ÖWF / Polares auf einen Blick

27.Jul 2014 | 17:56

Das ÖWF begeistert! Kleiner Beweis?

Anfang Juni sind tausend Gäste und Honoratioren in das Pariser Hauptquartier der UNESCO geladen, um ein halbes Jahrhundert europäische Raumfahrtkooperation zu feiern. Logos, Banners, Präsentationen unterstreichen es in allen Ecken: 1964-2014: 50 Years Serving European Cooperation and Innovation. Dann wird es dunkel, Musik, Atmosphäre, ein bisschen Gänsehaut und sehr viel Weltraum. ESA-Generaldirektoren, Politiker, Astronauten, Industrievertreter, europäische Delegierte und die Mitarbeiter der ESA lauschen starken Geschichten und großen Leistungen aus fünf Jahrzehnten.

Ich sitze weit hinten im Halbdunkel, zwischen vielen Kollegen aus den 20 Mitgliedstaaten der ESA. Es ist ein bisschen auch unsere Feier, hat es geheißen, und obendrein soll es nachher einen festlichen Empfang mit Blick auf den Eiffelturm und das abendliche Paris geben. Wir hören gute und weniger gute Reden, sehen Bilder aus der Frühzeit der ESA und folgend interessiert den Anekdoten von Roy Gibson, dem ersten ESA-Generaldirektor, der mit seinen 90 Jahren wach, klug und verschmitzt auf der großen Bühne sitzt.

Nach der Weisheit des Alters haben die Organisatoren der Show das Feuer der Jugend eingeladen. Drei Teenager entern die Bühne, schlaksiger Schritt, nehmen Platz neben zwei krawattentragenden ESA-Direktoren und dem Moderator Jean-Francois Clervoy, ESA-Astronaut, drei Mal im All mit dem Space Shuttle. Die drei Kids sind stellvertretend für die vielen Kinder von ESA-Mitarbeitern ausgewählt worden, die jährlich das große ESA-Sommercamp bevölkern. Jeder der drei – zwei Mädchen, ein Junge – hat zwei Minuten Zeit um ein Statement abzugeben. Astronaut Clervoy fragt: „So, und was ist Euer bleibender Moment, der Euch für die Raumfahrt begeistert hat? Was war Euer Schlüsselerlebnis? Was bedeutet der Weltraum für Euch?“

Die erste greift zum Mikrofon. Ein Bild erscheint auf der großen Leinwand.
Und ich fahre in meinem Sitz hoch.

Das Foto zeigt die hunderten Teilnehmer des „ESA Space Camp“ aus der Luft aufgenommen, zu einem Riesen-ESA-Logo drapiert auf einer grünen Wiese. Im Gegensatz zu Publikum rund um mich im Halbdunkel kenne ich das Foto ziemlich gut: Es ist ein ÖWF-Foto. Geschossen vom Modellhubschrauber unseres Mitglieds Gerhard Grömer. Während des ESA Space Camp 2013 im Salzburger Land. Die ESA hatte uns vom ÖWF gebeten, zwei Tage mit den Kids – den kleinen (6 bis 11 Jahre) und den großen (12 bis 18 Jahre) – zu gestalten. Die Idee mit dem Hubschrauber war unser kleiner Abschlussgag, die Aufstellung zum Logo unsere Idee. Und auf der Bühne sagt das Mädchen: „Das hier ist ein Foto vom Space Camp letztes Jahr. Das war für mich das beste Space Camp. Wir haben so coole Sachen gemacht, vor allem die Marsmission. Und dieses Foto mit einem kleinen Hubschrauber. Wir haben so viel gelernt und die Foto-Session war einfach genial.“

Die Marsmission. Tja, die kommt mir auch bekannt vor. Vom ÖWF ausgedacht, vom ÖWF ausgeführt: ein gigantisches Wissenschaft-Rollenspiel über 48 Stunden.

Jetzt greift der Junge in der Mitte zum Mikrophon. Neues Bild auf der Leinwand.
Und ich mache große Augen.

Auf dem Foto sieht man einen Raum voller Kids, Action pur, dazwischen weinrote ÖWF-Poloshirts. Ein Schnappschuss mitten aus dem heißen Nachmittag, an dem wir vom ÖWF die großen und die kleinen Teilnehmer auf unsere ausgeklügelte Marsreise mitgenommen hatten. Inklusive Mission Control, Reisestrategie, Quizspiel. Der Junge erzählt: „Mein aufregendstes Weltraum-Erlebnis war eine Marsreise, die man mit uns gemacht hat. Wir mussten lauter Entscheidungen treffen und in Teams arbeiten. Ich war in der Missionskontrolle. Das war richtig stressig. Ich hab vorher nicht gedacht, das Raumfahrt so spannend ist, ich hab’s halt nur von meinen Eltern gekannt, die bei der ESA arbeiten. Aber seit dieser Mission weiß ich dass das alles ziemlich cool ist.“

Ich grinse von einem Ohr zum andern und lehne mich zu meiner Sitznachbarin: „That was us…“, sage ich, „das waren wir.“
Und dann geht das Mikrofon an Chiara, das Mädchen ganz rechts mit dem Pferdeschwanz. Clervoy fragt: „Und dein prägendstes Erlebnis?“

Das Bild, das sie ausgewählt hat, lässt mein Herz nun endgültig bis zum Hals klopfen. Auf der Leinwand erscheint Chiara in unserem Kinderraumanzug, im Hintergrund unseren Astronauten-Hindernis-Parcours mit unserem kleinen Marsrover TOBI, der während der MARS2013-Mission in der Wüste von Marokko im Einsatz war. Auf dem Kinder-Raumanzug sieht die versammelte Prominenz dieses Abends groß und deutlich das ÖWF-Logo prangen. Und Chiara sagt: „Letztes Jahr hatte ich die Chance, mich wie ein Astronaut zu fühlen. Ich musste einen Hindernis-Parcours meistern und einen Marsrover reparieren. Das war unglaublich. Ich werde dieses Erlebnis nie vergessen. Unser Team hat gewonnen, und wir waren so stolz. Wir wissen jetzt wie anstrengend und wichtig eine Marsmission ist. Das war mein bestes Weltraumerlebnis.“

Ich sinke wieder in meinen Stuhl. Klatschen, Astronaut Clervoy lächelt, die drei gehen ab, die Show geht weiter. Aber ich bin jetzt in Gedanken woanders.

Drei Jugendliche aus drei Ländern. Drei Jugendliche im sogenannten „schwierigen Alter“. Und alle drei, befragt was sie für den Weltraum begeistert hat, zitieren unabhängig drei Momente aus den 48 Stunden, die das ÖWF sie vor einem Jahr auf eine Marsmission mitgenommen hat. Sie erzählen davon mit Begeisterung in der Stimme, und sie sind stolz darauf. Das bin ich auch in diesem Moment im dunklen Zuschauermeer; stolz auf das ÖWF und darauf wie wir begeistern können. Und ich denke mir: Es kommt doch alles irgendwann zurück…

02.Jul 2014 | 20:47

Die UNO, der Weltraum und das ÖWF

Jedes Jahr findet bei der UNO im Vienna International Center eine Serie von Konferenzen mit Bezug zum Weltraum statt: das Committee for the Peaceful Uses of Outer Space (COPUOS) trifft sich für zehn Tage im Juni. Im Vorfeld, bereits im Februar bzw. im April, treffen sich die Subcommittees (Unterkomitees) des COPUOS, das Scientific & Technical Subcommittee (“S&T” oder STSC) und das Legal Subcommittee. Organisiert wird diese Serie von Konferenzen vom United Nations Office for Outer Space Affairs (UNOOSA), das seit 1993 seinen Sitz in Wien hat.

COPUOS existiert seit 1958 und kümmert sich um die technische und rechtliche Koordination der internationalen Weltraumaktivitäten: Themen werden wissenschaftlich-technisch und rechtlich im S&T und im Legal S/C vorbereitet, sodann während des vollen Meetings von COPUOS diskutiert, in einen Bericht gegossen und der Generalversammlung der UN zur Beschlussfassung vorgelegt.

Mein erster Kontakt mit COPUOS war im Februar 1994, als ich im Tandem mit dem Piloten des Space Shuttle Ken Bowersox über die erfolgreiche Servicemission zum Hubble Space Teleskop berichtete. Damals wurde der optische Fehler am HST behoben und ich konnte dramatische Bilder zeigen. Wir bekamen hier viel Applaus. In weitere Folge berichtete ich mehrfach für ESA bei COPUOS: über Netzwerke, über Datenarchive und virtuelle Observatorien, und über elektronisches publizieren und Data Mining.

Als ich dann beim ÖWF Mitglied wurde stellte ich fest, dass auch hier Verbindungen zum OOSA bestanden. Das ÖWF hatte das OOSA bei verschiedenen Outreach-Aktivitäten unterstützt. Es kam zu einer gedeihlichen Zusammenarbeit, insbesondere mit Prof. Mazlan Othman, die damals das OOSA leitete. Diese Zusammenarbeit motivierte das ÖWF letztlich dazu, Frau Prof. Othman anlässlich ihres Abgangs aus Wien den Polarstern-Preis zu verleihen.

Es lag daher nahe, im Rahmen von COPUOS über die Aktivitäten des ÖWF zu berichten, insbesondere im Jahre 2013 über die Mission “Mars2013″, die zeitgleich mit dem Meeting des S&T im Februar in der marokkanischen Wüste ablief. Die war für die UN sehr interessant: es zeigte internationale Kooperation auf einem hohen Niveau sowie die Zusammenarbeit mit einem Schwellenland. Ich hielt diesen Vortag im Rahmen der technischen Präsentationen zum Tagesordnungspunkt Human Space Technology Initiative.

Noch aus meiner astronomischen Anfangszeit kannte ich die Problematik der erdbahnkreuzende Asteroiden. Auch COPUOS erkannte das und gründete 2001 die Working Group on NEOs. Als sich zeigte, dass dieses heikle Thema nicht von den Delegierten der Mitgliedsstaaten abgedeckt werden konnte, kam es zur Gründung eines Action Teams, einer Gruppe von Experten. AT-14 kümmerte sich fortan unabhängig vom Zeitplan der Meetings des COPUOS um die Sache. Als dann noch dazu während des Meetings des S&T des COPUOS im Februar 2013 an ein und demselben Tag der Einschlag eines 20-Meter Objekts in Tscheljabinsk, sowie der Vorbeiflug in nur 26.000 km Höhe eines 50-Meter Objektes erfolgte, kam es schlagartig zu einer Aufwertung der Wichtigkeit des AT-14.

Es folgten hektische Aktivitäten. Natürlich wollten wir diese Gelegenheit nicht vorbei gehen lassen und versuchten, das Thema mit der nötigen Dringlichkeit zu versehen. Es wurden zwei Arbeitsgruppen gegründet:

- IAWN (International Asteroid Warning Network) soll aus Observatorien und anderen Organisationen bestehen, die in der Lage sind, NEOs zu entdecken und deren Bahnen zu berechnen. Chair ist das Minor Planet Center (USA). Die Gruppe hat sich im Jänner 2014 konstituiert.

- SMPAG (Space Mission Planning Advisory Group). Besteht aus Organisationen, die in der Lage sind, eine Bedrohung durch NEOs mittels einer Space Mission abzuwehren. NASA, ESA, CNES, ASI, DLR, etc., aber auch Vertreter von Organisationen, die im weitesten Sinn dabei unterstützen können: Secure World Foundation, Space Generation Adivsory Council (SGAC), Association of Space Explorers und andere. Die Gruppe konstituierte sich im Februar 2014 bei ESOC in Darmstadt. Das zweite Meeting war in Wien, anschließend an das AT-14 Meeting des COPUOS im Juni 2014.

Zurück zum ÖWF. Während des S&T im Februar 2014 berichtete Gernot Grömer über die Resultate von Mars2013. Mit dem Legal Subcommitte haben wir ja weniger zu tun, aber als es anlässlich des bevorstehenden Starts der österreichischen Nanosatelliten (TUGSAT und UNIBRITE) zur Abfassung des österreichischen Weltraumgesetzes kam, lieferte Alexander Soucek Input an Frau Prof. Marboe, die österreichische Expertin im Legal S/C.

Zur Zeit sind wir in der Planung des UN/Austria Space Science Workshops im September in Graz involviert. Meine Hoffnung ist, dass wir die in den 90-er Jahren so erfolgreiche Serie von Space Science Workshops fortsetzen können.

- Autor: Rudolf Albrecht, ÖWF Liason zur österreichischen Delegation der Vereinten Nationen

Dieser Artikel ist eine verkürzte Fassung eines ausführlicheren Beitrages im ÖWF Newsletter (Ausgabe Juli 2014).

14.May 2014 | 19:43

Frisch gedruckt! Die MARS2013 – Sonderausgabe von ASTROBIOLOGY

Cover der Special Collection des Astrobiology Journals zu MARS2013Das renommierte Wissenschaftsjournal ASTROBIOLOGY veröffentlichte heute eine Sonderausgabe zur MARS2013 Expedition des ÖWF. In sieben wissenschaftlichen Publikationen, die alle ein strenges internationaler Begutachtungsverfahren durchliefen werden einige der Experimente beschrieben. Nicht alle MARS2013-Experimente sind in dieser Sonderausgabe zu finden, in den nächsten Monaten folgen noch andere Berichte, sowohl in ASTROBIOLOGY als auch anderen Fachmagazinen.

“Mit dieser Special Collection von ASTROBIOLOGY hat das ÖWF und seine Partner wieder gezeigt, dass Mars-Analogforschung aus dem vorwissenschaftlichen Stadium einer neuen Wissenschaft langsam in den Kanon der etablierten Fächer wechselt” meint dazu der ASTROBIOLOGY-Gasteditor und ÖWF-Obmann Gernot Grömer, “und dass das ÖWF und seine Partner, wie etwa das Ibn-Battuta-Center for Exploration in Marokko wissenschaftlich international renommierte Arbeit leisten.”

Zwischen der Expedition und der Publikation ist inzwischen ein Jahr vergangen. Das liegt daran, dass die großen Datenmengen erst ausgewertet und diskutiert werden mussten. Im Rahmen einer -vom österreichischen Wissenschaftsministerium unterstützten- Konferenz an der TU Wien diskutierten die Forscher die ersten Ergebnisse, die wiederum zu den ersten internen Entwürfen für Publikationen führten. Nach einem internen Begutachtungsverfahren entstanden die Publikationsvorschläge für die “MARS2013 Special Collection”, die vom Editor-in-Chief, Dr. Sheryl Cady, begeistert aufgenommen wurden.

Dank des Multi-Mission Datenarchives des Weltraum Forums sind die Daten der Experimente auch weiterhin für die wissenschaftliche Gemeinde zugänglich. – So starten in den nächsten Wochen neue Projekte und akademische Abschlussarbeiten, die etwa einen Vergleich zwischen den Realdaten aus dem Raumanzugsimulatoren und virtuellen Simulatoren vergleichen.

Mehr als 100 -großteils freiwillige- Mitarbeiter aus 23 Nationen beteiligten sich an der Mars-Expeditionssimulation, in Innsbruck wurde ein Missions-Unterstützungszentrum eingerichtet (Mission Support Center), mit Teams für die Flugplanung, Wissenschaftsunterstützung, Medien/Bildungsarbeit, Ground Support und der Missionsleitung, sowie den 17 Experimententeams aus Neuseeland bis in die USA.

Weitere Informationen:

02.May 2014 | 16:00

Astronautentraining für Jugendliche in den USA zu gewinnen

Du bist zwischen 15 und 17 Jahre alt und träumst davon als Astronaut/Astronautin in den Weltraum zu fliegen? Du besuchst eine Schule in Österreich und Naturwissenschaften sowie English machen dir keine Angst? Dann mach mit beim Wettbewerb und gewinne eine Woche (19. – 25. Juli 2014) im Spacecamp der NASA in Huntsville (Alabama).

Mehrere ÖWF Mitglieder – darunter etwa Reinhard Tlustos (Flight Director bei der ÖWF Mars Analog Simulation in Marokko) oder Bianca Neureiter (MediaCom bei der ÖWF Mars Simulation in Rio Tinto Spanien) – haben dieses Programm bereits absolviert und waren von dieser Trainingswoche begeistert. Bianca Neureiter meint etwa

“Das Space Camp war für mich eine einzigartige und unvergessliche Möglichkeit, in die Welt der Raumfahrt einzutauchen und sich eine Woche lang wie eine richtige Astronautin zu fühlen. “

Den ganzen gibt es hier zum Nachlesen: Bianca Neureiter berichtet von Ihren Erlebnissen im International Space Camp 2010

Wie macht man mit?

  • Nimm ein 2-4 minutiges Bewerbungsvideo auf Englisch von dir auf (auch gerne mit deinem Handy) und überzeug die Jury, warum gerade DU das Zeug zum Astronauten/Astronautin hast und daher unbedingt das Space Camp 2014 besuchen muss

Oder

  • Mach ein Video auf Englisch über ein bereits durchgeführtes Projekt bzw. Projektidee zum Thema „Raumfahrt“

Was ist das Space Camp?

Gegründet wurde dieses Camp im Jahre 1990 mit dem Ziel, junge Menschen aus aller Welt zusammenzubringen, um ihnen die Entwicklungen der Raumfahrt vorzustellen. Angeboten wird ein Einblick in das Raumfahrtprogramm und die Astronautenausbildung der NASA sowie ein Trainingsprogramm an Simulatoren. Im NASA Space Camp trainiert man ein Woche lang wie Astronauten und schließt das Training mit einer simulierten Space Shuttle Mission ab.

Was kann man gewinnen?

Die beiden besten Beiträge gewinnen jeweils ein Ticket zum Space Camp in den USA inkl. 500 € Reisekosten. Der Aufenthalt inkl. Unterkunft & Verpflegung sind beim Space Camp kostenlos.
Ein Wettbewerb gestiftet von bmvit, Österreichischer Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) sowie dem Bundesministerium für Bildung und Frauen (BMBF)
Einsendeschluss: 26. Mai 2014

Schickt bitte Eure Einsendungen bzw. den Link eures Videos bis zum 26. Mai 23.59 Uhr an die Redaktion von ftiremixed: *protected email*

Mit Einreichung Deines Videos räumst du fti…remixed das Recht zur Vervielfältigung und Verbreitung des Videos sowie Zugänglichmachung im Internet bzw. über Soziale Netzwerke (Twitter, Facebook) sowie das Vorführungsrecht zum Thema fti-Nachwuchsförderung) ein. Sollte Dein Video für spätere Veranstaltungen, Prämierungen, etc. genutzt werden, wird dein Name namentlich genannt.

Weitere Informationen:

13.Apr 2014 | 18:34

Yuris Night 2014 in Wien – ein glanzvolles Ereignis

Während draußen noch die Sonne strahlte, leitete Gabriele Zuna-Kratky, die Direktorin des Technischen Museums, im Festsaal die diesjährige Yuris Night in Wien ein – veranstaltet von Förderkreis Astronomie und Raumfahrt “Der Orion”, einem Online-Medium für Astronomie und Raumfahrt, in Kooperation mit dem Österreichischen Weltraum Forum.

Das zahlreich erschienene Publikum wurde mit vielerlei Wissenswertem unterhalten: Maria Pflug-Hofmayr (Der Orion, ÖWF) stellte die Website „Astronomy Picture of the Day“ vor, die sie tagtäglich für deutschsprachige Interessierte übersetzt und zeigte die beliebtestes Bilder, wobei der eindeutige Gewinner das außergewöhnlich überlebensfähige Bärtierchen ist: Man kann es einfrieren, austrocknen oder in den Weltraum schießen, es erfreut sich nach jeder denkbaren Prozedur noch bester Gesundheit.

Ludmila Carone (Universität Köln, Universität Leuven) entführte die faszinierten Zuhörer in „Ein Universum voller verwirrender Planeten“. Dabei erfuhren wir nicht nur, dass Gasriesen wandern können und dabei wahrscheinlich auch den Kuipergürtel haben entstehen lassen, sondern auch interessante Fakten über die Suche nach Exoplaneten und die in Zukunft geplanten Forschungsaufgaben – unter anderem die genauere Untersuchung der näher gelegenen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems.

Bei seinem Vortrag über „Vergessene Kosmonauten“ und diverse damit verbundene Verschwörungstheorien ließ Andreas Weise (Freunde der Raumfahrt, Raumcon Brandenburg) die Spannung im Raum steigen: War Yuri Gagarin wirklich der erste Mensch im All? Höchstwahrscheinlich. Aber spätestens die ausführliche Einführung zur hauseigenen Ausstellung „SPACE“ von Jürgen Öhlinger (Technisches Museum Wien) motivierte dann viele Anwesende, die sie noch nicht gesehen hatten – sowie auch einige Stammgäste – sie noch (einmal) zu besuchen, da der entsprechende Bereich an diesem Abend bis 23 Uhr geöffnet war.

Vor dem Festsaal signierte Eugen Reichl (Verein zur Förderung der Raumfahrt, Der Orion) die neueste Ausgabe seiner überaus erfolgreichen Buchserie mit dem Titel „Space 2014“. Seine Raumfahrtjahrbücher bieten fachlich interessierten Lesern „einen ebenso informativen wie unterhaltsamen Rundumblick auf das aktuelle Raumfahrtgeschehen“. Manche schafften es zwischen angeregten Gesprächen mit Gleichgesinnten in der Pause sogar noch, ein Brötchen zu ergattern oder sich mit einem Cocktail zu erfrischen.
Österreichs bisher einziger Raumfahrer, Franz Viehböck, gab zu Beginn der zweiten Hälfte der Veranstaltung im Gespräch mit Moderatorin Monika Fischer (Der Orion, ÖWF) Einblicke in die „Herausforderung Arbeit im All“ und erzählte amüsante Anekdoten aus seiner Zeit in Russland und auf der MIR Raumstation. Damit leitete er einen der Höhepunkte des Abends thematisch ein: Christian Nagele von Swarovski präsentierte ein ganz besonderes Glanzstück aus der weltbekannten Kristall-Produktion und übergab es dem Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF).

Der sogenannten „Tiuterra Crystal“ (benannt nach dem altenglischen Wort für den Mars „Tiu“ und dem lateinischen Wort für Erde) entstand zunächst als Idee im Rahmen der World Space Week 2013. Durch das Verschmelzen von Gesteinsproben aus 33 Ländern, inklusive je einer Probe aus der Antarktis und der Tiefsee sowie einem Stück Mars-Meteoriten mit Swarovski Kristall wurde das Ergebnis schließlich zu einem Symbol für das gemeinsame Interesse am Weltraum. 80 weitere Exemplare werden nun an internationale Raumfahrtorganisationen und EntscheidungsträgerInnen verteilt. Besonderes Highlight dabei: im November wird die italienische ESA-Astronautin Samantha Cristoforetti drei der Kristalle zur Internationalen Raumstation ISS mitnehmen. „Das wird das erste Mal sein, dass ein Mars-Meteorit zum zweiten Mal den Eintritt in die Erdatmosphäre übersteht“ scherzte Gernot Grömer (Obmann des ÖWF).

Um 22 Uhr war es dann Zeit für das Grande Finale: Das Österreichische Weltraum Forum verlieh zum sechstem Mal den Polarsternpreis. Der Preis ist mit 800,- Euro dotiert und die Trophäen wurden heuer exklusiv von Swarovski gestaltet. Gernot Grömer gab mit sichtlichem Stolz die Preisträger bekannt: Prof. DI Dr. Otto Koudelka, Institutsleiter für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation an der TU Graz und Prof. Dr. Werner Weiss vom Institut für Astronomie der Universität Wien. „Wir möchten mit dem Polarsternpreis 2014 jene beiden Männer ehren, die durch ihren Einsatz und ihre Hartnäckigkeit wesentlich zum Bau und Start des ersten österreichischen Satelliten TUGSAT-1/BRITE beigetragen haben“, betonte Grömer. „Diese erste österreichische Weltraummission hat viele Menschen begeistert. Ich könnte mir vorstellen, dass sie junge Leute inspiriert, sich für eine Ausbildung in den Weltraumwissenschaften und Technik zu interessieren.“

Weitere Informationen:

25.Jul 2014 | 17:03

Meet the interns: Veronika & Michael

Last week Michael started his one-month internship and this week Veronika joined us for a three-month FemTech internships.

Name: Michael Müller
School: Bundesrealgymnasium Lienz
Hobbies: Astronomy, Reading, Hiking

How did you get involved with the OeWF?
Two years ago Gernot Grömer gave a presentation about manned missions to Mars on my school and because of this I participated in a summer camp for astrophysics last summer, where the other participants and I spend three days with Gernot Grömer and other members of the OeWF. This was the time when I said to myself I want to be a part of this project and now I’m here.

What will you be working on?
I will be working in the spacesuit laboratory in order to support the redesign of the PLSS (Personal Life Support System) of Aouda.X, and also attending a beta testing of a program that displays parameters measured in the suit.

What else have you been doing during your time in Innsbruck?
Since I have been to Innsbruck just for a few days the probably most interesting thing I have done by now was eating ice cream.

Name: Veronika Haberle
University: Vienna University of Technology
Studying: Bachelor in Technical Mathematics
Hobbies: Hiking, Travelling, Astronomy

How did you find out about us?
I met Olivia Haider during SpaceUp Europe 2012 in Genk, Belgium. Finally got to know an awesome association related to space in Austria. From the very first time hearing about it I was determined to get involved in the OeWF!

What will you be working on?
I will be working with the Aouda suit team on improvements of the chest pack. The goal is to (re-)design a completely new chest pack to ensure safe, effective and successful outer space missions of future Mars astronauts. For safety reasons during field tests a location service app will be implemented to the Aouda helmet on which I will be working on as well.

What else have you been doing during your time in Innsbruck?
Hiking around the beautiful scenery of mountains around Innsbruck and enjoy the culinary offers that this city provides. One of my favourite dissipation is to breathe the clean air coming directly from the mountains! :)

My (Veronika’s) very first week as an intern at the OEWF in Innsbruck
Coming straight from a summer course in Vienna with around 25 students from all over Europe, my life continued being awesome with the internship at the Austrian Space Forum in Innsbruck.
The week started straight with the 2nd Spacesuit Design Course held by Gernot Groemer. During the two days other students and I got the opportunity to learn more about the requirements and hazards of human space flight as well as how to design a proper spacesuit. We also got homework which all the participants concluded conscientiously. This start of my time here in Innsbruck gave me the ultimate motivation kick!

On Wednesday things got serious – my very first working day. I got a four hours introduction about the facilities and the spacesuit, details about work and even more information from Gernot. He gave me as much time as I needed to feel comfortable and patiently answered all my questions.
My first task was to document the PLSS components. This might not sound exciting work at the first glance, but it was THE BEST work for a beginner like me. Documenting stuff can be sometimes boring, but actually documenting a spacesuit’s components got my whole enthusiasm and concentration I am able to spend.
On Thursday and Friday I was handling the task whether the gloves of the spacesuit do satisfy the needs of the NASA-STD-3000 – Man-Systems Integration Standards and was going through a 200 pages long documentation. And again one might think this was boring work, but NO! The document got my full attention and I was laughing a lot to see which detailed facts are written there. However, it is super important to have each single fact about the human body documented (like eyesight, movement, etc…) in order to design the most suitable spacesuit there has ever been.
As a summary I have to admit, I finally understand others getting deeply into things blanking out their close environment. This first week was giving me a lot of new impressions, the only word which describes it at least a bit (that comes to my mind) is AWESOMENESS. For the weekend I will be travelling to my hometown with a good feeling, lots of new impressions to share with my family and friends and with a strong need to return as soon as possible!

14.Jul 2014 | 20:23

Meet the interns: Andy, Vicky & Julia

So this week (07-11th July 2014), the office got much busier, with the arrival of some faces in the office! It is great having more people around – having lunch together, and getting to chat about our work.

Here’s a little more about the newest interns:

Name: Andy Lamb
Studying: Physics (2nd year undergraduate), Imperial College London

How did you find out about us?
The UK student space society, UKSEDS publishes a magazine (Ecliptic) giving an insight into what’s going on in the space industry and had OeWF’s projects featured in it.

What will you be working on?
I will be working with the Aouda.X suit team on improvements to the life support system, and also participating in the beta testing programme for an in-field display system. I will also be involved in outreach work, letting children in the region try on a mockup of our spacesuit!

What else have you been doing during your time in Innsbruck?
Taking the cable car up the mountains around Innsbruck. Next time I’ll actually use my legs to get up there!

Name: Viktoria Koch
University: TU München
Studying: Masters in Aerospace
Hobbies: Travelling, Space, Volleyball, Hiking

How did you get involved with OeWF?
Gernot Grömer from the Austrian Space Forum gave a presentation about Austria and manned missions to Mars. Manned Mars missions were THE topic for my master thesis I was looking for!

What will you be working on?
I will be working on a biomedical data simulation for future field missions. This will be achieved by a simulation tool called V-Hab from my university and telemetry data from previous missions, as the Delta Experiment during MARS2013 in Marocco.

Highlight of living in Innsbruck?
The mountains, close aircraft approach, and very nice colleagues!

 

Name: Julia Neuner
University: UMIT, Hall in Tirol
Studying: Bachelor in Mechatronics
Hobbies: Sports, playing (card-, board-, outdoor,…) games, reading

How did you get involved with OeWF?
About 4 years ago I met Sebastian Sams at University in Innsbruck, telling me about a planetology course taking place. That’s how I met Gernot, eager to get someone new to work on the AOUDA spacesuit. Ever since I spend a lot of time with all the mechanical and outreach tasks involved.

What will you be working on?
My focus will be the redesign of the PLSS (Personal Life Support System). Also I’ll do some 3D-drawing, outreach-activities (building water-rockets etc) and working with the team behind the EddyNG (External Data Display – Monitoring and Control).

03.Jul 2014 | 22:37

Summer time is Intern time: Meet the new Intern!

With the beginning of summer, our PolAres spacesuit laboratory in Innsbruck is switching to beehive mode. Interns are travelling from different countries to work with us during summer.
Our newest intern joined us at the end of June from the United Kingdom.

Here’s a bit more about her:

Name:
Taylor Moyer

University:
King’s College London, United Kingdom

Studying:
Masters in Space Physiology and Health

Hobbies:
I love photography (and selfies!) and travelling

How did you get involved with OeWF?
The Austrian Space Forum (OeWF) gave an Aouda.X suit demonstration at ESA’s Astronaut Centre in Cologne, the same week I was visiting with my University class.

What will you be working on?
I’m going to look at the physiological changes relating to heart rate and CO2 inside of the helmet using the telemetry data from the MARS2013 mission, specifically during the Delta Experiment.

Highlight of living in Innsbruck:
The beautiful view from the office!

27.Jun 2014 | 16:06

Red planet meets Tyrolean Women’s race: Inspiring the next generation for space

As Innsbruck hosted the annual women’s races last Saturday, 21st June 2014, inside the small ice hall nearby, children gathered around OeWF interns, watching the “Dignity” rover as it rolled over the mock Martian surface.

This was just one of several activities set up by local companies, and sporting groups, to amuse and entertain the children during the course of the day. Several hundred children and their families visited the mock “space station” in the corner of the hall. It gave the kids an opportunity, to dress up in miniature space suits, and pretend they were walking on a Martian surface, as well as communicate with their families via the walkie-talkies.

Another big hit, was learning how to direct and control the rover to pick up mars rocks (actual Mars Bars in fact!), just like would be done on a real Mars mission. Yet another station let the families learn about how much less they would weigh on Mars , as well as see some great pictures from the OeWF MARS2013 mission. It was a great turnout of people, but what was most enjoyable, was to see so many children enthusiastic about the rover, miniature space suits, and Mars in general!

Author: Taylor-Gabrielle Moyer

19.Jun 2014 | 12:36

First 2-day Spacesuit Design Course held in Innsbruck

Students from universities in the UK, Germany, and around Austria descended on Innsbruck for the first (of hopefully many more) two day intensive course entitled “Introduction to Space Suits”, run by the Austrian Space Forum.

With only two days together, and a lot of interesting material to cover, students were treated to a wide range of lectures and activities, including subjects such as communication systems, on board data handling, and ESA case studies. Over the two days, they learnt about the basics of space suits, and the difficulties involved for humans during space walks. An up close and personal look at the Austrian Space Forum’s (OeWF) Aouda Space Suit Simulator was the highlight for many of the students. Along with time spent in the classroom, learning about other Analog suits, and the recent MARS2013 mission in the Sahara, the students were able to spend significant time in the Space Suit Laboratory.

Over the two days, the students practiced using the Aouda Suit gloves, chest pack and exoskeleton, as well as learning about Mission Support and training involved for the analog astronauts. They experienced how difficult some simple tasks, such as tying your shoes, can be while wearing bulky space suit gloves. Their practice and study cumulated in a final “mission” – where students donned a hefty training backpack, suit gloves and chest pack, along with a communications headset. This enabled the other students in a mockup of “Mission Support” to direct and instruct the analog astronaut in how to construct a transceiver, such as might be done in a real mission.

The students all agreed that it was a great opportunity to learn more about Aouda X, the Austrian Space Forum, and some of the challenges facing astronauts, as well as getting to socialize with like-minded people and make friends from around Europe. Many of the students will return to Innsbruck in the summer to begin internships and Master’s dissertations with the Austrian Space Forum.
A second course, which is expected to have double the participants, will run in July.

Author: Taylor-Gabrielle Moyer

 

20.Nov 2011 | 15:19

14 - 17. August 2014: Die Burggespräche des Orion

Zum sechsten Mal lädt der Förderkreis Astronomie und Raumfahrt “Der Orion” im dem altehrwürdigen, aus dem Mittelalter stammenden Schloss Albrechtsberg zu den Burggesprächen ein. Neben der Beobachtung der Perseeiden, Sterne und Planeten gibt es heuer wieder spannende Workshops zum Thema Astrofotografie inkl. Stereoskopie Teilnahmegebühr: 180,00 EUR (max. 30 Teilnehmer)
14.Oct 2010 | 19:21

05-07. Sep. 2014: ÖWF Zieleworkshop

Jährliche ÖWF Zielworkshop im Salzburger Raum. Wann: 05. Sep 2014, 09:00 - 07. Sep 2014, 14:00 Kosten: Umkostenbeitrag.
30.Jan 2008 | 21:27

12. Dez 2013 - Herbst 2014: Sonderaustellung "Sounds of Space"

"Sounds of Space" Sonderausstellung im Audioversum - Abenteuer Hören in Innsbruck entführt Sie in die Akustik des Weltalls. Das Österreichisches Weltraum Forum konzipierte die Sonderausstellung und liefert neben der wissenschaftliche Expertise auch die optischen und akustischen Inhalte. Start: Donnerstag, 12. Dezember 2013 Ort: AUDIOVERSUM, Wilhelm-Greil-Straße 23, 6020 Innsbruck Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 9.00 bis 18.00 Uhr Donnerstag: 9.00 bis 21.00 Uhr Samstag, Sonntag, Feiertage: 10.00 bis 18.00 Uhr Montag Ruhetag

ESA Nachrichten

ESA Human Spaceflight

22.07.14:
18.07.14:
03.Feb 2014 | 12:56

Robotic Exploration:ExoMars orbiter core module completed

The ExoMars Trace Gas Orbiter module consisting of the spacecraft structure, thermal control and propulsion systems was handed over by OHB System to Thales Alenia Space France at a ceremony held in Bremen, Germany, today.
08.Nov 2013 | 11:30

Robotic Exploration:ExoMars lander module named Schiaparelli

The entry, descent and landing demonstrator module that will fly on the 2016 ExoMars mission has been named 'Schiaparelli' in honour of the Italian astronomer Giovanni Schiaparelli, who famously mapped the Red Planet's surface features in the 19th century.
28.Jul 2014 | 17:30

Venus Express: up above the clouds so high


ESA’s Venus Express spacecraft has climbed to a new orbit following its daring aerobraking experiment, and will now resume observations of this fascinating planet for at least a few more months.

28.Jul 2014 | 16:35

Last ATV launch – live


Watch live from 23:27 GMT (01:27 CEST) as ESA’s largest spacecraft, ATV-5, is launched to the Space Station on an Ariane 5
28.Jul 2014 | 10:45

Our flocculent neighbour


Space science image of the week: Herschel portrays nearby M33 galaxy blossoming with star births
25.Jul 2014 | 15:35

Week In Images


Our week through the lens:
21-25 July 2014
25.Jul 2014 | 14:12

Timely arrival of Pharao space clock


ESA has welcomed the arrival of Pharao, an important part of ESA’s atomic clock experiment that will be attached to the International Space Station in 2016.

28.Jul 2014 | 16:35

Last ATV launch – live


Watch live from 23:27 GMT (01:27 CEST) as ESA’s largest spacecraft, ATV-5, is launched to the Space Station on an Ariane 5
23.Jul 2014 | 16:55

ATV-5: loaded and locked


ESA’s fifth Automated Transfer Vehicle is now scheduled for launch to the International Space Station at 23:44 GMT on 29 July (01:44 CEST 30 July) on an Ariane 5 rocket from Europe’s Spaceport in Kourou, French Guiana.

22.Jul 2014 | 18:08

Call Alex: live SocialSpace with Alexander Gerst in orbit


ESA astronaut Alexander Gerst is sharing beautiful photographs from space on his social media pages. Is there something you want to ask him while he is orbiting our planet? On 22 August you could talk to him in person during ESA’s SocialSpace event.

22.Jul 2014 | 17:49

Au!


Subjected to extremes, Aausat prepares for launches from Earth and the International Space Station
18.Jul 2014 | 17:27

Our future


UK Mission-X kids with ESA astronaut Timothy Peake on Futures Day at the Farnborough International Air Show

ESA Top Multimedia

Transfer of Ariane 5 flight VA219 from the BAF to the launch pad

18.Jul 2014 | 17:27

Comet on 27 July 2014 - NavCam

18.Jul 2014 | 17:27

Ariane 5 in the BAF ready for transfer to the launch pad

18.Jul 2014 | 17:27

Ariane 5 in the BAF ready for transfer to the launch pad

18.Jul 2014 | 17:27

A final view of ATV Georges Lemaître

18.Jul 2014 | 17:27

Last hatch closing in the payload fairing

18.Jul 2014 | 17:27

Weltraum Nachrichten von Online Zeitungen

28.Jul 2014 | 16:02

Käsespätzle für die ISS: Europäischer Raumtransporter startet zum letzten Flug

Der letzte europäische Raumtransporter startet diese Woche zur ISS. "Georges Lemaître" beliefert die Besatzung der Raumstation mit Käsespätzle, Kleidung und Experimenten. Auf seinem Rückweg wird er verglühen - mit einem Haufen Müll an Bord.
26.Jul 2014 | 16:12

Geckos in Sicherheit: Russischer Forschungssatellit "Foton-M" ist wieder auf Kurs

Glück gehabt: Der Kontakt zum russischen Satelliten "Foton-M" ist wieder hergestellt. Hätte der Flugkörper langfristig nicht auf Signale reagiert, der Trip ins All hätte für die fünf Geckos an Bord ein schlimmes Ende genommen.
24.Jul 2014 | 18:35

Russischer Forschungssatellit: Geckos auf Todeskurs

Der russische Satellit "Foton-M" reagiert nicht mehr auf Funkbefehle. Bleibt das Gerät langfristig taub, droht ein unkontrollierter Absturz auf die Erde und fünf Geckos der Tod durch Verhungern oder Verbrennen.
24.Jul 2014 | 14:49

Neue Satellitendaten: Extremer Sonnensturm verfehlte die Erde

Die Analyse von Satellitendaten belegt: Ein heftiger Sonnensturm hat die Erde im Juli 2012 knapp verfehlt. Er hätte wohl Schäden von mehr als einer Billion Euro verursacht - und könnte sich schon bald wiederholen.
24.Jul 2014 | 12:08

Gazastreifen von der ISS: "Mein traurigstes Foto"

Es ist Nacht, über dem Gazastreifen fliegen Raketen: Der Konflikt zwischen Israel und der Hamas ist auch aus dem All zu sehen. Von der Internationalen Raumstation hat der deutsche Astronaut Alexander Gerst das Kriegsgebiet fotografiert.
28.Jul 2014 | 17:34

Countdown läuft - Letzter Start eines europäischen Raumtransporters zur ISS

Die "Georges Lemaître" soll am Mittwoch starten - sechs Monate später lässt man sie als letzte ihrer Art verglühen
28.Jul 2014 | 15:53

Gutes Timing - Sonnensturm vor zwei Jahren hätte beinahe verheerend geendet

Daten von Sonde STEREO-A ausgewertet: Koronaler Massenauswurf vom Juli 2012 zog an der Erde vorbei
27.Jul 2014 | 17:27

Geckos in Sicherheit - Russischer Forschungssatellit "Foton-M" wieder unter Kontrolle gebracht

Flugkörper mit fünf Echsen an Bord ließ sich vorübergehend nicht mehr steuern - Geplante Rückkehr in zwei Monaten
27.Jul 2014 | 11:58

Rote Riesen - Sterne, die wie Quallen aussehen

Astronomen-Konferenz in Wien widmet sich der Rolle von AGB-Sternen
26.Jul 2014 | 18:00

Astronomie - Wie der älteste Stern der Milchstraße sein Leben begann

Hochauflösende Simulation liefern neue Erkenntnisse über den Übergang von der ersten zur zweiten Sterngeneration im Universum
26.Jul 2014 | 21:36

Foton-M: Satellit samt Geckos wieder unter Kontrolle

Der beinahe verloren geglaubte Satellit "Foton-M" nimmt wieder Signale von der Erde entgegen. So entgehen fünf Geckos dem Hungertod – und der Menschheit stürzt kein Weltraummüll auf den Kopf.
23.Jul 2014 | 09:38

Weltraum-Mission: Emirate wollen Raumsonde zum Mars schicken

Das höchste Gebäude der Welt ist den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht genug: Im Jahr 2021 soll das erste arabische Raumfahrzeug zum Roten Planeten starten. Geld spielt keine Rolle.
22.Jul 2014 | 10:43

Astronomie: Planetenformel – irrer Zufall oder Naturgesetz?

Ein mehr als 200 Jahre alter Algorithmus kann Planetenabstände zur Sonne gut beschreiben. Das wurde bislang als Zufall abgetan. Doch offenbar funktioniert das auch in fernen Planetensystemen.
21.Jul 2014 | 13:17

ISS-Projekt: Neue Atomuhr testet die Relativitätstheorie im All

Die neue Ultrapräzisionsuhr "Pharao" wird gerade für ihren Einsatz auf der "Internationalen Raumstation" (ISS) vorbereitet. Sie soll genauer als je zuvor die Grundannahmen der Physik überprüfen können.
19.Jul 2014 | 20:44

"Adler": Als vor 45 Jahren der erste Mensch den Mond betrat

Mitten im Kalten Krieg düpieren die USA die Sowjets: Sie landen auf dem Mond, hinterlassen einen Schuhabdruck. Fast ein halbes Jahrhundert später sehen Welt und Weltraum-Forschung völlig anders aus.

Weltraum Blogs

03.Sep 2012 | 16:49

ScienceBlogs.de bekommt eine neue Software und macht Pause

Es ist endlich soweit. ScienceBlogs.de wird auf eine neue Software (WordPress) umgestellt. Dann sollten die ganzen Macken und technische Probleme die sich im Laufe der Zeit angehäuft haben, endlich verschwinden. Die Umstellung erfolgt heute Nacht, um Mitternacht geht es los. ScienceBlogs wird dann eine ganze Weile nicht erreichbar sein. Im Laufe des Dienstag Nachmittag müsste dann alles wieder funktionieren. Hoffen zumindest alle... Vielleicht funktioniert auch nichts mehr und es dauert länger, bis alles wieder normal läuft. Wir werden sehen. Ich hab noch keine Ahnung, wie das neue ScienceBlogs aussehen wird. Ich wäre schon zufrieden damit, wenn alle meine Artikel und alle Kommentare dazu den Umzug heil überstehen... Also drückt die Daumen!


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03.Sep 2012 | 12:25

Barnards Stern hat keine Planeten

Barnards Stern hat keine Planeten. Warum sollte das interessant sein, wo doch sonst immer nur von Sternen berichtet wird, bei denen man Planeten entdeckt hat? Erstmal ist auch ein negatives Resultat ein Resultat. Es mag nicht so sexy sein, wie die Entdeckung eines neuen Planetensystems, aber wenn wir wissen, dass es irgendwo keine Planeten gibt, sagt uns das auch etwas. Und dann ist Barnards Stern ein Sonderfall. Denn hier gab es seit Jahrzehnten Diskussionen, oft sogar Streit, darüber, ob sich dort Planeten befinden oder nicht.

Barnards Stern ist nur 6 Lichtjahre entfernt und damit der viertnächste Nachbar der Sonne (oder der zweitnächste, wenn man die drei Sterne des Alpha-Centauri-Systems zu einem zusammenfasst). Er ist so nahe, dass man seine Eigenbewegung sehr gut sehen kann und weil er sich so schnell bewegt, wird er oft auch "Barnards Pfeilstern" genannt. Dieses Bild zeigt, wie er sich zwischen 2001 und 2010 über den Himmel bewegt hat:

Barnard_Star_2001-2010.gif

Bild: Alejandro Sanz Gómez, CC-BY-SA 2.5

So ein interessanter Stern wurde natürlich oft und ausgiebig beobachtet. Wegen seiner schnellen Bewegung hat man besonders viele und genaue Positionsmessungen angestellt. Und in den 1960er und 1970er Jahren kam der Astronom Peter van de Kamp zu dem Schluss, dass sich dort 2 Planeten befinden müssten. Denn der Stern zog nicht einfach in einer geraden Linie über den Himmel, sondern wackelte hin und her. Der Grund dafür sollte die gravitative Störung der Planeten sein, die den Stern ein bisschen wackeln ließen. Die Entdeckung extrasolarer Planeten in den 1970er Jahren wäre eine große Sensation gewesen. Aber die Kollegen waren nicht überzeugt. Andere Astronomen zeigten, dass vermutlich ein technischer Fehler am Teleskop für das Wackeln des Sterns verantwortlich war. Aber van de Kamp war weiter von der Existenz seiner Planeten überzeugt. Zwei Stück, ungefähr halb so groß wie Jupiter sollten Barnards Stern umkreisen.

Die Sache blieb zweifelhaft, die Beobachtungen konnten nie bestätigt werden und es dauerte bis 1995, bevor der erste wirklich zweifelsfrei bestätigte extrasolare Planet entdeckt wurde. Eine Gruppe amerikanischer Astronomen hat nun noch einmal genau nachgesehen und kommt zu dem Schluß: van de Kamps Planeten existieren nicht. Sie haben Beobachtungsdaten aus den letzten 25 Jahren kombiniert und neu ausgewertet. Im Gegensatz zu van de Kamp haben sie sich nicht auf die Positionsänderungen des Sterns verlassen, sondern seine Radialgeschwindigkeit beobachtet. Auch mit dieser Methode misst man das Wackeln des Sterns, allerdings auf andere Art und Weise. Die Ergebnisse sind ziemlich deutlich:

barnard.png


Die grünen und gelben Punkte sind die Messungen. Wenn der Stern keine Planeten hat, dann sollten sie alle auf der Nulllinie in der Mitte des Diagramms liegen. Wenn van de Kamps Planeten existieren, dann sollten die Punkte dem Verlauf der blauen oder rote Linie folgen. Das tun sie aber nicht, sondern liegen tatsächlich - innerhalb der Fehlerbalken - auf der Nulllinie.

Komplett ausschließen können die Forscher die Existenz von Planeten natürlich noch nicht. Ganz kleine Planeten könnte es noch geben. Aber sicherlich nichts, was größer ist als ein paar Erdmassen. Und auf jeden Fall keine Planeten, wie sie van de Kamp gefunden zu haben glaubte.

Barnards Stern hat also keine Planeten. Aber er wird weiter ein interessantes Forschungsobjekt bleiben, auch weil er der Sonne immer näher kommt. In knapp 10000 Jahren wird er sich bis auf 3,8 Lichtjahre angenähert haben. Ich würde gerne wissen, was die Astronomen bis dahin so alles herausgefunden haben...


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03.Sep 2012 | 10:00

Die Landkarte der Physik

1939 hat Bernard H. Porter die optimale Fusion aus Geografie und Physik erschaffen:

"[A] map of physics, containing a brief historical outline of the subject as will be of interest to physicists, students, laymen at large; Also giving a description of the land of physics as seen by the daring sould who venture there; And more particularly the location of villages (named after pioneer physicists) as found by the many rivers; Also the date of founding of each village; As well as the date of its extinction; and finally a collection of various and sundry symbols frequently met with on the trip."

1939-map-of-physics-h2.jpg

Wirklich cool! Da würde ich gern mal Urlaub machen. Eine kleiner Wanderung von der Astronomie ganz im Westen bis hin zur Astrophysik im Osten und dann an Herschel, Newton und Ptolemäus an den Lichtstrand und ein wenig entspannen ;)

Eigentlich fehlen nur noch 2 Dinge: Eine hochauflösende Version dieser Karte, damit man sie als Poster für die Wand ausdrucken kann. Und eine aktualisierte Version, die die Entwicklung der Physik seit 1939 inkludiert. Seit damals haben die Wissenschaftler ja jede Menge Neuland entdeckt!


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02.Sep 2012 | 15:40

Terminkalender September

Da ich in den nächsten Monaten diverse Vorträge und Lesungen an diversen Orten halte, dachte ich, ich sag mal Bescheid, wo ich überall sein werde. Vielleicht sieht man sich ja irgendwo.

  • 12.September, Seeheim-Jugenheim: Am 12 und 13 September finden die Bergsträsser Weltraumtage statt. Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie gibt es dort jede Menge populärwissenschaftliche Vorträge über Astronomie - zum Beispiel über die Suche nach Außerirdischen, den Bau eines Weltraumfahrstuhls oder die Geschichte der Raumfahrt in Kinofilmen. Ich werde dort am 12. September um 20 Uhr einen Vortrag zum Thema "Krawumm - Wahre und falsche Weltuntergänge" halten und dabei auch aus meinen Büchern vorlesen.

  • 25. September, Solingen: Am 25. September um 19.30 werde ich in der Sternwarte Solingen einen Vortrag zum Thema "Weltuntergang 2012? Keine Panik!" halten.
  • 24-28 September, Hamburg: Von 24 bis 28. September findet in Hamburg die große Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft statt. Dort werde ich zwar keinen Vortrag halten, aber trotzdem anwesend sein (zumindest von 26. bis 28., vorher muss ich ja noch nach Solingen). Wird sicher interessant und vielleicht sieht man sich ja!



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02.Sep 2012 | 14:26

Ein Krawumm geht um die Welt (21): Москва́

Letztes Mal war das Krawumm auf seiner Reise durch die Welt bei der chinesischen Mauer angelangt. Und wenn wir schon mal bei den großen Sehenswürdigkeiten sind, dann passt auch dieses Foto von Leser Robert. Krawumm in Moskau!

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Was bisher geschah: Teil 1: Die staubige Fabrik, Teil 2: Rindviecher, Teil 3: Das Krawumm will hoch hinaus, Teil 4: Eishockey und Nobelpreis, Teil 5: Der Weltskeptikerkongress, Teil 6: James Randi!, Teil 7: Bulgarische Berge, Teil 8: Auf hoher See, Teil 9: Das Buch im Transit, Teil 10: Der Berliner Flughafen, Teil 11: Flauschige Eichhörnchen, Teil 12: Der Bund fürs Leben, Teil 13: Der weiße Gott, Teil 14: Besuch auf Tatooine, Teil 15: Bei den alten Römern, Teil 16: Gaudi in Barcelona, Teil 17: Geysire im Yellowstone-Park, Teil 18: Urlaubslektüre in Antalya, Teil 19: Das Unheil kommt von oben, Teil 20: Die chinesische Mauer
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28.Jul 2014 | 18:59

Space Access Society Update

Earth_from_space_graphic
Space Access Update #136 7/27/14
Copyright 2014 by Space Access Society

In this Issue:

- Bill Gaubatz
- Experienced Engineering Teams And US Space Launch Development Policy
- SLS Sole-Sourcing
- 2014 Space Politics: Halftime Report

  • Senate Appropriations Impasse, Other Legislation
  • Commercial Crew & Cargo at Crossroads
  • Defense Launch & Propulsion Politics

- Supporting Space Access

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Bill Gaubatz

Bill Gaubatz, leader of the McDonnell-Douglas team that built and flew the DC-X, left the scene permanently earlier this month, and we are all the poorer for it.  He was a good man, a good friend, and he never gave up on helping this new industry forward.  We’ll miss him.

__________________________________________

Experienced Engineering Teams And US Space Launch Development Policy

 The DC-X 20th Anniversary conference Bill Gaubatz helped organize last summer reminded us of an industry fundamental: If you need to produce a useful new advanced aerospace vehicle, and you want to minimize your risk of abject failure, start with a talented engineering team that already has experience working together – successfully – on similar projects.

Top aerospace engineering teams are seldom just assembled from new hires, ready to succeed at a major task.  They generally must build capability over time on a series of increasingly complex projects before they’re ready to produce, say, a high-performance reusable aerospace vehicle.  The DC-X team is a prime example.  In the years before winning the DC-X contract, they handled the Delta 2 launcher’s return to flight post-Challenger, then the Delta 180, 181, and 183 space test missions for SDIO.  This team’s experience (plus SDIO’s flexible non-micro management) was a huge factor in DC-X flying in a fraction of the time and for a fraction of the money the NASA establishment thought possible.

A few other examples: Von Braun’s Rocket team had decades of experience before they took on the Saturn 5.  The old Lockheed Skunk Works had done dozens of advanced aircraft before producing the SR-71.  Boeing’s 707 team was fresh off the B-47 then B-52.  The Atlas 5 development team had a great deal of experience with the Titan and Atlas launchers.   (We’ve heard that it was a marketing decision to name the new vehicle Atlas 5 rather than Titan 5 – Lockheed-Martin at that point owned both launchers, the design heritage was a mix, but “Atlas” focus-grouped better.)  And even SpaceX’s team got the steepest part of their learning curve out of the way on the Falcon 1 prior to the successful debut of the Falcon 9.

There are any number of examples from the other side of the coin, ad hoc assemblages of talent that had never worked together before, and that when thrown in the deep end failed expensively and spectacularly.  This includes pretty much every NASA attempt to replace Shuttle for the last 30 years, but we’ll just focus on one here.  Lockheed-Martin won the X-33 competition (over the DC-X team and a Rockwell team with Shuttle experience) in part via a nod-and-a-wink campaign hinting that their Skunk Works had already flown something similar “black”, and that X-33 would thus be a piece of cake for them.

Assuming it was true that Lockheed-Martin actually had such an experienced team (there were some interesting visual sightings and reentry-boom seismic readings over southern California and Nevada around then) they apparently had other priorities for that team once the X-33 contract was theirs.  The disastrous problems with the X-33 composite tanks sure didn’t sound like a team with previous experience.  And the LASRE experiment (transonic testing of a subscale aerospike engine to be carried on a NASA SR-71) that was also a Lockheed-Martin selling point never flew, because the engineers assigned to LASRE couldn’t even get the hydrogen plumbing to stop leaking dangerously.  That sounds more like interns than the engineering  “A” team.

We see two lessons here:

If you don’t already have an experienced team, start by hiring the essential highly talented people, yes – but plan on spending some years after that building team experience on smaller projects before you can hand them a really big one with reasonable odds of success.

And once you have such a team up to speed, it is a precious and hard-to-replace resource, not to be dispersed or under-employed lightly.

US Launch Development Policy

This brings us to the current US launch vehicle scene.  We see only three such US teams with current-generation successful experience building and flying useful space launch vehicles: SpaceX, Orbital, and ULA.  (Blue Origin may be there soon, and XCOR, Virgin, and others are also headed that way, but those first three are the proven teams we have now.)

As such, they are precious national resources – scarce, and expensive and time-consuming to replace.

We should treat them that way.  We don’t seem to be doing so in the case of ULA.

Boeing and Lockheed-Martin look very much like they’re treating ULA as a cash cow, maximizing near-term income from sales of its current high-cost expendable Delta 4 and Atlas 5 launchers, while allowing ULA to invest only token amounts in its long-term future.  ULA’s owners apparently prefer to run the operation into the ground for short-term income.

Consider: ULA is jointly owned by Boeing and Lockheed-Martin, the result of a 2006 government-motivated merger between these two parent companies’ EELV operations.  As such, the parent companies effectively control how much ULA can invest in staying competitive for the future:  How much of ULA’s operating income is shipped off to the parents as profit, how much ULA can reinvest, and whether ULA can go looking for additional outside investment capital.

Atlas 5 and Delta 4 met the goals set for them twenty years ago.  They are reliable, they cost significantly less than Shuttle did, and they do this within the requirements of the traditional (high-cost and inflexible) USAF space-launch procurement system.  But “significantly less than Shuttle” is no longer enough, “price-and-service competitive with SpaceX” is rapidly becoming the new standard.   ULA’s current service edge almost certainly won’t last.  There’s no way ULA can then compete purely on price against SpaceX’s next-generation manufacturing operation without at minimum a complete overhaul of ULA’s manufacturing/procurement process.  If SpaceX’s reusability push pans out, ULA may also need major vehicle redesigns to keep up.  Neither of these moves comes cheap.

ULA’s parents were reported at the time of the merger to share ULA profits equally.  Lockheed-Martin is reported here to have received $300 million from ULA in 2013, and here to be on track to increase that for 2014.  Even allowing for peculiarities of corporate accounting, ULA income to the parent companies is clearly significant, hundreds of millions annually.

Meanwhile, the visible evidence of ULA future investment is a few engine study contracts here, a small-scale upper-stage propulsion hardware demo there.  These, plus their published work on propellant depots, advanced deep-space upper stages, etc. do indicate to us that ULA understands where they need to go – but the level of financial commitment seems wholly inadequate.  We’d estimate the annual amounts involved to be in the millions – at most in the (very) low tens of millions – far short of the hundreds of millions of investment needed if ULA is to have a long-term competitive future.

As an irreverent colleague put it, “someone really needs to call Protective Services on ULA’s parents.”

The US government has not been shy in the past about imposing national policy on the US launch industry.  In this case, we suggest that they let Boeing and Lockheed-Martin know that if they’re unwilling to invest in ULA for the long term themselves, for the good of country and company both, they should sell ULA to a deep-pockets outsider who will.

Otherwise, what we’ll likely see some years from now is ULA’s current product line priced out of the market entirely, obsolete and near valueless, while ULA’s development team will have burnt out, retired, or gone elsewhere.  That’s no way to treat a useful – and perishable – national resource.

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SLS Sole-Sourcing

This reminds us of a related issue.  Once it was decided (however foolishly) to base a new NASA Heavy-Lift Vehicle on leftover Shuttle systems, arguably it made sense to (effectively) sole-source Ares 5 to the existing Shuttle contractors.  The same logic might still apply for the core and solid boosters of SLS, although the gap with Shuttle is widening.  Boeing, for instance, was just granted a multi-billion dollar contract to produce two SLS core stages on a sole-source, non-competed basis.  We’re not utterly convinced, but nor are we really interested in arguing that point.  (We prefer to focus on the overall unwisdom  of basing a new HLV on 1970s hardware and bureaucracies if there’s to be any hope of it affordably flying useful missions.)

But reading farther down in that story, it occurs to us to ask what, precisely, qualifies Boeing to also get a $307 million sole-source contract for the 4x RL-10 powered interim SLS upper stage?

There are two RL-10 powered hydrogen upper stages in current use in the US.  They’re both produced and operated by…  ULA.  The sole engineering team in the US with practical experience building and flying hydrogen upper stages works for…  ULA.  The team that’s spent considerable effort designing a scalable 4x RL-10 upper stage, along with a variety of long-endurance deep-space hydrogen upper stage enhancements, is at…  ULA.

This is a bit of a head-scratcher.  We’d almost think there was politics involved in SLS procurement decisions.

Even the Government Accountability Office is questioning this.  From page 26 of http://www.gao.gov/assets/670/664969.pdf,  “..program officials… ..also stated that the [SLS] program does not plan to compete the upper stage development because its initial award to Boeing in 2007 under the Constellation program was done competitively. Since that award, however, our work indicates that the marketplace for spacecraft development has shifted considerably as new commercial providers have since developed and have launched, or are currently developing, upper stages.”  (We at SAS would add that the “Interim” upper stage currently contemplated for SLS has also “shifted considerably”, as in it’s a totally different stage than the one awarded to Boeing in 2007.)

As we see it, if there were an actual competition for this SLS upper stage contract, with team experience as a significant criterion, some SLS money might then go to developing an actual functional scalable hydrogen deep-space-capable upper stage, which might then be usable elsewhere, and that would be somewhat less SLS money utterly wasted.

But if SLS management is content to ignore the only proven hydrogen upper stage engineering team in the US in sole-sourcing their latest new upper stage, and if Congress is willing to let them, well, we think it says a great deal about the SLS project as a whole, and we think they will probably get exactly the upper stage they deserve.

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2014 Space Politics: Halftime Report

It’s midsummer in Washington DC, and Congressional activity on US space policy has largely come to a halt.  Not that the year’s space legislative work is done.  We expect a flurry of activity before the federal fiscal year ends September 30th, and another after the November elections are past.

Nor is Congress the only thing happening in US space politics this summer.  NASA HQ is now talking about a decision in August or September on the winner(s) in the next round of Commercial Crew development.  And the next batch of Russian RD-180 engines for Atlas 5 either will or won’t be delivered to ULA in August.

The current pause seems a good time to review the state of play.

Senate Appropriations Impasse

When last we wrote, the Senate Commerce, Justice, Science (NASA) Appropriations bill was on its way to the Senate floor for debate and amendment as part of a “minibus” package with the Transportation-HUD and Agriculture appropriations.  Senator Shelby had stood up and defended his Commercial Crew/Cargo cost-plus accounting poison-pill during the preliminaries, and Senator Nelson had responded that a balance between oversight and innovation is needed.

Then before the day was out, election-year politics intervened, and action on all Senate Appropriations bills came to a screeching halt.  (See the fine print** below for the details, if you care.)

That’s where things still stand.  The Senate’s election-year impasse doesn’t look like getting resolved until, yes, after the elections.  It looks very much like we’ll see an omnibus Continuing Resolution to maintain government funding after the end of this federal fiscal year on September 30th until at least some weeks into November.  The effect will be to maintain the status quo at least till sometime late in the year.

The status quo is a good thing as far as we’re concerned, since Senator Shelby is the one pushing for radical changes here.  We also see a good chance that when it does come time to finalize things, he quite likely will not prevail, since with your help we’ve succeeded in making his cost-plus accounting mandate controversial and in stirring up Senate opposition.

Not a satisfyingly definite conclusion to the matter, no.  But it looks for now like a win, and we’ll take it.

** We can find no single clear description of the Senate’s election-year Appropriations impasse to point to.  Our attempt to summarize:  The EPA is introducing new CO2 emissions regulations that will significantly raise the cost of coal-fired electricity, affecting a lot of voters.  Senate Minority Leader Mitch McConnell sees an opportunity to put together 51 votes for an amendment preventing this, with his 45 Republicans plus a half-dozen Democrats who are facing tight races this fall.  Senate rules allow for 51-vote amendments – but only when 60 Senators agree to it as part of the ground rules for how a given bill is considered.  Reversing their usual positions, McConnell wants a 51-vote amendments threshold to allow him to either pass his energy amendment or put those half-dozen tight-race Democrats on the spot, while Reid wants a 60-vote threshold to allow his at-risk Democrats to vote for McConnell’s amendment and satisfy their home state voters while still defeating the amendment.  Meanwhile, no Appropriations bill can advance without a 60-vote majority agreeing on the amendment and debate rules, which means while this impasse lasts no Appropriations bill can advance, period.

Other Legislation

The House CJS (NASA) Appropriations bill passed back in June.  It also has a harmful Commercial Crew provision in the accompanying Report language: A requirement to downselect immediately to one contractor, eliminating competition.  We’ve been considerably less worried about this, since it is directly contradicted by language in the House NASA Appropriation itself saying that Commercial Crew “..will also benefit greatly from competition among multiple US commercial spaceflight companies”, making it much easier for NASA to ignore.  More on the intent behind this (and Senator Shelby’s poison-pill) in the next section.

The House NASA Authorization (Authorizations tend to be more concerned with policy direction) also passed a while back, with some provisions of interest to us.  The earlier SLS/Orion cancellation-proofing “termination liability” provisions have been watered down to 120 days notice required, which we can live with.  And safety is still defined as the highest priority for Commercial Crew.  It strikes us that a balance between safety, affordability, and the earliest possible operational capability would be both more appropriate, and more realistic in terms of what the country actually expects from the program.  Again, we expect NASA will be able to handle this point sensibly.

Commercial Crew & Cargo At Crossroads

The CCiCap phase of the program is winding up.  The top three contenders (Boeing, Sierra Nevada, and SpaceX) have all submitted bids for the final development phase, CCtCap, where actual transportation capability will be demonstrated, with first flight to Station taking place by the end of 2017.  Funding for CCtCap looks likely to be adequate, with both houses of Congress currently supporting near $800 million for next year.

The politics of the CCtCap selection are, uh, interesting.  There seem to be two main schools of thought on how Commercial Crew should go forward.

One, which we (and we hope still Commercial Crew management) favor, is to pick for CCtCap contracts the two of the current three bidders most likely to produce a useful timely affordable crew transport capability, with a continuation of the current non-traditional NASA management style.  IE, fixed-price milestone contracts with significantly less-than-traditional NASA micromanagement.  (It’s worth noting that the only way the program can afford to keep two competing contractors is to continue this lower-cost approach.)  Given ongoing political difficulties with Russia, the contractor with best potential for an accelerated operational capability (IE, significantly before the nominal target of December 2017) (IE, SpaceX) would likely get a larger share of funding to pursue that option.

The other approach, pushed by a coalition between old-school NASA and their Congressional supporters, would downselect to one old-school contractor (Boeing), give them all the funding, drop the current Commercial Crew management and bring things back under old-school NASA management, ignore the goals for contractor co-investment, for commercial potential beyond NASA, and (practically speaking) for any early capability, and revert to the traditional cost-plus NASA-micromanaged development approach.  (Boeing and its supporters have been hinting broadly at various aspects of this approach for years.)

This traditional approach to producing new NASA crew transportation has failed every time it’s been tried for over thirty years now, but it has the attraction of predictability – of keeping program and funding control in the same old hands and jobs in the same old districts.  The result in this case would very likely be another protracted expensive failure.  This result is apparently acceptable on the grounds that it wouldn’t be obvious for years and by then the voters will have forgotten.  Not, we say, if we have anything to do with the matter.

(Oh, and a note of possible sympathy for Senator Shelby.  If you assume the old-school sole-source approach as given, then more stringent accounting rules to keep the sole-source contractor from playing fast and loose might actually be a really good idea.  Mind, we tend to think that no program at all would be better at that point, but let’s hope it doesn’t come to that.)

The most recent word we’ve seen from NASA HQ on when the CCtCap announcements will be made is, sometime in August or September.  We await the results with great interest, and in the meantime we sympathize with those undoubtedly being subjected to immense and conflicting political pressures.  Do the right thing, guys – it won’t get you a VP slot at Boeing, but you’ll sleep better at night.

Defense Launch & Propulsion Politics

Reports of the demise of Atlas 5′s Russian-supplied RD-180 engine have been somewhat exaggerated, at least so far.  One angry tweet from a Russian official who’d just been personally sanctioned does not (necessarily) a Russian policy make.  Certainly the possibility exists and should be planned for (as we advised back in May), but as of a month ago ULA has agreed with the actual Russian manufacturers to move two RD-180 deliveries (out of a batch of five originally due in November) up to August, and to increase the overall order to eight engines a year from the previous six.

Our take: Russia is already seeing enough economic problems from Western sanctions (and from general loss of investor confidence) arising out of their Ukraine policies.  An actual cutoff of RD-180 shipments would temporarily inconvenience the US and cost it some billions, while also pushing the US toward domestic engine production that would reduce both export revenue and influence for Russia over the long term.  We will await August with interest (not nearly as much so as ULA, of course) but we think the way to bet is that those two engines will show up.

Regarding reducing US defense launch political vulnerability to Russia via US production of either the RD-180 or a close substitute, back in May we advised that if a US substitute is in fact required, an RD-180 clone might be preferable to a new design, as being less likely to turn into an extended development boondoggle.  We’ve since been told by multiple sources that a major issue with the RD-180 is that its design is extremely labor-intensive to manufacture, so at US skilled aerospace labor rates cloning RD-180 isn’t as obviously superior to developing a new substitute as we’d thought.

That said, there does seem to be a consensus emerging in Congress and at the White House that we should come up with a replacement for Russian RD-180, though not yet on what that should be or how to go about it.  (This story, this, and this cover the matter in considerable depth, along with coverage of the SpaceX-ULA/DOD legal brawl).

Our summary: The House Defense Appropriators want to throw a lot of new money ($220m next year) at the problem, implicitly for a traditional government cost-plus procurement at Aerojet (the last traditional US engine vendor standing).  The Senate Defense Appropriators so far are being more cautious, with $25 million new money (plus $43m previously for a generic liquid rocket technology program.)   A traditional government engine procurement has been cited as costing $1 billion over five years, but high DOD officials recently warned (realistically, we think) it may end up more like $2 billion over eight years.  The White House meanwhile said that $220m next year would be premature while they are still “evaluating several cost-effective options including public-private partnerships with multiple awards that will drive innovation, stimulate the industrial base, and reduce costs through competition.”

The problem we see is that the only established large-rocket-engine vendor left in the US is Aerojet (they’ve acquired both Pratt &Whitney and Rocketdyne.)  Aerojet has a reputation for being more than happy to soak up open-ended money and time in traditional government cost-plus procurements.  Going back to our observation on skilled engineering teams, both of the other US candidate teams with current experience anywhere close to that engine size, at SpaceX and Blue Origin,  were formed to meet their own companies’ engine needs and aren’t obviously interested in outside customers.

The White House seems to be on the right long-term track with ” public-private partnerships with multiple awards that will drive innovation, stimulate the industrial base, and reduce costs through competition.”  But in the short term, somehow affordably getting a useful engine out of Aerojet may be the primary option.

To that end, we have some suggestions:

First, insist Aerojet keep it simple, going for the souped-up NK-33 derivative they’ve talked about in recent years rather than a wholly-new-design technology-fest.  The Russian NK-33 engine Aerojet has design rights to (they currently refurbish these for Orbital’s Antares booster) is reportedly much more easily manufacturable than RD-180.  If Aerojet’s claims for the upgraded version they were trying to sell NASA a couple years back are true, the result should be usable (in pairs) as a reasonable RD-180 replacement.

Second, by keeping the technology risk low, the possibility opens up of a fixed-price, milestone-based contract rather than the usual open-ended cost-plus procurement.  Doing so, with the will to hold the contractors’ feet to the fire on schedule and cost, could be good both for Aerojet’s culture and for US taxpayers.

Third, by keeping costs low this way, the possibility opens up of maintaining post-selection competition by splitting overall funding, with a minor share going to the best innovative newcomer vendor bid received.  Think establishment consortium Galileo Industries versus Surrey Satellite on the ESA GIOVE Galileo navsat testbed project.  The GIOVE that flew first (by years) and most effectively and by far the cheapest was upstart Surrey’s.

One final, more radical suggestion, to put all this in perspective: Offer a billion dollars in prize money for the first US company to build and test a suitable engine.  (Perhaps split the billion 60-40 for the first two, to reduced the perceived risk of coming in second and getting nothing.)  Then stand back and watch the American commercial ingenuity fly.  Should Aerojet fail to come up with a serious effort to win such a prize, they might well find their top talent being hired away by more agile outfits, to the overall benefit of the country.

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Supporting Space Access

It takes a fair number of hours just to keep up with all that’s going on these days.  Putting out these Updates takes more time on top of that, consulting and debating and writing.  The work of SAS gets carried on in the time we can spare from paying the bills, and in recent years that time has been getting less.  (To the point where we had to cancel this spring’s conference, something we do not want to have to do ever again.)

SAS gave up paid memberships and active fundraising a number of years back for reasons that made sense at the time.  Times have changed.  If we’re going to continue doing this work, we need help.

In the near future we’ll be resuming taking paid memberships (with some interesting member benefits) and announcing how we’re going to support producing next spring’s Space Access Conference.  We still have details to work out on these, though.

In the meantime, if you think what we’ve been doing to promote sensible policies (and occasionally chew on a deserving political ankle or two) is worthwhile, and you’d like to buy us more time to do it better, help, please.  Send a donation of whatever size – ten, a hundred, a thousand, it all helps – via check for now – to:

Space Access Society, PO Box 16034, Phoenix AZ 85011.

Note that this is NOT tax-deductible, as we are not a 501c-anything.  It is however entirely confidential, as we have never and will never share or disclose in any way our supporters’ names.

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Space Access Society’s sole purpose is to promote radical reductions in the cost of reaching space.  You may redistribute this Update in any medium you choose, as long as you do it unedited in its entirety. You may reproduce selected portions of this Update if you credit this Space Access Update as the source and include a pointer to our website.

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Space Access Society

http://www.space-access.org

space.access@mindspring.com

“Reach low orbit and you’re halfway to anywhere in the Solar System”

- Robert A. Heinlein

28.Jul 2014 | 18:33

Startup Weekend: Space Was a Blast!

Space Startup Weekend pitch. (Credit: Douglas Messier)

Space Startup Weekend pitch. (Credit: Douglas Messier)

Hey everyone.

Startup Weekend: Space finished up last night at the Rainbow Mansion in Cupertino. I had a great time being involved in one of the teams, Makernautics, which wants to develop software tools to make building CubeSats easier.

Nine teams competed over the weekend. The winner was a group called BioCube, which is developing a life-support system for CubeSats that will allow researchers to study the effects of microgravity on biological samples.

It’s a very cool project that I think will open up a new market for researchers who can’t afford flights to the International Space Station. The team did a great job defining and presenting it.

We talked to two of the judges later, and they said they liked the Makernautics proposal as well. So, we’re going to pursue developing that idea.

I’d really like to thank everyone involved in organizing the event, in particular Traci Parker and Reuben Metcalfe for letting me participate. It was a lot of fun, learned a lot, and connected with some great people on the Makernautics team. A big thank-up to all the residents of the Rainbow Mansion for hosting us for two days.

28.Jul 2014 | 18:09

World View Selects 3 Research Payloads

World View balloon and capsule at altitude. (Credit: World View)

World View balloon and capsule at altitude. (Credit: World View)

San Francisco, CA, July 28, 2014 (World View PR) – World View Enterprises, the commercial spaceflight balloon company, has announced plans to fly research and education payloads during its balloon test flight phase as part of its newly launched Pathfinder program.

World View has selected three initial Pathfinder payloads to fly on its delivery platforms beginning in late 2014. The payloads will be transported to altitudes as high as 120,000 feet via high-altitude balloon for the collection of scientific data. The initial Pathfinder payload institutions, payloads, and their Principal Investigators (PIs) include:

Space Environment Technologies: Dr. W. Kent Tobiska; Stratospheric Automated Radiation Measurements for Aerospace Safety

SETI Institute: Dr. Peter Jenniskens; Meteor Imager

Florida Space Grant Consortium: Dr. Jaydeep Mukherjee; Student Ozone Monitor

“World View’s research and education Pathfinder Program represents a major milestone and demonstrates our commitment to opening routine access to high-altitude balloon flights to these communities,” said Dr. Alan Stern, World View chief scientist and co- founder.

Taber MacCallum, co-founder and World View chief technical officer added, “As we work toward launching consumer space flights in late 2016, we’re pleased to be able to leverage our test flights to make a significant, positive impact right now on the fields of research and education. We’re especially proud to be working with such accomplished principal investigators for our initial Pathfinder payload flights.”

World View plans to fly a broad range of research and education payloads on its various stratospheric balloon systems, including the recently flight tested and validated Tycho system. Tycho is a reusable commercial craft designed to offer low-cost access to the near-space environment (up to 130,000 feet) and is capable of flying small research and education payloads for a wide variety of applications, including atmospheric research, technology demonstrations for space flight and education. World View will offer similar opportunities on board its larger vehicles, including manned commercial flights with a float altitude of 100,000 feet, scheduled to begin in late 2016.

About World View

World View offers a gentle, comfortable, and life-changing travel experience to the edge of space for private citizens, and frequent and affordable access to near-space for researchers, educators, private companies and government agencies. World View systems are available today for unmanned research, education, and commercial opportunities with an altitude capability up to 130,000 feet, and the company is currently taking reservations for manned flights and private tours, Watch the World View experience here. For more information, visit http://www.worldviewexperience.com. Follow us on Facebook and Twitter for updates.

28.Jul 2014 | 17:56

This Week on The Space Show

spaceshowlogo
This week on The Space Show with David Livingston:

1. Monday, July 28, 2014: 2-3:30 PM PDT (5-6:30 PM EDT, 4-5:30 PM CDT): We welcome back JAY BARBREE, NBC News space reporter and author of the new book, “Neil Armstrong: A Life of Flight.”

2. Tuesday, July 29, 2014, 7 PM PDT (10 PM EDT, 9 PM CDT): We welcome back DR. PAT PATTERSON to discuss the upcoming SmallSat Conference at Utah State in Logan, Utah.

3. Wednesday, July 30, 2014, 11AM-12 PM PDT (2-3PM EDT, 1-2 PM CDT): We welcome back Robert Meurer, Director, Corporate Business Development at ATK, Space Division, Beltsville, MD.

4. Friday, August 1, 2014:, NO LIVE SHOW TODAY, JURY DUTY. I will upload two NewSpace Conference interviews. When you see the program on the website and the blog, it is ready for play.

5. Sunday, August 3, 2014, 12-1:30 PM PST, (3-4:30 PM EST, 2-3:30 PM CST). NO SHOW TODAY. I am heading to San Diego for the AIAA Space 2014 Conference.

27.Jul 2014 | 17:59

The Second Space Age is Beginning…and It’ll Be Awesome

Video Caption: Will Pomerantz, Virgin Galactic’s VP of Special Projects, explains how the second space age promises to open up a new world of exciting opportunities.

29.Jul 2014 | 05:33

Im fünften Anlauf drei Air Force-Satelliten gestartet

Nach vier vergeblichen Startversuchen ist es nun gelungen. Das US Air Force Space Command (AFSPC) hat am 29. Juli 2014 um 01:28 Uhr MESZ (Ortszeit Florida 28. Juli, 07:28 p.m.) zwei GSSAP-Satelliten (Geosynchronous Space Situational Awareness Program) zur Überwachung des geostationären Orbits und den Kleinsatelliten ANGELS (Automated Navigation and Guidance Experiment for Local Space) in den Weltraum gebracht. Die Mission läuft unter dem Kürzel AFSPC-04.
28.Jul 2014 | 18:40

Auf der Suche nach dem Budgetraumschiff

Nach Ausmusterung der US-Space Shuttle führt der einzige Weg für Menschen ins All über Russland und seine Sojus-Kapseln auf Sojus-Raketen. Dieser Zustand ist allerdings in mehr als nur einer Hinsicht unbefriedigend.
24.Jul 2014 | 22:29

Rosettas Komet: Ein erster Blick auf die Oberfläche

Nach dem erfolgreichen Abschluss ihres achten Kurskorrekturmanövers befindet sich die Raumsonde Rosetta mittlerweile in einer Entfernung von weniger als 3.500 Kilometern zu dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko. Fotoaufnahmen vom 20. Juli 2014 zeigen dessen unregelmäßig geformten Kern und geben erstmals Aufschluss über dessen Oberfläche.
23.Jul 2014 | 20:55

Der offene Sternhaufen NGC 3293

Eine am heutigen Tag von der Europäischen Südsternwarte veröffentlichte Aufnahme zeigt den offenen Sternhaufen NGC 3293. Die dort konzentrierten Sterne haben sich erst vor etwa zehn Millionen Jahren gebildet. Offene Sternhaufen stellen für Astronomen ein Feldlabor zur Überprüfung der Sternentstehungstheorien dar.
20.Jul 2014 | 18:35

Die Natur der schnellen Radiostrahlungsausbrüche

Die Entdeckung eines nur Sekundenbruchteile andauernden Radiostrahlungsausbruchs mit dem Arecibo-Radioteleskop auf Puerto Rico liefert den Astronomen wichtige neue Daten zu diesen rätselhaften und in der Vergangenheit nur extrem selten beobachteten Ausbrüchen, deren Ursprung sich anscheinend in Entfernungen von Milliarden von Lichtjahren befindet.
24.Jul 2014 | 15:40

Erste Eindrücke der Oberfläche von Rosettas Zielkomet

Die neuen Bilder des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko, den die ESA-Raumsonde Rosetta am 6. August 2014 erreichen wird und auf dem das Landegerät Philae im November aufsetzen soll, lassen bereits Strukturen seiner Oberfläche erkennen. Sie wurden mit der OSIRIS-Kamera an Bord von Rosetta aus 5.500 Kilometern Entfernung gemacht, ihre Auflösung beträgt 100 Meter pro Bildpunkt (Pixel) und trotzdem ist darauf zu erkennen, dass die Region an der sich der Komet verengt, deutlich heller ist als die beiden anderen Teile.
24.Jul 2014 | 10:37

Ausweichen, bevor es kracht!

In meinem Auto merke ich schon bei 100 Kilometern pro Stunde, dass ich ganz schön schnell unterwegs bin. In der schönen Limousine unserer Fahrbereitschaft gehen auch schon einmal 160 Stundenkilometer, ohne dass man die Geschwindigkeit irgendwie groß merkt. Klar, denn Geschwindigkeit alleine kann man praktisch nicht wahrnehmen. Beschleunigungen ja, aber wenn man konstant unterwegs ist, merkt man nur relativ zu anderen Dingen, wie schnell man ist. Oder eben daran, dass das Auto zu klappern beginnt. Ähnlich ist es bei der ISS. Die Geschwindigkeit der Raumstation ist noch wesentlich höher - hier braucht es 28.000 Kilometer pro Stunde, damit die Station nicht "herunterfällt".
18.Jul 2014 | 08:24

60 Jahre... war's das?

Seit 60 Jahren war dieser Tag vorhersehbar...lange lag er jedoch in weiter Ferne...und dann ist er viel zu schnell da: mein sechzigster Geburtstag. Jahrzehntelang waren Sechzigjährige für mich das Alter per se, kurz vor der Rente...Jetzt, da mich dieses "Schicksal" ebenso ereilt hat und ich in Zukunft vielleicht Seniorenteller und Vergünstigungen am Skilift genießen darf, ist es Zeit zurück zu schauen, um die Zukunft vorzubereiten, im privaten wie im beruflichen Bereich: Die gesammelten Erfahrungen auf- und verarbeiten und die unglaubliche Macht der Unabhängigkeit, die durch das Alter gegeben ist, gezielt einsetzen, um wichtige Dinge voranzutreiben.
16.Jul 2014 | 15:17

Fotowettbewerb: Rosetta, sind wir schon da?

"Sind wir schon da?" - Diese Frage haben wir vermutlich alle irgendwann schon einmal unterwegs gestellt - oder zumindest gedacht. Diese Frage hat sich sicherlich auch das Team der Rosetta-Mission im Laufe des zehnjährigen Flugs zum Zielkometen gestellt. Und jetzt endlich steht das lang ersehnte "Ja, wir sind endlich da!" kurz bevor. Um die letzte Etappe dieser abenteuerlichen Reise zum Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko zu begleiten, hat die Europäische Weltraumorganisation ESA den Fotowettbewerb: "Rosetta, sind wir schon da?" zum Thema Reisen und Ankommen gestartet.
14.Jul 2014 | 11:40

Bronzefarben und kompakt - MASCOT geht nach Japan

MASCOT gleicht ein bisschen einem Taschenmesser - möglichst kompakt und trotzdem sind alle Funktionen und Module enthalten, die man in jeder erdenklichen Lage benötigt. Nur die Anforderungen sind etwas anders: Ein Asteroidenlander, Subsysteme, ein Abwurfmechanismus vom Mutterschiff, ein Hüpfmechanismus, ein Hyperspektralmikroskop, ein Magnetometer, ein Radiometer, eine Kamera und eine autonome Steuereinheit stellen nur einige der vielen Funktionen des circa 10 Kilogramm schweren Landers dar.
25.May 2014 | 16:52

ILA und Berlin – Elf Notizen eines Provinzlers

London riecht nach Pferd und Fäkalien, befand Horiatio Nelson, Englands legendärer Seeheld, als er nach monatelanger Kriegsfahrt auf hoher See in die Hauptstadt zurückkehrte. Sie war zu seiner Zeit die bedeutendste Stadt der Welt und er begegnete ihr stets mit einer Mischung aus Faszination und Abscheu.

1. Ich war noch keine Minute in der Berliner S-Bahn (Strecke Hauptbahnhof – Charlottenburg) als ich von einem streng riechenden, verwahrlost aussehenden Mann in forschem Ton angebettelt wurde. Am Bahnhof Zoo verließ er den Zug wieder. Ein weiterer Bettler kam ins Abteil, um seinerseits mit lauter Stimme von den Passagieren einen Obolus einzufordern. Niemand kümmerte sich um ihn, was ihn dazu veranlasste, die Fahrgäste mit lautstarken Verwünschungen zu belegen. Er war mit seiner Tirade noch nicht fertig, als der Zug in Charlottenburg einfuhr. Ich wuchtete mein Gepäck zum Ausgang, warf dem Mann und der innen und außen mit Graffitis vollgeschmierten S-Bahn-Kabine einen letzten irritierten Blick zu, und trat vor die Tür. Es knirschte unter meinen Füßen. Ich blickte nach unten. Ich stand in einem Haufen Glasscherben.

Der Autor, in der Gagarin Bar in Prenzlauer Berg

Der Autor, in der Gagarin Bar in Prenzlauer Berg

2. Die Aufbautage auf der ILA, draußen im märkischen Sand, gleich neben BER, der bestbeleuchtetsten, uneröffnetsten, teuersten Lachnummer der Nation laufen wie immer. Die Parkplätze, wie stets ungepflastert und ungeteert, stauben vor sich hin. Wie üblich kann man an den Aufbautagen ohne jede Kontrolle (noch nicht einmal die Aufbau-Ausweise werden gecheckt) alles ins ILA-Gelände schleppen, was man – für welchen Zweck auch immer - in den Folgetagen so braucht. Kann man die Gerätschaften nicht tragen, dann bekommt man für 100 Euro Kaution problemlos eine Einfahrtgenehmigung. Dann bringt man halt sein Material mit dem PKW, dem Laster oder dem Tieflader ins Gelände. Kein Mensch kontrolliert irgendetwas. So geht das problemlos von Samstag bis Montag.

Standaufbau am Tag vor der Eröffnung

Standaufbau am Tag vor der Eröffnung

3. Montagabend, in der Gagarin-Bar in Prenzlauer Berg, erinnerte mich Susanne Hofmann milde an meine Kosmologs-Verpflichtungen und versprach, ums mir leichter zu machen, schon mal einen kleinen Beitrag über die ILA vorzulegen. Was sie denn auch tat. Über Susannes Anwesenheit hab ich mich ganz besonders gefreut. Mit dabei bei Gagarin-Bier, Blinis, Soljanka und russischen Buletten waren neben ihr auch Uwe-Schmaling, Chefredakteur und Herausgeber des ebenso legendären wie chronisch defizitären und gerade mal wieder von der Schließung bedrohten Kult-Raumfahrtorgans Raumfahrt Concret, die Regisseurin Marian Kiss, meine Wiener Orion-Partnerin Maria Pflug-Hofmayr, Andreas Weise, Ingenieur und Raumfahrthistoriker mit Schwerpunkt auf der frühen russischen Raumfahrt, Thomas Krieger, der Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Raumfahrt und die RC-Redakteurin Ute Harbricht. Außerdem der letzte Wissenschafts-Attachè der ständigen Vertretung der DDR in Bonn mit seiner Frau, die als kleines Mädchen im September 1961 dem eben aus dem Orbit zurückgekehrten German Titow den offiziellen Blumenstrauß der DDR-Regierung überreichen durfte. Eine bunte, illustre und lustige Runde.

4. Kurz nach Mitternacht stieg ich an der U-Bahnstation Adenauerplatz aus. Mir fiel gleich das übliche Rudel aus sechs, sieben finster aussehenden Jungs in Bomberjacken auf. Diese beunruhigenden Grüppchen gehören zur nächtlichen Grundausstattung jeder Berliner U-Bahnstation. Dazu zwei auf den Wartebänken schnarchende Penner und eine erheblich schwankende Person, die sich offensichtlich für den Erlöser hielt und mit lauter Stimme das nahende Armageddon heraufbeschwor. Als ich die Treppe in Richtung Xantener Straße hinaufging (die Rolltreppe wie üblich in Berlin pure Makulatur) folgte mir die Gang, und mir wurde etwas mulmig. Die Jungs erwiesen sich aber als harmlos. Zumindest für mich. Als ich die vierhundert Meter zum Olivaer-Platz marschierte, bekam ich noch mit, wie sie an einer Baustelle unter lautem Gejohle ein Dixie-Kloo an den Kudamm wuchteten und auf die Fahrbahn warfen.

Eine der wenigen Neuheiten auf der diesjährigen ILA. Der Airbus A350.

Eine der wenigen Neuheiten auf der diesjährigen ILA. Der Airbus A350.

5. Ab Dienstag, dem ersten der drei ILA-Geschäftstage, setzten scharfe Kontrollen ein. Ausweise werden gescannt, Taschen durchsucht, man muss einen Metalldetektor passieren. Kleiner Tip, für den Fall, dass sie für ihr geplantes Sprengstoffattentat noch Material brauchen, das sie blöderweise vergessen haben, zwischen Samstag und Montag mit dem Transporter hereinzubringen: Besuchen Sie den Military-Shop ihrer Wahl und beschaffen sich dort einen Kampfanzug. Und zwar die buntgefleckte-Camouflage-Sorte. Rangabzeichen sind nicht nötig. Trägt man so ein Outfit, dann wird man vom Wachpersonal an den Eingängen einfach durchgewinkt. Weder braucht man an der Schlange anzustehen, noch muss man irgendwelche Kontrollen über sich ergehen lassen. Auch das Gepäck der Kampfkombi-Träger wird – nach meinen Beobachtungen – grundsätzlich nicht kontrolliert.

Der kleinste, neuste und interessanteste Airbus: Ein Voll-Elektroflugzeug

Der kleinste, neuste und interessanteste Airbus: Ein Voll-Elektroflugzeug

6. Anders ist das bei den zivilen Uniformträgern, den Herren (und sehr, sehr wenigen Damen) aus den Business-Development Abteilungen der Aerospace-Unternehmen. „Zivil-Uniform“ deswegen, weil etwa sechs von zehn dieser Personen anthrazitfarbene Anzüge, weißes Hemd und rote Krawatte tragen. Dazu eine schwarze Laptop-Tasche links, ein Headset, das zum Blackberry in der Sakko-Tasche rechts führt, mit dessen Hilfe sie mit extrem wichtigem Gesichtsausdruck extrem wichtige Gespräche ins Off führen. Sie, und der übrige Rest der Besucher, werden genauestens gefilzt.

7. In den Hallen war dieses Jahr weniger los, als in den vergangenen Jahren. Das dürfte vor allem daran liegen, dass die ideellen Aussteller heuer von der Messeleitung keine Vergünstigungen mehr erhielten. Sie müssen sich nun jedes Stück, von den Stellwänden bis zur Möblierung der Stände, selber kaufen oder mieten. Die Preise sind geschmalzen. Viele können sich das nicht leisten, und so sind dieses Mal die meisten der Vereine, Interessengruppen, Verlage und kleine Händler, die letztes Jahr noch dabei waren, nicht mehr vertreten. Raumfahrt Concret konnte beispielsweise den Stand nicht bezahlen (vor allem nachdem mit Manfred Fuchs in diesem Jahr auch noch einer der Hauptförderer der Zeitschrift verstorben ist). Die deutschen Teilnehmer am Lunar Google X-Price, die vor zwei Jahren noch da waren (die Part Time Scientists) fehlten ebenfalls. Diese Gruppierungen haben bislang nicht nur den restlichen Platz in den Hallen aufgefüllt, sondern auch für Buntheit gesorgt. Besonders an den Besuchertagen. Aus diesem Grund waren einige der Hallen nur etwa zur Hälfte bis zwei Drittel mit Ständen belegt. Macht keinen guten Eindruck.

Der Lander der europäischen ExoMars 2016-Raumsonde

Der Lander der europäischen ExoMars 2016-Raumsonde

8. Wie immer gab es viele Flugzeuge zu besichtigen, allerdings kaum Neuheiten. Der im Vorfeld angekündigte Osprey von Boeing ließ sich beispielsweise nicht blicken. Der vielleicht interessanteste Neuling, die A350 blieb nur die ersten paar Stunden der ILA und meldete sich dann zur Weiterführung der Testflüge ab. Interessant im Luftfahrtbereich war der Airbus E-Fan. Ein voll-elektrisches Flugzeug. Und die Flugvorführungen? Bieder und brav wie immer in Berlin. Die extrem engen Vorschriften auf der ILA erlauben es nicht, die Demos mit Pfeffer zu würzen. Nur einzelnen Piloten (Beispiel "Solotürk") gelang es, kreativ mit den restriktiven Regularien umzugehen. Wer auf einer großen Luftfahrtshow Spektakuläres sehen will, ist in Berlin an der falschen Addresse. Der muss in Europa nach Le Bourget oder nach Farnborough gehen. Die Sprecher der Aerobatik-Teams weisen denn auch immer wieder darauf hin, dass man leider nur ein stark reduziertes Programm zeigen dürfe.

9. In Sachen Raumfahrt herrscht Stagnation. Es sind die gleichen Ausstellungsobjekte zu sehen wie vor zwei Jahren, von einigen ganz wenigen Ausnahmen einmal abgesehen. Dazu gehören Modelle des Multi Purpose Crew Vehicle (MPCV), des ExoMars 2018 – Rovers und des 2016 – Landers. Vom MPCV abgesehen gibt es keinerlei US-Beteiligung. Weder die kommerziellen noch die privaten US-Raumfahrtunternehmen sind auf der Messe. Keine Spur von Boeing, Lockheed oder SpaceX. Auch die russische Beteiligung ist kleiner als früher. Chrunitschew fehlte beispielsweise komplett, vielleicht auch um Fragen über die Zuverlässigkeit der wieder einmal abgestürzten Proton-Rakete aus dem Weg zu gehen.

Die ILA 2016 hat durchaus Spaß gemacht.

Die ILA 2014 hat durchaus Spaß gemacht.

10. Dennoch hat es Spaß gemacht. Weniger wegen der deutlichen Stagnation, als vielmehr, weil man sich mit vielen Bekannten und Gleichgesinnten austauschen konnte. Allein dafür hat die ILA als „Marktplatz“ ihre Berechtigung. Vieles fand aber eher am Abend und außerhalb des Ausstellungsgeländes statt: In der „Ständigen Vertretung“, auf dem Hacke’schen Markt, in der Bar Gagarin oder an anderen kommunikativen Plätzen. Wie immer bei der Frühjahrs-ILA hat auch das Wetter gut mitgespielt (bei der Herbst-ILA vor zwei Jahren war es ja nicht ganz so gut).

11. Als Provinzler stehe ich dem Hype, der um Berlin gemacht wird, mit skeptischer Distanz gegenüber. Und als Provinz lasse ich hier auch München und Wien gelten, die beiden einzigen Großstädte, in denen ich mich öfter als nur ein-, zweimal im Jahr bewege. Dort wird mir das Gefühl vermittelt, dass der weitaus überwiegende Teil der Bürger ihren Mitmenschen und ihrer Stadt mit Respekt und Verantwortung begegnen. In Berlin bin ich mir dagegen nie sicher, ob die vielgerühmte Liberalität nicht einfach nur pure Gleichgültigkeit ist. Auf Schritt und Tritt begegnet man Verwahrlosung und Vandalismus. Parks und öffentliche Plätze, die Ruhezonen vor Museen und Gedenkstätten sind fest in den Händen sozialer Randgruppen. Ihre Unantastbarkeit ist Gesetz und so benehmen sie sich auch.

Von Horatio Nelson wird berichtet, dass er immer froh war, London wieder verlassen zu können, auch wenn ihn danach die ersten Tage auf See stets die Seekrankheit plagte. Aber er mochte die Weite der Meeres, die frische Luft und die überschaubare Ordnung seines Schiffs.

09.Mar 2014 | 11:01

Musk macht dem Falcon Beine

Sollten Sie - wie ich - ein Fan von Science Fiction B-Filmen aus den 50iger Jahren sein, dann kennen sie den Plot. Der geht, jetzt mal ganz generisch, so: Das Raumschiff X-7 mit Professor Scatterbrain, seiner schönen Tochter Gwendolyn (Biologin), dem brillianten und in Gwendolyn verknallten (er weiß es aber noch nicht) Wissenschaftler Dr. Jeffrey Quantumleap und dem (noch unerkannten) Schurken Hellonious Greedhead (getarnt als Bordingenieur) startet zum Planeten Metares 3 (Zweiter Spiralarm, dritter Quadrant, vierter Sektor rechts). Der Professor vermutet dort ein gewaltiges Vorkommen von Cavorit, das er fürderhin zum Wohle der Menschheit einzusetzen gedenkt. Greedhead vermutet das auch, und gedenkt es fürderhin zum Zwecke seiner persönlichen Bereicherung zu verwenden. Auf Metares 3 stoßen sie auf Einheimische, die genau so aussehen wie sich Hollywood-Südseeinsulaner vorstellt (Frauen in knappen Bikinis, Männer im Lendenschurz). Greedhead will sie umbringen, Quantumleap will sie schützen, der Professor ist überfordert, Gwendolyn fällt in Ohnmacht, Getümmel, Verfolgung, Gemetzel. Der Schurke wird besiegt, alles ist wieder paletti und alle drei (Greedhead muss als Leibsklave des Eingeborenenhäuptlings zurückbleiben) düsen wieder zurück zur Erde.

Destination Moon

"Destination Moon", SF-Movie aus dem Jahre 1950.

Das alles wurde - das Budget war mager - an Wochenenden in den nicht mehr benötigten Kulissen der A-Filme gedreht. Mit Schauspielern aus der C-Riege. Auch für die Trickeffekte war kaum Geld da, deshalb ließ man die Aufnahmen vom Start der  X-7 für die Landungen auf Metares und zurück auf der Erde einfach rückwärts ablaufen. Eine Startrampe befand man für unnötig. Das Ding startete auf seinen drei, vier oder fünf Beinen und landete auf diesen auch wieder.

Um diese wunderbare Landetechnik zu bewundern brauchen Sie zukünftig nicht mehr die CD mit "Metares 3 antwortet nicht" aus der Kommode zu kramen. Und das liegt mal wieder an Elon Musk, dem "Leading Guru" für Solartechnik (Solar City), Elektroautos (Tesla) und wiederverwendbare Trägerraketen (SpaceX).

Elon Musk hatte es schon vor Jahren angekündigt, und dafür die hämischen Kommentare der etablierten Raumfahrtfirmen geerntet: Jede Falcon ab der Version 9 v1.1, die für diesen Zweck genügend Treibstoffreserven mitführen kann, wird zukünftig einen Landeversuch unternehmen. Dies war schon beim Erstflug der Falcon 9 v1.1 der Fall, die im vergangenen September den kanadischen Cassiopee-Satelliten in den Orbit brachte. Nach der Stufentrennung war erstmals in der Geschichte der Raumfahrt probeweise ein "Boost back"-Manöver durchgeführt worden, also eine erneute Triebwerkszündung der ersten Stufe um einen Rückflug in Richtung Startstelle einzuleiten. Unmittelbar über der Wasseroberfläche erfolgte dann eine zweite Zündung, um die Fallgeschwindigkeit der Stufe auf Null zu reduzieren. Das klappte allerdings nicht so ganz. Die Stufe geriet in der Endphase des Abstiegs in Drehung, was dazu führte, dass die Treibstoffe an die Tankwände gepresst wurden. Daraufhin brachen die Schwappspanten, das Triebwerk (es lief nur die zentrale Einheit) saugte Metallteile an und schaltete kurz über der Wasseroberfläche ab. Die Stufe schlug mit etwa 100 Kilometern pro Stunde auf dem Wasser auf und ging zu Bruch.

Was der Zufriedenheit der SpaceX-Leute allerdings keinen Abbruch tat. Niemand rechnet damit, dass dieses komplexe Manöver schon bei den ersten Versuchen von Erfolg gekrönt wird. Dafür war die Rakete auch noch gar nicht vollständig ausgerüstet. Jetzt hat SpaceX aber alle notwendigen Puzzle-Teile beisammen, um eine Rückführung der ersten Stufe nach einer Raumflugmission ernsthaft zu versuchen. Beim Start zur CRS-3 /Spx-3 Mission (einem Versorgungsflug mit der Dragon-Kapsel zur Internationalen Raumstation) am 17. März wird nur etwa 70 Prozent der Nutzlastkapazität der Falcon 9v 1.1 benötigt. Das lässt wieder Spielraum für einen Landeversuch. Der wird erneut - schon aus Sicherheitsgründen - im Wasser erfolgen. Dieses Mal vor der Küste von Cape Canaveral im Atlantik. Die Wahrscheinlichkeit, dass SpaceX die Stufe intakt aus dem Ozean fischt ist auch dieses Mal gering. Elon Musk schätzt die Chancen für einen Erfolg auf etwa 30 Prozent. Erstmals werden dabei auch Landebeine zum Einsatz kommen (so wie auf dem Bild hier sehen die übrigens in angelegtem Zustand aus).

Landebeine

Die Landebeine der Falcon 9 in angelegtem Zustand

Die für die Bergung entscheidenden Manöver ereignen sich alle nach der Trennung der ersten von der zweiten Stufe. Bis dahin soll die Mission verlaufen, wie jeder andere Orbital- oder Sondenstart auch. Die Landebeine sind in der ersten Flugphase aus aerodynamischen Gründen noch an den Rumpf angelegt und haben keine Funktion.Die Serie der Manöver, die letztendlich zur weichen Landung führen sollen, beginnt erst  nach der Trennung. Während die zweite Stufe mit der Dragon-Raumkapsel den Aufstieg in den Orbit fortsetzt, wird das Lageregelungssystem der ersten Stufe die Antriebseinheit zunächst um 180 Grad drehen.Kurz darauf beginnt das so genannte „Boost Back Manöver“. Drei der neun Merlin 1D- Triebwerke zünden erneut, und bringen die Stufe, die sich bis dahin mit einer Geschwindigkeit von über 6.000 Kilometer pro Stunde auf den Atlantik hinausbewegt, erst auf Gegenkurs und schalten dann wieder ab.

Falcon 9 und Dragon

Die Kombination aus Falcon 9 und der Dragon - Raumkapsel wird für den Start vorbereitet

Die Stufe steuert nun im Freien Fall auf ein vorbestimmtes Landegebiet zu, und wird dabei durch die zunehmende Luftreibung in den tieferen Schichten der Atmosphäre immer weiter abgebremst. Ihre Raumlage wird in dieser Phase durch ein Lagekontrollsystem stabil gehalten. Schließlich bewegt sich die Stufe mit einer Geschwindigkeit, die als „Terminal Velocity“ (Grenzgeschwindigkeit) bezeichnet wird. Ein Objekt erreicht seine Grenzgeschwindigkeit dann, wenn sich ein Gleichgewicht der einwirkenden Kräfte bildet und keine weitere Beschleunigung gleich in welche Richtung mehr erfolgt. Bei einem freien Fall durch Luft ist die Grenzgeschwindigkeit erreicht, wenn die Gravitationskraft durch die Luftreibung kompensiert wird. Die "Terminal Velocity" ist bei der Falocn 9-Erststufe nicht bekannt. Sie dürfte aber bei etwa 350-400 Kilometern pro Stunde liegen.

Die Schlusszündung wird in einer Höhe von weniger als 1.000 Meter über der Wasseroberfläche beginnen, diesmal mit nur noch einem aktiven Triebwerk. Mehr ist nun mehr nicht nötig, denn die Tanks sind fast, aber nur fast, leer. Es wird keine Nutzlast mehr transportiert und das Vehikel wiegt zu Beginn der Zündungweniger als 25 Tonnen (beim Start wog die erste Stufe mehr als 400 Tonnen). Das Triebwerk wird nur noch etwa 15 Sekunden laufen. In dieser zweiten Brennphase nach der Stufentrennung werden die Landebeine ausgeklappt und danach ein Landemanöver wie auf festem Boden simuliert. Die Endgeschwindigkeit mit der die Wasseroberfläche erreicht wird, müsste im Idealfall beiNullliegen.

Destination Moon II

Filmplakat "Destination Moon"

Wie gesagt, die Wahrscheinlichkeit, dass das alles perfekt abläuft, ist gering. Gesteuerte Abstiege dieser Art werden auch bei den folgenden Missionen so lange über Wasser geübt, bis das Landeverfahren sicher beherrscht wird. Danach will Elon Musk mit Landungen auf festem Boden beginnen.

P.S. Das erste Bild dieses Beitrags, sowie das Bild links, stammen aus dem Film „Destination Moon“. Der kein B-Movie, sondern ein – für die Ansprüche des Jahres 1950 – unglaublich teurer A-Film war. Die Produktionskosten betrugen seinerzeit 500.000 Dollar. Schauen Sie ihn sich ruhig mal an. Er ist faktentreu, fast schon prophetisch in seinen Aussagen (vieles ist heute aktueller denn je) und im Gegensatz zu praktisch jedem „modernen“ Film (einschließlich Gravity) stimmt die Physik bis ins Detail.

26.Feb 2014 | 21:50

Yuris Night zu Gast im Technischen Museum Wien

Wie jedes Jahr veranstaltet "Der Orion" auch heuer am 12. April Yuris Night in der zweitgrößten deutschsprachigen Stadt der Welt. Dieses Mal findet sie in einer ganz besonders reizvollen Umgebung statt: im Technischen Museum der österreichischen Metropole. Wie praktisch jedes große öffentliche Gebäude im Herz der Donaumonarchie, das zwischen 1848 und 1916 errichtet wurde, hat auch hier Kaiser Franz Josef I den ersten Spatenstich getan. Und was man dem Museum damals wie heute wegen des historisierenden Stils nicht ansieht: es ist ein Stahlbetonbau. Seinerzeit das Non-Plus-Ultra der Bautechnik.

Technisches Museum

Die Grundsteinlegung erfolgte am 20. Juni 1909. An sich sollte das Gebäude bis 1914 fertiggestellt sein, aber der erste Weltkrieg verhinderte das. Bei der Einweihung im Mai 1918 war Franz Josef schon eineinalb Jahre tot und die Donaumonarchie in der Auflösung begriffen.

Die gewaltige Haupthalle nimmt beeindruckend massive Maschinen und Vorrichtungen auf. Traditionell hat die Sammlung ihren Schwerpunkt in den Bereichen Energietechnik und Bergbau, Alltag und Umwelt, Verkehrstechnik und Musikinstrumente. Das Museum bietet aber noch jede Menge anderer, teilweise ziemlich abgefahrener Themen. So gibt es eine beeindruckende Sammlung von Hüten und Helmen, deren Träger vom Blitz getroffen wurden. Besonders den Kindern merkt man an, dass hier, beim Betrachten der Verkokelungen, Einschlaglöcher und Schmauchspuren einiges an Kopfkino abgeht.

Kurios bis gruselig ist im selben Bereich auch die Sammlung des Wiener Arztes Stefan Jelinek: Bilder durch Blitzschlag abgetrennter Gliedmaßen, Brandspuren am Körper und Auswirkungen eines Blitzschlages auf die Physiognomie eines Menschen (sofern sie es überlebt haben). Das ganze ist mit liebevoll detaillierten Texten untermalt. Jelinek war in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts iungeheuer populär. Er war der Begründer der „Elektropathologie“, die sich mit der dunklen Seite der Elektrotechnik befasste. Sein legendärer Lehrsatz lautete: Beim Strom- und Blitzunfällen so lange Reanimationsversuche anstellen, bis Totenflecke auftreten. Erst dann darf man aufgeben.

Überhaupt kommt die Wiener Liebe zum Morbiden überall durch. Auch im Deutschen Museum in München erfährt man ja einiges über Kohleabbau. Aber nur in Wien gibt es dazu schauerlich schöne Bilder von Staublungen zu bewundern.

Für die Bearbeitung des Themas „Weltraum“ war das Wiener Technische Museum bislang allerdings weniger bekannt. Um ehrlich zu sein: Das Gebiet war nicht vertreten, sieht man mal von Franz Viehböcks (Österreichs erstem und einzigem Kosmonauten) Raumanzug mal ab. Mit der Sonderausstellung SPACE, die seit einigen Monaten besteht und noch über Yuris Night hinaus läuft, ändert sich das. Sie ist klein aber fein, und den Besuch können wir allen Weltraumfreunden nur ans Herz legen. Auch sie hat eindeutig einen "Wiener Touch" und das beginnt schon damit, dass es da drin „a weng duster“ ist, und die Objekte ziemlich klein beschriftet sind. Das mag aber ein jüngerer Mensch als ich, ausgestattet mit besseren Sinnen, anders beurteilen.

Als ich mir die Ausstellung vor ein paar Wochen anschaute und grade vor einem hübschen Modell der Internationalen Raumstation stand, stellte sich ein Papa mit etwa siebenjährigem Sohn neben mich. Der Junge guckte sich das Modell an und fragte den Papa, was denn das sei. Der Vater: "A Raumstation". Der Junge: "uund wööiche?". Und der Vater, das Modell mit suchenden Blicken abtastend, mit fester Stimme (man will sich ja vor dem Nachwuchs keine Blöße geben): "Das ist die Raumstation Mir". Ich hielt den Mund und suchte selber nach der Beschriftung. Die gab‘s tatsächlich, weist auch tatsächlich darauf hin, dass es die Internationale Raumstation ist, aber halt sehr, sehr klein, und in der Finsternis kaum zu erkennen.

Der Kenner der Raumfahrtabteilung des Deutschen Museums findet auch eine nette Leihgabe der Münchner an die Wiener wieder, nämlich eine Astris-Oberstufe der unglücklichen Europa 1-Rakete. Und dann gibt es einen kleinen Raketenpark, Modelle von Raumfahrtträgern, deren Beschriftung behauptet, sie wären im Maßstab 1:25 abgebildet. Hier zeigten sich einige Besucher denn doch ein wenig überrascht darüber, dass weltweit die Trägerraketen allesamt offensichtlich exakt gleich groß sind. Tatsächlich schwankt der Maßstab wohl irgendwo zwischen 1:20 und 1:50. Aber so pingelig, um daran Anstoß zu nehmen, kann ja wohl nur ein Piefke sein.

Zum Thema "Space", dachten sich die Wiener, gehört auch Science Fiction, und so zeigen sie auf einem Bildschirm ein Medley aus SF-Filmausschnitten. Damit der Ton die anderen Besucher nicht stört, kann man sich dazu Kopfhörer nehmen. Als ich dran vorbeikam standen vor diesem Bildschirm zwei schockstarre kleine Jungs mit den Micky-Mäusen auf dem Kopf. Die Augen vor Entsetzen kreisrund sahen sie sich gerade einen Ausschnitt aus „Mars Attacks“ an. Die Stelle, an der den Marsianern das Gehirn platzt.

Die Eltern der Kleinen waren wohl eben auf ein Achtel Veltliner ins Beisel gegangen. Und das, also das Restaurant, befindet sich im Erdgeschoß des Museums. Es gibt dort leckere Gerichte. Die bekommt man allerdings nur, wenn man das Glück hat, von einem der vier Kellner wahrgenommen zu werden, die sich um die knapp 40 Plätze kümmern....sollten. Mir gelang das schon nach kaum 30 Minuten, nachdem es ihnen wegen meines zunehmend wilderen Herumgehampels beim besten Willen nicht mehr gelang, mich zu übersehen. Ich bestellte einen Hamburger mit Chips, und der war wirklich ein Gedicht. Bestes Rindfleisch, Salat, Tomate, knuspriger Speck,angeschmolzener Gouda, knusprig gebratenes Brötchen und krosse Kartoffelchips mit einer delikaten Chilisoße. Den brachte mir allerdings eine Frau aus der Küche, offensichtlich die Köchin. Sie musste mich erst unter den Gästen ausfindig machen. Die vier Kellner waren anderweitig beschäftigt. Die fielen sich beim verzweifelten Versuch, ihre Kundschaft zu ignorieren, fast gegenseitig vor die Füße.

Aber das sind Kleinigkeiten, die über das wirklich faszinierende Ambiente nicht hinwegtäuschen sollen. Am 12. April gibt es dort jedenfalls Raumfahrt bis zum Abwinken, und zwar ganztägig. Tagsüber findet der erste "SpaceUp Vienna" statt - Informationen, Programm und Anmeldung gibt es hier. Auch diesen Event organisiert „Der Orion“ in Zusammenarbeit mit seinen Partnern.

Und wer Angst hat, von den Kellnern im Restaurant übersehen zu werden: „Der Orion“ stellt abends bei der Hauptveranstaltung wie üblich Snacks und Getränke zur Verfügung – kostenlos übrigens - und verhindert auf diese Weise gefährlichen Unterzucker.

Die Planung für beide Ereignisse, den Spaceup und die Abendveranstaltung läuft auf Hochtouren. Das vorläufige Programm findet sich hier.

Wer sich dafür interessiert und/oder sowiesoschon immer mal nach Wien wollte: Schnell buchen. Wien ist kurz vor Ostern schon unter normalen Umständen immergut gebucht. Zusätzlich findet gerade um Yuris Nightauch noch der City-Marathon statt.Da wird es dann selbst in der zweitgrößten deutschsprachigen Stadt der Welt "a weng eng".

03.Nov 2013 | 23:01

Gravity – Film mit Gewicht

Die „Trekkies“ kennen das: Der Weltraum ist ein Dorf und alles liegt irgendwie gleich um die Ecke. Und Physik ist was für Weicheier. Kurz mal auf den Warp 8 – Knopf gedrückt, und Sekunden später ist man am Ende der Galaxis. So geht das und so kennt man das bei Kirk & Co und so ähnlich muss es dann wohl auch bei der NASA sein.

Bild 5 - Gravity CR collectspace

Gravity: Fast ein Einpersonenstück für Sandra Bullock. Quelle: Collectspace

Auch in Alfonso Cuarons Film ist alles, was wir aus der bemannten Raumfahrt kennen, in Fußgängerreichweite aufgereiht: Hubble Space Telescope (HST), die ISS und  die chinesische Tiangong-Raumstation. Was stören uns Inklination und Rektaszension,  Apogäum und Perigäum, die Bahnmechanik generell, Johannes Kepler und sein Geschwurbel und was es sonst noch unwichtigen Kram gibt, mit dem die NASA immerzu angibt. 99,8 Prozent aller Zuschauer haben nicht den leisesten Dunst, was da draußen wirklich abgeht und die darf man - nur für die Zwecke eines Kino-Movies - mit derlei Schmonzes nicht überbelasten.

Der Film beschäftigt genau eineinhalb Schauspieler, nämlich Sandra Bullock als Dr. Ryan Stone und George Clooney, als den alten Raumfahrt-Haudegen Matt Kowalski, der sich auf seiner letzten Mission befindet. Clooney/Kowalksi ist der halbe Schauspieler, denn er wird sich in der Folge nach etwa 45 Minuten für den Rest der Handlung in seine Nespresso-Welt zurückverabschieden und Bullock/Stone mit dem ganzen Scherbenhaufen alleine lassen.

Die Handlung spielt in einer Welt, in der nicht ein Präsident Obama das bemannte Raumfahrtprogramm der NASA geschlachtet hat, sondern in der die Shuttles noch (oder schon wieder?) fliegen. Im Film befinden uns gerade inmitten der Mission STS 157, die mit fünf Besatzungsmitgliedern dabei ist, das Hubble Space Telescope (HST) auf Vordermann zu bringen. Was aus den Missionen 136 bis 156 geworden ist erfahren die Zuschauer nicht, ich habe aber einen Verdacht, den ich Ihnen gleich noch mitteile. In der realen Welt endete das Programm jedenfalls bei STS 135. Eine der Raumfähren muss auch umbenannt worden sein, denn Stones/Kowalskis Shuttle trägt den Namen „Explorer“.

Der Plot beginnt mit einer uns aus dem täglichen Leben bekannten Szene: Eine Frau arbeitet, während zwei Männer rumhängen und Spaß haben.  Warum sich überhaupt drei Leute außerhalb des Shuttles befinden, wenn sowieso bloß eine was tut, wird nicht ganz klar. Während also Dr. Stone alleine das HST repariert, karriolt Kowalski mit dem MMU ein ums andere Mal in irren Kurven um das Raumschiff herum, ungefähr 50mal so schnell, wie es in Wirklichkeit grade noch möglich wäre. Aber es ist einzusehen, dass Cuaron, der seinen Film ja in 90 Minuten zu Ende bringen will, den Leuten nicht die wahre Geschwindigkeit des MMU zumuten kann. Das MMU übrigens, die „Manned Maneuvering Unit“ wurde in der richtigen Welt 1985 eingemottet. Für Gravity wurde sie wieder in den Flugstatus versetzt. Dafür wurden alle Teile mikrominiaturisiert,um einem gigantischen Treibstofftank Platz zu machen, denn Kowalski  verprasst in der Eingangsszene und in der Folge des Films Treibstoff in unfassbaren Mengen.

Bild 6 - Set 1 CR Collectspace

Ein Bild vom Set. Quelle: Collectspace

Dr. Stone hat, so erfahren wir, gerade mal sechs Monate Training hinter sich gebracht, statt der sonst üblichen zwei bis drei Jahre und ist außerdem Medizinerin, was sie hervorragend dafür prädestiniert, die Elektronik des Hubble-Space Telescopes zu reparieren. (An dem Punkt sollte ich allerdings nicht zu sehr lästern, denn es gab in der realen Welt sogar zwei Mediziner, die am HST Wartungsarbeiten durchführten, nämlich Dr. Story Musgrave, der zusätzlich zu seinem Doktor in Medizin auch noch akademische Grade in Chemie und Mathematik und, kaum zu glauben, Literatur innehat, und der Veterinärmediziner Rick Linnehan).

Dann kommt es zur Katastrophe. Bei irgendeinem russischen Test,  so vermittelt uns der Film, passiert irgendein Zusammenstoß mit irgendetwas und hinterlässt eine (relativ zum Shuttle) extrem langsam fliegende,  extrem dichte Trümmerwolke. In Wirklichkeit könnte so etwas höchstens dann passieren, wenn ein sehr großes Raumfahrzeug während der Annäherung auf den Shuttle sich aus irgendwelchen Gründen vorsichtig in tausende von kleinen Teilen zerlegt. Das darf aber keine Explosion sein, denn die Teile müssen alle dicht beieinander bleiben. Wie auch immer, die Relativgeschwindigkeit zwischen den Trümmern und Stones/Kowalskis Shuttle beträgt nur wenige hundert Meter pro Sekunde. Das ist einfach daran zu erkennen, dass man die Teile bequem herumsausen sieht. Sieht zwar trotzdem flitzig aus, hier ist die Wirklichkeit aber mal schneller als der Film. Zumindest wenn der im Film kurz angesprochene Kessler-Effekt eingetreten wäre.

Angesichts der Gefahr weist Mission Control die Crew an, das HST freizugeben und wieder in den Shuttle einzusteigen. Irgendwann muss also bei den Missionen zwischen STS 136 und STS 156 somit für das Weltraumteleskop ein Notfreigabemechanismus konstruiert und eingebaut worden sein, denn davor brauchte man eine stundenlange Prozedur mit dem kanadischen Robotarm der Raumfähre, um das Teleskop freizugeben.

Und schon prasseln die Trümmer herein und danach ist, mit Ausnahme von Kowalski und Stone die Besatzung des Shuttles tot. Die beiden Überlebenden treiben auf unterschiedlichen Bahnen von der Fähre weg, aber dank der unerschöpflichen Treibstoffvorräte des MMU gelingt es Kowalski Stone einzufangen. Dann fliegen die beiden zur ISS.

An der Stelle wird klar, was bei den Missionen STS 136 bis 156 vonstatten gegangen sein muss. In dieser Zeit wurden nämlich das HST auf die Bahn der ISS gebracht. Wahrscheinlich wurde zunächst unter immensem Aufwand die Bahnneigung des HST von 28 Grad auf 51 Grad geändert und danach die Bahn der ISS von 400 auf 600 Kilometer angehoben. Dies ist die einzige halbwegs vernünftige Erklärung, warum das HST und die ISS einander in nur wenigen Kilometern Abstand hinterher fliegen können.

Bild 7 - Set 2 CR Warner Brothers

Eine weitere Szene vom Set. Quelle: Warner Brothers

Offensichtlich wurde in dieser Phase die ISS auch auseinandergenommen und ihre Module neu angeordnet. Zusätzlich wurde in Europa die Produktion des ATV wieder aufgenommen (denn ein solches ist an der ISS angedockt), und das Zentrifugen-Modul, das dessen Start ursprünglich den Budgetkürzungen zum Opfer gefallen war, ist doch noch wiederbelebt und zur ISS gebracht worden.

Tja, und dann ist es herzerwärmend, zu sehen, dass sich die Beziehungen zwischen China und den USA in den Jahren der Missionen STS 136 bis STS 156 so gut entwickelt haben, dass auch die Chinesen ihre eigene neue Raumstation (namens Tiangong - es muss Tiangong 2 sein, denn die erste wurde vor kurzem über dem Pazifik „deorbited“ - auf exakt die gleiche Bahn gebracht haben wie HST und ISS und denen jetzt in wenigen Kilometern Abstand folgt.

Stone und Kowalski erreichen die ISS in der Zeit, die es braucht, bis der Sauerstoffvorrat in Stones Anzug von sieben auf zwei Prozent gefallen ist. Das dürften somit etwa 20 Minuten sein. Die Ankunftsgeschwindigkeit der beiden beträgt etwa 10 Meter pro Sekunde, wir können also daraus schließen, dass das HST etwa 10 bis 12 Kilometer von der ISS entfernt war, als das Unheil passierte. Für Raumfahrtverhältnisse ist das Formationsflug.

Die ISS ist in diesen vergangenen 20 Minuten offensichtlich evakuiert worden. Ein Sojus-Raumschiff wurde zurückgelassen weil es durch die herumfliegenden Trümmer beschädigt wurde. Der Fallschirm hat sich ausgelöst und hängt nun, mit vielen Seilen und Leinen vor der ISS herum. An der Stelle driftet der Film wieder ins Surreale. Zum einen ist es natürlich logisch, ein Raumfahrzeug zurückzulassen, mit dem man nicht auf der Erde landen kann. Zum anderen gibt es in der wirklichen Welt keine überzähligen Sojus-Raumschiffe an der Raumstation. Es gibt exakt soviele Sojus-Sitze wie sich Astronauten in der Station befinden. Vorausgesetzt es waren sechs Personen an Bord der ISS, müssen sich also drei Personen zusätzlich in das zweite Sojus-Raumschiff gezwängt haben. Wer mal einen Blick in eine Sojus-Rückkehrkapsel geworfen hat, weiß, dass da im wirklichen Leben nicht mal mehr die Bordkatze mitkann.

Stone und Kowalksi rummsen also in die ISS (mit geschätzten 30 km/h, ohne eine Schramme abzubekommen) und können sich irgendwie an den Seilen festhalten. Keiner von beiden denkt dran, sich festzuhaken, aber immerhin verhängen sich die beiden in einer der losen Fallschirmleinen der Sojus. Doch dann trennt sich Kowalski von Stone in heroischer Selbstaufopferung, weil er erkennt, dass die fragile Seilverbindung beide zusammen nicht aushält. Kowalski driftet weg, was ein wenig irritierend ist, denn eben noch hatten die beiden die selbe Relativgeschwindigkeit. Aber vielleicht gast ja irgendwas aus der beschädigten ISS aus und beschleunigt das Ganze in die Gegenrichtung.

Bild 8 - CadyColeman Bullock CR Collectspace

Die "richtige" Astronautin Cady Coleman war das "Role-Model" für Sandra Bullock. Bullock bat Coleman vor Beginn der Dreharbeiten um Beratung.

Stone geht nun an Bord der ISS. In letzter Sekunde, denn ihre Luft ist fast verbraucht. Sie bekommt über Funk - in bestem „mansplaining“ - eine Aufklärung vom abdriftenden Kowalski, wie sich Sauerstoffmangel auf das Gehirn auswirkt. Offensichtlich hat er die Befürchtung, dass sie – die Medizinerin – das aufgrund der Aufregung komplett vergessen hat. Gottseidank verabschiedet er sich danach endgültig von ihr (sieht man von einer Traumszene im letzten Drittel mal ab).

Die Schleuse der ISS muss  umkonstruiert worden sein, denn sie lässt sich jetzt erstens von außen öffnen und ist zweitens in der Lage innerhalb von Sekunden vollständig Druck aufzubauen. Bei den jetzigen Modellen ist ersteres unmöglich und das zweite dauert das eine ganze Anzahl von Minuten.

Stone kommt wieder zu Puste und legt innerhalb weniger Sekunden den Raumanzug ab (was normalerweise in kaum weniger als einer Viertelstunde zu bewältigen ist). Sie trägt auch kein Liquid Cooling and Ventilaten Garment“, wie die mit Wasser-Röhrchen durchzogene Spezialunterschicht des Raumanzugs heißt, sondern einfach nur T-Shirt und kurze Hosen.

Nachdem ein Brand das Innere der ISS abfackelt und die Trümmerwolke, die gerade wieder einen Orbit absolviert hat, nun auch noch den letzten intakten Module der ISS den Garaus macht, beschließt Dr. Stone mit der Sojus zur Tiangong-Raumstation weiterzufliegen. Wir erfahren, dass es sich dabei um Sojus TMA-14M handelt, und somit dürfte ihr das schon von daher ein wenig schwerfallen, denn Sojus TMA-14M startet schon in wenigen Monaten. Die Ereignisse müssten aber etwa um das Jahr 2020 spielen (wenn wir eine zweijährige Wiederbelebung des Shuttle-Programms, mit der Entmottung von Atlantis, Endeavour und Discovery – einschließlich Umbenennung eines diese Shuttles in Explorer -  unterstellt, und dann die Durchführung von fünf Flügen jährlich annehmen). Stone hat vom Raumschiff-Fliegen wenig Ahnung, das war in ihrem Sechsmonats-Kurs wohl nur als Wahlfach dran und das hat sie obendrein geschwänzt. Ihr fällt aber wieder ein, dass sie sich den Film mit diesem Vortrag angesehen hat, in dem sie sich über die wichtigsten Aspekte der Steuerung eines Raumschiffs informieren konnte.

Mit diesem Wissen ausgerüstet geht es ab zur Tiangong, und zwar unter Verwendung der Landetriebwerke der Sojus. Wie immer in solchen Filmen genügt es auch hier, zwei oder drei Knöpfe zu drücken um ein Raumschiff zu steuern. Die tatsächliche Vorbereitungszeit für ein Manöver wie es Dr. Stone vorhat würde in Wirklichkeit eher Tage als Stunden benötigen. Aber soviel Zeit hat Cuaron natürlich nicht, und auch nicht Dr. Stone, denn die Trümmerwolke ist schon wieder im Anmarsch. Immerhin, Respekt: ich kann mich nicht erinnern, jemals einen Film des „Escape“-Genres gesehen zu haben, in dem jemand tatsächlich eine Betriebsanleitung liest, bevor er (oder hier „sie“) Knöpfe drückt.

Als sie an der chinesischen Raumstation vorbeifliegt, klettert sie wieder in den Raumanzug. Dieses Mal natürlich in ein russisches Sokol-Modell, und steigt wieder mal aus einem Raumschiff aus, bewaffnet mit einem Feuerlöscher. Den verwendet sie als Manövriereinheit um die chinesische Station zu erreichen.

Doch auch Chinas Stolz des Weltraums liegt in Trümmern und droht – ein wenig unverständlich, denn wir befinden uns nach wie vor in 600 Kilometern Höhe - gleich abzustürzen. Doch siehe da: auch die Chinesen haben sich offensichtlich ebenfalls zu sechst ein eine einzelne Shenzhou gequetscht, damit sie - es könnte ja schließlich zufällig jemand vorbeikommen und es benötigen - ein leeres und vollständig funktionstüchtiges zweites Schiff an der Station belassen können. Soviel Dusel muss man erstmal haben. In letzter Sekunde gelingt es ihr,  in die Shenzhou einzusteigen und es in Betrieb zu nehmen. Wie wir alle weiß auch Dr. Ryan Stone, dass die Chinesen  technischen Erkenntnisse stets abkupfern. Deshalb funktioniert die Shenzhou exakt wie eine Sojus und somit kann sie das Schiff fliegen, in dem sie auch hier drei Knöpfe drückt.

Bild 9 - Bullock CR Warner Brothers

Für die Schlussszene musste Sandra Bullock in das Schwimmbecken. Hier ein Bild vom Set. Quelle: Warner Brothers

Nun geht auch der dritte orbitale Komplex in Trümmer und mit ihr fast die Shenzhou. In letzter Sekunde kann Dr. Stone die Kapsel von der Station lösen während alles auseinanderbricht. Die Landung gelingt auf haarsträubende Weise, endet jedoch mitten in einem See. Im Inneren der Kapsel bricht jetzt auch noch ein Feuer aus, die Kapsel sinkt auf den Grund, Stone muss unter Wasser aussteigen und nach all dem Stress gelingt es ihr trotzdem zwei Minuten lang die Luft anzuhalten, sich von ihrem Raumanzug zu befreien, aufzutauchen und danach die paar Kilometer bis zum Ufer zu schwimmen. Am Ufer sinkt sie schließlich ermattet zu Boden, nur um über den Trümmerregen der gesamten menschlichen Raumfahrtinfrastruktur in die Erdatmosphäre eintreten zu sehen. Was platterdings unmöglich ist, denn mit eben dieser Wolke ist sie ja selber vor einer halben Stunden heruntergekommen.

Ende des Parforcerittes.

Obwohl ich jetzt auf fast 2000 Wörtern Erbsen gezählt habe, komme ich jetzt dennoch zu der für manchen überraschenden Conclusio: Gravity ist kein Film zum Erbsenzählen. Erinnern wir uns an die Eingangsbemerkung. 99,8 Prozent der Zuschauer haben nicht den leisesten Dunst, was da draußen wirklich abgeht. Ich bin überzeugt, dass die Filmmacher sehr wohl wussten, wo sie hier technisch auf dem Holzweg sind. Ein vollständig korrekter Film wäre aber nur für die Nerds spannend genug. Und, man mag es bedauerlich finden, aber von den paar Leuten kann man einfach nicht leben.

Die 13 Minuten lange ungeschnittene Eingangsszene ist das Beste was ich seit langem im Kino gesehen habe. Der Film ist – im besten Sinne - einfach strukturiert. Keine Nebenhandlungen, keine Rückblenden, kein dramaturgisch ambitionierter Schnickschnack. Eine klare Geschichte, gradlinig und schnörkellos erzählt. Spannend und temporeich von der ersten bis zur letzten Sekunde.

Der Film bringt Glanz in das Auge des Raumfahrt-Aficionados. Ausrüstung und Äußeres stimmen bis in kleinste Details. Die Weltraumbilder sind umwerfend. Astronauten, die den Film gesehen haben, bezeugen, dass dieser Film der Wirklichkeit ungewöhnlich nahe kommt.

Sandra Bullock, von der ich an sich kein Fan bin, trägt den Film hervorragend. Sie spielt glaubhaft die Wissenschaftlerin, die zwar verängstigt ist und mit sich ringt um nicht in Panik zu versinken, die aber immer wieder ihren Verstand einsetzt um der Gefahr zu entkommen. Und George Clooney spielt George Clooney. Mehr kann man von ihm nicht verlangen.

Gravity ist trotz aller Mängel in der Darstellung der in der Raumfahrt anzuwendenden Physik um Lichtjahre besser als die Hau-Drauf-Streifen a la  Armageddon. Nach meiner Meinung der beste Raumfahrtfilm der letzten Jahrzehnte. Es gibt nur eins: unbedingt ansehen. Am besten in 3D auf der Großleinwand.

01.Nov 2013 | 22:04

Tage der Raumfahrt in Neubrandenburg

Eine Exkursion zum Geburtsort der Raumfahrt nach Peenemünde. Kosmonauten und Astronauten zum Anfassen. Zahlreiche Vorträge, Fotosessions, Autogrammstunden. Gemeinsame Abende mit Referenten, Astronauten, Kosmonauten und Besuchern bei einem guten Essen und einem schönen Glas Wein. Raumfahrtbegeisterte, Amateure wie Profis treffen einander und pflegen und erweitern ihr Netzwerk. Das alles und noch viel mehr bieten die Raumfahrttage in Neubrandenburg, die in diesem Jahr zwischen dem 8. und 10. November zum 29. Mal stattfinden.

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Das Logo der Neubrandenburger Raumfahrttage 2013

Neubrandenburg, das ist die „Stadt der vier Tore“, 135 km nördlich von Berlin  Die Raumfahrttage haben hier eine lange Tradition. Sie gehen zurück bis in die 70iger Jahre und waren ein weit über die Grenzen der damaligen DDR hinaus bekannter Treffpunkt und Marktplatz der Ost-Raumfahrt. Nach der Wendezeit haben sie sich in einer mehrjährigen Pause neu orientiert und sind seither zum „East-meets-West Treffpunkt“ geworden. Gab es früher nur Raumfahrer aus dem Osten ist heute auch meist ein westlicher Raumfahrer vor Ort.

Die Raumfahrttage gehen über gut zweieinhalb Tage und beginnen am Freitag Morgen mit einer Exkursion nach Peenemünde, dem Geburtsort der Raumfahrt. Das dort von Wernher von Braun und seinem Team entwickelte Aggregat 4, von den Nazis als V 2 bezeichnet, ist der Stammvater praktisch aller militärischen und zivilen Großträgerraketen. Es gibt hier ein absolutes Alleinstellungsmerkmal der Raumfahrttage, denn es wird eine Exkursion zu den Überresten des Prüfstand 7 angeboten, von wo aus am 3. Oktober 1942 der weltweit erste erfolgreiche Einsatz einer Großträgerrakete erfolgte.  Dieses Gelände ist der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich und Besuche in diesem Bereich können – normalerweise  - dort nicht gemacht werden. Es braucht eine Sondererlaubnis dafür, und die nur wenige dutzend Menschen die jährlich diesen Ort besuchen dürfen sind zum großen Teil die Besucher der Neubrandenburger Raumfahrttage.

Nachdem der Freitagvormittag der Raumfahrtgeschichte gewidmet ist, gibt es am Nachmittag erstmals in diesem Jahr einen Veranstaltungsteil, der sich mit Visionärem beschäftigt. Vorträge zur Raumfahrt von Übermorgen, zur (Un)Möglichkeit wissenschaftlicher UFO-Forschung und anderen interessanten Themen. Samstag und Sonntag sind dagegen den Themen der Mainstream-Raumfahrt-Gegenwart gewidmet.

Die Referentenliste ist – wie jedes Jahr – auch heuer illuster:

  • Andreas Anton, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Anomalistik
  • Stephen Ashworth, British Interplanetary Society
  • Lodewijk van den Berg, NASA Astronaut (STS 51B)
  • Dr. Reinhard Buthmann, Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen
  • Robert Fleischer, Freier Journalist
  • Prof. Dr. Dieter B. Herrmann, Leibnitz Sozietät der Wissenschaften zu Berlin
  • Ulrich Köhler, Institut für Planetenforschung des DLR Berlin
  • Jacqueline Myrrhe, Raumfahrtjournalistin
  • Dr. Silvia Reinhardt und spaceclub-Mitglieder
  • Dr. Martin Sippel, DLR-Institut für Raumfahrtsysteme
  • Pham Tuan, Luftwaffengeneral und Interkosmos-Kosmonaut (Sojus 37)
  • Olga Trivailo, DLR Bremen
  • Alexander Soucek, ESA, Paris

Die Veranstaltung an diesen beiden Tagen werde ich moderieren, wie schon im letzten Jahr. Und wenn Sie dran interessiert sind, bitte schnell zugreifen, denn für einige Programmbestandteile (wie den Raumfahrer-Empfang am 8.11.) werden die noch verfügbaren freien Plätze inzwischen langsam knapp.

Neubrandenburg 2012 Fares Samokutjajew 316

Der Kosmonaut Alexander Samokutjajew und Raumfahrttage-Moderator Eugen Reichl bei den 28. Raumfahrttagen in Neubrandenburg im November 2012

Das detaillierte Programm finden Sie hier. Dort sind auch alle Informationen zur Anmeldung und zur Unterbringung aufgelistet. Unbedingt notwendig ist eine rechtzeitige Anmeldung vor allem für die Exkursion nach Peenemünde, für die, ähnlich wie für den Raumfahrer-Empfang, nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen zur Verfügung steht .

29.Jul 2014 | 01:00

Allgemeines Live-Blog ab dem 29. Juli 2014


29. Juli

sdosofi

Eine partielle Sonnenfinsternis vor 3 Tagen – die mal wieder nur der Satellit SDO sehen konnte, hier in einem Komposit aus Bildern bei 171 und 304 nm Wellenlänge. Auch SDOs Sonne in vier UV-Farben, Komet Siding Spring gestern zwischen Galaxien und vorgestern, die kommenden Perseiden im grellen Mondschein, die Asteroiden-Familie Osirian, eine weitere Komplikation des Saurier-Sterbens rund um den Impakt (mehr, mehr, mehr und mehr), der Baubeginn des Thiry Meter Telescope auf Hawaii (Kontext), Fortschritte beim Bau des Riesen-Radioteleskops FAST in China (Panorama), Geldsorgen bei australischen Radioteleskopen, der neueste Outreach Newsletter der IAU – und wie Astronomen Seeing nutzten, um Zufallszahlen zu erzeugen. [3:45 MESZ]

Opportunity – mit 40 km – endlich weiter als Lunochod 2

Der sowjetische Rekord für eine Rover-Fahrt auf einem anderen Himmelskörper hatte erstaunlich lange gehalten, zumal eine Neuberechnung die Fahrtstrecke von Lunochod 2 sogar noch einmal etwas verlängert hatte – aber jetzt hat Opportunity den Rekord gebrochen, nachdem der Marsrover 25 Meilen bzw. 40 km geschafft hat! Auch die 101 Geysire des Enceladus (mehr, mehr und mehr), ein dunkler Berg auf Vesta – und erstaunliche Sicherheitslücken bei der NOAA, die aber vielleicht nicht so schlimm sind. [2:10 MESZ]

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Und die Delta IV ist – im 5. Anlauf in 6 Tagen – tatsächlich weg gekommen! Zwar nochmals um eine Dreiviertelstunde verspätet, dafür aber dann in strahlend blauen Himmel; wegen der militärischen Nutzlast endete die Live-Berichterstattung aber schon kurz nach der Zündung der 2. Stufe. [1:45 MESZ]

Stratoballon-Tourismus-Firma macht Forschung bei Tests

Das Unternehmen WorldView, das Touristen in einer Kapsel in die Stratosphäre fliegen will, hat in einem Konferenz-Vortrag sowie einem Press Release von gerade – noch nicht online – angekündigt, bei unbemannten Testflügen (“Pathfinder”) schon ab Ende des Jahres drei wissenschaftliche Nutzlasten mitzunehmen: für lau, um selbst zu lernen, wie das geht, und um Werbung für diese MFGs zu machen. Zu den Pionieren gehört neben Strahlungs- und Ozon-Messern auch ein “Meteor Imager” des sonst vor allem aus Flugzeugen operierenden Meteor-Spezialisten Peter Jenniskens vom SETI Institute. Etwa 36 km Höhe sollen die Pathfinder, bei den ab Ende 2016 avisierten kommerziellen bemanten Flügen sind es 30 km. [1:00 MESZ]


28.Jul 2014 | 21:03

Noch ~2000 km bis Churyumov-Gerasimenko …

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Das ist das neueste Gestalt-Modell des Kerns des Rosetta-Zielkometen, basierend auf OSIRIS-Aufnahmen vom 14. bis 24. Juli: Auf seiner Basis werden jetzt – dem Vernehmen nach: emsigst – der weitere Missonsverlauf und insbesondere die Landung von Philae geplant. Bis Ende August – dann wird der Abstand nur noch 50 km sein – sollen 5 Kandidaten für Landestellen benannt werden, Mitte September ein führender feststehen: Dann soll die Bahnhöhe nur noch 30 km und die Auflösung auf der Oberfläche 55 cm betragen. Die Landung bleibt für den 11. November geplant.

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Mittlerweile gibt es auch die nächsten drei Navcam-Bilder, vom 25. (oben, aus 3150 km, Pixel interpoliert), 26. (Blickwinkel wie 27.) und 27. (unten, aus 2540 km Distanz, ebenfalls interpoliert) Juli: auch letzteres und alle drei sanft bearbeitet von den Cracks im UMSF-Forum und reichlich heftig hier. Und natürlich hätte man gern mehr Material zum Arbeiten, aber so isses besser als nix.

Galaxy gets a cosmic hair ruffling

Die Galaxien-Kollision 2MASX J06094582-2140234 auf einer Hubble-Aufnahme (mit WFC3 und ACS): Beide haben einander schon kräftig verformt, aber ob sie am Ende auch verschmelzen werden, ist nicht klar. Auch ein neuer niedrigerer Orbit von MESSENGER, während der Venus Express wieder eine hohe Bahn hat, offenbar wieder voller Kontakt mit Foton-M4, auch wenn die Bahn noch nicht angehoben wurde (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr Links) – und 50 Folien eines Vortrags über die Bemühungen um ISEE-3 auf einer Tagung gerade; auch der Vortrag selbst soll noch online gehen.

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Die Überreste des Vredefort-Riesenimpaktkraters aus der ISS gesehen: Von der einst 300 km messenden Struktur sind nach 2 Mrd. Jahren nur noch Reste eines der zentralen Ringe erkennbar, die sich nach dem Einschlag erhoben. Auch die Freigabe des letzten ATV für den Start (sowie die Ladung und Artikel hier, hier und hier), eine NASA-Statistik zur Nutzung der ISS, die aber die Frage nach dem wissenschaftlichen Impakt nicht beantwortet, erneute Hoffnung auf den Delta-Start nun heute Nacht nach vier Absagen in Folge – und kommerzielle Satelliten-Bilder der Grenze von Ukraine und Russland, mit denen die USA Raketen-Abschüsse von Russland über dieselbe beweisen wollen (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr). Eine ähnliche Vorgehensweise wie einst in der Kuba-Krise, nur dass man diesmal die ‘Aufklärungs’-Bilder von Digital Globe gekauft hat – vielleicht um noch bessere eigene Aufnahmen nicht teilen zu müssen.


25.Jul 2014 | 22:55

Allgemeines Live-Blog vom 25. bis 27. Juli 2014


27. Juli

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Komet Jacques gestern Morgen voll Plasmaschweif-Detail auf einer weiteren Aufnahme von Michael Jäger: noch eine, farbige mit dem Nebel IC 405 hier und hier und noch mehr gestrige hier, hier, hier und hier sowie eine vorgestrige wieder mit IC 405, noch mehr Jacques-Bilder und ein Artikel. Plus Catalina am 24.Juli, Siding Spring gestern visuell und im März von Spitzer und erdgebundene Beobachtungen von Churyumov-Gerasimenko. Und der Beginn der Verfinsterung des Sterns EE Cephei, besonders prächtige NLCs – und lichtverschmutzte Meisen in Wien. [1:15 MESZ] Jaques heute mit IC 405 (mehr [NACHTRAG: in Farbe] und mehr) und ohne (mehr und mehr) sowie gestern, der stark begegenschweifte Siding Spring heute – und tiefe Gedanken zum Asteroiden Metis (“Die Form des Kleinplaneten (9) Metis gut erfasst”). [23:35 MESZ - Ende]

Galaktisches Zentrum: Die Wolke G2 kam nicht allein

Dieses Frühjahr hatte bereits ungefähr die Hälfte der mysteriösen staubigen Gaswolke “G2″ (“Teile der Gaswolke G2 sind bereits um Sgr A* herum geflitzt”) das Zentralobjekt der Milchstraße Sgr A* passiert, haben weitere Beobachtungen mit dem VLT gezeigt – und es wird immer deutlicher, dass bereits 13 Jahre vorher eine andere Wolke (G1) auf einer nahezu identischen Bahn um Sgr A* herum gesaust ist. Heute hat G1 einen anderen Orbit, was sich aber zwanglos durch Reibung an Gas in Zentrumsnähe verstehen lässt, die ihr Bahnenergie raubte. Beide Wolken könnten mithin Verdichtungen in einem kontinuierlichen Gasstrom sein, der geordnet um Sgr A* herum fließt – was auch der Grund sein könnte, dass kaum Gas dessen Richtung abgelenkt wurde und dort zu Emission von Röntgenstrahlung u.ä. geführt hat: Der Kanal wäre dann schon voll Gas, und es kommt nicht zu den erwarteten Schocks in Sgr-A*-Nähe. Die Annahme eines Sterns im Zentrum von G2 (ganz unten) erscheint nun unnötig, und es gibt sogar mögliche Kandidaten für Sterne in größerem Abstand von Sgr A*, deren Wind einst die Quelle des Gasstrom gewesen sein könnten. [0:30 MESZ]


26. Juli

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Ein ‘Selfie’ des TechDemoSat-1 kurz nach seinem Start am 8. Juli (“Start einer Soyuz …”): veröffentlicht erst jetzt, anlässlich des Abschlusses der Launch and Early Operations Phase. Die Inspection Camera wurd auch weiter bei den Technologie-Experimenten im Orbit zuschauen. Derweil ist gerade den 3. Tag in Folge der Start einer Delta IV wegen Sauwetters am Cape abgesagt worden: 24 später soll der 4. Versuch gemacht werden, ein seltenes Schicksal. Und nach dem Scheitern des letzten Versuchs, die Triebwerke zu benutzen, bleibt ISEE-3 eine interplanetare Sonde, mit der nun wie auch immer geartete ‘Bürgerforschung’ betrieben werden soll: Einige der alten PIs wurden reaktiviert – und es scheint keine Gefahr einer Kollision mit dem Mond zu bestehen. [1:15 MESZ]


25. Juli

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Komet C-G gestern: Der erste Trostpreis für Rosetta-Fans

ist heute – wie gestern angekündigt – veröffentlicht worden, eine aktuelle Aufnahme des Kerns von 67P von gestern von der gering auflösenden Navcam aus 3450 km Entfernung, hier bereits herausvergrößert und bearbeitet (und hier ein einer anderen Verarbeitung). Mindestens bis zum 6. August soll dieser tägliche Quasi-Live-Service nun (an Wochentagen) laufen: Dann ist Rosetta mit 100 km Kernabstand 35-mal näher als bei dieser Aufnahme. Und später soll es noch bis auf 50, 30 und – zum Absetzen Philaes – 10 km an den Kern heran gehen: Wie oft man dann was zu sehen bekommen wird, ist noch offen. Auch Science@NASA, weitere Artikel hier, hier und hier und ein Radio-Interview (O-Ton) zu den OSIRIS-Häppchen, eine MPG-Seite zur Mission, wie die NASA auf Siding Spring reagiert (Orbiter hinter dem Mars verstecken!), ihre Pläne für einen Daten-Relais-Orbiter, der kommerziell betrieben werden würde, die baldige Ankunft des indischen Orbiters, was Curiosity so treibt, die Probleme, den Mars zu verstehen, das erfolgreiche Ende des Aerobrakings des Venus Express, neue Versionen der Venera-Bilder von der Oberfläche 1975 – und Press Releases mal so und mal so zur Frage der Position von Voyager 1 zwischen Heliosphäre und Interstellarem Medium … [23:45 MESZ]

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Das ist der “Sonnenschirm” des James Webb Space Telescope, der kürzlich zum ersten Mal komplett entfaltet wurde – allerdings nicht das Flugmodell. Auch eine mögliche Nutzung des JWST für SETI über Alien-Abgase, eine zweijährige Verlängerung der Mission für das Spitzer Space Telescope, ein Hangout über Hubble und wie man dort Beobachtungszeit bekommt, Träume auch bei der NASA über einen echten (und gigantischen) ‘Hubble-Nachfolger, ein Raketenflug zur Sonnenforschung, eine größere Rakete für die Solar Probe Plus (die Atlas 5 reicht nicht) – und die Saga von DSCOVR = GoreSat = Triana. [23:25 MESZ]

Foton-M4 hört nicht auf Kommandos, Geckos ahnungslos

Der kürzlich gestartete Forschungssatellit sendet zwar Daten, reagiert aber nicht auf Kommandos – die Experimente an Bord, u.a. zur Vermehrung von Geckos unter µg, laufen zwar weiter, aber es ist fraglich, ob die Kapsel am Ende ohne irdische Kontrolle zur Erde zurückkehren kann: Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. Auch der ISS-Besuch von Progress M-24M (mehr, mehr, mehr, vorher, mehr und mehr Links), eine Mini-Ansprache von Gerst an Planetarien, von ihm geschickte Gaza-Fotos mit irritierender BU (zwar stellte er später klar, dass keine Kriegshandlungen im Bild zu sehen sind, aber das wurde vielfach missverstanden und zu spät bemerkt), das Beladen des ATV-5 und die Startpläne, die Uhr Pharao für die ISS, eine mögliche russische Beteiligung über 2020 hinaus, schon wieder Ärger mit dem SLS (mehr und mehr Links), die schon erwähnte gute Landung der ersten Stufe der letzten Falcon 9, wieso kein Satellit MH 370 verschwinden sah – und gewagte Spekulationen über Satelliten-Beobachtungen des Abschusses von MH 17, wobei die Daten hinter dieser Grafik mysteriös bleiben. [22:55 MESZ]


24.Jul 2014 | 21:41

Die ersten Details auf dem Kern von Komet C-G

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duck20b

zeigen diese drei OSIRIS-Aufnahmen vom 20. Juli aus 5500 km Entfernung in jeweils 2 Stunden Abstand – mehr Ansichten waren in der allwöchentlichen milden Gabe an die Öffentlichkeit heute nicht dabei (hier, hier, hier, hier und hier weitere Press Releases in 3 Sprachen sowie eine Animation). Immerhin wird, wohl in Reaktion auf die vielen Proteste, ab jetzt täglich eine aktuelle Aufnahme der Navigationskamera von Rosetta veröffentlicht, die allerdings nur 1/5 der Auflösung von OSIRIS hat (womit der Anflug auf den kuriosen Kern quasi von Neuem beginnt), dafür aber allein der ESA gehört – die jetzt ein seltsames Argument gegen aktuelle Navcam-Bilder (letzter Absatz) stillschweigend fallen gelassen zu haben scheint. Auf den neuen OSIRIS-Bildern mit 100 Metern pro Pixel kann man derweil eine helle ‘Halskrause’ des ‘Gummientchens’ ausmachen, die etwas über den Ursprung des vermeintlichen Doppelkörpers (zwei verschmolzen oder einer kurios erodiert?) aussagen dürfte, bloss was, weiß man noch nicht: Artikel hier, hier und hier, eine Simulation der Annäherung, eine deutsche Update-Seite – und auch die letzte FAT-Bahnkorrektur war ohne Probleme verlaufen.

jac0724

Komet Jacques mit Gasschweif, heute früh aufgenommen

von Michael Jäger (“Single image 1×240 sec with 8″/2.8 Sigma 6303 2×2 bin”), weitere heutige Bilder hier, hier, hier, hier und hier sowie eins von gestern – und ein Artikel und eine Aufsuchkarte.

uq-wise

So sah der Infrarot-Satellit WISE den Kometen Catalina am 7. Juli: mehr Bilder und Press Releases hier und hier – wobei schon bei der Entdeckung nahe lag (“Neuer Asteroid auf Extrem-Ellipse könnte ein Komet sein”), dass der vermeintliche Asteroid ein Komet werden würde (“Asteroid spielt Komet – und könnte im Sommer hell werden”). Auch ein Amateurbild vom 21. Juli – und Mars-Besucher Komet Siding Spring heute, mit Gegenschweif.


19.Jul 2014 | 22:35

Allgemeines Live-Blog vom 19. bis 23. Juli 2014


23. Juli

The star cluster NGC 3293

The oldest cluster in its cloud

The Gum 15 star formation region

Drei Himmelsansichten mit Teleskopen der 2-Meter-Klasse, mit dem 2.2-m-Spiegel der ESO auf La Silla (oben und unten) und Hubbles ACS (Mitte): von oben der Sternhaufen NGC 3293 und umgebendes Gas, der Kugelhaufen NGC 121 in der SMC und das Sternentstehungsgebiet Gum 15 – letzteres übrigens nicht aus wissenschaftlichem Interesse aufgenommen, sondern weil’s gut aussieht. [23:45 MESZ - Ende]

3 neue Surveys: Sloan Digital Sky Survey geht in 4. Runde

Das für effiziente Himmelsdurchmusterungen optimierte 2.5-m-Teleskop in New Mexico hat 16 Jahre nach dem First Light abermals neue Aufgaben als SDSS-IV bekommen: die drei neuen Sky Surveys APOGEE-2, eBOSS und MaNGA. Und erstmals macht auch ein weiteres Teleskop derselben Größe in Chile mit, so dass nun der ganze Himmel abgedeckt wird: Es geht um Sterne in der Milchstraße, die Struktur einzelner Galaxien (mit räumlich aufgelöster Spektroskopie) und den Kosmos als ganzen. Auch der neue Sydney-AAO Multi-Object Integral field spectrograph SAMI, ein Beauty Contest für optische Interferometrie, ein brasilianischer Einstieg beim GMT, neben TMT und E-ELT ein optisches Riesenteleskop für’s nächste Jahrzehnt, Einschnitte bei The Dish, wie man eine Funk-Antenne in ein Radioteleskop verwandelt, ein niederländischer Beitrag zum Design des SKA – und eine 20-teilige Astro-Serie im September auf arte. [22:35 MESZ]

umbrella

Wie die “Umbrella Galaxy” zu ihrem ‘Schirm’ – links von ihr – gekommen ist, ist jetzt im Detail analysiert worden: Eine Zwerggalaxie, deren Kern im Stiel des Schirms noch vorhanden ist, wurde vom Gezeitenfeld von NGC 4651 zerstört; auch ihr Orbit vorher ließ sich rekonstruieren. [22:15 MESZ]

Sind viele Galaxien von Zwerggalaxie-Scheiben umgeben?

Noch ist es nur eine indirekte Beobachtung, die aber ein Hinweis auf “unerwartete Eigenschaften des Universums, die eine Erklärung erfordern”, sein könnte, wie Ibata et al. ihr kurzes Paper (Nature 13481, noch nirgends open-access entdeckt) beschließen: Bei vielen Galaxien scheinen die zugehörigen Zwerggalaxien zusammen eine Art rotierende Scheibe zu bilden. Was so die Modelle ihrer Bildung, inklusive großer kosmischer Simulationen, nicht vorhersagen. Ähnliche Strukturen waren bereits bei der Milchstraße und der Andromeda-Galaxie gefunden worden, nun wurden 380 geeignete Galaxiensysteme in der Sloan Digital Sky Survey untersucht. Direkte Entfernungen zu den einzelnen Zwergen sind da nicht mehr zu ermitteln: Man kann nur schauen, ob die relativen Radialgeschwindigkeiten der Zwerge auf gegenüber liegenden Seiten der Galaxien antikorreliert sind, wie es bei einer rotierenden Scheibe der Fall sein müsste. Und genau das ist häufig der Fall, was immer das nun bedeutet. [21:50 MESZ]


22. Juli

NASA's Chandra X-ray Observatory Celebrates 15th Anniversary

Kommende Nacht vor 15 Jahren startete die Columbia den Röntgensatelliten Chandra, der immer noch tadellos arbeitet: Press Releases hier, hier und hier und ein Hangout zum Geburtstag. Auch die revidierten Pläne für die Veröffentlichungen der Sternkataloge und die wissenschaftliche Performance von Gaia, dem überraschend viele Mikrometeoriten zusetzen, der Mars von fern & nah, immer wieder Lebenszeichen von Yutu auf dem Mond (mehr, mehr und mehr), Erwartungen an Rosetta, warum Sondenbilder zeitnah veröffentlicht werden sollten – und ein neuer Starttermin für das 5. ATV in einer Woche. [23:15 MESZ]

Heute vor 20 Jahren endeten die Einschläge auf Jupiter

eine knappe Woche nach ihrem Beginn (“Heute vor 20 Jahren begannen die SL9-Impakte …”): Alle Kometen-Fragmente A bis W hatten den Planeten getroffen. Und nach endlosem schlechtem Wetter in Chile konnte dieser Blogger an diesem 22. Juli 1994 die dunklen Hinterlassenschaften erstmals selbst in Augenschein nehmen: erst nur einem Amateurgerät, später dann in voller Pracht mit einem 16-Zöller – hier alle Berichte vom Berg. Auch ein Paper über die Camelopardaliden [NACHTRAG: und ein Press Release] des SETI Institute (mit Erwähnung des Slansky-Videos, von dem der Autor durch diesen Blogger erfuhr – auch als Komposit auf dem Cover der Zeitschrift), der Mars gestern mit noch noch einigem Detail trotz nur nur 8″, die Sonne voller Flecken am 8. Juli (weshalb angebliche Aufregung über die aktuelle Fleckenarmut Unfug ist) – und eine 75 Stunden belichtete Amateur-Aufnahme. [22:05 MESZ]


21. Juli

nino

Der Winter 2014/15 könnt einen ziemlich starken El Niño bringen, der vielleicht die Ausmaße des letzten ganz großen von 1997/98 erreicht, hat der DWD heute in einem Paper angekündigt, aus dem z.B. diese 5 Modellrechnungen des MPI-Erdsystemmodells stammen. Sie betreffen die Meeresoberflächentemperatur einer bestimmten sensitiven Pazifikregion und landen alle über 1°C positiver Anomalie, was für ein sehr starkes Ereignis spricht, während das EUROSIP-Ensemble breit streut und im Mittel etwa 0.5°C Anomalie erreicht. Europe wäre von einem El Niño nicht direkt betroffen, doch in äquatornäheren – und z.B. für Astroreisen interessanten – Regionen wäre mit signifikant mehr bzw. weniger Niederschlag als üblich zu rechnen. Auch die Kometen Jacques heute, gestern (mehr) und vorgestern und Catalina gestern, vorgestern, am 18. Juli (mehr), 17.Juli und 15. Juli, ein anderer Jupiter-Impakt(-Fleck) vor 5 Jahren, der neue Daystar-Quark-Filter, diverse britische NLCs, Volksastronomie bei Augsburg – und auch etwas Astro bei den Sciencebusters auf 3Sat am 24.+25. Juli und beim relaunchten International Year of Light 2015. [23:40 MESZ]


20. Juli

Astro-Knaller bei der letzten Bühnenshow Monty Pythons

Wer heute Abend die letzte Aufführung der gefeierten Reunion-Show Monty Python Live (Mostly): One Down, Five to Go bei einer der zahlreichen globalen Kino-Übertragungen erwischte, wurde auch mit einem wahren astronomischen Highlight beglückt. Mit wesentlich besseren Visuals als in der Originalfassung (oben) gab Eric Idle den Galaxy Song, mit teilweise gegenüber den Original-Lyrics von 1983 veränderten Zahlen – was aber den britischen Physik-Popstar Brian Cox nicht daran hindert, in einem Einspieler (gedreht an der Cambridge University) an allerlei Details herumzukritteln. Im Hintergrund rollt derweil Stephen Hawking heran, fährt Cox mit dem Rollstuhl über den Haufen, stimmt mit seiner bekannten Computerstimme erneut das Lied an, hebt ab und verschwindet im Galaktischen Zentrum. Und dann sah man, dass er bei der Aufführung anwesend war, während Cox ganz am Schluss zusammen mit den Künstlern auf der Bühne stand. Etwas auch nur entfernt Vergleichbares mit der deutschen Comedy & Astronomie wäre nicht unbedingt leicht zu visualisieren: Hut ab vor der britischen Pop- & Wissenschafts-Kultur … [23:50 MESZ]


19. Juli

soyuz-foton

Eine Soyuz startete die Forschungskapsel Foton-M4 letzte Nacht, mit auch vier deutschen Experimenten an Bord: weitere Artikel hier, hier, hier und hier. Auch OCO-2 vor dem Beginn der Messungen, der Startvertrag für den 2. Sentinel, Löcher auf dem Mond, Curiosity vor der schwierigsten Etappe und mit erdähnlichem Boden, ein kanadischer Laser für OSIRIS-REx (mehr und mehr), die kuriose Gestalt des C-G-Kerns (mehr und mehr und mehr Links) und die nächsten Schritte Rosettas, die Zielnavigation von New Horizons, die Triebwerke des SLS, der Tod des Astronauten H. Hartsfield, die Verschiebung des ATV-5-Starts, der Name für den ISS-Flug eines Briten, nur magere Fortschritte mit ISEE-3 (mehr, mehr und mehr) – und die wahrscheinliche Rolle von US-Militärsatelliten bei der Aufklärung des MH-17-Angriffs (mehr, mehr und eine Erwähnung von SAM-Verfolgung durch SBIRS schon 2006). [22:30 MESZ. NACHTRAG: mehr Links zum Soyuz-Start]


Hintergrundbilder (c) OEWF