ÖWF / Polares auf einen Blick

02.Sep 2014 | 21:28

Tiuterra Flug: Drei Kristalle für die Raumstation

In Zusammenarbeit mit der World Space Week Association und Swarovski, initiierte das Österreichische Weltraum Forum das Tiuterra Projekt: Gesteinsproben welche weltweit im Rahmen der World Space Week 2013 gesammelt wurden – darunter auch Proben aus der Antarktis und dem Boden der Tiefsee. Diese wurden analysiert und mit einem winzigen Anteil eines Mars Meteoriten kombiniert. Swarovski hat sich der Herausforderung gestellt, aus diesen Proben ein Schmuckstück her zu stellen, den “Tiuterra Kristall”. Drei dieser Kristalle werden im November mit Samantha Cristoforetti und Expedition 42/43 auf die Internationale Raumstation (International Space Station, ISS) fliegen. Damit fliegt zum ersten Mal in der Geschichte ein Stück ÖWF “Hardware” zur Raumstation.

Die Übergabe der drei Kristalle fand im Rahmen eines Medien Events am Europäischen Astronauten Zentrum (European Astronaut Centre, EAC) in Köln, Deutschland, statt.

Briefing vor der Übergabe

Kurz bevor die Presse ankommt, besprechen Monika Fischer, Samantha Cristoforetti, Jules Grandsire und Gernot Grömer letzte Details des Events.

Handover of the crystals

Ein Großer Moment: ÖWF Obmann Gernot Grömer übergibt die Tiuterras an Samantha Cristoforetti vor der Trainings-Version des Columbus Moduls der Raumstation. Christian Nagele, Vize Präsident Produkt Entwicklung bei Swarovski, präsentiert ihr eine personalisierte Version des Kristalls.

Inside Columbus mockup at EAC

Nach der Übergabe, lädt Jules Grandsire (EAC) die Medien und die ÖWF Delegation zur VIP Tour des EACs ein. Diese beinhaltet auch einen Blick in das Automated Transfer Vehicle (ATV): Das fünfte und letzte ATV befindet sich zur Zeit gerade im Orbit!

Inside the ATV

Innerhalb des ATVs erscheint alles eher überfüllt – kein Wunder, ist es doch der “Weltraum-LKW” für die ISS!

OeWF delegaton with Samantha Cristoforetti

Die ÖWF Delegation mit Samantha Cristoforetti im Inneren des Columbus Moduls.

Soyuz Simulator

Christian Nagele und Gernot Grömer an Deck des Sojuz Simulators: Mit Raumanzügen anstatt Anzügen könnte man sie fast für angehende Astronauten halten…

simulation supervisor console

Die Konsole welche die Übersicht für den Sojuz Trainings Simulator ermöglicht: Von hier aus werden alle schlimmen Probleme eingespeist.

Two happy FemTech-student

Veronika Haberle und Julia Neuner vor dem ATV Model. Zwei glückliche FemTech Studentinnen auf einer Mission!

Andrea Boyd

Was für eine schöne Überraschung: Andrea Boyd, die an der EUROCOM Konsole arbeitet (Der Kontrollraum für den Europäischen Beitrag zur ISS) und auch gleichzeitig ein ÖWF Mission Support Center Veteran, ist während der Zeremonie gerade im Dienst. Mit großem Enthusiasmus beschreibt Andrea ihre Arbeit an diesem außergewöhnlichen Arbeitsplatz.

28.Aug 2014 | 20:59

Wasserraketen und Waisenkinder

Bereits 2013 hat das ÖWF einen Weltraumtag besonderer Art organisiert. Gedacht als kleiner Beitrag für ein großes Projekt, wurde dieser Tag nicht nur ein Erfolg, sondern blieb vielen im Gedächtnis, allen voran denen, die an diesem Tag im Mittelpunkt standen: Waisenkinder und kranke Kinder aus der Ukraine, die auf Initiative von Dr. Christoph Otto von Global 2000 in wechselnden Gruppen seit Jahren Erholungsurlaube in Österreich verbringen können. Für viele der Kinder war und ist das die erste Auslandsreise in ihrem Leben. Neben Unbekümmertheit, Spaß und grünen Wiesen gibt es in diesen Wochen endlich auch Aufmerksamkeit und ausreichend Medikamente.

Den „Pilotversuch“ eines solchen Weltraum-Tages letztes Jahr in Hagenbrunn (Niederösterreich) und Ybbs an der Donau (Niederösterreich) fädelte ÖWF-Mitglied Alexander Soucek ein, der durch Zufall von den kleinen Ukraine-Urlaubern mit ihren schweren Schicksalen gehört hatte. Begleitet wurde er von Gerhard Grömer. Ukraine-Projektleiter Dr. Otto dankte damals dem ÖWF: „Ihre Weltraumveranstaltungen haben fulminante Reaktionen ausgelöst. Die Berichte waren nicht nur begeistert, sondern geradezu frenetisch. Wir danken dem ÖWF ganz herzlich für das Engagement und die begeisternden Präsentationen!“

Diesmal wuchs die ÖWF-Helfergruppe schon auf fünf Personen an: neben Alexander und Gerhard auch Eva und Stefan Hauth sowie Magdalena Mahringer, die sich alle zusammen einen Arbeitstag freigenommen hatten, um am 14. Juli beladen mit Wasserraketen, Kinderraumanzügen und Weltraumfotos diesmal nach Klein-Engersdorf zu fahren.
Die Zutaten dieses Tages: ein großer Garten, ein schattenspendender Baum, Sonne und Gewittertürme, ein Feld, das zum Wasserraketen-Versuchsgelände umfunktioniert wurde, eine Schar Kinder verschiedenen Alters, ein kleiner Astronaut im Rollstuhl, helfende Hände, Dolmetscherinnen, Improvisation, ein Heuriger, Geschichten aus der Ukraine zum Nachdenken. Manche der Kinder waren bereits letztes Jahr dabei und plauderten mit den Freunden vom ÖWF unbekümmert auf Ukrainisch. Gespräche mit den Erwachsenen erlaubten verstörende, aber gleichzeitig unbezahlbare Eindrücke von der aktuellen Situation in diesem großen Land. Da die Gäste allesamt aus Orten in der derzeit umkämpften Ostukraine stammen, war ihnen nicht einmal klar, ob und auf welcher Route sie wieder zurückreisen würden.

Die Antwort auf so viele große und kleine Probleme? Lauthals auf Ukrainisch den Countdown für die ÖWF Wasserraketen zu zählen, um diesen dann begeistert nachzuschauen bei ihrem Flug in den Himmel! – Das ÖWF wird auch 2015 versuchen, Dr. Otto und seine ehrenamtlichen Helfer bei dem wunderbaren Projekt „Tschernobyl Kinder“ zu unterstützen. Es gilt, noch viele kleine Astronauten auszubilden.

Alexander Soucek und Team

Mehr Informationen:

Impressionen:

14.Aug 2014 | 18:22

Mehr Energie für unsere „Prinzessin“ – AccuPower stellt Lithium-Ionen Akkus zur Verfügung

Durchschnittstemperaturen im Freien von -55°C, harte körperliche Arbeit im Druckanzug mit jeder Menge CO2 Ausstoß, das ist nur ein kleiner Teil der Herausforderungen, die ein Raumanzug am Mars zu bewältigen hat.

Hier auf der Erde entwickelt und testet das ÖWF, als eines von weltweit vier Gruppen, Systeme um für kommende Marsmissionen gerüstet zu sein. Eines dieser Systeme in unserem Analoganzug ist das TCS (Temperature Control System / Temperaturkontrollsystem).
Wie der Name schon sagt, ist es für die Regelung der Temperatur im Anzug verantwortlich, wobei es auch noch einige andere wichtige Aufgaben erfüllt. Zum Beispiel werden die Akkus die den Anzug mit Energie versorgen von diesem System überwacht und bei Bedarf dazu bzw. umgeschaltet. Auch die Spannungsversorgung des OBDH Systems (On Board Data Handling), dem „Gehirn“ der Aouda.X, wird vom TCS aufbereitet und stellt diesem alle notwendigen Spannungen zur Verfügung.

Um eine konstante Temperatur im Anzug zu gewährleisten werden die Lüfter steht´s den Bedürfnissen des Anzugträgers angepasst, nachgeregelt und überwacht. Sollte aus irgendeinem Grund die automatische Regelung ausfallen, kann jederzeit die Steuerung manuell übernommen werden. Zwei Drittel der Leistung, die von den Akkus geliefert wird, benötigen die Lüfter um die notwendige Luftumwälzung um Torso- und Helm Bereich sicherzustellen.

Akku 7S4P von der Firma Accupower
Es werden insgesamt drei Akkus im Analoganzug verwendet, jeder von ihnen liefert ca. 270Wh elektrische Energie und wiegt ca. 1,5kg. Um auf diese Leistungsdichte zu kommen werden seit Juli 2014 spezielle Lithium-Ionen Akkus verwendet, die mit einer intelligenten Ladeelektronik ausgestattet sind um vor Tiefentladung und Überlast zu schützen. Es sind jeweils 7 Zellen in Serie und diese dann 4mal parallel geschalten um eine Spannung von 25.9V zu erreichen.
Wichtig bei der Lithium-Ionen Technik ist auch dass die einzelnen Zellen immer den gleichen Ladezustand aufweisen. Auch um dies muss sich das Anzugteam nicht kümmern, es wird von der Ladeelektronik ständig überwacht und ausgeglichen.

Damit die Akkus ihre volle Leistung entwickeln können werden sie im PLSS (Personal Life Support System) getragen. Dadurch werden extreme Temperaturschwankungen vermieden und es kann eine Simulationszeit von 3-8 Stunden erreicht werden.

Die Energie des Anzuges ist neben CO2 und O2 sowie EKG Messwerten, ein sehr wichtiger Parameter und wird ständig während einer Simulationen überwacht. So hängt auch die Dauer eines EVA‘s (Extra-vehicular activity vulgo „Marsspaziergang“) von der verfügbaren Energie ab. Dies muss auch bei der Planung von Missionen berücksichtigt werden und in den Flugplan einfließen.

Im Juli bekam das ÖWF von der Firma AccuPower Lithium-Ionen Akkus für unsere beiden Mars Analograumanzüge zur Verfügung gestellt. Nicht nur das geringere Gewicht, auch die kleinere Dimension des einzelnen Akkus helfen uns die Anzüge weiterzuentwickeln.

Wir bedanken uns für die tolle Zusammenarbeit mit dem Team von Accu Power und freuen uns auf den ersten Feldeinsatz der neuen Accus im Rahmen der AMADEE-15 Mission im Sommer 2015.

Über AccuPower
AccuPower ist ein international agierendes Unternehmen mit Sitz in Graz, Österreich. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt High-Tech-Produkte im Bereich Lade- und Energietechnik, die weltweit für mobile Stromversorgung eingesetzt werden.
www.accupower.at

27.Jul 2014 | 17:56

Das ÖWF begeistert! Kleiner Beweis?

Anfang Juni sind tausend Gäste und Honoratioren in das Pariser Hauptquartier der UNESCO geladen, um ein halbes Jahrhundert europäische Raumfahrtkooperation zu feiern. Logos, Banners, Präsentationen unterstreichen es in allen Ecken: 1964-2014: 50 Years Serving European Cooperation and Innovation. Dann wird es dunkel, Musik, Atmosphäre, ein bisschen Gänsehaut und sehr viel Weltraum. ESA-Generaldirektoren, Politiker, Astronauten, Industrievertreter, europäische Delegierte und die Mitarbeiter der ESA lauschen starken Geschichten und großen Leistungen aus fünf Jahrzehnten.

Ich sitze weit hinten im Halbdunkel, zwischen vielen Kollegen aus den 20 Mitgliedstaaten der ESA. Es ist ein bisschen auch unsere Feier, hat es geheißen, und obendrein soll es nachher einen festlichen Empfang mit Blick auf den Eiffelturm und das abendliche Paris geben. Wir hören gute und weniger gute Reden, sehen Bilder aus der Frühzeit der ESA und folgend interessiert den Anekdoten von Roy Gibson, dem ersten ESA-Generaldirektor, der mit seinen 90 Jahren wach, klug und verschmitzt auf der großen Bühne sitzt.

Nach der Weisheit des Alters haben die Organisatoren der Show das Feuer der Jugend eingeladen. Drei Teenager entern die Bühne, schlaksiger Schritt, nehmen Platz neben zwei krawattentragenden ESA-Direktoren und dem Moderator Jean-Francois Clervoy, ESA-Astronaut, drei Mal im All mit dem Space Shuttle. Die drei Kids sind stellvertretend für die vielen Kinder von ESA-Mitarbeitern ausgewählt worden, die jährlich das große ESA-Sommercamp bevölkern. Jeder der drei – zwei Mädchen, ein Junge – hat zwei Minuten Zeit um ein Statement abzugeben. Astronaut Clervoy fragt: „So, und was ist Euer bleibender Moment, der Euch für die Raumfahrt begeistert hat? Was war Euer Schlüsselerlebnis? Was bedeutet der Weltraum für Euch?“

Die erste greift zum Mikrofon. Ein Bild erscheint auf der großen Leinwand.
Und ich fahre in meinem Sitz hoch.

Das Foto zeigt die hunderten Teilnehmer des „ESA Space Camp“ aus der Luft aufgenommen, zu einem Riesen-ESA-Logo drapiert auf einer grünen Wiese. Im Gegensatz zu Publikum rund um mich im Halbdunkel kenne ich das Foto ziemlich gut: Es ist ein ÖWF-Foto. Geschossen vom Modellhubschrauber unseres Mitglieds Gerhard Grömer. Während des ESA Space Camp 2013 im Salzburger Land. Die ESA hatte uns vom ÖWF gebeten, zwei Tage mit den Kids – den kleinen (6 bis 11 Jahre) und den großen (12 bis 18 Jahre) – zu gestalten. Die Idee mit dem Hubschrauber war unser kleiner Abschlussgag, die Aufstellung zum Logo unsere Idee. Und auf der Bühne sagt das Mädchen: „Das hier ist ein Foto vom Space Camp letztes Jahr. Das war für mich das beste Space Camp. Wir haben so coole Sachen gemacht, vor allem die Marsmission. Und dieses Foto mit einem kleinen Hubschrauber. Wir haben so viel gelernt und die Foto-Session war einfach genial.“

Die Marsmission. Tja, die kommt mir auch bekannt vor. Vom ÖWF ausgedacht, vom ÖWF ausgeführt: ein gigantisches Wissenschaft-Rollenspiel über 48 Stunden.

Jetzt greift der Junge in der Mitte zum Mikrophon. Neues Bild auf der Leinwand.
Und ich mache große Augen.

Auf dem Foto sieht man einen Raum voller Kids, Action pur, dazwischen weinrote ÖWF-Poloshirts. Ein Schnappschuss mitten aus dem heißen Nachmittag, an dem wir vom ÖWF die großen und die kleinen Teilnehmer auf unsere ausgeklügelte Marsreise mitgenommen hatten. Inklusive Mission Control, Reisestrategie, Quizspiel. Der Junge erzählt: „Mein aufregendstes Weltraum-Erlebnis war eine Marsreise, die man mit uns gemacht hat. Wir mussten lauter Entscheidungen treffen und in Teams arbeiten. Ich war in der Missionskontrolle. Das war richtig stressig. Ich hab vorher nicht gedacht, das Raumfahrt so spannend ist, ich hab’s halt nur von meinen Eltern gekannt, die bei der ESA arbeiten. Aber seit dieser Mission weiß ich dass das alles ziemlich cool ist.“

Ich grinse von einem Ohr zum andern und lehne mich zu meiner Sitznachbarin: „That was us…“, sage ich, „das waren wir.“
Und dann geht das Mikrofon an Chiara, das Mädchen ganz rechts mit dem Pferdeschwanz. Clervoy fragt: „Und dein prägendstes Erlebnis?“

Das Bild, das sie ausgewählt hat, lässt mein Herz nun endgültig bis zum Hals klopfen. Auf der Leinwand erscheint Chiara in unserem Kinderraumanzug, im Hintergrund unseren Astronauten-Hindernis-Parcours mit unserem kleinen Marsrover TOBI, der während der MARS2013-Mission in der Wüste von Marokko im Einsatz war. Auf dem Kinder-Raumanzug sieht die versammelte Prominenz dieses Abends groß und deutlich das ÖWF-Logo prangen. Und Chiara sagt: „Letztes Jahr hatte ich die Chance, mich wie ein Astronaut zu fühlen. Ich musste einen Hindernis-Parcours meistern und einen Marsrover reparieren. Das war unglaublich. Ich werde dieses Erlebnis nie vergessen. Unser Team hat gewonnen, und wir waren so stolz. Wir wissen jetzt wie anstrengend und wichtig eine Marsmission ist. Das war mein bestes Weltraumerlebnis.“

Ich sinke wieder in meinen Stuhl. Klatschen, Astronaut Clervoy lächelt, die drei gehen ab, die Show geht weiter. Aber ich bin jetzt in Gedanken woanders.

Drei Jugendliche aus drei Ländern. Drei Jugendliche im sogenannten „schwierigen Alter“. Und alle drei, befragt was sie für den Weltraum begeistert hat, zitieren unabhängig drei Momente aus den 48 Stunden, die das ÖWF sie vor einem Jahr auf eine Marsmission mitgenommen hat. Sie erzählen davon mit Begeisterung in der Stimme, und sie sind stolz darauf. Das bin ich auch in diesem Moment im dunklen Zuschauermeer; stolz auf das ÖWF und darauf wie wir begeistern können. Und ich denke mir: Es kommt doch alles irgendwann zurück…

02.Jul 2014 | 20:47

Die UNO, der Weltraum und das ÖWF

Jedes Jahr findet bei der UNO im Vienna International Center eine Serie von Konferenzen mit Bezug zum Weltraum statt: das Committee for the Peaceful Uses of Outer Space (COPUOS) trifft sich für zehn Tage im Juni. Im Vorfeld, bereits im Februar bzw. im April, treffen sich die Subcommittees (Unterkomitees) des COPUOS, das Scientific & Technical Subcommittee (“S&T” oder STSC) und das Legal Subcommittee. Organisiert wird diese Serie von Konferenzen vom United Nations Office for Outer Space Affairs (UNOOSA), das seit 1993 seinen Sitz in Wien hat.

COPUOS existiert seit 1958 und kümmert sich um die technische und rechtliche Koordination der internationalen Weltraumaktivitäten: Themen werden wissenschaftlich-technisch und rechtlich im S&T und im Legal S/C vorbereitet, sodann während des vollen Meetings von COPUOS diskutiert, in einen Bericht gegossen und der Generalversammlung der UN zur Beschlussfassung vorgelegt.

Mein erster Kontakt mit COPUOS war im Februar 1994, als ich im Tandem mit dem Piloten des Space Shuttle Ken Bowersox über die erfolgreiche Servicemission zum Hubble Space Teleskop berichtete. Damals wurde der optische Fehler am HST behoben und ich konnte dramatische Bilder zeigen. Wir bekamen hier viel Applaus. In weitere Folge berichtete ich mehrfach für ESA bei COPUOS: über Netzwerke, über Datenarchive und virtuelle Observatorien, und über elektronisches publizieren und Data Mining.

Als ich dann beim ÖWF Mitglied wurde stellte ich fest, dass auch hier Verbindungen zum OOSA bestanden. Das ÖWF hatte das OOSA bei verschiedenen Outreach-Aktivitäten unterstützt. Es kam zu einer gedeihlichen Zusammenarbeit, insbesondere mit Prof. Mazlan Othman, die damals das OOSA leitete. Diese Zusammenarbeit motivierte das ÖWF letztlich dazu, Frau Prof. Othman anlässlich ihres Abgangs aus Wien den Polarstern-Preis zu verleihen.

Es lag daher nahe, im Rahmen von COPUOS über die Aktivitäten des ÖWF zu berichten, insbesondere im Jahre 2013 über die Mission “Mars2013″, die zeitgleich mit dem Meeting des S&T im Februar in der marokkanischen Wüste ablief. Die war für die UN sehr interessant: es zeigte internationale Kooperation auf einem hohen Niveau sowie die Zusammenarbeit mit einem Schwellenland. Ich hielt diesen Vortag im Rahmen der technischen Präsentationen zum Tagesordnungspunkt Human Space Technology Initiative.

Noch aus meiner astronomischen Anfangszeit kannte ich die Problematik der erdbahnkreuzende Asteroiden. Auch COPUOS erkannte das und gründete 2001 die Working Group on NEOs. Als sich zeigte, dass dieses heikle Thema nicht von den Delegierten der Mitgliedsstaaten abgedeckt werden konnte, kam es zur Gründung eines Action Teams, einer Gruppe von Experten. AT-14 kümmerte sich fortan unabhängig vom Zeitplan der Meetings des COPUOS um die Sache. Als dann noch dazu während des Meetings des S&T des COPUOS im Februar 2013 an ein und demselben Tag der Einschlag eines 20-Meter Objekts in Tscheljabinsk, sowie der Vorbeiflug in nur 26.000 km Höhe eines 50-Meter Objektes erfolgte, kam es schlagartig zu einer Aufwertung der Wichtigkeit des AT-14.

Es folgten hektische Aktivitäten. Natürlich wollten wir diese Gelegenheit nicht vorbei gehen lassen und versuchten, das Thema mit der nötigen Dringlichkeit zu versehen. Es wurden zwei Arbeitsgruppen gegründet:

- IAWN (International Asteroid Warning Network) soll aus Observatorien und anderen Organisationen bestehen, die in der Lage sind, NEOs zu entdecken und deren Bahnen zu berechnen. Chair ist das Minor Planet Center (USA). Die Gruppe hat sich im Jänner 2014 konstituiert.

- SMPAG (Space Mission Planning Advisory Group). Besteht aus Organisationen, die in der Lage sind, eine Bedrohung durch NEOs mittels einer Space Mission abzuwehren. NASA, ESA, CNES, ASI, DLR, etc., aber auch Vertreter von Organisationen, die im weitesten Sinn dabei unterstützen können: Secure World Foundation, Space Generation Adivsory Council (SGAC), Association of Space Explorers und andere. Die Gruppe konstituierte sich im Februar 2014 bei ESOC in Darmstadt. Das zweite Meeting war in Wien, anschließend an das AT-14 Meeting des COPUOS im Juni 2014.

Zurück zum ÖWF. Während des S&T im Februar 2014 berichtete Gernot Grömer über die Resultate von Mars2013. Mit dem Legal Subcommitte haben wir ja weniger zu tun, aber als es anlässlich des bevorstehenden Starts der österreichischen Nanosatelliten (TUGSAT und UNIBRITE) zur Abfassung des österreichischen Weltraumgesetzes kam, lieferte Alexander Soucek Input an Frau Prof. Marboe, die österreichische Expertin im Legal S/C.

Zur Zeit sind wir in der Planung des UN/Austria Space Science Workshops im September in Graz involviert. Meine Hoffnung ist, dass wir die in den 90-er Jahren so erfolgreiche Serie von Space Science Workshops fortsetzen können.

- Autor: Rudolf Albrecht, ÖWF Liason zur österreichischen Delegation der Vereinten Nationen

Dieser Artikel ist eine verkürzte Fassung eines ausführlicheren Beitrages im ÖWF Newsletter (Ausgabe Juli 2014).

01.Sep 2014 | 18:11

Researching, drawing, building – a typical intern week at the lab

We have been busy, so busy, we did not even find the time to write a report about our progress last week. So here comes the update of the last fortnight.
First of all we would like to congratulate Taylor for her successfully accomplished mission. She proudly submitted her theses for the Kings College Master’s program on space physiology.

We are also happy to report that some progress in Upper Austria has been done. The team in charge for the helmet redesign did some fantastic work. They decided on the ring and lock design. Too, the CAD drawings are just about to be finished.
Also new outer layers for both Aouda’s are produced by the taylor “Das tapferste Schneiderlein”. Therefore we needed to finish the first PLSS (Personal Life Support System) casing, which has been done last week. By now the second one is done and waiting for us to join it all together. This will be rather easy since we already agreed on the locations of all the components inside.

A new project we started is, building two flight cases, which will be used for transporting the Aouda suits.
Another one is the chest pack, it will be completely redone. Researches have been done and we do have a very lovely mockup.
Beside that the power boxes for the WiFi have been changed, Benjamin Knaus did some research and brainstorming on a new exoskeleton and there were a lot of telecons and meetings conducted, especially for the software including the helmet display and EddY NG development.

Sad news for the team, we had to say ‘good bye’ to Taylor, Andrew, Michael and Alexander.
We would like to thank them once more for their fantastic work and all the great memories we share.

29.Aug 2014 | 20:47

Tiuterra Flight: Three crystals for the Space Station.

In cooperation with the World Space Week Association and Swarovski, the Austrian Space Forum initiated the Tiuterra project: Rock samples from all over the world were collected including specimen from Antarctica and the bottom of the sea floor during a diving expedition, on the occasion of the 2013 World Space Week. These were analysed and – combined with a tiny part of a Mars meteorite, then mixed into a master sample. Swarovski took on the challenge of creating a piece of beauty out of those, the “Tiuterra Crystal”. Three of them are scheduled to fly to the International Space Station in November for the Expedition 42/43 of Samantha Cristoforetti. This arks the first time, OeWF hardware is flying to the station.

At the European Astronaut Center these three crystals were handed over to Samantha Cristoforetti during a media event. – Take a look at the visit of the OeWF delegation to Cologne, Germany, the heart of Europe’s astronauts!

1_Briefing_IMG_4864

just before the press arrives, Monika Fischer, Samantha Cristoforetti, Jules Grandsire and Gernot Groemer discuss the last details of the event.

Handover of the crystals

Great moment: OeWF president Gernot Groemer hands over the Tiuterras to Samantha Cristoforetti in front of the training -version of the Columbus Module of the Space Station. Christian Nagele, Vice President of Product Development of Swarovski  presents her with a personalized version of the Crystal.

Inside Columbus mockup at EAC

After the hand-over, Jules Grandsire (EAC) invited the media and the OeWF delegation for a VIP tour of the EAC, including a look into the Automated Transfer Vehicle – the fifth and last ATV happens to be in orbit right now!

Inside the ATV

Inside the ATV it seems to be pretty crowded – no wonder, as it is designed to be the “space truck” for the ISS

OeWF delegaton with Samantha Cristoforetti

The OeWF delegation with Samantha Cristoforetti inside the Columbus module.

Soyuz Simulator

Christian Nagele and Gernot Groemer at the helm of the Sojuz spacecraft simulator. Well, with flight suits instead of business suits they might have almost passed as astronaut trainees.

simulation supervisor console

The simulation supervisor console for the Sojuz training mock-up. Here, all the nasty problems are injected

Two happy FemTech-student

Veronika Haberle and Julia Neuner in front of the ATV mock-up. Two happy FemTech-students on a mission.

Andrea Boyd

What a nice suprise: Andrea Boyd, who works at the the EUROCOM console (EAC’s control room for the european involvement of the ISS) and is a OeWF Mission Support Center veteran happened to be on console duty during the Tiuterra Hand-over ceremony. With great enthusiasm Andrea described her work at the this extraordinary workplace.

09.Aug 2014 | 13:17

“One leaves, another joins: Summer at the spacesuit laboratory continues”

28July – 1 Aug 2014

Group photo interns & Aouda
This week, the Spacesuit Laboratory in Innsbruck took further steps towards upgrading the Aouda.X suit in advance of next year’s missions. All the team members clarified details of the overall design with others across Austria, and with this consensus we can now move forward with our exciting new plans for the hardware. Veronika has been continuing her work devising the requirements for the mapping system, and I have just been tasked with redesigning the heads up display inside the helmet, which will inevitably involve a great deal of additional coordination with members across the organisation. Michael and I have been spending the majority of the week preparing the PLSS hardware for assembly, and Sebastian has been continuing to perfect our mission support-suit connectivity.

We also said goodbye to Taylor this week after several weeks working on her masters thesis. We wish her the best of luck with the remainder of her studies and her new life in Germany! But the following week we are welcoming Lukas to our team. He will be assisting us with our projects for the next 4 weeks.

14 – 18 Jul 2014

Michael Müller CAD drawing
This week, we welcomed Michael to our team. He will be helping us out with our projects and be another brain for us to bounce ideas off of. He will be joining myself on the Aouda.X spacesuit introductory course on Monday and Tuesday, which hopefully will give us more insight into the deeper workings of the suit’s systems.

The cardboard modelling of the PLSS has been finished, so far as our knowledge of the new components can take us. Additionally, all the components for the PLSS have been 3D modelled in AutoCAD. Julia has been working on modelling the more formidable components, while Michael and I have been modelling the smaller components. I have been designing and modelling a casing for a computer chip, which really stretched my AutoCAD ablilty.

Vicky and Taylor have been continuing their work on their theses. All of the bureaucratic hurdles involved in their research activities have now been overcome, so they are now on the home straight! Vicky is creating a model of the temperature in a spacesuit, while Taylor is investigating the relationship (should one exist) between carbon dioxide production and heart rate while the astronaut is in the suit.

- Andrew Lamb

03.Aug 2014 | 16:45

Submit for AMADEE-15!

Austrian Space Forum releases Announcement of Opportunity for a Mars Analog Mission in 2015

After 11 previous field missions, the Austrian Space Forum (OeWF) is inviting researchers to submit for the upcoming AMADEE-15 mission. During a 1-2 week field mission, various aspects of human-robotic partnerships in Mars exploration will be tested. The deadline for submitting experiments is 06Oct2014, followed by a peer review. Although the final site has not been chosen yet, the test region will be in western Austria, including challenging and icy as well as flat and dry alpine terrains for engineering tests.

“During the last years, we have seen a remarkable increase in the quality with respect to scientific and engineering proposal quality”,

Gernot Groemer, the PolAres Programme Officer, stated,

“and we’re putting a lot of effort into providing a first-class mission for conducting cutting-edge science and technology in Mars analog research.”

The mission data will also be incorporated in the OeWF Multi-mission Science Data Archive to enable future a-posteriori science to be conducted. Two research-grade Mars spacesuit simulators will be available also allowing for biomedical and engineering research proposals. A freshly trained team of Flight Operators, Flight Planners and a dedicated Remote Science Support team will be staffing the Mission Support Center.

Also, the OeWF invites high school and university students to submit to a “Junior Researchers Programme” to let them experience the full life-cycle of a scientific or engineering experiment: From formulating a scientific hypothesis, instrument and workflow development, data analysis and interpretation to publication.

More information:

Reports from previous missions:

25.Jul 2014 | 17:03

Meet the interns: Veronika & Michael

Last week Michael started his one-month internship and this week Veronika joined us for a three-month FemTech internships.

Name: Michael Müller
School: Bundesrealgymnasium Lienz
Hobbies: Astronomy, Reading, Hiking

How did you get involved with the OeWF?
Two years ago Gernot Grömer gave a presentation about manned missions to Mars on my school and because of this I participated in a summer camp for astrophysics last summer, where the other participants and I spend three days with Gernot Grömer and other members of the OeWF. This was the time when I said to myself I want to be a part of this project and now I’m here.

What will you be working on?
I will be working in the spacesuit laboratory in order to support the redesign of the PLSS (Personal Life Support System) of Aouda.X, and also attending a beta testing of a program that displays parameters measured in the suit.

What else have you been doing during your time in Innsbruck?
Since I have been to Innsbruck just for a few days the probably most interesting thing I have done by now was eating ice cream.

Name: Veronika Haberle
University: Vienna University of Technology
Studying: Bachelor in Technical Mathematics
Hobbies: Hiking, Travelling, Astronomy

How did you find out about us?
I met Olivia Haider during SpaceUp Europe 2012 in Genk, Belgium. Finally got to know an awesome association related to space in Austria. From the very first time hearing about it I was determined to get involved in the OeWF!

What will you be working on?
I will be working with the Aouda suit team on improvements of the chest pack. The goal is to (re-)design a completely new chest pack to ensure safe, effective and successful outer space missions of future Mars astronauts. For safety reasons during field tests a location service app will be implemented to the Aouda helmet on which I will be working on as well.

What else have you been doing during your time in Innsbruck?
Hiking around the beautiful scenery of mountains around Innsbruck and enjoy the culinary offers that this city provides. One of my favourite dissipation is to breathe the clean air coming directly from the mountains! :)

My (Veronika’s) very first week as an intern at the OEWF in Innsbruck
Coming straight from a summer course in Vienna with around 25 students from all over Europe, my life continued being awesome with the internship at the Austrian Space Forum in Innsbruck.
The week started straight with the 2nd Spacesuit Design Course held by Gernot Groemer. During the two days other students and I got the opportunity to learn more about the requirements and hazards of human space flight as well as how to design a proper spacesuit. We also got homework which all the participants concluded conscientiously. This start of my time here in Innsbruck gave me the ultimate motivation kick!

On Wednesday things got serious – my very first working day. I got a four hours introduction about the facilities and the spacesuit, details about work and even more information from Gernot. He gave me as much time as I needed to feel comfortable and patiently answered all my questions.
My first task was to document the PLSS components. This might not sound exciting work at the first glance, but it was THE BEST work for a beginner like me. Documenting stuff can be sometimes boring, but actually documenting a spacesuit’s components got my whole enthusiasm and concentration I am able to spend.
On Thursday and Friday I was handling the task whether the gloves of the spacesuit do satisfy the needs of the NASA-STD-3000 – Man-Systems Integration Standards and was going through a 200 pages long documentation. And again one might think this was boring work, but NO! The document got my full attention and I was laughing a lot to see which detailed facts are written there. However, it is super important to have each single fact about the human body documented (like eyesight, movement, etc…) in order to design the most suitable spacesuit there has ever been.
As a summary I have to admit, I finally understand others getting deeply into things blanking out their close environment. This first week was giving me a lot of new impressions, the only word which describes it at least a bit (that comes to my mind) is AWESOMENESS. For the weekend I will be travelling to my hometown with a good feeling, lots of new impressions to share with my family and friends and with a strong need to return as soon as possible!

29.Oct 2010 | 10:13

20. Dez. 2014: ÖWF Weihnachtstreffen

Jährliches ÖWF Weihnachtstreffen, heuer in Graz Wann: 20. Dez. 2014 Wo: Graz, genauer Treffpunkt wird rechtzeitig bekannt gegeben
30.Jan 2008 | 21:27

12. Dez 2013 - Herbst 2014: Sonderaustellung "Sounds of Space"

"Sounds of Space" Sonderausstellung im Audioversum - Abenteuer Hören in Innsbruck entführt Sie in die Akustik des Weltalls. Das Österreichisches Weltraum Forum konzipierte die Sonderausstellung und liefert neben der wissenschaftliche Expertise auch die optischen und akustischen Inhalte. Start: Donnerstag, 12. Dezember 2013 Ort: AUDIOVERSUM, Wilhelm-Greil-Straße 23, 6020 Innsbruck Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 9.00 bis 18.00 Uhr Donnerstag: 9.00 bis 21.00 Uhr Samstag, Sonntag, Feiertage: 10.00 bis 18.00 Uhr Montag Ruhetag

ESA Nachrichten

ESA Human Spaceflight

16.09.14:
12.09.14:
03.Feb 2014 | 12:56

Robotic Exploration:ExoMars orbiter core module completed

The ExoMars Trace Gas Orbiter module consisting of the spacecraft structure, thermal control and propulsion systems was handed over by OHB System to Thales Alenia Space France at a ceremony held in Bremen, Germany, today.
08.Nov 2013 | 11:30

Robotic Exploration:ExoMars lander module named Schiaparelli

The entry, descent and landing demonstrator module that will fly on the 2016 ExoMars mission has been named 'Schiaparelli' in honour of the Italian astronomer Giovanni Schiaparelli, who famously mapped the Red Planet's surface features in the 19th century.
19.Sep 2014 | 16:25

Week In Images


Our week through the lens:
15-19 September 2014
19.Sep 2014 | 11:24

Winter in Argyre


Over billions of years, the southern uplands of Mars have been pockmarked by numerous impact features, which are often so closely packed that they overlap. One such feature is Hooke crater, shown in this frost-tinged scene, imaged by ESA’s Mars Express during winter in the southern hemisphere.

18.Sep 2014 | 14:23

Halfway through Blue Dot mission


18.Sep 2014 | 10:49

Lemon juice: new ingredient for space designers?


Corrosion resistance and high strength put stainless steel high on the list of essential materials for satellite and rocket designers. Now ESA plans to investigate an alternative, environmental-friendly method of readying this important metal.

17.Sep 2014 | 13:50

Science in space


ESA astronaut Alexander Gerst presents some of the science he has been doing on the International Space Station half way through his six-month Blue Dot mission
19.Sep 2014 | 13:14

Fatal accident in Sardinian caves

Corpo Nazionale Soccorso Alpino e Speleologico (CNSAS), the Italian national alpine and speleological rescue organisation has reported that a fatal accident happened in a Sardinian cave, Italy, on September 18. This is the location where  ESA’s CAVES training course took place.

17.Sep 2014 | 13:50

Science in space


ESA astronaut Alexander Gerst presents some of the science he has been doing on the International Space Station half way through his six-month Blue Dot mission
16.Sep 2014 | 15:13

Hands-free in space and under water


ESA astronaut Andreas Mogensen is looking forward to flying to the International Space Station next year but until yesterday he was underwater trying out a handy new device he will use in space.

16.Sep 2014 | 14:16

Rainbow aurora


Human spaceflight and operations image of the week: Aurora seen from International Space Station by ESA astronaut Alexander Gerst
12.Sep 2014 | 17:01

The long descent


ESA’s five ‘cavenauts’ and their instructors are set to explore the caves of Sardinia, Italy, where they will live and work during their six-day stay.

ESA Top Multimedia

Comet on 19 September 2014 – NavCam

12.Sep 2014 | 17:01

An interacting colossus

12.Sep 2014 | 17:01

Helsinki, Finland

12.Sep 2014 | 17:01

Earth from Space: Helsinki

12.Sep 2014 | 17:01

Friendly little robot

12.Sep 2014 | 17:01

Sandstorm over the Sahara

12.Sep 2014 | 17:01

Weltraum Nachrichten von Online Zeitungen

19.Sep 2014 | 12:28

Astronomischer Rekord: Riesiges Schwarzes Loch in winziger Galaxie

Das Monster ist 21 Millionen Mal schwerer als die Sonne: Eine Zwerg-Galaxie im Sternbild Jungfrau beherbergt ein gigantisches Schwarzes Loch - es stellt einen Rekord auf.
17.Sep 2014 | 19:37

Astronauten-Taxis: Die neue Flotte der Nasa

Knapp sieben Milliarden Dollar zahlt die Nasa zwei privaten Konzernen, die kommerzielle Astronauten-Shuttles bauen sollen. Beim Design orientieren sich die Hersteller Boeing und SpaceX an den legendären "Apollo"-Raumschiffen.
16.Sep 2014 | 22:24

Astronauten: USA steigen 2017 wieder in bemannte Raumfahrt ein

In den Weltraum, auf eigene Faust: Die USA bringen ihre Astronauten künftig wieder selbst ins All. Ab 2017 soll Schluss sein mit der Abhängigkeit von den Russen.
16.Sep 2014 | 16:36

Sternenatlas: Karte zeigt 219 Millionen Sonnen der Milchstraße

Es ist der umfangreichste Katalog unserer Galaxie: Eine neuer Atlas zeigt alle bekannten Sterne der Milchstraße - es sind 219 Millionen. Erdbewohner sehen am Himmel nur wenige.
16.Sep 2014 | 06:48

Baustelle Wostotschnij: Schlamperei auf Putins Weltraumbahnhof

Es ist Putins Prestigeprojekt: 2015 will Russland an der Grenze zu China das Kosmodrom Wostotschnij eröffnen. Doch die Baustelle versinkt in Schlendrian und Korruption. Der Geheimdienst ermittelt.
18.Sep 2014 | 21:50

Forschungsprojekt - Hepatitis-C-Virusproteine auf dem Weg zur ISS

Proteine sollen unter Mikroschwerkraft-Bedingungen kristallisiert und anschließend entschlüsselt werden
18.Sep 2014 | 18:29

Astronomie - Kleine Galaxie mit großem Schwarzem Loch

Die 54 Millionen Lichtjahre entfernte Zwerggalaxie M60-UCD1 hat ein Objekt im Zentrum, das 15 Prozent ihrer Gesamtmasse ausmacht
16.Sep 2014 | 23:30

Bemannte Raumfahrt - USA steigen wieder in bemannte Raumfahrt ein

NASA will Abhängigkeit von Sojus-Kapsel beenden
16.Sep 2014 | 15:31

219 Millionen Sterne - Neue Karte präsentiert: So detailreich hat man die Milchstraße noch nie gesehen

Astronomenteam erstellte neuen Sternenkatalog, der die Struktur unserer Heimatgalaxie erhellt
15.Sep 2014 | 12:41

Mission "Rosetta" - Mission "Rosetta": Landeplatz auf dem Kometen steht fest

Nach Ansicht von ESA-Forschern und Ingenieuren bietet die Region J die besten Voraussetzungen für Landung und wissenschaftliche Messungen
18.Sep 2014 | 11:33

Astronomie: Im Zentrum einer Zwerggalaxie pulsiert ein Monster

21 Millionen Mal schwerer als unsere Sonne: Astronomen haben das bisher größte Schwarze Loch im Zentrum einer Zwerggalaxie aufgespürt – es beansprucht unfassbare 15 Prozent seiner Gesamtmasse.
17.Sep 2014 | 15:15

Ab 2017: USA steigen wieder in die bemannte Raumfahrt ein

Drei Jahre nach der Ausmusterung der Space Shuttles stellt die Nasa die Weichen für eine Wiederaufnahme von bemannten Flügen ins All. Die Abhängigkeit von russischen Sojus-Kapseln ist dann beendet.
17.Sep 2014 | 10:06

Astronomie: Warum Galaxien so flach wie Pfannkuchen sind

Ein japanischer Forscher hat ein Rätsel gelöst, das Astronomen seit Jahrzehnten beschäftigt hatte: Die meisten Galaxien scheinen die Gestalt von Scheiben zu haben. Doch wie ist diese Form entstanden?
16.Sep 2014 | 17:12

"Rosetta"-Mission: Esa wählt Landeplatz mitten auf Kometenkopf

Der Lander der Raumsonde "Rosetta" soll am 11. November Raumfahrtgeschichte schreiben. Doch zuvor muss er eine große Herausforderung meistern: die Landung mitten auf dem Kopf des Kometen Tschuri.
09.Sep 2014 | 09:41

Astronomie: Eis-Mond Europa besitzt eine dynamische Kruste

US-Astronomen haben eine erstaunliche Entdeckung gemacht: Der eisige Jupitermond Europa ist neben der Erde offenbar der einzige Himmelskörper im Sonnensystem, der eine aktive Plattentektonik besitzt.

Weltraum Blogs

03.Sep 2012 | 16:49

ScienceBlogs.de bekommt eine neue Software und macht Pause

Es ist endlich soweit. ScienceBlogs.de wird auf eine neue Software (WordPress) umgestellt. Dann sollten die ganzen Macken und technische Probleme die sich im Laufe der Zeit angehäuft haben, endlich verschwinden. Die Umstellung erfolgt heute Nacht, um Mitternacht geht es los. ScienceBlogs wird dann eine ganze Weile nicht erreichbar sein. Im Laufe des Dienstag Nachmittag müsste dann alles wieder funktionieren. Hoffen zumindest alle... Vielleicht funktioniert auch nichts mehr und es dauert länger, bis alles wieder normal läuft. Wir werden sehen. Ich hab noch keine Ahnung, wie das neue ScienceBlogs aussehen wird. Ich wäre schon zufrieden damit, wenn alle meine Artikel und alle Kommentare dazu den Umzug heil überstehen... Also drückt die Daumen!


Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed.
03.Sep 2012 | 12:25

Barnards Stern hat keine Planeten

Barnards Stern hat keine Planeten. Warum sollte das interessant sein, wo doch sonst immer nur von Sternen berichtet wird, bei denen man Planeten entdeckt hat? Erstmal ist auch ein negatives Resultat ein Resultat. Es mag nicht so sexy sein, wie die Entdeckung eines neuen Planetensystems, aber wenn wir wissen, dass es irgendwo keine Planeten gibt, sagt uns das auch etwas. Und dann ist Barnards Stern ein Sonderfall. Denn hier gab es seit Jahrzehnten Diskussionen, oft sogar Streit, darüber, ob sich dort Planeten befinden oder nicht.

Barnards Stern ist nur 6 Lichtjahre entfernt und damit der viertnächste Nachbar der Sonne (oder der zweitnächste, wenn man die drei Sterne des Alpha-Centauri-Systems zu einem zusammenfasst). Er ist so nahe, dass man seine Eigenbewegung sehr gut sehen kann und weil er sich so schnell bewegt, wird er oft auch "Barnards Pfeilstern" genannt. Dieses Bild zeigt, wie er sich zwischen 2001 und 2010 über den Himmel bewegt hat:

Barnard_Star_2001-2010.gif

Bild: Alejandro Sanz Gómez, CC-BY-SA 2.5

So ein interessanter Stern wurde natürlich oft und ausgiebig beobachtet. Wegen seiner schnellen Bewegung hat man besonders viele und genaue Positionsmessungen angestellt. Und in den 1960er und 1970er Jahren kam der Astronom Peter van de Kamp zu dem Schluss, dass sich dort 2 Planeten befinden müssten. Denn der Stern zog nicht einfach in einer geraden Linie über den Himmel, sondern wackelte hin und her. Der Grund dafür sollte die gravitative Störung der Planeten sein, die den Stern ein bisschen wackeln ließen. Die Entdeckung extrasolarer Planeten in den 1970er Jahren wäre eine große Sensation gewesen. Aber die Kollegen waren nicht überzeugt. Andere Astronomen zeigten, dass vermutlich ein technischer Fehler am Teleskop für das Wackeln des Sterns verantwortlich war. Aber van de Kamp war weiter von der Existenz seiner Planeten überzeugt. Zwei Stück, ungefähr halb so groß wie Jupiter sollten Barnards Stern umkreisen.

Die Sache blieb zweifelhaft, die Beobachtungen konnten nie bestätigt werden und es dauerte bis 1995, bevor der erste wirklich zweifelsfrei bestätigte extrasolare Planet entdeckt wurde. Eine Gruppe amerikanischer Astronomen hat nun noch einmal genau nachgesehen und kommt zu dem Schluß: van de Kamps Planeten existieren nicht. Sie haben Beobachtungsdaten aus den letzten 25 Jahren kombiniert und neu ausgewertet. Im Gegensatz zu van de Kamp haben sie sich nicht auf die Positionsänderungen des Sterns verlassen, sondern seine Radialgeschwindigkeit beobachtet. Auch mit dieser Methode misst man das Wackeln des Sterns, allerdings auf andere Art und Weise. Die Ergebnisse sind ziemlich deutlich:

barnard.png


Die grünen und gelben Punkte sind die Messungen. Wenn der Stern keine Planeten hat, dann sollten sie alle auf der Nulllinie in der Mitte des Diagramms liegen. Wenn van de Kamps Planeten existieren, dann sollten die Punkte dem Verlauf der blauen oder rote Linie folgen. Das tun sie aber nicht, sondern liegen tatsächlich - innerhalb der Fehlerbalken - auf der Nulllinie.

Komplett ausschließen können die Forscher die Existenz von Planeten natürlich noch nicht. Ganz kleine Planeten könnte es noch geben. Aber sicherlich nichts, was größer ist als ein paar Erdmassen. Und auf jeden Fall keine Planeten, wie sie van de Kamp gefunden zu haben glaubte.

Barnards Stern hat also keine Planeten. Aber er wird weiter ein interessantes Forschungsobjekt bleiben, auch weil er der Sonne immer näher kommt. In knapp 10000 Jahren wird er sich bis auf 3,8 Lichtjahre angenähert haben. Ich würde gerne wissen, was die Astronomen bis dahin so alles herausgefunden haben...


Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed.
03.Sep 2012 | 10:00

Die Landkarte der Physik

1939 hat Bernard H. Porter die optimale Fusion aus Geografie und Physik erschaffen:

"[A] map of physics, containing a brief historical outline of the subject as will be of interest to physicists, students, laymen at large; Also giving a description of the land of physics as seen by the daring sould who venture there; And more particularly the location of villages (named after pioneer physicists) as found by the many rivers; Also the date of founding of each village; As well as the date of its extinction; and finally a collection of various and sundry symbols frequently met with on the trip."

1939-map-of-physics-h2.jpg

Wirklich cool! Da würde ich gern mal Urlaub machen. Eine kleiner Wanderung von der Astronomie ganz im Westen bis hin zur Astrophysik im Osten und dann an Herschel, Newton und Ptolemäus an den Lichtstrand und ein wenig entspannen ;)

Eigentlich fehlen nur noch 2 Dinge: Eine hochauflösende Version dieser Karte, damit man sie als Poster für die Wand ausdrucken kann. Und eine aktualisierte Version, die die Entwicklung der Physik seit 1939 inkludiert. Seit damals haben die Wissenschaftler ja jede Menge Neuland entdeckt!


Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed.
02.Sep 2012 | 15:40

Terminkalender September

Da ich in den nächsten Monaten diverse Vorträge und Lesungen an diversen Orten halte, dachte ich, ich sag mal Bescheid, wo ich überall sein werde. Vielleicht sieht man sich ja irgendwo.

  • 12.September, Seeheim-Jugenheim: Am 12 und 13 September finden die Bergsträsser Weltraumtage statt. Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie gibt es dort jede Menge populärwissenschaftliche Vorträge über Astronomie - zum Beispiel über die Suche nach Außerirdischen, den Bau eines Weltraumfahrstuhls oder die Geschichte der Raumfahrt in Kinofilmen. Ich werde dort am 12. September um 20 Uhr einen Vortrag zum Thema "Krawumm - Wahre und falsche Weltuntergänge" halten und dabei auch aus meinen Büchern vorlesen.

  • 25. September, Solingen: Am 25. September um 19.30 werde ich in der Sternwarte Solingen einen Vortrag zum Thema "Weltuntergang 2012? Keine Panik!" halten.
  • 24-28 September, Hamburg: Von 24 bis 28. September findet in Hamburg die große Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft statt. Dort werde ich zwar keinen Vortrag halten, aber trotzdem anwesend sein (zumindest von 26. bis 28., vorher muss ich ja noch nach Solingen). Wird sicher interessant und vielleicht sieht man sich ja!



Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed.
02.Sep 2012 | 14:26

Ein Krawumm geht um die Welt (21): Москва́

Letztes Mal war das Krawumm auf seiner Reise durch die Welt bei der chinesischen Mauer angelangt. Und wenn wir schon mal bei den großen Sehenswürdigkeiten sind, dann passt auch dieses Foto von Leser Robert. Krawumm in Moskau!

DSC01247.JPG

DSC01248.JPG

DSC01249.JPG

DSC01250.JPG

DSC01251.JPG


Was bisher geschah: Teil 1: Die staubige Fabrik, Teil 2: Rindviecher, Teil 3: Das Krawumm will hoch hinaus, Teil 4: Eishockey und Nobelpreis, Teil 5: Der Weltskeptikerkongress, Teil 6: James Randi!, Teil 7: Bulgarische Berge, Teil 8: Auf hoher See, Teil 9: Das Buch im Transit, Teil 10: Der Berliner Flughafen, Teil 11: Flauschige Eichhörnchen, Teil 12: Der Bund fürs Leben, Teil 13: Der weiße Gott, Teil 14: Besuch auf Tatooine, Teil 15: Bei den alten Römern, Teil 16: Gaudi in Barcelona, Teil 17: Geysire im Yellowstone-Park, Teil 18: Urlaubslektüre in Antalya, Teil 19: Das Unheil kommt von oben, Teil 20: Die chinesische Mauer
Werbung auf ScienceBlogs. Bannerwerbung nicht nur im RSS-Feed.
21.Sep 2014 | 08:43

SpaceX Launches Dragon Cargo Ship to ISS

Falcon 9 soars into the sky with the Dragon CRS-4 spacecraft. (Credit: NASA)

Falcon 9 soars into the sky with the Dragon CRS-4 spacecraft. (Credit: NASA)

SpaceX’s Dragon spacecraft launched to the International Space Station at 1:52 a.m. EDT Sunday, scheduled to arrive Tuesday morning. The mission will deliver, and later return, new technology, biology, biotechnology and Earth and space science research. Made in Space’s 3D printer is also on board the cargo ship.

20.Sep 2014 | 22:01

GLXP Update: Tuxera Sponsors Hungary’s Team Puli Space

GLXP_Team_Puli_Rover
Helsinki, Finland and Budapest, Hungary, September 15, 2014 (Tuxera/Team Puli PR) –
Tuxera Inc., the market leader in file system and streaming technologies, announced today a sponsorship agreement with Hungary’s Team Puli Space in its mission to send an unmanned robotic probe to the Moon. Team Puli is participating in the $30M Google Lunar XPRIZE, an unprecedented competition challenging privately funded teams to successfully land a spacecraft on the lunar surface that travels at least 500 meters and transmits high-definition video and imagery back to earth.

“The Google Lunar XPRIZE is a unique opportunity that will allow us to develop new technologies for routine spacecraft travels to the Moon,” said Dr. Tibor Pacher, Team Leader, CEO and founder of Puli Space Technologies. “We are exploring new frontiers and will bring quality services to investors interested in commercializing space. We are thrilled to have a company on board with the capabilities of Tuxera as their expertise will be an integral part of our future success.”

“Since the space race between the United States and Soviet Union folded in the mid 1970s, there has been just one soft landing on the Moon – by China. Governments are not taking us to the Moon anymore. We have to do it,” noted Mikko Välimäki, Tuxera CEO.

The value of the space economy is currently estimated at over $314 billion. The commercial sector, including space products and infrastructure, accounts for almost three quarters of this estimated revenue and is the major driver behind the research and development.

“We are very excited to partner with Team Puli Space in their quest to win the Google Lunar XPRIZE,” said Szabolcs Szakacsits, Tuxera President and CTO. “Together with Tuxera’s technical expertise and Puli Space’s top notch engineering team, we aim to make history with the first privately funded and engineered Moon landing.”

About Team Puli Space

The mission of Puli Space Technologies is to develop new techniques required to routinely send spacecraft to the Moon, in an effort to explore new frontiers and provide quality services for forward-thinking investors interested in commercializing space. We aim to demonstrate our abilities by landing a self-made robotic probe on the lunar surface by 2015 as part of our quest to win the $30M Google Lunar XPRIZE. Our Moon probe will explore the nearby area of its landing site and send high-definition imagery and video recordings back to Earth. Based on the Google Lunar XPRIZE experience, independently of our result, we intend to become a prominent player in the growing space industry. Puli Space considers it a top priority to promote scientific thinking and encourage students to choose a career in the science disciplines. For more information, please visit http://www.googlelunarxprize.org/teams/team-puli.

About Tuxera

Tuxera is the leading provider of file systems that allow music, pictures, videos and other content to be ported across mobiles, tablets, home entertainment, consumer, industrial or any other electronics. Tuxera’s industry-standard file system solutions for Android, Linux, Mac OS X and other platforms have hundreds of millions installations. Close collaboration with industry leaders ensures reliable compatibility and helps to set high standard in performance, low power use for embedded and mobile solutions. For more information, please visit www.tuxera.com.

About the Google Lunar XPRIZE

The $30M Google Lunar XPRIZE is an unprecedented competition to challenge and inspire engineers and entrepreneurs from around the world to develop low-cost methods of robotic space exploration. To win the Google Lunar XPRIZE, a privately funded team must successfully place a robot on the Moon’s surface that explores at least 500 meters and transmits high-definition video and images

20.Sep 2014 | 20:44

Richard Branson’s Credibility Begins to Crumble

branson_richardson_ss2

Richard Branson and then-Gov. Bill Richardson at Spaceport America in New Mexico in 2010. (Credit: Douglas Messier)

Richard Branson is beginning to take a pounding in the British media as the 10th anniversary of his announcement of SpaceShipTwo approaches next Saturday.

When he announced SpaceShipTwo on Sept. 27, 2004, Branson promised to be flying in only three years. “Within five years, Virgin Galactic will have created over 3,000 new astronauts from many countries,” Branson said.

Commercial flights are now running more than 7 years behind schedule, with the first flight unlikely before next February and possibly much later. Now the British media are beginning to notice.

Why the only thing Branson has fired into space is his ego: 700 VIPs have paid £50m for tickets into orbit. But six years after the Virgin boss promised blast off, his space ship STILL isn’t ready
Daily Mail

Deep in the American West lies a vast, arid desert plain known as ‘Jordana de Muerto’, or ‘Journey of the Dead Man’. The desolate, sun-beaten expanse of deepest New Mexico is flat and deeply inhospitable.

Yet it is here, four hours’ drive from Albuquerque, that a security gate marks the entrance to perhaps the world’s most spectacular white elephant….

Talk your way in and you’ll find a huge futuristic glass, steel and concrete building designed by the superstar architect Sir Norman Foster.

No expense was spared. Indeed, it cost local taxpayers, who footed the entire bill, almost a quarter of a billion U.S. dollars.

Remarkably, every penny of this huge sum, every brick that was laid, and every tonne of publicly-funded concrete poured into the desert, has been devoted to a singular cause: putting Sir Richard Branson into space.

The $80m Virginauts stranded on Earth
London Sunday Times
(Subscription Required)

SIR RICHARD BRANSON is facing a backlash from aspiring astronauts who have booked a $250,000 seat on his space rocket after he revealed on an American television chat show the latest in a series of delays to the inaugural flight.

News of the latest setback to Branson’s commercial space programme came in an interview last week with David Letterman, the programme’s host, when the entrepreneur said he hoped to take the first commercial trip into space on Virgin Galactic in “February or March or next year”. He has previously said that he would be travelling into space by the end of this year.

The latest delay led to claims that the project was in crisis with some customers questioning whether the rocket would ever get into space.

Beam us up, Beardie!
Private Eye

WHEN will Sir Richard Branson launch himself into space? “What people forget is that it is rocket science,” he quipped in February. “It is complicated. But now every box has been ticked and we’re nearly there.” Er, how nearly? “We have a launch date this summer… By September, I hope to have gone to space.”

September is upon us, so presumably Beardie Lightyear is now aboard his rocket, preparing to slip the surly bonds of earth with a cry of “To infinity and beyond!” Or, on past form, perhaps not…

20.Sep 2014 | 19:50

Falcon 9 Launch Scrubbed; Next Attempt Early Sunday Morning

SpaceX scrubbed the launch of its Falcon 9 rocket with a Dragon freighter bound for the International Space Station early Saturday morning due to bad weather over the launch site.

The company will try again Sunday morning at 1:52 a.m. EDT. This is an instantaneous launch window. They need to launch exactly on time or they will need to delay another day.

19.Sep 2014 | 23:55

SpaceX to Break Ground on Launch Center on Monday

Artist's conception of the proposed SpaceX commercial launch facility near Brownsville, Texas.

Artist’s conception of the proposed SpaceX commercial launch facility near Brownsville, Texas.

Received the following invitation from SpaceX this afternoon, which I’ve edited down.

Media are invited to attend SpaceX’s official groundbreaking ceremony for the world’s first private commercial orbital launch facility on Monday, September 22, 2014. The facility will be built near Boca Chica Beach, Texas and expected to be complete by 2016.

Following the groundbreaking ceremony in Boca Chica, media are also welcome to attend a reception in Brownsville honoring local community officials from across South Texas, whose support has made the construction of the launch facility possible.

21.Sep 2014 | 00:51

Opportunity: Speicherformatierung war erfolgreich

Im August 2014 vermehrt aufgetretene Computerprobleme waren der Grund dafür, dass Anfang September eine Neuformatierung des Flash-Speichers des Marsrovers Opportunity erfolgte. Die damit verbundenen Arbeiten konnten erfolgreich abgeschlossen werden und der Rover hat seine Fahrt mittlerweile fortgesetzt.
20.Sep 2014 | 18:18

JCSat 15 fliegt Ariane 5, JCSat 16 Falcon 9

In der zweiten Septemberwoche 2014 wurde bekannt, auf welchen Trägerraketen neue Kommunikationssatelliten der SKY Perfect JSAT Corporation (JSAT) aus Japan in den Weltraum transportiert werden sollen. Für JCSat 15 buchte JSAT eine Fluggelegenheit an Bord einer Ariane 5, für JCSat 16 bestellte JSAT eine Mission mit einer Falcon 9.
20.Sep 2014 | 16:45

InSight: Ein neuer Krater im vorgesehenen Landegebiet

In dem Gebiet, welches als Landeplatz für die zukünftige Marsmission InSight vorgesehen ist, wurde ein kleiner Impaktkrater entdeckt, der erst innerhalb der letzten sechs Jahre entstanden sein kann. Derartige Einschläge von Meteoriten auf der Marsoberfläche werden bei der Durchführung der InSight-Mission eine wichtige Rolle spielen.
20.Sep 2014 | 12:22

US-Sonde Dawn nach Safe Mode wieder im Regelbetrieb

Die Raumsonde Dawn der US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtagentur (NASA) nutzt ihr für den Dauerbetrieb ausgelegtes Ionentriebwerkssystem wieder erfolgreich. Am 11. September 2014 war eine unerwartete Unterbrechung des Triebwerkeinsatzes und ein Betriebsmoduswechsel des Raumfahrzeugs in einen Sicherheitsmodus (Safe Mode) erfolgt.
16.Sep 2014 | 23:56

Boeing & SpaceX gewinnen Crewtransport

Heute um 22 Uhr deutscher Zeit hat die NASA die Gewinner des CCtCap-Programms bekanntgegeben, also welche Firmen nach dem Shuttle-Ende wieder Astronauten von US-Boden aus zur ISS bringen sollen. Dabei haben Boeing & SpaceX das Rennen gemacht. Die Sierra Nevada Corporation mit dem Dreamchaser ist leider ausgeschieden.
16.Sep 2014 | 10:10

Warum hängen Astronauten Müllbeutel an Wände? – Was eine Astronautenfamilie über das Leben auf der Raumstation wissen sollte

Da waren's nur noch drei! Nachdem das Sojus-Raumschiff 38S von der Raumstation abgelegt hat, gibt es in diesem Universum nach "offizieller Zählart" nur noch drei Außerirdische, die in einer Höhe von etwas über 400 Kilometern die Erde umkreisen - unter ihnen der Deutsche Alexander Gerst.
29.Aug 2014 | 13:33

Ohains erstes Strahltriebwerk als technologische Pionierleistung

Die Erfindung des Strahltriebwerks durch Hans von Ohain war zweifellos die wichtigste Innovation der Luftfahrt. Die Technologie des Flugzeugantriebs mit Kolbenmotoren und Propellern war in den 1930er Jahren an ihre technischen Grenzen gestoßen, und ohne die Revolution der Jets wäre der heutige globale Luftverkehr nicht denkbar.
26.Aug 2014 | 10:40

Die deutschen Raumfahrer verlieren einen Freund und Kollegen

Die Crew der D1-MissionSteven R. Nagel, im Jahr 1985 Pilot der deutschen D1-Mission und dann 1993 Kommandant der D-2-Mission, ist nach schwerem Kampf gegen eine nicht zu besiegende Krankheit gestorben. Steves Freundschaft und Kollegialität überspannt gleich zwei Generationen von deutschen Raumfahrern.
25.Aug 2014 | 07:45

"Rockets are tricky"

Die 30 Galileo-SatellitenDieses Zitat stammt von Elon Musk, dem Pionier im Bereich der Kommerzialisierung der Raumfahrt und Gründer von SpaceX. Er äußerte es am 23. August 2014 nach einem missglückten Teststart. Raumfahrtgeräte sind aufgrund ihrer komplexen Systeme und der Tatsache, dass die Aufgabe ohne große "Sicherheitsreserven" und relativ wenig Echtzeitkorrekturmöglichkeiten erfüllt werden muss, sehr anspruchsvolle technische Einrichtungen.
08.Aug 2014 | 16:04

Planung ist das halbe Leben – oder manchmal noch etwas mehr…

>Im Columbus-Kontrollraum an der STRATOS-KonsoleGestern wurde es amtlich: Der ursprünglich für Ende August geplante Weltraumausstieg von Alexander Gerst, ein absolutes Highlight der Mission, ist verschoben worden wegen noch ausstehender technischer Arbeiten an einem der Raumanzüge. Sicher eine Enttäuschung für die Astronauten – aber die Extravehicular Activity (EVA) ist weiterhin auf dem Plan, nur eben etwas später...
25.May 2014 | 16:52

ILA und Berlin – Elf Notizen eines Provinzlers

London riecht nach Pferd und Fäkalien, befand Horiatio Nelson, Englands legendärer Seeheld, als er nach monatelanger Kriegsfahrt auf hoher See in die Hauptstadt zurückkehrte. Sie war zu seiner Zeit die bedeutendste Stadt der Welt und er begegnete ihr stets mit einer Mischung aus Faszination und Abscheu.

1. Ich war noch keine Minute in der Berliner S-Bahn (Strecke Hauptbahnhof – Charlottenburg) als ich von einem streng riechenden, verwahrlost aussehenden Mann in forschem Ton angebettelt wurde. Am Bahnhof Zoo verließ er den Zug wieder. Ein weiterer Bettler kam ins Abteil, um seinerseits mit lauter Stimme von den Passagieren einen Obolus einzufordern. Niemand kümmerte sich um ihn, was ihn dazu veranlasste, die Fahrgäste mit lautstarken Verwünschungen zu belegen. Er war mit seiner Tirade noch nicht fertig, als der Zug in Charlottenburg einfuhr. Ich wuchtete mein Gepäck zum Ausgang, warf dem Mann und der innen und außen mit Graffitis vollgeschmierten S-Bahn-Kabine einen letzten irritierten Blick zu, und trat vor die Tür. Es knirschte unter meinen Füßen. Ich blickte nach unten. Ich stand in einem Haufen Glasscherben.

Der Autor, in der Gagarin Bar in Prenzlauer Berg

Der Autor, in der Gagarin Bar in Prenzlauer Berg

2. Die Aufbautage auf der ILA, draußen im märkischen Sand, gleich neben BER, der bestbeleuchtetsten, uneröffnetsten, teuersten Lachnummer der Nation laufen wie immer. Die Parkplätze, wie stets ungepflastert und ungeteert, stauben vor sich hin. Wie üblich kann man an den Aufbautagen ohne jede Kontrolle (noch nicht einmal die Aufbau-Ausweise werden gecheckt) alles ins ILA-Gelände schleppen, was man – für welchen Zweck auch immer - in den Folgetagen so braucht. Kann man die Gerätschaften nicht tragen, dann bekommt man für 100 Euro Kaution problemlos eine Einfahrtgenehmigung. Dann bringt man halt sein Material mit dem PKW, dem Laster oder dem Tieflader ins Gelände. Kein Mensch kontrolliert irgendetwas. So geht das problemlos von Samstag bis Montag.

Standaufbau am Tag vor der Eröffnung

Standaufbau am Tag vor der Eröffnung

3. Montagabend, in der Gagarin-Bar in Prenzlauer Berg, erinnerte mich Susanne Hofmann milde an meine Kosmologs-Verpflichtungen und versprach, ums mir leichter zu machen, schon mal einen kleinen Beitrag über die ILA vorzulegen. Was sie denn auch tat. Über Susannes Anwesenheit hab ich mich ganz besonders gefreut. Mit dabei bei Gagarin-Bier, Blinis, Soljanka und russischen Buletten waren neben ihr auch Uwe-Schmaling, Chefredakteur und Herausgeber des ebenso legendären wie chronisch defizitären und gerade mal wieder von der Schließung bedrohten Kult-Raumfahrtorgans Raumfahrt Concret, die Regisseurin Marian Kiss, meine Wiener Orion-Partnerin Maria Pflug-Hofmayr, Andreas Weise, Ingenieur und Raumfahrthistoriker mit Schwerpunkt auf der frühen russischen Raumfahrt, Thomas Krieger, der Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Raumfahrt und die RC-Redakteurin Ute Harbricht. Außerdem der letzte Wissenschafts-Attachè der ständigen Vertretung der DDR in Bonn mit seiner Frau, die als kleines Mädchen im September 1961 dem eben aus dem Orbit zurückgekehrten German Titow den offiziellen Blumenstrauß der DDR-Regierung überreichen durfte. Eine bunte, illustre und lustige Runde.

4. Kurz nach Mitternacht stieg ich an der U-Bahnstation Adenauerplatz aus. Mir fiel gleich das übliche Rudel aus sechs, sieben finster aussehenden Jungs in Bomberjacken auf. Diese beunruhigenden Grüppchen gehören zur nächtlichen Grundausstattung jeder Berliner U-Bahnstation. Dazu zwei auf den Wartebänken schnarchende Penner und eine erheblich schwankende Person, die sich offensichtlich für den Erlöser hielt und mit lauter Stimme das nahende Armageddon heraufbeschwor. Als ich die Treppe in Richtung Xantener Straße hinaufging (die Rolltreppe wie üblich in Berlin pure Makulatur) folgte mir die Gang, und mir wurde etwas mulmig. Die Jungs erwiesen sich aber als harmlos. Zumindest für mich. Als ich die vierhundert Meter zum Olivaer-Platz marschierte, bekam ich noch mit, wie sie an einer Baustelle unter lautem Gejohle ein Dixie-Kloo an den Kudamm wuchteten und auf die Fahrbahn warfen.

Eine der wenigen Neuheiten auf der diesjährigen ILA. Der Airbus A350.

Eine der wenigen Neuheiten auf der diesjährigen ILA. Der Airbus A350.

5. Ab Dienstag, dem ersten der drei ILA-Geschäftstage, setzten scharfe Kontrollen ein. Ausweise werden gescannt, Taschen durchsucht, man muss einen Metalldetektor passieren. Kleiner Tip, für den Fall, dass sie für ihr geplantes Sprengstoffattentat noch Material brauchen, das sie blöderweise vergessen haben, zwischen Samstag und Montag mit dem Transporter hereinzubringen: Besuchen Sie den Military-Shop ihrer Wahl und beschaffen sich dort einen Kampfanzug. Und zwar die buntgefleckte-Camouflage-Sorte. Rangabzeichen sind nicht nötig. Trägt man so ein Outfit, dann wird man vom Wachpersonal an den Eingängen einfach durchgewinkt. Weder braucht man an der Schlange anzustehen, noch muss man irgendwelche Kontrollen über sich ergehen lassen. Auch das Gepäck der Kampfkombi-Träger wird – nach meinen Beobachtungen – grundsätzlich nicht kontrolliert.

Der kleinste, neuste und interessanteste Airbus: Ein Voll-Elektroflugzeug

Der kleinste, neuste und interessanteste Airbus: Ein Voll-Elektroflugzeug

6. Anders ist das bei den zivilen Uniformträgern, den Herren (und sehr, sehr wenigen Damen) aus den Business-Development Abteilungen der Aerospace-Unternehmen. „Zivil-Uniform“ deswegen, weil etwa sechs von zehn dieser Personen anthrazitfarbene Anzüge, weißes Hemd und rote Krawatte tragen. Dazu eine schwarze Laptop-Tasche links, ein Headset, das zum Blackberry in der Sakko-Tasche rechts führt, mit dessen Hilfe sie mit extrem wichtigem Gesichtsausdruck extrem wichtige Gespräche ins Off führen. Sie, und der übrige Rest der Besucher, werden genauestens gefilzt.

7. In den Hallen war dieses Jahr weniger los, als in den vergangenen Jahren. Das dürfte vor allem daran liegen, dass die ideellen Aussteller heuer von der Messeleitung keine Vergünstigungen mehr erhielten. Sie müssen sich nun jedes Stück, von den Stellwänden bis zur Möblierung der Stände, selber kaufen oder mieten. Die Preise sind geschmalzen. Viele können sich das nicht leisten, und so sind dieses Mal die meisten der Vereine, Interessengruppen, Verlage und kleine Händler, die letztes Jahr noch dabei waren, nicht mehr vertreten. Raumfahrt Concret konnte beispielsweise den Stand nicht bezahlen (vor allem nachdem mit Manfred Fuchs in diesem Jahr auch noch einer der Hauptförderer der Zeitschrift verstorben ist). Die deutschen Teilnehmer am Lunar Google X-Price, die vor zwei Jahren noch da waren (die Part Time Scientists) fehlten ebenfalls. Diese Gruppierungen haben bislang nicht nur den restlichen Platz in den Hallen aufgefüllt, sondern auch für Buntheit gesorgt. Besonders an den Besuchertagen. Aus diesem Grund waren einige der Hallen nur etwa zur Hälfte bis zwei Drittel mit Ständen belegt. Macht keinen guten Eindruck.

Der Lander der europäischen ExoMars 2016-Raumsonde

Der Lander der europäischen ExoMars 2016-Raumsonde

8. Wie immer gab es viele Flugzeuge zu besichtigen, allerdings kaum Neuheiten. Der im Vorfeld angekündigte Osprey von Boeing ließ sich beispielsweise nicht blicken. Der vielleicht interessanteste Neuling, die A350 blieb nur die ersten paar Stunden der ILA und meldete sich dann zur Weiterführung der Testflüge ab. Interessant im Luftfahrtbereich war der Airbus E-Fan. Ein voll-elektrisches Flugzeug. Und die Flugvorführungen? Bieder und brav wie immer in Berlin. Die extrem engen Vorschriften auf der ILA erlauben es nicht, die Demos mit Pfeffer zu würzen. Nur einzelnen Piloten (Beispiel "Solotürk") gelang es, kreativ mit den restriktiven Regularien umzugehen. Wer auf einer großen Luftfahrtshow Spektakuläres sehen will, ist in Berlin an der falschen Addresse. Der muss in Europa nach Le Bourget oder nach Farnborough gehen. Die Sprecher der Aerobatik-Teams weisen denn auch immer wieder darauf hin, dass man leider nur ein stark reduziertes Programm zeigen dürfe.

9. In Sachen Raumfahrt herrscht Stagnation. Es sind die gleichen Ausstellungsobjekte zu sehen wie vor zwei Jahren, von einigen ganz wenigen Ausnahmen einmal abgesehen. Dazu gehören Modelle des Multi Purpose Crew Vehicle (MPCV), des ExoMars 2018 – Rovers und des 2016 – Landers. Vom MPCV abgesehen gibt es keinerlei US-Beteiligung. Weder die kommerziellen noch die privaten US-Raumfahrtunternehmen sind auf der Messe. Keine Spur von Boeing, Lockheed oder SpaceX. Auch die russische Beteiligung ist kleiner als früher. Chrunitschew fehlte beispielsweise komplett, vielleicht auch um Fragen über die Zuverlässigkeit der wieder einmal abgestürzten Proton-Rakete aus dem Weg zu gehen.

Die ILA 2016 hat durchaus Spaß gemacht.

Die ILA 2014 hat durchaus Spaß gemacht.

10. Dennoch hat es Spaß gemacht. Weniger wegen der deutlichen Stagnation, als vielmehr, weil man sich mit vielen Bekannten und Gleichgesinnten austauschen konnte. Allein dafür hat die ILA als „Marktplatz“ ihre Berechtigung. Vieles fand aber eher am Abend und außerhalb des Ausstellungsgeländes statt: In der „Ständigen Vertretung“, auf dem Hacke’schen Markt, in der Bar Gagarin oder an anderen kommunikativen Plätzen. Wie immer bei der Frühjahrs-ILA hat auch das Wetter gut mitgespielt (bei der Herbst-ILA vor zwei Jahren war es ja nicht ganz so gut).

11. Als Provinzler stehe ich dem Hype, der um Berlin gemacht wird, mit skeptischer Distanz gegenüber. Und als Provinz lasse ich hier auch München und Wien gelten, die beiden einzigen Großstädte, in denen ich mich öfter als nur ein-, zweimal im Jahr bewege. Dort wird mir das Gefühl vermittelt, dass der weitaus überwiegende Teil der Bürger ihren Mitmenschen und ihrer Stadt mit Respekt und Verantwortung begegnen. In Berlin bin ich mir dagegen nie sicher, ob die vielgerühmte Liberalität nicht einfach nur pure Gleichgültigkeit ist. Auf Schritt und Tritt begegnet man Verwahrlosung und Vandalismus. Parks und öffentliche Plätze, die Ruhezonen vor Museen und Gedenkstätten sind fest in den Händen sozialer Randgruppen. Ihre Unantastbarkeit ist Gesetz und so benehmen sie sich auch.

Von Horatio Nelson wird berichtet, dass er immer froh war, London wieder verlassen zu können, auch wenn ihn danach die ersten Tage auf See stets die Seekrankheit plagte. Aber er mochte die Weite der Meeres, die frische Luft und die überschaubare Ordnung seines Schiffs.

09.Mar 2014 | 11:01

Musk macht dem Falcon Beine

Sollten Sie - wie ich - ein Fan von Science Fiction B-Filmen aus den 50iger Jahren sein, dann kennen sie den Plot. Der geht, jetzt mal ganz generisch, so: Das Raumschiff X-7 mit Professor Scatterbrain, seiner schönen Tochter Gwendolyn (Biologin), dem brillianten und in Gwendolyn verknallten (er weiß es aber noch nicht) Wissenschaftler Dr. Jeffrey Quantumleap und dem (noch unerkannten) Schurken Hellonious Greedhead (getarnt als Bordingenieur) startet zum Planeten Metares 3 (Zweiter Spiralarm, dritter Quadrant, vierter Sektor rechts). Der Professor vermutet dort ein gewaltiges Vorkommen von Cavorit, das er fürderhin zum Wohle der Menschheit einzusetzen gedenkt. Greedhead vermutet das auch, und gedenkt es fürderhin zum Zwecke seiner persönlichen Bereicherung zu verwenden. Auf Metares 3 stoßen sie auf Einheimische, die genau so aussehen wie sich Hollywood-Südseeinsulaner vorstellt (Frauen in knappen Bikinis, Männer im Lendenschurz). Greedhead will sie umbringen, Quantumleap will sie schützen, der Professor ist überfordert, Gwendolyn fällt in Ohnmacht, Getümmel, Verfolgung, Gemetzel. Der Schurke wird besiegt, alles ist wieder paletti und alle drei (Greedhead muss als Leibsklave des Eingeborenenhäuptlings zurückbleiben) düsen wieder zurück zur Erde.

Destination Moon

"Destination Moon", SF-Movie aus dem Jahre 1950.

Das alles wurde - das Budget war mager - an Wochenenden in den nicht mehr benötigten Kulissen der A-Filme gedreht. Mit Schauspielern aus der C-Riege. Auch für die Trickeffekte war kaum Geld da, deshalb ließ man die Aufnahmen vom Start der  X-7 für die Landungen auf Metares und zurück auf der Erde einfach rückwärts ablaufen. Eine Startrampe befand man für unnötig. Das Ding startete auf seinen drei, vier oder fünf Beinen und landete auf diesen auch wieder.

Um diese wunderbare Landetechnik zu bewundern brauchen Sie zukünftig nicht mehr die CD mit "Metares 3 antwortet nicht" aus der Kommode zu kramen. Und das liegt mal wieder an Elon Musk, dem "Leading Guru" für Solartechnik (Solar City), Elektroautos (Tesla) und wiederverwendbare Trägerraketen (SpaceX).

Elon Musk hatte es schon vor Jahren angekündigt, und dafür die hämischen Kommentare der etablierten Raumfahrtfirmen geerntet: Jede Falcon ab der Version 9 v1.1, die für diesen Zweck genügend Treibstoffreserven mitführen kann, wird zukünftig einen Landeversuch unternehmen. Dies war schon beim Erstflug der Falcon 9 v1.1 der Fall, die im vergangenen September den kanadischen Cassiopee-Satelliten in den Orbit brachte. Nach der Stufentrennung war erstmals in der Geschichte der Raumfahrt probeweise ein "Boost back"-Manöver durchgeführt worden, also eine erneute Triebwerkszündung der ersten Stufe um einen Rückflug in Richtung Startstelle einzuleiten. Unmittelbar über der Wasseroberfläche erfolgte dann eine zweite Zündung, um die Fallgeschwindigkeit der Stufe auf Null zu reduzieren. Das klappte allerdings nicht so ganz. Die Stufe geriet in der Endphase des Abstiegs in Drehung, was dazu führte, dass die Treibstoffe an die Tankwände gepresst wurden. Daraufhin brachen die Schwappspanten, das Triebwerk (es lief nur die zentrale Einheit) saugte Metallteile an und schaltete kurz über der Wasseroberfläche ab. Die Stufe schlug mit etwa 100 Kilometern pro Stunde auf dem Wasser auf und ging zu Bruch.

Was der Zufriedenheit der SpaceX-Leute allerdings keinen Abbruch tat. Niemand rechnet damit, dass dieses komplexe Manöver schon bei den ersten Versuchen von Erfolg gekrönt wird. Dafür war die Rakete auch noch gar nicht vollständig ausgerüstet. Jetzt hat SpaceX aber alle notwendigen Puzzle-Teile beisammen, um eine Rückführung der ersten Stufe nach einer Raumflugmission ernsthaft zu versuchen. Beim Start zur CRS-3 /Spx-3 Mission (einem Versorgungsflug mit der Dragon-Kapsel zur Internationalen Raumstation) am 17. März wird nur etwa 70 Prozent der Nutzlastkapazität der Falcon 9v 1.1 benötigt. Das lässt wieder Spielraum für einen Landeversuch. Der wird erneut - schon aus Sicherheitsgründen - im Wasser erfolgen. Dieses Mal vor der Küste von Cape Canaveral im Atlantik. Die Wahrscheinlichkeit, dass SpaceX die Stufe intakt aus dem Ozean fischt ist auch dieses Mal gering. Elon Musk schätzt die Chancen für einen Erfolg auf etwa 30 Prozent. Erstmals werden dabei auch Landebeine zum Einsatz kommen (so wie auf dem Bild hier sehen die übrigens in angelegtem Zustand aus).

Landebeine

Die Landebeine der Falcon 9 in angelegtem Zustand

Die für die Bergung entscheidenden Manöver ereignen sich alle nach der Trennung der ersten von der zweiten Stufe. Bis dahin soll die Mission verlaufen, wie jeder andere Orbital- oder Sondenstart auch. Die Landebeine sind in der ersten Flugphase aus aerodynamischen Gründen noch an den Rumpf angelegt und haben keine Funktion.Die Serie der Manöver, die letztendlich zur weichen Landung führen sollen, beginnt erst  nach der Trennung. Während die zweite Stufe mit der Dragon-Raumkapsel den Aufstieg in den Orbit fortsetzt, wird das Lageregelungssystem der ersten Stufe die Antriebseinheit zunächst um 180 Grad drehen.Kurz darauf beginnt das so genannte „Boost Back Manöver“. Drei der neun Merlin 1D- Triebwerke zünden erneut, und bringen die Stufe, die sich bis dahin mit einer Geschwindigkeit von über 6.000 Kilometer pro Stunde auf den Atlantik hinausbewegt, erst auf Gegenkurs und schalten dann wieder ab.

Falcon 9 und Dragon

Die Kombination aus Falcon 9 und der Dragon - Raumkapsel wird für den Start vorbereitet

Die Stufe steuert nun im Freien Fall auf ein vorbestimmtes Landegebiet zu, und wird dabei durch die zunehmende Luftreibung in den tieferen Schichten der Atmosphäre immer weiter abgebremst. Ihre Raumlage wird in dieser Phase durch ein Lagekontrollsystem stabil gehalten. Schließlich bewegt sich die Stufe mit einer Geschwindigkeit, die als „Terminal Velocity“ (Grenzgeschwindigkeit) bezeichnet wird. Ein Objekt erreicht seine Grenzgeschwindigkeit dann, wenn sich ein Gleichgewicht der einwirkenden Kräfte bildet und keine weitere Beschleunigung gleich in welche Richtung mehr erfolgt. Bei einem freien Fall durch Luft ist die Grenzgeschwindigkeit erreicht, wenn die Gravitationskraft durch die Luftreibung kompensiert wird. Die "Terminal Velocity" ist bei der Falocn 9-Erststufe nicht bekannt. Sie dürfte aber bei etwa 350-400 Kilometern pro Stunde liegen.

Die Schlusszündung wird in einer Höhe von weniger als 1.000 Meter über der Wasseroberfläche beginnen, diesmal mit nur noch einem aktiven Triebwerk. Mehr ist nun mehr nicht nötig, denn die Tanks sind fast, aber nur fast, leer. Es wird keine Nutzlast mehr transportiert und das Vehikel wiegt zu Beginn der Zündungweniger als 25 Tonnen (beim Start wog die erste Stufe mehr als 400 Tonnen). Das Triebwerk wird nur noch etwa 15 Sekunden laufen. In dieser zweiten Brennphase nach der Stufentrennung werden die Landebeine ausgeklappt und danach ein Landemanöver wie auf festem Boden simuliert. Die Endgeschwindigkeit mit der die Wasseroberfläche erreicht wird, müsste im Idealfall beiNullliegen.

Destination Moon II

Filmplakat "Destination Moon"

Wie gesagt, die Wahrscheinlichkeit, dass das alles perfekt abläuft, ist gering. Gesteuerte Abstiege dieser Art werden auch bei den folgenden Missionen so lange über Wasser geübt, bis das Landeverfahren sicher beherrscht wird. Danach will Elon Musk mit Landungen auf festem Boden beginnen.

P.S. Das erste Bild dieses Beitrags, sowie das Bild links, stammen aus dem Film „Destination Moon“. Der kein B-Movie, sondern ein – für die Ansprüche des Jahres 1950 – unglaublich teurer A-Film war. Die Produktionskosten betrugen seinerzeit 500.000 Dollar. Schauen Sie ihn sich ruhig mal an. Er ist faktentreu, fast schon prophetisch in seinen Aussagen (vieles ist heute aktueller denn je) und im Gegensatz zu praktisch jedem „modernen“ Film (einschließlich Gravity) stimmt die Physik bis ins Detail.

26.Feb 2014 | 21:50

Yuris Night zu Gast im Technischen Museum Wien

Wie jedes Jahr veranstaltet "Der Orion" auch heuer am 12. April Yuris Night in der zweitgrößten deutschsprachigen Stadt der Welt. Dieses Mal findet sie in einer ganz besonders reizvollen Umgebung statt: im Technischen Museum der österreichischen Metropole. Wie praktisch jedes große öffentliche Gebäude im Herz der Donaumonarchie, das zwischen 1848 und 1916 errichtet wurde, hat auch hier Kaiser Franz Josef I den ersten Spatenstich getan. Und was man dem Museum damals wie heute wegen des historisierenden Stils nicht ansieht: es ist ein Stahlbetonbau. Seinerzeit das Non-Plus-Ultra der Bautechnik.

Technisches Museum

Die Grundsteinlegung erfolgte am 20. Juni 1909. An sich sollte das Gebäude bis 1914 fertiggestellt sein, aber der erste Weltkrieg verhinderte das. Bei der Einweihung im Mai 1918 war Franz Josef schon eineinalb Jahre tot und die Donaumonarchie in der Auflösung begriffen.

Die gewaltige Haupthalle nimmt beeindruckend massive Maschinen und Vorrichtungen auf. Traditionell hat die Sammlung ihren Schwerpunkt in den Bereichen Energietechnik und Bergbau, Alltag und Umwelt, Verkehrstechnik und Musikinstrumente. Das Museum bietet aber noch jede Menge anderer, teilweise ziemlich abgefahrener Themen. So gibt es eine beeindruckende Sammlung von Hüten und Helmen, deren Träger vom Blitz getroffen wurden. Besonders den Kindern merkt man an, dass hier, beim Betrachten der Verkokelungen, Einschlaglöcher und Schmauchspuren einiges an Kopfkino abgeht.

Kurios bis gruselig ist im selben Bereich auch die Sammlung des Wiener Arztes Stefan Jelinek: Bilder durch Blitzschlag abgetrennter Gliedmaßen, Brandspuren am Körper und Auswirkungen eines Blitzschlages auf die Physiognomie eines Menschen (sofern sie es überlebt haben). Das ganze ist mit liebevoll detaillierten Texten untermalt. Jelinek war in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts iungeheuer populär. Er war der Begründer der „Elektropathologie“, die sich mit der dunklen Seite der Elektrotechnik befasste. Sein legendärer Lehrsatz lautete: Beim Strom- und Blitzunfällen so lange Reanimationsversuche anstellen, bis Totenflecke auftreten. Erst dann darf man aufgeben.

Überhaupt kommt die Wiener Liebe zum Morbiden überall durch. Auch im Deutschen Museum in München erfährt man ja einiges über Kohleabbau. Aber nur in Wien gibt es dazu schauerlich schöne Bilder von Staublungen zu bewundern.

Für die Bearbeitung des Themas „Weltraum“ war das Wiener Technische Museum bislang allerdings weniger bekannt. Um ehrlich zu sein: Das Gebiet war nicht vertreten, sieht man mal von Franz Viehböcks (Österreichs erstem und einzigem Kosmonauten) Raumanzug mal ab. Mit der Sonderausstellung SPACE, die seit einigen Monaten besteht und noch über Yuris Night hinaus läuft, ändert sich das. Sie ist klein aber fein, und den Besuch können wir allen Weltraumfreunden nur ans Herz legen. Auch sie hat eindeutig einen "Wiener Touch" und das beginnt schon damit, dass es da drin „a weng duster“ ist, und die Objekte ziemlich klein beschriftet sind. Das mag aber ein jüngerer Mensch als ich, ausgestattet mit besseren Sinnen, anders beurteilen.

Als ich mir die Ausstellung vor ein paar Wochen anschaute und grade vor einem hübschen Modell der Internationalen Raumstation stand, stellte sich ein Papa mit etwa siebenjährigem Sohn neben mich. Der Junge guckte sich das Modell an und fragte den Papa, was denn das sei. Der Vater: "A Raumstation". Der Junge: "uund wööiche?". Und der Vater, das Modell mit suchenden Blicken abtastend, mit fester Stimme (man will sich ja vor dem Nachwuchs keine Blöße geben): "Das ist die Raumstation Mir". Ich hielt den Mund und suchte selber nach der Beschriftung. Die gab‘s tatsächlich, weist auch tatsächlich darauf hin, dass es die Internationale Raumstation ist, aber halt sehr, sehr klein, und in der Finsternis kaum zu erkennen.

Der Kenner der Raumfahrtabteilung des Deutschen Museums findet auch eine nette Leihgabe der Münchner an die Wiener wieder, nämlich eine Astris-Oberstufe der unglücklichen Europa 1-Rakete. Und dann gibt es einen kleinen Raketenpark, Modelle von Raumfahrtträgern, deren Beschriftung behauptet, sie wären im Maßstab 1:25 abgebildet. Hier zeigten sich einige Besucher denn doch ein wenig überrascht darüber, dass weltweit die Trägerraketen allesamt offensichtlich exakt gleich groß sind. Tatsächlich schwankt der Maßstab wohl irgendwo zwischen 1:20 und 1:50. Aber so pingelig, um daran Anstoß zu nehmen, kann ja wohl nur ein Piefke sein.

Zum Thema "Space", dachten sich die Wiener, gehört auch Science Fiction, und so zeigen sie auf einem Bildschirm ein Medley aus SF-Filmausschnitten. Damit der Ton die anderen Besucher nicht stört, kann man sich dazu Kopfhörer nehmen. Als ich dran vorbeikam standen vor diesem Bildschirm zwei schockstarre kleine Jungs mit den Micky-Mäusen auf dem Kopf. Die Augen vor Entsetzen kreisrund sahen sie sich gerade einen Ausschnitt aus „Mars Attacks“ an. Die Stelle, an der den Marsianern das Gehirn platzt.

Die Eltern der Kleinen waren wohl eben auf ein Achtel Veltliner ins Beisel gegangen. Und das, also das Restaurant, befindet sich im Erdgeschoß des Museums. Es gibt dort leckere Gerichte. Die bekommt man allerdings nur, wenn man das Glück hat, von einem der vier Kellner wahrgenommen zu werden, die sich um die knapp 40 Plätze kümmern....sollten. Mir gelang das schon nach kaum 30 Minuten, nachdem es ihnen wegen meines zunehmend wilderen Herumgehampels beim besten Willen nicht mehr gelang, mich zu übersehen. Ich bestellte einen Hamburger mit Chips, und der war wirklich ein Gedicht. Bestes Rindfleisch, Salat, Tomate, knuspriger Speck,angeschmolzener Gouda, knusprig gebratenes Brötchen und krosse Kartoffelchips mit einer delikaten Chilisoße. Den brachte mir allerdings eine Frau aus der Küche, offensichtlich die Köchin. Sie musste mich erst unter den Gästen ausfindig machen. Die vier Kellner waren anderweitig beschäftigt. Die fielen sich beim verzweifelten Versuch, ihre Kundschaft zu ignorieren, fast gegenseitig vor die Füße.

Aber das sind Kleinigkeiten, die über das wirklich faszinierende Ambiente nicht hinwegtäuschen sollen. Am 12. April gibt es dort jedenfalls Raumfahrt bis zum Abwinken, und zwar ganztägig. Tagsüber findet der erste "SpaceUp Vienna" statt - Informationen, Programm und Anmeldung gibt es hier. Auch diesen Event organisiert „Der Orion“ in Zusammenarbeit mit seinen Partnern.

Und wer Angst hat, von den Kellnern im Restaurant übersehen zu werden: „Der Orion“ stellt abends bei der Hauptveranstaltung wie üblich Snacks und Getränke zur Verfügung – kostenlos übrigens - und verhindert auf diese Weise gefährlichen Unterzucker.

Die Planung für beide Ereignisse, den Spaceup und die Abendveranstaltung läuft auf Hochtouren. Das vorläufige Programm findet sich hier.

Wer sich dafür interessiert und/oder sowiesoschon immer mal nach Wien wollte: Schnell buchen. Wien ist kurz vor Ostern schon unter normalen Umständen immergut gebucht. Zusätzlich findet gerade um Yuris Nightauch noch der City-Marathon statt.Da wird es dann selbst in der zweitgrößten deutschsprachigen Stadt der Welt "a weng eng".

03.Nov 2013 | 23:01

Gravity – Film mit Gewicht

Die „Trekkies“ kennen das: Der Weltraum ist ein Dorf und alles liegt irgendwie gleich um die Ecke. Und Physik ist was für Weicheier. Kurz mal auf den Warp 8 – Knopf gedrückt, und Sekunden später ist man am Ende der Galaxis. So geht das und so kennt man das bei Kirk & Co und so ähnlich muss es dann wohl auch bei der NASA sein.

Bild 5 - Gravity CR collectspace

Gravity: Fast ein Einpersonenstück für Sandra Bullock. Quelle: Collectspace

Auch in Alfonso Cuarons Film ist alles, was wir aus der bemannten Raumfahrt kennen, in Fußgängerreichweite aufgereiht: Hubble Space Telescope (HST), die ISS und  die chinesische Tiangong-Raumstation. Was stören uns Inklination und Rektaszension,  Apogäum und Perigäum, die Bahnmechanik generell, Johannes Kepler und sein Geschwurbel und was es sonst noch unwichtigen Kram gibt, mit dem die NASA immerzu angibt. 99,8 Prozent aller Zuschauer haben nicht den leisesten Dunst, was da draußen wirklich abgeht und die darf man - nur für die Zwecke eines Kino-Movies - mit derlei Schmonzes nicht überbelasten.

Der Film beschäftigt genau eineinhalb Schauspieler, nämlich Sandra Bullock als Dr. Ryan Stone und George Clooney, als den alten Raumfahrt-Haudegen Matt Kowalski, der sich auf seiner letzten Mission befindet. Clooney/Kowalksi ist der halbe Schauspieler, denn er wird sich in der Folge nach etwa 45 Minuten für den Rest der Handlung in seine Nespresso-Welt zurückverabschieden und Bullock/Stone mit dem ganzen Scherbenhaufen alleine lassen.

Die Handlung spielt in einer Welt, in der nicht ein Präsident Obama das bemannte Raumfahrtprogramm der NASA geschlachtet hat, sondern in der die Shuttles noch (oder schon wieder?) fliegen. Im Film befinden uns gerade inmitten der Mission STS 157, die mit fünf Besatzungsmitgliedern dabei ist, das Hubble Space Telescope (HST) auf Vordermann zu bringen. Was aus den Missionen 136 bis 156 geworden ist erfahren die Zuschauer nicht, ich habe aber einen Verdacht, den ich Ihnen gleich noch mitteile. In der realen Welt endete das Programm jedenfalls bei STS 135. Eine der Raumfähren muss auch umbenannt worden sein, denn Stones/Kowalskis Shuttle trägt den Namen „Explorer“.

Der Plot beginnt mit einer uns aus dem täglichen Leben bekannten Szene: Eine Frau arbeitet, während zwei Männer rumhängen und Spaß haben.  Warum sich überhaupt drei Leute außerhalb des Shuttles befinden, wenn sowieso bloß eine was tut, wird nicht ganz klar. Während also Dr. Stone alleine das HST repariert, karriolt Kowalski mit dem MMU ein ums andere Mal in irren Kurven um das Raumschiff herum, ungefähr 50mal so schnell, wie es in Wirklichkeit grade noch möglich wäre. Aber es ist einzusehen, dass Cuaron, der seinen Film ja in 90 Minuten zu Ende bringen will, den Leuten nicht die wahre Geschwindigkeit des MMU zumuten kann. Das MMU übrigens, die „Manned Maneuvering Unit“ wurde in der richtigen Welt 1985 eingemottet. Für Gravity wurde sie wieder in den Flugstatus versetzt. Dafür wurden alle Teile mikrominiaturisiert,um einem gigantischen Treibstofftank Platz zu machen, denn Kowalski  verprasst in der Eingangsszene und in der Folge des Films Treibstoff in unfassbaren Mengen.

Bild 6 - Set 1 CR Collectspace

Ein Bild vom Set. Quelle: Collectspace

Dr. Stone hat, so erfahren wir, gerade mal sechs Monate Training hinter sich gebracht, statt der sonst üblichen zwei bis drei Jahre und ist außerdem Medizinerin, was sie hervorragend dafür prädestiniert, die Elektronik des Hubble-Space Telescopes zu reparieren. (An dem Punkt sollte ich allerdings nicht zu sehr lästern, denn es gab in der realen Welt sogar zwei Mediziner, die am HST Wartungsarbeiten durchführten, nämlich Dr. Story Musgrave, der zusätzlich zu seinem Doktor in Medizin auch noch akademische Grade in Chemie und Mathematik und, kaum zu glauben, Literatur innehat, und der Veterinärmediziner Rick Linnehan).

Dann kommt es zur Katastrophe. Bei irgendeinem russischen Test,  so vermittelt uns der Film, passiert irgendein Zusammenstoß mit irgendetwas und hinterlässt eine (relativ zum Shuttle) extrem langsam fliegende,  extrem dichte Trümmerwolke. In Wirklichkeit könnte so etwas höchstens dann passieren, wenn ein sehr großes Raumfahrzeug während der Annäherung auf den Shuttle sich aus irgendwelchen Gründen vorsichtig in tausende von kleinen Teilen zerlegt. Das darf aber keine Explosion sein, denn die Teile müssen alle dicht beieinander bleiben. Wie auch immer, die Relativgeschwindigkeit zwischen den Trümmern und Stones/Kowalskis Shuttle beträgt nur wenige hundert Meter pro Sekunde. Das ist einfach daran zu erkennen, dass man die Teile bequem herumsausen sieht. Sieht zwar trotzdem flitzig aus, hier ist die Wirklichkeit aber mal schneller als der Film. Zumindest wenn der im Film kurz angesprochene Kessler-Effekt eingetreten wäre.

Angesichts der Gefahr weist Mission Control die Crew an, das HST freizugeben und wieder in den Shuttle einzusteigen. Irgendwann muss also bei den Missionen zwischen STS 136 und STS 156 somit für das Weltraumteleskop ein Notfreigabemechanismus konstruiert und eingebaut worden sein, denn davor brauchte man eine stundenlange Prozedur mit dem kanadischen Robotarm der Raumfähre, um das Teleskop freizugeben.

Und schon prasseln die Trümmer herein und danach ist, mit Ausnahme von Kowalski und Stone die Besatzung des Shuttles tot. Die beiden Überlebenden treiben auf unterschiedlichen Bahnen von der Fähre weg, aber dank der unerschöpflichen Treibstoffvorräte des MMU gelingt es Kowalski Stone einzufangen. Dann fliegen die beiden zur ISS.

An der Stelle wird klar, was bei den Missionen STS 136 bis 156 vonstatten gegangen sein muss. In dieser Zeit wurden nämlich das HST auf die Bahn der ISS gebracht. Wahrscheinlich wurde zunächst unter immensem Aufwand die Bahnneigung des HST von 28 Grad auf 51 Grad geändert und danach die Bahn der ISS von 400 auf 600 Kilometer angehoben. Dies ist die einzige halbwegs vernünftige Erklärung, warum das HST und die ISS einander in nur wenigen Kilometern Abstand hinterher fliegen können.

Bild 7 - Set 2 CR Warner Brothers

Eine weitere Szene vom Set. Quelle: Warner Brothers

Offensichtlich wurde in dieser Phase die ISS auch auseinandergenommen und ihre Module neu angeordnet. Zusätzlich wurde in Europa die Produktion des ATV wieder aufgenommen (denn ein solches ist an der ISS angedockt), und das Zentrifugen-Modul, das dessen Start ursprünglich den Budgetkürzungen zum Opfer gefallen war, ist doch noch wiederbelebt und zur ISS gebracht worden.

Tja, und dann ist es herzerwärmend, zu sehen, dass sich die Beziehungen zwischen China und den USA in den Jahren der Missionen STS 136 bis STS 156 so gut entwickelt haben, dass auch die Chinesen ihre eigene neue Raumstation (namens Tiangong - es muss Tiangong 2 sein, denn die erste wurde vor kurzem über dem Pazifik „deorbited“ - auf exakt die gleiche Bahn gebracht haben wie HST und ISS und denen jetzt in wenigen Kilometern Abstand folgt.

Stone und Kowalski erreichen die ISS in der Zeit, die es braucht, bis der Sauerstoffvorrat in Stones Anzug von sieben auf zwei Prozent gefallen ist. Das dürften somit etwa 20 Minuten sein. Die Ankunftsgeschwindigkeit der beiden beträgt etwa 10 Meter pro Sekunde, wir können also daraus schließen, dass das HST etwa 10 bis 12 Kilometer von der ISS entfernt war, als das Unheil passierte. Für Raumfahrtverhältnisse ist das Formationsflug.

Die ISS ist in diesen vergangenen 20 Minuten offensichtlich evakuiert worden. Ein Sojus-Raumschiff wurde zurückgelassen weil es durch die herumfliegenden Trümmer beschädigt wurde. Der Fallschirm hat sich ausgelöst und hängt nun, mit vielen Seilen und Leinen vor der ISS herum. An der Stelle driftet der Film wieder ins Surreale. Zum einen ist es natürlich logisch, ein Raumfahrzeug zurückzulassen, mit dem man nicht auf der Erde landen kann. Zum anderen gibt es in der wirklichen Welt keine überzähligen Sojus-Raumschiffe an der Raumstation. Es gibt exakt soviele Sojus-Sitze wie sich Astronauten in der Station befinden. Vorausgesetzt es waren sechs Personen an Bord der ISS, müssen sich also drei Personen zusätzlich in das zweite Sojus-Raumschiff gezwängt haben. Wer mal einen Blick in eine Sojus-Rückkehrkapsel geworfen hat, weiß, dass da im wirklichen Leben nicht mal mehr die Bordkatze mitkann.

Stone und Kowalksi rummsen also in die ISS (mit geschätzten 30 km/h, ohne eine Schramme abzubekommen) und können sich irgendwie an den Seilen festhalten. Keiner von beiden denkt dran, sich festzuhaken, aber immerhin verhängen sich die beiden in einer der losen Fallschirmleinen der Sojus. Doch dann trennt sich Kowalski von Stone in heroischer Selbstaufopferung, weil er erkennt, dass die fragile Seilverbindung beide zusammen nicht aushält. Kowalski driftet weg, was ein wenig irritierend ist, denn eben noch hatten die beiden die selbe Relativgeschwindigkeit. Aber vielleicht gast ja irgendwas aus der beschädigten ISS aus und beschleunigt das Ganze in die Gegenrichtung.

Bild 8 - CadyColeman Bullock CR Collectspace

Die "richtige" Astronautin Cady Coleman war das "Role-Model" für Sandra Bullock. Bullock bat Coleman vor Beginn der Dreharbeiten um Beratung.

Stone geht nun an Bord der ISS. In letzter Sekunde, denn ihre Luft ist fast verbraucht. Sie bekommt über Funk - in bestem „mansplaining“ - eine Aufklärung vom abdriftenden Kowalski, wie sich Sauerstoffmangel auf das Gehirn auswirkt. Offensichtlich hat er die Befürchtung, dass sie – die Medizinerin – das aufgrund der Aufregung komplett vergessen hat. Gottseidank verabschiedet er sich danach endgültig von ihr (sieht man von einer Traumszene im letzten Drittel mal ab).

Die Schleuse der ISS muss  umkonstruiert worden sein, denn sie lässt sich jetzt erstens von außen öffnen und ist zweitens in der Lage innerhalb von Sekunden vollständig Druck aufzubauen. Bei den jetzigen Modellen ist ersteres unmöglich und das zweite dauert das eine ganze Anzahl von Minuten.

Stone kommt wieder zu Puste und legt innerhalb weniger Sekunden den Raumanzug ab (was normalerweise in kaum weniger als einer Viertelstunde zu bewältigen ist). Sie trägt auch kein Liquid Cooling and Ventilaten Garment“, wie die mit Wasser-Röhrchen durchzogene Spezialunterschicht des Raumanzugs heißt, sondern einfach nur T-Shirt und kurze Hosen.

Nachdem ein Brand das Innere der ISS abfackelt und die Trümmerwolke, die gerade wieder einen Orbit absolviert hat, nun auch noch den letzten intakten Module der ISS den Garaus macht, beschließt Dr. Stone mit der Sojus zur Tiangong-Raumstation weiterzufliegen. Wir erfahren, dass es sich dabei um Sojus TMA-14M handelt, und somit dürfte ihr das schon von daher ein wenig schwerfallen, denn Sojus TMA-14M startet schon in wenigen Monaten. Die Ereignisse müssten aber etwa um das Jahr 2020 spielen (wenn wir eine zweijährige Wiederbelebung des Shuttle-Programms, mit der Entmottung von Atlantis, Endeavour und Discovery – einschließlich Umbenennung eines diese Shuttles in Explorer -  unterstellt, und dann die Durchführung von fünf Flügen jährlich annehmen). Stone hat vom Raumschiff-Fliegen wenig Ahnung, das war in ihrem Sechsmonats-Kurs wohl nur als Wahlfach dran und das hat sie obendrein geschwänzt. Ihr fällt aber wieder ein, dass sie sich den Film mit diesem Vortrag angesehen hat, in dem sie sich über die wichtigsten Aspekte der Steuerung eines Raumschiffs informieren konnte.

Mit diesem Wissen ausgerüstet geht es ab zur Tiangong, und zwar unter Verwendung der Landetriebwerke der Sojus. Wie immer in solchen Filmen genügt es auch hier, zwei oder drei Knöpfe zu drücken um ein Raumschiff zu steuern. Die tatsächliche Vorbereitungszeit für ein Manöver wie es Dr. Stone vorhat würde in Wirklichkeit eher Tage als Stunden benötigen. Aber soviel Zeit hat Cuaron natürlich nicht, und auch nicht Dr. Stone, denn die Trümmerwolke ist schon wieder im Anmarsch. Immerhin, Respekt: ich kann mich nicht erinnern, jemals einen Film des „Escape“-Genres gesehen zu haben, in dem jemand tatsächlich eine Betriebsanleitung liest, bevor er (oder hier „sie“) Knöpfe drückt.

Als sie an der chinesischen Raumstation vorbeifliegt, klettert sie wieder in den Raumanzug. Dieses Mal natürlich in ein russisches Sokol-Modell, und steigt wieder mal aus einem Raumschiff aus, bewaffnet mit einem Feuerlöscher. Den verwendet sie als Manövriereinheit um die chinesische Station zu erreichen.

Doch auch Chinas Stolz des Weltraums liegt in Trümmern und droht – ein wenig unverständlich, denn wir befinden uns nach wie vor in 600 Kilometern Höhe - gleich abzustürzen. Doch siehe da: auch die Chinesen haben sich offensichtlich ebenfalls zu sechst ein eine einzelne Shenzhou gequetscht, damit sie - es könnte ja schließlich zufällig jemand vorbeikommen und es benötigen - ein leeres und vollständig funktionstüchtiges zweites Schiff an der Station belassen können. Soviel Dusel muss man erstmal haben. In letzter Sekunde gelingt es ihr,  in die Shenzhou einzusteigen und es in Betrieb zu nehmen. Wie wir alle weiß auch Dr. Ryan Stone, dass die Chinesen  technischen Erkenntnisse stets abkupfern. Deshalb funktioniert die Shenzhou exakt wie eine Sojus und somit kann sie das Schiff fliegen, in dem sie auch hier drei Knöpfe drückt.

Bild 9 - Bullock CR Warner Brothers

Für die Schlussszene musste Sandra Bullock in das Schwimmbecken. Hier ein Bild vom Set. Quelle: Warner Brothers

Nun geht auch der dritte orbitale Komplex in Trümmer und mit ihr fast die Shenzhou. In letzter Sekunde kann Dr. Stone die Kapsel von der Station lösen während alles auseinanderbricht. Die Landung gelingt auf haarsträubende Weise, endet jedoch mitten in einem See. Im Inneren der Kapsel bricht jetzt auch noch ein Feuer aus, die Kapsel sinkt auf den Grund, Stone muss unter Wasser aussteigen und nach all dem Stress gelingt es ihr trotzdem zwei Minuten lang die Luft anzuhalten, sich von ihrem Raumanzug zu befreien, aufzutauchen und danach die paar Kilometer bis zum Ufer zu schwimmen. Am Ufer sinkt sie schließlich ermattet zu Boden, nur um über den Trümmerregen der gesamten menschlichen Raumfahrtinfrastruktur in die Erdatmosphäre eintreten zu sehen. Was platterdings unmöglich ist, denn mit eben dieser Wolke ist sie ja selber vor einer halben Stunden heruntergekommen.

Ende des Parforcerittes.

Obwohl ich jetzt auf fast 2000 Wörtern Erbsen gezählt habe, komme ich jetzt dennoch zu der für manchen überraschenden Conclusio: Gravity ist kein Film zum Erbsenzählen. Erinnern wir uns an die Eingangsbemerkung. 99,8 Prozent der Zuschauer haben nicht den leisesten Dunst, was da draußen wirklich abgeht. Ich bin überzeugt, dass die Filmmacher sehr wohl wussten, wo sie hier technisch auf dem Holzweg sind. Ein vollständig korrekter Film wäre aber nur für die Nerds spannend genug. Und, man mag es bedauerlich finden, aber von den paar Leuten kann man einfach nicht leben.

Die 13 Minuten lange ungeschnittene Eingangsszene ist das Beste was ich seit langem im Kino gesehen habe. Der Film ist – im besten Sinne - einfach strukturiert. Keine Nebenhandlungen, keine Rückblenden, kein dramaturgisch ambitionierter Schnickschnack. Eine klare Geschichte, gradlinig und schnörkellos erzählt. Spannend und temporeich von der ersten bis zur letzten Sekunde.

Der Film bringt Glanz in das Auge des Raumfahrt-Aficionados. Ausrüstung und Äußeres stimmen bis in kleinste Details. Die Weltraumbilder sind umwerfend. Astronauten, die den Film gesehen haben, bezeugen, dass dieser Film der Wirklichkeit ungewöhnlich nahe kommt.

Sandra Bullock, von der ich an sich kein Fan bin, trägt den Film hervorragend. Sie spielt glaubhaft die Wissenschaftlerin, die zwar verängstigt ist und mit sich ringt um nicht in Panik zu versinken, die aber immer wieder ihren Verstand einsetzt um der Gefahr zu entkommen. Und George Clooney spielt George Clooney. Mehr kann man von ihm nicht verlangen.

Gravity ist trotz aller Mängel in der Darstellung der in der Raumfahrt anzuwendenden Physik um Lichtjahre besser als die Hau-Drauf-Streifen a la  Armageddon. Nach meiner Meinung der beste Raumfahrtfilm der letzten Jahrzehnte. Es gibt nur eins: unbedingt ansehen. Am besten in 3D auf der Großleinwand.

01.Nov 2013 | 22:04

Tage der Raumfahrt in Neubrandenburg

Eine Exkursion zum Geburtsort der Raumfahrt nach Peenemünde. Kosmonauten und Astronauten zum Anfassen. Zahlreiche Vorträge, Fotosessions, Autogrammstunden. Gemeinsame Abende mit Referenten, Astronauten, Kosmonauten und Besuchern bei einem guten Essen und einem schönen Glas Wein. Raumfahrtbegeisterte, Amateure wie Profis treffen einander und pflegen und erweitern ihr Netzwerk. Das alles und noch viel mehr bieten die Raumfahrttage in Neubrandenburg, die in diesem Jahr zwischen dem 8. und 10. November zum 29. Mal stattfinden.

29_tdr_2013

Das Logo der Neubrandenburger Raumfahrttage 2013

Neubrandenburg, das ist die „Stadt der vier Tore“, 135 km nördlich von Berlin  Die Raumfahrttage haben hier eine lange Tradition. Sie gehen zurück bis in die 70iger Jahre und waren ein weit über die Grenzen der damaligen DDR hinaus bekannter Treffpunkt und Marktplatz der Ost-Raumfahrt. Nach der Wendezeit haben sie sich in einer mehrjährigen Pause neu orientiert und sind seither zum „East-meets-West Treffpunkt“ geworden. Gab es früher nur Raumfahrer aus dem Osten ist heute auch meist ein westlicher Raumfahrer vor Ort.

Die Raumfahrttage gehen über gut zweieinhalb Tage und beginnen am Freitag Morgen mit einer Exkursion nach Peenemünde, dem Geburtsort der Raumfahrt. Das dort von Wernher von Braun und seinem Team entwickelte Aggregat 4, von den Nazis als V 2 bezeichnet, ist der Stammvater praktisch aller militärischen und zivilen Großträgerraketen. Es gibt hier ein absolutes Alleinstellungsmerkmal der Raumfahrttage, denn es wird eine Exkursion zu den Überresten des Prüfstand 7 angeboten, von wo aus am 3. Oktober 1942 der weltweit erste erfolgreiche Einsatz einer Großträgerrakete erfolgte.  Dieses Gelände ist der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich und Besuche in diesem Bereich können – normalerweise  - dort nicht gemacht werden. Es braucht eine Sondererlaubnis dafür, und die nur wenige dutzend Menschen die jährlich diesen Ort besuchen dürfen sind zum großen Teil die Besucher der Neubrandenburger Raumfahrttage.

Nachdem der Freitagvormittag der Raumfahrtgeschichte gewidmet ist, gibt es am Nachmittag erstmals in diesem Jahr einen Veranstaltungsteil, der sich mit Visionärem beschäftigt. Vorträge zur Raumfahrt von Übermorgen, zur (Un)Möglichkeit wissenschaftlicher UFO-Forschung und anderen interessanten Themen. Samstag und Sonntag sind dagegen den Themen der Mainstream-Raumfahrt-Gegenwart gewidmet.

Die Referentenliste ist – wie jedes Jahr – auch heuer illuster:

  • Andreas Anton, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Anomalistik
  • Stephen Ashworth, British Interplanetary Society
  • Lodewijk van den Berg, NASA Astronaut (STS 51B)
  • Dr. Reinhard Buthmann, Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen
  • Robert Fleischer, Freier Journalist
  • Prof. Dr. Dieter B. Herrmann, Leibnitz Sozietät der Wissenschaften zu Berlin
  • Ulrich Köhler, Institut für Planetenforschung des DLR Berlin
  • Jacqueline Myrrhe, Raumfahrtjournalistin
  • Dr. Silvia Reinhardt und spaceclub-Mitglieder
  • Dr. Martin Sippel, DLR-Institut für Raumfahrtsysteme
  • Pham Tuan, Luftwaffengeneral und Interkosmos-Kosmonaut (Sojus 37)
  • Olga Trivailo, DLR Bremen
  • Alexander Soucek, ESA, Paris

Die Veranstaltung an diesen beiden Tagen werde ich moderieren, wie schon im letzten Jahr. Und wenn Sie dran interessiert sind, bitte schnell zugreifen, denn für einige Programmbestandteile (wie den Raumfahrer-Empfang am 8.11.) werden die noch verfügbaren freien Plätze inzwischen langsam knapp.

Neubrandenburg 2012 Fares Samokutjajew 316

Der Kosmonaut Alexander Samokutjajew und Raumfahrttage-Moderator Eugen Reichl bei den 28. Raumfahrttagen in Neubrandenburg im November 2012

Das detaillierte Programm finden Sie hier. Dort sind auch alle Informationen zur Anmeldung und zur Unterbringung aufgelistet. Unbedingt notwendig ist eine rechtzeitige Anmeldung vor allem für die Exkursion nach Peenemünde, für die, ähnlich wie für den Raumfahrer-Empfang, nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen zur Verfügung steht .

17.Sep 2014 | 14:00

Allgemeines Live-Blog ab dem 17. September


21. September

iss-mw

Die Milchstraße kürzlich auf der ISS aufgenommen und von Alexander Gerst verbreitet, der hier sein Treiben erklärt und dessen Mission nun halb um ist. Derweil wurde wetterhalber letzte Nacht ein Dragon-Start verschoben (mehr, früher, mehr, Artikel hier, hier und hier und mehr Links) – der nächste Versuch ist heute um 7:52 MESZ. [1:50 MESZ] Und der Dragon ist gut weg gekommen: ein NASA Release, Video, Bilder hier, hier und hier und Artikel hier und hier. [9:15 MESZ]


20. September

Moderate Feuerkugel über den Niederlanden & Deutschland

Gestern gegen 22:19 MESZ ist eine nicht dramatische aber doch auffällige Feuerkugel in den Niederlanden und in Deutschland zumindest in NRW vielfach beobachtet worden – auch von diesem Blogger und anderen Sternfreunden in St. Augustin bei Bonn. Dort erreichte der Meteor vielleicht -3. Größe, als er relativ langsam im Nordwesten über den Himmel zog, nordwärts und absinkend: Es war nicht mehr als ein heller Lichtpunkt, ohne Explosionen oder abbrechende Fragmente. Aus dieser niederländischen All-Sky-Aufnahme mit fast idealer Geometrie schätzt der Fotograf (Link wohl nicht allgemein sichtbar) eine Helligkeit von -6 mag., und es gibt eine weitere Aufnahme von einer automatischen Kamera, die auf Polarlichter wartete. Der Meteor – die erste von diesem Blogger hierzulande gesehene isolierte Feuerkugel mit medialem Echo – wird auch in diesem und diesem Forum und diesem Tweet diskutiert. Auch Bilder von den Kometen Jacques heute, LINEAR (mit Fragment) vor 3 Tagen und Siding Spring heute und vor 4 und vor 8 Tagen sowie der simulierte Anblick vom Mars bei der größten Nähe – plus eine kommende Sternbedeckung durch Hydra, den Pluto-Mond. [21:20 MESZ]


19. September

nav0919

Rosettas Komet heute – ein seltener Luxus! – auf einer NavCam-Aufnahme aus 29 km Distanz, die auch wieder den “Hals-Jet” zeigt: Das Ganze auch hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier] weiter verarbeitet. Derweil scheint es Komet Oukaimenden schlecht zu gehen; auch der gespaltene Komet LINEAR, der Antischweif-Komet PANSTARRS heute, vorgestern (mehr) und am 16.9., Komet Jaques heute und vorgestern, ein Asteroid auf extremem Orbit – und beim Int’l Year of Light kommen wieder lichtscheue Astronomen vor. [23:35 MESZ]


18. September

ams1

ams2

ams3

AMS-02: die Positronenrate in der Kosmischen Strahlung

54 Milliarden Teilchen der Kosmischen Strahlung hat der große Detektor AMS-02 auf der ISS in den ersten 40 Monaten Betrieb registriert, und 41 Milliarden sind jetzt ausgewertet, 10 Milliarden davon Elektronen und Positronen: Was bereits im April 2013 präsentiert worden war, ist nun noch deutlicher geworden, nämlich dass es ab etwa 8 GeV einen Überschuss an Positronen in der KS gibt, der mit steigender Energie zunimmt (Grafik oben: Positronen-Elektronen-Verhältnis als Funktion der Energie in GeV gegen die Erwartungen in grün). Bis er, und das ist jetzt neu und wurde noch nie gemessen, jenseits einer bestimmten Energie von grob 275 GeV wieder sinkt (mittlere Grafik, selbe Einheiten): Dieses Verhalten würde zur Zerstrahlung bestimmter Arten von Dunkler Materie passen (mehr und Artikel hier, hier und hier), aber ein Beweis ist es weiterhin nicht. Auch andere Eigenschaften der AMS-Messungen (Grafik unten: Punkte 1 bis 4) bestätigen ein neues Phänomen und machen Hoffnung, dass das Instrument eines Tages schlagkräftige Belege für den Ursprung des Positronen-Exzesses (und womöglich für eine bestimmte Art DM) liefern wird: Insbesondere die Messung des Abfalls des Verhältnisses jenseits des Peaks (Punkt 5) wird viel verraten, während sich die Isotropie des Effekts am Himmel (Punkt 6) bereits jetzt klar in den Daten abzeichnet. Bis zum Ende des Betriebs der ISS sollte das AMS-02 mehrere hundert Milliarden Teilchen gesehen haben – und Antworten liefern. [23:05 MESZ. NACHTRAG: oder vielleicht auch nicht! Sogar die Extra-Quelle von Positronen ist unklar: Es kann auch ein KS-eigener Effekt sein ...]


17. September

nav0914

Des Kometen Kern vor drei Tagen aus 30 km Abstand von seinem Zentrum – jede Menge Rosetta-Science ist übrigens schon jetzt für eine große Tagung im Dezember angemeldet. Auch Interview-Clips zur Landestelle J (auch ein Artikel) und der zackigen Kern-Oberfläche plus eine Galerie – sowie ein überwundener Safe Mode auf Dawn, dessen Ceres-Ankunft sich aber um einen Monat verzögert [NACHTRAG: mehr Links], und ein Riesen-Paper über das Asteroiden-Ziel von OSIRIS-REx. [15:45 MESZ. NACHTRAG: viele spannende Details in dem obigen Bild herausgearbeitet]

Das Seil-Experiment mit ESTCube soll nun begonnen haben

So steht es jedenfalls in dieser gestrigen Notiz aus der Amateurfunk-Szene zu lesen, während bisher weder das Forum noch die Facebook-Seite des estnischen Nanosatelliten etwas dazu zu sagen haben. Der ESTCube ist schon über ein Jahr im Orbit und liefert weiter Bilder der Erde, aber sein Hauptexperiment – das Seil soll elektromagnetische Effekte demonstrieren (“Das soll sich demnächst über unseren Köpfen abspielen”) – war durch technische Probleme bis jetzt verhindert worden. Plus der nächtliche Start einer Atlas-5 mit einem geheimnisvollen Satelliten, bei dem noch nicht mal klar ist, welcher US-Behörde er gehört: Artikel hier und hier. [14:55 MESZ] Und jede Menge Bilder des Starts. [17:30 MESZ. NACHTRAG: und mehr Links dazu]

Kern-Stück von Komet C/2011 J2 (LINEAR) abgebrochen

Bereits Ende August ist neben diesem schwachen Kometen ein abgelöstes Fragment entdeckt und seither weiter beobachtet worden, auch von anderen: Es entfernt sich mit 0.15 Bogensekunden pro Tag und hat sich wohl Mitte Juli vom Kern getrennt. Ferner Komet Jaques vor 3 Tagen, dem sein Schweif abhanden gekommen zu sein scheint – und weitere Beobachtungen an Chariclo und dem Ring des Centauren. [14:35 MESZ]

Boeing und SpaceX sollen bemannte US-Raumschiffe bauen

Gestern Abend wurde die Katze endlich aus dem Sack gelassen: Die NASA vergibt zwei “Commercial Crew Transportation Capability”-Aufträge (CCtCap), an den riesigen Boeing-Konzern und den quirligen Start-Up SpaceX, der bereits mit der Dragon-Kapsel die ISS versorgt und sie nun für 2.6 Mrd.$ zu einem “Crewed Dragon” weiter entwickeln kann. Boeing erhält sogar 4.2 Mrd.$, um mit dem CST-100 ebenfalls ein man-rated Vehikel auf die Beine zu stellen: Beide sollen bis Ende 2017 einsatzbereit sein, um die Soyuz-Tickets zur ISS überflüssig zu machen. Keine neue Idee natürlich, sondern schon seit mehreren Jahren in Vorbereitung: Artikel hier, hier, hier, hier (mehr), hier, hier, hier, hier (mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und mehr Links. [14:00 MESZ. NACHTRÄGE: und mehr hier, hier, hier und hier]


16.Sep 2014 | 23:53

Jede Menge Feuerkugeln in den letzten Tagen

 
 


 

hat es gegeben, z.T. auch mit Videoaufzeichnungen: am 14. September im Osten der USA (Aufhellung der Landschaft oben; der Meteor selbst), am 13. September im Westen des Landes, am 10. September im U.K. und am 7. September in Spanien (die Videos Mitte und unten; mehr dazu) – plus ein detaillierter Review des Falls Chelyabinsk.

Die Asteroiden-Jagd der NASA wird jetzt neu organisiert

Von 4 auf 40 Millionen Dollar im Jahr hat sich der Etat der NASA für Suchprogramme nach erdnahen Kleinplaneten in den letzten Jahren glatt verzehnfacht – während die Entdeckungsrate sinkt: Zum einen liegt das daran, dass die ‘einfachen’ großen NEOs alle abgegrast sind (z.B. 95% aller mit mehr als 1 km Durchmesser), aber der Inspector General der NASA hat jetzt in einem Bericht kritisiert, dass es auch deutliche organisatorische Mängel gibt, von der Verteilung der Mittel auf diverse Astronomen-Gruppen bis zu fehlender Analyse der besten Strategien (auch Artikel hier, hier und hier). So wird das nichts mit der Vervollständigung des Katalogs bis 140 m Durchmesser hinab in den nächsten Jahren, den die Politik schon seit bald 20 Jahren fordert: Die NASA hat die Kritik in sämtlichen Punkten abzeptiert und gelobt bis nächstes Jahr Besserung. Auch ein ESA-Teleskop zur NEO-Suche, erneuter Zugang zu Frühwarn-Daten von NEO-Airbursts und 20 Jahre NEO-Bemühungen der UN. Und die Kometen Oukaimeden am 14.9. (mehr), 12.9., 10.9. (mehr), 7.9. und 6.9., Siding Spring am 14.9., 13.9., 12.9. und 11.9. (mehr – und die Slides eines Workshops zu seiner Mars-Begegnung), Jacques am 7.9., die Bahnen der drei Kometen, ein anderes Trio auf derselben SWAN-Aufnahme – und ein von einem deutschen Amateur in Archivdaten entdeckter Komet, P/2001 Q11 (NEAT), der nun als P/2014 R2 wieder gefunden wurde.

Himmlische Zeitraffer-Sequenzen meist über großen Sternwarten aus Material von drei Jahren – sowie Adaptive Optik der nächsten Generation bei Subaru, ein Hawaii-Teleskop für Japaner, deren Gerät beim 2011-er Beben beschädigt wurde – und X-Calibur, die Ballon-Nutzlast.

Derweil können Amateurastronomen gelegentlich ihr Material im Wolfsburger Planetarium mit der Fulldome-Anlage ganz neu präsentieren, im Astro-reichen Arizona wird mal wieder vor Lichtverschmutzung gewarnt, während dunkle Orte Hochkonjunktur im Tourismus haben, in Malaysia hat eine Art Lichtsäule für einigen Wirbel gesorgt – und zum Int’l Year of Light wird es eine Ausstellung zum Herunterladen und Selberdrucken (wie einst beim IYA) geben, während sich Astronomen schon vorbereiten, das IYL auf einer großen Tagung im Januar in Seattle zu begrüßen.


13.Sep 2014 | 01:25

Rosetta-Landeplanungs-, Aurora- und allgemeines Live-Blog vom 13. bis 15. September 2014


15. September

Philae_close-up

Philae_wide1

Philae_wide2

Und das Philae-Ziel heißt “J” – mit ‘7 hours of terror’

Denn etwa sieben Stunden wird der Abstieg Philaes von Rosetta bis zur Kometen-Oberfläche dauern, wenn es bei der Landestelle “J” auf dem ‘Kopf’ bleibt, die am Wochenende als primäre ausgewählt und gerade feierlich vorgestellt wurde (mehr, weniger, mehr und ein Artikel), oben auf einer OSIRIS-Aufnahme vom 20. August, darunter im Kontext. Von den 5 Finalisten, von denen keiner die Kriterien zu 100% erfüllte, erschien sie noch am sichersten, mit überwiegend “nur” maximal 30° steilen Hängen, wenigen herumliegenden Brocken und günstiger Lande-Geometrie. Wirklich flache, große Zonen hat C-G einfach nicht zu bieten: Man muss halt nehmen, was man bekommt, war der Tenor auf der ESA-PK in Paris – und dass die Erfolgswahrscheinlichkeit bei so einem Kometenkern sicher unter den vor der Ankunft berechneten 70-75% liegen wird. (Zeit und Lust für neue Berechnungen des Risikos hat man nicht, und auch eine Generalprobe der Landemanöver wird es nicht geben.) “J” – die ESA startet jetzt einen öffentlichen Wettbewerb für einen ‘richtigen’ Namen – sollte es immerhin allen Instrumenten auf Philae erlauben, bereits in den ersten zwei Tagen nach der Landung in der first sequence’ zu liefern. Und das Zentrum liegt nur 1/2 km von zwei Gruben entfernt, wo schon schwache Aktivität eingesetzt hat.

Philae_map

Philae_active

Als Back-Up-Landestelle wurde “C” auf dem ‘Körper’ der Kern-Ente ausgeguckt, aber sie erscheint bereits deutlich schwieriger – allerdings hätte Philae von dort einen einmaligen Blick auf den ‘Hals’, wo die meiste Aktivität stattfindet, wie die aktuellen OSIRIS-Weitwinkel-Bilder zeigen. Zunächst konzentrieren sich aber alle Aktivitäten auf “J”: Die Gegend wird weiter charakterisiert und die Landeoperation dort geplant, während die Bahnhöhe Rosettas auf 20 und – was erst im Oktober entschieden wird – vielleicht 10 km verringert wird. Am 26. September soll feststehen, ob es beim 11. November als Landetermin bleibt, und am 12.-14. Oktober kommt das Go/No Go bzgl. “J”. Sollte dann doch “C” genommen werden müssen, wären eine Reihe der Schritte zu wiederholen, und die Landung würde sich um einige bis zu 28 Tage verzögern. Unabhängig von ihrem Ausgang ist die Rosetta-Mission schon jetzt ein Riesen-Erfolg, wurde auf der PK betont, mit einer Datenflut (etwa zur Wasser-Produktion von MIRO), der im aktuellen Stress der Landeplanung gar keiner Herr wird. Und, auch daran wurde erinnert, auch nach der November-Landung geht die Orbiter-Mission noch 13 Monate weiter! Ein Erfolg Philaes wäre freilich gleich doppelt gut für das Gesamtprojekt: Es gäbe einmalige Daten von der Oberfläche – und sie würden enorm helfen, die Orbiter-Daten richtig einzuordnen. [13:35 MESZ] Rosettas Top-Leute nach der PK: v.l. Mission Scientist und Manager und Spacecraft Operations Manager. Und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [14:45 MESZ] Lang … und Französisch (aber Google Translate kommt damit klar): Hinter den Kulissen der Entscheidung, insbesondere warum C viel schlechter als J ist. [15:25 MESZ] Eine Aufzeichnung der PK; auch ein Audio-Interview (12 Min.) mit Ulamec und weitere Artikel hier, hier, hier und hier. [16:05 MESZ] Eine PM aus Bern, JPL und NASA Releases und noch mehr Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MESZ - Ende]


14. September

puppisa_lg

Die detaillierteste Röntgenaufnahme des Supernova-Rests Puppis A ist letztens von XMM-Newton & Chandra publiziert worden: Je energiereicher die Photonen, desto blauer sind sie in dieser Darstellung. Auch die erste Supernova-Entdeckung des Gaia-Satelliten während seiner Himmelskartierung – und was eigentlich nach dem ‘Hubble-Nachfolger’ JWST kommen könnte, in Sachen große Weltraumteleskope. [21:15 MESZ]

iss-auro-sept

Mond und Aurora von der ISS aus gesehen – auch eine 1-Stunden-Doku über den Gerst-Live-Call vom 1.9. nebst einem Making of, eine ISS-Satire, die man lustig finden kann (immerhin ist die Existenz der Raumstation des Komikern bekannt) – und ein erfolgreicher Ariane-Start der Nachritensatelliten MEASAT-3b und OPTUS 10 (mehr, Bilder und mehr Links). [20:50 MESZ]

rosetta-meet

Die primäre Landestelle für Philae steht offenbar fest, wie man aus diesem Tweet einer PR-Frau schließen kann, in dem die Top-Manager Rosettas mitspielen. Das Bild zeigt eine Sitzung auf dem Weg dahin, wo der BU zufolge “viele Kompromisse” nötig waren. Auch ein neues Video und eine detaillierte Beschreibung, wie die Landung ablaufen soll, ein Paper aus OSIRIS-Daten der Anflugphase und Artikel hier, hier und hier. Plus Fortschritte bei OSIRIS-REx (auch ein Artikel und Gedanken zum Asteroiden-Abbau), wo Curiosity jetzt wirklich angekommen ist (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr Links), MESSENGERs letzte Bahnmanöver – und New Horizons sieht Hydra eher als erwartet. [20:25 MESZ]


13. September

aurora

Vorhergesagtes Europa-Polarlicht kam – aber nur schwach

Diese Aufnahme von Alex Schweigert aus der Nähe von Husum ist noch eine der überzeugenderen aus den letzten Stunden, andere hat’s hier, hier, hier, hier und hier und in diesem und diesem Foren-Thread: Zwar ist die CME des X-Flares vom 10.9. gestern planmäßig eingetroffen, aber die Magnetfeld-Richtung passte nicht für eine optimale Einkopplung in die Magnetosphäre der Erde. Und auch als später zeitweise die günstige Südrichtung eintrat, passierte nur wenig, und was die nächsten Stunden noch bringen, da gehen die Meinungen hier, hier und hier auseinander. Auch frühere Artikel zu den CMEs hier, hier, hier und hier, eine Nordlicht-Garantie der Hurtigruten (kein Witz, auch hier, hier und hier beschrieben) – und Allgemeines zur Physik von Polarlichtern hier und hier. [1:25 MESZ]

Mehr der Fotos von Schweigert vor und nach Mitternacht im Beltringharder Koog bei Husum – und zum Vergleich Bilder aus Dänemark hier, hier und hier und aus Kiruna in Nordschweden. Derweil hat der Kp-Wert 7 erreicht, aber das Magnetfeld passt nicht für eine große Aurora, trotz eines G3-Sturms. [2:25 MESZ] Ein erstes Aurora-Bild aus den NO-USA (Vermont), hier, hier und hier wechselnde Farben auf Amrum und eine Vorschau aus Schottland. Es ist weiter G3-Sturm aber mit falscher Polarität. [3:05 MESZ] Trotzdem auch in New Hampshire eine prächtige Aurora; passt aber zum Ovation-Modell. [3:15 MESZ]

Noch mehr Bilder aus Vermont, Maine (mehr), Quebec, Nova Scotia (mehr), New York, den Lofoten (mit Video), Nordschweden, Tromsø, Wales, Nordirland (mehr), Neumünster, Bülk und Lingen (mehr) – das Feld blieb stur nördlich, und mehr als Kp=7 gab’s nicht. [13:25 MESZ] Wie Sie sehen, sehen Sie nichts … [16:55 MESZ] … aber “continued storming is still possible throughout the passage of this CME.” Weitere nette Bilder aus Vermont, Maine und Norddeutschland, trotz der falschen Feld-Richtung. [18:05 MESZ. NACHTRÄGE: Zeitraffer aus Sylt, Amrum und New Hampshire, weitere Blog-Berichte aus Hannover, Cumbria (England; mehr) und Kanada, Bilder aus Nordirland und allgemeine Rückblicke auf die CME-Folgen hier, hier, hier und hier - während der X-Flare perfekt von IRIS beobachtet wurde]


12.Sep 2014 | 16:25

Weitere größere Artikel (und Updates zu den 2 CMEs auf Erdkurs und zu Rosettas Lande-Problem)

Hoffnung auf Polarlichter am 12./13. September infolge der CMEs im Anmarsch: Das Eintreffen der ersten hatte immerhin fotografisches PL zur Folge, was die Erwartungen an die zweite noch steigert.

Lokaler Galaxien-Superhaufen umrissen: zu Laniakea das Paper, ein zugehöriges Video, ein Kommentar, Press Releases hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Ein Stern wird kommen – und untergehen … Ein fundierter Vortrag über die wahren Hintergründe des angeblichen ‘Sterns von Bethlehem’ – save the date: 21. Oktober, Köln!

Erste Kometenlandung wird schwieriger als gedacht: hier ein ganz neues kleines ESA-Video und ein Artikel im Vorfeld der Verkündigung der Auswahl am 15. September – und die Staubfänge von GIADA auf dem Orbiter bisher.

Starparty in Deutschlands erstem Sternenreservat: Impressionen von vierten WestHavelländer AstroTreff. Und ein früherer Artikel über (dann gescheiterten) Widerstand gegen das Dark Sky Reserve in der Rhön.

Kürzere Artikel

Der planetare Körper mit dem kürzesten Tag: 15,8 Sekunden! Damit gibt es auch kein richtiges Radarbild von 2014 RC.

Vermeintlicher Impaktkrater in Nicaragua äußerst dubios – und auch aus Nicaragua hört man jetzt, “meteorito en Managua es solo “una hipótesis”” …

Plejaden-Distanz-Problem wird immer bedrohlicher, auch im Hinblick auf die Gaia-Mission: das Paper, ein Jubel-Release dazu und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.


11.Sep 2014 | 23:57

Komet C-G gestern aus nur noch 28 km Abstand

nav0910

vom Kern-Zentrum aufgenommen von der NavCam und hier HDR-mäßig prozessiert, die Einzelbilder auch hier. Es gibt auch ein CIVA-Komposit-Bild von Rosetta-Hardware & Komet (was als allerdings nicht wirklich als “Selfie vor C-G” durchgeht: Die beiden zusammen montierten Bilder wurden nämlich 128 bzw. 1549 Millisekunden lang belichtet, der Komet also 12-mal so lang) und ROSINA-Messungen der Kometen-Gase H2O, CO2 und CO sowie von Spurengasen, während Rosetta nun in einem echten Orbit angekommen sein sollte. Auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier, z.T. mit weiterem Exklusiv-Content von der EPSC.

soyuz-return

Drei kommen von der ISS zurück, auf einer ungewöhnlichen Roskosmos-Aufnahme: auch ein Bild vom Reentry von der ISS aus und die Crew nach der Landung sowie ein NASA Release (früher), Artikel hier, hier und hier und mehr Links. Plus kurioses Verhalten des Nanosat-Deployers auf, Experimente mit Flammen in und allerlei Erdbeobachtung mit der ISS, interessante Verwicklungen in Sachen Kosmonauten & Krim, der kommende Test der Orion-Kapsel, Kandidaten für die Asteroid Redirect Mission – und mal wieder großes Asteroiden-Palaver im Kongress.

hirise

Transverse Aeolian Ridges auf dem Mars, jede 6 m hoch, aufgenommen von der HiRISE-Kamera des MRO. Auch die Ankunft von Curiosity am Aeolis Mons und ein Blick zurück; Artikel dazu wie auch der Kritik an der Mission hier, hier und hier. Und die bevorstehende Ankunft von MAVEN am Mars, wie der Mars Express Siding Spring trotzen wird, die Payload des 2020-Rovers, Einsichten in Venus-Atmosphäre & Sonnenwind und kurzlebige Moonlets in den Ringen des Saturn, eine von vielen Cassini-Entdeckungen, der Ballon GRAPE – und der Reentry eines Teils von Kosmos 2495 über den USA, allerdings nicht der Film-Kapsel des russischen Aufklärungs-Satelliten: weitere Artikel zur großen Konfusion hier, hier und hier und Tweets hier, hier, hier, hier, hier und hier. NACHTRAG: Und die Konfusion geht weiter (Russland wähnt den Satelliten weiter im Orbit) – Versuch einer Klärung der Vorgänge.


Hintergrundbilder (c) OEWF