ÖWF / Polares auf einen Blick
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ÖWF Space Veranstaltungen
Ein Raumanzug für die angehenden Astronauten. Eine Kooperation zwischen dem ÖWF und der HBLA Lentia
Im Herbst 2011 entstand die Idee, die bei ÖWF-Veranstaltungen so beliebten Kinderraumanzüge zu überholen und eine neue Generation zu entwickeln. Othmar Coser vom ÖWF Oberösterreich gewann die HBLA für Mode- und Produktdesign (HBLA LENTIA) in Linz/Urfahr als Partner, mit der Firma Catalysts als Sponsor – jener OÖ Softwareschmiede also, mit der das Forum auch die Spracherkennungssoftware für den Aouda.X Raumanzugsimulator entwickelt.
Im Herbst 2011 entstand die Idee, die bei ÖWF-Veranstaltungen so beliebten Kinderraumanzüge zu überholen und eine neue Generation zu entwickeln. Othmar Coser vom ÖWF Oberösterreich gewann die HBLA für Mode- und Produktdesign (HBLA LENTIA) in Linz/Urfahr als Partner, mit der Firma Catalysts als Sponsor – jener OÖ Softwareschmiede also, mit der das Forum auch die Spracherkennungssoftware für den Aouda.X Raumanzugsimulator entwickelt.
Nach den Erstgesprächen mit der Direktorin, Frau Prof. Mag. Regina Reiter und der Fachvorständin Frau StR.FV Dipl.Päd. Christa Wenger zeigten sich die Pädagoginnen ausgesprochen interessiert und begeisterten eine 2. Klasse zur Zusammenarbeit.
Aufgrund des gemeinsamen Projektes konnten die Schülerinnen der HBLA Lentia natürlich auch die Multi-mediapräsentation „Eye in the Sky“ genießen. Für die Übergabe der fertigen Kinderraumanzüge an das ÖWF wurde der Montag 02.07.2012 vereinbart, wobei an diesem Tag auch ein kleinerer Event, der um 17 beginnen wird, stattfinden wird
Details und Fotos vom Projekt finden sich unter: www.hblalentia.at
Dachstein Mars Simulation – Rückblick in 25 Bildern
Vom 27. April bis 01. Mai 2012 führte das Österreichische Weltraum Forum mit 11 internationalen Partnern in den Dachstein Rieseneishöhlen eine Mars Simulation durch. Dieser Analog-Feldtest war der erste weltweit, der in einem Höhlensystem durchgeführt wurde.
Erleben Sie gemeinsam mit uns die Höhepunkte dieser 5 Tage in 25 Bildern.

1 26. April 2012: Die erste ÖWF Gruppe ist bereits am Donnerstag eingetroffen, um das gesamte Material zur Mittelstation auf die “Schönbergalm” zu bringen. Sebastian Sam schiebt dabei behutsam Aouda.X aus der Dachstein Gondelbahn. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

2 Nachdem das erste Material verstaut ist, die Computer eingeschalten sind und die Räume aufgeteilt sind, gibt es eine erste Höhlentour um die potentiellen Stellen für die zukünftigen Tests zu identifizieren. Ein großes Fragezeichen bleibt. Wie soll man im Anzug durch die Engstellen der Höhlen kommen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

3 27. April 2012: Mit der ersten Gondel geht es in einer fünfminütigen Fahrt rauf zur “Schönbergalm”, wo unsere OPS (Operations) in einem Nebenraum des Restaurants installiert wird. Heute werden auch die internationalen Experimentatoren-Teams erwartet und ein erstes “Donning” (Anziehen des Aouda.X Anzugs) steht am Nachmittag auf dem Plan. Davor gibt es noch viel zu tun, so muss noch die gesamte Kommunikationsinfrastruktur in und außerhalb der Höhlen installiert werden. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

4 Nach dem Sicherheitsbriefing für alle Experimentatoren gibt es eine zweistündige Führung durch die Höhlen, schließlich müssen die Experimentatoren auch die Rahmenbedingungen für ihre Experimente kennenlernen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

5 Währenddessen steht bereits das erste Donning an. Zuvor muss allerdings das gesamte Anzugsmaterial zum Höhleneingang transportiert werden. Trotz kleiner Raupenfahrzeuge muss der Hard-Upper-Torso (obere, feste Teil des Anzugs) vom Anzugtester Daniel Föger selbst hochgetragen werden. Ein 15-minütiger Fußmarsch zum Höhleneingang wird dann schon sehr anstrengend. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

6 Danach heißt es gleich beginnen mit dem Donning. Das Anziehen des Anzuges dauert ca. 2 Stunden und Daniel wird dabei von 2-3 Helfern (“Suit-Tech’s”) unterstützt. Insgesamt wiegt der Anzug 45 kg. Kurz bevor der Helm geschlossen wird, sind bereits die Lüfter eingeschalten worden und die Kommunikation wurde getestet, so dass dem ersten EVA (Extra-Vehicular-Activity) nichts mehr im Wege steht. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

7 28. April 2012: Die Ruhe vor dem Sturm. Heute ist Medientag. Neben zahlreichen Journalisten, Kamerateams und Fotografen haben wir heute auch zum MarsTweetup eingeladen. Das Team sammelt sich wie jeden Morgen, um mit der ersten Gondel hochzufahren. Heute bereits um 07:30 Uhr, da nicht nur wir zu den Frühaufstehern gehören, sondern auch einige Tourengeher, das traumhafte Wetter nützen möchten. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

8 In der OPS (Operation) herrscht geschäftiges Treiben. Alejandra Sans (Flightplan) diskutiert mit Reinhard Tlustos (Flight Director Assistent) den heutigen geplante EVA (Extra-Vehicular Activity) anhand der Karte. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

9 Währenddessen stimmt Flight Director Norbert Frischauf noch Details über die geplante Rover-Parade mit Tom Schachner von den Part-Time Scientists ab. (c) OEWF (Andreas Köhler)

10 Gegen 09:00 Uhr treffen dann die MarsTweetup Leute ein. 16 Nutzer der Mikroblogger Plattform Twitter aus ganz Europa sind dem Aufruf des Österreichischen Weltraum Forums gefolgt und bekommen heute einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen einer Mars Analog Simulation. Alexander Soucek fesselt die “Tweeps” (Twitter-Nutzer) am Morgen mit seiner Keynote. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

11 Ganz klar im Mittelpunkt beim Medientag stand der Aouda.X Raumanzugsimulator. Suittester Daniel Schildhammer beantwortet geduldig die Fragen aller Journalisten, setzte mehrmals den Helm auf und führte die Journalisten immer tiefer in die Höhle. Am Vormittag fand eine Pressekonferenz mit Dachstein AG Vorstandsdirektor Alfred Brückschlögl, Obertrauns Bürgermeister Egon Höll und ÖWF-Projektleiter Gernot Grömer statt. Im Zuge der Pressekonferenz wurde dem ÖWF auch das Techcos Sicherheitszertifikat verliehen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

12 Neben dem Aouda.X Raumanzugsimulator konnten sich die Medienteams auch über die anderen Experimente informieren. So wurde z.B. der polnische Magma White Rover für die Dachstein Mars Simulation umgebaut, um das WISDOM Radar tragen zu können. (c) OEWF (Andreas Köhler)

13 Das WISDOM Team reiste mit 2 Radaren an und konnte auch in Ruhe in einer kleinen Nebenhöhle am Eis erste Georadar-Messungen durchführen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

14 Im King-Arthur Dome demonstriert Suittester Daniel Schildhammer, dass es trotz der Limitierungen eines Raumanzugsimulators möglich ist, Geräte zu bedienen und wichtige Gesteinsproben zu sammeln. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

15 Nach dem anstrengenden ersten Tag als Suittester freut sich Daniel Schildhammer aus dem Anzug zu kommen und genießt die warmen Sonnenstrahlen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

16 29. April 2012: Heute steht die Wissenschaft im Vordergrund. Als erstes Experiment darf Suittester Daniel Föger den Cliffbot der französischen Mars Society behutsam über eine Eisklippe im Tristan Dome steuern. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

17 Währenddessen testet das polnische MAGMA Rover Team im Parsival Dome ihren Rover auf blankem Eis. Dabei ist es gar nicht so einfach mit dem Rover auf dem Eis zu fahren, da es auch für die Räder sehr rutschig ist. Der MAGMA White Rover ist außerdem Teil des Open Mars Yard Projekts. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

18 Die Part-Time Scientists haben sich inzwischen mit ihrem “König der Höhlen” im King Arthur Dome eingefunden um mit ihrem Mond Rover Asimov R3 die ersten Fahrtests durchzuführen. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit kein leichtes Unterfangen, vor allem für den Rover. (c) Part-Time Scientists (Alex Adler)

19 Bernard Foing, von der International Lunar Exploration Working Group (ILEWG) geht mit Ulrich Luger, ÖWF, die Prozeduren für die sterile Probenentnahme durch, während Suittester Daniel Föger die benötigten Materialien aus dem Koffer vorbereitet. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

20 Am Schluss des dritten Testtages steht noch eine kleine Rover-Parade an. Von groß bis klein, sind zahlreiche Rover bei der Dachstein Mars Simulation vertreten. Auch bei einer bemannten Mars Mission werden zahlreiche, robotische Geräte die Menschen unterstützen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

21 30. April 2012: Premiere am vierten Testtag. Erstmals wird ein wissenschaftliches Experiment mit zugeschalteten Wissenschaftern aus Übersee durchgeführt. Via Audio- und Videosignale kann der hauptverantwortliche Wissenschafter am JPL (Jet Propulsion Lab) den Anzug an die Stelle steuern, wo Proben entnommen werden sollen bzw. in diesem Fall mittels Assistentin Lara Vimercati Proben vom Anzug nehmen, die später in den Labors des JPL untersucht werden. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

22 Anmutig schlägt sich unsere Prinzessin durch die Dachsteineishöhlen und damit hat sie den Titel “Königin der Höhlen” absolut verdient. Unseren größten Respekt haben sich aber unsere beiden Suittester Daniel Föger und Daniel Schildhammer verdient, die unter größten Anstrengungen die Prinzessin an jede gewünschte Stelle in der Höhle geführt haben.

23 Erst im Feld tauchen Probleme auf, die im Labor nie vorhanden waren. So verrutsche den Suittestern regelmäßig das AKG Headset, so dass der Helm erneut geöffnet wurde, um das Headset an die ursprüngliche Position zu bringen. Am Mars wäre dies natürlich fatal, weil das Verrutschen nicht nur unangenehm ist, sondern vor allem die Kommunikation behindert bzw. unmöglich macht. Daher wurde das Headset ganz einfach mit Powertap an der Kappe befestigt :-) (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

24 Noch kein Feldtest des Österreichischen Weltraum Forums war für die Suittester so anstrengend, wie dieser Höhlentest. Regelmäßig mussten die Suittester sich bücken, um nicht mit der Antenne an den Höhlenwände anzustoßen. Dabei drückt der 45 kg Rucksack schwer auf den Tester. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

25 01. Mai 2012: Trotz technischer Schwierigkeiten beim Donning, konnte auch der fünfte Testtag in der Höhle erfolgreich mit zwei Experimenten beendet werden. Für das JPL Experiment wurden erneut Eisproben gesammelt, allerdings wurde das Kommando zwischendurch von der KiwiMars Mission an der MDRS (Mars Desert Research Station) übernommen. Die simulierte den Kommunikationsausfall zwischen Suittester und OPS und die Übernahme der Kommunikation durch eine zweite Marsmission auf der anderen Seite des Planeten. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)
Dieses Projekt wurde gesponsert mit der freundlichen Unterstützung der Industriepartner Catalysts, Techcos, ABM Space Education, sowie der Forschungsförderungsgesellschaft (BmVIT/FFG/ASAP).
Wir freuen uns schon auf den nächsten Feldtest, 2013 in Marokko. On to Morocco! On to Mars!
Dachstein Mars Simulation Liveblog
Vom 27. April – 01. Mai 2012 führt das Österreichische Weltraum Forum einen fünftägigen Mars Analog-Feldtest mit internationalen Forschungspartnern in den Mammut- und Rieseneishöhlen der Dachsteinregion in Österreich durch. Dabei werden die neueste Variante des Aouda.X Raumanzugsimulators und ausgewählte geophysikalische und biomedizinische Experimente getestet. Insgesamt werden 12 Experimente mit Forschern aus 10 Ländern und drei Kontinenten durchgeführt (A, D, I, F, USA, P, NL, H, Nz, Pt). Am Medientag findet auch ein Mars-Tweetup (Hashtag #marstweetup) statt. Verfolgen Sie hier unseren Liveblog, wo wir neben den Telemetriedaten, Twitter Updates auch täglich ein Bild des Tages, sowie mehrmals am Tag Updates posten werden.
Pressefotos & Informationen
Unter mission.oewf.org/press abrufbar.
Di, 01. Mai 2012
Bild des Tages
16:15
Es ist soweit, die Dachstein Mars Simulation ist nun offizielle Geschichte. Nach einem letzten Tag, der mit einigen Komplikationen begonnen hat, konnten wir erfolgreich das Antipodes Experiment durchführen. D.h. mitten während einer Eisproben Entnahme übernahm KiwiSpace von der MDRS (Mars Desert Research Station) in Utah (USA) die Führung und unterstütze den Anzugtester Daniel Föger bei der Probenentnahme. Diese Experiment wurde zum ersten Mal weltweit durchgeführt und simulierte einen Signalverlust und die Übernahme der Kontrolle durch eine zweite Crew, die auf der gegenüberliegenden Seite des Mars gelandet ist.
In den nächsten Tagen und Wochen beginnt, dann die wissenschaftliche Arbeit, die gewonnen Proben müssen verarbeitet und ausgewertet werden. Prozeduren angepasst und für die nächste Mission verbessert, auch unsere Prinzessin hat das ein oder andere technische Upgrade nötig. Und vor allem die Lessons learned werden einfließen um die geplante Mission im Februar 2013 reibungsloser durchzuführen.
Wir sehen uns am Mars :-)
08:15
Heute ist leider schon unsere letzter Simulation Tag. Neben den Kontaminationsexperimenten von der freien Untiversität Amsterdam und dem JPL wird heute auch erstmals die Voice Recognition Software der Oberösterreichischen Firma Catalysts getestet.
Mo, 30. April 2012
Bild des Tages
15:20
N24/Sat1/ProSieben ist zu Besuch heute bei uns um ein paar Videos aufzunehmen. Wird morgen um 18:00 auf Sat1 und um 20:00 Uhr bei Pro7 sowie N24 ausgestrahlt.
Heute um 17:30 Frühlingszeit auf ORF2 und um 19:00 in Oberösterreich Heute gibt es ebenfalls einen Beitrag, sowie morgen um 19:00 Uhr in Salzburg Heute.
13:30
Ein weiteres Langstreckenexperiment wird in der nächsten Stunde durchgeführt. Via Audio & Video ist das JPL mit der Dachstein Mars Simulation verbunden. Via Video kann das JPL entscheiden, welches Gebiet für ihr Kontaminationsexperiment verwenden werden soll.
11:15
We haben soeben erfolgreich Audioverbindung zum MCC (Missionskontrolzentrum) in Wellington, Neuseeland hergestellt. Dies ist notwendig um das Antipodes experiment durchzuführen. So soll das MCC Wellington in der nächsten Stunde die Funktion der OPS am Dachstein übernehmen und die Experiment von Neuseeland aus steuern.
10:30
Wir sind mitten im Donning. Da es rund 2 h dauert, ist es das erste was wir jeden Morgen beginnen. Zusätzlich müssen die Batterien für den Anzug jeden Morgen vom Tal hinauf zur Höhle gebracht werden.
Heute gibt es Premiere für 3 Experimente. Das Team von Johaneum Research ist eingetroffen für das Proviscout Experiment (Sie werden eine 3D Rekonstruktion eines Höhlensegments versuchen). Zudem wird heute auch erstmals der “Signalverlust” simuliert und unsere Partner Mission KiwiMars wird die Kommunikation übernehmen. Am Nachmittag sind dann die Kollegen von JPL (Jet Propulsion Laboratory) der NASA dran und führen “remote” ein Kontaminationsexperiment durch.
So, 29. April 2012
Bild des Tages
15.30
Zum Abschluss des Tages gibts noch eine kleine Rover-Parade: Asimov R1 und R3, Magma White, Dignity, Cliffbot und Egon Rover machen ein tolles Bild wie sie gemeinsam Richtung OPS fahren. Definitiv der Feldtest mit den meisten Rovern :-)
11:50
Donning wurde vor wenigen Minuten abgeschlossen, der Helm ist geschlossen und Anzugtester Daniel Föger wird jetzt die Höhlen betreten. Das erste Experiment wird gemeinsam mit dem Cliffbot (ein Gerät, welches Klippen hinunterfahren kann entwickelt von der französischen Mars Society) im Tristan Dome durchgeführt.
09:30
Die WLAN Antennen haben durch den Föhnsturm letzte Nacht etwas gelitten und wurden heute gleich in der früh neu kalibriert. Anzugtester Daniel Föger ist bereits mitten im Donning und wird gegen 11:30 zum Tristan Dome gehen für die ersten Experimente.
Sa, 28. April, 2012
Bild des Tages
13:00
Aufregender Tag heute, Pressekonferenz fand um 10:30 statt. Die #marstweetup Teilnehmer durften schon beim Donning zusehen. So viele Raumfahrtinteressierte Menschen haben die Höhlen sicher noch nie zuvor gesehen.
08:00
Premiere für Österreich, zum ersten Mal findet ein #spacetweetup auf österreichischem Boden statt. 20 Social Media Enthusiasten wurden eingeladen um einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen einer Mars Simulation zu werfen. Am Vormittag findet auch noch zusätzlich eine Pressekonferenz statt.
Twitterwall zu #Marstweetup
Freitag, 27. April
Bild des Tages
Anziehen mit Ausblick. Vor dem Höhleneingang der Dachsteinrieseneishöhlen (c) ÖWF (Katja Zanella-Kux)
17:00
Nach einem hektischen Nachmittag, mit einem Trainingsdonning & Fotoshootings packen wir die Sachen zusammen um mit der letzten Gondel ins Tal zu fahren. Ja nichts vergessen, ansonsten heißt es bis morgen warten.
13:00
Es wird international, zum gewohnten Deutsch mischen sich auch vermehrt englische, französische, italienische Stimmen. Die internationalen Experimentatoren sind eingetroffen und werden beim Safety Briefing über die Gefahren im alpinen Gelände aufgeklärt. Danach steht ein erster Rundgang in den Höhlen an, Schuhtausch inklusive.
08:30
Mit der allersten Gondel geht es hinauf auf den Berg. Bei strahlendem Sonnenschein heißt es nun für die einze Teamhälfte ab in die Höhle um dort die Kabel zu verlegen sowie die Lampen zu installieren, die anderen bleiben bei der Mittelstation um die OPS aufzubauen bzw. auch für die Pressekonferenz und die #MarsTweetup Plätze zu finden.
Donnerstag, 26. April
Bild des Tages
14:30
Die gesamte Ausrüstung ist sicher bei der Dachstein Krippenstein Talstation angekommen und wird nun mit Hilfe der Gondel und dem ÖWF Team zur Mittelstation gebracht.
Dieses Projekt wurde gesponsert mit der freundlichen Unterstützung der Industriepartner Catalysts, Techcos, ABM Space Education, sowie der Forschungsförderungsgesellschaft (BmVIT/FFG/ASAP).
Mission „Air Sampler I“ – Auf der Suche nach Leben in der Stratosphäre
Die Wissenschaftsnachrichten sind neuerdings voll mit Berichten über Exoplaneten und die Suche nach Leben im All. Um das eines Tages tatsächlich zu finden, müssen wir aber erst die Grenzen des Lebens auf unserer eigenen Welt genauer erforschen. Dafür begibt man sich idealerweise an äußerst unwirtliche Orte mit extremsten Umweltbedingungen und versucht dort Lebensformen nachzuweisen.
So kann beispielsweise die Erdatmosphäre aktive Mikroorganismen beherbergen, welche sogar noch in der Stratosphäre Stoffwechsel zeigen. Auf die Suche nach solchen Organismen macht sich das ÖWF-TriPolar Programm als Teil des „Sparkling-Science“ Projekts, das vom Österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung gefördert wird. Das Ziel dieses Projekts ist es, herauszufinden, bis in welche Höhe aktive Lebensräume zu finden sind, wo mikrobiologisches Leben in großer Menge und Mannigfaltigkeit vorkommt.
Sechs Maturanten der HTBLA Eisenstadt entwickelten dafür zusammen mit dem Ballon-Team des ÖWF einen sogenannten „Air Sampler“. Dieses Gerät sollte mit einem Stratosphärenballon in eine Höhe von über 35 km geschickt werden, um ab 20 km Höhe Luftproben zu entnehmen und steril auf die Erdoberfläche zurückzubringen.
Nach monatelanger Vorbereitung der Mission, einschließlich der erfolgreichen Entwicklung und technischen Umsetzung des „Air Samplers“, war es am Samstag, dem 21. April 2012 endlich soweit – der „Air Sampler I“, unten an der Sherpa III Kapsel befestigt, sollte vom Dach des Grazer Lustbühel Observatorium aus starten. Der Stratosphärenballon, der beide Kapseln in die Stratosphäre befördern sollte, wog 3000 Gramm und hatte nach der Befüllung mit Helium beim Start einen Durchmesser von etwa zwei Metern.
Inklusive Fallschirm und Radarreflektor wog die Nutzlast 2,4 kg. Die Gondel mit den technischen Geräten bestand aus folgenden Haupt-Komponenten: GPS Logger, Umwelt Analyse Sensoren, Bordcomputer STACIE (Stratosphere Telemetry And Control Interface Equipment), zwei Stück APRS (automatic position reporting system), Telemetrie Sender für das 2m und 70cm Band, Globalstar Satelliten Tracking (Recovery Einheit), Air Sampler, Mini Kamera für Videoaufnahmen.
Der Start erfolgte um 09:46 Uhr lokaler Zeit (CET) bei starker Bewölkung und verlief nach Plan. Aufgrund der Größe und des Gewichts rechneten wir mit einer Steigrate von 300 Metern pro Minute. Nach maximal 2 Stunden sollte der Ballon seine vorgesehene Höhe erreicht haben und unterwegs automatisch Luftproben entnehmen.
Was wir allerdings nicht wussten, war, dass der Ballon auf dem Weg nach oben zwei sogenannte „icing areas“ durchfliegen musste, die Flugzeuge wegen des hohen Vereisungsrisikos meiden. Auf dem Video kann man schon kurz nach dem Start sehen, wie sich unser Flugobjekt etwa 10 Minuten lang durch dichte graue Wolken mit unterschiedlich schwerem Eisregen kämpft, was einer Strecke von etwa 3 Kilometern entspricht. Das Aprilwetter blieb nicht ohne Folgen: Bei einer Außentemperatur von etwa minus 40 Grad bildeten sich sichtbare Eiskristalle entlang der Leinen und auch am Ballon selbst. Etwa eine halbe Stunde später, um 10:31 Uhr riss die Latexhülle im oberen Bereich auf und das Helium entwich als deutlich sichtbarer Gasstrahl. Das an der Ballonhülle festgefrorene Eis (nach Auswertung des Flugprofils ca. 300-500 Gramm) bewirkte nämlich, dass sich die Ballonhülle in diesem Bereich nicht weiter ausdehnen konnte und es schließlich zum Bruch der Hülle kam.
In unserer Missionszentrale am Observatorium Lustbühel machte sich dieses Ereignis insofern bemerkbar, als auf dem Datenschirm die Werte für die Höhengabe plötzlich nicht mehr stiegen sondern zu fallen begannen. Der Ballon befand sich zum Zeitpunkt des Platzens auf 16.174 Meter Höhe (53.064 Fuß). Kurz nach halb 11 Uhr mussten unsere Verfolgerteams darüber informiert werden, dass die Nutzlast bereits auf dem Weg zurück zur Erde ist.
Anfangs stürzten die Gondel, der Radarreflektor und die geplatzte Ballonhülle im nahezu freien Fall umeinander taumelnd Richtung Erdboden, bis der Fallschirm und die Reste des Ballons die Abstiegsgeschwindigkeit auf ein moderates Maß verringern konnten. Die recht sanfte Landung erfolgte um 10:51 Uhr – traditionellerweise auf einem Baum an einer Waldgrenze und zwar diesmal auf österreichischem Boden – bei Lerchleiten (Gemeinde Gersdorf an der Feistritz), östlich von Gleisdorf.
Während unsere Bergeteams noch das Peilsignal verfolgten, wurde der örtliche Feuerwehrkommandant aus der Ferne auf die Ballonhülle und den gut sichtbaren roten Fallschirm aufmerksam. Er verständigte den Besitzer des Grundstücks telefonisch und erkundigte sich vorsorglich, ob auch kein Personenschaden entstanden sei – hätte es sich doch auch um einen unglücklich gelandeten Fallschirmspringer handeln können. Das gleichzeitig mit dem Besitzer am Landeort eintreffende Ballonteam konnte diese Befürchtungen allerdings schnell entkräften.
Mithilfe der Freiwilligen Feuerwehr Gersdorf, der wir für ihren raschen und professionellen Einsatz sehr herzlich danken, konnte die Nutzlast innerhalb kürzester Zeit mittels Hebebühne sicher geborgen werden.
Obwohl die geplante Gipfelhöhe nicht erreicht wurde und die automatische Steuerung des Air Samplers durch die geringe Höhe nicht ansprach, konnte die Mission als zum größten Teil erfolgreich abgeschlossen werden. Der neue Bordcomputer STACIE und alle anderen Subsysteme der Sherpa Kapsel haben ihre Arbeit zu 100% planmäßig verrichtet. Auch alle erfolgten Air Sampler Tests haben gezeigt, dass das technische Konzept des Air Samplers funktioniert.
Die Analyse der per Fernkommando entnommenen Luftprobe sowie der Vergleichsprobe vom Startplatz wird nun einige Wochen in Anspruch nehmen. Da bisher keine relevanten Biodaten aus den Luftschichten zwischen 20 und 30km Höhe vorliegen, erfordert die Auswertung des gekapselten Filters durch das Biologenteam der Universität Innsbruck die Neuentwicklung dafür geeigneter Prozeduren.
Bereits im Sommer soll ein weiterer „Air Sampler“-Stratosphärenballon gestartet werden, um das Projekt fortzusetzen.
Polarsternpreis 2012 ergeht an Dietmar Hager!
Bereits zum vierten Mal wurde heuer der österreichische Weltraum Oscar in Form des Polarsternpreises verliehen. Mit diesem Preis zeichnet das Österreichische Weltraum Forum Menschen aus, die für den Weltraum begeistern.
Polarsternpreisträger 2012: Dr. Dietmar Hager: Unfallchirurg. Astrofotograf. Lichtverschmutzungsadvokat.
Dietmar Hager, geboren in Linz (Oberösterreich), ist auch begeisterter Astrofotograf, der zwei Sternwarten betreibt – eine davon remote in Frankreich. Der Fellow der Royal Astronomical Society (Großbritannien), hält laufend spannende Astronomievorträge im Ars Electronica Center Linz und publiziert regelmäßig international anerkannte Weltraumaufnahmen auf höchstem Niveau. Seine Aufnahmen und Publikationen sind werden auch auf seiner Homepage publiziert: www.stargazer-observatory.com/ und sollen die Menschen wieder für den Sternenhimmel sensibilisieren.
„Die Schönheit und Ästhetik im Nachthimmel berührt meine Seele. So strebe ich nach möglichst schönen Astrofotos, um daran Geschichten zu knüpfen und die Menschen daran teil haben zu lassen, die sich wenig mit der Sternenwelt auskennen oder davon wissen.“
Dietmar Hager
„Es ist uns sehr wichtig, private Initiativen zu fördern, die für Weltraum begeistert. Mit Dr. Dietmar Hager zeichnen wir heuer wieder einen engagierten Menschen aus, der sich neben seinem Beruf als Handchirurg mit unglaublichem Enthusiasmus & Engagement auf die zunehmende Lichtverschmutzung aufmerksam macht. Dabei scheut er nicht davor zurück, bei Bürgermeistern die Klinken zu putzen und trägt durch seine zahlreiche Vortragstätigkeit bei, das Thema in der Öffentlichkeit zu verbreiten“,
meint Gernot Grömer, Vorstand des ÖWF.
Der Preis wurde in Wien im Rahmen der Yuris Night im Naturhistorischen Museum, anlässlich des Jahrestages von Yuri Gagarins erstem Raumflug feierlich übergeben und ist mit 800,00 € und einer eigens angefertigten Trophäe dotiert.
Das Österreichische Weltraum Forum gratuliert ganz herzlich!
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Im Herbst 2011 entstand die Idee, die bei ÖWF-Veranstaltungen so beliebten Kinderraumanzüge zu überholen und eine neue Generation zu entwickeln. Othmar Coser vom ÖWF Oberösterreich gewann die HBLA für Mode- und Produktdesign (HBLA LENTIA) in Linz/Urfahr als Partner, mit der Firma Catalysts als Sponsor – jener OÖ Softwareschmiede also, mit der das Forum auch die Spracherkennungssoftware für den Aouda.X Raumanzugsimulator entwickelt.
Im Herbst 2011 entstand die Idee, die bei ÖWF-Veranstaltungen so beliebten Kinderraumanzüge zu überholen und eine neue Generation zu entwickeln. Othmar Coser vom ÖWF Oberösterreich gewann die HBLA für Mode- und Produktdesign (HBLA LENTIA) in Linz/Urfahr als Partner, mit der Firma Catalysts als Sponsor – jener OÖ Softwareschmiede also, mit der das Forum auch die Spracherkennungssoftware für den Aouda.X Raumanzugsimulator entwickelt.
Nach den Erstgesprächen mit der Direktorin, Frau Prof. Mag. Regina Reiter und der Fachvorständin Frau StR.FV Dipl.Päd. Christa Wenger zeigten sich die Pädagoginnen ausgesprochen interessiert und begeisterten eine 2. Klasse zur Zusammenarbeit.
Aufgrund des gemeinsamen Projektes konnten die Schülerinnen der HBLA Lentia natürlich auch die Multi-mediapräsentation „Eye in the Sky“ genießen. Für die Übergabe der fertigen Kinderraumanzüge an das ÖWF wurde der Montag 02.07.2012 vereinbart, wobei an diesem Tag auch ein kleinerer Event, der um 17 beginnen wird, stattfinden wird
Details und Fotos vom Projekt finden sich unter: www.hblalentia.at
Dachstein Mars Simulation – Rückblick in 25 Bildern
Vom 27. April bis 01. Mai 2012 führte das Österreichische Weltraum Forum mit 11 internationalen Partnern in den Dachstein Rieseneishöhlen eine Mars Simulation durch. Dieser Analog-Feldtest war der erste weltweit, der in einem Höhlensystem durchgeführt wurde.
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1 26. April 2012: Die erste ÖWF Gruppe ist bereits am Donnerstag eingetroffen, um das gesamte Material zur Mittelstation auf die “Schönbergalm” zu bringen. Sebastian Sam schiebt dabei behutsam Aouda.X aus der Dachstein Gondelbahn. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

2 Nachdem das erste Material verstaut ist, die Computer eingeschalten sind und die Räume aufgeteilt sind, gibt es eine erste Höhlentour um die potentiellen Stellen für die zukünftigen Tests zu identifizieren. Ein großes Fragezeichen bleibt. Wie soll man im Anzug durch die Engstellen der Höhlen kommen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

3 27. April 2012: Mit der ersten Gondel geht es in einer fünfminütigen Fahrt rauf zur “Schönbergalm”, wo unsere OPS (Operations) in einem Nebenraum des Restaurants installiert wird. Heute werden auch die internationalen Experimentatoren-Teams erwartet und ein erstes “Donning” (Anziehen des Aouda.X Anzugs) steht am Nachmittag auf dem Plan. Davor gibt es noch viel zu tun, so muss noch die gesamte Kommunikationsinfrastruktur in und außerhalb der Höhlen installiert werden. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

4 Nach dem Sicherheitsbriefing für alle Experimentatoren gibt es eine zweistündige Führung durch die Höhlen, schließlich müssen die Experimentatoren auch die Rahmenbedingungen für ihre Experimente kennenlernen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

5 Währenddessen steht bereits das erste Donning an. Zuvor muss allerdings das gesamte Anzugsmaterial zum Höhleneingang transportiert werden. Trotz kleiner Raupenfahrzeuge muss der Hard-Upper-Torso (obere, feste Teil des Anzugs) vom Anzugtester Daniel Föger selbst hochgetragen werden. Ein 15-minütiger Fußmarsch zum Höhleneingang wird dann schon sehr anstrengend. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

6 Danach heißt es gleich beginnen mit dem Donning. Das Anziehen des Anzuges dauert ca. 2 Stunden und Daniel wird dabei von 2-3 Helfern (“Suit-Tech’s”) unterstützt. Insgesamt wiegt der Anzug 45 kg. Kurz bevor der Helm geschlossen wird, sind bereits die Lüfter eingeschalten worden und die Kommunikation wurde getestet, so dass dem ersten EVA (Extra-Vehicular-Activity) nichts mehr im Wege steht. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

7 28. April 2012: Die Ruhe vor dem Sturm. Heute ist Medientag. Neben zahlreichen Journalisten, Kamerateams und Fotografen haben wir heute auch zum MarsTweetup eingeladen. Das Team sammelt sich wie jeden Morgen, um mit der ersten Gondel hochzufahren. Heute bereits um 07:30 Uhr, da nicht nur wir zu den Frühaufstehern gehören, sondern auch einige Tourengeher, das traumhafte Wetter nützen möchten. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

8 In der OPS (Operation) herrscht geschäftiges Treiben. Alejandra Sans (Flightplan) diskutiert mit Reinhard Tlustos (Flight Director Assistent) den heutigen geplante EVA (Extra-Vehicular Activity) anhand der Karte. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

9 Währenddessen stimmt Flight Director Norbert Frischauf noch Details über die geplante Rover-Parade mit Tom Schachner von den Part-Time Scientists ab. (c) OEWF (Andreas Köhler)

10 Gegen 09:00 Uhr treffen dann die MarsTweetup Leute ein. 16 Nutzer der Mikroblogger Plattform Twitter aus ganz Europa sind dem Aufruf des Österreichischen Weltraum Forums gefolgt und bekommen heute einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen einer Mars Analog Simulation. Alexander Soucek fesselt die “Tweeps” (Twitter-Nutzer) am Morgen mit seiner Keynote. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

11 Ganz klar im Mittelpunkt beim Medientag stand der Aouda.X Raumanzugsimulator. Suittester Daniel Schildhammer beantwortet geduldig die Fragen aller Journalisten, setzte mehrmals den Helm auf und führte die Journalisten immer tiefer in die Höhle. Am Vormittag fand eine Pressekonferenz mit Dachstein AG Vorstandsdirektor Alfred Brückschlögl, Obertrauns Bürgermeister Egon Höll und ÖWF-Projektleiter Gernot Grömer statt. Im Zuge der Pressekonferenz wurde dem ÖWF auch das Techcos Sicherheitszertifikat verliehen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

12 Neben dem Aouda.X Raumanzugsimulator konnten sich die Medienteams auch über die anderen Experimente informieren. So wurde z.B. der polnische Magma White Rover für die Dachstein Mars Simulation umgebaut, um das WISDOM Radar tragen zu können. (c) OEWF (Andreas Köhler)

13 Das WISDOM Team reiste mit 2 Radaren an und konnte auch in Ruhe in einer kleinen Nebenhöhle am Eis erste Georadar-Messungen durchführen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

14 Im King-Arthur Dome demonstriert Suittester Daniel Schildhammer, dass es trotz der Limitierungen eines Raumanzugsimulators möglich ist, Geräte zu bedienen und wichtige Gesteinsproben zu sammeln. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

15 Nach dem anstrengenden ersten Tag als Suittester freut sich Daniel Schildhammer aus dem Anzug zu kommen und genießt die warmen Sonnenstrahlen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

16 29. April 2012: Heute steht die Wissenschaft im Vordergrund. Als erstes Experiment darf Suittester Daniel Föger den Cliffbot der französischen Mars Society behutsam über eine Eisklippe im Tristan Dome steuern. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

17 Währenddessen testet das polnische MAGMA Rover Team im Parsival Dome ihren Rover auf blankem Eis. Dabei ist es gar nicht so einfach mit dem Rover auf dem Eis zu fahren, da es auch für die Räder sehr rutschig ist. Der MAGMA White Rover ist außerdem Teil des Open Mars Yard Projekts. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

18 Die Part-Time Scientists haben sich inzwischen mit ihrem “König der Höhlen” im King Arthur Dome eingefunden um mit ihrem Mond Rover Asimov R3 die ersten Fahrtests durchzuführen. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit kein leichtes Unterfangen, vor allem für den Rover. (c) Part-Time Scientists (Alex Adler)

19 Bernard Foing, von der International Lunar Exploration Working Group (ILEWG) geht mit Ulrich Luger, ÖWF, die Prozeduren für die sterile Probenentnahme durch, während Suittester Daniel Föger die benötigten Materialien aus dem Koffer vorbereitet. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

20 Am Schluss des dritten Testtages steht noch eine kleine Rover-Parade an. Von groß bis klein, sind zahlreiche Rover bei der Dachstein Mars Simulation vertreten. Auch bei einer bemannten Mars Mission werden zahlreiche, robotische Geräte die Menschen unterstützen. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

21 30. April 2012: Premiere am vierten Testtag. Erstmals wird ein wissenschaftliches Experiment mit zugeschalteten Wissenschaftern aus Übersee durchgeführt. Via Audio- und Videosignale kann der hauptverantwortliche Wissenschafter am JPL (Jet Propulsion Lab) den Anzug an die Stelle steuern, wo Proben entnommen werden sollen bzw. in diesem Fall mittels Assistentin Lara Vimercati Proben vom Anzug nehmen, die später in den Labors des JPL untersucht werden. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

22 Anmutig schlägt sich unsere Prinzessin durch die Dachsteineishöhlen und damit hat sie den Titel “Königin der Höhlen” absolut verdient. Unseren größten Respekt haben sich aber unsere beiden Suittester Daniel Föger und Daniel Schildhammer verdient, die unter größten Anstrengungen die Prinzessin an jede gewünschte Stelle in der Höhle geführt haben.

23 Erst im Feld tauchen Probleme auf, die im Labor nie vorhanden waren. So verrutsche den Suittestern regelmäßig das AKG Headset, so dass der Helm erneut geöffnet wurde, um das Headset an die ursprüngliche Position zu bringen. Am Mars wäre dies natürlich fatal, weil das Verrutschen nicht nur unangenehm ist, sondern vor allem die Kommunikation behindert bzw. unmöglich macht. Daher wurde das Headset ganz einfach mit Powertap an der Kappe befestigt :-) (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

24 Noch kein Feldtest des Österreichischen Weltraum Forums war für die Suittester so anstrengend, wie dieser Höhlentest. Regelmäßig mussten die Suittester sich bücken, um nicht mit der Antenne an den Höhlenwände anzustoßen. Dabei drückt der 45 kg Rucksack schwer auf den Tester. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)

25 01. Mai 2012: Trotz technischer Schwierigkeiten beim Donning, konnte auch der fünfte Testtag in der Höhle erfolgreich mit zwei Experimenten beendet werden. Für das JPL Experiment wurden erneut Eisproben gesammelt, allerdings wurde das Kommando zwischendurch von der KiwiMars Mission an der MDRS (Mars Desert Research Station) übernommen. Die simulierte den Kommunikationsausfall zwischen Suittester und OPS und die Übernahme der Kommunikation durch eine zweite Marsmission auf der anderen Seite des Planeten. (c) OEWF (Katja Zanella-Kux)
Dieses Projekt wurde gesponsert mit der freundlichen Unterstützung der Industriepartner Catalysts, Techcos, ABM Space Education, sowie der Forschungsförderungsgesellschaft (BmVIT/FFG/ASAP).
Wir freuen uns schon auf den nächsten Feldtest, 2013 in Marokko. On to Morocco! On to Mars!
Dachstein Mars Simulation Liveblog
Vom 27. April – 01. Mai 2012 führt das Österreichische Weltraum Forum einen fünftägigen Mars Analog-Feldtest mit internationalen Forschungspartnern in den Mammut- und Rieseneishöhlen der Dachsteinregion in Österreich durch. Dabei werden die neueste Variante des Aouda.X Raumanzugsimulators und ausgewählte geophysikalische und biomedizinische Experimente getestet. Insgesamt werden 12 Experimente mit Forschern aus 10 Ländern und drei Kontinenten durchgeführt (A, D, I, F, USA, P, NL, H, Nz, Pt). Am Medientag findet auch ein Mars-Tweetup (Hashtag #marstweetup) statt. Verfolgen Sie hier unseren Liveblog, wo wir neben den Telemetriedaten, Twitter Updates auch täglich ein Bild des Tages, sowie mehrmals am Tag Updates posten werden.
Pressefotos & Informationen
Unter mission.oewf.org/press abrufbar.
Di, 01. Mai 2012
Bild des Tages
16:15
Es ist soweit, die Dachstein Mars Simulation ist nun offizielle Geschichte. Nach einem letzten Tag, der mit einigen Komplikationen begonnen hat, konnten wir erfolgreich das Antipodes Experiment durchführen. D.h. mitten während einer Eisproben Entnahme übernahm KiwiSpace von der MDRS (Mars Desert Research Station) in Utah (USA) die Führung und unterstütze den Anzugtester Daniel Föger bei der Probenentnahme. Diese Experiment wurde zum ersten Mal weltweit durchgeführt und simulierte einen Signalverlust und die Übernahme der Kontrolle durch eine zweite Crew, die auf der gegenüberliegenden Seite des Mars gelandet ist.
In den nächsten Tagen und Wochen beginnt, dann die wissenschaftliche Arbeit, die gewonnen Proben müssen verarbeitet und ausgewertet werden. Prozeduren angepasst und für die nächste Mission verbessert, auch unsere Prinzessin hat das ein oder andere technische Upgrade nötig. Und vor allem die Lessons learned werden einfließen um die geplante Mission im Februar 2013 reibungsloser durchzuführen.
Wir sehen uns am Mars :-)
08:15
Heute ist leider schon unsere letzter Simulation Tag. Neben den Kontaminationsexperimenten von der freien Untiversität Amsterdam und dem JPL wird heute auch erstmals die Voice Recognition Software der Oberösterreichischen Firma Catalysts getestet.
Mo, 30. April 2012
Bild des Tages
15:20
N24/Sat1/ProSieben ist zu Besuch heute bei uns um ein paar Videos aufzunehmen. Wird morgen um 18:00 auf Sat1 und um 20:00 Uhr bei Pro7 sowie N24 ausgestrahlt.
Heute um 17:30 Frühlingszeit auf ORF2 und um 19:00 in Oberösterreich Heute gibt es ebenfalls einen Beitrag, sowie morgen um 19:00 Uhr in Salzburg Heute.
13:30
Ein weiteres Langstreckenexperiment wird in der nächsten Stunde durchgeführt. Via Audio & Video ist das JPL mit der Dachstein Mars Simulation verbunden. Via Video kann das JPL entscheiden, welches Gebiet für ihr Kontaminationsexperiment verwenden werden soll.
11:15
We haben soeben erfolgreich Audioverbindung zum MCC (Missionskontrolzentrum) in Wellington, Neuseeland hergestellt. Dies ist notwendig um das Antipodes experiment durchzuführen. So soll das MCC Wellington in der nächsten Stunde die Funktion der OPS am Dachstein übernehmen und die Experiment von Neuseeland aus steuern.
10:30
Wir sind mitten im Donning. Da es rund 2 h dauert, ist es das erste was wir jeden Morgen beginnen. Zusätzlich müssen die Batterien für den Anzug jeden Morgen vom Tal hinauf zur Höhle gebracht werden.
Heute gibt es Premiere für 3 Experimente. Das Team von Johaneum Research ist eingetroffen für das Proviscout Experiment (Sie werden eine 3D Rekonstruktion eines Höhlensegments versuchen). Zudem wird heute auch erstmals der “Signalverlust” simuliert und unsere Partner Mission KiwiMars wird die Kommunikation übernehmen. Am Nachmittag sind dann die Kollegen von JPL (Jet Propulsion Laboratory) der NASA dran und führen “remote” ein Kontaminationsexperiment durch.
So, 29. April 2012
Bild des Tages
15.30
Zum Abschluss des Tages gibts noch eine kleine Rover-Parade: Asimov R1 und R3, Magma White, Dignity, Cliffbot und Egon Rover machen ein tolles Bild wie sie gemeinsam Richtung OPS fahren. Definitiv der Feldtest mit den meisten Rovern :-)
11:50
Donning wurde vor wenigen Minuten abgeschlossen, der Helm ist geschlossen und Anzugtester Daniel Föger wird jetzt die Höhlen betreten. Das erste Experiment wird gemeinsam mit dem Cliffbot (ein Gerät, welches Klippen hinunterfahren kann entwickelt von der französischen Mars Society) im Tristan Dome durchgeführt.
09:30
Die WLAN Antennen haben durch den Föhnsturm letzte Nacht etwas gelitten und wurden heute gleich in der früh neu kalibriert. Anzugtester Daniel Föger ist bereits mitten im Donning und wird gegen 11:30 zum Tristan Dome gehen für die ersten Experimente.
Sa, 28. April, 2012
Bild des Tages
13:00
Aufregender Tag heute, Pressekonferenz fand um 10:30 statt. Die #marstweetup Teilnehmer durften schon beim Donning zusehen. So viele Raumfahrtinteressierte Menschen haben die Höhlen sicher noch nie zuvor gesehen.
08:00
Premiere für Österreich, zum ersten Mal findet ein #spacetweetup auf österreichischem Boden statt. 20 Social Media Enthusiasten wurden eingeladen um einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen einer Mars Simulation zu werfen. Am Vormittag findet auch noch zusätzlich eine Pressekonferenz statt.
Twitterwall zu #Marstweetup
Freitag, 27. April
Bild des Tages
Anziehen mit Ausblick. Vor dem Höhleneingang der Dachsteinrieseneishöhlen (c) ÖWF (Katja Zanella-Kux)
17:00
Nach einem hektischen Nachmittag, mit einem Trainingsdonning & Fotoshootings packen wir die Sachen zusammen um mit der letzten Gondel ins Tal zu fahren. Ja nichts vergessen, ansonsten heißt es bis morgen warten.
13:00
Es wird international, zum gewohnten Deutsch mischen sich auch vermehrt englische, französische, italienische Stimmen. Die internationalen Experimentatoren sind eingetroffen und werden beim Safety Briefing über die Gefahren im alpinen Gelände aufgeklärt. Danach steht ein erster Rundgang in den Höhlen an, Schuhtausch inklusive.
08:30
Mit der allersten Gondel geht es hinauf auf den Berg. Bei strahlendem Sonnenschein heißt es nun für die einze Teamhälfte ab in die Höhle um dort die Kabel zu verlegen sowie die Lampen zu installieren, die anderen bleiben bei der Mittelstation um die OPS aufzubauen bzw. auch für die Pressekonferenz und die #MarsTweetup Plätze zu finden.
Donnerstag, 26. April
Bild des Tages
14:30
Die gesamte Ausrüstung ist sicher bei der Dachstein Krippenstein Talstation angekommen und wird nun mit Hilfe der Gondel und dem ÖWF Team zur Mittelstation gebracht.
Dieses Projekt wurde gesponsert mit der freundlichen Unterstützung der Industriepartner Catalysts, Techcos, ABM Space Education, sowie der Forschungsförderungsgesellschaft (BmVIT/FFG/ASAP).
Mission „Air Sampler I“ – Auf der Suche nach Leben in der Stratosphäre
Die Wissenschaftsnachrichten sind neuerdings voll mit Berichten über Exoplaneten und die Suche nach Leben im All. Um das eines Tages tatsächlich zu finden, müssen wir aber erst die Grenzen des Lebens auf unserer eigenen Welt genauer erforschen. Dafür begibt man sich idealerweise an äußerst unwirtliche Orte mit extremsten Umweltbedingungen und versucht dort Lebensformen nachzuweisen.
So kann beispielsweise die Erdatmosphäre aktive Mikroorganismen beherbergen, welche sogar noch in der Stratosphäre Stoffwechsel zeigen. Auf die Suche nach solchen Organismen macht sich das ÖWF-TriPolar Programm als Teil des „Sparkling-Science“ Projekts, das vom Österreichischen Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung gefördert wird. Das Ziel dieses Projekts ist es, herauszufinden, bis in welche Höhe aktive Lebensräume zu finden sind, wo mikrobiologisches Leben in großer Menge und Mannigfaltigkeit vorkommt.
Sechs Maturanten der HTBLA Eisenstadt entwickelten dafür zusammen mit dem Ballon-Team des ÖWF einen sogenannten „Air Sampler“. Dieses Gerät sollte mit einem Stratosphärenballon in eine Höhe von über 35 km geschickt werden, um ab 20 km Höhe Luftproben zu entnehmen und steril auf die Erdoberfläche zurückzubringen.
Nach monatelanger Vorbereitung der Mission, einschließlich der erfolgreichen Entwicklung und technischen Umsetzung des „Air Samplers“, war es am Samstag, dem 21. April 2012 endlich soweit – der „Air Sampler I“, unten an der Sherpa III Kapsel befestigt, sollte vom Dach des Grazer Lustbühel Observatorium aus starten. Der Stratosphärenballon, der beide Kapseln in die Stratosphäre befördern sollte, wog 3000 Gramm und hatte nach der Befüllung mit Helium beim Start einen Durchmesser von etwa zwei Metern.
Inklusive Fallschirm und Radarreflektor wog die Nutzlast 2,4 kg. Die Gondel mit den technischen Geräten bestand aus folgenden Haupt-Komponenten: GPS Logger, Umwelt Analyse Sensoren, Bordcomputer STACIE (Stratosphere Telemetry And Control Interface Equipment), zwei Stück APRS (automatic position reporting system), Telemetrie Sender für das 2m und 70cm Band, Globalstar Satelliten Tracking (Recovery Einheit), Air Sampler, Mini Kamera für Videoaufnahmen.
Der Start erfolgte um 09:46 Uhr lokaler Zeit (CET) bei starker Bewölkung und verlief nach Plan. Aufgrund der Größe und des Gewichts rechneten wir mit einer Steigrate von 300 Metern pro Minute. Nach maximal 2 Stunden sollte der Ballon seine vorgesehene Höhe erreicht haben und unterwegs automatisch Luftproben entnehmen.
Was wir allerdings nicht wussten, war, dass der Ballon auf dem Weg nach oben zwei sogenannte „icing areas“ durchfliegen musste, die Flugzeuge wegen des hohen Vereisungsrisikos meiden. Auf dem Video kann man schon kurz nach dem Start sehen, wie sich unser Flugobjekt etwa 10 Minuten lang durch dichte graue Wolken mit unterschiedlich schwerem Eisregen kämpft, was einer Strecke von etwa 3 Kilometern entspricht. Das Aprilwetter blieb nicht ohne Folgen: Bei einer Außentemperatur von etwa minus 40 Grad bildeten sich sichtbare Eiskristalle entlang der Leinen und auch am Ballon selbst. Etwa eine halbe Stunde später, um 10:31 Uhr riss die Latexhülle im oberen Bereich auf und das Helium entwich als deutlich sichtbarer Gasstrahl. Das an der Ballonhülle festgefrorene Eis (nach Auswertung des Flugprofils ca. 300-500 Gramm) bewirkte nämlich, dass sich die Ballonhülle in diesem Bereich nicht weiter ausdehnen konnte und es schließlich zum Bruch der Hülle kam.
In unserer Missionszentrale am Observatorium Lustbühel machte sich dieses Ereignis insofern bemerkbar, als auf dem Datenschirm die Werte für die Höhengabe plötzlich nicht mehr stiegen sondern zu fallen begannen. Der Ballon befand sich zum Zeitpunkt des Platzens auf 16.174 Meter Höhe (53.064 Fuß). Kurz nach halb 11 Uhr mussten unsere Verfolgerteams darüber informiert werden, dass die Nutzlast bereits auf dem Weg zurück zur Erde ist.
Anfangs stürzten die Gondel, der Radarreflektor und die geplatzte Ballonhülle im nahezu freien Fall umeinander taumelnd Richtung Erdboden, bis der Fallschirm und die Reste des Ballons die Abstiegsgeschwindigkeit auf ein moderates Maß verringern konnten. Die recht sanfte Landung erfolgte um 10:51 Uhr – traditionellerweise auf einem Baum an einer Waldgrenze und zwar diesmal auf österreichischem Boden – bei Lerchleiten (Gemeinde Gersdorf an der Feistritz), östlich von Gleisdorf.
Während unsere Bergeteams noch das Peilsignal verfolgten, wurde der örtliche Feuerwehrkommandant aus der Ferne auf die Ballonhülle und den gut sichtbaren roten Fallschirm aufmerksam. Er verständigte den Besitzer des Grundstücks telefonisch und erkundigte sich vorsorglich, ob auch kein Personenschaden entstanden sei – hätte es sich doch auch um einen unglücklich gelandeten Fallschirmspringer handeln können. Das gleichzeitig mit dem Besitzer am Landeort eintreffende Ballonteam konnte diese Befürchtungen allerdings schnell entkräften.
Mithilfe der Freiwilligen Feuerwehr Gersdorf, der wir für ihren raschen und professionellen Einsatz sehr herzlich danken, konnte die Nutzlast innerhalb kürzester Zeit mittels Hebebühne sicher geborgen werden.
Obwohl die geplante Gipfelhöhe nicht erreicht wurde und die automatische Steuerung des Air Samplers durch die geringe Höhe nicht ansprach, konnte die Mission als zum größten Teil erfolgreich abgeschlossen werden. Der neue Bordcomputer STACIE und alle anderen Subsysteme der Sherpa Kapsel haben ihre Arbeit zu 100% planmäßig verrichtet. Auch alle erfolgten Air Sampler Tests haben gezeigt, dass das technische Konzept des Air Samplers funktioniert.
Die Analyse der per Fernkommando entnommenen Luftprobe sowie der Vergleichsprobe vom Startplatz wird nun einige Wochen in Anspruch nehmen. Da bisher keine relevanten Biodaten aus den Luftschichten zwischen 20 und 30km Höhe vorliegen, erfordert die Auswertung des gekapselten Filters durch das Biologenteam der Universität Innsbruck die Neuentwicklung dafür geeigneter Prozeduren.
Bereits im Sommer soll ein weiterer „Air Sampler“-Stratosphärenballon gestartet werden, um das Projekt fortzusetzen.
Polarsternpreis 2012 ergeht an Dietmar Hager!
Bereits zum vierten Mal wurde heuer der österreichische Weltraum Oscar in Form des Polarsternpreises verliehen. Mit diesem Preis zeichnet das Österreichische Weltraum Forum Menschen aus, die für den Weltraum begeistern.
Polarsternpreisträger 2012: Dr. Dietmar Hager: Unfallchirurg. Astrofotograf. Lichtverschmutzungsadvokat.
Dietmar Hager, geboren in Linz (Oberösterreich), ist auch begeisterter Astrofotograf, der zwei Sternwarten betreibt – eine davon remote in Frankreich. Der Fellow der Royal Astronomical Society (Großbritannien), hält laufend spannende Astronomievorträge im Ars Electronica Center Linz und publiziert regelmäßig international anerkannte Weltraumaufnahmen auf höchstem Niveau. Seine Aufnahmen und Publikationen sind werden auch auf seiner Homepage publiziert: www.stargazer-observatory.com/ und sollen die Menschen wieder für den Sternenhimmel sensibilisieren.
„Die Schönheit und Ästhetik im Nachthimmel berührt meine Seele. So strebe ich nach möglichst schönen Astrofotos, um daran Geschichten zu knüpfen und die Menschen daran teil haben zu lassen, die sich wenig mit der Sternenwelt auskennen oder davon wissen.“
Dietmar Hager
„Es ist uns sehr wichtig, private Initiativen zu fördern, die für Weltraum begeistert. Mit Dr. Dietmar Hager zeichnen wir heuer wieder einen engagierten Menschen aus, der sich neben seinem Beruf als Handchirurg mit unglaublichem Enthusiasmus & Engagement auf die zunehmende Lichtverschmutzung aufmerksam macht. Dabei scheut er nicht davor zurück, bei Bürgermeistern die Klinken zu putzen und trägt durch seine zahlreiche Vortragstätigkeit bei, das Thema in der Öffentlichkeit zu verbreiten“,
meint Gernot Grömer, Vorstand des ÖWF.
Der Preis wurde in Wien im Rahmen der Yuris Night im Naturhistorischen Museum, anlässlich des Jahrestages von Yuri Gagarins erstem Raumflug feierlich übergeben und ist mit 800,00 € und einer eigens angefertigten Trophäe dotiert.
Das Österreichische Weltraum Forum gratuliert ganz herzlich!
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5.-11. Aug. 2012: UC 12 - Unicamp 2012
Zum dritten Mal lädt die Universität Innsbruck gemeinsam mit dem Verein aut.architektur und tirol und dem Österreichischem Weltraum Forum zum Unicamp 2012. Jugendliche im Alter von 16 - 19 Jahren haben die Möglichkeit eine Woche lang mit Wissenschaftler der Universtität Innsbruck einen Woche zu verbringen. Wann: 5. - 11. August 2012 Anmeldeschluss: 6. Juli 2012 Kosten: 300 EUR (inkl. Unterbringung, Ganztagsverpflegung und Exkursion)24.Jun-02. Jul: European Space Camp 2012
Die Europäische Weltraumorganisation ESA sucht und finanziert TeilnehmerInnen für das European Space Camp 2012. Das European Space Camp auf der nordnorwegischen Raketenbasis Andoya lädt Jugendliche im Alter zwischen 17 und 20 Jahren vom 24. Juni bis 2. Juli 2012 zur Teilnahme am Raketenstarten im Rahmen des European Space Camp 2012 ein. Die Bewerbungsfrist läuft bis 1. April 2012. SpaceCamp WebseiteMai 2012 ESA - Zeichenwettbewerb für Kinder bis 14 Jahre
Die Europäische Weltraumorganisation ESA lädt Kinder bis 14 Jahre zum Zeichenwettbewerb ein. Thema im Mai sind Planeten und Monde. Die besten Einsendungen werden ausgewählt und in die online Weltraumgalerie der ESA gestellt. Einsendeschluss ist 31. Mai 2012 Nähere Informationen unter http://www.ffg.at/ausschreibungen/esa-zeichenwettbewerb-Planeten16.-17. Juni 2012: UK Space Environments Conferences
Die UK Space Environments Conference beschäfigt sich vor allem mit Weltraum-Medizin, Astrobiologie, Astrochemie und Mikrogravitionsphysik und findet heuer vom 16.- 17. Juni 2012 in Aberdeen, Großbritanien statt. Kosten: bis 1. April 2012: 81 GBP (Professionals), 57 GBP Studenten ab 1. April 2012: 91 GBP (Professionals), 67 GBP Studenten Wo: Satrosphere Science Center, Aberdeen, Großbritanien Keynotes: Dr. Jeff Davis, Director of Space Life Science & Medial Operations for NASA Prof. Charles Cockell, Professor of Astrobiology at Edinburgh UniversityESA Nachrichten
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Auftakt zum World Skeptics Congress: Die wunderbare Genmanipulationsaufhebungsplatte!
Heute hat in Berlin der Auftakt zum 6. World Skeptics Congress beginnen. Am Publikumstag konnte man viele interessante Leute hören, spannende Vorträge ansehen und neue Dinge lernen. Ich zum Beispiel bin äußerst froh, dass seit heute das Wort "Genmanipulationsaufhebungsplatte" zu meinem Wortschatz gehört!
Das verdanke ich Kathrin Goldammer, die den Publikumstag eröffnet hat und den Gästen erklärte, was Skeptiker eigentlich für Leute sind und was sie so treiben. Während ihrer kurzen aber sehr originell gestalteten Präsentation hat sie uns ein paar der typischen Dinge präsentiert, die einen eventuell manchmal skeptisch werden lassen. Zum Beispiel ein Produkt, das den schönen Namen "ABARIS Handpfeil" trägt. Das Ding kann wirklich alles! Es schützt gegen Elektrosmog. Gegen Wasseradern, Erdverwerfungen und Gitternetzen (was immer das auch sein mag). Und er macht das Essen besser! Wenn Lebensmittel in der bösen Mikrowelle verstrahlt wurden oder durch den Elektrosmog im Kühlschrank ungenießbar geworden sind, dann hilft ein wenig "Strahlung" aus dem Handpfeil und alles ist wieder supi!
Noch schöner ist aber die schon oben angesprochene Genmanipulationsaufhebungsplatte. Einmal, weil es so ein schönes Wort ist. Genmanipulationsaufhebungsplatte. Phänomenal! Das wird das neue "Donaudampfschifffahrtskapitän"! Außerdem findet ich diese Platte toll, weil sie mich an ein Spiel erinnert, das ich in meiner Kindheit immer gespielt habe und bei dem man genau so ein Brett benutzt hat (Das Spiel heißt Pochen, falls es jemand kennt). Und dann ist die Genmanipulationsaufhebungsplatte (ich könnte das Wort immer und immer wieder tippen) natürlich genau so ein Wunderding wie der Handpfeil. Ein feinstoffliches Schwingungsfeld umgibt die Platte und dieses Feld macht aus bösen genmanipulierten Lebensmitteln gute und brave Nahrung die man bedenkenlos essen kann; ohne Gefahr für Leib, Leben und Aura.
Es ist leicht, sich über solche Dinge lustig zu machen, Es ist leicht, angesichts von phänomenal absurden Produkten wie einer "Genmanipulationsaufhebungsplatte" skeptisch zu sein! Aber skeptisches Denken beschränkt sich nicht auf den offensichtlichen Unsinn und den simplen Aberglauben. Skeptisches Denken ist in allen Lebenslagen und Bereichen angebracht und nützlich. Das zu demonstrieren ist der Zweck des World Skeptics Congress und der nächsten drei Tage. Ich freue mich schon darauf!

Die Erde dreht sich und die Sonne scheint
Man sollte immer wieder mal auf das Offensichtliche hinweisen. Die Erde dreht sich und die Sonne scheint. Das weiß zwar mittlerweile schon jedes Schulkind. Aber es ist eine Sache, zu wissen, dass sich die Erde dreht. Und eine andere, sich wirklich zu überlegen, was das heißt. Der ganze Planet, auf dem wir leben, der buchstäbliche Boden unter unseren Füßen dreht sich ständig um seine Achse. Eine volle Umdrehung jeden Tag. Und "Tag" können wir nur deswegen sagen, weil die Sonne ebenso ständig scheint und sich der Punkt auf der Erdoberfläche an dem wir uns befinden immer wieder in das Sonnenlicht dreht. Wir auf der Erde merken nichts von dieser Drehung; zumindest nicht direkt. Aber vom All aus sieht die Sache schon anders aus.
Der russische Wettersatellit Elektro-L 1 (cooler Name!) befindet sich in einem geostationären Orbit. Das bedeutet, dass er sich genauso schnell um die Erde bewegt, wie die Erde sich um ihre eigene Achse dreht. Aus Sicht des Satelliten scheint die Erde also still zu stehen. Aber er kann wunderbar den Tag-und-Nacht-Rhythmus beobachten! Im Gegensatz zu vielen anderen Erdbeobachtungssatelliten ist Elektro-L 1 auch weit genug von der Erde entfernt, um sie im Ganzen sehen zu können. Die meisten Bilder der Erde aus dem All sind aus vielen Einzelbildern zusammengesetzt. Elektro-L 1 dagegen sieht sie komplett.
Aus den Bildern des Satelliten wurde ein wunderschönes Video aufgenommen. Er hat etwa jede halbe Stunde ein Bild aufgenommen in enorm hoher Auflösung (jeder Pixel entspricht knapp einem Kilometer!). Neben dem sichtbaren Bereich des Spektrums hat er auch Infrarotbilder gemacht - und darum leuchtet die Vegetation in diesem Video in schönem Orange:
Achtet mal auf die Pole! Das gefällt mir am besten am ganzen Video. Man sieht wunderbar, dass der Nordpol immer beleuchtet wird, während es am Südpol immer dunkel ist. Da die Erdachse um 23,5 Grad aus der Vertikalen geneigt ist, ist immer eine Hemisphäre der Sonne zugewandt. Das ist der Grund, warum es im Sommer länger hell ist, warum es Jahreszeiten gibt und warum die Pole jedes Jahr nur einen Tag und eine Nacht habe die jeweils ein halbes Jahr dauern.
Mehr coole Bilder und Videos die Elektro-L 1 aufgenommen hat, gibt es hier. Schaut sie euch an. Es lohnt sich! (Da ist die Vegetation dann auch grün eingefärbt und nicht mehr orange ;) ) Und noch mehr lohnt es sich, wenn man ein bisschen über das nachdenkt, was man da zu sehen bekommt...

Es wurde kein neuer Planet im Sonnensystem entdeckt. Leider
"New Planet Found in Our Solar System?" titelte National Geographic kürzlich. Und für den Fall, dass diese Schlagzeile aus Amerika hier zu uns herüberschwappen möchte ich sicherheitshalber ein paar Worte dazu sagen. Die Kurzfassung lautet: Unser Sonnensystem hat derzeit immer noch 8 bekannte Planeten. Niemand hat irgendwas entdeckt. Aber es gibt interessante wissenschaftliche Ergebnisse!
Diese Ergebnisse wurden von Rodney Gomes auf einer Astronomie-Tagung in den USA präsentiert. Er hat die Bahnen der Asteroiden im Kuipergürtel untersucht. Das ist ein Asteroidengürtel, der hinter der Bahn des Neptun beginnt. Pluto, als großer Zwergplanet bzw. Asteroid ist Teil dieses Gürtels. Manche Objekte im Gürtel haben keine kreisförmigen Bahnen sondern Orbits, die stark elliptisch sind. Der Asteroid Sedna ist dafür ein gutes Beispiel:
Oben links ist das innere Sonnensystem zu sehen; bis zur Bahn des Jupiters und mit dem klassischen Asteroidengürtel. Oben rechts sieht man auch das äußere Sonnensystem mit dem Kuipergürtel rund herum. Unten rechts ist die Bahn des Asteroiden Sedna eingezeichnet, die weit über den Kuipergürtel hinaus reicht. Unten links schließlich sieht man Sednas Bahn im Verhältnis zur Oortschen Wolke (eine weitere große Ansammlung von Asteroiden und Kometen, die sich weit hinter dem Kuipergürtel befindet).
Gomes hat sich nun 92 Kuipergürtel-Asteroiden angesehen und ihre Bahnen untersucht. Sechs davon hatten so stark elliptische Bahnen, das er sich nicht erklären konnte, wie sie zustande kommen können. Denn elliptische Bahnen sind instabil. Objekte mit so einer Bahn überleben nicht lange; kosmisch gesehen zumindest. Nach ein paar hunderttausend Jahren kollidieren sie mit anderen Himmelskörpern oder werden aus dem Sonnensystem geworfen. Denn je elliptischer ihre Bahn, desto größer ist die Chance, dass sie die Bahn eines anderen Objekts kreuzen. Wenn wir heute noch Asteroiden auf elliptischen Bahnen sehen, dann braucht es einen Mechanismus, der immer wieder welche nachliefert. Das kann zum Beispiel durch gravitative Störungen geschehen. Wir kennen das aus dem Hauptgürtel der Asteroiden zwischen den Bahnen von Jupiter und Mars. Die Asteroiden dort bewegen sich alle auf fast kreisförmigen Bahnen. Aber ab und zu kollidieren zwei davon und können so in spezielle Bereiche geschleudert werden. Dort wirken Resonanzen mit Jupiter. Das bedeutet, dass die Gravitationskraft von Jupiter in diesen Bereichen periodisch mit immer der gleichen Kraft auf den Asteroiden wirkt. Die Störungen können sich so verstärken und die Bahn des Asteroiden wird immer elliptischer.
Natürlich gibt es auch noch andere Möglichkeiten, um die Bahn eines Asteroiden elliptisch zu machen. Aber Gomes meinte, seine Computersimulationen hätten nur dann ein brauchbares Ergebnis geliefert, wenn er von der Existenz eines weiteren Planeten im äußeren Sonnensystem ausgeht. Dieser Planet könnte die Asteroiden dann entsprechend stören und die Bahnen verursachen, die wir heute sehen.
Ich habe leider noch nicht die wissenschaftlichen Arbeit von Gomes zu diesem Thema gelesen (wenn sie jemand findet, falls sie überhaupt schon veröffentlicht ist, dann sagt bitte Bescheid!). Ich kann also noch nicht allzu viel darüber sagen. Aber zwei Dinge sind wichtig.
Ein Planet im äußeren Sonnensystem ist nicht so außergewöhnlich wie es klingen mag. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass sich hinter dem Kuipergürtel und in der Oortschen Wolke noch größere Objekte befinden. Es ist nur äußerst unwahrscheinlich, dass wir sie direkt entdecken können. Dafür sind sie zu klein, zu dunkel und zu weit weg. Die Astronomen haben sich natürlich auch früher schon Gedanken darüber gemacht, wie man sie finden kann. Und es gibt immer wieder mal Astronomen, die meinen, ein paar indirekte Hinweise auf so einen Planeten gefunden zu haben.
Aber, und das ist der zweite wichtige Punkt, die Arbeit von Gomes ist alles andere als eine "Entdeckung!". Das meinen auch die Kollegen, die National Geographic in ihrem Artikel zitieren. Die Wissenschaftler sind der Ansicht, dass die Arbeit interessant ist und wichtig, weil sie uns zeigt, wie man Hinweise auf so einen unbekannten Planeten sammeln kann. Aber die Daten sind alles andere als eindeutig und daraus auf die Existenz eines Planeten zu schließen sei nicht zulässig. Solange ich die Arbeit von Gomes nicht gelesen habe, kann ich nicht sagen, ob das richtig ist oder nicht. Aber ich kenne die Leute, die da zu Wort gekommen sind und die wissen normalerweise wovon sie reden und sind Experten auf diesem Gebiet.
Vielleicht sollte man sicherheitshalber noch einen dritten Punkt erwähnen. Selbst wenn es diesen Planet gibt, dann ist er nicht gefährlich! Er kann es nicht sein, denn er muss sich ja immer in den äußersten Bereichen des Sonnensystems befinden (sonst hätten wir ihn ja schon längst entdeckt). Gomes spricht von einem Planeten, der 1500 Mal weiter von der Sonne entfernt ist, als die Erde (zum Vergleich: Neptun, der am weitesten entfernte bekannte Planet ist nur 30 Mal weiter von der Sonne entfernt als die Erde). Er kommt der Erde also nicht nahe und hat daher auch nichts mit dem Planet X bzw. Nibiru der Weltuntergangsspinner zu tun (den es ebenfalls nicht gibt).
Ich bezweifle nicht, dass es in den äußeren Bereichen des Sonnensystems noch weitere Planeten geben kann. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass es sie zumindest in der Oortschen Wolke gibt (das folgt schon aus der Theorie der Planetenentstehung). Aber ich bin skeptisch, ob es so einfach sein wird, ihn zu entdecken. Bis man hier ausreichend indirekte Beweise (direkt wird man ihn sowieso so schnell nicht sehen können) gesammelt hat, wird noch viel Zeit vergehen...

Ein Vortrag in Berlin und eine Lesung in Wien
Ich habe wieder ein paar Veranstaltungstipps ;) Morgen beginnt ja in Berlin der 6. World Skeptics Congress mit dem Publikumstag. Um 13 Uhr beginnt die Veranstaltung im Kaiserin-Friedrich-Haus (Robert-Koch-Platz 7). Der erste Vortrag trägt gleich den Titel "Weltuntergang 2012" und wird von Bernd Harder und mir gehalten werden. Vielleicht habt ihr ja Lust und schaut vorbei! Auch der Rest des Programms ist äußerst interessant.
In einer Woche, am 23. Mai, bin ich dann wieder mal in Wien. Dort wird es um 19 Uhr in der Thalia-Buchhandlung im dritten Bezirk eine Lesung geben. Ich werde ein wenig aus meinem Buch "Krawumm!" vorlesen und über gefährliche Asteroiden, riesige Sterne und kollidierende Universen plaudern. Ich würde mich freuen, wenn ihr auch kommt!

Astrodicticum Simplex TV - Folge 2: Asteroidenabwehr (Rohversion)
Ich bastele ja immer noch an meinem Videoblog. Die erste Testfolge hatte noch jede Menge technische Mängel. Leser Thomas Vollmer war so nett, und hat sie ein wenig aufgemotzt. Es ist nicht so einfach, die ganze Technik auf die Reihe zu bringen, aber ich probiere es weiter. Beim letzten Mal gab es ja vor allem ein Tonproblem (das ich nicht vorhersehen konnte, weil auf meinem Rechner der Ton laut und gut zu verstehen war). Ich habe es nun mit einem Mikrofon für den Ton versucht, aber es leider nicht geschafft, Ton und Bild in der Nachbearbeitung synchron zu bekommen (was vermutlich daran liegt, dass ich keine professionelle Software habe und mich damit auch noch nicht auskenne). Vorerst gibt es also nur wieder eine Version mit dem gleichen Ton wie beim letzten Mal. Ich selbst kann das Video gut hören; wenn es bei euch schlecht klingt, dann seid bitte nicht böse. Auch dieses Problem wird irgendwann gelöst werden! Ich probiere beim nächsten Mal vielleicht, das Video nicht über meine Kamera sondern direkt mit der Webcam und Mikrofon am Computer aufzunehmen. Mal sehen ob das besser klappt. Ansonsten habe ich diesmal auch ein paar Requisiten benutzt und sitze nicht mehr nur einfach da und rede. Auch hier wird sich in Zukunft noch einiges tun - ich habe mich aber von Anfang an bewusst dagegen entschieden, die Videos mit Computergrafiken u.ä. auszustatten. Davon habe ich (noch) zu wenig Ahnung und ich möchte gar nicht erst den Eindruck aufkommen lassen, ich würde mit dem professionellen Wissenschaftsfernsehen und seinen professionellen Grafiken und Animationen konkurrieren wollen.
Wie auch immer - hier ist jetzt jedenfalls Folge 2 des Astrodicticum-Simplex-Videoblogs. Noch in der Rohversion, solange, bis ich das Tonproblem in den Griff bekomen habe. Trotzdem viel Spaß damit!
Wer das Video - so wie Thomas beim letzten Mal (seinen netten Vorspann habe ich diesmal gleich übernommen) - "remixen" möchte, der ist herzlich dazu eingeladen (Das Video ist unter CC-BY-SA 3.0 veröffentlicht). Und wer das Video nichtr anschauen möchte, für den gibt es hier nochmal den Text dazu:
Asteroidenabwehr:
Es ist eines der beliebtesten Weltuntergangsszenarien: Ein Asteroid rast auf die Erde zu. Ein Einschlag steht bevor. Der Asteroid ist groß. So groß, dass es egal ist, WO auf der Erde er einschlägt. Die Folgen werden auf jeden Fall global sein - und katastrophal.
Asteroideneinschläge nehmen unter den Naturkatastrophen tatsächlich eine Sonderstellung ein. Sie sind sehr viel seltener als zum Beispiel Erdbeben, Vulkanausbrüche oder Überschwemmungen. Aber die Folgen können auch viel schlimmer sein. Ein Asteroideneinschlag ist die einzige Katastrophe, die die ganze Menschheit auslöschen kann. Aber - und das ist ein wichtiges Aber! - Asteroideneinschläge sind die einzige Naturkatastrophe, die wir aktiv verhindern können. Wir können die Bewegung der Kontinentalplatten nicht anhalten und Erdbeben stoppen. Wir können die Lava nicht daran hindern, aus dem Vulkan zu fließen. Aber wir können dafür sorgen, dass ein Asteroid auf Kollisionskurs harmlos an der Erde vorbeifliegt.
Die meisten werden das ja aus dem Kino kennen. Wenn dort in einem Science-Fiction Film der Weltuntergang bevorsteht, dann macht sich der Held sofort auf ins All. Sein Raumschiff ist mit Bomben beladen und die sollen den Asteroiden in die Luft sprengen. Das klappt am Ende natürlich auch und der böse Himmelskörper wird pulverisiert. Aber funktioniert das wirklich so einfach? Funktioniert das überhaupt?
Nein. Asteroideneinschläge lassen sich verhindern. Aber nicht so. Ein Asteroid, der groß genug ist, um auf der Erde eine globale Katastrophe anzurichten, lässt sich nicht so einfach zerstören; auch nicht mit einer Bombe. Und wenn man nicht genau weiß, aus welchem Material der Asteroid besteht und sich sehr, sehr sicher sein kann, ihn wirklich komplett zu zerstören, dann sollte man von den Bomben die Finger lassen. Denn sonst hat man vielleicht am Ende nicht einen großen Asteroiden, der auf die Erde fällt, sondern mehrere nicht ganz so große Asteroiden, die immer noch alle mit der Erde kollidieren.
Es bringt nichts, gefährliche Asteroiden zerstören zu wollen. Der Asteroid kann ja auch nichts dafür; er kollidiert ja auch nicht absichtlich mit uns. Nein, wenn man einen Einschlag verhindern will, dann muss man dafür sorgen, dass er nicht rechtzeitig zu seinem Rendezvous mit der Erde kommt. Wäre der Asteroid nur ein bisschen langsamer oder ein bisschen schneller, dann würde er harmlos an uns vorbeifliegen und die Kollision verhindert. Und im Gegensatz zu Bombensprengung ist es durchaus möglich, einen Asteroiden zu bremsen oder zu beschleunigen...
Also. Nehmen wir an, wir entdecken einen Asteroid, der sich auf Kollisionskurs mit der Erde befindet. Was tun wir dann? Man könnte denken, dass es vielleicht sinvoll wäre, ein Raketentriebwerk am Asteroid zu befestigen. Damit könnte er dann beschleunigt oder gebremst werden. Das stimmt zwar, aber so ein Triebwerk ist groß und schwer und jede Menge Treibstoff braucht es außerdem. All das muss zum Asteroid transportiert werden und das ist aufwendig und teuer. Viel besser wäre ein "kinetischer Impakt". Das klingt kompliziert, heißt aber nichts anderes als: Wir schmeissen einfach irgendwas auf den Asteroid! Das kann alles mögliche sein. Ein Raumschiff zum Beispiel - das hoffentlich unbemannt ist. Oder einen kleinen Asteroiden, den man unterwegs aufsammelt. Sogar die Atombomben kann man auf diese Art entsorgen. Man muss nur darauf achten, dass sie den Asteroid dabei nicht in mehrere Teile zerbrechen. So einen kinetischen Impakt hat man sogar schon einmal ausprobiert. Am 4. Juli 2005 feuerte die Raumsonde "Deep Impact" einen 327 Kilogramm schweren Impaktor auf den Kometen Tempel 1. Das hat man gemacht, weil man mehr über seinen inneren Aufbau herausfinden wollte. Beim Einschlag wurde jede Menge Material aus dem Inneren des Kometen ins All geschleudert, das man dann untersuchen wollte. Aber man hatte den Kometen dabei auch ganz minimal abgebremst und somit seine Bahn verändert.
Es gibt noch andere Methoden. Man könnte ein Sonnensegel am Asteroiden anbringen. Im Gegensatz zu einem Raketentriebwerk ist das viel leichter und daher einfacher zu transportieren. Dann drücken die von der Sonne abgestrahlten Photonen auf das Segel und das Sonnenlicht wirkt wie eine sanfte Brise, die die Bahn des Asteroiden dann ganz langsam ändert. Oder man nutzt den Jarkowski-Effekt. Asteroiden rotieren vergleichsweise schnell um ihre eigene Achse; ein Tag dauert dort oft nur wenige Stunden. Die Tagseite ist warm, die Nachtseite kalt. Wenn es auf der aufgewärmten Tagseite wieder Nacht wird, dann kühlt sie aus. Je wärmer sie ist, desto mehr Wärme wird abgestrahlt. Die warme Seite strahlt also mehr Energie ab als die kalte. Dabi wirkt die abgestrahlte Wärme wie eine Art "Rückstoß". Es entsteht eine Kraft, die den Asteroiden bremsen oder beschleunigen kann. Auch das hat man schon gemessen. Wenn man die Bahn eines Asteroiden berechnen will, dann muss man diesen Effekt berücksichtigen, ansonsten stimmt die berechnete Position nicht mit der beobachteten überein. Beim Asteroiden "Golewka" hat dieser Unterschied 3,7 Meter ausgemacht. Das mag nicht viel sein. Aber auch 3,7 Meter können einen Unterschied zwischen Katastrophe und Vorbeiflug machen. Bei der Asteroidenabwehr müssen wir den Effekt natürlich gezielt einsetzen. Aber das könnte man erreichen, in dem man ihn einfach mit einer speziellen Farbe anmalt und so seine Wärmeabstrahlung beeinflusst.
Solche Methoden funktionieren natürlich nur dann wirklich gut, wenn man ausreichend Zeit hat. Wenn man lang genug vorher anfängt, dann reichen schon sehr kleine Bahnänderungen aus, um eine Kollision zu verhindern. Wenn es um Asteroidenabwehr geht, ist es daher am wichtigsten, den Himmel zu beobachten! Nur wenn man die gefährlichen Asteroiden rechtzeitig findet, kann man die nötigen Schritte einleiten. Hier sind die Astronomen auf einem guten Weg. Von den wirklich gefährlichen Asteroiden haben wir schon mehr als 90 Prozent der geschätzen Gesamtpopulation gefunden. Wir kennen ihre Bahnen und wissen, dass sie uns in den nächsten Jahrzehnten nicht gefährlich werden können. Die Teleskope sind mittlerweile gut genug, um auch die restlichen unbekannten großen und gefährlichen Asteroiden lange vor einer Kollision zu entdecken. Dann haben wir Zeit, etwas dagegen zu tun. Dann kann man auch meine Lieblingsmethode einsetzen. Die eignet sich zwar nicht wirklich für einen Hollywood-Action-Film. Aber sie ist sehr elegant. Wir nehmen ein großes Raumschiff, fliegen zum Asteroid und tun: Nichts!
Wir verlassen uns einfach nur auf die Gravitationskraft. Die wirkt auch zwischen Raumschiff und Asteroid und wenn wir lange genug warten, dann kann diese Kraft die Bahn des Asteroiden verändern. Wir können ihn einfach "abschleppen".
Asteroideneinschläge sind ganz reale Naturkatastrophen. Aber nichts, vor dem wir uns akut fürchten müssen. Wir stehen ihnen nicht hilflos gegenüber.

NMSA Issues RFP for Welcome Center Land Purchases
The New Mexico Spaceport Authority (NMSA) has issued request for proposals in order to purchase land for a pair of Spaceport America welcome centers in Truth or Consequences and Hatch.
The authority plans to purchase the land and have developers build the centers, which will be staging areas for tourists who will take buses to the desert spaceport. NMSA will lease the buildings from the developers under long-term agreements.
This plan is seen as a more affordable approach than the earlier one under which the authority would have built and operated the welcome centers. The new plan bypasses recommendations made by local committees as to where to build the centers. Hatch also convinced a landowner to donate property for the facility in that town.
Visit the Welcome Center Land Purchase RFP page to download the RFP.
Dragon to Carry Equipment, Food and Student Experiments to ISS

Image above: A technician guides a cargo bag into the Dragon spacecraft at the SpaceX facility at Cape Canaveral Air Force Station, Fla. (Credit: NASA/Jim Grossmann)
KENNEDY SPACE CENTER (NASA PR) – The Dragon spacecraft built by SpaceX will head to the International Space Station with about 1,200 pounds of cargo during its demonstration mission, including commemorative patches and pins, 162 meals and a collection of student experiments.
Since the company’s rocket and spacecraft are conducting a test flight, the manifest attests to important goods for the station’s crew of astronauts and cosmonauts, but not mission-critical items.
A successful flight, due to liftoff from Cape Canaveral Air Force Station, Fla.,at 4:55 a.m. EDT on May 19, is expected to lead to regular cargo missions that will carry a wider range of goods to the orbiting laboratory. Hawthorne, Calif.-based SpaceX, formally known as Space Exploration Technologies, is also deep into the work required to make Dragon suitable to carry people into orbit.
The mission is a landmark because it is the first time a privately built spacecraft will head to the International Space Station. The flight, which includes no crew members other than those already on the station who will guide Dragon’s arrival, carries enormous challenges and involves numerous individual evaluations.
Most of the cargo’s weight, 674 pounds, is in food and crew provisions, including the meals, crew clothing and batteries and other pantry items. A laptop and its accompanying accessories will also make the journey.
Tucked inside the Dragon capsule are two NanoRacks dedicated to student experiments that will study a range of microgravity-related areas from microbial growth to water purification.
The mission calls for the 18-foot-high Dragon to approach the station after its sensors and navigation systems are checked out thoroughly. The spacecraft will go through numerous tests during the third day of the flight as it passes within about 1.5 miles of the station. Communications networks from the spacecraft to the station will be evaluated during this phase, too.

Image above: The Dragon capsule is rotated into position during processing ahead of its demonstration mission to the International Space Station. The spacecraft will launch into space aboard a Falcon 9 rocket. Both the launcher and spacecraft are made by SpaceX. (Credit: NASA/Jim Grossmann)
On the fourth day of the mission, the spacecraft will perform a methodical approach to the space station. It will first fly around the station at more than 6.2 miles and then fly under it no closer than 1.6 miles. With navigation units on the spacecraft and station relaying information, the Dragon will approach slowly from beneath the station, pausing at several stages as systems are continually checked.
The crew aboard the space station will take command of Dragon briefly to test the capsule’s ability to retreat from the station. The spacecraft will later move to a position about 700 feet from the station so controllers can determine whether it is safe to allow a closer rendezvous.
Assuming a “go” is given, the Dragon will close to within 98 feet of the station and pause again. The next step will bring Dragon to about 32 feet from the station, within reach of the robotic arm. Expedition 31 crewmember Don Pettit will steer the arm to latch onto the cargo craft and connect it to the Harmony module.
The station crew will unpack the Dragon during the next two weeks and load Dragon with more than 1,400 pounds of used scientific and spacewalking gear. Dragon will then be removed from the station by the arm and released to fly back to Earth.
Unlike the other cargo vehicles that resupply the station, the SpaceX craft is designed to return to Earth safely instead of burning up in the atmosphere. That means experiments and other equipment can be stowed inside the capsule and returned to scientists.
SpaceX and Orbital Sciences Corp. are conducting demonstration missions under NASA’s Commercial Orbital Transportation Services contract, known as COTS.
Mojave Spaceport Applies for FAA Matching Grant to Buy Advanced Firefighting Equipment
By Douglas Messier
Parabolic Arc Managing Editor
To deal with the challenges of new composite spacecraft being built and tested at the Mojave Air & Space Port, the East Kern Airport District has applied for a matching grant from the Federal Aviation Administration (FAA) to purchase fire-fighting equipment that allow firefighters to rapidly bore a hole through the side of a vehicle and put out a fire inside of it.
The PyroLance Dual Firefighting and Piercing equipment would cost $47,500, which would be split equally ($23,750) between the FAA and the spaceport. Ten percent of the spaceport’s contribution is coming out of the rent of composite spacecraft builders at the facility as required under the grant program, spaceport CEO Stu Witt said on Tuesday.
The company’s website describes the company’s technology as follows:
PyroLance is a revolutionary firefighting tool used by fire units around the world. By integrating granite abrasive with an ultra-high pressure (UHP) stream of water, PyroLance allows a crew to literally pierce through concrete, composites, plate steel and other barriers to gain direct access to the source of any fire.
Once a barrier is pierced, PyroLance’s granite abrasive switch is disengaged as the unit continues to flow water at ultra-high pressure. Because UHP produces billions of tiny micro-droplets with far more surface area than normal water drops, PyroLance is able to take on the fire’s thermal layer directly, cooling temperatures by hundreds of degrees in just seconds. UHP is also much more efficient than traditional attack lines, using up to 90% less water with far greater extinguishing power.
If you’re looking for a practical, effective and affordable solution for your first responders, we invite you to explore this site for more details on ultra-high pressure technology and getting started with PyroLance.
The East Kern Airport District, which oversees the spaceport, submitted the grant application to the FAA’s Space Transportation Infrastructure Matching Grants Program. The FAA expects to announce this year’s grants on July 17.
Big Support in Brownsville for SpaceX’s Proposed Texas Spaceport

SpaceX's proposed commercial spaceport lies near Brownsville, Texas not far from the Mexican border. (Credit: Google Maps)
There was a big turnout last night at a hearing in Texas on SpaceX’s proposed commercial spaceport:
Hundreds of people turned out Tuesday for a public hearing on SpaceX’s proposal to build a satellite launch site in Cameron County, and virtually all comments from the public showed support for the project.
Dozens of people took the microphone and all supported the venture, according to Gilberto Salinas, spokesman for the Brownsville Economic Development Council. A few people voiced concerns for wildlife in the area.
The Federal Aviation Administration hosted Tuesday hearing to help assess the proposal by Space Exploration Technologies, or SpaceX, for a launch pad in Cameron County. The gathering, held at the ITEC Center, attracted an estimated 500 people, all seeking information or wanting to offer comments.
The FAA heard from local, county and state officials as well as educators and students — all showing support for space technology making its way to one of the poorest areas in the nation.
Read the full story.
XCOR Announces Lynx Trip Winner

Jennifer Brisco, winner of XCOR's suborbital flight giveaway poses in the full size Lynx cockpit model at the Spacecraft Technology Expo in Los Angeles. (Credit: XCOR)
Mojave CA, May 16, 2012 (XCOR PR): XCOR Aerospace today announced the grand prize winner of a trip aboard the Lynx Mark I suborbital launch vehicle. XCOR Chief Operating Officer Andrew Nelson made the announcement at the Spacecraft Technology Expo (STE) in Los Angeles, CA.
“About two months ago, we were at an event called the Next-Generation Suborbital Researchers Conference, where together with the Southwest Research Institute (SwRI) we gave away a suborbital flight,” said XCOR Chief Operating Officer Andrew Nelson. “We had a winner, and we had a backup. Unfortunately our main winner was unable to accept the prize. Our backup winner, Jennifer Brisco, is now the official recipient of the suborbital flight.”
Jennifer, who hails from the San Francisco Bay Area was flown in to the Spacecraft Technology Expo in Los Angeles to receive the prize. She did not know that she had been selected until presented with the award at the Expo.
“It’s been my lifetime goal to take a suborbital flight,” said Jennifer. “This is an absolute dream…I am in shock right now, I am speechless.”
Jennifer, who is a space enthusiast, will be eligible to fly on the Lynx mark I as a suborbital researcher after passing a medical exam and completing a three day training program that includes altitude and G-force exposure.

Jennifer poses with her giant ticket and members of XCOR's team. Left to Right: "Geo" Liccaradello, Mike Massee, Jennifer Brsico, Andrew Nelson, Khaki McKee and Lee Valentine. (Credit: XCOR)
“XCOR continues to bring down the costs and barriers associated with commercial human spaceflight,” remarked Andrew. “Reusable Launch Vehicles such as Lynx will usher in a whole new era of accessibility to space by offering routine, affordable and safe trips outside the atmosphere. We look forward to being on the vanguard of this revolution in affordable access to the cosmos.”
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XCOR Aerospace is a California corporation located in Mojave, California. The company is in the business of developing and producing safe, reliable and reusable rocket powered vehicles, propulsion systems, advanced non-flammable composites and other enabling technologies like rocket piston pumps that enable full reusability. XCOR is working with aerospace prime contractors and government customers on major propulsion systems, and concurrently building the Lynx, a piloted, two-seat, fully reusable, liquid rocket powered vehicle that takes off and lands horizontally. The Lynx-family of vehicles serves three primary missions depending on their specific type including: research & scientific missions, private spaceflight, and micro satellite launch (only on the Lynx Mark III). The Lynx production models (designated Lynx Mark II) are designed to be robust, multi-mission (research / scientific or private spaceflight) commercial vehicles capable of flying to 100+ km in altitude up to four times per day and are being offered globally on a wet lease basis. (www.xcor.com).
H-2A startet Satellitenquartett
Gegen 18.39 Uhr MESZ startete eine japanische Trägerrakete vom Typ H-2A mit den Satelliten GCOM-W1, KOMPSAT 3, SDS 4 und Horyu 2. Ziel ist eine sonnensynchrone Bahn in etwa 700 Kilometern Höhe.Neue ISS-Besatzung am Ziel
Eine neue dreiköpfige Teilcrew der Internationalen Raumstation, bestehend aus Gennadi Padalka, Joseph Acaba und Sergej Rewin, hat am Morgen am Modul Poisk angekoppelt.Ariane 5 bringt 2 Satelliten auf Kurs
Dabei handelt es sich um JCSat 13 und VinaSat 2, beides kommerzielle geostationäre Kommunikationssatelliten für die japanische SKY Perfect JSAT Corporation sowie die vietnamesische Post und Telekommunikationsgesellschaft.Bigelow und SpaceX suchen nach internationalen Kunden
... und dies gemeinsam. Bereits in der vergangenen Woche hat man eine Vereinbarung getroffen, die vorsieht, dass man auf internationaler Bühne Gelegenheiten für wissenschaftliches Arbeiten in der Schwerelosigkeit vermarkten will.Neue ISS-Besatzung unterwegs
Eine dreiköpfige zukünftige Teilbesatzung der Internationalen Raumstation ist seit 5.01 Uhr MESZ auf dem Weg zum Rendezvous.Hinweis zur Nutzung der RSS-Newsfeeds des DLR
30 Jahre Space Shuttle: Mit dem "Atlantis"-Start geht das US-Raumfährenprogramm zu Ende
Virtueller Flug um den Achttausender K2
"Wir wollen das Meer sicherer machen" - Interview mit der Bundespolizei See zur Kooperation mit dem DLR
Lernen für den Kontakt zur Raumstation
Showtime für Dragon und Falcon
Am US-Weltraumzentrum in Cape Canaveral, und bei den Raumfahrtfans weltweit, steigt langsam die Spannung. Am 19. Mai - oder nur wenig später - ist es so weit. Dann wird die privat konstruierte und gebaute "Dragon"-Raumkapsel des US-Unternehmens "SpaceX" auf einer ebenfalls unternehmenseigenen Falcon 9-Trägerrakete zur Internationalen Raumstation aufbrechen. Deren Crew ist bereits darauf vorbereitet, die erste private Orbitalkapsel der Welt in Empfang zu nehmen.
Der Dragon wird für die Verbindung mit der Trägerrakete vorbereitet
Bereits am 16. April fand bei der NASA der "Flight Readiness Review" (FRR) für Startgerät und Kapsel statt. Mit dem Ergebnis, dass erstmals in der Geschichte der Raumfahrt ein privates Raumfahrzeug die Freigabe erhielt, die Internationale Raumstation zu besuchen. Einige offene Punkte gab es allerdings doch noch. Sie verhinderten, dass der Start bereits am 30. April stattfinden kann. An diesem Tag gibt es nun ein so genanntes "static firing". Dabei wird ein Übungs-countdown bis hin zu Zündung der neun Haupttriebwerke durchgeführt, ganz wie beim "richtigen" Start.
Die Triebwerke liefen dabei sogar für zwei Sekunden, die Rakete blieb aber, von starken Klammern gehalten, auf der Startrampe stehen. Die kurze Zeitspanne genügte, um die Einsatzbereitschaft der Raketenmotoren zu überprüfen. Der Test verlief nahezu perfekt. Zumindest von Seiten der Trägerrakete steht der Mission somit nichts mehr im Wege.
Doch dämpfen wir gleich am Anfang die Erwartungen. Denn auch die einwöchige Verzögerung kann nicht davon ablenken: ein vollständiger Erfolg dieser Mission käme fast einem Wunder gleich. Selbst Elon Musk, Gründer und Inhaber von SpaceX, und damit dem Optimismus verpflichtet, gibt dem Unterfangen nur eine Chance von 50 Prozent. Aber wer weiß, vielleicht bleibt ihm das Glück treu. Zu verblüffend waren bereits positiven Resultate der erfolgreichen ersten beiden Testflüge der Falcon 9.
Integration des Dragon mit der Falcon 9-Trägerrakete
Ein Raumfahrzeug erfolgreich in eine Erdumlaufbahn (und wieder zurück) ist kein leichtes Unterfangen. Länder, die ihre ganze nationale Infrastruktur dafür einsetzen, wie beispielsweise die beiden Koreas scheitern seit Jahren daran. Da ist es schon bemerkenswert, dass dies einem kalifornischen Mittelständler gelingt. Und der baut noch nicht einmal auf früheren Erfahrungen auf.
Wie gesagt, die Chancen, die ISS tatsächlich zu erreichen, sind nicht hoch. Alles ist noch neu. Die Falcon 9, hat zwar ihre ersten beiden Einsätze ganz anständig hinter sich gebracht. Aber die aufmerksamen Beobachter wissen: Da war auch ganz schön Dusel dabei. Bei beiden Missionen traten erhebliche Anomalien auf, die aufgrund des robusten Designs kompensiert werden konnten. Sie hätten aber auch, mit nur etwas Pech, in beiden Fällen zum Verlust der Mission führen können.
Integration des Dragon mit der Falcon 9 Trägerrakete
Auch die Dragon-Kapsel stößt mit diesem Flug weit in unbekanntes Terrain vor. Sie hat zwar schon einmal nachgewiesen, dass sie zwei Erdumläufe und drei Stunden im Weltraum sicher absolvieren kann, aber die Komplexität und die Länge einer ISS-Versorgungsmission sind damit nicht zu vergleichen. Ging es beim ersten Flug im Dezember 2010 nur darum, den Orbit überhaupt zu erreichen und sicher wieder zur Erde zurückzukehren, sind bei der bevorstehenden 21-Tage Mission die Anforderungen an Kommunikation, Positionsgenauigkeit, Rendezvoustechnik und vor allem die Forderungen eines jederzeitigen Flugabbruches in einer ganz anderen Liga angesiedelt.
Man darf bei der Bewertung dieser Mission auch nicht übersehen, dass man hier die Ziele von ehemals zwei vorgesehenen Testmissionen nun in einem einzelnen Flug zusammengefasst hat. Wenn alles gut geht spart das Zeit und Geld. Wenn nicht, dann muss die ursprünglich geplante zweite Testmission doch noch nachgeholt werden.
Bei der bevorstehenden Mission ist der Träger auch erstmals mit einem "instantaneous launch window" konfrontiert. Das heißt, der Startzeitpunkt muss auf die Sekunde getroffen werden, ansonsten ist die Gelegenheit für den aktuellen Tag verpasst. Bei den ersten beiden Flügen kam es jeweils - das ist bei komplett neuen Systemen nicht ungewöhnlich - zu stundenlangen Startverzögerungen. Das kann man sich diesmal nicht leisten.
SpaceX und ihr Boss und Gründer Elon Musk sind hier illusionslos und haben deswegen das Missionslogo schon mal den anspruchsvollen Umständen angepasst: Es beinhaltet ein vierblättriges Kleeblatt.
Missionslogo. Das Kleeblatt ist zwischen den Wörtern "Falcon 9" und "Dragon"
Unterstellen wir jetzt aber einmal, dass der Start glatt verläuft, und die Falcon 9 den Dragon wie geplant im Orbit absetzt, dann wird das weitere Programm wie folgt aussehen:
An den ersten beiden Flugtagen werden Tests mit dem "Absoluten GPS" durchgeführt, das Verhalten des Raumfahrzeugs in den Phasen freier Drift wird untersucht und es werden verschiedene Flugabbruchs-Szenarien erprobt. Am dritten Tag wird der Dragon die ISS in einem Abstand von 2,5 Kilometern passieren um die Ultrakurzwellen-Verbindung mit der Raumstation zu testen. Dabei wird auch kontrolliert, wie gut die Crew des Außenpostens über das "Crew Command Panel" in die Funktionen des Dragon eingreifen kann. Bei dieser Passage wird auch das relative GPS mit einem Check zwischen ISS und Dragon erprobt.
Am Ende des dritten Missionstages entscheiden die Missions-Manager, ob alle Zwischenziele hinreichend gut erfüllt wurden, und ob auf dieser Basis mit der endgültigen Annäherung an die ISS begonnen werden kann. Gibt es das "go-ahead", dann wird sich der Dragon der Station bis auf 30 Meter nähern. Sollte auch dieses Manöver erfolgreich verlaufen, dann wird er sich so weit an die Station herantasten, dass er mit dem "Space Station Remote Manipulator System" der ISS erfasst werden kann. Dieses Manöver nennt man "berthing", und könnte in diesem Fall am besten mit "Bergung" übersetzt werden. Das "Berthing" ist, zumindest in seiner Schlussphase, kein aktives Rendezvous. Vielmehr zieht der Greifarm der ISS das Raumfahrzeug an den Dockingknoten (Node) 2 und koppelt es dort an. Gesteuert wird das Manöver von den Astronauten Don Pettit und Andre Kuipers, und zwar von der Cupola der Station aus, also der Aussichtsplattform mit den großen Fenstern.
Auch wenn alles nach Plan verläuft, dürfte dieses Manöver nicht einfach sein. "Berthings" wurden im Betrieb der Station zwar schon zweimal mit dem japanischen HTV-Transportraumschiff durchgeführt, die Dynamik des Dragon ist jedoch ganz anders.
Das HTV ist über 16 Tonnen schwer und verfügt über eine erhebliche Anzahl kleiner Triebwerke, um die Raumlage sehr fein auszusteuern. Die Astronauten berichten, dass das HTV wie ein Felsen vor der Raumstation liegt und problemlos mit dem Manipulator-Arm zu greifen ist. Das dürfte beim vergleichsweise leichten Dragon (er wiegt weniger als sechs Tonnen) anders sein. Zusätzlich zum geringen Gewicht kommt, dass der Dragon nur über vergleichsweise wenige, aber dafür recht leistungsstarke Lageregelungstriebwerke verfügt. Da ist es schwierig mit dem Feintuning der Raumlage. Er dürfte daher bei weitem nicht so ruhig vor der Station liegen, wahrscheinlich eine Rest-Rollbewegung aufweisen und dementsprechend schwer mit dem Robotarm zu fassen sein.
Nach dem Herstellen einer festen Verbindung, den Lecktests und der Überprüfung der elektrischen Anschlüsse wird die Luke des Dragon geöffnet. Danach verbleibt er für etwa zweieinhalb Wochen an der ISS. Bei diesem ersten Flug mit seiner nicht sonderlich hohen Erfolgswahrscheinlichkeit wird der Dragon nur 520 Kilogramm an Fracht an Bord haben. Alles "Non-essential cargo", wie es die NASA nennt. Nichts Lebenswichtiges: Wasser, Kleidung, Nahrungsmittel, Batterien, Kabel und dergleichen. Immerhin: Die wertvollsten Gegenstände sind eine Reihe von Laptops.
Der Dragon soll auch Material zur Erde zurück bringen, alles in allem etwa 660 Kilogramm. Bei späteren Missionen, wenn der Routinebetrieb läuft, können es bis zu drei Tonnen sein. Nicht viel angesichts der bis zu 15 Tonnen, die der Shuttle einst zur Erde zurückbringen konnte. Sehr viel aber im Vergleich zu den wenigen Kilogramm, die mit der Sojus möglich sind.
Der Dragon wird für eine Reihe von Jahren das einzige Vehikel sein, das Geräte, Experimente, Materialproben und andere Dinge von der ISS wieder zur Erde transportieren kann. Bei diesem Flug sollen es neben einigen defekten Geräten vor allem Teile von Raumanzügen sein. Raumanzüge sind extrem teure Ausrüstungsteile. Sie kosten mehr als 20 Millionen Dollar das Stück und bei ihnen lohnt es sich, sie zurückzubringen, zu warten und erneut zur ISS zu transportieren.
Am Schluss der Mission wird der Dragon wieder mit dem Manipulator-Arm vom Docking-Knoten abgekoppelt. Danach entfernt er sich selbständig und führt eine Landung im Pazifik durch, etwa 450 Kilometer vor der Kalifornischen Küste. Verläuft alles nach Plan, sollte das um den 10. Juni herum der Fall sein.
Welchen Wert hat das Leben eines Astronauten?
Heute will ich mich einer wirtschaftlichen Frage widmen. Sie lautet: Welchen Wert hat das Leben eines Astronauten? Ganz profan in Cent und Euros, diesseits aller ideellen Werte. Ich will mich dabei nicht klären, ob wir vielleicht ganz auf bemannte Raumfahrt verzichten könnten, vielmehr gehe ich davon aus, dass es einen Konsens gibt, sie zu betreiben. Die ESA investiert dafür immerhin mehr als 400 Millionen Euro dafür pro Jahr, die NASA sogar mehr als das Siebenfache dieser Summe.
Für dieses nicht geringe Geld wagt man sich heute gerade mal bis zur Internationalen Raumstation, die von der Erdoberfläche nicht weiter entfernt ist als Köln von München. An Flüge darüber hinaus ist in absehbarer Zukunft nicht zu denken, und fragt man nach dem Grund, dann wird als Hauptargument die Sicherheit der Astronauten angeführt und der extrem hohe Preis, der für diese Sicherzeit zu bezahlen ist.
Raumfahrt ist teuer. Vor allem Missionen zum Mond und den Planeten. Das gilt noch weitaus mehr für bemannte Raumfahrt zu diesen Destinationen. Die hohen Kosten der bemannten Raumfahrt sind nur durch eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit gerechtfertigt und durch einen Gesamtnutzen, der den einer unbemannten Mission deutlich übersteigt. Somit ist es schon wirtschaftlich geboten, dem für die Missionsdurchführung notwendigen „Produktionsfaktor menschliche Arbeit“ eine - an Standards der unbemannten Raumfahrt gemessen - überdurchschnittlich sichere Reise zu gewährleisten.
Doch wie groß sollen die Ausgaben für die „Arbeitssicherheit“ der Raumfahrer sinnvollerweise sein? Wir können natürlich eine große Anzahl von Tests ansetzen, noch mehr Studien betreiben als wir es jetzt schon tun, noch mehr unbemannte Vorläufermissionen planen, viele kleine inkrementelle Zwischenschritte einfügen bei denen wir uns nur ganz langsam immer weiter hinaus wagen, immer noch mehr Redundanzen einbauen (die ihrerseits allerdings wieder zusätzliche Gefahrenquellen eröffnen) und wenn uns all das nicht genug ist, auf noch ausgefeiltere technologische Möglichkeiten warten als uns hier und heute zur Verfügung stehen, bevor wir uns schließlich auf den Weg zu Mond und Mars und darüber hinaus aufmachen.
Und genau das ist es, was wir seit einigen Jahrzehnten tun. Der Aufwand, den wir für die Arbeitssicherheit der Astronauten betreiben, steigt ständig, während der dadurch erzielte Nutzen, nämlich die Durchführung bemannter Missionen, mehr und mehr gegen Null tendiert. Nationen wie Europa wagen sich an eigenständig durchgeführte bemannte Raumfahrt gar nicht erst heran, unter anderem weil sie glauben, praktisch hundertprozentige Sicherheit produzieren zu müssen (und sourcen diese Aufgabe und die damit zusammenhängende Verantwortung in die "relative" Sicherheit der russischen Raumfahrt aus, aber das ist wieder ein anderes Thema).
Fragen wir uns deshalb an dieser Stelle einmal objektiv, ob das Kostenelement "Arbeitssicherheit" in der heutigen bemannten Raumfahrt aus wirtschaftlicher Sicht nicht möglicherweise überbewertet wird, und werfen wir, zur Beurteilung der Situation, zunächst einmal einen Blick auf die „Situation damals“:
Vor 50 Jahren landeten Menschen auf dem Mond. Sie taten das in Raumfahrzeugen, mit Ausrüstungen und auf Planungsgrundlagen die wir im Vergleich mit heute zur Verfügung stehenden Möglichkeiten eher als grob gezimmert bezeichnen würden. Das verwendete Gerät hatte durchwegs Prototypen-Charakter. Von „Flight Heritage“ weit und breit keine Spur. Praktisch nichts vom Equipment war früher schon einmal eingesetzt worden. Wann auch? Vorläufermissionen mit diesem Gerät beschränkten sich auf jeweils ein bis zwei Einsätze unmittelbar vor dem bemannten Einsatz. Selbst die verliefen nicht immer erfolgreich und selbst die wurden häufig bemannt durchgeführt.
Die Astronauten wussten das und akzeptierten, dass die Möglichkeit, bei ihrer Mission umzukommen, bei etwa zehn Prozent lag. Tatsächlich war die Wahrscheinlichkeit, beim Flug zum Mond zu sterben, derart groß, dass Präsident Nixon bei Apollo 11 für diesen Fall schon mal praktischerweise im Voraus eine Rede für diesen Fall aufzeichnen ließ.
Dass die Astronauten das ohne mit der Wimper zu zucken akzeptierten, lag daran, dass es sich bei ihnen um Militärpiloten handelte, die damit rechnen mussten "on mission" zu sterben. Die meisten waren Teilnehmer des zweiten Weltkriegs gewesen oder zumindest in Korea geflogen. Fast alle arbeiteten vorher als Testpiloten in Edwards oder Pensacola. Durch die gesamten fünfziger Jahre kam in Edwards etwa ein Testpilot pro Monat ums Leben. Einer von jeweils etwa 30 oder 40 die zu einem beliebigen Zeitpunkt gleichzeitig dort arbeiteten. Wenn es ein schlechter Monat war, starben auch schon mal mehr.
Nur wenige Jahrzehnte zuvor nahm man auch in der kommerziellen Zivilfliegerei Ausfallraten in Kauf, die heute das blanke Entsetzen hervorrufen würden. Von den 791 Katapultflügen, die von deutschen Passagierschiffen aus in den Jahren 1927 bis 1939 durchgeführt wurden, endeten drei für die Besatzungen tödlich. Für den Preis, dass jeweils 10-15.000 Briefe, mit einem Zusatzporto von etwa 50 Pfennigen versehen, einige Stunden früher in New York, Rio de Janeiro oder Hamburg ankamen, als wenn man sie nur mit dem Schiff transportiert hätte. Und für den netten Stempel mit Sammlerwert.
Zurück zur Gegenwart und zu den harten Fakten.
Wenn wir nun also auch in Zukunft auf bemannte Raumfahrt setzen, und wollen, dass Menschen wieder zum Mond und weiter zum Mars fliegen, dann müssen wir uns über eines im Klaren sein: Es wird - vollständig unausweichlich - in der Zukunft, genauso wie es in der Vergangenheit war, zu Verlusten an Menschenleben kommen.
Mit welchem Betrag sollte man nun den Wert des Lebens eines Astronauten ansetzen? Die Zahl ist wichtig, denn sie definiert den finanziellen Aufwand für die Sicherheitsmaßnahmen, die man ihm bei der Vorbereitung und für die Flugdurchführung vernünftigerweise angedeihen lassen kann. Doch ganz gleich, wie groß auch die Summe ist, die wir in seine Sicherheit stecken, sie wird nie 100 Prozent erreichen. Somit sollten wir zwei Faktoren betrachten um den Mitteleinsatz für die Sicherheit zu definieren.
Der eine ist die Aufgabe, für den wir unseren Astronauten unter Vertrag genommen haben. Die "Mission", wie wir das heute so gerne bezeichnen. Diese Mission wird komplex und schwierig sein, und schon deswegen teuer. Andernfalls bräuchten wir keine Menschen an Bord.
Der andere Faktor ist der finanzielle Wert des Astronauten.
Das Leben eines Astronauten ist wertvoll. Aber ist es wertvoller als Ihres oder meines?
Ich habe noch nicht herausgefunden, ob es in Europa oder in Deutschland eine statistische Erhebung gibt, wie hoch der durchschnittliche Preis für ein gerettetes Leben oder ganz allgemein für die Kosten aller sicherheitsrelevanter Maßnahmen ist, die der Staat in einen Menschen zu investieren bereit ist. Oder ab welchem finanziellen Aufwand man eine Rettung unterlässt. Wahrscheinlich existieren solche Zahlen zumindest für den militärischen Bereich.
Um die ungefähre Größenordnung zu bestimmen blicken wir deshalb in die USA. Dort hat John D. Graham, der heutige Dekan Indiana University School of Public and Environmental Affairs, ende der 90iger Jahre in seiner Zeit als Chef des "Harvard Center for Risk Analysis" eine solche Erhebung unternommen. Er fand heraus, dass die US-Regierung über die ganze Bandbreite möglicher Vorsorge- und aktiver Rettungsmaßnahmen, angefangen von der Gesundheitsvorsorge, über Schwimmkurse und Sicherheitsprogramme, Berg-, Luft- und Seerettungsmaßnahmen bei Katastropheneinsätzen und was immer es sonst noch gibt, pro gerettetem Leben bis zu drei Millionen Dollar ausgibt. Beträge darüber hinaus werden als nicht effektiv (und der übrigen Gesellschaft gegenüber als nicht vertretbar) angesehen. Rettungsmaßnahmen werden dann in der Regel unterlassen.
Für Astronauten könnten wir da ruhig etwas mehr ansetzen. Die Leute sind schließlich hoch trainiert und die Regierung hat, noch bevor sie ihren ersten Raumflug absolvieren, schon eine enorme Summe in sie investiert. Setzen wir hier also den zehnfachen Betrag an, also 30 Millionen Euro.
Ein interessantes Beispiel für Überlegungen dieser Art ist die letzte Hubble-Wartungsmission, die zunächst abgesagt wurde, dann aber doch im Mai 2009 stattfand.
Sean O’Keefe, im Jahre 2004 Administrator der NASA, stornierte die fünfte Mission zum Hubble-Space Telescope mit der Begründung, sie sei für die Crew zu riskant. Bei insgesamt vier vorausgehenden Missionen war man nicht dieser Meinung gewesen, aber dann kam die Columbia-Katastrophe, bei der die siebenköpfige Besatzung starb. Sean O‘Keefe gab damit Hubble, das den amerikanischen und europäischen Steuerzahler einschließlich des Wertes der bis dahin durchgeführten vier Wartungsflüge ungefähr acht Milliarden Euro gekostet hatte, dem Verfall und dem Absturz preis.
Aus wirtschaftlicher Sicht war O’Keefes Entscheidung, den Flug nicht durchzuführen vollständig irrational. Tatsächlich war sie wohl eher von persönlichen Motiven getrieben (nur ja keinen Fehler machen und sich nicht der öffentlichen Kritik aussetzen).
Wenn man die Wahrscheinlichkeit einer weiteren tödlich endenden Mission auf der dürftigen statistischen Basis von (zu dieser Zeit bei 107 Flügen) zwei tödlich verlaufenen Einsätzen bei rund zwei Prozent ansiedelt, den wirtschaftlichen Wert der Besatzung bei 210 Millionen Euro und den Wert des Orbiters bei drei Milliarden Euro, dann liegt der probabilistische Schaden bei rund 65 Millionen Euro.
Wäre die NASA ein kühl kalkulierendes wirtschaftliches Unternehmen, dann hätte sie an dieser Stelle einfach eine Versicherung abgeschlossen, deren Preis etwa 100 Millionen Euro betragen hätte. Dies hätte, im Falle des Missionsverlustes, die Beschaffung eines neuen Orbiters und die Ausbildung neuer Astronauten abgedeckt.
Oder sie hätte es, im Sinne des „Missionszieles“ und der ungemein teuren wissenschaftlichen Anlage, um die es hier ja immerhin ging, auf Basis aller wirtschaftlich und technisch sinnvollen Sicherheitsmaßnahmen einfach riskiert. Genauso machte es O'Keefes Nachfolger Mike Griffin schließlich auch. Er erinnerte sich, im Gegensatz zu O’Keefe, an das Missionsziel und nicht an die "political correctness" und deswegen erfreut sich heute Hubble bester Gesundheit.
Die Zusatzinvestition übrigens, die Mike Griffin für die Sicherheit seiner Astronauten unternahm bestand darin, einen zweiten Orbiter startklar zu halten, und eine kleine Rettungscrew zu trainieren und eine zweite Startrampe betriebsbereit zu halten. Alles in allem dürfte diese "Selbstversicherung" in etwa 100 Millionen Dollar gekostet haben. Ein wunderbares Beispiel für die Produktion einer angemessenen, bezahlbaren Sicherheit im Gegensatz zur vollständigen Wertevernichtung wegen der nicht durchgeführten Mission.
Wem das jetzt alles zu frostig klingt, sollte eines bedenken: Nicht gerade tagtäglich, aber doch immer wieder akzeptieren wir es als ganz selbstverständlich, dass zur Rettung eines extrem wertvollen Gutes, zur Erfüllung einer extrem gefährlichen Aufgabe, zur Erreichung eines sehr hohen ideellen Zieles Menschen losgeschickt werden, die sich freiwillig für diese Aufgabe gemeldet haben, und deren Überlebenswahrscheinlichkeit nicht recht viel höher als 1:50 zu bewerten ist. Mehr noch: Bei vielen dieser „Missionen“ würden wir es sogar kritisieren, wenn wir es auf dieser Basis nicht zumindest versucht hätten.
Da sind die Leute von der Bergwacht, die sich in Sturm, Eis und Nebel in die Bergwand wagen um andere Menschen zu retten. Viele militärische Operationen laufen nach genau diesem Modell und selbst von vergleichbaren Situationen unserer privaten Umgebung liest man täglich in den Medien. Kein Grund also, gerade bei Raumfliegern solch ein Aufheben zu machen.
Nicht das Erreichen einer 99,999prozentigen Sicherheit des Astronauten darf das Ziel einer bemannten Mission sein. Unter solchen Bedingungen hätte in der gesamten Geschichte der Menschheit keine einzige Forschungsreise stattgefunden. Das Ziel muss die Mission selbst sein. Der Auftrag des Astronauten. Der Astronaut muss für sich eine relative, bezahlbare Sicherheit als angemessen akzeptieren (und wir können davon ausgehen, dass er das auch tut). Vor allem aber muss auch die Gesellschaft akzeptieren, dass der Astronaut das akzeptiert. Die relative Sicherheit muss sich an den Sicherheitsstandards anderer Berufsgruppen im Gefahrensektor messen.
Astronauten sind Mitglieder einer Berufsgruppe, die latent Gefahren ausgesetzt ist. Damit stehen sie aber keineswegs alleine da. Ähnlich gefährlich leben auch Berg- Luft- und Seerettungskräfte, Testpiloten, humanitären Helfer oder Journalisten in Krisengebieten, Vulkanologen, Industrietaucher, die Mitglieder von Sondereinsatzkommandos oder Sprengstoffexperten die Bomben entschärfen. Bei all diesen Berufsgruppen betrachten wir eine relative, bezahlbare, Sicherheit als vollständig ausreichend.
Wie bei Feuerwehrmännern, Militärpiloten oder Höhlenforschern werden auch in Zukunft einige Astronauten bei der Ausübung ihres Berufes sterben. Das müssen sie aber akzeptieren. Andernfalls können sie auch zu Hause bleiben und niemand wird ihnen einen Vorwurf machen.
Vor allem aber, und das ist genauso wichtig, muß auch die Gesellschaft das Konzept der relativen Sicherheit akzeptieren.
Sorellina Vega ist startklar
Was ist das für ein Ding? Ein amerikanischer Mittelständler braucht dafür dreieinhalb Jahre, 150 Millionen Dollar und etwa 250 Mitarbeiter. Die europäische Raumfahrt benötigt dafür 13 Jahre, eine Milliarde Euro und den Einsatz von mindestens 1.000 Menschen.
Die Vega wartet - fast startbereit - auf der Startanlage ELA 1 in Kourou auf ihren Jungfernflug
Das „Ding“, um das es hier geht, ist ein Satellitenträger für kleine Nutzlasten. Und zwar der technisch recht anspruchslose neue europäische Kleinträger Vega. Wobei „neu“ nach dieser immensen Entwicklungsdauer eher ein Euphemismus ist. Die Vega, das ist die kleine Schwester der großen Trägerrakete Ariane 5.
Der oben erwähnte US-Mittelständler heißt übrigens SpaceX. Der entwickelte seinen eigenen Kleinträger Falcon 1 nicht nur mit einem Bruchteil des in Europa erforderlichen Aufwandes. In dem Preis inklusive war auch noch gleich eine neue Startanlage. Die befindet sich auf Omelek, einem kleinen Atoll der Marshall-Inseln.
Die Vega ist ein Wunschprojekt Italiens. Eine eigene Trägerrakete für die nationale Grandezza. Seit Jahrzehnten betreiben Italiens Luft- und Raumfahrtfirmen umfangreiche Forschungen und Entwicklungsarbeiten auf dem Gebiet der Feststoffantriebe. Unzählige Treibsätze wurden auf den Testständen von Salto di Quirra in Sardinien verfeuert. Nie wurde ein verwertbares Produkt draus. Bis dann Mitte der neunziger Jahren die Diskussion über einen möglichen Bedarf Europas für einen Kleinträger aufkam.
Die italienische Raumfahrtagentur ASI begann daraufhin mit intensiver Lobby-Arbeit für das Projekt "Vega". Zunächst mit Studien, dann mit Vorentwicklungsarbeiten. 2003 gelang es ihr schließlich, das Projekt bei der ESA unterzubringen. Etwa 700 Millionen Euro hat das die europäische Raumfahrtbehörde seither gekostet, weitere 450 Millionen Euro wird das insgesamt sechs Flüge umfassende Qualifizierungsprogramm erfordern. Der Hauptauftragnehmer der Vega, der italienische Luft- und Raumfahrtkonzern Avio, steckt noch einmal 76 Millionen Euro an Eigenmittel (die allerdings eher ein italienischer Regierungskredit sind) in das Vorhaben.
Italien gründete sogar ein eigenes Unternehmen für Entwicklung und Bau der Vega, die "European Launch Vehicle (ELV) S.p.A", deren Aktien trotz ihrer Bezeichnung vollständig in italienischer Hand sind. 70 Prozent gehören Avio in Colleferro, 30 Prozent befinden sich in der Hand der italienischen Raumfahrtagentur ASI.
Extrem viel Aufwand für ein Produkt, das raumfahrttechnisch auch vor 30 Jahren schon nicht der Hit gewesen wäre und bei dem man fragen muss, ob es Europa überhaupt braucht.
Immerhin, unter dem Aspekt der europäischen Unabhängigkeit hat die Vega eine gewisse Berechtigung, denn mit diesem Träger ist Europa in der Lage, das gesamte derzeit nachgefragte Nutzlastspektrum zu bedienen. Für die großen Nutzlasten existierte schon zuvor die große Schwester der Vega, die Ariane 5, für die kleinen Nutzlasten gibt es nun die Vega und für die mittleren Nutzlasten seit dem letzten Jahr die Sojus.
Moment, die Sojus? Ist das nicht eine russische Trägerrakete?
Richtig. Die Sojus ist ein russischer Träger. Europa setzt sie gerne und inzwischen erfolgreich von Kourou aus ein und daher ist die Frage nicht abwegig, warum man für das untere Ende des Nutzlastspektrums nicht auch einen der reichlich vorhandenen und technisch ausgereiften russischen Träger verwendet. Es gibt nämlich in Europa auf dem Gebiet der Kleinträger schon eine langjährige Partnerschaft mit Russland, und zwar das von Astrium Deutschland und Chrunitschew betriebene Joint Venture „Eurokot“. Eurokot vertreibt einen Träger namens „Rokot“. Und der deckt haargenau das Nutzlastspektrum der Vega ab.
Bei der Rokot handelt es sich um eine russische Interkontinentalrakete, die im Rahmen der START-Abrüstungsvereinbarungen ausgemustert wurde und nun, mit einer leistungsfähigen neuen Oberstufe versehen, zivil eingesetzt wird. Russland hat noch 200 Stück davon vorrätig.
Die Rokot ist dabei noch nicht einmal der einzige verfügbare russische Träger in dieser Leistungsklasse. Es gibt da auch noch die Dnepr, die in kaum geringeren Stückzahlen verfügbar ist wie die Rokot.
Diese beiden Träger waren allerdings, mangels Nachfrage, nicht gerade häufig im Einsatz. Die Rokot 15mal in elf Jahren, die Dnepr 17mal in zwölf Jahren. Zusammen also etwa 2-3 Starts jährlich.
Die ESA aber ging bei ihrem Geschäftsmodell für die Vega zunächst von vier bis fünf Einsätzen pro Jahr aus. Wie sollte da die Vega, bei wesentlich höheren Stückpreisen, häufiger eingesetzt werden als die Rokot und Dnepr zusammen? Noch dazu wo die beiden russischen Typen mit dem Erscheinen der Vega ja keineswegs vom Markt verschwunden sind.
Inzwischen hat die ESA die vor einigen Jahren projektierte Flugfrequenz auf etwas realistischere zwei Flüge pro Jahr reduziert. Um zumindest diese Zahl Realität werden zu lassen, hat die Weltraumbehörde die ersten sechs Missionen gekauft und auch teilweise gleich Nutzlasten dafür entwickeln lassen. Und so wird es wohl auch bleiben. Die Vega wird wohl nie den europäischen Regierungsmarkt verlassen.
Die Skepsis gegenüber der Vega drückt sich auch in den finanziellen Beteiligungen der einzelnen Nationen aus. 58 Prozent der Entwicklungsgelder stammen aus Italien, 25 Prozent kommen aus Frankreich. Die Franzosen waren zunächst sogar nur mit 12 Prozent eingestiegen und haben ihren Anteil erst in den letzten Jahren gesteigert. Als dritter wesentlicher Beteiligter ist Belgien mit 6,5 Prozent im Spiel. Der Rest verteilt sich auf Spanien, die Niederlande, die Schweiz und Schweden.
Deutschland war fürs erste (sieht man mal von einigen Komponenten ab) überhaupt nicht dabei. Die Wahrscheinlichkeit ist aber recht hoch, dass Deutschland nach der Qualifikationsphase mit in das Programm einsteigen wird, um eine flüssigkeitsbetriebene Oberstufe zu entwickeln. Erst dann wird aus der Vega ein vollständig europäischer Träger. Die gegenwärtig eingesetzte Oberstufe mit dem Namen "Avum" stammt nämlich aus der Ukraine.
Nicht nur in der Entwicklung, auch in der Fertigung ist die Vega sehr teuer geworden. Die Rakete, die etwa 1.500 Kilogramm Nutzlast in eine niedrige Erdumlaufbahn bringen kann, wird pro Stück zunächst 32 Millionen Euro kosten. SpaceX, wir hatten das Unternehmen eingangs erwähnt, hatte ihre Falcon 1 für sieben Millionen Dollar angeboten. Die Produktion der Falcon 1 ist aber derzeit zugunsten der wesentlich größeren Falon 9 ausgesetzt, eine Rakete, die etwa neun Tonnen Nutzlast in eine niedrige Erdumlaufbahn bringen kann. Dieser Träger kostet derzeit 55 Millionen Dollar, entsprechend 42 Millionen Euro. Für nur zehn Millionen Euro mehr kann man bei SpaceX somit das sechsfache Gewicht in die Umlaufbahn bringen wie mit der europäischen Vega.
Doch genug des Lamentierens. Lösen wir uns von dem Gedanken, dass dieser Träger eigentlich überflüssig ist, und die ESA mit dem schönen Geld eine wunderbar anspruchsvolle Planetenmission hätte durchführen können anstatt sich einen neuen Orbitalrakete mit der Technologie der achtziger Jahre zu leisten.
Am 13. Februar, um 11:00 Uhr vormittags, steht nun nach unzähligen Startverschiebungen, der Jungfernflug auf dem Plan. Die Vega wird ihre Reise in den Weltraum vom historischen Startplatz 1 aus antreten, besser bekannt als ELA 1. Dieser Startplatz hat eine gemischte Historie. Die Europa II Rakete scheiterte dort, die erste Ariane, die an Heiligabend 1979 von dort aus ihren Jungfernflug unternahm, war erfolgreich.
Neun Satelliten werden an Bord sein. Der 400 Kilogramm schwere LARES, ein italienischer Geodäsie-Satellit, der 13 Kilogramm schwere Technologie-Satellit ALMASat-1 von der Universität Bologna und sieben so genannte Cube-Sats, allesamt kleine, dicht mit Technik gepackte Würfelchen von 10 Zentimeter Kantenlänge und einem Kilogramm Gewicht. Unter diesen Cubesats sind auch „Goliat“, „PW-Sat“ und „MaSat-1“. Sie werden Raumfahrtgeschichte schreiben, denn sie sind die jeweils ersten Erdsatelliten ihrer Entstehungsländer Rumänien, Polen und Ungarn.
Die Mission der ersten Vega wird mit „VV1“ bezeichnet. Das steht für „Vol Vega 1“. In Kourou wird französisch gesprochen, da mag die Rakete so italienisch sein, wie sie will. Ihr Name immerhin bleibt italienisch. Das Wort "Vega" ist eine Abkürzung der Projektbezeichnung „Vettore Europeo di Generazione Avanzata. Auf Deutsch also etwa „Fortschrittliches Europäisches Startsystem“.
Naja.
Doch lassen wir nun unsere Skepsis zurück und drücken der kleinen italienischen Schwester der Ariane 5 die Daumen. Sie ist, bei aller Kritik, ein weiteres Stück europäischer Unabhängigkeit im Weltraum.
Die Top 10 des Raumfahrtjahres 2012
Nach der Bilanz des Jahres 2011 richten wir den Blick nun nach vorn. Das Raumfahrtjahr 2012 wurde – und das sollte inzwischen niemanden mehr überraschen - von China eingeläutet. Der erste Orbitalflug des neuen Jahres begann in den frühen Morgenstunden des 9. Januar. Dabei brachte eine Trägerrakete des Typs Langer Marsch 4B den chinesischen Erdbeobachtungssatelliten Zi Yuan 3 und den von der indischen Raumfahrtbehörde gebauten Meeresüberwachungssatelliten Vesselsat 2 in eine polare, sonnensynchrone Umlaufbahn.
Dieser erste Start in 2012 wird aber, trotz seiner internationalen Beteiligung, am Ende unter dem Begriff „Routinemission“ abgelegt werden und selbst in der Raumfahrtszene kein wesentliches Aufsehen erregen. Er gehört eindeutig nicht zu den bedeutenden Flügen des neuen Jahres.
Das Raumfahrtjahr 2012 wurde - wenig überraschend - von China eingeläutet. Eine Trägerrakete des Typs Langer Marsch 4B brachte am 9. Januar den Erdbeobachtungssatelliten ZiYuan 3 in eine polare Erdumlaufbahn.
Die wirklich „wichtigen Missionen“ – und diese Wertung ist zugegebenermaßen sehr subjektiv – sind nachfolgend aufgelistet. Um die Sache spannender zu machen beginne ich meine persönliche Vorschau mit Platz 10, der am wenigsten „wichtigen“ Mission, und beschließe mit meiner Nummer 1, der meiner Ansicht nach bedeutendsten Mission des Jahres 2012.
Aber womöglich haben Sie eine komplett andere Meinung dazu. Jetzt aber meine „Top 10“ des Raumfahrtjahres 2012
1. Erstflug der Vega
Das war schon fast nicht mehr zu erwarten, aber nun scheint es doch bald soweit zu sein: Wahrlich kein Glanzstück europäischer Weltraumtechnik, aber doch ein Meilenstein, der mit vielen Jahren Verzögerung jetzt endlich erreicht ist. Der Erstflug dieses europäischen Trägers für kleine Nutzlasten war bis vor wenigen Tagen noch für den 26. Januar angesetzt ist aber inzwischen schon beim 7. Februar gelandet. Mag aber gut sein, dass wir am Ende froh sein können, wenn er überhaupt im Jahre 2012 stattfindet. Einen Rekord hat die Vega jetzt schon sicher: Sie hat ihre ursprüngliche Zeitvorgabe von sechs Jahren Entwicklungszeit um 100 Prozent überschritten.
Vega in der Startzone. Hier bei einem Test im Oktober 2011. Credit: ESA
2. Russland führt 2012 neun Versorgungsmissionen zur ISS durch
Russland wird ab dem Jahr 2012 (wie schon einmal in der Periode 2003 – 2005) die Hauptlast bei Betrieb und Versorgung der ISS schultern müssen. Alle Besatzungen dieses Jahres, und für viele weitere Jahre, werden mit russischen Raketen und russischen Raumschiffen zur Station transportiert. Zusätzlich startet Russland in diesem Jahr auch noch fünf Progress-Versorgungsschiffe. Schon um der Raumstation willen sollten wir Russland im Jahre 2012 ein glücklicheres Raumfahrtjahr wünschen als es das Jahr 2011 war.
3. Sierra Nevada „Dream Chaser“ beginnt mit den Drop Tests
Der „Dream Chaser“ ist der Beitrag der Sierra Nevada Corporation zum CCDev-Programm (Commercial Crew Development) , bei dem ein privates orbitales Transportsystem vor allem für die Transporte von US-Astronauten zur ISS geschaffen wird. Noch in diesem Jahr soll der „Dream Chaser“ – nach einigen so genannten Captive Carry-Flügen – mit den Drop Tests beginnen, für die er in großer Höhe von einem Flugzeug abgesetzt wird. Als Trägerflugzeug wird dabei der „WhiteKnightTwo“ von Scaled Composites eingesetzt. Die selbe Maschine, die auch das suborbitale SpaceShipTwo von Virgin Galactic auf Abwurfhöhe bringt.
NASA-Administrator Charles Bolden im Cockpit-Simulator des "Dream Chaser". CR: Sierra Nevada Corporation
4. ATV 3 „Edoardo Amaldi“ und HTV 3 fliegen zur ISS
Europas und Japans Versorgungsschiffe für die Internationale Raumstation werden in diesem Jahr je einen Einsatz erleben. Derzeitige Plandaten: ATV am 9. März, HTV am 26. Juni.
5. SpaceShipTwo beginnt mit den angetriebenen Flügen
In diesem Frühsommer sollten endlich, nach vielen Verzögerungen, die ersten angetriebenen Flüge des SpaceShipTwo beginnen. Bislang fanden nur antriebslose Gleitflüge statt. Die Entwicklung des Hybridantriebs bei Sierra Nevada zeigte sich schwieriger als gedacht. Ein Grund, warum es mit dem Raketenmotor für SS2 so lange gedauert hat, liegt darin, dass das selbe Triebwerke auch für den orbitalen „Dream Chaser“ von Sierra Nevada verwendet werden soll.
Nach den letzten erhältlichen Meldungen sollen die Entwicklungsprobleme immer noch nicht vollständig ausgeräumt sein. Nur wenn alles glatt geht, wird SpaceShipTwo bis gegen Ende des Jahres die 100-Kilometer Marke knacken.
SpaceShipTwo wird vom Trägerflugzeug WhiteKnightTwo auf Abwurfhöhe getragen CR Virgin Galactic
6. Die Raumstation wird weiter ausgebaut
Die meisten Menschen sind der Meinung, dass die ISS mit der Außerdienststellung des Shuttle fertig sei. Das ist nicht der Fall. In diesem Jahr sollte sie ein neues Großmodul erhalten, das die Bezeichnung „Nauka“ trägt. Es wird mit einer Proton K von Baikonur aus gestartet, ist 20 Tonnen schwer und 13 Meter lang und soll das Hauptforschungsmodul im russischen Segment der ISS werden.
Nauka seinerseits trägt den European Robotic Arm (ERA)“ eine weitere Beteiligung der ESA am Projekt der Internationalen Raumstation.
Hier kann es allerdings zu Verzögerungen kommen, denn obwohl Nauka weiterhin im ISS-Manifest für das Jahr 2012 geführt wird, gibt es in jüngster Zeit immer deutlichere Hinweise, dass sich der Start bis in den Spätsommer 2013 verzögern könnte.
Das Nauka-Modul wird bei Energia für den Start vorbereitet. Credit: Energia
7. Orbital Sciences Cygnus beginnt mit der Versorgung der ISS
Im Mai soll die erste Cygnus-Kapsel von Orbital Sciences (OSC) zur ISS starten. Zuvor ist im März ein so genannter „Risk Reduction Flight“ ohne Nutzlast angesetzt, um die Antares-Trägerrakete (vormals Taurus 2) im Flug zu erproben. Ähnlich wie SpaceX versucht sich auch OSC mit einem absoluten Low-Cost-Konzept, angelehnt an die Prozeduren der Flugzeugindustrie. Es wird interessant, zu sehen, wie weit hier die Rechnung aufgeht.
Praktisch die komplette erste Stufe wird bei Yushnoje in der Ukraine gebaut. Bei den Triebwerken der ersten Stufe handelt es sich um überzählige Einheiten aus dem sowjetischen Mondprogramm. Sie sind dementsprechend über 40 Jahre alt. Und die Cygnus-Kapsel stammt zu wesentlichen Teilen von Alenia aus Turin. Lediglich das Programm-Management, der Bau der zweiten Stufe und die Endmontage erfolgen bei Orbital Sciences.
8. SpaceX Dragon beginnt mit der Versorgung der ISS
Diese Auflistung hat es schon klargemacht: In der Raumfahrt ist die Verschiebung die Mutter aller Dinge. Deshalb sind die Termine für die ersten kommerziellen Flüge zur ISS mit Vorsicht zu genießen. Das gilt für Orbital Sciences wie für SpaceX. Aber nach der gegenwärtigen Planung dürften letztere früher dran sein.
So wie es jetzt aussieht, versucht SpaceX in den frühen Morgenstunden des 8. Februar die ersten Dragon-Mission zur ISS. Sollte dieser Flug gelingen (und hier sollte man die Hoffnungen keinesfalls zu hoch ansetzen), dann würde später im Jahr mit den regulären Versorgungsflügen begonnen werden.
Für die Internationale Raumstation wäre das ein enorm wichtiger Meilenstein, denn erst der Dragon – und nur er und für viele Jahre kein anderes Transportmittel - bringt wieder die Möglichkeit, signifikante Mengen an Material, in der Größenordnung von bis zu zwei Tonnen, von der ISS zur Erde zurück zu bringen.
Diese Dragon-Kapsel soll in wenigen Wochen zur ISS aufbrechen. Credit: SpaceX
9. US Mars-Rover „Curiosity“ versucht Landung auf dem Mars
Der Start zum Mars gelang im letzten Jahr einwandfrei. Die Landung aber wird ein Vabanque-Spiel. In typisch amerikanischer Manier wurde hier mal wieder heftig gepokert und der Wert einer 2,5 Milliarden Dollar-Mission mit einer großen Zahl hoch riskanter technischer Neuerungen auf eine Karte gesetzt.
Wenn es klappt, bringt diese Mission eine Reihe von Erstleistungen in die Raumfahrt. Üblicherweise geht man ja eher Schritt für Schritt vor, aber hier...naja, das hatten wir schon. Neben dem sechsfachen Landegewicht der bis dato schwersten Rover (und selbst in der Kategorie „Stationärer Lander“ wäre es noch das mit Abstand höchste Landegewicht), dem Einsatz von Radionuklidbatterien statt Solargeneratoren, der größten jemals gebauten Landekapsel (der Hitzeschild hat einen Durchmesser von 4,57 Meter) und dem Versuch einer Präzisionslandung im Gale-Krater liegt der Nervenkitzel vor allem im „Skycrane“, einem aberwitzig komplizierten System aus acht Triebwerken und raffinierten mechanischen und pyrotechnischen Komponenten, die allesamt in den entscheidenden Sekunden einwandfrei funktionieren müssen.
Dieses enorm aufwendige System von Seilzügen und Winschen, mit dem der unter Raketenschub zentimetergenau die Höhe haltende Skycrane den 900 Kilogramm schweren Rover im Schwebeflug auf die Marsoberfläche abseilen soll, ist schon für sich alleine der Alptraum eines jeden Raumfahrttechnikers. Dabei ist nur ein Element dieser komplexen Landung. Hier ein Video vom "Landing System Drop Test“ bei dem für die mechanischen Komponenten des Rovers die letzten Sekunden in der Landephase simuliert werden.
10. Chinesische Raumfahrer fliegen zur Tiangong-1 Miniraumstation
In diesem Jahr können wir zwei bemannte chinesische Raumflüge erwarten: Shenzhou 9 im späten Frühjahr und Shenzhou 10 im Spätherbst. Mit Shenzhou 9 dürften zwei Kosmonauten für etwa acht Tage im Weltraum verbleiben. Dies ist bereits eine Rekorddauer für China. Mit Shenzhou 10 könnten es drei Taikonauten sein, darunter die erste chinesische Frau im Weltraum, und die Dauer könnte hier bis zu 15 Tage betragen.
Soweit meine persönlichen Top 10. Es gibt aber noch viele weitere interessante Raumfahrt-Ereignisse im Neuen Jahr, wie beispielsweise die nächsten Testflüge der bisher enttäuschend erfolglosen Träger GSLV und KLSV aus Indien und Südkorea, die Flugversuche von Armadillo, Masten Space und Blue Origin sowie die mögliche Aufnahme der Flugtests der XCOR Lynx.
Gemischte Bilanz
Mit dem gelungenen Start von sechs Globalstar-Mobilfunksatelliten auf einer Sojus-Fregat, am 28. Dezember von Baikonur aus, endete das Raumfahrtjahr 2011. Trotz seines erfolgreichen Abschlusses war es ein Jahr recht gemischter Resultate. Einigen eindrucksvollen Erfolgen standen mindestens ebensoviele eindrucksvolle Fehlschläge gegenüber. Sehen wir uns die Bilanz der Raumfahrtnationen einmal im Detail an:
Russland
Auf den ersten Blick sieht es so aus, als hätte die russische Raumfahrt ein Jahr der Katastrophen hinter sich. Es fanden 35 Starts statt. Davon endeten fünf im Desaster. Eine Fehlschlagquote von weit über 10 Prozent wäre auch in den sechziger Jahren nicht gerade ein Aushängeschild für eine Weltraumnation gewesen.
Zwei Raumfahrzeuge (Progress M-12M und Meridian 5) erreichten gar nicht erst den Orbit, zwei weitere (Geo-IK 2 und Ekspress AM 4) wurden auf einer falschen Bahn abgesetzt und waren in der Folge nicht verwendungsfähig. Den spektakulären Fehlschlag der Raumsonde Phobos-Grunt (der ersten russischen Raumsonde seit 15 Jahren) verfolgen wir noch immer. Das Ende dieser Sonde wird derzeit um den 15. Januar herum erwartet, wenn sie wieder in die Erdatmosphäre eintritt.
Die russische Fehlerserie hatte schon im Dezember 2010 begonnen, als drei Navigationssatelliten der Glonass-Konstellation abstürzten, weil die Oberstufe der Proton-Trägerrakete falsch betankt worden war. Somit verzeichnet Russland sogar sechs Fehlschläge in nur 13 Monaten.
Man muss Jahrzehnte zurückgehen, um auf auf eine ähnliche Anzahl von Fehlstarts zu treffen. Zuletzt passierte das im Jahr 1990. Damals kam es zu fünf Fehlschlägen. Allerdings fanden in diesem Jahr auch insgesamt 72 sowjetische Starts statt, die Fehlerquote lag also nur bei sieben Prozent.
Doch Russland hatte durchaus auch Erfolge. Nicht nur dass dieses Land weltweit die meisten Starts abwickelte (fast soviele wie die beiden nächsten, China und die USA, zusammen), es wurden auch eine Reihe bemerkenswerter Nutzlasten erfolgreich in den Orbit gebracht, darunter der Radio-Astronomiesatellit Spektr-R und der Wettersatellit Elektro-L. Darüber hinaus wurde der Wiederaufbaus des russischen Datenrelay-Systems mit dem Start von Luch 5A in Angriff genommen und mit Glonass K wurde der erste Navigationssatellit einer neuen Generation gestartet.
Nach wie vor, und das wird weit in die absehbare Zukunft hinein der Fall sein, hängt das Wohl und Wehe der Internationalen Raumstation vollständig von Russlands Raumfahrtfähigkeiten ab. 2011 führte Russland vier bemannte Starts zur ISS durch und zusätzlich vier erfolgreiche Progress-Versorgungsflüge.
Und schließlich gelangen Russland die ersten beiden Starts von der neuen Startanlage in Kourou. So sehr Arianespace die Sojus-Flüge von Kourou als westeuropäisches Vorhaben zu verkaufen versucht, es ändert nichts an der Tatsache, dass es sich hier um russische Starts handelt. Durchgeführt von russischen Technikern mit russischen Trägerraketen von einer russischen Startanlage.
China
Chinas Raumfahrt befindet sich weiterhin in stetigem Aufstieg. Was die Anzahl der Starts betrifft, ist China in diesem Jahr erstmals die Nummer zwei in der Welt. 19 Missionen waren es in diesem Jahr, vier mehr als 2010. Auch China erlebte in diesem Jahr einen Fehlstart, dessen Folgen es allerdings innerhalb weniger Wochen überwand.
Die chinesische Raumfahrt ist breitbandig angelegt und umfasst inzwischen praktisch alle Raumfahrtdisziplinen. Von der bemannten Raumfahrt bis zu interplanetaren Sonden, von Kommunikations- und Datenrelaysatelliten bis hin zu Erdbeobachtungssatelliten für jeden erdenklichen Zweck. Von rückführbaren Forschungssatelliten bis zu Raumfahrzeugen für die technische und physikalische Forschung.
China hat drei Entwicklungsprogramme für Trägerraketen gleichzeitig am Laufen. Es entwickelt – ebenfalls parallel – vier neue Großtriebwerke und errichtet ein vollständig neues Raumfahrtzentrum auf der Insel Hainan. Auf dem Gebiet der Kommunikationssatelliten, derzeit im internationalen Vergleich noch weitgehend das Revier der USA, Europas und zu einem gewissen Grad auch Japans hat China die Verfolgung aufgenommen und schließt schnell auf.
China startete in diesem Jahr mit Tiangong 1 auch erstmals ein bemannbares Raumlabor und erprobte es bereits beim unbemannten Einsatz eines Shenzhou-Raumschiffs. Beobachter erwarten, dass im kommenden Jahr zwei bemannte Missionen zur chinesischen Mini-Station führen werden.
USA
Die US-Raumfahrtbilanz des Jahres 2011 ist eher mäßig: Eine insgesamt eher geringe Anzahl von Starts (18), was zur Folge hatte, dass erstmals China an den USA vorbeibeizog. Auch die USA hatten einen Fehlschlag zu verzeichnen, als am 5. März eine Taurus XL-Rakete den Umweltsatelliten Glory im Pazifik versenkte, statt ihn auf einer polaren Umlaufbahn abzusetzen.
Die Stimmungslage in den USA wird am Besten dadurch zum Ausdruck gebracht, dass dort ausgerechnet eine Negativmeldung als Raumfahrtereignis Nummer betrachtet wird: Der Rückzug des Shuttle aus dem aktiven Dienst. Die Discovery, die Endeavour und die Atlantis flogen in diesem Jahr jeweils noch eine letzte Mission. Nun wartet nicht mehr der Orbit auf sie, sondern Museen in New York, Washington und am Cape. US-Astronauten werden von nun an für viele Jahre nur noch mit den Russen zur ISS fliegen.
Es gibt zwar eine bemerkenswerte Initiative zur Wiederherstellung der bemannten Raumfahrtkapazitäten, das CCDev-Programm (Commercial Crew Development Program), aber der Kongress verhinderte eine vernünftige Finanzierung, und so wird auch dieses Programm über Jahre hinaus keine US-Astronauten von amerikanischem Boden aus in den Weltraum bringen können.
Im Zusammenhang mit CCDev steht das COTS-Programm (Commercial Orbital Transport System) der NASA mit ihren geplanten „privaten“ Versorgungsflügen zur internationalen Raumstation. Hier ist es zu Verzögerungen gekommen. Weder flog in diesem Jahr, wie es eigentlich erwartet worden war, die Kombination aus Taurus 2 und Cygnus, noch die Falcon 9 mit der Dragon-Kapsel.
Nur die Militärprogramme scheinen ungeachtet der US-Finanzkrise in vollem Saft zu stehen. Die Startfolge überaus komplexer Nutzlasten war hier so dicht wie schon lange nicht mehr. Und offensichtlich kann man sich auch Missionen leisten, die aus der Außensicht eher Luxuscharakter haben. Beispiel: die X-37B.
Anders als im Verteidigungsministerium herrschte bei NASA dagegen auch 2011 Krisenstimmung. Nun schon das dritte Jahr in Folge. Finanzierung und Ziele der US-Weltraumbehörde sind weiterhin unklar. Klar ist nur, dass ihre Mittel drastisch gekürzt werden. Das Programm der Umweltsatelliten leidet an den beiden Abstürzen der Jahre 2009 (mit OCO) und 2011 (mit Glory), es werden keine neuen planetaren Großprogramme mehr begonnen und die Kooperation mit Europa für die ExoMars-Mission wurde wegen Geldmangel aufgekündigt. Da ist es fast ein Wunder, dass die Planetenforschung mittels Raumsonden in einer Blüte steht, wie nie zuvor in der Geschichte der US-Weltraumbehörde. Doch hier geht, zufällig mitten in der Krise, nur eine Saat auf, die schon vor Jahrzehnten gelegt wurde.
Eine große Anzahl von Raumsonden ist aktiv und sendet wissenschaftliche Daten zur Erde. Angefangen von den beiden mehr als 30 Jahre alten Voyagers, über New Horizons und Cassini, den Asteroiden-Erkunder Dawn, den Marsrover Opportunity, der Planetenfinder Kepler bis hin zum Merkurorbiter Messenger. Und das sind bei weitem nicht alle.
Neu gestartet wurden in diesem Jahr die Jupitersonde Juno, der Marsrover Curiosity und die beiden Grail-Mondsonden. Auch sie sind die Früchte von Programmen, die teilweise schon vor mehr als zehn Jahren begonnen wurden.
Wenn in diesen Tagen die NASA neue Programme reihenweise storniert, bedeutet das nichts anderes, als dass in einem Jahrzehnt keine US-Raumsonden mehr in die Tiefen des Sonnensystems starten werden.
Europa
Betrachtet man das Jahr 2011 isoliert, so hat Europa eine langweilige und wenig betriebssame Periode hinter sich gebracht. Gäbe es nicht die laufenden und bereits vor Jahren gestarteten Forschungsmissionen, es wäre wenig los im Moos. Auf ganze fünf Starts brachte es die Arianespace in diesem Jahr aus eigenen Kräften. Da mag die Gesamtbilanz noch so oft mit den russischen Sojus 2.1b-Flüge von Kourou aus aufblasen, es ist nicht zu beschönigen, das Jahr 2011 ist eher mau gewesen. Immerhin: Es gab keine Fehlstarts.
Die Vega – Europas eher anspruchsloser neuer Kleinträger – hat es auch in diesem Jahr mal wieder nicht geschafft, von der Rampe zu kommen. Und gäbe es da nicht den schönen Erfolg mit dem zweiten ATV, es wäre mal wieder ein europäisches Raumfahrtjahr zum Gähnen gewesen.
Um den mit vielen Jahren Verzögerung heuer endlich durchgeführten Start der ersten beiden Galileo-Satelliten wurde glücklicherweise nicht das erwartete Remmidemmi gemacht. Zu beschämend verlief bislang die Abwicklung dieses Programm.
Japan – Indien - Iran
Japans Bilanz im Jahre 2011 ist recht ordentlich und liegt im Schnitt der letzten Jahre. Drei Missionen, drei Erfolge, eine davon der Start des HTV-2 zur Internationalen Raumstation unter Einsatz von zwei Trägerraketentypen.
Auch Indien blieb bei seinen drei Starts jedesmal erfolgreich, was vor allem dem Umstand geschuldet sein dürfte, dass man die konstruktiv völlig vermasselte GSLV das ganze Jahr über am Boden ließ und nur die leichtere PSLV einsetzte.
Und der Iran startete in diesem Jahr erneute einen Mikro-Satelliten mit einer eigenen Trägerrakete. Angesichts des Nutzlastgewichts und der Leistungsfähigkeit des eingesetzten Träger darf man aber nicht übersehen, dass die Fähigkeiten des Iran derzeit technologisch dem der späten fünfziger Jahre bei den beiden Supermächten entspricht. Von einer nennenswerten Transportkapazität in den Orbit ist der Iran weit entfernt. Immerhin: Es war ein Achtungserfolg.
Eine erweiterte Ausgabe dieses Beitrags mit mehr statistischen Detaildaten finden Sie hier.
Russische Mega-Erden jetzt in Quasi-Echtfarben
Die kanadische Webseite mit der Aufbereitung russischer Satelliten-Bilder (“So sieht der russische Elektro-L die Erde …”) ist nach einem zeitweiligen Ausfall – kaum dass sich die bemerkenswerten Bilder + Videos herumgesprochen hatten – wieder online: Jetzt ist die Farbpalette auch so verändert worden, dass die Vegetation (erkannt durch einen speziellen IR-Kanal) wenigstens grün erscheint …
Die Sonne spiegelt sich im Meer, auf anderen aktuellen ISS-Aufnahmen aus dem Fotostream von André Kuipers, der auch atmosphärisch stark abgeflachte Vollmonde und den Großen Wagen am Horizont enthält.
Ein weiteres Polarlicht-Video von der ISS, entstanden aus DSLR-Bildern vom 28. April – wo sie hier leuchten (die arktische Aurora-Saison ist eigentlich vorbei), wird leider nicht genannt.
Weitere Phasen des Soyuz-TMA-04M-Starts vom 15. Mai mit der Expedition 31, die in ein paar Stunden an die ISS andocken soll. Zu weiterem Bildmaterial der NASA gehört auch ein ‘Kurzfilm’ vom Abheben. Und im Orbit wurden die Crew abgehört, mit primitiver Technik.
Die Mini-Kamera auf dem Mars Express arbeitet wieder: Hier das erste Bild der VMC seit den gravierenden Störungen auf dem betagten europäischen Marsorbiter im Herbst 2011, das am 6. Mai entstand. Mitte des Jahres soll die Kamera – die eigentlich nur dem unglücklichen Beagle 2 hinterher schauen sollte aber nette Gesamtbilder des Planeten liefert – wieder voll im Einsatz sein.
Jupiter in Konjunktion mit der Sonne, vom 11.-14. Mai ‘gefilmt’ von SOHO: Zeitweise lösen sich auch zwei Galileische Monde aus dem Blooming des Planeten, ein kleiner Sungrazer fällt in die Sonne, und es gibt eine CME.
Der komplizierte Planetarische Nebel Sharpless 2-71 auf einer Gemini-Nord-Aufnahme durch drei engbandige Filter für H-Alpha He II und [O III]: Welcher der Sterne in der Nähe des Zentrums der Verursacher ist, lässt sich nicht leicht feststellen, dito wie seine Form zustande gekommen ist.
Vielleicht der “tiefste” Blick in die Galaxie Centaurus A, aus insgesamt 50 Stunden Belichtungszeit mit dem 2.2-m-Teleskop der ESO und seinem Wide-Field Imager durch 5 verschiedene Farbfilter: Letztere lassen oben links die Jets hervor treten.
Ein Ausschnitt aus der Edge-On-Galaxie NGC 891 von Hubbles ACS aufgenommen: Aus der Seitenansicht ist gut zu erkennen, wie Gas und Staub aus der galaktischen Scheibe geblasen werden, wohl durch viele Supernovae oder Sternwind aus Sternentstehungsgebieten.
Venustransit in drei Wochen – Videos schon jetzt
In diesen Stunden sind es noch exakt drei Wochen bis zum nächsten Sonnendurchgang der Venus (0:09 bis 6:50 MESZ am 6.Juni), zugleich dem letzten bis zum Jahr 2117. Und schon jetzt quellen die großen Videoportale über mit Videoclips aller Art im Vorfeld des Ereignisses, dessen Bedeutung weit über die Astronomie hinaus reicht. Zum Beispiel diese sieben hier:

Eine Einführung in das Phänomen, zu den Klängen von “Morning Star” – einer neuseeländischen Band, die tatsächlich “Transit of Venus” heißt! Das Ganze eigentlich ein Trailer für eine Fulldome-Produktion: Das 4-Minuten-Filmchen gibt’s hier gratis, und es gibt noch weitere Shows zum Transit für Planetarien, etwa diese hier.

Eine originell produzierte kurze Einführung von der University of Oxford – und es geht auch noch ganz anders …

Eine Art Mini-Dokumentation (zweiter Teil), für einen NASA-Webcast des Transits aus Hawaii.
Längerer Trailer für den Dokumentarfilm “Our last Transit of Venus”, der aus einem Fundus für europäische Planetenforschung gefördert wird; auch weitere Clips sind schon verfügbar.

Ausschnitt aus einer Fulldome-Präsentation über den Transit in Indien, aus einem Workshop des Planetariums in Delhi, dessen Direktorin auch den Text spricht; viele weitere Clips aus der Veranstaltung werden in dieser Sammlung bis Monatsende noch hoch geladen.

John Philip Sousas “Transit of Venus March” von 1883, gespielt vom Penn High School Orchestra in Mishawaka, Indiana, 2004.

“Transits in Time”, eine Komposition von Paul Hombach (Musik und Soundeffekte) und Stefan Krause (Bilder und Idee), die vier Jahrhunderte Geschichte und Venustransits zusammen bringt. Viele weitere Links und v.a News zum Venusdurchgang – und die Sichtgeometrie für verschiedene Weltregionen – sind in dieser Sammlung zu finden, die ständig weiter wächst, während die Venussichel expandiert & schmaler wird. Oh, und bis zur ringförmigen SoFi in Ostasien & den USA (0:06 bis 3:39 MESZ am 21. Mai) sind’s jetzt noch genau fünf Tage.
Ein Soyuz-Start für zukünftige Bilderbücher …
… war heute Morgen in Baikonur zu bewundern, als Soyuz TMA-04M mit drei Passagieren Richtung ISS abhob – hier meisterlich eingefangen vom NASA-Chefphotographen für Bemanntes, Bill Ingalls. Und der erste Dragon zur ISS ist weiterhin “GO” für den 19. Mai: Das Press-Kit von Space X beschreibt die erste Reise eines kommerziellen Raumschiffs zur Raumstation auf 33 Seiten.
Großer Sonnenfleck in der Mitte: nun ein Flare?
Die Sonne am 11. Mai um 19:00 MESZ, dominiert von der Aktivitätsregion 1476 nahe der Scheibenmitte: Der verfällt allmählich wieder, und alle Versuche, einen Erd-relevanten Flare herbei zu schreiben, waren bislang erfolglos. Schade, denn nach einem fast einwöchigen Ausfall ist der Satellit SOHO wieder fit und würde CMEs schön verfolgen können.
So sieht der russische Elektro-L die Erde aus dem GEO: eines von zahlreichen Zeitraffer-Videos aus den enorm scharfen Bildern des russischen Wettersatelliten.
Die Umgebung des Kraters Aquila auf dem Asteroiden Vesta, rechts in Mineralogie-codierenden Falschfarben: Jetzt sind erste wissenschaftliche Arbeiten zu Vestas Natur als Planetesimal erschienen, aus dem mehr hätte werden können, zusammengefasst in Press Releases von JPL, ASU, SwRI und UCLA – und es gibt die Aufzeichnung einer PK zu Dawn von etwas früher … NACHTRAG: … während eine neue PK zu den Papers hier zu sehen ist.
Dione vor Saturn und seinen Ringen fast genau von der Seite, auf einer von E. Lakdawalla schön gerechneten Cassini-Aufnahme von 2. Mai: Auf dem Mond dominiert das Evander-Becken. Auch nett: Titan vor Saturn am 6. Mai.
Das Sternentstehungsgebiet Cygnus-X aus der Sicht von Herschel, aufgenommen mit zwei Instrumenten des IR-Satelliten in drei Farben von 70 bis 250 µm.
Die interstellare Blase NGC 2359 alias Thor’s Helmet, gesehen mit der Wide Field Camera am Isaac Newton Telescope auf La Palma: ein Wolf-Rayet-Stern hat sie geblasen.
Der Kugelsternhaufen Messier 55 aus Sicht von VISTA, dem neuen IR-Teleskop in Chile.
Die Zwerggalaxie NGC 2366 auf einem HST-ACS-Bild; das Sternentstehungsgebiet oben rechts hat sogar eine eigene Nummer, NGC 2363.
Da waren’s nur 2 Sekunden, am 19. Mai wird’s ernst: Die NASA hat vor wenigen Stunden bekannt gegeben, dass der erste Flug einer Dragon zur ISS an diesem Tag um 10:55 MESZ – ein instantanes Startfenster – beginnen soll. Nach dem Triebwerkstest der Falcon 9 am 30. April – oben ein Standbild der entscheidenden zwei Sekunden – war der Start nochmals verschoben worden, aber jetzt sind SpaceX wie NASA optimistisch: auch daran zu erkennen, dass das Press Kit zur Mission verschickt wurde …
Weitere größere Artikel
Fetter Sonnenfleck jetzt in der Scheibenmitte (hier ein schönes Video von gestern), mit hohem “Risiko” für M- und X-Flares.
Große Venussichel: Endspurt vor dem Transit: ein ‘Fahrplan’ mit vielen Zahlen.
Dreifachstern Algol extrascharf abgebildet: CHARA makes Algol, the Movie!
Neue Bilder-Galerien
Visit to the satellite tracking radar TIRA near Bonn, Germany am 10. Mai – nicht oft gewährte Blicke auf die grosse Schüssel im Radom bei Bonn (weitere Bilder & Links – und zum Vergleich Besuche auf dem Stockert & in Effelsberg im Januar).
“Vom Stein zum Staub” – impressions of an exhibition im Bonner Mineralogischen Museum, mit viel Kosmischem in den Vitrinen.
Heinrich Hertz exhibition at Deutsches Museum Bonn, “vom Funkensprung zur Radiowelle” (ein paar Impressionen sind auch hier am Anfang enthalten).
Kleinere Artikel
Sonne: aufregende Fleckengruppe und Ringfinsternis am 21.-20. Mai.
Alter Stern mit gewaltigem Staubausstoß bei WISE aber noch nicht IRAS.
Der lichtschwächste aller Sternhaufen? Konkurrenz für Segue 3.



















































