ÖWF / Polares auf einen Blick

21.Jan 2015 | 20:20

Der österreichische Satellit PEGASUS

Pegasus-logo-transparent-webStudentinnen und Studenten erforschen die Thermosphäre

Im Jänner 2016 wird der österreichische CubeSat PEGASUS als Teil eines Netzwerks von Kleinsatelliten im Rahmen von Projekt QB50 starten. Gemeinsam werden sie über mehrere Monate hinweg die oberen Schichten der Erdatmosphäre erkunden. Zusätzlich zu den koordinierten Aufgaben im „Schwarm“ bringt PEGASUS auch noch eigene Experimente mit in den Erdorbit.

Entwicklung, Konstruktion und Bau erfolgen unter maßgeblicher Beteiligung von Studierenden ausschließlich in Österreich. Bei der Pressekonferenz am 21. Jänner präsentierte die Fachhochschule Wiener Neustadt gemeinsam mit dem Space Team der TU Wien, dem Institut für Astrophysik der Universität Wien und dem Österreichischen Weltraum Forum das Projekt PEGASUS.

Studentinnen und Studenten bauen den österreichischen Kleinsatelliten

„PEGASUS ist Teil des internationalen Projektes QB50. Wenn er im Jänner 2016 gemeinsam mit 49 weiteren Kleinsatelliten startet, hat der 10x10x20cm große CubeSat eine zweijährige Entwicklungs- und Bauphase hinter sich. Das kommende Jahr wird geprägt sein von der Herstellung und den Qualitätstests der einzelnen Satellitenkomponenten. Danach ist PEGASUS bereit für die Startzulassung“,

fasst Dr. Carsten Scharlemann den Zeitplan zusammen. Dr. Scharlemann leitet den Masterstudiengang Aerospace Engineering der Fachhochschule Wiener Neustadt und ist Projektleiter von PEGASUS.

„Kernstück des Projektes QB50, zu dem auch unser Satellit gehört, ist die Beteiligung von Studierenden. Sie erhalten die seltene Gelegenheit, schon während ihrer Ausbildung an einem echten Raumfahrt-Projekt vom Anfang bis zum Ende mitzuarbeiten“,

betont Univ.Prof.Dr. Franz Kerschbaum vom Institut für Astrophysik der Universität Wien.
Auch DI Dominik Kohl, Präsident des TU Space Teams, zeigt sich von der Arbeit am Kleinsatelliten begeistert:

„Das TU Space Team besteht zum Großteil aus Studierenden. Bei PEGASUS sind wir und die Studenten der anderen Partnerorganisationen an allen entscheidenden Phasen des Projektes maßgeblich beteiligt. Wir lernen praxisbezogen und stellen gleichzeitig unsere bisher erworbene Expertise unter Beweis.“

Die Erforschung der Thermosphäre

PEGASUS wird im Netzwerk der insgesamt 50 CubeSats die Thermosphäre in ca. 200 – 380 km Höhe erforschen. Derzeit ist nur sehr wenig über diesen wichtigen Teil der Erdatmosphäre bekannt, der uns vor energiereicher, also gesundheitsschädlicher Strahlung schützt.

„Es wurden noch nicht viele Forschungsmissionen in dieser Höhe geflogen. Die Reibung der Thermosphäre bringt jeden Satelliten nach wenigen Monaten zum Absturz. Setzt man also einen großen und daher teuren Satelliten ein, hat man eine kurze, aber kostspielige Mission“,

erläutert Michael Taraba vom ÖWF. Zusätzlich zur Redundanz bietet der Einsatz eines Netzwerkes von Kleinsatelliten gegenüber Einzelmissionen den Vorteil, dass man auf gleichzeitige Messdaten von vielen Messpunkten zurückgreifen kann. Das erhöht die wissenschaftliche Aussagekraft der Daten und hilft dabei, etwaige Messfehler auszusortieren. Im speziellen atmosphärische Modelle, etwa für die Wettervorhersage, und damit tausende NutzerInnen werden von diesen Messdaten profitieren.

Vier österreichische Partner konzipieren, bauen und testen PEGASUS

Unter der Leitung der Fachhochschule Wiener Neustadt arbeiten Studentinnen und Studenten sowie Experten des TU Space Teams, des Instituts für Astrophysik und des Österreichischen Weltraum Forums an dem österreichischen CubeSat PEGASUS. Die Fachhochschule Wiener Neustadt integriert den von der Universität Oslo konzipierten Sensor zur Erforschung der Thermosphäre, entwickelt die Struktur des Kleinsatelliten, das Antriebssystem und das Lageregelungssystem. Das Lageregelungssystem ist eine Kombination von Antrieb und eigeninduzierten Magnetfeldern.

„Durch diese Magnetfelder interagiert PEGASUS mit dem Magnetfeld der Erde und richtet sich aus. Die erforderlichen Geräte wurden stark verkleinert, damit sie in den CubeSat passen. Dieser Antrieb ist zugleich also ein Technologieexperiment, denn das wurde noch nie gemacht“,

betont Dr. Scharlemann.
Das TU-Wien Space Team konzipiert und baut die Power Supply Unit, das Energiemanagementsystem des Satelliten und implementiert den Bordcomputer.

„Für mich sind das Herz und Hirn von PEGASUS“,

erklärt Dominik Kohl,

„Die Power Supply Unit verteilt die Energie aus den Solarzellen optimal auf die Geräte an Bord oder speichert sie in der Batterie. Bei einem Kurzschluss schaltet das Energiemanagementsystem fehlerhafte Systeme selbständig aus, um die Funktionsfähigkeit des Satelliten zu erhalten. Am Bordcomputer laufen die Daten aus den Funkmodulen und den Sensoren zusammen. Außerdem wird hier die Software ausgeführt, die Lageregelung und den Antrieb des Satelliten bedient.“

Das TU Space Team liefert auch die Hardware der Bodenplatte mit dem Serviceinterface. Ist PEGASUS schon für den Start „verpackt“, können über den Servicestecker etwa noch die Batterien geladen und Software eingespielt werden.
Für die Koordination der einzelnen Systeme und der zahlreichen Arbeitsabläufe an Bord des CubeSat sorgt die Software des Institutes für Astrophysik der Universität Wien.

„Man könnte die Software als die ‚Intelligenz‘ des Satelliten betrachten“,

beschreibt Franz Kerschbaum den Beitrag des Instituts für Astrophysik. Wie bei großen Satelliten ist die Software so angelegt, dass sie auch auf unvorhergesehene Situationen autonom reagieren kann. Sie steuert vollautomatisch die Navigation und Kommunikation des Kleinsatelliten, überwacht seine Funktionsfähigkeit, paketiert und übermittelt die Forschungsdaten an das Bodenstationsnetzwerk.

„Für Pegasus haben wir die Kommunikationseinheit völlig neuartig konzipiert und ein redundantes System geschaffen, einzigartig für diese Satellitengröße. Hier kommt uns die Expertise zugute, die wir in den letzten Jahren mit den Flügen unserer Stratosphärenballons gesammelt haben“,

so Michael Taraba vom ÖWF. Gemeinsam mit dem Space Data Center, welches die Weiterverarbeitung und Interpretation der gewonnenen Daten erlaubt, und dem MIssions-Kontroll-Zentrum wird ein Bodenstationsnetzwerk vom Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF) bereitgestellt.

Start erfolgt Mitte Jänner 2016 in Brasilien
Das Trägersystem für QB50 wird eine Rakete vom Typ Cyclone-4 des ukrainisch-brasilianischen Unternehmens „Alcantara Cyclone Space“. Die Rakete transportiert einen CubeSat-Dispenser (Auswurfvorrichtung) in eine niedrige Erdumlaufbahn, wo die 50 Satelliten dann nacheinander “wie eine Perlenkette“ in einer Höhe von 380km ausgesetzt werden. In den darauffolgenden Monaten erhoffen sich die Wissenschaftler neue Einsichten über die Thermosphäre der Erde.

Über QB50
Das europäische Projekt QB50 wird von dem belgischen Von Karman Institut geleitet und soll Ausbildungsorganisationen den Zugang zum Weltraum erleichtern sowie Menschen bereits im Rahmen ihres Studiums einen praktischen Zugang zur Raumfahrt ermöglichen. Wissenschaftliches Ziel ist die Erforschung der Thermosphäre der Erde. QB50 soll außerdem zeigen, dass es möglich ist, ein Netzwerk von 50 Kleinsatelliten in die Erdumlaufbahn zu bringen, an deren Bau weltweit rund 55 universitäre Organisationen beteiligt sind.
Die Finanzierung erfolgt im Rahmen von FP7, dem Förderungsprogramm der Europäischen Union. FP7 unterstützte Forschungs- und Innovationsprojekte im Zeitraum 2007 bis 2013. Einige dieser Projekte – wie auch QB50 – befinden sich noch in der Umsetzungsphase.
Für QB50 werden CubeSats als Doppeleinheiten (2U, also 20 cm × 10 cm × 10 cm, 2 kg) ausgeführt, um mehr Raum für Navigations- und Wissenschaftsinstrumente zu schaffen. Doch auch ein solcher Kleinsatellit wäre alleine nicht in der Lage, eine signifikante Menge nützlicher wissenschaftlicher Daten zu sammeln. Daher soll ein Schwarm von 50 CubeSats mit entsprechender Redundanz und ebenso vielen Messpunkten die Thermosphäre untersuchen.
www.qb50.eu

Über die Fachhochschule Wiener Neustadt (1. FH Österreichs)
Die FH Wiener Neustadt bildet hochqualifizierte AbsolventInnen in 31 Studiengängen an den Fakultäten Wirtschaft, Technik, Gesundheit, Sicherheit und Sport aus. Deren 4 Standorte Wiener Neustadt, Wieselburg, Tulln und das Rudolfinerhaus Wien (Kooperationspartner) bieten erstklassige Strukturen und Rahmenbedingungen für Exzellenz in Lehre und Forschung. Moderne Labore, Funktions- und Seminarräume für Technik, den gesundheitswissenschaftlichen Bereich und für die Sozialwissenschaft stellen sicher, dass die derzeit rund 3.340 Studierenden mit modernstem Equipment unterrichtet werden. Neben einer breiten Fächerung der Ausbildung stehen in der FH Wiener Neustadt Zukunftsorientierung, Internationalität und Praxisbezug im Mittelpunkt.
www.fhwn.ac.at

Medienkontakt:
Dr. Carsten Scharlemann
Head of Aerospace Engineering Department
Fachhochschule Wiener Neustadt
Wirtschaft . Technik . Gesundheit . Sicherheit . Sport
Tel.: +43 2622 89084 235
*protected email*
www.fhwn.ac.at/aero

Über das TU Space Team
Das TU Wien Space Team ist ein Verein von derzeit 55 StudentInnen aus unterschiedlichen Studienrichtungen. Gemeinsam entwickeln sie neben ihrem Studium experimentelle Flugobjekte, starten damit an internationalen Wettbewerben und haben die Gelegenheit ihre Arbeiten auf Kongressen, Veranstaltungen und im Fernsehen zu präsentieren. Seit den Anfängen vor fünf Jahren, verzeichnet das Team kontinuierlich Zuwachs und es konnten mehrere Preise bei internationalen Wettbewerben gewonnen werden. Derzeit werden neben PEGASUS zwei Experimentalraketen gebaut, mit dem Ziel den europäischen Höhenrekord zu überbieten. Weiters entwickelt das Team ein Triebwerk, eine Startrampe und ein 1:1 Modell einer Mondlandefähre für den Google Lunar XPRIZE.

Etwa 60% der Hardware von PEGASUS werden vom TU Space Team entwickelt, gefertigt und getestet:

  • das Energiemanagementsystem, die Power Supply Unit (PSU)
  • der OnBoard Computer (OBC)
  • die Batteriehalterung inkl. Temperaturregelung
  • das Kamerasystem und Service-Interface von PEGASUS
  • die Adaptermodule zu GPS und Wissenschaftsmodul

Gemeinsam mit Kooperationspartnern aus der österreichischen Wirtschaft werden an den gefertigten Komponenten Vakuum- und Vibrationstests durchgeführt, um die Funktionsfähigkeit von PEGASUS im Weltraum zu gewährleisten.

Medienkontakt
Nadine Freistetter
Public Relations
TU Wien Space Team
Tel: +43 676 553 98 64
*protected email*
www.spaceteam.at

Über das Institut für Astrophysik der Universität Wien (IfA)
1883 von Kaiser Franz Joseph I. eröffnet, ist die Universitätssternwarte die größte astronomische Forschungs- und Ausbildungsinstitution Österreichs und “Heimatbasis” für eine Vielzahl von internationalen Projekten der erd- und weltraumgestützten Astronomie. Die Schwerpunkte der heutigen Forschung reichen von Galaxien im frühen Universum über Sternentstehung und Endstadien der Sternentwicklung bis zu potentiell bewohnbaren Welten. Im Sektor Instrumentation sind zurzeit Beteiligungen am Extremely Large Telescope der Europäischen Südsternwarte ESO und an Weltraumteleskopen wie Herschel, CoRoT, Brite, Cheops und Athena der European Space Agency ESA hervorzuheben.
Für Pegasus stellt das Institut seine umfassende Erfahrung in der Entwicklung von ESA-Flugsoftware zu Verfügung.

Medienkontakt:
Ao.Univ.Prof.Dr. Franz Kerschbaum
Leiter der Space Instrumentation Gruppe
am Institut für Astrophysik, Universität Wien
Tel.: +43 1 4277-51856
*protected email*
astro.univie.ac.at

Über das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF)
Das ÖWF ist ein österreichisches Netzwerk für RaumfahrtspezialistInnen und Weltrauminteressierte in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, Industrie und Politik. Das ÖWF forscht im Bereich Weltraumaktivitäten, entwickelt einen von weltweit fünf experimentellen Marsanzügen und führt professionelle Simulationen bemannter Marsforschung durch.
Für Pegasus entwickelt und implementiert das ÖWF die Kommunikationseinheit des Satelliten, das Missions-Kontroll-Zentrum und das Bodenstationsnetzwerk. Der selbst entwickelte Space Data Server erlaubt nicht nur die Speicherung der gewonnenen Daten sondern auch deren Weiterverarbeitung und Interpretation.

Medienkontakt:
Mag. Monika Fischer
Pressesprecherin
ÖWF Wien
Tel. +43  699 1213 4610
*protected email*
www.oewf.org

The post Der österreichische Satellit PEGASUS appeared first on Österreichisches Weltraum Forum (ÖWF).

18.Jan 2015 | 17:19

Analog-Astronauten B-Selektion: 30 Frauen und Männer im ÖWF Härte-Test

Bei unserer letzten Pressekonferenz Anfang Oktober 2014 gaben wir bekannt, dass wir neue Analog-Astronauten für unsere zukünftige Mars Analog Mission suchten. Die Bewerbungsfrist endete am 28. November 2014. Nun hieß es für das Selektionsteam, aus den knapp 100 Bewerbungen die geeigneten 30 Kandidatinnen und Kandidaten für die zweite Runde – die so genannte „B-Selektion“ – zu finden.
Kurz vor Weihnachten erhielten diese 30 ausgewählten Personen dann die E-Mail mit der Einladung für die „B-Selektion“ am 10. – 11. Jänner 2015.

Am Samstag, 10. Jänner 2015, 09:00 Uhr vormittags, fanden sich nun die 30 Analog-Astronauten Anwärter aus ganz Europa in Innsbruck ein. Nicht nur die ÖWF Mannschaft war neugierig auf die zukünftigen Kolleginnen & Kollegen, sondern auch die Neuankömmlinge waren gespannt darauf, was Sie erwarten würde. Nach einem kurzen Briefing und einem Gruppenfoto starteten wir in den ersten Tag. Die Kandidatinnen und Kandidaten erhielten einen persönlichen Zeitplan und mussten sich zu bestimmten Uhrzeiten bei der jeweiligen Test-Station einfinden. Auch Wartezeiten von mehreren Stunden waren dabei keine Seltenheit.

Good morning Earth. Our analog astronaut candidates arrived in #ibktwit & are ready for their tests #simulateMars pic.twitter.com/uwGbILvKWr
— Austr. Space Forum (@oewf) January 10, 2015

Für das ÖWF Team dagegen waren die nächsten zwei Tage in einem strikten 30 Minute Raster verplant. In insgesamt sechs Test-Stationen wurden die Kandidaten vermessen, medizinisch und psychologisch untersucht, ihr Lebensstil (z.B. Sportaktivitäten, Ernährung) überprüft, ihre Geschicklichkeit mittels Rover-Parcours erhoben und von einem Komitee bestehend aus Flugdirektor, Analog-Astronaut, Projektleiter und Psychologin interviewt.

„In den zwei Tagen haben wir sehr viele geeignete und sympathische Menschen kennengelernt. Es wird schwierig werden, nur 15 davon für die nächste Runde auszuwählen“,

resümiert Flugdirektor Christoph Ragonig.

„Wir sind hoch zufrieden mit der Auswahl der Kandidaten, die wir für die B-Selektion eingeladen haben. Einige haben unsere Erwartungen sogar übertroffen“,

ergänzt ÖWF Obmann Gernot Grömer.

In den nächsten Tagen werden diejenigen 15 glücklichen Analog-Astronauten-Kandidatinnen und Kandidaten informiert, die wir zur nächsten Runde, die „C-Selektion“, Mitte Jänner in Innsbruck, einladen.

The post Analog-Astronauten B-Selektion: 30 Frauen und Männer im ÖWF Härte-Test appeared first on Österreichisches Weltraum Forum (ÖWF).

31.Dec 2014 | 14:54

Die besten Bilder des Jahres 2014

Traditionell am letzten Tag des Jahres blickt das Österreichische Weltraum Forum zurück: 2014 war ein erfolgreiches Jahr! Dazu zählen Schulaktivitäten in ganz Österreich, Forschungs- und Entwicklungstätigkeit rund um den Raumanzugsimulator Aouda und nun auch die Beteiligung bei einem Satellitenprojekt. Ein Highlight war die Vorstellung des TiuTerra Kristalls in Kooperation mit Swarovski und der World Space Week 2013 und die Übergabe der ersten Kristalle. Diese folgenden Bilder zeigen das ÖWF-Jahr 2014 in einem bunten Querschnitt.

01-stuttgart-soyuz-simulator

ÖWF Delegation besucht das Institut für Raumfahrtsysteme der Universität (IRS) Stuttgart. ÖWF Analogastronauten im Sojuz-Mock-up: Christoph Gautsch (Mitte) kurz vor dem Andocken der Raumkapsel an die ISS, assistiert von Ulrich Luger (links) und Daniel Schildhammer (rechts).

02-eac-workshop_CKleinlercher

Workshop am Europäischen Astronauten Zentrum (EAC). Während der Präsentation des Aouda.X Raumanzugssimulators für das Londoner Kings College konnte Analog-Astronaut Ulrich Luger im Raumanzugsimulator die Schalter im ISS-Mock-Up auf Bedienbarkeit testen.
Foto: ÖWF (Clemens Kleinlercher)

03-yuris-night-polarsternpreis

Yuris Night 2014: Erstmalig wurde der TiuTerra Kristall präsentiert und gleichzeitig der Polarsternpreis an zwei Preisträger verliehen. Von links: ÖWF Obmann Gernot Grömer, die beiden Polarsternpreisträger Werner Weiss und Otto Koudelka, Swarovski-Vertreter Christian Nagele, Astronaut Franz Viehböck.
Foto: ÖWF (Kerstin Zimmermann)

04-copuos-albrecht

Dr. Rudolf Albrecht, ÖWF Senior Advisor ist Teil der österreichischen UN Delegation und nimmt regelmäßig an den Konferenzen des Committee for the Peaceful Uses of Outer Space (COPUOS) teil.

05-unoosa-tiuterra

Übergabe des TiuTerra Kristalls an die UNOOSA (United Nations Office for Outer Space Affairs). Eine ÖWF & SGAC Delegation übergab einen TiuTerra Kristall an UNOOSA Leitern Simonetta Di Pippo. Der Kristall wird dauerhaft in der UN-Weltraumausstellung ausgestellt.

06-tiuterra-samantha

Übergabe der Flugkristalle: Am Europäischen Astronautenzentrum (EAC) überreichte das ÖWF drei kleiner TiuTerra Kristall an ESA Astronauten Samantha Cristoforetti. Derzeit befinden sich die Kristalle auf der Internationalen Raumstation und sind somit das erste Stück ÖWF Hardware im Weltraum!
Foto: Swarovski

07-hall-ins-all

Hall ins All – Raumfahrt in der mittelalterlichen Stadt Hall in Tirol. Einen Nachmittag lang konnten Kinder und Eltern Wasserraketen-Basteln, den Mars Rover Dignity steuern oder in Astronauten-Raumanzüge schlüpfen. Solche Aktionen führten wir heuer unzählige Male durch und konnten mehrere hundert Kinder für Weltraum begeistern.

08-tschernobyl-aktion-shauth

Weltraumtag der besonderen Art: Waisenkinder und kranke Kinder aus der Ukraine konnten ihren Alltag für einen Tag vergessen und einen unbeschwerten Nachmittag mit Wasserraketen und Kinder-Raumanzüge verbringen.
Foto: ÖWF (Stefan Hauth)

09-amadee-scouting-selfie

Scouting-Selfie: Für die AMADEE-15 Mission war das ÖWF in den Tiroler Bergen unterwegs. Schlussendlich fiel die Wahl auf das Kaunertal, das mit seinem Eis- & Blockgletscher ähnliche Bedingungen wie am Mars bietet.

10-zieleworkshop

Wie jedes Jahr findet im Herbst der ÖWF Zieleworkshop statt. Neben vielen Diskussion und Workshops kommt aber die Geselligkeit nicht zu kurz.

11-pegasus

Erstmals beteiligt sich da ÖWF an einem Flugprojekt. Das ÖWF Ballon Team unter der Leitung von Michael Taraba ist federführend beim Bau & Test der Kommunikationshardware involviert. Details werden bei einer Pressekonferenz am 21. Jänner 2015 bekannt gegeben.

12-analog-astronaut-selection

Ausschreibung für Analog-Astronauten: Wir suchen für die AMADEE-15 Mission eine neue Gruppe von Analog-Astronauten. Die ersten 30 Kandidatinnen und Kandidaten wurden bereits informiert und werden im Jänner mittels eines intensiven Selektionsprozesses auf 6 Kandidatinnen und Kandidaten reduziert.
Foto: ÖWF (Vanessa Weingartner)

The post Die besten Bilder des Jahres 2014 appeared first on Österreichisches Weltraum Forum (ÖWF).

28.Dec 2014 | 14:49

Im Interview: Direktor Dr. Nobert Winding vom Haus der Natur – Museum für Natur und Technik, Salzburg

Unser Universum steckt voller Geheimnisse und rätselhafter Phänomene: Schwarze Löcher, Urknall, Supernovae … – die Faszination an der Ergründung des Weltalls begleitet uns Menschen seit jeher. Die neue Weltraumausstellung im Haus der Natur in Salzburg entführt zu einer Reise durch Raum und Zeit. Mit viel Interaktion erkundet man die Planeten unseres Sonnensystems, beobachtet Sterne bei ihrem Werden und Vergehen und ergründet die kosmischen Einflüsse, die unsere Erde lenken. Von Sputnik 1 und Mondlandung bis hin zur Marsmission erlebt man die Sternstunden der Raumfahrt.

ÖWF: Herr Dr. Winding, was erwartet die Besucher in Ihrer neuen Ausstellung “Unser Universum – Planeten, Sterne, Galaxien”?

Die Besucher/innen erwartet in der neuen Ausstellung eine faszinierende Reise zu den Wundern des Universums. Die Ausstellung schlägt einen Bogen von den Anfängen der Astronomie bis zu den Sternstunden der Raumfahrt und erzählt von der Entstehung unseres Universums und der Erde. Mit eigens angefertigten Filmen, Animationen und interaktiven Stationen werden die Themen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln begreifbar gemacht. Neue Dioramen und Modelle geben der Schau räumliche Tiefe und ermöglichen spannende Blicke auf fremde Welten – oder auch in unsere Vergangenheit.

ÖWF: Was ist neu im Vergleich zur vorherigen Weltraumausstellung?

Die Weltraumhalle wurde gänzlich neu konzipiert und aufgesetzt, lediglich das großartige Diorama der Mondlandung von Wolfgang Grassberger sowie die Raketenmodelle und ein Teil der Planetenwagen wurden wiederverwendet bzw. in neuer Präsentation wieder eingesetzt.

ÖWF: Wie lange dauerten die Umbauarbeiten bzw. wie lange haben Sie an der Vorbereitung der neuen Ausstellung gearbeitet?

Gemeinsam mit dem Ausstellungsgestalter Andreas Zangl habe ich vor gut 2 Jahren begonnen, das Konzept für die neue Ausstellung zu erstellen. Zusammen mit den Kuratorinnen Dr. Anke Oertel und Dipl.-Biol. Dorothee Hoffmann wurde in den letzten rund 1,5 Jahren intensiver geplant und schließlich seit dem vergangenen Juni mit den konkreten finalen Um- und Aufbauarbeiten begonnen.

ÖWF: Was ist Ihr persönliches Highlight der Ausstellung, Herr Dr. Winding?

Es ist schwer für mich, ein persönliches Highlight in der Ausstellung festzumachen. Gestalterische Highlights sind sicherlich der mit einer Mondkraterlandschaft bedruckte Boden und die beleuchtete Sonnen-Planeten-Installation im Zentrum des Raumes, die einen gleich beim Betreten der Ausstellung gefangen nimmt. Einen – vielleicht sogar etwas verstörenden – Kontrapunkt dazu bildet „der Grieche“ (eine sitzende griechische Statue), der in Gedanken versunken nach oben zu den Raketen und Satelliten schaut. Er markiert den Ausstellungsbereich über die Weltbilder der Menschheit von den frühen prähistorischen Vorstellungen bis herauf zu unserem heutigen kosmologischen bzw. astrophysikalischen Weltbild.

ÖWF: Für welches Alter ist die Ausstellung geeignet?

Die Ausstellung ist für alle Altersgruppen von 4 bis 90+ Jahren geeignet.

ÖWF: Wann kann die Ausstellung besucht werden?

Die Ausstellung „Unser Universum – Planeten, Sterne, Galaxien“ kann täglich von 9 bis 17 Uhr besucht werden (am 25.12. ist das Museum geschlossen).

Das Interview führte Marlen Raab, ÖWF Redaktion.

„Unser Universum: Planeten, Sterne, Galaxien“
Seit 14. November 2014
Haus der Natur – Museum für Natur und Technik
Museumsplatz 5
5020 Salzburg
www.hausdernatur.at

The post Im Interview: Direktor Dr. Nobert Winding vom Haus der Natur – Museum für Natur und Technik, Salzburg appeared first on Österreichisches Weltraum Forum (ÖWF).

20.Nov 2014 | 07:00

ÖWF sucht Frauen und Männer als Analog-AstronautInnen

20. November 2014.

Anmeldefrist endet am 28. November 2014

Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) vergrößert sein Analog-AstronautInnen-Korps um sechs Personen. Bis 28. November können sich Frauen und Männer bewerben, die über gute Englischkenntnisse verfügen und sich für Technik und wissenschaftliche Arbeit interessieren. Nach dem Auswahlverfahren und einem fünfmonatigen Basistraining werden zwei der sechs neuen Analog-AstronautInnen an der Mars-Missions-Simulation AMADEE-15 teilnehmen, die bereits 2015 vom ÖWF durchgeführt wird.

Dabei kommt den Analog-AstronautInnen die zentrale Aufgabe zu, den 45 kg schweren Raumanzug-Simulator „Aouda“ zu tragen und darin unterschiedlichste Aufgaben auf dem Kaunertaler Gletscher auszuführen. BewerberInnen sollten daher neben einer guten körperlichen und geistigen Fitness auch Stressresistenz und Belastbarkeit mitbringen. „Wir möchten auch alle interessierten Frauen nochmals

herzlich einladen, sich zu bewerben. Bisher war das Analog-Astronauten-Team rein männlich, ein gemischtes Team wäre eine Bereicherung für unsere Arbeit“, betont Olivia Haider, Finanzvorstand des ÖWF.

Die zweiwöchige Simulation AMADEE-15 findet unter Beteiligung internationaler Forschungsorganisationen statt und ist bereits der elfte Probelauf des ÖWF für eine künftige bemannte Mars-Mission. Damit möchte das Österreichische Weltraum Forum Arbeitsabläufe und Verfahren testen, die auch auf dem Roten Planeten zum Einsatz kommen werden. Die Analog-AstronautInnen werden bei ihren mehrstündigen Einsätzen im Feld von einer Technik-Crew unterstützt und haben gleichzeitig über Funk Kontakt zur Missions-Kontrolle, dem Mission Control Center (MSC), in Innsbruck. Dort werden über Telemetrie ihre medizinischen Daten und die Funktionstüchtigkeit des Raumanzug Simulators überwacht. Gleichzeitig erhalten die Analog-AstronautInnen auch ihre Arbeitsanweisungen für die durchzuführenden Experimente aus dem MSC, das mit 20 Minuten Verzögerung funkt, um die Kommunikation zwischen Erde und Mars nachzustellen.

Auf all diese Anforderungen werden die neuen Analog-AstronautInnen durch ein fünfmonatiges Basistraining am Raumanzug-Simulator „Aouda“ vorbereitet, um grundlegende Fähigkeiten und Kenntnisse für die Durchführung unterschiedlichster Experimente zu erwerben. Zu der umfangreichen Ausbildung gehören auch Kurse in Geologie und Biologie sowie Medientrainings. Jene Analog-AstronautInnen, die an AMADEE-15 teilnehmen, erhalten zusätzlich eine missions-spezifische Schulung.

Nähere Informationen zur Ausschreibung der Analog-AstronautInnen, ihrem Training und ihren künftigen Aufgaben sowie zur Bewerbung sind unter www.oewf.org zu finden.

Rückfragehinweis:
Mag. Monika Fischer
Tel. +43 699 1213 4610
*protected email*

The post ÖWF sucht Frauen und Männer als Analog-AstronautInnen appeared first on Österreichisches Weltraum Forum (ÖWF).

ESA Nachrichten

03.Feb 2014 | 12:56

Robotic Exploration:ExoMars orbiter core module completed

The ExoMars Trace Gas Orbiter module consisting of the spacecraft structure, thermal control and propulsion systems was handed over by OHB System to Thales Alenia Space France at a ceremony held in Bremen, Germany, today.
08.Nov 2013 | 11:30

Robotic Exploration:ExoMars lander module named Schiaparelli

The entry, descent and landing demonstrator module that will fly on the 2016 ExoMars mission has been named 'Schiaparelli' in honour of the Italian astronomer Giovanni Schiaparelli, who famously mapped the Red Planet's surface features in the 19th century.
01.May 2015 | 10:00

Week In Images


Our week through the lens:
27 April - 1 May 2015
30.Apr 2015 | 15:10

Business with ESA


The new Industry Portal provides concrete information on ESA's Business Opportunities, informative material on how to do business with ESA and access to useful educational tools
30.Apr 2015 | 13:44

Land shifts in Nepal


The Sentinel-1A satellite has given us a clearer picture of the ground deformation caused by the 25 April earthquake in Nepal
29.Apr 2015 | 17:20

Nepal earthquake on the radar


On 25 April, a 7.8-magnitude earthquake struck Nepal, claiming over 5000 lives and affecting millions of people. Satellite images are being used to support emergency aid organisations, while geo-scientists are using satellite measurements to analyse the effects of the earthquake on the land.

29.Apr 2015 | 16:14

Tracking Japan’s asteroid impact mission


ESA is set to support Japan’s ‘touch-and-go’ Hayabusa-2 spacecraft, now en route to a little-known asteroid, helping to boost the scientific return from this audacious mission.

28.Apr 2015 | 14:50

Ready to fly


Human spaceflight and operations image of the week: Newly refitted Airbus A310 aircraft on the runway and ready for its first flight for weightless research
22.Apr 2015 | 11:11

Second Dragon, fruit flies and fresh coffee for Samantha


ESA astronaut Samantha Cristoforetti is nearing the end of her six-month Futura mission but her action-packed stay on the International Space Station is showing no signs of slowing down.

13.Apr 2015 | 15:15

Alien contact


Invader art arrives at ESA’s spacecraft control centre ESOC in Darmstadt, Germany
03.Apr 2015 | 13:55

Wanted: a mission name for astronaut Thomas


ESA astronaut Thomas Pesquet will fly to the International Space Station next year on a six-month adventure of science in weightlessness. Now Thomas wants you to think of a name for his flight – and it will appear on the mission patch he will wear in space.

25.Mar 2015 | 16:21

Mission X comes to a close with a call from space


On the very same day that Mission X’s mascot Astro Charlie reached the moon, ESA astronaut Samantha Cristoforetti reached out to children from the International Space Station (ISS), her outpost in space.  Hundreds of students aged 8 to 12 gathered in 3 locations on Earth for an inflight call with Samantha.  They connected with her from the Muse Science Museum in Trento, Italy;  ESA/ESAC with Universidad Politecnica de Madrid in Spain, and the Museum of Natural History in Vienna, Austria.

ESA Top Multimedia

Comet on 26 April 2015 – NavCam

25.Mar 2015 | 16:21

Amazing Arizona

25.Mar 2015 | 16:21

Nepal earthquake displacement

25.Mar 2015 | 16:21

Samantha Cristoforetti interviews Melissa scientists from space

25.Mar 2015 | 16:21

Food from Spirulina in-flight call with Samantha Cristoforetti on the ISS

25.Mar 2015 | 16:21

Nepal earthquake

25.Mar 2015 | 16:21

Weltraum Nachrichten von Online Zeitungen

01.May 2015 | 13:49

Nasa-Sonde: "Messenger" zerschellt auf Merkur

Erst mit den Bildern der "Messenger" konnte die US-Weltraumbehörde den gesamten Merkur kartieren. Jetzt ist die Sonde geplant abgestürzt: "Wir werden sie vermissen", twitterte die Nasa. Der Datenschatz bleibt erhalten - und wird weiter ausgewertet.
29.Apr 2015 | 14:53

Treibstoff leer: "Messenger"-Sonde soll auf Merkur krachen

Vier Jahre lang umkreiste die Nasa-Sonde "Messenger" den sonnennächsten Planeten Merkur. Nun ist die Mission vorbei. Das Gerät soll am Donnerstag kontrolliert auf den Planeten stürzen.
29.Apr 2015 | 12:37

Funkkontakt abgebrochen: Russischer Raumfrachter außer Kontrolle

Der unbemannte Transporter "Progress 59" taumelt ohne Funkkontakt durchs All. Das geplante Andocken an die Raumstation ISS ist ausgeschlossen - ein baldiger Absturz nicht mehr zu verhindern.
27.Apr 2015 | 02:40

Raketenstart: "Ariane 5" bringt zwei Satelliten ins All

Der Start lief problemlos, der Flug dauerte nur eine halbe Stunde: Eine Ariane-5-Rakete hat zwei Telekommunikationssatelliten in den Weltraum gebracht. "Thor 7" und "Sicral 2" kreisen nun 2500 Kilometer über der Erde.
24.Apr 2015 | 09:36

25 Jahre "Hubble"-Teleskop: Die zehn wichtigsten Entdeckungen des Superauges

Seit 25 Jahren späht das Weltraumteleskop "Hubble" in die Tiefen des Alls. Es hat unseren Blick aufs Universum revolutioniert und viele neue Erkenntnisse geliefert. Hier sind die zehn spannendsten.
03.May 2015 | 21:22

3D-Visualisierung - Die Säulen der Schöpfung sind dem Untergang geweiht

Astronomen erstellen erstmals detaillierte dreidimensionale Ansicht der berühmten Formation im Adlernebel
03.May 2015 | 20:08

All-Reisen mit Folgen - Marsflug beschert Astronauten eine Art Weltraumdemenz

Kosmische Strahlung kann zu schweren Schäden des Gehirns führen, zeigt eine Studie an Mäusen
03.May 2015 | 18:49

Progress M-27M - Überreste des russischen Raumfrachters dürften ins Meer stürzen

Absturz des Raumschiffs am 9. Mai stellt vermutlich keine Gefahr für Menschen dar
02.May 2015 | 15:05

Filter versagten - Mysteriöser neuer Mond entpuppte sich als künstliches Objekt

Minor Planet Center (MPC) hielt ESA-Sonde "GAIA" für einen bisher unbekannten winzigen Erdtrabanten
01.May 2015 | 20:35

Bemannte Raumfahrt - Rückschlag statt Progress für Russlands Raumfahrt

Hochfliegende Pläne, ernüchternde Ergebnisse: Ein russischer Raumfrachter stürzt ab und beim neuen Weltraumbahnhof erreicht einzig die Korruption kosmische Ausmaße
04.May 2015 | 06:34

"ISS"-Versorgung: Raumfrachter wird wohl in den Atlantik stürzen

Eigentlich war sein Ziel die "ISS": Aktuellen Berechnungen zufolge wird der außer Kontrolle geratene Raumfrachter Progress M-27M in den Atlantik stürzen. Gefahr für Menschen bestehe "vermutlich" nicht.
01.May 2015 | 20:07

Kosmische Strahlung: Was Astronauten beim Flug zum Mars passieren könnte

Schlechte Nachrichten für Astronauten, die auf einer mehrjährigen Mission zum Mars eingesetzt werden: Eine neue Studie liefert Hinweise, dass die kosmische Strahlung Auswirkungen auf ihr Gehirn hätte.
01.May 2015 | 19:22

Raumfahrt: Bildgewaltiges Erbe der Merkur-Sonde "Messenger"

Spektakuläres Ende einer erfolgreichen Mission: Die US-Raumsonde "Messenger" ist auf den Planeten Merkur gestürzt. Zuvor hat sie ihn 4105 Mal umkreist und 277.000 Bilder geschossen.
29.Apr 2015 | 14:40

"Messenger": Absturz auf dem Merkur kommt der Nasa gerade recht

Am Donnerstag stürzt die US-Sonde "Messenger" auf den Planeten Merkur. Dieser Crash hat auch einen positiven Aspekt: Dabei entsteht ein frischer Krater, der neue Hinweise über den Planeten liefert.
28.Apr 2015 | 16:51

Raumfahrt: Zwei Galileo-Satelliten im Weltraum ausgesetzt

Beim vergangenen Galileo-Start hat die Technik gepatzt. Doch die Fehlleitung zweier Satelliten ist behoben, Europa konnte die nächsten Raumkörper seines Navigationssystems in den Weltraum bringen.

Weltraum Blogs

03.Sep 2012 | 16:49

ScienceBlogs.de bekommt eine neue Software und macht Pause

Es ist endlich soweit. ScienceBlogs.de wird auf eine neue Software (WordPress) umgestellt. Dann sollten die ganzen Macken und technische Probleme die sich im Laufe der Zeit angehäuft haben, endlich verschwinden. Die Umstellung erfolgt heute Nacht, um Mitternacht geht es los. ScienceBlogs wird dann eine ganze Weile nicht erreichbar sein. Im Laufe des Dienstag Nachmittag müsste dann alles wieder funktionieren. Hoffen zumindest alle... Vielleicht funktioniert auch nichts mehr und es dauert länger, bis alles wieder normal läuft. Wir werden sehen. Ich hab noch keine Ahnung, wie das neue ScienceBlogs aussehen wird. Ich wäre schon zufrieden damit, wenn alle meine Artikel und alle Kommentare dazu den Umzug heil überstehen... Also drückt die Daumen!


Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed.
03.Sep 2012 | 12:25

Barnards Stern hat keine Planeten

Barnards Stern hat keine Planeten. Warum sollte das interessant sein, wo doch sonst immer nur von Sternen berichtet wird, bei denen man Planeten entdeckt hat? Erstmal ist auch ein negatives Resultat ein Resultat. Es mag nicht so sexy sein, wie die Entdeckung eines neuen Planetensystems, aber wenn wir wissen, dass es irgendwo keine Planeten gibt, sagt uns das auch etwas. Und dann ist Barnards Stern ein Sonderfall. Denn hier gab es seit Jahrzehnten Diskussionen, oft sogar Streit, darüber, ob sich dort Planeten befinden oder nicht.

Barnards Stern ist nur 6 Lichtjahre entfernt und damit der viertnächste Nachbar der Sonne (oder der zweitnächste, wenn man die drei Sterne des Alpha-Centauri-Systems zu einem zusammenfasst). Er ist so nahe, dass man seine Eigenbewegung sehr gut sehen kann und weil er sich so schnell bewegt, wird er oft auch "Barnards Pfeilstern" genannt. Dieses Bild zeigt, wie er sich zwischen 2001 und 2010 über den Himmel bewegt hat:

Barnard_Star_2001-2010.gif

Bild: Alejandro Sanz Gómez, CC-BY-SA 2.5

So ein interessanter Stern wurde natürlich oft und ausgiebig beobachtet. Wegen seiner schnellen Bewegung hat man besonders viele und genaue Positionsmessungen angestellt. Und in den 1960er und 1970er Jahren kam der Astronom Peter van de Kamp zu dem Schluss, dass sich dort 2 Planeten befinden müssten. Denn der Stern zog nicht einfach in einer geraden Linie über den Himmel, sondern wackelte hin und her. Der Grund dafür sollte die gravitative Störung der Planeten sein, die den Stern ein bisschen wackeln ließen. Die Entdeckung extrasolarer Planeten in den 1970er Jahren wäre eine große Sensation gewesen. Aber die Kollegen waren nicht überzeugt. Andere Astronomen zeigten, dass vermutlich ein technischer Fehler am Teleskop für das Wackeln des Sterns verantwortlich war. Aber van de Kamp war weiter von der Existenz seiner Planeten überzeugt. Zwei Stück, ungefähr halb so groß wie Jupiter sollten Barnards Stern umkreisen.

Die Sache blieb zweifelhaft, die Beobachtungen konnten nie bestätigt werden und es dauerte bis 1995, bevor der erste wirklich zweifelsfrei bestätigte extrasolare Planet entdeckt wurde. Eine Gruppe amerikanischer Astronomen hat nun noch einmal genau nachgesehen und kommt zu dem Schluß: van de Kamps Planeten existieren nicht. Sie haben Beobachtungsdaten aus den letzten 25 Jahren kombiniert und neu ausgewertet. Im Gegensatz zu van de Kamp haben sie sich nicht auf die Positionsänderungen des Sterns verlassen, sondern seine Radialgeschwindigkeit beobachtet. Auch mit dieser Methode misst man das Wackeln des Sterns, allerdings auf andere Art und Weise. Die Ergebnisse sind ziemlich deutlich:

barnard.png


Die grünen und gelben Punkte sind die Messungen. Wenn der Stern keine Planeten hat, dann sollten sie alle auf der Nulllinie in der Mitte des Diagramms liegen. Wenn van de Kamps Planeten existieren, dann sollten die Punkte dem Verlauf der blauen oder rote Linie folgen. Das tun sie aber nicht, sondern liegen tatsächlich - innerhalb der Fehlerbalken - auf der Nulllinie.

Komplett ausschließen können die Forscher die Existenz von Planeten natürlich noch nicht. Ganz kleine Planeten könnte es noch geben. Aber sicherlich nichts, was größer ist als ein paar Erdmassen. Und auf jeden Fall keine Planeten, wie sie van de Kamp gefunden zu haben glaubte.

Barnards Stern hat also keine Planeten. Aber er wird weiter ein interessantes Forschungsobjekt bleiben, auch weil er der Sonne immer näher kommt. In knapp 10000 Jahren wird er sich bis auf 3,8 Lichtjahre angenähert haben. Ich würde gerne wissen, was die Astronomen bis dahin so alles herausgefunden haben...


Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed.
03.Sep 2012 | 10:00

Die Landkarte der Physik

1939 hat Bernard H. Porter die optimale Fusion aus Geografie und Physik erschaffen:

"[A] map of physics, containing a brief historical outline of the subject as will be of interest to physicists, students, laymen at large; Also giving a description of the land of physics as seen by the daring sould who venture there; And more particularly the location of villages (named after pioneer physicists) as found by the many rivers; Also the date of founding of each village; As well as the date of its extinction; and finally a collection of various and sundry symbols frequently met with on the trip."

1939-map-of-physics-h2.jpg

Wirklich cool! Da würde ich gern mal Urlaub machen. Eine kleiner Wanderung von der Astronomie ganz im Westen bis hin zur Astrophysik im Osten und dann an Herschel, Newton und Ptolemäus an den Lichtstrand und ein wenig entspannen ;)

Eigentlich fehlen nur noch 2 Dinge: Eine hochauflösende Version dieser Karte, damit man sie als Poster für die Wand ausdrucken kann. Und eine aktualisierte Version, die die Entwicklung der Physik seit 1939 inkludiert. Seit damals haben die Wissenschaftler ja jede Menge Neuland entdeckt!


Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed.
02.Sep 2012 | 15:40

Terminkalender September

Da ich in den nächsten Monaten diverse Vorträge und Lesungen an diversen Orten halte, dachte ich, ich sag mal Bescheid, wo ich überall sein werde. Vielleicht sieht man sich ja irgendwo.

  • 12.September, Seeheim-Jugenheim: Am 12 und 13 September finden die Bergsträsser Weltraumtage statt. Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie gibt es dort jede Menge populärwissenschaftliche Vorträge über Astronomie - zum Beispiel über die Suche nach Außerirdischen, den Bau eines Weltraumfahrstuhls oder die Geschichte der Raumfahrt in Kinofilmen. Ich werde dort am 12. September um 20 Uhr einen Vortrag zum Thema "Krawumm - Wahre und falsche Weltuntergänge" halten und dabei auch aus meinen Büchern vorlesen.

  • 25. September, Solingen: Am 25. September um 19.30 werde ich in der Sternwarte Solingen einen Vortrag zum Thema "Weltuntergang 2012? Keine Panik!" halten.
  • 24-28 September, Hamburg: Von 24 bis 28. September findet in Hamburg die große Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft statt. Dort werde ich zwar keinen Vortrag halten, aber trotzdem anwesend sein (zumindest von 26. bis 28., vorher muss ich ja noch nach Solingen). Wird sicher interessant und vielleicht sieht man sich ja!



Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed.
02.Sep 2012 | 14:26

Ein Krawumm geht um die Welt (21): Москва́

Letztes Mal war das Krawumm auf seiner Reise durch die Welt bei der chinesischen Mauer angelangt. Und wenn wir schon mal bei den großen Sehenswürdigkeiten sind, dann passt auch dieses Foto von Leser Robert. Krawumm in Moskau!

DSC01247.JPG

DSC01248.JPG

DSC01249.JPG

DSC01250.JPG

DSC01251.JPG


Was bisher geschah: Teil 1: Die staubige Fabrik, Teil 2: Rindviecher, Teil 3: Das Krawumm will hoch hinaus, Teil 4: Eishockey und Nobelpreis, Teil 5: Der Weltskeptikerkongress, Teil 6: James Randi!, Teil 7: Bulgarische Berge, Teil 8: Auf hoher See, Teil 9: Das Buch im Transit, Teil 10: Der Berliner Flughafen, Teil 11: Flauschige Eichhörnchen, Teil 12: Der Bund fürs Leben, Teil 13: Der weiße Gott, Teil 14: Besuch auf Tatooine, Teil 15: Bei den alten Römern, Teil 16: Gaudi in Barcelona, Teil 17: Geysire im Yellowstone-Park, Teil 18: Urlaubslektüre in Antalya, Teil 19: Das Unheil kommt von oben, Teil 20: Die chinesische Mauer
Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed.
03.May 2015 | 03:34

Culberson Introduces Space Leadership Preservation Act

NASA LOGOWashington, D.C. (John Culberson PR) – Congressman John Culberson (TX-07) today introduced the Space Leadership Preservation Act , legislation that will change business as usual at the National Aeronautics and Space Administration (NASA) and create a more stable and accountable space program.

“Too many NASA programs have been cancelled due to cost-overruns, mismanagement or abrupt program changes at the start of each new Administration,” stated Congressman Culberson. “In the last 20 years, NASA has spent more than $20 billion on cancelled programs and our astronauts now rely on the Russians to get to the International Space Station.”

“It is unacceptable to allow our space program to atrophy because of lack of vision and the changing political winds from year to year,” added Culberson, who chairs the House Commerce, Justice, Science Appropriations Subcommittee which overseas funding for NASA.  “We must depoliticize NASA, and let the agency refocus on its core mission of exploration. Science should drive the mission – not politics.”

Culberson also acknowledged and thanked Congressman Lamar Smith (TX-21) who chairs the House Science Committee for his leadership in helping craft the bill.

“As chairman of the committee that oversees NASA, my goal is to ensure its success as the only agency responsible for space exploration,” said Smith. “I know Congressman Culberson shares that commitment and I’m pleased join him in introducing the Space Leadership Preservation Act. For more than 50 years, the U.S. has led the world in space exploration. We must ensure that the U.S. continues to lead in space for the next 50 years.”

The Space Leadership Preservation Act creates a 10-year term for the NASA Administrator to ensure decisions are made based on the best science available and to minimize the politics of changing administrations. It also establishes a Board of Directors similar to the National Science Board that governs the National Science Foundation. The board would consist of former astronauts and respected scientists appointed by Members of Congress who would help shape the agency’s annual budget request.  They would also create a candidate pool from which the President would select the NASA Administrator.

Additionally, the bill gives NASA multi-year procurement authority to build rockets and spacecraft the same way the U.S. Navy builds aircraft carriers and submarines. It also requires NASA to submit their annual budget request directly to Congress, free from the political filter of the White House, so that Members of Congress can better understand what the agency needs to maintain America’s leadership in space exploration.

Finally, it requires NASA to follow the priorities outlined in the Decadal Surveys, which represent consensus among the nation’s brightest scientific minds regarding exploration goals for the next 10 years.

“Along with full funding for NASA, this bill will unleash the brilliant scientists, engineers and astronauts at NASA to do what they do best with less political interference from one side or the other,” said Culberson.  “More than any other federal agency, NASA has the ability to inspire the human spirit and lift up future generations to seek out new life and new civilizations, and to boldly go where no human has gone before.”

02.May 2015 | 23:23

Mojave Spaceport Launches Search to Replace Witt

Mojave Air and Space Port CEO Stu Witt (Credit: Bill Deaver)

Mojave Air and Space Port CEO Stu Witt (Credit: Bill Deaver)

MOJAVE, Calif. (MASP PR) — The man who built a former Marine Corps Air Station into the nation’s first FAA-certified commercial spaceport is retiring, and the search is on to find a replacement.

Stuart O. Witt, a former Navy Top Gun pilot, test pilot, and businessman, has informed directors of the Mojave Air and Space Port (MASP) that he plans to leave at the beginning of next year at the conclusion of 14 years leading the busy commercial spaceport.

Dr. Allen Peterson, board president of MASP, a California special district, announced that applications for the position of Chief Executive Officer will be accepted from May 1 until midnight July 1.

“We’re aiming for the new CEO to begin work here between December 1 and January 4th,” Peterson said. Interviews will be conducted in late Summer and Fall of 2015.

“Highly qualified and highly motivated applicants” are being sought for the position, which oversees a facility that hosts 70 firms, many of them actively involved in developing a new generation of commercial space vehicles.

“This position requires a blend of business acumen, public policy development, and test operations experience” the announcement notes.

During his tenure at the airport/spaceport, Witt has overseen a facility that hosts more rocket engine tests than any other place on the planet, where SpaceShipOne won the Ansari x-Prize, where the largest airplane ever built is under construction, and which has been called “The modern day Kitty Hawk.”

Witt has worked closely at every level of government and industry to help develop the emerging commercial space industry and has shared his experience and knowledge around the world.

Full information on submitting applications is available at the airport/spaceport’s website, www.mojaveairport.com. Further information is available by calling Tenina Bernard at 661.824.2433.

01.May 2015 | 23:15

Astrobotic, Carnegie Mellon Awarded NASA STTR Funding

Astrobotic lander (Credit: Mark Maxwell)

Astrobotic lander (Credit: Mark Maxwell)

PITTSBURGH (Astrobotic PR) – Astrobotic Technology Inc., in partnership with Carnegie Mellon University, announces $375,000 in contract awards through NASA’s Small Business Technology Transfer (STTR) program. The three proposals will develop sensing and navigation technologies to expand capability for resource exploration on and under the surface of the Moon, Mars, and other planetary bodies.

Summaries of the three proposals are included below.

Long-Range Terrain Characterization for Productive Regolith Excavation will develop sensors and software to precisely detect the location of minerals in lunar soil. This technology is critical to securing the resources needed for deep-space exploration and future habitats on the Moon and other planetary bodies.

Perception and Navigation for Exploration of Shadowed Domains will develop imaging technology that uses visual cameras, Light Detection and Ranging (LIDAR), and thermal cameras to perceive, localize, and map a robot’s surroundings. The technology will produce detailed 3D models that can be used for navigation in shadowed craters at the poles of the Moon.

Subsurface Prospecting by Planetary Drones will develop navigation and perception technology to enable flying robots to explore caves, pits, and other complicated topography without communication back to Earth. This research develops the technology to explore, map, and model without support from Earth.

“Water, minerals, and volatiles are critical resources for exploration of the solar system, but they are trapped in rugged, dark, and remote terrain,” said Kevin Peterson, Astrobotic’s Chief Technology Officer. “The technology we are developing in this research will enable robots to robustly search and explore dark and dangerous environments.”

According to Dr. William “Red” Whittaker, Astrobotic’s Chairman and Chief Science Officer, “Today’s robots are great at driving on the surfaces of planets, but they cannot reach or explore the caves that lie below.  These caves are important because they could protect explorers from radiation, meteorites, and extreme temperatures on the surface. We will develop technology to guide flying robots into steep, confined underground spaces where traditional robots cannot tread”.

NASA’s STTR program funds research, development, and demonstration of innovative technologies to support NASA’s future missions. Each proposal secured by Astrobotic and Carnegie Mellon is valued at $125,000.

About Astrobotic

Astrobotic Technology Inc. is a lunar logistics company that delivers payloads to the Moon for companies, governments, universities, non-profits and individuals. Astrobotic’s spacecraft accommodates multiple customers on a single flight, offering flexibility at an industry-defining low price. Astrobotic is a NASA contractor and an official partner with NASA on the Lunar CATALYST program.

With its partner, Carnegie Mellon University, Astrobotic is pursuing the $30M Google Lunar XPRIZE. Astrobotic was founded in 2007 and is headquartered in Pittsburgh, PA.

For more information, visit https://www.astrobotic.com

01.May 2015 | 18:28

CSF Slams House for Not Increasing FAA AST’s Budget

CSF_logo2Washington, D.C. (CSF PR) - This week the House Appropriations’ Transportation, Housing and Urban Development subcommittee passed their Fiscal Year (FY) 2016 spending bill. The legislation includes funding for the Federal Aviation Administration’s (FAA) Office of Commercial Space Transportation (AST), which is a part of the Department of Transportation. The bill did not approve FAA AST’s $1.5 million requested budget increase for FY 2016, keeping FAA AST’s budget flat relative to their FY 2015 budget.

Since 2011, the commercial space sector has seen an increasing number of licensed launches each year, and as private companies enter their flight test phase, the number of applications, as well as the complexity and geographic diversity of launches, will just continue to grow. FAA AST plays a critical role in providing timely approval of launch permit and licenses for the commercial space industry, and their budget will constrain their ability to fulfill these responsibilities.

CSF President Eric Stallmer released the following statement regarding FAA AST’s funding for FY16:

“We understand that as long as the 2011 budget caps remain in place, Congress will be forced to make tough tradeoffs regarding funding priorities. With that said, funding this modest increase should be viewed as a priority, as it embodies a smart, growth-driven policy that provides certainty for the private sector to invest and innovate. The request is modest but the impact on productivity will be enormous, since without these funds the AST has stated it will be forced to enter into a triage process prioritizing government-related launches over private sector activity.”

Just this week, Blue Origin conducted a successful development flight of their New Shepard launch vehicle, and SpaceX conducted its fifth operational launch in four months. To continue on the current trajectory of the sector, we must ensure that the FAA AST has the resources it needs to work with the industry in a manner that will continue to promote growth, and improve public and occupant safety. The commercial space industry and government are partners in the economic development of space, and CSF looks forward to working with Congress to support this increase as it improves this bill through the legislative process.”

01.May 2015 | 14:33

Midland to Spend $4.3 Million on Spaceport Business Park

Texas Gov. Rick Perry flanked by XCOR officials in front of a full-scale mockup of the Lynx space plane in Midland. (Credit: Gov. Rick Perry's Office)

Texas Gov. Rick Perry flanked by XCOR officials in front of a full-scale mockup of the Lynx space plane in Midland. (Credit: Gov. Rick Perry’s Office)

Plans are afoot to develop a spaceport business park in Midland:

The Midland Space Development Corp. on Tuesday received a presentation on the first phase of an estimated $4.3 million infrastructure project for the Spaceport Business Park at Midland International Air & Space Port.

Eric West, with Parkhill Smith & Cooper, showed the planned layout of the park, which will have more than a dozen lots in the southwest corner of Midland International. The first phase will cost about $2.1 million and will build road, water, sewer and drainage infrastructure on relatively undeveloped land. West estimated that construction will be completed by the first quarter of 2016.

A new road, Enterprise Lane, will link with Earhart Drive and La Force Boulevard and will provide access to properties that will house space company XCOR Aerospace and spacesuit company Orbital Outfitters, West said. Both companies plan to move their headquarters to Midland from the Mojave Air and Space Port in southern California, according to previous Reporter-Telegram articles.

“The engineer’s estimates for what was going to bid out is in the range of $2.1 million for phase 1,” said MDC chairman Robert Rendall. “Of that, we’re 99 percent sure that $2 million will be reimbursed from the state.”

Read the full story.

03.May 2015 | 12:24

Verfügt Pluto über eine Polkappe?

Erstmals konnte die LORRI-Kamera der Raumsonde New Horizons jetzt Helligkeitsunterschiede auf der Oberfläche ihres zukünftigen Ziels - dem Zwergplaneten Pluto - ausmachen. Diese Fotos verleiten die beteiligten Wissenschaftler zu der Annahme, dass zumindestens einer der beiden Pole des Pluto von einer Polkappe bedeckt sein könnte. Zukünftige Aufnahmen der Raumsonde sollen der Öffentlichkeit fast in Echtzeit zur Verfügung gestellt werden.
01.May 2015 | 21:02

Blue Origin & SpaceX fliegen New Shepard & Falcon 9

SpaceX hat den Satelliten TurkmenAlem52E/Monacosat in den geostationären Transferorbit gestartet und plant den Test des Rettungssystems der bemannten Dragonkapsel für Dienstag. Blue Origin führt den ersten Flug des New Shepard durch: der Start gelingt, die Kapsellandung ebenfalls, die Triebwerkslandung des Boosters allerdings nicht.
01.May 2015 | 12:53

Express-AM 7 kann Regelbetrieb beginnen

Die russische föderale Satellitenkommunikationsgesellschaft (Russian Satellite Communications Company, RSCC) hat am 23. April 2015 mitgeteilt, Express-AM 7 sei bereit, am folgenden Tag die Ausstrahlung der vorgesehenen Programme und die Bereitstellung unterschiedlicher Kommunikationsverbindungen aufzunehmen.
27.Apr 2015 | 16:02

Orion: Ein besserer Hitzeschild

Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA arbeitet daran, den Hitzeschild ihres neuen Raumschiffs Orion zu verbessern.
26.Apr 2015 | 16:33

Marsrover Opportunity - 4.000 Sols ... and counting

Die Erfolgsgeschichte des Marsrovers Opportunity setzt sich auch weiter fort. Ursprünglich für eine Missionsdauer von lediglich 90 Tagen ausgelegt hat der Rover jetzt seinen Missionstag Sol 4.000 abgeschlossen.
30.Apr 2015 | 11:54

Luftbilder aus Himalaya-Vermessung des DLR helfen nach der Erdbebenkatastrophe

Einzelnes Luftbild des Durbur Square in Kathmandu vor dem Erdbeben als Senkrechtaufnahme mit 10 Zentimeter BodenauflösungDie aktuellen Nachrichten aus den Erdbebengebieten in Nepal machen uns sehr betroffen. Im Januar 2014 war ich zusammen mit meinen Kollegen vom DLR-Institut für Optische Sensorsysteme im Rahmen einer Fernerkundungs-Expedition im Land unterwegs. Wir machten damals Aufnahmen mit der am Institut entwickelten Messkamera MACS, aus denen dann detaillierte 3D-Modelle von mehreren Regionen erstellt wurden.
27.Apr 2015 | 13:22

Erdbeben in Nepal

Südlicher Teil von Kathmandu_kleinAm 25. April ereignete sich in Nepal ein schweres Erdbeben mit einer Magnitude von fast 8 auf der Richterskala. Schon jetzt ist klar, dass mehrere tausend Opfer zu beklagen sind. Wieder ist eine Katastrophe in die weltweite Aufmerksamkeit gerückt. Nach den Flüchtlingsdramen der letzten Wochen, verursacht durch Menschen, ist es diesmal die Natur, die zu den vielen Opfern führt. Was hat das alles mit dem DLR zu tun? Mit verschiedenen Maßnahmen können wir versuchen, die Folgen von Katastrophen zu mindern.
20.Apr 2015 | 14:29

DLR mit weltweiter Wirkung

31. Space SymposiumIn der letzten Woche hatte ich wieder Gelegenheit, beim "National Space Symposium" der "Space Foundation" in Colorado Springs zu sein. Dieses alljährliche Symposium hat sich mittlerweile von einer rein amerikanischen Veranstaltung zu einem internationalen Event gemausert, geht über reine Raumfahrtfragen hinaus und gibt immer wieder entscheidende Impulse.
17.Apr 2015 | 12:30

Flug Nr. 200 von SOFIA

In der Nacht vom 12. auf den 13. März 2015 konnte ich auf dem Flug Nr. 200 von SOFIA mitfliegen. Es war gleichzeitig der zweite Flug der neuen Beobachtungs-Kampagne mit dem Wissenschafts-Instrument FIFI-LS der Universität Stuttgart . Ich war allerdings weniger an der Wissenschaft interessiert sondern daran, wie sich SOFIA nach der langen Überholung auf der Lufthansa-Flugwerft in Hamburg "anfühlt". Als Teil der Überholung waren Klimaanlage und Kabinenverkleidung nahezu komplett erneuert worden.
15.Apr 2015 | 11:20

Trainieren für den Ernstfall

Durchlesen der Notfallprozeduren auf der ISS Üben für den Notfall muss sein - da nehme ich es auch in Kauf, dass die Freiwillige Feuerwehr meines Wohnorts noch zu abendlicher Stunde die Sirene laufen lässt und damit jedes Mal unsere dreijährige Tochter in höchste Aufregung versetzt. Üben müssen auch die Astronauten auf der ISS - denn bei etwa einem Brand auf der Raumstation können ihnen keine hochausgebildeten Rettungskräfte zur Hilfe kommen.
04.Apr 2015 | 18:18

Die größte Gefahr für einen Astronauten besteht darin, zu ertrinken – Sechster Brief

und wer's noch nicht gelesen hat: hier sind Brief 1, Brief 2, Brief 3, Brief 4 und Brief 5Bloggewitter_Kinder_logo

 

Lieber Max,

Bild 1 - ISS EMU CR NASA

Die amerikanische Extravehicular Mobility Unit (kurz: EMU), wie sie auf der Raumstation verwendet wird (BIld: NASA)

na, was sag ich. Im Länderspiel gegen Georgien HAT Müller wieder ein Tor geschossen. Hoffentlich gelingt ihm das heute in der Bundesliga auch. Nachdem die Borussen im Aufwind sind und die Bayern vor zwei Wochen eins auf die Mütze bekommen haben, bin ich dieses Mal besonders gespannt. Das darf ich nicht verpassen. Deswegen gleich mal ran an den Speck und rein ins "Eingemachte".

Und damit sind wir auch schon beim Thema, denn wie letztes Mal versprochen, steht heute "Eingemachter Astronaut" auf dem Speiseplan. Wir haben uns ja bisher mit dem Beginn des "Raumanzug-Zeitalters" beschäftigt. Und ich hab Dir Geschichten aus dem Projekt Mercury und dem Projekt Gemini erzählt. Danach kam - bei den Amerikanern - das Projekt Apollo. Und da waren die wesentlichen Kinderkrankheiten der Raumanzüge überwunden. Sie waren "erwachsen" geworden. Das bedeutete aber nicht, dass sie auch einfacher wurden. Dabei ist so ein Raumanzug im Prinzip eigentlich etwas ganz schlichtes: ein aufgeblasener Ballon in Menschenform.

Allerdings wird dieser "Menschenballon" nicht auf den gewohnten Luftdruck aufgepumpt, wie wir ihn von der Erdoberfläche her kennen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Man kann bei einem niedrigerem Druck wesentlich einfacher halbwegs Dichtigkeit erreichen (dass ein Raumanzug NIE ganz dicht ist, erzähl ich Dir nächstes Mal). Vor allem kann sich der Astronaut dann auch in seinem Anzug noch bewegen.

Du kannst Dir das gut vorstellen, wenn Du wieder den Ballon als Beispiel nimmst. Wenn der knallvoll aufgepumpt ist, dann kann man den nicht knuddeln und biegen. Ist er aber nur halbvoll aufgeblasen, dann kann man ihn quetschen und formen wie es einem gefällt. Luftdruck können wir normalerweise übrigens nicht fühlen. Die Menschen haben kein Sinnesorgan dafür. Nur wenn sich der Druck sehr schnell ändert, bei einem Sturzflug etwa, dann knackst es in den Ohren oder es wird einem schwindlig.

Der amerikanische Raumanzug eines Astronauten, der auf der Raumstation arbeitet, ist die EMU (für "Extravehicular Mobility Unit" und das ist wirklich ein Mörder-Zungenbrecher, der spricht sich nämlich: Extra-Vehi-kjular Mobiliti Junit). Der arbeitet bei einem Druck von 0,35 Atmosphären. Das ist nur ein Drittel des Druckes von Kelheim an der Donau und entspricht fast dem Druck auf dem Gipfel des Mount Everest. Und wie wir jetzt ja wissen, kann man mit normaler Luft als normaler Mensch auf dem Mount Everest kaum noch atmen. Eigentlich atmen wir Menschen ja eine Stickstoff-Atmosphäre mit ein bisschen Sauerstoff drin. Tatsächlich sind es etwa 78 Prozent Stickstoff und 22 Prozent Sauerstoff. Beträgt der Luftdruck aber nur noch ein Drittel des normalen Drucks, dann würden wir viel zu wenig Sauerstoff abbekommen und bald ersticken. Da würde dann der Stickstoff in der Luft seinem Namen alle Ehre machen.

Damit die Atmerei bei einem so niedrigen Druck noch funktioniert - und natürlich auch damit der Raumanzug für den Astronauten ein wenig beweglicher wird - lässt man in einem Raumanzug den Stickstoff einfach komplett weg und atmet nur den Sauerstoff. Reinen Sauerstoff also. Dann bekommt man auch bei nur einem Drittel des normalen Luftdrucks noch genug davon ab. Leiderleider taucht da aber schon das nächste Problem auf. Und das ist nicht von Pappe. Das Problem heißt "Taucherkrankheit", was Dir bei einem Raumfahrer wahrscheinlich etwas komisch vorkommen dürfte. Die Luft, die man für die Raumstation herstellt, ist aber fast dieselbe wie in Kelheim an der Donau. Es fehlen nur die Spurengase und die Autoabgase. Und auch der Luftdruck ist derselbe wie bei Dir daheim. Wenn ein Astronaut also aussteigt, und dafür seinen Raumanzug anzieht, muss er für seinen Aufenthalt bei nur einem Drittel dieses Wertes vorbereitet werden. Sonst bekommt er ein ähnliches Problem wie ein Taucher, der sich lange in großer Tiefe und unter hohem Gasdruck aufgehalten hat, und der jetzt wieder an die Oberfläche will. Und das bedeutet: Wenn die Astronauten da nicht aufpassen wie die Schießhunde, dann bekommen sie im Weltraum die Taucherkrankheit.

Bild 2 - Michael Clifford Linda Godwin CR NASA

Die Astronauten Michael Clifford und Linda Godwin hier beim "Voratmen", um die Taucherkrankheit zu vermeiden (Bild: NASA)

Damit er (oder natürlich "sie", denn auch Frauen können natürlich Astronautin werden) muss er zunächst unter normalem Umgebungsdruck reinen Sauerstoff „voratmen“. Und zwar ein paar Stunden lang. Das dient dazu, den Stickstoff aus dem Blut zu entfernen, und damit Symptome der Taucherkrankheit (durch die Bildung von Stickstoffbläschen) zu verhindern. Diese Stickstoffbläschen könnten zu Embolien, Infarkten und Lähmungen führen, was gar nicht lustig ist. Erst dann kann sich der Astronaut auf seine EVA vorbereiten. EVA, das hatten wir ja schon, ist die NASA-übliche Abkürzung für "Extra Vehicular Acitvity", zu umschreiben mit "Einsatz außerhalb des Raumfahrzeugs". Und dann zieht er seine EMU an.

Die EMU besteht aus 13 Lagen unterschiedlicher Materialien. Von innen nach außen sind das: Nylon (spricht man "Nei-lonn") und Spandex für die Unterkleidung des Astronauten, mit Urethan beschichtetes Nylon, Dacron, mit Neopren beschichtetes Nylon, Mylar, Gortex, Kevlar (wie es für die kugelsicheren Westen verwendet wird) und als äußerste Schicht Nomex. Wenn all diese verschiedenen Schichten zusammengenäht sind, dann haben sie eine Gesamtdicke von etwa einem halben Zentimeter.

Bei den Raumfahrtprogrammen Mercury und Gemini war jeder Raumanzug eine Maßanfertigung für einen einzelnen Astronauten. Bei den EMUs ist das nicht so. Die sind modular aufgebaut, wie man das nennt. Das bedeutet, dass man sich aus einem Vorrat an Einzelteilen seinen persönlichen Raumanzug selber zusammenstellen kann. Sowohl für die nur 45 Kilo schwere und 155 Zentimeter große Astronautin, als auch für einen Riesenkerl von 1,95 Meter und 100 Kilo Gewicht.

Bild 3 - SAFER

Der Mini-Raketenrucksack SAFER. Dieses Teil schnallt man sich unten an das Primary Life-Support Subsystem (Bild: NASA)

Zusammen mit dem Versorgungssystem auf dem Rücken ist so ein Raumfahrzeug dann im Prinzip ein Kleinraumschiff, dem nur noch die Triebwerke fehlen. Doch auch dem kann abgeholfen werden. Wenn sich der Astronaut einen sogenannte SAFER-Kit umschnallt. (SAFER, das steht für "Simplified Aid for Extravehicular Activity Rescue und solltest Du das tatsächlich in voller Länge aussprechen wollen, dann heißt das "Simpli-feid Ä-id foor extra-fehi-kuhlaar äktifitie ress-kju) umschnallt. Das ist - etwas profan ausgedrückt - ein Raketenrucksack, mit dem sich der Astronaut dann tatsächlich frei im Weltraum bewegen kann.

Der "Ladenpreis" für eine Hamilton Standard (so heißt die Firma, die den herstellt) EMU beträgt derzeit ungefähr 25 Millionen Dollar. Ohne den SAFER. Dafür kriegt man - mal überlegen - etwa einen Supertanker voll Mao-am, oder einen Stapel Schokoladentafeln, der 250 Kilometer hoch in den Weltraum reicht. Der Schokoladenstapel für zwei komplette Raumanzüge reicht somit bis zur Umlaufbahn der Internationalen Raumstation. An Bord der ISS befinden sich übrigens genügend Einzelteile, um mindestens drei amerikanische Raumanzüge zusammenzusetzen. Und nur der Vollständigkeit halber: Es gibt auch noch drei russische EVA-Raumanzüge an Bord der Internationalen Raumstation. Bloß die funktionieren ein wenig anders und sind auch ein wenig anders aufgebaut.

Bild 4 - SAFER Mark Lee

Hier benutzt der Astronaut Mark Lee den SAFER (Bild: NASA)

Soderla. Jetzt muss sich die Astronautin oder der Astronaut dieses Ding anziehen. Das ist eine seeehr umständliche Prozedur. Nicht zu vergleichen mit dem, was man in den Star Wars-Filmen sieht. Wenn die die Helden einen Raumanzug brauchen, dann sind das immer diese federleichten, schicken, silbernen Dinger. In die werfen sich dann Luke Skywalker und seine Freunde während des Spurts zur Luftschleuse, um dann wenige Sekunden später entschlossen durch das zischend aufgesprungene Schott in den freien Raum zu springen, und mit dem Antriebsstrahl des Raketenrucksacks dem nächsten Abenteuer entgegen zu düsen.

Nichts könnte weiter von der Wirklichkeit der Gegenwart entfernt sein. Jeder Astronaut und jede Astronautin beginnt den Ausflug in den Weltraum pudelnackt, denn es gilt ein Ding zu installieren, das die NASA verschämt „Maximum Absorption Garment“ nennt (das spricht man fast wie man‘s schreibt, nämlich Maximum Absorptschn Garment). Kurz: MAG. Hört sich toll an. Ist aber nichts anderes als "Pampers" für Erwachsene. Die Notwendigkeit für so ein Ding liegt auf der Hand: Astronauten müssen manchmal über 10 Stunden im Raumanzug verbringen. Und dabei sollen sie möglichst viel trinken, denn die Arbeit ist körperlich extrem anstrengend. Also braucht man seine eigene Mini-Toilette mit.

Als nächstes kommt das „Liquid Cooling and Ventilation Garment“ (Li-quit kuuhling änd venti-läischn garment) dran, kurz LCVG. Auch hinter diesem Wortungetüm verbirgt sich etwas vergleichsweise Einfaches, nämlich die Unterwäsche des Astronauten. Allerdings, so einfach wie die Hemden und Hosen von Peek und Cloppenburg sind die nicht. Das LCVG besteht aus einem Nylon-Hemd und einer langen Unterhose aus Spandex. In beide Kleidungsstücke sind Plastikröhrchen eingearbeitet. Die sorgen dafür, dass es dem Astronauten nicht zu warm wird. Zu kalt wird es ihm übrigens nie, auch wenn auf der Außenseite des Anzuges die Temperatur unter -100 Grad sinkt. Rein technisch gesehen ist so ein Astronaut nämlich nichts anderes als eine leistungsfähige Bio-Kraftwerk. Und die erzeugt erhebliche Abwärme, die man beseitigen muss.

Bild 5 - Unterwäsche

Eine Astronautin zieht sich hier das Liquid Cooling and Ventilation Garment an, die Unterwäsche der Astronauten (Bild: NASA)

Das Kühlwasser für das LCVG kommt in der vom Astronauten gewünschten Temperatur aus dem Geräterucksack. Ein Ausfall der Kühlung ist in kürzester Zeit lebensbedrohlich, denn dann würde der Astronaut innerhalb von Minuten einen Hitzschlag erleiden. Aus diesem Grund gibt es noch ein – allerdings erheblich weniger leistungsfähiges – Reservesystem, das mit kleinen Ventilatoren arbeitet und Luft umwälzt. Die Sache mit dem Kühlwasser hat schon ein paarmal echte Probleme gemacht. Solche Probleme, dass ein Astronaut schon beinahe einmal ertrunken wäre, als das Kühlsystem kaputt ging, und sich die fünf Liter Kühlwasser in seinem Raumanzug verteilten. Und schon haben wir die drei Hauptgefahren für den Astronauten mal wieder beisammen. Ertrinken, Taucherkrankheit und Hitzschlag.

Aber daran denkt unser Astronaut (oder unsere Astronautin) jetzt nicht, denn als nächstes gilt es das EEH-System anzulegen. Dies steht für EMU Electrical Harness und ist die Verdrahtung für alle Biosensoren und Kommunikationsverbindungen, die sich im Inneren des Anzugs befinden. Da haben die Astronauten eine ganze Weile mit dem Rumstöpseln zu tun.

Bild 6 - Snoopy Cap

Der Erfinder des Snoopy Cap ist...Snoopy (Bild: AST)

Danach kommt das „Communications Carrier Assembly“ (CCA). Das Wort kommt den Astronauten ein bisschen zu blöd vor, und deswegen nennen sie es „Snoopy-Cap“. Eine Art Mütze, die an ein Weltkrieg 1-Fliegerkäppi erinnert. Benannt haben sie es nach dem Hund "Snoopy" aus der Comic-Serie "Charlie Brown". Der träumt nämlich auf seiner Hundehütte immer davon, ein Fliegerheld des ersten Weltkriegs zu sein. Mit einem Weltkrieg 1-Fliegerkäppi auf. In diese Mütze ist die Radio-Ausrüstung eingebaut, mit dem sich der Astronaut mit seinen Kollegen in der Raumstation oder in Mission Control unterhält.

Bild 7 - Astronaut-AnnaFisher

Hier die Astronautin Anna Fisher mit dem Snoopy Cap (Bild: NASA)

Nun kann sich der Astronaut in das Lower Torso Assembly (kurz LTA, spricht sich "Louwer Torso Assem-blie) quetschen. Das ist quasi die untere Hälfte des Raumanzuges, in einem einzelnen Stück vom Hosenbund bis zu den Schuhen. Es gibt aber auch hier an einigen Stellen, zum Beispiel an den Knien, Gelenke in diesem Teil, die es dem Astronauten erleichtern, sich zu bewegen.

Jetzt ist es Zeit, sich dem Hard Upper Torso (HUT) zu widmen, einer Fiberglas-Hartschale in der Form einer Weste. Der HUT ist das Verbindungsstück zu einer Reihe weiterer Einheiten. Zu den Armteilen, zum Verbindungsring des LTA, zum Helm und vor allen Dingen zum Lebenserhaltungssystem. Die Verbindung des HUT zu all diesen Elementen geschieht mit Schnellverschlüssen.

Dann werden die „Arme“ angelegt. Die sind im Schulterbereich, am Ellenbogen und am Handgelenk beweglich, und es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, je nach der Körpergröße jeweiligen Astronauten.

Bild 8 - Lower Part

Die Lower Torso Assembly. Die untere Hälfte des EMU-Raumanzugs (Bild: NASA)

Nach den "Armen" sind die Handschuhe dran. Die Fingerspitzen der Handschuhe sind mit Gummi überzogen, damit der Astronaut einen besseren "Griff" hat. Im Inneren der Handschuhe trägt der Astronaut noch einen Innenhandschuh, um Scheuern und Stoßen der Fingerspitzen zu vermeiden. Dies war ein beständiges Problem der Apollo-Anzüge, und vielen der Astronauten gingen nach ihren Mondmission alle Fingernägel ab.

Nun wird der Helm aufgesetzt. Auch er hat einen Schnellverbindungsring, mit dem er am HUT befestigt wird. Der Helm selbst ist nicht drehbar. Vielmehr ist er so groß ausgelegt, dass der Astronaut den Kopf im Inneren hin und her drehen kann. Im Hinterkopfbereich ist der Helm innen gepolstert.

Damit nicht genug. Am Helm wird jetzt die so genannte "Extravehicular Visor Assembly" kurz EVA, aufgesetzt. Sie passt genau über den Helm, und rastet am Kragen ein. Die EVA besteht aus einem Goldmetall-Visier, einer schlagfesten Sichtscheibe, einem Satz Blenden, die ziemlich albern aussehen, ähnlich wie Scheuklappen für Pferde, um blendendes Sonnenlicht abzuschirmen, vier Lampen, sowie einer Fernsehkamera, die alle Tätigkeiten in den Shuttle, die ISS und zum Boden überträgt.

Dann befestigt der Astronaut seinen Trinkbeutel im Kragenbereich des Anzugs. Auch dies eine Erfahrung aus den Apollo-Tagen. Bei Apollo 15 war es bei den Astronauten Irwin und Scott zu Herzrhythmus-Störungen gekommen, weil sie bei der enormen körperlichen Anstrengung massiv Spurenelemente ausschieden, und nicht wieder zugeführt bekamen. Der EVA-Anzug der NASA enthält deswegen einen Behälter mit zwei Liter isotonischer Flüssigkeit, die der Astronaut mit einem Trinkhalm konsumieren kann.

Bild 9 - Handschuhe

Die Handschuhe des EMU (Bild: NASA)

Zusätzlich gibt es eine Halterung im Inneren des Helms, in dem Nahrungskonzentrate, meistens Fruchtriegel, befestigt werden. Die Astronauten können durch eine Drehung des Kopfes mit den Zähnen diese Riegel aufnehmen und verspeisen.

Nun kommen wir zum großen Rucksack, dem "Primary Life-Support Subsystem" (PLSS). Das ist das Lebenserhaltungssystem und die Kraftzentrale des "Miniraumschiffes Raumanzug". Es ist voll gestopft mit Dingen, die das Überleben im Weltraum erst möglich machen. Randvoll mit hochkomplizierter Technik. Hier nur einige der Dinge, die sich da drin befinden: Ein Sauerstofftank mit lediglich 0,5 Liter Inhalt, der aber unter einem Druck von 518 Atmosphären steht, Kohlendioxid-Filter, Geruchsfilter (!), 5 Liter Kühlwasser (hatten wir vorhin schon), Funkgeräte, Warnsysteme, Ventilatoren, eine komplexe Wasserrückgewinnungsanlage für die Kühlluft und vieles mehr. Die Energieversorgung geschieht über Batterien.

Bild 10 - Helm

Der Helm des EMU. Ein technisches Wunderwerk (Bild: NASA)

Sollte das PLSS aus irgendeinem einmal Grund ausfallen, ist unterhalb des PLSS das "Secondary Oxygen Pack" (Secondärie Oxidschehn Päck – kurz: SOP) installiert. Es besteht im wesentlichen aus zwei Sauerstofftanks, die insgesamt 1,2 kg Sauerstoff unter einem Druck von 408 Atmosphären beinhalten. Das reicht für 30 Minuten, und diese Zeit sollte genügen, damit der Astronaut wieder in das sichere Raumfahrzeug kommt. Das SOP aktiviert sich selbständig, wenn der Druck im Raumanzug auf unter 0,23 Atmosphären sinkt.

Schließlich gibt es noch zahlreiche Hilfsgeräte und Vorrichtungen. Da ist zum Beispiel das "Display and Control Module" (Dis-plä-i änd Kontrol-Mod-jul, kurz: DCM), sozusagen das "Armaturenbrett" des Raumanzugs. Es beinhaltet Knöpfe, Kippschalter, Hebel und einen kleinen Bildschirm, auf dem der Astronaut alle Funktionen seines Anzugs, vor allem des PLSS ablesen kann. Das DCM ist in Brusthöhe vor den Augen des Astronauten platziert.

Und dann gibt es die "Servicing and Cooling Umbilical" (Sörvising änd kuuling ambilikl), eine Art Versorgungsleitung, mit der sich der Astronaut, so lange er noch in der Luftschleuse des Raumschiffes ist, an die Bordsysteme anschließen kann. Sinn dieser Anlage ist es, nicht die wertvollen Ressourcen des Raumanzuges schon vor Beginn der Außenbord-Aktivität zu verbrauchen.

In der Praxis sind nicht weniger als 25 zeitraubende Prozeduren zu absolvieren, bevor eine EVA beginnen kann. Einfach wie Flash Gordon (so’n Held aus den alten Zukunftsfilmen) in den Anzug springen und aus dem Raumschiff zu hechten ist nicht drin.

Bild 11 - Schweb

Und wenn alles fertig ist, dann kann der Astronaut losschweben (Bild: NASA)

Lieber Max, das war echt stressig für Dich heute. So viele Raumanzug-Fachausdrücke. Nächstes Mal wird es leichter. Da gibt es den Abschluss dieser Briefe-Reihe und da wird nochmal alles geboten, was es an Raumfahrern, Raumanzügen und Riesengefahren im Weltraum so gibt. Ein Schreckensbild hab ich noch gar nicht beschrieben. Eines, das man sich gar nicht ausmalen will. In einem Raumanzug kann nämlich noch etwas passieren, das nichts mit Ertrinken, Überhitzen, Taucherkrankheit oder einem Meteoritentreffer zu tun hat. In so einem Raumanzug sind viele elektrische Motoren, elektrische Leitungen, Stecker, Schalter und Relais.  Dazu eine Atmosphäre aus reinem Sauerstoff. Die Superkatastrophe wäre aber ein Brand im Raumanzug, ausgelöst durch einen Kurzschluss.

Den abschließenden Brief sende ich Dir erst in zwei Wochen. Nächstes Wochenende bin ich in Wien, bei Yuris Night (Jurihs Neit) und treffe da eine sehr interessante Weltraum-Frau. Simonetta di Pippo. Informationen zu dieser Veranstaltung findest Du HIER.

So, aber jetzt endgültig zum Fußball. Mal schauen, wie es den Bayern in Dortmund geht. Hoffentlich versemmeln sie das nicht...

Bis in zwei Wochen dann, Dein Onkel Eugen

28.Mar 2015 | 17:26

Die größte Gefahr für einen Astronauten besteht darin, zu ertrinken – Fünfter Brief

und wer's noch nicht gelesen hat: hier sind Brief 1, Brief 2, Brief 3 und Brief 4Bloggewitter_Kinder_logo

 

Lieber Max,

Schitto….das ging ja sauber in die Grütze, letzte Woche. Eine 0:2 Klatsche gegen Borussia Mönchengladbach. Wer hätte das gedacht. Und kein Tor von Müller. Hat also kein Glück gebracht, dass ich den Brief an Dich erst am Sonntag geschrieben habe. Heute deswegen mal wieder zur "rechten" Zeit. Am Samstagnachmittag. Obwohl: heute ist ja eh keine Bundesliga. Wegen der Länderspiele. Gegen Borussia Dortmund geht es ja erst nächste Woche. Die sind ja wieder ganz schön stark geworden, die letzte Zeit. Und die haben dann auch noch Heimspiel. Mir schwant nichts Gutes. Aber wie sagt Franz Beckenbauer immer: "Schau mer mal". Also schau mer mal.

Bild 1 - Cernan Einstieg

In diesem Plastikmodell ist zu erkennen, wie sich Gene Cernan auf die Rückseite seines Gemini-Raumschiffs bewegen musste, um den "Rucksack" zu erreichen. Der in der Mitte der Rückseite befestigt ist (Bild: Pete M.)

Letztes Mal hab ich mich selbst mehr oder weniger mitten im Satz unterbrochen. Ich musste ja auf den Ostermarkt (Mann, war das langweilig). Davor war ich grade dabei, die Geschichte von Eugene Cernan und Tom Stafford zu erzählen, der Mannschaft von Gemini 9. Tom Stafford war der Kommandant, Eugene Cernan war der Pilot. Und seine Aufgabe war es, aus dem Raumschiff auszusteigen und die EMU zu testen. Die EMU, das war die „Extravehicular Maneuvering Unit“, von den Astronauten immer nur "der Rucksack" genannt. Sie war auf außen auf der Rückseite vom Raumschiffs befestigt, weil sie innen keinen Platz hatte. Und dorthin war Eugene Cernan jetzt unterwegs, in seinem Raumanzug. Hinten am Geräteteil, an der Kante vom Raumschiff, da gab es diesen gefährlichen gezackten Metallrand. Der war entstanden, weil bei der Stufentrennung die Sprengladung das Raumschiff nicht sauber von der zweiten Stufe der Titan-Trägerrakete abgetrennt hatte. Vorsichtig legte er jetzt seine lebenserhaltende Nabelschnur über die rasiermesserscharfen Metallkanten. Und dann hatte er nur noch zwei Meter zum "Rucksack". Und das war die Stelle, an der wir letzte Woche stehen geblieben waren. Aaalso...

...Gemini 9 flog grade über Südafrika und näherte sich wieder der Tag- und Nachtgrenze. Jetzt ging für die Astronauten die Sonne so schnell unter, wie sie vor 45 Minuten aufgegangen war. Als sich Cernan schließlich hinter die Gemini schwang, geriet er damit gleichzeitig aus dem Blickfeld von Stafford. Der hatte ihn bis dahin mit einer Art Rückspiegel beobachten können. Schließlich hatte er den "Rucksack" erreicht. Er klappte die Transportsicherungen weg und schaltete zwei kleine Lampen ein. Es funktionierte aber nur eine von den beiden und die lieferte nur ein klägliches Funzellicht. Cernan schob das Goldvisier seines Helms nach oben, aber auch das verbesserte seine Sicht nicht besonders.

Bild 2 - Training Erde

Das ist ein Bild von Gene Cernan beim Training auf der Erde. Da klappt alles einwandfrei (Bild: NASA)

All diese Handgriffe und Bewegungen musste er gegen den Widerstand des steinhart aufgepumpten Anzuges unternehmen. Das kostete Kraft, und so war Cernan schon bald sehr erschöpft. Er musste sich immer mindestens mit einer Hand an einem der Haltebügel festhalten, um nicht abzutreiben. Und mit seiner eigentlichen Aufgabe hatte er noch gar nicht begonnen. Tom Stafford konnte ihn bei der Vorbereitung seines Rucksacks nicht sehen. Die Sprechverbindung durch die Versorgungsleitung erlaubte es Eugene Cernan aber, seinem Kommandanten mitzuteilen, dass die Dinge aus dem Ruder liefen. Das Funzellicht war völlig unzureichend. Er konnte praktisch nichts erkennen. Und er musste sich durch eine Kontrollliste arbeiten, die 35 Positionen lang war. Allesamt waren notwendig, um den Rückentornister flugfähig zu machen. Er musste Knöpfe drücken, Ventile öffnen, Verbindungen legen und Schläuche umstecken.

Die Strapazen begannen ihren Tribut zu fordern. Was auf der Erde bei den Übungen kinderleicht war, war in der Wirklichkeit des Weltraums praktisch nicht zu bewältigen. Der Schweiß brannte in seinen Augen, aber er konnte ihn sich wegen des Helms nicht abwischen. Schließlich gelang es ihm, den letzten Schalter umzulegen. Die Systeme des Rücktornisters fuhren hoch. Es war beinahe Zeit, zu fliegen.

Er war jetzt schon eine Stunde und 47 Minuten draußen. Fünfmal so lange wie der bisherigen Rekordhalter. Und nun hätte es eigentlich losgehen können, mit seinem Raketenrucksack. Aber er konnte nichts erkennen. Es war total finster. Die Gemini musste doch eigentlich längst wieder auf der Tagseite der Erde sein. Es dauerte eine Weile, bis ihm klar wurde, dass es tatsächlich schon Tag war. Aber er konnte trotzdem nichts sehen. Der Schock fuhr ihm durch die Glieder. Cernan hatte so hart gearbeitet, dass die künstliche Atmosphäre im Inneren seines Raumanzuges die Feuchtigkeit, die er in den Anzug hineinschwitzte, nicht mehr bewältigen konnte. Die Sichtscheibe seines Helms hatte sich beschlagen und war durch die Kälte auf der Nachtseite der Erde vollständig eingefroren. Die Scheibe war so blind wie die eines Autos, das in einer kalten Winternacht im Freien gestanden war.

Er teilte es Tom Stafford mit. „Tom, mein Visier ist komplett zugefroren. Ich kann nichts mehr erkennen.“ Ungefähr das war die Stelle, an dem Tom Stafford sehr unruhig wurde. Was sollte er jetzt machen, wenn es Gene Cernan nicht mehr ins Raumschiff zurück schaffte?

Bild 3 - Training Erde Druckkammer

Auch das ist ein Bild vom Training auf der Erde. Dieses Mal im Druckanzug. Da ging das schon nicht mehr so einfach (Bild: NASA)

Das Hauptproblem für Eugene Cernan bestand darin, ohne die Hilfe der Schwerkraft irgendeine Hebelwirkung zu erzielen. Die einzige Halterung waren zwei dünne Metallbögen, die dafür vorgesehen waren, die Füße am Platz zu halten. An denen konnte man sich aber nur lose einhaken. Sie waren vollständig unzureichend, um ihm genügend Stabilität zu verleihen. Vor allem aber waren sie für eine sitzende Position ausgelegt, bei der er dem Raumschiff den Rücken zukehrte. Seine jetzige Arbeitsposition war aber genau anders herum. So schlüpfte er mit dem rechten Fuß unter die Fußhalterung und stellte den anderen Fuß fest darauf. Gleichzeitig musste er sich mit einer Hand am Bügel des Tornisters festhalten, während er versuchte, mit der anderen Hand zu arbeiten. Es war, als versuchte man, die Schlauchkupplung zweier zusammengeschlossener Gartenschläuche mit nur einer Hand wieder zu trennen. Und das gleich nach einem Dreitausend-Meter Lauf, mit zwei Paar extradicken Handschuhen an, in fast völliger Dunkelheit und dabei wie wild hin und her schwankend.

Die Arbeit war hart und Cernan japste nach Luft. Sein Herzschlag stieg auf 180 Schläge in der Minute. Das Visier war innen jetzt vollständig vereist. Er hatte keinerlei Sicht mehr nach außen. Da er es nicht abwischen konnte, blieb als einzige Möglichkeit, zumindest für einige Momente wieder geringe Sicht zu bekommen, mit der Nase ein Loch in die Scheibe zu rubbeln. Der Raketenrucksack war eine komplexe Maschine. Voll mit Ventilen, Hebeln und Armaturen. Viele von ihnen waren an Plätzen, die auch unter normalen Bedingungen nur schwer zu erreichen waren.

Sobald er versuchte, ein Ventil zu öffnen oder einen Hebel zu betätigen, forderte die Schwerelosigkeit ihren Tribut. Wenn er eine Kraft dafür aufwendete, etwas auf die eine Seite zu drehen, dann drehte es ihn selbst mit der gleichen Kraft auf die andere Seite. Dann rutschte sein Fuß wieder aus dem Bügel, und der ganze Körper begann sich in Pirouetten zu drehen. Und das alles in unmittelbarer Nähe des sägezähnigen Adapters, der nur darauf wartete, mit seinen scharfen Kanten ein Loch in seinen Anzug zu reißen.

Um den "Rucksack" zu einem handlichen Paket zu schnüren, das gut in die Mulde auf der Rückseite der Gemini passte, hatten die Ingenieure lange nachgedacht. Es war ein mechanisches Meisterstück geworden. Viele Elemente waren faltbar, oder als Teleskopvorrichtung ausgelegt. Die Haltearme waren sogar beides, gefaltet und ineinander einfahrbar. Der Versuch, sie auszuklappen und auszufahren glich dem Versuch, gekochte Spaghetti in sprudelndem Wasser gerade zu bekommen. Cernan zog, und die Arme zogen zurück. Er drehte und wurde selbst gedreht. Schließlich aber hatte er sie da, wo sie sein sollten. Er brachte seinen Körper auf den kleinen sattelartigen Sitz und schnallte den Sitzgurt fest.

Nun musste er sich nun von seiner Versorgungsleitung abklemmen, und sich an die Rucksack-Systeme anschließen. Der sollte ihm jetzt als Lebenserhaltungssystem dienen und ihn mit Sauerstoff und Energie versorgen. Das gelang ihm auch, da er nun in seiner Sitzposition über Haltepunkte verfügte. Das erste Mal in der Geschichte der Raumfahrt hatte sich ein Mensch von der Versorgung seines Raumschiffes getrennt. Doch indem er das tat, schnitt er die Sprechverbindung mit Tom Stafford ab, denn die war per Draht durch die Nabelschnur gelaufen. Sie wurde nun durch eine Funkverbindung ersetzt. Aber die funktionierte nur dann gut, wenn der Sender und der Empfänger in direkter Sicht waren. Da sich Cernan aber am hinteren Teil der Adapter-Sektion befand, war er durch das Metall und die Treibstofftanks des Raumschiffs von Tom Stafford getrennt. Und so konnte ihn sein Kommandant im Rauschen und Krachen des dünnen Signals kaum verstehen. Immerhin bekam Stafford die wesentliche Aussage Cernans mit: „Tom, ich kann vor meinen Augen nichts mehr sehen“.

Auch die Leute von der Bodenkontrolle konnten Cernan jetzt nicht mehr hören. Stafford hatte ihnen aber erzählt, dass die Arbeitsbelastung viel höher sei als das, was man vermutet hatte. Und er hatte ihnen auch erzählt, dass die Sprechverbindung sehr schlecht sei ,und dass Cernan nichts mehr durch sein Helmvisier sehen konnte. Und so gab er folgendes durch: „Wenn sich die Situation nicht sehr schnell verbessert, dann brechen wir die ganze Aktion ab“.

Bild 4 - Training Erde

Buzz Aldrin - er war der Ersatzmann von Gene Cernan - probiert hier den "Rucksack" auf der Erde beim Training ebenfalls anzuschnallen (Bild: NASA)

Bevor Cernan von der Nabelschnur-Verbindung zum Rückentornister umschaltete, hatte das medizinische Team am Boden die Daten seiner Körpersensoren direkt verfolgen können. Aber jetzt bestand diese Nabelschnur-Verbindung nicht mehr, und nun waren sie von diesen Daten abgeschnitten. Und da Ärzte nun mal von Beruf wegen zur Besorgnis neigen, waren sie alarmiert. Das letzte, was sie von Cernan wussten war, dass er vor Anstrengung japste. Und das schon seit einer dreiviertel Stunde. Der normale Herzschlag hatte sich verdreifacht. Die Sachlage entwickelte sich chaotisch und er befand sich in einer Zone, aus der er möglicherweise nicht mehr zurückkommen konnte. Der Astronaut Gene Cernan, so erkannten sie, steckte tief in der Scheiße.

Der Gegenstand ihrer Sorge saß in der Zwischenzeit auf seinem kleinen Thron, versuchte seine Nase an der Scheibe zu reiben um zumindest ein kleines Sichtloch freizubekommen. Und er kam zu zwei Schlussfolgerungen. Erstens: Er steckte tief in der Scheiße. Zweitens: Er war der Sache nicht mehr gewachsen.

Tom Stafford meldete sich wieder. Seine Stimme war durch das Rauschen und Knistern und Knacken der Funkübertragung kaum zu verstehen. „Kannst Du irgendwas erkennen, Gene? Kannst Du mich verstehen? Gene? GENE??. Cernan schrie seine Antwort ins Mikrofon, aber er konnte sich nur schwer verständlich machen. Es kam zur einer verstümmelten Unterhaltung mit vielen Rückfragen und Wiederholungen. Und Tom Stafford traf eine Entscheidung.

„Okay“, entschied er „No-go. Hast Du verstanden? Ich sagte No-Go. Du kannst nichts sehen. Wir brechen ab. Auf der Stelle. Du schaltest Dich zurück auf die Nabelschnur“. Es war die richtige Entscheidung, und Tom war nicht der Typ, der so etwas noch einmal diskutierte. Er setzte sich umgehend mit der Bodenstation Hawaii in Verbindung. „Hawaii, hier Gemini 9. Hört zu. Der EMU Einsatz findet nicht statt. Wir haben keine andere Chance“. „Roger, verstanden“, bestätigte die Bodenstation. Und das war es dann, für den „Nichtflug“ des Rucksacks. Die Probleme waren damit aber noch lange nicht beendet, denn Eugen Cernan war noch nicht wieder zurück.

Das Abschnallen, das Wiederanschließen der Versorgungsleitung, das Herumklettern um die Adapter-Sektion schienen einfacher zu sein, als beim Hinausgehen. Aber es dauerte trotzdem sehr lange. Der aufgepumpte Raumanzug hatte in den vergangenen zwei Stunden nichts von seiner Steifheit verloren. Das Visier war nach wie vor komplett vereist und Cernans letzte Kraftreserven schmolzen dahin wie der Schnee im März.

Bild 5

Und so hätte das aussehen sollen, wenn alles funktioniert hätte. Aber so weit kam es ja nicht (Bild: NASA)

Aus dem Bericht von Edward White wussten die Astronauten, dass das Zurückklettern in das Raumfahrtzeug eine besonders knifflige Aufgabe war. Anstatt aber zu berichten, dass es schwierig sei, hätte White besser gesagt, dass es nahezu unmöglich war. Wenn ein Astronaut größer war als 1,75 konnte er sich in der winzigen Kabine nicht ausstrecken, ohne mit dem Kopf oder den Füßen irgendwo gegenzustoßen. Cernan war aber schon ohne Helm 1,83. Das bedeutete, dass er sich in jedem Fall zusammenkauern musste, um wieder hineinzukommen. Und im Weltraum ist kein Job erledigt, bis nicht die Luke wieder geschlossen, und der Druck im Inneren hergestellt ist.

Als Eugene Cernan das kleine Raumschiff für seinen Ausflug an das Heck der Gemini verließ, hatte er die Luke fast ganz geschlossen. Sie war nur noch einen Spalt offen. Grade genug, um die Nabelschnur durchzulassen. Mehr durfte es nicht sein, damit das Innere der Gemini vor der direkten Sonneneinstrahlung geschützt blieb. Nun tastete Cernan, blind wie er war, mit seinen Fingern herum, um die Luke zu finden.

Seine suchenden Hände fanden schließlich den offenen Türspalt. Er zog sie auf, drehte sich und steckte die Füße ins Raumfahrzeug. Stafford hatte die Nabelschnur mit jedem Meter, den sich Cernan der Luke näherte, weiter eingeholt. Nun packte er ihn am Knöchel und beendete damit das schwerelose Ballett. Bei der Gelegenheit kickte Cernan den Hasselblad-Fotoapparat weg, die Stafford benutzt hatte, um Bilder von seinem Ausflug zu machen. Der Apparat schwebte langsam an seinem beschlagenen Helm vorbei. Durch das winzige Loch, das er mit der Nase in die Scheibe gerubbelt hatte, konnte er sehen, dass da etwas wegtrudelte. Er grabschte danach, hielt es auch für einen Moment, aber seine Finger hatten nicht mehr die Kraft, sie fest zu packen. Die Fotos waren weg. Heute existieren von Cernans Ausflug nur Standbilder der Filmkamera, aber keine Fotos.

Gemini 9 war über dem Atlantik, als Gene Cernan begann, sich wieder in das Raumschiff zu quetschen. Die Anstrengung, sich im Anzug zusammenzukrümmen war wie der Versuch, ein prall aufgeblasenes Schlauchboot umzuknicken. Tom Stafford konnte ihm nicht mehr helfen als er es ohnehin schon tat. Und so begann der Kampf Gene Cernans mit dem Raumanzug aufs Neue. Sein Atem ging stoßweise, als er versuchte die Beine anzuwinkeln und unter die Konsole zu pressen. Das Ganze endete in einer Art Entengang-Position, die Beine breit auseinander und nur noch halb gestreckt.

Cernan versuchte sich noch ein wenig mehr zusammen zu kauern. Entsetzliche Schmerzen schossen ihm in den Oberschenkel, als er versuchte seinen Körper in den Sitz und seine Beine unter die Instrumentenkonsole zu zwängen. Schließlich gelang es ihm, zunächst die Zehenspitzen, dann auch die Fersen über die Sitzkante zu pressen, und schließlich auch die Knie in einer abenteuerlichen Stellung unter das Instrumentenpaneel zu klemmen. Die Zehenspitzen deuteten senkrecht nach unten und die Beine waren in einer schrecklichen V-Position gebeugt, als er versuchte sich immer weiter in die Kabine zu pressen. Schmerzhafte Krämpfe liefen in Wellen die Beine hoch.

Bild 6 - Inside Gemini

Gene Cernan im Raumschiff nach seinem Abenteuer. Die Erschöpfung und der Schrecken sind ihm anzusehen (Bild: NASA)

Cernans Ziel war es, irgendwie seinen Allerwertesten auf den Sitz zu bekommen, und den Rücken flach auf die Rückenlehne. Aber das war wegen des steinhart aufgepumpten Anzugs völlig unmöglich. Die Anstrengung wurde zur Qual, als er sich schwitzend Millimeter für Millimeter weiter in die Kabine zwängte. Die Pulsfrequenz überstieg wieder über die 150er Marke und die Atemfrequenz ging auf 40 die Minute. Schließlich bekam er seine Finger unter das Instrumentenbrett und begann, sich mit aller Kraft hineinzuziehen. Eine weitere kleine Bewegung schließlich, und es gelang, die Knie unter das Panel zu klemmen. Das war schwieriger, als einen Sektkorken wieder in die Flasche zurück zu stopfen.

Schließlich war Cernan zu zwei Dritteln im Raumfahrzeug und noch zu einem Drittel draußen. Mit einer weiteren Gewaltanstrengung gelang es ihm, die Schultern unter die Höhe der Luke zu bringen. Dann kauerte er sich hinunter, soweit es mit äußerster Kraft ging, bog den Nacken und Kopf in einen unmöglichen Winkel nach unten und zog gleichzeitig mit aller Kraft an der Luke.

Jetzt langte Tom Stafford mit der rechten Hand herüber und griff nach einem Hebel, durch den man über eine Kette die Luke Zentimeter für Zentimeter herunter pumpen konnte. Das quetschte die Tür zusammen mit Cernans Kopf einige weitere Zentimeter nach unten. Weit genug, um den Schließmechanismus im obersten Zacken der Zahnstange einrasten zu lassen. Das war zum einen gut, zum anderen machte es aber für Cernan die Dinge schlimmer als je zuvor. Er war in seinem prallgefüllten Gummi-Gefängnis schon bis zu einem Punkt zusammengefaltet, wo es absolut nichts mehr weiter zu stauchen gab. Und die verdammte Tür war noch weit davon entfernt, geschlossen zu sein. Tom pumpte die Luke einen weiteren Klick der Zahnstange herunter und Cernans Schmerzen wurden immer schrecklicher.

Vor Cernans Augen waberte es in roten Wellen. Er war auf seinem Platz eingefroren und nicht in der Lage auch nur die kleinste Bewegung auszuführen. Es war nicht möglich, den Körper noch tiefer zu drücken, die Beine waren wie mit Stahlklammern an die Unterseite des Instrumentenpanels genagelt. Und die Luke war nicht zu. Weitere Klicks waren notwendig, um den Schließmechanismus Zacken um Zacken die Zahnstange hinunter bis zum Verriegelungspunkt zu bringen. Verzweifelt pumpte nun Cernan selbst mit der linken Hand immer weiter und hatte dabei das Gefühl, als hätte er sich schon alle Knochen gebrochen. Nie zuvor im Leben hatte er solche Schmerzen gehabt. Schließlich erfolgte der letzte Druck am Hebel und die Luke rastete ein.

Farbige Lichter tanzten vor seinen Augen, er bekam keine Luft mehr und eine unglaubliche Agonie machte sich in ihm breit, als er da an der Grenze zur Bewusstlosigkeit hing.

„Tom“, stöhnte er, „wenn wir das Schiff nicht schnellstens unter Druck setzen können, dann – glaub’s mir – sterbe ich hier“. Stafford verlor keine Sekunde, und das Zischen der Luft, die in das Raumfahrzeug strömte, war das schönste Geräusch, das er je gehört hatte. Als der Luftdruck in der Gemini zunahm, wurde der Anzug weicher und weicher. Als er seine Füße wieder bewegen konnte, schob er sie mit beiden Händen und unter heftigen Schmerzen endlich ganz unter das Instrumentenpanel und konnte nun auch richtig auf den Sitz rutschen. Er nahm den Helm ab und inhalierte den Sauerstoff in tiefen Zügen.

Bild 7 - Landung

Nach der Landung von Gemini 9. Links Gene Cernan, rechts Tom Stafford. Beide sind heilfroh, wieder zurück zu sein.

Cernans Gesicht war so rot wie ein Radieschen. Er stand unmittelbar vor dem Hitzekollaps. Stafford war zutiefst geschockt von dem Anblick. Bis zu diesem Zeitpunkt war ihm zwar klar, dass die Situation ernst war. WIE ernst es aber tatsächlich um Gene Cernan stand, hatte er noch nicht realisiert. Eine der eisernen Regeln für die Astronauten in den Gemini-Tagen war es, niemals – NIEMALS – mit Wasser im Inneren des Raumschiffs herumzuspritzen. Die herumfliegenden Wasserkugeln konnten nämlich in der reinen Sauerstoffatmosphäre der Gemini zu Kurzschlüssen mit verheerenden Folgen führen. Doch jetzt zögerte Stafford keine Sekunde. Er fingerte nach seiner Wasserspritze (aus der die Astronauten damals tranken) richtete sie wie eine Pistole auf Cernan und drückte Ströme kühler Flüssigkeit in das brennende Gesicht seines Piloten. Einen Tag später landete Gemini 9 im Atlantik. Die Sache war äußerst knapp gewesen für Eugene Cernan.

Aber für heute ist es jetzt mal genug. War auch ne echt lange Story. Fussball ist heute ja nicht. Zumindest nicht Bundesliga. Wegen dem Länderspiel morgen gegen Georgien. Und zweite Liga ist nicht so das meine, von den Spielen der 60iger mal abgesehen. Oder interessiert Dich KSV Baunatal gegen Kickers Offenbach oder FSV Wacker 90 Nordhausen gegen den 1. FC Magdeburg? Ich werde hernach jedenfalls was Vernünftiges tun, und einen großen Topf voll Chili con Carne kochen. Das essen bei uns alle gern hier. Und morgen kann ich dann gucken, ob Müller vielleicht im EM-Qualifikationsspiel gegen Georgien ein Tor schießt.

Das nächste Mal geht’s es bei den Raumanzügen ins "Eingemachte". Was ja dann eigentlich der Astronaut wäre, höhö. So ein Anzug sieht simpel aus, ist eine top-komplizierte Sache. Und deswegen erzähl ich Dir dann was über SAFER und HUT und ein paar furchtbare Zungenbrecher wie CCV und LCVG. Letzteres ist übrigens eine Unterwäsche, bei der man ertrinken kann. Wär fast schon passiert.

22.Mar 2015 | 12:11

Die größte Gefahr für einen Astronauten besteht darin, zu ertrinken – Vierter Brief

und wer's noch nicht gelesen hat: hier sind Bloggewitter_Kinder_logo

Brief 1, Brief 2 und Brief 3

 

Lieber Max,

Bild 1 - Gene Cernan

Das ist Eugene Cernan vor dem Start. Er wird grade in seinen Raumanzug gekleidet. Und so ganz wohl fühlt er sich offensichtlich nicht (Bild: NASA)

höhöhö. Auch gegen Bremen hat Müller letzte Woche wieder ein Tor geschossen. In der 24. Minute. Und hast Du gesehen, was die für ein Problem mit dem Tornetz hatten? Da war ein Loch drin. Das hat dann dieser Bremer Mannschaftsarzt mit Panzertape am Torpfosten festgemacht. Das Spiel ging erst mit fünf Minuten Verspätung los. Da hätt ich Dir doch tatsächlich noch ein paar Zeilen mehr schreiben können. Naja, ist aber auch so o.k. Diese Woche ist das Bayernspiel ja erst am Sonntag, also heute. Gottseidank. Gestern hätt ich nämlich keine Zeit gehabt, Dir zu schreiben. Ich musste da leider arbeiten. Hernach will ich mit Heidi auf den Rosenheimer Ostermarkt gehen, und dann ist das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach. Aber bis Heidi mich ruft hab ich noch ein gutes Stündchen, und deswegen gleich zurück zu unserem Thema.

Ich hatte ja letztes Mal schon ganz kurz über die Gemini-Flüge gesprochen. Die Gemini-Flüge waren sehr wichtig. Da wurden viele Dinge für die bemannte Raumfahrt zum ersten Mal im Weltraum ausprobiert. Zum Beispiel das Zusammenkoppeln von zwei Raumschiffen. Oder das Verändern der Umlaufbahnen. Oder Dauerflüge von bis zu zwei Wochen. So ein Dauerflug war übrigens ein besonderes Problem. Die Gemini-Raumschiffe hatten zwar schon ein bisschen mehr Platz als die Mercury-Raumkapseln. Aber sie waren immer noch winzig klein und sehr eng. Für die beiden Astronauten an Bord war das so, als wären sie zwei Wochen lang auf den Vordersitzen eines Autos eingesperrt. Ohne Aussteigen zwischendurch für eine Pipi-Pause. Und dabei hatten die noch die fetten Raumanzüge an. Den mussten sie die meiste Zeit anbehalten. Nur manchmal durften sie ihn ausziehen. Und dann war die Frage: Wohin bloß mit dem sperrigen Dings. Es ist ja nirgendwo Platz da. Eine Rückbank gab es nicht, und einen Kofferraum schon gleich gar nicht. Und jetzt stell Dir mal vor, wie es ist, da aufs Klo zu gehen. Vor allem das große Geschäft. Das wär auch schon wieder eine Geschichte für sich.

Aber ich komm vom Thema ab. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja: Bei Gemini war es so, dass die Amerikaner sich in der bemannten Raumfahrt weiterentwickeln wollten. Deswegen machten sie bei jedem Flug immer schwierigere Sachen. Insgesamt gab es 12 Gemini-Flüge. Die ersten beiden, also Gemini 1 und 2 waren unbemannt. Ferngesteuert sozusagen. Da hat man ausprobiert, ob man in den Gemini-Kapseln überhaupt eine Besatzung mitfliegen lassen kann. Bei den anderen zehn Flügen waren immer Astronauten an Bord. Der erste bemannte Flug war also Gemini 3. Der von Grissom und Young, über den ich Dir letztes Mal schon kurz erzählt hab.

Bei den Gemini-Flügen wollte man alles lernen, was man später für die Mondlandungen mit den Apollo-Raumschiffen brauchte. Und da war die Sache mit EVA enorm wichtig. Und mit EVA meine ich jetzt nicht die Zwillingsschwester von Ruth Hupfer, an die Du jetzt wahrscheinlich gedacht hast. Mit EVA meine ich die so genannte "Extra Vehicular Acitvity“ (spricht sich: „Extra Vehi-kju-lahr Äktifiti“).

Die NASA hat ja einen richtigen Abkürzungsfimmel (abgekürzt „Aküfi“ – hahaha). Die kürzen alle langen und umständlichen Bezeichnungen immer ab. Und damit man nicht so lange Wortungetüme wie „Extra Vehicular Activity“ sagen muss, nenne sie das einfach EVA. EVA hört sich harmlos an, ist aber ganz schön gefährlich. Wahrscheinlich ist es deshalb ein Frauenname (Scherz beiseite, lass das lieber keine Frau wissen, sonst gibt’s Zunder). Also so eine EVA, das könnte man am besten beschreiben mit "Einsatz außerhalb des Raumfahrzeugs". Und „Einsatz außerhalb des Raumfahrzeugs“, das hatten wir ja schon im ersten Brief, geht nur mit einem Raumanzug.

Stafford Cernan komprimiert

Links ist Tom Stafford und rechts mein Namenvetter Eugene Cernan. Das Bild haben NASA-Fotografen vor dem Start gemacht (Bild: NASA)

Was ich Dir heute anfangen will, zu erzählen, ist die Geschichte von Gemini 9. Das ist schon ziemlich weit hinten in der Reihenfolge der Gemini-Flüge. Daran kann man schon erkennen, dass es einer von den schwierigeren Flügen war. Die Besatzung bestand aus den beiden Astronauten Tom Stafford (spricht man fast genauso wie sich‘s schreibt) und meinem Namensvetter Eugene. Mit Nachnamen Cernan. Damit Du nicht bei der letzten Geschichte nachgucken musst, wie sich das schreibt, hier nochmal: Ju-tschien Zör-nän. Nicht ganz einfach, was?

Mein Namensvetter Eugene hatte ein ziemlich mulmiges Gefühl, als er zusammen mit Tom Stafford zum Flug von Gemini 9 startete. Und dafür gab es einen guten Grund. Sein Weltraumausflug war nämlich extrem gefährlich. Er war nicht der allererste Astronaut, der so ein Außenbordmanöver unternahm. Vor ihm hatten das schon zwei andere gemacht. Bei einem davon, Alexei Leonow (Alexe-i Leonnoff) aus der Sowjetunion, hätte das beinahe in einer Katastrophe geendet. Das wollten die Sowjets aber nicht zugeben. Schließlich waren sie in einem Weltraum-Wettkampf mit den Amerikanern. Sie wollten als die großen Obermacker dastehen, die alles besser konnten, als die Amis. Deswegen taten so, als sei alles prima gelaufen und hielten es geheim, wie die Geschichte tatsächlich gelaufen war. Und man kann sagen: sie war echt Scheiße gelaufen. Die Sache war die (und das wäre schon wieder eine der vielen spannenden Raumfahrtgeschichten), dass Leonow fast nicht mehr in sein Raumschiff zurück konnte. Sein Raumanzug hatte sich so aufgeblasen, dass er nicht mehr durch die Spezialschleuse passte.

Der andere Mensch, der schon im Raumanzug außerhalb seines Raumschiffes geschwebt war, war der Amerikaner Edward White (Vorname spricht sich, wie man‘s schreibt, der Nachname spricht sich „Weit“. Genau. Wie „nah“, bloß eben weit :-). Der war mit Gemini 4 geflogen. Leonow bei den Sowjets und White bei den Amerikanern hatten aber außerhalb ihres Raumschiffs praktisch nichts gemacht. Sie waren einfach bloß vor ihren Kapseln herum geschwebt. Trotzdem hatte Leonow mächtige Probleme gekommen wieder ins Raumschiff zurück zu kommen, und auch bei White war das recht schwierig gewesen. White war ungefähr 20 Minuten im Weltraum herumgeschwebt. Leonow ungefähr 10 Minuten. Zusammengerechnet betrug also die gesamte Erfahrung der Menschheit mit solchen Außenbordmanövern also damals, im Juni 1966, ganze 30 Minuten.

Eugene Cernan wusste ganz genau, dass außerhalb des schützenden Raumschiffes immer etwas Unvorhergesehenes passieren konnte. Die Versorgungsleitung, die ihn mit Luft versorgte und gleichzeitig die Verbindungsleine zum Raumschiff war, konnte reißen. Oder der Rückentornister, den er ausprobieren sollte, konnte kaputt gehen. Oder es konnte irgendetwas Unbekanntes passieren, so dass er nicht mehr in die Kabine zurückzukehren konnte. Sollte das geschehen, dann wäre Tom Stafford nichts anderes übrig geblieben, als ihn da draußen zurückzulassen. Dann musste Stafford die Versorgungsleitung durchtrennen, die Kabine wieder schließen und ohne ihn zur Erde zurückkehren. Du kannst Dir vorstellen: mein Namensvetter Eugene fand die Idee nicht besonders prickelnd, als „Erdsatellit Cernan“ zu enden. Aber wenn man Astronaut ist, muss man da durch.

Tornister komprimiert

"Chestpack" und Raketenrucksack sind hier gut zu sehen. Das Bild wurde bei einem Test auf der Erde aufgenommen. Da hat noch alles problemlos funktioniert (Bild: NASA)

Der Auftrag, den Eugene Cernan hatte, bestand darin, einen Rückentornister auszuprobieren. Diesen Tornister bezeichnete die NASA als EMU. Das stand für „Extravehicular Maneuvering Unit“. Ich schreibe Dir gar nicht erst auf, wie man das ausspricht, denn da bekommst Du garantiert einen Knoten in die Zunge. Auch den Astronauten, die an die Aussprache von schwierigen Wörtern gewohnt waren, war das zu blöd. Sie nannten das Gerät deswegen einfach den „Rucksack“. Und das traf es auch ziemlich genau. Da waren Treibstofftanks drin und kleine Raketendüsen, aber auch ein komplettes Lebenserhaltungssystem. An das sollte sich Eugene Cernan anstöpseln, sobald er es erreicht hatte. Und das mit dem Erreichen war schon eins der Probleme: Das Gemini-Raumschiff war nämlich so klein, dass dieser Rückentornister nicht in die Kabine hineinpasste. Er war deswegen an der hinteren Wand des Raumschiffs angebracht. Und Cernan musste sein Raumschiff verlassen, um erst da hin zu kommen.

So weit, so gut. Am 3. Juni 1966 starteten die beiden also in den Weltraum. In den ersten zwei Tagen in der Umlaufbahn standen andere Dinge auf dem Programm. Schon da hatten die Astronauten viel Pech und sie erlebten eine spannende Raumfahrergeschichte, nämlich die vom „Wütenden Alligator“. Aber dazu komme ich vielleicht ein andermal. Nach der Sache mit dem wütenden Alligator waren schon zwei Tage im Weltraum vergangen. Am dritten Tag sollte Eugene Cernan sein Außenbordmanöver durchführen. Es sollte fünfmal so lange dauern, wie die Außenbordmanöver von Leonow und White zusammen. Und viel, viel schwieriger werden. Und tatsächlich: es wurde viel, viel schwieriger. Und es wurde noch viel, viel gefährlicher.

Bevor er mit dem Ausstieg begann, musste sich Cernan einen quadratischen Versorgungstornister vor die Brust schnallen. Den nannte man, „Chestpack“ (spricht sich „Tschest-päck“). Das war eine Kiste ungefähr so groß wie zwei Schuhschachteln. Die war in der Kabine über seiner linken Schulter verstaut gewesen, und die schnallte er sich nun am Raumanzug vor seiner Brust fest. Unten am „Chestpack“ gab es einen Anschluss. An dem befestigte er seinen acht Meter langen Versorgungsschlauch. Den nannten die Astronauten immer nur „Nabelschnur“. Diese „Nabelschnur“ war ein Schlauch, die den Cernan mit Sauerstoff versorgte. Durch diese Leitung lief auch die Funkverbindung. Außerdem noch einige Drähte, mit denen medizinische Daten von Cernan an die Gemini 9-Kapsel, und von dort an die Flugkontrolle am Boden übermittelt wurden. Beispielsweise sein Herzschlag und seine Körpertemperatur. Man hatte ja noch keine Ahnung, wie anstrengend so ein Außenbordmanöver ist und wollten das genau feststellen. Und natürlich wollten die Bodenkontrolle auch wissen, ob er überhaupt noch lebte.

Gemin 9 Interim Mission Report075

Hier nochmal die Einzelteile von Eugene Cernans Ausrüstung. (Bild: NASA)

Die Nabelschnur in der Schwerelosigkeit aus ihrer Transportbox zu befreien war ungefähr so schwierig, wie einen herumtanzenden, wasserspritzenden Gartenschlauch einzufangen. Sie wand sich wie ein Wurm durch die kleine Kabine und war kaum unter Kontrolle zu bekommen. Dann halfen sich die beiden Astronauten gegenseitig dabei, Helme und Visiere zu schließen. Auch Stafford brauchte einen Raumanzug, denn die Luke des Raumschiffs musste nach dem Ausstieg von Cernan offen bleiben. Aber er brauchte natürlich nicht soviel Ausrüstung wie der. Sie halfen einander, die druckdichten Handschuhe überzuziehen. Dann setzten sie die Anzüge unter Druck. Als der vorgesehene Druck erreicht war, war der Anzug so steif, dass man sich damit fast nicht mehr bewegen konnte. Weder an den Ellenbogen, noch in den Knien, noch an der Hüfte, noch überhaupt irgendwo. Cernan kam es vor, als hätte man ihn von Kopf bis Fuß in einem Gipsverband eingeschlossen.

Eugene Cernans Raumanzug unterschied sich erheblich von Tom Stafford Anzug. Auch Stafford war dem Vakuum ausgesetzt. Aber er blieb in der Kabine auf seinem Sitz. Er brauchte keine Nabelschnur. Und er konnte sich nicht weiter bewegen, als seine Arme reichten. Cernans Anzug war wesentlich fester konstruiert als der von Stafford. Er war viel dicker isoliert, denn er war den Temperaturwechseln zwischen Nacht und Tag außerhalb des Raumschiffes ausgesetzt. Ohne diese vielen Lagen an Isolation würde Cernan in kürzester Zeit gegrillt oder beinhart gefroren werden. Zusätzlich hatte er in der Beckengegend und an den Beinen eine Beschichtung mit einer zusätzlichen Aluminiumschicht. Die brauchte er, um vor den Abgasstrahlen des Rückenrucksacks geschützt zu sein.

Die Beiden ließ nun den letzten Sauerstoff aus dem Raumschiff ab, und prüften noch einmal, dass die Raumanzüge nicht leckten. In der Zwischenzeit näherten sie sich auf der Nachtseite der Erde der amerikanischen Westküste. Der Außenbordeinsatz sollte nämlich hoch über den Vereinigten Staaten beginnen. Dann war eine direkte Verbindung mit dem Kontrollzentrum Houston möglich. .

Bei der 31. Erdumkreisung begann der Ausstieg. „Hier Gemini 9. Wir beginnen mit dem Außenbordmanöver“, meldete Cernan an Houston. Als die Luke offen war, brauchte es nur noch einen ganz leichten Stoß gegen die Sitzfläche, und er hob ab. Er griff an den Rahmen der Luke und zog sich hoch, bis er schließlich auf dem Sitz stand. Die Hälfte seines Körpers ragte jetzt aus dem Raumschiff heraus. Er sah aus, wie jemand, der stehend im Vordersitz eines Cabrios mitfährt. Nun wartete er darauf, dass die Sonne an der kalifornischen Küste über den Horizont stieg. Und als sie kam, war das ein überwältigender Anblick für ihn. Niemand hatte ihn auf diese Überflutung seiner Sinne vorbereitet. „Halleluja“ rief Cernan „Junge, ist das wunderbar hier“.

AA-Front

Das hier ist ein Plastikmodell der Gemini 9 und noch eins von Eugene Cernan. Hier kann man sich aber gut vorstellen, wie die Sache damals abgelaufen ist. Eugene Cernan versucht hier auf die Rückseite des Raumschiffs zu kommen (Bild: Pete M.)

Das Raumschiff bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von fast 28.000 Kilometern pro Stunde nach Westen, aus der Finsternis hinaus ins Licht. Innerhalb von Sekunden ging die völlige Dunkelheit in ein geisterhaftes Nebelgrau über. Gleich darauf erschien ein dünnes blaues Band entlang der gekrümmten Horizontlinie. Das änderte sich in Sekunden in einen Goldton. Und dann war es urplötzlich Tag. Cernan konnte jetzt von einem Moment zum anderen keine Sterne mehr sehen. Seine Augen waren von der Helligkeit der Erde und des Lichts geblendet.

Dann bereitete er sich auf seine erste Aufgabe vor: Die Erprobung der „Nabelschnur-Dynamik“, wie es die Ingenieure auf der Erde etwas geschwollen genannt hatten. Die Techniker hatten sich überlegt, dass es möglich sein sollte, zu manövrieren, in dem man einfach an der Versorgungsleitung zog. Eine sehr, sehr schlechte Idee, wie sich schnell zeigte.

Cernan stieß sich ab, und bewegte sich vom Raumschiff weg. Er war jetzt schon den zweiten Tag schwerelos, und so war das Gefühl nicht mehr neu für ihn. Aber das war jetzt etwas anderes, als festgeschnallt in der engen Kabine der Gemini zu verharren. Jetzt bewegte er sich weg von der schützenden Hülle der Gemini 9, und war umgeben vom grenzenlosen Universum.

Eugene Cernans einzige Verbindung zur „wirklichen Welt“ war die Versorgungsleitung. Die „Schlange“. Und diese Schlange war jetzt dabei, Eugene Cernan eine Sonderlektion über die Bewegung im Weltraum zu erteilen. Weil es nichts gab, womit er seine Bewegungen stabilisieren konnte, geriet er sofort außer Kontrolle und segelte in allen möglichen Positionen vor dem Raumschiff herum. Als er das Ende der Leine erreicht hatte, spannte sich die Nabelschnur, und er federte wieder in Richtung Raumschiff zurück. So wie ein Bungee-Springer, bloß in Super-Zeitlupe. Als die Nabelschnur wieder kürzer wurde, begann sie sich einzurollen. Als Cernan versuchte, sie gerade zu halten, gelang ihm das zwar, aber nun drehte er sich um sich selbst und die Schnur stand still. Er hatte noch keinen einzigen Handgriff außerhalb der Kabine gemacht als er merkte, dass er die Sache nicht unter Kontrolle hatte. Niemand hatte ihn vor dem gewarnt, was ihn da erwartete. Alles was er tat und versuchte war neu. Er war schon nach wenigen Minuten jenseits der geringen Erfahrungen von Leonow und White. Er befand sich auf unerforschtem Gebiet.

Cernan hatte das Gefühl mit einem Kraken zu kämpfen. Die Nabelschnur kapriolte in verrücktem Eigenleben herum, verdrehte sich in Schleifen und Bögen und versuchte Cernan einzuwickeln. Cernan drehte Loopings und Rollen um das Raumschiff, und vollführte Pirouetten, als würde er durch Pfützen mit Weltraumöl schliddern. Er hatte keinerlei Kontrolle über seine Bewegungen und keine Kontrolle über seine Position. Er war zwar nicht gerade im Weltraum verloren, aber dennoch vollständig hilflos. „Ich komme nicht hin, wo ich will“, teilte er Stafford frustriert mit. „Diese Schlange ist einfach überall“.

Die einzige Chance, die Kontrolle wieder zurückzugewinnen bestand darin, dass er etwas zu fassen bekam, sobald ihn die Nabelschnur wieder zum Raumschiff zurückfederte. Cernan kämpfte etwa 30 Minuten wie ein Besessener mit der Versorgungsleitung, bewegte sich langsam kreiselnd bis ans Ende der Schnur, dann wieder zurück zum Raumschiff und dann wieder hinaus. Während dieses sinnlosen Hin- und Hertrudelns brach er ganz nebenbei den Rekord für den längsten Aufenthalt im freien Weltraum. Schließlich bekam er die Luke zu fassen, und er klammerte sich an sie wie ein Ertrinkender an eine Planke in den Weiten des Ozeans.

Schließlich stand er wieder schweißgebadet auf seinem Sitz (besser gesagt, er schwebte stehend) und atmete tief durch. Mehr als 30 Minuten waren jetzt vorbei. Aber das Ziel seines Ausfluges, die Rückwand der Gemini, wo sein Rückentornister befestigt war, hatte er noch gar nicht erreicht. Dies musste laut Missionsplan bei Tageslicht geschehen, also innerhalb von 45 Minuten nach Beginn des EVA. In den dann folgenden 45 Minuten der Dunkelheit sollte er sich dann von der Nabelschnur abstöpseln und sich am Lebenserhaltungssystem des Rückentornisters anschließen. Der sollte ihn danach mit Sauerstoff versorgen. Wenn das geschafft hatte, sollte Tom Stafford einen Schalter umlegen, der den Raketenrucksack mit dem darauf festgeschnallten Gene Cernan freigab. Danach sollte er an einer 40 Meter langen dünnen Schnur unter Zuhilfenahme der Manövriertriebwerke seines Rückentornisters als unabhängiger Satellit herumfliegen. Am Ende seines Ausfluges musste diese Übung dann in umgekehrter Reihenfolge erneut stattfinden.

Doch erst musste er die Rückseite der Gemini erreichen. Der Raumanzug war steinhart aufgeblasen, und Cernan sah darin aus wie ein Michelin-Männchen. Zusätzlich hatten die Konstrukteure des Raumanzugs eine Verstärkung eingebaut. Das war ein sehr festes Spezialgewebe, das dem Raumanzug schon unter normalem Luftdruck auf der Erde die Beweglichkeit einer rostigen Ritterrüstung gab. Nur um den Arm zu beugen, brauchte Cernan gewaltige Muskelkraft. Sobald er nachließ, schnellte der Arm wieder in seine Ausgangsposition zurück. Die Konstrukteure des Anzugs hatten so etwas wohl schon geahnt, denn sie hatten im empfohlen, vor der Mission Hanteltraining zu machen.

AA-RightAftAbove

Hier das gleiche Plastikmodell noch einmal. Man kann hier sehen, wie der Raketenrucksack auf der Rückseite der Gemini befestigt war, und wie sich Eugene Cernan um die Hinterkante des Raumschiffs herumschwingen musste.

Cernans Herzschlag ging rapide nach oben und stabilisierte sich erst bei 155 Schlägen in der Minute. Aus der Erfahrung der ersten 30 Minuten wusste er nun, dass er sich irgendwo festhalten musste, um nicht die Kontrolle über seine Bewegungen zu verlieren. So arbeitete er sich Hand über Hand an einer Kabelleitung an der Außenhülle des Raumschiffs entlang und stopfte die Nabelschnur alle dreißig Zentimeter unter den Kabelstrang, der entlang des Raumschiffs verlief. So gut das eben ging, denn für diesen Zweck war sie nicht konstruiert. Immerhin ging das unter enormer Kraftanstrengung gut, bis er das hintere Ende der Gemini erreichte. Dort wartete eine böse Überraschung auf ihn.

Als die zweite Stufe der Titan abgesprengt worden war, war ein gezackter Metallrand zurückgeblieben, den die Sprengladung nicht sauber durchtrennt hatte. Er war scharf wie ein Sägemesser. Niemand hatte bei der Planung seines Weltraumausfluges an so etwas gedacht. Vorsichtig legte Cernan die lebenserhaltende Nabelschnur über die rasiermesserscharfen Metallkanten. Ihm war klar: Ein Raumanzug mit einem Loch ist in Sekunden nichts anderes als ein Leichensack.

Gemini 9....

O Manno...

Schon wieder verplaudert. Und die Geschichte von Eugene Cernans Abtenteuer noch nicht mal halb erzählt. Aber Heidi ruft unten und will auf den Ostermarkt. Und dann ist ja das Spiel um 17:30 Uhr. Also erfährst Du leider erst nächste Woche, wie es mit meinem Namensvetter Eugene weiterging. Ich kann Dir aber schon mal sagen. Es wird kritisch. Sehr kritisch. Beinahe tödlich.

Dein Onkel Eugen

14.Mar 2015 | 18:46

Die größte Gefahr für einen Astronauten besteht darin, zu ertrinken – Dritter Brief

und wer's noch nicht gelesen hat: hier sind Brief 1 und Brief 2Bloggewitter_Kinder_logo

 

Bild 1 Goodrich Anzug

Sah ein bisschen so aus, als hätte man die Hosen voll. Goodrich-Druckanzug der späten vierziger Jahre. Bild: NASA

Lieber Max,

was hab ich gesagt, letztes Wochenende vor dem Spiel gegen Hannover? Müller schießt ein Tor. Und, was macht er? Er schießt sogar zwei. Und am Mittwoch gegen Donezk gleich nochmal zwei. Da hat sogar der Badstuber eins geschossen. Als Verteidiger! Da bin ich gleich motiviert, Dir auch diesen Samstag einen Brief zu schreiben. Hernach geht’s dann ja für die Bayern gegen Werder. Mal schauen, was dabei rumkommt.

Aber erst beschäftigen wir uns wieder einmal ein wenig mit der größten Gefahr für einen Astronauten. Und die besteht bekanntlich darin, zu ertrinken.

Letztes Mal ging es ja um Wiley Post und seinen Beinahe-Raumanzug von der Firma Goodrich. Dieses Mal erzähl ich Dir die Geschichte von Virgil Grissom. Der Nachname spricht sich fast genauso wie sich's schreibt. Mit dem Vornamen ist es ein bisschen schwieriger. Der geht "Wir-dschil". Ist eigentlich auch nicht schwer, aber seinen Freunden war das trotzdem noch zu kompliziert. Sie sagten immer "Gus" zu ihm. Spricht man "Gass".

Dieser Gus Grissom gehörte zu den ersten sieben amerikanischen Astronauten bei der NASA (NASA kennst Du, die amerikanische Weltraumbehörde). Als Astronaut brauchte er natürlich einen Raumanzug, und seiner (und natürlich auch die Raumanzüge seiner sechs Kameraden) stammte von derselben Firma, die auch schon den Anzug für Wiley Post gemacht hatte. Eben von Goodrich. Die Firma Goodrich hatte sich nämlich nach der Geschichte mit Wiley Post gesagt: "Jetzt haben wir schon mal damit angefangen, jetzt können wir damit auch weiter machen".

Bild 2 - Goodrich Druckanzug Vakuum-Kammer

Aufgepumpt wie ein Michelin-Männchen. Testperson mit Goodrich-Raumanzug in der Vakuum-Kammer (Bild: NASA)

Als die Düsenflugzeuge aufkamen, war Goodrich bald einer der Hauptlieferanten für die Druckanzüge von Militärpiloten. Und zu denen kamen Ende der fünfziger Jahre die Leute von der NASA, und sagten, dass sie nun Raumanzüge brauchten. Die Ingenieure von Goodrich dachten sich: „Kein Problem. Wir nehmen einfach die Druckanzüge von den Militärpiloten, und verbessern die hier und da ein wenig". Die Militärpiloten flogen schließlich auch schon 15.000 Meter hoch, und eigentlich, wir wissen das ja, ist da auch schon so gut wie Weltraum.

Aber diese Idee war schlecht. Die konnten sie gleich wieder bleiben lassen. Die Techniker von Goodrich stellten nämlich fest, dass es ganz etwas anderes war, einen Druckanzug für einen Düsenflugzeugpiloten zu machen, als einen Raumanzug für einen Astronauten.

Die Druckanzüge für die Militärflieger waren dafür geschaffen worden, dass Piloten wilde Kurvenflüge machen konnten. Dabei halfen sie ihnen, den Anpressdruck auszuhalten, wenn sie mit ihren Flugzeugen herumgeschleudert wurden. Sie boten aber nur unzureichend Schutz für große Höhen. Vor allem waren sie nicht besonders dicht. Sie hatten eine grottenschlechte Luftzirkulation und für den freien Weltraum gingen sie gleich gar nicht. Obendrein waren sie furchtbar unbequem. Aber ein Raumanzug muss sehr bequem sein, denn ein Astronaut muss unter Umständen in einem Notfall mehrere Tage darin verbringen.

Die Entwicklung des Raumanzugs wurde daher von den Astronauten besonders genau unter die Lupe genommen. Ein Kollege von Gus Grissom, der Astronaut Walter Schirra (die Kollegen nannten ihn Wally, und das spricht sich "Woallie") half den Goodrich-Leuten dabei. All die Fehler, welche die Anzüge hatten, wurden nach und nach abgestellt. Anfangs drückten die noch überall an allen Körperteilen. Die Visiere beschlugen ständig. Die Unterkleidung war rauh und unbequem. Die Reißverschlüsse klemmten, und wenn man den Raumanzug ein paarmal im Vakuum anhatte, dann dehnte er sich aus wie ein Luftballon. Naja, das tut natürlich jeder Raumanzug. Aber diese frühen Modelle dehnten sich bei jedem Gebrauch immer ein bisschen weiter aus. Bis am Ende die Nähte platzten.

Bild 3 - Neck dam Space Suit

Gus Grissom in seinem Raumanzug. Der Nackendamm ist hier besonders gut zu sehen (Bild: NASA)

Wally Schirra testete alles. Schnürungen, Gurte, Verschlüsse, Nähte, Ventile, Handschuhe und Mikrofone. Jedes einzelne Teil. Schirra erfand auch den so genannten "Hals- und Nackendamm" (auf Englisch heißt der "neck-dam"). Eine sehr wichtige Erfindung, wie sich noch zeigen sollte. Der Hals- und Nackendamm war eine Art Gummidichtung am Halsteil des Raumanzugs. Er sollte das Eindringen von Wasser verhindern, für den Fall, dass der Astronaut nach der Landung im Wasser schwimmen müsste. Besonders bequem war der aber nicht. Er würgte die Astronauten immer ein wenig. Aus dem Grund konnte man ihn aufrollen und erst dann wieder "entrollen" wenn man ihn brauchte.

Nach vielem Probieren und Herumkonstruieren war der erste amerikanische Raumanzug schließlich im Mai 1960 fertig. Er war prächtig. Silbern und schön. Genauso, wie man sich einen Raumanzug eben vorstellt. Jetzt konnten die amerikanischen Astronauten in den Weltraum starten.

Bild 5 - MR-3 Zeitgenössische Darstellung der Flugbahn

Das ist ein Bild von der NASA aus dem Jahre 1960 um zu zeigen, wie so ein suborbitaler Raumflug aussieht.

Und damit fingen sie recht vorsichtig an. Das war auch gut so, denn man hatte damals ja noch keine Erfahrung mit der Weltraumfliegerei. Am Anfang machte man deshalb so genannte suborbitale Flüge. "Sub" heißt "unter". Das bedeutet also, dass sie anfangs "unterhalb" einer Erdumlaufbahn blieben. Von der Höhe her waren sie eigentlich schon klar im Weltraum. Nur eine ganze Kreisbahn um die Erde herum flog man nicht, sondern nur ein Stück davon.

Als erster startete am 5. Mai 1961 Alan Shepard (der spricht sich: Älän Sche-pard) zu so einem suborbitalen Flug. Von Cape Canaveral aus (Kä-ip Kä-nä-vä-räl, das liegt in Amerika, gar nicht weit von Disneyworld entfernt). Von dort aus flog er mit seiner Mercury-Kapsel ungefähr 500 Kilometer weit in den Atlantik hinaus. Und immerhin 185 Kilometer hoch. Dabei war er etwa fünf Minuten lang schwerelos. Die Landung erfolgte im Wasser, genau wie geplant.

Dieser erste Einsatz hatte überraschend gut geklappt. Aber vielleicht war es nur ein Zufall gewesen. Um das zu überprüfen, sollte Gus Grissom diesen Flug wiederholen. Und so wurde auch er auf eine suborbitale Bahn in den Weltraum geschossen, und zwar am 21. Juli 1961. Grissom erreichte sogar eine Höhe von 190 Kilometern. Alles lief ähnlich wie bei Alan Shepard und auch bei der Landung ging alles nach Plan. Zuerst wurde ein kleiner Fallschirm ausgestoßen, um die Kapsel zu stabilisieren, dann ein großer, um sie abzubremsen. Am Schluss platschte die Kapsel am Fallschirm ins Wasser, genau wie bei Shepard.

Bild 4 - MR-4 Grissom 3

Hier ist Gus Grissom kurz davor, in seine Mercury-Kapsel einzusteigen. Die hatte er übrigens "Liberty Bell" genannt. Das heißt "Freiheitsglocke". (Bild: NASA)

So weit, so gut. Im Inneren seiner Mercury, die nach der Landung im Atlantik herum schaukelte, schaltete Grissom die Flugsysteme aus. Die brauchte er nun ja nicht mehr. Dann stöpselte er die Versorgungsleitungen zu seinem Raumanzug ab. Seine Sauerstoff- und Kühlleitungen waren nämlich noch mit dem Raumschiff verbunden. Dann begann er den Nackendamm zu entrollen. Er bemerkte in diesen aufregenden Momenten aber nicht, dass sich der nicht vollständig entrollte, und dass er auch nicht ganz dicht am Hals anlag.

Während sich Grissom noch mit dem Anzug herumplagte, kam ein Funkspruch von einem der zwei Hubschrauber herein, die ihn aus dem Atlantik fischen sollten. Der Pilot fragte, ob er in jetzt herausholen sollte. Grissom funkte zurück:" Geben Sie mir noch fünf Minuten, bis ich die Position aller Schalter notiert habe. Bleiben Sie bitte in der Nähe und holen Sie mich raus, wenn ich Sie rufe." Der Pilot antwortete: "Roger, wir warten. Wir holen Sie raus, sobald sie es uns sagen"

Der Plan für den Bergungs-Helikopter war es, die Kapsel einzuhaken und etwas aus dem Wasser zu heben. Dann sollte Grissom die Luke heraussprengen, und sich in den sogenannten "Horse-Collar" einhängen. Der "Horse-Collar" (wörtlich übersetzt heißt das „Pferdekragen“. Gemeint ist aber ein Kummet, das ist so ein Schulterteil für Zugpferde vor einem Wagen) war einer Art Brustgeschirr, das der Hubschrauber ebenfalls herunterlassen sollte. Dort sollte sich Grissom einhängen, und danach sollte ihn der Pilot an Bord heraufziehen.

Grissom begann also, die Schalterpositionen zu notieren. Das war schwierig mit den dicken Handschuhen vom Raumanzug und in der engen Kapsel. Außerdem begann es ihm in seinem Anzug unangenehm warm zu werden. Denk an die dritte Gefahr im Weltraum: Den Hitzschlag. Grissom fingerte also mit der einen Hand an seinem Nackendamm herum, um etwas Wärme herauszulassen. Mit der anderen Hand entfernte er die Abdeckung über dem Schalter für seine Sprengluke. In diesem Moment gab es einen gewaltigen Rumms. Die Luke flog heraus, und versank ein paar Meter von der Kapsel entfernt in den Fluten. Sofort schwappte das Meerwasser herein. Grissom zog sich den Helm vom Kopf, schob sich aus der offenen Luke und schwamm ein paar Meter von der Raumkapsel weg.

Seine erste Reaktion war es, sich nach dem Horse Collar umzusehen. Da bemerkte er aber, dass die Besatzung des Hubschraubers damit beschäftigt war, die Kapsel einzuhaken. Sie war schon vollgelaufen und lag tief im Wasser. Nur der oberste Teil ragte noch in die Luft. Die Leine zum Helikopter war straff gespannt. Die Kapsel sank aber immer weiter. Offensichtlich war sie zu schwer für den Hubschrauber. Die Besatzung versuchte verzweifelt, die Mercury trotzdem zu bergen. Aber ihr Helikopter wurde von der Last soweit hinuntergezogen, bis schließlich die Räder unter Wasser waren.

In der Zwischenzeit kam Grissom immer mehr in Schwierigkeiten. Der Nackendamm war nicht richtig geschlossen, und das Wasser lief ihm durch den Kragen in den Anzug hinein. Und jetzt merkte er auch, dass die Öffnungen für die Sauerstoffleitung und die Luftkühlung, mit der er in der Kapsel über zwei Schläuche an die Bordversorgung der Mercury angeschlossen gewesen war, offen war. Nicht genug damit also, dass der Nackendamm undicht war, sein Raumanzug hatte in der Bauchgegend zwei weitere Löcher. So füllte sich sein Anzug immer mehr mit Wasser, und die Wellen begannen immer öfter über seinem Kopf zusammenzuschlagen.

Bild 6 - MR-4 Grissom Bergung

Der Hubschrauber zieht Gus Grissom aus dem Wasser. Gerade noch rechtzeitig, denn um ein Haar wäre der Astronaut ertrunken. (Bild: NASA)

Da erschien der zweite Hubschrauber. Grissom winkte der Besatzung verzweifelt zu. Die missverstand das Zeichen aber gründlich. Sie dachten, er fühle sich da unten im Wasser pudelwohl. Sie winkten freundlich zurück, gingen auf Abstand und begann den Astronauten und die Bergungsaktion zu fotografieren.

In der Zwischenzeit war es dem ersten Hubschrauber gelungen, die Kapsel etwas aus dem Wasser zu ziehen. Aber der Pilot konnte sie nicht halten. Der Motor des Hubschraubers lief auf Überlast und das Gesamtgewicht lag weit über dem Sicherheitslimit. Im Cockpit leuchteten rote Warnlampen auf und der Helikopter drohte abzustürzen. Der Pilot hatte jetzt keine andere Chance mehr, als die Halteleine zu kappen und die Kapsel sank 5.000 Meter tief auf den Grund des Atlantik.

Endlich begann der zweite Hubschrauber einen Horse-Collar von seiner Seilweinde herunterzulassen, und bewegte sich auf Grissom zu. Der sah sich aber jetzt vom Abwind der Rotorblätter immer weiter weg gedrückt. Schließlich kam auch der erste Helilkopter heran und machte alles noch schlimmer. Grissom war nun mitten in den beiden Abwindzonen und konnte weder auf die eine, noch auf die andere Seite schwimmen. Der Astronaut war in der Zwischenzeit schon völlig erschöpft. Er nahm aber noch einmal alle Kräfte zusammen, und schwamm gegen die Wind des ersten Helilkopters eine Strecke von etwa 30 Metern auf den zweiten Hubschrauber mit dem Rettungskragen zu.

Dann erreichte er den Horse collar. Er zog sich mit letzter Kraft hinein, rückwärts statt vorwärts, und die Seilwinde zog ihn nach oben. Als er durch die Tür gezogen wurde war er so erschöpft, dass er zunächst nicht ansprechbar war. Es schüttelte es ihn am ganzen Leib.

Das war wirklich arschknapp gewesen. Grissom merkte sich das gut. Vier Jahre später war er Kommandant des ersten Fluges eines zweisitzigen amerikanischen Raumschiffes. Das hieß Gemini 3. Sein Copilot war John Young (das spricht man „Tschonn Jang“). Grissom nannte seine neue Raumkapsel in Erinnerung an seine frühere Mercury "Die unsinkbare Molly Brown". So hieß ein Musikstück zu dieser Zeit. Der Name war für ihn ein Zeichen dafür, dass er sein Raumschiff nicht noch einmal durch Versinken verlieren wollte. Am 23. März 1965 starteten die beiden mit Molly Brown zu einem Flug über drei Erdumkreisungen. Die Mission war ein grandioser Erfolg. Nur bei der Landung wunderten sich die Leute ein wenig. Grissom weigerte sich nämlich standhaft, die Luke zu öffnen, und sich vom Hubschrauber bergen zu lassen, so wie es eigentlich vorgesehen war. Stattdessen bestand er darauf, dass die Kapsel in geschlossenem Zustand an Bord des Flugzeugträgers gehievt werden sollte. Erst dort stiegen er und Young dann aus.

Du siehst, auch hier hat es sich bestätigt, dass die größte Gefahr für einen Astronauten darin besteht, zu ertrinken. Aber jetzt ist gleich wieder Bundesliga-Zeit. Die Bayern spielen gegen Bremen. Und ich hab schon so viel geschrieben, dass mir die Finger vom Tippern weh tun.

Nächstes Mal – ich versprech Dir - ertrinkt keiner, sondern wir widmen uns echt und endlich mal der Sache mit der Überhitzung. Der drittgrößten Gefahr im Weltraum, wie ich meine. Und da erzähl ich Dir die Geschichte von Eugen, dem Astronauten. Ja, Du hast richtig gelesen: Eugen. Allerdings bin nicht ICH in den Weltraum geflogen (Schadeschade) sondern ein Namensvetter von mir. Der Astronaut Eugene Cernan. Auf englisch schreibt es sich der Vorname ja nur ein ganz klein wenig anders als auf Deutsch. Also „Eugene". Aber aussprechen tut man das ganz komisch, nämlich "Ju-tschien". Nachdem die Amerikaner komische Namen nicht mögen, haben sie ihn aber immer nur "Gene" genannt. "Dschien". Auch noch ganz schön komisch. Tja und den hätte um ein Haar der Hitzschlag getroffen.

Jetzt aber zum Fussball. Die Bayern führen schon 1:0, wie ich aus der Küche höre. Nix wie ans Radio.

Servus und mit den besten Astronautengrüßen bis zum nächsten Mal, Dein Onkel

Eugen

07.Mar 2015 | 18:22

Die größte Gefahr für einen Astronauten besteht darin, zu ertrinken – Zweiter Brief

Bloggewitter_Kinder_logound wer's noch nicht gelesen hat: hier ist Brief 1

Lieber Max,

So sah einer von den drei Druckanzügen aus, die sich Wiley Post machen ließ.

So sah einer von den drei Druckanzügen aus, die sich Wiley Post machen ließ. (Bild: Isaora)

hier bin ich wieder. Mit Teil 2 der Geschichte, warum die größte Gefahr für einen Astronauten darin besteht, zu ertrinken. Ich hab es ja letztes Mal schon geschrieben: die Sache mit den Raumanzügen ging mit dem Post los. Mit dem Wiley Post, dem einäugigen Amerikaner. Über den erzähle ich Dir jetzt mal was.

Wiley Post war ein unruhiger Geselle. Und ein großer Flugzeug-Narr. Er wollte eigentlich Pilot werden, und im ersten Weltkrieg mitmachen. Deswegen hatte er sich zur Armee gemeldet. Richtig, zur Armee, nicht zur Luftwaffe. Das war kein Irrtum von ihm, denn eine Luftwaffe gab es damals in Amerika noch gar nicht. Aber grade als seine Ausbildung angefangen hatte, war der Krieg auch schon vorbei. So wurde es nichts für ihn mit der Fliegerei.

Er dachte sich, es wäre vielleicht eine gute Idee, viel Geld zu verdienen. Dann könnte er sich selber ein Flugzeug kaufen. Also suchte er sich einen Job, bei dem man möglichst schnell möglichst viel verdienen konnte. Am besten bezahlt wurde die Arbeit auf den Ölfeldern von Oklahoma. Aber er bekam trotzdem das Geld nicht so schnell zusammen, wie er sich das vorgestellt hatte. Schließlich verfiel er auf den sehr dummen Einfall, ein Auto zu stehlen. Und das war nicht einfach ein Diebstahl sondern eher eine Art Raubüberfall. Prompt wurde er erwischt und zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.

Im Gefängnis erkannte man aber, dass er eigentlich kein schlechter Kerl war. So wurde er schon nach 14 Monaten begnadigt. Als er aus dem Gefängnis kam, war er 26 Jahre alt und sein Traum von einem Flugzeug war weiter entfernt als je zuvor. Doch es gab eine andere Möglichkeit, um sich mit der Fliegerei zu beschäftigen. Vor allem für so einen Haudegen wie Wiley Post. Gerade in der Zeit, als er im Gefängnis war, hatte die große Zeit der "Fliegende Zirkusse" begonnen. Das waren herumziehende Flugakrobaten, die alles Mögliche machten. Hauptsache, es war gefährlich war und brachte die Leute zum Staunen. Sie flogen vor allem auf dem Land herum, schlugen ihre Zelte auf Wiesen und abgeernteten Feldern auf, und stellten ihre Flugzeuge in den Scheunen der Bauern unter. Deswegen nannte man sie die "Barnstormer". Spricht man ziemlich genauso, wie man es schreibt. Wörtlich übersetzt heißt das "Scheunenstürmer".

Was sie mit ihren Flugzeugen vorführten, war extrem gefährlich. Damals konnte man fast alles machen was man wollte, denn es gab für die Fliegerei noch keinerlei Vorschriften. Niemand sagte einem: „He, mach mal halblang, Du brichst Dir ja den Hals“. Man konnte im Rückenflug in nur drei Metern Höhe über die Leute donnern, unter Brücken und Stromleitungen durchfliegen, auf der Ladefläche von fahrenden Lastwagen landen, und manchmal sogar durch eine Scheune hindurchfliegen, in der hinten und vorne das Tor offen war. Womit wir wieder bei den "Scheunenstürmern" wären, denn manchmal klappte das Manöver nicht, das Flugzeug krachte in die Scheune hinein und die stürzte dann über ihm zusammen.

Einer dieser fliegenden Zirkusse war Burrell Tibbs and His Texas Topnotch Fliers (das könnte man mit: Burrell Tibbs und seine texanischen Meisterpiloten übersetzen). Und dort heuerte Wiley Post an. Und zwar als Fallschirmspringer, denn er hatte ja immer noch kein Flugzeug. Anders als heute war damals die Fallschirmspringerei eine gefährliche Sache, und man tat gruslige Dinge, um die Leute zu unterhalten. Zum Beispiel aus nur 50 Meter Höhe abspringen. Oder einen Fallschirm abwerfen und so tun, als stürzte man ab, nur um dann in letzter Sekunden einen zweiten Fallschirm zu öffnen.

Bei Burrell Tibbs und seine texanischen Meisterpiloten hatte Wiley Post zwar irgendwie mit Fliegerei zu tun, aber ein eigenes Flugzeug konnte er sich immer noch nicht leisten. Die Saison der Flugzirkusse ging immer vom Frühjahr bis in die ersten Herbsttage hinein. In der übrigen Zeit musste man auf andere Weise Geld verdienen. Die Piloten im Fliegenden Zirkus machten dann Passagierflüge. Aber was tat einer wie Wiley Post, der ja kein Flugzeug hatte? Er tat das, was er vor seiner Zeit als Gefangener gemacht hatte: Er arbeitete wieder auf den Ölfeldern von Oklahoma.

Im Oktober 1926 kam es da aber zu einem schrecklichen Unfall, bei dem er sein linkes Auge verlor. Das war zum einen ein furchtbarer Schicksalsschlag. Aber er war dennoch auch Glück. Die Versicherung zahlte nämlich für sein Auge 1.800 Dollar. Das war damals ein Haufen Geld, und Post konnte sich davon sein erstes Flugzeug kaufen. Einen Pilotenschein brauchte man damals übrigens noch nicht. Und es machte auch nichts, dass er nur noch ein Auge hatte. Heutzutage dürfte man ohne Pilotenschein und mit nur einem Auge gar nicht fliegen.

Winnie_Mae_CR_NASM

Die "Winnie Mae", das Flugzeug von Wiley Post (Bild: NASM)

Post bekam jetzt auch einen Job als Pilot. Er flog für zwei sehr reiche Ölbarone (so nannte man die Besitzer von Ölbohr-Firmen) namens Briscoe und Hall (das spricht man Bris-kou und Houhl). Die waren beeindruckt von seinen fliegerischen Fähigkeiten, dass sie ihm ein neues und viel besseres Flugzeug kauften, als das, was er hatte. Eines der besten, die es damals auf der Welt gab, nämlich eine Lockheed Vega (spricht man: Lok-hied We-gah). Dieses Flugzeug bekam den Namen "Winnie Mae" (gesprochen: Winnie Mäi"). Wiley Post stellte damit eine Reihe von Weltrekorden auf. Seine Spezialität waren Langstreckenflüge rund um die Welt. 1931 schaffte er es in neun Tagen. 1933 sogar in nur sieben Tagen. Für ein kleines Propellerflugzeug war das enorm schnell.

1934 befasste er sich mit den Möglichkeiten von Langstreckenflügen in großen Höhen. Er wollte dabei eine bestimmte sehr schnelle Windströmung nutzen, die es nur weit oben gibt, in der Region, die man Stratosphäre (spricht sich "stratosfere") nennt. Die Windströmung bezeichnet man als Jetstream (Tschetstriem). Auf Deutsch heißt das "Strahlstrom". Diese Jetstreams wehen also in der Stratosphäre in Höhen zwischen 10.000 und 14.000 Metern. Und sie können bis zu 500 Kilometer pro Stunde schnell sein. Wiley Post überlegte sich: Wenn man sich in so einem Jetstream mittreiben lässt, dann könnte man noch viele weitere Rekorde brechen.

Aber das Problem da oben kennst Du ja schon aus meinem ersten Brief. Man kann in dieser Höhe nur überleben, wenn man entweder eine Druckkabine hat (so wie bei einem modernen Verkehrsflugzeug) oder aber einen Druckanzug. Und da hatte Wiley Post gleich zwei Probleme. Es gab damals keine Druckkabinen und Druckanzüge gab es auch nicht. Aber eins von beiden brauchte er, wenn er so hoch oben fliegen wollte.

Wiley Posts Druckanzug CR Isaora

Mit dieser Version des Goodrich-Druckanzuges führte Wiley Post seine Höhenflüge durch (Bild: Isaora)

Die Sache mit der Druckkabine fiel gleich schon mal flach. Die konnte man in die Winnie Mae nicht einbauen, denn damit wäre sie viel zu schwer geworden. Blieb also der Druckanzug. Bloß woher nehmen? So etwas konnte man nirgendwo kaufen und noch nie hatte jemand so etwas hergestellt. Er erkundigte sich, wer ihm bei so etwas helfen konnte, und fand die Firma Goodrich (Das spricht sich guhd-ritsch). Diese Firma stellte damals vor allem Auto- und Flugzeugreifen her. Einen Druckanzug hatten die vorher auch noch nie gemacht, aber sie fanden die Sache spannend und wollten Wiley Post helfen.

Und so probierten sie viele Materialien aus. Schließlich bestand der fertige Anzug aus doppelt gelegter gummierter Fallschirmseide, Schweinsleder-Handschuhen, Gummistiefeln und einem Aluminium-Helm. Der Anzug hatte an Armen und Beinen Gelenke, damit sich Wiley Post auch bewegen konnte. Im Helm gab es eine bewegliche Gesichtsplatte. Die musste er zuschrauben, sobald er eine Höhe von 5.500 Metern überschritt. Der erste Einsatz dieser "Mutter aller Raumanzüge" erfolgte am 5. September 1934 über der Stadt Chicago. An diesem Tag erreichte Wiley Post eine Höhe von 12.200 Metern. In späteren Einsätzen flog er bis 15.000 Meter hoch und stellte damit einen inoffiziellen Höhenweltrekord auf. Genau nachmessen konnte das aber niemand, denn er war ja auf Langstreckenflügen unterwegs. Vor allem aber war er, wie Du aus dem ersten Brief schon weist, in dieser Höhe eigentlich schon zu über 80 Prozent im Weltraum.

Man könnte Wiley Post also gut und gerne als den Vorläufer der heutigen Astronauten betrachten. Er flog für viele Stunden in sehr großer Höhe und benutzte dazu die frühe Version eines Raumanzugs. Sehr viele Flüge machte er allerdings nicht mehr, denn Wiley Posts Leben endete am 15. August 1935. Und das kam so:

Wiley_Post_in_pressure_suit CR Wikipedia

Wiley Post bereitet sich auf seinen Flug vor. Hier kann man gut die Augenklappe über seinem linken Auge erkennen. Das hatte er ja bei einem Unfall auf den Ölfeldern von Oklahoma verloren. (Bild: Wikipedia)

Im Sommer 1935 hatte er sich ein neues Flugzeug bauen lassen. Eine Sonderanfertigung. Das war mit Schwimmern ausgerüstet, es war also ein Wasserflugzeug. Diese Maschine war sehr leistungsfähig, hatte aber schwierige Flugeigenschaften. Er selber nannte das Flugzeug "Aurora Borealis". So heißt das Nordlicht auf lateinisch. Alle anderen nannten die Maschine "Wileys Bastard". Könnte man vielleicht übersetzen mit "Wileys Miststück". Er wollte damit neue Flugstrecken ganz im Norden Amerikas erkunden. Eines Tages war er damit in Alaska unterwegs, zusammen mit seinem Freund Will Rogers. Die beiden gerieten in ein Schneetreiben und verloren die Orientierung. Sie flogen ganz niedrig an einem Flusslauf entlang, bis sie an einer Bucht ein paar Häuser sahen. Sie landeten und fragten nach dem Weg zur nächsten Stadt (damals gab es noch keine "Navis"). Dort erfuhren Sie, dass es bis dahin nur 15 Meilen weit sei. Wiley Post startete wieder, doch gleich nach dem Start versagte der Motor. Das Flugzeug stürzte in die Bucht, ein Flügel riss ab und die Maschine blieb kopfüber im Wasser liegen, nur noch die Schwimmer ragten heraus.

Das war das Ende von Wiley Post und seinem Freund Will Rogers. Du kennst ja das Motto unter dem ich diese Briefe schreibe: "Die größte Gefahr für einen Astronauten besteht darin, zu ertrinken". Und tatsächlich: Wiley Post, den man schon fast als einen der ersten Astronauten bezeichnen könnte, ertrank.

So endete der Anfang der Geschichte vom Raumanzug. Mangels Bedarf wurde bis in die frühen fünfziger Jahre hinein keine Druckanzüge mehr gebaut. Das änderte sich erst, als Forschungsflugzeuge in immer größere Höhen erreichten. Und es änderte sich noch viel mehr, als die die ersten bemannten Weltraumflüge begannen.

Es gab damals einen richtigen Wettlauf zwischen zwei Ländern, nämlich der Sowjetunion (das ist heute Russland) und Amerika. Die sowjetischen Raumschiffe hießen Wostok. Die Amerikaner nannten die ihren Mercury (spricht man: Mehr-ku-ri). Die Bezeichnung "Raumschiff" war dafür ziemlich übertrieben, denn eigentlich waren es nur sehr kleine, sehr enge Kabinen. Sie waren so klein und eng, dass die Astronauten selber im Scherz sagten, dass sie sie sich ihr Raumschiff anzogen.

Weil man sich nicht sicher war, ob die kleinen Raumschiffe auch dicht hielten, musste die Piloten einen Raumanzug tragen. Immerzu, während des ganzen Fluges. Hier gibt es schon wieder einen Bezug zum Wasser, denn in der Sowjetunion bezeichnete man den Raumanzug nicht als Raumanzug sondern als "Skaphander". Das spricht man "Ska-fan-der". Und ein Skaphander ist eigentlich ein Taucheranzug für Taucher, die mit einem runden Helm arbeiten. Oder auch ein Panzertauchanzug.

Tja und dann…

Aber was seh ich da. Ich hab mich völlig verplaudert. Au Weia. Ich muss Schluss machen. Bundesliga geht gleich los. Ich muss mir "Heute im Stadion", auf Bayern 1 anhören. Mal wieder feststellen, wer besser ist, Mertesacker oder Badstuber. Und ob Thomas Müller mal wieder ein Tor schießt.

Immerhin haben wir uns der Frage, warum die größte Gefahr für einen Astronauten darin besteht, zu ertrinken, auf einigen Umwegen mal angenähert. Aber wollte ich Dir nicht eigentlich über die möglicherweise drittgrößte Gefahr für einen Astronauten berichten, die darin besteht, einen Hitzschlag zu erleiden? Na egal. Dazu kommen wir schon noch. Nächstes Mal erzähle ich Dir über einen der allerersten Astronauten und seinen Raumanzug. Er hieß Virgil Grissom. Der Astronaut, nicht sein Raumanzug. Virgil Grissom, den alle „Gus“ nannten, wäre nämlich um ein Haar ertrunken. Aber das wundert Dich jetzt wahrscheinlich schon nicht mehr.

Also dann bis nächste Woche

Mit spacigen Grüßen, Dein Onkel

Eugen

 

Und hier geht's zu Brief drei

04.May 2015 | 01:00

Allgemeines Live-Blog ab dem 4. Mai 2015


4. Mai

drone

Ein neues Bild der beinahe geglückten Raketenlandung nach dem letzten Falcon-Start zur ISS, entstanden zusammen mit Ben Cooper. Auch ein detaillierter Bericht über einen im Februar zerbrochenen DMSP-Satelliten als Aufmacher der neuen Orbital Debris Quarterly News, das Strahlenrisiko für Mars-Flieger, ein Stein am Reifen von Curiosity, die 4000 Tage von Opportunity, eine NavCam-Aufnahme vom 26. April, auch nachbearbeitet, ein weiterer Aufruf an Amateure, C-G zu beobachten, und ein entsprechendes Ergebnis von vorgestern mit 40 cm Öffnung aus Chile. Und wortgewaltige Proteste des NASA-Chefs und des Wissenschafts-Direktors im Weißen Haus gegen eine NASA Authorization Bill im Abgeordnetenhaus, die v.a. die Erdbeobachtung ruinieren würde (mehr, mehr, mehr und mehr). [1:00 MESZ]

Vor 300 Jahren: die erste SoFi, für die es eine Karte gab

Edmond Halley hatte es möglich gemacht: Als gestern vor 300 Jahren der Kernschatten des Mondes über England zog, lag eine ziemlich genaue Karte der Totalitätszone vor – eine Weltpremiere! Auch ein Press Release zur letzten SoFi in Svalbard (Bilder, mehr, mehr Bilder und ein Artikel), ein Video vom Stratosphären-Flug und Sonnentransits der ISS hier und hier. Sowie die Kometen MASTER am 3. Mai (Mond-geschädigt), 2. Mai, 1. Mai, 30. April (mehr) und 27. April (mehr) und Lovejoy am 29. April (mit Geschwindigkeits-Messung im Plasma-Schweif; mehr, mehr und mehr) und 25. April, eine Negativ-Beobachtung einer Sternbedeckung durch Chariklo und eine neuerliche Spekulation über KPB-Impakt und die Deccan Traps (aber siehe dieses 10 Jahre alte Paper zu statistischen Zweifeln). Und der Himmel über Nainital, wo Indien große Sternwarten baut, ein dickes Paper über ALMA und die Sonne, das DESI-Instrument, noch mehr TMT-Trouble – und der Himmel im Mai. [1:00 MESZ]


02.May 2015 | 19:12

Neue Sternstunde – weitere größere Artikel

.

25 Jahre Hubble: Feierlichkeiten in Bochum, während derer auch die Mai-Ausgabe der Sternstunde produziert wurde. Natürlich auch wieder per Satellit zu sehen, um 0:30, 11:20 und 19:00 Uhr.

Vor 50 Jahren: Sputnik über Bonn – ein selber schon historischer Artikel nach 8 Jahren online.

Zwei Tage alter Frühlingsmond mit reichlich Erdschein – im April konnte der Mond einen Tag(!), zwei Tage, drei Tage, vier Tage und fünf Tage alt erwischt werden, auch mit Merkur.

Spektakulärer Doppeldurchgang von Dragon und Oberstufe -> ISS vs. Hyaden und Venus und Plejaden -> Der Dragon jagt die ISS – Action nach einem Falcon-Start.

Venus im Goldenen Tor der Ekliptik: gleich noch mehr Bilder.

Venus im Anflug auf die Plejaden: Bilder vom 9., 10. und 11. April.

Kürzere Artikel

Meine SoFi-Brille, Deine SoFi-Brille – mit krassen Unterschieden im Durchlass, aber alle zertifiziert …

Kleine Ursache, große Wirkung: ein abendlicher Contrail und die “Esos” drehen durch …

Yuri’s Night – zum ersten Mal in Köln.

Abendeffekte … und ein Achtbeiniger: Dämmerungsfarben.

Osterfeuer auf Zeche Hannover, mit Venus und Vollmond-Aufgang.


26.Apr 2015 | 01:00

Allgemeines Live-Blog vom 26. bis 30. April 2015


30. April

mercury-crash

So stürzt heute Abend der MESSENGER auf den Merkur

Die finale Flugbahn, wie sie sich nach der Bahnanalyse 24 Stunden vor dem Ende darstellte – um 21:26 MESZ wird der NASA-Merkur-Orbiter demnach die in seiner eigenen 3D-Karte markierte Stelle treffen. Und da dies auf der erdabgewandten Seite des Planeten geschieht, wird erst das Ausbleiben des Funkträgers eine halbe Stunde später davon Zeugnis ablegen. Eine PM des DLR, ein NASA Release, weitere Releases von IAU und Carnegie zu Kratern-Namen und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und der alte japanische Sonnensegler IKAROS ist zum 4. Mal aufgewacht und hat sich gemeldet. [18:55 MESZ] MESSENGER macht bereits keine Bilder mehr, stattdessen wird so viel wie möglich gesendet, bevor es zu spät ist. Auch ein Nachruf vom PSI und ein Merkur zum Rumdrehen … [19:25 MESZ] Soeben hat hier eine inoffizielle 1/2-Stunden-Show zum Missionsende begonnen, auch weitere Artikel hier, hier und hier – derweil hat Opportunity ihren 4000. Marstag absolviert! [21:00 MESZ] Auf dieser Webseite kann man sehen, welche DSN-Antenne welche Sonde empfängt – noch kann Goldstone den MESSENGER hören. Die letzten Bilder sind übertragen … [21:15 MESZ] Das DSN hat das Signal verloren – jetzt heißt es sicher stellen, dass es nicht wieder kommt. [21:30 MESZ] Ein früher Nachruf nach dem Crash. [21:45 MESZ] Das Signal kam nicht wieder, womit die Mission definitiv Geschichte – aber eine ertragreiche – ist. [22:00 MESZ] Und hier das allerletzte Bild, das aufgenommen und übertragen wurde, mit 2 m/Pixel, der Press Release zum Crash und ein weiterer Nachruf. [22:35 MESZ] Ein kürzerer Press Release und weitere Nachrufe hier, hier, hier und hier. [23:00 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: ein Science@NASA, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links]

loki

So scharf sieht das Large Binocular Telescope den Jupitermond Io und seine Vulkane: links eine interferometrisch rekonstruierte Aufnahme, rechts die entsprechend gedrehte USGS-Karte – viele der Vulkane sind erfasst, und heraus sticht der Lavasee von Loki. Das LBT hat zwei Einzelspiegel von je 8.4 m Durchmesser, die in 6 m Abstand voneinander auf einer gemeinsamen Montierung sitzen: Wenn das von den beiden Einzelspiegeln aufgefangene Licht interferometrisch überlagert wird, kann die theoretische Auflösung eines Teleskops von 22.8 m Durchmesser erhalten werden. Auch ein weiterer Hintergrund zum TMT-Trouble, das SKA-HQ im UK (früher, mehr und Artikel hier und hier [NACHTRAG: und hier]) – und die schillernde Karrierie des Astronmen Pete Worden, den dieser Blogger 1998 als ‘Leoniden-General’ kennenlernte, der zuletzt Chef von Ames war, aber das nun auch nicht mehr. [18:00 MESZ]

bo1

bo3

bo2

Blue Origins erster Testflug gelingt: bis in 93.6 km Höhe

In den Weltraum ging er noch nicht ganz, aber mit 307’000 Fuß Gipfelhöhe und einer sanften Landung der Kapsel ist gestern der First Developmental Test Flight des “New Shepard” gelungen: Der Start in Texas, die Kapsel nach der Abtrennung von der Unterstufe und die Landung in der Wüste. “Any astronauts on board would have had a very nice journey into space and a smooth return”, sagt die Firma des Amazon-Gründers, die in den Weltraumtourismus einsteigen möchte. Das einzige, was bei der Premiere nicht klappte, war eine sanfte Landung der Unterstufe: ein Video, weitere Bilder, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und eine Gratulation der NASA. Derweil wird der Reentry des unkontrollierten Progress von der ESA für den 9±2. Mai und von der USAF exakt für den 9. Mai vorhergesagt; weitere Artikel zur Misere hier, hier, hier, hier und hier. [17:45 MESZ. NACHTRAG: Die Bodenkontrolle hat weiter keinen Kontakt zum Progress; auch eine detaillierte unabhängige Website zum Reentry, spätere Artikel hier, hier und hier und mehr Links sowie weitere Artikel hier und hier und mehr Links zu Blue Origin]


29. April

ceres13500

Wettlauf der Zwergplaneten: Das erste Dawn-Bild von Ceres aus 13’500 km Abstand (Teil einer Serie vom 24.-26. April [NACHTRAG: ein weiteres Bild daraus und der Dawn Blog]) ist gerade de facto zeitgleich mit den ersten New-Horizons-Bildern von Pluto mit etwas Detail auf der Oberfläche – nach brutaler Bildverarbeitung – aus einer Serie vom 12.-18. April veröffentlicht worden, während derer sich die Sonde von 111 auf 104 Mio. km heran machte. Demnächst sollen Rohbilder binnen 48 Stunden veröffentlicht werden: mehr Visuals von heute, ein Vergleichsversuch mit Hubble und Artikel hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]. Auch ein Schwung alte NavCam-Aufnahmen von Rosetta (auf denen diese August-Animation basiert und die hier alle zusammen zu sehen sind) sowie eine neue vom 20. April und ein Kurzvideo zur Wasser-Frage, wie die ESA Hayabusa 2 beim Navigieren helfen will, ein neuer kurioser Curiosity-Stein – und die Technologien der MMS-Mission. [22:55 MESZ]

Wiedereintritt des Progress im Mai – aber was ging schief?

Die Informationen widersprechen sich noch, ob es weitere Versuche geben wird, mit dem außer Kontrolle geratenen Progress-Frachter Kontakt aufzunehmen oder ob er bereits formell aufgegeben wurde – doch ein Wiedereintritt, vermutlich im Zeitfenster 3.-11. Mai, scheint kaum mehr abzuwenden. Begleitet wird Progress – die Soyuz-Oberstufe sollte bereits verglüht sein – von 44 mysteriösen Schrott-Teilchen [alt.] mit ziemlich unterschiedlichen Bahnen: ein Hinweis auf die Natur der Fehlfunktion, die mit einem Telemetrie-Abriss 1.5 Sekunden vor dem Aussetzen des Progress begonnen hatte. Als der Datenstrom über einen Alternativ-Kanal wieder kam, war bereits klar, dass der Antrieb des Progress ausgefallen war: Das alles legt nahe, dass während der Separation etwas schief ging. Eine Roskosmos-PK mit englischer Übersetzung, ein britisches Live-Blog, ein NASA Release und magere Updates und mehr oder weniger aktuelle Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – wie sich der im letzteren Artikel erwähnte ROSAT-Reentry kommunikationsmäßig abspielte, kann hier “live” nachgelesen werden. Auf der ISS wurde derweil eine neue Leinwand installiert, auf der sie gleich mal ‘Gravity’ guckten (wie passend …), die NASA hat eine neue stellvertretende Chefin, der Super-Pressure-Ballon ist gelandet – und es sind wieder deutsche Lehrer auf SOFIA geflogen. [20:05 MESZ. NACHTRÄGE: weitere Progress-Artikel hier (mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links]

nepal

Satelliten-Interferometrie vermisst Wirkung des Nepal-Bebens: Die interferometrische Zusammenführung zweier Scans des Radars von Sentinel-1A vom 17. und 29. April zeigt die Verformung des Bodens im Gebiet des Bebens vom 25. April – jeder Farbwechsel entspricht 3 cm vertikal, d.h. die Landschaft hob oder senkte sich großskalig um teilweise mehr als einen Meter. Auch Merkwürdigkeiten um TanDEM-X – und russische scharfe Bilder eines Lacrosse-Radarstelliten der USA und seiner großen Radarantenne im Orbit: die Quelle, die Bedeutung und ein Artikel. [19:35 MESZ. NACHTRAG: auch eine PM des DLR zu Nepal und (u.a.) Sentinel]

blob

Das ist mal ein toller koronaler Massenauswurf der Sonne!

Er verließ sie gestern Abend nach einer Filament-Eruption zur Seite weg: weitere Bilder hier, hier und hier. Auch die Kometen Lovejoy – jetzt mit Staubschweif – am 27. April und 26. April und MASTER am 28. April und 27. April (mehr), beide (und Howell) von SWAN gesehen, und die ‘Entdeckung’ von GAIA durch PanSTARRS (mehr). Sowie der neue Katalog der nächsten Sterne “Starchive”, wachsender Ärger über LED-Straßenlampen, die nächste Runde bei der Exoplaneten-Taufe – und eine Studie über Open Access: Eine flächendeckende Umstellung wäre möglich. [2:25 MESZ] Und hier Protuberanz und Filament in Bewegung, von Anfang bis Ende aus SDO- und SOHO-Sequenzen zusammen gesetzt! [18:10 MESZ. NACHTRAG: eine SOHO-Komposit-Version der CME]


28. April

Ein Progress-Transporter in erheblichen Schwierigkeiten nach dem zunächst problemlosen Start heute morgen zur ISS: Wie man unschwer erkennt, taumelt das Raumschiff heftig, und angeblich ist auch der Orbit zu niedrig, was aber nicht bestätigt ist. Es gibt in den nächsten Stunden auch keine Möglichkeit, Kommandos zu schicken oder weitere Telemetrie zu empfangen: magere NASA-Updates, viel Spekulation und erste Artikel hier, hier und hier. Ein Falcon-9-Start eines turkmenischen Satelliten – ein ungewöhnliches Bild – war dagegen ein Erfolg und trotz Sauwetters gelungen: mehr Links. [15:35 MESZ] Zumindest für eins der beiden gestarteten Objekte wurde der sehr niedrige Orbit bestätigt: Die ersten Elemente der problematischen Mission haben wohl tatsächlich gestimmt. [17:15 MESZ] Und Stunden später stellt sich heraus, dass die Progress-Bahn mit 187 x 259 km doch nahe am Zielwert liegt: Die Soyuz-Rakete hat bis in den Orbit funktioniert (ihre Oberstufe ist auf 169 x 181 km, die schneller verfallen); beim oder nach dem Aussetzen ging etwas daneben. [23:55 MESZ]


26. April

ari

Und mal wieder ein farbenfroher Ariane-Start, Nr. VA222, der mit dem Aussetzen zweier Satelliten endete. Auch eine Progress-Entsorgung heute, wie sich die Weltraum-Geckos amüsierten, die Sauerstoff-Maschine von Mars 2020 – und ein hektisch rotierender C-G aus NavCam-Bildern. [22:40 MESZ] Arianespace, ESA und Airbus D&S Releases zum Start. [23:05 MESZ] Und ein Artikel. [23:45 MESZ. NACHTRÄGE: ein diesmal besonders pittoreskes Video des Starts, leider wieder mit den bekannten Uralt-Bildern einer Kamera auf der Rakete, Bilder mit dem Mond hier und hier, Press Releases der Kunden Telenor und Thales, weitere Artikel hier, hier und hier und mehr Links]

Michael-JAcger-2014q220150425lrgbwebnew_1430034103

Komet Lovejoy gestern mit strukturreichem Plasmaschweif von Michael Jäger aufgenommen (L-3x400sec RGB 180/180/180sec 4x4bin 10″/4.0 FLI 8300) – auch Bilder vom 24. April (mehr) und 23. April (mehr und mehr) sowie Komet MASTER mit superschmalem Schweif gestern (mehr) und vorgestern und C-G, inzwischen Amateuren zugänglich geworden, vorgestern. Plus eine Stunde SoFi-Talk gleich am Anfang dieses Blocks eines 36-Stunden-Hangoutathons, die deutsche SoFi “als fachübergreifende live-learning Unterrichtseinheit”, eine tolle Sonnenprotuberanz vorgestern (mehr, mehr und mehr), eine konkrete Vorhersage für das 5. Bild der vierfach gelisten Supernova (auch hier gefeiert), der neueste USNO-Katalog, die lange Astro-Geschichte des Mauna Kea, der Aufbau des Event Horizon Telescope – und kuriose Gewitterforschung mit dem Radioteleskop LOFAR. [17:45 MESZ]

Dawn im Science-Orbit um Ceres, MESSENGER vor dem Crash

Kommen und Gehen im Sonnensystem: Dawn ist am 23. April im ersten Science-Orbit angekommen und kann (nach Überwindung eines Safe-Modes) mit der ersten systematischem Kartierung von Ceres beginnen (an dessen Vermessung sich gerade noch Astronomen auf der Erde per Sternbedeckung versuchten), während MESSENGER gestern sein letztes Bahnmanöver vor dem unausweichlichen Crash absolvierte, wobei bis zuletzt Daten eingefahren werden. Auch neue Bilder von Rosetta, dem MRO (von Curiosity) und Cassini, was Arkyd 3R demonstrieren soll, ein Rekord-hoher GPS-Einsatz bei Magnetospheric Multiscale, Details der ARM, das Abdocken eines Progress, mal wieder ein Gerst-Auftritt [NACHTRÄGE: ein TV-Bericht, ein weiterer Artikel und ein Storify], die Oktober-Unfall-Untersuchungen bald fertig, die russische Raumfahrt in Geldnot – und der Langzeit-Ballon ist schon fast einen Monat in der Luft und einmal um die Erde. [1:00 MESZ]


23.Apr 2015 | 16:45

Hubble wird 25: Chronik der Feierlichkeiten

Westerlund 2 — Hubble’s 25th anniversary image

Pillars around Westerlund 2

Mit der digitalen “Enthüllung” einer Aufnahme Hubbles vom Sternhaufen Westerlund 2 und seiner nebulösen Umgebung – das Gesamtbild, eine 3D-Animation und ein Ausschnitt – haben heute um 15:15 MESZ die Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag des Starts des HST mit Shuttle-Mission STS-31 begonnen: auch Artikel hier, hier und hier. Als Beitrag der ESA zu der Party wird das Bild vielerorts in Europa riesengroß ausgestellt, etwa in Bochum, von wo dieses Blog berichten wird. Zu weiteren Online-Festivitäten wird auch morgen dieser Hang-Out gehören, während das Thema längst in aller Munde ist: weitere Press Releases hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23. April, 16:45 MESZ]

Ein HubbleCast zu diesem und anderen “Geburtstags-Bildern”. [17:00 MESZ] Und “Hubble’s Annual Beauties” aus Sicht der NASA. [17:20 MESZ. NACHTRAG: auch als Video in Szene gesetzt] Plus die Schlüsseldokumente, die letztlich zu Hubble führten: Oberth 1923 und Spitzer 1946 (ab Seite 546 = PDF-Seite 573). [22:55 MESZ] Lust, eine eigene Hubble-Doku zu schneiden? Hier gibt’s eine Stunde Rohmaterial aus dem NASA-Archiv und hier weitere “B rolls”. [23:10 MESZ] Ein JPL Release und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier zum “Geburtstag” – letzterer handelt von der Bild-Enthüllung an der TU Ilmenau. [23:25 MESZ]

enthuell

Auch im Oberth-Museum Feucht (Bild) und am Planetarium Cottbus wurde bereits enthüllt – heute folgen weitere Schauplätze. [24. April, 0:10 MESZ] Die ESA-Facebook-Version des Bildes hat bereits 13’770 Likes. [0:25 MESZ] Bilder von der Enthüllung bei der NASA selbst, was sie am Griffith Obs. planen (das meiste wird gestreamt!) und weitere Artikel hier (mehr und mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [0:50 MESZ]

Jetzt online: die Aufzeichnung des Festakts in Washington, DC, mit der Präsentation des Bildes. Derweil gibt es in Baltimore gerade ein festliches Hubble-Dinner – natürlich mit der Senatorin, die dem Teleskop stets sehr verbunden war und 1994 nach der SM 1 ausgerufen hatte: “The trouble with Hubble is over!” In Boulder freuen sie sich auch. Und The Onion hat gerade nochmal diesen Klassiker verbreitet … [2:35 MESZ] Weitere Artikel hier und hier – und ein Musik-Video: na ja. [4:20 MESZ] Hubbles weniger pittoreske Errungenschaften, ob Hubble eigentlich sinnvoll war – und ein 47 Jahre alter Artikel, da hieß es noch LST. [17:55 MESZ]

P1700093

P1700095

P1700119

P1700127

P1700133

Gleich doppelte Enthüllung des Hubble-Geburtstagsbildes im Planetarium Bochum durch dessen Leiterin S. Hüttemeister und den HST-Veteranen R.-J. Dettmar, der dazwischen an die Glanzlichter der 25 Jahre Weltraumteleskop erinnert hatte. Auch Bilder von Hubbles Aussetzen (das sich erst morgen zum 25. Mal jährt) und einem NASA Social zum Geburstag gestern, ein Gruß von Chandra, die Gewinner der “Ode an Hubble”, weitere Artikel hier (mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, eine Erinnerung an Hubbles Katze – und trefflicher Tweet von Hubble-Barbara. [21:15 MESZ]

.
.

Drei aktuelle Hubble-Geburtstags-Events, zwei von heute (Abend MESZ) und eins von vor drei Tagen – und, endlich mal online, der Original-Untersuchungsbericht zum Spiegelfehler (116 Seiten), der Hubbles anfänglichen Ruhm überschattete. Sowie tiefgründige Artikel hier und hier. [22:30 MESZ] Im Rahmen einer Diskussion auf Twitter aufgetaucht: Notizbücher eines verstorbenen Hubble-Experten, von John Wood, der an der Korrekturoptik gearbeitet hatte! [23:25 MESZ] Und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MESZ] Ein NASA Release und Feature und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [25. April 1:25 MESZ]

Noch ein Geburtstagsgeschenk ist soeben online gegangen: eine 30-Minuten-Hubble-Doku der NASA. Zuvor hatte im NASM in DC die zentrale Feierstunde mit zahlreichen Astronauten und Raumfahrt-Funktionären stattgefunden: Der Wissenschaftsberater des Weißen Hauses verlas gar eine Grußadresse von Obama. Und es wird heute noch 5 Stunden im NASM gefeiert werden. [3:20 MESZ] Das erste Hubble-Event aus dem Griffith Observatory läuft und wird später auch unter dieser URL archiviert. Und weitere Artikel hier und hier. [4:30 MESZ] Und hier. Die Griffith-Veranstaltung erweist sich derweil als ausnehmend substantiell: voll technischer Details – und mit Würdigung des Highspeed Photometers, das dem CoSTAR weichen musste sich gewissermaßen “vor den Zug warf”, um Hubble zu retten. Weitere Video-‘Entdeckungen': eine STScI News Media Telecon über Hubble’s Science Legacy vom 20. und “Hubble & the Media: 25 Years on the Bleeding Edge of Science Journalism” vom 7. April und “Servicing the Hubble Space Telescope” vom 26. März. Und vor allem sämtliche Vorträge einer großen Tagung zu 25 Jahren Hubble diese Woche! [5:55 MESZ]

hst

Heute vor 25 Jahren war es dann so weit: Hubble wurde frei gelassen! 25 years of Hubble on This Week @NASA-April 24, 2015 – empfiehlt auch Hubble zum selber drucken, in 3D. Plus Enthüllungen in Osnabrück (mehr) und den Niederlanden, ein 6-Minuten-“nano”-Beitrag und ein Clip aus österreichischen TV-Nachrichten, die Teile eins und zwei einer Gaßner-Show zum Jubiläum und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [14:45 MESZ] Jetzt gibt’s hier oder hier noch mehr Hubble-Party, live aus dem NASM-Annex. [17:05 MESZ] Und noch ein Übertragungskanal für die Feierlichkeiten – live aus dem NASM plus eine Aufzeichung des Festakts letzte Nacht daselbst. [18:15 MESZ] Der volle Text von Obamas Gratulation zum Geburtstag ist endlich online – und noch ein Video-Goodie: Die Crew von STS-31 erzählt nach der Mission, wie sie Hubble aussetzte. [19:20 MESZ] NASA-seits sind die Feierlichkeiten zuende, nur beim Griffith Observatory gibt es noch Gestreamtes bis Dienstag; gerade lief die zweite Show, und die nächste folgt um 0:30 MESZ. [23:25 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: noch ein Geburtstags-Video, wie die NASA gefeiert hat, ein Blog aus Oxford, ein weiteres NASA-Feature, viele Bilder von den Bild-Enthüllungen an diversen Orten und dem NASA-Festakt und den HST-Astronauten-Panels im NASM und weitere Artikel hier, hier, hier und hier]


20.Apr 2015 | 01:00

Allgemeines Live-Blog vom 20. bis 22. April 2015


22. April

swP1690886

Und der dritte Gang, am dritten Tag nach Neumond – mit der dicker gewordenen Sichel dicht neben Aldebaran und den Hyaden sowie der Venus in der Nähe: wieder viele Bilder dieses Bloggers von gestern Abend hier und hier und die Konstellation oder nur der Mond auf anderen Bildern aus Europa hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie vorher über Indien, Hongkong, den Philippinen und Malaysia und nachher den USA hier und hier und Venezuela. Auch ein Aufruf zur Photometrie von (19) Fortuna exakt zur Opposition (als Zugabe des Target Asteroids!-Projekts), die Kometen MASTER gestern (mehr) uind Lovejoy vorgestern animiert, ein Aufruf zu den Lyriden, ein mögliches sechstes’Massensterben’ auf der Erde im Katalog, die Sonne gestern (Details), eine Sternexplosion unbekannten Typs, ein Vierfach-Regenbogen, das Event Horizon Telescope word immer größer – und zum Streit ums TMT beleuchten ein Artikel wie die Diskussion darunter vielleicht die Motivlage der Protestler. [3:30 MESZ] Noch mehr dazu und weitere gestrige Mond-et-al.-Bilder aus Griechenland, Spanien, Italien, England, Deutschland (mehr), Mexiko, den USA (mehr) und Kanada sowie heute wieder von diesem Blogger und aus England (mehr und mehr). Auch ein Indianer-Reservat als Dark Sky Community in AZ – und auch wenn Rosetta immer neue Blicke auf C-G hat: Es sind diese Amateur-Aufnahmen aus Chile, die seit heute einen klaren Schweif des Kometen zeigen! [23:45 MESZ – Ende]


21. April

suomi

iss-zodiac

sdo-now

NASA-Presente: Suomi-Erde, ISS-Zodiakallicht, SDO-Sonne

Oben ein synthetisches Bild der Erde vom 9. April (mit Zyklon Joalane im Indischen Ozean) aus Daten von 6 Orbits des Satelliten Suomi-NPP, in der Mitte eine Aufnahme des Zodiakallichts von der ISS aus und unten Aktivitätsgebiete auf der Sonne gestern bei 17 nm Wellenlänge vom Solar Dynamics Observatory. Auch die Nutzing von RapidScat auf der ISS, Rosetta-Updates hier und hier, ein neuer ‘Nexus’ für die Erforschung von habitablen Exowelten, die Ursache des Landeproblems der Falcon – und die Liberty Bell 7 ist wieder in Kansas, nach ihrem großen Ausflug nach Bonn. [23:45 MESZ. NACHTRÄGE: noch mehr ‘Nexus’-PRs hier, hier, hier und hier und -Artikel hier und hier]


20. April

swP1690792

Die Mondsichel mit reichlich Erdschein heute Abend, der zwei Tage alte Mond ist wie immer enorm viel auffälliger als der einen Tag alte (unten): Bilderserien dieses Bloggers hier und hier und Bilder anderer von Mond oder Mond, Venus & mehr hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie Lovejoy vorgestern, die Sonne heute (Details), die Funktionsweise von Polarlichtern – und wie Australiens Ureiwohner damit umgingen. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: weitere Mondsichelei von heute hier und hier und morgen (aus Australien) hier und hier – und was der Mond im Stier jetzt bedeutet …]

ceres-latest

Klarster Blick auf Ceres-Flecken – Rülpser von Komet C-G

So deutlich wie auf dieser Aufnahme (Ausschnitt) Dawns aus 22’000 km Abstand sah man die mysteriösen hellen Flecken auf dem Zwergplaneten Ceres noch nie: Sie gehört zu einer ganzen Animation vom 14./15. April, die ihn aus polarer Sicht rotieren zeigt. Ab dem 23. April wird Dawn planmäßig Ceres drei Wochen lang aus 13’500 km Höhe kartieren, dann beginnt am 9. Mai der langsame Abstieg [NACHTRÄGE: Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier].

wac-jet

Glück muss man haben, auch als Raumsonde bei einem Kometen: Auf dieser Aufnahme der Weitwinkel-Optik von OSIRIS auf Rosetta vom 12. März sieht man einen markanten Jet aus dem “Fuß” von Komet C-G kommen – der auf einer anderen Aufnahme zwei Minuten vorher noch nicht vorhanden war! Erstaunlicherweise wurde die Quelle in der Imhotep-Region im Schatten aktiv; die Staubteilchen verlassen sie mit etwa 8 m/s.

nav0415a

Und hier die aktuelle Aktivität von C-G, vor 5 Tagen aus 165 km Entfernung von der NavCam erfasst. Auch ein weiterer Artikel, was Yutu über den Mond gelernt hat, was das Tanpopo-Experiment auf der ISS über Exobiologie heraus finden soll, warum viele Einwände gegen die ARM falsch sind – und nach 26 Jahren (!) ist Japans Aurora-Satellit Akebono am Ende seines Lebens angekommen. [20:30 MESZ]

swP1690721

Die genau einen Tag alte Mondsichel gestern über dem Ruhrgebiet von diesem Blogger erwischt, zusammen mit dem Merkur (in nur 10° Elongation) am Beginn seiner Abendsichtbarkeit: Treffer anderer aus Europa hier, hier (Legende) und hier sowie aus Chile. Übermorgen passiert Merkur den schwachen Mars; auch Europas Schatten auf Amalthea, Komet Lovejoy gestern (mehr), MASTER beim Helix-Nebel (mehr), immer bessere chilenische Amateuraufnahmen von Komet C-G, die Sonne gestern hier, hier, hier, hier und hier und vorgestern hier, hier und hier, ein intensiver Green Flash (alt.) – und ein erstaunliches ISS-Bild mit einem Dobson. [1:00 MESZ] Passend dazu von der ISS die Mondsichel und der Merkur (den der Astronaut für den Mars und ein künftiges Reiseziel hielt …) und wieder von der Erde Mond, Merkur und Mars sowie der Mond solo hier, hier und hier. [3:55 MESZ] Und eine Mondsichel mit ersten Details der Topografie. [4:35 MESZ] Sowie mit reichlich Erdschein, plus besonders tiefe Bilder des Trios – die letzten 3 Bilder alle aus Arizona. [9:55 MESZ] Und das Mond-Sichtfenster ist in Asien angekommen: die zwei Tage alte Sichel aus Malaysia. [19:35 MESZ]


Hintergrundbilder (c) OEWF