ÖWF / Polares auf einen Blick

ESA Nachrichten

ESA Human Spaceflight

22.04.16:
21.04.16:
03.Feb 2014 | 12:56

Robotic Exploration:ExoMars orbiter core module completed

The ExoMars Trace Gas Orbiter module consisting of the spacecraft structure, thermal control and propulsion systems was handed over by OHB System to Thales Alenia Space France at a ceremony held in Bremen, Germany, today.
08.Nov 2013 | 11:30

Robotic Exploration:ExoMars lander module named Schiaparelli

The entry, descent and landing demonstrator module that will fly on the 2016 ExoMars mission has been named 'Schiaparelli' in honour of the Italian astronomer Giovanni Schiaparelli, who famously mapped the Red Planet's surface features in the 19th century.
29.Apr 2016 | 18:22

New landing date for ESA astronaut Tim Peake


ESA astronaut Tim Peake and his crewmates Yuri Malenchenko and Tim Kopra will return to Earth on 18 June, giving them almost two more weeks more in space than their original mission.

Each International Space Station crew flies as a trio to the outpost and back to Earth in a Soyuz spacecraft. About every three months, a crew returns to Earth shortly before a new one arrives, often leaving a few days when only three astronauts look after the Station. 

Tim, Tim and Yuri will stay longer in space because ground control aims to keep the Space Station operating at full capacity with six astronauts.

Tim Peake says: “Although I am looking forward to being back on Earth and seeing friends and family again, each day spent living in space is a huge privilege and there is much work to do on the Station.

“This extension will keep the Station at a full crew of six for several days longer, enabling us to accomplish more scientific research.

“And, of course, I get to enjoy the beautiful view of planet Earth for a little while longer!”

29.Apr 2016 | 15:00

Week In Images


Our week through the lens:
25-29 April 2016
29.Apr 2016 | 10:01

Satellites 11 and 12 join working Galileo fleet


Europe’s latest navigation satellites, launched last December, have been officially commissioned into the Galileo constellation, and are now broadcasting working navigation signals. 

28.Apr 2016 | 18:05

Sentinel-1B first image


Less than three days after it was launched, Sentinel-1B has delivered its first radar image of Earth
28.Apr 2016 | 17:45

Station 360: Tranquility


Explore the International Space Station's Tranquility module from all angles on your mobile phone or headset
29.Apr 2016 | 18:22

New landing date for ESA astronaut Tim Peake


ESA astronaut Tim Peake and his crewmates Yuri Malenchenko and Tim Kopra will return to Earth on 18 June, giving them almost two more weeks more in space than their original mission.

Each International Space Station crew flies as a trio to the outpost and back to Earth in a Soyuz spacecraft. About every three months, a crew returns to Earth shortly before a new one arrives, often leaving a few days when only three astronauts look after the Station. 

Tim, Tim and Yuri will stay longer in space because ground control aims to keep the Space Station operating at full capacity with six astronauts.

Tim Peake says: “Although I am looking forward to being back on Earth and seeing friends and family again, each day spent living in space is a huge privilege and there is much work to do on the Station.

“This extension will keep the Station at a full crew of six for several days longer, enabling us to accomplish more scientific research.

“And, of course, I get to enjoy the beautiful view of planet Earth for a little while longer!”

26.Apr 2016 | 16:30

Sent to space


Human spaceflight and robotic exploration image of the week: Growing blood vessels in space – tissue culture ready for the International Space Station
23.Apr 2016 | 15:00

ESA’s guide to the Moon


Explore the why and how of lunar exploration in this comprehensive web documentary
22.Apr 2016 | 15:27

ESA’s guide to the Moon


21.Apr 2016 | 09:10

Space Station 360: Kibo


Explore Japan’s Kibo space laboratory with your mobile phone or VR headset in this panorama

ESA Top Multimedia

Colourful Naukluft

21.Apr 2016 | 09:10

Earth from Space: Colourful Naukluft

21.Apr 2016 | 09:10

Sentinel-1B’s first image

21.Apr 2016 | 09:10

Recording of student-built OUFTI-1 CubeSat

21.Apr 2016 | 09:10

Comet on 23 April 2016 – OSIRIS narrow-angle camera

21.Apr 2016 | 09:10

T6 ion thruster firing

21.Apr 2016 | 09:10

Weltraum Nachrichten von Online Zeitungen

29.Apr 2016 | 18:24

Raumstation ISS: Astronaut lenkt Auto auf der Erde

Aus 400 Kilometer Entfernung hat ein Forscher ein kleines Auto ferngesteuert: Er schwebte in der Internationalen Raumstation, das Gefährt rollte nahe London in eine kleine Höhle.
28.Apr 2016 | 15:40

Private Marslandung 2018 geplant: Musk macht mobil

Schon in gut zwei Jahren will US-Unternehmer Elon Musk eine Kapsel auf dem Mars absetzen. Und das ist erst der Anfang für seine Pläne zur Erkundung des Sonnensystems.
28.Apr 2016 | 08:41

Wostotschnij: Erste Rakete vom neuen russischen Weltraumbahnhof gestartet

Im zweiten Anlauf hat es geklappt: Vom neuen russischen Kosmodrom Wostotschnij ist erstmals eine Sojus-Rakete ins All geflogen.
27.Apr 2016 | 17:17

Neu entdeckter Mond: "Hubble" sieht schwarz

Der Zwergplanet Makemake ist einer von Plutos kleinen Brüdern am Rand des Sonnensystems. Astronomen haben jetzt einen Mond gefunden, der den eisigen Himmelskörper umkreist - er ist verblüffend dunkel.
27.Apr 2016 | 10:10

Wostotschnij: Erster Raketenstart am neuen russischen Weltraumbahnhof verschoben

Es sollte der Beginn in eine neue Raumfahrtära werden - doch der erste Start einer Rakete vom neuen Kosmodrom in Russland wurde abgebrochen.
28.Apr 2016 | 18:42

Ligeia Mare - Das tiefe Geheimnis des Saturnmond-Sees

Neue Daten zeigen, dass der zweitgrößte See auf Titan wider Erwarten aus Methan besteht – und tiefer ist als angenommen
28.Apr 2016 | 13:29

GPS-Konkurrenz - Letzter Satellit des indischen Navigationsprogramms INRSS gestartet

"Indian Regional Navigation Satellite System" soll in einem Jahr für Endverbraucher verfügbar sein
28.Apr 2016 | 11:53

Holpriges Plateau - Marsrover Curiosity meisterte seine bislang schwierigste Fahrt

Schroffes Terrain ohne größere Reifenschäden überquert
28.Apr 2016 | 11:08

Raum - Erste Rakete vom neuen russischen Kosmodrom gestartet

Nach Pannen und Verspätungen war es Donnerstagfrüh so weit: Mit einer Sojus startete ein neues Kapitel der russischen Raumfahrtgeschichte
27.Apr 2016 | 17:25

Wien - European Space Policy Institute hat neuen Direktor

Jean-Jacques Tortora folgt auf Peter Hulsroj
29.Apr 2016 | 20:25

B/2014 S3: Astronomen finden Ur-Baustein des Sonnensystems

Wie entstand das Sonnensystem, und wie kam Wasser auf die Erde? Einer Antwort auf die Fragen könnten Forscher ein Stück näher kommen. Sie haben im All einen ungewöhnlichen Gesteinsbrocken entdeckt.
28.Apr 2016 | 12:48

9. Mai 2016: Astronomen freuen sich auf Mini-Sonnenfinsternis

Im Mai lohnt es sich, den Blick einmal Richtung Himmel zu lenken: Am 9. Mai schiebt sich der Merkur über die Sonne. Und schon mit einem kleinen Teleskop lassen sich später die Saturn-Ringe beobachten.
28.Apr 2016 | 11:26

Zweiter Anlauf: Russen weihen Pannen-Weltraumbahnhof Wostotschny ein

Im zweiten Anlauf ist es geglückt: Vom neuen russischen Weltraumbahnhof Wostotschny ist die erste Sojus-Rakete ins All gestartet. Einen Schönheitsfehler hat das Prestigeobjekt allerdings.
27.Apr 2016 | 13:53

Raumfahrt: Countdown für Russlands neuen Weltraumbahnhof

Wenn am Mittwoch vom russischen Weltraumbahnhof Wostotschny aus die erste Rakete startet, will Präsident Wladimir Putin dabei sein. Die Wahl des Standortes hat auch rein physikalisch einen Vorteil.
22.Apr 2016 | 09:11

Eigene Raumstation: So will China den Weltraum erobern

China ist bald eine Super-Raumfahrtnation: In zwei Jahren soll mit dem Bau einer Raumstation begonnen werden. Es wäre nach dem Ende der "Internationalen Raumstation" (ISS) der einzige Außenposten im All.

Weltraum Blogs

03.Sep 2012 | 16:49

ScienceBlogs.de bekommt eine neue Software und macht Pause

Es ist endlich soweit. ScienceBlogs.de wird auf eine neue Software (WordPress) umgestellt. Dann sollten die ganzen Macken und technische Probleme die sich im Laufe der Zeit angehäuft haben, endlich verschwinden. Die Umstellung erfolgt heute Nacht, um Mitternacht geht es los. ScienceBlogs wird dann eine ganze Weile nicht erreichbar sein. Im Laufe des Dienstag Nachmittag müsste dann alles wieder funktionieren. Hoffen zumindest alle... Vielleicht funktioniert auch nichts mehr und es dauert länger, bis alles wieder normal läuft. Wir werden sehen. Ich hab noch keine Ahnung, wie das neue ScienceBlogs aussehen wird. Ich wäre schon zufrieden damit, wenn alle meine Artikel und alle Kommentare dazu den Umzug heil überstehen... Also drückt die Daumen!


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03.Sep 2012 | 12:25

Barnards Stern hat keine Planeten

Barnards Stern hat keine Planeten. Warum sollte das interessant sein, wo doch sonst immer nur von Sternen berichtet wird, bei denen man Planeten entdeckt hat? Erstmal ist auch ein negatives Resultat ein Resultat. Es mag nicht so sexy sein, wie die Entdeckung eines neuen Planetensystems, aber wenn wir wissen, dass es irgendwo keine Planeten gibt, sagt uns das auch etwas. Und dann ist Barnards Stern ein Sonderfall. Denn hier gab es seit Jahrzehnten Diskussionen, oft sogar Streit, darüber, ob sich dort Planeten befinden oder nicht.

Barnards Stern ist nur 6 Lichtjahre entfernt und damit der viertnächste Nachbar der Sonne (oder der zweitnächste, wenn man die drei Sterne des Alpha-Centauri-Systems zu einem zusammenfasst). Er ist so nahe, dass man seine Eigenbewegung sehr gut sehen kann und weil er sich so schnell bewegt, wird er oft auch "Barnards Pfeilstern" genannt. Dieses Bild zeigt, wie er sich zwischen 2001 und 2010 über den Himmel bewegt hat:

Barnard_Star_2001-2010.gif

Bild: Alejandro Sanz Gómez, CC-BY-SA 2.5

So ein interessanter Stern wurde natürlich oft und ausgiebig beobachtet. Wegen seiner schnellen Bewegung hat man besonders viele und genaue Positionsmessungen angestellt. Und in den 1960er und 1970er Jahren kam der Astronom Peter van de Kamp zu dem Schluss, dass sich dort 2 Planeten befinden müssten. Denn der Stern zog nicht einfach in einer geraden Linie über den Himmel, sondern wackelte hin und her. Der Grund dafür sollte die gravitative Störung der Planeten sein, die den Stern ein bisschen wackeln ließen. Die Entdeckung extrasolarer Planeten in den 1970er Jahren wäre eine große Sensation gewesen. Aber die Kollegen waren nicht überzeugt. Andere Astronomen zeigten, dass vermutlich ein technischer Fehler am Teleskop für das Wackeln des Sterns verantwortlich war. Aber van de Kamp war weiter von der Existenz seiner Planeten überzeugt. Zwei Stück, ungefähr halb so groß wie Jupiter sollten Barnards Stern umkreisen.

Die Sache blieb zweifelhaft, die Beobachtungen konnten nie bestätigt werden und es dauerte bis 1995, bevor der erste wirklich zweifelsfrei bestätigte extrasolare Planet entdeckt wurde. Eine Gruppe amerikanischer Astronomen hat nun noch einmal genau nachgesehen und kommt zu dem Schluß: van de Kamps Planeten existieren nicht. Sie haben Beobachtungsdaten aus den letzten 25 Jahren kombiniert und neu ausgewertet. Im Gegensatz zu van de Kamp haben sie sich nicht auf die Positionsänderungen des Sterns verlassen, sondern seine Radialgeschwindigkeit beobachtet. Auch mit dieser Methode misst man das Wackeln des Sterns, allerdings auf andere Art und Weise. Die Ergebnisse sind ziemlich deutlich:

barnard.png

Bild: Choi et al. (2012)

Die grünen und gelben Punkte sind die Messungen. Wenn der Stern keine Planeten hat, dann sollten sie alle auf der Nulllinie in der Mitte des Diagramms liegen. Wenn van de Kamps Planeten existieren, dann sollten die Punkte dem Verlauf der blauen oder rote Linie folgen. Das tun sie aber nicht, sondern liegen tatsächlich - innerhalb der Fehlerbalken - auf der Nulllinie.

Komplett ausschließen können die Forscher die Existenz von Planeten natürlich noch nicht. Ganz kleine Planeten könnte es noch geben. Aber sicherlich nichts, was größer ist als ein paar Erdmassen. Und auf jeden Fall keine Planeten, wie sie van de Kamp gefunden zu haben glaubte.

Barnards Stern hat also keine Planeten. Aber er wird weiter ein interessantes Forschungsobjekt bleiben, auch weil er der Sonne immer näher kommt. In knapp 10000 Jahren wird er sich bis auf 3,8 Lichtjahre angenähert haben. Ich würde gerne wissen, was die Astronomen bis dahin so alles herausgefunden haben...


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03.Sep 2012 | 10:00

Die Landkarte der Physik

1939 hat Bernard H. Porter die optimale Fusion aus Geografie und Physik erschaffen:

"[A] map of physics, containing a brief historical outline of the subject as will be of interest to physicists, students, laymen at large; Also giving a description of the land of physics as seen by the daring sould who venture there; And more particularly the location of villages (named after pioneer physicists) as found by the many rivers; Also the date of founding of each village; As well as the date of its extinction; and finally a collection of various and sundry symbols frequently met with on the trip."

1939-map-of-physics-h2.jpg

Wirklich cool! Da würde ich gern mal Urlaub machen. Eine kleiner Wanderung von der Astronomie ganz im Westen bis hin zur Astrophysik im Osten und dann an Herschel, Newton und Ptolemäus an den Lichtstrand und ein wenig entspannen ;)

Eigentlich fehlen nur noch 2 Dinge: Eine hochauflösende Version dieser Karte, damit man sie als Poster für die Wand ausdrucken kann. Und eine aktualisierte Version, die die Entwicklung der Physik seit 1939 inkludiert. Seit damals haben die Wissenschaftler ja jede Menge Neuland entdeckt!

(via Strange Maps)

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02.Sep 2012 | 15:40

Terminkalender September

Da ich in den nächsten Monaten diverse Vorträge und Lesungen an diversen Orten halte, dachte ich, ich sag mal Bescheid, wo ich überall sein werde. Vielleicht sieht man sich ja irgendwo.

  • 12.September, Seeheim-Jugenheim: Am 12 und 13 September finden die Bergsträsser Weltraumtage statt. Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie gibt es dort jede Menge populärwissenschaftliche Vorträge über Astronomie - zum Beispiel über die Suche nach Außerirdischen, den Bau eines Weltraumfahrstuhls oder die Geschichte der Raumfahrt in Kinofilmen. Ich werde dort am 12. September um 20 Uhr einen Vortrag zum Thema "Krawumm - Wahre und falsche Weltuntergänge" halten und dabei auch aus meinen Büchern vorlesen.

  • 25. September, Solingen: Am 25. September um 19.30 werde ich in der Sternwarte Solingen einen Vortrag zum Thema "Weltuntergang 2012? Keine Panik!" halten.
  • 24-28 September, Hamburg: Von 24 bis 28. September findet in Hamburg die große Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft statt. Dort werde ich zwar keinen Vortrag halten, aber trotzdem anwesend sein (zumindest von 26. bis 28., vorher muss ich ja noch nach Solingen). Wird sicher interessant und vielleicht sieht man sich ja!



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02.Sep 2012 | 14:26

Ein Krawumm geht um die Welt (21): Москва́

Letztes Mal war das Krawumm auf seiner Reise durch die Welt bei der chinesischen Mauer angelangt. Und wenn wir schon mal bei den großen Sehenswürdigkeiten sind, dann passt auch dieses Foto von Leser Robert. Krawumm in Moskau!

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Was bisher geschah: Teil 1: Die staubige Fabrik, Teil 2: Rindviecher, Teil 3: Das Krawumm will hoch hinaus, Teil 4: Eishockey und Nobelpreis, Teil 5: Der Weltskeptikerkongress, Teil 6: James Randi!, Teil 7: Bulgarische Berge, Teil 8: Auf hoher See, Teil 9: Das Buch im Transit, Teil 10: Der Berliner Flughafen, Teil 11: Flauschige Eichhörnchen, Teil 12: Der Bund fürs Leben, Teil 13: Der weiße Gott, Teil 14: Besuch auf Tatooine, Teil 15: Bei den alten Römern, Teil 16: Gaudi in Barcelona, Teil 17: Geysire im Yellowstone-Park, Teil 18: Urlaubslektüre in Antalya, Teil 19: Das Unheil kommt von oben, Teil 20: Die chinesische Mauer
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29.Apr 2016 | 21:03

NSRC Conference Early Bird Registration Expires Today

NSRC 2016 logoGreetings friends of the suborbital frontier!

 Good news! The Next Generation Suborbital Researchers Conference (NSRC-2016) poster abstract deadline has been extended by just a few days, to Monday, May 2nd at 11:00pm PDT! Click here to submit your poster abstract:  http://www.boulder.swri.edu/NSRC2016/Site3/Abstracts.html

Also, a reminder that the Omni Interlocken Resort conference hotel discounted rate ($142/nt, $109 govt) expires this Sunday, May 1. So reserve your room soon! (Note that full refunds will be given to hotel cancellations made before noon on May 29.)

RESERVE HOTEL ROOM NOW:

https://www.omnihotels.com/hotels/denver-interlocken/meetings/next-generation-suborbital-researchers-conference

General Venue Info:

http://www.boulder.swri.edu/NSRC2016/Site3/Venue.html

Earlybird Registration Deadline: Fri Apr 29
Conference Hotel Room Block Deadline: Sun May 1
Poster Abstract Deadline: Mon May 2

NSRC-2016 will take place at the Omni Interlocken Resort in Broomfield Colo on June 2-4, 2016, with a welcome reception the evening of Wednesday, June 1 and a closing reception the afternoon of Saturday, June 4.

NSRC-2016 brings together researchers from academia, government and industry in the largest scientific forum of its kind, with the view to using commercial suborbital vehicles for fundamental research, TRL raising, and educational purposes. Invited talks will be focused on flight provider and spaceport status and near term plans, as well as current payloads being prepared for flight and those that have recently flown. Representatives from NASA, the Federal Aviation Administration, spaceports, and commercial suborbital and orbital vehicle operators will be in attendance. Key meeting sponsors include World View Enterprises, Virgin Galactic, Blue Origin and NASA.

A draft schedule is found here: http://www.boulder.swri.edu/NSRC2016/Site3/Program.html

Opening keynote speaker will be computer scientist Alan Eustace, who set a parachuting world record in 2014 by diving in a space suit 136,000 feet (nearly 26 miles) from a balloon — the highest free-fall jump in history!

Keynote speakers include:

★    Alan Eustace: World Record High Altitude Space Dive Holder
★    Steve Jurczyk: Associate Administrator, NASA STMD
★    David Miller: Chief Technologist, NASA OCT
★    George Nield: Associate Administrator, FAA AST
★    Jane Poynter: CEO, World View Enterprises

All contributed abstracts for 2016 will be for posters this year in order to maximize time for practical provider and NASA/FAA discussions and networking, which will be focused on enabling smooth transitions from payload ideas to actual flights. Our plan is to accept ALL poster contributions that relate to NSRC!

Poster topics can include planetary science, atmospheric science, microgravity sciences (fundamental biology and physics), astro/solar physics, education, public outreach, life sciences, suborbital and commercial markets and policy, technology, and technology testing. The full list of session topics can be found at http://www.boulder.swri.edu/NSRC2016/Site3/Abstracts.html.

You can submit your abstract, register and reserve your hotel room at http://nsrc.swri.org/!

29.Apr 2016 | 17:04

Update on Blue Origin’s BE-4 Engine From Jeff Bezos

Combusting CFD modeling of the BE-4 preburner shows temperature distribution of hot gaseous oxygen entering the turbine. (Credit: Blue Origin)

Combusting CFD modeling of the BE-4 preburner shows temperature distribution of hot gaseous oxygen entering the turbine. (Credit: Blue Origin)

In the BE-4 preburner, a very small portion of the engine’s liquefied natural gas (LNG) fuel mixes and burns with all of the engine’s liquid oxygen to produce hot gaseous oxygen, which is used to drive the turbine and spin the turbopumps. Oxygen and LNG burn stoichiometrically above 6,000 degrees Fahrenheit, and temperatures of about 3,000 degrees Fahrenheit or more are needed to reliably ignite and sustain the reaction. No practical turbine materials would survive at that temperature, especially in a reusable application. To resolve this, the BE-4 preburner mixes unburned oxygen into the burned gas stream to dilute the combustion gases and reduce the overall temperature to about 700 degrees Fahrenheit. If this mixing process isn’t meticulously designed, hot spots can persist in the stream and limit turbine life.

To design the preburner to provide uniform temperature, we use 3-D Computational Fluid Dynamics (CFD) to model the LNG and liquid oxygen combustion process. CFD predicts fluid behavior by solving the Navier-Stokes equations to describe how the velocity, pressure, temperature, and density of a moving fluid relate. CFD of reacting flows, especially those that also involve a phase change, is much, much harder because it must also solve chemistry along with state equations. Combusting CFD has only become practical with recent advances in chemical physics models and computing power.

To date, we’ve completed several million core hours of CFD modeling of BE-4 combustion processes. Modeling of the preburner shows good mixing and temperature uniformity upstream of the turbine. The combustion and temperature data we’ve gathered in our subscale testing correlate with our CFD predictions and show that our preburner sizing and injector element design meet design requirements. The ability to do combusting CFD simulations doesn’t eliminate the need for rigorous testing, but it will significantly shorten the test-fail-fix loop on the test stand. We’ll keep you updated.

Gradatim Ferociter!

Jeff Bezos

29.Apr 2016 | 16:57

ULA: Atlas V Anomaly Traced to Fuel Valve

Atlas V rocket carrying the OA-6 mission to the ISS. (Credit: ULA)

Atlas V rocket carrying the OA-6 mission to the ISS. (Credit: ULA)

CENTENNIAL, Colo., April 29, 2016 (ULA PR) — ULA successfully delivered the OA-6 Cygnus spacecraft to its precise orbit as planned on March 22. During the launch, the system experienced a premature first stage shutdown. Atlas is a robust system. The Centaur upper stage compensated for the first stage anomaly, delivering Cygnus to a precise orbit, well within the required accuracy. The ULA engineering team has reviewed the data and has determined an anomaly with the RD-180 Mixture Ratio Control Valve (MRCV) assembly caused a reduction in fuel flow during the boost phase of the flight. In addition to analysis and testing, all RD-180 engines are being inspected.

Last Friday, in preparation for the MUOS-5 launch, the Atlas V completed the Launch Vehicle on Stand (LVOS) operation, erecting the Atlas V into the Vertical Integration Facility at Cape Canaveral Air Force Station. LVOS will allow configuration of the vehicle to support RD-180 engine inspections and confirm all engine components are ready for launch. The Atlas V MUOS-5 launch is targeted for early summer; a new launch date has not been secured on the Eastern Range. The impact to the remainder of the Atlas V manifest is in review with new launch dates being coordinated with our customers. All missions manifested for 2016 are expected to be successfully executed by the end of the year, including OSIRIS-REx, which will remain in early September to support its critical science window.

29.Apr 2016 | 16:52

World View Closes $15M to Create a New Category of Above-Earth Technology

World_View_Logo“Stratollite” flight platform signals the emergence of a new stratospheric economy

TUCSON, Ariz., April 27, 2016 (World View PR) — World View, the pioneers at the edge of space, today announced it has closed a $15M Series B round, with Canaan Partners as the lead investor. The round also includes participation from Norwest Venture Partners, Tencent, Moment Ventures, and Base Ventures. With the funding, World View plans to accelerate the development and commercial adoption of its “Stratollites” — high-tech balloons that operate in the stratosphere.

Unlike any other balloon, drone or satellite in the industry, World View’s Stratollites offer directional capability over remote areas for extended periods of time. These innovative new high-altitude capabilities are being offered to commercial customers for the first time, at a fraction of the cost of existing technologies, signaling the emergence of a new and untapped stratospheric economy with extraordinary potential. Comparatively speaking, other existing high-altitude vehicles face a number of challenges, including restrictions on geographical flight location and flight elevation, short flight duration, high costs and limited lifespan. World View’s technology addresses each of these limitations.

The major innovation of the Stratollite is its ability to fly a variety of trajectories – from circumnavigating the earth to persistence over a location. Stratollites can maintain position over specific areas of interest for days, weeks, and eventually months on end. This allows for more sustained measurements and monitoring capabilities over a targeted area. Stratollites can carry a wide variety of commercial payloads (remote sensors, telescopes, communications arrays, etc.). Unlike other technologies that require ideal conditions for launch, Stratollites can launch rapidly on demand, and safely return payloads back to earth after mission completion.

World View’s Stratollites will serve a wide range of commercial and government applications, including:

  • Communications: Stratollites can carry service providers’ cellular device signals and communications arrays over remote locations and before, during or after natural disasters, aiding first responders in their efforts to locate and assist those in distress.
  • Remote Sensing: Stratollites offer a robust, affordable and rapidly deployable platform for real time visual and instrument observation over specific areas of geographical interest.
  • Weather: Stratollites are ideal for collecting weather data since traditional systems cannot fly over the open ocean or other remote areas where weather develops for an extended period of time. Stratollites are able to gather weather data at the source and in-situ, making weather forecasting much more accurate and timely.
  • Research: Offering an affordable platform for a variety of research applications, from astro- and solar physics to atmospheric and earth sciences.

To date, World View has deployed over 50 successful launches and returns. The company has time and again demonstrated its ability to repeatedly and rapidly fly to the edge of space and operate in the stratosphere including heights up to 140,000 feet — an underutilized section of Earth’s atmosphere. While trillions of dollars are spent on applications in space and the troposphere, the stratosphere is virtually untapped.

“Ultimately, we’re creating a new category with these Stratollites,” said Jane Poynter, CEO of World View. “The entire World View team is passionate about changing the future of space technologies and expanding their application to new industries. In the end, we’d like to make space accessible to everyone and use the technology at hand for the benefit of humankind.”

As a part of the new round of funding, Deepak Kamra, General Partner at Canaan Partners, Vab Goel, General Partner at Norwest Venture Partners, and Tom Ingersoll (former CEO of Skybox Imaging) have joined World View’s Board of Directors.

“There are other high-altitude vehicles, but the Stratollite concept is something that’s never been done before,” said Deepak Kamra, General Partner at Canaan Partners. “No other balloon, satellite or drone has been able to successfully complete long-endurance flight over a specific area of interest and safely return to Earth. World View is creating a brand new ‘above-earth’ economy that operates in an unutilized layer of space. The combination of innovative technology, the medium it’s being used in, and its commercial availability have positive business and environmental impacts.”

“World View offers an extremely unique, differentiated technology, and the company is defining an entirely new market by enabling new use cases for the edge of space,” said Vab Goel, General Partner, Norwest Venture Partners. “We are impressed with World View ’s vision and we believe the executive management team’s deep knowledge and expertise in the space industry will help accelerate this market
in the years ahead.”

About World View® Enterprises, Inc.

World View is pioneering a new era of discovery at the edge of space, offering an affordable and versatile flight platform for enterprise and government applications. The foundation of World View’s flight technology stems from a manned flight program led by key World View personnel that broke the altitude record for highest balloon flight in Oct 2014. Dubbed “StratEx,” the program qualified World View as the top, full-service high-altitude balloon flight provider. Its advanced system allows for long-endurance flights over specific areas of interest and a variety of flight paths including circumnavigating the globe. Available today for commercial flights of unmanned payloads only, and currently taking reservations for human-tended flights, World View is leading the way in the emerging stratospheric economy and creating unprecedented access to the near-space environment. For more information, visit http://www.worldview.space

29.Apr 2016 | 16:34

SpaceVR Raises $1.25 Million in Seed Funding

360-degree camera (Credit: SpaceVR)

360-degree camera (Credit: SpaceVR)

SAN JOSE, Calif., April 28, 2016 (SpaceVR PR) — SpaceVR, the world’s first platform for creating cinematic, live, virtual space tourism, announced today it has raised a $1.25 million seed financing round. The funding is led by Shanda Group with participation from Skywood Capital. The new capital will be used to accelerate the launch of SpaceVR’s Overview 1, the world’s first virtual reality camera satellite, into space.

SpaceVR aims to provide an immersive first-hand experience of space travel via all current virtual reality devices. Taking advantage of the latest advancements in miniaturized satellite technology, SpaceVR’s state-of-the-art satellites will offer unprecedented panoramic views of our home planet from outer space, allowing consumers to experience the first ever 360-degree video content from low earth orbit.

SpaceVR will debut Overview 1 today during a keynote at the largest virtual reality conference in the world, the 2016 Silicon Valley Virtual Reality Expo, in San Jose. SpaceVR Founder and CEO Ryan Holmes will present on “VR Space Exploration” at 10 a.m.

“At the root of every major problem – climate change, bad education systems, war, poverty – there is an error in perspective that these things don’t affect us, that these things are separate. We built Overview 1 to change this. Opening up space tourism for everyone will provide a new perspective in how we view our world and how we process information,” said Ryan Holmes, founder and CEO, SpaceVR. “Astronauts who have had the opportunity to journey to outer space and experience Earth beyond its boundaries share this perspective and it has inspired them to champion a better way. We believe that this is the highest priority for humanity right now.”

As a veteran investor in the telecommunications, media and technology space, Shanda Group has investments across all aspects of the growing VR ecosystem, including hardware, software, content and entertainment and non-entertainment-related applications. “Shanda’s investments have always been focused on truly innovative, advanced and ground breaking technologies and applications. Through our investment, Shanda hopes to join SpaceVR, as the first to bring people to outer space via virtual reality applications. This allows us to turn virtual reality into reality,” said Tianqiao Chen, chairman and CEO of the Shanda Group.

With this investment, SpaceVR expects its first technology demonstration satellite to be operational in early 2017. In the intervening time, SpaceVR will focus its efforts on content delivery and distribution channels, as well as satellite and ground communication development.

SpaceVR is currently working with NanoRacks, the leader in small satellite deployments from the International Space Station. For those companies interested in strategic partnerships with SpaceVR, please contact invest(at)spacevr(dot)co.

2016 Silicon Valley Virtual Reality (SVVR) Expo

SVVR takes place April 27th-29th at the San Jose Convention Center. For those interested in attending, use code “SpaceVR@SVVR2016” to get $100 off Regular & VIP Early Access tickets. In addition to the April 28th keynote, there will be a Q&A session with SpaceVR CEO Ryan Holmes that day from 3:30-3:50 p.m. At 8 p.m., SpaceVR invites you to join its SVVR after party cohosted with UploadVR at Silicon Valley Capital Club (located at 50 W San Fernando Street and approximately two blocks from the convention center). To RSVP, go to: https://uploadtospace.splashthat.com.

About SpaceVR

Located in the heart of San Francisco’s emerging nano-satellite industry, SpaceVR is focused on creating cinematic, live, virtual space tourism. SpaceVR Founder and CEO Ryan Holmes was inspired by a phenomenon called the Overview Effect, which is the moment an astronaut realizes their place in an infinite universe by direct observation. Leading to reprioritization of protecting the earth and working together on a global scale, SpaceVR’s will launch state of the art virtual reality camera satellites into space to capture this experience and distribute it throughout the world for entertainment and education. For more information, please visit: http://www.spacevr.co/#spacevr.

About Shanda Group

Shanda Group is a global private investment group that actively seeks global opportunities with substantial growth or unique breakthrough potential. The company was founded by Chairman and CEO Tianqiao Chen and his family in 1999 and was the first Chinese online gaming company listed on the NASDAQ in 2004. Shanda’s success in the online entertainment.

29.Apr 2016 | 08:31

JAXA stellt Bemühungen zur Rettung von Astro-H ein

Die japanische Agentur für Luft- und Raumfahrtforschung teilte am 28. April 2016 mit, die Bemühungen zur Rettung des Weltraumteleskops Astro-H einzustellen. Ein Betrieb des Teleskops ohne seine Solarzellenausleger ist nicht möglich.
28.Apr 2016 | 17:03

7. indischer Navigationssatellit für IRNSS im All

Am 28. April 2016 brachte eine Trägerrakete vom Typ PSLV den indischen Navigationssatelliten IRNSS 1G von der Rampe Nummer 1 des Raumflugzentrums Satish Dhawan der indischen Weltraumforschungsorganisation (ISRO) auf der Insel Sriharikota an Indiens Südküste aus in den Weltraum.
27.Apr 2016 | 20:47

Copernicus-Aufbau: Sojus-Flug VS14 erfolgreich

Der Aufbau des europäischen Erdbeobachtungssatellitensystems Copernicus geht weiter. Am 25. April 2016 brachte die Sojus-Rakete mit der Flugnummer VS14 von Kourou in Französisch-Guayana aus Sentinel 1B ins All.
27.Apr 2016 | 07:40

Erdähnlicher Nachbar in 16 Lichtjahren Entfernung?

Möglicherweise hat die Erde einen Nachbarn in Form eines erdähnlichen Planeten in einem Sonnensystem nur 16 Lichtjahre von unserem entfernt. Der Planet könnte einen Stern namens Gliese 832 umkreisen.
26.Apr 2016 | 20:30

NASA beginnt mit Grundlagenforschung zum E-Sail

Mit Sonnenwind durchs All segeln. Von der Theorie bis zur Anwendung ist es da noch ein weiter Weg. Immerhin hat nun die NASA auf der Suche nach neuen Antrieben für Flüge an den Rand des Sonnensystems das Konzept eines E-Sails in ihr Forschungsprogramm aufgenommen.
15.Apr 2016 | 14:30

Alarm für Col-CC!

Auf eine ruhige Nachtschicht hatten sie sich eigentlich eingestellt, die Kollegen vom Dienst. Aber manchmal kommt es anders als erwartet - und genau deswegen sind wir ja ständig im Columbus Kontrollzentrum (Col-CC) auf Schicht. Der Adrenalinpegel steigt aber immer noch, wenn im Kontrollraum der dezente Ton erklingt, der mich irgendwie immer an "Das Boot" erinnert und der uns Flight Controller auf einen Alarm an Bord der ISS hinweist.
16.Mar 2016 | 15:40

EDRS-A: Überholmanöver im Berufsverkehr

Anders als niedrigfliegende Satelliten und die ISS, die mit 8 Kilometern pro Sekunde in 90 Minuten um die Erde rasen, geht es in der geostationären Höhe gemächlicher zu. Hier beträgt die Kreisbahngeschwindigkeit nur noch 3 km/s. Da man sich 36000 km über dem Erdäquator befindet, braucht man 24 Stunden für einen Umlauf um die Erde. Damit kommt man vom Boden aus gesehen über einem bestimmten Längengrad scheinbar zum Stillstand. Das ist sehr praktisch, da man dann seine Bodenantenne fest ausrichten kann und dauerhafte Sichtbarkeit hat.
14.Mar 2016 | 09:54

Ein Jahr lang Zeitreise

"Es war einmal…" jedem ist dieser Anfangssatz geläufig. Darauf folgt meist eine Geschichte von früher, ein Märchen, eine Sage. Bei unserem Twitterprojekt "#EsWarEinmal" hatten wir jeden Tag ein kleines Wissenshäppchen aus der Vergangenheit für Euch.
09.Mar 2016 | 16:01

Ariane-Start noch vor dem Frühstück

Früh aufstehen hieß es für diejenigen, die heute Morgen einen Ariane 5-Start sehen wollten. Um 6:20 deutscher Zeit hob zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Ariane 5 ECA vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana ab um einen Satelliten ins All zu bringen. Neben dem Transport eines Satelliten in den Orbit, wird dieser Ariane 5-Flug auch als Versuchsträger für die Entwicklung der Ariane 6 dienen. Mehr dazu weiter unten.
02.Mar 2016 | 12:05

Goodbye, Commander Scott!

Scott Kelly (und Michail Kornijenko feiern ihren 300. Tag im All. Heute Morgen war es soweit: US-Astronaut Scott Kelly kehrte mit seinen beiden russischen Kollegen Michail Kornijenko und Sergei Wolkow zur Erde zurück. Der 2. März markiert damit das Ende des bislang ersten einjährigen Aufenthalts von Astronauten oder Kosmonauten auf der Raumstation ISS.
11.Apr 2016 | 17:22

12. April 2016 – Yuris Night in Wien

Am 12. April 2016 ist es wieder soweit: Weltweit feiern die Raumfahrtfans den legendären ersten Orbitaflug von Juri Gagarin. Die Veranstaltung in Wien wird dabei wie in jedem Jahr von der Raumfahrt- und Astronomieplattform „Der Orion“ organisiert. Zu Gast sind wir diesmal im Dachgeschoss des „TU the Sky“ der Technischen Universität der Stadt Wien, am Getreidemarkt 9. Die Veranstaltung beginnt um 18:30 Uhr.

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Besucher des "TU the Sky" können einen atemberaubenden Blick über die Stadt Wen genießen. Credit: TU Wien

Wie immer bei der jährlichen Yuris Night von "Der Orion" ist der Eintritt frei und jede(r), der sich für das Thema interessiert ist herzlich eingeladen. Dabei gibt es für jeden Gast sogar noch eine kleine Brotzeit und ein Getränk. Dass das möglich ist, verdankt der Veranstalter seinen langjährigen treuen Sponsoren. Und - nur ganz nebenbei - schon alleine der Veranstaltungsort ist hoch interessant: Das „TU the Sky“ ist das größte Plus-Energie-Haus Österreichs. Seine komplette Fassade ist nichts anderes als eine riesige Fotovoltaik-Anlage.

Wie jedes Jahr hat Yuris Night in Wien auch heuer einen Themenschwerpunkt. Das sind dieses Mal Cubesats, Mini-Satelliten, die nicht größer sind, als der klassische „Rama-Margarinewürfel“. Österreich hat bereits zwei davon gestartet, die immer noch funktionieren und Daten liefern. Der Start einer dritten Einheit ist für dieses Jahr geplant. Daher haben wir eine Runde von Experten eingeladen, um Vorteile und Nachteile der Mini-Satelliten im Vergleich zu ihren großen Geschwistern zu beleuchten.

Wir freuen uns, dass wir für diese Gesprächsrunde den "Vater" der österreichischen CubeSats gewinnen konnten: Dr. Werner Weiss vom Institut für Astrophysik der Uni Wien. MIt dabei ist auch der Projektleiter von Pegasus, Dr. Carsten Scharlemann von der FH Wiener Neustadt. Pegasus ist Österreichs dritter CubeSat und startet im Juni. An dem Projekt sind auch das Institut für Astrophysik der Uni Wien, das TU Space Team und das Österreichische Weltraum Forum beteiligt. Vom Institut für Astrophysik werden Dr. Franz Kerschbaum und vom TU Space Team Dominik Kohl teilnehmen.

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Portrait Dr. Barbara Imhof. Credit: Paul Wilke

Moderiert wird die Runde von Dr. Barbara Imhof von Liquifer. Die Weltraum-Architektin arbeitet derzeit an dem selbständig entfaltbaren Astronauten-Habitat SHEE. Mit dem Entwurf LavaHive belegte Liquifer in Kooperation mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA den dritten Platz bei der NASA 3-D Printed Habitat Challenge.

Vom Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften wird Dr. Rumi Nakamura an der Veranstaltung teilnehmen und von ihrer aktuellen Forschung mit dem NASA-Satelliten Magnetospheric Multiscale Mission (MMS) berichten. Dr. Nakamura wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und ist Spezialistin für Weltraum-Plasma-Physik. Anhand der Daten von MMS untersucht sie das Zusammenwirken der Magnetfelder von Erde und Sonne. Diese Interaktionen sind für das Weltraumwetter verantwortlich und beeinflussen das Funktionieren von GPS, Telekommunikation und Stromnetzwerken.

Wir freuen uns, dass der französischen Astronaut Léopold Eyharts unsere Einladung angenommen hat. Er hat bei zwei Raumflügen insgesamt 68 Tage im Weltraum verbracht, und ist einer der wenigen Astronauten, die sowohl noch zur legendären russischen Raumstation Mir geflogen sind, als auch die ISS besucht haben. Im Gespräch mit ihm werden wir mehr über seinen Lebensweg in der Raumfahrt erfahren und ihn auch fragen, wie er die Zukunft der bemannten Raumfahrt sieht. Anschließend steht er für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.

Zum Abschluss des Abends wird das Österreichische Weltraum Forum wieder den Polarsternpreis an eine Person vergeben, die durch ihren Einsatz die Öffentlichkeit für den Weltraum begeistert.

Internet-Adressen

Dieser Vorbericht wird in eingen Tagen durch einen Veranstaltungsbericht ergänzt.

31.Mar 2016 | 22:06

Untersuchungsbericht zum Fall USAF-Major Harvey O. Thomas (Teil 2)

Hier nun, wie vor einigen Tagen an anderer Stelle angekündigt, die Auszüge aus dem Untersuchungsbericht der US-Luftwaffe zur Mission LIRPA-1, die am 3. November 1966 begann und erst über ein Jahr später mit der Rückholung des Astronauten Harevy O. Thomas endete.

USAF SPACECRAFT INVESTIGATION PANEL (SIP) MISHAP ASSESSMENT ON DODIG-1966-041 "Low earth orbit Intelligence Research Project A - Mission 1" (LIRPA-1)

Vorbemerkung:

Eine Kette gravierender Fehler des Missionskontrollteams, verbunden mit nicht minder schwerwiegenden Fehlhandlungen der Flugbesatzung, führten bereits unmittelbar nach Beginn der ersten Mission des Low earth orbit Intelligence Research Project A (LIRPA-1) Programmes zur Strandung des Astronauten, Luftwaffenmajor Harvey O. Thomas (Funk-Rufname: Major Tom), in einem Erdorbit mit einem Perigäum von 350 Kilometern, einem Apogäum von 410 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 62 Grad. Die Ermittlungen des Komitees ergaben, dass erprobte und seit Jahren etablierte Prozeduren bei dieser Mission nicht oder nur unzureichend befolgt wurden. Zusätzlich führte eine eher von emotionalen als von rationalen Kriterien beeinflusste  Entscheidungsfindung zu einer raschen Eskalation der Ereignisse, die am Ende das Scheitern der Mission bewirkte.

Bild 1

Harvey O. Thomas (Major Tom) ganz hinten links. Er war Mitglied der Auswahlgruppe 2A für das Programm des Manned Orbiting Laboratory (MOL). Credit: TSA

Nachfolgend das Transscript des CAPCOM  (Anmerkung des Verfassers: Capsule Communicators) mit den Anmerkungen der Komitee-Mitglieder.

Missionskontrolle: Ground Control to Major Tom. Ground Control to Major Tom:Take your protein pills and put your helmet on

Das Panel befand das Kommando an den Astronauten, nur wenige Sekunden vor dem Abheben der Rakete Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen, als unbesonnen und töricht.  Weiterhin stellte das Panel fest, dass es zu einem Zeitpunkt von T-minus 10 Sekunden für Major Harvey O. Thomas wesentlich zu spät im Ablauf der Startsequenz war, seinen Helm anzulegen. In der Folge verblieb keine Zeit mehr, den Kohlendioxid-Absorber zu überprüfen und sein Visier mit Anti-Fogging-Compound zu behandeln. Der dem Komitee vorliegende Flugplan bestätigt dieses Fehlverhalten. Für das Anlegen des Helmes sieht er einen nominalen Zeitpunkt von 2:20 Stunden vor dem Start vor, das Schließen des Visiers sollte 3 Minuten und 10 Sekunden vor dem Liftoff stattfinden.

Missionskontrolle: Commencing countdown, engines on

Ein bizarres Statement, wie so viele im weiteren Ablauf dieser Mission. Der Ausschuss befand die Ankündigung “commencing countdown” (also: Beginn des Countdowns) in einer Phase, in der sich der Countdown tatsächlich unmittelbar vor seinem Abschluss befindet, als grotesk. Dies ist dabei nicht – wie von den Mitgliedern des Review-Teams zunächst vermutet - auf einen Fehler im Transscript zurückzuführen, denn auf der begleitenden Tonspur ist im Hintergrund klar und deutlich die Stimme des Launch Sequence Operators zu hören, der eben “eight....seven...six...five...four…" herunterzählt, als der Countdown angeblich gerade erst „beginnt“.

Darüberhinaus erfordert das Aktivieren der Triebwerke ein hochkomplexes, vielstufiges Protokoll. Es kann nicht einfach dadurch erreicht werden, dass jemand “Engines on” ruft. Ein Mitglied der Untersuchungskommission meinte dazu, das wäre, als wie wenn ein Kleinkind seinen Bobbycar mit den Worten „Auto, fahr“ anfeuert.

Missionskontrolle: Check ignition and may God’s love be with you

MOL-Gemini-B-Test

Die Probleme begannen bereits in der ersten Startphase. Credit: USAF

Eine Videoaufzeichnung aus der Besatzungskabine zeigt Major Harvey O. Thomas in der ersten Startphase, den Mund mit Protein-Tabletten vollgestopft und verwirrt um sich blickend. Er tappt dabei ungelenk an der Kontrollkonsole herum (versucht er gerade "Ignition" zu checken?) und sieht dann seinen Helm auf dem Kabinenboden liegen, der noch in der Schutzhülle steckt (!). Der Major kriecht verzweifelt herum und versucht seinen Helm anzulegen, während mächtige Andruckkräfte und Vibrationen seinen Körper durchrütteln.

Missionskontrolle: This is Ground Control to Major Tom. You’ve really made the grade!

Gerade einmal 46 Sekunden nach dem Liftoff ist das eine hohle und unangemessene Phrase. Sie soll vermutlich dazu dienen, die Aufmerksamkeit vom Helm-Fiasko abzulenken.

Missionskontrolle: . . . and the papers want to know whose shirts you wear

Für eine gesicherte Bestätigung dieser eigenartigen Aussage konnte das Komitee keinerlei Belege gleich welcher Artfinden. Sicher ist jedoch mit einiger Beweiskraft, dass Astronauten grundsätzlich eher weniger durch das Tragen modischer Markenkleidung auffallen. Recherchen in der einschlägigen Literatur ergaben, dass das Kleidungsstück von Astronauten, welches das breite Publikum am Meisten interessiert, Pampers für Erwachsene sind.

Missionskontrolle: Now it’s time to leave the capsule if you dare.

Der überflüssige Zusatz “if you dare” ist ein weiterer Beleg der ungenügenden Bewertung der Situation. Diese Aussage könnte den seelisch offensichtlich ohnehin angeschlagenen Major weiter erschüttert haben. Im späteren Verlauf der Konversation hören wir sogar die noch wesentlich rätselhaftere Empfehlung “Take out your comfort pillow if you dare”.

Major Tom: . . . and I’m floating in a most peculiar way.

Die Gutachter konnten kaum glauben, dass sich ein erfahrener Astronaut mit den grundlegenden Anforderungen der Schwerelosigkeit überfordert zeigt. Das Komitee stellt hier unzureichendes Training im Vorfeld der Mission fest.

Major Tom: For here am I sitting in a tin can . . .

Dieser billiger "Schuss vor den Bug", gerichtet an die Entwickler des Raumfahrzeugs, vom bis dahin meist höflichen Astronauten, ist Besorgnis erregend. Verliert er hier bereits völlig die Fassung? Im Kontrollbunker in Cape Canaveral ist das Stöhnen der Designer über diese öffentliche Demütigung deutlich wahrnehmbar.

Major Tom: Planet Earth is blue . . .

Dem Steuerzahler, den dieser Flug 4,8 Milliarden Dollar gekostet hat, dürfte eine solch banale Beobachtung nicht zu vermitteln sein.

Major Tom:. . . and there’s nothing I can do.

Das stimmt leider nur zu genau. Ein hochwichtiges Experiment über das Kopulationsverhalten von Seidenraupen in der Mikrogravitation konnte nicht stattfinden. Das Anlegemanöver an der MOL-Station konnte trotz der geringen Distanz zum Kopplungsring (Anmerkung des Verfassers: 38 Zentimeter) nicht durchgeführt werden.

Major Tom:. . . Though I'm past one hundred thousand miles I'm feeling very still…

Major Harvey O. Thomas'  gravierende Fehl-Wahrnehmung der Situation kommt hier erneut zum Ausdruck. Zum Zeitpunkt der Meldung, sieben Minuten und 18 Sekunden nach dem Liftoff, befindet sich das Raumschiff keineswegs "past one hundred thousand miles", sondern lediglich 638 Meilen downrange von Cape Canaveral und  in einer Höhe von 112 Meilen. Dass sich der Major "still" fühlt, könnte auf die massive Intoxikation mit Proteinpräparaten zurückzuführen sein. Die übermittelte Telemetrie zeigt jedenfalls einen Geräuschpegel von 136 Dezibel in der Kabine. Eine weitere Möglichkeit für diese befremdliche Aussage könnte darin bestehen, dass das Gehör des Majors wegen Übersättigung quasi "abriegelte", denn der Flughelm war zu diesem Zeitpunkt nach wie vor nicht ordnungsgemäß angelegt.

Major Tom:. . . and I think my spaceship knows which way to go.

Bemerkungen dieser Art sind nicht dazu angetan, Zuversicht zu verbreiten.

Major Tom: Tell my wife I love her very much . . . she knows

Major Harvey O. Thomas ist nicht verheiratet.

 

Empfehlungen der Kommission:

  1. In künftigen Missionen, sowohl denen der NASA als auch denen militärischer Organisationen, sollte auf die Verwendung von “All Stars Hypro 85 Hardcore” verzichtet werden. Das Präparat ist unnötig und ihre Quelle (Anmerkung des Verfassers: Melanie, die Tochter des Flugdirektors) führt zu einem Interessenkonflikt. In keinem Fall sollte der Verzehr von Proteinpräparaten den weit wichtigeren Vorgang des Anlegens des Flughelmes verzögern.
  1. Funksprüche der Bodenkontrolle müssen eine ruhige, selbstsichere Autorität ausstrahlen. Bemerkungen wie “Your circuit’s dead, there’s something wrong!” klingen panisch und unprofessionell. Weitaus passender wäre hier: “Major Tom? Wir registrieren eine geringfügige Sollabweichung in einem der Schaltkreise. Wir prüfen das und melden uns in Kürze wieder.”
  1. Für den Fall dass die Kommunikation unterbrochen wird, empfiehlt das Gremium den Standard-Ruf: “Do you copy? Over” Das ständige Herumjammern mit “Can you hear me, Major Tom?” passt besser zu einem neurotischen Liebhaber als zum führenden Raumfahrtprogramm dieses Planeten.
  1. Weiterhin empfiehlt das Komitee, das Projekt LIRPA, ursprünglich ausgelegt auf 12 Missionen pro Jahr, drastisch zu reduzieren. Das Gremium schlägt vor, nur noch einmal jährlich eine LIRPA-Mission durchzuführen. Aus Gründen der für optische Beobachtung vorteilhaften Beleuchtungsverhältnisse auf der nördlichen Hemisphäre bevorzugt etwa zehn bis elf Tage nach dem Primär-Äquinoktium.
  1. Und schließlich sollte sobald wie irgend möglich eine Rettungsmission initiiert werden, um Major Harvey O. Thomas zurückzuholen. Seine häufigen Versuche, sich über Bordfunk in die Morgenprogramme der nationalen Radiosender einzuschalten (die mit erheblichem Aufwand durch dieJamming Transmitter von NORAD unterbunden werden müssen), könnten zwar dem einen oder anderen Zuhörer unterhaltsam erscheinen, seine politisch inkorrekten Meinungen und seine drastische und bildhafte Sprache dürften den Steuerzahler im Allgemeinen und künftige Nachwuchsastronauten im Speziellen jedoch erheblich befremden.

 

Soweit die Auszüge aus den ersten Seiten des Untersuchungsberichtes. Dazu noch ein Nachtrag des Autors:

Die Rückholung von Major Harvey O. Thomas erfolgte am 9. November 1967 durch Oberstleutnant LachlanMacleay und Major Francis Neubeck, von denen alle heute verfügbaren offiziellen Quellen besagen, dass sie nie einen Raumflug unternommen haben. Ihre Mission wurde seinerzeit als die unbemannte NASA-Testmission Apollo 4 ausgegeben.

Bei Major Harvey O. Thomas wurde nach seiner Mission eine massive Intoxikation mit Proteinpräparaten nachgewiesen, die offenbar wesentlich zu der seinerzeit unerklärlich suboptimalen Performance bei der Mission LIRPA-1 beitrug. Dies ersparte ihm aber nicht die Degradierung zum Corporal und dem Entzug der Fluglizenz.

Corporal Thomas machte in der Folge zwischen dem 1. Februar 1968 und dem 31. Januar 1973 Dienst auf den U-Booten USS Ethan Allen und USS Sam Houston wo er für die Pegelmessung des Bilgewassers zuständig war. Die restlichen 15 Jahre seiner militärischen Dienstzeit leistete er an der McMurdo Südpolstation ab, wo man ihn zuletzt am 31. Dezember 1988 beim Schneeschaufeln sah.

27.Mar 2016 | 22:36

Untersuchungsbericht zum Fall USAF-Major Harvey O. Thomas (Teil 1)

MOL_USAF

Grafische Darstellung MOL mit Gemini B. Credit: US-Space Command

Es ist in den USA lange geübte Praxis militärisch als „geheim“ klassifizierte Ereignisse nach Ablauf einer Sperrfrist historisch aufzuarbeiten. Die Dauer dieser Sperrfrist beträgt in der Regel etwa 50 Jahre, danach werden die Informationen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In wenigen Tagen ist es wieder einmal so weit. Dann wird der Untersuchungsbericht zu der im Jahre 1966 gescheiterten Mission LIRPA-1 (Low earth orbit Intelligence Research Project A - Mission 1) der US-Luftwaffe veröffentlicht.

Die Defizite, die seinerzeit auftraten, waren so gravierend, dass in der Folge alle bemannten militärischen US-Programme (Anmerkung des Verfasser: DynaSoar, Blue Gemini und Manned Orbiting Laboratory, besser bekannt als „MOL“) storniert wurden. Die US-Luftwaffe verkündete damals, dass speziell die Aufgaben des MOL besser von den unbemannten Satelliten der Serien KH-9 "Hexagon" und KH-10 "Dorian" wahrgenommen werden könnten. Eine Aussage, die - wie sich nun herausstellt - allzu berechtigt war.

Aclu-v-ashcroft-redacted

Noch sind einzelne Details des Untersuchungsberichtes nicht der Öffentlichkeit zugänglich. Credit: Pentagon

Ich werde in wenigen Tagen an dieser Stelle einen Auszug aus dem Bericht des Pentagon veröffentlichen. Die noch bestehende Sperrfrist lässt das nicht eher zu. Bis dahin ist aber vielleicht eine kleine Hintergrundgeschichte von Interesse, die ebenfalls erst dieser Tage durch einen Nachlass in Mittelengland publik wurde. Sie steht im Zusammenhang mit dem Tod eines Musikers namens David Jones, der erst kürzlich gestorben ist. Die Wahrheit über die LIRPA-1 Mission wäre nämlich beinahe schon Ende der sechziger Jahre ans Licht der Öffentlichkeit gekommen. Genau genommen ist sie es sogar tatsächlich. Nur wurde das Offensichtliche damals von niemandem für wahr gehalten.

Auslöser dieser Beinahe-Panne war Jeffrey Beamish, ein Fernmeldetechniker des Radioobservatoriums Jodrell Banks. Er hatte am Nachmittag (Anmerkung des Verfassers: GMT) des 3. November 1966 verschlüsselte Radiosignale aufgezeichnet, der ihren Ursprung offensichtlich an der Eastern Test Range der US-Luftwaffe hatten. Es handelte sich dabei um einen Datenaustausch mit einem Objekt, das in südöstlicher Richtung auf dem Weg in eine niedrige Erdumlaufbahn war. Der Fall erregte die Aufmerksamkeit des Technikers, weil für eben diesen Zeitraum die US-Luftwaffe den suborbitalen Versuchsflug eines MOL angekündigt hatte, an dessen Spitze sich das unbemannte Raumfahrzeug Gemini B befinden sollte. Doch war der Flug nur scheinbar unbemannt, und er war auch nur scheinbar suborbital. Tatsächlich befand sich an Bord der Gemini US-Luftwaffenmajor Harvey O. Thomas (Funk-Rufname: Major Tom) und der Flug ging, wie Beamishs Messprotokoll zeigte, mit südlichem Azimuth in eine etwa 350 Kilometer hohe Erdumlaufbahn steiler Inklination, wie er für Spionagemissionen typisch ist.

Einen der Telemetrieströme erkannte der erfahrene Techniker trotz der Verschlüsselung als Tonspur. Misstrauisch geworden übermittelte Jeff Beamish diese Daten per Post an seinen Bruder Walt Beamish nach Fairford. Walt war zu dieser Zeit als Funker der britischen Austauschcrew eines strategischen Bombers vom Typ B-52 "Stratofortress" zugeteilt. Im Rahmen der Durchführung von Wartungsarbeiten ließ Walt Beamish das Band durch das Entschlüsselungsgerät (Anmerkung des Verfassers: Ein Remington „Doomsday-scrambler Mk II“) des Bombers laufen, und erhielt daraufhin den Klartext auf Lochstreifen. Die Sache fiel nicht weiter auf, da der Funker seinen Kameraden gegenüber das Tape als "Übungsband" ausgewiesen hatte und mit dem daraus resultierenden Text sowieso niemand etwas anfangen konnte. Im Übrigen auch Walt Beamish nicht. Er notierte sich den Text, steckte den Zettel in die Jackentasche und vernichtete das Lochband.

Scrambler

Remington "Doomsday-Scrambler Mk II". Credit: The Remington Company

Am selben Abend traf er in Fairford einen Freund namens Terry Burns, ging mit ihm zunächst in den "Curry King", und danach, um dem ziemlich scharfen Essen etwas Flüssigkeit hinterherzuspülen, in das "Plough Inn". Dort fiel ihm der Zettel wieder ein, und erzählte seinem Freund - nachdem er sich zuvor der Wahrung äußerster Diskretion versichert hatte - die Geschichte. Terry Burns besah sich den Zettel, konnte mit dem Text allerdings ebenfalls nicht viel anfangen. Er fragte Beamish, ob er den Wisch seinem Halbbruder geben könnte, denn der, so wörtlich, "macht schräge Musik und ist immer auf der Suche nach grusligen Texten".

Als er das nächste Mal nach London kam, wo sein Halbbruder David Jones lebte, hatte er den Zettel längst vergessen. Damit hätte die Geschichte hier wohl geendet, wenn er nicht seine ziemlich verrauchte Jacke (Anmerkung des Verfassers: Resultat vieler Kneipenbesuche) in die Reinigung gegeben hätte. Als er sie drei Tage später wieder abholte, händigte ihm die Angestellte ein zerknülltes Stück Papier aus, das sie in einer der Jackentaschen gefunden hatte. Am Abend erzählte er Dave die Geschichte und schob ihm den Zettel hinüber. Sein Halbbruder besah sich den Text, nickte anerkennend und murmelte etwas wie "könnte man was machen, mit". Bei der Gelegenheit erzählte ihm Dave Jones auch, dass er sich jetzt einen Künstlernamen zugelegt habe, um das etwas flaue Geschäft mit der Singerei anzukurbeln. Und vor allen Dingen um nicht dauernd mit „diesem anderen Jones“ (Anmerkung des Autors: gemeint ist Tom Jones) verwechselt zu werden. Deshalb nenne er sich jetzt "David Bowie".

Terry Burns meinte dazu achselzuckend: "Naja, warum auch nicht. Wenn's was hilft". Er schärfte Dave noch ein, ganz gleich, was immer er mit dem Text anfange, auf keinen Fall zu erwähnen, woher er ihn habe. Das könne ihn sonst seinen Job kosten.

Plough Inn Fairford

The Plough Inn, Fairford. Credit: The Plough Inn

Tatsächlich verwendete David Jones (alias David Bowie) den sonderbaren Text erst irgendwann im Jahre 1969 für ein Lied, ohne sich noch noch groß Gedanken über seine Herkunft zu machen. Erst viel später erinnerte er sich wohl wieder daran, dass er eigentlich Stillschweigen über die Herkunft bewahren sollte. Danach behauptete er stets, er wisse nicht mehr so genau, was das eigentlich bedeuten sollte. Er hätte das irgendwie 'psychedelisch" gemeint. Wäre ja damals DIE große Mode gewesen.

Hier nun der fragliche Text:

Ground Control to Major Tom, Ground Control to Major Tom,
Take your protein pills and put your helmet on

Ground Control to Major Tom, commencing countdown, engines on
Check ignition and may God's love be with you
Ten, Nine, Eight, Seven, Six, Five, Four, Three, Two, One, Lift off
This is Ground Control to Major Tom, You've really made the grade
And the papers want to know whose shirts you wear
Now it's time to leave the capsule if you dare
This is Major Tom to Ground Control I'm stepping through the door
And I'm floating in a most peculiar way. and the stars look very different today
For here Am I sitting in a tin can,  far above the world, planet earth is blue
And there's nothing I can do
Though I'm past one hundred thousand miles I'm feeling very still
And I think my spaceship knows which way to go
Tell my wife I love her very much she knows
Ground Control to Major Tom your circuit's dead, there's something wrong
Can you hear me, Major Tom?

Obwohl - oder gerade weil - das Lied seinerzeit eine gewisse Bekanntheit erlangte, unternahm der US-Geheimdienst nichts, um den nunmehr offensichtlichen Geheimnisverrat zu verfolgen oder zu ahnden. Das ist allerdings nur allzu verständlich, denn man wollte keine Aufmerksamkeit auf eines der am wenigsten ruhmreichen Kapitel der militärischen US-Raumfahrtgeschichte lenken.

Soweit als Einführung diese eher anektdotische Hintergrundgeschichte. In wenigen Tagen lesen Sie hier die Auszüge aus dem fast fünfzig Jahre lang geheim gehaltenen Untersuchungsprotokoll der US-Luftwaffe zur gescheiterten Mission LIRPA-1.

18.Jul 2015 | 22:56

Die siebten Burggespräche des Orion

Zwischen dem 14. und 16. August finden zum siebten Mal die „Burggespräche“ des Orion statt, organisiert von meiner Orion-Partnerin Maria Pflug-Hofmayr. Austragungsort ist wie jedes Jahr das Schloss Albrechtsberg an der Pielach in Niederösterreich. Es befindet sich nur eine Wanderstunde vom bekannten Wachau-Ort Melk mit seinem gewaltigen Barock-Kloster entfernt, etwa 90 Kilometer westlich von Wien. Wie immer hat der Veranstalter weder Kosten noch Mühen gescheut, und auch in diesem Jahr die Bahn der Bruchstücke des einstigen Kometen 109P/Swift-Tuttle (besser bekannt unter der Bezeichnung „Perseiden“) so umgeleitet, dass sie in den Tagen der Burggespräche publikumswirksam über der Burganlage verglühen und für Himmelsfotografen ein pittoreskes Motiv abgeben (siehe Bild). 

Albrechtsberg_Perseid2012-08-12_voltmer

Schloss Albrechtsberg an der Pielach mit einer Perseiden-Sternschnuppe. Das Bild stammt von Sebastiam Voltmer und wurde bei den vierten Burggesprächen am 12. August 2012 gemacht.

Die Burggespräche sind ein Astronomie -Intensivwochenende für Einsteiger und Weltraumfreunde. Neben der Himmelsbeobachtung und Workshops kommt dabei auch der gemütliche Rahmen nicht zu kurz. Wir beobachten gemeinsam den Himmel, Einsteiger erfahren, wie sie sich am Himmel orientieren können, und Fotografen erlernen das Einmaleins der Astrofotografie. Dieses Jahr ist die Gelegenheit übrigens besonders günstig, weil die Burggespräche auf ein Neumond-Wochenende fallen und der Himmel somit besonders dunkel ist.

Aus Heidelberg reist die Astronomin Felicitas Mokler an. Sie berichtet unter anderem über ihr Spezialgebiet: Planetenentstehung und Forschung an Exo-Planeten. Der Astrofotograf Alexander Pikhard hält einen Workshop über Himmelsfotografie mit praktischen Übungen. Die finden übrigens auch bei Schlechtwetter statt - lasst euch überraschen. Auch Science Buster Werner Gruber ist in diesem Jahr wieder dabei. Er ist nicht nur der Chef des Planetariums Wien sondern auch ein Begriff in der österreichischen Kabarettszene. In einem öffentlichen Vortrag über kulinarische Astronomie erläutert er die perfekte Zubereitung der Sternbilder. Von mir (Astra) könnt ihr einen Vortrag über das Enfant Terrible der Privaten Raumfahrt (und der Elektromobilität, und der Energiewirtschaft, und des zukünftigen Verkehrswesens und.., und..., und...) hören und sehen. Gemeint ist Elon Musk.

Wir versprechen ein unvergessliches Wochenende. Momentan gibt es noch vier oder fünf freie Plätze. Der Teilnehmerkreis ist derzeit etwas männerlastig. Sollten noch mehr als die notwendigen vier oder fünf Meldungen hereinkommen, dann findet ein zugegebenermaßen etwas subjektives Auswahlverfahren statt, bei dem die Mädels bevorzugt werden.

Alle Programm-Infos und die Links zu weiteren Informationen findet ihr hier.

23.May 2015 | 19:09

Proton: Pfusch & Pannen

Proton überschlägt sich

Der Absturz einer Proton unmittelbar nach dem Start. Ein gefundenes Fressen für die Presse Bild: Novosti Kosmonavtiki

2. Juli 2013, 4.38 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Von der Startanlage 81/24 in Baikonur hebt eine Rakete des Typs Proton M ab. Ihre Aufgabe: Drei Satelliten der Glonass-Konstellation in einen mittelhohen Erdorbit transportieren. Doch der Flug der von Chrunitschew gebauten Rakete dauert nur wenige Sekunden. Der Träger steigt wie betrunken schlingernd vom Starttisch, schlägt zwei scharfe Haken und dreht sich dann um 180 Grad. Mit bis zuletzt nach oben feuernden Triebwerken detoniert er 37 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe einen Kilometer entfernt beim Aufschlag auf dem Boden.

Nachdem die Rakete über alle Stufen mit einer Treibstoffkombination arbeitet, die ziemlich toxisch ist (Oxidator: Stickstofftretoxid, Treibstoff: unsymmetrisches Dimethlyhydrazin) wurden die Insassen der umliegenden Gebäude zunächst angewiesen, Türen und Fenster geschlossen zu halten und die Häuser nicht zu verlassen. Die Anordnung konnte aber bald wieder aufgehoben werden, der Wind stand glücklicherweise günstig. Die Startanlage blieb unbeschädigt. Am Aufschlagort entstand allerdings im Gelände ein Krater von 200 Metern Durchmesser und fünf Metern Tiefe.

Mehr noch als der materielle Verlust schadete der Unfall Russlands Reputation als Raumfahrt-Großmacht. In der Rangliste von Dingen, die jemanden diesem Gewerbe schlecht aussehen lassen, übertrifft nur wenig den Anblick einer Großträgerrakete, die vor den Augen der Welt in geringer Höhe auf erratischen Kurs geht und dann in einer gewaltigen Explosion detoniert. Die Europäer, denen im Juni 1996 ähnliches passierte – seinerzeit beim ersten Testflug ihrer damals brandneuen Ariane 5 – können ein Lied davon singen. Ich weiß nicht, wie viele hundert Male ich seitdem diese Ariane explodieren sah. Sie bekam in jeder beliebigen Fernseh-Dokumentation über Raumfahrt ihre Paraderolle, gleich hinter der explodierenden Raumfähre Challenger, ob es nun zum Thema passte oder nicht. Somit herzlichen Dank an die Proton, die nun in den kommenden Jahrzehnten diesen Rang einnehmen wird.

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Diesen Startposter hatte Mexsat in der Erwartung eines erfolgreichen Starts vorbereiten lassen Bild: Mexsat

Man sollte annehmen, dass nach einer solchen Show höchste Vorsicht angesagt ist, doch nur neun Proton-Starts später kam es bereits zum nächsten Fehlschlag, als am 15. Mai letzten Jahres der russische Kommunikationssatellit Ekspress AM4R (der seinerseits schon der Ersatzsatellit für den früher von einer Proton versenkten Kommunikationssatelliten Ekspress AM4 war) wegen eines Fehlers in der dritten Stufe über Sibirien verglüht. Und letzte Woche, erneut nur sieben Starts später, versagt schon wieder eine Proton M und ließ die Überreste von MexSat-1 über Zentralasien vom Himmel regnen. Und es ist nicht nur die Proton die betroffen ist: Seit Mai 2009 ereigneten sich nicht weniger als 16 Fehlstarts mit Trägern der Typen Sojus, Rokot, Zenit und Proton.

Es ist schlecht bestellt um Russlands Raumfahrt. Die hohen Startfrequenzen täuschen ein falsches Bild vor. Seit zwei Jahrzehnten gibt es keine nennenswerten Neuentwicklungen mehr. Wissenschaftliche Raumfahrzeuge sind zur seltenen Ausnahme geworden. Raumsonden entsendet Russland nur noch alle Jubeljahre, und lässt sie dann, wie zuletzt im November 2011 mit Phobos Grunt, in einer öffentlichen Zurschaustellung des Unvermögens enden. Mit Ausnahme der Angara stammt alles, was heute in Russland die Startrampen verlässt, noch aus der Sowjetära. Die Zeiten, zu denen in Russland wegweisende Neuheiten auf dem Gebiet der Raumfahrt entstanden, sind längst Geschichte. Selbst dringend notwendige Ersatzentwicklungen, Neuinvestitionen und Produktverbesserungen werden immer weiter in die Zukunft hinausgeschoben, verirren sich in der ausufernden Bürokratie oder fallen der allgegenwärtigen Korruption zum Opfer.

Ehrwürdige Großmutter

Die Proton ist die ehrwürdige Großmutter unter den russischen Trägerraketen. Nur eine einzige Trägerrakete weltweit - die R-7 in ihren Varianten - hat eine noch längere Lebensgeschichte als sie. Beide befinden sich schon seit Chrustschows Zeiten im russischen Arsenal. Seit ihrem Erstflug im Jahre 1965 flog die Proton 404 Missionen, von denen 48 teilweise oder ganz scheiterten. Die überwiegende Zahl dieser Fehlschläge ist in den sechziger und siebziger Jahren verortet. In den Jahrzehnten danach galt sie als ausgereifte, technisch solide Konstruktion mit zumindest durchschnittlicher Zuverlässigkeit. Selbst die turbulenten Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion änderten daran kaum etwas. Erfahrenes, hoch qualifiziertes, und trotz der wirtschaftlichen und politischen Wirren motiviertes Personal sorgte dafür, dass dieser Trägertyp hinsichtlich seiner Zuverlässigkeit bei gut akzeptablen Werten blieb.

Im Jahr 2000 gab es 14 Starts der Proton, die allesamt erfolgreich verliefen, genauso wie die sechs Missionen des Jahres 2001. Bei den neun Flügen des Jahres 2002 kam es zu einem Fehlstart, bei dem der Kommunikationssatellit Astra 1K in einem unbrauchbaren Orbit strandete. Die fünf Proton-Starts des Jahres 2003 verliefen dagegen wieder allesamt erfolgreich, ebenso wie die acht Starts des Jahres 2004 und die sieben Missionen des Jahres 2005. Im Verlauf von sechs Jahren gab es somit bei insgesamt 49 Starts einen einzelnen Fehlschlag. Das ist, selbst nach den Maßstäben der heutigen Raumfahrt, ganz ordentlich. 98 Prozent Zuverlässigkeit, da meckert keine Versicherungsgesellschaft.

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Rollout der Mexsat-Proton M zur Startrampe Bild ILS

Etwa um das Jahr 2005 begannen allerdings die erfahrenen Kräfte der russischen Raumfahrt vermehrt in den Ruhestand abzuwandern. Neue Mitarbeiter wurden wegen des insgesamt zu hohen Personalstandes nicht mehr eingestellt, das Interesse der jungen Ingenieure und Techniker, sich in der Raumfahrt zu verdingen, war ohnehin gering. Die Bezahlung war schlecht und das Prestige längst nicht mehr dasselbe wie in der Sowjet-Zeit.

Im Jahre 2006 wurden sechs Proton Starts durchgeführt. Es gab einen Fehlschlag, als die Briz-M Oberstufe einer Proton M am 28. Februar das zweite Brennmanöver vorzeitig beendete und die drei weiteren daraufhin gar nicht erst begannen. Das Jahr 2007 sah sieben Proton-Starts. Erneut schlug einer davon fehl, weil die Trennung zwischen erster und zweiter Stufe nicht gelang. Auch von den 10 Starts des Jahres 2008 scheiterte einer. Zumindest teilweise, denn der Kommunikationssatellit AMC-14, die Nutzlast bei diesem Flug, konnte die Minderleistung der Briz-M Oberstufe mit seinen Bordtriebwerken ausgleichen. Die wirtschaftliche Lebensdauer des Raumfahrzeugs wurde durch diese Maßnahme jedoch von 15 auf nur noch vier Jahre verkürzt. Das Jahr 2009 sah zehn erfolgreiche Starts. Von den 12 Starts des Jahres 2010 scheiterte erneut einer, wobei drei russische Navigationssatelliten im Pazifik versenkt wurden. Grund war eine fehlerhafte Betankung der Oberstufe. Die 45 Starts der fünfjährigen Periode zwischen 2006 und 2010 produzierten somit vier Fehlstarts. Die Zuverlässigkeitsquote war auf 91 Prozent gesunken.

Die Abwanderung der Wissensträger hatte sich in dieser Fünfjahresperiode verstärkt. Fatal in einem System, das traditionell weniger Wert auf umfangreiche Dokumentation denn auf verbale Knowhow-Übermittlung legt. Inzwischen fehlte bei Firmen wie Chrunitschew fast die komplette Transfergeneration zwischen 30 und 55 Jahren. Auf der einen Seite gibt es somit die immer mehr ausdünnenden Belegschaft der Wissensträger und auf der anderen Seite unerfahrenes, unterbezahltes, gering motiviertes und – wie sich immer häufiger zeigt – ungenügend ausgebildetes neues Personal.

Die neun Starts des Jahres 2011 produzierten einen Fehlschlag und kosteten Russland seinen Ekspress-AM4 Kommunikationssatelliten. Von den elf Starts des Jahres 2012 scheiterten gleich zwei, wobei einer der betroffenen Satelliten, Yamal-402 am Ende doch noch die angestrebte Nutzlast erreichte, wenngleich zu Lasten seiner wirtschaftlichen Lebensdauer. Und im Jahre 2013 gelangen die ersten vier Starts, doch Nummer fünf (mit dem wir in die Story eingestiegen sind) scheiterte erneut. Fünf weitere Starts zwischen September und Dezember 2013 gelangen. Zwischen 2011 und 2013 waren dies somit bei 30 Starts vier Fehlschläge. Die Zuverlässigkeitsquote lag jetzt bei 87 Prozent.

2014 und 2015 gab es bei bislang zusammen 11 Starts erneut zwei Fehlschläge. Die Zuverlässigkeit liegt damit bei gerade noch 82 Prozent.

Zum Vergleich einige Daten westlicher Träger: Bei den bisher insgesamt 53 Starts der Atlas 5 kam es nur ein einziges Mal zu einer geringfügigen Minderleistung der Oberstufe, die aber den Missionserfolg nicht gefährdete. Bei den 29 Starts der Delta 4 seit dem Jahre 2002 gab es ebenfalls nur ein einziges Mal, und das war beim Erstflug der Delta 4 „Heavy“, eine Minderleistung, die einer Sekundärnutzlast den Missionserfolg kostete. Die Ariane 5 hatte zwar auch in ihren ersten Jahren ihr gerütteltes Maß an Fehlern, so kam es in der Frühphase des Programms zu insgesamt zwei Fehlstarts und zwei Teilerfolgen, aber seitdem fliegt diese Rakete seit zwölfeinhalb Jahren in einer makellosen Serie und absolvierte dabei 64 erfolgreiche Missionen in ununterbrochener Folge. Der letzte Fehlstart datiert auf den Dezember 2002 zurück. Selbst ein vergleichsweise brandneuer Träger wie die Falcon 9 von SpaceX hat inzwischen bei 17 Starts 17 fehlerfreie Missionen hingelegt.

Verkehrt herum eingebaut

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Die Proton M für Mexsat wird über dem Flammenschacht aufgerichtet Bild ILS

Zurück zur Proton und dem fatalen Absturz vom 2. Juli 2013. Er ist exemplarisch für die Schlamperei, die in Russlands Raketenfabriken herrscht. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos setzte gleich nach dem Unfall eine Kommission für die Fehlerermittlung ein. Der Vermarkter von Proton-Starts für Kunden aus aller Welt, International Lauch Services (ILS), installierte vorsichtshalber eine eigene Arbeitsgruppe, um die Ergebnisse der Roskosmos-Kommission zu überprüfen, denn Vertuschung ist in Russland an der Tagesordnung.

Nach vier Wochen Arbeit gab die Untersuchungskommission bekannt, dass der Absturz der Rakete durch fehlerhaft installierte Lagesensoren verursacht worden sei. Und zwar seien diese Sensoren verkehrt herum eingebaut worden. Sie standen danach gewissermaßen auf dem Kopf und hatten daher nie die Chance, richtige Werte an die Flugsteuerung der Rakete zu liefern.

Der Bau der Unglücksrakete war bei Chrunitschew im Dezember 2011 beendet worden. Die fehlerhafte Installation der drei Lagewinkel-Sensoren, die Daten für die Kurskorrekturen der Rakete liefern, war - wie man rekonstruierte - am Mittwoch, dem 16. November 2011 geschehen. Sie wurde bis zum Mai 2012 im Herstellerwerk eingelagert und dann nach Baikonur geliefert.

Die Montage der Lagekontrollanzeiger ist nicht einfach. Der Arbeitsplatz dafür ist nur über ein kleines Mannloch zu erreichen und schlecht einzusehen. Um den Einbau zu erleichtern gibt es an der Platine, auf der die Sensoren montiert werden müssen, zwei jeweils fünf Millimeter hohe Führungsstifte. In die müssen die Geräte einrasten, um dem Montagetechniker die korrekte Ausrichtung zu signalisieren. Allerdings ist es unter Ausübung brachialer Gewalt (und wahrscheinlich der Verwendung eines schweren Fäustels) auch möglich, die Geräte verkehrt herum in die Halterungen zu hämmern. Dann rastet zwar nichts ein, aber durch die Gewaltanwendung sind die Geräte derart verkeilt, dass sie sich ebenfalls nicht mehr lösen können.

Man kann es kaum glauben, aber nicht nur überprüfte niemand den Einbau der Einheit direkt bei der Montage oder zumindest nach dem Abschluss der Arbeiten. Es fanden auch keine Funktionschecks statt. Es gab lediglich eine Prüfung, ob die Stromleitungen funktionierten. Bei Airbus beispielsweise (aber auch überall sonst in der Raumfahrtindustrie weltweit) beobachten nicht selten zwei Mitarbeiter der Quality Assurance jeden Arbeitsschritt, während ein dritter den Einbau vornimmt.

Praktisch jeder Fehlstart der letzten zehn Jahre geht auf das Konto der völlig unzureichenden Qualitätskontrolle und des unzureichend ausgebildeten und unterbezahlten Personals in Russland zurück. Die übliche russische Methode der „Ursachenbehebung“, nämlich einfach Spitzenmanager zu feuern, kam auch seinerzeit zur Anwendung. Bereits wenige Tage nach dem Unfall rollten in guter alter russischer Sitte bei Chrunitschew die ersten Köpfe.

Falsche Betankung, fehlerhafte Flugsoftware, groteske Montagefehler, Betrieb außerhalb der spezifizierten Werte, undiszipliniertes Verhalten auf allen Ebenen, kriminelle Vernachlässigung der Aufsichtspflicht seitens der Vorgesetzten und vieles mehr. All das ist – das sei deutlich herausgestellt - nicht der Konstruktion der Trägerrakete anzulasten, sondern einer Qualitätssicherung, die offensichtlich nur in den Organigrammen, aber nicht in der Realität existiert.

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Beim Verlassen der Startrampe war mit der Mexsat-Proton M noch alles in Ordnung Bild ILS

Der Sturzflug in der Qualität russischer Raumfahrtprodukte hat lange Zeit um die Firma RKK Energija, den Hersteller der Sojus Rakete und der Progress- und Sojus-Raumschiffe einen Bogen gemacht. Zwar gab es auch hier immer wieder Anzeichen für Qualitätsmängel. Doch die schienen meist im Vorfeld von Starts aufgefangen und korrigiert worden zu sein. Die Sojus ist - das nur zur Erinnerung - momentan das einzige Trägerfahrzeug weltweit, das Menschen zur ISS bringen kann. Zusätzlich startet sie nach wie vor auch den Löwenanteil der unbemannten Nachschubfahrzeuge zur Internationalen Raumstation. Doch auch das scheint nicht mehr länger garantiert zu sein. Zwischen Januar 1978 und April 2015 gab es insgesamt 140 Progress-Missionen. Deren Starts verliefen während der Ära der Raumstationen Salut 6, Salut 7, Mir und im ersten Jahrzehnt des ISS-Programms praktisch fehlerfrei. Die beiden einzigen Fehlschläge ereigneten sich 2011 und 2015, nachdem es davor über 30 Jahre lang tadellos funktioniert hatte.

Was wird aus ExoMars?

An der Stelle erhebt sich nun die Frage, warum Europa eines der teuersten Raumfahrtprogramme seiner Geschichte, die aus insgesamt drei Nutzlasten bestehende ExoMars Expedition, ausgerechnet dem mit weitem Abstand schlechtesten Trägersystem der Welt anvertraut. Die vordergründige Antwort ist natürlich klar. Russland stellt die Proton kostenlos als eigenen Beitrag zu diesem Projekt bei. Damit spart sich die ESA insgesamt 320 Millionen Euro, welche die Beschaffung von zwei Ariane 5 ECA kosten würde. Die Frage ist hier nur, ob man bei einem Programm, das auch ohne die Träger schon 1,2 Milliarden Euro kostet, ausgerechnet bei der Trägerrakete sparen sollte?

Die Lage wird allein schon dadurch kritisch, weil der erste der beiden Proton-Starts zum Mars, die ExoMars 2016-Mission, nur noch ganze acht Monate entfernt ist. Es ist jedoch nach diesem erneuten Versager völlig offen, wann die Rakete überhaupt wieder für Flüge freigegeben wird. Anders als für kommerzielle Satellitentransporte gibt es für Flüge zum Planeten Mars ein enges, nur wenige Wochen langes Startfenster. Trifft man das nicht, dann muss man 26 Monate warten, bis es sich wieder öffnet. Aber selbst wenn die Rakete bereitsteht: Die kombinierte Wahrscheinlichkeit des Verluste einer der beiden Missionen liegt bei 36 Prozent. Das hätte man noch nicht einmal in den frühen 60iger Jahren akzeptiert.

Und es gibt noch einen anderen Aspekt. Und mich wundert, dass es bislang noch nie diskutiert wurde. Ein zweites Danaer-Geschenk Russlands für dieses Unterfangen. Das ist die Landesonde, mit der Europas ultrateurer Rover den Abstieg auf die Marsoberfläche unternehmen soll. Die Geschichte Russlands erfolgloser Versuche den Mars, seine Umlaufbahn oder seine Oberfläche zu erreichen ist lang und bitter. Ausnahmslos alle Landeversuche scheiterten. Keine einzige der insgesamt 20 russischen Marsmissionen (hier sind auch Orbit- und Vorbeiflugmissionen eingerechnet) kann man als uneingeschränkten Erfolg bezeichnen. Dabei fanden 18 davon noch in den "guten alten" Zeiten der sowjetischen Raumfahrt-Ära statt. Seit dem Ende der Sowjet-Ära machte Russland nur noch zwei Versuche den Mars zu erreichen, das war im Jahre 1996 die Mission „Mars 96“ und im Jahre 2011 die Mission „Phobos Grunt“. Beide endeten als peinliche Fehlschläge. Die Wahrscheinlichkeit, dass Russland im Sommer 2018, dem vereinbarten Startdatum, erstens einen Lander zur Verfügung hat, und dass der zweitens auch perfekt funktioniert wird, sind denkbar gering.

Raumfahrzeuge auf dem Mars zu landen gehört zu den schwierigsten Herausforderungen, der heutigen Astronautik. Wenn es bei den Amerikanern so leicht und spielerisch aussieht, dann nur, weil sie einsam in einer Spitzenklasse agieren, an die weltweit niemand herankommt. Europa ist im Jahre 2003 mit einem viel simpleren Konzept als der des US-Rovers Curiosity gescheitert. Und jetzt soll es Russland können? Ausgerechnet Russland, das die meisten seiner Fähigkeiten aus der Sowjet-Ära verlernt hat? Russland, in dem geschlampt wird ohne Ende. Russland, das seit Jahrzehnten keine neue Raumfahrt-Hardware entwickelt und das die interplanetare Raumfahrt offensichtlich völlig verlernt hat. Russland, dessen Raumfahrt in stetigem Niedergang begriffen ist. Wem vertrauen wir uns hier eigentlich an?

P.S. Lesen Sie dazu auch diesen Beitrag aus dem Jahr 2011 von Go for Launch.

29.Apr 2016 | 01:25

Allgemeines Live-Blog vom 29. April 2016

bridget

Dieser Rover soll heute von der ISS aus gesteuert werden

für ein realistisches Experiment in Sachen Signal-Verzögerung, was bei derartiger interplanetarer Telepräsenz (Kapitel III) ein besonders kritischer Faktor ist: Das ist der “Planet”, ein großer Sandhaufen im britischen Stevenhage, wo die Rundfahrt im Rahmen von “METERON” – dem Multi-Purpose End-To-End Robotic Operation Network – ab 15:30 MESZ stattfinden soll. [13:00 MESZ] Nein, ab 16:00 MESZ und bis 18:20 MESZ, wie gerade einer Timeline im Webcast zu dem Experiment zu entnehmen war. [15:30 MESZ] Und es gibt das GO für die ISS, um zu übernehmen – die aber gerade LOS hat. Danach geht’s dann los. [15:45 MESZ] Ein Videobild von Peake in der ISS, während er den Rover “Bridget” im U.K. kommandiert – und alle gucken gebannt … [16:10 MESZ]

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Und so geht’s: oben links ein Video-Bild von Tim Peakes Kontrollen auf der ISS, unten links der Rover im U.K. und rechts was er sieht – das ist dann (auch durch den Air2Ground Delay) mit einiger Verzögerung auch auf dem ISS-Bildschirm zu sehen. Bisher hat die Astronaut nur die Kamera geschwenkt, jetzt will er losfahren. [16:20 MESZ]

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Was er auch – mit maximaler Geschwindigkeit – tut: hinein in die “Höhle”, deren Eingang oben schon zu sehen war! Reichlich duster da drin … [16:25 MESZ]

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Na, da machen wir eben das Licht an! [16:30 MESZ] Die Einfahrt in die Höhle von außen gesehen – und das erste Ziel in der Höhle ist gefunden, mit Hilfe einer UV-Kamera. [16:35 MESZ] Cooles Bild vom Rover in der ‘Höhle’ – genau wie in diesem CGI-Clip vorweg genommen. [16:40 MESZ]

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Der Rover in der Höhle – und Peake berichtet gerade, dass seine Software für die Steuerung eingefroren ist und gar nichts mehr geht. Die Bodenkontrolle will einen Reset versuchen. [16:50 MESZ] Das hat geklappt – und das nächste Ziel wird angepeilt. [16:55 MESZ] Das zweite Ziel ist gefunden und leuchtet hell im UV. [17:00 MESZ] Ein Target nach dem anderen wird inspiziert. [17:15 MESZ] Peake hat den Rover gegen einen “Felsen” gefahren – jetzt muss er erstmal gecheckt und die Lokalisierung nachgebessert werden. Und ein längerer LOS kommt außerdem. Auch ein Artikel und ein Video-Clip über die Fahrt vorher. [17:25 MESZ] Ein Bild des ‘Unfalls’ – in ein paar Minuten ist wieder AOS, aber in der Zwischenzeit wurde der Rover per irdischem Kommando ein bisschen weg bewegt. [17:35 MESZ] Die Fahrt ging zum Schluss wieder aus der Höhle heraus, mit einem Blick auf die Zuschauer. Das Experiment ist nun zuende, und das ESOC fährt den Rover in die Parkposition zurück … [18:05 MESZ] … was so aussieht. [18:10 MESZ] Am Boden werden jetzt die Daten archiviert und auf der ISS ein Fragebogen ausgefüllt. [18:20 MESZ] Ein Press Release des U.K. Gov., ein paar Video-Highlights und ein Artikel ohne Details. [19:00 MESZ] Dagegen ein gehaltvollerer. [20:10 MESZ]

Ein superbes 3D-Modell des Rosetta-Kometen in Rotation, das ein Fan (und Computergrafik-Experte) aus den inzwischen freien OSIRIS-Bildern erzeugte! Auch ein langer Artikel über Asteroiden-Bergbau, ein “durchtrennter” Krater in Memnonia Fossae vom Mars Express, wie der Mars durch Impakte zeitweise lebensfreundlich geworden sein könnte – und dem Satelliten Microscope geht es gut, nach der ersten Missionsphase LEOP. [12:45 MESZ]

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Ein erstes Radar-Bild vom neuen Satelliten Sentinel 1-B, das die Edgeøya im Svalbard-Archipel zeigt: Der am 25. April gestartete europäische Erdbeobachter hat sehr schnell erste Daten geliefert – und bald wird eine wahre Datenflut erwartet. Auch der gute Zustand im Orbit des von der ISS ausgesetzten phillipinischen Satelliten Diwata-1, ein indischer Start eines weiteren Navigationssatelliten – und SpaceX hat den ersten großen Militärauftrag für die Falcon 9 (mehr, mehr und mehr). [1:45 MESZ. NACHTRAG: Bilder vom Start des indischen Navi-Satelliten]

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Der Komet 252P/LINEAR ist ja immer noch da und nun wieder ohne Mond, hier in der Nacht 27./28. April von Michael Jäger mit großem Gerät (RGB 6/6/6 min 10″/4 Moravian G3-16200 2×2 bin) aufgenommen – zeitgleich mit geringem Aufwand war viel weniger zu sehen. Auch die Sonne gestern hier und hier mit mehreren kleinen Gruppen.

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Die Optik des James Webb Space Telescope mit zusammen gefalteter Halterung des Sekundärspiegels: Bald wird es um 180° gedreht, damit die Instrumente angebracht werden können. Und auf der Erde hat das Large Synoptic Survey Telescope einen weiteren Partner bekommen, die University of Portsmouth, während das Instrument LUCI am LBT getestet wurde. [1:35 MESZ]

Keine Rettung möglich: Japan hat Hitomi aufgegeben

“JAXA will cease the efforts to restore ASTRO-H and will focus on the investigation of anomaly causes”: Erst weit unten im gestrigen Operation Plan of X-ray Astronomy Satellite ASTRO-H (Hitomi) findet sich diese Kapitulationserklärung. Alle Fern-Beobachtungen des Satellitenwracks – vermeintliche Funksignale nach der Havarie stellten sich als irrig heraus – belegen, dass beide Solarzellen komplett abgebrochen sind. Jetzt werde mit Nachdruck nach der Ursache des Disasters geforscht. Nicht in dem Press Release aber auf einer Pressekonferenz wurde bereits bekannt gegeben, dass wegen eines Software-Fehlers die Lageregelung falsch reagierte und den Satelliten wie einen Kreisel rotieren ließ, bis die Teile abrissen: So war es letztlich menschliches Versagen, das den begehrten Röntgensatelliten ruinierte. Auch Gedanken hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ob die von SpaceX angekündigte Mars-Landung per Dragon realistisch ist – und hier, hier, hier und hier zum verrückten “Starshot”-Projekt. [1:25 MESZ. NACHTRÄGE: noch einer, plus weitere Artikel zu Hitomis Ende hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]


28.Apr 2016 | 04:55

Das Космодром Восточный ist jetzt in Betrieb!

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Im zweiten Anlauf ist die Soyuz-Rakete pünktlich heute Morgen um 4:01 MESZ vom neuen russischen Kosmodrom Vostochny abgehoben, das langfristig zu einer Unabhängigkeit Russlands von Baikonur in Kasachstan mit den lästigen Pachtzahlungen führen soll – und wie schon 24 Stunden zuvor (“Eine Doku über das neue …”) lieferte Roskosmos keinerlei Live-Bilder vom Startgelände und kündigte eine 10-Minuten-Wartefrist an. Aber es ist nicht mehr 1957 sondern 2016: Sogar aus zwei unabhängigen Quellen konnten sich Weltraumfans Direktübertragungen aus der Amur-Region besorgen!

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Da war zum einen diese Übertragung mit der Periscope-App des Blagoveshchensker “Sarcastagod” aus einiger Entfernung, die die aufsteigende Rakete zunächst nur blickweise als Lichtpunkt zeigte, später aber klar einen Kondensstreifen in der Atmosphäre.

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Und auch der lokale TV-Sender Amursport konnte die Rakete aus der Ferne erfassen, nachdem er zuvor auch alternatives Weltraum-Programm gezeigt hatte. Oben drei Videos, die binnen einer halben Stunde nach dem Start vorlagen: Das tatsächlich nach etwa 10 Minuten verbreitete offizielle Filmmaterial des Starts aus einem russischen TV-Programm, ein besseres Amateurvideo des Starts – und der aufgezeichnete Webcast “Alpha Centauri” eines weltraumverrückten Ukrainers, der zwischen verschiedenen Quellen hin und her schaltete und der auch eine wichtige Quelle für die Live-Berichterstattung hier gewesen war.

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Hier noch fünf Screenshots aus dem Roskosmos-Material über diverse Quellen. NACHTRAG: noch mehr Standbilder daraus – während gerade hier der Start zeitversetzt ‘wiederholt’ wird. Inzwischen sollten Oberstufe und Fracht einen Transferorbit erreicht haben, ausgesetzt werden die Satelliten erst gut zwei Stunden nach dem Start.

NACHTRAG 2: das offizielle Video vom Start, los geht’s ab 3:15 – auch eine Kurzversion davon. Und die Bestätigung eines kompletten Erfolges der Mission, die drei Satelliten sind also alle ausgesetzt worden!

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NACHTRAG 3: ein echtes Foto vom Start – da gibt’s hier, hier und hier noch mehr von. Und Putin freut sich, auch wenn er keinen live gucken lassen wollte (was – s.o. – bekanntlich misslang). NACHTRAG 4: weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und zuvor Proteste gegen die Drop Zones der Raketen.


21.Apr 2016 | 01:00

Allgemeines Live-Blog vom 21. bis 27. April 2016


27. April

First Light für das neue Laser-AO-System am VLT, die Four Laser Guide Star Facility (4LGSF), die Teil der Adaptive Optics Facility am Unit Telescope 4 des Very Large Telescope ist und speziell die Instrumente GALACSI/MUSE und GRAAL/HAWK-I bedient, die besonders hohe Winkelauflösung benötigen. Auch das Kosmologie-Ballon-Teleskop PIPER der NASA, das dieses Jahr fliegen soll – und die Sonne mit “Merkur”-Fleck heute und Komet LINEAR blässlich und eine Feuerkugel über Südkalifornien gestern. [23:35 MESZ – Ende]

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Komet C-G quasi im Gegenlicht am 23. April aus 30 km Distanz von OSIRIS aufgenommen – auch ein Bild vom 20. April und eine C-G-Tagung. Sowie die anspruchsvolle Fahrt von Curiosity diese Tage, knappes Geld für NASA-Arbeiten zur Mars-Lande-Technik und eine Ankündigung von Space X, vielleicht schon 2018 einen Dragon zum Mars zu schicken und später zu anderen Zielen im Sonnensystem, wofür die Landetriebwerke schon getestet wurden: ein Abkommen mit der NASA dazu, ein generelles NASA-Statement in Sachen Mars-Partnerschaften und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Plus die Geologie von Pluto & Charon, nach dem Auspacken der JWST-Spiegel das Zusammenfalten der Fangspiegel-Halter (fertig; mehr) – und das Aussetzen eines philippinischen Mini-Satelliten von der ISS: ein Bild und ein Artikel. [22:50 MESZ]

Eine Doku über das neue Космодром Восточный (26 Minuten, Russisch), wo in 30 Minuten die erste Rakete starten soll: Bilder vom Roll-Out und ein Webcast-Kanal, der aber noch aus ist. [3:30 MESZ] Ein Webcast von einem Fan (bisher nur eine Uhr; der hat auch kein Live-Bild vorliegen) und Live-Diskussion zur Lage – und 8 Minuten Rohmaterial und viele Fotos vom Roll-Out der Rakete. [3:40 MESZ] Eine Live-Sendung eines lokalen TV-Kanals (“Amursport”), der aber auch keine Bilder hat. [3:50 MESZ] Der Start wurde verschoben, Details – oder Bilder – gibt’s noch nicht. [4:05 MESZ] Der Start ist um einen Tag verschoben worden. [4:10 MESZ] Der Abbruch kam wohl recht plötzlich … und im Studio von Amursport singt einer zur Gitarre “Fly me to the Moon” – auf Englisch! [4:20 MESZ] Der automatische Abbruch erfolgte während der Betankung, kurz vor dem Start. Nächster Versuch am 28. April um 4:01 MESZ. [4:45 MESZ] Spekulation über das Fehlen eines Webcasts heute … [4:55 MESZ] … während die Entscheidung über den nächsten Versuch heute 22:30 MESZ fallen soll. Der Countdown war bei t-1.5 Minuten gestoppt worden; weitere Artikel hier, hier und hier. [18:35 MESZ] Und hier, hier, hier, hier, hier und hier. [21:55 MESZ. NACHTRAG: Die Entscheidung kam verspätet: Neuer Startversuch um 4:01 MESZ am 28. April]

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Auch Zwergplanet Makemake hat einen (dunklen?) Mond

Bei den anderen drei Zwergplaneten im Kuiper-Gürtel waren schon länger Monde gefunden worden, 5 bei Pluto, 2 bei Haumea und einer bei Eris – nur (136’472) Makemake war bislang einsam geblieben. Das hat sich vor exakt einem Jahr geändert, wie erst gestern bekannt gegeben wurde, in einem MPEC, einem CBET und einem kurzen Paper: Der noch namenlose Mond S/2015 (136472) 1 war am 27. April 2015 mit der WFC3 des Hubble Space Telescope beobachtet worden und ist auf sechs 725-Sekunden-Aufnahmen durch den breiten Filter F350LP in 0.6″ Abstand zu erkennen, 7.8 mag. schwächer als der Zwergplanet. Auf weiteren WFC3-Bildern zwei Tage später ist dagegen nichts mehr zu sehen, bis noch 2.5 mag. tiefer: Daraus schließen die Beobachter, dass sich der Mond in einer Bahn fast in der Ebene der Sichtlinie befindet und dann im Glanz Makemakes verschwunden war; solch ein Orbit würde auch erklären, warum der Mond bei früheren Suchen unentdeckt blieb. Es lässt sich – eine Kreisbahn angenommen – auch ableiten, dass seine Umlaufszeit größer als 12.4 Tage und der Abstand größer als 21’000 km ist, viel mehr aber auch nicht. Man kann aber spekulieren, dass der Mond für einen Großteil der IR-Emission aus dem Makemake-System verantwortlich ist, die die Satelliten Spitzer und Herschel sahen, und sehr dunkel ist (was zu einer Durchmesser-Schätzung von “100 Meilen” führt): Bisher wurde das für die Wärmestrahlung verantwortliche dunkle Material in einer Zone auf Makemake vermutet. Das JWST wird diese Hypothese testen können. Auch ein NASA Release & Artikel hier und hier zum Mond sowie ein zweiter Mond von (130) Elektra im Hauptgürtel mit AO entdeckt, SDO-Beobachtungen des Sonnenflares am 17. April – und vier neue Cherenkov-Teleskope auf La Palma. [2:55 MESZ]

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Zum ersten Mal der komplette Hauptspiegel des JWST ist seit gestern zu sehen, nachdem alle Deckel entfernt wurden: weitere Blicke hier, hier und hier und Artikel dazu hier, hier und hier. Auch HiRISE-Mars-Bilder in Superresolution mit u.a. dem Wrack von Beagle 2 (mehr, mehr und mehr), Cassini-Bilder mit einem großen See voller Methan auf Titan und das nahende Ende der Mission, die erhoffte Missionsverlängerung für New Horizons – und die Premiere des russischen Kosmodroms Vostochny in wenigen Stunden: weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier, ein fetziges Mini-Video von Roskosmos und der Astro- & Geophysik-Satellit “Mikhailo Lomonosov” an Bord der Soyuz-Rakete. [1:40 MESZ]


26. April

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Auch drei CubeSats und ein Einstein-Tester sind im Orbit

Nach der größten Nutzlast Sentinel 1-B gestern hat die Fregat-Oberstufe der Soyuz VS14 (oben: ihre Spur am Himmel) auch die drei CubeSats (Mitte) und schließlich genau 4 Stunden nach dem Abheben auch den Physik-Satelliten Microscope (unten) problemlos in ihre jeweiligen Bahnen entlassen: zu letzterem die Homepage, ein CNRS-Artikel, eine PM des ZARM, massig technische Details – und ein Artikel dieses Bloggers. [3:10 MESZ. NACHTRÄGE: ein ESA Release zu Microscope und der Orbit des Satelliten, die Kontaktaufnahme mit den CubeSats, die Inbetriebnahme Sentinels und der anderen Satelliten und ein alternatives Video, Fotos hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier zum Soyuz-Start]


25. April

jwst

Beim James Webb Space Telescope werden gerade die Deckel der Spiegelsegmente abgenommen, die nun golden im riesigen Cleanroom glänzen: ein Bild der Live-Webcam von vor ca. einer Stunde. Auch aktuelle Erdbilder von Satelliten, noch mehr chinesische Weltraumpläne hier und hier, der nächste Falcon-Start mit Ozean-Landung am 3. Mai (mehr und was das bringt), der erste Start vom neuen Kosmodrom Vostochny am 27. April (mehr, mehr und mehr) – und der Countdown läuft wieder für den Soyuz-Start in Französisch Guyana heute um 23:02 MESZ mit 5 Satelliten, die alle auszusetzen genau 4 Stunden dauert und von denen die drei kleinen für Amateurfunker interessant sind. [21:55 MESZ] Bis zum Aussetzen des letzten der 5 – des Einstein-Testers Microscope – wird es vier Stunden dauern! Der Webcast der ESA beginnt in ca. 5 Minuten. [22:35 MESZ] Mehr Infos zum Start – inklusive einer besseren Version des Webcasts. [22:45 MESZ]

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Die Soyuz eine Viertelstunde vor dem Startzeitpunkt: Alle Probleme sind gelöst, heisst es, alles steht auf Grün. [22:50 MESZ]

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Perfekter Lift-Off der Soyuz – und auch in den Minuten danach alles genau nach Plan. [23:10 MESZ]

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Die Fregat ist jetzt mit ihrem ersten von vier Burns beschäftigt – hier noch eine Szene bei t+50 Sekunden. [23:15 MESZ] Die ersten 30 Sekunden des Fluges. [23:20 MESZ] Sentinel 1-B ist ausgesetzt, was mit verhaltenem Beifall quittiert wird – eigentlich klatscht man ja erst, wenn alle Satelliten unterwegs sind, doch das dauert bekanntlich noch 3 1/2 Stunden. [23:30 MESZ]

jwst

Während schon die Reden zu Sentinels Abreise gehalten werden, ein Zeitraffer der JWST-Enthüllung bisher und der aktuelle Status – jetzt ist offenbar erstmal Feierabend. Und der Arianespace-Webcast geht um 1:43 MESZ weiter, wenn die drei Mini-Satelliten ausgesetzt werden sollen. [23:50 MESZ] Zum Sentinel-Erfolg schon mal ESA (mit den ersten 1:30 des Fluges), Arianespace und Thales Releases und eine PM des DLR, plus Stills aus dem Webcast, ein Foto und weitere Artikel hier, hier und hier. [23:55 MESZ]


23. April

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Die Plejaden und Merkur kommen sich näher tief am heutigen Abendhimmel – auch eine Teleskop-Aufnahme und eine peinliche Verwechslung eines Kondensstreifens mit dem Merkur, Teleskop-Bilder vom Mars mit einigem Detail, eine Kontroverse um die Rotationsperiode von 2015 TB145 zwischen optischen und Radar-Astronomen, der Vollmond von der ISS aus, der ein besonders kleiner war, ein weiteres Korona-Komposit vom 9. März mit Boden- und Satelliten-Bildern, ein Sonnenuntergang hinter dem Brocken, eine Feuerkugel über Russland und Finnland – und ein Selbstbau-Planetarium mit Sternen aus Leuchtfarbe. [23:30 MESZ. NACHTRÄGE: weitere Hi-Res-Märse von heute und gestern & vorgestern und Hi-Res-Jupiters von heute von den Philippinen]

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Zum zweiten Mal wegen schlechten Wetters am Boden geblieben ist heute die Soyuz mit den fünf Satelliten: Die zwei Startverschiebungen wegen zu starker Winde sind für eine Soyuz-Rakete ungewöhnlich – nun soll es morgen um 23:02 MESZ losgehen. Auch der Status von Kepler, dessen Ausfall ungeklärt blieb – und hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier mehr zu Chinas großen Weltraumplänen. [23:15 MESZ. NACHTRAG: der Soyuz-Start wurde abgebrochen und damit zum 3. Mal verschoben – der nächste Versuch ist wohl am 25. April 23:02 MESZ]


22. April

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So sah Herschel die Milchstraße von 334 bis 331 Grad

galaktischer Länge bei 70 bis 350 µm Wellenlänge während der Herschel infrared Galactic Plane Survey (Hi-GAL), deren Data Release 1 heute veröffentlicht wurde: das umfangreiche Paper dazu und ein Artikel dieses Bloggers. Auch ein HST-Bild der Galaxie NGC 4111, die Wiederaufnahme der K2-Mission von Kepler, ein neues OS für den ExoMars TGO, Chinas Mars-Rover 2020 jetzt offiziell geplant, diverse aktuelle Rosetta-Bilder, die wetterbedingte Verschiebung des Soyuz-Starts mit 5 europäischen Satelliten in Frz. Guyana auf morgen, der NASA-2017-Haushalt des Senats mit reichlich SLS zu Lasten anderer Programme – und ein Vortrag letzte Nacht am JPL über die Freuden der CubeSats, deren Start-Rate exponentiell ansteigt, die manchmal extrem langlebig sind und von denen zwei 2018 zum Mars fliegen sollen, als Begleiter von InSight. [22:45 MESZ]


21. April

Ein Hubble-Bild des “Bubble Nebula” NGC 7635, den der Wind um einen Stern produziert hat – auch ein ‘zweites JWST’ für Thermaltests, was der Satellit ACE zum Ursprung der Kosmischen Strahlung heraus fand, die Krater-Halos auf Pluto, ein Phobos-Untergang auf dem Mars neu verarbeitet, ein weiterer Marsorbiter der NASA für das nächste Jahrzehnt, der morgige Start von Sentinel-1B auf einer Soyuz und Chinas erste richtige Raumstation ca. 2018. [23:45 MESZ]

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Der verblassende Merkur steht derzeit nahe der Plejaden

in der Abenddämmerung: Aufnahmen von gestern mit nicht optimal flachem Horizont (mehr und mehr). Ebenfalls gestern der verschwindende große und ein kommender kleiner Sonnenfleck, das Citizen-Science-Projekt “Aurorasaurus”, Komet LINEAR gestern und vorgestern, die Januar-Aufnahmen des HST vom zerfallenden Ikeya-Murakami, eine Feuerkugel über dem U.K. – und mal wieder Timing-Fragen zum KPB-Massensterben vor ~65 Myr (mehr, mehr und mehr). [1:00 MESZ]

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Das ISS-Mysterium ist wieder da – wie schon vor ein paar Wochen (“Unterdessen rätselt der britische ISS-Bewohner …”) wurden jetzt wieder von der Raumstation aus seltsame Wolkenbänder in der Hochatmosphäre abgelichtet. Auch 15 Jahre Europäer auf der ISS, die Rückkehr der gelandeten Falcon-Unterstufe zum Cape, der erste Start vom Kosmodrom Vostochny am 27. April, der Start des Satelliten Microscope morhen, ein klein wenig Science vom kaputten Hitomi, die rechnerische Nachbildung von DSCOVR-Bildern, ein mögliches drittes Ziel für Dawn – und ein Vermächtnis des Venus Express mit der Messung atmosphärischer Wellen während des Absturzes. [1:00 MESZ]


19.Apr 2016 | 23:55

So taumelt der angeschlagene Hitomi am Himmel

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Ein Video mit dem OSCOM-Teleskop der Embry-Riddle Aeronautical University, mit dem Studenten den japanischen Röntgensatelliten verfolgten, der heftig rotiert und unrettbar verloren sein könnte; auch das abgebrochene ‘Objekt K’ am Himmel. Derweil haben Gutachter das Projekt eLISA der ESA befürwortet, das ab den 2030-er Jahren Gravitationswellen per Satelliten detektieren würde, während das Hickhack zwischen NASA und ESA über Fermis Detektion von irgendwas während der LIGO-Gravitationswelle weiter geht [NACHTRÄGE: der Stand der Debatte]. Und NASA-Satelliten haben einen Sonnenflare aus zwei verschiedenen Blickwinkeln beobachtet sowie das SDO einen M-Klasse-Flare vorgestern – auch die fleckige Sonne im weißen Licht gestern (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr und am 10.-18. April und 13.-18. April) und heute (mehr); der große Fleck ist nun wieder am Rand angekommen.

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Dreimal Ceres, zweimal Komet C-G auf gerade publiziertenn Aufnahmen von Dawn (die Krater Oxo – 10 km – und Roskva & Dada aus dem LAMO und der 34-km-Krater Haulani aus dem HAMO) und Rosetta (OSIRIS vom 13. April aus 109 km und NavCam vom 10. April aus 31 km Höhe) – auch ein Rosetta-Bild vom März und das Vermächtnis von Philae.

Ein faktenreicher Vortrag über die Erkenntnisse von New Horizons im Pluto-System (Stand März 2016; 45 Minuten + Diskussion) – auch wie sich die Dunstschichten Plutos verändern, ein Amateur-Video des Pluto-Randes, wie der Zwergplanet kartiert wird und wie die Extended Mission aussehen soll, die nun beantragt ist. Plus Cassini-Fänge von interstellarem Staub am Saturn (mehr, mehr und mehr), die Physik des Europa-Eises, wie der ExoMars TGO auf die Reise geschickt wurde – und die Erforschung des Mondes noch lange nicht zuende ist.

Die Erde aus der Sicht der Internationalen Raumstation ist Gegenstand zweier neuer Filme: einem – hier komplett und in bis ‘4K’ Auflösung zur Verfügung stehenden – 5 Minuten langen Video von Polarlichtern (es gibt auch neue kurze 4-K-Videos der Erde am Tag hier und hier)

und dem neuesten LEO-IMAX-Film “A Beautiful Planet” (hier ein kurzer Ausschnitt), der gerade Premiere hatte; erstmals hatte mangels Space Shuttle als Transporter mit kleineren Kameras improvisiert werden müssen. Auch die Senats-Vision für den NASA-Haushalt 2017 mit SLS satt (mehr, mehr und mehr) – und die Rückkehr einer chinesischen Raumkapsel mit µg-Experimenten (mehr, mehr und mehr).


11.Apr 2016 | 01:10

Allgemeines Live-Blog vom 11. bis 17. April 2016


17. April

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Ein perfekter “Goldener Henkel” krümmt sich am Himmel

heute Nacht am Mond neben dem Jupiter (untere Hälfte) – auch die Sonne mit dem dicken Fleck heute (mehr, mehr, mehr und mehr und vom 12.-17. April und 10.-17. April), gestern (mehr und mehr und vom 7.-16. April), vorgestern und am 13. April (eine Animation), wie viele Amerikaner in der SoFi-Totalitäts-Zone 2017 oder in wachsendem Abstand von dem Streifen wohnen, Komet LINEAR heute und gestern, eine US-Feuerkugel vorgestern – und noch mehr Meteoriten vom Fall am 6. März, was die Berechnung des Streufeldes validiert. [23:25 MESZ – Ende]


16. April

BEAM

Da kommt BEAM am Robotarm der ISS – schneller als geplant ist das neue Modul heute an der ISS angebracht worden, mit Luft gefüllt wird der Prototyp für größere aufblasbare Raumstationen aber erst Ende Mai. Auch die anhaltenden Probleme mit ITAR in der europäischen Raumfahrt, die vorsichtige Reaktivierung von Kepler – und eine englische Fassung des JAXA-PDFs zur Krise auf Hitomi, auch hier ausgeführt. [11:45 MESZ] Ein Zeitraffer der Installation BEAMs, das Ergebnis, ein NASA-Update und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. [19:45 MESZ] Und noch ein Video von der BBC. [23:45 MESZ. NACHTRAG: weitere Artikel hier und hier]


15. April

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Mond kommt wieder: Abschied von Komet 252P/LINEAR?

So sah er jedenfalls heute Morgen immer noch aus, auf einer Aufnahme von Michael Jäger – auch Bilder von gestern (mehr), vom 12. April (mehr und mehr) und 10. April, von mehreren Tagen und vom SWAN-Instrument verfolgt. Auch hier, hier, hier, hier und hier Erinnerungen an Komet Halley über Australien diesen Monat vor 30 Jahren und viele Bilder von damals, der große Sonnenfleck heute (mehr und vom 10.-15.), gestern (mehr, mehr und vom 10.-14.), vorgestern (mehr, eine H-Alpha-Animation und vom 10.-13.) und am 12. April (mehr, mehr und vom 7.-12.) – und die ersten SETI-Daten der Breakthrough Initiatives sind frei. [23:45 MESZ]


14. April

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First Light für die Kamera vom ExoMars TGO: Die Differenz zweier versetzter Aufnahmen mit dem Colour and Stereo Surface Imaging System (CaSSIS) zeigt mehrere offensichtliche Sterne im Positiv und Negativ; auch sonst kommt die Inbetriebnahme des letzten Monat gestarteten Trace Gas Orbiters gut voran. Auch ein JAXA-Interview zu Akatsuki im Venus-Orbit – und ein Experiment aus Kiel darf zum Mond auf dem chinesischen Mondrückseiten-Lander Chang’e-4 Ende 2018. [13:55 MESZ. NACHTRAG: ein Artikel zum TGO]


13. April

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Der Monat, in dem die Zukunft der Raumfahrt begann …?

Erst landete eine Falcon-Unterstufe auf einem Boot: ein Bild von einer automatischen Kamera darauf, mehr hier und hier; inzwischen wird sie an Land gebracht. An Bord war ein ausblasbares Modul für die ISS, das am 16. April installiert werden soll. Und dessen Technologie wiederum ist die Basis einer von zwei futuristischen Ankündigungen des gestrigen Tages (MESZ), denn die Firma Bigelow Aerospace dahinter hat einen Deal mit der United Launch Alliance, kommerzielle Raumstationen dieser Art ab ~2020 zu starten (Aufzeichnung der PK). Allerdings bleiben viele Fragen wie ob an der ISS überhaupt Platz ist, wo die erste Generation aus logistischen Gründen festmachen soll, und wer eigentlich die zahlenden Kunden sein sollen: Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Und nur 18 Stunden später meldete sich die Breakthrough Initiative des russischen Milliardärs Millner mal wieder zu Wort: diesmal mit 100 Mio.$ für Vorarbeiten, um einmal Mikroraumschiffe per Laser zu Alpha Centauri rasen zu lassen (Aufzeichnung der PK). Das Konzept dieses “Starshot” wird schon angeregt diskutiert und hat viele Probleme, ist zugleich aber über 50 Jahre alt: Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Ob eine der drei kühnen Ideen – wiederverwendbare klassische Raketen, aufblasbare Raumstationen, Laser-getriebene interstellare Raumschiffe – wohl die Raumfahrt revolutionieren wird? Dann würde man tatsächlich auf den April 2016 als den Beginn einer Ära zurück schauen können … [2:25 MESZ] Die neuen Falcon-Lande-Bilder animiert, das Ausladen der Stufe, wieviel die Wiedernutzung kosten mag, das ISS-Aufblas-Modul BEAM in Wartestellung – und zum Laser-Flug zu Alpha Cen ein Statement von Hawking und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. [11:55 MESZ] Eine Lande-Sequenz der Falcon und zum Starshot ein Statement von Zuckerberg und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und erst vor wenigen Tagen diskutierte ein dickes Paper verwandte Ideen interstellarer Raumfahrt. [21:30 MESZ. NACHTRÄGE: die Abholung der Falcon-Stufe, was das bringen soll und ein Interview und mehr Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier hier, hier, hier, hier, hier und hier zu Starshot]


12. April

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Voll-Churyumov-Gerasimenko für Rosetta am 10. April aus wieder nur noch 30 km Abstand für die Weitwinkel-Kamera von OSIRIS: Die Sonne stand fast exakt hinter dem Orbiter, so dass unten Links sogar ein ausgeprägter Oppositionseffekt zu sehen ist, ohne jeden Schatten und mit vielleicht noch weiteren optischen Effekten, die zur besonderen Aufhellung beitragen. Auch eine Besprechung eines CAP Journal-Sonderhefts zum Outreach der Mission, ein Curiosity-Sol (Nr. 1305) mit besonders kuriosen Bildern von Ventifakten und anderer Mars-Erosion, ein riesiger Storify von Tweets einer Venus-Tagung – und die ersten Beobachtungen von Akatsuki im Orbit um die Venus. [23:55 MESZ]


11. April

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Voilà! Die “druckmüllerisierte” Sonnenkorona vom 9. März

Hier hat sich der tschechische SoFi-Mathematiker Bildern der Sonnenfinsternis von Constantine Emmanouilidi aus Tidore angenommen, wo die Korona mit am klarsten zu sehen war: mehr davon hier und hier. Auch sonst laufen weiter Bilder, Videos und Berichte von der indonesischen Finsternis ein (weitere Links auch hier [“Ein nett geschnittenes Video …”] sowie hier an zwei Stellen): weitere Korona-Verarbeitungen hier (kombiniert auch mit SOHO), hier und hier, weitere Bilder, Videos hier und hier, Berichte hier, hier (komplett), hier und hier und Artikel hier und hier. [23:40 MESZ. NACHTRÄGE: ein weiteres Druckmüller-Bild aus Aufnahmen von Bangka Island – und ein Artikel auf Griechisch]

Kepler nicht mehr im Notmodus – Ursache noch unklar

Der Kepler-Satellit ist nach seinem plötzlichen Ausfall gestern wieder aus dem Notfall-Modus heraus gekommen, in dem er sich noch nie befunden hatte – dabei ist aber noch reichlich unklar, was überhaupt passiert war. Da nun aber wieder stabile Kommunikation mit der Erde besteht (und auch kein Treibstoff mehr verschwendet wird), kann das jetzt systematisch die Woche hindurch ergründet werden, bevor die wissenschaftliche Arbeit – nämlich die Microlensing-‘Campaign 9’ Richtung Galaktisches Zentrum – wieder aufgenommen werden kann: auch erleichterte Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

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Die weich gelandete Falcon-9-Unterstufe kehrt auf dem Drohnenboot “Of course, I Still Love You” zum Cape zurück, auch wenn sich die ersehnte Ankunft verzögert: auch was die Landung für die kommerzielle Raumfahrt bedeutet – und wie ein großer NASA-Auftrag zur rechten Zeit einst SpaceX gerettet hat, als die Finanzreserven praktisch auf Null angekommen waren. [22:35 MESZ. NACHTRAG: die Ankunft des Bootes im Zeitraffer und hier und hier Artikel dazu]

Ein ausnehmend großer Sonnenfleck ist nun auf der Scheibe

und wurde bereits durch SoFi-Brillen oder auch bei einem dunstigen Sonnenuntergang problemlos gesichtet: weitere Bilder von gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und vorgestern – der Fleck empfiehlt sich für Tests für den Merkur-Transit in einem Monat (den das SDO live übertragen wird) und direkt nach dem Ende der aktuellen guten Abendsichtbarkeit. Auch der Mond vor den Hyaden gestern Abend (mehr und mehr) und dann vor Aldebaran am Tage in den USA – und LINEAR gestern (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und vorgestern. [1:15 MESZ] Ein Video-Clip von der Bedeckung zweier Hyaden-Sterne und nochmal die Aldebaran-Bedeckung am Tage. [1:45 MESZ] Ein weiterer Zeitraffer der Bedeckung der zwei Sterne, der Aldebaran neben dem Mond und nach dem Austritt hier, hier, hier, hier, hier und hier. [2:55 MESZ] Der Mond bei Aldebaran in Südamerika und hier, hier, hier und hier nach der Bedeckung in Nordamerika. [4:15 MESZ] Weitere Bilder hier, hier und hier – und der große Sonnenfleck heute hier und hier in Totalen und hier und hier im Detail sowie seine Größe im Maßsstab. [16:05 MESZ] Weitere heutige Detailbilder hier, hier und hier, die gestrige Doppelstern-Bedeckung durch den Mond besonders prächtig, Komet LINEAR weitwinklig und im Detail – und die Suche nach Alternativ-Standorten für das TMT. [20:50 MESZ]

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Der gestrige Einfang des Dragon, oben vor den künstlichen Inseln von Dubai, unten angeflanscht neben dem Cygnus (beide kommerziellen Transporter waren noch nie gemeinsam angedockt): mehr Bilder, Artikel hier, hier und hier – und die Atlas-V-Krise nach dem Start des besagten Cygnus. [1:10 MESZ]


Hintergrundbilder (c) OEWF