ÖWF / Polares auf einen Blick

02.Jul 2014 | 20:47

Die UNO, der Weltraum und das ÖWF

Jedes Jahr findet bei der UNO im Vienna International Center eine Serie von Konferenzen mit Bezug zum Weltraum statt: das Committee for the Peaceful Uses of Outer Space (COPUOS) trifft sich für zehn Tage im Juni. Im Vorfeld, bereits im Februar bzw. im April, treffen sich die Subcommittees (Unterkomitees) des COPUOS, das Scientific & Technical Subcommittee (“S&T” oder STSC) und das Legal Subcommittee. Organisiert wird diese Serie von Konferenzen vom United Nations Office for Outer Space Affairs (UNOOSA), das seit 1993 seinen Sitz in Wien hat.

COPUOS existiert seit 1958 und kümmert sich um die technische und rechtliche Koordination der internationalen Weltraumaktivitäten: Themen werden wissenschaftlich-technisch und rechtlich im S&T und im Legal S/C vorbereitet, sodann während des vollen Meetings von COPUOS diskutiert, in einen Bericht gegossen und der Generalversammlung der UN zur Beschlussfassung vorgelegt.

Mein erster Kontakt mit COPUOS war im Februar 1994, als ich im Tandem mit dem Piloten des Space Shuttle Ken Bowersox über die erfolgreiche Servicemission zum Hubble Space Teleskop berichtete. Damals wurde der optische Fehler am HST behoben und ich konnte dramatische Bilder zeigen. Wir bekamen hier viel Applaus. In weitere Folge berichtete ich mehrfach für ESA bei COPUOS: über Netzwerke, über Datenarchive und virtuelle Observatorien, und über elektronisches publizieren und Data Mining.

Als ich dann beim ÖWF Mitglied wurde stellte ich fest, dass auch hier Verbindungen zum OOSA bestanden. Das ÖWF hatte das OOSA bei verschiedenen Outreach-Aktivitäten unterstützt. Es kam zu einer gedeihlichen Zusammenarbeit, insbesondere mit Prof. Mazlan Othman, die damals das OOSA leitete. Diese Zusammenarbeit motivierte das ÖWF letztlich dazu, Frau Prof. Othman anlässlich ihres Abgangs aus Wien den Polarstern-Preis zu verleihen.

Es lag daher nahe, im Rahmen von COPUOS über die Aktivitäten des ÖWF zu berichten, insbesondere im Jahre 2013 über die Mission “Mars2013″, die zeitgleich mit dem Meeting des S&T im Februar in der marokkanischen Wüste ablief. Die war für die UN sehr interessant: es zeigte internationale Kooperation auf einem hohen Niveau sowie die Zusammenarbeit mit einem Schwellenland. Ich hielt diesen Vortag im Rahmen der technischen Präsentationen zum Tagesordnungspunkt Human Space Technology Initiative.

Noch aus meiner astronomischen Anfangszeit kannte ich die Problematik der erdbahnkreuzende Asteroiden. Auch COPUOS erkannte das und gründete 2001 die Working Group on NEOs. Als sich zeigte, dass dieses heikle Thema nicht von den Delegierten der Mitgliedsstaaten abgedeckt werden konnte, kam es zur Gründung eines Action Teams, einer Gruppe von Experten. AT-14 kümmerte sich fortan unabhängig vom Zeitplan der Meetings des COPUOS um die Sache. Als dann noch dazu während des Meetings des S&T des COPUOS im Februar 2013 an ein und demselben Tag der Einschlag eines 20-Meter Objekts in Tscheljabinsk, sowie der Vorbeiflug in nur 26.000 km Höhe eines 50-Meter Objektes erfolgte, kam es schlagartig zu einer Aufwertung der Wichtigkeit des AT-14.

Es folgten hektische Aktivitäten. Natürlich wollten wir diese Gelegenheit nicht vorbei gehen lassen und versuchten, das Thema mit der nötigen Dringlichkeit zu versehen. Es wurden zwei Arbeitsgruppen gegründet:

- IAWN (International Asteroid Warning Network) soll aus Observatorien und anderen Organisationen bestehen, die in der Lage sind, NEOs zu entdecken und deren Bahnen zu berechnen. Chair ist das Minor Planet Center (USA). Die Gruppe hat sich im Jänner 2014 konstituiert.

- SMPAG (Space Mission Planning Advisory Group). Besteht aus Organisationen, die in der Lage sind, eine Bedrohung durch NEOs mittels einer Space Mission abzuwehren. NASA, ESA, CNES, ASI, DLR, etc., aber auch Vertreter von Organisationen, die im weitesten Sinn dabei unterstützen können: Secure World Foundation, Space Generation Adivsory Council (SGAC), Association of Space Explorers und andere. Die Gruppe konstituierte sich im Februar 2014 bei ESOC in Darmstadt. Das zweite Meeting war in Wien, anschließend an das AT-14 Meeting des COPUOS im Juni 2014.

Zurück zum ÖWF. Während des S&T im Februar 2014 berichtete Gernot Grömer über die Resultate von Mars2013. Mit dem Legal Subcommitte haben wir ja weniger zu tun, aber als es anlässlich des bevorstehenden Starts der österreichischen Nanosatelliten (TUGSAT und UNIBRITE) zur Abfassung des österreichischen Weltraumgesetzes kam, lieferte Alexander Soucek Input an Frau Prof. Marboe, die österreichische Expertin im Legal S/C.

Zur Zeit sind wir in der Planung des UN/Austria Space Science Workshops im September in Graz involviert. Meine Hoffnung ist, dass wir die in den 90-er Jahren so erfolgreiche Serie von Space Science Workshops fortsetzen können.

- Autor: Rudolf Albrecht, ÖWF Liason zur österreichischen Delegation der Vereinten Nationen

Dieser Artikel ist eine verkürzte Fassung eines ausführlicheren Beitrages im ÖWF Newsletter (Ausgabe Juli 2014).

14.May 2014 | 19:43

Frisch gedruckt! Die MARS2013 – Sonderausgabe von ASTROBIOLOGY

Cover der Special Collection des Astrobiology Journals zu MARS2013Das renommierte Wissenschaftsjournal ASTROBIOLOGY veröffentlichte heute eine Sonderausgabe zur MARS2013 Expedition des ÖWF. In sieben wissenschaftlichen Publikationen, die alle ein strenges internationaler Begutachtungsverfahren durchliefen werden einige der Experimente beschrieben. Nicht alle MARS2013-Experimente sind in dieser Sonderausgabe zu finden, in den nächsten Monaten folgen noch andere Berichte, sowohl in ASTROBIOLOGY als auch anderen Fachmagazinen.

“Mit dieser Special Collection von ASTROBIOLOGY hat das ÖWF und seine Partner wieder gezeigt, dass Mars-Analogforschung aus dem vorwissenschaftlichen Stadium einer neuen Wissenschaft langsam in den Kanon der etablierten Fächer wechselt” meint dazu der ASTROBIOLOGY-Gasteditor und ÖWF-Obmann Gernot Grömer, “und dass das ÖWF und seine Partner, wie etwa das Ibn-Battuta-Center for Exploration in Marokko wissenschaftlich international renommierte Arbeit leisten.”

Zwischen der Expedition und der Publikation ist inzwischen ein Jahr vergangen. Das liegt daran, dass die großen Datenmengen erst ausgewertet und diskutiert werden mussten. Im Rahmen einer -vom österreichischen Wissenschaftsministerium unterstützten- Konferenz an der TU Wien diskutierten die Forscher die ersten Ergebnisse, die wiederum zu den ersten internen Entwürfen für Publikationen führten. Nach einem internen Begutachtungsverfahren entstanden die Publikationsvorschläge für die “MARS2013 Special Collection”, die vom Editor-in-Chief, Dr. Sheryl Cady, begeistert aufgenommen wurden.

Dank des Multi-Mission Datenarchives des Weltraum Forums sind die Daten der Experimente auch weiterhin für die wissenschaftliche Gemeinde zugänglich. – So starten in den nächsten Wochen neue Projekte und akademische Abschlussarbeiten, die etwa einen Vergleich zwischen den Realdaten aus dem Raumanzugsimulatoren und virtuellen Simulatoren vergleichen.

Mehr als 100 -großteils freiwillige- Mitarbeiter aus 23 Nationen beteiligten sich an der Mars-Expeditionssimulation, in Innsbruck wurde ein Missions-Unterstützungszentrum eingerichtet (Mission Support Center), mit Teams für die Flugplanung, Wissenschaftsunterstützung, Medien/Bildungsarbeit, Ground Support und der Missionsleitung, sowie den 17 Experimententeams aus Neuseeland bis in die USA.

Weitere Informationen:

02.May 2014 | 16:00

Astronautentraining für Jugendliche in den USA zu gewinnen

Du bist zwischen 15 und 17 Jahre alt und träumst davon als Astronaut/Astronautin in den Weltraum zu fliegen? Du besuchst eine Schule in Österreich und Naturwissenschaften sowie English machen dir keine Angst? Dann mach mit beim Wettbewerb und gewinne eine Woche (19. – 25. Juli 2014) im Spacecamp der NASA in Huntsville (Alabama).

Mehrere ÖWF Mitglieder – darunter etwa Reinhard Tlustos (Flight Director bei der ÖWF Mars Analog Simulation in Marokko) oder Bianca Neureiter (MediaCom bei der ÖWF Mars Simulation in Rio Tinto Spanien) – haben dieses Programm bereits absolviert und waren von dieser Trainingswoche begeistert. Bianca Neureiter meint etwa

“Das Space Camp war für mich eine einzigartige und unvergessliche Möglichkeit, in die Welt der Raumfahrt einzutauchen und sich eine Woche lang wie eine richtige Astronautin zu fühlen. “

Den ganzen gibt es hier zum Nachlesen: Bianca Neureiter berichtet von Ihren Erlebnissen im International Space Camp 2010

Wie macht man mit?

  • Nimm ein 2-4 minutiges Bewerbungsvideo auf Englisch von dir auf (auch gerne mit deinem Handy) und überzeug die Jury, warum gerade DU das Zeug zum Astronauten/Astronautin hast und daher unbedingt das Space Camp 2014 besuchen muss

Oder

  • Mach ein Video auf Englisch über ein bereits durchgeführtes Projekt bzw. Projektidee zum Thema „Raumfahrt“

Was ist das Space Camp?

Gegründet wurde dieses Camp im Jahre 1990 mit dem Ziel, junge Menschen aus aller Welt zusammenzubringen, um ihnen die Entwicklungen der Raumfahrt vorzustellen. Angeboten wird ein Einblick in das Raumfahrtprogramm und die Astronautenausbildung der NASA sowie ein Trainingsprogramm an Simulatoren. Im NASA Space Camp trainiert man ein Woche lang wie Astronauten und schließt das Training mit einer simulierten Space Shuttle Mission ab.

Was kann man gewinnen?

Die beiden besten Beiträge gewinnen jeweils ein Ticket zum Space Camp in den USA inkl. 500 € Reisekosten. Der Aufenthalt inkl. Unterkunft & Verpflegung sind beim Space Camp kostenlos.
Ein Wettbewerb gestiftet von bmvit, Österreichischer Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) sowie dem Bundesministerium für Bildung und Frauen (BMBF)
Einsendeschluss: 26. Mai 2014

Schickt bitte Eure Einsendungen bzw. den Link eures Videos bis zum 26. Mai 23.59 Uhr an die Redaktion von ftiremixed: *protected email*

Mit Einreichung Deines Videos räumst du fti…remixed das Recht zur Vervielfältigung und Verbreitung des Videos sowie Zugänglichmachung im Internet bzw. über Soziale Netzwerke (Twitter, Facebook) sowie das Vorführungsrecht zum Thema fti-Nachwuchsförderung) ein. Sollte Dein Video für spätere Veranstaltungen, Prämierungen, etc. genutzt werden, wird dein Name namentlich genannt.

Weitere Informationen:

13.Apr 2014 | 18:34

Yuris Night 2014 in Wien – ein glanzvolles Ereignis

Während draußen noch die Sonne strahlte, leitete Gabriele Zuna-Kratky, die Direktorin des Technischen Museums, im Festsaal die diesjährige Yuris Night in Wien ein – veranstaltet von Förderkreis Astronomie und Raumfahrt “Der Orion”, einem Online-Medium für Astronomie und Raumfahrt, in Kooperation mit dem Österreichischen Weltraum Forum.

Das zahlreich erschienene Publikum wurde mit vielerlei Wissenswertem unterhalten: Maria Pflug-Hofmayr (Der Orion, ÖWF) stellte die Website „Astronomy Picture of the Day“ vor, die sie tagtäglich für deutschsprachige Interessierte übersetzt und zeigte die beliebtestes Bilder, wobei der eindeutige Gewinner das außergewöhnlich überlebensfähige Bärtierchen ist: Man kann es einfrieren, austrocknen oder in den Weltraum schießen, es erfreut sich nach jeder denkbaren Prozedur noch bester Gesundheit.

Ludmila Carone (Universität Köln, Universität Leuven) entführte die faszinierten Zuhörer in „Ein Universum voller verwirrender Planeten“. Dabei erfuhren wir nicht nur, dass Gasriesen wandern können und dabei wahrscheinlich auch den Kuipergürtel haben entstehen lassen, sondern auch interessante Fakten über die Suche nach Exoplaneten und die in Zukunft geplanten Forschungsaufgaben – unter anderem die genauere Untersuchung der näher gelegenen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems.

Bei seinem Vortrag über „Vergessene Kosmonauten“ und diverse damit verbundene Verschwörungstheorien ließ Andreas Weise (Freunde der Raumfahrt, Raumcon Brandenburg) die Spannung im Raum steigen: War Yuri Gagarin wirklich der erste Mensch im All? Höchstwahrscheinlich. Aber spätestens die ausführliche Einführung zur hauseigenen Ausstellung „SPACE“ von Jürgen Öhlinger (Technisches Museum Wien) motivierte dann viele Anwesende, die sie noch nicht gesehen hatten – sowie auch einige Stammgäste – sie noch (einmal) zu besuchen, da der entsprechende Bereich an diesem Abend bis 23 Uhr geöffnet war.

Vor dem Festsaal signierte Eugen Reichl (Verein zur Förderung der Raumfahrt, Der Orion) die neueste Ausgabe seiner überaus erfolgreichen Buchserie mit dem Titel „Space 2014“. Seine Raumfahrtjahrbücher bieten fachlich interessierten Lesern „einen ebenso informativen wie unterhaltsamen Rundumblick auf das aktuelle Raumfahrtgeschehen“. Manche schafften es zwischen angeregten Gesprächen mit Gleichgesinnten in der Pause sogar noch, ein Brötchen zu ergattern oder sich mit einem Cocktail zu erfrischen.
Österreichs bisher einziger Raumfahrer, Franz Viehböck, gab zu Beginn der zweiten Hälfte der Veranstaltung im Gespräch mit Moderatorin Monika Fischer (Der Orion, ÖWF) Einblicke in die „Herausforderung Arbeit im All“ und erzählte amüsante Anekdoten aus seiner Zeit in Russland und auf der MIR Raumstation. Damit leitete er einen der Höhepunkte des Abends thematisch ein: Christian Nagele von Swarovski präsentierte ein ganz besonderes Glanzstück aus der weltbekannten Kristall-Produktion und übergab es dem Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF).

Der sogenannten „Tiuterra Crystal“ (benannt nach dem altenglischen Wort für den Mars „Tiu“ und dem lateinischen Wort für Erde) entstand zunächst als Idee im Rahmen der World Space Week 2013. Durch das Verschmelzen von Gesteinsproben aus 33 Ländern, inklusive je einer Probe aus der Antarktis und der Tiefsee sowie einem Stück Mars-Meteoriten mit Swarovski Kristall wurde das Ergebnis schließlich zu einem Symbol für das gemeinsame Interesse am Weltraum. 80 weitere Exemplare werden nun an internationale Raumfahrtorganisationen und EntscheidungsträgerInnen verteilt. Besonderes Highlight dabei: im November wird die italienische ESA-Astronautin Samantha Cristoforetti drei der Kristalle zur Internationalen Raumstation ISS mitnehmen. „Das wird das erste Mal sein, dass ein Mars-Meteorit zum zweiten Mal den Eintritt in die Erdatmosphäre übersteht“ scherzte Gernot Grömer (Obmann des ÖWF).

Um 22 Uhr war es dann Zeit für das Grande Finale: Das Österreichische Weltraum Forum verlieh zum sechstem Mal den Polarsternpreis. Der Preis ist mit 800,- Euro dotiert und die Trophäen wurden heuer exklusiv von Swarovski gestaltet. Gernot Grömer gab mit sichtlichem Stolz die Preisträger bekannt: Prof. DI Dr. Otto Koudelka, Institutsleiter für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation an der TU Graz und Prof. Dr. Werner Weiss vom Institut für Astronomie der Universität Wien. „Wir möchten mit dem Polarsternpreis 2014 jene beiden Männer ehren, die durch ihren Einsatz und ihre Hartnäckigkeit wesentlich zum Bau und Start des ersten österreichischen Satelliten TUGSAT-1/BRITE beigetragen haben“, betonte Grömer. „Diese erste österreichische Weltraummission hat viele Menschen begeistert. Ich könnte mir vorstellen, dass sie junge Leute inspiriert, sich für eine Ausbildung in den Weltraumwissenschaften und Technik zu interessieren.“

Weitere Informationen:

12.Apr 2014 | 22:00

Der Polarsternpreis 2014 geht an Otto Koudelka und Werner Weiss

Am 12. April im Rahmen der Yuri’s Night im Technischen Museum in Wien verlieh das ÖWF zum sechsten Mal den Polarsternpreis für herausragendes Engagement, das Menschen für den Weltraum begeistert. Erstmals ging der mit € 800,- dotierte Preis an zwei Personen: Prof. DI Dr. Otto Koudelka, Institutsleiter für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation an der TU Graz und Prof. Dr. Werner Weiss vom Institut für Astronomie der Universität Wien.

Wir möchten mit dem Polarsternpreis 2014 jene beiden Männer ehren, die durch ihren Einsatz und ihre Hartnäckigkeit wesentlich zum Bau und Start des ersten österreichischen Satelliten ‚TUGSAT-1/BRITE‘ beigetragen haben“, betonte ÖWF Obmann Dr. Gernot Grömer, „Diese ‚erste österreichische Weltraummission‘ hat viele Menschen begeistert. Ich könnte mir vorstellen, dass sie junge Leute inspiriert, sich für eine Ausbildung in den Weltraumwissenschaften und Technik zu interessieren.“

Otto Koudelka (links) & Werner Weiss (rechts) Polarsternpreisträger 2014

Beide Preisträger geben uns in diesem Interview einen Einblick in ihre Arbeit am BRITE-Projekt.

Mit dem erfolgreichen Start Ihrer Satelliten wurde Österreich erstmals nach Weltraumrecht zu einem Startstaat. Eine bedeutende Veränderung. Haben Sie das auch so gewaltig empfunden?

O. Koudelka: Es macht uns natürlich stolz, dass das BRITE-Projekt Auslöser für ein eigenes Gesetz war, das noch dazu einstimmig im Parlament beschlossen wurde. Österreich zählt zu den noch nicht so vielen Ländern, die ein implementiertes Weltraumgesetz haben.

Die Kleinsatellitentechnik boomt derzeit. Weltraumagenturen und die Industrie erkennen, dass damit neue Technologien rasch und kostengünstig im All getestet werden können, bevor sie auf großen Missionen zum Einsatz kommen. Wie die BRITE-Mission zeigt, lassen sich auch anspruchsvolle wissenschaftliche Aufgaben damit erfüllen. Für Universitäten und Forschungseinrichtungen bieten sie die Möglichkeit, dass der technisch-wissenschaftliche Nachwuchs in alle Phasen einer Weltraummission eingebunden werden kann, vom Design über den Bau bis zum Betrieb eines Satelliten.

W. Weiss: Ich empfand es hoch an der Zeit, dass auch in Österreich einmal ein Weltraumprojekt komplett von der „ersten Schraube“ bis zur wissenschaftlichen Publikation geplant und durchgeführt wird, inklusive der weltraumrechtlichen Verantwortung vor der Staatengemeinschaft. Miniaturisierung und Spezialisierung im Weg von Nanosatellitenprojekten ist vielversprechend für individuelle Forschungseinrichtungen oder kleinere Forschungsgruppen, denn sie stellen ein faszinierendes Potenzial dar, sich in Forschung und Lehre an der jeweiligen Front zu positionieren.

Was hat Sie zur Astronomie geführt? Gab es ein Schlüsselerlebnis? (Oder war Ihre Neugier schon immer himmelwärts gerichtet?)

W. Weiss: Die Beobachtung des Kometen Arend-Roland als Schüler im Jahr 1957 von der Volkssternwarte in Wien auf dem Flakturm hat mich zur Astronomie gebracht. Seither bin ich von dieser Wissenschaft fasziniert, sowohl was Forschung betrifft, wie auch deren Popularisierung.

O. Koudelka: Ich habe Elektrotechnik studiert, hatte aber schon während des Studiums am Institut für Nachrichtentechnik und Wellenausbreitung bei Prof. Riedler die Möglichkeit, an Weltraumprojekten mitzuarbeiten. Die Mondlandung im Jahre 1969 habe ich als Schüler fasziniert mitverfolgt. An Astronomie bin ich persönlich sehr interessiert. Unser Part an der BRITE-Mission ist die Technik und der Betrieb des Satelliten. In der Zusammenarbeit mit unseren Astronomiekollegen ergeben sich spannende Aspekte und gegenseitiger Wissensaustausch.

Haben Ihre „Kinder“ Sie überrascht – positiv oder negativ, seitdem sie ausgeflogen sind?

O. Koudelka: Besonders erfreulich war der perfekte Start im Februar 2013 und einer der schönsten Momente war unbestreitbar, dass wir mit unserem TUGSAT-1 (BRITE-Austria) bereits beim ersten Überflug über Graz drei Stunden nach dem Start Kontakt herstellen konnten. Die Ausrichtgenauigkeit des Satelliten zu den Zielsternen ist besser als spezifiziert und seit November werden wissenschaftliche Daten gesammelt, die den Erwartungen entsprechen. was ebenfalls auf der Plusseite zu verbuchen ist.

Die Kommissionierung der Satelliten hat mehr Zeit in Anspruch genommen als ursprünglich angenommen, was auf ein bisher noch nie geflogenes, am Boden nur sehr beschränkt testbares Lageregelungssystem und den Sternensensor zurückzuführen ist.

W. Weiss: Einerseits waren die Probleme unerwartet, die sich beim Sternsensor ergaben und die die Positionierung von UniBRITE zunächst erschwert haben, sowie beim Detektor, wo sich eine höhere Empfindlichkeit von hochenergetischer Strahlung ergab, als dies ursprünglich zu erwarten war. Andererseits war die Problemlösungskompetenz des Teams ein äußerst positives Erlebnis und das Ergebnis aller Bemühungen schließlich sehr erfreulich und die Erwartungen übertreffend.

O. Koudelka: In Summe sind wir mit unseren „Kindern“ sehr zufrieden.

TUGSAT-1 und UniBRITE sind sogenannte Nanosatelliten. Wie groß und schwer sind sie genau? Was steckt in ihnen? Zu welchem Zweck wurden TUGSAT-1 und UniBRITE gebaut?

O. Koudelka: Die Satelliten sind 20x20x20 cm klein und haben eine Masse von knapp 7 kg. Die Stromversorgung erfolgt mit Solarzellen, die etwa 6 W liefern (entspricht dem Verbrauch einer Fahrradglühbirne). Drei Computer und ein prozessorgesteuertes Leistungsmanagementsystem überwachen die Funktionen des Satelliten, bewerkstelligen die Lageregelung, stellen eine zuverlässige Stromversorgung sicher, lesen die Daten des Sensors im Teleskop aus, speichern sie an Bord und steuern die Kommunikation. Ein Sender mit 0.5 W Leistung überträgt die Daten zur Bodenstation. Über einen Empfänger erhält der Satellit die Kommandos des Kontrollzentrums. Drei Miniaturkreisel stabilisieren die Satelliten auf 1/60 grad genau.

W. Weiss: Aus der Sicht des Astrophysikers war das Problem zu lösen, von hellen Sternen lückenlos photometrische Daten mit hoher Präzision, in mindestens zwei verschiedenen Farbbereichen und über einen möglichst langen Zeitraum (viele Monate) zu gewinnen. Dazu müssen kleine Teleskope mit einem großflächigen CCD-Detektor mit einer sehr hohen Genauigkeit im Weltraum positioniert und ihre Lage sehr stabil gehalten werden. Diese hohen technologischen Anforderungen wurden für Nanosatelliten erstmals mit unseren beiden österreichischen BRITE Satelliten erfüllt.

Das astrophysikalische Ziel von UniBRITE Und BRITE-Austria ist die Erforschung von Sternaufbau und Sternentwicklung. Unmittelbar beobachtbar sind nur die Oberflächeneigenschaften von Sternen. Um auf ihr Inneres zurückschließen zu können bedient man sich der Asteroseismologie, einer Methode die sich die Vibration von Sternen zu Nutze macht, vergleichbar der Erdbebenforschung, die uns die Struktur des Erdinneren erschließt.

Wie lange arbeiten Sie schon an der BRITE-Constellation bzw. Ihren beitragenden Projekten TUGSAT-1 und UniBRITE? Erzählen Sie uns bitte etwas über Ihre Arbeit.

W. Weiss: An der Problematik der Präzisionsphotometrie im Kontext Asteroseismologie arbeite ich seit etwa 1983. EVRIS, SuperEVRIS, und CoRoT, Projekte unter der Leitung der französischen Weltraumagentur, CNES, und der kanadische MOST Satellit waren bedeutende Schritte auf dem Weg zu BRITE-Constellation. An der Universität begann das Projekt UniBRITE Ende 2005. Damals war der Satellitenstart für etwa 2009 vorgesehen. Die Wahl von einer wissenschaftlich gesehen besseren Satellitenbahn (polare Bahn entlang der Tag-Nachtgrenze auf der Erde) durch das Wissenschaftsteam bedingte eine Verschiebung um fast ein Jahr. Weitere Verzögerungen ergaben sich durch Probleme mit der Hauptnutzlast. Typischerweise werden bei einem Raketenstart eine Tonne und mehr an Nutzlast in den Weltraum transportiert. Nanosatelliten mit wenigen kg Masse können daher nur „Trittbrettfahrer“ sein, was aber auch die Startkosten deutlich reduziert. Allfällige Startverzögerung können daher leider nur zur Kenntnis genommen werden.

Dass Weltraumprojekte einen eher großen Zeithorizont haben, lässt sich übrigens auch mit der ESA Mission PLATO illustrieren. Auch diese Mission hat Präzisionsphotometrie von Sternen zum Ziel, allerdings von viel lichtschwächeren, als dies bei BRITE-Constellation der Fall ist. Für die erste Projektstudie zum Vorläufer, PRISMA, war ich seit 1990 im ESA Science Team tätig, gefolgt von der Studie zu STARS und nachfolgend zu EDDINGTON. Somit hat es 24 Jahre gedauert, bis schließlich heuer PLATO mit einem geplanten Start im Jahr 2024 (!) beschlossen wurde.

O. Koudelka: Vorarbeiten zum Thema Kleinsatelliten begannen an der TU Graz 2003. Der Antrag für BRITE-Austria/TUGSAT-1 wurde 2005 an die FFG gestellt und im Februar 2006 erfolgte der Projektstart von BRITE-Austria. 2009 wurde der Startvertrag mit der indischen Weltraumagentur abgeschlossen und am 25.2.2013 hob die Rakete vom indischen Weltraumzentrum bei Chennai ab. Seit dieser Zeit wird er vom Kontrollzentrum in Graz aus betrieben.

Am Institut für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation der TU Graz wird seit den 1980iger Jahren an zahlreichen Projekten im Bereich Satellitenkommunikation und Weltraumtechnik, vor allem in Kooperation mit der ESA, gearbeitet. Wichtige Projekte waren das erste Hochgeschwindigkeitsdatenexperiment STELLA (1980-1984), das Satelliten-Multimediakommunikation DICE (1985-1995), das bei der AUSTROMIR-Misison 1991 und den ESA Missionen EUROMIR-94 und-95 zum Einsatz kam, sowie neuartige Satellitenkommunikationssysteme zur Verbindung von Computernetzen (1995 bis heute). Für die Raumstation ISS wurde in Kooperation mit Joanneum Research ein astrobiologische Experiment im Auftrag der ESA entwickelt.

Sie haben durch internationale Zusammenarbeit die Bedeutung der österreichischen Weltraumforschung gesteigert und die Möglichkeiten der österreichischen Studenten verbessert. Wie intensiv waren bzw. sind Ihre Studenten in die Projekte eingebunden?

O. Koudelka: Studierende waren und sind intensiv an der Mission im Rahmen von Dissertationen, Diplom- und Projektarbeiten beteiligt. Eine Diplomandin und ein Diplomand sind seit mehreren Jahren nach Abschluss des Studiums maßgeblich an der BRITE-Mission beteiligt (DI Manuela Unterberger als Systemingenieurin und DI Patrick Romano als Bodenstations/Testingenieur).

Bisher sind 3 Dissertationen und 8 Diplomarbeiten im Rahmen des Projektes BRITE/TUGSAT-1 entstanden.

W. Weiss: Die Mitarbeit von Studierenden bei einem solchen Forschungsprojekt ist von großer Relevanz. Für das Projekt selbst bedeutet sie ein enormes personelles und intellektuelles Potential von hoch motivierten Mitarbeitern, die auch selbst originelle Vorschläge zur Lösung von Problemen beisteuern. Für die Studierenden ergibt sich aus ihrer Mitarbeit ein Lernpotenzial das weit über den regulären Studienplan hinausgeht. Magisterarbeiten, Dissertationen, wissenschaftliche Publikationen sowie Beiträge bei Konferenzen belegen die hohe Qualität dieser Teamarbeit. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass die meisten Teammitglieder  im Inland, aber (leider) meistens im Ausland weiterhin wissenschaftlich tätig sind.

Was sind die wissenschaftlichen Ziele der Missionen und wie lange werden die Satelliten Bilder bzw. Daten senden?

W. Weiss: Die Forschungsziele von BRITE-Constellation sind die Untersuchung von hellen Sternen mit mittlerer bis hoher Masse in den unterschiedlichen Entwicklungsphasen: von der Kondensation aus dem interstellaren Medium, dem Beginn des Wasserstoffbrennens, bis hin zur Entwicklung zu (Roten) Riesen und dem Verglühen der Sterne. Massereiche Sterne sind heißer, entwickeln sich schneller und sterben früher. Sie haben eine große Leuchtkraft und sind sehr wichtig für die Ökologie des Universums, da sie in ihrer Endphase als Supernova sehr viel Masse verlieren. Das interstellare Medium wird dadurch mit Metallen angereichert und diese sind wiederum Voraussetzung für das Entstehen neuer Sterne, von Planeten und letztlich auch für das Entstehen von Leben. BRITE-Constellation hat weiters noch ungelöste Probleme im Visier: die Bestimmung der Größe konvektiver Kerne von Sternen, der Einfluss von Rotation des Sterns auf dessen Entwicklung und die Wechselwirkungen mit dem stellaren Magnetfeld.

Neu ist, dass durch die Verfügbarkeit von zwei Nanosatelliten in der “zwei-Farben-Option” geforscht werden kann. Durch den Einbau von speziellen Filtern wird UniBRITE die Sterne im roten Farbenbereich erforschen, BRITE-Austria im blauen. Somit können geometrische und thermische Effekte in der Analyse der beobachteten Phänomene getrennt werden. Die wesentlich größeren Satelliten, wie MOST, CoRoT und Kepler, haben nicht diese Farboption welche für die Diagnostik des inneren Aufbaus von Sternen äußerst hilfreich ist. Dieses Novum war ausschlaggebend, dass sich Polen und Kanada dem Projekt BRITE-Constellation angeschlossen haben und ebenso jeweils ein Paar BRITE-Satelliten in das internationale Projekt einbringen.

O. Koudelka: Die Mindestlebensdauer der Satelliten beträgt zwei Jahre, wobei die Erfahrung mit ähnlich aufgebauten Nanosatelliten eine deutlich längere Betriebsdauer erwarten lässt.

Vielen Dank!
Das Interview führte Marlen Raab.

14.Jul 2014 | 20:23

Meet the interns: Andy, Vicky & Julia

So this week (07-11th July 2014), the office got much busier, with the arrival of some faces in the office! It is great having more people around – having lunch together, and getting to chat about our work.

Here’s a little more about the newest interns:

Name: Andy Lamb
Studying: Physics (2nd year undergraduate), Imperial College London

How did you find out about us?
The UK student space society, UKSEDS publishes a magazine (Ecliptic) giving an insight into what’s going on in the space industry and had OeWF’s projects featured in it.

What will you be working on?
I will be working with the Aouda.X suit team on improvements to the life support system, and also participating in the beta testing programme for an in-field display system. I will also be involved in outreach work, letting children in the region try on a mockup of our spacesuit!

What else have you been doing during your time in Innsbruck?
Taking the cable car up the mountains around Innsbruck. Next time I’ll actually use my legs to get up there!

Name: Viktoria Koch
University: TU München
Studying: Masters in Aerospace
Hobbies: Travelling, Space, Volleyball, Hiking

How did you get involved with OeWF?
Gernot Grömer from the Austrian Space Forum gave a presentation about Austria and manned missions to Mars. Manned Mars missions were THE topic for my master thesis I was looking for!

What will you be working on?
I will be working on a biomedical data simulation for future field missions. This will be achieved by a simulation tool called V-Hab from my university and telemetry data from previous missions, as the Delta Experiment during MARS2013 in Marocco.

Highlight of living in Innsbruck?
The mountains, close aircraft approach, and very nice colleagues!

 

Name: Julia Neuner
University: UMIT, Hall in Tirol
Studying: Bachelor in Mechatronics
Hobbies: Sports, playing (card-, board-, outdoor,…) games, reading

How did you get involved with OeWF?
About 4 years ago I met Sebastian Sams at University in Innsbruck, telling me about a planetology course taking place. That’s how I met Gernot, eager to get someone new to work on the AOUDA spacesuit. Ever since I spend a lot of time with all the mechanical and outreach tasks involved.

What will you be working on?
My focus will be the redesign of the PLSS (Personal Life Support System). Also I’ll do some 3D-drawing, outreach-activities (building water-rockets etc) and working with the team behind the EddyNG (External Data Display – Monitoring and Control).

07.Jul 2014 | 21:59

The UN, the outer space and the Austrian Space Forum

An international series of space themed conferences takes place every year at the Vienna International Center / UNO: The Committee for the Peaceful Uses of Outer Space (COPUOS) meets for ten days in June. Beforehand (February and April), Meetings of the subcommittees take place – the Scientific & Technical Subcommittee (“S&T” or STSC) and the Legal Subcommittee. Organizer for These Meetings is the United Nations Office for Outer Space Affairs (UNOOSA), which has its seat in Vienna since 1993.

COPUOS itself exists since 1958 and manages the technical and legal coordination of international space activities. Topics are prepared in scientific-technical subcommittee S&T as well as in the legal SC. During the main COPUS meetings the topics are discussed, a paper is prepared which in turn can be handed in for consideration to the general assembly of the UN.

My first contact with COPUOS was in February of 1994, when I co-presented together with Space Shuttle pilot Ken Bowersox the succesful service mission to the Hubble Space Telescope. This mission could repair an optical mistake at the HST which enabled me to show dramatic photos. Our talk got much appreciation by the audience. After this first contact I presented several ESA issues at COPUS: networks, data archives and virtual observatories, as well as electronic publishing and data mining.

On becoming a member of the Austrian Space Forum, I realised that connections existed between the Forum and OOSA: The Forum had supported OOSA at several public outreach activities. This lead to a fruitful collaboration, especially with Prof. Mazlan Othman, who was head of the OOSA at that time. This collaboration was motivation for the award of the “Polar-Star Award” to Prof. Othman after she left Vienna.

It came naturally to talk about the activities of the Forum within the COPUOS framework, especially about the „Mars2013“ expedition which took place in the Moroccan dessert at the same time as the S&T meeting of that year (February 2013). This mission was of high interest for the UN as it highlighted international cooperation on the highest level as well as the cooperation with an emerging nation. I gave this talk as a technical presentation within the agenda item “Human Space Technology Initiative”.

From my early days as an astronomer I knew about the problems concerning near earth asteroids. COPUOS has recognized this issue as well and founded Working Group on NEOs in 2001. Seeing that this hot topic could not be covered from delegates of the memberstates, action teams were founded. AT-14 is responsible for this issue. Exactly during a meeting of AT-14 in February 2013 the 20m object of Tscheljabinsk made the news, as well as a fly-by of a 50m object. This raised the profile of AT-14 dramatically.

Several hectic activities followed. We did not want to let this chance pass us by and tried to provide this issue with the necessary priority. Two further working groups were established:
- IAWN (International Asteroid Warning Network) shall consist of observatories and other organisations which are able to spot NEOs and calculate their trajectories. It is chaired by the Minor Planet Center (USA). The group was constituted in January 2014.
- SMPAG (Space Mission Planning Advisory Group). This group consists of organisations which are able to defer a threat from an NEO by means of a space mission. NASA, ESA, CNES, ASI, DLR, etc., but also organisations which could support these agencies in a wider sense: Secure World Foundation, Space Generation Adivsory Council (SGAC), Association of Space Explorers and others. This group was constituted in February 2014 at the ESOC in Darmstadt. The second meeting took
place in Vienna, succeeded by the AT-14 Meeting of the COPUOS in June
2014.

Back to the Austrian Space Forum: During the S&T in February 2014 Gernot Grömer presented the results from the Mars2013 exedition. While we usually do not have much overlap with the legal S/C, on the occasion of the launch of two Austrian nano-satellites (TUGSAT und UNIBRITE) a rewrite of Austrian Space law was necessary. Alexander Soucek could provide valuable input to Prof. Marboe, the Austrian expert in the Legal S/C.

Right now we are involved in the planning of UN/Austria Space Science Workshops which will take place in September in Graz. I hope that we can continue this succesful series of workshop like we did in the 1990-ies.

- Author: Rudolf Albrecht, OeWF Liason to the Austrian delegation of the United Nation

This article is a reduced version of a full length german article from the OeWF Newsletter (July 2014 edition).

03.Jul 2014 | 22:37

Summer time is Intern time: Meet the new Intern!

With the beginning of summer, our PolAres spacesuit laboratory in Innsbruck is switching to beehive mode. Interns are travelling from different countries to work with us during summer.
Our newest intern joined us at the end of June from the United Kingdom.

Here’s a bit more about her:

Name:
Taylor Moyer

University:
King’s College London, United Kingdom

Studying:
Masters in Space Physiology and Health

Hobbies:
I love photography (and selfies!) and travelling

How did you get involved with OeWF?
The Austrian Space Forum (OeWF) gave an Aouda.X suit demonstration at ESA’s Astronaut Centre in Cologne, the same week I was visiting with my University class.

What will you be working on?
I’m going to look at the physiological changes relating to heart rate and CO2 inside of the helmet using the telemetry data from the MARS2013 mission, specifically during the Delta Experiment.

Highlight of living in Innsbruck:
The beautiful view from the office!

27.Jun 2014 | 16:06

Red planet meets Tyrolean Women’s race: Inspiring the next generation for space

As Innsbruck hosted the annual women’s races last Saturday, 21st June 2014, inside the small ice hall nearby, children gathered around OeWF interns, watching the “Dignity” rover as it rolled over the mock Martian surface.

This was just one of several activities set up by local companies, and sporting groups, to amuse and entertain the children during the course of the day. Several hundred children and their families visited the mock “space station” in the corner of the hall. It gave the kids an opportunity, to dress up in miniature space suits, and pretend they were walking on a Martian surface, as well as communicate with their families via the walkie-talkies.

Another big hit, was learning how to direct and control the rover to pick up mars rocks (actual Mars Bars in fact!), just like would be done on a real Mars mission. Yet another station let the families learn about how much less they would weigh on Mars , as well as see some great pictures from the OeWF MARS2013 mission. It was a great turnout of people, but what was most enjoyable, was to see so many children enthusiastic about the rover, miniature space suits, and Mars in general!

Author: Taylor-Gabrielle Moyer

19.Jun 2014 | 12:36

First 2-day Spacesuit Design Course held in Innsbruck

Students from universities in the UK, Germany, and around Austria descended on Innsbruck for the first (of hopefully many more) two day intensive course entitled “Introduction to Space Suits”, run by the Austrian Space Forum.

With only two days together, and a lot of interesting material to cover, students were treated to a wide range of lectures and activities, including subjects such as communication systems, on board data handling, and ESA case studies. Over the two days, they learnt about the basics of space suits, and the difficulties involved for humans during space walks. An up close and personal look at the Austrian Space Forum’s (OeWF) Aouda Space Suit Simulator was the highlight for many of the students. Along with time spent in the classroom, learning about other Analog suits, and the recent MARS2013 mission in the Sahara, the students were able to spend significant time in the Space Suit Laboratory.

Over the two days, the students practiced using the Aouda Suit gloves, chest pack and exoskeleton, as well as learning about Mission Support and training involved for the analog astronauts. They experienced how difficult some simple tasks, such as tying your shoes, can be while wearing bulky space suit gloves. Their practice and study cumulated in a final “mission” – where students donned a hefty training backpack, suit gloves and chest pack, along with a communications headset. This enabled the other students in a mockup of “Mission Support” to direct and instruct the analog astronaut in how to construct a transceiver, such as might be done in a real mission.

The students all agreed that it was a great opportunity to learn more about Aouda X, the Austrian Space Forum, and some of the challenges facing astronauts, as well as getting to socialize with like-minded people and make friends from around Europe. Many of the students will return to Innsbruck in the summer to begin internships and Master’s dissertations with the Austrian Space Forum.
A second course, which is expected to have double the participants, will run in July.

Author: Taylor-Gabrielle Moyer

 

20.Nov 2011 | 15:19

14 - 17. August 2014: Die Burggespräche des Orion

Zum sechsten Mal lädt der Förderkreis Astronomie und Raumfahrt “Der Orion” im dem altehrwürdigen, aus dem Mittelalter stammenden Schloss Albrechtsberg zu den Burggesprächen ein. Neben der Beobachtung der Perseeiden, Sterne und Planeten gibt es heuer wieder spannende Workshops zum Thema Astrofotografie inkl. Stereoskopie Teilnahmegebühr: 180,00 EUR (max. 30 Teilnehmer)
14.Oct 2010 | 19:21

05-07. Sep. 2014: ÖWF Zieleworkshop

Jährliche ÖWF Zielworkshop im Salzburger Raum. Wann: 05. Sep 2014, 09:00 - 07. Sep 2014, 14:00 Kosten: Umkostenbeitrag.
30.Jan 2008 | 21:27

12. Dez 2013 - Herbst 2014: Sonderaustellung "Sounds of Space"

"Sounds of Space" Sonderausstellung im Audioversum - Abenteuer Hören in Innsbruck entführt Sie in die Akustik des Weltalls. Das Österreichisches Weltraum Forum konzipierte die Sonderausstellung und liefert neben der wissenschaftliche Expertise auch die optischen und akustischen Inhalte. Start: Donnerstag, 12. Dezember 2013 Ort: AUDIOVERSUM, Wilhelm-Greil-Straße 23, 6020 Innsbruck Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 9.00 bis 18.00 Uhr Donnerstag: 9.00 bis 21.00 Uhr Samstag, Sonntag, Feiertage: 10.00 bis 18.00 Uhr Montag Ruhetag

ESA Nachrichten

ESA Human Spaceflight

18.07.14:
18.07.14:
03.Feb 2014 | 12:56

Robotic Exploration:ExoMars orbiter core module completed

The ExoMars Trace Gas Orbiter module consisting of the spacecraft structure, thermal control and propulsion systems was handed over by OHB System to Thales Alenia Space France at a ceremony held in Bremen, Germany, today.
08.Nov 2013 | 11:30

Robotic Exploration:ExoMars lander module named Schiaparelli

The entry, descent and landing demonstrator module that will fly on the 2016 ExoMars mission has been named 'Schiaparelli' in honour of the Italian astronomer Giovanni Schiaparelli, who famously mapped the Red Planet's surface features in the 19th century.
23.Jul 2014 | 16:55

ATV-5: loaded and locked


ESA’s fifth Automated Transfer Vehicle is now scheduled for launch to the International Space Station at 23:44 GMT on 29 July (01:44 CEST 30 July) on an Ariane 5 rocket from Europe’s Spaceport in Kourou, French Guiana.

23.Jul 2014 | 14:30

Galileo’s ‘midwives’ stand ready for launch


Galileo’s post-launch team at ESA have finalised their preparations for taking control of the twin satellites being launched next month.

22.Jul 2014 | 18:08

Call Alex: live SocialSpace with Alexander Gerst in orbit


ESA astronaut Alexander Gerst is sharing beautiful photographs from space on his social media pages. Is there something you want to ask him while he is orbiting our planet? On 22 August you could talk to him in person during ESA’s SocialSpace event.

22.Jul 2014 | 17:49

Au!


Subjected to extremes, Aausat prepares for launches from Earth and the International Space Station
21.Jul 2014 | 17:42

Wake up, robot


Code, play and command your space droid – students across Europe can bring a squadron of minisatellites to life on the International Space Station as the ultimate space robot game.

23.Jul 2014 | 16:55

ATV-5: loaded and locked


ESA’s fifth Automated Transfer Vehicle is now scheduled for launch to the International Space Station at 23:44 GMT on 29 July (01:44 CEST 30 July) on an Ariane 5 rocket from Europe’s Spaceport in Kourou, French Guiana.

22.Jul 2014 | 18:08

Call Alex: live SocialSpace with Alexander Gerst in orbit


ESA astronaut Alexander Gerst is sharing beautiful photographs from space on his social media pages. Is there something you want to ask him while he is orbiting our planet? On 22 August you could talk to him in person during ESA’s SocialSpace event.

22.Jul 2014 | 17:49

Au!


Subjected to extremes, Aausat prepares for launches from Earth and the International Space Station
18.Jul 2014 | 17:27

Our future


UK Mission-X kids with ESA astronaut Timothy Peake on Futures Day at the Farnborough International Air Show
18.Jul 2014 | 09:30

ESA mission name for astronaut Tim Peake: Principia


When ESA astronaut Tim Peake sets off for his six-month space journey next year, he will be flying under the mission name of Principia.

ESA Top Multimedia

ESA astronaut Timothy Peake with UK Mission-X kids

18.Jul 2014 | 09:30

Moon Eclipses Saturn

18.Jul 2014 | 09:30

Mexico City

18.Jul 2014 | 09:30

Earth from Space: Texcoco

18.Jul 2014 | 09:30

Sentinel-1B launch contract signature

18.Jul 2014 | 09:30

Comet on 14 July 2014 – processed view

18.Jul 2014 | 09:30

Weltraum Nachrichten von Online Zeitungen

20.Jul 2014 | 00:29

Space-Shuttle-Veteran: Hank Hartsfield ist tot

Er flog deutsche Astronauten ins All: Der Space-Shuttle-Pionier Hank Hartsfield ist tot. Er starb im Alter von 80 Jahren. Noch mit über 50 steuerte er die "Challenger".
16.Jul 2014 | 17:47

"Ison": Die letzten Stunden des Sonnenkometen

Die Sonne war zu viel für ihn. Erst zerfiel "Ison" in mehrere Teile, dann verlor der Komet seinen Schweif. Was vorher geschah, zeigen neue Messdaten.
16.Jul 2014 | 15:54

Entdeckung der Raumsonde "Rosetta": Wieso besteht dieser Komet aus zwei Teilen?

Spektakuläre Neuigkeiten von der Esa-Raumsonde "Rosetta": Ihr Zielkomet scheint aus zwei Teilen zu bestehen. Das legen Bilder nahe, die im Web aufgetaucht sind und nun für Zoff unter Europas All-Experten sorgen.
14.Jul 2014 | 12:04

Raumfahrt: Briten planen Weltraumbahnhof im eigenen Land

Es wäre der erste Weltraumbahnhof auf europäischem Boden: Großbritannien will angeblich bis 2018 auf der Insel einen Startplatz für Flüge ins All bauen. Sechs Orte sind im Gespräch.
13.Jul 2014 | 20:48

Privater Raumfrachter: "Cygnus" ist gestartet

Anderthalb Tonnen Versorgungsgüter sind auf dem Weg zur Internationalen Raumstation. Die Reise des privaten "Cygnus"-Transporters ging an ungewohnter Stelle los. Die Mission erinnert an eine verstorbene US-Raumfahrtveteranin.
23.Jul 2014 | 17:23

Astronomie - Ein kosmischer Flop

Doch kein "Feuerwerk" im galaktischen Zentrum
23.Jul 2014 | 13:33

Astronomie - Zehn Millionen Jahre jung und doch schon ausgebrannt

Neue ESO-Aufnahme: Der offene Sternhaufen NGC 3293 zeigt, welch unterschiedliche Wege Sterne von denselben Voraussetzungen aus einschlagen können
19.Jul 2014 | 18:49

1933-2014 - Space-Shuttle-Pionier Henry Hartsfield gestorben

Mit 50 Jahren "Columbia"-Pilot
19.Jul 2014 | 18:00

Astronomie - Vesta hat eine überraschend dicke Kruste

Entdeckung könnte dazu führen, dass herkömmliche Modelle zur Planetenentstehung überdacht werden müssen
19.Jul 2014 | 17:00

Historischer Schritt - Der Tag, der den Mond veränderte

Am 20. Juli 1969 betrat der US-Astronaut Neil Armstrong als erster Mensch den Boden eines fremden Himmelskörpers - Die internationale Raumfahrt hat längst neue Ziele
23.Jul 2014 | 09:38

Weltraum-Mission: Emirate wollen Raumsonde zum Mars schicken

Das höchste Gebäude der Welt ist den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht genug: Im Jahr 2021 soll das erste arabische Raumfahrzeug zum Roten Planeten starten. Geld spielt keine Rolle.
22.Jul 2014 | 10:43

Astronomie: Planetenformel – irrer Zufall oder Naturgesetz?

Ein mehr als 200 Jahre alter Algorithmus kann Planetenabstände zur Sonne gut beschreiben. Das wurde bislang als Zufall abgetan. Doch offenbar funktioniert das auch in fernen Planetensystemen.
21.Jul 2014 | 13:17

ISS-Projekt: Neue Atomuhr testet die Relativitätstheorie im All

Die neue Ultrapräzisionsuhr "Pharao" wird gerade für ihren Einsatz auf der "Internationalen Raumstation" (ISS) vorbereitet. Sie soll genauer als je zuvor die Grundannahmen der Physik überprüfen können.
19.Jul 2014 | 20:44

"Adler": Als vor 45 Jahren der erste Mensch den Mond betrat

Mitten im Kalten Krieg düpieren die USA die Sowjets: Sie landen auf dem Mond, hinterlassen einen Schuhabdruck. Fast ein halbes Jahrhundert später sehen Welt und Weltraum-Forschung völlig anders aus.
18.Jul 2014 | 13:28

Raumsonde: "Rosettas" Komet sieht aus wie eine Gummi-Ente

Beim Näherkommen entpuppt sich manches Objekt anders als gedacht. So erging es jetzt auch Weltraumexperten: Der Komet, auf den die Raumsonde "Rosetta" zusteuert, sieht nicht aus wie angenommen.

Weltraum Blogs

03.Sep 2012 | 16:49

ScienceBlogs.de bekommt eine neue Software und macht Pause

Es ist endlich soweit. ScienceBlogs.de wird auf eine neue Software (WordPress) umgestellt. Dann sollten die ganzen Macken und technische Probleme die sich im Laufe der Zeit angehäuft haben, endlich verschwinden. Die Umstellung erfolgt heute Nacht, um Mitternacht geht es los. ScienceBlogs wird dann eine ganze Weile nicht erreichbar sein. Im Laufe des Dienstag Nachmittag müsste dann alles wieder funktionieren. Hoffen zumindest alle... Vielleicht funktioniert auch nichts mehr und es dauert länger, bis alles wieder normal läuft. Wir werden sehen. Ich hab noch keine Ahnung, wie das neue ScienceBlogs aussehen wird. Ich wäre schon zufrieden damit, wenn alle meine Artikel und alle Kommentare dazu den Umzug heil überstehen... Also drückt die Daumen!


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03.Sep 2012 | 12:25

Barnards Stern hat keine Planeten

Barnards Stern hat keine Planeten. Warum sollte das interessant sein, wo doch sonst immer nur von Sternen berichtet wird, bei denen man Planeten entdeckt hat? Erstmal ist auch ein negatives Resultat ein Resultat. Es mag nicht so sexy sein, wie die Entdeckung eines neuen Planetensystems, aber wenn wir wissen, dass es irgendwo keine Planeten gibt, sagt uns das auch etwas. Und dann ist Barnards Stern ein Sonderfall. Denn hier gab es seit Jahrzehnten Diskussionen, oft sogar Streit, darüber, ob sich dort Planeten befinden oder nicht.

Barnards Stern ist nur 6 Lichtjahre entfernt und damit der viertnächste Nachbar der Sonne (oder der zweitnächste, wenn man die drei Sterne des Alpha-Centauri-Systems zu einem zusammenfasst). Er ist so nahe, dass man seine Eigenbewegung sehr gut sehen kann und weil er sich so schnell bewegt, wird er oft auch "Barnards Pfeilstern" genannt. Dieses Bild zeigt, wie er sich zwischen 2001 und 2010 über den Himmel bewegt hat:

Barnard_Star_2001-2010.gif

Bild: Alejandro Sanz Gómez, CC-BY-SA 2.5

So ein interessanter Stern wurde natürlich oft und ausgiebig beobachtet. Wegen seiner schnellen Bewegung hat man besonders viele und genaue Positionsmessungen angestellt. Und in den 1960er und 1970er Jahren kam der Astronom Peter van de Kamp zu dem Schluss, dass sich dort 2 Planeten befinden müssten. Denn der Stern zog nicht einfach in einer geraden Linie über den Himmel, sondern wackelte hin und her. Der Grund dafür sollte die gravitative Störung der Planeten sein, die den Stern ein bisschen wackeln ließen. Die Entdeckung extrasolarer Planeten in den 1970er Jahren wäre eine große Sensation gewesen. Aber die Kollegen waren nicht überzeugt. Andere Astronomen zeigten, dass vermutlich ein technischer Fehler am Teleskop für das Wackeln des Sterns verantwortlich war. Aber van de Kamp war weiter von der Existenz seiner Planeten überzeugt. Zwei Stück, ungefähr halb so groß wie Jupiter sollten Barnards Stern umkreisen.

Die Sache blieb zweifelhaft, die Beobachtungen konnten nie bestätigt werden und es dauerte bis 1995, bevor der erste wirklich zweifelsfrei bestätigte extrasolare Planet entdeckt wurde. Eine Gruppe amerikanischer Astronomen hat nun noch einmal genau nachgesehen und kommt zu dem Schluß: van de Kamps Planeten existieren nicht. Sie haben Beobachtungsdaten aus den letzten 25 Jahren kombiniert und neu ausgewertet. Im Gegensatz zu van de Kamp haben sie sich nicht auf die Positionsänderungen des Sterns verlassen, sondern seine Radialgeschwindigkeit beobachtet. Auch mit dieser Methode misst man das Wackeln des Sterns, allerdings auf andere Art und Weise. Die Ergebnisse sind ziemlich deutlich:

barnard.png


Die grünen und gelben Punkte sind die Messungen. Wenn der Stern keine Planeten hat, dann sollten sie alle auf der Nulllinie in der Mitte des Diagramms liegen. Wenn van de Kamps Planeten existieren, dann sollten die Punkte dem Verlauf der blauen oder rote Linie folgen. Das tun sie aber nicht, sondern liegen tatsächlich - innerhalb der Fehlerbalken - auf der Nulllinie.

Komplett ausschließen können die Forscher die Existenz von Planeten natürlich noch nicht. Ganz kleine Planeten könnte es noch geben. Aber sicherlich nichts, was größer ist als ein paar Erdmassen. Und auf jeden Fall keine Planeten, wie sie van de Kamp gefunden zu haben glaubte.

Barnards Stern hat also keine Planeten. Aber er wird weiter ein interessantes Forschungsobjekt bleiben, auch weil er der Sonne immer näher kommt. In knapp 10000 Jahren wird er sich bis auf 3,8 Lichtjahre angenähert haben. Ich würde gerne wissen, was die Astronomen bis dahin so alles herausgefunden haben...


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03.Sep 2012 | 10:00

Die Landkarte der Physik

1939 hat Bernard H. Porter die optimale Fusion aus Geografie und Physik erschaffen:

"[A] map of physics, containing a brief historical outline of the subject as will be of interest to physicists, students, laymen at large; Also giving a description of the land of physics as seen by the daring sould who venture there; And more particularly the location of villages (named after pioneer physicists) as found by the many rivers; Also the date of founding of each village; As well as the date of its extinction; and finally a collection of various and sundry symbols frequently met with on the trip."

1939-map-of-physics-h2.jpg

Wirklich cool! Da würde ich gern mal Urlaub machen. Eine kleiner Wanderung von der Astronomie ganz im Westen bis hin zur Astrophysik im Osten und dann an Herschel, Newton und Ptolemäus an den Lichtstrand und ein wenig entspannen ;)

Eigentlich fehlen nur noch 2 Dinge: Eine hochauflösende Version dieser Karte, damit man sie als Poster für die Wand ausdrucken kann. Und eine aktualisierte Version, die die Entwicklung der Physik seit 1939 inkludiert. Seit damals haben die Wissenschaftler ja jede Menge Neuland entdeckt!


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02.Sep 2012 | 15:40

Terminkalender September

Da ich in den nächsten Monaten diverse Vorträge und Lesungen an diversen Orten halte, dachte ich, ich sag mal Bescheid, wo ich überall sein werde. Vielleicht sieht man sich ja irgendwo.

  • 12.September, Seeheim-Jugenheim: Am 12 und 13 September finden die Bergsträsser Weltraumtage statt. Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie gibt es dort jede Menge populärwissenschaftliche Vorträge über Astronomie - zum Beispiel über die Suche nach Außerirdischen, den Bau eines Weltraumfahrstuhls oder die Geschichte der Raumfahrt in Kinofilmen. Ich werde dort am 12. September um 20 Uhr einen Vortrag zum Thema "Krawumm - Wahre und falsche Weltuntergänge" halten und dabei auch aus meinen Büchern vorlesen.

  • 25. September, Solingen: Am 25. September um 19.30 werde ich in der Sternwarte Solingen einen Vortrag zum Thema "Weltuntergang 2012? Keine Panik!" halten.
  • 24-28 September, Hamburg: Von 24 bis 28. September findet in Hamburg die große Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft statt. Dort werde ich zwar keinen Vortrag halten, aber trotzdem anwesend sein (zumindest von 26. bis 28., vorher muss ich ja noch nach Solingen). Wird sicher interessant und vielleicht sieht man sich ja!



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02.Sep 2012 | 14:26

Ein Krawumm geht um die Welt (21): Москва́

Letztes Mal war das Krawumm auf seiner Reise durch die Welt bei der chinesischen Mauer angelangt. Und wenn wir schon mal bei den großen Sehenswürdigkeiten sind, dann passt auch dieses Foto von Leser Robert. Krawumm in Moskau!

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Was bisher geschah: Teil 1: Die staubige Fabrik, Teil 2: Rindviecher, Teil 3: Das Krawumm will hoch hinaus, Teil 4: Eishockey und Nobelpreis, Teil 5: Der Weltskeptikerkongress, Teil 6: James Randi!, Teil 7: Bulgarische Berge, Teil 8: Auf hoher See, Teil 9: Das Buch im Transit, Teil 10: Der Berliner Flughafen, Teil 11: Flauschige Eichhörnchen, Teil 12: Der Bund fürs Leben, Teil 13: Der weiße Gott, Teil 14: Besuch auf Tatooine, Teil 15: Bei den alten Römern, Teil 16: Gaudi in Barcelona, Teil 17: Geysire im Yellowstone-Park, Teil 18: Urlaubslektüre in Antalya, Teil 19: Das Unheil kommt von oben, Teil 20: Die chinesische Mauer
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23.Jul 2014 | 16:05

UK Government Seeks Additional Advice on Spaceport Locations

Credit: CAA

Credit: CAA

The UK Department of Transport has launched a consultation concerning the Civil Aviation Authority’s (CAA) identification of eight potential locations for the nation’s first spaceport.

The CAA’s findings include key operational, safety, meteorological, environmental and economic criteria for selecting a suitable site for a spaceport. These include:

  • an existing civil or military aerodrome which has a runway which is, or is capable of being extended to, over 3000m in length;
  • could accommodate segregated areas of airspace to manage spaceflights safely; and,
  • is located away from densely populated areas in order to protect the uninvolved general public.

Based on its criteria, the CAA has identified eight existing coastal aerodromes which are potentially feasible locations for a UK spaceport.

This consultation seeks views on the criteria identified by the CAA as key and whether there are any other factors or criteria that should be considered in supporting a site for a spaceport in the UK.

We are also seeking views on the eight potentially feasible locations which the CAA has identified based on its criteria. In particular, whether any of these locations should be disregarded and why? And also, whether other locations should be considered further.

At this stage we are not consulting on local communities’ and stakeholders’ preferences regarding a potential spaceport in any of these locations; we will ensure that the views of local people are taken into account and seek their buy-in to any proposed location that may be identified before any decisions are taken to proceed with a UK spaceport.

We are not consulting on the highly technical aspects of the CAA’s report. Rather, we are seeking views on the strategic position to be adopted by government on the location of a spaceport.

The consultation period began on 15 July 2014 and will run until 6 October 2014.

For information on how to respond, download the consultation here.

23.Jul 2014 | 15:15

OmniEarth Signs MOU With Spaceflight Inc. for Launch Services

spaceflight_logoARLINGTON, Va., Jul 21, 2014 (OmniEarth PR) — OmniEarth LLC has signed a memorandum of understanding (MOU) with Spaceflight Inc. for rideshare launch services related to its planned constellation of up to 18 satellites.

Under the agreement, Spaceflight Inc. will identify launch opportunities and provide associated pre-launch support to OmniEarth. Spaceflight has strong partnerships with prominent launch vehicle providers, such as SpaceX, Orbital Sciences, Roscosmos, and Virgin Galactic, and is well-suited to facilitate launch accommodations for OmniEarth.

“Rideshare and cost effective access to space enables new business models in the satellite industry,” said Curt Blake, president of Spaceflight. “We are excited to help launch the OmniEarth constellation using our global network of launch vehicle partners.”

Spaceflight has launched 47 satellites over a year and a half period and has more than 100 in backlog. Spaceflight’s next launch is scheduled for mid-July 2014 onboard Orbital Sciences’ Cygnus Orb-2 mission.

“The partnership with Spaceflight is a significant milestone in the development of our satellite constellation and brings us one step closer to being able to deliver imagery and analytics that will enhance our subscribers’ ability to detect, analyze and react to environmental change in near real time,” said Lars Dyrud, president and CEO of OmniEarth, of the agreement.

About OmniEarth

OmniEarth improves our subscribers’ ability to visualize the world around them by enhancing their ability to see, analyze, and react to change in real time. Through a constant stream of geoinformatics, OmniEarth subscribers always have access to imagery and derived information products from any location on Earth – on demand and over time. Our desire to investigate unanswered questions about our changing planet has led us to produce a reliable, constant data stream and enhanced decision-making tools for subscribers in the agriculture, forestry, energy, civil and military markets … and everyone else who wants to better understand Earth. www.omniearth.net

About Spaceflight Inc.

Spaceflight Inc., “The Space Logistics Company,” provides frequent, cost-effective and routine access to space for deployed and hosted payloads. Spaceflight specializes in the launch of CubeSats, NanoSats and MicroSats. Through its global network of launch vehicle providers, Spaceflight can deploy payloads to low Earth orbit, the moon and beyond. Visit us on the web at www.spaceflightservices.com and follow @spaceflightinc on Twitter.

23.Jul 2014 | 14:31

NanoRacks Part of Space Systems/Loral’s Hosted Payloads Team

nano_racks_logo
WASHINGTON, D.C., July 22, 2014 (NanoRacks PR – The United States Air Force has awarded a five year IDIQ contract opportunity to SSL under the Hosted Payload Solutions Program (HoPs) in order to facilitate the placement of payloads designed for Geostationary (GEO) and Low-Earth (LEO) orbit.

NanoRacks is pleased to be one of the SSL LEO team services providers, utilizing its External Payload Platform as a test-bed for sensors and advanced electronics, located outside the International Space Station.

NanoRacks is unique in its ability to access the International Space Station (ISS) in a timely and cost efficient manner for commercial and government customers. The Company is able to offer hosted solutions without use of a satellite, thereby assuring the payload developers top priority for their payloads and mission objectives. “For us,” explained Michael D. Johnson, NanoRacks’ Chief Technology Officer, “our customers are not ‘secondary;’ their payloads are driving the mission. That makes a big difference. Our customers pick the launch schedule and we work with NASA to give the customers exactly what they need.”

“The U.S. Air Force is making a statement that the new chapter of hosted payloads is not limitedto satellites but includes the creative use of all American space assets, including ISS,” said NanoRacks’ CEO Jeffrey Manber. “We are pleased to be part of a great team and this new chapter in U.S. Government procurement.” To find out more about the NanoRacks External Payload Platform, click here.

About NanoRacks, LLC

NanoRacks LLC was formed in 2009 to provide commercial hardware and services for the U.S. National Laboratory onboard the International Space Station via a Space Act Agreement with NASA. The Company is unique in owning and marketing its own family of research equipment, both inside and external to the Space Station and providing low-cost, high quality services to the Station customer. To date over 200 payloads have been deployed by the Company on Space Station and the current signed customer pipeline of over 150 payloads, including those from DLR, NASA, US Government Agencies, Planet Labs, Space Florida, NCESSE, pharmaceutical drug companies, and organizations in Vietnam, UK, Romania and Israel, has propelled NanoRacks into a leadership position in understanding the emerging commercial market for low-earth orbit utilization.

23.Jul 2014 | 04:40

SV Gets All Spacy This Weekend

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Silicon Valley will be hosting not one but two — you heard that right, TWO — space events this weekend that are overlapping with each other.

The Space Frontier Foundation kicks off its annual NewSpace Conference on Thursday at the Double Tree San Jose. If you like commercial space and lots of panel discussions, this is the conference for you. It’s got plenty of both. And remember, the most important part is not necessarily all the gabbing in the room but the space deals being done in the hallways.

Learn more here

On Friday evening, Startup Weekend: Space gets underway, also at the Double Tree. The event, which features pitches for space-related businesses, moves to the Plug & Play Center in Sunnyvale for Saturday and Sunday.

The startup weekend is being sponsored by the Space Frontier Foundation. There is a 50 percent discount on the NewSpace conference for those who sign up for both events.

Learn more here

23.Jul 2014 | 02:47

Stu Witt to Remain Head of Mojave Spaceport for Extra 6 Months

Mojave Air and Space Port CEO Stu Witt (Credit: Bill Deaver)

Mojave Air and Space Port CEO Stu Witt (Credit: Bill Deaver)

Mojave Air and Space Port CEO/General Manager Stu Witt is postponing his retirement by six months.

Witt had planned to step down no later than July 1, 2015. However, last week the Mojave Spaceport Board of Directors approved a six month extension until January 2016.

The extension is apparently related to the board’s meandering effort to replace Witt, who announced his intention to step down last year. Board President JoAnn Painter told the Antelope Valley Press the board is still working on a “template for managing the succession” that would be put into place six months before Witt departs.

The newspaper quotes Witt as looking forward to sticking around a bit longer. “Exciting events are on the books for the next 18 months involving increased flight testing and launch activity from several tenants,” he said.

Scaled Composites and Virgin Galactic are set to resume powered flights of the suborbital SpaceShipTwo vehicle later this summer. XCOR is eying the first quarter of 2015 for initial flight tests of its Lynx suborbital space plane. Other air and space tenants also conduct testing at the desert airport.

The process of replacing Witt has proceeded in fits and starts. Earlier in the year, board members Jim Balentine and Marie Walker were appointed to a search committee and tasked with developing a set of criteria for hiring Witt’s replacement.

The pair didn’t come up with any criteria; instead, they recommended hiring a professional head hunter they had consulted with to find a replacement. Walker explained that the consultant had mentioned a number of criteria and factors that she and Balentine hadn’t thought of on their own.

Then-Chairman Dick Rutan was none-too-pleased with that bit of work. During a meeting, he repeatedly tried to appoint board member Allen Peterson to join Balentine and Walker on the search committee.  Peterson repeatedly refused.

Rutan and Walker were soon gone. Rutan left the board due to the demands of a consulting job working on a new type of aircraft engine. Walker, who owns a company called Fiberset that’s located on the airport, cited pressing business concerns as the reason for her departure.

It was later revealed that Fiberset was significantly behind in its rent to the airport. The company recently paid its back rent and moved out of its leased building, which the board quickly voted to demolish. Fiberset is now subleasing space in another building on airport property.

The board appointed Bill Deaver and David Evans to fill out the remainder of the open terms.  Those new members have had to get up to speed on a number of issues, including severe problems with the airport’s accounting department.

On the eve of a delayed audit in February, long-time Chief Financial Officer (CFO) Erika Westawski suddenly resigned her position without notice and disappeared. Airport officials and outside auditors have spent months trying to make heads and tails of the airport’s books.

Witt has said that no money was stolen, but that Westawski — who had worked for the airport for 9 years — was simply terrible at her job. The records were a mess. and Westawski never sent bills for some money that the airport was owed. Instead of have more than $5 million in reserves, the airport found the number was about half that amount. Things were so bad the airport has hired an outside auditor to review records from the four previous years.

In recent years, officials spent millions on upgrades to the airport based on inflated funding reserves. Those improvements included the extension of utilities to the north side test area and renovations on the old Pool Building on Poole Street to serve as as an events center. The board voted to name the facility after their outgoing CEO despite Witt’s objections to the move.

The accounting mess has cast a pall over what was supposed to be Witt’s last year on a job he has held since 2002. The airport has shaved its budget for the current fiscal year, which began on July 1. Officials will not be spending much on additional projects outside of operational and maintenance.

It also has damaged Witt’s reputation as a strong manager credited for building up the spaceport as a global leader in civilian flight testing. Questions have been raised about how this had gone on as long as it had, and about the lack of financial controls that have been since put into place.

20.Jul 2014 | 18:35

Die Natur der schnellen Radiostrahlungsausbrüche

Die Entdeckung eines nur Sekundenbruchteile andauernden Radiostrahlungsausbruchs mit dem Arecibo-Radioteleskop auf Puerto Rico liefert den Astronomen wichtige neue Daten zu diesen rätselhaften und in der Vergangenheit nur extrem selten beobachteten Ausbrüchen, deren Ursprung sich anscheinend in Entfernungen von Milliarden von Lichtjahren befindet.
18.Jul 2014 | 20:10

Brief für Echtzeit-Bilder von Rosetta: Ein Rückblick

Am Montag veröffentlichte Raumfahrer.net einen offenen Brief, gerichtet an führende Wissenschaftler der Rosetta-Mission. Die ESA hat mittlerweile geantwortet. Internationale Medien haben berichtet. Wir danken für den breiten Zuspruch. Wir werden den begonnenden Dialog fortführen.
17.Jul 2014 | 21:38

New Horizons: Kurskorrektur auf dem Weg zum Pluto

Auf ihrem Weg zu dem Zwergplaneten Pluto hat die Raumsonde New Horizons am 15. Juli ein Kurskorrekturmanöver durchgeführt. Durch eine minimale Erhöhung der Geschwindigkeit wurde dabei sichergestellt, dass die Raumsonde den Pluto im kommenden Sommer zu dem vorgesehenen Zeitpunkt erreichen wird.
16.Jul 2014 | 23:51

Rosettas Komet besteht aus zwei einzelnen Körpern!

Versehentlich im Internet veröffentlichte Aufnahmen der Raumsonde Rosetta zeigen, dass es sich bei deren Ziel - dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko - offenbar um ein aus zwei einzelnen Objekten bestehenden Kometenkern handelt. 67P besteht demzufolge aus zwei sich berührenden Körpern, von denen einer deutlich kleiner ausfällt.
15.Jul 2014 | 22:57

Open Letter: Rosetta`s pictures in realtime

Until now, ESA published new pictures from its flagship mission Rosetta just weekly. The board of Raumfahrer Net e. V. now demands a more frequent publication. This open letter is directed to scientists of ESA, DLR, the Max-Planck-Institut for Solar System Research and other institutions.
18.Jul 2014 | 08:24

60 Jahre... war's das?

Seit 60 Jahren war dieser Tag vorhersehbar...lange lag er jedoch in weiter Ferne...und dann ist er viel zu schnell da: mein sechzigster Geburtstag. Jahrzehntelang waren Sechzigjährige für mich das Alter per se, kurz vor der Rente...Jetzt, da mich dieses "Schicksal" ebenso ereilt hat und ich in Zukunft vielleicht Seniorenteller und Vergünstigungen am Skilift genießen darf, ist es Zeit zurück zu schauen, um die Zukunft vorzubereiten, im privaten wie im beruflichen Bereich: Die gesammelten Erfahrungen auf- und verarbeiten und die unglaubliche Macht der Unabhängigkeit, die durch das Alter gegeben ist, gezielt einsetzen, um wichtige Dinge voranzutreiben.
16.Jul 2014 | 15:17

Fotowettbewerb: Rosetta, sind wir schon da?

"Sind wir schon da?" - Diese Frage haben wir vermutlich alle irgendwann schon einmal unterwegs gestellt - oder zumindest gedacht. Diese Frage hat sich sicherlich auch das Team der Rosetta-Mission im Laufe des zehnjährigen Flugs zum Zielkometen gestellt. Und jetzt endlich steht das lang ersehnte "Ja, wir sind endlich da!" kurz bevor. Um die letzte Etappe dieser abenteuerlichen Reise zum Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko zu begleiten, hat die Europäische Weltraumorganisation ESA den Fotowettbewerb: "Rosetta, sind wir schon da?" zum Thema Reisen und Ankommen gestartet.
14.Jul 2014 | 11:40

Bronzefarben und kompakt - MASCOT geht nach Japan

MASCOT gleicht ein bisschen einem Taschenmesser - möglichst kompakt und trotzdem sind alle Funktionen und Module enthalten, die man in jeder erdenklichen Lage benötigt. Nur die Anforderungen sind etwas anders: Ein Asteroidenlander, Subsysteme, ein Abwurfmechanismus vom Mutterschiff, ein Hüpfmechanismus, ein Hyperspektralmikroskop, ein Magnetometer, ein Radiometer, eine Kamera und eine autonome Steuereinheit stellen nur einige der vielen Funktionen des circa 10 Kilogramm schweren Landers dar.
09.Jul 2014 | 13:40

Inspektion bei der fliegenden Sternwarte

Nach der Landung von SOFIA in Hamburg fanden in der vergangenen Woche vor allem vorbereitende Arbeiten für die Wartung statt. Wie bei einer großen Inspektion für das Auto wurden zunächst die sichtbaren Beulen und Kratzer am Flugzeugrumpf aufgenommen. Dann wurde ein so genannter Engine-Trim-Run gefahren: Dabei werden die Triebwerk-Einstellungen überprüft und justiert. Nach dem Wiegen konnte SOFIA dann in den Hangar gerollt und mit dem Einrüsten begonnen werden.
03.Jul 2014 | 10:50

UFO gesichtet!

Eine gute Überschrift ist alles! Endlich habe auch ich mal die Chance, ganz vorne auf der Titelseite zu landen! Dabei kann ich bei meiner Schlagzeile sogar auf das obligate und dezente Fragezeichen am Ende des Satzes verzichten und muss die Wahrheit nicht verbiegen: Die Astronauten haben tatsächlich ein "Unidentified Flying Object" (UFO) gemeldet.
25.May 2014 | 16:52

ILA und Berlin – Elf Notizen eines Provinzlers

London riecht nach Pferd und Fäkalien, befand Horiatio Nelson, Englands legendärer Seeheld, als er nach monatelanger Kriegsfahrt auf hoher See in die Hauptstadt zurückkehrte. Sie war zu seiner Zeit die bedeutendste Stadt der Welt und er begegnete ihr stets mit einer Mischung aus Faszination und Abscheu.

1. Ich war noch keine Minute in der Berliner S-Bahn (Strecke Hauptbahnhof – Charlottenburg) als ich von einem streng riechenden, verwahrlost aussehenden Mann in forschem Ton angebettelt wurde. Am Bahnhof Zoo verließ er den Zug wieder. Ein weiterer Bettler kam ins Abteil, um seinerseits mit lauter Stimme von den Passagieren einen Obolus einzufordern. Niemand kümmerte sich um ihn, was ihn dazu veranlasste, die Fahrgäste mit lautstarken Verwünschungen zu belegen. Er war mit seiner Tirade noch nicht fertig, als der Zug in Charlottenburg einfuhr. Ich wuchtete mein Gepäck zum Ausgang, warf dem Mann und der innen und außen mit Graffitis vollgeschmierten S-Bahn-Kabine einen letzten irritierten Blick zu, und trat vor die Tür. Es knirschte unter meinen Füßen. Ich blickte nach unten. Ich stand in einem Haufen Glasscherben.

Der Autor, in der Gagarin Bar in Prenzlauer Berg

Der Autor, in der Gagarin Bar in Prenzlauer Berg

2. Die Aufbautage auf der ILA, draußen im märkischen Sand, gleich neben BER, der bestbeleuchtetsten, uneröffnetsten, teuersten Lachnummer der Nation laufen wie immer. Die Parkplätze, wie stets ungepflastert und ungeteert, stauben vor sich hin. Wie üblich kann man an den Aufbautagen ohne jede Kontrolle (noch nicht einmal die Aufbau-Ausweise werden gecheckt) alles ins ILA-Gelände schleppen, was man – für welchen Zweck auch immer - in den Folgetagen so braucht. Kann man die Gerätschaften nicht tragen, dann bekommt man für 100 Euro Kaution problemlos eine Einfahrtgenehmigung. Dann bringt man halt sein Material mit dem PKW, dem Laster oder dem Tieflader ins Gelände. Kein Mensch kontrolliert irgendetwas. So geht das problemlos von Samstag bis Montag.

Standaufbau am Tag vor der Eröffnung

Standaufbau am Tag vor der Eröffnung

3. Montagabend, in der Gagarin-Bar in Prenzlauer Berg, erinnerte mich Susanne Hofmann milde an meine Kosmologs-Verpflichtungen und versprach, ums mir leichter zu machen, schon mal einen kleinen Beitrag über die ILA vorzulegen. Was sie denn auch tat. Über Susannes Anwesenheit hab ich mich ganz besonders gefreut. Mit dabei bei Gagarin-Bier, Blinis, Soljanka und russischen Buletten waren neben ihr auch Uwe-Schmaling, Chefredakteur und Herausgeber des ebenso legendären wie chronisch defizitären und gerade mal wieder von der Schließung bedrohten Kult-Raumfahrtorgans Raumfahrt Concret, die Regisseurin Marian Kiss, meine Wiener Orion-Partnerin Maria Pflug-Hofmayr, Andreas Weise, Ingenieur und Raumfahrthistoriker mit Schwerpunkt auf der frühen russischen Raumfahrt, Thomas Krieger, der Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Raumfahrt und die RC-Redakteurin Ute Harbricht. Außerdem der letzte Wissenschafts-Attachè der ständigen Vertretung der DDR in Bonn mit seiner Frau, die als kleines Mädchen im September 1961 dem eben aus dem Orbit zurückgekehrten German Titow den offiziellen Blumenstrauß der DDR-Regierung überreichen durfte. Eine bunte, illustre und lustige Runde.

4. Kurz nach Mitternacht stieg ich an der U-Bahnstation Adenauerplatz aus. Mir fiel gleich das übliche Rudel aus sechs, sieben finster aussehenden Jungs in Bomberjacken auf. Diese beunruhigenden Grüppchen gehören zur nächtlichen Grundausstattung jeder Berliner U-Bahnstation. Dazu zwei auf den Wartebänken schnarchende Penner und eine erheblich schwankende Person, die sich offensichtlich für den Erlöser hielt und mit lauter Stimme das nahende Armageddon heraufbeschwor. Als ich die Treppe in Richtung Xantener Straße hinaufging (die Rolltreppe wie üblich in Berlin pure Makulatur) folgte mir die Gang, und mir wurde etwas mulmig. Die Jungs erwiesen sich aber als harmlos. Zumindest für mich. Als ich die vierhundert Meter zum Olivaer-Platz marschierte, bekam ich noch mit, wie sie an einer Baustelle unter lautem Gejohle ein Dixie-Kloo an den Kudamm wuchteten und auf die Fahrbahn warfen.

Eine der wenigen Neuheiten auf der diesjährigen ILA. Der Airbus A350.

Eine der wenigen Neuheiten auf der diesjährigen ILA. Der Airbus A350.

5. Ab Dienstag, dem ersten der drei ILA-Geschäftstage, setzten scharfe Kontrollen ein. Ausweise werden gescannt, Taschen durchsucht, man muss einen Metalldetektor passieren. Kleiner Tip, für den Fall, dass sie für ihr geplantes Sprengstoffattentat noch Material brauchen, das sie blöderweise vergessen haben, zwischen Samstag und Montag mit dem Transporter hereinzubringen: Besuchen Sie den Military-Shop ihrer Wahl und beschaffen sich dort einen Kampfanzug. Und zwar die buntgefleckte-Camouflage-Sorte. Rangabzeichen sind nicht nötig. Trägt man so ein Outfit, dann wird man vom Wachpersonal an den Eingängen einfach durchgewinkt. Weder braucht man an der Schlange anzustehen, noch muss man irgendwelche Kontrollen über sich ergehen lassen. Auch das Gepäck der Kampfkombi-Träger wird – nach meinen Beobachtungen – grundsätzlich nicht kontrolliert.

Der kleinste, neuste und interessanteste Airbus: Ein Voll-Elektroflugzeug

Der kleinste, neuste und interessanteste Airbus: Ein Voll-Elektroflugzeug

6. Anders ist das bei den zivilen Uniformträgern, den Herren (und sehr, sehr wenigen Damen) aus den Business-Development Abteilungen der Aerospace-Unternehmen. „Zivil-Uniform“ deswegen, weil etwa sechs von zehn dieser Personen anthrazitfarbene Anzüge, weißes Hemd und rote Krawatte tragen. Dazu eine schwarze Laptop-Tasche links, ein Headset, das zum Blackberry in der Sakko-Tasche rechts führt, mit dessen Hilfe sie mit extrem wichtigem Gesichtsausdruck extrem wichtige Gespräche ins Off führen. Sie, und der übrige Rest der Besucher, werden genauestens gefilzt.

7. In den Hallen war dieses Jahr weniger los, als in den vergangenen Jahren. Das dürfte vor allem daran liegen, dass die ideellen Aussteller heuer von der Messeleitung keine Vergünstigungen mehr erhielten. Sie müssen sich nun jedes Stück, von den Stellwänden bis zur Möblierung der Stände, selber kaufen oder mieten. Die Preise sind geschmalzen. Viele können sich das nicht leisten, und so sind dieses Mal die meisten der Vereine, Interessengruppen, Verlage und kleine Händler, die letztes Jahr noch dabei waren, nicht mehr vertreten. Raumfahrt Concret konnte beispielsweise den Stand nicht bezahlen (vor allem nachdem mit Manfred Fuchs in diesem Jahr auch noch einer der Hauptförderer der Zeitschrift verstorben ist). Die deutschen Teilnehmer am Lunar Google X-Price, die vor zwei Jahren noch da waren (die Part Time Scientists) fehlten ebenfalls. Diese Gruppierungen haben bislang nicht nur den restlichen Platz in den Hallen aufgefüllt, sondern auch für Buntheit gesorgt. Besonders an den Besuchertagen. Aus diesem Grund waren einige der Hallen nur etwa zur Hälfte bis zwei Drittel mit Ständen belegt. Macht keinen guten Eindruck.

Der Lander der europäischen ExoMars 2016-Raumsonde

Der Lander der europäischen ExoMars 2016-Raumsonde

8. Wie immer gab es viele Flugzeuge zu besichtigen, allerdings kaum Neuheiten. Der im Vorfeld angekündigte Osprey von Boeing ließ sich beispielsweise nicht blicken. Der vielleicht interessanteste Neuling, die A350 blieb nur die ersten paar Stunden der ILA und meldete sich dann zur Weiterführung der Testflüge ab. Interessant im Luftfahrtbereich war der Airbus E-Fan. Ein voll-elektrisches Flugzeug. Und die Flugvorführungen? Bieder und brav wie immer in Berlin. Die extrem engen Vorschriften auf der ILA erlauben es nicht, die Demos mit Pfeffer zu würzen. Nur einzelnen Piloten (Beispiel "Solotürk") gelang es, kreativ mit den restriktiven Regularien umzugehen. Wer auf einer großen Luftfahrtshow Spektakuläres sehen will, ist in Berlin an der falschen Addresse. Der muss in Europa nach Le Bourget oder nach Farnborough gehen. Die Sprecher der Aerobatik-Teams weisen denn auch immer wieder darauf hin, dass man leider nur ein stark reduziertes Programm zeigen dürfe.

9. In Sachen Raumfahrt herrscht Stagnation. Es sind die gleichen Ausstellungsobjekte zu sehen wie vor zwei Jahren, von einigen ganz wenigen Ausnahmen einmal abgesehen. Dazu gehören Modelle des Multi Purpose Crew Vehicle (MPCV), des ExoMars 2018 – Rovers und des 2016 – Landers. Vom MPCV abgesehen gibt es keinerlei US-Beteiligung. Weder die kommerziellen noch die privaten US-Raumfahrtunternehmen sind auf der Messe. Keine Spur von Boeing, Lockheed oder SpaceX. Auch die russische Beteiligung ist kleiner als früher. Chrunitschew fehlte beispielsweise komplett, vielleicht auch um Fragen über die Zuverlässigkeit der wieder einmal abgestürzten Proton-Rakete aus dem Weg zu gehen.

Die ILA 2016 hat durchaus Spaß gemacht.

Die ILA 2014 hat durchaus Spaß gemacht.

10. Dennoch hat es Spaß gemacht. Weniger wegen der deutlichen Stagnation, als vielmehr, weil man sich mit vielen Bekannten und Gleichgesinnten austauschen konnte. Allein dafür hat die ILA als „Marktplatz“ ihre Berechtigung. Vieles fand aber eher am Abend und außerhalb des Ausstellungsgeländes statt: In der „Ständigen Vertretung“, auf dem Hacke’schen Markt, in der Bar Gagarin oder an anderen kommunikativen Plätzen. Wie immer bei der Frühjahrs-ILA hat auch das Wetter gut mitgespielt (bei der Herbst-ILA vor zwei Jahren war es ja nicht ganz so gut).

11. Als Provinzler stehe ich dem Hype, der um Berlin gemacht wird, mit skeptischer Distanz gegenüber. Und als Provinz lasse ich hier auch München und Wien gelten, die beiden einzigen Großstädte, in denen ich mich öfter als nur ein-, zweimal im Jahr bewege. Dort wird mir das Gefühl vermittelt, dass der weitaus überwiegende Teil der Bürger ihren Mitmenschen und ihrer Stadt mit Respekt und Verantwortung begegnen. In Berlin bin ich mir dagegen nie sicher, ob die vielgerühmte Liberalität nicht einfach nur pure Gleichgültigkeit ist. Auf Schritt und Tritt begegnet man Verwahrlosung und Vandalismus. Parks und öffentliche Plätze, die Ruhezonen vor Museen und Gedenkstätten sind fest in den Händen sozialer Randgruppen. Ihre Unantastbarkeit ist Gesetz und so benehmen sie sich auch.

Von Horatio Nelson wird berichtet, dass er immer froh war, London wieder verlassen zu können, auch wenn ihn danach die ersten Tage auf See stets die Seekrankheit plagte. Aber er mochte die Weite der Meeres, die frische Luft und die überschaubare Ordnung seines Schiffs.

09.Mar 2014 | 11:01

Musk macht dem Falcon Beine

Sollten Sie - wie ich - ein Fan von Science Fiction B-Filmen aus den 50iger Jahren sein, dann kennen sie den Plot. Der geht, jetzt mal ganz generisch, so: Das Raumschiff X-7 mit Professor Scatterbrain, seiner schönen Tochter Gwendolyn (Biologin), dem brillianten und in Gwendolyn verknallten (er weiß es aber noch nicht) Wissenschaftler Dr. Jeffrey Quantumleap und dem (noch unerkannten) Schurken Hellonious Greedhead (getarnt als Bordingenieur) startet zum Planeten Metares 3 (Zweiter Spiralarm, dritter Quadrant, vierter Sektor rechts). Der Professor vermutet dort ein gewaltiges Vorkommen von Cavorit, das er fürderhin zum Wohle der Menschheit einzusetzen gedenkt. Greedhead vermutet das auch, und gedenkt es fürderhin zum Zwecke seiner persönlichen Bereicherung zu verwenden. Auf Metares 3 stoßen sie auf Einheimische, die genau so aussehen wie sich Hollywood-Südseeinsulaner vorstellt (Frauen in knappen Bikinis, Männer im Lendenschurz). Greedhead will sie umbringen, Quantumleap will sie schützen, der Professor ist überfordert, Gwendolyn fällt in Ohnmacht, Getümmel, Verfolgung, Gemetzel. Der Schurke wird besiegt, alles ist wieder paletti und alle drei (Greedhead muss als Leibsklave des Eingeborenenhäuptlings zurückbleiben) düsen wieder zurück zur Erde.

Destination Moon

"Destination Moon", SF-Movie aus dem Jahre 1950.

Das alles wurde - das Budget war mager - an Wochenenden in den nicht mehr benötigten Kulissen der A-Filme gedreht. Mit Schauspielern aus der C-Riege. Auch für die Trickeffekte war kaum Geld da, deshalb ließ man die Aufnahmen vom Start der  X-7 für die Landungen auf Metares und zurück auf der Erde einfach rückwärts ablaufen. Eine Startrampe befand man für unnötig. Das Ding startete auf seinen drei, vier oder fünf Beinen und landete auf diesen auch wieder.

Um diese wunderbare Landetechnik zu bewundern brauchen Sie zukünftig nicht mehr die CD mit "Metares 3 antwortet nicht" aus der Kommode zu kramen. Und das liegt mal wieder an Elon Musk, dem "Leading Guru" für Solartechnik (Solar City), Elektroautos (Tesla) und wiederverwendbare Trägerraketen (SpaceX).

Elon Musk hatte es schon vor Jahren angekündigt, und dafür die hämischen Kommentare der etablierten Raumfahrtfirmen geerntet: Jede Falcon ab der Version 9 v1.1, die für diesen Zweck genügend Treibstoffreserven mitführen kann, wird zukünftig einen Landeversuch unternehmen. Dies war schon beim Erstflug der Falcon 9 v1.1 der Fall, die im vergangenen September den kanadischen Cassiopee-Satelliten in den Orbit brachte. Nach der Stufentrennung war erstmals in der Geschichte der Raumfahrt probeweise ein "Boost back"-Manöver durchgeführt worden, also eine erneute Triebwerkszündung der ersten Stufe um einen Rückflug in Richtung Startstelle einzuleiten. Unmittelbar über der Wasseroberfläche erfolgte dann eine zweite Zündung, um die Fallgeschwindigkeit der Stufe auf Null zu reduzieren. Das klappte allerdings nicht so ganz. Die Stufe geriet in der Endphase des Abstiegs in Drehung, was dazu führte, dass die Treibstoffe an die Tankwände gepresst wurden. Daraufhin brachen die Schwappspanten, das Triebwerk (es lief nur die zentrale Einheit) saugte Metallteile an und schaltete kurz über der Wasseroberfläche ab. Die Stufe schlug mit etwa 100 Kilometern pro Stunde auf dem Wasser auf und ging zu Bruch.

Was der Zufriedenheit der SpaceX-Leute allerdings keinen Abbruch tat. Niemand rechnet damit, dass dieses komplexe Manöver schon bei den ersten Versuchen von Erfolg gekrönt wird. Dafür war die Rakete auch noch gar nicht vollständig ausgerüstet. Jetzt hat SpaceX aber alle notwendigen Puzzle-Teile beisammen, um eine Rückführung der ersten Stufe nach einer Raumflugmission ernsthaft zu versuchen. Beim Start zur CRS-3 /Spx-3 Mission (einem Versorgungsflug mit der Dragon-Kapsel zur Internationalen Raumstation) am 17. März wird nur etwa 70 Prozent der Nutzlastkapazität der Falcon 9v 1.1 benötigt. Das lässt wieder Spielraum für einen Landeversuch. Der wird erneut - schon aus Sicherheitsgründen - im Wasser erfolgen. Dieses Mal vor der Küste von Cape Canaveral im Atlantik. Die Wahrscheinlichkeit, dass SpaceX die Stufe intakt aus dem Ozean fischt ist auch dieses Mal gering. Elon Musk schätzt die Chancen für einen Erfolg auf etwa 30 Prozent. Erstmals werden dabei auch Landebeine zum Einsatz kommen (so wie auf dem Bild hier sehen die übrigens in angelegtem Zustand aus).

Landebeine

Die Landebeine der Falcon 9 in angelegtem Zustand

Die für die Bergung entscheidenden Manöver ereignen sich alle nach der Trennung der ersten von der zweiten Stufe. Bis dahin soll die Mission verlaufen, wie jeder andere Orbital- oder Sondenstart auch. Die Landebeine sind in der ersten Flugphase aus aerodynamischen Gründen noch an den Rumpf angelegt und haben keine Funktion.Die Serie der Manöver, die letztendlich zur weichen Landung führen sollen, beginnt erst  nach der Trennung. Während die zweite Stufe mit der Dragon-Raumkapsel den Aufstieg in den Orbit fortsetzt, wird das Lageregelungssystem der ersten Stufe die Antriebseinheit zunächst um 180 Grad drehen.Kurz darauf beginnt das so genannte „Boost Back Manöver“. Drei der neun Merlin 1D- Triebwerke zünden erneut, und bringen die Stufe, die sich bis dahin mit einer Geschwindigkeit von über 6.000 Kilometer pro Stunde auf den Atlantik hinausbewegt, erst auf Gegenkurs und schalten dann wieder ab.

Falcon 9 und Dragon

Die Kombination aus Falcon 9 und der Dragon - Raumkapsel wird für den Start vorbereitet

Die Stufe steuert nun im Freien Fall auf ein vorbestimmtes Landegebiet zu, und wird dabei durch die zunehmende Luftreibung in den tieferen Schichten der Atmosphäre immer weiter abgebremst. Ihre Raumlage wird in dieser Phase durch ein Lagekontrollsystem stabil gehalten. Schließlich bewegt sich die Stufe mit einer Geschwindigkeit, die als „Terminal Velocity“ (Grenzgeschwindigkeit) bezeichnet wird. Ein Objekt erreicht seine Grenzgeschwindigkeit dann, wenn sich ein Gleichgewicht der einwirkenden Kräfte bildet und keine weitere Beschleunigung gleich in welche Richtung mehr erfolgt. Bei einem freien Fall durch Luft ist die Grenzgeschwindigkeit erreicht, wenn die Gravitationskraft durch die Luftreibung kompensiert wird. Die "Terminal Velocity" ist bei der Falocn 9-Erststufe nicht bekannt. Sie dürfte aber bei etwa 350-400 Kilometern pro Stunde liegen.

Die Schlusszündung wird in einer Höhe von weniger als 1.000 Meter über der Wasseroberfläche beginnen, diesmal mit nur noch einem aktiven Triebwerk. Mehr ist nun mehr nicht nötig, denn die Tanks sind fast, aber nur fast, leer. Es wird keine Nutzlast mehr transportiert und das Vehikel wiegt zu Beginn der Zündungweniger als 25 Tonnen (beim Start wog die erste Stufe mehr als 400 Tonnen). Das Triebwerk wird nur noch etwa 15 Sekunden laufen. In dieser zweiten Brennphase nach der Stufentrennung werden die Landebeine ausgeklappt und danach ein Landemanöver wie auf festem Boden simuliert. Die Endgeschwindigkeit mit der die Wasseroberfläche erreicht wird, müsste im Idealfall beiNullliegen.

Destination Moon II

Filmplakat "Destination Moon"

Wie gesagt, die Wahrscheinlichkeit, dass das alles perfekt abläuft, ist gering. Gesteuerte Abstiege dieser Art werden auch bei den folgenden Missionen so lange über Wasser geübt, bis das Landeverfahren sicher beherrscht wird. Danach will Elon Musk mit Landungen auf festem Boden beginnen.

P.S. Das erste Bild dieses Beitrags, sowie das Bild links, stammen aus dem Film „Destination Moon“. Der kein B-Movie, sondern ein – für die Ansprüche des Jahres 1950 – unglaublich teurer A-Film war. Die Produktionskosten betrugen seinerzeit 500.000 Dollar. Schauen Sie ihn sich ruhig mal an. Er ist faktentreu, fast schon prophetisch in seinen Aussagen (vieles ist heute aktueller denn je) und im Gegensatz zu praktisch jedem „modernen“ Film (einschließlich Gravity) stimmt die Physik bis ins Detail.

26.Feb 2014 | 21:50

Yuris Night zu Gast im Technischen Museum Wien

Wie jedes Jahr veranstaltet "Der Orion" auch heuer am 12. April Yuris Night in der zweitgrößten deutschsprachigen Stadt der Welt. Dieses Mal findet sie in einer ganz besonders reizvollen Umgebung statt: im Technischen Museum der österreichischen Metropole. Wie praktisch jedes große öffentliche Gebäude im Herz der Donaumonarchie, das zwischen 1848 und 1916 errichtet wurde, hat auch hier Kaiser Franz Josef I den ersten Spatenstich getan. Und was man dem Museum damals wie heute wegen des historisierenden Stils nicht ansieht: es ist ein Stahlbetonbau. Seinerzeit das Non-Plus-Ultra der Bautechnik.

Technisches Museum

Die Grundsteinlegung erfolgte am 20. Juni 1909. An sich sollte das Gebäude bis 1914 fertiggestellt sein, aber der erste Weltkrieg verhinderte das. Bei der Einweihung im Mai 1918 war Franz Josef schon eineinalb Jahre tot und die Donaumonarchie in der Auflösung begriffen.

Die gewaltige Haupthalle nimmt beeindruckend massive Maschinen und Vorrichtungen auf. Traditionell hat die Sammlung ihren Schwerpunkt in den Bereichen Energietechnik und Bergbau, Alltag und Umwelt, Verkehrstechnik und Musikinstrumente. Das Museum bietet aber noch jede Menge anderer, teilweise ziemlich abgefahrener Themen. So gibt es eine beeindruckende Sammlung von Hüten und Helmen, deren Träger vom Blitz getroffen wurden. Besonders den Kindern merkt man an, dass hier, beim Betrachten der Verkokelungen, Einschlaglöcher und Schmauchspuren einiges an Kopfkino abgeht.

Kurios bis gruselig ist im selben Bereich auch die Sammlung des Wiener Arztes Stefan Jelinek: Bilder durch Blitzschlag abgetrennter Gliedmaßen, Brandspuren am Körper und Auswirkungen eines Blitzschlages auf die Physiognomie eines Menschen (sofern sie es überlebt haben). Das ganze ist mit liebevoll detaillierten Texten untermalt. Jelinek war in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts iungeheuer populär. Er war der Begründer der „Elektropathologie“, die sich mit der dunklen Seite der Elektrotechnik befasste. Sein legendärer Lehrsatz lautete: Beim Strom- und Blitzunfällen so lange Reanimationsversuche anstellen, bis Totenflecke auftreten. Erst dann darf man aufgeben.

Überhaupt kommt die Wiener Liebe zum Morbiden überall durch. Auch im Deutschen Museum in München erfährt man ja einiges über Kohleabbau. Aber nur in Wien gibt es dazu schauerlich schöne Bilder von Staublungen zu bewundern.

Für die Bearbeitung des Themas „Weltraum“ war das Wiener Technische Museum bislang allerdings weniger bekannt. Um ehrlich zu sein: Das Gebiet war nicht vertreten, sieht man mal von Franz Viehböcks (Österreichs erstem und einzigem Kosmonauten) Raumanzug mal ab. Mit der Sonderausstellung SPACE, die seit einigen Monaten besteht und noch über Yuris Night hinaus läuft, ändert sich das. Sie ist klein aber fein, und den Besuch können wir allen Weltraumfreunden nur ans Herz legen. Auch sie hat eindeutig einen "Wiener Touch" und das beginnt schon damit, dass es da drin „a weng duster“ ist, und die Objekte ziemlich klein beschriftet sind. Das mag aber ein jüngerer Mensch als ich, ausgestattet mit besseren Sinnen, anders beurteilen.

Als ich mir die Ausstellung vor ein paar Wochen anschaute und grade vor einem hübschen Modell der Internationalen Raumstation stand, stellte sich ein Papa mit etwa siebenjährigem Sohn neben mich. Der Junge guckte sich das Modell an und fragte den Papa, was denn das sei. Der Vater: "A Raumstation". Der Junge: "uund wööiche?". Und der Vater, das Modell mit suchenden Blicken abtastend, mit fester Stimme (man will sich ja vor dem Nachwuchs keine Blöße geben): "Das ist die Raumstation Mir". Ich hielt den Mund und suchte selber nach der Beschriftung. Die gab‘s tatsächlich, weist auch tatsächlich darauf hin, dass es die Internationale Raumstation ist, aber halt sehr, sehr klein, und in der Finsternis kaum zu erkennen.

Der Kenner der Raumfahrtabteilung des Deutschen Museums findet auch eine nette Leihgabe der Münchner an die Wiener wieder, nämlich eine Astris-Oberstufe der unglücklichen Europa 1-Rakete. Und dann gibt es einen kleinen Raketenpark, Modelle von Raumfahrtträgern, deren Beschriftung behauptet, sie wären im Maßstab 1:25 abgebildet. Hier zeigten sich einige Besucher denn doch ein wenig überrascht darüber, dass weltweit die Trägerraketen allesamt offensichtlich exakt gleich groß sind. Tatsächlich schwankt der Maßstab wohl irgendwo zwischen 1:20 und 1:50. Aber so pingelig, um daran Anstoß zu nehmen, kann ja wohl nur ein Piefke sein.

Zum Thema "Space", dachten sich die Wiener, gehört auch Science Fiction, und so zeigen sie auf einem Bildschirm ein Medley aus SF-Filmausschnitten. Damit der Ton die anderen Besucher nicht stört, kann man sich dazu Kopfhörer nehmen. Als ich dran vorbeikam standen vor diesem Bildschirm zwei schockstarre kleine Jungs mit den Micky-Mäusen auf dem Kopf. Die Augen vor Entsetzen kreisrund sahen sie sich gerade einen Ausschnitt aus „Mars Attacks“ an. Die Stelle, an der den Marsianern das Gehirn platzt.

Die Eltern der Kleinen waren wohl eben auf ein Achtel Veltliner ins Beisel gegangen. Und das, also das Restaurant, befindet sich im Erdgeschoß des Museums. Es gibt dort leckere Gerichte. Die bekommt man allerdings nur, wenn man das Glück hat, von einem der vier Kellner wahrgenommen zu werden, die sich um die knapp 40 Plätze kümmern....sollten. Mir gelang das schon nach kaum 30 Minuten, nachdem es ihnen wegen meines zunehmend wilderen Herumgehampels beim besten Willen nicht mehr gelang, mich zu übersehen. Ich bestellte einen Hamburger mit Chips, und der war wirklich ein Gedicht. Bestes Rindfleisch, Salat, Tomate, knuspriger Speck,angeschmolzener Gouda, knusprig gebratenes Brötchen und krosse Kartoffelchips mit einer delikaten Chilisoße. Den brachte mir allerdings eine Frau aus der Küche, offensichtlich die Köchin. Sie musste mich erst unter den Gästen ausfindig machen. Die vier Kellner waren anderweitig beschäftigt. Die fielen sich beim verzweifelten Versuch, ihre Kundschaft zu ignorieren, fast gegenseitig vor die Füße.

Aber das sind Kleinigkeiten, die über das wirklich faszinierende Ambiente nicht hinwegtäuschen sollen. Am 12. April gibt es dort jedenfalls Raumfahrt bis zum Abwinken, und zwar ganztägig. Tagsüber findet der erste "SpaceUp Vienna" statt - Informationen, Programm und Anmeldung gibt es hier. Auch diesen Event organisiert „Der Orion“ in Zusammenarbeit mit seinen Partnern.

Und wer Angst hat, von den Kellnern im Restaurant übersehen zu werden: „Der Orion“ stellt abends bei der Hauptveranstaltung wie üblich Snacks und Getränke zur Verfügung – kostenlos übrigens - und verhindert auf diese Weise gefährlichen Unterzucker.

Die Planung für beide Ereignisse, den Spaceup und die Abendveranstaltung läuft auf Hochtouren. Das vorläufige Programm findet sich hier.

Wer sich dafür interessiert und/oder sowiesoschon immer mal nach Wien wollte: Schnell buchen. Wien ist kurz vor Ostern schon unter normalen Umständen immergut gebucht. Zusätzlich findet gerade um Yuris Nightauch noch der City-Marathon statt.Da wird es dann selbst in der zweitgrößten deutschsprachigen Stadt der Welt "a weng eng".

03.Nov 2013 | 23:01

Gravity – Film mit Gewicht

Die „Trekkies“ kennen das: Der Weltraum ist ein Dorf und alles liegt irgendwie gleich um die Ecke. Und Physik ist was für Weicheier. Kurz mal auf den Warp 8 – Knopf gedrückt, und Sekunden später ist man am Ende der Galaxis. So geht das und so kennt man das bei Kirk & Co und so ähnlich muss es dann wohl auch bei der NASA sein.

Bild 5 - Gravity CR collectspace

Gravity: Fast ein Einpersonenstück für Sandra Bullock. Quelle: Collectspace

Auch in Alfonso Cuarons Film ist alles, was wir aus der bemannten Raumfahrt kennen, in Fußgängerreichweite aufgereiht: Hubble Space Telescope (HST), die ISS und  die chinesische Tiangong-Raumstation. Was stören uns Inklination und Rektaszension,  Apogäum und Perigäum, die Bahnmechanik generell, Johannes Kepler und sein Geschwurbel und was es sonst noch unwichtigen Kram gibt, mit dem die NASA immerzu angibt. 99,8 Prozent aller Zuschauer haben nicht den leisesten Dunst, was da draußen wirklich abgeht und die darf man - nur für die Zwecke eines Kino-Movies - mit derlei Schmonzes nicht überbelasten.

Der Film beschäftigt genau eineinhalb Schauspieler, nämlich Sandra Bullock als Dr. Ryan Stone und George Clooney, als den alten Raumfahrt-Haudegen Matt Kowalski, der sich auf seiner letzten Mission befindet. Clooney/Kowalksi ist der halbe Schauspieler, denn er wird sich in der Folge nach etwa 45 Minuten für den Rest der Handlung in seine Nespresso-Welt zurückverabschieden und Bullock/Stone mit dem ganzen Scherbenhaufen alleine lassen.

Die Handlung spielt in einer Welt, in der nicht ein Präsident Obama das bemannte Raumfahrtprogramm der NASA geschlachtet hat, sondern in der die Shuttles noch (oder schon wieder?) fliegen. Im Film befinden uns gerade inmitten der Mission STS 157, die mit fünf Besatzungsmitgliedern dabei ist, das Hubble Space Telescope (HST) auf Vordermann zu bringen. Was aus den Missionen 136 bis 156 geworden ist erfahren die Zuschauer nicht, ich habe aber einen Verdacht, den ich Ihnen gleich noch mitteile. In der realen Welt endete das Programm jedenfalls bei STS 135. Eine der Raumfähren muss auch umbenannt worden sein, denn Stones/Kowalskis Shuttle trägt den Namen „Explorer“.

Der Plot beginnt mit einer uns aus dem täglichen Leben bekannten Szene: Eine Frau arbeitet, während zwei Männer rumhängen und Spaß haben.  Warum sich überhaupt drei Leute außerhalb des Shuttles befinden, wenn sowieso bloß eine was tut, wird nicht ganz klar. Während also Dr. Stone alleine das HST repariert, karriolt Kowalski mit dem MMU ein ums andere Mal in irren Kurven um das Raumschiff herum, ungefähr 50mal so schnell, wie es in Wirklichkeit grade noch möglich wäre. Aber es ist einzusehen, dass Cuaron, der seinen Film ja in 90 Minuten zu Ende bringen will, den Leuten nicht die wahre Geschwindigkeit des MMU zumuten kann. Das MMU übrigens, die „Manned Maneuvering Unit“ wurde in der richtigen Welt 1985 eingemottet. Für Gravity wurde sie wieder in den Flugstatus versetzt. Dafür wurden alle Teile mikrominiaturisiert,um einem gigantischen Treibstofftank Platz zu machen, denn Kowalski  verprasst in der Eingangsszene und in der Folge des Films Treibstoff in unfassbaren Mengen.

Bild 6 - Set 1 CR Collectspace

Ein Bild vom Set. Quelle: Collectspace

Dr. Stone hat, so erfahren wir, gerade mal sechs Monate Training hinter sich gebracht, statt der sonst üblichen zwei bis drei Jahre und ist außerdem Medizinerin, was sie hervorragend dafür prädestiniert, die Elektronik des Hubble-Space Telescopes zu reparieren. (An dem Punkt sollte ich allerdings nicht zu sehr lästern, denn es gab in der realen Welt sogar zwei Mediziner, die am HST Wartungsarbeiten durchführten, nämlich Dr. Story Musgrave, der zusätzlich zu seinem Doktor in Medizin auch noch akademische Grade in Chemie und Mathematik und, kaum zu glauben, Literatur innehat, und der Veterinärmediziner Rick Linnehan).

Dann kommt es zur Katastrophe. Bei irgendeinem russischen Test,  so vermittelt uns der Film, passiert irgendein Zusammenstoß mit irgendetwas und hinterlässt eine (relativ zum Shuttle) extrem langsam fliegende,  extrem dichte Trümmerwolke. In Wirklichkeit könnte so etwas höchstens dann passieren, wenn ein sehr großes Raumfahrzeug während der Annäherung auf den Shuttle sich aus irgendwelchen Gründen vorsichtig in tausende von kleinen Teilen zerlegt. Das darf aber keine Explosion sein, denn die Teile müssen alle dicht beieinander bleiben. Wie auch immer, die Relativgeschwindigkeit zwischen den Trümmern und Stones/Kowalskis Shuttle beträgt nur wenige hundert Meter pro Sekunde. Das ist einfach daran zu erkennen, dass man die Teile bequem herumsausen sieht. Sieht zwar trotzdem flitzig aus, hier ist die Wirklichkeit aber mal schneller als der Film. Zumindest wenn der im Film kurz angesprochene Kessler-Effekt eingetreten wäre.

Angesichts der Gefahr weist Mission Control die Crew an, das HST freizugeben und wieder in den Shuttle einzusteigen. Irgendwann muss also bei den Missionen zwischen STS 136 und STS 156 somit für das Weltraumteleskop ein Notfreigabemechanismus konstruiert und eingebaut worden sein, denn davor brauchte man eine stundenlange Prozedur mit dem kanadischen Robotarm der Raumfähre, um das Teleskop freizugeben.

Und schon prasseln die Trümmer herein und danach ist, mit Ausnahme von Kowalski und Stone die Besatzung des Shuttles tot. Die beiden Überlebenden treiben auf unterschiedlichen Bahnen von der Fähre weg, aber dank der unerschöpflichen Treibstoffvorräte des MMU gelingt es Kowalski Stone einzufangen. Dann fliegen die beiden zur ISS.

An der Stelle wird klar, was bei den Missionen STS 136 bis 156 vonstatten gegangen sein muss. In dieser Zeit wurden nämlich das HST auf die Bahn der ISS gebracht. Wahrscheinlich wurde zunächst unter immensem Aufwand die Bahnneigung des HST von 28 Grad auf 51 Grad geändert und danach die Bahn der ISS von 400 auf 600 Kilometer angehoben. Dies ist die einzige halbwegs vernünftige Erklärung, warum das HST und die ISS einander in nur wenigen Kilometern Abstand hinterher fliegen können.

Bild 7 - Set 2 CR Warner Brothers

Eine weitere Szene vom Set. Quelle: Warner Brothers

Offensichtlich wurde in dieser Phase die ISS auch auseinandergenommen und ihre Module neu angeordnet. Zusätzlich wurde in Europa die Produktion des ATV wieder aufgenommen (denn ein solches ist an der ISS angedockt), und das Zentrifugen-Modul, das dessen Start ursprünglich den Budgetkürzungen zum Opfer gefallen war, ist doch noch wiederbelebt und zur ISS gebracht worden.

Tja, und dann ist es herzerwärmend, zu sehen, dass sich die Beziehungen zwischen China und den USA in den Jahren der Missionen STS 136 bis STS 156 so gut entwickelt haben, dass auch die Chinesen ihre eigene neue Raumstation (namens Tiangong - es muss Tiangong 2 sein, denn die erste wurde vor kurzem über dem Pazifik „deorbited“ - auf exakt die gleiche Bahn gebracht haben wie HST und ISS und denen jetzt in wenigen Kilometern Abstand folgt.

Stone und Kowalski erreichen die ISS in der Zeit, die es braucht, bis der Sauerstoffvorrat in Stones Anzug von sieben auf zwei Prozent gefallen ist. Das dürften somit etwa 20 Minuten sein. Die Ankunftsgeschwindigkeit der beiden beträgt etwa 10 Meter pro Sekunde, wir können also daraus schließen, dass das HST etwa 10 bis 12 Kilometer von der ISS entfernt war, als das Unheil passierte. Für Raumfahrtverhältnisse ist das Formationsflug.

Die ISS ist in diesen vergangenen 20 Minuten offensichtlich evakuiert worden. Ein Sojus-Raumschiff wurde zurückgelassen weil es durch die herumfliegenden Trümmer beschädigt wurde. Der Fallschirm hat sich ausgelöst und hängt nun, mit vielen Seilen und Leinen vor der ISS herum. An der Stelle driftet der Film wieder ins Surreale. Zum einen ist es natürlich logisch, ein Raumfahrzeug zurückzulassen, mit dem man nicht auf der Erde landen kann. Zum anderen gibt es in der wirklichen Welt keine überzähligen Sojus-Raumschiffe an der Raumstation. Es gibt exakt soviele Sojus-Sitze wie sich Astronauten in der Station befinden. Vorausgesetzt es waren sechs Personen an Bord der ISS, müssen sich also drei Personen zusätzlich in das zweite Sojus-Raumschiff gezwängt haben. Wer mal einen Blick in eine Sojus-Rückkehrkapsel geworfen hat, weiß, dass da im wirklichen Leben nicht mal mehr die Bordkatze mitkann.

Stone und Kowalksi rummsen also in die ISS (mit geschätzten 30 km/h, ohne eine Schramme abzubekommen) und können sich irgendwie an den Seilen festhalten. Keiner von beiden denkt dran, sich festzuhaken, aber immerhin verhängen sich die beiden in einer der losen Fallschirmleinen der Sojus. Doch dann trennt sich Kowalski von Stone in heroischer Selbstaufopferung, weil er erkennt, dass die fragile Seilverbindung beide zusammen nicht aushält. Kowalski driftet weg, was ein wenig irritierend ist, denn eben noch hatten die beiden die selbe Relativgeschwindigkeit. Aber vielleicht gast ja irgendwas aus der beschädigten ISS aus und beschleunigt das Ganze in die Gegenrichtung.

Bild 8 - CadyColeman Bullock CR Collectspace

Die "richtige" Astronautin Cady Coleman war das "Role-Model" für Sandra Bullock. Bullock bat Coleman vor Beginn der Dreharbeiten um Beratung.

Stone geht nun an Bord der ISS. In letzter Sekunde, denn ihre Luft ist fast verbraucht. Sie bekommt über Funk - in bestem „mansplaining“ - eine Aufklärung vom abdriftenden Kowalski, wie sich Sauerstoffmangel auf das Gehirn auswirkt. Offensichtlich hat er die Befürchtung, dass sie – die Medizinerin – das aufgrund der Aufregung komplett vergessen hat. Gottseidank verabschiedet er sich danach endgültig von ihr (sieht man von einer Traumszene im letzten Drittel mal ab).

Die Schleuse der ISS muss  umkonstruiert worden sein, denn sie lässt sich jetzt erstens von außen öffnen und ist zweitens in der Lage innerhalb von Sekunden vollständig Druck aufzubauen. Bei den jetzigen Modellen ist ersteres unmöglich und das zweite dauert das eine ganze Anzahl von Minuten.

Stone kommt wieder zu Puste und legt innerhalb weniger Sekunden den Raumanzug ab (was normalerweise in kaum weniger als einer Viertelstunde zu bewältigen ist). Sie trägt auch kein Liquid Cooling and Ventilaten Garment“, wie die mit Wasser-Röhrchen durchzogene Spezialunterschicht des Raumanzugs heißt, sondern einfach nur T-Shirt und kurze Hosen.

Nachdem ein Brand das Innere der ISS abfackelt und die Trümmerwolke, die gerade wieder einen Orbit absolviert hat, nun auch noch den letzten intakten Module der ISS den Garaus macht, beschließt Dr. Stone mit der Sojus zur Tiangong-Raumstation weiterzufliegen. Wir erfahren, dass es sich dabei um Sojus TMA-14M handelt, und somit dürfte ihr das schon von daher ein wenig schwerfallen, denn Sojus TMA-14M startet schon in wenigen Monaten. Die Ereignisse müssten aber etwa um das Jahr 2020 spielen (wenn wir eine zweijährige Wiederbelebung des Shuttle-Programms, mit der Entmottung von Atlantis, Endeavour und Discovery – einschließlich Umbenennung eines diese Shuttles in Explorer -  unterstellt, und dann die Durchführung von fünf Flügen jährlich annehmen). Stone hat vom Raumschiff-Fliegen wenig Ahnung, das war in ihrem Sechsmonats-Kurs wohl nur als Wahlfach dran und das hat sie obendrein geschwänzt. Ihr fällt aber wieder ein, dass sie sich den Film mit diesem Vortrag angesehen hat, in dem sie sich über die wichtigsten Aspekte der Steuerung eines Raumschiffs informieren konnte.

Mit diesem Wissen ausgerüstet geht es ab zur Tiangong, und zwar unter Verwendung der Landetriebwerke der Sojus. Wie immer in solchen Filmen genügt es auch hier, zwei oder drei Knöpfe zu drücken um ein Raumschiff zu steuern. Die tatsächliche Vorbereitungszeit für ein Manöver wie es Dr. Stone vorhat würde in Wirklichkeit eher Tage als Stunden benötigen. Aber soviel Zeit hat Cuaron natürlich nicht, und auch nicht Dr. Stone, denn die Trümmerwolke ist schon wieder im Anmarsch. Immerhin, Respekt: ich kann mich nicht erinnern, jemals einen Film des „Escape“-Genres gesehen zu haben, in dem jemand tatsächlich eine Betriebsanleitung liest, bevor er (oder hier „sie“) Knöpfe drückt.

Als sie an der chinesischen Raumstation vorbeifliegt, klettert sie wieder in den Raumanzug. Dieses Mal natürlich in ein russisches Sokol-Modell, und steigt wieder mal aus einem Raumschiff aus, bewaffnet mit einem Feuerlöscher. Den verwendet sie als Manövriereinheit um die chinesische Station zu erreichen.

Doch auch Chinas Stolz des Weltraums liegt in Trümmern und droht – ein wenig unverständlich, denn wir befinden uns nach wie vor in 600 Kilometern Höhe - gleich abzustürzen. Doch siehe da: auch die Chinesen haben sich offensichtlich ebenfalls zu sechst ein eine einzelne Shenzhou gequetscht, damit sie - es könnte ja schließlich zufällig jemand vorbeikommen und es benötigen - ein leeres und vollständig funktionstüchtiges zweites Schiff an der Station belassen können. Soviel Dusel muss man erstmal haben. In letzter Sekunde gelingt es ihr,  in die Shenzhou einzusteigen und es in Betrieb zu nehmen. Wie wir alle weiß auch Dr. Ryan Stone, dass die Chinesen  technischen Erkenntnisse stets abkupfern. Deshalb funktioniert die Shenzhou exakt wie eine Sojus und somit kann sie das Schiff fliegen, in dem sie auch hier drei Knöpfe drückt.

Bild 9 - Bullock CR Warner Brothers

Für die Schlussszene musste Sandra Bullock in das Schwimmbecken. Hier ein Bild vom Set. Quelle: Warner Brothers

Nun geht auch der dritte orbitale Komplex in Trümmer und mit ihr fast die Shenzhou. In letzter Sekunde kann Dr. Stone die Kapsel von der Station lösen während alles auseinanderbricht. Die Landung gelingt auf haarsträubende Weise, endet jedoch mitten in einem See. Im Inneren der Kapsel bricht jetzt auch noch ein Feuer aus, die Kapsel sinkt auf den Grund, Stone muss unter Wasser aussteigen und nach all dem Stress gelingt es ihr trotzdem zwei Minuten lang die Luft anzuhalten, sich von ihrem Raumanzug zu befreien, aufzutauchen und danach die paar Kilometer bis zum Ufer zu schwimmen. Am Ufer sinkt sie schließlich ermattet zu Boden, nur um über den Trümmerregen der gesamten menschlichen Raumfahrtinfrastruktur in die Erdatmosphäre eintreten zu sehen. Was platterdings unmöglich ist, denn mit eben dieser Wolke ist sie ja selber vor einer halben Stunden heruntergekommen.

Ende des Parforcerittes.

Obwohl ich jetzt auf fast 2000 Wörtern Erbsen gezählt habe, komme ich jetzt dennoch zu der für manchen überraschenden Conclusio: Gravity ist kein Film zum Erbsenzählen. Erinnern wir uns an die Eingangsbemerkung. 99,8 Prozent der Zuschauer haben nicht den leisesten Dunst, was da draußen wirklich abgeht. Ich bin überzeugt, dass die Filmmacher sehr wohl wussten, wo sie hier technisch auf dem Holzweg sind. Ein vollständig korrekter Film wäre aber nur für die Nerds spannend genug. Und, man mag es bedauerlich finden, aber von den paar Leuten kann man einfach nicht leben.

Die 13 Minuten lange ungeschnittene Eingangsszene ist das Beste was ich seit langem im Kino gesehen habe. Der Film ist – im besten Sinne - einfach strukturiert. Keine Nebenhandlungen, keine Rückblenden, kein dramaturgisch ambitionierter Schnickschnack. Eine klare Geschichte, gradlinig und schnörkellos erzählt. Spannend und temporeich von der ersten bis zur letzten Sekunde.

Der Film bringt Glanz in das Auge des Raumfahrt-Aficionados. Ausrüstung und Äußeres stimmen bis in kleinste Details. Die Weltraumbilder sind umwerfend. Astronauten, die den Film gesehen haben, bezeugen, dass dieser Film der Wirklichkeit ungewöhnlich nahe kommt.

Sandra Bullock, von der ich an sich kein Fan bin, trägt den Film hervorragend. Sie spielt glaubhaft die Wissenschaftlerin, die zwar verängstigt ist und mit sich ringt um nicht in Panik zu versinken, die aber immer wieder ihren Verstand einsetzt um der Gefahr zu entkommen. Und George Clooney spielt George Clooney. Mehr kann man von ihm nicht verlangen.

Gravity ist trotz aller Mängel in der Darstellung der in der Raumfahrt anzuwendenden Physik um Lichtjahre besser als die Hau-Drauf-Streifen a la  Armageddon. Nach meiner Meinung der beste Raumfahrtfilm der letzten Jahrzehnte. Es gibt nur eins: unbedingt ansehen. Am besten in 3D auf der Großleinwand.

01.Nov 2013 | 22:04

Tage der Raumfahrt in Neubrandenburg

Eine Exkursion zum Geburtsort der Raumfahrt nach Peenemünde. Kosmonauten und Astronauten zum Anfassen. Zahlreiche Vorträge, Fotosessions, Autogrammstunden. Gemeinsame Abende mit Referenten, Astronauten, Kosmonauten und Besuchern bei einem guten Essen und einem schönen Glas Wein. Raumfahrtbegeisterte, Amateure wie Profis treffen einander und pflegen und erweitern ihr Netzwerk. Das alles und noch viel mehr bieten die Raumfahrttage in Neubrandenburg, die in diesem Jahr zwischen dem 8. und 10. November zum 29. Mal stattfinden.

29_tdr_2013

Das Logo der Neubrandenburger Raumfahrttage 2013

Neubrandenburg, das ist die „Stadt der vier Tore“, 135 km nördlich von Berlin  Die Raumfahrttage haben hier eine lange Tradition. Sie gehen zurück bis in die 70iger Jahre und waren ein weit über die Grenzen der damaligen DDR hinaus bekannter Treffpunkt und Marktplatz der Ost-Raumfahrt. Nach der Wendezeit haben sie sich in einer mehrjährigen Pause neu orientiert und sind seither zum „East-meets-West Treffpunkt“ geworden. Gab es früher nur Raumfahrer aus dem Osten ist heute auch meist ein westlicher Raumfahrer vor Ort.

Die Raumfahrttage gehen über gut zweieinhalb Tage und beginnen am Freitag Morgen mit einer Exkursion nach Peenemünde, dem Geburtsort der Raumfahrt. Das dort von Wernher von Braun und seinem Team entwickelte Aggregat 4, von den Nazis als V 2 bezeichnet, ist der Stammvater praktisch aller militärischen und zivilen Großträgerraketen. Es gibt hier ein absolutes Alleinstellungsmerkmal der Raumfahrttage, denn es wird eine Exkursion zu den Überresten des Prüfstand 7 angeboten, von wo aus am 3. Oktober 1942 der weltweit erste erfolgreiche Einsatz einer Großträgerrakete erfolgte.  Dieses Gelände ist der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich und Besuche in diesem Bereich können – normalerweise  - dort nicht gemacht werden. Es braucht eine Sondererlaubnis dafür, und die nur wenige dutzend Menschen die jährlich diesen Ort besuchen dürfen sind zum großen Teil die Besucher der Neubrandenburger Raumfahrttage.

Nachdem der Freitagvormittag der Raumfahrtgeschichte gewidmet ist, gibt es am Nachmittag erstmals in diesem Jahr einen Veranstaltungsteil, der sich mit Visionärem beschäftigt. Vorträge zur Raumfahrt von Übermorgen, zur (Un)Möglichkeit wissenschaftlicher UFO-Forschung und anderen interessanten Themen. Samstag und Sonntag sind dagegen den Themen der Mainstream-Raumfahrt-Gegenwart gewidmet.

Die Referentenliste ist – wie jedes Jahr – auch heuer illuster:

  • Andreas Anton, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Anomalistik
  • Stephen Ashworth, British Interplanetary Society
  • Lodewijk van den Berg, NASA Astronaut (STS 51B)
  • Dr. Reinhard Buthmann, Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen
  • Robert Fleischer, Freier Journalist
  • Prof. Dr. Dieter B. Herrmann, Leibnitz Sozietät der Wissenschaften zu Berlin
  • Ulrich Köhler, Institut für Planetenforschung des DLR Berlin
  • Jacqueline Myrrhe, Raumfahrtjournalistin
  • Dr. Silvia Reinhardt und spaceclub-Mitglieder
  • Dr. Martin Sippel, DLR-Institut für Raumfahrtsysteme
  • Pham Tuan, Luftwaffengeneral und Interkosmos-Kosmonaut (Sojus 37)
  • Olga Trivailo, DLR Bremen
  • Alexander Soucek, ESA, Paris

Die Veranstaltung an diesen beiden Tagen werde ich moderieren, wie schon im letzten Jahr. Und wenn Sie dran interessiert sind, bitte schnell zugreifen, denn für einige Programmbestandteile (wie den Raumfahrer-Empfang am 8.11.) werden die noch verfügbaren freien Plätze inzwischen langsam knapp.

Neubrandenburg 2012 Fares Samokutjajew 316

Der Kosmonaut Alexander Samokutjajew und Raumfahrttage-Moderator Eugen Reichl bei den 28. Raumfahrttagen in Neubrandenburg im November 2012

Das detaillierte Programm finden Sie hier. Dort sind auch alle Informationen zur Anmeldung und zur Unterbringung aufgelistet. Unbedingt notwendig ist eine rechtzeitige Anmeldung vor allem für die Exkursion nach Peenemünde, für die, ähnlich wie für den Raumfahrer-Empfang, nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen zur Verfügung steht .

19.Jul 2014 | 22:35

Allgemeines Live-Blog ab dem 19. Juli


22. Juli

NASA's Chandra X-ray Observatory Celebrates 15th Anniversary

Kommende Nacht vor 15 Jahren startete die Columbia den Röntgensatelliten Chandra, der immer noch tadellos arbeitet: Press Releases hier, hier und hier und ein Hangout zum Geburtstag. Auch die revidierten Pläne für die Veröffentlichungen der Sternkataloge und die wissenschaftliche Performance von Gaia, dem überraschend viele Mikrometeoriten zusetzen, der Mars von fern & nah, immer wieder Lebenszeichen von Yutu auf dem Mond (mehr, mehr und mehr), Erwartungen an Rosetta, warum Sondenbilder zeitnah veröffentlicht werden sollten – und ein neuer Starttermin für das 5. ATV in einer Woche. [23:15 MESZ]

Heute vor 20 Jahren endeten die Einschläge auf Jupiter

eine knappe Woche nach ihrem Beginn (“Heute vor 20 Jahren begannen die SL9-Impakte …”): Alle Kometen-Fragmente A bis W hatten den Planeten getroffen. Und nach endlosem schlechtem Wetter in Chile konnte dieser Blogger an diesem 22. Juli 1994 die dunklen Hinterlassenschaften erstmals selbst in Augenschein nehmen: erst nur einem Amateurgerät, später dann in voller Pracht mit einem 16-Zöller – hier alle Berichte vom Berg. Auch ein Paper über die Camelopardaliden [NACHTRAG: und ein Press Release] des SETI Institute (mit Erwähnung des Slansky-Videos, von dem der Autor durch diesen Blogger erfuhr – auch als Komposit auf dem Cover der Zeitschrift), der Mars gestern mit noch noch einigem Detail trotz nur nur 8″, die Sonne voller Flecken am 8. Juli (weshalb angebliche Aufregung über die aktuelle Fleckenarmut Unfug ist) – und eine 75 Stunden belichtete Amateur-Aufnahme. [22:05 MESZ]


21. Juli

nino

Der Winter 2014/15 könnt einen ziemlich starken El Niño bringen, der vielleicht die Ausmaße des letzten ganz großen von 1997/98 erreicht, hat der DWD heute in einem Paper angekündigt, aus dem z.B. diese 5 Modellrechnungen des MPI-Erdsystemmodells stammen. Sie betreffen die Meeresoberflächentemperatur einer bestimmten sensitiven Pazifikregion und landen alle über 1°C positiver Anomalie, was für ein sehr starkes Ereignis spricht, während das EUROSIP-Ensemble breit streut und im Mittel etwa 0.5°C Anomalie erreicht. Europe wäre von einem El Niño nicht direkt betroffen, doch in äquatornäheren – und z.B. für Astroreisen interessanten – Regionen wäre mit signifikant mehr bzw. weniger Niederschlag als üblich zu rechnen. Auch die Kometen Jacques heute, gestern (mehr) und vorgestern und Catalina gestern, vorgestern, am 18. Juli (mehr), 17.Juli und 15. Juli, ein anderer Jupiter-Impakt(-Fleck) vor 5 Jahren, der neue Daystar-Quark-Filter, diverse britische NLCs, Volksastronomie bei Augsburg – und auch etwas Astro bei den Sciencebusters auf 3Sat am 24.+25. Juli und beim relaunchten International Year of Light 2015. [23:40 MESZ]


20. Juli

Astro-Knaller bei der letzten Bühnenshow Monty Pythons

Wer heute Abend die letzte Aufführung der gefeierten Reunion-Show Monty Python Live (Mostly): One Down, Five to Go bei einer der zahlreichen globalen Kino-Übertragungen erwischte, wurde auch mit einem wahren astronomischen Highlight beglückt. Mit wesentlich besseren Visuals als in der Originalfassung (oben) gab Eric Idle den Galaxy Song, mit teilweise gegenüber den Original-Lyrics von 1983 veränderten Zahlen – was aber den britischen Physik-Popstar Brian Cox nicht daran hindert, in einem Einspieler (gedreht an der Cambridge University) an allerlei Details herumzukritteln. Im Hintergrund rollt derweil Stephen Hawking heran, fährt Cox mit dem Rollstuhl über den Haufen, stimmt mit seiner bekannten Computerstimme erneut das Lied an, hebt ab und verschwindet im Galaktischen Zentrum. Und dann sah man, dass er bei der Aufführung anwesend war, während Cox ganz am Schluss zusammen mit den Künstlern auf der Bühne stand. Etwas auch nur entfernt Vergleichbares mit der deutschen Comedy & Astronomie wäre nicht unbedingt leicht zu visualisieren: Hut ab vor der britischen Pop- & Wissenschafts-Kultur … [23:50 MESZ]


19. Juli

soyuz-foton

Eine Soyuz startete die Forschungskapsel Foton-M4 letzte Nacht, mit auch vier deutschen Experimenten an Bord: weitere Artikel hier, hier, hier und hier. Auch OCO-2 vor dem Beginn der Messungen, der Startvertrag für den 2. Sentinel, Löcher auf dem Mond, Curiosity vor der schwierigsten Etappe und mit erdähnlichem Boden, ein kanadischer Laser für OSIRIS-REx (mehr und mehr), die kuriose Gestalt des C-G-Kerns (mehr und mehr und mehr Links) und die nächsten Schritte Rosettas, die Zielnavigation von New Horizons, die Triebwerke des SLS, der Tod des Astronauten H. Hartsfield, die Verschiebung des ATV-5-Starts, der Name für den ISS-Flug eines Briten, nur magere Fortschritte mit ISEE-3 (mehr, mehr und mehr) – und die wahrscheinliche Rolle von US-Militärsatelliten bei der Aufklärung des MH-17-Angriffs (mehr, mehr und eine Erwähnung von SAM-Verfolgung durch SBIRS schon 2006). [22:30 MESZ. NACHTRAG: mehr Links zum Soyuz-Start]


18.Jul 2014 | 21:54

Weitere größere Artikel

Komet Jacques mit 5.–6. Größe am Morgenhimmel in den nächsten Wochen – auch erste deutsche Bilder von heute und gestern.

Beobachtungsaufruf: EE Cephei verfinstert sich bald, eine Art Mini-Ausgabe von Epsilon Aurigae.

Discern a supermoon’s large size with the eye? An observer says yes – nämlich dieser Blogger.

Vollständige Himmelsüberwachung: »Evryscope« verspricht 16. Größe auf 9000 Quadratgrad im Minutentakt.

Sieben Zwerggalaxien bei M 101 entdeckt – mit dem Dragonfly Array aus Teleobjektiven.

Fernseh-Interview

Die Expansion des Universums: Interview mit Nobelpreisträger Brian Schmidt (15 Minuten) – auch hier und hier.

Kleinere Artikel

Die fernsten Sterne der Milchstraße: bis zu 900’000 Lichtjahre – auch ein Paper mit allen Kandidaten und ein Artikel.

CG_Mosaik

Comment on the ESA Statement on Rosetta image releases, inzwischen auch daselbst freigeschaltet (und mehrfach von anderen gelobt); zur Problematik auch ein Riesen-Rant (auch hier), ein Storify (auch hier) und eine Erwähnung hier.

Mehrere populäre Exoplaneten nur Illusion! Nämlich Gliese 581 d und g: Press Releases hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links.


11.Jul 2014 | 03:25

Allgemeines Live-Blog vom 11. bis 17. Juli 2014


17. Juli

ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

Hier rotiert Churyumov-Gerasimenkos Kern vor drei Tagen

auf diesmal wieder ‘regulär’ veröffentlichten 36 OSIRIS-Bildern Rosettas in jeweils 20 Minuten Abstand, bei denen die Pixel interpoliert wurden – zu sehen ist nur die duale Gestalt des Körpers, Oberflächendetail wird noch nicht aufgelöst. Wie dieser ‘contact binary’ entstanden ist, erschließt sich noch nicht, da gibt es viele Möglichkeiten. Und über den besten Landeort für Philae auf diesem Ding wird nun heftig diskutiert. Derweil beharrt die ESA auf ihrer restriktiven Politik mit neuen Bildern nur einmal die Woche, auch wenn die Unlogik offenkundig ist, zumindest in dieser spannenden – und eher operativen denn wissenschaftlichen – Missionsphase (und selbst Rosetta-Wissenschaftler die vorgestern geleakten Bilder kommentierten). Auch Rosettas dritter FAT-Burn, Schweizer Erkenntnisse über Vesta aus Dawn-Daten (wobei man über den Oppositions-Effekt auch vom Boden aus etwas über Vesta lernen kann), das nahende Ende von MESSENGER & Venus Express, eine Kurskorrektur von New Horizons ein Jahr vor Pluto, schon wieder Unruhe um Voyager 1 und ihr “Verlassen des Sonnensystems”, die Finanzierung von Instrumenten (mehr und mehr) für die erhoffte Europa-Mission der NASA, Erkenntnisse der van Allen Probes und von Aura, Fortschritte bei GOES-R und SatAIS, die Startvorbereitungen des 5. ATV und mehr Sensorik denn je für die Beobachtung seines Reentries von innen – und ein Fund von Weltraumschrott in Australien, der aber nichts mit dem kürzlichen Soyuz-Reentry zu tun hat. [15:15 MESZ] Weitere Press Releases zum 67P-Kern hier, hier, hier, hier und hier sowie Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier und Späßchen hier und hier – muss nicht immer ‘ne Quietschente sein … [19:55 MESZ] Zu 67P noch Science@NASA, weitere Artikel hier, hier und hier (auch zum PR-Problem der Mission) – und frühere Papers zu den Eigenschaften des Kerns von 2013, 2012 und 2006. [23:55 MESZ - Ende]


16. Juli

msl-lebanon

Ein beachtlicher Eisen-Meteorit auf dem Mars – 2 Meter breit – ist Curiosity bereits im Mai ins Gesichtsfeld gekommen, hier in einer Kompositdarstellung aus Mastcam- und ChemCam-Aufnahmen: Auf dem Mars dominieren Eisen- über Steinmeteoriten (wohl weil sie weniger erodieren), auf der Erde ist es andersherum. Auch Artikel hier, hier, hier, hier und hier sowie MAHLI-Bilder sprühender Funken beim Einsatz des ChemCam-Lasers – und eine neue Thermalkarte des Mars von THEMIS auf Mars Odyssey sowie gleich noch eine Mars-Karte aus Daten gleich mehrerer Orbiter. [23:45 MESZ]

Der Rettungsversuch für den Antrieb von ISEE-3 läuft jetzt

die nächsten Stunden bis 21:03 MESZ: Es soll zunächst versucht werden, die Treibstoffleitungen frei zu blasen, da man hofft, dass doch noch einiger Sprit da ist. Die Bahnkorrektur könnte im Erfolgsfall noch heute beginnen, müsste aber in jedem Fall an weiteren Tagen fortgesetzt werden. Wieder wird in Arecibo gesendet und in Bochum empfangen, wobei die Telemetrie hier zu sehen sein soll. [18:20 MESZ] Das Heizen klappt schon mal: der erste Schritt. [19:00 MESZ] Aber Schub gibts bislang keinen, auch wenn sich die Ventile bewegen – ein Blick in den Kontrollraum. [19:40 MESZ] Tja, das war nix: nächster Versuch. [19:50 MESZ] Nee, erstmal Pause während die Antenne den Beam blockiert, danach Plan B. [20:00 MESZ] Hmm, “some small indications of some acceleration” … [20:20 MESZ] Ein “realer Puls” für ISEE-3? Jedenfalls passiert was im Antriebssystem. [20:30 MESZ] Und es ist offensichtlich noch Treibstoff drin, was weiter Hoffnung macht, auch wenn es wieder nix mit dem TCM war: also neu nachdenken … [21:15 MESZ] Eine Zusammenfassung des Tages – ohne konkrete weitere Perspektiven. [22:55 MESZ] Derweil aus erster Hand, wie Arecibo ISEE-3 steuert. [23:05 MESZ]

cygnus

Der Cygnus hängt am Haken des ISS-Robotarms, nach dem erfolgreichen Einfang des Transporters; Szenen vom Anflug hier, hier und hier. Auch ein Update der ESA zu den Aktivitäten von Gerst, ein fieser Brief an die NASA in Sachen SpaceX & ISS – und das IXV-Experiment der ESA. [14:45 MESZ] Ein anderes Bild vom Cygnus am Haken – nun ist er hard-mated to Harmony. [16:45 MESZ. NACHTRÄGE: Artikel hier, hier, hier und hier und mehr Links]

Heute vor 20 Jahren begannen die SL9-Impakte auf Jupiter

Und dieser Blogger war damals “live” dabei, auf dem Cerro Tololo in Chile (in eigentlich ganz anderer ‘Mission’): die damaligen Berichte vom 16. Juli 1994 vor und nach dem Impakt von Kometen-Fragment A, sämtliche Berichte (auch von letzten Beobachtungen der Kometen-Kette vorher und von der großen Reise selbst), die exzellenten ESO Bulletins und weiteres ESO-Material von damals, eine enorme Bilder-Sammlung, ein paar FAQs zu den Impakten von 1996 und aktuelle Erinnerungsartikel hier und hier. Und ebenfalls aktuell die Rückkehr von Komet Jacques an den Nachthimmel (nach ersten Berichten hier und hier ca. 6 mag. hell und gut kondensiert und nach einem gestrigen Foto noch gut beschweift) und die Kometen Catalina gestern und vorgestern und Siding Spring gestern. [1:30 MESZ. NACHTRÄGE: Erinnerungen von Levy an den Crash hier und hier, SL9 als WWW-Phänomen - und Impakt A im IR]


15. Juli

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Diese sensationellen Rosetta-Bilder von 67Ps Kern vom 11. Juli sollte die Welt heute nicht sehen dürfen, aber eine Panne – oder war es etwa ‘ziviler Ungehorsam’? – bei der französischen Weltraumbehörde CNES hat dafür gesorgt, dass sie doch in die Öffentlichkeit kamen: Zu erkennen ist nun viel deutlicher als eine Woche vorher (“Rosettas Zielkomet …), was für eine verrückte Form der 4 x 3.5 km große Kern hat. Offenbar ist er durch die sanfte Fusion – Relativgeschwindigkeit ca. 3 m/s – zweier Brocken entstanden, und die Landung von Philae im November wird dadurch nicht einfacher: Schon jetzt sind die möglichen Zonen erheblich eingeschränkt. Nun also ist auch Churyumov-Gerasimenko zu einer erkennbaren Welt geworden, der Beginn eines Jahres dramatischer Enthüllungen quer durch’s Sonnensystem, denn nächstes Frühjahr ist mit Ceres der erste Zwergplanet dran und in genau einem Jahr mit Pluto schon der zweite. Ob die Dawn- bzw. New-Horizons-Projekte die astrophile Welt wohl freiwillig am Wachsen ihrer Ziele auf den Kamera-Chips teilhaben lassen werden …? [16:25 MESZ] Der “Chury-Leak” hat auch schon andere Blogs in Frankreich, Deutschland und den USA erreicht – tja, die Bilder schafft Ihr nun nicht mehr aus der Welt … [17:35 MESZ] … doch obwohl die Bilder immer weiter die Runde machen – z.B. hier, hier und hier – und auch schon animiert wurden, gibt es immer noch keinerlei ‘offizielle’ Präsentation: Grund genug für einen offenen Brief an die Verantwortlichen, dem sich dieses Blog anschließt! [23:55 MESZ]


14. Juli

falcon9

Und mal wieder ist eine Falcon 9 gestartet, diesmal mit sechs Nachrichtensatelliten an Bord: ein paar Screenshots des Webcasts – der vor dem Aussetzen der Satelliten abgebrochen wurde, typische SpaceX-Willkür – hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Außerdem Gaia kurz vor dem Beginn der systematischen Beobachtungen, die komplizierte Ring-Mond-Problematik Saturns, letzte Ansichten von Oppy – und konkrete Pläne für den Antrieb der angeschlagenen ISEE-3-Sonde im Anflug, um diese Woche das TCM doch noch zu schaffen. [23:20 MESZ. NACHTRÄGE: zum Falcon-Start ein ORBCOMM Release, ein Artikel und mehr Links - und ein Video der Wasserung der 1. Stufe]

Und schon wieder – britische – NLCs vergangene Nacht: hier animiert, auch Bilder hier, hier, hier, hier und hier und ein Bericht. Sowie ein fetter Meteor in Brasilien, der neue Komet C/2014 N3 (NEOWISE), auch im Bild, C/2013 UQ4 (Catalina) an 5 Tagen, C/2013 A1 (Siding Spring) am 10. Juli und bald am Mars, wo viele Sonden warten werden – und schlechte Nachrichten aus der skeptischen deutschen UFOlogie. [22:55 MESZ]

schlaaand

Und so haben sie auf der ISS das Endspiel der WM verfolgt …

… und das Ergebnis gefeiert. Reaktionen aus dem Weltraum-Sektor auch vom Vizepräsidenten der Astronomischen Gesellschaft, einem anderen ESA-Astronauten und dem US-Teil des SOFIA-Projekts – und warum es ohne deutsche Startracker keine Live-Bilder von der WM gegeben hätte … [1:45 MESZ]


13. Juli

Antares Orbital-2 Mission Launch

Hier fliegt der nächste Cygnus zur ISS auf der Antares in Wallops heute Mittag (Ortszeit): ein NASA Release, mehr Bilder und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: Orbital, NASA Ames und ATK Releases, mehr Artikel hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links]


12. Juli

Orbital-2 Mission

Der Vollmond versinkt hinter der Antares mit dem Cygnus auf Wallops Island heute Morgen – auch ein extrem heller Transient, wegen großer Entfernung aber nur 16 mag. hell, Komet Catalina heute, die Rückkehr von Jacques an den Himmel – und hier, hier, hier, hier und hier wieder schöne NLCs letzte Nacht. [23:50 MESZ. NACHTRÄGE: Zeitraffer-Videos hier und hier und noch mehr, Bilder aus Oldenburg, Schottland - Vordergrund ist wichtig ! - und Schweden und ein endlos langer Bericht aus Nord-England]


11. Juli

A galaxy with a glowing heart

Die Seyfertgalaxie NGC 1433 auf einer Hubble-Aufnahme, leider mal wieder völlig undokumentiert, die im Rahmen der Legacy ExtraGalactic UV Survey (LEGUS) von 50 Galaxien entstand. Auch Meilensteine für den Exoplaneten-Beobachter CHEOPS (Deutsch) zum Start Ende 2017, die erneute Anhebung der Bahn des Venus Express (dito), regelmäßige Vollmond-Beobachtungen durch Landsat 8 zur Kalibration – und allerlei exotische Nutzlasten des nächsten Cygnus zur ISS am 13. Juli. [23:55 MESZ]

ISEE-3 doch noch aufgetankt – aber Leitungen verstopft?

Schon wieder – nach intensiven Beratungen mit Antriebs-Experten und externem Input – eine neue Idee, warum ISEE-3 das TCM verweigert (ganz unten): Es könnte sein, dass genug Hydrazin & Stickstoff in den Tanks ist aber die Leitungen irgendwie verstopft sind, anders sei das Betragen des Satelliten jedenfalls nicht zu erklären. Wie “solide die Pläne” für neue Versuche mit dem Antriebssystem kommende Woche sind, bleibt abzuwarten – heute jedenfalls scheiterte überraschend eine neue Bahnvermessung mit dem Deep Space Network der NASA. Unterdessen wird zunehmend darüber diskutiert, ob die ganze Mühe mit der ollen Sonde denn überhaupt einen wissenschaftlichen Nutzen hat … [23:30 MESZ]

jac-stereo-2

Komet Jacques taucht wieder am irdischen Himmel auf! Nach seiner großen Show für STEREO A (Bild) wurde er heute remote in Namibia erwischt (eine kontrastgesteigerte Version), wenn auch nur ganz knapp. Ebenfalls heute zeigte der Komet Catalina auf diesem wie diesem Bild einen prägnanten ‘Stengel’ in der Koma, der an den Vortagen nicht da gewesen war. [23:15 MESZ]

Hanna v. Hoerner, Pionierin der deutschen Raumforschung

Mit 71 Jahren ist, wie erst verspätet bekannt wurde, bereits am 4. Juli die Weltraumphysikerin Hanna von Hoerner verstorben, eine außergewöhnliche Persönlichkeit der deutschen Raumfahrt-Szene: Ihr kleines Schwetzinger Unternehmen von Hoerner & Sulger baute zahlreiche Instrumente für interplanetare Missionen, insbesondere für die Untersuchung von Staub. So stammt auch das COSIMA-Instrument auf Rosetta von vH&S (wobei vor 11 Jahren dieser Blogger den Großteil dieser Pressetexte schrieb). “Wir sind glücklich, dass wir an ihrem Weg teilhaben durften”, schreiben Belegschaft und Geschäftsleitung auf einer Trauerkarte, “teilhaben auch an der Verwirklichung der spannenden Raumfahrtinstrumente, die es ohne sie im Weltraum nicht gäbe. Wir werden ihr Werk fortsetzen!” [4:40 MESZ]

Mal wieder Trockeneis statt Wasser als Ursache der Gullies

auf dem Mars, die seit nunmehr 14 Jahren für Rätsel sorgen, benennt ein neues Paper auf der Basis von Bildern der HiRISE-Kamera auf dem Mars Reconnaissance Orbiter, das leider nicht Open-Access ist und hier und hier zusammen gefasst wird. “The timing of gully activity is seasonally controlled and occurs during the period when seasonal frost is present and defrosting,” heißt es im Abstract: “These observations support a model in which currently active gully formation is driven mainly by seasonal CO2 frost. [...] Although it is impossible to rule out a past role for water in the formation of martian gullies, a model in which gullies form only through currently active processes with little or no liquid water is consistent with our observations.” CO2 statt Wasser wurde übrigens schon wenige Tage nach der Publikation der Gullies postuliert. Auch ein HiRISE-Bild von Curiosity unterwegs – und eine US-Gesetzes-Initiative zur Nutzung von Asteroiden … [4:25 MESZ]

Und wieder kommen jetzt drei Perigäums-Vollmonde …

… die prompt auch wieder Gegenstand von Falschinformationen sind. Natürlich bedeuten diese ‘Supermonde’ – jetzt benutzt schon die NASA diesen einst von Astrologen erfundendenen Begriff! – überhaupt nichts. Aber kann sehr wohl mit dem bloßen Auge erkennen, wenn ein Vollmond besonders erdnah ist, wenn man auch den Rest des Jahres immer wieder mal hinschaut: Dies hat dieser Blogger bereits 2011 entdeckt und 2012 und 2013 (“Wieder steht …”) nachdrücklich darauf hingewiesen. Aber statt mal selber nach zu sehen und dieses erstaunliche Phänomen – die Ellipizität der Mondbahn mit bloßem Auge zu erkennen – selber zu erleben, wird leider allerorten das Märchen von der Mondillusion, die an allem Schuld sei, abgeschrieben. Traurig … Auch eine Galerie von leuchtenden Städten mit Citizen-Science-Aspekt, eine echte Feuerkugel über Brasilien am 7. Juli samt Auswertung, die falsche Interpretation des australischen Reentry als Meteor hier (erst sehr spät unauffällig korrigiert) und in der Folge davon hier – und die Kometen Catalina am 10. Juli und 17P/Holmes am 7. Juli, letzterer mit Schweif, womöglich nach einem kleinen Ausbruch. [3:25 MESZ. NACHTRÄGE: die obige Mond-Erfahrung in einem Artikel kondensiert - und Aufklärung zum Reentry hier, hier und hier: geht doch]


10.Jul 2014 | 23:05

Eine Soyuz startet – eine andere kommt zurück

Heute Abend MESZ ist in Französisch-Guyana die 8. Soyuz für Arianespace gestartet – und sieben Stunden zuvor ist über Australien die Oberstufe [NACHTRAG: und zwar diese hier] einer vorgestern in Russland gestarteten Soyuz (“Start einer Soyuz …”) verglüht, wie die Videos oben so wie hier und hier zeigen: Der Zusammenhang von Reentry und Rakete wird auch vom US-Militär bestätigt. Auf einem der von der Soyuz auch gestarteten Kleinsatelliten ist übrigens ein Prototyp eines IR-Sensors, mit dem einmal NEOs untersucht werden könnten. Die Soyuz in Französisch-Guyana trug eine Fregat mit vier Satelliten für die O3b-Konstellation: Die Fregat-Operationen dauern noch an. [NACHTRAG: Und sind zu einem guten Ende gekommen. NACHTRAG 2: Arianespace freut sich auch. NACHTRAG 3: ein O3B Release, Artikel hier und hier und mehr Links]

Rosetta_OSIRIS_NAC_comet_67P_20140704

Rosettas Zielkomet nimmt allmählich Form an, auf drei OSIRIS-Aufnahmen vom 4. Juli aus 37’000 km Distanz – Abstand jeweils 4 Stunden (bei einer Rotationsperiode von 12.4 Stunden); der Kern füllt bereits ~30 Pixel à ~700 m aus; mehr hier, hier, hier und hier.

Der Venus Express fliegt jetzt tiefer als jemals zuvor

durch die Venusatmosphäre, was ihm die heisste Woche des Aerobrakings beschert, das bald endet und heute auch in diesem ESA-Hangout besprochen wurde. Derweil wächst dank der Mission z.B. das Verständnis der Superrotation der Venus-Atmosphäre über klare Wellenmuster. Und eine weitere ESA-Mission ins innere Sonnensystem macht Fortschritte: Der Start von BepiColombo 2016 zum Merkur scheint gesichert. Unermüdlich macht derweil der Mars Express der ESA weiter: Heute gab’s von ESA wie DLR mal wieder ein frisches Bild, in den üblichen multiplen Darstellungen.

baikonur

Eine aktuelle Aufnahme von Baikonur aus der ISS aufgenommen – auch ein Video über das High Definition Earth Viewing-System mit vier TV-Kameras (“Dieses Bild wurde …”): Dabei wird auch explizit die Anwendung Columbus Eye der Uni Bonn erwähnt, die auch hier, hier und hier beschrieben ist. Derweil hat sich A. Gerst mit Seifenblasen befasst, vielleicht nicht nur PR. Und die NASA hat eine weitere Bodenstation des Near Earth Network.

LightSail hat endlich – kostenlose – Fluggelegenheit: 2016

Lange war es schon still um das 2009 wiedergeborene Projekt eines Sonnenseglers der privaten Planetary Society: Zwar hatte man bald eine prinzipielle Start-Chance bei der NASA (“Nächster Sonnensegler auf Start-Shortlist …”), doch mit dem Angebot konnte man nichts Rechtes anfangen. Stattdessen hat man nun, wie vergangene Nacht bei einem feierlichen Event verkündet wurde, auf einer Falcon Heavy angeheuert, die es noch gar nicht gibt, bei deren Start des STP-2-Satelliten für die U.S. Air Force im Jahre 2016. Das LightSail ist dabei der Untermieter eines anderen Satelliten, Prox-1, der Operationen zweier Satelliten in enger Nachbarschaft ausprobieren soll: Der Tripel-CubeSat LightSail dient dabei zunächst als Target (was ihm einen kostenlosen Mitflug beschert) – und wird dann zu seiner eigentlichen Mission entlassen, die er in 720 km Höhe durchführen kann: Sonnensegeln im Strahlungsdruck der Sonne. Praktischerweise hat Prox-1 ihm noch beim Entfalten des Segels zuschauen. Ein zweites Flugmodell des LightSail wird eventuell bereits 2015 im Rahmen des alten NASA-Deals fliegen können, allerdings nur in eine viel tiefere Umlaufbahn, wo es nur eine Woche oder so überlebt und auch nur den Entfaltungsmechanismus, nicht aber das Sonnensegeln, ausprobieren kann: Artikel hier (früher), hier, hier und hier. Auf dem nächtlichen Event wurde übrigens auch das “Lunar Flashlight”-Konzept der NASA angesprochen, aber wie es um die Realisierung steht, ist nicht zu ergründen.

Droplets of star formation and two merging galaxies in SDSS J153

Das ist mal eine verwegene kosmische Konstellation, die Hubble hier im Galaxienhaufen SDSS J1531+3414 eingefangen hat: Die beiden zentralen dominanten elliptischen Galaxien verschmelzen gerade – und dabei ist erstaunlicherweise eine 30 Kiloparsec lange Kette aus 19 Riesenhaufen voll blauer Sterne entstanden. Und außen drum gibt’s tolle Arcs von Hintergrundgalaxien, die das Schwerefeld des Galaxienhaufens verbogen hat: Press Releases auch hier, hier und hier und ein Artikel – plus Chandra/Spitzer-Beobachtungen an den “abnormen Armen” der Galaxie Messier 106.

ISEE-3 trotz Triebwerks-Versagens noch nicht aufgegeben

Klar ist – nach den Anstrengungen vorgestern und gestern (“Und wieder wird mit dem Antrieb von ISEE-3 gearbeitet”) – nur, dass die Triebwerke der Uralt-Raumsonde einfach nicht mehr wollen und dass daran nicht nur ein klemmendes Ventil Schuld ist: Vielmehr fehlt jenes Stickstoff-Gas, das den Treibstoff in die Brennkammern zu treiben hat. Dass es zunächst gelungen war, durch ein paar Düsenstöße die Rotation des Satelliten neu einzustellen und dann auch mit der großen Bahnkorrektur zu beginnen, war wohl letzten Stickstoffresten im System zu verdanken – aber die sind nun … weg? Interessanterweise erging gerade ein Ruf an die Welt, mal über das Lösungsverhalten von Stickstoff in Hydrazin über Jahrzehnte hinweg nachzudenken: Man hat noch vage Hoffnungen, ihn in diesem Fall durch Heizen wieder heraus treiben und die Bahnkorrektur zu einem Verbleib in Erdnähe hin doch noch retten zu können. Aber längst wird auch der Plan B propagiert: So lange es geht, mit ISEE-3 auf der alten Bahn noch Kontakt halten und wenigstens etwas Wissenschaft zu produzieren. Ob eilige Nachrufe wie hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier oder hier verfrüht waren, wird sich noch zeigen müssen – populär gewesen sind die Bemühungen um das TCM des Satelliten jedenfalls.


05.Jul 2014 | 23:28

Allgemeines Live-Blog vom 5. bis 9. Juli 2014


9. Juli

europa

Ein neu verarbeitetes Europa-Bild von Galileo vom November 1997: Eine hoch aufgelöste Schwarzweiß-Auifnahme wurde mit Farbinformation geringerer Schärfe aus einem anderen Orbit 1998 kombiniert, um rötlich diverse Salze hervor zu heben, die vor allem bei den großen Spalten im Eis auftreten. Was den verdacht nahelegt, dass hier die Oberfläche des Jupitermonds mit dem Ozean in seinem Inneren kommuniziert hat. [23:55 MESZ - Ende]

Und wieder wird mit dem Antrieb von ISEE-3 gearbeitet

Das heutige Funkfenster für Arecibo hat sich soeben geöffnet, und nach der gestrigen Pleite – ein knappes Statement und Artikel hier, hier, hier und hier – sind jetzt erst Mal Experimente mit dem System angesagt, um sein Verhalten zu verstehen. Abermals dient die alte 20-m-Schüssel des Bochumer IUZ für den Empfang. Die Telemetrie vom Uralt-Spacecraft auf seiner heliozentrischen Bahn – das war sie gestern – ist heute indes hier zu verfolgen: Der Server von AMSAT-DL war gestern unter dem Ansturm der ISEE-Fans gleich in die Knie gegangen … [18:45 MESZ] Ein aktueller Blick in den improvisierten Kontrollraum, während mit den Triebwerken experimentiert wird. [19:40 MESZ] Das TCM geht weiter … [19:45 MESZ] … und “etwas bewegt sich” auf dem Spacecraft – ein ähnliches Verhalten wie gestern. [19:50 MESZ] Vermutlich hat ein Tanksystem den Druck verloren – aber es gibt viele Möglichkeiten, das System zu konfigurieren. [20:10 MESZ] Ursprünglich waren da 8 Tanks mit Hydrazin und Stickstoff für den Druck: Die Hypothese ist, dass letzterer im HPS A verloren ging. [20:15 MESZ] Möglicherweise kein Druck in beiden Tanksystemen: Da muss ein Hydrazin-Experte ran. Jetzt erst mal Science Mode, dann Schluss für heute. [20:30 MESZ. NACHTRAG: Und schon ist von einem Plan B die Rede, ein bisschen Wissenschaft auch ohne die Bahnänderung zu betreiben, da kaum mehr Hoffnung für den Antrieb zu bestehen scheint - es wäre eine "interplanetary citizen science mission", deren Durchführung aber "big dishes" (von wem?) erfordern würde]

IAU & Zooniverse sammeln “amtliche” Exoplaneten-Namen

Im Gegensatz zu einem absurden kommerziellen Versuch (“Mein Opa von Alpha Centauri … geht’s noch abstruser?”) könnte das soeben gestartete NameExoWorlds tatsächlich funktionieren, das die IAU – wie schon länger angekündigt – und die Citizen-Science-Plattform Zooniverse erdacht haben: Die Namensvorschläge für zunächst 305 etablierte Exoplaneten können nur von volksastronomischen Einrichtungen kommen (die dafür kein Geld nehmen dürfen), und es gelten die bewährten Nomenklaturregeln, um Peinlichkeiten und Konflikte möglichst von Anfang an zu vermeiden. Dann wird abgestimmt (natürlich auch, ohne dass wer kassiert), und auf der nächsten AGU GA 2015 werden die Namen verkündet – die dann zwar ‘offiziell’ sind aber die wissenschaftlichen Nummern nicht ersetzen sollen. Die IAU geht endlich proaktiv in die Öffentlichkeit: Hoffentlich gräbt dies ihren pathologischen Hassern v.a. in den USA bald das Wasser ab … Auch eine Statistik zum Galileoscope des IYA 2009, Animationen hier, hier und hier vom Kometen Jacques im STEREO-Feld, Catalina heute, Siding Spring vor drei Tagen, die Annäherung von 2014 MF6 heute – und hier, hier und hier eine südamerikanische Mondbedeckung Saturns. [18:35 MESZ. NACHTRÄGE: Artikel zum IAU-Prozess hier, hier, hier, hier und hier]

Russlands neue Angara-Rakete absolviert Suborbital-Test

Ohne Live-TV-Übertragung (wie auch schon beim unten erwähnten Soyuz-Start) hat heute die Angara-Rakete ihren ersten Testflug absolviert, der dem Vernehmen nach ein voller Erfolg war: Er war ballistisch, und die Testnutzlast landete bald wieder in Russland. Das Programm läuft schon ewig – und plötzlich fliegt wirklich was: erste Artikel mit noch kaum Details hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Video vom Start, ein Standbild und noch mehr. [18:25 MESZ. NACHTRÄGE: MOD und Khrunichev Releases, ein Start-Video, weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links]

flare0708

Ein M6.5-Flare auf der Sonne gestern Nachmittag kam völlig überraschend aus einer unscheinbaren Gruppe und hatte sogar Funk-Wirkungen. Auch H-Alpha-Beobachtungen mit einem neuen Amateur-System, ein Artikel über beginnenden SoFi-Kommerz in den USA vor der TSE von 2017 – und tolle NLCs über Moskau gestern. [18:15 MESZ. NACHTRÄGE: die immer noch gut befleckte Sonne heute - und der Merkur-Orbiter MESSENGER beobachtet ihre Neutronen, dank der Sonnennähe des Planeten]

schlaengelchen

Start einer Soyuz gestern mit sieben Satelliten, einem Meteor-Wettersatelliten und sechs kleinen, darunter dem ersten aus Schottland: Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch ein weiterer Meilenstein für’s JWST, Rosetta vor dem 6. Burn von 10, der Status von BepiColombo (Start in 2 Jahren) und Opportunity (Start vor 11 Jahren), der erste Hurrikan für den neuen Satelliten GPM Core, Sonnen-Segelei – und ein freies E-Book zu privater Raumfahrt in historischem Kontext. [2:50 MESZ] Zu den Soyuz-Satelliten noch britische Press Releases hier, hier, hier, hier und hier, Artikel hier und hier und mehr Links. [18:05 MESZ]

etna-volcano

Der qualmende Ätna von der ISS aus gesehen auf einem spektakulären Bild, das Олег Германович Артемьев geschickt hat. Auch Vorbereitungen für Besuche von Transportern wie dem gut beladenenen Cygnus, ein Experiment mit Fruchtfliegen und das RapidScat-Experiment für die ISS, die Vorbereitungen des Erstflugs der Orion – und der Buran-Prototyp aus dem Gorki Park hat endlich eine richtige Heimat gefunden. [2:05 MESZ]


8. Juli

isee-grafik

Heute soll ISEE-3 den Kurs korrigieren – Bochum hört zu

Das Zeitfenster für Arecibo zum Senden der Kommandos zu der Uralt-Sonde zum Ändern der Bahn in eine eventuell später wieder wissenschaftlich nutzbare ist gerade aufgegangen, und auch die alte 20-m-Schüssel des IUZ in Bochum ist zum Empfang der Telemetrie bereit: Was die AMSAT-Amateurfunker dort sehen, wird hier live gezeigt. [19:05 MESZ] Die improvisierte Mission Control in einem ehem. McDonalds in den USA – und die Sonde ist folgsam heute. [19:30 MESZ] Beginn der Triebwerkszündung soll gegen 19:46 MESZ sein. [19:40 MESZ] Und das Kommando wurde akzeptiert: ISEE-3 beschleunigt! [19:48 MESZ] Die gepulsten Zündungen laufen, beim ersten Delta-V-Manöver seit 1986. [19:51 MESZ] Die erste von 7 Sequenzen ist beendet, offenbar erfolgreich. [19:54 MESZ] Wie das Manöver im Raum aussieht; zwar bestätigt es die Telemetrie, aber es ist noch kein Doppler-Effekt auf dem Träger zu sehen. [19:57 MESZ] Warum die Feuer-Pulse in Paketen mit maximal 63 kommen: Weiter kann ISEE-3 nicht zählen … [20:00 MESZ] Arecibo kann aus baugeometrischen Gründen gerade nicht senden, es geht aber bald weiter. Und was das Manöver erreichen soll. [20:07 MESZ] Die Funkverbindung steht wieder, gleich gibt’s das zweite Puls-Paket. [20:20 MESZ] Nach diesem sehen die “Beschleunigungsmesser nicht richtig” aus. [20:25 MESZ] Und mit dem Kommandieren klappt’s auch nicht mehr auf Anhieb. [20:35 MESZ] Das stand wohl ein Ventil falsch, deswegen kaum Schub erreicht. [20:40 MESZ] So was gab’s bisher noch nie – es geht weiter. [20:45 MESZ] Da die Accelerometer auch nach dem nächsten Versuch keinen Effekt zeigen, vielleicht weil nur ein paar Pulse kamen, wird jetzt alles aus und wieder an geschaltet und von neuem begonnen. [20:55 MESZ] Einen kleinen Doppler-Effekt hat’s bisher gleichwohl gegeben. [21:00 MESZ] Nächster Versuch – und wieder unerwartete Werte: Da beschleunigt nix mehr … [21:05 MESZ] … weil offenbar das Antriebssystem A schwer gestört ist. Aber es gibt ja noch B. [21:15 MESZ] Da das Zeitfenster für Kommandos zuende geht, wird für heute Schluss gemacht – aber man glaubt, immerhin einen kleinen Effekt erreicht zu haben. [21:25 MESZ] Und Pläne reifen für’s weitere Vorgehen. [21:50 MESZ]


7. Juli

P1510956

Die Sonne heute Nachmittag, mit den beiden – gut gefiltert mit bloßem Auge erkennbaren – Gruppen beiderseits der Mitte, aufgenommen mit einfachsten Mitteln vom Blogger: auch von anderen ein Video, ein schärferes Bild und die Gruppen im Detail. Sowie eine Demonstration der elliptischen Erdbahn, die ISS vor der Sonne, Komet Catalina gestern und Siding Spring mit dem HST(!) im März, schöne NLCs über dem UK letzte Nacht (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und etwas in Deutschland – und ein wie üblich bizarrer Artikel über deutsche Sternfreunde im Einsatz, sicherheitshalber mit der Behauptung, die Amis wären wirklich auf dem Mond gelandet, im Konjunktiv … [23:55 MESZ]

Noch ein Monat bis zur Ankunft von Rosetta am Kometen!

Churyumov-Gerasimenko hat bereits vage Form angenommen auf Bildern von OSIRIS (mehr, mehr, mehr und mehr) und hat die ersten 5 der Bahnmanöver auf dem Weg zum Rendezvous am 6. August absolviert, wobei die Abgase an Bord gemessen werden konnten und bald komplexe Navigation am Kometenkern bevorsteht. Auch wie Hubble ein Ziel für New Horizons sucht, die Entdeckung von Serpentin auf Vesta, die immer tiefer sinkende Bahn des Venus Express, ein ESA-Test von Marslande-Technologie, die Ablieferung der US-Radios für den Trace Gas Orbiter, die Fortschritte von Opportunity, chinesische Träume von einem Marsrover, Erkenntnisse zum hohen Salzgehalt des Ozeans in Titan – und weitere Messungen von Voyager 1, die für ein Erreichen des interstellaren Raums sprechen. [23:15 MESZ]

A curious supernova in NGC 2441 (annotated)

Ein Hubble-Bild der Supernova 1995E in NGC 2441 – an deren Ort ein Lichtecho beobachtet wird (“Das Lichtecho der Supernova 1995E ist tatsächlich eins”). Auch der nur halbe Erfolg der kanadischen BRITE-Satelliten und was das bedeutet (angeblich nicht viel), der neue Modus der STEREO-Satelliten (auch ein Q&A dazu), Asteroiden-Beobachtung mit, der baldige Beginn der regulären Beobachtungen durch und eine 9-monatige Verspätung des 1. Katalogs von Gaia, Herschel-Beobachtungen junger Sonnen in OMC2 FIR4, der nächste Startversuch der Angara übermorgen – und morgen vielleicht das entscheidende Bahnmanöver ISEE-3s, auch mit wichtiger deutscher Unterstützung. [22:30 MESZ. NACHTRAG: mehr zu Gaias Verzögerungen hier und hier]


6. Juli

Unboxing_IXV

Das Intermediate eXperimental Vehicle (IXV) ist im ESTEC

angekommen: Dieser Demonstrator der ESA – der nun in ihrem Technologiezentrum getestet wird – soll im November nach einem Vega-Start einen Reentry aus 420 km Höhe vorführen. Auch die Bergung des LDSD, ein gescheitertes Raketen-Experiment der NASA zu suborbitalen Technologien, die erste Zündung der Triebwerke von ISEE-3, für dessen großes Bahnmanöver die Zeit langsam knapp wird, der Status des LightSail der Planetary Society, ein möglicher neuer Startversuch der Angara am 9. Juli, die automatische Suche nach passenden Asteroiden für einen Besuch – und ein wohl harmloser Impakt auf und das das letzte ATV zu der ISS, wo Gerst über einen Monat zugange ist und jüngst mit Schülern per Funk sprach (mehr und mehr). [23:55 MESZ]

jac-stereo

Komet Jaques aus der Sicht von STEREO-A und der HI-Kamera in Differenzdarstellung am 2. Juli – der Anblick von der Erde aus dürfte leider erheblich weniger dramatisch ausfallen. Auch Komet Catalina vorgestern, am 2. Juli, 30. Juni (mehr), 29. Juni (mehr und mehr) und 26. Juni, an diversen Tagen und mit dem VATT, Komet LINEAR am 27. Juni und mit dem WISE-Satelliten im Mai, eine NEA-Entdeckung mit dem INT – und ein Video (und Summenbilder daraus) einer britischen Feuerkugel von 30. Juni. [13:00 MESZ]

P1510935

Die Sonne heute Vormittag: gut befleckt aber keine Giganten an Flecken zu sehen. Dito vor drei Tagen; auch das IMaX-Instrument zur Sonnenforschung – und ein amerikanischer “Ratgeber”-Artikel mit SoFi-Nonsense aus dem Mund eines Augenarztes (böse Strahlen bei Totalität um den Mondrand gebrochen … [NACHTRAG: Die Nonsense-Physik wurde nach Astronomen-Protesten gestrichen, die Mär von der gefährlichen Totalität aber drin gelassen]). Zum Glück sind US-Astronomen bereits dabei, sich um Aufklärung vor der SoFi 2017 zu bemühen. [11:00 MESZ. NACHTRÄGE: die Flecken mit Nummern und in höherer Auflösung heute]


5. Juli

Eines von vielen Zeitraffer-Videos der phänomenalen NLCs vom 3./4. Juli, die schon veröffentlicht wurden, weitere hier und hier sowie Bilder vom Alpenrand, aus dem Hochtaunus, aus der Nordeifel, dem Bonner Raum (dito), in Berlin und Groß Schwülper und sonstwo in Deutschland, den Niederlanden, Norwegen und Belgien, plus Artikel hier und hier. [23:05 MESZ. NACHTRÄGE: die NLCs auf die Erde gemappt, Galerien aus Leopoldshöhe, vom Alpenrand in Bayern und aus dem Norden von Österreich - und tolle Zeitraffer-Clips aus dem Ruhrgebiet, nicht weit von wo dieser Blogger beobachtet hatte]


Hintergrundbilder (c) OEWF