotz der lauten Lüftergeräusche muss die Software die Sprachbefehle erkennnen und z.B. später die Anzeige am Helmdisplay steuern zu können.

08.Jan 2012 | 19:46

KOSMOS. Die Entdeckung der Welt.

Zwei Show-Abende in Salzburg und Linz begeistern rund 800 Zuschauer!

Es wird dunkel, tragende Musik ertönt. Drei Laternen mit Kerzenlicht schweben durchs Publikum, der Bühne zu. Dort bleiben sie stehen, während auch der Leinwand die Milchstraße erscheint, und eine zum Träumen anregende Multivision rund 650 Gäste im Salzburger „republic“ in andere Sphären trägt.

Kosmos Salzburg: Eröffnung

Alexander Soucek eröffnet die Kosmos Show in Salzburg

Nach erfolgreichen Shows wie „Sinkflug“ im Jänner 2005, der „Sternennacht“ 2007 und „Earthrise – Der blaue Planet“ 2009ist das ÖWF wieder in Salzburg zu Gast. Im Gepäck hat es eine Entdeckungsreise der besonderen Art: auf den Karavellen des Kolumbus beginnt die Reise, es ist der 6. September 1492. ORF-Moderator Hans Georg Heinke liest aus dem Bordbuch des genialen italienischen Kaufmanns, der nur durch Zufall seine kleingerechnete Reise über den Atlantik „nach Indien“ als Held überlebt. Amerika lag eben dazwischen und kürzte den Weg entscheidend ab! Moderne Satellitenbilder aus dem Weltraum zeigen, wie die kleinen Karavellen über den Ozean getrieben wurden: Es waren die globalen Windsysteme wie die Passate, die Kolumbus in die neue Welt und später wieder zurück in die alte getragen haben. So wird Geschichte mit Raumfahrt verbunden, gestern mit heute!

Über 600 Menschen im Salzburger republic

Über 600 Menschen im Salzburger republic verfolgen die ÖWF Show "Kosmos" (c) ÖWF (Katja Zanella-Kux)

James Cook tritt auf, und im Publikum findet sich der geheime Auftrag der englischen Krone an den Kapitän: Terra Australis, das geheimnisumwobene Südland, zu entdecken! Mit 650 „Seefahrern“ an Bord legen die Show-Moderatoren Norbert Frischauf, Gernot Grömer und Alexander Soucek ab, es geht rund Kap Hoorn, nach Tahiti und schließlich über den antarktischen Polarkreis in die Eiswüste des 6. Kontinents, den zwar Cook nie gesehen hat, dafür aber Satelliten in quasi-polarer Umlaufbahn.

Vom Wasser der Ozeane hebt das ohrenbetäubende Knattern eines Propellers die Gäste in die Luft. Begleitet wird Charles Lindbergh auf seinem haarsträubenden Flug über den Atlantik – wieder unter Ausnutzung der Windsysteme des Planeten Erde… Und als Chuck Yeager als erster Mensch schneller als der Schall fliegt, knallt es auch im „republic“. Der Überschnall-Knall geht im wahrsten Sinn des Wortes „auf den Magen“! Da bleibt nur mehr, gleich in einer Rakete ins All abzuheben, auf den Spuren der ersten Mondmission Apollo 8. Raumfahrt-Experte Eugen Reichl ist ein amüsanter und intelligenter Wegbegleiter durchs Raumfahrtzeitalter. Und mit einem Video des Erdaufgangs hinter dem Mondhorizont, das Gänsehaut bei Publikum und Vortragenden hinterlässt, geht es in die Pause. So klein ist unser blauer Planet in 500 Jahren Entdeckungsgeschichte geworden, und trotzdem so im Zentrum aller unserer Gedanken!

Eugen Reichl & Norbert Frischauf

Eugen Reichl & Norbert Frischauf erklären auf unterhaltsame Weise, wie Raketen funktionieren.

Rockmusik macht zu Beginn der zweiten Hälfte das Publikum selbst zu Astronauten. Genug mit dem Zuschauen, nun schweben die Zuschauer selbst in die ISS ein und bekommen ganz nebenbei einen dreiminütigen Grundkurz über all die Seltsamkeiten, die sie an Bord erwarten: Ventilatoren, Schlafsäcke mit Haftstreifen, Blitzlichtgewitter auf der Netzhaut. Da bleibt zur Erholung nur ein Aufenthalt in der „Cupola“, der Aussichtsplattform der Raumstation. Als fachkundiger Reiseleiter kommt Pascal Gilles von der ESA auf die Bühne. Nun beginnt der von vielen mit Spannung erwartete Teil des Abends – ein Kaleidoskop aktueller Erdaufnahmen aus dem Weltraum, die eine kleine Geschichte erzählen: von den Wüsten der Erde und Saharastaub, der österreichischen Gletscherbakterien zugutekommt; von Eiswüsten und Vulkanausbrüchen – mit spektakulären Bildern aus der ISS – und von den Regenwäldern der Erde; der berühmte Fußabdruck des Menschen wird sichtbar: Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, Ölsand-Abbau in Kanada, NO2-Verschmutzung der Atmosphäre. Versöhnlicher wird es, als zum Abschluss der „Aussicht auf die Erde“ ein poetisches Video gezeigt wird: eine Erdumkreisung im Zeitraffer, mit wunderbarer Musik.

Faszinierende Unterwasserwelten

Alexander Soucek zeigt den Zusehern im AEC Linz, dass unsere eigenen Unterwasserwelten kaum erforscht ist.

Da fragt man sich dann: Gibt es solche Schönheiten wie die Erde noch ein zweites Mal im All? Die Moderatoren setzen sich in eine auf der Bühne aufgebaute „Bar am Rand des Kosmos“, trinken ein Glas Wein und unterhalten sich über Leben und Exoplaneten. Amüsant und kurzweilig wird klar, dass die Suche nach außerirdischem Leben nicht ganz trivial ist. Obwohl schon hunderte Exoplaneten entdeckt wurden, sind darunter kaum erdähnliche Kandidaten zu finden. Und nun ist es Zeit, das Publikum selbst in eine leuchtende Galaxie zu verwandeln: Im vielleicht romantischten Teil des Abends bringen 650 Leuchtstäbe „Sternenlicht“ ins „republic“, und Norbert Frischauf erläutert die berühmte Drake-Gleichung. Nach und nach verschwinden Sternenlichter, bis am Ende nur mehr zwei übrig bleiben: wir selbst, die Erde, und der mögliche Kandidat, der irgendwo in der galaktischen Nachbarschaft noch Leben tragen könnte. Nur finden müssen wir den noch!

Kosmos Linz: Gernot Grömer

Gernot Grömer vor einer alten Seekarte im Linzer AEC.

Wenn es so schwierig ist, unsere Nachbarn im All zu finden, ist es doch naheliegend, zuerst noch einmal ganz genau auf der Erde selbst nachzuschauen. Und siehe da: In den lichtlosen Tiefen der Tiefsee finden sich unsere eigenen „Außerirdischen“ – seltsame Wesen einer völlig anderen Welt. Erst ein Prozent der Tiefsee ist systematisch erforscht… Die Entdeckung der Welt ist noch lange nicht zu Ende.

Und so schließt sich der Kreis. Als Kolumbus im schweren Sturm ums Überleben kämpfte, wusste er nichts von den Wundern tausende Meter unter ihm. Und er warf eine Flaschenpost ins Meer, um seine Entdeckungen der Nachwelt mitzuteilen. Genauso senden wir heute moderne Flaschenpost in den Weltraum: an Bord der Voyager-Raumsonden zum Beispiel, goldene Schallplatten, die irgendwann irgendwo irgendjemandem sagen sollen: „Wir haben gelebt!“ Bis dahin leuchten wir vorerst selber in den Weltraum, jeden Abend, wenn wir zuhause Licht einschalten. Wir sind eine Spezies, die getragen ist von den Ozeanen, geführt von den Winden und geleitet von den Sternen.

Drei kleine Laternen schweben wieder durch den dunklen Saal hinaus, und 800 Gäste in Salzburg und tags darauf in Linz gehen nach Hause, träumend vielleicht.

Alexander Soucek, Gernot. Grömer und Norbert Frischauf auf der Bühne

Alexander Soucek, Gernot. Grömer und Norbert Frischauf auf der Bühne im Salzburger republic (c) ÖWF (Katja Zanella-Kux)

02.Jan 2012 | 10:00

ÖWF Polarsternpreis 2012: Menschen die für den Weltraum begeistern!

Der Polarstern-Preis wird nun bereits zum vierten Mal vom Österreichischen Weltraum Forum für Menschen ausgeschrieben, die für den Weltraum begeistern. Er wird für außergewöhnliche Leistungen im Dienste der österreichischen Weltraumaktivitäten verliehen und ist für Menschen, die sich durch persönliches Engagement, hervorragende Projekte oder zukunftsweisende Ideen auszeichnen.

ÖWF Polarsternpreis 2012 - Visualisierung "Artica" (c) stg123

2009 erging der Polarstern-Preis an Michael Köberl, passionierter Sammler von Objekten aus dem Raumfahrtbereich, der seine Objekte einem bereitem Publikum zugänglich macht. 2010 erhielt Maria Pflug-Hofmayr die ÖWF Trophäe für ihren jahrelangen Enthusiasmus für Weltraum- und Astronomie zu begeistern. 2011 ging der Preis an Barbara Imhof die sich als Weltraumarchitektin & Designerin auch immer wieder die Jüngsten für Weltraum begeistert.

“Die bisherigen drei Polarsternpreise haben gezeigt, dass es noch viele Menschen gibt, die ohne Auftrag und Belohnung für Astronomie und Raumfahrt engagieren”, meint Olivia Haider, ÖWF Vorstand und Initiatorin des Polarstern-Preises, “daher soll auch 2012 wieder ein Mensch mit diesem Preis ausgezeichnet werden. Ich freu mich schon die Bewerbungen!”

Neben zahlreichen Initiativen im Weltraumsektor innerhalb nationaler Weltraumorganisationen, gibt es engagierte Menschen, die ihr Umfeld für das Thema Weltraum und Astronomie begeistern. Genau diesen Menschen soll mit dem Polarstern-Preis Annerkennung gezollt werden.

Die Nominierung der Kandidaten kann durch Eigennominierung, Fremdnominierung oder durch direkte Auswahl einer geeigneten Person durch die Jury erfolgen. Der Preis besteht aus einer Trophäe, einem Betrag von 800,00 € und der Veröffentlichung des Preisträgers bzw. der Preisträgerin. Der Polarstern ist ein Symbol für richtungweisende Ideen – genauso, wie die Preisträger für Ideenführerschaft, Initiative und Eigenmotivation stehen.

Der Preis kann nur an physische Personen verliehen werden, die Vergabe ist nicht an Nationalität, Beruf, Geschlecht oder Sprachzugehörigkeit gebunden. Die Ausschreibungsfrist endet am 15. März 2012 (Datum des Poststempels, Einlangen beim ÖWF). Die Bekanntgabe des Gewinners und die Verleihung des Preises erfolgt am 12. April 2012 im Rahmen einer ÖWF-Veranstaltung (Yuris Night).

Interesse?
Falls Sie sich oder jemanden aus Ihrem Umfeld für den Polarstern-Preis bewerben möchten, füllen Sie bitte die Online-Bewerbung aus, in dem Sie uns über die Projekte, Initiativen oder herausragenden Personen auf dem österreichischen Weltraumsektor berichten.

Jetzt bewerben – zur Online Bewerbung

31.Dec 2011 | 15:08

Die besten Bilder des Jahres 2011: das ÖWF Jahr im Rückblick

Der letzte Tag im Jahr ist auch immer der Tag um einen kurzen Blick zurück zu werfen. 2011 war ein aufregendes und intensives Jahr für das uns. Die nachfolgenden, willkürlich ausgewählten Bilder zeigen einen unvollständigen, subjektiven, aber umso bunteren und lebendigeren Querschnitt unserer Aktivitäten.

01 - Sonnensystem Vortrag Katsdorf

1 Durch das Sonnensystem mit musikalischer Begleitung: Eva Hauth und Gernot Grömer entführten das Publikum im Kino Katsdorf (Oberösterreich) auf eine Reise durch unser Sonnensystem. Bianca Neureiter untermalte die faszinierenden Bilder mit ihrem selbstkomponierten Klavierstück “Under a starry sky”.

02 - Wissenschaftsminister Töchterle zu Besuch

2 Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle zu Besuch: Das Sparkling Science Projekt “TriPolar”, das “Schwesterprojekt” des PolAres Program wurde von den Schülern und Schülerin dem Minister präsentiert, der sich prompt begeistert zeigte. (c) Foto: Bundesministerium für Wissenschaft & Forschung

03 - Suittester Ulrich Luger

3 Volle Konzentration notwendig: 2 Wochen vor dem Beginn der Rio Tinto Mars Simulation herrscht geschäftiges Treiben in den Räumen des Missionkontrollzentrums in Innsbruck. Ulrich Luger, einer der beiden Suittester, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und arbeitet mit dem Feldteam gemeinsam bis spät in die Nacht. (c) Foto: Katja Zanella-Kux

04 - Aouda.X im Rock Garden (Rio Tinto Mars Simulation)

4 Rio Tinto 2011 – Mars Analog Expedition: Vom 17.- 22. April 2011 führt das ÖWF eine Mars Simulation in Süden Spaniens durch. In Zusammenarbeit mit Forschern aus 10 Nationen und der European Space Agency war dies eine der aufwändigsten Feldexpedition des ÖWFs. Insgesamt waren ca. 70 Raumfahrtexperten & Enthusiasten beteiligt und bescherte dem ÖWF ein großes Medienecho. (c) Foto: Paul Santek

05 - Safety Kiste mit Rio Tinto Sand bedeckt

5 Mitbringsel: Sand vom Rio Tinto Feldtest wurde in rauhen Mengen mitgebracht. Die wertvollste Fracht aber waren die vielen Experimentendaten mit deren Auswertung die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sofort nach der Rückkehr der Proben begannen. Die ersten Ergebnisse wurden Anfang September 2011 bei der European Mars Society Convention präsentiert. (c) Foto: Katja Zanella-Kux

06 - Aktionstage junge Uni / Sonnenbeobachtung

6 Junge Uni on Tour: Erster Stopp: Rapoldipark in Innsbruck. Bei strahlendem Sonnenschein konnten die jungen Entdecker und Entdeckerinnen Sonnenflecken gemeinsam mit Julia Heuritsch beobachten, den Mars Rover “Dignity” steuern oder Wasserrakten bastelen. Eine tolle Aktion!

07 - Unicamp 2011

7 Unicamp 2011: Junge Weltraumtalenten hatten auch 2011 wieder die Möglichkeit eine Woche mit den Wissenschaflter und Wissenschaftlerinnen der Universität Innsbruck zu verbringen.  In der Gruppe Astrophysik wurde dieses Jahr ein Designprojekt gemacht, Aufgabe war die Planung einer Mission zu Saturns’ Eismond Enceladus.

08 - M. Taraba + N. Frischauf kurz vor dem Passepartout Launch

8 Passepartout Sherpa: Michael Taraba und Norbert Frischauf klären kurz vor dem Start die letzten Details. Gemeinsam mit der ISU (International Space University) wurde im August ein weiterer Stratosphärenballon, erstmals in der Konfiguration Sherpa, gestartet. Mit der “Sherpa” Neuerung konnte erstmals eine eigene Experimenten Payload Kapsel, bestückt von den Studenten und Studentinnen der ISU, mitgeschickt werden.

09 - Postraketen Start in Semriach (Steiermark)

9 Post aus dem Himmel: In Semriach wurde zu Ehren von Ing. Friedrich Schmiedl, der vor 80 Jahren erstmals eine Raketenpost gestartet hat, drei Jubiläumsstart unter der Leitung von Peter Haslinger (ÖWF Wien) durchgeführt. Dabei wurden 333 Erinnerungsstücke (50 Jahre alte Briefe) erfolgreich gefolgen. (c) Foto: Stefan Hauth

10 - Europlanet Preisübergabe Rede G. Grömer

10 Prize for Excellence in Public Engagement with Planetary Science: Diesen Preis, gestiftet von Europlanet, wurden 2011 an das ÖWF verliehen. Gernot Grömer übernahm dem Preis in Nantes und begeisterte das Publikum mit den ÖWF Aktivitäten bei seiner Dankesrede. (c) Foto: Lee Pullen, EPSC / Science Office.

11 - Eye in the Sky Publikum

11 Eye in the Sky 2011:  Nachdem Eye in the Sky 201o so erfolgreich in Oberösterreich war, wurde das Program 2011 verlängert. Othmar Coser hat inzwischen tausenden (!) Schüler und Schülerinnen das Thema Erdbeobachtung näher gebracht.

12 - Kosmos Show in Salzburg

12 Kosmos – die Entdeckung der Welt: Fulminant endet das Jahr 2011. Mit einer neuen Show zu den Abenteuern der frühen Entdecker bis hin ins Weltraumzeitalter – geplant von Alexander Soucek – begeisterte das ÖWF über 800 Besucher in Salzburg und Linz. (c) Foto: Katja Zanella-Kux

30.Jan 2012 | 19:39

Yuris Night 2012 im Naturhistorischen Museum Wien

Wann: 12. April 2012, 18 Uhr
Wo: Naturhistorisches Museum Wien
Eintritt frei!

Dieses Jahr findet zum vierten Mal die Yuri’s Night in Wien statt. Benannt ist die Veranstaltung nach dem ersten Menschen im Weltraum, dem Kosmonauten Juri Gagarin, der mit seinem Raumschiff Wostok 1961 die bemannte Raumfahrt einläutete.

Alexander Soucek erläutert den Besuchern der Yuris Night 2011 die Faszination Erdbeobachtung (c) Tony Gigov

A. Soucek fasziniert mit Erdbeobachtung (c) Tony Gigov

Seit vielen Jahren bietet die Yuri’s Night in vielen Teilen der Erde Raumfahrtbegeisterten Gelegenheit, zusammenzukommen, zu feiern und sich auszutauschen. In Wien liefert die Veranstaltung jedes Jahr hochkarätige Vorträge und aktuelle Einblicke zum Thema Raumfahrt.

Diesmal in den gediegenen Räumlichkeiten des Naturhistorischen Museums: Der Generaldirektor des NHM selbst, Christian Köberl, eröffnet die Yuri’s Night 2012 mit einer Exklusivführung durch den neu gestalteten Sauriersaal und wird über den Impakt sprechen, der vermutlich zum Aussterben der Dinos führte.

Maria Pflug-Hofmayr in mitten der Yuris Night Besucher 2011 (c) Tony Gigov

Yuris Night Besucher 2011 (c) Tony Gigov

Anschließend berichtet der Raumfahrtjournalist und Buchautor Gerhard Kowalski von vielen spannenden Fakten und kaum bekannten Details zu Gagarins außergewöhnlichem Flug. Recherchiert hat der Kenner der russischen Raumfahrt in den Originaldokumenten in russischer Sprache.

Einen Blick in aktuelle Forschungstätigkeiten der ESA bietet dann ein Experte der Europäischen Weltraumorganisation mit Space Situational Awareness, kurz SSA. Dieses Programm soll Europa einen unabhängigen Überblick über mögliche Gefahren für Satelliten im Erdorbit sowie Einrichtungen auf der Erdoberfläche verschaffen. Die Rede ist von Satellitenüberresten, erdnahen Asteroiden und dem Weltraumwetter. Außerdem angefragt wurde ein deutschsprachiger ESA-Astronaut.

Jetzt für den Polarstern-Preis 2012 bewerben! Einreichfrist: 15. März 2012

Den Abend beschließt das ÖWF mit der Verleihung des Polarstern Preises. Dieser Preis wird an Menschen verliehen, die durch ihre außergewöhnlichen Leistungen für Weltraum begeistern.

Nach der Veranstaltung geht’s noch in ein nahegelegenes Lokal, um weiter zu feiern und zu diskutieren.

15.Jan 2012 | 20:19

Tour durch das neue Raumanzugslabor / Integrationswochende 01-2012

Vom 13. – 15. Januar 2012 fand ein Integrationswochende in den neuen Raumanzugslabor Räumlichkeiten an der Universität Innsbruck statt. Da der Dachstein Feldtest Ende April immer näher rückt, heißt es für das ganze ÖWF Team mit Hochdruck an den Updates am Aouda.X Raumanzugssimulator arbeiten und neue Bauteile integrieren und testen. So wurden die neuen Lüfter in den Lebenserhaltungsrucksack integriert und geprüft. Außerdem konnte erstmals das “EGON” Device, welches die Herzfrequenz eines Anzugtesters misst, an zwei Testern ausprobiert werden. – Die Signalqualität dieses von Egon Winter selbst entwickelten EKG-Gerätes ist wirklich beindruckend!
Um das Helm-Display Konzept und auch die Spracherkennungssoftware von Catalysts zu testen, schlüpfte U. Luger am Samstag, G. Grömer und O. Haider am Sonntag in den Anzug.

Die nachfolgenden Bilder führen Sie durch die neuen Räumlichkeiten und geben Ihnen einen kleinen Eindruck unserer Arbeit.

Suitlab im ICT Gebäude (1. Stock)
Im ICT Gebäude der Universität Innsbruck befindet sich das ÖWF Raumanzuglabor im 1. Stock. Unschwer von außen durch die Papier-Saturn V Rakete zu erkennen ;-). Trotz strahlendem Sonnenschein war das ÖWF Team motiviert und arbeitete bis spät in die Nacht.

Eingang & Lagerbereich Spacesuit Lab.
Eingangsbereich des Raumanzugslabor welches als Lager genützt wird.

Elektronik Arbeitsbereich im Spacesuit Lab
Es wird emsig gearbeitet im Hauptbereich des Labors. Der 3D Drucker hat hier ebenso seinen Platz, wie die OPS Kiste und mehrere Elektronik-Arbeitsplätze. Hier wird vor allem an dem Lebenserhaltungsrucksack des Raumanzugs gearbeitet.

S.Hauth arbeitet an der Lüftungssteuerung
S. Hauth, Leiter des OBDH Teams, arbeitet konzentriert an der Lüftungssteuerung. Diese ist wichtig um den Anzug mit genügend Luft zu versorgen und auch die Abluft aus dem Anzug abzutransportieren.

O. Haider in der MediaCom Ecke
Ein kleiner Teil des Hauptraums wird als “MediaCom” Ecke genützt. Über Twitter und Facebook kann man die Arbeiten während eines Integrationswochendes verfolgen.

Werkstätte im Spacesuit Lab
Östlich an den Hauptraum angeschlossen ist die Werkstätte. Hier können grobe Arbeiten getrennt von der empfindlichen Elektronik durchgeführt werden.

Aufenthaltsraum, Büro & Besprechungsraum
Ein weiterer, kleiner Raum beherbergt die “Lounge”, unseren Aufenthaltsraum. Hier wird man mit ausreichend Kaffee aber auch mit Arbeit z.B. bei den Morgenbesprechungen versorgt.

G. Grömer beim Testen der Spracherkennungssoftware
G. Grömer testet die Spracherkennungssoftware im Raumanzugssimulator. Trotz der lauten Lüftergeräusche muss die Software die Sprachbefehle erkennnen und z.B. später die Anzeige am Helmdisplay steuern zu können.

08.Jan 2012 | 19:46

KOSMOS. Die Entdeckung der Welt.

Zwei Show-Abende in Salzburg und Linz begeistern rund 800 Zuschauer!

Es wird dunkel, tragende Musik ertönt. Drei Laternen mit Kerzenlicht schweben durchs Publikum, der Bühne zu. Dort bleiben sie stehen, während auch der Leinwand die Milchstraße erscheint, und eine zum Träumen anregende Multivision rund 650 Gäste im Salzburger „republic“ in andere Sphären trägt.

Kosmos Salzburg: Eröffnung

Alexander Soucek eröffnet die Kosmos Show in Salzburg

Nach erfolgreichen Shows wie „Sinkflug“ im Jänner 2005, der „Sternennacht“ 2007 und „Earthrise – Der blaue Planet“ 2009ist das ÖWF wieder in Salzburg zu Gast. Im Gepäck hat es eine Entdeckungsreise der besonderen Art: auf den Karavellen des Kolumbus beginnt die Reise, es ist der 6. September 1492. ORF-Moderator Hans Georg Heinke liest aus dem Bordbuch des genialen italienischen Kaufmanns, der nur durch Zufall seine kleingerechnete Reise über den Atlantik „nach Indien“ als Held überlebt. Amerika lag eben dazwischen und kürzte den Weg entscheidend ab! Moderne Satellitenbilder aus dem Weltraum zeigen, wie die kleinen Karavellen über den Ozean getrieben wurden: Es waren die globalen Windsysteme wie die Passate, die Kolumbus in die neue Welt und später wieder zurück in die alte getragen haben. So wird Geschichte mit Raumfahrt verbunden, gestern mit heute!

Über 600 Menschen im Salzburger republic

Über 600 Menschen im Salzburger republic verfolgen die ÖWF Show "Kosmos" (c) ÖWF (Katja Zanella-Kux)

James Cook tritt auf, und im Publikum findet sich der geheime Auftrag der englischen Krone an den Kapitän: Terra Australis, das geheimnisumwobene Südland, zu entdecken! Mit 650 „Seefahrern“ an Bord legen die Show-Moderatoren Norbert Frischauf, Gernot Grömer und Alexander Soucek ab, es geht rund Kap Hoorn, nach Tahiti und schließlich über den antarktischen Polarkreis in die Eiswüste des 6. Kontinents, den zwar Cook nie gesehen hat, dafür aber Satelliten in quasi-polarer Umlaufbahn.

Vom Wasser der Ozeane hebt das ohrenbetäubende Knattern eines Propellers die Gäste in die Luft. Begleitet wird Charles Lindbergh auf seinem haarsträubenden Flug über den Atlantik – wieder unter Ausnutzung der Windsysteme des Planeten Erde… Und als Chuck Yeager als erster Mensch schneller als der Schall fliegt, knallt es auch im „republic“. Der Überschnall-Knall geht im wahrsten Sinn des Wortes „auf den Magen“! Da bleibt nur mehr, gleich in einer Rakete ins All abzuheben, auf den Spuren der ersten Mondmission Apollo 8. Raumfahrt-Experte Eugen Reichl ist ein amüsanter und intelligenter Wegbegleiter durchs Raumfahrtzeitalter. Und mit einem Video des Erdaufgangs hinter dem Mondhorizont, das Gänsehaut bei Publikum und Vortragenden hinterlässt, geht es in die Pause. So klein ist unser blauer Planet in 500 Jahren Entdeckungsgeschichte geworden, und trotzdem so im Zentrum aller unserer Gedanken!

Eugen Reichl & Norbert Frischauf

Eugen Reichl & Norbert Frischauf erklären auf unterhaltsame Weise, wie Raketen funktionieren.

Rockmusik macht zu Beginn der zweiten Hälfte das Publikum selbst zu Astronauten. Genug mit dem Zuschauen, nun schweben die Zuschauer selbst in die ISS ein und bekommen ganz nebenbei einen dreiminütigen Grundkurz über all die Seltsamkeiten, die sie an Bord erwarten: Ventilatoren, Schlafsäcke mit Haftstreifen, Blitzlichtgewitter auf der Netzhaut. Da bleibt zur Erholung nur ein Aufenthalt in der „Cupola“, der Aussichtsplattform der Raumstation. Als fachkundiger Reiseleiter kommt Pascal Gilles von der ESA auf die Bühne. Nun beginnt der von vielen mit Spannung erwartete Teil des Abends – ein Kaleidoskop aktueller Erdaufnahmen aus dem Weltraum, die eine kleine Geschichte erzählen: von den Wüsten der Erde und Saharastaub, der österreichischen Gletscherbakterien zugutekommt; von Eiswüsten und Vulkanausbrüchen – mit spektakulären Bildern aus der ISS – und von den Regenwäldern der Erde; der berühmte Fußabdruck des Menschen wird sichtbar: Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, Ölsand-Abbau in Kanada, NO2-Verschmutzung der Atmosphäre. Versöhnlicher wird es, als zum Abschluss der „Aussicht auf die Erde“ ein poetisches Video gezeigt wird: eine Erdumkreisung im Zeitraffer, mit wunderbarer Musik.

Faszinierende Unterwasserwelten

Alexander Soucek zeigt den Zusehern im AEC Linz, dass unsere eigenen Unterwasserwelten kaum erforscht ist.

Da fragt man sich dann: Gibt es solche Schönheiten wie die Erde noch ein zweites Mal im All? Die Moderatoren setzen sich in eine auf der Bühne aufgebaute „Bar am Rand des Kosmos“, trinken ein Glas Wein und unterhalten sich über Leben und Exoplaneten. Amüsant und kurzweilig wird klar, dass die Suche nach außerirdischem Leben nicht ganz trivial ist. Obwohl schon hunderte Exoplaneten entdeckt wurden, sind darunter kaum erdähnliche Kandidaten zu finden. Und nun ist es Zeit, das Publikum selbst in eine leuchtende Galaxie zu verwandeln: Im vielleicht romantischten Teil des Abends bringen 650 Leuchtstäbe „Sternenlicht“ ins „republic“, und Norbert Frischauf erläutert die berühmte Drake-Gleichung. Nach und nach verschwinden Sternenlichter, bis am Ende nur mehr zwei übrig bleiben: wir selbst, die Erde, und der mögliche Kandidat, der irgendwo in der galaktischen Nachbarschaft noch Leben tragen könnte. Nur finden müssen wir den noch!

Kosmos Linz: Gernot Grömer

Gernot Grömer vor einer alten Seekarte im Linzer AEC.

Wenn es so schwierig ist, unsere Nachbarn im All zu finden, ist es doch naheliegend, zuerst noch einmal ganz genau auf der Erde selbst nachzuschauen. Und siehe da: In den lichtlosen Tiefen der Tiefsee finden sich unsere eigenen „Außerirdischen“ – seltsame Wesen einer völlig anderen Welt. Erst ein Prozent der Tiefsee ist systematisch erforscht… Die Entdeckung der Welt ist noch lange nicht zu Ende.

Und so schließt sich der Kreis. Als Kolumbus im schweren Sturm ums Überleben kämpfte, wusste er nichts von den Wundern tausende Meter unter ihm. Und er warf eine Flaschenpost ins Meer, um seine Entdeckungen der Nachwelt mitzuteilen. Genauso senden wir heute moderne Flaschenpost in den Weltraum: an Bord der Voyager-Raumsonden zum Beispiel, goldene Schallplatten, die irgendwann irgendwo irgendjemandem sagen sollen: „Wir haben gelebt!“ Bis dahin leuchten wir vorerst selber in den Weltraum, jeden Abend, wenn wir zuhause Licht einschalten. Wir sind eine Spezies, die getragen ist von den Ozeanen, geführt von den Winden und geleitet von den Sternen.

Drei kleine Laternen schweben wieder durch den dunklen Saal hinaus, und 800 Gäste in Salzburg und tags darauf in Linz gehen nach Hause, träumend vielleicht.

Alexander Soucek, Gernot. Grömer und Norbert Frischauf auf der Bühne

Alexander Soucek, Gernot. Grömer und Norbert Frischauf auf der Bühne im Salzburger republic (c) ÖWF (Katja Zanella-Kux)

02.Jan 2012 | 10:00

ÖWF Polarsternpreis 2012: Menschen die für den Weltraum begeistern!

Der Polarstern-Preis wird nun bereits zum vierten Mal vom Österreichischen Weltraum Forum für Menschen ausgeschrieben, die für den Weltraum begeistern. Er wird für außergewöhnliche Leistungen im Dienste der österreichischen Weltraumaktivitäten verliehen und ist für Menschen, die sich durch persönliches Engagement, hervorragende Projekte oder zukunftsweisende Ideen auszeichnen.

ÖWF Polarsternpreis 2012 - Visualisierung "Artica" (c) stg123

2009 erging der Polarstern-Preis an Michael Köberl, passionierter Sammler von Objekten aus dem Raumfahrtbereich, der seine Objekte einem bereitem Publikum zugänglich macht. 2010 erhielt Maria Pflug-Hofmayr die ÖWF Trophäe für ihren jahrelangen Enthusiasmus für Weltraum- und Astronomie zu begeistern. 2011 ging der Preis an Barbara Imhof die sich als Weltraumarchitektin & Designerin auch immer wieder die Jüngsten für Weltraum begeistert.

“Die bisherigen drei Polarsternpreise haben gezeigt, dass es noch viele Menschen gibt, die ohne Auftrag und Belohnung für Astronomie und Raumfahrt engagieren”, meint Olivia Haider, ÖWF Vorstand und Initiatorin des Polarstern-Preises, “daher soll auch 2012 wieder ein Mensch mit diesem Preis ausgezeichnet werden. Ich freu mich schon die Bewerbungen!”

Neben zahlreichen Initiativen im Weltraumsektor innerhalb nationaler Weltraumorganisationen, gibt es engagierte Menschen, die ihr Umfeld für das Thema Weltraum und Astronomie begeistern. Genau diesen Menschen soll mit dem Polarstern-Preis Annerkennung gezollt werden.

Die Nominierung der Kandidaten kann durch Eigennominierung, Fremdnominierung oder durch direkte Auswahl einer geeigneten Person durch die Jury erfolgen. Der Preis besteht aus einer Trophäe, einem Betrag von 800,00 € und der Veröffentlichung des Preisträgers bzw. der Preisträgerin. Der Polarstern ist ein Symbol für richtungweisende Ideen – genauso, wie die Preisträger für Ideenführerschaft, Initiative und Eigenmotivation stehen.

Der Preis kann nur an physische Personen verliehen werden, die Vergabe ist nicht an Nationalität, Beruf, Geschlecht oder Sprachzugehörigkeit gebunden. Die Ausschreibungsfrist endet am 15. März 2012 (Datum des Poststempels, Einlangen beim ÖWF). Die Bekanntgabe des Gewinners und die Verleihung des Preises erfolgt am 12. April 2012 im Rahmen einer ÖWF-Veranstaltung (Yuris Night).

Interesse?
Falls Sie sich oder jemanden aus Ihrem Umfeld für den Polarstern-Preis bewerben möchten, füllen Sie bitte die Online-Bewerbung aus, in dem Sie uns über die Projekte, Initiativen oder herausragenden Personen auf dem österreichischen Weltraumsektor berichten.

Jetzt bewerben – zur Online Bewerbung

31.Dec 2011 | 15:08

Die besten Bilder des Jahres 2011: das ÖWF Jahr im Rückblick

Der letzte Tag im Jahr ist auch immer der Tag um einen kurzen Blick zurück zu werfen. 2011 war ein aufregendes und intensives Jahr für das uns. Die nachfolgenden, willkürlich ausgewählten Bilder zeigen einen unvollständigen, subjektiven, aber umso bunteren und lebendigeren Querschnitt unserer Aktivitäten.

01 - Sonnensystem Vortrag Katsdorf

1 Durch das Sonnensystem mit musikalischer Begleitung: Eva Hauth und Gernot Grömer entführten das Publikum im Kino Katsdorf (Oberösterreich) auf eine Reise durch unser Sonnensystem. Bianca Neureiter untermalte die faszinierenden Bilder mit ihrem selbstkomponierten Klavierstück “Under a starry sky”.

02 - Wissenschaftsminister Töchterle zu Besuch

2 Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle zu Besuch: Das Sparkling Science Projekt “TriPolar”, das “Schwesterprojekt” des PolAres Program wurde von den Schülern und Schülerin dem Minister präsentiert, der sich prompt begeistert zeigte. (c) Foto: Bundesministerium für Wissenschaft & Forschung

03 - Suittester Ulrich Luger

3 Volle Konzentration notwendig: 2 Wochen vor dem Beginn der Rio Tinto Mars Simulation herrscht geschäftiges Treiben in den Räumen des Missionkontrollzentrums in Innsbruck. Ulrich Luger, einer der beiden Suittester, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und arbeitet mit dem Feldteam gemeinsam bis spät in die Nacht. (c) Foto: Katja Zanella-Kux

04 - Aouda.X im Rock Garden (Rio Tinto Mars Simulation)

4 Rio Tinto 2011 – Mars Analog Expedition: Vom 17.- 22. April 2011 führt das ÖWF eine Mars Simulation in Süden Spaniens durch. In Zusammenarbeit mit Forschern aus 10 Nationen und der European Space Agency war dies eine der aufwändigsten Feldexpedition des ÖWFs. Insgesamt waren ca. 70 Raumfahrtexperten & Enthusiasten beteiligt und bescherte dem ÖWF ein großes Medienecho. (c) Foto: Paul Santek

05 - Safety Kiste mit Rio Tinto Sand bedeckt

5 Mitbringsel: Sand vom Rio Tinto Feldtest wurde in rauhen Mengen mitgebracht. Die wertvollste Fracht aber waren die vielen Experimentendaten mit deren Auswertung die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sofort nach der Rückkehr der Proben begannen. Die ersten Ergebnisse wurden Anfang September 2011 bei der European Mars Society Convention präsentiert. (c) Foto: Katja Zanella-Kux

06 - Aktionstage junge Uni / Sonnenbeobachtung

6 Junge Uni on Tour: Erster Stopp: Rapoldipark in Innsbruck. Bei strahlendem Sonnenschein konnten die jungen Entdecker und Entdeckerinnen Sonnenflecken gemeinsam mit Julia Heuritsch beobachten, den Mars Rover “Dignity” steuern oder Wasserrakten bastelen. Eine tolle Aktion!

07 - Unicamp 2011

7 Unicamp 2011: Junge Weltraumtalenten hatten auch 2011 wieder die Möglichkeit eine Woche mit den Wissenschaflter und Wissenschaftlerinnen der Universität Innsbruck zu verbringen.  In der Gruppe Astrophysik wurde dieses Jahr ein Designprojekt gemacht, Aufgabe war die Planung einer Mission zu Saturns’ Eismond Enceladus.

08 - M. Taraba + N. Frischauf kurz vor dem Passepartout Launch

8 Passepartout Sherpa: Michael Taraba und Norbert Frischauf klären kurz vor dem Start die letzten Details. Gemeinsam mit der ISU (International Space University) wurde im August ein weiterer Stratosphärenballon, erstmals in der Konfiguration Sherpa, gestartet. Mit der “Sherpa” Neuerung konnte erstmals eine eigene Experimenten Payload Kapsel, bestückt von den Studenten und Studentinnen der ISU, mitgeschickt werden.

09 - Postraketen Start in Semriach (Steiermark)

9 Post aus dem Himmel: In Semriach wurde zu Ehren von Ing. Friedrich Schmiedl, der vor 80 Jahren erstmals eine Raketenpost gestartet hat, drei Jubiläumsstart unter der Leitung von Peter Haslinger (ÖWF Wien) durchgeführt. Dabei wurden 333 Erinnerungsstücke (50 Jahre alte Briefe) erfolgreich gefolgen. (c) Foto: Stefan Hauth

10 - Europlanet Preisübergabe Rede G. Grömer

10 Prize for Excellence in Public Engagement with Planetary Science: Diesen Preis, gestiftet von Europlanet, wurden 2011 an das ÖWF verliehen. Gernot Grömer übernahm dem Preis in Nantes und begeisterte das Publikum mit den ÖWF Aktivitäten bei seiner Dankesrede. (c) Foto: Lee Pullen, EPSC / Science Office.

11 - Eye in the Sky Publikum

11 Eye in the Sky 2011:  Nachdem Eye in the Sky 201o so erfolgreich in Oberösterreich war, wurde das Program 2011 verlängert. Othmar Coser hat inzwischen tausenden (!) Schüler und Schülerinnen das Thema Erdbeobachtung näher gebracht.

12 - Kosmos Show in Salzburg

12 Kosmos – die Entdeckung der Welt: Fulminant endet das Jahr 2011. Mit einer neuen Show zu den Abenteuern der frühen Entdecker bis hin ins Weltraumzeitalter – geplant von Alexander Soucek – begeisterte das ÖWF über 800 Besucher in Salzburg und Linz. (c) Foto: Katja Zanella-Kux

06.Nov 2011 | 13:17

17-19. Februar 2012 - Integrationsworkshop ÖWF Innsbruck

Integrationsworkshop zur Vorbereitung des Dachstein Feldtestes im Suitlab Laboratory Innsbruck
01.Dec 2010 | 12:27

05. Februar 2012: Rio Tinto - die Marsflugsimulation des ÖWF im Planetarium Wien

Reinhard Tlustos vom ÖWF Wien berichtet von der Rio Tinto Marsfeldsimulation, welche im April 2011 in Zusammenarbeit mit 10 Nationen und der ESA in Süden Spaniens durchgeführt wurde. Wann: 05. Feb. 2012, 17:45 Eintritt: 4,00 EUR (mit Show "Projekt Mars" um 16:30 um 8,00 EUR)
11.Nov 2010 | 19:50

24.Jun-02. Jul: European Space Camp 2012

Die Europäische Weltraumorganisation ESA sucht und finanziert TeilnehmerInnen für das European Space Camp 2012. Das European Space Camp auf der nordnorwegischen Raketenbasis Andoya lädt Jugendliche im Alter zwischen 17 und 20 Jahren vom 24. Juni bis 2. Juli 2012 zur Teilnahme am Raketenstarten im Rahmen des European Space Camp 2012 ein. Die Bewerbungsfrist läuft bis 1. April 2012. SpaceCamp Webseite
14.Oct 2010 | 19:22

15. März. 2012 - "Expedition Mars"

Gernot Grömer im Planetaium Stuttgart - Multimediavortrag mit Gernot Grömer rund um die Forschungsaktivitäten des ÖWF. Wann: 15. März 2012 Wo: Planetarium Stuttgart
29.Sep 2008 | 06:59

12. April 2012: Yuri's Night & Polarstern-Preis Verleihung

Wie jedes Jahr feiern wir am 12. April den Erstflug von Yuri Gagarin. 2012 wird die Yuris Night im Naturhistorischen Museum in Wien stattfinden. Auch der Polarsternpreis 2012 wird im Rahmen der Veranstaltung verliehen. Wann: 12. April 2012, 18 Uhr Wo: Naturhistorisches Museum Wien

ESA Nachrichten

28.Jun 2011 | 17:00

Robotic Exploration:Taking ExoMars for a ride

10.Jun 2011 | 16:08

Robotic Exploration:Entry, descent and surface science for 2016 Mars mission

07.Jun 2011 | 16:41

Robotic Exploration:Testing ExoMars technology in Martian gravity

15.Dec 2010 | 11:12

Robotic Exploration:Successful review marks the end of an active year for ExoMars

30.Nov 2010 | 15:35

Robotic Exploration:Announcement of Opportunity for ExoMars Entry, Descent and Landing Demonstrator Module Science

03.Feb 2012 | 14:00

Mars Express reveals wind-blown deposits on Mars

New images from ESA’s Mars Express show the Syrtis Major region on Mars. Once thought to be a sea of water, the region is now known to be a volcanic province dating back billions of years.
03.Feb 2012 | 10:00

Watch ‘Shanghai waters’ on the Earth from Space programme

Discover more about our planet with the Earth from Space video programme. Join us every Friday at 10:00 CET for an 800 km-high tour with spectacular images from Earth-observing satellites.

Watch the replay

03.Feb 2012 | 07:28

Vega set for its inaugural flight

PR 2 2012 - On 13 February, the European Space Agency will perform the first qualification flight of its brand new Vega launch vehicle.
02.Feb 2012 | 11:07

Eight more Galileo navsats agreed

ESA today signed a contract to build a further eight Galileo satellites, alongside other agreements to modify Europe’s Ariane 5 launcher to carry four navigation satellites at a time.
01.Feb 2012 | 16:00

Call for Media: briefing on new results from ESA Planck mission

Media representatives are invited to a briefing on new observations of the Milky Way and other galaxies by ESA's Planck mission.
03.Feb 2012 | 15:12

European training for Russian cosmonauts

In the spirit of the international nature of the International Space Station, ESA’s Astronaut Training Division not only welcomes European astronauts: four Russian cosmonauts are also working hard at the European Astronaut Centre this month.
03.Feb 2012 | 11:23

Mission X: are you fit for space?

“We are fun, we are strong and we are enthusiastic, we are going to win Mission X!” claimed one school at the Mission X launch. They will have their work cut out, judging by the eagerness of other schoolchildren across Europe.
27.Jan 2012 | 14:33

Voyage to the most isolated base on Earth

Alexander Kumar, the next ESA-sponsored crewmember to stay in Concordia, has arrived safely at the research base in Antarctica. The voyage to one of the remotest places on Earth takes even longer than the voyage to the International Space Station.
25.Jan 2012 | 10:10

Robot competition in zero-gravity

School teams from Europe and America have been commanding robots competing in the Spheres ZeroRobotics tournament in space. The arena: 400 km above Earth on the International Space Station.
20.Jan 2012 | 10:42

Greenhouse in space results and conclusions

During the MagISStra mission, ESA astronaut Paolo Nespoli attempted to grow plants in space using a miniature greenhouse. Simultaneously, schoolchildren and the crew of Mars500 ran the same educational experiment to compare plant growth.

ESA Top Multimedia

Shanghai waters - Image

20.Jan 2012 | 10:42

Galileo signing - Image

20.Jan 2012 | 10:42

First Vega launch campaign - Video

20.Jan 2012 | 10:42

Fully assembled Vega VV01 on pad - Image

20.Jan 2012 | 10:42

Vega, Soyuz and Ariane launchpads at CNES - Image

20.Jan 2012 | 10:42

Sahara's end - Image

20.Jan 2012 | 10:42

Weltraum Nachrichten von Online Zeitungen

03.Feb 2012 | 17:55

Satellitenbild der Woche: Leben und Sterben am Jangtse

Die chinesische Metropole Shanghai hat ein Platzproblem. Aus dem All lässt sich die Größe des Molochs gut erkennen. Die Behörden haben sich nun einen kuriosen Plan ausgedacht, um des Problems Herr zu werden.
03.Feb 2012 | 11:20

Medienberichte: Iran schießt Mini-Satelliten in Erdumlaufbahn

Er ist rund 50 Kilogramm schwer - und soll friedlichen Zwecken dienen: Iran hat einen kleinen Erdbeobachtungssatelliten ins All geschossen. Es ist nicht das erste Weltraum-Abenteuer für das umstrittene Regime.
02.Feb 2012 | 17:01

Exoplanet: Neue Super-Erde begeistert Astronomen

Ein internationales Forscherteam will einen besonders lebensfreundlichen Planeten in einem nahen Sternsystem aufgespürt haben. Auf der Suche nach einer zweiten Erde halten sie den Himmelskörper GJ 667Cc für den bisher spannendsten Kandidaten.
31.Jan 2012 | 16:47

"Phobos-Grunt": Kosmische Strahlung soll Marsmond-Sonde verwirrt haben

Kosmische Strahlung ist für den Absturz der russischen Marsmond-Sonde "Phobos-Grunt" verantwortlich - das ist das Ergebnis der offiziellen Untersuchung. Demnach war das 127-Millionen-Euro-Raumfahrzeug voller Elektronik, die für das Weltall gar nicht geeignet war.
29.Jan 2012 | 19:34

Rätselhaftes Phänomen: Sonnenstürme treiben Killer-Elektronen ins All

Forscher haben ein 40 Jahre altes Rätsel gelöst: Während Sonnenstürme toben, verschwinden manchmal große Mengen extrem schneller Elektronen aus dem Magnetfeld der Erde. Mit Hilfe mehrerer Satelliten konnten Wissenschaftler jetzt beobachten, wohin es die Teilchen verschlägt.
04.Feb 2012 | 12:22

All-taugliche Rechner - Bessere Bordcomputer für präzise Weltraummanöver

Deutsche Forscher wollen Positionierung und Steuerung von Raumfahrzeugen verbessern
03.Feb 2012 | 19:04

ISS - Ein "Drache" soll zur Raumstation fliegen

SpaceX bereitet seine unbemannte Raumkapsel "Dragon" vor - frühestens im März möglich
03.Feb 2012 | 19:01

Sternenhimmel im Februar - Seltenes Mond-Phänomen

Die Neulichtsichel liegt fast flach wie ein Boot
03.Feb 2012 | 12:21

"Navid" - Iran bringt weiteren Satelliten ins All

Beobachtungssatellit soll in einer Höhe von 250 bis 370 Kilometern kreisen
02.Feb 2012 | 18:22

Ehrgeizige Pläne - Erster Kosmonaut soll in acht Jahren den Mond betreten

Isolationsexperiment "Mars500" soll an Bord der ISS wiederholt werden
04.Feb 2012 | 10:35

Asteroidenschild: "NEO-Shield" als Abwehr gegen kosmische Bomben

Tödliche Gefahr aus All: Ein Asteroideneinschlag hätte für die Erde verheerende Folgen. Nun startet das erste große Projekt zur Asteroidenabwehr – unter deutscher Leitung.
03.Feb 2012 | 13:18

Raumfahrt: Russland will im Jahr 2020 auf dem Mond landen

Trotz Pech und Pannen: Russland treibt seine ehrgeizigen Raumfahrtpläne voran. Im Jahr 2020 soll ein Kosmonaut auf dem Mond spazieren gehen.
03.Feb 2012 | 13:17

Astronomie: Neue "Super-Erde" in bewohnbarer Zone aufgespürt

Astronomen haben einen weiteren Kandidaten mit besten Bedingungen für außerirdisches Leben entdeckt: Die "Super-Erde" bietet mehr Platz als unser Heimatplanet.
03.Feb 2012 | 12:24

Nasa-Aufnahmen: Video zeigt erstmals die Rückseite des Mondes

Faszinierende Hügellandschaft: Eine Kamera an Bord der "Grail"-Sonde liefert Bilder von der uns abgewandten Seite des Erdtrabanten.
01.Feb 2012 | 13:08

Deutsche Flugzeugtechnik: Mit dem "Spaceliner" in 90 Minuten nach Australien

Extrem schnell und umweltfreundlich sollen Flugzeuge mit Raketenantrieb sein: Forscher am Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum entwickeln das Flugzeug der Zukunft.

Weltraum Blogs

04.Feb 2012 | 16:30

Was würde der Kung-Fu-Zombie-Zauberer tun?

Ein kleines nettes Lied für zwischendurch: Die "Axis of Awesome" singt ein Lied über den Slogan "What Would Jesus Do". Man soll sich in seinem Handeln immer fragen, was denn der gute Jesus in der gleichen Situation gemacht hat und sich dann entsprechend verhalten. Leider ist das nicht so einfach, wie im Lied eindringlich klar gemacht wird:

You can't do what Jesus can do
There are three of Him, and there's only one of you
He can cure a blind man, you can't cure the flu
He's a zombie wizard who also knows kung-fu

Tja.


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04.Feb 2012 | 11:20

Zukunftsdialog: Abstimmen für Open Acess, bessere Forschung und gegen esoterische Abzocke

Unsere liebe Frau Bundeskanzler möchte etwas von uns:

"Ihre Erfahrungen, Ihre Vorschläge sind mir wichtig. Ich freue mich auf Ihre Ideen!"

Das sagt sie auf der Homepage des Dialogs über Deutschlands Zukunft. Dort sollen Bürger Vorschläge machen, wie man die Zukunft Deutschlands gestalten soll. Ich bin bei solchen Aktionen generell etwas skeptisch, was ihre Ernsthaftigkeit angeht und ob am Ende dabei tatsächlich etwas raus kommt, ist fraglich. Aber trotzdem: Ein paar unterstützenswerte Vorschläge gibt es.

Der erste wurde von ScienceBlogs-Kollege Christian Reinboth eingereicht und trägt den Titel "Freier Zugang zu öffentlich finanzierter Forschung (Open Access)":

"Damit die Ergebnisse von in Deutschland staatlich geförderter wissenschaftlicher Forschung möglichst vielen Studierenden, Wissenschaftlern und anderen Interessenten - national wie international - zur Verfügung stehen, sollte sich die Bundesregierung für eine konsequente Umsetzung des Open Access-Prinzips in der öffentlich geförderten Forschung einsetzen. Dies bedeutet, dass es Wissenschaftlern künftig in stärkerem Umfang ermöglicht werden muss, in wissenschaftlichen Fachzeitschriften erschienene Forschungsergebnisse, die aus staatlich geförderter Forschung hervorgegangen sind, auch der interessierten Öffentlichkeit kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Die deutschen Steuerzahler gehören zu den großzügigsten Förderern wissenschaftlicher Forschung weltweit und dürfen zu Recht erwarten, freien Einblick in die Ergebnisse der von ihnen finanzierten Forschung zu erhalten, so diesem Einblick im Einzelfall keine bedeutsamen Gründe entgegenstehen."

Diesen Vorschlag sollte man auf jeden Fall unterstützen! Wenn man sich ansieht, was manche Verlage für Preise verlangen und wie sie mit ihren Kunden umgehen, dann kann das nicht so weitergehen. Die Ergebnisse der Wissenschaft müssen allen Menschen zugänglich sein!

Mindestens ebenso groß ist das Problem, das Christian in seinem zweiten Vorschlag anspricht. Die Verbesserung der prekären Arbeitssituation vieler Nachwuchswissenschaftler:

"Damit der Wissenschaftsstandort Deutschland in einer globalisierten akademischen Welt seine hohe Attraktivität behält und wissenschaftliche Talente nicht ins Ausland abwandern, sind die Arbeitsbedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs an deutschen Hochschulen - insbesondere im Hinblick auf die oft prekären Arbeitsverhältnisse - nachhaltig zu verbessern.

Zahlreiche Doktoranden und Nachwuchswissenschaftler hangeln sich derzeit in der Praxis von einem befristeten Teilzeit-Vertrag zum nächsten, bis entweder die Förderkette abreißt oder der Frust so groß wird, dass die Wissenschaft oder eben der Standort Deutschland verlassen wird. Über 80% unseres wissenschaftlichen Nachwuchses sind nur befristet beschäftigt, ein Großteil davon lediglich in Teilzeit. In der seitens der Politik richtigerweise angestrebten "Bildungsrepublik" sollten jedoch gerade für Hoch- und Höchstqualifizierte in öffentlichen Beschäftigungsverhältnissen bessere Konditionen darstellbar sein, um auch dem wissenschaftlichen Nachwuchs die Möglichkeit der Karriere-; Familien- und persönlichen Lebensplanung zu eröffnen.

Über dieses Thema habe ich erst kürzlich einen ausführlichen Artikel geschrieben. Die Situation wird langsam wirklich unerträglich.

Ganz besonders ans Herz legen möchte ich euch den Vorschlag von Joachim Huessner. Er trägt den Titel: Besserer Verbraucherschutz vor esoterischen Angeboten:

"Liebe Frau Bundeskanzler,
ich schreibe aus aktuellem Anlass als Betroffener:
Meine Frau hat sich über einen längeren Zeitraum nach und nach in esoterische Angebote verstrickt. Fing es zu Beginn noch ganz harmlos mit alternativer Medizin, die sie an unseren 3 Kindern ausprobierte, an, ging es weiter über Heilsteine, Wahrsagerbesuche, Familienaufstellungen, Reiki, Kartenlegen, Meditationen bis hin zu Seminarbesuchen. Am Ende ist sie in der Annahme eine berufliche Weiterbildung zu machen in einer Sekte gelandet von der sie sich nicht mehr lösen konnte. Sie verließ die Familie und nahm sich etwa ein Jahr später aus Verzweiflung das Leben. Über diese Geschichte habe ich inzwischen einen autobiographischen Roman veröffentlicht auf den ich sehr viel Ressonanz von ähnlich gelagerten Fällen bekam. Die Medien interessierten sich dann auch für das Thema und die Recherchen ergaben, dass es in Bayern etwa 600, in NRW etwa 1100 und in Hessen ca. 300 dieser Kleinsekten gibt. Aus den anderen Ländern liegen keine Zahlen vor. Hochgerechnet ergibt das eine Zahl von etwa 100.00 Betroffenen, die aktuell in solchen Gruppen für das Wohl eines Gurus arbeiten. Ich rief daraufhin das Projekt 1001 ins Leben, bei dem ich Erfahrungsberichte von solchen Fällen sammle und es ist wirklich sehr erschreckend wieviele ähnlich gelagerte Fälle es gibt und wieviele Familien dadurch zerstört werden. Deshalb wünsche ich mir einen besseren Verbraucherschutz vor esoterischen Angeboten.

Die Situation ist ja wirklich vollkommen absurd. Wenn man ein Produkt verkauft, darf man nicht einfach irgendwas behaupten. Ich kann kein Haarshampoo auf den Markt bringen und behaupten, es würde Grippe oder gar Krebs heilen. Ich muss dafür entsprechende medizinische Studien machen und entsprechende Ergebnisse vorlegen. Wenn ich aber "Geistheiler" bin oder "Lichtarbeiter" oder Homöopath dann kann ich das alles und noch viel mehr behaupten, den Leuten damit das Geld aus der Tasche ziehen und das alles, ohne Probleme mit dem Verbraucherschutz zu bekommen. In der Esoterikbranche kann man sich die absurdesten Dingen über seine Produkte ausdenken. Man braucht sich nur die bescheuerten Sachen ansehen, die über einschlägige Fernsehsender verkauft werden. Warum ist es möglich, dass man hier wilde Behauptungen über seine Produkte aufstellen darf, ohne jemals irgendeinen Nachweis bringen zu müssen? Auch wer diesen Esoterikkram kauft, ist ein Konsument und hat ein Recht auf Konsumentenschutz!

Leider ist der Abstimmungsmechanismus beim Zukunftsdialog nicht sonderlich toll. Man kann dort zum Beispiel ohne große Probleme mehrfach abstimmen. Es werden also die Vorschläge weit oben landen, die eine leicht zu motivierende Community haben, die immer wieder abstimmt. Die ersten fünf Plätze der Liste von "Wie sollen wir zusammenleben" werden zum Beispiel momentan von "wichtigen" Themen wie Cannabis und E-Zigaretten dominiert. Trotzdem: Die Vorschläge von Christian bzw. Joachim Huessner sprechen wichtige Probleme an und sollten gehört werden. Stimmt dafür ab!


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03.Feb 2012 | 16:45

GJ 667Cc - eine bewohnbare Super-Erde?

Seit der Entdeckung des ersten echten Exoplaneten im Jahr 1995 beschäftigt vor allem die Öffentlichkeit und die Medien eine große Frage: Gibt es irgendwo einen anderen Planeten, auf dem die gleichen Bedingungen wie auf der Erde herrschen? Auf dem Leben möglich ist oder sogar existiert? Die Astronomen sind nicht ganz so eng fokussiert wie die Medien; sie wollen einfach mehr über Exoplaneten rausfinden, egal ob erdähnlich oder nicht. Andererseits sind auch Astronomen nur Menschen und der Frage nach Planeten mit außerirdischem Leben können sie sich schwer entziehen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Suche nach dem ersten wirklich erdähnlichen Planeten mit großem Engagement betrieben wird. Bis jetzt war man schon oft fast erfolgreich. Man hat Planeten entdeckt, die die gleiche Größe, Masse oder Dichte wie die Erde besessen haben. Man hat Planeten entdeckt, die sich genau im richtigen Abstand von ihrem Stern befunden haben, in der sogenannten "habitablen Zone", dort wie die Temperatur für die Entstehung genau richtig wäre. Aber bis jetzt hat man noch keinen Planeten gefunden, auf den beides zutrifft. Ein Planet, mit der richtigen Größe und der richtigen Zusammensetzung im richtigen Abstand: Danach suchen alle. Zur Zeit geht die Entdeckung einer "Supererde in der habitablen Zone" durch alle Medien. Ist das nun der gesuchte Planet? Oder wieder nur eine "Fast-Entdeckung"?

Der Planet, um den es geht, nennt sich GJ 667Cc. Er umkreist einen roten Zwerg; also einen recht lichtschwachen, kühlen kleinen Stern. Dieser Stern ist Teil eines Mehrfachsystems - das erkennt man schon an seinem Namen. Das "GJ" bezeichnet den Gliese-Jahreiß-Katalog, der Sterne in der Nähe der Sonne enthält. "667" ist die Nummer des Eintrags. Und das "C" besagt, dass der Stern die dritte Komponente eines Mehrfachsystems ist. Bei Doppel- oder Mehrfachsternen werden die einzelnen Objekte mit alphabetisch geordneten Großbuchstaben bezeichnet. Das System besteht also aus "GJ 667A", "GJ 667B" und "GJ 667C". Es ist ein sogenanntes hierarchisches System. D.h. A und B bilden ein Paar und diese beiden wiederum ein Paar mit C. Der Abstand zwischen GJ 667AB (man fasst so enge Paare gerne auf diese Art zusammen) und GJ 667C beträgt etwa 230 Astronomische Einheiten. Das ist fast das achtfache des Abstands zwischen Sonne und dem sonnenfernsten Planeten Neptun. Aus dynamischer Sicht ist der Einfluss von AB auf GJ 667C daher so gut wie zu vernachlässigen; wir können in der Folge die restlichen zwei Komponenten des Dreifachsystems ignorieren.

GJ667Cc.jpg

Drei Sterne und ein Planet: GJ 667AB, GJ 667C und GJ 667Cc (Bild: Uni Göttingen)

GJ 667C wird von mindestens zwei Planeten umkreist. Der eine wurde schon 2009 entdeckt. Er trägt den Namen GJ 667Cb (Planeten bezeichnet man immer mit dem Namen des Sterns plus angehängtem Kleinbuchstaben, alphabetisch gereiht nach dem Entdeckungszeitpunkt und angefangen mit "b"). Er befindet sich sehr nahe am Stern, nur 0,05 Astronomische Einheiten entfernt (die Erde ist von der Sonne 1 AE entfernt), und ist mindestens sechsmal schwerer als die Erde.

Ein Team aus Astronomen unter der Leitung von Guillem Anglada-Escudé von der Carnegie Institution in Washington (der seit Anfang des Jahrs an der Uni Göttingen arbeitet), hat nun jede Menge Beobachtung von GJ 667C gesammelt und darin noch einen weiteren Planeten entdeckt. GJ 667Cc ist etwas weiter vom Stern entfernt als der andere Planet. Er ist auch etwas leichter und wiegt nur das 4,5fache der Erde. Mit seinem Abstand von 0,12 AE (als einem Zehntel des Abstands zwischen Sonne und Erde) befindet er sich genau in der habitablen Zone des roten Zwergs! Und seine Masse macht ihn zu einer sogenannten "Super-Erde", also einem Planeten wie die Erde, nur größer und schwerer. Ist GJ 667Cc also nun die lang gesuchte "zweite Erde", mit Bedingungen, die außerirdisches Leben begünstigen könnten?

GJ667C.PNG

Vergleich zwischen den habitablen Zonen von GJ 667C und dem Sonnensystem. Die grauen Balken links geben die innere Grenze der Zone in Abhängig der Wolkendichte in der Atmosphäre eines Planeten an. GJ 667Cc liegt auf jeden Fall immer in der habitablen Zone (Bild: Anglada-Escudé et al. 2012)

Nein. Bzw. höchstwahrscheinlich nicht. Das Problem an der Sache sind die Dinge, die wir noch nicht wissen. Die genaue Masse zum Beispiel. Oben habe ich geschrieben, das GJ 667Cc 4,5 mal so schwer ist wie die Erde. Das ist aber so nicht ganz korrekt. Der Planet wurde mit der sogenannten Radialgeschwindigkeitsmethode entdeckt. Dabei misst man das "Wackeln" des Sterns, das durch die Gravitationskraft des Planeten erzeugt wird. Leider kann man damit die Masse des Planeten nicht exakt bestimmen, sondern nur einen minimalen Wert. GJ 667Cc wiegt also mindestens das 4,5fache der Erde. Es kann aber auch viel mehr sein! Das hängt davon ab, unter welchem Winkel wir auf das Planetensystem blicken und das wissen wir nicht. Die 4,5 Erdmassen gelten nur für den Fall, dass wir exakt von der Kante auf das System blicken. Würden wir genau von oben auf das System blicken, dann würden wir gar kein Wackeln sehen. Die Wahrheit wird irgendwo dazwischen liegen und auch die Masse des Planeten wird höher sein als die 4,5 Erdmassen. Leider unterschlagen die Medien so etwas gerne. In diesem Fall kann man ihnen aber nicht mal einen Vorwurf machen, denn selbst in der Pressemitteilung der Uni Göttingen liest man:

"Die Super-Erde mit der Bezeichnung GJ 667Cc hat die viereinhalbfache Masse unserer Erde und umkreist auf einer Umlaufbahn von 28,15 Tagen einen Zwergstern der Klasse M."

Dass es sich hier nur um eine Mindestmasse handelt, wird nirgendwo angesprochen. Aber ok, die Pressemitteilung ist sowieso nicht sonderlich gut, man schafft es ja nichtmal, direkt auf die Originalarbeit der Wissenschaftler zu verlinken... Übrigens steht das in der Pressemitteilung der Carnegie Insitution sehr wohl drin:

"But in addition to this first candidate, the research team found the clear signal of a new planet (GJ 667Cc) with an orbital period of 28.15 days and a minimum mass of 4.5 times that of Earth."

(Den Link aufs Originalpaper hat man aber auch dort nicht geschafft).

Aber selbst wenn der Planet wirklich nur 4,5 Erdmassen wiegt, heißt das noch lange nicht, dass es dort auch Leben gibt bzw. das Leben überhaupt möglich ist. Die habitable Zone gibt nur den Bereich an, in dem die Temperaturen theoretisch Leben ermöglichen könnten. Sehr viel hängt allerdings von den Eigenschaften des Planeten ab. Wie ist seine Dichte und Zusammensetzung? Hat er ein Magnetfeld und eine Atmosphäre? Wie sieht die aus? Gibt es dort Plattentektonik? Usw. Noch sind wir nicht in der Lage, all diese Parameter zu bestimmen und wirklich herauszufinden, ob ein Planet Leben ermöglichen kann oder nicht. Das kann sich bald ändern, aber momentan fehlt uns dieses Wissen. Das merken Anglada-Escudé und seine Kollegen übrigens auch in ihrem Artikel an (die Pressemitteilung sagt dazu allerdings nichts):

"Let us remark that the ultimate capability of GJ 667Cc to support liquid water depends on properties that are not yet known (e.g, albedo, atmospheric composition and interior dynamics)."

Die Beobachtungen die Guillem Anglada-Escudé und seine Kollegen gemacht haben, sind hervorragend. GJ 667C c ist ein äußert faszinierender Planet. Es gibt auch gute Hinweise darauf, dass sich dort auch noch ein dritter Planet befindet. Das ganze System ist eine genauere Untersuchung definitiv wert und wir werden daraus jede Menge über Exoplaneten lernen. Aber die "zweite Erde" hat man dort nicht gefunden. Die Aufregung in den Medien ist (so wie damals bei Kepler 22b) nicht wirklich gerechtfertigt. Zumindest diese Art von Aufregung. Es wäre schon, wenn die Exoplanetenforschung in der Öffentlichkeit nicht immer nur als die Suche nach der zweiten Erde dargestellt werden würde. Es gibt noch so viel mehr interessante Dinge, die man da erzählen könnte...


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03.Feb 2012 | 10:00

Das Glitzern im Rosettennebel

Der Rosettennebel befindet sich etwa 5000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Es handelt sich dabei um einen sogenannten Emissionsnebel. So bezeichnet man große Wolken aus interstellarem Gas, die Licht aussenden. Das tun sie natürlich nicht einfach so. Die Moleküle der Wolke werden zum Leuchten angeregt und das geht nur, wenn von irgendwo her die Energie dazu kommt. Im Falle des Rosettennebels ist das der offene Sternhaufen NGC 2244. Dort gibt es jede Menge junge und heiße Sterne, die mit ihrer Strahlung und ihren Sternwinden Form und Farbe des Nebels bestimmen. So sieht er aus:

rosette_optical.jpg

Bild: Credit: X-ray (NASA/CXC/SAO/J. Wang et al), Optical (DSS & NOAO/AURA/NSF/KPNO 0.9-m/T. Rector et al)

Das ist nur ein Ausschnitt des zentralen Bereichs des Nebels. Wunderschön sind die Säulen aus Staub, die man in der rechten Bildhälfte sehen kann. Sie wurden von den starken Sternwinden der jungen Sterne geformt.

Das Bild zeigt einen knapp 87 Lichtjahre breiten Bereich und NGC 2244 sitzt genau in der Mitte. Das Bild wurde im optischen Bereich des Spektrums aufgenommen, also der Bereich, den auch wir mit unseren Augen sehen können. Die Astronomen haben aber noch viel mehr Augen und können ganz andere Dinge sehen. Eines dieser Augen heißt Chandra und ist ein Röntgenteleskop im Weltraum. Damit kann man die Röntgenstrahlung sehen, die von den Sternen abgestrahlt wird. Damit kann man besonders die jungen und heißen Sterne gut beobachten. Als Chandra kürzlich auf den Rosettennebel gerichtet wurde, fand es dort eine glitzernde Vielfalt an neuen Sternen:

rosette_noFOV.jpg

Bild: Credit: X-ray (NASA/CXC/SAO/J. Wang et al), Optical (DSS & NOAO/AURA/NSF/KPNO 0.9-m/T. Rector et al)

Das Bild ist identisch mit dem von oben; nur hier wurden in rot die Messungen von Chandra hingefügt. Es handelt sich um Gruppen junger Sterne, die man erst im Röntgenlicht so richtig gut sieht. Besonders interessant ist der Bereich ganz rechts, neben dem "Loch" im Nebel. Das ist der Sternhaufen NGC 2237. Bisher kannte man dort nur 36 junge Sterne, die neuen Messungen von Chandra haben die Zahl auf 160 erhöht. Mit diesen neuen Daten konnte man nun feststellen, dass sich der zentrale Sternhaufen (NGC 2244) zuerst formte. Die Sterne dort haben den Nebel expandieren lassen wodurch in den Randbereichen neue Sternentstehung ausgelöst wurde. Erst so entstand dann NGC 2237. Astronomie macht nicht nur schöne Bilder, sie findet auch Sachen heraus, die wir vorher nicht wußten!


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02.Feb 2012 | 09:00

Die Suche nach der Dunkelheit

Wer die derzeit herrschende Kälte aushält, kann in den kalten, klaren Nächten einen wunderbaren Sternenhimmel beobachten. Der Mond steht derzeit zusammen mit Jupiter und Venus gut sichtbar am Abendhimmel. Wer allerdings in der Stadt wohnt und von dort aus zum Himmel blickt, wird abgesehen von diesen drei hellen Himmelskörpern kaum etwas sehen. Ein paar lichtstarke Sterne vielleicht - aber nicht den dramatischen Anblick, den der Himmel weitab von den Lichtern der Zivilisation bietet. Wer das einmal erlebt hat, kann nicht anders, als vom sternenübersäten Himmel überwältigt zu sein. In der Realität hat aber mittlerweile kaum jemand das helle Band der Milchstraße gesehen oder die anderen tausenden Sterne, die mit freiem Auge sichtbar sind. Anblicke, die für unsere Vorfahren alltäglich waren, erleben heute nur noch die Menschen, die mühsame Reisen in abgelegene Wüsten oder Gebirgen unternehmen. Die Lichtverschmutzung nimmt immer mehr zu.

Lichtverschmutzung oder Lichtsmog ist ein relativ neues Wort. Es ist auch ein Wort, dass vielen nicht gefällt. Wen interessiert das schon? Ist doch schön, wenn nachts hell ist! Das schafft Sicherheit, das ist ein Zeichen der Zivilisation? Wollen wir wieder zurück ins dunkle Mittelalter, nur damit ein paar Astronomen mehr Sterne sehen können? Reicht es nicht, wenn die Ökos uns mit Recycling und Umweltverschmutzung auf die Nerven gehen? Was soll der Unsinn mit der "Lichtverschmutzung"...

EU-bei-nacht.jpg

Europa bei "Nacht" (Bild: NASA)

Kritik dieser Art geht am Thema natürlich komplett vorbei. Die fehlende Dunkelheit - und in Mitteleuropa gibt es heute kaum noch Plätze, an denen es wirklich dunkel wird - ist nur noch ein Problem mancher Astronomen. Es ist auch ein gesundheitliches Problem und ein ökologisches. Uns Menschen tun die hellen Nächte nicht gut und auch die Pflanzen und Tiere leiden unter den veränderten Umweltbedingungen. Christian Reinboth hat in seinem Blog die relevanten wissenschaftlichen Arbeiten zu dem Thema zusammengestellt und auch sonst viele lesenswerte Artikel darüber verfasst. Es dürfte außerdem offensichtlich sein, dass Lichtverschmutzung auch ein wirtschaftliches Problem darstellt. Anstatt einfach wild die Gegend zu beleuchten, könnte man sich auch vernünftige Konzepte überlegen, mit denen dann wirklich nur das beleuchtet wird, was auch hell sein soll. Damit spart man Strom und Geld.

Christian hat zu dem Thema übrigens auch einen lesenswerten Artikel in der ZEIT geschrieben, der die wichtigsten Punkte nochmal kurz zusammenfasst. Das Fazit möchte ich hier nochmal wiederholen:

"Eine am tatsächlichen Bedarf ausgerichtete Beleuchtung der Städte sowie Verordnungen und Gesetze, die unnötige Lichtorgien verbieten, würden einiges ändern. Wir sollten über unseren Umgang mit Licht nachdenken. Nicht nur, damit zukünftige Generationen den Himmel vielleicht wieder so sehen können, wie einst van Gogh ihn sah - voller heller Sterne und Sternbilder. Sondern auch, damit sich unsere Umwelt von den Schäden erholt, die die Lichtverschmutzung bereits angerichtet hat."

Entsprechende Initiativen sind allerdings selten. Leider. Ein viel versprechender Versuch wird derzeit aber in Liechtenstein durchgeführt. In einigen Gemeinden sollen in der Nacht zwischen 0:30 und 5:30 nur noch die wichtigsten Straßen beleuchtet werden.

Lichtverschmutzung ist ein reales Problem. Nicht nur für Astronomen. Es ist außerdem ein Problem, dass sich lösen lässt. Es gibt genug Möglichkeiten, die die Beleuchtung der Straßen und öffentlichen Gebäude so effizient zu gestalten, dass die unnötige Beleuchtung des Nachthimmels auf ein Minimum reduziert wird. Das würde Geld sparen. Es würde der Natur gut tun. Und die Menschen könnten wieder den richtigen Sternenhimmel sehen. Einen Himmel, der von tausenden Lichtpunkten bedeckt ist; von Sternhaufen, Planeten und dem wunderbaren Band der Milchstraße. Ein Himmel, der unsere Vorfahren inspiriert hat, über die Entstehung der Welt und die Rolle der Menschen im Kosmos nachzudenken. Ein Himmel, den heute keiner mehr kennt...

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Der Himmel über dem Cerro Paranal in Chile - einer der dunkelsten Orte der Erde und Standort der großen Teleskope der Europäischen Südsternwarte (Bild: ESO/Y. Beletsky)


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03.Feb 2012 | 23:49

The Sounds of Silence on the Space Coast’s Unemployed

Lost in all the talk about Newt Gingrich’s plan to establish a base and then a state on the moon has been the plight of thousands of jobless along Florida’s Space Coast, who are struggling with the end of the space shuttle program.This has been a big issue in the Sunshine State, with the shutdown exacerbating a weak economy struggling to recover from the Great Recession.

While Gingrich’s expansive and aggressive plan — which also includes robust commercial space operations in Earth orbit and a rocket to Mars — promises much employment, the other three candidates were strangely silent on the matter of how to get unemployed aerospace workers back on the job.

The front-runner, Mitt Romney, strongly attacked the Obama Administration’s space policy as being disastrously directionless and Gingrich’s moon plans as being loony, but he provided no specifics on what he would do differently. Instead, he’s going to consult with a bunch of experts and get back to us. Ron Paul and Rick Santorum mainly confined their remarks to describing Gingrich’s moon base as a waste of money in a constrained budget environment.

There are two charitable explanations for the lack of details, neither of which offers much hope to the unemployed. One is that space policy is low on any candidate’s agenda, so most of them haven’t thought it through very much at this point. The second is that this is still the primary, which means the candidates — save for Gingrich — are more interested in attacking each other than offering detailed plans to counter the Obama Administration’s policy.

Over at the Salon, Andrew Leonard has another theory that’s far more disturbing: the candidates lack any fresh ideas. Not just for the Space Coast, but for the unemployed nationwide:

None of the Republican presidential candidates have anything new to say on the topic that we haven’t already heard from the GOP, ad infinitum, ad nauseam, for the last 30 years. Their proposed strategy hasn’t changed an iota since Ronald Reagan ran for president: It’s still all about cutting taxes and slashing regulations.

And there’s a big problem with that. Because whether or not you believe that the current unemployment problem is cyclical — that is, part of the normal ups and down of the business cycle — or structural — a more or less permanent response to a profoundly changing economy — the Republican platform is toothless. On the one hand, it’s hard to combat a cyclical problem with the same policy proposals that one puts in place in good times or bad, and on the other, it’s arguable that the structural problems in the U.S. economy are, at least in part, a consequence of decades of low taxes and deregulatory philosophy.

A tour of the GOP candidates’ websites is revealing. Ron Paul’s website doesn’t even mention either “jobs” or “unemployment” under the category of “issues.” The closest he gets is advocating the passage of more anti-union “right to work” laws. Rick Santorum’s Where I Stand page tells us that he believes in American “Exceptionalism,” is a “Champion of Faith and Families” and makes clear that he really, really opposes gay marriage; but it has no section devoted to either jobs or unemployment. Newt Gingrich does manage to include a page on “Jobs and the Economy” but somehow can’t bring himself to utter the word “unemployment.”

To his credit, Mitt Romney is the only Republican candidate whose website includes a comprehensive (87-page!) plan announcing his economic agenda. If you’re looking for a full-throated lambasting of Obama’s management of the economy, along with complaints about high unemployment, that’s where you’ll find it, a fact that, at first glance, would seem to make Romney a little more suited for electoral success than his current poll numbers would indicate.

But a closer look at Romney’s plan — or Gingrich’s, for that matter — reveals why neither he nor his fellow GOP pretenders to the White House throne are making a bigger deal of the plight of the jobless. They just don’t have anything fresh to say.Romney’s prescription for an economy that isn’t producing enough jobs is to reduce taxes on savings and investment, eliminate the “death” tax, and cut corporate taxes. As for regulatory policy, for starters, he promises to repeal “Obamacare” and Dodd-Frank, as well as “review and eliminate” all other Obama-era regulations. But this agenda doesn’t separate him from his fellow GOP presidential candidates. He just spells out the party line in greater detail. If anything, Gingrich and Paul are further to the right — advocating even more extreme tax cuts and greater swaths of regulatory slash-and-burning.

None of that does much for the Space Coast. Which explains the relative silence about the unemployed there.

This also points to a larger question no matter who ends up running against Obama: will the strategy work at all?  The economy has been steadily recovering, although not at the rate everyone wants. The jobs report for January was unexpectedly strong, with 243,000 new jobs created.

If there is a positive trend for the rest of the year, then Obama can say that the worst is long over, recovery is well underway, and sunnier days lie ahead.  Barring any major scandals, wars or terrorist attacks on American soil, that could make Obama hard to beat in November.

 

 

 

 

03.Feb 2012 | 15:04

CSF Chairman Anderson Backs Romney, Attacks Obama as Ineffective

Mitt Romney. (Credit: Gage Skidmore)

Jeff Foust over at Space Politics has interviewed Eric Anderson, the Space Adventures CEO and Commercial Spaceflight Federation chairman who is serving on Mitt Romney’s space advisory board. Anderson and seven other members of the group signed an open letter last week supporting Romney and harshly criticizing the Obama Administration’s space policy.

Anderson says he’s had several one-on-one conversations with the candidate, who has expressed his enthusiasm for private sector human spaceflight development. He also defended Romney’s lack of specific solutions while pointing to the candidate’s business background as evidence of his support of commercial space solutions.

“You must remember, Mitt Romney is a very experienced businessman. People in business of course believe in private industry! They know that if you can find goods and services in the private sector then clearly those would be preferable to the government recreating that capability,” he told Foust.

Well, that settles it. The devil is not in the details, but rather Romney’s resume. Nothing to see here, move along.

Anderson and his fellow signatories harshly condemned the Obama Administration’s space policy in the letter, which was similarly long on rhetoric and short on specifics.

“We have watched with dismay as President Obama dismantled the structure that was guiding both the government and commercial space sectors, while providing no purpose or vision or mission. This failure of leadership has thrust the space program into disarray and triggered a dangerous erosion of our technical workforce and capabilities. In short, we have a space program unworthy of a great nation,” it read.

Anderson added a few specifics in his talk with Foust. He “suggested that the administration should have done more since rolling out its plans almost exactly two years ago. ‘In terms of commercial support, the current policy is not a bad one at all,’ he said. ‘However, the execution of that policy and its support evaporated after that initial period,’ adding that there was ‘the general sense that the White House didn’t really back the plan up,’” Foust writes.

There’s little doubt that NASA and the Administration botched the roll out of the plan. Could they have fought harder for it? Maybe. Would it have made any real difference? Probably not. The plan was too radical for Congress; there were lines that key legislative leaders just wouldn’t cross. The nation really doesn’t need a new President pushing commercial space policy, it needs a new Congress. Why aren’t Anderson and CSF focusing on that problem?

Anderson gives little credit to Obama or the NASA leadership for anything they have accomplished. Obama could have pretended that all was well and kept funding the existing program, hoping against hope that things would have turned around. It took balls to do what he did. And this is the thanks he gets for it, from the chairman of the Commercial Space Federation no less.

Worse yet, it’s criticism without any alternative. The candidate has simply pointed to his resume and the expertise on his space advisory group and said, “I’ll get back to you.” Is this really a good answer from a man who’s been running for President for at least 5 years. Romney is approach this as if it’s some sort of consulting gig. If space is as important as Romney claims, why hasn’t he thought it through yet?

And what of the expertise of his space advisory group? Other than Anderson, the only other business representative is Mark Albrecht, the former executive secretary of the National Space Council and chairman of the board of USSpace. The rest of the members have more traditional backgrounds.

Anderson’s company, Space Adventures, has made a fortune selling increasingly costly tickets for orbital joy rides that only the extremely rich can afford. This price of those tickets has risen from $12 million to more than $40 million over the past decade. The company’s newest venture is a lunar trip for a pair of billionaires who can spend $150 million apiece.

As a boutique travel agency catering to the ultra wealthy, Space Adventures has a trickle down approach to lowering the cost of access to space. The company proves that people will pay for really expensive trips, which inspires the companies who actually build things to enter the market. Then Space Adventures sells those seats to clients, as it does with the Russians and as it will do for Boeing’s CST-100 spacecraft and Armadillo Aerospace’s suborbital tourism vehicle.

There’s nothing wrong with that model. It shows a healthy division of labor in the emerging commercial human spaceflight industry. It does create a perception problem for Romney, an extremely wealthy man who is under fire for the way he earned his fortune at Bain Capital. Given this perception, should his main commercial space policy adviser be a man who sells moon tickets to billionaires?

There have been calls for Romney to add some people to his advisory board who are actually on the front lines, those developing technologies that will seriously bring down the cost of accessing space. That could prove to be a difficult to do in an election year. Whatever their shortcomings, the Obama Administration and NASA have been very good to the commercial spaceflight industry. The last thing most of these companies want to do is piss off people they might be dealing with for the next five years. Especially to support a candidate whose plan is so vague and unfocused.

This brings us to the question of why Anderson, who chairs the Commercial Spaceflight Federation, would be taking such a risk. Yes, he can advise the Romney campaign on his own. But, the Administration might not separate that private advocacy from his role with the federation.

If Anderson is concerned about the Obama’s lack of enthusiasm for commercial space now, how will the Administration act once it doesn’t have to seek re-election again? Will CSF get the support it needs? Or will the last three years could look like a picnic by comparison?

Whatever happens, questions about Anderson’s role are a sideshow compared with the controversy over the advisory roles of two former NASA bureaucrats, Mike Griffin and Scott Pace, who gave us the hideously expensive Constellation program, and Apollo astronaut Gene Cernan, who has been highly critical of the Administration’s commercial crew effort. Pace, in fact, is chairman of the advisory group.

Their presence has infuriated many in the NewSpace community that would otherwise be receptive to whatever Romney has to say on the matter. The Space Frontier Foundation released a statement on Friday saying that while he was NASA Administrator, Griffin was working on an insanely expensive plan to return astronauts to the moon. Pace served as one of Griffin’s deputies. SFF found this to be highly ironic because just the night before, Romney had said he would fire anyone for bringing him just such a plan.

The fear now is that despite Anderson’s presence on the advisory board, Romney’s space policy will look a lot like George W. Bush’s — a smattering of some commercial initiatives with a major emphasis on traditional pork filled programs. Of course, it’s impossible to know that until Romney lays out an actual plan and, if elected President, tries to convince Congress to implement it.

We’ll see what happens as the campaign progress. Maybe Romney will put some meat on the bones before November. Maybe Gingrich comes back and defeats him for the nomination. And maybe pigs will fly.

03.Feb 2012 | 14:17

CSF on NASA Space Tech Report: We Like It!

Washington, D.C. February 2, 2012 (CSF PR): The Commercial Spaceflight Federation welcomes today’s release of the National Research Council report on NASA’s Space Technology Program.  The Federation and its member companies are strong advocates for robust funding for the Space Technology Program.

The report found, “It has been years since NASA has had a vigorous, broad-based program in advanced space technology development, and NASA’s technology base is largely depleted,” and that, “a robust space technology base is urgently needed.”

CSF Executive Director Alex Saltman said, “At a time when the nation is asking all government agencies to do more with less, NASA technology development is vitally important to reduce operations costs, increase capability and open up new, more cost-effective paradigms for achieving NASA’s goals.”

Below are some selected findings from the report, on technology development and its relationship with commercial spaceflight.

Industry access to NASA data:

“Recommendation. Industry Access to NASA Data. OCT should make the engineering, scientific, and technical data that NASA has acquired from past and present space missions and technology development more readily available to U.S. industry, including companies that do not have an ongoing working relationship with NASA and that are pursuing their own commercial goals apart from NASA’s science and exploration missions. …” (Page S-12)

“[The US aerospace industry] seems ready to exploit emerging commercial opportunities (beyond traditional services such as commercial communications and imagery), often by selling commercial space products and services where earlier the government would have purchased the space system itself. Promising non-governmental commercial opportunities include orbital human habitats and satellite servicing. Current U.S. space policies are intended to take advantage of the strengths of the United States with its free-market, entrepreneurial business culture. The transition to a more robust commercial space industry would be facilitated if NASA made new and existing research and development data more accessible to U.S. industry (especially industry that is working on its own commercial goals apart from NASA missions).” (Page 4-8)

NASA and commercial space:

“Recommendation. NASA Investments in Commercial Space Technology. … OCT should also collaborate with the U.S. commercial space industry in the development of precompetitive technologies of interest to and sought by the commercial space industry.” (Page S-12)

“The draft [NASA] roadmaps could be improved by explicitly addressing the needs of the commercial space sector.” (Page 4-7)

Available platforms:

“Various platforms are available to support flight testing and demonstrations, depending on the technology and application in question. Possibilities include high-altitude airborne flights, sub-orbital space flights, and orbital flights on dedicated spacecraft, government or commercial spacecraft (as a secondary payload), and on the International Space Station (ISS).” (Page 4-4)

“High launch costs currently serve as a major barrier to any space mission, limiting both the number and the scope of NASA’s space missions.” (Page 2-12)

03.Feb 2012 | 13:38

“Teachers in Space” becomes “Citizens In Space”

Space Center Houston (Feb. 2, 2012) — The United States Rocket Academy made a surprise announcement at the Space Exploration Educators Conference, which began here today.

“Teachers in Space is now Citizens In Space,” said Edward Wright, chairman of the United States Rocket Academy and project manager of Teachers in Space. “The focus of our program is growing beyond the public school system. We are creating a more inclusive program that will enable teachers, students, museum educators, and others to become citizen scientists and space explorers.”

“Teachers in Space was created to enable large numbers of teachers to fly in space and return to the classroom. Working with the companies that are now developing reusable suborbital vehicles, we have made significant progress toward that goal. We began training our first Pathfinder astronaut candidates and acquired a contract for 10 space flights with one of the new suborbital companies  — XCOR Aerospace. This is, to the best of our knowledge, the largest single bulk purchase of suborbital flights to date. We expect that it will be only the first of many such contracts.

“As we developed our astronaut training course, we had many requests to open the program to a wider audience. Requests from university students, aerospace museum directors, science-center educators, as well as private, religious, and home-school teachers.

“At the same time, we noticed the growing awareness of and interest in citizen science and participatory exploration. New technological developments are making it possible for private citizens  to become involved in the scientific process. More and more, the professional scientific community is recognizing the importance of contributions made by these amateur scientists. Citizen scientists are discovering exoplanets and dinosaurs, monitoring climate and endangered species, and helping to map the human genome.

“The development of low-cost reusable suborbital spacecraft will be the next great enabler, allowing citizens to participate in space exploration and space science.

“Citizens have told us that education is not just a process  that occurs within the public schools. Science fairs, hackerspaces, museums; private, religious, and home schools — all have a role to play. Today, we are listening to those citizens.

“We want to put a thousand astronaut teachers into American schools . We want to engage America’s students and reach out to the public through museums, science centers, and other venues. We want to make space research and space exploration part of the mainstream, not treasures locked away in the ivory tower.

“When Apollo 12 commander Pete Conrad was asked what it was like to fly in space, he said, ‘Everyone should go!’ We agree.

“In the next few months, we will announce our first citizen-science projects and a new Pathfinder program. We have three Pathfinder astronaut candidates in training right now and are looking to add many more.

“Space is not just the final frontier. It’s the citizen-science frontier.”

02.Feb 2012 | 22:33

Awesome Photos: Armadillo’s Latest STIG-A Rocket Flight

Armadillo's STIG-A ballute in space. (Credit: Armadillo Aerospace)

ARMADILLO PR — Following detailed analysis of the downlinked telemetry and audio/video recordings from both ground based cameras and a camera that was recovered from the rocket, Armadillo Aerospace has determined that the maximum altitude attained by the STIG-A rocket in the January 28th mission was approximately 82-km MSL (~50 miles).

Credit: Armadillo Aerospace

A failure of the ballute (balloon-parachute) recovery system meant that the GPS steerable main parachute could not be deployed as intended. The vehicle was recovered within the predicted operating area and the nose cone and ballute were separately recovered intact on the Spaceport property.

Credit: Armadillo Aerospace

This vehicle was the same one that flew in December 2011 and successfully demonstrated the feasibility of a reusable rocket. The altitude achieved in this second flight was approximately twice that of the earlier flight and again tested many of the core technologies needed for the proposed manned reusable suborbital vehicle. The images captured by the rocket mounted camera at apogee also serve to indicate the spectacular views that await future private astronauts.

Credit: Armadillo Aerospace

The next incremental step for Armadillo Aerospace will be a 100-km (~62 miles) plus “space shot” with the successor vehicle STIG-B which is provisionally scheduled to launch in early spring from Spaceport America.

03.Feb 2012 | 21:12

Iran startet Erdbeobachtungssatelliten

Der Iran startete laut verschiedener Nachrichtenmeldungen seinen dritten Satelliten. Dieser soll vor allem zur Erdbeobachtung genutzt werden.
03.Feb 2012 | 19:10

Express #0370

Bilder von der Rückseite des Mondes
03.Feb 2012 | 17:06

Juno: Kurskorrekturmanöver erfolgreich abgeschlossen

Die von der amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Raumsonde Juno hat auf ihrem Weg zum Jupiter am 1. Februar 2012 ein erstes Kurskorrekturmanöver durchgeführt.
03.Feb 2012 | 14:22

Mars Express und die Vulkanregion Syrtis Major

Die gestern veröffentlichten Aufnahmen der von der ESA betriebenen Raumsonde Mars Express zeigen einen Ausschnitt der Region Syrtis Major auf dem Mars. Auf den Bildern sind verschiedene Impaktkrater und Lavaströme zu erkennen.
02.Feb 2012 | 18:19

Eine Prise Extrasalz für André Kuipers

Am 28. Januar starteten im Rahmen der europäischen Mission PromISSe der ESA-Astronaut André Kuipers und sein Kollege US-Astronaut Dan Burbank mit der Experimentstudie SOdium LOad in microgravity (SOLO). (Newsbild: André Kuipers auf der ISS)
12.Jul 2011 | 09:30

Hinweis zur Nutzung der RSS-Newsfeeds des DLR

Neue RSS-FeedsRelaunch des DLR-Webportals: Die Adressen aller RSS-Newsfeeds des DLR haben sich geändert. Eine Übersicht über die neuen Feeds finden Sie unter http://www.dlr.de/rss. Der RSS-Feed der Top-News lautet: http://feeds.feedburner.com/DLR_top. Bitte aktualisieren Sie Ihre Lesezeichen und Feedreader-Abos.
08.Jul 2011 | 17:50

30 Jahre Space Shuttle: Mit dem "Atlantis"-Start geht das US-Raumfährenprogramm zu Ende

Mit dem erfolgreichen Start der US-amerikanischen Raumfähre "Atlantis" zur Internationalen Raumstation ISS hat die finale Mission der Space Shuttle begonnen. Das Ende der 30-jährigen Ära der amerikanischen Raumfähren rückt damit in greifbare Nähe. Die Atlantis hat am Freitag, 8. Juli 2011, um 11.29 Uhr Ortszeit (17.29 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit) unter donnerndem Grollen ihre Startbasis, den Launch-Pad 39A, am US-amerikanischen Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida verlassen.
04.Jul 2011 | 09:50

Virtueller Flug um den Achttausender K2

K2Er gilt als einer der schönsten Berge der Welt und zugleich auch als der schwierigste Achttausender: der K2 an der Grenze zwischen Pakistan und China. Für die Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) das perfekte Testgebiet, um neueste Verfahren für die Verarbeitung von Satellitendaten zu 3D-Modellen unter Beweis zu stellen. Für die Bergsteiger Gerlinde Kaltenbrunner und Ralf Dujmovits war das 3D-Modell des DLR wiederum eine ideale Möglichkeit, ihren K2-Aufstieg Ende Juni detailliert zu planen und zu analysieren.
04.Jul 2011 | 08:00

"Wir wollen das Meer sicherer machen" - Interview mit der Bundespolizei See zur Kooperation mit dem DLR

Seit Juni 2010 besteht eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem DLR und der Bundespolizei See (BPOL See). Mit Hilfe des Satelliten TerraSAR-X detektiert das DLR Schiffe und erstellt Karten mit Schiffsinformationen. Diese Informationen benötigt auch die BPOL See zur Überwachung der Nord- und Ostsee. Bodo Kaping und Olaf Juhl von der BPOL See über die Kooperation mit dem DLR.
28.Jun 2011 | 10:50

Lernen für den Kontakt zur Raumstation

Lernen für den Kontakt zur RaumstationAufmerksam verfolgt Jérôme Campan die Präsentation von Instruktor Paolo De Lunardi. Er sitzt wieder in einem Klassenzimmer, obwohl er Schule und Studium schon längst hinter sich gebracht hat. Sein zukünftiger Beruf verlangt das: Er wird als "Operations Controller" im Columbus-Kontrollzentrum des DLR den Betrieb der Internationalen Raumstation ISS mitüberwachen, das europäische Forschungslabor fernsteuern und den Astronauten bei ihren Experimenten zur Seite stehen.
04.Jan 2012 | 11:47

Die „Top 10“ des Raumfahrtjahres 2012

Nach der Bilanz des Jahres 2011 richten wir den Blick nun nach vorn. Das Raumfahrtjahr 2012 wurde – und das sollte inzwischen niemanden mehr überraschen - von China eingeläutet. Der erste Orbitalflug des neuen Jahres begann in den frühen Morgenstunden des 9. Januar. Dabei brachte eine Trägerrakete des Typs Langer Marsch 4B den chinesischen Erdbeobachtungssatelliten Zi Yuan 3 und den von der indischen Raumfahrtbehörde gebauten Meeresüberwachungssatelliten Vesselsat 2 in eine polare, sonnensynchrone Umlaufbahn.

Dieser erste Start in 2012 wird aber, trotz seiner internationalen Beteiligung, am Ende unter dem Begriff „Routinemission“ abgelegt werden und selbst in der Raumfahrtszene kein wesentliches Aufsehen erregen. Er gehört eindeutig nicht zu den bedeutenden Flügen des neuen Jahres.

Das Raumfahrtjahr 2012 wurde - wenig überraschend - von China eingeläutet. Eine Trägerrakete des Typs Langer Marsch 4B brachte am 9. Januar den Erdbeobachtungssatelliten ZiYuan 3 in eine polare Erdumlaufbahn.

Die wirklich „wichtigen Missionen“ – und diese Wertung ist zugegebenermaßen sehr subjektiv – sind nachfolgend aufgelistet. Um die Sache spannender zu machen beginne ich meine persönliche Vorschau mit Platz 10, der am wenigsten „wichtigen“ Mission, und beschließe mit meiner Nummer 1, der meiner Ansicht nach bedeutendsten Mission des Jahres 2012.

Aber womöglich haben Sie eine komplett andere Meinung dazu. Jetzt aber meine „Top 10“ des Raumfahrtjahres 2012

1.    Erstflug der Vega

Das war schon fast nicht mehr zu erwarten, aber nun scheint es doch bald soweit zu sein: Wahrlich kein Glanzstück europäischer Weltraumtechnik, aber doch ein Meilenstein, der mit vielen Jahren Verzögerung jetzt endlich erreicht ist. Der Erstflug dieses europäischen Trägers für kleine Nutzlasten war bis vor wenigen Tagen noch für den 26. Januar angesetzt ist aber inzwischen schon beim 7. Februar gelandet. Mag aber gut sein, dass wir am Ende froh sein können, wenn er überhaupt im Jahre 2012 stattfindet. Einen Rekord hat die Vega jetzt schon sicher: Sie hat ihre ursprüngliche Zeitvorgabe von sechs Jahren Entwicklungszeit um 100 Prozent überschritten.

Vega in der Startzone. Hier bei einem Test im Oktober 2011. Credit: ESA

2.    Russland führt 2012 neun Versorgungsmissionen zur ISS durch

Russland wird ab dem Jahr 2012 (wie schon einmal in der Periode 2003 – 2005) die Hauptlast bei Betrieb und Versorgung der ISS schultern müssen. Alle Besatzungen dieses Jahres, und für viele weitere Jahre, werden mit russischen Raketen und russischen Raumschiffen zur Station transportiert. Zusätzlich startet Russland in diesem Jahr auch noch fünf Progress-Versorgungsschiffe. Schon um der Raumstation willen sollten wir Russland im Jahre 2012 ein glücklicheres Raumfahrtjahr wünschen als es das Jahr 2011 war.

3.    Sierra Nevada „Dream Chaser“ beginnt mit den Drop Tests

Der „Dream Chaser“ ist der Beitrag der Sierra Nevada Corporation zum CCDev-Programm (Commercial Crew Development) , bei dem ein privates orbitales Transportsystem vor allem für die Transporte von US-Astronauten zur ISS geschaffen wird. Noch in diesem Jahr soll der „Dream Chaser“ – nach einigen so genannten Captive Carry-Flügen – mit den Drop Tests beginnen, für die er in großer Höhe von einem Flugzeug abgesetzt wird. Als Trägerflugzeug wird dabei der „WhiteKnightTwo“ von Scaled Composites eingesetzt. Die selbe Maschine, die auch das suborbitale SpaceShipTwo von Virgin Galactic auf Abwurfhöhe bringt.

NASA-Administrator Charles Bolden im Cockpit-Simulator des "Dream Chaser". CR: Sierra Nevada Corporation

4.    ATV 3 „Edoardo Amaldi“ und HTV 3 fliegen zur ISS

Europas und Japans Versorgungsschiffe für die Internationale Raumstation werden in diesem Jahr je einen Einsatz erleben. Derzeitige Plandaten: ATV am 9. März, HTV am 26. Juni.

5.    SpaceShipTwo beginnt mit den angetriebenen Flügen

In diesem Frühsommer sollten endlich, nach vielen Verzögerungen, die ersten angetriebenen Flüge des SpaceShipTwo beginnen. Bislang fanden nur antriebslose Gleitflüge statt. Die Entwicklung des Hybridantriebs bei Sierra Nevada zeigte sich schwieriger als gedacht. Ein Grund, warum es mit dem Raketenmotor für SS2 so lange gedauert hat, liegt darin, dass das selbe Triebwerke auch für den orbitalen „Dream Chaser“ von Sierra Nevada verwendet werden soll.

Nach den letzten erhältlichen Meldungen sollen die Entwicklungsprobleme immer noch nicht vollständig ausgeräumt sein. Nur wenn alles glatt geht, wird SpaceShipTwo bis gegen Ende des Jahres die 100-Kilometer Marke knacken.

SpaceShipTwo wird vom Trägerflugzeug WhiteKnightTwo auf Abwurfhöhe getragen CR Virgin Galactic

6.    Die Raumstation wird weiter ausgebaut

Die meisten Menschen sind der Meinung, dass die ISS mit der Außerdienststellung des Shuttle fertig sei. Das ist nicht der Fall. In diesem Jahr sollte sie ein neues Großmodul erhalten, das die Bezeichnung „Nauka“ trägt. Es wird mit einer Proton K von Baikonur aus gestartet, ist 20 Tonnen schwer und 13 Meter lang und soll das Hauptforschungsmodul im russischen Segment der ISS werden.

Nauka seinerseits trägt den European Robotic Arm (ERA)“ eine weitere Beteiligung der ESA am Projekt der Internationalen Raumstation.

Hier kann es allerdings zu Verzögerungen kommen, denn obwohl Nauka weiterhin im ISS-Manifest für das Jahr 2012 geführt wird, gibt es in jüngster Zeit immer deutlichere Hinweise, dass sich der Start bis in den Spätsommer 2013 verzögern könnte.

Das Nauka-Modul wird bei Energia für den Start vorbereitet. Credit: Energia

7.    Orbital Sciences Cygnus beginnt mit der Versorgung der ISS

Im Mai soll die erste Cygnus-Kapsel von Orbital Sciences (OSC) zur ISS starten. Zuvor ist im März ein so genannter „Risk Reduction Flight“ ohne Nutzlast angesetzt, um die Antares-Trägerrakete (vormals Taurus 2) im Flug zu erproben. Ähnlich wie SpaceX versucht sich auch OSC mit einem absoluten Low-Cost-Konzept, angelehnt an die Prozeduren der Flugzeugindustrie. Es wird interessant, zu sehen, wie weit hier die Rechnung aufgeht.

Praktisch die komplette erste Stufe wird bei Yushnoje in der Ukraine gebaut. Bei den Triebwerken der ersten Stufe handelt es sich um überzählige Einheiten aus dem sowjetischen Mondprogramm. Sie sind dementsprechend über 40 Jahre alt. Und die Cygnus-Kapsel stammt zu wesentlichen Teilen von Alenia aus Turin. Lediglich das Programm-Management, der Bau der zweiten Stufe und die Endmontage erfolgen bei Orbital Sciences.

8.    SpaceX Dragon beginnt mit der Versorgung der ISS

Diese Auflistung hat es schon klargemacht: In der Raumfahrt ist die Verschiebung die Mutter aller Dinge. Deshalb sind die Termine für die ersten kommerziellen Flüge zur ISS mit Vorsicht zu genießen. Das gilt für Orbital Sciences wie für SpaceX. Aber nach der gegenwärtigen Planung dürften letztere früher dran sein.

So wie es jetzt aussieht, versucht SpaceX in den frühen Morgenstunden des 8. Februar die ersten Dragon-Mission zur ISS. Sollte dieser Flug gelingen (und hier sollte man die Hoffnungen keinesfalls zu hoch ansetzen), dann würde später im Jahr mit den regulären Versorgungsflügen begonnen werden.

Für die Internationale Raumstation wäre das ein enorm wichtiger Meilenstein, denn erst der Dragon – und nur er und für viele Jahre kein anderes Transportmittel - bringt wieder die Möglichkeit, signifikante Mengen an Material, in der Größenordnung von bis zu zwei Tonnen, von der ISS zur Erde zurück zu bringen.

Diese Dragon-Kapsel soll in wenigen Wochen zur ISS aufbrechen. Credit: SpaceX

9.    US Mars-Rover „Curiosity“ versucht Landung auf dem Mars

Der Start zum Mars gelang im letzten Jahr einwandfrei. Die Landung aber wird ein Vabanque-Spiel. In typisch amerikanischer Manier wurde hier mal wieder heftig gepokert und der Wert einer 2,5 Milliarden Dollar-Mission mit einer großen Zahl hoch riskanter technischer Neuerungen auf eine Karte gesetzt.

Wenn es klappt, bringt diese Mission eine Reihe von Erstleistungen in die Raumfahrt. Üblicherweise geht man ja eher Schritt für Schritt vor, aber hier...naja, das hatten wir schon. Neben dem sechsfachen Landegewicht der bis dato schwersten Rover (und selbst in der Kategorie „Stationärer Lander“ wäre es noch das mit Abstand höchste Landegewicht), dem Einsatz von Radionuklidbatterien statt Solargeneratoren, der größten jemals gebauten Landekapsel (der Hitzeschild hat einen Durchmesser von 4,57 Meter) und dem Versuch einer Präzisionslandung im Gale-Krater liegt der Nervenkitzel vor allem im „Skycrane“, einem aberwitzig komplizierten System aus acht Triebwerken und raffinierten mechanischen und pyrotechnischen Komponenten, die allesamt in den entscheidenden Sekunden einwandfrei funktionieren müssen.

Dieses enorm aufwendige System von Seilzügen und Winschen, mit dem der unter Raketenschub zentimetergenau die Höhe haltende Skycrane den 900 Kilogramm schweren Rover im Schwebeflug auf die Marsoberfläche abseilen soll, ist schon für sich alleine der Alptraum eines jeden Raumfahrttechnikers. Dabei ist nur ein Element dieser komplexen Landung. Hier ein Video vom "Landing System Drop Test“ bei dem für die mechanischen Komponenten des Rovers die letzten Sekunden in der Landephase simuliert werden.

10.  Chinesische Raumfahrer fliegen zur Tiangong-1 Miniraumstation

In diesem Jahr können wir zwei bemannte chinesische Raumflüge erwarten: Shenzhou 9 im späten Frühjahr und Shenzhou 10 im Spätherbst. Mit Shenzhou 9 dürften zwei Kosmonauten für etwa acht Tage im Weltraum verbleiben. Dies ist bereits eine Rekorddauer für China. Mit Shenzhou 10 könnten es drei Taikonauten sein, darunter die erste chinesische Frau im Weltraum, und die Dauer könnte hier bis zu 15 Tage betragen.

 

Soweit meine persönlichen Top 10. Es gibt aber noch viele weitere interessante Raumfahrt-Ereignisse im Neuen Jahr, wie beispielsweise die nächsten Testflüge der bisher enttäuschend erfolglosen Träger GSLV und KLSV aus Indien und Südkorea, die Flugversuche von Armadillo, Masten Space und Blue Origin sowie die mögliche Aufnahme der Flugtests der XCOR Lynx.

30.Dec 2011 | 20:52

Gemischte Bilanz

Mit dem gelungenen Start von sechs Globalstar-Mobilfunksatelliten auf einer Sojus-Fregat, am 28. Dezember von Baikonur aus, endete das Raumfahrtjahr 2011. Trotz seines erfolgreichen Abschlusses war es ein Jahr recht gemischter Resultate. Einigen eindrucksvollen Erfolgen standen mindestens ebensoviele eindrucksvolle Fehlschläge gegenüber. Sehen wir uns die Bilanz der Raumfahrtnationen einmal im Detail an:

Russland

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als hätte die russische Raumfahrt ein Jahr der Katastrophen hinter sich. Es fanden 35 Starts statt. Davon endeten fünf im Desaster. Eine Fehlschlagquote von weit über 10 Prozent wäre auch in den sechziger Jahren nicht gerade ein Aushängeschild für eine Weltraumnation gewesen.

Zwei Raumfahrzeuge (Progress M-12M und Meridian 5) erreichten gar nicht erst den Orbit, zwei weitere (Geo-IK 2 und Ekspress AM 4) wurden auf einer falschen Bahn abgesetzt und waren in der Folge nicht verwendungsfähig. Den spektakulären Fehlschlag der Raumsonde Phobos-Grunt (der ersten russischen Raumsonde seit 15 Jahren) verfolgen wir noch immer.  Das Ende dieser Sonde wird derzeit um den 15. Januar herum erwartet, wenn sie wieder in die Erdatmosphäre eintritt.

Die russische Fehlerserie hatte schon im Dezember 2010 begonnen, als drei Navigationssatelliten der Glonass-Konstellation abstürzten, weil die Oberstufe der Proton-Trägerrakete falsch betankt worden war. Somit verzeichnet Russland sogar sechs Fehlschläge in nur 13 Monaten.

Man muss Jahrzehnte zurückgehen, um auf auf eine ähnliche Anzahl von Fehlstarts zu treffen. Zuletzt passierte das im Jahr 1990. Damals kam es zu fünf  Fehlschlägen. Allerdings fanden in diesem Jahr auch insgesamt 72 sowjetische Starts statt, die Fehlerquote lag also nur bei sieben Prozent.

Doch Russland hatte durchaus auch Erfolge. Nicht nur dass dieses Land weltweit die meisten Starts abwickelte (fast soviele wie die beiden nächsten, China und die USA, zusammen), es wurden auch eine Reihe bemerkenswerter Nutzlasten erfolgreich in den Orbit gebracht, darunter der Radio-Astronomiesatellit Spektr-R und der Wettersatellit Elektro-L. Darüber hinaus wurde der Wiederaufbaus des russischen Datenrelay-Systems mit dem Start von Luch 5A in Angriff genommen und mit Glonass K wurde der erste Navigationssatellit einer neuen Generation gestartet.

Nach wie vor, und das wird weit in die absehbare Zukunft hinein der Fall sein, hängt das Wohl und Wehe der Internationalen Raumstation vollständig von Russlands Raumfahrtfähigkeiten ab. 2011 führte Russland vier bemannte Starts zur ISS durch und zusätzlich vier erfolgreiche Progress-Versorgungsflüge.

Und schließlich gelangen Russland die ersten beiden Starts von der neuen Startanlage in Kourou. So sehr Arianespace die Sojus-Flüge von Kourou als westeuropäisches Vorhaben zu verkaufen versucht, es ändert nichts an der Tatsache, dass es sich hier um russische Starts handelt. Durchgeführt von russischen Technikern mit russischen Trägerraketen von einer russischen Startanlage.

China

Chinas Raumfahrt befindet sich weiterhin in stetigem Aufstieg.  Was die Anzahl der Starts betrifft, ist China in diesem Jahr erstmals die Nummer zwei in der Welt. 19 Missionen waren es in diesem Jahr, vier mehr als 2010. Auch China erlebte in diesem Jahr einen Fehlstart, dessen Folgen es allerdings innerhalb weniger Wochen überwand.

Die chinesische Raumfahrt ist breitbandig angelegt und umfasst inzwischen praktisch alle Raumfahrtdisziplinen. Von der bemannten Raumfahrt bis zu interplanetaren Sonden, von Kommunikations- und Datenrelaysatelliten bis hin zu Erdbeobachtungssatelliten für jeden erdenklichen Zweck. Von rückführbaren Forschungssatelliten bis zu Raumfahrzeugen für die technische und physikalische Forschung.

China hat drei Entwicklungsprogramme für Trägerraketen gleichzeitig am Laufen. Es entwickelt – ebenfalls parallel – vier neue Großtriebwerke und errichtet ein vollständig neues Raumfahrtzentrum auf der Insel Hainan. Auf dem Gebiet der Kommunikationssatelliten, derzeit im internationalen Vergleich noch weitgehend das Revier der USA, Europas und zu einem gewissen Grad auch Japans hat China die Verfolgung aufgenommen und schließt schnell auf.

China startete in diesem Jahr mit Tiangong 1 auch erstmals ein bemannbares Raumlabor und erprobte es bereits beim unbemannten Einsatz eines Shenzhou-Raumschiffs. Beobachter erwarten, dass im kommenden Jahr zwei bemannte Missionen zur chinesischen Mini-Station führen werden.

USA

Die US-Raumfahrtbilanz des Jahres 2011 ist eher mäßig: Eine insgesamt eher geringe Anzahl von Starts (18), was zur Folge hatte, dass erstmals China an den USA vorbeibeizog. Auch die USA hatten einen Fehlschlag zu verzeichnen, als am 5. März eine Taurus XL-Rakete den Umweltsatelliten Glory im Pazifik versenkte, statt ihn auf einer polaren Umlaufbahn abzusetzen.

Die Stimmungslage in den USA wird am Besten dadurch zum Ausdruck gebracht, dass dort ausgerechnet eine Negativmeldung als Raumfahrtereignis Nummer betrachtet wird: Der Rückzug des Shuttle aus dem aktiven Dienst. Die Discovery, die Endeavour und die Atlantis flogen in diesem Jahr jeweils noch eine letzte Mission. Nun wartet nicht mehr der Orbit auf sie, sondern Museen in New York, Washington und am Cape. US-Astronauten werden von nun an für viele Jahre nur noch mit den Russen zur ISS fliegen.

Es gibt zwar eine bemerkenswerte Initiative zur Wiederherstellung der bemannten Raumfahrtkapazitäten, das CCDev-Programm (Commercial Crew Development Program), aber der Kongress verhinderte eine vernünftige Finanzierung, und so wird auch dieses Programm über Jahre hinaus keine US-Astronauten von amerikanischem Boden aus in den Weltraum bringen können.

Im Zusammenhang mit CCDev steht das COTS-Programm (Commercial Orbital Transport System) der NASA mit ihren geplanten „privaten“ Versorgungsflügen zur internationalen Raumstation. Hier ist es zu Verzögerungen gekommen. Weder flog in diesem Jahr, wie es eigentlich erwartet worden war, die Kombination aus Taurus 2 und Cygnus, noch die Falcon 9 mit der Dragon-Kapsel.

Nur die Militärprogramme scheinen ungeachtet der US-Finanzkrise in vollem Saft zu stehen. Die Startfolge überaus komplexer Nutzlasten war hier so dicht wie schon lange nicht mehr. Und offensichtlich kann man sich auch Missionen leisten, die aus der Außensicht eher Luxuscharakter haben. Beispiel: die X-37B.

Anders als im Verteidigungsministerium herrschte bei NASA dagegen auch 2011 Krisenstimmung. Nun schon das dritte Jahr in Folge. Finanzierung und Ziele der US-Weltraumbehörde sind weiterhin unklar. Klar ist nur, dass ihre Mittel drastisch gekürzt werden. Das Programm der Umweltsatelliten leidet an den beiden Abstürzen der Jahre 2009 (mit OCO) und 2011 (mit Glory), es werden keine neuen planetaren Großprogramme mehr begonnen und die Kooperation mit Europa für die ExoMars-Mission wurde wegen Geldmangel aufgekündigt. Da ist es fast ein Wunder, dass die Planetenforschung mittels Raumsonden in einer Blüte steht, wie nie zuvor in der Geschichte der US-Weltraumbehörde. Doch hier geht, zufällig mitten in der Krise, nur eine Saat auf, die schon vor Jahrzehnten gelegt wurde.

Eine große Anzahl von Raumsonden ist aktiv und sendet wissenschaftliche Daten zur Erde. Angefangen von den beiden mehr als 30 Jahre alten Voyagers, über New Horizons und Cassini, den Asteroiden-Erkunder  Dawn, den Marsrover Opportunity, der Planetenfinder Kepler bis hin zum Merkurorbiter Messenger. Und das sind bei weitem nicht alle.

Neu gestartet wurden in diesem Jahr die Jupitersonde Juno, der Marsrover Curiosity und die beiden Grail-Mondsonden. Auch sie sind die Früchte von Programmen, die teilweise schon vor mehr als zehn Jahren begonnen wurden.

Wenn in diesen Tagen die NASA neue Programme reihenweise storniert, bedeutet das nichts anderes, als dass in einem Jahrzehnt keine US-Raumsonden mehr in die Tiefen des Sonnensystems starten werden.

Europa

Betrachtet man das Jahr 2011 isoliert, so hat Europa eine langweilige und wenig betriebssame Periode hinter sich gebracht. Gäbe es nicht die laufenden und bereits vor Jahren gestarteten Forschungsmissionen, es wäre wenig los im Moos. Auf ganze fünf Starts brachte es die Arianespace in diesem Jahr aus eigenen Kräften. Da mag die Gesamtbilanz noch so oft mit den russischen Sojus 2.1b-Flüge von Kourou aus aufblasen, es ist nicht zu beschönigen, das Jahr 2011 ist eher mau gewesen. Immerhin: Es gab keine Fehlstarts.

Die Vega – Europas eher anspruchsloser neuer Kleinträger – hat es auch in diesem Jahr mal wieder nicht geschafft, von der Rampe zu kommen. Und gäbe es da nicht den schönen Erfolg mit dem zweiten ATV, es wäre mal wieder ein europäisches Raumfahrtjahr zum Gähnen gewesen.

Um den mit vielen Jahren Verzögerung heuer endlich durchgeführten Start der ersten beiden Galileo-Satelliten wurde glücklicherweise nicht das erwartete Remmidemmi gemacht. Zu beschämend verlief bislang die Abwicklung dieses Programm.

Japan – Indien - Iran

Japans Bilanz im Jahre 2011 ist recht ordentlich und liegt im Schnitt der letzten Jahre. Drei Missionen, drei Erfolge, eine davon der Start des HTV-2 zur Internationalen Raumstation unter Einsatz von zwei Trägerraketentypen.

Auch Indien blieb bei seinen drei Starts jedesmal erfolgreich, was vor allem dem Umstand geschuldet sein dürfte, dass man die konstruktiv völlig vermasselte GSLV das ganze Jahr über am Boden ließ und nur die leichtere PSLV einsetzte.

Und der Iran startete in diesem Jahr erneute einen Mikro-Satelliten mit einer eigenen Trägerrakete. Angesichts des Nutzlastgewichts und der Leistungsfähigkeit des eingesetzten Träger darf man aber nicht übersehen, dass die Fähigkeiten des Iran derzeit technologisch dem der späten fünfziger Jahre bei den beiden Supermächten entspricht. Von einer nennenswerten Transportkapazität in den Orbit ist der Iran weit entfernt. Immerhin: Es war ein Achtungserfolg.

Eine erweiterte Ausgabe dieses Beitrags mit mehr statistischen Detaildaten finden Sie hier.

12.Nov 2011 | 18:52

Mastbruch

Die Hoffnung, dass noch ein Wunder geschieht, und Fobos-Grunt von sich aus Kontakt zur Bodenstation aufnimmt, schwindet. Und dies obwohl neueste optische Beobachtungen darauf hindeuten, dass sich die russische Marssonde in einer stabilen Raumlage befindet und zur Sonne hin ausgerichtet ist. Das Fahrzeug ist also nicht tot, doch es ignoriert alle Kontaktversuche. Schweigend umkreist es die Erde, als wartete es auf einen Marschbefehl, der niemals kommt...

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Allein schon aus der Morphologie des Raumfahrzeugs erschließt sich die Komplexität von Fobos-Grunt

Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Die überambitionierte Expedition von Fobos-Grunt ist schon vor der eigenen Haustür gescheitert. Es ist, als wäre Magellan mit großem Hurra zu seiner dreijährigen Weltumsegelung aufgebrochen, und gleich hinter der Hafenmole von Sevilla wäre der Mast über Bord gegangen.

Damit ist Russlands (resp die Sowjetunion) zum 18. Mal daran gescheitert, ein vollständig erfolgreiches Marsprojekt abzuwickeln. Bei 18 Versuchen insgesamt. Seit dem allerersten Versuch mit Marsnik 1 im Oktober 1960 hat nicht eine einzige russisch/sowjetische Marssonde jemals ihren Auftrag gemäß Spezifikation erfüllt. Einige wenige Sonden erreichten zwar den Roten Planeten, versagten dann aber dort bereits nach kurzer Zeit. Ein Lander (Mars 3) erreichte sogar die Oberfläche und begann zu senden, aber nach 30 Sekunden brach die Übermittlung aus nie geklärter Ursache ab.

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Übersicht über die seit dem Jahre 1960 gestarteten Marssonden. Grün=erfolgreich, orange=Teilerfolg, rot=Mission gescheitert.

Die Fehlschläge beruhen dabei nicht durchweg auf der Hybris, stets viel zu komplexe Missionen zu unternehmen. Manchmal ist es auch pures Pech. Und manchmal, so wie wahrscheinlich auch hier, auf der russischen Mentalität sich nie und nirgendwo helfen und in die Karten schauen zu lassen.

Erstaunlich, dass die teilweise kaum weniger komplexen Venus-Missionen der Sowjets/Russen im Gegensatz dazu meist gelangen. Die letzte, äußerst erfolgreiche, Venus-Mission (die Doppelmission von Vega 1 und 2) liegt allerdings inzwischen 27 Jahre zurück. Der letzte russische Versuch, zum Mars zu fliegen, fand fast auf den Tag genau vor 15 Jahren statt. Die Mission scheiterte seinerzeit, weil die Oberstufe der Proton-Trägerrakete nicht funktioniert. Ihre Zuverlässigkeit war damals nicht besser als heute, schon immer stürzte etwa jede 10. ab. Damals traf es eben Mars 96.

Über die Ursachen für das Scheitern dieser neuesten Mission liegen widersprüchliche Nachrichten vor. Nichts davon kommt von Roskosmos. Die offiziellen russischen Organe schweigen im besten Stil der Sowjetära. Aus dem, was an Informationen durchgesickert ist (zu den Quellen gleich mehr), kann geschlossen werden, dass Fobos-Grunt kurz nach der Trennung von der (perfekt arbeitenden) zweiten Stufe der Zenit 2F-Trägerrakte die Solargeneratoren entfaltet und sich für den Weiterflug orientierte. Ein erstes Brennmanöver dafür war für drei Stunden nach dem Erreichen der Umlaufbahn vorgesehen. Es war nicht vorgesehen, dass sich die Sonde vor dem Abschluss des zweiten Brennmanövers bei der Bodenstation melden sollte. Es wäre auch schwierig gewesen, denn auf dieser niedrigen Übergangsbahn ist Fobos-Grunt nur selten im Erfassungsbereich russischer Bodenstationen und die Antennen der Sonde werden zusätzlich durch große Mengen von Treibstoff abgeschattet.

Der Zündbefehl an das Triebwerk der (modifizierten) Fregat-Transferstufe hätte denn auch  nicht von einer Bodenstation, sondern von Fobos-Grunt selbst kommen sollen. Doch entweder gab die Sonde diesen Zündbefehl nicht oder er kam nicht am Triebwerk an. Ob ein mechanisches Problem vorliegt, ein elektronisches oder ein Fehler in der Software, niemand weiß. Fobos-Grunt sagt es uns nicht. Die Sonde schweigt, hat sich zur Sonne gewendet und wartet.

Sicher ist: das rätselhafte Ereignis an Bord der Sonde führte zu keinem geordneten "Safe-Mode", wie er bei allen unbemannten Raumfahrzeugen für den Problemfall vorgesehen ist. In so einem Fall nimmt ein  Raumfahrzeug nur noch die grundlegenden Lebenserhaltungsfunktionen war, sendet ein Trägersignal und wartet auf Instruktionen von der Erde. Bei Fobos-Grunt aber schien, so wurde zunächst vermutet, eine Komplettabschaltung des Raumfahrzeugs vorzuliegen. So wie vor dem Start. Erst die optischen Beobachtungen deuteten darauf hin, dass noch Leben in der Sonde ist.

Was passierte weiß man nicht. Zumindest nicht im Westen. Gab es einen Kurzschluss? Einen Meteoritentreffer? Weltraummüll? Die Klingonen? Die Kader der russischen Raumfahrtagentur hüllen sich in tiefstes Schweigen. Weder sagen sie, was los ist, noch was sie annehmen, dass los sein könnte, noch welche Maßnahmen sie zu treffen gedenken, noch den wirklichen Status des Fahrzeugs, noch ihre Notfallplanung für solche Fälle oder überhaupt wenigstens irgendetwas. Nichts.

Gäbe es nicht einige mutige junge Ingenieure im Fobos-Grunt Projekt, die sich auf den weltweiten Raumfahrtforen meldeten, man hätte nicht den leisesten Hinweis über das, was da gerade vor sich geht. Erst auf die Meldungen dieser Ingenieure hin begannen Beobachter im Westen überhaupt mit dem optischen Tracking der Sonde.

Anstatt weltweit sofortige Hilfe hinsichtlich des Einsatzes von Bodenstationen anzufordern geschieht nichts. Es gibt für Russland weltweit seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion praktisch keine nutzbaren Großantennen mehr außerhalb des Landes. So wartete man offensichtlich mehr einen ganzen Tag untätig, bis die schweigende Sonde endlich die erste russische Bodenanlage überflog.

Statt bei NASA, ESA, JAXA, bei einfach allen die über leistungsfähige Anlagen verfügen anzufragen (und alle haben längst ihre Hilfe angeboten) und sie mit in die Notfallplanung einzubinden, lassen die russischen Offiziellen untätig Zeit verstreichen. Die Welt fragt: Wir wollen euch mit Fobos-Grunt helfen, sagt uns, was wir tun können? Und die Antwort Russlands lautet: Fobos-Grunt? Welcher Fobos-Grunt?

Womöglich macht gerade diese Haltung das Scheitern der teuren Mission, an der viele Wissenschaftler lange Jahre gearbeitet haben, zum Desaster. Unter Einschaltung des weltweiten Netzes der NASA, der ESA und anderer Organisationen hätte man sie vielleicht retten können.

Schon bald wird ein neues Problem akut. Die Wartebahn von Fobos-Grunt ist sehr, sehr niedrig angelegt. Die Raumsonde streicht bei jedem Orbit leicht durch die obersten Schichten der Erdatmosphäre. Damit befindet sie sich in einer "Todesspirale", die sie in einigen Wochen – so wie es aussieht um den Jahreswechsel - zum Wiedereintritt führen wird.

Fobos-Grunt aber ist bis zur Halskrause mit Hydrazin und Stickstofftetroxid gefüllt. Über elf Tonnen davon befinden sich an Bord (11.160 Kilogramm um genau zu sein). Nur ein paar Liter davon werden bis dahin verbraucht sein. Eine solche Menge Hydrazin ist noch nie aus dem Weltraum zurückgekommen. Bleibt es flüssig, dann gibt das ein spektakuläres Feuerwerk und das war's. Gefriert es (und der Gefrierpunkt von Stickstofftetroxid liegt nur bei -11 Grad), dann kommt der ganze Block mit seinen gut gekühlten und gut gefüllten Tanks weitgehend vollständig zur Erde zurück, und das könnte zu wirklich interessanten Problemen führen. Es wird viele Schlagzeilen geben und alle werden negativ sein. In Deutschland werden da schon die paar Milligramm Kobalt 57 genügen, die mit an Bord, sind um eine flächendeckende Hysterie auszulösen.

Eines steht aber jetzt schon so fest wie das Amen in der Kirche: In der russischen Raumfahrt werden nach diesem Desaster die Köpfe rollen. Die Qualitätsprobleme in der russischen Raumfahrt sind erneut evident geworden. Die Gründe dafür hatte ich schon in diesem früheren Kosmologs-Beitrag dargelegt. Es würde mich nicht wundern wenn es bei Roskosmos nun zu massiven Restrukturierungen kommt.

10.Nov 2011 | 14:32

Neubrandenburg ist eine Reise wert

Die „Tage der Raumfahrt" in Neubrandenburg sind eine Veranstaltung der besonderen Art. Es ist keiner der glattpolierten Kongresse, bei denen man in weit entfernten, sehr großen und immens teuren Städten ein wenig unsicher und schüchtern durch anonyme Hotelhallen mäandert, das Programmheft fest in der Hand (wenigstens etwas, an dem man sich festhalten kann) und Ausschau hält nach dem richtigen Vortragsraum, bekannten Gesichtern, einer Tasse Kaffee und dem Klo.

TR-LogoDie „Tage der Raumfahrt“ fanden in diesem Jahr zum 27. mal statt. Sie sind ein Familientreffen und es geht ein wenig zu wie daheim an Weihnachten: Man trifft sich, sieht alte Freunde und Feinde wieder, tauscht Informationen und geht dann gemeinsam zur Kirche. In der Regel ist dieser „Kirchgang“ der Besuch der Vorträge, in diesem Jahr war das aber auch durchaus ganz wörtlich zu nehmen. Dazu aber gleich mehr.

 

Ernst Messerschmid, Peter Schilling, Miroslaw Hermaszewski, Ed Buckbee

Von links: Ernst Messerschmid, Peter Schilling, Miroslaw Hermaszewski, Ed Buckbee

Man kennt sich also untereinander und schon wenige Minuten nach der Ankunft im Radisson Neubrandenburg ist man völlig entspannt und unter sich, so, als wäre man erst vor wenigen Tagen auseinander gegangen. Die eher wenigen Neuzugänge werden freundlich in die Diskussionsrunden integriert und dann lästert man zusammen über die, welche in diesem Jahr – aus welchen Gründen auch immer – nicht gekommen sind.

Man kann mit den Astronauten und Kosmonauten sprechen und – auch das ist Tradition – es werden gesonderte Foto- und Autogrammtermine anberaumt, so dass jeder Tagungsteilnehmer, sofern er oder sie es wünscht, sich auch mit „seinem/ihrem“ Raumfahrer abbilden lassen kann.

Trotz dieses intimen Charakters sollte man sich nicht darüber hinwegtäuschen lassen, dass die „Tage der Raumfahrt“ grundsolide Informationen aus erster Hand über ein breites Spektrum der heutigen und vergangenen Raumfahrt vermitteln. Vieles was man hier hört wird von den Referenten zum ersten Mal an die Öffentlichkeit getragen, und ist nicht schon zuvor von der Fachpresse durchgekaut worden. 

Vom inhaltlichen Aspekt her könnte man die Veranstaltung – in Anklang an den Titel einer beliebten DDR-Fernsehshow (die auch noch die ersten drei Nachwende-Jahre lief) - als „Ein Kessel Buntes“ bezeichnen. Bemannte Raumfahrt, Raumfahrthistorie, Raumsonden, Forschung und Technologie, Raumfahrtphilosophie. Sogar ein Kulturprogramm (wenn man die Raumfahrt als eigenständige „Kulturleistung“ mal außen vorlässt). Aber durchaus auch mit einem übergeordneten Programmrahmen lose verbunden. Heuer war es: 50 Jahre bemannte Raumfahrt.

Jugendchors des Neubrandenburger Albert-Einstein-Gymnasiums

Jugendchors des Neubrandenburger Albert-Einstein-Gymnasiums

Eingeleitet wurde der Vortragsteil der Veranstaltung (am 5. und 6. November) durch einen musikalischen Beitrag des außerordentlich guten Jugendchors des Neubrandenburger Albert-Einstein-Gymnasiums, in dessen Aula die Veranstaltung an diesem Tag stattfand (am Sonntag waren die Vorträge im Radisson Neubrandenburg). Geschickt ins Programm mit eingebaut: Der Sänger Peter Schilling, der seine Bekanntheit vor allem seinem mehrere millionen Mal verkauften Space-Song über „Major Tom“ verdankt. Er gastierte mit seiner Band gleichzeitig mit dem Kongress in Neubrandenburg.

Peter Schilling gab den Raumfahrttagen am Samstagnachmittag mit einem unterhaltsamen Interview die Ehre.  Und für das (ausverkaufte) Konzert am Abend gab es für die Tagungsbesucher in der Neubrandenburger Konzertkirche (und hier sind wir jetzt beim realen Kirchgang angelangt) verbilligte Karten. Dafür waren die ersten drei Reihen direkt vor der Bühne reserviert. Das hätte ich persönlich nun nicht unbedingt gebraucht, denn die Sache war mir erstens entschieden zu laut, und Peter Schillings Synthie-Pop und das oft recht holprige Versmaß seiner Texte sind nicht gerade meine favorisierte Musikrichtung. Aber wenn die Familie beschließt, da hin zu gehen, dann gehen eben alle hin (oder zumindest fast alle).

Peter Schilling

Peter Schilling, Sänger und Autor von "Major Tom" (völlig losgelöst)

Die „Tage der Raumfahrt“ gab es bereits zu DDR-Zeiten. Die erste schon im Jahre 1979. Sie finden seitdem jährlich statt, nur in der Nachwendezeit gab es eine mehrjährige Unterbrechung. Davor war sie – gezwungenermaßen -  ganz in der Ostraumfahrt angesiedelt. Diese seinerzeit recht einseitige Fixierung ist heute eine ihrer Stärken. Stets ist immer mindestens ein Ostraumfahrer zu Besuch. Es gab aber auch schon Jahre bei der sich zehn Kosmonauten gleichzeitig bei einer einzigen Veranstaltung ein Stelldichein gaben.

Hinsichtlich des letzteren Aspektes war die diesjährige 27. Veranstaltung eine gewisse Ausnahme, denn es war nur ein einzelner Kosmonaut zu Gast: Der erste (und bislang einzige) Pole im Weltraum, Miroslaw Hermazewski (er flog mit Sojus 30 im Jahre 1978). Ein besonders kerniges Exemplar der Gattung „Ostraumfahrer“ übrigens.

Für die "Westraumfahrt" war Ernst Messerschmid vertreten, einer der Spacelab-2-Astronauten, später Dekan des Lehrstuhls für Luft- und Raumfahrt der Universität Stuttgart und über mehrere Jahre Chef des Europäischen Astronautenzentrums in Köln.

Und noch ein weiterer prominenter Vertreter westlicher Raumfahrt war anwesend: Ed Buckbee. Kein Astronaut, sondern der erste Direktor des „Space and Rocket Centers“ in Huntsville, der noch von Wernher von Braun höchstselbst verpflichtet worden war. Buckbee machte sich nach seinem Rückzug aus dem aktiven Dienst als Autor einiger bemerkenswerter Bücher (Space Cowboys) einen Namen und hielt am Samstagmorgen einen launigen Einführungsvortrag über die Geschichte der bemannten US-Raumfahrt aus seiner ganz persönlichen Sicht.

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Ed Buckbee

An der Stelle ist eine besonders auffallende (heutzutage immer seltener anzutreffende) Dienstleistung erwähnenswert: Die Beiträge fremdsprachiger Redner werden für das Publikum konsequent übersetzt. Ed Buckbees Vortrag beispielsweise transferierte in ungemein beeindruckender Weise eine professionelle Simultandolmetscherin vom Englischen ins Deutsche. Sie steht normalerweise in den Diensten des Marshall-Institutes, und ihre Arbeit wäre für die kleine Tagung bei einem normalen Honorar kaum zu bezahlen. Sie macht den Job hier aufgrund ihrer Raumfahrtbegeisterung und der Freundschaft zu den Organisatoren des Events für kaum mehr als die Spesen. Die Übersetzungen ins Russische und Polnische (und zurück ins Deutsche) wurden durch einen weiteren Freund der Veranstaltung, dem bekannten Raumfahrtjournalisten Gerhard Kowalski, vorgenommen.

A 4Fester Bestandteil der Neubrandenburger Raumfahrttage ist seit Jahren der Ausflug nach Peenemünde in das dortige „Historisch-technische Informationszentrum“. Der Besuch findet traditionell am Freitag vor dem Kongresswochenende statt, und ist stets mit einem Besuch der Überreste des legendären Prüfstands 7 verbunden. Von dort aus startete am 3. Oktober 1942 die erste A 4 an die Grenze des Weltraums. Sie erreichte an diesem Tag eine Höhe von knapp 85 Kilometern, eine Geschwindigkeit von Mach 5 und eine Flugstrecke von fast 200 Kilometern. Diese Anlage ist für „normales“ Publikum nicht zugänglich, insofern ist auch das eine außergewöhnliche Dienstleistung für die Kongressbesucher.

Jeder der Redebeiträge, sei es der von Professor Messerschmid zum Thema „Die Internationale Raumstation – und was danach?“, der von Volker Schmid vom DLR Köln zu den ATV-Missionen und der Zukunft des ATV (möglicherweise als Service-Modul des US-Raumschiffs Orion!), Miroslaw Hermaszewskis sehr persönliche Reflexionen zum Flug von Juri Gagarin oder Walter Päffgens Beitrag zum Europäischen Satellitennavigationssystem Galileo waren informative Juwelen. Auch die Podiumsdiskussion am Samstagnachmittag wurde von den Anwesenden als spannend und informativ bezeichnet. Ich kann mich zu diesem Punkt leider nicht äußern, denn ich musste zu diesem Zeitpunkt in der Cafeteria einen  akuten Anfall von Unterzucker in Verbindung mit bedrohlichem Koffeinmangel mit Espresso und Krapfen bekämpfen.

Einer meiner persönlichen Favoriten war der Beitrag von Ulrich Köhler vom Institut für Planetenforschung des DLR Berlin über die aktuellen Ergebnisse der Erforschung des Kleinplaneten Vesta durch die Raumsonde Dawn. Ich mochte ihn schon  deswegen, weil diese Präsentation den nüchtern-technokratischen Rahmen verließ und mit vielen persönlichen Ansichten, Eindrücken und emotionalen Anmerkungen gewürzt war. Naja, und weil ich das Thema an sich hoch spannend finde.

Beachtlich auch der Beitrag des 16jährigen Gymnasiasten Sebastien Hadjadj vom Romain-Rolland-Gymnasium in Berlin. Er sprach zu „Antrieben und Beförderungsmöglichkeiten der Nahen Zukunft“ und war ein erfrischendes Beispiel dafür, dass das Thema Raumfahrt auch unter der Jugend nach wie vor begeisterten Anklang findet.

SoucekMein persönliches Highlight der Veranstaltung aber war der Beitrag von Alexander Soucek (ESRIN Frascati und ÖWF) zum Abschluss der Veranstaltung am Sonntagmittag. Sein fulminanter Vortrag behandelte das Thema „Krankenakte bemannte Raumfahrt. Ist der Patient noch zu heilen?“.

Kleinere organisatorische Schwächen werden den Veranstaltern von Teilnehmern und Referenten nie übel genommen. Wie ich eingangs bemerkte: Es ist hier wie in einer Familie. Da passiert schon mal das eine oder andere Malheur ohne dass man sich darüber groß aufregt. Licht- und Tontechnik am mittleren Tag der Veranstaltung, dem Samstag, könnten ausgefeilter sein. Und es ist störend für Publikum und Redner, wenn ständig jemand vor der Bühne auf und ab rennt. Aber bei den „Tagen der Raumfahrt“ kann sich jeder Referent und jeder Zuhörer mit seinem Problem sofort direkt an den Veranstalter wenden und meistens kann ihm oder ihr geholfen werden.

Gewöhnlich gut unterrichtete Kreise wollen übrigens erfahren haben, dass die  „Tage der Raumfahrt“ im nächsten Jahr ein „Facelifting“ erhalten sollen. Der persönlich und intime Charakter der Veranstaltung wird dabei aber auf alle Fälle gewahrt bleiben.

Das wäre dann vielleicht auch eine gute Gelegenheit für den einen oder anderen "Newcomer", sich mal persönlich vom Flair der Veranstaltung zu überzeugen. Die Neubrandenburger Raumfahrttage sind es unbedingt wert.

21.Oct 2011 | 16:32

Galileo: Und es bewegt sich doch…

Das hätte man angesichts der äußeren Bedingungen bei einem westlichen Start nicht auf dem "Greenboard" eines Raumfahrt-Kontrollzentrums erwartet. "Weather: "go". Dabei hatte der Himmel alle Schleusen geöffnet und der Regen prasselte nur so auf die Startanlage nieder. Starts in Cap Canaveral, Vandenberg oder auch Kourou werden normalerweise grundsätzlich verschoben, wenn sich mehr als ein paar luftige Federwölkchen am Himmel zeigen. Hier aber demonstrierte das robuste Sojus-System bei seinem Ersteinsatz auf einem westlichen Startgelände was russische Transporttechnik bedeutet. Ob es nun in den Tropen schüttet, oder in der kasachischen Steppe der Wind am Startturm rüttelt, ob es bewölkt ist oder sonnig, ob man wegen Nebels nur fünf Meter weit sieht oder ein Schneesturm tobt, ob die Temperatur bei - 40 Grad liegt oder bei + 40 Grad: Für eine Sojus bedeuten diese Bedingungen "Weather: Go".

Die Triebwerke der Sojus 2.1b haben gezündet. Credit: DLR

Der erste Start einer russischen Sojus-Trägerrakete vom Europäischen Weltraumbahnhof in Französisch Guyana war ein durchschlagender Erfolg. Das System zeigte unter widrigen äußeren Bedingungen vor den Augen der Welt, was es kann. Eine Top-Werbung für zukünftige kommerzielle und wissenschaftliche Starts der Sojus von Kourou aus.

Und nicht nur die Trägerrakete, auch die neue Startanlage funktionierte prächtig. Das geniale russische Tjulpan-System, bei dem der Träger frei über dem Flammenschacht aufgehängt ist (und das Starts bei hohen Bodenwindgeschwindigkeiten möglich macht), zeigte einmal mehr seine Zuverlässigkeit.

Vom Abflug des Trägers selbst war allerdings nicht viel zu sehen. Das Wasser strömte in Bächen über die Kamera-Linse und die Rakete war schon nach Sekunden in den bleigrauen Regenwolken verschwunden. Die Bildwand im Startzentrum zeigte aber in einer grafischen Projektion recht gut den perfekten Fortgang des Aufstiegs.

Respekt vor den russischen Technikern. Respekt gezollt sei auch ESA, CNES und Starsem (einem Joint Venture aus Arianespace, Astrium, Roskosmos und dem Hersteller der Sojus, der Firma Samara), das Sojus-System gegen viele Widerstände an den Äquator zu holen. Es wird den Startplatz Kourou bereichern, und - naja - das Starsem-Konsortium auch.

Wenden wir uns nun der Nutzlast zu, denn die ist alles andere als ein Ruhmesblatt. Obwohl auch sie eine Erfolgsstory hätte werden können. Wenn man mit der Stationierung des Galileo-Systems, wie einst geplant, im Jahre 2004 begonnen hätte.

Und wenn die Kosten nicht explodiert wären. Und wenn die Industrie nicht so feige vor dem Private Public Partnership Ansatz gekniffen hätte, unter dem es zunächst lief. Und wenn sie - nach dessen Scheitern - das Programm nicht als risikofreien Selbstbedienungsladen betrachtet hätte. Und wenn die Konkurrenz technisch auf dem Stand der 90iger Jahre verharrt wäre. Und wenn Europa, nachdem es sich entschlossen hatte, das System doch noch installieren, sich durchgerungen hätte, eine vollständige Konstellation (mit 30 Satelliten) zu beauftragen und nicht nur ein Rumpfsystem (mit nur 18 Satelliten).

So aber ist das Satellitennavigationssystem Galileo der Beleg des erneuten Versagens Europas. Diesmal auf dem Gebiet der kommerziellen Raumfahrt. Dabei hätte es der Aufbruch in eine neue Ära werden können. Was für Europa tatsächlich übrig bleibt, ist Platz vier der internationalen Systeme. Für einen Preis von derzeit geschätzten knapp fünf Milliarden Euro.

Man hätte sich viel Geld sparen können. Haarsträubende Komponenten- und Subsystem-Ausschreibungen (an denen war die Industrie allerdings nun mal nicht schuld, die sind dem wirren politischen Zickzackkurs und einem absurd übersteigerten "Geo-return"-Gedanken geschuldet) oder sinnlose Investments, wie die Errichtung von zwei immens teuren neuen Kontrollzentren, wo man wahrscheinlich nicht mal eines gebraucht hätte (denn man hätte gut und gerne eine der bestehenden Einrichtungen, wie zum Beispiel die in Darmstadt, einfach für Galileo erweitern können).

Jetzt gibt es also erfolgreiche Satellitennavigationssysteme und es gibt Galileo. Angeführt wird der Reigen der ersteren unangefochten vom US-amerikanischen Global Positioning System, kurz: GPS. Es hat dieser Art von Systemen den Namen gegeben. Dort tummeln sich in der Zwischenzeit bereits die Einheiten der fünften Generation (die sechste ist in Vorbereitung). 32 Aktive Satelliten sind derzeit im Orbit. 65 wurden bislang gestartet, die Satelliten früherer Generationen sind längst nicht mehr in Betrieb.

Nummer zwei ist das russische System Glonass, das bereits zu Zeiten der Sowjetunion einmal komplett im Orbit installiert war, in den schwierigen Jahren nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems verwahrloste und nicht mehr erneuert wurde, aber jetzt seit wenigen Monaten wieder in voller Betriebsstärke (mit 24 aktiven Einheiten) am Himmel steht.

Und es gibt das das chinesische System "Kompass" (oder auch "Beidou), zu dem sich China - einst Partner im Galileo-Verbund - im Alleingang entschlossen hatte, nachdem es das beschämende Schauspiel in Europa nicht länger mit ansehen konnte. Kompass ist inzwischen mit neun aktiven Satelliten in seiner ersten Ausbauphase betriebsbereit. Bis 2015 sollen es 30 Satelliten sein. China belegt übrigens, das nur nebenbei, die gleichen Frequenzen wie Galileo. Diese Frequenzen stehen demjenigen zu, der sie als erster nutzt. Erste Stimmen aus China zum Galileo-Start in diesem - englischsprachigen - Beitrag von "China Daily" .

Europa kam obendrein zunächst (was später etwas abgeschwächt wurde) noch auf die politisch ebenso superkorrekte wie hirnrissige Idee, Galileo ausschließlich für zivile Zwecke zu nutzen. Europäische Soldaten, stehen Sie am Hindukusch, in Zentralafrika oder sonst einer entlegenen Krisenregion dieses Planeten, sind somit im Falle militärischer Aktivitäten, die hochgenaue Positionsangaben erfordern, weiterhin auf die Daten des US-GPS Systems angewiesen. Die bekommen sie, oder sie bekommen sie nicht. Wollen wir hoffen, dass die Amerikaner im Bedarfsfall gut gelaunt sind.

Wo bitte, soll es da für Europa noch Spin-offs geben? Wer wird da noch groß in Anwendungen investieren wollen? Wen interessiert das System überhaupt noch, außer die Unternehmen, die es herstellen und betreiben?

Mit dem Start der ersten operativen Satelliten des Galileo-Systems hechelt Europa nun dem abgefahrenen Zug hinterher. Besser wäre es gewesen, man hätte die Sache beendet und zugegeben: "Dumm gelaufen, das lassen wir jetzt mal".  Viel besser wäre es aber gewesen, doch verdammt einmal der Bedeutung Europas angemessen an der Spitze einer Entwicklung zu stehen und nicht schon wieder hinten im Feld der "Loser" rumzustolpern.

03.Feb 2012 | 15:09

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02.Feb 2012 | 23:44

Und die nächste „Blaue Murmel“ von Suomi NPP

als Gegenstück zur Ansicht Amerikas („Eine Erde …“) ist da, diesmal am 23. Januar auf den Indischen Ozean zentriert. Bei diesen Erdansichten handelt es sich nicht um direkte Bilder, wie sie z.B. die geostationären Wettersatelliten schießen: Vielmehr werden Scan-Streifen aus 824 km Höhe umprojiziert und zusammengestitcht, so dass ein Blick aus 12’743 km Höhe simuliert wird (wobei die vertikalen hellen Streifen jeweils von der Sonnenreflexion im Ozean während der Überflüge stammen). Ob man dies noch als „Foto“ bezeichnen darf? Laut Merriam-Webster ist photography der „process of producing images by the action of radiant energy and especially light on a sensitive surface (as film or a CCD chip)“ – und Photonen wie Detektor waren hier echt …

Die Wärmeabstrahlung der Erde am 29. Januar, gesehen von einem anderen NPP-Instrument, dem Clouds and the Earth’s Radiant Energy System (CERES), kurz nach dem Öffnen seines Deckels: Bei langen Wellen zeichnen sich in dieser Falschfarbendarstellung die kühlen Wolken blau ab.

Acht Monate ist der Puyehue Cordón Caulle in Chile schon aktiv – siehe Weltraumbilder hier („Der Ausbruch …“), hier („Der Ausbruch …“) und hier („Ein Radarbild …“) vom Beginn der Aktivität. Auf diesem Bild des Advanced Land Imager (ALI) auf dem Satelliten Earth Observing-1 (EO-1) vom 26. Januar hat Asche schon ein großes Gebiet bedeckt.


02.Feb 2012 | 23:04

Die hellste Gravitations-gelinste Galaxie

erscheint auf dieser HST-WFC3-Aufnahme als fast 90° weiter blauer Bogen im Galaxienhaufen RCS2 032727-132623 und noch einige Lichtflecken mehr: Ihre Helligkeit wird durch dessen Linsenwirkung um einen Faktor 3 gesteigert, ihr Bild freilich derart verzerrt, dass immer noch an der Rekonstruktion ihrer tatsächlichen Gestalt gearbeitet wird.

Das „Einstein-Kreuz“ UZC J224030.2+032131 auf einem alten HST-Bild noch von der WF/PC2: eine der bekanntesten Gravitationslinsen, wo eine Galaxie – schwach im Zentrum – einen Quasar dahinter in vier gleichmäßig verteilte Bilder aufspaltet.

Die Galaxie NGC 2217 mit dem alten 3.6-m-Teleskop der ESO aufgenommen: eine typischen Balkenspirale, deren schwachen äußeren Armen hier mal etwas nachgeholfen wurde.

Das Sternentstehungsgebiet NGC 3324 mit dem Wide Field Imager des MPG/ESO-2.2-m-Teleskops auf La Silla: Es befindet sich am Nordrand des Carina-Nebels, wo intensive UV-Strahlung einer junger heißer Sterne eine Cavity geschaffen hat und zugleich ihren Rand leuchten lässt.

Der junge Supernovarest G350.1+0.3 in einer kombinierten Röntgen/IR-Aufnahme von Chandra und Spitzer: Die Wolke der Sternexplosion vor 600 bis 1200 Jahren expandiert offenbar in eine interstellare Wolke hinein.


02.Feb 2012 | 02:42

Nachrichten vom und zum Mond kompakt

First Light für die MoonKAMS auf den neuen Mondorbitern des GRAIL-Projekts der NASA, die am 31.12. und 1.1. problemlos in ihren vorläufigen Mondumlaufbahnen ankamen und inzwischen Ebb und Flow heißen: Hier hat die MoonKAM auf Ebb erste Impressionen der Mondrückseite eingefangen – und zwar gleich ein ganzes Video:

Noch sind Ebb und Flow damit beschäftigt, ihre endgültigen Orbits einzunehmen, damit – voraussichtlich um den 8. März – mit der präzisen Vermessung des Mondschwerefelds begonnen werden kann (siehe ISAN 144-4). Und kurz vor dem Erreichen des Mondes wurde überraschend auch bekannt, dass über den Juni hinaus eine Missionsverlängerung bis Jahresende angestrebt werden soll – falls es mit trickreichen Manövern gelingt, eine partielle MoFi zu überstehen!

Die beste topografische Karte des Mondes „Global Lunar DTM 100″ ist von den Kameraleuten des Lunar Reconnaissance Orbiter in Deutschland und in Arizona aus 70’000 Aufnahmen der Weitwinkelkamera WAC durch Stereoanalyse erstellt worden: Alle 100 Meter gibt es eine Höhenangabe.

Der Dynamo im Mondinneren war verblüffend lange in Aktion

und hat noch vor 3.7 Mrd. Jahren dafür gesorgt, dass das Mare-Basaltstück 10020 einem starken Magnetfeld ausgesetzt war, hat jetzt eine Untersuchung desselben gezeigt – und da andere Gesteinsproben auf einen Dynamo bereits vor 4.2 Mrd. Jahren hinweisen, muss er mindestens 500 Mio. Jahre lang „gelaufen“ sein. Die Abkühlung des Mondinneren als Motor kann das keineswegs bewirkt haben, da sie viel schneller abgelaufen sein muss – aber auch andere Mechanismen für einen langlebigeren Monddynamo, die letztes Jahr vorgeschagen wurden (kontinuierliches Umrühren durch Wechselwirkung mit der Erde oder durch gelegentliche Impakte) reichen vermutlich nicht. Da hat also ein am 20. Juli 1969 während der ersten bemannten Mondlandung aufgelesener Stein nach 43 Jahren die Mondforschung in Aufruhr versetzt – wer braucht da noch eine republikanische Mondbasis … (Shea & al., Science 335 [27.1.2012] 453-6, Dwyer & al. und Le Bars & al., Nature 479 [10.11.2011] 212-8, Jault, ibid. 183-4; Universe Today 30., Welt der Physik 27., Space.com 26.1.2012; UCSC Release, New Scientist, BdW 9., Sky & Tel. 10.11.2011. Und SwRI Release 13.1.2012 zu LRO-Daten von LAMP, die für besonders haltbares Wassereis in kalten Kratern sprechen)

Bemühungen zum Schutz historischer Stätten & Relikte auf dem Mond nehmen Fahrt auf, je näher die ersten unbemannten Mondlandungen – auch privater Gruppen – rücken: Rechtlich bindend sind die No-Go-Zonen rund um Apollo 11 und Co. allerdings nicht, da nach internationalem Recht die USA kein noch so kleines Gebiet auf dem Mond für sich beanspruchen können. Auch wenn die Hardware – bis hin zu zurück gelassenen Mülltüten – Eigentum der USA bleibt. (New York Times 9.1.2012. Auch New Scientist 13.12.2011, New York Times 21., Spiegel 22.1.2012 zur Suche nach verbummeltem Mond-Gestein und anderen außerirdischen Proben)

Chandrayaan-2 hat ein Massenproblem bei der Nutzlast

Die stammt zwar diesmal – im Gegensatz zu Chandrayaan-1 – nur aus Indien und hat keine ausländischen Zugaben mehr, aber die Planer tun sich nun schwer, die 5 Instrumente auf dem Orbiter und 2 auf dem Rover leicht genug hin zu bekommen. Auch ist der Starttermin unklar: Eigentlich sollte es 2013 los gehen, aber die Probleme mit der großen Rakete GSLV werden wohl zu einer Verschiebung um etwa ein Jahr führen. (DNA India 27.12.2011. Auch Prakasam & al., Current Science 102 [10.1.2012] 105-9 zu Messungen seismischer Effekte beim Start von Chandrayaan 1. Und Spaceflight Now 9.1.2012 zu den chinesischen Absichten, Chang’e 3 weiterhin 2013 zu starten) NACHTRAG: Weitere Verzögerungen von Chandrayaan 2 scheint die Krise der russischen Planetenforschung zu bewirken: Start nicht vor 2016?


31.Jan 2012 | 22:48

Spekulationen über das Versagen – und den endgültigen Verbleib – von Fobos-Grunt

treiben auch zwei Wochen nach dem Wiedereintritt die Weltraumszene um: Zum einen gibt es jetzt einen offiziellen Untersuchungsbericht zum Ausfall der Marssonde schon kurz nach Erreichen der Parkbahn um die Erde Anfang November 2011, zum anderen angeblich präzise Koordinaten ihres Einschlags am 15. Januar 2012 – aber beidem fehlt die letzte Überzeugungskraft. Der Bericht zum Versagen der Sonde verweist immerhin Spekulationen über äußere Einflüsse – wie ein amerikanisches Radar – ebenso ins Reich der Fantasie wie Programmierfehler: Stattdessen werden einige Probleme benannt und der Ausfall im Wesentlichen der Wirkung Kosmischer Strahlung auf ungeeignete elektronische Bauteile – zwielichtige Billigimporte aus China womöglich – zu geschrieben, die wider besseres Wissen über solche Risiken verbaut worden seien. Nachdem sie der Strahlungsbelastung nicht standhielten, rebooteten dem Bericht zufolge zwei Bordcomputer von Fobos-Grunt und verblieben dann in einem Wartezustand, aus dem sie sich dann in den zwei dramatischen Monaten in der Parkbahn nicht mehr befreien ließen. [NACHTRAG: Zusammenfassungen des Berichts in Russisch und in Englisch vom 3. Februar.]

Und das Ende? USSTRATCOM hat zu guter Letzt doch noch einen genauen Zeitpunkt und Koordinaten – 18:46 MEZ ±1 Minute und 46°S 87°W – angegeben, was im Pazifik 930 km vor der südamerikanischen Küste und 1100 km vor der nächsten Landberührung auf der Bahn liegen würde. Diese Angaben – wenn sie wirklich so präzise sind, basieren sie wohl auf der direkten Beobachtung des Wiedereintritts durch einen Frühwarnsatelliten; offiziell wird das mal wieder nicht bestätigt – beziehen sich indes auf eine Höhe von 80 km: Diverse Orbitexperten gehen davon aus, dass bestimmte Trümmerteile (darunter die Probenkapsel) noch bis zu 820 km weiter entlang der Bahn nieder gegangen sein könnten. Und da Fobos-Grunt jede Minute 450 km zurück legte, ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass etwas die Region Araucania in Chile erreichte. Berichte über derartige Beobachtungen – oder gar Funde – aus dieser dünn besiedelten Region gibt es allerdings weiter nicht, aber vielleicht lohnt ja tatsächlich die Suche. Voice of Russia, TASS, Novosti, Reuters, Universe Today, Spiegel 31., Jonathan’s Space Report, The Space Review 30., Txnologist 29., ESA Release, Universe Today 25.1.2011

Eine vermeintliche Enthüllung über das Ende des ROSAT geistert gleichzeitig durch die Medienwelt, aufgebracht von Spiegel Online und heute ohne Quellenangabe übernommen und weiter aufgepeppt von der britischen Daily Mail: Danach hätte der deutsche Horror-Satellit beinahe die chinesische Hauptstadt Beijing vernichtet (oder so ähnlich). Welche Neuigkeit: In der Reentry-Nacht hatten Weltraumfans rund um den Globus, darunter natürlich auch dieser Blogger, den letzten Orbit ROSATs per Simulation anhand der letzten Bahnelemente ‘live’ verfolgt und natürlich registriert, dass der – virtuelle – Satellit (der da nach späteren Angaben schon in den Indischen Ozean gefallen war) über mehrere chinesische Großstädte hinweg zog.

Und der nächste Röntgensatellit kommt bestimmt: der RXTE

Wenn der gerade abgeschaltete Rossi X-ray Timing Explorer der NASA im Zeitraum – je nach künftiger Sonnenaktivität – 2014 bis 2023 unkontrolliert in die Erdatmosphäre eintritt, dann besteht ein ungewöhnlich großes Risiko für einen Personenschaden von 1:1000 (dass es irgendwen auf dem Planeten trifft): Das ist 10-mal größer als man heute für akzeptabel hält. Doch der Start des erfolgreichen Satelliten war im Dezember 1995 vier Monate erfolgt, bevor die NASA diesen Standard in Kraft setzte, so dass formell alles mit rechten Dingen zugegangen ist. In ein paar Jahren wird sich das Spektakel der unkontrollierten Rückkehr eines Röntgensatelliten also wiederholen: Dann ist die Zone zwischen 23° N & S betroffen. Satelliten mit einem RXTE-ähnlichen Schadensrisiko – das beim ROSAT 1:2000 und beim UARS 1:3200 betragen hatte – fallen übrigens alle paar Jahre vom Himmel, und passiert ist noch nie etwas: Auch 1:1000 ist halt eine ziemlich kleine Zahl.