ÖWF / Polares auf einen Blick

21.Jan 2015 | 20:20

Der österreichische Satellit PEGASUS

Pegasus-logo-transparent-webStudentinnen und Studenten erforschen die Thermosphäre

Im Jänner 2016 wird der österreichische CubeSat PEGASUS als Teil eines Netzwerks von Kleinsatelliten im Rahmen von Projekt QB50 starten. Gemeinsam werden sie über mehrere Monate hinweg die oberen Schichten der Erdatmosphäre erkunden. Zusätzlich zu den koordinierten Aufgaben im „Schwarm“ bringt PEGASUS auch noch eigene Experimente mit in den Erdorbit.

Entwicklung, Konstruktion und Bau erfolgen unter maßgeblicher Beteiligung von Studierenden ausschließlich in Österreich. Bei der Pressekonferenz am 21. Jänner präsentierte die Fachhochschule Wiener Neustadt gemeinsam mit dem Space Team der TU Wien, dem Institut für Astrophysik der Universität Wien und dem Österreichischen Weltraum Forum das Projekt PEGASUS.

Studentinnen und Studenten bauen den österreichischen Kleinsatelliten

„PEGASUS ist Teil des internationalen Projektes QB50. Wenn er im Jänner 2016 gemeinsam mit 49 weiteren Kleinsatelliten startet, hat der 10x10x20cm große CubeSat eine zweijährige Entwicklungs- und Bauphase hinter sich. Das kommende Jahr wird geprägt sein von der Herstellung und den Qualitätstests der einzelnen Satellitenkomponenten. Danach ist PEGASUS bereit für die Startzulassung“,

fasst Dr. Carsten Scharlemann den Zeitplan zusammen. Dr. Scharlemann leitet den Masterstudiengang Aerospace Engineering der Fachhochschule Wiener Neustadt und ist Projektleiter von PEGASUS.

„Kernstück des Projektes QB50, zu dem auch unser Satellit gehört, ist die Beteiligung von Studierenden. Sie erhalten die seltene Gelegenheit, schon während ihrer Ausbildung an einem echten Raumfahrt-Projekt vom Anfang bis zum Ende mitzuarbeiten“,

betont Univ.Prof.Dr. Franz Kerschbaum vom Institut für Astrophysik der Universität Wien.
Auch DI Dominik Kohl, Präsident des TU Space Teams, zeigt sich von der Arbeit am Kleinsatelliten begeistert:

„Das TU Space Team besteht zum Großteil aus Studierenden. Bei PEGASUS sind wir und die Studenten der anderen Partnerorganisationen an allen entscheidenden Phasen des Projektes maßgeblich beteiligt. Wir lernen praxisbezogen und stellen gleichzeitig unsere bisher erworbene Expertise unter Beweis.“

Die Erforschung der Thermosphäre

PEGASUS wird im Netzwerk der insgesamt 50 CubeSats die Thermosphäre in ca. 200 – 380 km Höhe erforschen. Derzeit ist nur sehr wenig über diesen wichtigen Teil der Erdatmosphäre bekannt, der uns vor energiereicher, also gesundheitsschädlicher Strahlung schützt.

„Es wurden noch nicht viele Forschungsmissionen in dieser Höhe geflogen. Die Reibung der Thermosphäre bringt jeden Satelliten nach wenigen Monaten zum Absturz. Setzt man also einen großen und daher teuren Satelliten ein, hat man eine kurze, aber kostspielige Mission“,

erläutert Michael Taraba vom ÖWF. Zusätzlich zur Redundanz bietet der Einsatz eines Netzwerkes von Kleinsatelliten gegenüber Einzelmissionen den Vorteil, dass man auf gleichzeitige Messdaten von vielen Messpunkten zurückgreifen kann. Das erhöht die wissenschaftliche Aussagekraft der Daten und hilft dabei, etwaige Messfehler auszusortieren. Im speziellen atmosphärische Modelle, etwa für die Wettervorhersage, und damit tausende NutzerInnen werden von diesen Messdaten profitieren.

Vier österreichische Partner konzipieren, bauen und testen PEGASUS

Unter der Leitung der Fachhochschule Wiener Neustadt arbeiten Studentinnen und Studenten sowie Experten des TU Space Teams, des Instituts für Astrophysik und des Österreichischen Weltraum Forums an dem österreichischen CubeSat PEGASUS. Die Fachhochschule Wiener Neustadt integriert den von der Universität Oslo konzipierten Sensor zur Erforschung der Thermosphäre, entwickelt die Struktur des Kleinsatelliten, das Antriebssystem und das Lageregelungssystem. Das Lageregelungssystem ist eine Kombination von Antrieb und eigeninduzierten Magnetfeldern.

„Durch diese Magnetfelder interagiert PEGASUS mit dem Magnetfeld der Erde und richtet sich aus. Die erforderlichen Geräte wurden stark verkleinert, damit sie in den CubeSat passen. Dieser Antrieb ist zugleich also ein Technologieexperiment, denn das wurde noch nie gemacht“,

betont Dr. Scharlemann.
Das TU-Wien Space Team konzipiert und baut die Power Supply Unit, das Energiemanagementsystem des Satelliten und implementiert den Bordcomputer.

„Für mich sind das Herz und Hirn von PEGASUS“,

erklärt Dominik Kohl,

„Die Power Supply Unit verteilt die Energie aus den Solarzellen optimal auf die Geräte an Bord oder speichert sie in der Batterie. Bei einem Kurzschluss schaltet das Energiemanagementsystem fehlerhafte Systeme selbständig aus, um die Funktionsfähigkeit des Satelliten zu erhalten. Am Bordcomputer laufen die Daten aus den Funkmodulen und den Sensoren zusammen. Außerdem wird hier die Software ausgeführt, die Lageregelung und den Antrieb des Satelliten bedient.“

Das TU Space Team liefert auch die Hardware der Bodenplatte mit dem Serviceinterface. Ist PEGASUS schon für den Start „verpackt“, können über den Servicestecker etwa noch die Batterien geladen und Software eingespielt werden.
Für die Koordination der einzelnen Systeme und der zahlreichen Arbeitsabläufe an Bord des CubeSat sorgt die Software des Institutes für Astrophysik der Universität Wien.

„Man könnte die Software als die ‚Intelligenz‘ des Satelliten betrachten“,

beschreibt Franz Kerschbaum den Beitrag des Instituts für Astrophysik. Wie bei großen Satelliten ist die Software so angelegt, dass sie auch auf unvorhergesehene Situationen autonom reagieren kann. Sie steuert vollautomatisch die Navigation und Kommunikation des Kleinsatelliten, überwacht seine Funktionsfähigkeit, paketiert und übermittelt die Forschungsdaten an das Bodenstationsnetzwerk.

„Für Pegasus haben wir die Kommunikationseinheit völlig neuartig konzipiert und ein redundantes System geschaffen, einzigartig für diese Satellitengröße. Hier kommt uns die Expertise zugute, die wir in den letzten Jahren mit den Flügen unserer Stratosphärenballons gesammelt haben“,

so Michael Taraba vom ÖWF. Gemeinsam mit dem Space Data Center, welches die Weiterverarbeitung und Interpretation der gewonnenen Daten erlaubt, und dem MIssions-Kontroll-Zentrum wird ein Bodenstationsnetzwerk vom Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF) bereitgestellt.

Start erfolgt Mitte Jänner 2016 in Brasilien
Das Trägersystem für QB50 wird eine Rakete vom Typ Cyclone-4 des ukrainisch-brasilianischen Unternehmens „Alcantara Cyclone Space“. Die Rakete transportiert einen CubeSat-Dispenser (Auswurfvorrichtung) in eine niedrige Erdumlaufbahn, wo die 50 Satelliten dann nacheinander “wie eine Perlenkette“ in einer Höhe von 380km ausgesetzt werden. In den darauffolgenden Monaten erhoffen sich die Wissenschaftler neue Einsichten über die Thermosphäre der Erde.

Über QB50
Das europäische Projekt QB50 wird von dem belgischen Von Karman Institut geleitet und soll Ausbildungsorganisationen den Zugang zum Weltraum erleichtern sowie Menschen bereits im Rahmen ihres Studiums einen praktischen Zugang zur Raumfahrt ermöglichen. Wissenschaftliches Ziel ist die Erforschung der Thermosphäre der Erde. QB50 soll außerdem zeigen, dass es möglich ist, ein Netzwerk von 50 Kleinsatelliten in die Erdumlaufbahn zu bringen, an deren Bau weltweit rund 55 universitäre Organisationen beteiligt sind.
Die Finanzierung erfolgt im Rahmen von FP7, dem Förderungsprogramm der Europäischen Union. FP7 unterstützte Forschungs- und Innovationsprojekte im Zeitraum 2007 bis 2013. Einige dieser Projekte – wie auch QB50 – befinden sich noch in der Umsetzungsphase.
Für QB50 werden CubeSats als Doppeleinheiten (2U, also 20 cm × 10 cm × 10 cm, 2 kg) ausgeführt, um mehr Raum für Navigations- und Wissenschaftsinstrumente zu schaffen. Doch auch ein solcher Kleinsatellit wäre alleine nicht in der Lage, eine signifikante Menge nützlicher wissenschaftlicher Daten zu sammeln. Daher soll ein Schwarm von 50 CubeSats mit entsprechender Redundanz und ebenso vielen Messpunkten die Thermosphäre untersuchen.
www.qb50.eu

Über die Fachhochschule Wiener Neustadt (1. FH Österreichs)
Die FH Wiener Neustadt bildet hochqualifizierte AbsolventInnen in 31 Studiengängen an den Fakultäten Wirtschaft, Technik, Gesundheit, Sicherheit und Sport aus. Deren 4 Standorte Wiener Neustadt, Wieselburg, Tulln und das Rudolfinerhaus Wien (Kooperationspartner) bieten erstklassige Strukturen und Rahmenbedingungen für Exzellenz in Lehre und Forschung. Moderne Labore, Funktions- und Seminarräume für Technik, den gesundheitswissenschaftlichen Bereich und für die Sozialwissenschaft stellen sicher, dass die derzeit rund 3.340 Studierenden mit modernstem Equipment unterrichtet werden. Neben einer breiten Fächerung der Ausbildung stehen in der FH Wiener Neustadt Zukunftsorientierung, Internationalität und Praxisbezug im Mittelpunkt.
www.fhwn.ac.at

Medienkontakt:
Dr. Carsten Scharlemann
Head of Aerospace Engineering Department
Fachhochschule Wiener Neustadt
Wirtschaft . Technik . Gesundheit . Sicherheit . Sport
Tel.: +43 2622 89084 235
*protected email*
www.fhwn.ac.at/aero

Über das TU Space Team
Das TU Wien Space Team ist ein Verein von derzeit 55 StudentInnen aus unterschiedlichen Studienrichtungen. Gemeinsam entwickeln sie neben ihrem Studium experimentelle Flugobjekte, starten damit an internationalen Wettbewerben und haben die Gelegenheit ihre Arbeiten auf Kongressen, Veranstaltungen und im Fernsehen zu präsentieren. Seit den Anfängen vor fünf Jahren, verzeichnet das Team kontinuierlich Zuwachs und es konnten mehrere Preise bei internationalen Wettbewerben gewonnen werden. Derzeit werden neben PEGASUS zwei Experimentalraketen gebaut, mit dem Ziel den europäischen Höhenrekord zu überbieten. Weiters entwickelt das Team ein Triebwerk, eine Startrampe und ein 1:1 Modell einer Mondlandefähre für den Google Lunar XPRIZE.

Etwa 60% der Hardware von PEGASUS werden vom TU Space Team entwickelt, gefertigt und getestet:

  • das Energiemanagementsystem, die Power Supply Unit (PSU)
  • der OnBoard Computer (OBC)
  • die Batteriehalterung inkl. Temperaturregelung
  • das Kamerasystem und Service-Interface von PEGASUS
  • die Adaptermodule zu GPS und Wissenschaftsmodul

Gemeinsam mit Kooperationspartnern aus der österreichischen Wirtschaft werden an den gefertigten Komponenten Vakuum- und Vibrationstests durchgeführt, um die Funktionsfähigkeit von PEGASUS im Weltraum zu gewährleisten.

Medienkontakt
Nadine Freistetter
Public Relations
TU Wien Space Team
Tel: +43 676 553 98 64
*protected email*
www.spaceteam.at

Über das Institut für Astrophysik der Universität Wien (IfA)
1883 von Kaiser Franz Joseph I. eröffnet, ist die Universitätssternwarte die größte astronomische Forschungs- und Ausbildungsinstitution Österreichs und “Heimatbasis” für eine Vielzahl von internationalen Projekten der erd- und weltraumgestützten Astronomie. Die Schwerpunkte der heutigen Forschung reichen von Galaxien im frühen Universum über Sternentstehung und Endstadien der Sternentwicklung bis zu potentiell bewohnbaren Welten. Im Sektor Instrumentation sind zurzeit Beteiligungen am Extremely Large Telescope der Europäischen Südsternwarte ESO und an Weltraumteleskopen wie Herschel, CoRoT, Brite, Cheops und Athena der European Space Agency ESA hervorzuheben.
Für Pegasus stellt das Institut seine umfassende Erfahrung in der Entwicklung von ESA-Flugsoftware zu Verfügung.

Medienkontakt:
Ao.Univ.Prof.Dr. Franz Kerschbaum
Leiter der Space Instrumentation Gruppe
am Institut für Astrophysik, Universität Wien
Tel.: +43 1 4277-51856
*protected email*
astro.univie.ac.at

Über das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF)
Das ÖWF ist ein österreichisches Netzwerk für RaumfahrtspezialistInnen und Weltrauminteressierte in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, Industrie und Politik. Das ÖWF forscht im Bereich Weltraumaktivitäten, entwickelt einen von weltweit fünf experimentellen Marsanzügen und führt professionelle Simulationen bemannter Marsforschung durch.
Für Pegasus entwickelt und implementiert das ÖWF die Kommunikationseinheit des Satelliten, das Missions-Kontroll-Zentrum und das Bodenstationsnetzwerk. Der selbst entwickelte Space Data Server erlaubt nicht nur die Speicherung der gewonnenen Daten sondern auch deren Weiterverarbeitung und Interpretation.

Medienkontakt:
Mag. Monika Fischer
Pressesprecherin
ÖWF Wien
Tel. +43  699 1213 4610
*protected email*
www.oewf.org

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18.Jan 2015 | 17:19

Analog-Astronauten B-Selektion: 30 Frauen und Männer im ÖWF Härte-Test

Bei unserer letzten Pressekonferenz Anfang Oktober 2014 gaben wir bekannt, dass wir neue Analog-Astronauten für unsere zukünftige Mars Analog Mission suchten. Die Bewerbungsfrist endete am 28. November 2014. Nun hieß es für das Selektionsteam, aus den knapp 100 Bewerbungen die geeigneten 30 Kandidatinnen und Kandidaten für die zweite Runde – die so genannte „B-Selektion“ – zu finden.
Kurz vor Weihnachten erhielten diese 30 ausgewählten Personen dann die E-Mail mit der Einladung für die „B-Selektion“ am 10. – 11. Jänner 2015.

Am Samstag, 10. Jänner 2015, 09:00 Uhr vormittags, fanden sich nun die 30 Analog-Astronauten Anwärter aus ganz Europa in Innsbruck ein. Nicht nur die ÖWF Mannschaft war neugierig auf die zukünftigen Kolleginnen & Kollegen, sondern auch die Neuankömmlinge waren gespannt darauf, was Sie erwarten würde. Nach einem kurzen Briefing und einem Gruppenfoto starteten wir in den ersten Tag. Die Kandidatinnen und Kandidaten erhielten einen persönlichen Zeitplan und mussten sich zu bestimmten Uhrzeiten bei der jeweiligen Test-Station einfinden. Auch Wartezeiten von mehreren Stunden waren dabei keine Seltenheit.

Good morning Earth. Our analog astronaut candidates arrived in #ibktwit & are ready for their tests #simulateMars pic.twitter.com/uwGbILvKWr
— Austr. Space Forum (@oewf) January 10, 2015

Für das ÖWF Team dagegen waren die nächsten zwei Tage in einem strikten 30 Minute Raster verplant. In insgesamt sechs Test-Stationen wurden die Kandidaten vermessen, medizinisch und psychologisch untersucht, ihr Lebensstil (z.B. Sportaktivitäten, Ernährung) überprüft, ihre Geschicklichkeit mittels Rover-Parcours erhoben und von einem Komitee bestehend aus Flugdirektor, Analog-Astronaut, Projektleiter und Psychologin interviewt.

„In den zwei Tagen haben wir sehr viele geeignete und sympathische Menschen kennengelernt. Es wird schwierig werden, nur 15 davon für die nächste Runde auszuwählen“,

resümiert Flugdirektor Christoph Ragonig.

„Wir sind hoch zufrieden mit der Auswahl der Kandidaten, die wir für die B-Selektion eingeladen haben. Einige haben unsere Erwartungen sogar übertroffen“,

ergänzt ÖWF Obmann Gernot Grömer.

In den nächsten Tagen werden diejenigen 15 glücklichen Analog-Astronauten-Kandidatinnen und Kandidaten informiert, die wir zur nächsten Runde, die „C-Selektion“, Mitte Jänner in Innsbruck, einladen.

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31.Dec 2014 | 14:54

Die besten Bilder des Jahres 2014

Traditionell am letzten Tag des Jahres blickt das Österreichische Weltraum Forum zurück: 2014 war ein erfolgreiches Jahr! Dazu zählen Schulaktivitäten in ganz Österreich, Forschungs- und Entwicklungstätigkeit rund um den Raumanzugsimulator Aouda und nun auch die Beteiligung bei einem Satellitenprojekt. Ein Highlight war die Vorstellung des TiuTerra Kristalls in Kooperation mit Swarovski und der World Space Week 2013 und die Übergabe der ersten Kristalle. Diese folgenden Bilder zeigen das ÖWF-Jahr 2014 in einem bunten Querschnitt.

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ÖWF Delegation besucht das Institut für Raumfahrtsysteme der Universität (IRS) Stuttgart. ÖWF Analogastronauten im Sojuz-Mock-up: Christoph Gautsch (Mitte) kurz vor dem Andocken der Raumkapsel an die ISS, assistiert von Ulrich Luger (links) und Daniel Schildhammer (rechts).

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Workshop am Europäischen Astronauten Zentrum (EAC). Während der Präsentation des Aouda.X Raumanzugssimulators für das Londoner Kings College konnte Analog-Astronaut Ulrich Luger im Raumanzugsimulator die Schalter im ISS-Mock-Up auf Bedienbarkeit testen.
Foto: ÖWF (Clemens Kleinlercher)

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Yuris Night 2014: Erstmalig wurde der TiuTerra Kristall präsentiert und gleichzeitig der Polarsternpreis an zwei Preisträger verliehen. Von links: ÖWF Obmann Gernot Grömer, die beiden Polarsternpreisträger Werner Weiss und Otto Koudelka, Swarovski-Vertreter Christian Nagele, Astronaut Franz Viehböck.
Foto: ÖWF (Kerstin Zimmermann)

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Dr. Rudolf Albrecht, ÖWF Senior Advisor ist Teil der österreichischen UN Delegation und nimmt regelmäßig an den Konferenzen des Committee for the Peaceful Uses of Outer Space (COPUOS) teil.

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Übergabe des TiuTerra Kristalls an die UNOOSA (United Nations Office for Outer Space Affairs). Eine ÖWF & SGAC Delegation übergab einen TiuTerra Kristall an UNOOSA Leitern Simonetta Di Pippo. Der Kristall wird dauerhaft in der UN-Weltraumausstellung ausgestellt.

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Übergabe der Flugkristalle: Am Europäischen Astronautenzentrum (EAC) überreichte das ÖWF drei kleiner TiuTerra Kristall an ESA Astronauten Samantha Cristoforetti. Derzeit befinden sich die Kristalle auf der Internationalen Raumstation und sind somit das erste Stück ÖWF Hardware im Weltraum!
Foto: Swarovski

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Hall ins All – Raumfahrt in der mittelalterlichen Stadt Hall in Tirol. Einen Nachmittag lang konnten Kinder und Eltern Wasserraketen-Basteln, den Mars Rover Dignity steuern oder in Astronauten-Raumanzüge schlüpfen. Solche Aktionen führten wir heuer unzählige Male durch und konnten mehrere hundert Kinder für Weltraum begeistern.

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Weltraumtag der besonderen Art: Waisenkinder und kranke Kinder aus der Ukraine konnten ihren Alltag für einen Tag vergessen und einen unbeschwerten Nachmittag mit Wasserraketen und Kinder-Raumanzüge verbringen.
Foto: ÖWF (Stefan Hauth)

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Scouting-Selfie: Für die AMADEE-15 Mission war das ÖWF in den Tiroler Bergen unterwegs. Schlussendlich fiel die Wahl auf das Kaunertal, das mit seinem Eis- & Blockgletscher ähnliche Bedingungen wie am Mars bietet.

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Wie jedes Jahr findet im Herbst der ÖWF Zieleworkshop statt. Neben vielen Diskussion und Workshops kommt aber die Geselligkeit nicht zu kurz.

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Erstmals beteiligt sich da ÖWF an einem Flugprojekt. Das ÖWF Ballon Team unter der Leitung von Michael Taraba ist federführend beim Bau & Test der Kommunikationshardware involviert. Details werden bei einer Pressekonferenz am 21. Jänner 2015 bekannt gegeben.

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Ausschreibung für Analog-Astronauten: Wir suchen für die AMADEE-15 Mission eine neue Gruppe von Analog-Astronauten. Die ersten 30 Kandidatinnen und Kandidaten wurden bereits informiert und werden im Jänner mittels eines intensiven Selektionsprozesses auf 6 Kandidatinnen und Kandidaten reduziert.
Foto: ÖWF (Vanessa Weingartner)

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28.Dec 2014 | 14:49

Im Interview: Direktor Dr. Nobert Winding vom Haus der Natur – Museum für Natur und Technik, Salzburg

Unser Universum steckt voller Geheimnisse und rätselhafter Phänomene: Schwarze Löcher, Urknall, Supernovae … – die Faszination an der Ergründung des Weltalls begleitet uns Menschen seit jeher. Die neue Weltraumausstellung im Haus der Natur in Salzburg entführt zu einer Reise durch Raum und Zeit. Mit viel Interaktion erkundet man die Planeten unseres Sonnensystems, beobachtet Sterne bei ihrem Werden und Vergehen und ergründet die kosmischen Einflüsse, die unsere Erde lenken. Von Sputnik 1 und Mondlandung bis hin zur Marsmission erlebt man die Sternstunden der Raumfahrt.

ÖWF: Herr Dr. Winding, was erwartet die Besucher in Ihrer neuen Ausstellung “Unser Universum – Planeten, Sterne, Galaxien”?

Die Besucher/innen erwartet in der neuen Ausstellung eine faszinierende Reise zu den Wundern des Universums. Die Ausstellung schlägt einen Bogen von den Anfängen der Astronomie bis zu den Sternstunden der Raumfahrt und erzählt von der Entstehung unseres Universums und der Erde. Mit eigens angefertigten Filmen, Animationen und interaktiven Stationen werden die Themen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln begreifbar gemacht. Neue Dioramen und Modelle geben der Schau räumliche Tiefe und ermöglichen spannende Blicke auf fremde Welten – oder auch in unsere Vergangenheit.

ÖWF: Was ist neu im Vergleich zur vorherigen Weltraumausstellung?

Die Weltraumhalle wurde gänzlich neu konzipiert und aufgesetzt, lediglich das großartige Diorama der Mondlandung von Wolfgang Grassberger sowie die Raketenmodelle und ein Teil der Planetenwagen wurden wiederverwendet bzw. in neuer Präsentation wieder eingesetzt.

ÖWF: Wie lange dauerten die Umbauarbeiten bzw. wie lange haben Sie an der Vorbereitung der neuen Ausstellung gearbeitet?

Gemeinsam mit dem Ausstellungsgestalter Andreas Zangl habe ich vor gut 2 Jahren begonnen, das Konzept für die neue Ausstellung zu erstellen. Zusammen mit den Kuratorinnen Dr. Anke Oertel und Dipl.-Biol. Dorothee Hoffmann wurde in den letzten rund 1,5 Jahren intensiver geplant und schließlich seit dem vergangenen Juni mit den konkreten finalen Um- und Aufbauarbeiten begonnen.

ÖWF: Was ist Ihr persönliches Highlight der Ausstellung, Herr Dr. Winding?

Es ist schwer für mich, ein persönliches Highlight in der Ausstellung festzumachen. Gestalterische Highlights sind sicherlich der mit einer Mondkraterlandschaft bedruckte Boden und die beleuchtete Sonnen-Planeten-Installation im Zentrum des Raumes, die einen gleich beim Betreten der Ausstellung gefangen nimmt. Einen – vielleicht sogar etwas verstörenden – Kontrapunkt dazu bildet „der Grieche“ (eine sitzende griechische Statue), der in Gedanken versunken nach oben zu den Raketen und Satelliten schaut. Er markiert den Ausstellungsbereich über die Weltbilder der Menschheit von den frühen prähistorischen Vorstellungen bis herauf zu unserem heutigen kosmologischen bzw. astrophysikalischen Weltbild.

ÖWF: Für welches Alter ist die Ausstellung geeignet?

Die Ausstellung ist für alle Altersgruppen von 4 bis 90+ Jahren geeignet.

ÖWF: Wann kann die Ausstellung besucht werden?

Die Ausstellung „Unser Universum – Planeten, Sterne, Galaxien“ kann täglich von 9 bis 17 Uhr besucht werden (am 25.12. ist das Museum geschlossen).

Das Interview führte Marlen Raab, ÖWF Redaktion.

„Unser Universum: Planeten, Sterne, Galaxien“
Seit 14. November 2014
Haus der Natur – Museum für Natur und Technik
Museumsplatz 5
5020 Salzburg
www.hausdernatur.at

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20.Nov 2014 | 07:00

ÖWF sucht Frauen und Männer als Analog-AstronautInnen

20. November 2014.

Anmeldefrist endet am 28. November 2014

Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) vergrößert sein Analog-AstronautInnen-Korps um sechs Personen. Bis 28. November können sich Frauen und Männer bewerben, die über gute Englischkenntnisse verfügen und sich für Technik und wissenschaftliche Arbeit interessieren. Nach dem Auswahlverfahren und einem fünfmonatigen Basistraining werden zwei der sechs neuen Analog-AstronautInnen an der Mars-Missions-Simulation AMADEE-15 teilnehmen, die bereits 2015 vom ÖWF durchgeführt wird.

Dabei kommt den Analog-AstronautInnen die zentrale Aufgabe zu, den 45 kg schweren Raumanzug-Simulator „Aouda“ zu tragen und darin unterschiedlichste Aufgaben auf dem Kaunertaler Gletscher auszuführen. BewerberInnen sollten daher neben einer guten körperlichen und geistigen Fitness auch Stressresistenz und Belastbarkeit mitbringen. „Wir möchten auch alle interessierten Frauen nochmals

herzlich einladen, sich zu bewerben. Bisher war das Analog-Astronauten-Team rein männlich, ein gemischtes Team wäre eine Bereicherung für unsere Arbeit“, betont Olivia Haider, Finanzvorstand des ÖWF.

Die zweiwöchige Simulation AMADEE-15 findet unter Beteiligung internationaler Forschungsorganisationen statt und ist bereits der elfte Probelauf des ÖWF für eine künftige bemannte Mars-Mission. Damit möchte das Österreichische Weltraum Forum Arbeitsabläufe und Verfahren testen, die auch auf dem Roten Planeten zum Einsatz kommen werden. Die Analog-AstronautInnen werden bei ihren mehrstündigen Einsätzen im Feld von einer Technik-Crew unterstützt und haben gleichzeitig über Funk Kontakt zur Missions-Kontrolle, dem Mission Control Center (MSC), in Innsbruck. Dort werden über Telemetrie ihre medizinischen Daten und die Funktionstüchtigkeit des Raumanzug Simulators überwacht. Gleichzeitig erhalten die Analog-AstronautInnen auch ihre Arbeitsanweisungen für die durchzuführenden Experimente aus dem MSC, das mit 20 Minuten Verzögerung funkt, um die Kommunikation zwischen Erde und Mars nachzustellen.

Auf all diese Anforderungen werden die neuen Analog-AstronautInnen durch ein fünfmonatiges Basistraining am Raumanzug-Simulator „Aouda“ vorbereitet, um grundlegende Fähigkeiten und Kenntnisse für die Durchführung unterschiedlichster Experimente zu erwerben. Zu der umfangreichen Ausbildung gehören auch Kurse in Geologie und Biologie sowie Medientrainings. Jene Analog-AstronautInnen, die an AMADEE-15 teilnehmen, erhalten zusätzlich eine missions-spezifische Schulung.

Nähere Informationen zur Ausschreibung der Analog-AstronautInnen, ihrem Training und ihren künftigen Aufgaben sowie zur Bewerbung sind unter www.oewf.org zu finden.

Rückfragehinweis:
Mag. Monika Fischer
Tel. +43 699 1213 4610
*protected email*

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ESA Nachrichten

ESA Human Spaceflight

23.02.15:
17.02.15:
03.Feb 2014 | 13:56

Robotic Exploration:ExoMars orbiter core module completed

The ExoMars Trace Gas Orbiter module consisting of the spacecraft structure, thermal control and propulsion systems was handed over by OHB System to Thales Alenia Space France at a ceremony held in Bremen, Germany, today.
08.Nov 2013 | 12:30

Robotic Exploration:ExoMars lander module named Schiaparelli

The entry, descent and landing demonstrator module that will fly on the 2016 ExoMars mission has been named 'Schiaparelli' in honour of the Italian astronomer Giovanni Schiaparelli, who famously mapped the Red Planet's surface features in the 19th century.
06.Mar 2015 | 16:10

Week In Images


Our week through the lens:
2-6 March 2015
06.Mar 2015 | 11:40

Scanning Earth, saving lives


A high-speed camera for monitoring vegetation from space and combating famine in Africa is being adapted to spot changes in human skin cells, invisible to the naked eye, to help diagnose skin diseases like cancer.

06.Mar 2015 | 11:00

Have you ever used a camera on board an interplanetary spacecraft?


In May, the ‘webcam’ on board Mars Express will be available for public imaging requests. We’re inviting schools, science clubs and youth groups to submit proposals for one of eight opportunities to image another planet.

04.Mar 2015 | 14:49

ESA experts assess risk from exploded satellite


After studying the recent explosive break-up of a US satellite, ESA space debris experts have concluded this event does not increase the collision risk to nearby ESA missions in any meaningful way.

26.Feb 2015 | 10:13

CubeSats offered deep-space ride on ESA asteroid probe


Think of it as the ultimate hitchhiking opportunity: ESA is offering CubeSats a ride to a pair of asteroids in deep space.

04.Mar 2015 | 13:56

Test spacecraft piloting skills – in Antarctica


ESA is looking for a medical doctor to spend a year at the remote Concordia Antarctic station. Like a martian outpost can be imagined, you will be away for over a year and cut off from the rest of the world, living and working with 15 colleagues to conduct science  in preparation for missions to the Red Planet.

03.Mar 2015 | 15:45

Honing skills


Human spaceflight and operations image of the week: mission control team trains for Sentinel-2A launch
25.Feb 2015 | 12:10

Out of this world


Watch a replay of our 'Out of this world' Google hangout between ESA astronaut Tim Peake and pupils from Rode Heath Primary from Cheshire, UK
23.Feb 2015 | 13:59

Scientific spring in isolated Antarctica


In Antarctica, the crew of the French–Italian Concordia research station are preparing for the winter. They have to survive six months of complete isolation – four in darkness because the Sun never rises above the horizon – while they perform science in one of the most barren places on Earth.

17.Feb 2015 | 16:50

Final goodbye


Human Spaceflight and Operations image of the week: the International Space Station and the last Automated Transfer Vehicle streaking through the sky over Europe

ESA Top Multimedia

Comet on 28 February 2015 – NavCam

17.Feb 2015 | 16:50

An explosive quartet

17.Feb 2015 | 16:50

100 days of Futura

17.Feb 2015 | 16:50

Hungary

17.Feb 2015 | 16:50

Earth from Space: Hungarian mosaic

17.Feb 2015 | 16:50

Surface changes of Villarrica from Sentinel-1A

17.Feb 2015 | 16:50

Weltraum Nachrichten von Online Zeitungen

06.Mar 2015 | 15:47

Sonde "Dawn" bei Ceres: Was macht der weiße Fleck da?

Erstmals umkreist ein Forschungssatellit einen Zwergplaneten: Die Nasa-Sone "Dawn" hat Ceres erreicht. Forscher wollen untersuchen, wie viel Wasser es dort gibt - und das Rätsel eines mysteriösen Flecks lösen.
05.Mar 2015 | 20:31

Flucht aus der Milchstraße: Stern stellt Geschwindigkeitsrekord auf

Er ist mit 1200 Kilometern unterwegs - pro Sekunde: Astronomen ist der bislang schnellste Stern ins Netz gegangen, der aus unserer Milchstraße herausrast.
05.Mar 2015 | 14:32

"Curiosity"-Selbstporträt: Das winkende Marsauto

Ein Kurzschluss zwingt Mars-Rover "Curiosity" zu einer Arbeitspause. Eine gute Gelegenheit für einen Selfie-Gruß vom Roten Planeten.
03.Mar 2015 | 14:34

Außeneinsatz an der ISS: Sehen Sie den Astronauten?

Schneller als geplant haben zwei US-Astronauten einen Außeneinsatz an der Internationalen Raumstation (ISS) absolviert. Die freie Zeit nutzten sie gekonnt: zum Verstecken spielen.
27.Feb 2015 | 15:59

Ultrascharfe Satellitenfotos: So erfahren Sie, was Ihr Nachbar treibt

Wie viele Personen sitzen am Gartentisch? Und steht das rote Auto noch vor der Tür? Detaillierte Satellitenfotos können solche Informationen liefern. Eine US-Firma bietet den Dienst mit einer enorm hohen Auflösung an.
06.Mar 2015 | 17:48

Astronomie - Stern rast mit vier Millionen km/h aus der Milchstraße

US 708 ist der schnellste Stern unserer Galaxie - er dürfte von einer Supernova auf seinen Kurs ins Nirgendwo geschleudert worden sein
06.Mar 2015 | 16:21

Mission "Dawn" - Sonde bestätigt, dass sie Umlaufbahn um Ceres erreicht hat

Signal von "Dawn" traf Freitagnachmittag bei der Bodenstation ein
06.Mar 2015 | 05:30

Projekt Mars One - Österreicher bei Mars-Mission: Vielleicht ist der Mars eine bessere Erde

Günther Golob ist der einzige Österreicher, der es unter die letzten 100 für die Mission "Mars One" geschafft hat. Seine Chance, dabei zu sein, steht damit 1:3
05.Mar 2015 | 13:56

Minilabor - TU Graz erhält Zuschlag für neues Nanosatellitenprojekt der ESA

"OPS-SAT" wird unter Leitung der TU Graz gebaut und soll neue Satellitensoftware im Weltall erproben
05.Mar 2015 | 13:30

Rover-Selfie - NASA-Forschungsroboter "Curiosity" winkt vom Mars

Der Rover sendet ständig Aufnahmen vom Mars zur Erde, auf einer davon posiert er als "Winkekatze"
06.Mar 2015 | 16:55

Signal aus dem Orbit: Raumsonde "Dawn" hat Zwergplaneten Ceres erreicht

Nach acht Jahren Reise durchs All ist die Sonde der Nasa in der Umlaufbahn von Ceres eingetroffen. Dort soll sie mehrere Monate verharren – und Hinweise auf die Entstehung des Sonnensystems liefern.
06.Mar 2015 | 15:50

4,32 Millionen km/h: US 708 – der schnellste Stern der Milchstraße

Entdeckt wurde er schon vor zehn Jahren, doch erst jetzt konnte die Geschwindigkeit des Sterns berechnet werden. US 708 ist demnach mit 1200 Kilometern pro Sekunde unterwegs und setzt neue Maßstäbe.
01.Mar 2015 | 11:52

Ionentriebwerke: Neue Satelliten-Generation hat Elektroantrieb

Künftig sollen vollelektrische Satelliten in die Umlaufbahn geschossen werden. Der Vorteil: Sie brauchen kaum Treibstoff und sind wesentlich effizienter und leichter. Doch es gibt auch Nachteile.
28.Feb 2015 | 15:22

Raumfahrt: Endspurt zum geheimnisvollen Zwergplaneten Ceres

Raumsonde "Dawn" kurz vor dem Ziel: Nach acht Jahren und fast fünf Milliarden Kilometern soll der Nasa-Späher am 6. März den Zwergplaneten Ceres erreichen. Bereits jetzt sendet er spektakuläre Bilder.
25.Feb 2015 | 09:14

Exoplaneten: Warum unsere Sonne der beste aller Sterne ist

Wo im Weltall lassen sich Planeten aufspüren, die der Erde ähnlich sind? Japanische Forscher haben nachgerechnet. Man sollte sich in der Umgebung von Sternen mit der Masse unserer Sonne umschauen.

Weltraum Blogs

03.Sep 2012 | 16:49

ScienceBlogs.de bekommt eine neue Software und macht Pause

Es ist endlich soweit. ScienceBlogs.de wird auf eine neue Software (WordPress) umgestellt. Dann sollten die ganzen Macken und technische Probleme die sich im Laufe der Zeit angehäuft haben, endlich verschwinden. Die Umstellung erfolgt heute Nacht, um Mitternacht geht es los. ScienceBlogs wird dann eine ganze Weile nicht erreichbar sein. Im Laufe des Dienstag Nachmittag müsste dann alles wieder funktionieren. Hoffen zumindest alle... Vielleicht funktioniert auch nichts mehr und es dauert länger, bis alles wieder normal läuft. Wir werden sehen. Ich hab noch keine Ahnung, wie das neue ScienceBlogs aussehen wird. Ich wäre schon zufrieden damit, wenn alle meine Artikel und alle Kommentare dazu den Umzug heil überstehen... Also drückt die Daumen!


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03.Sep 2012 | 12:25

Barnards Stern hat keine Planeten

Barnards Stern hat keine Planeten. Warum sollte das interessant sein, wo doch sonst immer nur von Sternen berichtet wird, bei denen man Planeten entdeckt hat? Erstmal ist auch ein negatives Resultat ein Resultat. Es mag nicht so sexy sein, wie die Entdeckung eines neuen Planetensystems, aber wenn wir wissen, dass es irgendwo keine Planeten gibt, sagt uns das auch etwas. Und dann ist Barnards Stern ein Sonderfall. Denn hier gab es seit Jahrzehnten Diskussionen, oft sogar Streit, darüber, ob sich dort Planeten befinden oder nicht.

Barnards Stern ist nur 6 Lichtjahre entfernt und damit der viertnächste Nachbar der Sonne (oder der zweitnächste, wenn man die drei Sterne des Alpha-Centauri-Systems zu einem zusammenfasst). Er ist so nahe, dass man seine Eigenbewegung sehr gut sehen kann und weil er sich so schnell bewegt, wird er oft auch "Barnards Pfeilstern" genannt. Dieses Bild zeigt, wie er sich zwischen 2001 und 2010 über den Himmel bewegt hat:

Barnard_Star_2001-2010.gif

Bild: Alejandro Sanz Gómez, CC-BY-SA 2.5

So ein interessanter Stern wurde natürlich oft und ausgiebig beobachtet. Wegen seiner schnellen Bewegung hat man besonders viele und genaue Positionsmessungen angestellt. Und in den 1960er und 1970er Jahren kam der Astronom Peter van de Kamp zu dem Schluss, dass sich dort 2 Planeten befinden müssten. Denn der Stern zog nicht einfach in einer geraden Linie über den Himmel, sondern wackelte hin und her. Der Grund dafür sollte die gravitative Störung der Planeten sein, die den Stern ein bisschen wackeln ließen. Die Entdeckung extrasolarer Planeten in den 1970er Jahren wäre eine große Sensation gewesen. Aber die Kollegen waren nicht überzeugt. Andere Astronomen zeigten, dass vermutlich ein technischer Fehler am Teleskop für das Wackeln des Sterns verantwortlich war. Aber van de Kamp war weiter von der Existenz seiner Planeten überzeugt. Zwei Stück, ungefähr halb so groß wie Jupiter sollten Barnards Stern umkreisen.

Die Sache blieb zweifelhaft, die Beobachtungen konnten nie bestätigt werden und es dauerte bis 1995, bevor der erste wirklich zweifelsfrei bestätigte extrasolare Planet entdeckt wurde. Eine Gruppe amerikanischer Astronomen hat nun noch einmal genau nachgesehen und kommt zu dem Schluß: van de Kamps Planeten existieren nicht. Sie haben Beobachtungsdaten aus den letzten 25 Jahren kombiniert und neu ausgewertet. Im Gegensatz zu van de Kamp haben sie sich nicht auf die Positionsänderungen des Sterns verlassen, sondern seine Radialgeschwindigkeit beobachtet. Auch mit dieser Methode misst man das Wackeln des Sterns, allerdings auf andere Art und Weise. Die Ergebnisse sind ziemlich deutlich:

barnard.png


Die grünen und gelben Punkte sind die Messungen. Wenn der Stern keine Planeten hat, dann sollten sie alle auf der Nulllinie in der Mitte des Diagramms liegen. Wenn van de Kamps Planeten existieren, dann sollten die Punkte dem Verlauf der blauen oder rote Linie folgen. Das tun sie aber nicht, sondern liegen tatsächlich - innerhalb der Fehlerbalken - auf der Nulllinie.

Komplett ausschließen können die Forscher die Existenz von Planeten natürlich noch nicht. Ganz kleine Planeten könnte es noch geben. Aber sicherlich nichts, was größer ist als ein paar Erdmassen. Und auf jeden Fall keine Planeten, wie sie van de Kamp gefunden zu haben glaubte.

Barnards Stern hat also keine Planeten. Aber er wird weiter ein interessantes Forschungsobjekt bleiben, auch weil er der Sonne immer näher kommt. In knapp 10000 Jahren wird er sich bis auf 3,8 Lichtjahre angenähert haben. Ich würde gerne wissen, was die Astronomen bis dahin so alles herausgefunden haben...


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03.Sep 2012 | 10:00

Die Landkarte der Physik

1939 hat Bernard H. Porter die optimale Fusion aus Geografie und Physik erschaffen:

"[A] map of physics, containing a brief historical outline of the subject as will be of interest to physicists, students, laymen at large; Also giving a description of the land of physics as seen by the daring sould who venture there; And more particularly the location of villages (named after pioneer physicists) as found by the many rivers; Also the date of founding of each village; As well as the date of its extinction; and finally a collection of various and sundry symbols frequently met with on the trip."

1939-map-of-physics-h2.jpg

Wirklich cool! Da würde ich gern mal Urlaub machen. Eine kleiner Wanderung von der Astronomie ganz im Westen bis hin zur Astrophysik im Osten und dann an Herschel, Newton und Ptolemäus an den Lichtstrand und ein wenig entspannen ;)

Eigentlich fehlen nur noch 2 Dinge: Eine hochauflösende Version dieser Karte, damit man sie als Poster für die Wand ausdrucken kann. Und eine aktualisierte Version, die die Entwicklung der Physik seit 1939 inkludiert. Seit damals haben die Wissenschaftler ja jede Menge Neuland entdeckt!


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02.Sep 2012 | 15:40

Terminkalender September

Da ich in den nächsten Monaten diverse Vorträge und Lesungen an diversen Orten halte, dachte ich, ich sag mal Bescheid, wo ich überall sein werde. Vielleicht sieht man sich ja irgendwo.

  • 12.September, Seeheim-Jugenheim: Am 12 und 13 September finden die Bergsträsser Weltraumtage statt. Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie gibt es dort jede Menge populärwissenschaftliche Vorträge über Astronomie - zum Beispiel über die Suche nach Außerirdischen, den Bau eines Weltraumfahrstuhls oder die Geschichte der Raumfahrt in Kinofilmen. Ich werde dort am 12. September um 20 Uhr einen Vortrag zum Thema "Krawumm - Wahre und falsche Weltuntergänge" halten und dabei auch aus meinen Büchern vorlesen.

  • 25. September, Solingen: Am 25. September um 19.30 werde ich in der Sternwarte Solingen einen Vortrag zum Thema "Weltuntergang 2012? Keine Panik!" halten.
  • 24-28 September, Hamburg: Von 24 bis 28. September findet in Hamburg die große Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft statt. Dort werde ich zwar keinen Vortrag halten, aber trotzdem anwesend sein (zumindest von 26. bis 28., vorher muss ich ja noch nach Solingen). Wird sicher interessant und vielleicht sieht man sich ja!



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02.Sep 2012 | 14:26

Ein Krawumm geht um die Welt (21): Москва́

Letztes Mal war das Krawumm auf seiner Reise durch die Welt bei der chinesischen Mauer angelangt. Und wenn wir schon mal bei den großen Sehenswürdigkeiten sind, dann passt auch dieses Foto von Leser Robert. Krawumm in Moskau!

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Was bisher geschah: Teil 1: Die staubige Fabrik, Teil 2: Rindviecher, Teil 3: Das Krawumm will hoch hinaus, Teil 4: Eishockey und Nobelpreis, Teil 5: Der Weltskeptikerkongress, Teil 6: James Randi!, Teil 7: Bulgarische Berge, Teil 8: Auf hoher See, Teil 9: Das Buch im Transit, Teil 10: Der Berliner Flughafen, Teil 11: Flauschige Eichhörnchen, Teil 12: Der Bund fürs Leben, Teil 13: Der weiße Gott, Teil 14: Besuch auf Tatooine, Teil 15: Bei den alten Römern, Teil 16: Gaudi in Barcelona, Teil 17: Geysire im Yellowstone-Park, Teil 18: Urlaubslektüre in Antalya, Teil 19: Das Unheil kommt von oben, Teil 20: Die chinesische Mauer
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05.Mar 2015 | 22:35

Musk, Page, Bezos & Branson Lead List of Disruptive Innovators

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SpaceX’s Elon Musk, Google’s Larry Page, Amazon.com’s Jeff Bezos and Virgin Group Founder Richard Branson has been named the most effective CEO’s in achieving disruptive innovation among established companies in a new survey.

The poll was conducted by Big Think, where important people ponder big things, and the Singularity University, which puts the exponent in  exponential technology.  The poll was apparently taken in January and involved an unidentified number of Singularity University program participants.

The four men, who are heavily invested in various space projects,  beat out such business luminaries as Tim Cook of Apple, Mark Zuckerberg of Facebook, and Jack Ma of Alibaba.

05.Mar 2015 | 22:01

Bessemer Venture Partners Starts Spacetech Practice

Bessemer_Venture_Partners_logoMENLO PARK, March 2, 2015 (BVP PR) — Bessemer Venture Partners announced today that it has recruited Scott Smith of Iridium Communications, Inc. as a part-time Operating Partner, where he will help identify and advise portfolio companies in what BVP calls the emerging “spacetech” sector.

Smith will continue to serve as Chief Operating Officer and a board director of Iridium, operator of the world’s largest commercial satellite constellation. He previously served in the same role at Digital Globe. In addition to his experience at aerospace industry leaders, Smith’s background includes space tech startups: in 1995 he co-founded Space Imaging, and he recently served on the board of Skybox until its acquisition by Google.

“Scott stands out as a successful pioneering entrepreneur in the highly stagnated aerospace industry,” said BVP Partner David Cowan. “He’s the perfect person to help BVP’s spacetech practice and portfolio.”

“Innovation fuels the aerospace industry, and I could not be more excited to leverage my experience with startups as well as legacy operators like Iridium to help BVP identify and support the most promising entrepreneurial ventures on the horizon,” said Mr. Smith. “I’m particularly pleased to join BVP on the heels of our collaboration at Skybox.”

About Bessemer Venture Partners

Bessemer Venture Partners (BVP) invests in early-stage, hyper-growth startups, partnering closely with entrepreneurs to build durable businesses. BVP is a global firm with offices in Menlo Park, Cambridge, New York, Bangalore, and Herzliya. With $4 billion under management, BVP invests anywhere from $100,000 to $75 million in innovative companies like Pinterest, Twitch, Box, LinkedIn, Shopify, Yelp, Skybox and Skype. More than 100 BVP companies have gone public and in the last three years alone, BVP has had 37 exits (IPO and M&A) and made new investments in more than 70 companies. Learn more at www.bvp.com/space or on Twitter @BessemerVP.

Editor’s Note: In addition to Skybox, BVP recently led the Series B investment round for Rocket Lab.

05.Mar 2015 | 21:01

SpaceX Wins Round 1 of Patent Fight With Blue Origin

Blue Origin Sea Landing 2

Blue Origin booster recovery system. (Credit: Blue Origin)

SpaceX has won the first round of its fight to invalidate Blue Origin’s patent for recovering reusable launch vehicles on an ocean-going platform.

The U.S. Patent and Trademark Office’s Patent Trial and Appeal Board approved SpaceX’s request for an inter partes review of 13 of 15 claims the company made about Blue Origin’s Patent No. U.S. Patent 8,678,321, which is titled, “Sea landing of space launch vehicles and associated systems and methods”. The U.S. Patent and Trademark Office awarded the patent in 2014.

“On the current record, SpaceX has demonstrated a reasonable likelihood of prevailing on the asserted ground of anticipation of claims 1–3…and the asserted grounds of obviousness of claims 4–13,” the decision reads. “As such, we authorize institution of an inter partes review of claims 1–13 of the ’321 patent. Our decision to institute acts as a preliminary measure of SpaceX’s evidence as having enough merit to take the case to trial.”

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SpaceX first stage recovery barge. (Credit: SpaceX)

“Blue Origin may now come forward with argument and evidence in response to SpaceX’s prima facie proof of unpatentability,” the decision says.

SpaceX, which has developed its own recovery system, asserts that Blue Origin’s patent is invalid because previous patents described methods for land reusable launch vehicles on sea-going platforms.

The patent office has up to one year to complete the inter partes review. The time can be extended by six months for good cause.

In a separate decision, the board rejected the SpaceX’s request for a review of claims 14 and 15. The decision said that Blue Origin’s patent describing the process for igniting, shutting off, and reigniting a rocket motor was too vague to determine whether SpaceX could prevail on these counts.

05.Mar 2015 | 18:50

ISRO Hypersonic RLV Test Set

Artist's conception of Indian reusable vehicles (Credit: ISRO)

Artist’s conception of Indian reusable vehicles (Credit: ISRO)

ISRO is planning a flight test in its Reusable Launch Vehicle-Technology Demonstration Program (RLV-TD) in the April to June time frame.

“Technology Demonstrator winged body vehicle weighing 1.5T will be lofted to a height of 70 km using solid booster, thus attaining five times the speed of sound. Thereafter, it will descend by gliding and splashing down into the sea”, said an official statement.

This test flight would demonstrate the Hypersonic aerodynamics characteristics, Avionics system, Thermal protection system, Control system and Mission management.

“Development of Reusable Launch Vehicles is a technical challenge and it involves development of many cutting edge technologies. The magnitude of cost reduction depends on development and realization of fully reusable launch vehicle and its degree of reusability”, said the statement.

ISRO describes the program on its website as follows:

Reusable Launch Vehicle-Technology Demonstration Program or RLV-TD is a series of technology demonstration missions that have been considered as a first step towards realizing a Two Stage To Orbit (TSTO) fully re-usable vehicle. A Winged Reusable Launch Vehicle technology Demonstrator (RLV-TD) has been configured to act as a flying test bed to evaluate various technologies, namely, hypersonic flight, autonomous landing, powered cruise flight and hypersonic flight using air-breathing propulsion.

These technologies will be developed in phases through a series of experimental flights. The first in the series of experimental flights is the hypersonic flight experiment (HEX) followed by the landing experiment (LEX), return flight experiment (REX) and scramjet propulsion experiment (SPEX). Reusable Launch Vehicle Technology Demonstrator Hypersonic Experiment (RLV-TD HEX1) wherein the hypersonic aero-thermo dynamic characterization of winged re-entry body along with autonomous mission management to land at a specified location and characterization of hot structures are planned to be demonstrated.

 

05.Mar 2015 | 18:38

ULA Plans to Phase Out Delta IV

Delta IV Heavy lifts off with Orion capsule. (Credit: Lockheed Martin, United Launch Alliance)

Delta IV Heavy lifts off with Orion capsule. (Credit: Lockheed Martin, United Launch Alliance)

Space News reports on ULA’s future plans for its launch vehicles:

United Launch Alliance intends to phase out all but the heavy-lift version of its Delta 4 rocket as early as 2018 as it seeks to sharpen its competitiveness in the face of a challenge by SpaceX.

Denver-based ULA will continue building the Delta 4 Heavy as long as its Air Force customer desires, said Tory Bruno, the company’s president chief executive. The vehicle, whose first stage consists of three Delta 4 cores in a side-by-side configuration, is used to launch classified national security payloads but flies infrequently — roughly once every few years….

In a March 2 interview, Bruno, said both rockets ultimately will be replaced by a new launch vehicle currently known as the Next Generation Launch System, or NGLS. The NGLS will be powered by a new main engine now under development.

Bruno has said the BE-4 could debut on the NGLS by 2019 but that the vehicle would not be certified to carry national security payloads until 2022 or 2023.

In the interview, Bruno said he hoped Congress would change the language to allow continued use of the RD-180 until a replacement is ready.

Congress recently passed legislation calling for ULA to end the use of Russian-provided RD-180 engines in the Atlas by 2019.

06.Mar 2015 | 17:51

Interview: Das Square Kilometer Array

Im australischen Outback und der südafrikanischen Wüste soll ab 2018 das größte Radioteleskop der Welt entstehen. Darüber sprach für Raumfahrer.net Roman van Genabith mit Prof. Dr. Dominik Schwarz, Mitglied der SKA Science Working Group.
06.Mar 2015 | 17:41

Raumsonde DAWN - Im Bann des Zwergplaneten Ceres

Vor wenigen Stunden wurde die Raumsonde DAWN von dem Schwerefeld des Zwergplaneten 'eingefangen' und befindet sich jetzt in einer Umlaufbahn um dieses größte und massereichste Objekt des Asteroidengürtels unseres Sonnensystems. In den kommenden 16 Monaten soll Ceres jetzt intensiv untersucht werden.
05.Mar 2015 | 20:05

Kometensonde Rosetta fotografiert eigenen Schatten

Am 14. Februar 2015 überflog die Raumsonde Rosetta die Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko in einer Entfernung von lediglich sechs Kilometern. Neben diversen Oberflächendetails konnte die Hauptkamera der Raumsonde dabei auch den Schatten abbilden, welchen Rosetta dabei auf den Kometen warf.
03.Mar 2015 | 21:06

Raumsonde DAWN ist auf der Zielgeraden

Am 6. März 2015 wird die Raumsonde DAWN ihr finales Ziel erreichen und anschließend mit der voraussichtlich bis zum Juni 2016 andauernden intensiven Erforschung des Zwergplaneten Ceres beginnen.
02.Mar 2015 | 21:11

SpaceX startet ABS-3A & Eutelsat 115 West B

Heute um 04:50 MEZ ist eine Falcon 9 Rakete mit den Satelliten ABS-3A & Eutelsat 115 West B in einen supersynchronen Transferorbit gestartet. In Zukunft soll es auch Landeversuche bei GTO-Missionen geben.
06.Mar 2015 | 11:10

Enge Begegnung von Venus und Uranus am Abendhimmel

Begegnung von Venus und Uranus am AbendhimmelAm Abend des 4. März fand die in diesem Jahr engste Begegnung zweier Planeten statt: Von der Erde aus betrachtet zog die Venus sehr dicht am Uranus vorbei.
25.Feb 2015 | 14:22

Könnten Wassermoleküle des Mars auf die Erde gelangt sein?

MarsatmosphäreDie HRSC-Kamera an Bord der Sonde Mars Express liefert seit Januar 2004 hochaufgelöste Aufnahmen der Marsoberfläche - in Farbe und 3D. Wir veröffentlichen diese Bilder monatlich auf unserer Sonderseite über die Mission Mars Express. Immer wieder erreichen uns Fragen zu diesen Bildern und den darauf zu sehenden geologischen Beschaffenheiten oder auch zum Thema Mars allgemein. Eine besonders interessante Frage beantwortet Ulrich Köhler aus dem DLR-Institut für Planetenforschung in diesem Blogpost ausführlich.
14.Feb 2015 | 16:30

Servus, ATV!

ATV-4 Wiedereintritt 2013. Quelle: ESA/NASAZeit für Abschiede!! Nachdem Anfang der Woche schon das Transportraumschiff „Dragon“ die ISS verlassen hat, war es heute für den europäischen Transporter ATV so weit: Das Raumschiff mit dem klangvollen Namen Georges Lemaître wurde von der ISS abgekoppelt und wird nach mehreren Orbits in die Erdatmosphäre eintauchen.
10.Feb 2015 | 12:00

Neue Herausforderungen für die runderneuerte Sternwarte

Wartung hat etwas mit Warten zu tun. Kein Wunder also, dass die Wissenschaftler dem Abschluss des rund fünfmonatigen Heavy Maintenance Visit von SOFIA bei der Lufthansa Technik AG in Hamburg mit Ungeduld entgegensahen. Ich war gespannt darauf, inwieweit sich der Wissenschaftsbetrieb mit dem runderneuerten Flugzeugobservatorium verbessern würde.
10.Feb 2015 | 11:24

Fenster in eine andere Welt

50000ste Schüler des DLR_School_Lab KölnKürzlich konnten zwei DLR-Schülerlabore - die DLR_School_Labs in Köln und Göttingen - jeweils ihren 50.000-sten jugendlichen Gast begrüßen. Nun sind solche "Jubiläen" eigentlich eher etwas für die Statistik - aber in diesem Fall drücken die Zahlen tatsächlich auch substanziell etwas aus: Sie zeigen, dass wir auf diesem Wege viele junge Menschen erreichen.
28.Feb 2015 | 15:59

Die größte Gefahr für einen Astronauten besteht darin, zu ertrinken

1. Brief                          Bloggewitter_Kinder_logo

Lieber Max,

erinnerst Du Dich noch an Deine Frage letztes Jahr? Bei meiner Geburtstagsfeier in Bernau am Chiemsee? Ich meine jetzt nicht die, ob Badstuber oder Mertesacker der bessere Verteidiger ist. Auch nicht die, was mehr wiegt, ein Kilo Blei oder ein Kilo Wolle (haha, Scherzkeks). Und auch nicht die, ob sich Nutella gut als Pizzabelag eignet (An der Stelle waren wir getrennter Meinung, wenn ich mich recht entsinne, mir war irgendwie Salami lieber).

Bild: Credit Piero Masztalers Cartoons. Mehr von Masztalers superlustigen Cartoons hier: http://www.schoenescheisse.de/tag/astronauten/

Bild Piero Masztaler. Mehr von Masztalers superlustigen Cartoons gibt es hier.

Nein, ich mein eine andere Frage. Die Frage nämlich: was ist das Gefährlichste für einen Astronauten bei einem Raumflug? Ich glaube, ich hab einfach nur so hergebetet, was man so in der Zeitung liest, oder was man in diesen lausigen Dokumentationen auf NTV sieht. Dort werden die Astronauten nämlich immerzu gebraten. Entweder durch eine Explosion der Rakete beim Start. Oder durch die Strahlung im Weltraum. Oder durch Verglühen in der Erdatmosphäre. Bei NTV gibt es dazu noch dauernd Explosionsgetöse und diese "Wutsch-Geräusche" wenn etwas schnell fliegt. Bei der Zeitung muss man sich die Feuerbälle und das "wutschen" selber dazu denken.

Ich hab aber jetzt ein paar Monate nachgedacht und bin zu meiner definitiv ultimativen Schlussfolgerung in dieser Frage gekommen. Die lautet: Die größte Gefahr für einen Astronauten besteht darin, zu ertrinken. Die zweitgrößte besteht darin, die Taucherkrankheit zu bekommen. Bei der drittgrößten bin ich mir nicht so ganz sicher, aber es könnte Hitzschlag sein, Schwermut (da sagt man heute Depression dazu) oder eine Sache, die ich jetzt mal den Wohngemeinschafts-Effekt nenne.

Um Dir das zu erläutern, werde ich Dir in der nächsten Zeit einige Briefe schreiben. Im Abstand von einer Woche, damit es Dir nicht zu viel auf einmal wird. (Ups, Du hast mich durchschaut. Du könntest natürlich locker viel mehr lesen. Es sollte natürlich eher heißen: damit es MIR nicht zu viel wird.

Am besten fangen wir mit der Geschichte mal ganz unten an. Oder fast ganz unten.

Bereits in 5.500 Meter Höhe ist die Luft nur noch halb so dick wie am Chiemsee oder bei euch daheim in Kehlheim. Spätestens ab 9.000 Metern macht unser Körper schlapp. Da ist die Luft so dünn, dass wir nicht mehr genügend Sauerstoff bekommen. Ein paar Stunden in dieser Höhe, und wir sind tot. Da oben können es nur noch Leute wie Reinhold Messner oder Gerlinde Kaltenbrunner für eine kleine Weile aushalten. Man nennt das deshalb die TODESZONE Klingt gruslig. Ist gruslig. Und stimmt.

Bis etwa 12.000 Meter hilft noch eine Sauerstoffmaske (natürlich nur mit Sauerstoff. Maske alleine bringt gar nix, außer dass es krass aussieht). Aber auch damit wird dann bald der Luftdruck zu niedrig, um damit richtig atmen zu können. Oberhalb von 19.000 Metern müssen Menschen einen Druckanzug tragen, das ist eine sparsamere Ausführung von einem Raumanzug. Am besten ist aber auch da schon ein richtiger Raumanzug.

Eigentlich beginnt der Weltraum schon in der Höhe, in der Du mit Deinen Eltern jedes Jahr nach Malaga fliegst. Also in etwa 12.000 Metern Höhe. Nur 10 Zentimeter rechts von Deinem Fensterplatz im Flugzeug könntest Du keine zwei Minuten lang überleben, so kalt ist es da draußen und so dünn ist die Luft. Tatsächlich fliegst in deinem gemütlichen Airbus A 320 schon durch 80-prozentigen Weltraum.

Der RICHTIGE Weltraum beginnt aber erst in 100 Kilometern Höhe. Das ist jetzt nicht so, dass der liebe Gott mit dem Lineal eine Linie gezogen und ein Schild aufgestellt hat auf dem steht: "Obacht: Ab hier Weltraum. Beschweben auf eigene Gefahr". Auf die Sache mit den 100 Kilometern ist ein Physiker namens Theodore von Kármán gekommen, und die meisten anderen Leute fanden das eine klasse Idee und deswegen blieb das so. (Die Strichelchen auf den beiden a's in seinem Namen bedeuten übrigens, dass Du da betonen musst. KArmAn). Aber irgendeine besondere Bedeutung haben die 100 Kilometer eigentlich nicht. Man hat es vor allem wegen der schicken runden Zahl genommen. Es hätten auch genauso gut 82,5 Kilometer sein können oder 125,3 Kilometer. Da wär auch nicht weniger Weltraum gewesen. Wie auch immer: die Linie, die eigentlich der liebe Gott hätte ziehen sollen, heißt deswegen heute ihm zu Ehren die "Kármán -Linie".

Um im Weltraum forschen und arbeiten zu können, müssen Menschen ihre Umwelt mitnehmen. Und damit meine ich nicht den Kaktus, die Petunie und die Frösche aus dem Gartenteich, sondern vor allem ihre Atembedingungen. Das geschieht mit Hilfe des Lebenserhaltungssystems des Raumschiffes. Das Lebenserhaltungssystem besteht aus mehreren Geräten, die dafür sorgen, dass immer frische Luft da ist, die richtige Temperatur und Luftfeuchtigkeit herrscht und giftige Stoffwechselgase, Käsefüßegeruch und Pupser aus der Luft beseitigt werden, und dass am Ende wieder alles frisch nach Pfefferminz riecht und sich die Astronauten rundum wohlfühlen.

Jetzt ist es aber so, dass die Astronauten nicht immer im Raumschiff drinnen bleiben und sich dort wohlfühlen können. Manchmal müssen sie auch dringend raus. Und das nicht etwa, um aufs Kloo zu gehen, sondern zum Forschen, Bauen und Reparieren. Und damit fangen ernsthafte Probleme an.

Wenn Du nämlich Dein Raumschiff in Jeans und kurzem Hemd verlassen wolltest, dann käme es nacheinander zu folgenden nicht besonders angenehmen Ereignissen:

  • Innerhalb von Sekunden würde explosionsartig alle Luft aus Deinem Körper entweichen.
  • Aufgrund des nicht vorhandenen Luftdrucks würde das Blut und alle Körperflüssigkeiten zunächst kochen, aber schon fast in derselben Sekunde gefrieren.
  • Alles Körpergewebe würde wegen der darin enthaltenen Flüssigkeiten ausdehnen.

Immerhin, es wäre ein relativ gnädiges Ende. Bis auf die ersten fünfzehn Sekunden natürlich, in denen Du Deinen Untergang bei Bewusstsein miterleben würdest. Nach etwa einer Minute wäre aus Dir ein bis zur Unkenntlichkeit entstelltes, beinhart gefrorenes Stück Fleisch geworden, gegen das der tiefgefrorene Kabeljaurücken vom Bofrost noch richtig schick aussieht.

Somit ist eines klar: um sich im Weltraum außerhalb eines schützenden Raumschiffes aufhalten zu können, muss man entweder ein Selbstmörder mit Hang zum Besonderen sein, oder aber man muss die passenden Klamotten zur Hand haben. Und die Bekleidungsvorschriften im Weltraum erlauben nichts anderes als einen Raumanzug.

Der erste Raumanzug kam übrigens mit dem Post.

Nein, das ist jetzt kein Fehler. Ich hab nicht das Geschlechtswort falsch geschrieben. Der Raumanzug kam nämlich nicht mit DER Post sondern er kam mit WILEY Post. Sein Name spricht sich „Wei-lie Po-ust“. Das war ein Amerikaner, der ein bisschen wie ein Pirat aussah, denn er hatte nur ein Auge. Und irgendwo passte das auch zu ihm, denn er war tatsächlich ein ziemlich wilder Kerl. Aber das erzähl ich Dir im nächsten Brief. In der Zwischenzeit kannst Du schon den Namen ein üben. Und Dich schon mal zum Thema Raumanzüge einlesen. Wenn Du diesen (HIER DRAUFKLICKEN) Beitrag von Ute Gerhard liest, erfährst Du schon einiges über diese Dinger und wie man sie verwendet.

So, ich muss jetzt Schluss machen. Und ich sehe, dass ich der Beantwortung der Frage, warum die größte Gefahr für einen Astronauten darin besteht, zu ertrinken, noch nicht besonders nahe gekommen bin. Und ich fürchte, dass ich im nächsten Brief überhaupt erst einmal berichten muss, warum die möglicherweise drittgrößte Gefahr für einen Astronauten im Weltraum darin besteht, einen Hitzschlag zu erleiden. Und auch das nur, wenn nach der Geschichte von DEM Post noch Platz ist. Schau mer mal, und bis in Kürze.

Mit spacigen Grüßen

Dein Onkel

Eugen

25.Nov 2014 | 22:52

Interstellar: Wurmlöcher, Schwarze Löcher, Logiklöcher

Es ist irgendwann um das Jahr 2060 und die Klima-Apokalyptiker haben recht behalten. Die Biosphäre der Erde ist ruiniert. Es ist heiß, Sandstürme toben um den Globus und es wächst nichts mehr Essbares außer Mais. Die Menschheit ist stark reduziert, der verbliebene Rest ist vom Verhungern bedroht und kämpft ums Überleben. Raumfahrt wird als unnötig, teuer und schädlich betrachtet. Deshalb musste Astronaut Cooper zum Getreidebauern umschulen. Nun werkeln er und seine Patchwork-Familie - die aufgeweckte Tochter Murphy, sein eher schlicht gestrickter Sohn Tom und Grandpa Donald - auf ihrer Farm herum.

Das Plakat zeigt eine Atlas 5 401. Eine Rakete, die im Film gar nicht vorkommt, aber in unserer Realität schon.

Das Plakat zeigt eine Atlas 5 401 der United Launch Alliance. Eine Rakete, die nirgendwo im Film vorkommt. Bild Thefilmgrapevine.com

So beginnt der Plot zu Christopher Nolans Science-Fiction Film "Interstellar". Der Streifen wird übrigens in diesem Portal schon zum zweiten Mal unter die Lupe genommen. Die erste Besprechung stammt von Susanne Hofmann und ist hier zu finden. In meiner Kritik, drei Wochen später als Susannes, fließen eine ganze Menge von Kommentaren und Bewertungen meiner Freunde und Kollegen mit ein. Deren Meinungen reichen von "grottenschlecht" bis "bester SF-Film, den ich je gesehen habe". Das Werk polarisiert also durchaus. Sollten Sie ihn noch nicht gesehen haben, aber noch anschauen wollen, dann lesen Sie hier am Besten nicht weiter, sondern machen sich erst selbst ein Bild.

Ich habe mir vorgenommen, das Thema in etwa 2000 Worten zu beleuchten. Will ich das schaffen, muss ich mir allerdings die Beschreibung der Handlung weitgehend schenken, denn der Film ist fast drei Stunden lang und es ist ganz schön was reingepackt. Ich versuche aber mal ein Gerüst in drei Absätzen zu schildern. Absatz eins haben Sie schon in der Einleitung gelesen. Da war ich eben dabei, zu erzählen, wie Ex-Astronaut Cooper auf seiner Farm herumwerkelt. Da weiß er aber noch nicht...

...dass nur eine Ecke von seiner Butze entfernt die Reste der NASA im Untergrund weiter existieren. Dass es sie überhaupt noch gibt, liegt an einem Wurmloch, das sich vor Jahren in der Nähe des Saturn aufgetan hat. Das führt in eine andere Galaxie, zu einem Planetensystem, das um ein schwarzes Loch kreist, dem man den ebenso hübschen wie passenden Namen "Gargantua" gegeben hat. Die Tiefbau-NASA hat schon vor zehn Jahren ein dutzend Astronauten da durch geschickt, um diese Planeten zu erkunden. Für jeden Planeten einen. Allerdings senden nur drei der zwölf Leute Signale zur Erde zurück, nämlich Miller, Mann und Edwards. Aufgrund physikalischer Störeffekte gelangen deren Botschaften nur fragmentarisch durch das Wurmloch, man weiß also nicht so genau, was sich an dessen anderen Ende so tut. Und dann gibt es ein seltsames binäres Signal in der Farm der Coopers, das den Ex-Astronauten und Töchterchen Murphy schließlich zur eingebuddelten Weltraumbehörde führt. Dort trifft er auf Professor Brand, den Chefwissenschaftler, und dessen Tochter Amalia.

Bei der Höhlen-NASA scheint Professor Brand nur darauf gewartet zu haben, dass Cooper aufkreuzt. Er entsendet ihn zusammen mit Amalia und zwei anderen Astronauten mit dem Raumschiff "Endurance" durch das Wurmloch, um Kontakt mit den drei Wissenschaftlern aufzunehmen, und Plan A oder Plan B umzusetzen. Plan A besteht darin, eine für Menschen bewohnbare Welt zu finden, damit die dorthin umziehen können. Sollte das nicht gelingen, dann ist es Plan B, mitgeführte befruchtete menschliche Eizellen vor Ort auszubrüten und eine neue Menschheit aufzubauen. Bei all dem tun sich Abgründe an menschlichem Sozialverhalten, technischen Problemen und physikalischen Absonderlichkeiten auf. Gegen Ende des Streifens stürzt sich Cooper in Gargantua, um dort das Rätsel der Gravitation zu lösen. Dabei gerät er in eine Art höher dimensionale Projektion des dreidimensionalen Raumes, einen "Tesserakt". Dem ist die vierte Dimension zugefügt, also die Zeit, und aus diesem Gebilde heraus gelingt es ihm, seiner nun schon erwachsenen Tochter über eine mechanische Armbanduhr durch gravitative Beeinflussung Signale zukommen zu lassen, die schließlich dazu führen, dass Murphy in den kommenden Jahrzehnten (die aber für Cooper nur Sekunden sind) das Geheimnis der Gravitation löst. Am Ende löst sich der Tesserakt auf, was dazu führt, dass der kaum gealterte Cooper seine jetzt steinalte Tochter eben noch auf ihrem Sterbebett antrifft.

Soweit die Handlung ohne Details. Ich habe jetzt von Physik viel zu wenig Ahnung, um die Darstellung von Wurmlöchern, schwarzen Löchern oder eines so hypothetischen Gebildes wie eines "Tesseraktes" zu kritisieren. Sie scheinen mir aber auf jeden Fall künstlerisch ganz gut interpretiert worden zu sein. Ob ein Planetensystem, das um ein schwarzes Loch kreist, ohne dass es in diesem System zusätzlich noch eine "richtige" Sonne gibt, ein sinnvoller Aufenthaltsort für den Neuaufbau einer Zivilisation ist, erscheint mir dagegen schon sehr fragwürdig. Aber die NASA der Zukunft ist personell nur schwach besetzt, da mag es auch schon mal zu gröberen Fehleinschätzungen kommen.

Kaum durchs Wurmloch getunnelt beschließt Cooper, auf einem Wasserplaneten in abenteuerlicher Nähe des schwarzen Lochs zu landen. Von daher stammt zwar eines der drei aufgefangenen Signale (das von Miller oder Edmunds, von wem genau ist mir entfallen, wie ein paar andere Sachen auch in dem Film), aber es ist dennoch eine hochgradig bescheuerte Idee. Tatsächlich würden die raumfahrttechnischen Anforderungen, auf einem Planeten in so grotesker Nähe eines massiven schwarzen Lochs zu landen selbst Captain Kirk von der Enterprise vor unlösbare Probleme stellen. Der Himmelskörper verfügt über eine Schwerkraft von 130 Prozent der Erdgravitation. Aber das ist nur Mückenschiss, verglichen mit dem Umstand, dass der Wasserplanet derart tief in Gargantuas Schwerkrafttrichter liegt, dass die dort generierte Zeitdehnung eine Stunde (Planetenzeit) zu sieben Jahren (Erdzeit) beträgt. Vielleicht kann das mal jemand ausrechnen, der sich mit den mathematischen Grundlagen der Relativitätstheorie auskennt, aber ich vermute jetzt mal, dass man der Lichtgeschwindigkeit schon sehr, sehr nahe kommen muss, um dieser monströsen Gravitationskaverne wieder zu entkommen. Wenn jemand sowas schafft, dann fragt man sich, warum es da noch Wurmlöcher braucht um zu fernen Galaxien zu fliegen. Und ich vermute mal zusätzlich, dass es einen Planeten so nahe an Gargantua ohnehin in molekülgroße Einzelteile pulverisieren würde.

Weil wir grade bei "Wurmloch" sind: Mir selbst - aber ich bin langsam von Begriff und deshalb kein Maßstab - wurde erst nach einer guten Stunde und einer ganzen Flasche Maxlrainer Schlosstrunk klar, dass die Bezeichnungen "Wurmloch" und "Schwarzes Loch" in diesem Film durchaus in einer richtigen - nämlich unterschiedlichen - Bedeutung eine Rolle spielen. Ich war in meiner Naivität das ganze erste Drittel des Werkes der Meinung, dass das in üblicher Hollywood-Dialogwurschtigkeit einfach synonym verwendet wird. Ich bin aber überzeugt, dass selbst am Ende der dritten Stunde den wenigsten Zuschauern die grundlegende Unterschiedlichkeit dieser beiden Gebilde jemals klar wurde. Die meisten verwirrte es erheblich, dass man für die Story ein Wurmloch braucht, um zu einem schwarzen Loch zu gelangen und was das für relativistische Effekte sind, die das eine und/oder das andere betreffen. Mehr noch verwirrt das ständige Herumspringen vom Einen zum Anderen.

Mich überforderte auch die Logik, nach der die Besatzung der "Endurance" den für eine Besiedelung mit weitem Abstand ungeeignetsten Planeten als ersten untersucht. Danach geht sie unverdrossen zum Zweitunwahrscheinlichsten über. Darauf besteht übrigens Amalia, weil sie den Astronauten Mann liebt, den sie aber, nachdem ihn die "Endurance"-Crew aus seinem Tiefschlaf-Sarg befreit hat, in den er sich eingeschlossen hatte, dauernd recht distanziert "siezt". Und auch er guckt sie kaum jemals an, und sie ihn auch nicht. Komische Art von Verliebtheit. Aber vielleicht dämmert es da Amalia auch schon, dass sich Mann schließlich als DER Oberschurke des Films herausstellt. Erst im letzten Versuch nehmen sie den einzig vernünftigen Planeten-Kandidaten unter die Lupe. Genauer gesagt: Amalia nimmt ihn alleine unter die Lupe, denn zu diesem Zeitpunkt muss sich Cooper leider schon ins Schwarze Loch stürzen. Aber dazu kommen wir gleich.

Nachdem wir jetzt den Punkt "Logik" erreicht haben, nehmen wir mal die verwendete Raumfahrt unter die Lupe. Da wird es - vom Logikfaktor her - ganz, ganz übel. Der Plot vermittelt uns nämlich mehrfach, dass seit Jahrzehnten keine Raumfahrt mehr betrieben wird. Denn die ist schädlich und nutzlos. An einer Stelle erklärt Murphys Geschichtslehrerin sogar, dass die Regierung die Geschichtsbücher geändert habe. In den neuen Büchern werden die Apollo-Mondlandungen als Betrugsmanöver dargestellt, die die USA unternommen hätten, um die Sowjetunion zu ruinieren. Die Mondlandungen seien fingiert gewesen, doziert die Lehrerin, und hätten natürlich niemals stattgefunden. Nur fünf Minuten Spielzeit im Film davon entfernt ist übrigens eine Stelle, wo man einen prächtigen Einsatz von Raumfahrttechnologie bewundern kann, nämlich Coopers über GPS gesteuerte autonome Erntemaschinen.

Tatsächlich aber hat trotz all dieser Behauptungen und der stark reduzierten Größe der NASA die Raumfahrttechnik im Film atemberaubende Fortschritte gemacht, vor allem in der Antriebstechnik. So ist die "Endurance", das Raumfahrzeug, mit dem sich Cooper und seine Crew auf die Reise machen, ein großes, ringförmiges Schiff, das durch Rotation seine eigene Schwerkraft erzeugt. Es ist so fortschrittlich, dass es in der Lage ist, aus einer niedrigen Erdumlaufbahn heraus in nur zwei Jahren den Saturn zu erreichen. Offensichtlich verbraucht es dabei praktisch keinen Treibstoff, denn an dem Schiff sind nirgendwo Tanks von signifikanter Größe zu sehen. Auf dem Hochgeschwindigkeitstrip zum Saturn führt die "Endurance" unsinnigerweise auch noch ein "Swing-by" am Mars durch, den sie schon nach wenigen Wochen passiert.

Kurioserweise startet die Crew aber mit einer altertümlichen dreistufigen Rakete in die Umlaufbahn (wo die "Endurance" geparkt ist), die stark an eine Saturn V erinnert. Angesichts der personellen Minimalausstattung der im Untergrund agierenden Rest-NASA ist es schon sehr unwahrscheinlich, dass man eine solche Rakete mit nur ein paar Dutzend Leuten betreiben kann. Komplett unglaubwürdig wird es aber im weiteren Verlauf der Story. Denn die "Endurance" verfügt über so genannte "Ranger"-Beiboote, mit denen nach Durchfliegen des Wurmlochs die Planetenlandungen durchgeführt werden.

Diese "Rangers" sind erstaunlich. Es sind senkrecht startende, senkrecht landende Single-stage-to-orbit Fahrzeuge, die zwischen ihren Einsätzen weder gewartet noch aufgetankt werden müssen. Noch nicht einmal dann, wenn sie auf Planeten landen, deren Oberflächengravitation ein Drittel höher ist, als auf der Erde. Da fragt man sich dann doch, warum sie für den Start von einem Planeten mit "Normalschwerkraft" wie der Erde eine dreistufige Rakete in der Größe einer Saturn V brauchen, deren Stufen obendrein offensichtlich "expendable" sind, wenn das doch kinderleicht und im Handumdrehen mit den "Rangers" funktioniert.

Ein Thema, das mich immer den Kopf schütteln lässt, ist denn auch generell der Treibstoffverbrauch in diesen Raumschiffen (oder den Manövriereinheiten der Raumanzüge). Das war schon in "Gravity" mehr als nur ein Wunder. Es werden unfassbare Mengen von Sprit verschleudert, man sieht aber nie irgendwo auch nur eine Ausbuchtung am Fluggerät, hinter der sich ein Tank wesentlicher Größe verbergen könnte. Die Unerschöpflichkeit von Ressourcen (auch wenn man pausenlos behauptet, wie knapp sie doch seien) ist ein wesentliches Stilmerkmal amerikanischer Filme. Was wahrscheinlich daran liegt, dass die Amerikaner keinerlei Vorstellung vom Begriff "knapp" haben. Schon in den Western konnte die Pferde stundenlang mit Höchstgeschwindigkeit galoppieren, ohne jemals außer Puste zu geraten.

Ich stelle mir nun vor, dass eine Gesellschaft, die in so kurzer Zeit derart leistungsfähige Raumschiffe entwickelt hat, ohne größere Probleme Zugang zu allen Ressourcen des Sonnensystems haben sollte. Sie könnte Asteroiden ausbeuten, eine Siedlung auf dem Mars errichten oder große Raumstationen bauen. All das wäre um ein Vielfaches sinnvoller, als ausgerechnet durch ein Wurmloch in eine andere Galaxis zu fliegen um dort die Planeten eines schwarzen Lochs auf ihre Bewohnbarkeit zu untersuchen. Noch vernünftiger wäre es, diese immense technologische Kenntnis dafür einzusetzen, das Überleben auf der Erde selbst zu sichern. Meinethalben in irgendwelchen unterirdischen hydroponischen Anlagen, mit synthetischer Herstellung von Lebensmitteln oder weiß der Deibel, was sonst noch alles möglich wäre. Aber nein, ihnen fällt nichts besseres ein, als Mais und sonst nichts auf der Oberfläche anzubauen und zuzugucken, wie der immer mehr von Staubstürmen verwüstet und vom Mehltau zerfressen wird. Was den Mehltau betrifft: Für dessen solide Bekämpfung hätten sie nur meine Frau zu fragen brauchen. Die weiß, wie sowas zuverlässig geht.

In der zweiten Hälfte des Filmes wird es dann noch haarsträubender. In immer rasenderem Tempo türmt Nolan  jetzt eine absurde Unglaublichkeit auf die andere, bis das Ganze schließlich in einem schrillen Crescendo kollabiert. Da überlebt Cooper, gekettet an einen Roboter, den Eintritt in das Schwarze Loch, wird dort in seine eigene Vergangenheit geschleudert und gibt dann mittels Morsecode über eine mechanische Armbanduhr Instruktionen an seine offenbar telepathisch begabte Tochter.

Sequenzen wie diese haben dann auch rein gar nichts mehr mit einem möglicherweise falschen Einsatz von Wissenschaft zu tun. Sie stimmen so wenig mit irgendeiner Art gesicherter Erkenntnis überein, dass man sie noch nicht einmal als falsch bezeichnen kann. Die Sache mit dem Wurmloch ist so ein Beispiel. Abgesehen von dubiosen mathematischen Modellen gibt es nicht den geringsten Hinweis darauf, dass sie tatsächlich exisitieren. Geschweige denn, dass sie - sollte es sie tatsächlich geben - in irgendeiner Form manipulierbar, stabilisierbar oder durchfliegbar sind. In diesem Punkt hätte sich Nolan genauso gut irgendeiner anderen in SF-Filmen beliebten überlichtschnellen Fortbewegungsart bedienen können, wie Hyperraumsprünge, Warp-Antrieb oder Linearraumflüge.

Aber jetzt höre ich auf, denn meine selbstgewählten 2000 Wort sind geschrieben und ich komme zu meiner Conclusio:

"Interstellar" zitiert an vielen Stellen die beiden Meilensteine der Gattung, nämlich Stanley Kubricks "2001 - Odysee im Weltraum" und "Contact" nach dem Buch von Carl Sagan. In diesem letzteren Film, das nur nebenbei, können Sie Matthew McConaughey übrigens ebenfalls sehen. Diese beiden Filme sind sicher die Besseren des Genres, denn die große Anzahl von Logik-Löchern in "Interstellar" machen eher einem gut gereiften Emmentaler Ehre, als einem Film mit hohem wissenschaftlichen Anspruch. Wegen dieser "Löchrigkeit" würde ich ihn eher neben "Gravity" stellen (auch wenn "Interstellar" kein reiner Raumfahrtfilm ist).

Aber für "Interstellar" wie für "Gravity", wie für jeden guten Mainstream-Spielfilm ganz generell gilt: Die Fakten dürfen einer guten Story nicht im Wege stehen. Es ist am Ende, allen vollmundigen Behauptungen zum Trotz, ja doch kein erkenntnisgetreues Doku-Drama sondern ein modernen Hänsel- und Gretel-Märchen. Und da wundert man sich ja auch nicht, dass da plötzlich ein Lebkuchenhaus mitten im Wald steht, sondern nimmt das einfach hin. So reiht sich eben Fehler an Fehler, und an manchen Stellen türmen sie sich zu Bergen. Dennoch ist es eine anrührende Story, ein optischer und akustischer Genuß, spannend vom Anfang bis zum Ende.

Nehmen wir den erhobenen Zeigefinger also wieder runter, lehnen uns zurück und genießen den Film.

 

19.Nov 2014 | 22:15

Jähn, Nespoli & Co in Meckpomm

Ich hab eine schlechte Nachricht für Sie: Sie haben die 30. Raumfahrttage in Neubrandenburg verpasst. Das ist echt bitter. Rekapitulieren wir mal kurz im Überblick, was Sie da versäumt haben. Und außerdem noch gleich zur Einleitung: Das Ereignis „Raumfahrttage Neubrandenburg“ schließt automatisch auch immer die Orte Neustrelitz und Peenemünde mit ein. Alles im schönen MeckPomm gelegen. In der Nordostecke der Republik.

ESA Astronaut Paolo Nespoli mit Schülern im Schoollab des DLR Neustrelitz

ESA Astronaut Paolo Nespoli mit Schülern im Schoollab des DLR Neustrelitz. CR Berhard Tietz/RC

Am Donnerstag, dem 13. November fand im School-Lab des DLR in Neustrelitz der traditionelle Jugendtag der Raumfahrttage am dortigen DLR-Standort statt. Trotz des Mottos "Jugendtag": Erwachsene durften sich da durchaus auch blicken lassen und fanden spannende Experimente der Nachwuchswissenschaftler vor. Hauptperson dort war neben dem ESA-Astronauten Paolo Nespoli vor allem Barbara Zelon, die Kommunikationsdirektorin des Orion-Programms der NASA. Die beiden ließen sich von den jungen Experimentatoren deren Arbeiten präsentieren und erzählten über ihre Projekte.

Am Freitag gab es erstmals – anlässlich des 30. Jubiläums der Raumfahrttage – zwei parallele Veranstaltungen. Eine in Peenemünde, die andere in Neubrandenburg. In Peenemünde konnten die Besucher an einer der sehr seltenen Führungen im Gelände des ehemaligen Prüfstandes VII teilnehmen. Ein historischer Ort, denn von hier aus gelang am 3. Oktober 1942 der erste erfolgreiche Start einer A4, der damals in eine Höhe von über 84 Kilometer führte. Später wurden dort bei Versuchsflügen Höhen bis in 175 Kilometer Höhe erzielt.

Modell des Prüfstandes VII im Museum im Kraftwerksbau von Peenemünde.

Modell des Prüfstandes VII im Museum im Kraftwerksbau von Peenemünde. Die Abgasschurre ist links neben der Rakete unterhalb des Prüfstandsgerüstes zu erkennen. Credit: Bernhard Tietz/RC

Ebenfalls erstmals (und vielleicht auch schon wieder das letzte Mal) gab es auch eine Führung über das Gelände des Prüfstandes VIII. Von dort aus wurden während des Krieges die Versuche für die Flugabwehrrakete Wasserfall durchgeführt. Das etwas eigenwillige museumspädagogische Konzept in Peenemünde ist daraufhin ausgerichtet, die Prüfstände verfallen zu lassen und sie schließlich der Natur zu übergeben. Zum Entsetzen ausnahmslos aller ausländischen Gäste, die dort mitten im wuchernden Wald etwas hilflos nach optischen Anhaltspunkten des Geburtsort der weltweiten Raumfahrt suchen. Schon in wenigen Jahren wird hier nichts mehr von dem zu sehen sein, was sich hier einst abspielte. Eine Restaurierung der Anlage ist weder vorgesehen noch gewollt.

Der heutige Zustand des Prüfstands VII. Die Abgasschurre ist das einzige Merkmal der Anlage neben dem umgebenden Erdwall, das heute noch identifizierbar ist.

Der heutige Zustand des Prüfstands VII. Die Abgasschurre ist das einzige Merkmal der Anlage neben dem umgebenden Erdwall, das heute noch identifizierbar ist. Bild: Bernhard Tietz/RC

Im Museum in Peenemünde, im alten Kraftwerksbau des Versuchsgeländes, hielt dann die deutsche Raumfahrtlegende Siegmund Jähn einen Vortrag vor etwa 200 Besuchern einen Vortrag zum Thema „Deutsche Beiträge zu Raketenentwicklung und bemannter Raumfahrt“.

Wer sich weniger für die Vergangenheit, sondern eher für die ferne Zukunft der Raumfahrt interessierte, für den gab es an diesem Freitag im 80 Kilometer entfernten Neubrandenburg das „Forum Space 3000“. Für die Lust am wilden Spekulieren sorgten Vorträge wie „Höchste Zeit für die Zukunft – Technologie im 26. Jahrhundert und wo stehen wir heute“ vom DLR Programm-Manager Volker Schmidt, oder „Antimaterie – Eine Bestandsaufnahme“ von Professor Dr. Dieter Herrmann von der Leibnitz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin.

Star Wars meets contemporary Astronauts. In der Mitte Paolo Nespoli und Siegmund Jähn.

Star Wars meets contemporary Astronauts. In der Mitte Paolo Nespoli und Siegmund Jähn. Bild: Bernhard Tietz/RC

Mit dem gegenwärtigen Stand der Raumfahrttechnik und dem Blick in die unmittelbare Zukunft beschäftigte sich die „Klassik-Veranstaltung“ in Neubrandenburg am Samstag und am Sonntag. Besonderes Interesse fand dabei die Präsentation von Barbara Zelon, zum Stand des Orion-Programms, das über den cislunaren Raum zu Asteroiden und letztlich auch zum Mars führen soll. Aber auch deutsche Industrievertreter von OHB, Astrium und den Mittelständlern präsentierten Meinungen, Visionen und Aktualitäten. Am Sonntag stand Rosetta im Mittelpunkt des Interesses. Ulrich Köhler vom Institut für Planetenforschung des DLR Berlin berichtete über „Die ESA-Mission Rosetta - eine unglaubliche Reise zum Kometen 67P". Köhler feilte bis zur letzten Sekunden an seinem Vortrag, so brandaktuell war die Story. Auch die Ausführungen zu TerraSarX von Egbert Schwarz vom DLR Neustrelitz, die Entwicklungsaktivitäten der DGLR-Nachwuchsgruppen und das Neueste zum Stand der Raumfahrt in China fanden großes Interesse. Der Saal platzte aus allen Nähten, und die Veranstalter hatten zu tun, um zusätzliche Stühle herbeizuschaffen.

Paolo Nespoli bei der Podiumsdiskussion

Paolo Nespoli (rechts) bei der Podiumsdiskussion. Bild: Bernhard Tietz/RC

Sie sehen: Ein Besuch der Neubrandenburger Raumfahrttage lohnt sich immer, egal ob man „Profi“ oder interessierter Laie ist. Es gibt nicht sehr viele Veranstaltungen die nach dem Prinzip der offenen Konferenz gestaltet, und gleichzeitig extrem hochkarätig besetzt sind. Dieses Konzept gibt den Besuchern die Möglichkeit, mit Raumfahrern, Projektleitern, Wissenschaftlern und Gleichgesinnten zu reden und Persönlichkeiten der internationalen Raumfahrt, die man sonst nur aus den Medien kennt, persönlich zu begegnen.

Von links: Volker Schmid, Sigmund Jähn, Paolo Nespoli und Barbara Zelon

Von links: Volker Schmid, Sigmund Jähn, Paolo Nespoli und Barbara Zelon. Bild: Bernhard Tietz/RC

Und nun die gute Nachricht: Wer die 30. Raumfahrttage versäumt hat, bekommt im Herbstnächsten Jahres eine neue Chance. Die 31. Raumfahrttage werden am dritten Novemberwochenende 2015 stattfinden. Halten Sie sich dieses Datum schon mal frei.

31.Oct 2014 | 20:17

SpaceShip2 bei Testflug zerstört

Zufällig war ich eben dabei, eine Antwort auf zwei Leserkommentare zu diesem Artikel hier zu tippen. Die Diskussion bewegte sich dabei vom ursprünglichen Thema (Absturz der Antares-Rakete) hin zur suborbitalen privaten Raumfahrt. Die Worte, die ich grade dabei war zu formulieren, waren die folgenden:

„Ich will hier nicht missverstanden werden. Ich bin durchaus der Meinung, dass tödliche Unfälle in dem Business so sicher auftreten werden, wie das Amen in der Kirche. Alles andere wäre unrealistisch“.

Einige Teile des SpaceShip2 schlugen in dieser Straße ein.

Einige Teile des SpaceShip2 schlugen in dieser Straße ein. Credit: EyeTV

Nebenbei liefen in meiner Timeline die Tweets von Virgin Galactic zum Status des aktuellen SS2-Testflugs durch. Zunächst in optimistischem Ton gehalten. Dann eine Pause. Schließlich das Statement von Virgin:

#SpaceShipTwo has experienced an in-flight anomaly. Additional info and statement forthcoming.

SpaceShip2 war an diesem Nachmittag dabei, den ersten raketengetriebenen Testflug seit neun Monaten durchzuführen. Insgesamt war es aber schon der 55. Flug und der 35. Freiflug dieses Vehikels. Bei diesem Einsatz sollte ein neuer Treibsatz für das Hybrid-Triebwerk erstmals im Flug erprobt werden, der in den Monaten zuvor bei Bodentests problemlos funktioniert hatte. Dieses Mal ging aber offensichtlich irgendetwas schrecklich schief. Augenzeugen berichteten, dass das Raketentriebwerk zunächst zündete, dann gleich wieder erlosch und dann erneut zündete. Kurz darauf, so wird berichtet, wäre das Vehikel auseinandergerissen worden.

Diese ersten Stellungnahmen wurden schon bald darauf relativiert. Offensichtlich war die Zündung des Triebwerks normal erfolgt und es war auch zumindest für einige Sekunden problemlos gelaufen. Dann trat ein "desintegrativer" Prozess ein, der sehr heftig ablief, aber keine Explosion des Treibsatzes gewesen sein muss. Die Zusammensetzung dieses "Treibsatzes" - der Festkomponente des Hybridtriebwerkes - ist in diesem Jahr geändert worden, nachdem Scaled Composites und Virgin Galactic mit dem Abbrandverhalten und den Leistungswerten unzufrieden waren. Sie bestand vorher aus Hydroxyl-Terminiertem Polybutadien (HTPB) und jetzt einem Stoff der als "Thermoplastic Polyamid" bezeichnet wird. HInter dieser recht allgemeinen Bezeichnung verbirgt sich im wesentlichen Nylon. Der Oxidator, Lachgas (Distickoxid oder N20), blieb der selbe, muss aber mit der geänderten Festkomponente unter wesentlich höherem Druck in die Brennkammer eingebracht werden. Aus diesem Grund wurden in SS2 in den letzten Monaten ein modifizierter Oxidatortank in den Rumpf und zusätzliche Druckspeicher in den Flügeln eingebaut.

Der Beleg, dass das Vehikel zwar die Flügel - oder Teile davon - verlor, aber strukturell - was den Rumpf betrifft - offensichtlich noch zusammenhielt, ist darin zu sehen, dass einer der Piloten noch aussteigen konnte. Nachdem das Vehikel zum Zeitpunkt des Unfalls in einer Höhe von weit über 15 Kilometern - möglicherweise bis zu 20 Kilometern - und mit Überschallgeschwindigkeit geflogen sein muss, ist ein Ausstieg ohne Schleudersitze und Raumanzug (beides befindet sich bei SS2 nicht an Bord) nicht möglich. Das Verlassen des Vehikels ist nur möglich, wenn man sich abschnallt, zur Luke geht (oder kriecht), diese manuell öffnet und sich dann hinausfallen lässt. Der Ausstieg muss somit in einer Höhe von deutlich unter 10 Kilometern und bei relativ niedriger Geschwindigkeit erfolgt sein, andernfalls ist er nicht überlebbar.

Ein Anfangsverdacht (aber das ist in dieser frühen Phase hoch spekulativ) richtet sich daher auf einen möglichen Bruch des Oxidatortanks, der Drucktanks oder des Leitungssystems zu diesen.

VG Bild 5 - Zündung

Abwurf und Zündung verlaufen offensichtlich normal... CR USA Today

Auch die erste Beschleunigungsphase sieht normal aus...

Auch die erste Beschleunigungsphase sieht normal aus... CR USA Today

VG Bild 5 - Desintegration

Der Desintegrationsprozess - Die Flügelenden reißen ab. Das Triebwerk läuft nicht mehr, der Treibsatz glüht aber noch nach. CR USA Today

Das Ausgasen eines Stoffes (wahrscheinlich der Oxidator) läuft weiter. Die abgerissenene Flügelenden trudeln weg.

Das Ausgasen eines Stoffes (wahrscheinlich der Oxidator) läuft weiter. Die abgerissenene Flügelenden trudeln weg. CR USA Today

Hier die Kette der Ereignisse, wie ich sie am Abend des 31. Oktober im Antwort-Teil zum oben genannten Artikel chronologisch berichtet habe. Die erste Meldung ist - in Unkenntnis der Schwere des Vorfalls - noch in recht lakonischem Ton gehalten.

18:44 Uhr: Sieht ganz so aus, als würde unsere Diskussion grade in der Praxis durchgespielt werden. Beim heutigen SS2-Testflug hat es ein massives Problem gegeben. Noch ist nichts weiter bekannt.

18:45 Uhr: Inoffizielle Meldungen (derzeit eher noch Gerüchte) besagen, dass SS2 oder WK2 oder beide abgestürzt sind. Noch keine offizielle Bestätigung. Im Kern County sind Feuerwehr und Hubschrauber unterwegs.

18:58 Uhr: SS2 ist abgestürzt. Es wird von einem großen Trümmerfeld berichtet. Und dass einer oder zwei Fallschirme gesichtet wurden. Die Informationslage ist aber derzeit chaotisch. Jeder berichtet vom anderen. Die Urquellen sind spärlich.

19:07 Uhr: Die "Inflight-Anomaly" scheint nach der Zündung des Raketenmotors aufgetreten zu sein. Ein lokaler Radiosender berichtet von "einem Überlebenden" und "einem Vermissten". Der "Überlebende" wurde wohl schon abtransportiert. Es soll mittlere Verletzungen erlitten haben.

19:15 Uhr: Es ist jetzt wohl vollständig bestätigt. Beim heutigen Testflug von SS2 (kein Passagierflug, da war Virgin noch eine Ecke davon entfernt) ist das Fluggerät abgestürzt. Zumindest einer der Piloten ist in Sicherheit, nachdem er mit dem Fallschirm abgesprungen ist. Das Schicksal des zweiten Piloten ist unbekannt. "Quellen" behaupten, es wären zwei Fallschirme sichtbar gewesen. Gerüchte kommen auf, es wäre noch eine dritte Person an Bord gewesen. Bei allen bisherigen SS2-Testflügen war bisher nur ein einziges Mal eine dritte Person an Bord.

20:00 Uhr: Das sieht sehr böse aus. Eine verlässliche Quelle (Doug Messier) berichtet vom "Trümmerfeld" und dass einer der Piloten noch im Wrack sitzt. Er berichtet weiter...SpaceShipTwo dropped. From what I could tell, motor fired and then stopped then fired again. I think that's what happened...

Virgin gibt gerade bekannt, dass WK2 (das Trägerflugzeug) in der Zwischenzeit sicher gelandet ist.

Inzwischen berichtet auch die kalifornische Highway-Patrol von einem Toten und einem Leichtverletzten.

20:50: Es ist offiziell. Es waren zwei Piloten an Bord und nicht drei, wie einige Quellen vorübergehend behaupteten. Einer der beiden Piloten ist tot. Der andere wird als mittelschwer verletzt bezeichnet.

Die Namen der beiden Piloten sind noch nicht bekannt gegegben worden. Bei Scaled Composites, das die Testflüge im Auftrag von Virgin durchführt, gibt es insgesamt vier Piloten, die das SS2 aktuell fliegen (insgesamt waren es mal sieben). Vier weitere Piloten haben Flugerfahrung mit dem SS2 bei Virgin Galactic. Erstflüge bei Konfigurationsänderungen, so wie hier, wurden in der Vergangenheit immer entweder von Mark Stucky oder Pete Siebold als leitendem Piloten geflogen.

Ich führe diesen Beitrag weiter, ergänze und berichtige ihn, so bald sich Neuigkeiten ergeben. Es ist wichtig, zu beachten, dass manches von dem was hier in der Eile der ersten Momente niedergeschrieben wurde, sich später als falsch herausstellen kann.

Nachtrag 1: Die Namen der beiden Crew-Mitglieder sind nun veröffentlicht worden. Der überlebende Pilot ist Pete Siebold. Mike Alsbury kam ums Leben.

Dieses Bild wurde nach dem ersten Gleitflug von SS2 im Jahre 2010 aufgenommen. Diesen Flug absolvierten ebenfalls Pete Siebold und Mark Alsbury.

Dieses Bild wurde nach dem ersten Gleitflug von SS2 im Jahre 2010 aufgenommen. Diesen Flug absolvierten ebenfalls Pete Siebold und Mike Alsbury. Er ist hier der zweite von links. Pete Siebold steht auf diesem Foto ganz rechts außen. Credit: VirginGalactic 2010

Nachtrag 2: Der 39-jährige Mike Alsbury wird als "Fatality" bestätigt. Branson behauptet, ihn nicht persönlich zu kennen (I never met him), obwohl sie auf dem Foto oben nur eineinhalb Meter voneinander entfernt stehen. Es soll auch noch einen weiteren You-Tube Film geben, in dem die beiden miteinander sprechen. Eine erste Pressekonferenz des NTSB kann hier verfolgt werden, ist aber nicht sonderlich gehaltvoll. Bransons Rede an die Presse ist hier zu sehen.

Nachtrag 3: Erste Analysen des NTSB deuten darauf hin, dass die "Fatality" gegen ende der Brennphase aufgetreten sein muss. Die Trümmer des Fluggerätes sind auf dem Boden auf einer gerade Strecke von acht Kilometern Länge verteilt. Die leichtesten Teile (Tail Booms - die beweglichen Flügelende) lagen am Anfang dieser Strecke. Die kompaktesten und schwersten (Triebwerk) ganz am Ende. Dies deutet eher auf ein Auseinanderbrechen bei hohen aerodynamischen Kräften hin als auf eine Explosion. Hier ein Film vom Unfallort, freigegeben vom NTSB.

In dieser Grafik ist zu erkennen, wie der "Feather"-Mechanismus funktioniert. Die Flügel, die im "normalen" Flug gestreckt sind wie bei jedem gewöhnlichen Flugzeug, werden dabei für die Wiedereintrittsphase in die tieferen Schichten der Atmosphäre nach oben geklappt. CR Virgin Galactic

In dieser Grafik ist zu erkennen, wie der "Feather"-Mechanismus funktioniert. Die Flügel, die im "normalen" Flug gestreckt sind wie bei jedem gewöhnlichen Flugzeug, werden dabei für die Wiedereintrittsphase in die tieferen Schichten der Atmosphäre nach oben geklappt. CR Virgin Galactic

Nachtrag 4: Die Untersuchungen des NTSB nahmen gestern eine überraschende Wendung. Während sich praktisch alle Experten bislang auf eine mögliche Fehlfunktion von Triebwerk, Oxidator- und Drucktanks konzentriert hatten, gab der Leiter der Untersuchungskommission, Christopher Hart, bei der gestrigen Pressekonferenz ein Statement ab, das ein völlig neues Licht auf den Unfall wirft. Sowohl die Telemetrie, als auch die Auswertung von Bilder einer Bordkamera, die ihre Daten per Funk an den Boden übermittelte, bestätigte, dass Mike Alsbury neun Sekunden nach Beginn der Brennphase, bei einer Geschwindigkeit etwa um Mach 1,0 den sogenannte „Feather-Mechanismus“ entriegelte. Die Telemetrie gab an, dass sich in diesem Moment die Parameter von „locked“ auf „unlocked“ änderten. Zwei Sekunden später begannen sich die Außenflügel in die „deployed“ Position zu bewegen. Unmittelbar danach riss die Telemetrie ab.

Der „Feather“-Mechanismus stellt im normalen Flugprofil NACH einem angetriebenen Flug, wenn das Fluggerät das Apogäum überschritten hat, die Außenflügel vertikal nach oben. Dies verändert den Schwerpunkt des Vehikels und gibt ihm in dieser Phase Eigenstabilität, ähnlich einem Federball. Die Entriegelung selbst löst normalerweise keinerlei weitere Aktion aus. Es ist lediglich ein erster Schritt, um das Hochklappen der Flügel vorzubereiten. Es muss danach noch ein weiterer Hebel bewegt werden, um den Feather-Mechanismus tatsächlich zu aktivieren. Die Aufteilung dieses Vorgangs in zwei Schritte wurde gerade deshalb eingeführt, um ein unbeabsichtigtes Auslösen zu verhindern.

Die Filmauswertung ergab, dass Alsbury diesen zweiten Schritt tatsächlich nicht getan hat. Somit muss die Aktivierung aus noch unbekannter Ursache von selbst erfolgt sein. Das Hochstellen der Flügelenden bewirkte, dass das Fluggerät im Überschall-Luftstrom herumgeworfen wurde und auseinanderbrach. Über Alsburys Beweggründe, den Mechanismus früher als in den Prozeduren angegeben zu entriegeln, oder ob es Bestandteil der durchzuführenden Tests war, ist derzeit noch nichts bekannt (oder bekannt gegeben worden).

Christopher Hart berichtete weiterhin, dass es keinerlei Hinweise auf ein Versagen des Treibsatzes oder der Oxidatortanks gäbe. Beide seien vollständig intakt auf dem Boden aufgefunden worden. Es gäbe keinerlei Anzeichen eines Durchbrennens oder irgendwelcher Brüche oder Risse.

Und um eine Frage von @benneedsholiday zu beantworten, die über Twitter hereinkam: Ein klassischer Flugdatenrekorder (Blackbox) wie in einem Verkehrsflugzeug befindet sich nicht an Bord von SS2. Der Flug wurde von insgesamt acht Kameras aufgezeichnet. Drei davon waren in WhiteKnight2, fünf im SpaceShip2. Es gibt eine Reihe von Speichermedien an Bord, die möglicherweise den Absturz überstanden haben. Ein datenreduzierter Videostream wird direkt zur Erde übermittelt. SS2 ist darüberhinaus mit einer aufwendigen Sensorik bestückt, die ihre Daten als Telemetrie in „Echtzeit“ zur Erde sendet.

Wichtig ist: Es ist noch bei weitem zu früh, um aufgrund von Einzelinformationen bereits Hypothesen aufzustellen (wiewohl die Mainstream-Medien ab morgen alle Schuld dem Piloten geben werden). Alles was man derzeit tun kann, ist die Dinge zu schildern wie sie sind, ohne sie zu bewerten.

Nachtrag 5: Einen Artikel über die neuesten Entwicklungen in der Absturzuntersuchung finden Sie im Raumfahrt- und Astronomieportal "Der Orion", das ich zusammen mit Maria Pflug-Hofmayr betreibe.

29.Oct 2014 | 12:50

Desaster auf Wallops Island

Antares_Explosion_Initial CR Parabolicarc

Explosion der Antares 130 mit dem Cygnus CRS Orb 3 Raumschiff "SS Deke Slayton" wenige Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe. CR Parabolicarc

Ob man das Cygnus-Raumschiff CRS ORB-3, das gestern auf der Startanlage von Wallops Island in einem spektakulären Feuerwerk endete, unbedingt nach dem verstorbenen Astronauten Deke Slayton (USS Deke Slayton) benennen musste, wurde schon im Vorfeld diskutiert. Zugegebenermaßen weder besonders hitzig, noch besonders ernsthaft. Eher mit mild-ironischem Hinterton. Slayton war während der bemannten Raumfahrtprogramme Mercury, Gemini, Apollo und Skylab der Chefastronaut der NASA. Er hat in dieser Funktion mehr Trägerraketen explodieren sehen als die meisten anderen Menschen auf diesem Planeten. Als er sich nach seiner NASA-Zeit selbst im Startbusiness versuchte, gab es mit seinem Satellitenträger Conestoga 1620 am 23. Oktober 1995 wenige Sekunden nach dem Start eine Explosion, die mindestens so spektakulär war, wie die von gestern. Und Slayton war raus aus dem Business, denn einen weiteren Start konnte er sich nicht leisten.

Fehlstarts von Trägerraketen sind – sofern sie sich in der unmittelbaren Nähe der Startrampen ereignen – ungemein dankbare Ereignisse für die Mainstream-Medien denen in der Regel selbst das grundlegendste Basiswissen zum Thema Raumfahrt fehlt. Insbesondere die Boulevardpresse fabuliert dann gerne weitab jeglicher fachlicher Ahnung begeistert drauflos, mischt wenige Fakten mit vielen Mythen, übt sich in freiem Erfinden oder aber - wenn sie es tatsächlich eigentlich richtig wüsste (siehe Bild unten) - berichtet dann halt einfach anders, weil es gar so schön ist. Gibt es dann noch einen Zusammenhang mit der Internationalen Raumstation, umso besser.Screenshot 2014-10-29 10.35.33

Manche Fehlstarts sind ähnlich spektakulär wie der gestrige Fall. Beim verunglückten Start einer Proton M Briz M vom kasachischen Weltraumbahnhof Russlands in Baikonur schlug im Juli 2013 die Trägerrakete sogar einen Purzelbaum, bevor sie nur wenige hundert Meter von der Startrampe entfernt detonierte.

Weltweit finden jährlich etwa 80 Orbitalstarts statt. Der jahrzehntelange Durchschnitt an Startversagern schwankt zwischen 3 und 6 jährlich. In diesem Jahr gab es vor dem Antares-Start zwei davon. Eine betraf wieder einmal eine Proton M Briz M in Russland, bei der ein russischer Inlands-Kommunikationssatellit verloren ging. Das blieb in der allgemeinen Presse völlig unbeachtet. Der andere Fall betraf eine weitere russische Rakete, nämlich eine Sojus STB „Fregat“. Dieser Fall wurde von den Medien aufgegriffen. Allerdings nur, weil bei diesem Fall zwei europäische Navigationssatelliten betroffen waren (die auf einer falschen Bahn abgeliefert wurden). Hätte es sich um einen russischen Navigationssatelliten gehandelt, der „Normalbürger“ hätte nichts davon erfahren.

Der größere Teil der Fehlstarts erreicht noch nicht einmal die Rubrik „Vermischtes“ im Weltteil der Zeitungen. Sie ereignen sich abseits der gut einsehbaren Startrampen und es gibt keine spektakulären Bilder. Das Ergebnis ist aber jedesmal genau das gleiche: Verlust der Mission.

Übrigens ist es auch im Betrieb der Raumstation nicht der erste Fall, dass ein Versorgungsraumschiff einen Fehlstart erleidet. Das gab es schon einmal vor drei Jahren, als bei Progress M-12M die dritte Stufe versagte, und die Lieferung zur ISS nicht stattfand.

Jeder einzelne Fehlstart einer Großträgerrakete ist teuer. Beim gestern gescheiterten Antares-Start liegen wir mit etwa 220 Millionen Dollar im unteren Mittelfeld. Verloren gingen gestern unter anderem 727 Kilogramm wissenschaftliche Ausrüstung, 728 Kilogramm so genannte „Crew Supplies“ darunter vor allem 617 Kilogramm an Nahrungsmitteln. Weitere 637 Kilogramm waren Ausrüstungsgegenstände für den Betrieb der Raumstation, unter anderem Ersatzteile für Raumanzüge, Computer und Handbücher. Außerdem waren noch eine ganze Reihe von so genannten Cube-Sats mit an Bord, Mini-Satelliten, die von Bord der Raumstation aus in der Umlaufbahn hätten abgesetzt werden sollen.

Für den Betrieb der Raumstation ist das ein herber Verlust. Es ist aber weit davon entfernt, in irgendeiner Form existenzgefährdend zu sein. Selbst ohne jede weitere Versorgung hätten die Vorräte der Station noch bis in den März hinein gereicht. Aber bereits heute mittag hat das nächste Versorgungsschiff an der ISS angelegt, nämlich Progress M-25M. Danach folgt der nächste Frachter schon am 7. Dezember, ein Dragon von SpaceX. In den kann man einiges von dem hineinpacken, das gestern von Cygnus CRS ORB-3 nicht transportiert werden konnte.

Starts von Großraketen sind teuer und gefährlich. Das liegt vor allem an der Seltenheit des Ereignisses Raumfahrt, der hohen Komplexität des Vorganges und den extremen Bedingungen unter denen diese Maschinen arbeiten müssen. Wegen dieser Seltenheit und den daraus resultierenden wenigen Starts kann man hier praktisch nie auf völlig ausgereifte Produkte zurückgreifen, bei denen die fast unvermeidlichen Anfangsfehler abgestellt sind. Der gestern gestartete Cygnus war der dritte seiner Art. Die Antares-Rakete flog erst zum fünften Mal.

So wird es auch weiterhin zu Fehlstarts kommen. Das ist teuer und bitter für die Experimentatoren, die ihre teuren Geräte verlieren. Aber solange keine Menschen dabei zu Schaden kommen, so wie gestern, ist es nichts weiter als Sachschaden.

05.Mar 2015 | 23:35

Allgemeines Live-Blog ab dem 5. März 2015


6. März

ceres-sichel

Die Bestätigung ist schon da: Dawn ist im Orbit um Ceres!

Um 13:39 MEZ ist zum ersten Mal eine Raumsonde in eine Umlaufbahn um einen Zwergplaneten eingetreten, noch 61’000 km entfernt, und um 14:36 MEZ hat das JPL früher als zuvor angekündigt die Funk-Bestätigung des Manövers erhalten. Oben die Ceres-Sichel am 1. März aus 48’000 km Abstand: Das sehr sanfte Manövrieren mit dem Ionentriebwerk bringt es mit sich, dass der Abstand z.Z. wieder wächst. Aber Dawn ist nun gravitativ an Ceres gebunden, und ab dem 23. April 2015 wird die Kamera aus nur noch 13’500 km Entfernung auf die Oberfläche von Ceres blicken und 20 Tage lang den Zwergplaneten aus dieser Höhe erforschen: auch Artikel hier, hier und hier und zuvor hier und hier. Plus Hayabusa 2 in der Cruise Phase, der Status von Yutu auf dem Mond, der weiter statisch ist – und 33 Jahre Venera 14 auf der Venus. [16:25 MEZ]

mom-pic

Plötzlich tauchen wieder Bilder des indischen Marsorbiters auf: hier von Eos Chaos, weitere hier, hier und hier. Auch Press Releases hier, hier und hier, ein NASA-Video und Artikel hier, hier, hier, hier und hier zu neuen Indizien für einen alten Mars-Ozean, MRO-Hinweise auf eine explosive Vergangenheit des Mars und Lawinen, ein mögliches Ionentriebwerk für einen Orbiter 2022, die Auswahl des Landeplatzes für Insight (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), eine elektrische Störung bei Curiosity (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr und mehr Links) – und schon wieder neue Entdeckungen des Uralt-Rovers Opportunity auf dem Mars. [3:50 MEZ]

ames

Hier spuckt die ISS-Kanone den TechEduSat-4 aus, der mit einer Art Fallschirm einen beschleunigten Reentry demonstrieren soll. Auch zahlreiche weitere Nanosatelliten sind in den letzten Tagen ausgesetzt worden (Tabelle “Recent (orbital) Launches”): weitere Bilder hier und hier und Statusse hier und hier. Derweil steht auf der ISS der nächste Crew-Wechsel bevor, die ersten Testflüge der kommerziellen Orbital-Taxis werden eingetaktet, man fragt sich besorgt, was aus der ISS nach Russlands Auszug werden soll, dreht aber erstmal einen IMAX-Film and Bord, der erste Flug des SLS scheint auf 2019 zu rutschen – und die Satelliten-Explosion hat wenig Folgen für ESA-Satelliten in der Nähe und wurde auf das Versagen einer Batterie zurückgeführt. [3:35 MEZ]


5. März

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Die vierfach gelinste Supernova: ein pretty picture – aber keine Neuigkeit, denn hier wurde sie bereits letzten November ausgiebig vorgestellt. Die formelle Publikation des damaligen Papers diese Woche wird nun von Press Releases hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier (waren halt jede Menge Institutionen beteiligt), einem Video mit fröhlichem Co-Autor, einem Hubble Hangout und Artikeln hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier gefeiert. Aber auch schön: präzise Gaia-Photometrie von schwachen Sternen – und IBEX hat zwei Jets des Sonnenwinds gefunden. [23:35 MEZ]


04.Mar 2015 | 23:53

Die engste Planeten-Konjunktion des Jahres

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haben heute Abend Venus und Uranus aufgeführt, die – wie z.B. hier, hier und hier beschrieben – einander gegen 19:42 MEZ bis auf 5 Bogenminuten nahe kamen: ein ungleiches Paar mit einem Helligkeitsunterschied von etwa 1:9000. Mit viel Wetterglück gelangen diesem Blogger eine Dreiviertelstunde vorher in der Dämmerung diese Aufnahmen, verschieden große Ausschnitte aus Bildern einer Bridgekamera mit maximalem Zoom. Andere Bilder gibt es von vorgestern aus Deutschland, vom Vortag aus den USA und von heute aus Goa und aus Europa dann hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und hier gleich 4 Planeten und 5 Monde am heutigen Abendhimmel, in exakt demselben Maßstab. Morgen ist der Abstand von Venus und Uranus schon wieder deutlich größer, dafür wird der letztere aber – im Feldstecher – nicht mehr so heftig überstrahlt wie heute.

Ein besonders starkes Polarlicht in Echtzeit, Farbe und hoher Auflösung festgehalten mit der neuen Sony Alpha 7s, die sich v.a. als Extrem-Astrokamera einen Namen macht – mehr Videos hier! Auch ein starker M-Flare am 2. März, die mögliche Beobachtung einer Stern-Fusion in Messier 31 (die zuerst wie eine Nova aussah), anhaltende Verwirrung in Kerala, die Ringe von Chariklo & Chiron, eine Idee zum “Y” der Venus, die bedeutende Rolle von Amateuren am Beispiel der hohen Marswolken, ein neuer Besitzer des JCMT – und die Eröffnung des IYL in Deutschland letztens in Berlin.

cg-plumes

Churyumov-Gerasimenko qualmt hier bereits ganz ordentlich

auf jeweils 2 Sekunden lang belichteten NavCam-Aufnahmen Rosettas vom 25., 26. und 27. Februar aus 80 bis 100 km Abstand – trotz der Sonne quasi im Rücken sind die Staubjets bereits sehr auffällig geworden. Auch ein Artikel, Lovejoy am 3. März, 1. März und 27. Februar, der nach dem Perihel zerfallene und nun kopflose Komet C/2015 D1 (SOHO) am 2. März (mehr) und 1. März – und bei SOHO gibt’s einen Wettbewerb (mit Preisen für die drei besten Tipps) zur Vorhersage der 3000. Kometenentdeckung des Satelliten!


27.Feb 2015 | 18:45

Allgemeines Live-Blog vom 27. 2. bis 3. 3. 2015


3. März

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So sah OSIRIS die Kometen-Oberfläche aus 6 km Höhe – und den unscharfen Schatten Rosettas (20 x 50 m groß) – während des nahen Kernvorbeiflugs am 14. Februar: Wie versprochen wurde genau eine Aufnahme mit im Original 11 cm/Pixel Auflösung publiziert. Auch eine Aufhellung des Bodens rund um den Schatten – ein klassischer Oppositionseffekt – ist zu erkennen, während die Landschaft selbt mit der Sonne hinter der Sonde natürlich kaum Textur zeigt: Press Releases von ESA, MPS und DLR und Artikel hier, hier, hier und hier. Auch ein seltenes wissenschaftliches Ergebnis von MOM, Indiens Marsorbiter (Albedo-Karte bei 1.7 µm), ein mysteriöser Hochenergie-Blitz aus Messier 31 (mehr, mehr, mehr und die ganze Story), die Ursache der Satelliten-Explosion (mehr, mehr, mehr und mehr Links), das Ende der Ära Mikulski (mehr, mehr und mehr), Messung der Strahlung und Fotografie auf der ISS – und ein Super Pressure Balloon der NASA könnte Rekorde brechen. [23:55 MEZ – Ende]


2. März

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Dawn vor der Ankunft – und Ceres erstmal im Gegenlicht

Am 6. März gegen 13:20 MEZ soll die Raumsonde Dawn sanft von der Schwerkraft des Zwergplaneten Ceres eingefangen werden, aber dann besteht kein Funkkontakt: Eine konkrete Bestätigung wird es erst mehrere Stunden später geben, war gerade auf der letzten Pressekonferenz vor der Ankunft – die dabei gezeigten Videoclips und eine komplette Aufzeichnung – zu hören. Und auch auf neue Bilder der spannenden Oberfläche wird man warten müssen: Hatte Dawn die Sonne bisher fast hinter sich, zeigten schon die aktuellsten vorliegenden Aufnahmen vom 25. Februar aus 40’000 km Abstand (oben) Halb-Ceres – und einen Monat lang ist für Dawn nun praktisch Neu-Ceres. Erst wenn wieder mehr von der Oberfläche in der Sonne liegt, beginnen Ende April die systematischen wissenschaftlichen Beobachtungen aus zunächst noch hoher Umlaufbahn, die bis Dezember freilich auf 380 km Höhe abgesenkt wird: Die Auflösung wird also noch 100-mal besser als auf den Bildern oben. Das Video und die Karte darunter basieren auf Aufnahmen vom 19. Februar mit 4 km/Pixel: Es gibt glatte Gebiete und chaotisch zerklüftete Landschaften, Impaktkrater aller Größen – und die mysteriösen hellen Flecken, die mit Abstand größte Überraschung der Mission bisher.

Interessanterweise liegen die beiden hellsten in einem 92-km-Krater und dieser wiederum in einem der Längen-Bereich, wo der IR-Satellit Herschel einst Wasserdampf nachwies: Das könnte für ein Szenario mit einem Impakt, Ausgasen und hellen Rückständen aus Eis und/oder Salzen sprechen. Auch interessant ein 300-km-Becken (in dem Kartenausschnitt ganz links unten) mit besonders glattem Boden: Hier ist durch den Impakt wohl die Eiskomponente von Ceres teilweise geschmolzen und geflossen, ein geologischer Prozess. Dawn wird also einiges zu tun bekommen, bis die Primärmission im Juni 2016 endet: Danach dürfte der Hydrazin-Vorrat – das kritischste Verbrauchsgut, entscheidend für die Lageregelung – allenfalls noch wenige Monate reichen. Wie es mit Dawns Mission, die von Anfang bis Ende 473 Mio. gekostet haben wird und damit zu den billigsten interplanetaren gehört, schließlich zuende gehen soll, wird später entschieden: Auf jeden Fall bleibt die Sonde in einer für Jahrhunderte stabilen Bahn in der Nähe von Ceres zurück. Auch ein 3-Minuten-Video über Dawn, Artikel hier, hier und hier sowie ein merkwürdiger ESA Release, der sich auf eine angedachte Asteroiden-Mission von NASA und ESA bezieht, die alles andere als beschlossene Sache ist – und von Rosetta ein Bild mit Jets vom 26. Februar und die Physik des Gesanges’ für das Magnetometer ROMAP, bereits hier im letzten Absatz erwähnt. [20:10 MEZ. NACHTRÄGE: Probleme mit der Geometrie publizierter Bilder, Press Releases von NASA und MPG, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links]

“Planet” Fomalhaut b doch nur kurzlebige Trümmerwolke?

Seit Jahren schon verfolgt das Hubble Space Telescope ein Objekt im Orbit um den Stern Fomalhaut, das weniger als eine Jupitermasse hat aber im sichtbaren Licht hell ist: ein Planet mit einer staubigen Hülle – oder nur ein Staubklumpen ohne etwas Kompaktes darin? Das letztere Szenario – das dem Entdecker dieses schon mal als ‘Fomalhaut B’ katalogisierten Mysteriums gar nichts schmeckt – ist jetzt weiter ausgebaut worden: Danach passt zu allen Daten am besten “eine transiente Staubwolke, die bei der katastrophalen Kollision von Planetesimalen in der Scheibe um den Stern entstand”, welche ebenfalls optisch sehr auffällig ist. Das nun entworfene große Bild sieht in ihr ein Gegenstück des frühen Kuiper-Gürtels des Sonnensystems, wo es vor 10 bis 100 Mio. Jahren zu großer Unruhe und entsprechend vielen Kollisionen von Planetenbausteinen untereinander kam, von denen viele auf so so exzentrische Bahnen wie Fomalhaut b gerieten. Noch heute wäre demnach mit einem Dutzend großer Crashs, die 100-km-Objekte betreffen, pro Jahrzehnt zu rechnen, von denen aber nur die wenigsten helle Wolken produzieren. Das Szenario macht klare Voraussagen: Zum einen müßte sich ‘Fomalhaut b’ mit der Zeit immer weiter ausdehnen und verblassen (analog der Koma des Kometen Holmes nach dessen Ausbruch 2007), zum anderen müssten anderswo plötzlich neue vergleichbare Wölkchen auftauchen. Eine weitere Überwachung der Umgebung Fomalhauts mit Hubble – und später erst recht dem JWST – wäre also angebracht. [18:55 MEZ]

bildoben

bildunten

Ein Falcon-9-Start mal völlig ohne Drama und Probleme

ist vergangene Nacht geglückt, bei dem zwei kommerzielle Nachrichtensatelliten ausgesetzt wurden; hier der Start und das zweite Deployment (dem europäischen Eutelsat 115 West B) wie von SpaceX verbreitet: weitere Strichspuren vom Nachtstart hier, hier, hier, hier und hier, einige Standbilder aus dem Webcast (Lift-Off bei 14:57) und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [10:05 MEZ] Ein Boeing Release und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [12:05 MEZ] Und hier, hier und hier sowie mehr Links. [17:55 MEZ. NACHTTRAG: Nahaufnahmen vom Start]


1. März

eva

eva4

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Szenen der dritten ISS-EVA innerhalb von acht Tagen: mal wieder 90 Minuten ‘zu’ schnell gegenüber dem Zeitplan; Fortschritts-Berichte bloggt die NASA. [17:15 MEZ] Und die EVA-Trilogie ist zuende! Die Dock-Adapter für CTS-100 und Crew Dragon können kommen. [18:40 MEZ] Und Virts hat doch schon wieder Wasser im Helm nach der EVA, offenbar erneut erst danach kondensiert. [18:55 MEZ] Lange und kurze Zusammenfassungen der EVA. [19:05 MEZ] Eine weitere lange. [20:00 MEZ. NACHTRÄGE: ein EVA-Foto von Virts, Artikel hier und hier und mehr Links]

test

Wenn man ein Schwarzes Loch mit an den Strand nehmen würde, dann sähe die Welt so aus: ein Standbild aus einer Echtzeitsimulation, die hier gestartet werden kann, allerdings nicht in allen Browsern korrekt läuft (das war der 3. Versuch). Das SL kann vor drei verschiedene Hintergründe gesetzt werden, natürlich auch astronomischere, die dann von seinem extremem Schwerefeld wüst gelinst werden. Die Geometrie des SL aus ‘Interstellar’ mit der Akkretionsscheibe als Lichtquelle (“Das Schwarze Loch von ‘Interstellar’ …”) kann die Simulation nicht liefern, das geht nur mit drastisch aufwändigerem Raytracing. Aber die grundlegenden Effekte des stark gekrümmten Raumes kommen auch in der einfachen Demonstration gut zur Geltung. [16:20 MEZ]

Und die März-Ausgabe der Sternstunde ist da: Impressionen von den Dreharbeiten gibt es hier, mehr zu Dawn kurz vor Ceres – und das Rätsel der weißen Flecken – ist hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier zu finden, und die beschriebene Sonnenprojektion per Spiegel wird hier motiviert und dokumentiert. [14:05 MEZ. NACHTRAG: die Sendezeiten auf TecTime TV per Satellit]

farbgeist

Der “Geist von SOHO” in Farbe gestern Abend von Michael Jäger mit 10″/4.0 Moravian G3-11002 aufgenommen: L-7x90sec 2×2 bin filter UV/IR und RGB 30/30/30 4×4 bin – also einfach ist das nicht … Auch eine Schwarzweiß-Version, ein anderes Bild von gestern und eins von vorgestern sowie Lovejoy vorgestern. Und erste quantitative Berichte – dank des neuen internationalen Report-Systems – von einer wohl hellen Feuerkugel über Kerala (Südwestindien) vorgestern, über die selbst Artikel heute weiter wenig hergeben und von der scheint’s alle Bilder falsch sind. Derweil weiß man in Stuttgart, was bei einer SoFi passiert (wenn der Schatten des Mondes auf die Sonne fällt, wo kommt eigentlich das Licht her?), ein langer Bericht vom 2015 Spring Starcamp auf 55° Nord im UK – und der Sternhimmel im März. [13:00 MEZ]

cubesats

Zwei weitere Planet Labs Doves haben die ISS verlassen, nachdem die Minisatelliten-‘Kanone’ repariert worden war: auch ein Artikel und Bilder hier und hier. Um 13:10 MEZ soll auf der ISS die nächste EVA beginnen, nachdem das Helm-Wasser-Problem bei der letzten (mehr, mehr und mehr Links) als nicht bedrohlich erachtet wurde: Ziele und Updates. Auch die Zukunft der ISS, die Explosion eines alten Satelliten im Orbit, Fortschritte beim LISA Pathfinder – und Bio-Spekulationen über Titan, den Saturnmond. [11:35 MEZ] Die EVA beginnt in Kürze. [12:40 MEZ] Und die EVA hat begonnen, um 12:52 MEZ. [12:55 MEZ. NACHTRÄGE: ein Artikel zur laufenden EVA und Screenshots hier, hier, hier und hier]


27. Februar

soho-amrum

Den “Geist” des SOHO-Kometen an der Nordsee erwischt!

Er ist noch da, aber lediglich als kopfloser Staubstreifen – was immerhin mehr ist, als von ISON nach dessen Periheldurchgang am irdischen Himmel erschien: Heute Abend hat Jost Jahn auf Amrum den eindeutigen Bild-Beweis geschafft, dass der von SOHO entdeckte Komet, der sein Perihel überlebte, nun am Abendhimmel steht (und damit das weniger eindeutige frühere Bild aus den USA bestätigt). “Die Rohbilder sehen grausig hell aus und kaum was drauf zu erkennen”, berichtet Jahn, doch: “Ein wenig mit Fitswork gearbeitet, und ich denke es ist der Geist von C/2015 D1 drauf. Der Geist ist recht hell und wird die nächsten Tage immer höher steigen.” Und an anderer Stelle prognostiziert er gar, dass der SOHO-Geist dann “sicher ein schönes Bild hergeben” wird – für energische Astrofotografen, wohlgemerkt. Auch der Komet C/2015 C2 (SWAN) am 26. Februar und 25. Februar von Terry Lovejoy aufgenommen und Lovejoy selber am selben Tag in Farbe und Schwarzweiß und am 23. Februar (während Fermilab das Zufallsbild feiert). Es kommt bald mit Disaster Playground eine Art NEO-Doku (jedenfalls spielen im Trailer jede Menge echte Astronomen mit), in Schweden wurde der Krater Hummeln bestätigt, die Mutual Events gehen weiter, ein Artikel bestätigt, dass die ToSoFi am 20.3. (mehr und mehr; alle übersehen 2003) aus einem Flugzeug übertragen werden soll, während es weitere Details zu den Sorgen der Stromnetz-Betreiber und einen Cartoon gibt – und wie die Diskussion hier zeigt, ist das mit der Erdrotation für manche nicht leicht … [23:55 MEZ. NACHTRÄGE: die Bilderarbeitungs-Schritte zum obigen Ergebnis, auch hier erwähnt – und ein klare(re)s Bild des SOHO-(Ex-)Kometen vom selben Abend aus Spanien von Martin Mašek et al., auch kontrast-gesteigert]

nav0214

Ein weiteres NavCam-Bild vom 14. Februar, aus 15.3 km Höhe, ist heute ‘aufgetaucht’ – und es wurde berichtet, dass die Startracker Rosettas durch die innere Kometenkoma den Blick auf die Sterne verloren und die Raumsonde beinahe in einen Safemode geraten wäre. Auch weiterer Fortschritt mit OSIRIS-REx, die neue Bohrung Curiositys, Verbesserungen am JWST, eine kuriose Wolke ist nach einem Raketen-Experiment gesehen worden, es gibt jetzt Erdbilder mit 30 cm Auflösung zu kaufen, was früher illegal gewesen wäre, die NASA-Erdbeobachter liefern auch, die ISS kann wieder CubeSats starten – und Pete Worden verläßt die NASA: Man sieht ihn hier (unten) 1998 Leoniden zählen, während der großen Mongolei-Expedition von USAF und AKM. [23:40 MEZ]

Lived long (83) and prospered: Leonard “Spock” Nimoy tot

Vor wenigen Stunden ist in seinem Haus ein einem Stadtteil von Los Angeles mit 83 Jahren der US-Schauspieler Leonard Simon Nimoy gestorben, der als Vulkanier Spock in der Original und Animated Series und acht Spielfilmen des “Star Trek”-Universums neben Captain Kirk und Bordarzt “Bones” McCoy die Hauptrolle spielte und mit seiner unerbittlichen Forderung nach Logik gewaltigen Eindruck bei den Zuschauern – auch diesem Blogger – und im ganzen SF-Genre hinterließ: erste Nachrufe hier, hier und hier. [18:45 MEZ] Und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein Tweet einer Senatorin, allerlei Bilder, tiefe (alte) Gedanken über Spock und ein paar Spock-Clips. [20:35 MEZ] Statements von der NASA, Präsident Obama und dem NASA-Chef, weitere Nachrufe hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, viele Bilder, ein wenig bekanntes – und der Asteroid Mr Spock, der nach einer Katze benannt ist. [22:55 MEZ. NACHTRÄGE: bemerkenswerte Tweets hier (NASA-Kommentar), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Cartoon für Nerds, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und Spock findet’s “fascinating”, mehr als einmal]


26.Feb 2015 | 23:53

Internationales Meldeformular für Feuerkugeln!

Auf diese Mitteilung des AK Meteore – schon kurz vorher über die IMO und MeteorObs gekommen – hat dieser Blogger seit langem gewartet (und auch etwas Druck gemacht): Es gibt jetzt ein internationales Meldesystem für Feuerkugeln, also sehr helle Meteore (die manchmal sogar Meteoriten fallen lassen), das einen so einfachen Zugang in zig Sprachen hat, dass auch so ziemlich jeder astronomisch nicht gebildete Zufallsbeobachter solch eines Ereignisses einen sinnvollen Eintrag machen kann. Vorbild ist eine entsprechende Webseite der American Meteor Society, die dort sehr weit bekannt ist und oft auch schon in den ersten Medienberichten zu einer Feuerkugel erwähnt wird – was dann wiederum zu hunderten Einträgen führen kann, die ihrerseits bei der schnellen Einschätzung des Ereignisses helfen. Je weiter nun die Kunde von fireballs.imo.net (die automatisch auf Deutsch umschaltet, wenn man sie von einem Rechner hier aufruft) – in der Astroszene sowieso aber v.a. auch unter Multiplikatoren und in den Medien – verbreitet wird , desto schneller werden auch wir ein solches System etablieren können! Sirko Molau vom deuschten AK Meteore schreibt nun das Folgende und bitte um weite Verbreitung des Textes in der Astro-Szene und darüber hinaus, denn nur wenn viele die Webseite kennen, kann sie so wirksam wie zuvor die – von durch sie bereits ersetzte – amerikanische werden:

“Unsere amerikanischen Kollegen von der AMS haben ein neues Webformular für Feuerkugelsichtungen entwickelt. Das Formular ist auf der einen Seite sehr intuitiv, weil es den Augenzeugen unter Einbindung von Techniken wie Google Maps ermöglicht, ihre Beobachtungen auf einfache Art und Weise zu erfassen, und es ist auch sehr attraktiv, weil der Beobachter gleich nach der Eingabe interaktiv erkunden kann, welche weitere Sichtungen es von der Feuerkugel gibt und wie die Beobachtungen zusammenpassen.

imo

Der Grundgedanke der Amerikaner war, dass dieses Formular eine möglichst große Verbreitung finden soll. Daher wurde es so designed, dass es leicht in verschiedene Sprachen übersetzt werden kann. Wir haben das Meldeformular bei der International Meteor Organization übernommen und Übersetzungen in mehr als 25 Sprachen bereitgestellt (u.a. Deutsch). Darüber hinaus ist das Formular auch für viele astronomische Vereine und Webseiten attraktiv, weil man u.a. das Logo und den Organisationsnamen anpassen kann. Die einfachste Möglichkeit der Integration ist ein simpler Link zur IMO-Webseite, aber jeder Webseitenbetreiber kann halt auch “sein” Meldefomular daraus machen, indem er seinen Namen, sein Logo, seine URL, seinen Twitter und Facebook Accounts usw. unterbringt. Die Beobachtungsdaten landen jedoch alle in einer zentralen Datenbank, so dass globale Auswertungen möglich sind.

Nun geht es darum, das Meldeformular bekannt zu machen und dafür zu sorgen, dass es möglichst fleissig verlinkt und eingebunden wird. Ziel ist, dass zufällige Beobachter von Feuerkugeln, die nach dem Ereignis im Web suchen, möglichst schnell zu dem Formular gelangen. Daher möchte ich euch bitten, das Webformular an geeigneter Stelle auf eurer Webseite zu verlinken und die Information weiterzugeben, damit wir möglichst viele astronomische Webseiten erreichen. Der Link zum IMO Formular lautet http://fireballs.imo.net. Ein Beispiel für eine angepasste Seite (auf türkisch, bitte vorher Browsercache leeren) wäre http://fireballs.imo.net/?org=uzaybimer. Wenn ihr die Seite für euren Verein / eure Webseite angepasst haben möchtet, dann bitte Kontakt zu Vincent Perlerin (vperlerin@gmail.com) aufnehmen. Er sagt euch, was er zum Customizing benötigt und unter welcher URL eure angepasste Seite dann erreichbar ist.”


23.Feb 2015 | 12:30

Allgemeines Live-Blog vom 23.-25. Februar 2015


25. Februar

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Ferne Welten von (moderat) nah: Ceres am 19. Februar aus 46’000 und C-G am 20. Februar aus 118.5 km Abstand von Dawn und Rosetta aufgenommen. Die beiden neuen Ceres-Aufnahmen enstanden in 9 Stunden Abstand, genau einer halben Rotation – und immer noch werden die zwei mysteriösen weißen Flecken von der Kamera nicht aufgelöst: Sie liegen im selben Becken, was für eine Art vulkanisches Phänomen sprechen könnte. Auch die Vielfalt der Impaktkrater- und der anderen Geländeformen wird immer deutlicher; am 2. März gibt es eine NASA-PK anlässlich der ‘Ankunft, d.h. dem Eintritt am 6.3. in eine erste, ferne Umlaufbahn. Der Kern von Komet C-G erscheint derweil auf der neuen NavCam-Aufnahme – eine von zwei Tagen früher – auch in Silhouette vor der Koma: frühere Artikel zu Missionsergebnissen in mehreren Sprachen hier, hier, hier, hier und hier. Außerdem ein neues ‘Selfie’ von Curiosity (mehr), was Opportunity sieht, ein möglicher NASA-Orbiter 2022, die ‘neue Kepler-Misison und eine kommende Erd-‘Beobachtung’ mit dem Satelliten, die Entfaltung von SMAPs Riesen-Antenne ([NACHTRAG: mehr und] mehr), der Satellit Sentinel 2, neue russische ISS-Pläne bis 2024 (mit anschließender Abkopplung einiger Module; mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr Links – und was der kommende ESA-Chef davon hält), die neueste ISS-EVA in vollem Gange, wie Gerst träumte, noch Wochen lang kein Antares-Untersuchungsbericht, die Rückreise des IXV (mehr und mehr), eine Testfahrt der KSC-Crawler, die bereits 50 Jahre alt sind (mehr und mehr) – und ein Triebwerkstest des SLS. [16:45 MEZ]

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Verspätet ist noch ein drittes Ceres-Bild aus 46’000 km Abstand aufgetaucht, das die bereits diskutierten zwei besonders hellen Flecken in demselben Becken endlich auch mal zeigt; auch Artikel hier und hier. Derweil ist die EVA vorbei – und ein einem Helm war wieder Wasser, aber nicht viel; die Quelle ist unklar. [21:55 MEZ]

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So geht es in den nächsten Wochen weiter mit der Ceres-Beobachtung (langer Artikel hinter der Grafik): Die obigen Bilder stammten von der Kartierung “RC2″. Weitere Dawn-Artikel hier, hier und hier und zum EVA-Zwischenfall ein NASA-Blog-Beitrag und ein Artikel. [23:55 MEZ – Ende. NACHTRAG: was die Ceres-Details bedeuten mögen]


24. Februar

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SOHO-Komet gewinnt an Elongation – aber unter 7. Größe?

Am 21. Februar sah sie für LASCO C3 ja noch ganz nett aus, dann verließ die ungewöhnliche Entdeckung des Sonnen-Satelliten (“SOHO-Komet übersteht extrem nahes Perihel”) das Gesichtsfeld auch dieses SOHO-Koronographen – und ward seither nicht mehr gesehen. Seit ein paar Stunden gibt es zwar die ersten vagen Bahnrechnungen für den nun C/2015 D1 (SOHO) getauften Kometen, doch ein erster irdischer Nachweis-Versuch schlug fehl: Noch tief in der Dämmerung stehend, kann der Komet schon nicht mehr heller als 7.5 Mag. gewesen sein, im Einklang mit schwachen Erwartungen nach dem Stress im Perihel. Aber jeden Tag wird die Suche nach seinen Überresten nun einfacher, die Elongation nimmt schnell zu: ein NASA Release und Artikel (mit Aufsuchkarten unter Vorbehalt) hier und hier. Auch Lovejoy am 23. Februar, 22. Februar, 21. Februar, 20.+19. Februar, 19. Februar sowie zufällig mit der Dark Energy Camera an einem 4-m-Teleskop aufgenommen, ein dramatischer chinesischer Raketen-Reentry über den USA (ein Video, Bilder hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier und hier], visuelle Beschreibungen und Artikel hier, hier und hier), ein jovianisches Mutual Event vom 20. Februar, die SoFi am 20.3. als FB-Event und Mitteilungen der Stromversorger zur Netz-Stabilität dabei hier (mehr) und hier, geschenkte Fulldome-Video-Clips von Hubble, eine neue Webseite zum und der erste Spatenstich für das ESO-Besucherzentrum, das 2017 öffnen soll – und ein visueller Extrem-Beobachter berichtet. [23:50 MEZ. NACHTRAG: Erst konnte für den Kometen am Himmel nur eine Obergrenze von 9.5 mag. konstatiert werden, jetzt gibt es einen vagen Kandidaten am richtigen Ort als sehr schwache längliche Wolke; auch die kuriose Lichtkurve des Kometen noch im LASCO-Feld]


23. Februar

Panta rhei — motion in the Milky Way

Der ferne Kugelsternhaufen Palomar 12, der aus dem Sagittarius-Zwerg entlaufen ist, auf einer Aufnahme der Hubble-ACS. Auch eine ISS-EVA (mehr, früher und mehr Links), der Teilerfolg der ATV-Selbstbeobachtung während des Reentry), die Ankunft eines Progress (mehr und mehr und mehr Links und Bilder), zumindest früher Waffen in der Soyuz (gegen Bären, nicht Aliens), eine mögliche Erklärung des Antares-Unfalls und die Wiederaufnahme der Cygnus-Flüge 2016, was beim Orion-Testflug heraus kam (mehr), ein Schul-Auftritt von Bolden, der NASA-Budget-Prozess, ein angebliches iranisches bemanntes Programm (was dieser Darstellung eklatant widersprechen würde) – und der mögliche Anfang von Ende des bizarren “Mars One”-Projekts, über das sich jetzt, so hier, hier, hier, hier und hier kritische Darstellungen häufen, auch wenn unter den ‘letzten’ 100 Kandidaten auch ein echter Astronom ist, der indes möglicherweise Rote Riesen und den Roten Planeten verwechselt hat … [14:05 MEZ] Hui, das ging ja schnell: Endemol hat keine Lust mehr auf eine Weltraum-‘Big Brother’-Show! [22:05 MEZ. NACHTRÄGE: Das Ende mit Endemol ist bestätigt – und ein Mars-One-‘Ambassador’ hat auch schwere Zweifel bekommen. Und hier, hier, hier und (von etwas früher) hier mehr zur Lage] Und überhaupt sind ja alle bemannten Mars-Pläne unrealistisch, nicht nur von Mars One sondern auch vage der NASA: aua. Zum Trost Fotos von der EVA … [23:35 MEZ. NACHTRAG: Buzz Aldrin glaubt aber zu wissen, wie man zum Mars kommt]

Das Schwarze Loch von ‘Interstellar': was wirklich neu war

Gerade einmal einen Oscar hat der umstrittene SciFi-Film ‘Interstellar’ vergangene Nacht abstauben können: für seine Visual Effects, die zwar bzgl. der Exoplaneten überhaupt nicht überzeugen konnten – aber da war ja noch das Schwarze Loch ‘Gargantua’. Über dessen Visualisierung ist beim Filmstart eine Menge Blödsinn geschrieben worden, nämlich dass während der Arbeit daran sensationelle neue physikalische Effekte entdeckt worden seien: Dass das nicht stimmt, wurde schon am Ende des oben verlinkten Artikels klar gestellt. Jetzt haben die Visual-Effekts-Leute und der sie maßgeblich beratende Physiker ein umfangreiches wissenschaftliches Paper über die Mathematik und Überlegungen hinter Gargantuas Darstellung vorgelegt: Es ist von einer Licht emittierenden Akkretionsscheibe umgeben, deren Bild durch die extreme Gravitationslinsen-Wirkung des Schwarzen Lochs extrem verzerrt und vervielfältigt wird. All das war aber, wie das Paper gleich zu Beginn klar stellt, bereits vor über 35 Jahren berechnet und dargestellt worden! Was die CFX-Firma erstmals hin bekam, war ein besonders weiches und artefaktarmes Raytracing durch Strahlenbündel – und man ließ das Schwarze Loch rotieren, was zusätzliche Komplikationen verursacht, namentlich einen Dopplereffekt und eine starke Asymmetrie. Und genau die hat man am Ende wieder künstlich beseitigt (und zusätzlich Lensflares eingebaut), um einen zuschauerfreundlicheren Anblick zu generieren – der verblüffend dem Bild von 1979 entspricht: auch ein Press Release und weitere Artikel hier und hier. [13:15 MEZ]

g299_1680

Eine Chandra-Aufnahme des Supernovarests G299.2-2.9, der von einer Typ-Ia-Supernova stammt – die, wie die Verteilung der schweren Elemente zeigt, asymmetrisch war. Auch die erste “Deep Dip”-Kampagne von MAVEN, eine neue Riesenkarte von Europa, dem Jupitermond, wie frühe robotische Mondmissionen der USA Apollo vorbereiteten, Sonnensystem-Forschung mit Parabelflug und CubeSat, Erdbeben-Überwachung mit Sentinel, Grünes Licht für den Satelliten Biomass – und die nächsten Galileos vor dem Start. [13:00 MEZ]

60 Jahre Amateurastronom: CCD-Pionier Don Parker, R.I.P.

Die Nachricht verbreitete sich vergangene Nacht wie ein Lauffeuer: Einer der ganz Großen in der Geschichte der Amateurastronomie lebt nicht mehr. Der in Florida wohnende Donald C. “Don” Parker war schon in der ‘chemischen Ära’ ein erfolgreicher Planeten-Fotograf – und dann wohl der Pionier in Sachen CCD. Wie er diesem Blogger in den 1980-er Jahren mal erzählte, war daran ein Hurrican Schuld gewesen, der Teile seines Hauses inklusive der Dunkelkammer davon geblasen hatte: Da sagte er sich, mach ich’s eben gleich ganz anders. Die heutigen Stars wurden durch Don inspiriert – der selbst auch nie nachließ: Bei dem aktuellen Paper über mysteriöse Marswolken (“Superhohe Wolken in der Marsatmosphäre …”) war Parker einer der Co-Autoren aus der Amateurbeobachter-Szene [NACHTRÄGE: weitere Nachrufe hier und hier]. Auch Porträts der Amateurastronomen André Knöfel und Don Machholz, doppelte Mutal Events der Jupitermonde in Bewegung am 20. Februar und 12. Februar (mehr), die letzten SOHO-Blicke auf den kuriosen Kometen, der vielleicht bald am Nachthimmel steht, Lovejoys am 22. Februar (Animation), 21. Februar (mehr, mehr, mehr und mehr), 20. Februar (mehr), 19. Februar und 13. Februar animiert – und eine Feuerkugel über Florida. [12:30 MEZ]


Hintergrundbilder (c) OEWF