ÖWF / Polares auf einen Blick

ÖWF Top News

29.10.10:
26.Sep 2014 | 18:04

ÖWF Pionierprojekte: Ihre Chance neue Themen im ÖWF umzusetzen!

Sie haben eine überzeugende Idee für ein kleines ÖWF Projekt, das Sie gerne einbringen möchten? Mit den Pionierprojekten haben ÖWF Mitglieder zum ersten Mal die Chance, kleine, mittelfristige ÖWF Projekte mit bis zu 1.000 EUR gefördert zu bekommen.

Kind spielt mit Holzflugzeug

Hintergrund:
Pionierprojekte sind kleine, mittelfristige ÖWF Projekte mit dem Ziel Ideen und Initiativen von Mitgliedern umzusetzen und gleichzeitig den Lebenszyklus eines Projektes von der Ideenfindung, Proposal bis zum Endbericht zu durchlaufen.

Die Themen sind offen, müssen sich aber an den Zielen & Leitsätzen des ÖWF orientieren: Vom Schulprojekt über technische Entwicklungen für Feldmissionen bis hin zur Umsetzung von Ideen zur Neumitgliedergewinnung ist alles möglich.
Einreichen können ausschließlich ÖWF Mitglieder, externe Projektmitarbeiter, Partnerorganisationen und Sponsoren sind aber möglich. Damit können ÖWF Mitglieder den vollen Projektzyklus selbst erleben, etwas im Forum bewegen und vielleicht sogar neue Themen erschließen.

Was wird zur Verfügung gestellt?

    • Bis zu € 1.000,00 Budget
    • ÖWF Infrastruktur (z.B. Werkstätten, IT-Infrastruktur, Beratung (z.B. Legal Team, Medienteam, Buchhaltung etc.)
    • Unterstützung bei der Kommunikation innerhalb und außerhalb des ÖWF

Bis zu zwei Projekte werden gefördert. Die Auswahl erfolgt durch eine internationale Jury (NASA & ESA Vertreter) unter der Leitung von Dr. Rudolf Albrecht, ÖWF Senior Advisor.

Format für die Pionier-Proposal
Maximal 3 Seiten Projektbeschreibung in Englisch.

  • Max. 1 Seite:
    Projekttitel, Projektverantwortlicher (inkl. Kontaktdaten), Team, Kurzfassung, inkl. Ziele, Laufzeit
  • Max. 1 Seite:
    Projektbeschreibung: Inhalt & Ablauf, Risiken & Potential, erwartete Resultate bzw Impakt.
  • Max. 1 Seite:
    Budgetauflistung, Zeitplan inkl. Meilensteine

Wie gehts weiter?

  • Einreichfrist: 01. Dezember 2014, per email an *protected email*
  • Bekanntgabe der erfolgreichen Projekte: 20. Dezember 2014 (ÖWF Weihnachtsfeier)
  • Projektlaufzeit: 01. Jänner 2015 bis maximal Zieleworkshop 2015 (September 2015)
02.Sep 2014 | 21:28

Tiuterra Flug: Drei Kristalle für die Raumstation

In Zusammenarbeit mit der World Space Week Association und Swarovski, initiierte das Österreichische Weltraum Forum das Tiuterra Projekt: Gesteinsproben welche weltweit im Rahmen der World Space Week 2013 gesammelt wurden – darunter auch Proben aus der Antarktis und dem Boden der Tiefsee. Diese wurden analysiert und mit einem winzigen Anteil eines Mars Meteoriten kombiniert. Swarovski hat sich der Herausforderung gestellt, aus diesen Proben ein Schmuckstück her zu stellen, den “Tiuterra Kristall”. Drei dieser Kristalle werden im November mit Samantha Cristoforetti und Expedition 42/43 auf die Internationale Raumstation (International Space Station, ISS) fliegen. Damit fliegt zum ersten Mal in der Geschichte ein Stück ÖWF “Hardware” zur Raumstation.

Die Übergabe der drei Kristalle fand im Rahmen eines Medien Events am Europäischen Astronauten Zentrum (European Astronaut Centre, EAC) in Köln, Deutschland, statt.

Briefing vor der Übergabe

Kurz bevor die Presse ankommt, besprechen Monika Fischer, Samantha Cristoforetti, Jules Grandsire und Gernot Grömer letzte Details des Events.

Handover of the crystals

Ein Großer Moment: ÖWF Obmann Gernot Grömer übergibt die Tiuterras an Samantha Cristoforetti vor der Trainings-Version des Columbus Moduls der Raumstation. Christian Nagele, Vize Präsident Produkt Entwicklung bei Swarovski, präsentiert ihr eine personalisierte Version des Kristalls.

Inside Columbus mockup at EAC

Nach der Übergabe, lädt Jules Grandsire (EAC) die Medien und die ÖWF Delegation zur VIP Tour des EACs ein. Diese beinhaltet auch einen Blick in das Automated Transfer Vehicle (ATV): Das fünfte und letzte ATV befindet sich zur Zeit gerade im Orbit!

Inside the ATV

Innerhalb des ATVs erscheint alles eher überfüllt – kein Wunder, ist es doch der “Weltraum-LKW” für die ISS!

OeWF delegaton with Samantha Cristoforetti

Die ÖWF Delegation mit Samantha Cristoforetti im Inneren des Columbus Moduls.

Soyuz Simulator

Christian Nagele und Gernot Grömer an Deck des Sojuz Simulators: Mit Raumanzügen anstatt Anzügen könnte man sie fast für angehende Astronauten halten…

simulation supervisor console

Die Konsole welche die Übersicht für den Sojuz Trainings Simulator ermöglicht: Von hier aus werden alle schlimmen Probleme eingespeist.

Two happy FemTech-student

Veronika Haberle und Julia Neuner vor dem ATV Model. Zwei glückliche FemTech Studentinnen auf einer Mission!

Andrea Boyd

Was für eine schöne Überraschung: Andrea Boyd, die an der EUROCOM Konsole arbeitet (Der Kontrollraum für den Europäischen Beitrag zur ISS) und auch gleichzeitig ein ÖWF Mission Support Center Veteran, ist während der Zeremonie gerade im Dienst. Mit großem Enthusiasmus beschreibt Andrea ihre Arbeit an diesem außergewöhnlichen Arbeitsplatz.

28.Aug 2014 | 20:59

Wasserraketen und Waisenkinder

Bereits 2013 hat das ÖWF einen Weltraumtag besonderer Art organisiert. Gedacht als kleiner Beitrag für ein großes Projekt, wurde dieser Tag nicht nur ein Erfolg, sondern blieb vielen im Gedächtnis, allen voran denen, die an diesem Tag im Mittelpunkt standen: Waisenkinder und kranke Kinder aus der Ukraine, die auf Initiative von Dr. Christoph Otto von Global 2000 in wechselnden Gruppen seit Jahren Erholungsurlaube in Österreich verbringen können. Für viele der Kinder war und ist das die erste Auslandsreise in ihrem Leben. Neben Unbekümmertheit, Spaß und grünen Wiesen gibt es in diesen Wochen endlich auch Aufmerksamkeit und ausreichend Medikamente.

Den „Pilotversuch“ eines solchen Weltraum-Tages letztes Jahr in Hagenbrunn (Niederösterreich) und Ybbs an der Donau (Niederösterreich) fädelte ÖWF-Mitglied Alexander Soucek ein, der durch Zufall von den kleinen Ukraine-Urlaubern mit ihren schweren Schicksalen gehört hatte. Begleitet wurde er von Gerhard Grömer. Ukraine-Projektleiter Dr. Otto dankte damals dem ÖWF: „Ihre Weltraumveranstaltungen haben fulminante Reaktionen ausgelöst. Die Berichte waren nicht nur begeistert, sondern geradezu frenetisch. Wir danken dem ÖWF ganz herzlich für das Engagement und die begeisternden Präsentationen!“

Diesmal wuchs die ÖWF-Helfergruppe schon auf fünf Personen an: neben Alexander und Gerhard auch Eva und Stefan Hauth sowie Magdalena Mahringer, die sich alle zusammen einen Arbeitstag freigenommen hatten, um am 14. Juli beladen mit Wasserraketen, Kinderraumanzügen und Weltraumfotos diesmal nach Klein-Engersdorf zu fahren.
Die Zutaten dieses Tages: ein großer Garten, ein schattenspendender Baum, Sonne und Gewittertürme, ein Feld, das zum Wasserraketen-Versuchsgelände umfunktioniert wurde, eine Schar Kinder verschiedenen Alters, ein kleiner Astronaut im Rollstuhl, helfende Hände, Dolmetscherinnen, Improvisation, ein Heuriger, Geschichten aus der Ukraine zum Nachdenken. Manche der Kinder waren bereits letztes Jahr dabei und plauderten mit den Freunden vom ÖWF unbekümmert auf Ukrainisch. Gespräche mit den Erwachsenen erlaubten verstörende, aber gleichzeitig unbezahlbare Eindrücke von der aktuellen Situation in diesem großen Land. Da die Gäste allesamt aus Orten in der derzeit umkämpften Ostukraine stammen, war ihnen nicht einmal klar, ob und auf welcher Route sie wieder zurückreisen würden.

Die Antwort auf so viele große und kleine Probleme? Lauthals auf Ukrainisch den Countdown für die ÖWF Wasserraketen zu zählen, um diesen dann begeistert nachzuschauen bei ihrem Flug in den Himmel! – Das ÖWF wird auch 2015 versuchen, Dr. Otto und seine ehrenamtlichen Helfer bei dem wunderbaren Projekt „Tschernobyl Kinder“ zu unterstützen. Es gilt, noch viele kleine Astronauten auszubilden.

Alexander Soucek und Team

Mehr Informationen:

Impressionen:

14.Aug 2014 | 18:22

Mehr Energie für unsere „Prinzessin“ – AccuPower stellt Lithium-Ionen Akkus zur Verfügung

Durchschnittstemperaturen im Freien von -55°C, harte körperliche Arbeit im Druckanzug mit jeder Menge CO2 Ausstoß, das ist nur ein kleiner Teil der Herausforderungen, die ein Raumanzug am Mars zu bewältigen hat.

Hier auf der Erde entwickelt und testet das ÖWF, als eines von weltweit vier Gruppen, Systeme um für kommende Marsmissionen gerüstet zu sein. Eines dieser Systeme in unserem Analoganzug ist das TCS (Temperature Control System / Temperaturkontrollsystem).
Wie der Name schon sagt, ist es für die Regelung der Temperatur im Anzug verantwortlich, wobei es auch noch einige andere wichtige Aufgaben erfüllt. Zum Beispiel werden die Akkus die den Anzug mit Energie versorgen von diesem System überwacht und bei Bedarf dazu bzw. umgeschaltet. Auch die Spannungsversorgung des OBDH Systems (On Board Data Handling), dem „Gehirn“ der Aouda.X, wird vom TCS aufbereitet und stellt diesem alle notwendigen Spannungen zur Verfügung.

Um eine konstante Temperatur im Anzug zu gewährleisten werden die Lüfter steht´s den Bedürfnissen des Anzugträgers angepasst, nachgeregelt und überwacht. Sollte aus irgendeinem Grund die automatische Regelung ausfallen, kann jederzeit die Steuerung manuell übernommen werden. Zwei Drittel der Leistung, die von den Akkus geliefert wird, benötigen die Lüfter um die notwendige Luftumwälzung um Torso- und Helm Bereich sicherzustellen.

Akku 7S4P von der Firma Accupower
Es werden insgesamt drei Akkus im Analoganzug verwendet, jeder von ihnen liefert ca. 270Wh elektrische Energie und wiegt ca. 1,5kg. Um auf diese Leistungsdichte zu kommen werden seit Juli 2014 spezielle Lithium-Ionen Akkus verwendet, die mit einer intelligenten Ladeelektronik ausgestattet sind um vor Tiefentladung und Überlast zu schützen. Es sind jeweils 7 Zellen in Serie und diese dann 4mal parallel geschalten um eine Spannung von 25.9V zu erreichen.
Wichtig bei der Lithium-Ionen Technik ist auch dass die einzelnen Zellen immer den gleichen Ladezustand aufweisen. Auch um dies muss sich das Anzugteam nicht kümmern, es wird von der Ladeelektronik ständig überwacht und ausgeglichen.

Damit die Akkus ihre volle Leistung entwickeln können werden sie im PLSS (Personal Life Support System) getragen. Dadurch werden extreme Temperaturschwankungen vermieden und es kann eine Simulationszeit von 3-8 Stunden erreicht werden.

Die Energie des Anzuges ist neben CO2 und O2 sowie EKG Messwerten, ein sehr wichtiger Parameter und wird ständig während einer Simulationen überwacht. So hängt auch die Dauer eines EVA‘s (Extra-vehicular activity vulgo „Marsspaziergang“) von der verfügbaren Energie ab. Dies muss auch bei der Planung von Missionen berücksichtigt werden und in den Flugplan einfließen.

Im Juli bekam das ÖWF von der Firma AccuPower Lithium-Ionen Akkus für unsere beiden Mars Analograumanzüge zur Verfügung gestellt. Nicht nur das geringere Gewicht, auch die kleinere Dimension des einzelnen Akkus helfen uns die Anzüge weiterzuentwickeln.

Wir bedanken uns für die tolle Zusammenarbeit mit dem Team von Accu Power und freuen uns auf den ersten Feldeinsatz der neuen Accus im Rahmen der AMADEE-15 Mission im Sommer 2015.

Über AccuPower
AccuPower ist ein international agierendes Unternehmen mit Sitz in Graz, Österreich. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt High-Tech-Produkte im Bereich Lade- und Energietechnik, die weltweit für mobile Stromversorgung eingesetzt werden.
www.accupower.at

27.Jul 2014 | 17:56

Das ÖWF begeistert! Kleiner Beweis?

Anfang Juni sind tausend Gäste und Honoratioren in das Pariser Hauptquartier der UNESCO geladen, um ein halbes Jahrhundert europäische Raumfahrtkooperation zu feiern. Logos, Banners, Präsentationen unterstreichen es in allen Ecken: 1964-2014: 50 Years Serving European Cooperation and Innovation. Dann wird es dunkel, Musik, Atmosphäre, ein bisschen Gänsehaut und sehr viel Weltraum. ESA-Generaldirektoren, Politiker, Astronauten, Industrievertreter, europäische Delegierte und die Mitarbeiter der ESA lauschen starken Geschichten und großen Leistungen aus fünf Jahrzehnten.

Ich sitze weit hinten im Halbdunkel, zwischen vielen Kollegen aus den 20 Mitgliedstaaten der ESA. Es ist ein bisschen auch unsere Feier, hat es geheißen, und obendrein soll es nachher einen festlichen Empfang mit Blick auf den Eiffelturm und das abendliche Paris geben. Wir hören gute und weniger gute Reden, sehen Bilder aus der Frühzeit der ESA und folgend interessiert den Anekdoten von Roy Gibson, dem ersten ESA-Generaldirektor, der mit seinen 90 Jahren wach, klug und verschmitzt auf der großen Bühne sitzt.

Nach der Weisheit des Alters haben die Organisatoren der Show das Feuer der Jugend eingeladen. Drei Teenager entern die Bühne, schlaksiger Schritt, nehmen Platz neben zwei krawattentragenden ESA-Direktoren und dem Moderator Jean-Francois Clervoy, ESA-Astronaut, drei Mal im All mit dem Space Shuttle. Die drei Kids sind stellvertretend für die vielen Kinder von ESA-Mitarbeitern ausgewählt worden, die jährlich das große ESA-Sommercamp bevölkern. Jeder der drei – zwei Mädchen, ein Junge – hat zwei Minuten Zeit um ein Statement abzugeben. Astronaut Clervoy fragt: „So, und was ist Euer bleibender Moment, der Euch für die Raumfahrt begeistert hat? Was war Euer Schlüsselerlebnis? Was bedeutet der Weltraum für Euch?“

Die erste greift zum Mikrofon. Ein Bild erscheint auf der großen Leinwand.
Und ich fahre in meinem Sitz hoch.

Das Foto zeigt die hunderten Teilnehmer des „ESA Space Camp“ aus der Luft aufgenommen, zu einem Riesen-ESA-Logo drapiert auf einer grünen Wiese. Im Gegensatz zu Publikum rund um mich im Halbdunkel kenne ich das Foto ziemlich gut: Es ist ein ÖWF-Foto. Geschossen vom Modellhubschrauber unseres Mitglieds Gerhard Grömer. Während des ESA Space Camp 2013 im Salzburger Land. Die ESA hatte uns vom ÖWF gebeten, zwei Tage mit den Kids – den kleinen (6 bis 11 Jahre) und den großen (12 bis 18 Jahre) – zu gestalten. Die Idee mit dem Hubschrauber war unser kleiner Abschlussgag, die Aufstellung zum Logo unsere Idee. Und auf der Bühne sagt das Mädchen: „Das hier ist ein Foto vom Space Camp letztes Jahr. Das war für mich das beste Space Camp. Wir haben so coole Sachen gemacht, vor allem die Marsmission. Und dieses Foto mit einem kleinen Hubschrauber. Wir haben so viel gelernt und die Foto-Session war einfach genial.“

Die Marsmission. Tja, die kommt mir auch bekannt vor. Vom ÖWF ausgedacht, vom ÖWF ausgeführt: ein gigantisches Wissenschaft-Rollenspiel über 48 Stunden.

Jetzt greift der Junge in der Mitte zum Mikrophon. Neues Bild auf der Leinwand.
Und ich mache große Augen.

Auf dem Foto sieht man einen Raum voller Kids, Action pur, dazwischen weinrote ÖWF-Poloshirts. Ein Schnappschuss mitten aus dem heißen Nachmittag, an dem wir vom ÖWF die großen und die kleinen Teilnehmer auf unsere ausgeklügelte Marsreise mitgenommen hatten. Inklusive Mission Control, Reisestrategie, Quizspiel. Der Junge erzählt: „Mein aufregendstes Weltraum-Erlebnis war eine Marsreise, die man mit uns gemacht hat. Wir mussten lauter Entscheidungen treffen und in Teams arbeiten. Ich war in der Missionskontrolle. Das war richtig stressig. Ich hab vorher nicht gedacht, das Raumfahrt so spannend ist, ich hab’s halt nur von meinen Eltern gekannt, die bei der ESA arbeiten. Aber seit dieser Mission weiß ich dass das alles ziemlich cool ist.“

Ich grinse von einem Ohr zum andern und lehne mich zu meiner Sitznachbarin: „That was us…“, sage ich, „das waren wir.“
Und dann geht das Mikrofon an Chiara, das Mädchen ganz rechts mit dem Pferdeschwanz. Clervoy fragt: „Und dein prägendstes Erlebnis?“

Das Bild, das sie ausgewählt hat, lässt mein Herz nun endgültig bis zum Hals klopfen. Auf der Leinwand erscheint Chiara in unserem Kinderraumanzug, im Hintergrund unseren Astronauten-Hindernis-Parcours mit unserem kleinen Marsrover TOBI, der während der MARS2013-Mission in der Wüste von Marokko im Einsatz war. Auf dem Kinder-Raumanzug sieht die versammelte Prominenz dieses Abends groß und deutlich das ÖWF-Logo prangen. Und Chiara sagt: „Letztes Jahr hatte ich die Chance, mich wie ein Astronaut zu fühlen. Ich musste einen Hindernis-Parcours meistern und einen Marsrover reparieren. Das war unglaublich. Ich werde dieses Erlebnis nie vergessen. Unser Team hat gewonnen, und wir waren so stolz. Wir wissen jetzt wie anstrengend und wichtig eine Marsmission ist. Das war mein bestes Weltraumerlebnis.“

Ich sinke wieder in meinen Stuhl. Klatschen, Astronaut Clervoy lächelt, die drei gehen ab, die Show geht weiter. Aber ich bin jetzt in Gedanken woanders.

Drei Jugendliche aus drei Ländern. Drei Jugendliche im sogenannten „schwierigen Alter“. Und alle drei, befragt was sie für den Weltraum begeistert hat, zitieren unabhängig drei Momente aus den 48 Stunden, die das ÖWF sie vor einem Jahr auf eine Marsmission mitgenommen hat. Sie erzählen davon mit Begeisterung in der Stimme, und sie sind stolz darauf. Das bin ich auch in diesem Moment im dunklen Zuschauermeer; stolz auf das ÖWF und darauf wie wir begeistern können. Und ich denke mir: Es kommt doch alles irgendwann zurück…

14.Oct 2014 | 19:38

How to make an analog astronaut feel how it is to bend an arm in space?!

After attending a very interesting “Introduction into Spacesuits”-course, I got the chance to work as a volunteer at the OeWF suit lab in Innsbruck. The task was to redesign the exoskeleton for the analog astronauts. At first I hadn’t an idea, what’s expecting me.
At the beginning of my summer holidays I had a meeting with Gernot Grömer who introduced me in an excellent and enthusiastic team at the suit lab and gave me a short overview of what he wants me to do:

  1. Read all the documents he gave to me (quite a lot and oh what a wonder – everything in English – so I had to improve my English first)
  2. Develop a new exoskeleton consisting of a pair of elbow-joints and a pair of knee-joints for the Aouda spacesuit simulator

Collage Exoskeleton with group picture of spacesuit course participants

Sounds simple so far and off we go…
After nearly two weeks of reading theoretical stuff about “space suit joint values”, “torques” and even more complex things like this, I got a vague idea what to do. A first design with a CAD-program (computer-aided design program) and another meeting with Gernot Grömer were done and the idea grew more specific.

But why all this work and investigation? Why is an exoskeleton needed for an analog astronaut?
Simply spoken, a pressurised space suit makes it harder to bend an arm or a leg for an astronaut because of shifting pressurised air inside the space suit and the textile layers of the suit working against deformation. But because Aouda is not set under pressure, we have to simulate this effect and for this reason an exoskeleton is needed.
After another four weeks of CAD-redesigning and improving, a final design was established and a prototype was produced. It’s fascinating, holding a piece of shaped aluminium in your hands. This piece, developed by yourself on a computer, gets real after milling, drilling, threat cutting and a lot of additional working steps. I hope it is still fascinating after we have tried to assemble all pieces together…
The new designed elbow-joint consists of one joint with a spring core and two rails. Each rail for one limb and because of torque-requirements the knee-joint elements are doubled.
The limb-rails will be produced out of high quality steel, shaped by laser-cutting. The attachment of the assembly to the arms and legs will be done by leather-straps with Velcro for adjusting.

We are looking forward to finish the exoskeleton during this October-
I hope no one of the analog astronauts is killing me after a first try-on session and the realisation how hard their new live as an astronaut will be because of to the new exoskeleton ;-)

Thanks to every member of the space suit lab team in Innsbruck. Special thanks to Julia Neuner and Gernot Grömer for their support. I had a great time and hopefully it will last a bit longer.


Author: Benjamin Knaus, physics-student at the University of Innsbruck

10.Oct 2014 | 09:30

Call for Analog Astronauts for simulated Mars Missions

Analog Astronauts Selection and Training for the Class of 2015

The Austrian Space Forum is seeking volunteers to apply for the training opportunity for analog astronauts. Analog astronauts participate in simulated Mars – Missions which are conducted on the ground in a Mars-analog environment. Men and women between the age of 25-45 are invited to submit their application.

The selection process will commence in December 2014 and will end in early 2015. The process will include a detailed medical and psychological assessment. The successful candidates will undergo a compact and intense training comprised of lectures, hands-on spacesuit and field training, they will receive coaching for physical fitness and psychological/stress tolerance. They will finish their training with a certification exam.

Responsibilities
Analog Astronauts are trained to conduct spaceflight-simulations in Mars-like regions on Earth, testing and evaluating equipment procedures, human factors and workflows relevant to the human exploration. They conduct experiments in field campaigns in an international and interdisciplinary environment, typically lasting a few days up to one month. Analog astronauts contribute to the development of spacesuit simulators and other relevant instrumentation.

Minimum selection criteria

  • European Union or Swiss citizen, aged between 25-45 years
  • Body height between 165-190 cm
  • Excellent mental and physical health condition
  • Fluency in English (preferably with at least a second European language)
  • Experience in a technological, engineering or scientific field (such as aerospace/mechanical/electrical engineering, computer science, life sciences, geosciences and others), AND/OR completed commercial or military pilot training.
  • Full availability for the basic training (ca 5 weekends in early 2015, plus distance learning), mission preparation or recertification (typically 2 weekends per year) and missions (2-4 weeks of field operations every 2 years on average), as well as for media and education/outreach activities on an irregular bases.

How to apply
Applications must reach the Austrian Space Forum by no later than 28th of November 2014, 23:59 CET via email to: *protected email* . Submissions should be written in English and contain the following documents:

  • 1 page Cover letter, containing a photo and full contact coordinates (name, gender, nationality, address, telephone, email, birthday)
  • 1 page CV
  • 1 page motivation letter (“Why do you apply?”)

Selection and Training timeline

  • Deadline for applicants: 28Nov2014, 23:59 CET
  • 1st Selection round / 10+11Jan2015: 1st medical and psychological assessment
  • 2nd Selection round / 24+25Jan2015: 2nd round medical & psychological evaluation, selection interviews
  • Feb2015: Announcement of 6 Analog Astronaut candidates
  • Mar-Jun2015: 5 training weekends (to be confirmed), distance learning & physical training, final exams. (Training blocks are tentatively scheduled for: 27Feb-01Mar2015, 20-22Mar2015, 17-19Apr2015, 01-03May2015, 15-17May2015)

Additional information

  • The selection and training will be mostly done in Innsbruck, Austria
  • Costs for the selection and training will be covered by the Austrian Space Forum, except travel and accommodation expenses.
  • Applicants will be required to sign a legal waiver and provide a clean criminal record before starting the second selection step. Details will be sent to candidates in time.
  • Probably two of the new analog astronauts will be selected to participate in the AMADEE-15 Mars simulation in August 2015 at the Kaunertal glacier region in Austria. The others will either be selected as back-up and/or for later missions.
  • Additional information about the Austrian Space Forum: www.oewf.org
  • Example of a major field campaign: mars2013.oewf.org
  • Questions? – please inquire at *protected email*

FAQ’s

  1. Are glasses/lenses a problem for the selection?
    No, glasses/lenses are no problem at all?
  2. Will the OeWF cover travelling/accommodation costs for selection & training?
    Unfortunately the OeWF cannot cover costs for travelling and accommodation. But you’ll get an excellent training and in-depth sports medicine & psychological analysis.
  3. I’m under 25 or over 45, is there any chance to be considered?
    The age limit is strict between 25 and 45 and therefore we cannot consider application if you don’t fit the age limit.
  4. Do I need to live in Austria to apply as analog astronaut?
    No, but you need to be able to travel to Innsbruck, Austria for the selection process and for the 5 training weekends.
  5. I’m not coming from an EU country, can I apply?
    The call is open for all EU citizens and persons with an permanent EU work permit.
26.Sep 2014 | 18:06

OeWF Pioneer Projects: Your Chance to implement new Topics within the Austrian Space Forum!

Do you have a gripping idea for a small OeWF project which you want to realize? For the first time, members of the Austrian Space Forum get the opportunity to fund their ideas for small or medium-term projects up to 1,000 EUR with the pioneer projects challenge.

Child playing with wooden airplane

Background:
Pioneer Projects will cover small, medium term projects. The challenge aims to provide a chance for members to carry out ideas and initiatives as well as follow the life cycle of a typical project, beginning with the first idea and proposals to a final report.

The topics for the projects are not restricted, as long as they are within the goals and guidelines of the Austrian Space Forum: everything goes – starting from a school project, a new technical development for a field mission or ideas to recruit new members. The challenge is open only to members of the Austrian Space Forum. External project collaborators, partner organization and sponsoring are possible.

What will be offered?

    • A budget of up to 1,000 EUR
    • Use of the Forum’s infrastructure (workshops, IT-infrastructure, consulting (e.g legal team, media contacts, accounting…))
    • Support towards internal and external communication

Up to two projects will be funded. An international board (consisting of representatives of NASA and ESA) under Dr. Rudolf Albrecht (OeWF Senior Advisor) will select the winning projects.

Proposal have to be of the following format:
A maximum of three pages, provided in English, consisting of

  • One page:
    Title of Project, Name of project leader (with contact data) and team, Summary with aims and duration
  • One page:
    Description of project, what is the scope and course of action, risks and gains, results/impact
  • One page:
    One page: budget, time table including important milestones

Next steps:

  • Deadline: December 1st 2014, send proposals via email to *protected email*
  • Official announcement of winning projects: December 20th 2014 (at the Forum’s Christmas party)
  • Run time of projects: January 1st 2015 until September 2015 (theForum’s “Zieleworkshop” – Annual meeting to define the main goals for the upcoming year)
24.Sep 2014 | 19:32

Wearing the Aouda.X is Hard Work!

For a normal person, running a marathon might be considered to be extremely exhausting. However, for our analog astronauts wearing the Aouda.X space suit, just tying shoes can be exhausting work!

My research project, as part of my Master’s degree in Space Physiology from King’s College London, set out to find just which tasks proved to be the most difficult during the MARS2013 analog space mission. While the MARS2013 mission was over a year ago, it still provides large amounts of data which can be analyzed in order to identify the workload of specific tasks the astronauts completed during their time in Morocco.

Biomedical monitoring is a key feature of the Aouda.X space suit. It not only allows the medical support team to ensure the astronaut is comfortable and safe, but it also gives real time measurements of the astronaut’s heart rate and air flow.
We chose to select 2 key variables of the 34 total that the Aouda X is able to monitor. Heart rate is used as a good indicator of exercise, as even simple exercise can raise a person’s heart rate. The rate of oxygen used by the body is also a good indicator of how hard the body is having to work to provide enough oxygen to the muscles. As there aren’t any direct measurements of oxygen consumption within the suit, so we chose to evaluate the amount of carbon dioxide produced by the astronaut.
Taylor's Thesis CoverBy combining the data from these two variables with a questionnaire regarding the well-being of the astronaut, we were able to identify 7 tasks which the astronaut performed daily. These repetitive maneuvers were part of the DELTA experiment, which set out activities which the astronaut might perform were they making a surface exploration of Mars. They included things such as setting up a tripod, carrying sand bags, taking rock samples and so on.
Our results found that activities involving long bouts of walking, and load-carrying caused the greatest workload for the astronaut, resulting in working at 90% of their maximum heart rate. In the sandbag carrying experiments in particular, the carbon dioxide rates increased, indicating that the astronaut was breathing heavily.
A surprising result was that fine motor skill tasks, such as repairing an object, were quite difficult for the analog astronaut. They had to work against the bulky space suit gloves, and the pressure of the exoskeleton to maneuver small parts. This resulted in high heart rates, up to 75% of their maximum heart rate. This meant it was on par with running for an unsuited individual. Talk about hard work while just standing still!
Identifying which tasks provide the most workload on the astronaut, allows the Mission Planning team to space out activities which the astronaut will find exhausting, or strenuous. It can also be used to identify where a rest period might be useful, and allows the biomedical team to monitor the astronaut more carefully during these periods.
Our research found that all three variables should be used together to identify the workload on the astronaut. The analog astronauts may have an interesting job that many people dream about – but they certainly have to work hard on the job!

Intern Taylor Moyer

 

About the author:
Taylor Moyer was an OeWF intern this summer.
During her intership she was researching the topic described above for her Master Thesis in Space Physiology and Health at the King’s College London, United Kingdom

01.Sep 2014 | 18:11

Researching, drawing, building – a typical intern week at the lab

We have been busy, so busy, we did not even find the time to write a report about our progress last week. So here comes the update of the last fortnight.
First of all we would like to congratulate Taylor for her successfully accomplished mission. She proudly submitted her theses for the Kings College Master’s program on space physiology.

We are also happy to report that some progress in Upper Austria has been done. The team in charge for the helmet redesign did some fantastic work. They decided on the ring and lock design. Too, the CAD drawings are just about to be finished.
Also new outer layers for both Aouda’s are produced by the taylor “Das tapferste Schneiderlein”. Therefore we needed to finish the first PLSS (Personal Life Support System) casing, which has been done last week. By now the second one is done and waiting for us to join it all together. This will be rather easy since we already agreed on the locations of all the components inside.

A new project we started is, building two flight cases, which will be used for transporting the Aouda suits.
Another one is the chest pack, it will be completely redone. Researches have been done and we do have a very lovely mockup.
Beside that the power boxes for the WiFi have been changed, Benjamin Knaus did some research and brainstorming on a new exoskeleton and there were a lot of telecons and meetings conducted, especially for the software including the helmet display and EddY NG development.

Sad news for the team, we had to say ‘good bye’ to Taylor, Andrew, Michael and Alexander.
We would like to thank them once more for their fantastic work and all the great memories we share.

29.Oct 2010 | 10:13

20. Dez. 2014: ÖWF Weihnachtstreffen

Jährliches ÖWF Weihnachtstreffen, heuer in Graz Wann: 20. Dez. 2014 Wo: Graz, genauer Treffpunkt wird rechtzeitig bekannt gegeben

ESA Nachrichten

ESA Human Spaceflight

21.10.14:
15.10.14:
03.Feb 2014 | 12:56

Robotic Exploration:ExoMars orbiter core module completed

The ExoMars Trace Gas Orbiter module consisting of the spacecraft structure, thermal control and propulsion systems was handed over by OHB System to Thales Alenia Space France at a ceremony held in Bremen, Germany, today.
08.Nov 2013 | 11:30

Robotic Exploration:ExoMars lander module named Schiaparelli

The entry, descent and landing demonstrator module that will fly on the 2016 ExoMars mission has been named 'Schiaparelli' in honour of the Italian astronomer Giovanni Schiaparelli, who famously mapped the Red Planet's surface features in the 19th century.
24.Oct 2014 | 16:40

Ambition


How Rosetta is turning science fiction into science fact
24.Oct 2014 | 16:35

Rosetta: the ambition to turn science fiction into science fact


Imagine: with a wasteland as their canvas, a Master and his young Apprentice set about turning rubble into planets and moons, asteroids and comets. They levitate the worlds above their heads, spinning them in orbit around their symbolic Sun.

24.Oct 2014 | 16:30

Week In Images


Our week through the lens:
20-24 October 2014
22.Oct 2014 | 11:30

Packing for Mars


Like surgeons in an operating room, ESA technicians in an ultra-clean lab prepare a high-tech sensor for the Red Planet
21.Oct 2014 | 00:38

Satellites for smart logging


Satcoms are helping to save our trees through more efficient use of our forests.

24.Oct 2014 | 15:03

Thomas training


ESA astronaut Thomas Pesquet training at the Gagarin Cosmonaut Training Centre in Russia
23.Oct 2014 | 12:11

Tim spacecraft training


Tim Peake training at Star City with the Soyuz spacecraft that will take him to the International Space Station
22.Oct 2014 | 00:03

Futura getting nearer


ESA astronaut Samantha Cristoforetti training in Star City, Russia
21.Oct 2014 | 11:25

Siding Spring grazes Mars


Human Spaceflight and operations image of the week: Comet Siding Spring just hours before skimming past Mars
15.Oct 2014 | 15:45

Rollercoaster science


The world’s largest aircraft for weightless research, the ‘Zero-G’ Airbus A300, took its last trip for ESA recently. Click here for the top five results on ESA’s gravity plane

ESA Top Multimedia

Mumbai, India

15.Oct 2014 | 15:45

The making of ‘Ambition’

15.Oct 2014 | 15:45

Demonstrating Rosetta’s Philae lander on the Space Station

15.Oct 2014 | 15:45

Ambition the film

15.Oct 2014 | 15:45

Earth from Space: Mumbai

15.Oct 2014 | 15:45

Comet activity – 10 September 2014

15.Oct 2014 | 15:45

Weltraum Nachrichten von Online Zeitungen

20.Oct 2014 | 17:44

Astrophysik: Hinweise auf Dunkle Materie in der Sonne entdeckt

Seit mehr als 30 Jahren suchen Physiker nach einem Nachweis für Dunkle Materie. Röntgenstrahlen sollen nun zeigen, dass Partikel von ihr in der Sonne entstehen und von dort ins All fliegen. Aber es gibt Zweifler, klar.
20.Oct 2014 | 11:11

Saturn-Mond: Mimas eiert um die eigene Achse

Dieser Mond läuft nicht ganz rund: Der Saturn-Begleiter Mimas taumelt, wenn er sich um die eigene Achse dreht. Die neue Beobachtung weist auf bislang unbekannte Strukturen im Innern des Mondes hin.
20.Oct 2014 | 02:45

Seltenes Naturschauspiel: Komet "Siding Spring" rast knapp am Mars vorbei

Noch nie waren so viele Teleskope und Sonden einem Kometen so nah: Am Sonntagabend schrammte "Siding Spring" in nur 140.000 Kilometern Entfernung am Mars vorbei.
18.Oct 2014 | 14:03

Satellitenbild der Woche: Staub im Monsun

Die Regenzeit ist vorbei. Jedes Jahr zur gleichen Zeit dreht die Richtung der Monsunwinde über dem Arabischen Meer und leitet die Trockenzeit ein. Dabei werden große Staubwolken aufgewirbelt.
17.Oct 2014 | 17:26

Beinahe-Crash: Komet schrammt knapp am Mars vorbei

Es ist ein seltenes Rendezvous: Komet trifft Mars - zumindest fast. Entsprechend groß ist die Aufregung vieler Astronomen. Etliche Teleskope, Sonden und Marsrover-Geräte sollen beobachten, wie der Kometenschweif den Planeten streift.
24.Oct 2014 | 11:42

Test für Rückkehrkapsel - China will 2017 Gesteinsproben vom Mond zur Erde bringen

Trägerrakete vom Typ Langer-Marsch-3 planmäßig vom Startzentrum Xichang gestartet
23.Oct 2014 | 18:19

Beta Pictoris - Dichter Exokometenverkehr um einen jungen Stern

Erstaunlich dertailreiche Beobachtungen: 500 eisige Objekte in 63 Lichtjahren Entfernung erspäht
23.Oct 2014 | 15:18

Strahlungsausbrüche - Heftige Sonneneruptionen der letzten Tage stören Kommunikationssignale

Funktionsstörungen können noch bis Freitag anhalten
23.Oct 2014 | 13:05

Mission "Rosetta" - Dem Duft des Kometen "Tschuri" auf der Spur

Das Messinstrument ROSINA untersucht die Zusammensetzung der Hülle des Kometen - Die Forscher sind von der Vielfalt der gemessenen Moleküle überrascht
22.Oct 2014 | 17:49

Außeneinsatz  - Zwei Kosmonauten verließen zum "Fensterputzen" die ISS

Raumfahrer montierten zwei Antennen ab und sammelten Staub ein
24.Oct 2014 | 12:53

Raumfahrt: China startet Testlauf für geplante Mondmission

Nächster Schritt in einem ehrgeizigen Raumfahrtprogramm: Nachdem China im vergangenen Jahr bereits einen Rover auf dem Mond abgesetzt hat, bereitet die Volksrepublik nun eine weitere Mondmission vor.
23.Oct 2014 | 15:41

Ausdünstungen: Komet "Tschuri" stinkt nach Stall und faulen Eiern

Am 12. November ist erstmals in der Geschichte die Landung auf einem Kometen geplant. Schweizer Forscher belegen jetzt: Der Himmelskörper müffelt. Das liegt an der Zusammensatzung seiner Hülle.
21.Oct 2014 | 14:23

Umwelt: So wird jeder Balkonbesitzer zum Hobby-Imker

Es ist eine Crowdfunding-Kampagne der besonderen Art: Ein Berliner will eine Box in großer Stückzahl in deutsche Städte bringen – darin kann jeder, der über einen Balkon verfügt, 20.000 Bienen halten.
21.Oct 2014 | 11:18

Kapseltechnologie: "Orion"-Kapsel leitet neue Ära der Raumfahrt ein

Countdown für "Orion": Die Nasa geht noch in diesem Jahr mit einem neuen Raumschiff an den Start. Doch die US-Entwicklung hat entscheidene Schwächen gegenüber der russischen "Sojus"-Kapsel.
20.Oct 2014 | 14:48

Rasendes Geschoss: Komet Siding Spring verfehlt Mars nur knapp

Sonntagabend ist der Komet Siding Spring haarscharf am Mars vorbeigeschossen. Dabei wurde er von Forschungssonden beobachtet. Physiker hoffen auf neue Erkenntnisse zur Entstehung des Planetensystems.

Weltraum Blogs

03.Sep 2012 | 16:49

ScienceBlogs.de bekommt eine neue Software und macht Pause

Es ist endlich soweit. ScienceBlogs.de wird auf eine neue Software (WordPress) umgestellt. Dann sollten die ganzen Macken und technische Probleme die sich im Laufe der Zeit angehäuft haben, endlich verschwinden. Die Umstellung erfolgt heute Nacht, um Mitternacht geht es los. ScienceBlogs wird dann eine ganze Weile nicht erreichbar sein. Im Laufe des Dienstag Nachmittag müsste dann alles wieder funktionieren. Hoffen zumindest alle... Vielleicht funktioniert auch nichts mehr und es dauert länger, bis alles wieder normal läuft. Wir werden sehen. Ich hab noch keine Ahnung, wie das neue ScienceBlogs aussehen wird. Ich wäre schon zufrieden damit, wenn alle meine Artikel und alle Kommentare dazu den Umzug heil überstehen... Also drückt die Daumen!


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03.Sep 2012 | 12:25

Barnards Stern hat keine Planeten

Barnards Stern hat keine Planeten. Warum sollte das interessant sein, wo doch sonst immer nur von Sternen berichtet wird, bei denen man Planeten entdeckt hat? Erstmal ist auch ein negatives Resultat ein Resultat. Es mag nicht so sexy sein, wie die Entdeckung eines neuen Planetensystems, aber wenn wir wissen, dass es irgendwo keine Planeten gibt, sagt uns das auch etwas. Und dann ist Barnards Stern ein Sonderfall. Denn hier gab es seit Jahrzehnten Diskussionen, oft sogar Streit, darüber, ob sich dort Planeten befinden oder nicht.

Barnards Stern ist nur 6 Lichtjahre entfernt und damit der viertnächste Nachbar der Sonne (oder der zweitnächste, wenn man die drei Sterne des Alpha-Centauri-Systems zu einem zusammenfasst). Er ist so nahe, dass man seine Eigenbewegung sehr gut sehen kann und weil er sich so schnell bewegt, wird er oft auch "Barnards Pfeilstern" genannt. Dieses Bild zeigt, wie er sich zwischen 2001 und 2010 über den Himmel bewegt hat:

Barnard_Star_2001-2010.gif

Bild: Alejandro Sanz Gómez, CC-BY-SA 2.5

So ein interessanter Stern wurde natürlich oft und ausgiebig beobachtet. Wegen seiner schnellen Bewegung hat man besonders viele und genaue Positionsmessungen angestellt. Und in den 1960er und 1970er Jahren kam der Astronom Peter van de Kamp zu dem Schluss, dass sich dort 2 Planeten befinden müssten. Denn der Stern zog nicht einfach in einer geraden Linie über den Himmel, sondern wackelte hin und her. Der Grund dafür sollte die gravitative Störung der Planeten sein, die den Stern ein bisschen wackeln ließen. Die Entdeckung extrasolarer Planeten in den 1970er Jahren wäre eine große Sensation gewesen. Aber die Kollegen waren nicht überzeugt. Andere Astronomen zeigten, dass vermutlich ein technischer Fehler am Teleskop für das Wackeln des Sterns verantwortlich war. Aber van de Kamp war weiter von der Existenz seiner Planeten überzeugt. Zwei Stück, ungefähr halb so groß wie Jupiter sollten Barnards Stern umkreisen.

Die Sache blieb zweifelhaft, die Beobachtungen konnten nie bestätigt werden und es dauerte bis 1995, bevor der erste wirklich zweifelsfrei bestätigte extrasolare Planet entdeckt wurde. Eine Gruppe amerikanischer Astronomen hat nun noch einmal genau nachgesehen und kommt zu dem Schluß: van de Kamps Planeten existieren nicht. Sie haben Beobachtungsdaten aus den letzten 25 Jahren kombiniert und neu ausgewertet. Im Gegensatz zu van de Kamp haben sie sich nicht auf die Positionsänderungen des Sterns verlassen, sondern seine Radialgeschwindigkeit beobachtet. Auch mit dieser Methode misst man das Wackeln des Sterns, allerdings auf andere Art und Weise. Die Ergebnisse sind ziemlich deutlich:

barnard.png


Die grünen und gelben Punkte sind die Messungen. Wenn der Stern keine Planeten hat, dann sollten sie alle auf der Nulllinie in der Mitte des Diagramms liegen. Wenn van de Kamps Planeten existieren, dann sollten die Punkte dem Verlauf der blauen oder rote Linie folgen. Das tun sie aber nicht, sondern liegen tatsächlich - innerhalb der Fehlerbalken - auf der Nulllinie.

Komplett ausschließen können die Forscher die Existenz von Planeten natürlich noch nicht. Ganz kleine Planeten könnte es noch geben. Aber sicherlich nichts, was größer ist als ein paar Erdmassen. Und auf jeden Fall keine Planeten, wie sie van de Kamp gefunden zu haben glaubte.

Barnards Stern hat also keine Planeten. Aber er wird weiter ein interessantes Forschungsobjekt bleiben, auch weil er der Sonne immer näher kommt. In knapp 10000 Jahren wird er sich bis auf 3,8 Lichtjahre angenähert haben. Ich würde gerne wissen, was die Astronomen bis dahin so alles herausgefunden haben...


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03.Sep 2012 | 10:00

Die Landkarte der Physik

1939 hat Bernard H. Porter die optimale Fusion aus Geografie und Physik erschaffen:

"[A] map of physics, containing a brief historical outline of the subject as will be of interest to physicists, students, laymen at large; Also giving a description of the land of physics as seen by the daring sould who venture there; And more particularly the location of villages (named after pioneer physicists) as found by the many rivers; Also the date of founding of each village; As well as the date of its extinction; and finally a collection of various and sundry symbols frequently met with on the trip."

1939-map-of-physics-h2.jpg

Wirklich cool! Da würde ich gern mal Urlaub machen. Eine kleiner Wanderung von der Astronomie ganz im Westen bis hin zur Astrophysik im Osten und dann an Herschel, Newton und Ptolemäus an den Lichtstrand und ein wenig entspannen ;)

Eigentlich fehlen nur noch 2 Dinge: Eine hochauflösende Version dieser Karte, damit man sie als Poster für die Wand ausdrucken kann. Und eine aktualisierte Version, die die Entwicklung der Physik seit 1939 inkludiert. Seit damals haben die Wissenschaftler ja jede Menge Neuland entdeckt!


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02.Sep 2012 | 15:40

Terminkalender September

Da ich in den nächsten Monaten diverse Vorträge und Lesungen an diversen Orten halte, dachte ich, ich sag mal Bescheid, wo ich überall sein werde. Vielleicht sieht man sich ja irgendwo.

  • 12.September, Seeheim-Jugenheim: Am 12 und 13 September finden die Bergsträsser Weltraumtage statt. Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie gibt es dort jede Menge populärwissenschaftliche Vorträge über Astronomie - zum Beispiel über die Suche nach Außerirdischen, den Bau eines Weltraumfahrstuhls oder die Geschichte der Raumfahrt in Kinofilmen. Ich werde dort am 12. September um 20 Uhr einen Vortrag zum Thema "Krawumm - Wahre und falsche Weltuntergänge" halten und dabei auch aus meinen Büchern vorlesen.

  • 25. September, Solingen: Am 25. September um 19.30 werde ich in der Sternwarte Solingen einen Vortrag zum Thema "Weltuntergang 2012? Keine Panik!" halten.
  • 24-28 September, Hamburg: Von 24 bis 28. September findet in Hamburg die große Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft statt. Dort werde ich zwar keinen Vortrag halten, aber trotzdem anwesend sein (zumindest von 26. bis 28., vorher muss ich ja noch nach Solingen). Wird sicher interessant und vielleicht sieht man sich ja!



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02.Sep 2012 | 14:26

Ein Krawumm geht um die Welt (21): Москва́

Letztes Mal war das Krawumm auf seiner Reise durch die Welt bei der chinesischen Mauer angelangt. Und wenn wir schon mal bei den großen Sehenswürdigkeiten sind, dann passt auch dieses Foto von Leser Robert. Krawumm in Moskau!

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Was bisher geschah: Teil 1: Die staubige Fabrik, Teil 2: Rindviecher, Teil 3: Das Krawumm will hoch hinaus, Teil 4: Eishockey und Nobelpreis, Teil 5: Der Weltskeptikerkongress, Teil 6: James Randi!, Teil 7: Bulgarische Berge, Teil 8: Auf hoher See, Teil 9: Das Buch im Transit, Teil 10: Der Berliner Flughafen, Teil 11: Flauschige Eichhörnchen, Teil 12: Der Bund fürs Leben, Teil 13: Der weiße Gott, Teil 14: Besuch auf Tatooine, Teil 15: Bei den alten Römern, Teil 16: Gaudi in Barcelona, Teil 17: Geysire im Yellowstone-Park, Teil 18: Urlaubslektüre in Antalya, Teil 19: Das Unheil kommt von oben, Teil 20: Die chinesische Mauer
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25.Oct 2014 | 00:28

World View Acquires Technology from Record Breaking Jump

StratEx team prepares Alan Eustace for launch. (Credit: Paragon Space Development Corporation)

StratEx team prepares Alan Eustace for launch. (Credit: Paragon Space Development Corporation)

Roswell, NM – Oct. 24, 2014 – Following the record-breaking 135,908-foot space dive accomplished by Google’s Alan Eustace and the Paragon StratEx team, World View Enterprises, the commercial balloon spaceflight company, has acquired the technology from this history-making project. The acquisition will advance the company’s mission to pioneer a new frontier at the edge of space for travel and research.

“We’d like to congratulate Paragon Space Development Corporation® and its StratEx team along with Alan Eustace and all involved on their exceptional work,” said Taber MacCallum, World View’s chief technology officer, and Paragon’s founding CEO and CTO. “Without the efforts of these companies and Alan’s dedication, the project would not have been possible. World View is proud to carry the StratEx technology into the future by leveraging the incredible experience gained into a new era of space flights.”

For StratEx, Eustace was lifted to his peak altitude of 135,908 feet via high-altitude balloon, the same ballooning system that World View will employ to launch sailing-like journeys to the edge of space. While World View’s voyagers will ascend within a luxuriously engineered pressurized capsule, Eustace was kept safe from the elements in a self-contained space suit system designed with the goal of allowing manned exploration of the stratosphere above 100,000 feet. Paragon, which specializes in extreme environmental control systems, initiated the project with Eustace and worked with him to develop, build and manage the system used during the incredible space dive.

As former Paragon executives, World View founders Taber MacCallum and Jane Poynter played integral roles in the success of StratEx. MacCallum served as CEO and CTO of Paragon and played a key role in the development of the StratEx program, then transitioned to the critical role of chief safety officer, working with the team to ensure Eustace’s wellbeing. MacCallum will leverage this experience from the successful StratEx dive in his role as the chief technology officer for World View. Jane Poynter, World View’s CEO, served as the president and chairwoman of Paragon throughout the development of the StratEx program.

The patent-pending technology developed for StratEx has been acquired by World View for future space travel and research flights, adding depth to World View’s systems for launch, recovery, communications, ballooning, tracking, mission control, avionics and aerodynamics, among others.

World View will have Voyagers floating peacefully to the edge of space for a one-to-two-hour space cruise within a luxury capsule complete with bar and lavatory, which is transported by a parafoil and high-altitude balloon. Guests will enjoy 360-degree vistas of the world’s most spectacular panorama, marveling at the beauty of the Earth below, watching the sun slowly rise above the curvature of our planet suspended in a vast, black and infinite universe. They can even share the experience in real-time with loved ones thanks to in-flight Internet access.

Individuals who wish to be a pioneer in this exciting new era of space exploration can reserve their World View flight with a $5,000 deposit; the remaining $70,000 is due six months prior to their flight. Visit http://worldviewexperience.com/become-a-voyager/ to reserve.

In addition to offering breathtaking experiences for Voyagers, the capabilities being developed by World View will offer unprecedented and affordable access to the near-space environment for educators, researchers, private companies and government agencies alike.

World View has a number of strategic partners in this endeavor. Paragon Space Development Corporation® has decades of experience developing life support and space-related technologies. Paragon is leading the design and development of the World View space capsule. United Parachute Technologies, Performance Designs and MMIST, all leaders in pioneering parachute technology, are providing expertise and support for the development of the flight system’s airborne guidance unit and innovative parafoil.

About World View

Offering a gentle, comfortable, and life-changing travel experience to the edge of space for private citizens; and affordable access to a range of near-space commercialization opportunities for researchers, private companies and government agencies, World View is pioneering a new era of discovery at the edge of space. Available today for unmanned commercial opportunities with an altitude threshold of 130,000 feet, and currently taking reservations for manned flights and private tours, World View is creating unprecedented access to the near-space environment. Watch the World View experience here. For more information, visit http://www.worldviewexperience.com. Follow us on Facebook and Twitter for real-time updates.

ABOUT PARAGON

Paragon Space Development Corporation® is a premier provider of environmental control components and systems for extreme and hazardous environments. As an industry leader in designing and manufacturing of thermal control and life support systems, Paragon provides solutions for its customer’s most challenging extreme environment protection needs in space, on Earth, in water and underground. Founded in 1993, Paragon is a small business headquartered in Tucson, Arizona. For more information on Paragon please click here.

25.Oct 2014 | 00:25

Sorry Felix! Google Exec Breaks Baumgartner’s Skydiving Record

Alan Eustace is lifted by high-altitude balloon, the same technology used by World View. (Credit: Paragon Space Development Corporation)

Alan Eustace is lifted by high-altitude balloon, the same technology used by World View. (Credit: Paragon Space Development Corporation)

ROSWELL, NM, Oct. 24, 2014 (Paragon PR)  – Today, after 34 months of intense planning, development and training, Alan Eustace, supported by Paragon Space Development Corporation®  (Paragon) and its Stratospheric Explorer (StratEx) team, made history with a near-space dive from a high-altitude balloon at approximately 135,000 feet. Eustace broke several records, including national record for highest exit altitude; world and national record for free fall under a drogue chute; national record for vertical speed. Additionally, he became the second person to break the sound barrier outside an aircraft.

Eustace was lifted to his peak altitude by a helium-filled scientific balloon while wearing a custom-made pressurized spacesuit. At over 135,000 feet, he began his dive, remaining in free fall for approximately 4.5 minutes before landing safely  nearly 70 miles from his launch point.

The balloon, spacesuit and accompanying support systems were developed by Paragon and its StratEx technical team, comprised of ILC Dover (ILC); United Parachute Technologies (UPT); ADE Technologies Consulting, LLC (ADE); Dr. Jonathan Clark, M.D.; Julian Nott; Sreenivasan Shankarnarayan; Don Day; and World View Enterprises, Inc.

Alan Eustace parachutes back to Earth after record-breaking jump. (Credit: Paragon Space Development Corporation)

Alan Eustace parachutes back to Earth after record-breaking jump. (Credit: Paragon Space Development Corporation)

“I always wondered: what if you could design a system that would allow humans to explore the stratosphere as easily and safely as they do the ocean? With the help of the world-class StratEx team, I hope we’ve encouraged others to explore this part of the world about which we still know so little.” said Eustace.

A StratEx team goal was to develop a self-contained spacesuit system that allows for manned exploration of the stratosphere above 100,000 feet. Such a system has a wide range of applications in stratospheric science, development of spaceship crew egress and the study of suited aerodynamics above Mach 1. Today, this goal was achieved as Eustace pushed the limits of human exploration, accomplishing a new way to explore a largely unexplored part of our planet.

Grant Anderson, President and CEO and co-founder of Paragon, said, “The experience and dedication of the StratEx team was crucial to the program’s success. Together, Alan and the team today extended human spaceflight to the stratosphere in an important step to solidify the safety of future human endeavors. It is an honor to work with such an incredibly talented and accomplished group. This has opened up endless possibilities for humans to explore previously seldom visited parts of our stratosphere.”

In addition to Eustace’s passion and training, the StratEx team members made this feat possible by providing the innovative technology behind the jump:

  • Paragon Space Development Corporation®: Paragon is the prime contractor for the StratEx project. The company designed and built the life support system, integrated the systems, and managed all aspects of the operation to ensure the success of the dive. Paragon’s specialization in life support and thermal control in extreme environments played a crucial role in the StratEx project, as well as setting the precedent for future manned spaceflight endeavors. For more information about Paragon’s involvement with the project, please click here.
  • ILC Dover: For Eustace, there was no capsule. He depended on the advanced extra-vehicular activity pressure suit designed and produced by ILC, which served as his only barrier to the harsh ambient environment encountered throughout all mission phases. As part of this project, ILC’s role included pressure suit manufacture and testing, suit operation and maintenance, and flight test support. In order to minimize oxygen consumption and reduce overall system weight, the pressure suit was engineered to have minimal leakage at a higher pressure than any other operational U.S. spacesuit. In addition, this robust design provides long-duration wear, superior mobility, essential thermal protection and aerodynamic integration with the life support and parachute systems. For more information about ILC Dover, please click here.
  • United Parachute Technologies: Eustace was returned to the ground under a drogue and parachute canopy designed and fabricated by United Parachute Technologies (UPT). UPT has been designing and manufacturing aerial delivery systems for recreational and military markets for more than four decades. Its unmatched experience with skydiving systems lent itself to the success and flawless execution of the StratEx project. For more information about UPT, please click here.
  • ADE Aerospace Consulting, LLC: ADE provided a team of medical experts who were tasked with overseeing medical support services, contingency plans and recovery operations. ADE specializes in medical operations and human factors in extreme environments. For more information about ADE, please click here.
  • Dr. Jonathan Clark, M.D.: Dr. Clark’s advisory role on the StratEx team was to educate the team on the risks and protocols of high-altitude parachuting, as well as offer his expertise in neurological effects of extreme environments. For more information about Dr. Clark please click here.
  • Julian Nott: Julian Nott is a founder of the modern ballooning movement and one of its greatest, most creative proponents. During his long and extraordinary career he has broken 79 World Ballooning Records, and 96 British Records, including exceeding 55,000 feet in a hot air balloon. His records span many classes – hot air, helium, superpressure and combination balloons – and encompass altitude, distance and time aloft. For more information on Julian Nott please click here.
  • Sreenivasan Shankarnarayan, Scientist in Charge (retired), Tata Institute of Fundamental Research (TIFR): Since its inception in 1970, the TIFR Balloon Facility, located in Hyderabad, India has been used extensively by the Scientific Community from within the country as well as from abroad. All of the balloons for the StratEx program were manufactured by Balloon Facility off the Tata Institute of Fundamental Research, Hyderabad, India. Balloon Flights carrying payloads of scientific experiments in Cosmic Ray, X-Ray, Gamma Ray and Infrared Astronomy, Astrobiology as well as Atmospheric sciences have been launched from this facility with several important and interesting results being obtained. TIFR is unique in that it has all aspects of Scientific Ballooning i.e. Balloon Design and Fabrication, Payload Integration with Telemetry, Telecommand and other instrumentation, and finally Balloon Launch, Tracking, Data Collection, Balloon Flight Control, as also Payload Recovery, under one roof. For more information please click here.
  • Don Day, President and Meteorologist of DayWeather, Inc.: DayWeather Inc., has extensive experience supporting high-altitude ballooning flights through weather forecasting, winds predictions and metrological advice.  He has served the western United States with weather forecasting since 1992. Services include radio broadcast services and radio networks, newspaper weather forecast services, weather instrumentation, customized weather forecast services, consulting services, expert testimony, weather report writing and forensic meteorology. For more information please click here.
  • World View Enterprises: Taber MacCallum, Chief Technology Officer of World View, a commercial balloon spaceflight company, served as CEO and CTO of Paragon and was involved with the development of the StratEx program. MacCallum then transitioned to the role of StratEx Safety Officer, working with the team to ensure Eustace’s wellbeing. For more information about World View please click here.

Special contributions were also made to Roswell site and operations support by the following: Aerowestern Helicopters, LLC; Win Aviation; Dave Jourdan, Nauticos, LLC; Jerry Kolber, Atomic Entertainment; James Hayhurst, US Parachute Association; Window Light Production, LLC; Roswell Fire Department; Ahern Rentals; ModSpace; Matheson, Roswell International Air Center; Vigil USA, LLC; Ft. Worth MIDO; Lubbock FSDO; Albuquerque ARTCC; Ft. Worth ARTCC; CSA Service Center; and FAA Office of Commercial Space Transportation.

24.Oct 2014 | 21:47

NASA Sets Coverage for Cygnus Launch on Monday

An Orbital Sciences Corporation Antares rocket is seen as it launches from Pad-0A at NASA's Wallops Flight Facility, Thursday, January 9, 2014, Wallops Island, VA. Antares is carrying the Cygnus spacecraft on a cargo resupply mission to the International Space Station. The Orbital-1 mission is Orbital Sciences' first contracted cargo delivery flight to the space station for NASA. Cygnus is carrying science experiments, crew provisions, spare parts and other hardware to the space station. Photo Credit: (NASA/Bill Ingalls)

An Orbital Sciences Corporation Antares rocket is seen as it launches from Pad-0A at NASA’s Wallops Flight Facility, Thursday, January 9, 2014, Wallops Island, VA.  (Credit: NASA/Bill Ingalls)

WASHINGTON (NASA PR) — Orbital’s Cygnus cargo spacecraft is scheduled to launch at 6:45 p.m. EDT from the Mid-Atlantic Regional Spaceport’s Launch Pad 0A at NASA’s Wallops Flight Facility in Virginia. Launch coverage begins at 5:45 p.m.

A prelaunch status briefing will be held at 1 p.m. Sunday, Oct. 26, followed at 2 p.m. by a briefing to preview the mission’s science cargo. A post-launch briefing will be held approximately 90 minutes after liftoff.

The public may submit questions via Twitter using the hashtag #askNASA.

Cygnus will transport almost 5,000 pounds of supplies, including science experiments, crew provisions, spare parts and experiment hardware. It will arrive at the station Sunday, Nov. 2. Expedition 41 crew members Reid Wiseman and Barry Wilmore of NASA will be ready in the station’s cupola to capture the resupply craft with the station’s robotic arm and install it on the Earth-facing port of the station’s Harmony module.

NASA TV coverage of capture and installation will begin at 3:30 a.m. Nov. 2, followed by grapple at 4:58 a.m. Coverage of the installation of Cygnus onto the International Space Station will begin at 7 a.m. The capsule is scheduled to depart the station Wednesday, Dec. 3, and burn up in Earth’s atmosphere during reentry.

Continuing the tradition of naming its spacecraft after astronauts who have made significant contributions to spaceflight, Orbital dubbed this Cygnus resupply ship the SS Deke Slayton. The name is a tribute to original Mercury 7 astronaut Donald “Deke” K. Slayton, who flew on the Apollo-Soyuz Test Project mission in 1975 and championed commercial space endeavors after retiring from NASA in 1982. Slayton passed away in 1993.

This mission is the third of eight Orbital flights NASA contracted with the company to resupply the space station, and the fourth trip by a Cygnus spacecraft to the orbiting laboratory.

For a full media schedule and more information about the Orbital CRS-3 mission, visit:

http://www.nasa.gov/orbital

For video b-roll and media resources on the International Space Station, visit:

http://www.nasa.gov/stationnews

For more information about the International Space Station, visit:

http://www.nasa.gov/station

24.Oct 2014 | 20:44

Virgin Galactic Continues Engine Testing in Mojave

mojave_tower_sunset_smI received a reliable report of another SpaceShipTwo engine test in Mojave on Thursday. It took place at the so-called Whittinghill test stand.

Judging from the dark plume of smoke, my source believes is it was a rubber/nitrous oxide that Virgin Galactic’s subsidiary, The Spaceship Company, is reportedly working on.

The source reports the engine ran pretty roughly toward the end, as tends to happen with rubber hybrid motors.

As you might recall, the rubber hybrid appears to be an alternative to the alternative nylon/nitrous oxide engine that Virgin Galactic switched to when Sierra Nevada’s rubber/nitrous oxide engine failed to perform as needed.

A second source says work on the rubber engine is continuing because Virgin Galactic has a great deal of money tied up in tooling for producing that type of engine. It would be expensive to switch over for another type of hybrid.

There are still plans to use the nylon/nitrous oxide engine for SpaceShipTwo flight tests, which are believed to restart soon. On Oct. 4, Virgin Galactic Vice President Mike Moses said powered flight were  “going to start imminently, literally very imminently.” That was three weeks ago.

24.Oct 2014 | 19:53

SNC Unveils Dream Chaser Spacecraft Science Mission Variant

Dream Chaser science mission mock-up (Credit: Sierra Nevada Corporation)

Dream Chaser science mission mock-up (Credit: Sierra Nevada Corporation)

SPARKS, Nev. (Oct. 23, 2014) – Sierra Nevada Corporation’s (SNC) Space Systems presents the Dream Chaser Science Mission Mock-Up at the American Society for Gravitational and Space Research (ASGSR) conference in Pasadena, California, through Oct. 26. In addition to the primary function of transporting crew and cargo to and from low-Earth orbit (LEO), SNC’s Dream Chaser® program team has been developing a science mission variant which leverages the inherent capabilities of the vehicle to offer a free-flying microgravity science laboratory.

The Dream Chaser for Science, or DC4Science, spacecraft is designed to fly independently for short and extended durations to provide customers in such fields as biotech and pharmaceuticals, biology and life science, and material and fluid science with a flexible and evolvable vehicle easily suited for individual mission requirements.

“By utilizing Dream Chaser as an orbiting scientific laboratory, our customers can fly tailored missions to meet their distinct needs. Our unique spacecraft offers customers the option for crewed, uncrewed, or telepresence flights, enabling scientists to have complete control of their own payloads – critical for research and development. Customers will maintain scientific intellectual property rights, free from Federal Research Laboratory regulations that govern the International Space Station,” said John Roth, vice president of business development for SNC’s Space Systems. “By allowing customers to be involved from mission definition through mission operation, and providing immediate access to science payloads at a customer-selected landing site, the Dream Chaser offers the scope and flexibility to enhance and enable microgravity science. Our DC4Science mission capability is designed to change the paradigm of orbital microgravity science.”

A full-scale section of the Dream Chaser cabin will be on display at the ASGSR conference, illustrating one of many interior volume configuration options for customers. SNC’s partners in this exhibit include Teledyne Brown Engineering, the University of Alabama at Birmingham, BioServe Space Technologies and ORBITEC, a wholly-owned subsidiary of SNC. Each partner has provided flight-heritage or flight-like demonstration payloads for the mock-up so that ASGSR attendees are able to interact with the demonstration and discuss the scope of microgravity science missions available on the Dream Chaser science mission variant. After the conference, the mock-up will return to SNC’s Space Systems based in Louisville, Colorado, for future integration testing and display.

SNC’s Dream Chaser is a multi-mission space utility vehicle spacecraft.  It is the only reusable, lifting-body spacecraft with a commercial runway landing capability anywhere in the world. The space system is on the forefront of the commercial spaceflight industry, offering safe, reliable and cost-effective crew and critical cargo transportation to LEO destinations.

About Sierra Nevada Corporation’s Space Systems

Sierra Nevada Corporation’s Space Systems business area based in Louisville, Colorado, designs and manufactures advanced spacecraft, space vehicles, rocket motors and spacecraft subsystems and components for the U.S. Government, commercial customers, as well as for the international market.  SNC’s Space Systems has more than 25 years of space heritage and has participated in over 400 successful space missions through the delivery of over 4,000 systems, subsystems and components.  During its history, SNC’s Space Systems has concluded over 70 programs for NASA and over 50 other clients. For more information about SNC’s Space Systems visit www.sncspace.com and follow us at Facebook.com/SNCSpaceSystems and Twitter @SNCspacesystems.

23.Oct 2014 | 21:21

Rosettas Komet zeigt zunehmende Aktivität

Mit der fortschreitenden Annäherung an die Sonne nimmt die Aktivität des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko immer weiter zu. Diese Entwicklung kann direkt durch die Instrumente der Raumsonde Rosetta dokumentiert werden, welche sich seit dem August 2014 in der unmittelbaren Nähe dieses Kometen befindet. Neue Daten zeigen dass sich die aktiven Regionen mittlerweile offenbar über die gesamte Oberfläche des Kometen erstrecken.
21.Oct 2014 | 22:13

Tage der Raumfahrt - Neubrandenburg und Peenemünde

Vom 13. bis zum 16. November 2014 wird Raumfahrt Concret in und um Neubrandenburg die mittlerweile 30. Tage der Raumfahrt veranstalten.
20.Oct 2014 | 11:39

Hubble blickt 13 Milliarden Jahre zurück

Das Hubble-Weltraumteleskop hat im Galaxienhaufen "Abell2744" mit Hilfe von Gravitationslinsen eine Galaxie in 13 Milliarden Lichtjahren Entfernung aufgespürt. Damit gehört sie zu den Galaxien mit der größten Entfernung zur Erde.
19.Oct 2014 | 20:13

Ein verborgener Ozean auf dem Saturnmond Mimas?

Bei der Auswertung von Beobachtungsdaten, welche die Umlaufbahn des Saturnmondes Mimas betreffen, stießen die beteiligten Wissenschaftler auf Ungereimtheiten. Die derzeit beste Erklärung hierfür ist, dass dieser lediglich knapp 400 Kilometer durchmessende Mond unter seiner Oberfläche einen Ozean aus flüssigem Wasser beherbergt.
19.Oct 2014 | 15:05

New Horizons: Suche nach Folgeziel war erfolgreich!

Auf ihrer Suche nach einem Folgeziel für die Plutosonde New Horizons konnten die beteiligten Wissenschaftler jetzt einen Erfolg verbuchen. Im Rahmen einer Suchkampagne mit dem Weltraumteleskop Hubble wurde mindestens ein Objekt entdeckt, welches die Raumsonde nach dem Pluto-Vorbeiflug erreichen könnte. Zwei weitere mögliche Ziele müssen noch weiter überprüft werden.
06.Oct 2014 | 15:16

Die Nacht vor dem Ausstieg

Alexander Gerst im Raumanzug EMUEine Nacht trennt Alex Gerst jetzt noch von einem der absoluten Höhepunkte seines Astronautenlebens. Morgen wird der Geophysiker etwas machen, das nur eine Handvoll Menschen vor ihm erlebt haben: Er wird in seinem Raumanzug aus der Internationalen Raumstation aussteigen und beinahe freifliegend mit 28.000 km/h über die Erde hinwegschweben.
02.Oct 2014 | 12:01

Video: Wie funktioniert… ein Raumanzug?

Der Raumanzug EMUWenn der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst am 7. Oktober 2014 zu seinem ersten Weltraumausstieg die Internationale Raumstation verlässt, trägt er einen Raumanzug der NASA, den sogenannten EMU (Extravehicular Mobility Unit). Im Video erklärt der ehemalige Astronaut Hans Schlegel die Funktionen dieses Anzugs.
01.Oct 2014 | 10:29

Fragen an einen Astronauten

Alexander Gerst auf FacebookSo heißt unsere kleine Videoreihe, die wir gemeinsam mit dem ESA-Astronauten Reinhold Ewald im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) produzieren.
24.Sep 2014 | 15:22

Erfolgreiche Formationsänderung der Satelliten

Dem Raumsegment der Missionen TerraSAR-X und TanDEM-X standen wieder Tage der Veränderung ins Haus - und zwar die Änderung der Flugformation des Raumsegments. Der Grund dafür war der Übergang in eine neue Phase der Mission nachdem die Aufnahmen für das globale Höhenmodell Mitte September abgeschlossen wurden.
16.Sep 2014 | 10:10

Was eine Astronautenfamilie über das Leben auf der Raumstation wissen sollte

Da waren's nur noch drei! Nachdem das Sojus-Raumschiff 38S von der Raumstation abgelegt hat, gibt es in diesem Universum nach "offizieller Zählart" nur noch drei Außerirdische, die in einer Höhe von etwas über 400 Kilometern die Erde umkreisen - unter ihnen der Deutsche Alexander Gerst.
19.Oct 2014 | 10:08

SpaceX: Patentgefecht mit Blue Origin

Unterschiedlicher könnten die Positionen mal wieder nicht sein. Auf der einen Seite SpaceX, das Unternehmen von Elon Musk. Auf der anderen Seite Blue Origin, die Privat-Weltraumagentur von Amazon-Eigentümer Jeff Bezos. Space X hat schon eine ganze Reihe von Erfolgen zu verzeichnen und mausert sich mehr und mehr zum Platzhirschen in der Szene der privaten Raumfahrt. Blue Origin muss seine Fähigkeiten erst noch unter Beweis stellen.

Das Landeverfahren, das Blue Origin sich patentieren lassen hat, stammt womöglich gar nicht von Blue Origin.

Das Landeverfahren, das Blue Origin sich patentieren lassen hat, stammt womöglich gar nicht von Blue Origin.

Dieses Mal geht es um Patente. SpaceX verzichtet bewusst auf jegliche Patentanmeldung und lädt die Konkurrenz sogar noch ein, die von ihnen entwickelten Verfahren und technischen Lösungen selbst zu verwenden, und zwar kostenfrei. Das tut SpaceX natürlich nicht wegen seiner karitativen Gesinnung, sondern einfach deswegen, um damit den Markt zu öffnen. Eine möglichst breite Anwendung kostengünstiger Raumtransportverfahren, so ist sich Elon Musk sicher, wird automatisch auch bei ihm zu Zuwächsen im Raumtransport-Business sorgen. Vor allen Dingen, wenn man die Konkurrenz soweit abgehängt hat, wie er.

Blue Origin steht dagegen auf dem exakt gegensätzlichen Standpunkt. Jeff Bezos versucht die erhoffte künftige Marktherrschaft unter anderem dadurch zu gewinnen, dass er selbst noch das trivialste vermeintlich von ihm und seinen Ingenieuren entwickelte Verfahren zum Patent anmeldet. Und genau darüber ist nun ein Streit zwischen Musk und Bezos entstanden.

Es ist keineswegs das erste Mal, dass SpaceX und Blue Origin einen hitzigen Disput ausfechten. Im letzten Jahr versuchte Jeff Bezos Elon Musk daran zu hindern, die ehemalige Shuttle- (und Apollo-) Startanlage 39A am Kennedy Space Center von der NASA zu übernehmen. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, erhob Blue Origin damals eine Klage beim U.S. Government Accountability Office (GAO). Das sollte der NASA verbieten, Musk die alleinigen Nutzungsrechte an der Startanlage zu vergeben. Bezos kam damals damit allerdings nicht durch. Elon Musk unterstellte Blue Origin daraufhin indirekt böswillige Absichten. Er argumentierte, dass Bezos‘ Firma überhaupt nicht in der Lage sei, den Startplatz in absehbarer Zukunft zu verwenden. Ganz im Gegensatz zu SpaceX, das die Anlage ab 2015 für die Starts der Falcon 9 „Heavy“ von Cape Canaveral aus nutzen will. Musk höhnte damals: … ich halte es für erheblich wahrscheinlicher, im Flammenschacht der Startanlage 39A tanzende Einhörner zu finden, als dass Blue Origin diese Anlage innerhalb der nächsten fünf Jahre tatsächlich nutzen könnte…

Im aktuellen Fall, und damit kommen wir zur Sache, geht es um ein Landeverfahren für wiederverwendbare Erststufen von Trägerraketen. Die Idee dabei ist, dass nach dem Start eines mehrstufigen Vehikels, nach erfolgter Stufentrennung, die erste Stufe in einem gesteuerten Flug mit dem Heck voraus auf einer im Meer verankerten Plattform niedergeht. Dieses Landeverfahren hat sich Blue Origin im Jahre 2011 unter der U.S. Patentnummer 8678321 patentieren lassen. Man kann jetzt spekulieren, welcher Teufel die U.S.-Patentanwälte überhaupt geritten hat, eine derart triviale Skizze und eine sehr allgemein ausgeführten Idee überhaupt als gestandenes Patent durchgehen zu lassen.

Aber man muss sich ohnehin fragen, was für ein bescheuertes Rechtssystem in den Staaten existiert, wenn man nur mal den aktuellen Fall von Red Bull betrachtet. Das Unternehmen wurde kürzlich zu einer Strafe von 14 Millionen Dollar verdonnert, weil ihre Koffeinbrause den Leuten nicht – wie in der Werbung angekündigt – Flügel wachsen lässt.

Wie auch immer: Blue Origin ist tatsächlich noch viele Jahre davon entfernt, dieses von ihnen patentierte Verfahren auch tatsächlich anwenden zu können. Ganz im Gegensatz zu SpaceX. Elon Musk will schon in den nächsten Wochen exakt diese Prozedur erproben. Als Interimslösung, bis das Unternehmen genug Sicherheit gewonnen hat, um ihre Erststufen auf Land und möglichst in der Nähe des Startplatzes wieder zum Boden zu bringen.

Für SpaceX gilt es jetzt also, dieses alberne Patent zu Fall zu bringen, will man nicht ausgerechnet an den Rivalen Blue Origin Lizenzgebühren zahlen. Und da wurde SpaceX überraschend schnell fündig. Es stellte sich heraus, dass ein japanischer Ingenieur namens Yoshiyuki Ishijima dieses Landeverfahren schon elf Jahre vor Blue Origin in einem wissenschaftlichen Papier unter dem Titel „Re-entry and Terminal Guidance for Vertical Landing TSTO (Two Stage to Orbit)“  im Journal des „American Institute of Aeronautics and Astronautics publiziert hatte“. Ohne gleich auf die abwegige Idee zu kommen, wegen dieser vagen Idee ein Patent einzureichen.

Sollte sich herausstellen, das Blue Origin von dieser früheren Idee wusste, oder sie womöglich sogar einfach kopiert hat, könnte das Patent sogar im ziemlich byzantinischen US-Rechtssystem angefochten werden. Schau mer mal, was daraus wird.

12.Oct 2014 | 10:54

Plädoyer für einen vergessenen Planeten

In diesen Tagen bekommen wir in kurzen Abständen immer neue sensationelle Bilder der Raumsonde Rosetta vom Kometen Tschurjumow-Gerasimenko geliefert. Die beiden Mars-Rover Curiosity und Opportunity senden – mit Hilfe einer Flotte von Orbitrelays in der Umlaufbahn um den roten Planeten - dramatische Landschaftsaufnahmen vom Mars. Die Raumsonde Messenger übermittelt Aufnahmen vom Merkur in nie zuvor gesehenem Detail. Die Raumsonde Dawn wird in Kürze den Kleinplaneten Ceres erreichen, nachdem sie zuvor Vesta erkundet hat. Juno wird im Sommer 2017 in eine Umlaufbahn um Jupiter einschwenken. Der Forschungsauftrag von Cassini am Saturn ist gerade bis 2017 bestätigt worden, und nächstes Jahr trifft New Horizons am Pluto und seinen fünf Monden ein. Es herrscht Hochbetrieb im Sonnensystem. Aber es gibt auch ruhigere Ecken. Und in manchen, selbst in unserer unmittelbaren planetaren Nachbarschaft, ist es sogar sehr ruhig.

Die Venus aus einer Höhe von 30.000 Kilometern in ultraviolettem Licht. Dieses Bild nahm die ESA-Raumsonde Venus Express am 8. Dezember 2011 auf

Die Venus aus einer Enfernung von 30.000 Kilometern in ultraviolettem Licht. Dieses Bild nahm die ESA-Raumsonde Venus Express am 8. Dezember 2011 auf

Einsam zieht die Raumsonde Venus Express ihre letzten Kreise um unseren Schwesterplaneten. Acht Jahre lang hat sie dort mutterseelenallein ihre Runden gedreht, seit sie am 11. April 2006 dort angekommen war. Doch jetzt geht ihr Treibstoff langsam zu Ende. Die ESA will ihr immerhin ein spektakuläres Begräbnis verschaffen, und hat eine Aerobraking-Kampagne gestartet, in deren Verlauf die Raumsonde irgendwann im Winter 2014/2015 über den Wolken ihres langjährigen Beobachtungsobjektes verglühen wird.

Die Messergebnisse, die das Hinunterstarren auf die Wolkendecke der Venus erbracht haben, sind nicht uninteressant. Allerdings ist der Eindruck nicht zu übersehen, dass sich das Interesse auf eine eher übersichtliche Gruppe von Planetologen und Atmosphärenforscher beschränkt. Und die Informationspolitik der ESA und des DLR sind nicht dazu angetan, das Interesse der Öffentlichkeit an diesem Planeten nachhaltig zu befördern.

Bevor Venus Express kam, war zehn Jahre lang gar nichts los bei unserem Nachbarn. Am 13. Oktober 1994 war die US-Raumsonde Magellan gezielt zum Absturz gebracht worden. Davor hatte sie fünf Jahre lang mit einem Radar grobgerasterte Bilder von etwa 98 Prozent der Venus-Oberfläche gemacht.Die Auflösungsgenauigkeit betrug aber im Schnitt nur etwa 150 Meter pro Bildpunkt, meistens waren es etwa 250 Meter. Einige wenige Stellen wurden mit einer Auflösungsgenauigkeit von 75 Metern pro Bildpunkt erfasst.

Das ist zwar ein Vielfaches besser, als das, was man davor hatte. Die russischen Raumsonden Venera 15 und 16 hatten bis dahin gerade mal Oberflächendetails von etwa 1,5 Kilometern Größe identifizieren können. Das genügte nur für gröbste geologische Einschätzungen. Wirklich gut ist das nicht, wenn man bedenkt, dass am anderen Nachbarplaneten der Erde der Mars Reconnaissance Orbiter noch Oberflächendetails von 35 Zentimetern Größe aufzeichnen kann.

Halten wir also fest: Es gab im letzten Vierteljahrhundert genau zwei Orbitsonden zur Venus. Im selben Zeitraum waren es an unserem anderen Nachbarplaneten, dem Mars, sechs Orbitsonden und vier Landefahrzeuge. Seit einigen Tagen sind es sogar acht Orbitsonden, nachdem Maven und der indische Mars Orbiter angekommen sind. Es wären sogar noch drei Orbiter und drei Lander mehr gewesen, wenn sie nicht bei Landung, Anflug oder bereits beim Start von der Erde aus gescheitert wären. Noch einmal sieben Orbit- und Landesonden befinden sich in fortgeschrittenem Vorbereitungsstadium und sollen unseren äußeren Nachbarn in den nächsten sechs Jahren besuchen.

Beinahe hätte übrigens die Venus doch noch einen weiteren Orbiter bekommen, nämlich die japanische Sonde Akatsuki. Leider misslang das Brennmanöver, mit dem das Vehikel am 8. Dezember 2010 in die Venus-Umlaufbahn einschwenken sollte, und so flog Akatsuki am Planeten vorbei. 2016 ist jetzt ein neuer Versuch geplant, in die Umlaufbahn einzuschwenken. Früher geht es aus bahnmechanischen Gründen nicht. Allerdings ist die Treibstoffsituation der Sonde schon jetzt prekär und selbst wenn es ihr gelänge, das Manöver doch noch zu bewerkstelligen, wäre die technische Lebensdauer der Sonde dann eigentlich schon seit Jahren abgelaufen. Die Primärmission war nämlich überhaupt nur bis 2012 geplant. Für Akatsuki sieht es damit so düster aus, wie für die Venusforschung im allgemeinen.

Auch auf der Oberfläche: Kein Traffic weit und breit

Auch Landesonden haben bereits die Oberfläche der Venus erreicht. Allerdings ist das in jedem der gar nicht mal so wenigen Einzelfälle deutlich länger als ein Vierteljahrhundert her. Zuletzt waren dies die Landekapseln der Raumsonden Vega 1 und Vega 2, die beide Mitte Juni 1985 mit mäßigem wissenschaftlichen Erfolg auf der Venus niedergingen. Der Vega 1-Lander wurde zu früh aktiviert, und war nach Erreichen der Oberfläche bereits tot. Der Vega-2 Lander arbeitete nur 57 Minuten lang, bevor auch er verstummte. Eine Bildübermittlung fand weder statt, noch war sie vorgesehen.

Die letzten Bilder von der Oberfläche der Venus stammen von Anfang März 1982. Sie wurden von den Landesonden von Venera 13 und 14 übermittelt. Alles in allem gibt es von acht erfolgreichen Landungen etwa drei dutzend Bilder sehr magerer Qualität von der Oberfläche der Venus.Von der Oberfläche des Planeten Mars gibt es dagegen schätzungsweise eine Million brillanter Aufnahmen. Selbst die Bildausbeute von der Oberfläche des 1,4 Milliarden Kilometer entfernten, ebenfalls wolkenverhangenen Saturn-Mondes Titan ist größer, als die von unserem unmittelbaren Nachbarn im Sonnensystem.

Venera 13 machte insgesamt 14 Bilder von seinem Landeort bevor er verstummte.

Venera 13 machte insgesamt 14 Bilder von seinem Landeort bevor er verstummte.

Der Zahl der in ernsthafter Vorbereitung befindlichen Venussonden beträgt exakt Null. Nur aus Russland dringt seit Jahrzehnten Rumor über eine Landesonde mit der Bezeichnung Venera-D. Die ist aber schon seit so langer Zeit in Planung, dass niemand mehr ernsthaft daran glaubt. Bis vor einer Weile konnte man hier als geplantes Startdatum das Jahr 2016 verzeichnen. In neueren Planungsunterlagen wird jetzt aber 2024 genannt. Das Projekt zeichnet sich seit vielen Jahren hauptsächlich durch herzhafte Verschiebungen in Richtung Sankt Nimmerleinstag aus.

Warum keiner die Venus mag

Was ist der Grund dafür, dass wir die Venus so links liegen lassen? Ist sie so unwichtig, im Vergleich zu den anderen Planeten, Planetoiden und Asteroiden des inneren Sonnensystems? So unwichtig, dass kein einziges Raumfahrtprogramm weltweit die Oberfläche der Venus oder wenigsten ihre Umlaufbahn zum Ziel hat? Während es am und auf dem Mars inzwischen schon fast schon zum Verkehrsinfarkt kommt, und selbst der schwierig zu erreichende Merkur wissenschaftlich gut im Futter steht?

Fragen wir uns also, was die Venus zur Aussätzigen in der Planetenforschung macht. Die astronautischen Anforderungen, um dorthin zu kommen, können es nicht sein. Eine Raumsonde zur Venus zu schicken stellt von der technischen Expertise in etwa dasselbe Niveau dar, wie der Flug einer Raumsonde zum Mars. Folgt man einer Hohmann-Transferbahn, dann können es vom Energieaufwand sogar 500 Meter pro Sekunde weniger sein. Dafür braucht man beim Einbremsen in die Venus-Umlaufbahn deutlich mehr Energie als beim Mars, weil die Venus eine wesentlich größere Masse hat. Aber, wie gesagt, an sich sollte das nicht sonderlich problematisch sein. Dass dieses Manöver mit der Raumsonde Akatsuki im Jahre 2010 nicht gelang, wurde von der japanischen Raumfahrtagentur JAXA als ausgesprochen peinlicher Vorfall betrachtet, denn eigentlich ist das ein astronautisches Standardmanöver.

Landungen auf der Venus sind rein vom technischen Ablauf her sogar wesentlich leichter zu bewerkstelligen als eine Landung auf dem Mond oder dem landetechnisch äußerst heiklen Mars. Die Venus verfügt über eine sehr dichte Atmosphäre. In der Vergangenheit hat man festgestellt, dass man noch nicht einmal einen Fallschirm benötigt, um dort weich niederzugehen.Unterhalb von 20 Kilometern Höhe ist die Atmosphäre derart dicht, dass es sogar eine Art großer Sturzflugbremse tut.

Und damit kommen wir zum Grund, warum sich alle Raumfahrtbehörden weltweit so verhalten, wie der Fuchs in der Fabel mit den Trauben, die zu hoch hängen. Der Grund, warum wir es in den letzten Jahrzehnten gar nicht mehr erst versucht haben: Die Trauben in der geologischen Erkundung der Venus von ihrer Oberfläche aus hängen ziemlich hoch. Es ist nämlich warm dort. Sehr, sehr warm sogar. Auf seiner Oberfläche herrschen Temperaturen von knapp unter 500 Grad Celsius. Zum Vergleich: Ein guter Pizzaofen schafft 350. Ein normaler Haushaltsherd 250. Und der Luftdruck auf der Oberfläche entspricht dem einer Wassertiefe von 900 Metern. Die Oberfläche der Venus ist nichts anderes als eine wabernde Gluthölle am Grund einer Atmosphäre die dick ist wie kochendes Öl.

Unter diesen Bedingungen eine vernünftige Zeitspanne zu überleben ist nicht leicht. Dabei auch noch sinnvolle Forschung zu betreiben ist noch schwieriger. Den Rekord für Aktivitäten auf der Venusoberfläche hält Venera 13, deren Messinstrumente 127 Minuten nach dem Bodenkontakt ihren Geist aufgaben. Es tut sich der Eindruck auf: Wir trauen uns vor allem deshalb nicht hin, weil die Bedingungen auf seiner Oberfläche verdammt hart sind. Also werfen wir einen missmutigen Blick auf die hoch hängenden Trauben und reden uns ein, dass sie ohnehin sauer sein werden. Wir reden uns ein, dass die Venus nichts anderes ist als langweiliger Glutofen. Warum also hinfliegen? Dort ist doch sowieso nichts los.

Unser Bild von der Venusoberfläche

Außer den hartkontrastigen, groben Radarbildern der Raumsonde Magellan mit ihrem Auflösungsvermögen, auf dem man einen großen Hochhauskomplex grade noch als einzelnen Bildpunkt erkennen könnten, haben wir keinen Eindruck von der Oberfläche des Planeten Venus. Alles was an bunten Bildern durch Bücher, Internet und wissenschaftliche Papiere geistert, sind nachträgliche Bearbeitungen dieser ursprünglichen Radar-Rohdaten. Es ist eine künstlich geschaffene Realität. Wie es auf der Venus im Detail wirklich aussieht wissen wir nur von den wenigen Einzelbildern der Venera-Landesonden. Im Grunde kennen wir nicht mehr als sechs Quadratmeter Venusboden.

Detaillierte und langfristige Untersuchungen, beispielsweise über tektonische Vorgänge, Lavaflüsse, Erosion und dergleichen gibt es mangels Bildern praktisch nicht. Es existiert ein einziges Bild der Raumsonde Magellan, das einen Erdrutsch zeigt. Einen gewaltigen Erdrutsch übrigens, viele Kilometer groß, denn anders hätte man es mit dem schlechten Auflösungsvermögen der Sonde gar nicht erfassen können.

Beobachtungen im optischen Bereich, so hören wir es immer wieder, gehen ja leider nicht. Wegen der vielen Wolken. Allerding ist das keine Ausrede, die wir gelten lassen können. Zum einen könnten wir ohne weiteres zunächst noch einmal eine Radarsonde hinschicken. Allerdings eine, die dem neuesten technischen Stand entspricht. Mit einer Kontext-Funktion für die großräumige Beobachtung (und Auflösungen von etwa 30 - 50 Metern) und einem Detail-Auflösungsvermögen von 50 Zentimetern oder weniger, mit dem wir uns dann auffällige Objekte im Detail ansehen können. Heutige Radarsatelliten haben ein Bilddarstellungsvermögen, das von optischen Aufklärern nicht mehr weit entfernt ist. Und man kann mit ihnen sogar ein wenig unter die Oberfläche gucken.

Dennoch sind Radarbilder für viele Anwendungen nur die zweitbeste Lösung. Was wir brauchen sind hochauflösende Oberflächenbilder im normaloptischen Bereich um Texturen, Schichtungen, und andere Strukturelemente erkennbar zu machen. Wir brauchen eine korrekte Farbwiedergabe. Wir brauchen, wie beim Mars auch, neben optischen Bildern auch andere "Nahdaten" von "Vor Ort". Und zwar in großer Zahl, und über lange Zeiträume. Anders können wir keine schlüssige geologische Bewertung vornehmen.

Es ist ein oft erwähnter Gemeinplatz, aber man muss ihn immer wieder einmal vorbringen: Die Venus ist die Schwester der Erde. Die ursprünglichen Voraussetzungen beider Planeten dürften kurz nach ihrer Entstehung vor etwa 4,3 Milliarden Jahren in etwa gleich gewesen sein. Sie sind fast exakt gleich groß. Doch während sich die Erde zu einem Paradies entwickelte, lief bei der Venus irgendetwas gewaltig aus dem Ruder. Es wäre, schon für den Fortbestand unserer eigenen Zivilisation hier, gut zu wissen, warum die Entwicklung dort so dramatisch anders verlaufen ist.

Die Grundidee steht seit Jahrzehnten

Dabei ist das Problem der Erforschung der Venus-Oberfläche seit Jahrzehnten gelöst. Die Antwort lautet: Lasst uns Ballons betreiben. Die Idee stammt aus der sowjetischen Raumfahrt, wurde aber seither, außer in einigen gelegentlichen kleinen Studien nicht mehr weiter verfolgt. Sie wurde vor fast 30 Jahren von den beiden sowjetischen Raumsonden Vega 1 und Vega 2 erfolgreich erprobt. Die aus der Umlaufbahn so undurchdringliche Wolkenschicht der Venus beginnt, aus dem Weltraum gesehen, in einer Höhe von etwa 70 Kilometern über der Oberfläche. Sie ist etwa 20 Kilometer dick und endet dementsprechend in einer Höhe etwa 50 Kilometern. Von da an hat man freie Sicht bis zum Boden. Die Lichtverhältnisse dort entsprechen etwa denen eines Schlechtwettertages auf der Erde. Kein Problem für die heutige Kameratechnik.

Konzepte für eine Erforschung der Venus in Oberflächennähe mittels Ballons gibt es bereits heute, so wie dieses Bild, das aus einer älteren CNES/ESA-Studie stammt. Der Wille, solch eine Mission auch tatsächlich zu realisieren, fehlt.

Konzepte für eine Erforschung der Venus in Oberflächennähe mittels Ballons gibt es bereits heute, so wie dieses Bild, das aus einer älteren CNES/ESA-Studie stammt. Der Wille, solch eine Mission auch tatsächlich zu realisieren, fehlt.

Auch die weiterenVoraussetzungen sind gar nicht so übel: In einer Höhe von 50 Kilometern beträgt der Luftdruck etwa 550 Millibar, die Temperatur etwa 35 Grad Celsius. Gut, das mit der "Luft" ist so eine Sache. In dieser Höhe besteht sie aus Schwefeldioxid durchsetzt mit Schwefelsäure-Tröpfchen. Das stellt schon gewisse Anforderungen an die Materialtechnik, vor allem wenn man das Gerät wochen- und monatelang betreiben will.

Aber einmal abgesehen von diesem recht sauren - und auch nicht atembaren - Gemisch hat man es, verglichen mit den Oberflächeneigenschaften auf dem Mars, mit einer recht angenehmen Umgebung zu tun. Ein Astronaut, der an der Reling einer Gondel dieses hypothetischen Ballons stünde, bräuchte noch nicht einmal einen Raumanzug zu tragen. Ein leichter Schutzanzug mit eigener Luftversorgung, wie er etwa in manchen Laboren üblich ist, täte es. Die Temperaturen wären angenehm, die Strahlungsbelastung gering.

Der Ballon könnte seine Fotoerkundung mit der Windströmung knapp unterhalb der Wolkenuntergrenze vornehmen und dort Wochen- und monatelang operieren. Die mittlere der drei atmosphärischen Hauptschichten bewegt sich in flottem Tempo um den Planeten. Schon mit einer kleinen Zahl von Ballons hätte man in der erheblichen Winddrift der Venus bald große Flächen kartographiert.

Um noch bessere Bilder zu bekommen, könnte der Ballon zeitweilig auch Kleinkameras mit Fallschirmen abwerfen, die langsam zu Boden sinken. Solche Kameras kann man heute sehr preiswert herstellen, sie wiegen nur wenige Gramm.Eine Ballonsonde könnte dutzende davon mit sich führen. In eine Kühlpackung gehüllt, könnten sie einen Abstieg zur Oberfläche überstehen und die Funkübertragung der Daten an den Ballon sollte kein Problem sein.

Und am Ende wäre selbst eine Oberflächenerkundung mit Rovern durchaus denkbar. Ein Fahrzeug, das in der Lage wäre, eine oder mehrere Tage oder Wochen auf der glutheißen Oberfläche der Venus herumzufahren, wäre eine herausfordernde und interessante Aufgabe, die den technischen Fortschritt immens stimulieren könnte.

Die Venus macht es uns nicht leicht. Sie stellt komplett andere Anforderungen, wie der Mars. Aber sie ist deswegen nicht weniger interessant. Es gibt viele Möglichkeiten, das Hitze- und Druckproblem besser zu bewältigen als in den sechziger-, siebziger und achtziger Jahren. Also sollten wir wieder hingehen. Eine Renaissance der Venus-Forschung ist dringend geboten.

25.May 2014 | 16:52

ILA und Berlin – Elf Notizen eines Provinzlers

London riecht nach Pferd und Fäkalien, befand Horiatio Nelson, Englands legendärer Seeheld, als er nach monatelanger Kriegsfahrt auf hoher See in die Hauptstadt zurückkehrte. Sie war zu seiner Zeit die bedeutendste Stadt der Welt und er begegnete ihr stets mit einer Mischung aus Faszination und Abscheu.

1. Ich war noch keine Minute in der Berliner S-Bahn (Strecke Hauptbahnhof – Charlottenburg) als ich von einem streng riechenden, verwahrlost aussehenden Mann in forschem Ton angebettelt wurde. Am Bahnhof Zoo verließ er den Zug wieder. Ein weiterer Bettler kam ins Abteil, um seinerseits mit lauter Stimme von den Passagieren einen Obolus einzufordern. Niemand kümmerte sich um ihn, was ihn dazu veranlasste, die Fahrgäste mit lautstarken Verwünschungen zu belegen. Er war mit seiner Tirade noch nicht fertig, als der Zug in Charlottenburg einfuhr. Ich wuchtete mein Gepäck zum Ausgang, warf dem Mann und der innen und außen mit Graffitis vollgeschmierten S-Bahn-Kabine einen letzten irritierten Blick zu, und trat vor die Tür. Es knirschte unter meinen Füßen. Ich blickte nach unten. Ich stand in einem Haufen Glasscherben.

Der Autor, in der Gagarin Bar in Prenzlauer Berg

Der Autor, in der Gagarin Bar in Prenzlauer Berg

2. Die Aufbautage auf der ILA, draußen im märkischen Sand, gleich neben BER, der bestbeleuchtetsten, uneröffnetsten, teuersten Lachnummer der Nation laufen wie immer. Die Parkplätze, wie stets ungepflastert und ungeteert, stauben vor sich hin. Wie üblich kann man an den Aufbautagen ohne jede Kontrolle (noch nicht einmal die Aufbau-Ausweise werden gecheckt) alles ins ILA-Gelände schleppen, was man – für welchen Zweck auch immer - in den Folgetagen so braucht. Kann man die Gerätschaften nicht tragen, dann bekommt man für 100 Euro Kaution problemlos eine Einfahrtgenehmigung. Dann bringt man halt sein Material mit dem PKW, dem Laster oder dem Tieflader ins Gelände. Kein Mensch kontrolliert irgendetwas. So geht das problemlos von Samstag bis Montag.

Standaufbau am Tag vor der Eröffnung

Standaufbau am Tag vor der Eröffnung

3. Montagabend, in der Gagarin-Bar in Prenzlauer Berg, erinnerte mich Susanne Hofmann milde an meine Kosmologs-Verpflichtungen und versprach, ums mir leichter zu machen, schon mal einen kleinen Beitrag über die ILA vorzulegen. Was sie denn auch tat. Über Susannes Anwesenheit hab ich mich ganz besonders gefreut. Mit dabei bei Gagarin-Bier, Blinis, Soljanka und russischen Buletten waren neben ihr auch Uwe-Schmaling, Chefredakteur und Herausgeber des ebenso legendären wie chronisch defizitären und gerade mal wieder von der Schließung bedrohten Kult-Raumfahrtorgans Raumfahrt Concret, die Regisseurin Marian Kiss, meine Wiener Orion-Partnerin Maria Pflug-Hofmayr, Andreas Weise, Ingenieur und Raumfahrthistoriker mit Schwerpunkt auf der frühen russischen Raumfahrt, Thomas Krieger, der Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Raumfahrt und die RC-Redakteurin Ute Harbricht. Außerdem der letzte Wissenschafts-Attachè der ständigen Vertretung der DDR in Bonn mit seiner Frau, die als kleines Mädchen im September 1961 dem eben aus dem Orbit zurückgekehrten German Titow den offiziellen Blumenstrauß der DDR-Regierung überreichen durfte. Eine bunte, illustre und lustige Runde.

4. Kurz nach Mitternacht stieg ich an der U-Bahnstation Adenauerplatz aus. Mir fiel gleich das übliche Rudel aus sechs, sieben finster aussehenden Jungs in Bomberjacken auf. Diese beunruhigenden Grüppchen gehören zur nächtlichen Grundausstattung jeder Berliner U-Bahnstation. Dazu zwei auf den Wartebänken schnarchende Penner und eine erheblich schwankende Person, die sich offensichtlich für den Erlöser hielt und mit lauter Stimme das nahende Armageddon heraufbeschwor. Als ich die Treppe in Richtung Xantener Straße hinaufging (die Rolltreppe wie üblich in Berlin pure Makulatur) folgte mir die Gang, und mir wurde etwas mulmig. Die Jungs erwiesen sich aber als harmlos. Zumindest für mich. Als ich die vierhundert Meter zum Olivaer-Platz marschierte, bekam ich noch mit, wie sie an einer Baustelle unter lautem Gejohle ein Dixie-Kloo an den Kudamm wuchteten und auf die Fahrbahn warfen.

Eine der wenigen Neuheiten auf der diesjährigen ILA. Der Airbus A350.

Eine der wenigen Neuheiten auf der diesjährigen ILA. Der Airbus A350.

5. Ab Dienstag, dem ersten der drei ILA-Geschäftstage, setzten scharfe Kontrollen ein. Ausweise werden gescannt, Taschen durchsucht, man muss einen Metalldetektor passieren. Kleiner Tip, für den Fall, dass sie für ihr geplantes Sprengstoffattentat noch Material brauchen, das sie blöderweise vergessen haben, zwischen Samstag und Montag mit dem Transporter hereinzubringen: Besuchen Sie den Military-Shop ihrer Wahl und beschaffen sich dort einen Kampfanzug. Und zwar die buntgefleckte-Camouflage-Sorte. Rangabzeichen sind nicht nötig. Trägt man so ein Outfit, dann wird man vom Wachpersonal an den Eingängen einfach durchgewinkt. Weder braucht man an der Schlange anzustehen, noch muss man irgendwelche Kontrollen über sich ergehen lassen. Auch das Gepäck der Kampfkombi-Träger wird – nach meinen Beobachtungen – grundsätzlich nicht kontrolliert.

Der kleinste, neuste und interessanteste Airbus: Ein Voll-Elektroflugzeug

Der kleinste, neuste und interessanteste Airbus: Ein Voll-Elektroflugzeug

6. Anders ist das bei den zivilen Uniformträgern, den Herren (und sehr, sehr wenigen Damen) aus den Business-Development Abteilungen der Aerospace-Unternehmen. „Zivil-Uniform“ deswegen, weil etwa sechs von zehn dieser Personen anthrazitfarbene Anzüge, weißes Hemd und rote Krawatte tragen. Dazu eine schwarze Laptop-Tasche links, ein Headset, das zum Blackberry in der Sakko-Tasche rechts führt, mit dessen Hilfe sie mit extrem wichtigem Gesichtsausdruck extrem wichtige Gespräche ins Off führen. Sie, und der übrige Rest der Besucher, werden genauestens gefilzt.

7. In den Hallen war dieses Jahr weniger los, als in den vergangenen Jahren. Das dürfte vor allem daran liegen, dass die ideellen Aussteller heuer von der Messeleitung keine Vergünstigungen mehr erhielten. Sie müssen sich nun jedes Stück, von den Stellwänden bis zur Möblierung der Stände, selber kaufen oder mieten. Die Preise sind geschmalzen. Viele können sich das nicht leisten, und so sind dieses Mal die meisten der Vereine, Interessengruppen, Verlage und kleine Händler, die letztes Jahr noch dabei waren, nicht mehr vertreten. Raumfahrt Concret konnte beispielsweise den Stand nicht bezahlen (vor allem nachdem mit Manfred Fuchs in diesem Jahr auch noch einer der Hauptförderer der Zeitschrift verstorben ist). Die deutschen Teilnehmer am Lunar Google X-Price, die vor zwei Jahren noch da waren (die Part Time Scientists) fehlten ebenfalls. Diese Gruppierungen haben bislang nicht nur den restlichen Platz in den Hallen aufgefüllt, sondern auch für Buntheit gesorgt. Besonders an den Besuchertagen. Aus diesem Grund waren einige der Hallen nur etwa zur Hälfte bis zwei Drittel mit Ständen belegt. Macht keinen guten Eindruck.

Der Lander der europäischen ExoMars 2016-Raumsonde

Der Lander der europäischen ExoMars 2016-Raumsonde

8. Wie immer gab es viele Flugzeuge zu besichtigen, allerdings kaum Neuheiten. Der im Vorfeld angekündigte Osprey von Boeing ließ sich beispielsweise nicht blicken. Der vielleicht interessanteste Neuling, die A350 blieb nur die ersten paar Stunden der ILA und meldete sich dann zur Weiterführung der Testflüge ab. Interessant im Luftfahrtbereich war der Airbus E-Fan. Ein voll-elektrisches Flugzeug. Und die Flugvorführungen? Bieder und brav wie immer in Berlin. Die extrem engen Vorschriften auf der ILA erlauben es nicht, die Demos mit Pfeffer zu würzen. Nur einzelnen Piloten (Beispiel "Solotürk") gelang es, kreativ mit den restriktiven Regularien umzugehen. Wer auf einer großen Luftfahrtshow Spektakuläres sehen will, ist in Berlin an der falschen Addresse. Der muss in Europa nach Le Bourget oder nach Farnborough gehen. Die Sprecher der Aerobatik-Teams weisen denn auch immer wieder darauf hin, dass man leider nur ein stark reduziertes Programm zeigen dürfe.

9. In Sachen Raumfahrt herrscht Stagnation. Es sind die gleichen Ausstellungsobjekte zu sehen wie vor zwei Jahren, von einigen ganz wenigen Ausnahmen einmal abgesehen. Dazu gehören Modelle des Multi Purpose Crew Vehicle (MPCV), des ExoMars 2018 – Rovers und des 2016 – Landers. Vom MPCV abgesehen gibt es keinerlei US-Beteiligung. Weder die kommerziellen noch die privaten US-Raumfahrtunternehmen sind auf der Messe. Keine Spur von Boeing, Lockheed oder SpaceX. Auch die russische Beteiligung ist kleiner als früher. Chrunitschew fehlte beispielsweise komplett, vielleicht auch um Fragen über die Zuverlässigkeit der wieder einmal abgestürzten Proton-Rakete aus dem Weg zu gehen.

Die ILA 2016 hat durchaus Spaß gemacht.

Die ILA 2014 hat durchaus Spaß gemacht.

10. Dennoch hat es Spaß gemacht. Weniger wegen der deutlichen Stagnation, als vielmehr, weil man sich mit vielen Bekannten und Gleichgesinnten austauschen konnte. Allein dafür hat die ILA als „Marktplatz“ ihre Berechtigung. Vieles fand aber eher am Abend und außerhalb des Ausstellungsgeländes statt: In der „Ständigen Vertretung“, auf dem Hacke’schen Markt, in der Bar Gagarin oder an anderen kommunikativen Plätzen. Wie immer bei der Frühjahrs-ILA hat auch das Wetter gut mitgespielt (bei der Herbst-ILA vor zwei Jahren war es ja nicht ganz so gut).

11. Als Provinzler stehe ich dem Hype, der um Berlin gemacht wird, mit skeptischer Distanz gegenüber. Und als Provinz lasse ich hier auch München und Wien gelten, die beiden einzigen Großstädte, in denen ich mich öfter als nur ein-, zweimal im Jahr bewege. Dort wird mir das Gefühl vermittelt, dass der weitaus überwiegende Teil der Bürger ihren Mitmenschen und ihrer Stadt mit Respekt und Verantwortung begegnen. In Berlin bin ich mir dagegen nie sicher, ob die vielgerühmte Liberalität nicht einfach nur pure Gleichgültigkeit ist. Auf Schritt und Tritt begegnet man Verwahrlosung und Vandalismus. Parks und öffentliche Plätze, die Ruhezonen vor Museen und Gedenkstätten sind fest in den Händen sozialer Randgruppen. Ihre Unantastbarkeit ist Gesetz und so benehmen sie sich auch.

Von Horatio Nelson wird berichtet, dass er immer froh war, London wieder verlassen zu können, auch wenn ihn danach die ersten Tage auf See stets die Seekrankheit plagte. Aber er mochte die Weite der Meeres, die frische Luft und die überschaubare Ordnung seines Schiffs.

09.Mar 2014 | 11:01

Musk macht dem Falcon Beine

Sollten Sie - wie ich - ein Fan von Science Fiction B-Filmen aus den 50iger Jahren sein, dann kennen sie den Plot. Der geht, jetzt mal ganz generisch, so: Das Raumschiff X-7 mit Professor Scatterbrain, seiner schönen Tochter Gwendolyn (Biologin), dem brillianten und in Gwendolyn verknallten (er weiß es aber noch nicht) Wissenschaftler Dr. Jeffrey Quantumleap und dem (noch unerkannten) Schurken Hellonious Greedhead (getarnt als Bordingenieur) startet zum Planeten Metares 3 (Zweiter Spiralarm, dritter Quadrant, vierter Sektor rechts). Der Professor vermutet dort ein gewaltiges Vorkommen von Cavorit, das er fürderhin zum Wohle der Menschheit einzusetzen gedenkt. Greedhead vermutet das auch, und gedenkt es fürderhin zum Zwecke seiner persönlichen Bereicherung zu verwenden. Auf Metares 3 stoßen sie auf Einheimische, die genau so aussehen wie sich Hollywood-Südseeinsulaner vorstellt (Frauen in knappen Bikinis, Männer im Lendenschurz). Greedhead will sie umbringen, Quantumleap will sie schützen, der Professor ist überfordert, Gwendolyn fällt in Ohnmacht, Getümmel, Verfolgung, Gemetzel. Der Schurke wird besiegt, alles ist wieder paletti und alle drei (Greedhead muss als Leibsklave des Eingeborenenhäuptlings zurückbleiben) düsen wieder zurück zur Erde.

Destination Moon

"Destination Moon", SF-Movie aus dem Jahre 1950.

Das alles wurde - das Budget war mager - an Wochenenden in den nicht mehr benötigten Kulissen der A-Filme gedreht. Mit Schauspielern aus der C-Riege. Auch für die Trickeffekte war kaum Geld da, deshalb ließ man die Aufnahmen vom Start der  X-7 für die Landungen auf Metares und zurück auf der Erde einfach rückwärts ablaufen. Eine Startrampe befand man für unnötig. Das Ding startete auf seinen drei, vier oder fünf Beinen und landete auf diesen auch wieder.

Um diese wunderbare Landetechnik zu bewundern brauchen Sie zukünftig nicht mehr die CD mit "Metares 3 antwortet nicht" aus der Kommode zu kramen. Und das liegt mal wieder an Elon Musk, dem "Leading Guru" für Solartechnik (Solar City), Elektroautos (Tesla) und wiederverwendbare Trägerraketen (SpaceX).

Elon Musk hatte es schon vor Jahren angekündigt, und dafür die hämischen Kommentare der etablierten Raumfahrtfirmen geerntet: Jede Falcon ab der Version 9 v1.1, die für diesen Zweck genügend Treibstoffreserven mitführen kann, wird zukünftig einen Landeversuch unternehmen. Dies war schon beim Erstflug der Falcon 9 v1.1 der Fall, die im vergangenen September den kanadischen Cassiopee-Satelliten in den Orbit brachte. Nach der Stufentrennung war erstmals in der Geschichte der Raumfahrt probeweise ein "Boost back"-Manöver durchgeführt worden, also eine erneute Triebwerkszündung der ersten Stufe um einen Rückflug in Richtung Startstelle einzuleiten. Unmittelbar über der Wasseroberfläche erfolgte dann eine zweite Zündung, um die Fallgeschwindigkeit der Stufe auf Null zu reduzieren. Das klappte allerdings nicht so ganz. Die Stufe geriet in der Endphase des Abstiegs in Drehung, was dazu führte, dass die Treibstoffe an die Tankwände gepresst wurden. Daraufhin brachen die Schwappspanten, das Triebwerk (es lief nur die zentrale Einheit) saugte Metallteile an und schaltete kurz über der Wasseroberfläche ab. Die Stufe schlug mit etwa 100 Kilometern pro Stunde auf dem Wasser auf und ging zu Bruch.

Was der Zufriedenheit der SpaceX-Leute allerdings keinen Abbruch tat. Niemand rechnet damit, dass dieses komplexe Manöver schon bei den ersten Versuchen von Erfolg gekrönt wird. Dafür war die Rakete auch noch gar nicht vollständig ausgerüstet. Jetzt hat SpaceX aber alle notwendigen Puzzle-Teile beisammen, um eine Rückführung der ersten Stufe nach einer Raumflugmission ernsthaft zu versuchen. Beim Start zur CRS-3 /Spx-3 Mission (einem Versorgungsflug mit der Dragon-Kapsel zur Internationalen Raumstation) am 17. März wird nur etwa 70 Prozent der Nutzlastkapazität der Falcon 9v 1.1 benötigt. Das lässt wieder Spielraum für einen Landeversuch. Der wird erneut - schon aus Sicherheitsgründen - im Wasser erfolgen. Dieses Mal vor der Küste von Cape Canaveral im Atlantik. Die Wahrscheinlichkeit, dass SpaceX die Stufe intakt aus dem Ozean fischt ist auch dieses Mal gering. Elon Musk schätzt die Chancen für einen Erfolg auf etwa 30 Prozent. Erstmals werden dabei auch Landebeine zum Einsatz kommen (so wie auf dem Bild hier sehen die übrigens in angelegtem Zustand aus).

Landebeine

Die Landebeine der Falcon 9 in angelegtem Zustand

Die für die Bergung entscheidenden Manöver ereignen sich alle nach der Trennung der ersten von der zweiten Stufe. Bis dahin soll die Mission verlaufen, wie jeder andere Orbital- oder Sondenstart auch. Die Landebeine sind in der ersten Flugphase aus aerodynamischen Gründen noch an den Rumpf angelegt und haben keine Funktion.Die Serie der Manöver, die letztendlich zur weichen Landung führen sollen, beginnt erst  nach der Trennung. Während die zweite Stufe mit der Dragon-Raumkapsel den Aufstieg in den Orbit fortsetzt, wird das Lageregelungssystem der ersten Stufe die Antriebseinheit zunächst um 180 Grad drehen.Kurz darauf beginnt das so genannte „Boost Back Manöver“. Drei der neun Merlin 1D- Triebwerke zünden erneut, und bringen die Stufe, die sich bis dahin mit einer Geschwindigkeit von über 6.000 Kilometer pro Stunde auf den Atlantik hinausbewegt, erst auf Gegenkurs und schalten dann wieder ab.

Falcon 9 und Dragon

Die Kombination aus Falcon 9 und der Dragon - Raumkapsel wird für den Start vorbereitet

Die Stufe steuert nun im Freien Fall auf ein vorbestimmtes Landegebiet zu, und wird dabei durch die zunehmende Luftreibung in den tieferen Schichten der Atmosphäre immer weiter abgebremst. Ihre Raumlage wird in dieser Phase durch ein Lagekontrollsystem stabil gehalten. Schließlich bewegt sich die Stufe mit einer Geschwindigkeit, die als „Terminal Velocity“ (Grenzgeschwindigkeit) bezeichnet wird. Ein Objekt erreicht seine Grenzgeschwindigkeit dann, wenn sich ein Gleichgewicht der einwirkenden Kräfte bildet und keine weitere Beschleunigung gleich in welche Richtung mehr erfolgt. Bei einem freien Fall durch Luft ist die Grenzgeschwindigkeit erreicht, wenn die Gravitationskraft durch die Luftreibung kompensiert wird. Die "Terminal Velocity" ist bei der Falocn 9-Erststufe nicht bekannt. Sie dürfte aber bei etwa 350-400 Kilometern pro Stunde liegen.

Die Schlusszündung wird in einer Höhe von weniger als 1.000 Meter über der Wasseroberfläche beginnen, diesmal mit nur noch einem aktiven Triebwerk. Mehr ist nun mehr nicht nötig, denn die Tanks sind fast, aber nur fast, leer. Es wird keine Nutzlast mehr transportiert und das Vehikel wiegt zu Beginn der Zündungweniger als 25 Tonnen (beim Start wog die erste Stufe mehr als 400 Tonnen). Das Triebwerk wird nur noch etwa 15 Sekunden laufen. In dieser zweiten Brennphase nach der Stufentrennung werden die Landebeine ausgeklappt und danach ein Landemanöver wie auf festem Boden simuliert. Die Endgeschwindigkeit mit der die Wasseroberfläche erreicht wird, müsste im Idealfall beiNullliegen.

Destination Moon II

Filmplakat "Destination Moon"

Wie gesagt, die Wahrscheinlichkeit, dass das alles perfekt abläuft, ist gering. Gesteuerte Abstiege dieser Art werden auch bei den folgenden Missionen so lange über Wasser geübt, bis das Landeverfahren sicher beherrscht wird. Danach will Elon Musk mit Landungen auf festem Boden beginnen.

P.S. Das erste Bild dieses Beitrags, sowie das Bild links, stammen aus dem Film „Destination Moon“. Der kein B-Movie, sondern ein – für die Ansprüche des Jahres 1950 – unglaublich teurer A-Film war. Die Produktionskosten betrugen seinerzeit 500.000 Dollar. Schauen Sie ihn sich ruhig mal an. Er ist faktentreu, fast schon prophetisch in seinen Aussagen (vieles ist heute aktueller denn je) und im Gegensatz zu praktisch jedem „modernen“ Film (einschließlich Gravity) stimmt die Physik bis ins Detail.

26.Feb 2014 | 21:50

Yuris Night zu Gast im Technischen Museum Wien

Wie jedes Jahr veranstaltet "Der Orion" auch heuer am 12. April Yuris Night in der zweitgrößten deutschsprachigen Stadt der Welt. Dieses Mal findet sie in einer ganz besonders reizvollen Umgebung statt: im Technischen Museum der österreichischen Metropole. Wie praktisch jedes große öffentliche Gebäude im Herz der Donaumonarchie, das zwischen 1848 und 1916 errichtet wurde, hat auch hier Kaiser Franz Josef I den ersten Spatenstich getan. Und was man dem Museum damals wie heute wegen des historisierenden Stils nicht ansieht: es ist ein Stahlbetonbau. Seinerzeit das Non-Plus-Ultra der Bautechnik.

Technisches Museum

Die Grundsteinlegung erfolgte am 20. Juni 1909. An sich sollte das Gebäude bis 1914 fertiggestellt sein, aber der erste Weltkrieg verhinderte das. Bei der Einweihung im Mai 1918 war Franz Josef schon eineinalb Jahre tot und die Donaumonarchie in der Auflösung begriffen.

Die gewaltige Haupthalle nimmt beeindruckend massive Maschinen und Vorrichtungen auf. Traditionell hat die Sammlung ihren Schwerpunkt in den Bereichen Energietechnik und Bergbau, Alltag und Umwelt, Verkehrstechnik und Musikinstrumente. Das Museum bietet aber noch jede Menge anderer, teilweise ziemlich abgefahrener Themen. So gibt es eine beeindruckende Sammlung von Hüten und Helmen, deren Träger vom Blitz getroffen wurden. Besonders den Kindern merkt man an, dass hier, beim Betrachten der Verkokelungen, Einschlaglöcher und Schmauchspuren einiges an Kopfkino abgeht.

Kurios bis gruselig ist im selben Bereich auch die Sammlung des Wiener Arztes Stefan Jelinek: Bilder durch Blitzschlag abgetrennter Gliedmaßen, Brandspuren am Körper und Auswirkungen eines Blitzschlages auf die Physiognomie eines Menschen (sofern sie es überlebt haben). Das ganze ist mit liebevoll detaillierten Texten untermalt. Jelinek war in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts iungeheuer populär. Er war der Begründer der „Elektropathologie“, die sich mit der dunklen Seite der Elektrotechnik befasste. Sein legendärer Lehrsatz lautete: Beim Strom- und Blitzunfällen so lange Reanimationsversuche anstellen, bis Totenflecke auftreten. Erst dann darf man aufgeben.

Überhaupt kommt die Wiener Liebe zum Morbiden überall durch. Auch im Deutschen Museum in München erfährt man ja einiges über Kohleabbau. Aber nur in Wien gibt es dazu schauerlich schöne Bilder von Staublungen zu bewundern.

Für die Bearbeitung des Themas „Weltraum“ war das Wiener Technische Museum bislang allerdings weniger bekannt. Um ehrlich zu sein: Das Gebiet war nicht vertreten, sieht man mal von Franz Viehböcks (Österreichs erstem und einzigem Kosmonauten) Raumanzug mal ab. Mit der Sonderausstellung SPACE, die seit einigen Monaten besteht und noch über Yuris Night hinaus läuft, ändert sich das. Sie ist klein aber fein, und den Besuch können wir allen Weltraumfreunden nur ans Herz legen. Auch sie hat eindeutig einen "Wiener Touch" und das beginnt schon damit, dass es da drin „a weng duster“ ist, und die Objekte ziemlich klein beschriftet sind. Das mag aber ein jüngerer Mensch als ich, ausgestattet mit besseren Sinnen, anders beurteilen.

Als ich mir die Ausstellung vor ein paar Wochen anschaute und grade vor einem hübschen Modell der Internationalen Raumstation stand, stellte sich ein Papa mit etwa siebenjährigem Sohn neben mich. Der Junge guckte sich das Modell an und fragte den Papa, was denn das sei. Der Vater: "A Raumstation". Der Junge: "uund wööiche?". Und der Vater, das Modell mit suchenden Blicken abtastend, mit fester Stimme (man will sich ja vor dem Nachwuchs keine Blöße geben): "Das ist die Raumstation Mir". Ich hielt den Mund und suchte selber nach der Beschriftung. Die gab‘s tatsächlich, weist auch tatsächlich darauf hin, dass es die Internationale Raumstation ist, aber halt sehr, sehr klein, und in der Finsternis kaum zu erkennen.

Der Kenner der Raumfahrtabteilung des Deutschen Museums findet auch eine nette Leihgabe der Münchner an die Wiener wieder, nämlich eine Astris-Oberstufe der unglücklichen Europa 1-Rakete. Und dann gibt es einen kleinen Raketenpark, Modelle von Raumfahrtträgern, deren Beschriftung behauptet, sie wären im Maßstab 1:25 abgebildet. Hier zeigten sich einige Besucher denn doch ein wenig überrascht darüber, dass weltweit die Trägerraketen allesamt offensichtlich exakt gleich groß sind. Tatsächlich schwankt der Maßstab wohl irgendwo zwischen 1:20 und 1:50. Aber so pingelig, um daran Anstoß zu nehmen, kann ja wohl nur ein Piefke sein.

Zum Thema "Space", dachten sich die Wiener, gehört auch Science Fiction, und so zeigen sie auf einem Bildschirm ein Medley aus SF-Filmausschnitten. Damit der Ton die anderen Besucher nicht stört, kann man sich dazu Kopfhörer nehmen. Als ich dran vorbeikam standen vor diesem Bildschirm zwei schockstarre kleine Jungs mit den Micky-Mäusen auf dem Kopf. Die Augen vor Entsetzen kreisrund sahen sie sich gerade einen Ausschnitt aus „Mars Attacks“ an. Die Stelle, an der den Marsianern das Gehirn platzt.

Die Eltern der Kleinen waren wohl eben auf ein Achtel Veltliner ins Beisel gegangen. Und das, also das Restaurant, befindet sich im Erdgeschoß des Museums. Es gibt dort leckere Gerichte. Die bekommt man allerdings nur, wenn man das Glück hat, von einem der vier Kellner wahrgenommen zu werden, die sich um die knapp 40 Plätze kümmern....sollten. Mir gelang das schon nach kaum 30 Minuten, nachdem es ihnen wegen meines zunehmend wilderen Herumgehampels beim besten Willen nicht mehr gelang, mich zu übersehen. Ich bestellte einen Hamburger mit Chips, und der war wirklich ein Gedicht. Bestes Rindfleisch, Salat, Tomate, knuspriger Speck,angeschmolzener Gouda, knusprig gebratenes Brötchen und krosse Kartoffelchips mit einer delikaten Chilisoße. Den brachte mir allerdings eine Frau aus der Küche, offensichtlich die Köchin. Sie musste mich erst unter den Gästen ausfindig machen. Die vier Kellner waren anderweitig beschäftigt. Die fielen sich beim verzweifelten Versuch, ihre Kundschaft zu ignorieren, fast gegenseitig vor die Füße.

Aber das sind Kleinigkeiten, die über das wirklich faszinierende Ambiente nicht hinwegtäuschen sollen. Am 12. April gibt es dort jedenfalls Raumfahrt bis zum Abwinken, und zwar ganztägig. Tagsüber findet der erste "SpaceUp Vienna" statt - Informationen, Programm und Anmeldung gibt es hier. Auch diesen Event organisiert „Der Orion“ in Zusammenarbeit mit seinen Partnern.

Und wer Angst hat, von den Kellnern im Restaurant übersehen zu werden: „Der Orion“ stellt abends bei der Hauptveranstaltung wie üblich Snacks und Getränke zur Verfügung – kostenlos übrigens - und verhindert auf diese Weise gefährlichen Unterzucker.

Die Planung für beide Ereignisse, den Spaceup und die Abendveranstaltung läuft auf Hochtouren. Das vorläufige Programm findet sich hier.

Wer sich dafür interessiert und/oder sowiesoschon immer mal nach Wien wollte: Schnell buchen. Wien ist kurz vor Ostern schon unter normalen Umständen immergut gebucht. Zusätzlich findet gerade um Yuris Nightauch noch der City-Marathon statt.Da wird es dann selbst in der zweitgrößten deutschsprachigen Stadt der Welt "a weng eng".

25.Oct 2014 | 03:45

Allgemeines Live-Blog ab dem 25. Oktober 2014


25. Oktober

hinode

Wir machen uns aus der partiellen SoFi … eine (Art) ringförmige – der Röntgensatellit Hinode und die Sonnenkorona machen es möglich: ein CfA Release, das Ganze als Video und ein Artikel. Auch SoFi-Effekte vom Satelliten Aqua aus, irdische Galerien hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Berichte hier, hier und hier und mehr Links – und schmale Mondsicheln vorher und nachher. Die gewaltige Fleckengruppe – gestern hier, hier und hier – hat gerade einen X3.1-Flare produziert (“Homepages” hier, hier und hier und mehr hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier), aber es entstand wieder keine CME. Auch die Gruppe nach dem Flare, eine sehr schwer beobachtbare Saturn-Bedeckung durch den Mond heute – und die Kometen LINEAR (mit 45-Tages-Animation), 201P und 32P. [4:35 MESZ]

nav1020

Der Komet aus nur etwa 7.5 km Höhe aufgenommen vor 5 Tagen aus einem Orbit 9.4 km vom Zentrum des Kerns. Für den Namenswettbewerb für “J” sind über 8000 Vorschläge eingegangen – und es gibt einen aufwändigen SciFi-Kurzfilm (5 Minuten) mit Rosetta und einem Game-of-Thrones-Schauspieler (mehr, mehr und mehr dazu und noch ein Rosetta-Artikel). Ferner hat Chinas neue Mond-Sonde die Bahn korrigiert (eine Grafik und hier und hier Details) – weitere Artikel zum Start hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und zum Mit-Passagier 4M aus D bzw. LUX dieser und dieser. Auch eine weitere Bahnänderung von MESSENGER – und Eiswolken hoch über dem Titan in Cassini-Daten. [4:00 MESZ]

loops

Koronale Bögen vor 10 Tagen im extremen UV vom SDO aufgenommen. Auch solare Sonifikation, das betagte HST hat das erste Frontier Field fertig, Spitzer NGC 1291 aufgenommen, der nächste Cygnus soll übermorgen starten (Bilder und Artikel hier, hier und hier, letzterer zur Nutzlast Arkyd 3), das IXV hat dagegen ein Startverbot erhalten, weil es Probleme mit der Sicherheit gibt – und da ist, ohne vorher Bescheid zu sagen, jemand noch höher in der Stratosphäre abgesprungen als Baumgartner: Bilder und ein Video und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [3:45 MESZ]


24.Oct 2014 | 23:40

Weitere größere Artikel (und Zusatz-Links)

crism

Siding Spring und Marssonden überstehen enge Begegnung, und die letzteren schicken nach und nach ihre Daten: hier infrarot die innere Koma von CRISM auf dem MRO – auch zahlreiche Webcasts & Hangouts aus der Nacht der Begegnung, eine Bilderserie durch die größte Nähe hindurch (aus L’Alpe d’Huez in Frankreich) und weitere Amateur-Ergebnisse.

Ein Stern wird … gehen: ein Vortrag von Aaron Adair in Köln über die Nicht-Existenz des Sterns von Bethlehem, auf dem Weg zu einer Tagung in den Niederlanden, für die auch dieses Video wirbt.

Eine NASA-Telecon aus purer Begeisterung über die ersten Daten von MAVEN vom Mars: Der Missions-PI erklärt exklusiv die Hintergünde; auch weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier über die Telecon.

“Cosmology for Philosophers”: Lawrence Krauss in Bonn und Krauss in Bonn: die Fortsetzung – zwei Auftritte des US-Physikers an der Uni.

Riesen-Sonnenfleck über der A 3 mit einfachen Mitteln – auch mal in voller Fahrt – aufgenommen; die große Gruppe auch mit irdischen Zugaben.

TdoT der VSB – mehr Sonne geht nicht … beim Tag der Offenen Tür der VSW Bonn.

Volksastronomie im Zeichen des Riesen-Sonnenflecks, der mit x Teleskopen beobachtet und auch fotografiert wurde.

Ulis Gaia-Show, die zweite: der Status des Gaia-Satelliten in einem öffentlichen Vortrag.

Chicane under the Stars … of PlaBo: der erste Auftritt (sagt der Manager) des britischen Musikers in einem Planetarium.

Kleinere Artikel

Regenbogen fünfter Ordnung nachgewiesen – aber zwei Jahre nix erzählt.

Eins mit dem Universum – in Niederdollendorf bei einem Zenit-Durchgang der ISS.

Teleskop filmte geostationäres Manöver eines neuen Satelliten – der dann offenbar auf die schiefe Bahn geriet. [NACHTRAG: Das scheint sich zu bestätigen]

Heute vor 25 Jahren: ein Tag – drei historische Ereignisse am 18.10.1989, darunter der Start von Galileo zum Jupiter.

Vulkanismus auf dem Mond – im Prinzip noch heute, zeigen LROC-Bilder ziemlich frischer Lava.

Der schlechteste Asteroiden-Crash-Film aller Zeiten … dürfte “Asteroid vs. Earth” sein.

Landung von Philae am 12.11. in Region »J« bestätigt – nur noch drei Wochen …


21.Oct 2014 | 01:45

Allgemeines Live-Blog vom 21.-23. Oktober 2014


23. Oktober

sun1023

Der Monster-Fleck hat die Mitte der Scheibe erreicht – und jetzt kommt noch der Mond dazu, der sich für Nordamerika partiell vor die Sonne schiebt: heutige Bilder der Gruppe von diesem Blogger, ihre sanften Eigenschaften, ein weiterer Größenvergleich mit früheren Gruppen und Artikel hier und hier, Vorschauen auf die SoFi hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, die maximale Phase für viele Orte – und Livestreams hier, hier und hier. [23:20 MESZ]

sofi01

SoFi mit Sonnenfleck: ein Live-Bild aus Los Angeles vom Griffith Observatory! Bei SLOOH gibt’s ein H-Alpha-Bild und bei McMath eine Projektion. [23:35 MESZ] Ausgewählte Standbilder hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MESZ - Ende. Denkste! NACHTRAG:

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Das SLOOH-H-Alpha-Bild kurz nach Mitternacht, dito Griffith Obs., während es in Seattle rumwölkt, die Phase aber größer ist - und im Calgary wird der Fleck bedeckt! NACHTRAG 2: SoFi-Projektion im Flugzeug, live getwittert ...

sofi03

NACHTRAG 3: noch mal Los Angeles (wo 30'000 den Griffith-Webcast gucken), um 0:29 MESZ, unmittelbar nach Erreichen der maximalen Phase von 0.45 = 33% Bedeckung - auch eine tiefere H-Alpha-Phase von SLOOH, und auch vom Mt. Lemmon gibts H-Alpha. NACHTRAG 4: ein erstes Bild der SoFi im Untergang - und die Aufzeichnung eines bereits beendeten Webcasts. NACHTRAG 5: Proba 2 hat die SoFi im EUV-Licht geguckt - und sie wurde im Untergang gefilmt, ohne und mit dem Fleck; auch ein Foto. NACHTRAG 6: relativ tiefe Partialitäten aus Montana und Wash. state, schöne SoFi-Sonnenuntergänge hier, hier, hier und hier - und die 3-stündige Aufzeichung noch eines Webcasts. NACHTRAG 7: ein Reihen-Komposit bis zum Untergang, weitere SU-SoFis hier, hier, hier, hier und hier, Berichte hier und hier und Bildersammlungen hier, hier und hier]

4m-up

Gelungener Start der vierten chinesischen Mondmission

und der ersten privat finanzierten Mondsonde (aus Luxemburg, mit deutschem Geld) als Zugabe: Artikel hier, hier, hier, hier und hier, auch ein weiteres Paper über Chang’e-3 auf dem Mond – und endlich ein Nachruf auch der FU Berlin auf Gerhard Neukum. [22:55 MESZ. NACHTRÄGE zu den Mondmissionen: Artikel hier und hier]

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maven3

Aktuelle aktive Kometen: zweimal Siding Spring und einmal C-G – das obere Bild von MAVEN zeigt die Wasserstoffkoma von Siding Spring am 17. Oktovber, das mittlere Komposit von Hubble den Kometen am 18. und 19. Oktober, wobei auch noch ein Mars eingeklebt wurde (mehr dazu in diesem Hangout, auch frühere Artikel hier, hier und hier und mehr Links), und das untere C-Gs Staubjets am 10.9. auf einer OSIRIS-Weitwinkel-Aufnahme – auch Messungen von ROSINA zu den Ausdünstungen des Kometen und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [22:45 MESZ]


22. Oktober

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Riesengruppe schickt neuen X-Flare – aber ohne CME dazu

Die größte Fleckengruppe des laufenden Zyklus (Bilder von heute, vom 17.-21. und 19.-22. Oktober), hat heute einen weiteren kleinen X-Flare produziert (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), aber er hat keinen koronalen Massenauswurf erzeugt; bald danach kam dann noch ein weiterer M-Flare. Auch ein kurioser Nachweis des Erdscheins am Tage, die neue Blanco DECam Bulge Survey der Milchstraße, ein neuer technischer Leiter im Planetarium Bochum, Umwelt-Ärger am Siding Spring Obs., auch hier erwähnt, weiterer breiter Impakt der Mond/Schlaf-Nulleffekt-Studie der MPG, die ersten Bilder eines Regenbogens 5. Ordnung – und deutsche Amateur-Mitteilungen zu Meteorien und Co. bis 1978 zurück sind jetzt online frei verfügbar geworden! [23:20 MESZ]

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nav1018c

Neue Landschaftsformen und krasse Schatten auf weiteren NavCam-Aufnahmen vom 18. Oktober aus ca. 8 km Höhe, hier alles Ausschnitte in der Originalauflösung von 67 cm/Pixel. Auch möglicher “Metall-Frost” auf der Venus – und ein Nachruf auf Gerhard Neukum in einem Blog beim JPL, was die internationale Bedeutung dieses Planetenforschers unterstreicht. [22:55 MESZ]

Morgen startet ein deutsches Privat-Raumschiff zum Mond

Wenn auch ein sehr kleines und preiswertes (EUR 400’000): Als Untermieter von Chinas Chang’e 5-T1 genanntem Test einer Sample-Return-Trajektorie ist auch die zwar in Luxemburg gebaute aber vom deutschen Eigner der Firma finanzierte Manfred Memorial Moon Mission (4M) dabei, die an deren verstorbenen Geschäftsführer erinnert, Manfred Fuchs von OHB. Auch die erfolgreiche Mission bisher des umprogrammierten Kepler, bemerkenswere Bilder von Start und späteren Manövern (per Teleskop!) einer Proton gestern (mehr Links), warum erstmal keine Galileos auf der Soyuz starten, die NZZ breit über Deutschlands Raumfahrt, ein Porträt von S. Jähn, Bilder hier, hier, hier und hier einer russischen EVA (früher und mehr), das Strahlungs-Risiko für Marsfahrer (mehr, mehr, mehr und mehr) – und der 500’000. Besucher in Morgenröthe-Rautenkranz seit 2007. [22:35 MESZ]


21. Oktober

sun1021

Die größte Fleckengruppe des Zyklus rückt weiter Richtung Scheibenmitte vor auf dieser SDO-HMI-Aufnahme von heute: auch exzellente Amateuraufnahmen hier, hier und hier, plus noch mehr Bilder und die letzten drei Tage. [23:55 MESZ]

sidi-hiri

HiRISE konnte den Kern von Siding Spring kaum auflösen

So sah die hochauflösende Kamera auf dem Mars Reconnaissance Orbiter den Kometen Siding Spring, als er dem Mars am nächsten zwar (zwei verschiedene Darstellungen desselben Bildes): Die Auflösung betrug 138 Meter pro Pixel, und der Kern scheint nur 2 bis 3 Pixel und damit unter 500 Meter groß zu sein; mit rund einem Kilometer war gerechnet worden. Die erste Quasi-Nahaufnahme eines Kometenkerns direkt aus der Oortschen Wolke: Vielleicht lehrt sie nur, dass die Albedo dieser Körper größer als bei den Finsterlingen wie C-G (unten) ist? Bereits 12 Tage früher hatte HiRISE den Kometen anvisiert und knapp über dem Rauschen nachgewiesen – aber nicht ganz an der erwarteten Stelle: Die Ausrichtung der Kamera für die größte Annäherung wurde entsprechend korrigiert, sonst wären diese Bilder wohl nicht gelungen. Und wachsende Alben mit Siding-Spring-Bildern vom Boden aus von der internationalen Kampagne und aus allen Quellen sowie ein Artikel mit Animationen der Annäherung aus Rumänien. [1:55 MESZ] Ein Nachweis des Kometen aus Deutschland in der Stunde vor der größten Nähe und Artikel hier und hier. [3:25 MESZ] Und hier (MOM-Bilder “in a couple of days”) und hier. [5:05 MESZ] Und ein knapper – aber eindeutiger – Nachweis auf 52°N 1/2 Stunde vor der maximalen Annäherung! [12:50 MESZ] Mehrere Bilder Opportunitys animiert, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, der Komet heute mit dem Mars nicht mehr im Feld – und die anderen aktuellen Kometen PANSTARRS (dito), LINEAR und 201P. [23:45 MESZ]

nav1018a

Eine weitere Kometen-Landschaft aus nur ca. 8 km Höhe von der Rosetta-NavCam am 18. Oktober aufgenommen – etwa mit Dünen drauf? Weitere Artikel hier und hier, auch der Technologie-Tester für Mini-Asteroiden-Such-Satelliten Arkyd3 vor dem Start zur ISS, ein Paper über Chang’e-3 und sein Bodenradar, die anhaltende STEREO-Krise, schöne Bilder vom Start der letzten Ariane und die Übergabe der Galileos “in excellent shape” im falschen Orbit. Und wiederum in Sachen kosmische Kleinkörper eine Feuerkugel über dem UK und den NL am Abend des 19.10. (mehr, mehr, mehr und mehr) und die Kometen Borisov und LINEAR. [1:45 MESZ]


18.Oct 2014 | 03:30

Live-Blog zu Komet Siding Spring dicht am Mars


20. Oktober

sidi-abschied

Und tschüss … der Komet schon wieder weit weg vom Mars

heute Mittag MESZ auf einer weiteren ferngesteuerten Aufnahme aus Australien von Martin Mobberley; auch ein Bild von gestern mit wohl aufgehelltem Kometen und ein älteres Farbbild. Noch ein paar Artikel hier (Indiens Marsorbiter hat’s auch überstanden und offenbar Bilder des Kometen machen können), hier, hier und hier – und viele, etwa hier, hier, hier, hier, hier und hier – meinen, auf Nachtaufnahmen von Opportunity den Kometen zu sehen, ein konkreter Beweis oder eine Bestätigung seitens der NASA stehen aber noch aus. [18:35 MESZ]

sidi-oppy

Nach mehr als 12 Stunden ist die Mitteilung der NASA dann doch noch gekommen, dass es der Rover wirklich geschafft hatte – die einzige der sieben Missionen vor Ort, die schon etwas geliefert hat. Auch ein weiteres irdisches Bild von heute und viele weitere (Sorry, kenne nur die URL für FB-Mitglieder) – und der Riesenfleck auf der Sonne hat bereits einen X-Flare produziert. [23:55 MESZ - Ende]

sidi-after

Da ist der Komet, knapp zwei Stunden nach der größten Annäherung an den Mars: eine Aufnahme mit dem 1-m-Teleskop der ESA auf Teneriffa (der Komet ist der helle Fleck auf 10 Uhr vom Mars) – und es gibt eine Aufnahme aus Österreich des Paares kurz vor der größten Nähe! Das Team des Mars Express ist inzwischen nachhause gegangen, auch vom MRO gibt es ein ‘all clear’ (was man bei der NASA nicht mitbekam) – und weitere Post-C/A-Artikel hier, hier und hier, wieder komplett ohne Neuigkeiten: An diesem Abend haben die Social Media in Sachen Situational Awareness haushoch obsiegt. [0:55 MESZ] MAVEN geht’s auch gut, ein Press Release zu MROs Beobachtungen (deren Download “days” dauern wird) – und in 5 Minuten ist SLOOH noch mal ‘auf Sendung’. [2:25 MESZ] Wo es ein Live-Bild aus Chile gibt – und alle drei NASA-Orbiter sind wohlauf; auch ein weiterer Press Release zu MAVENs Status. [2:45 MESZ] So sah das Live-Bild gerade aus, auch eine Aufnahme aus Uruguay – und ein langer Hangout mit noch mehr Südamerika. [3:50 MESZ] Und eine aus Brasilien, von SONEAR, sowie der MEX-Status – und ein Artikel mit Inhalt. [4:05 MESZ] Wenig dagegen hier, hier und hier, dafür australische Bildvergleiche. [5:45 MESZ]


19. Oktober

Nah(!)-Erkundung des Kometen durch Mars Express läuft

Mehrere Instrumente des ESA-Marsorbiters sind jetzt – weniger als eine Stunde vor der größten Annäherung – in Betrieb und messen. [19:35 MESZ] Der viel-beworbene ESA-Webcast aus Darmstadt geht nicht – aber hier gibt’s eine Alternative aus Südafrika! [20:10 MESZ] Der Mars Express versteckt sich derweil hinter dem Planeten. [20:15 MESZ] Und noch ein funktionierender Webcast, mit einem (undeutlichen) Live-Bild aus Südafrika. [20:20 MESZ] Und das war’s schon! Während bei der ESA rein gar nichts funktioniert – für den Mars Express gilt das hoffentlich nicht … [20:30 MESZ] Ein Bild des Paares 1 1/2 Stunden vor der größten Nähe: nicht schön, aber selten. Und ein SLOOH-Screenshot nahe der Nähe, aber mit Komet? [20:50 MESZ] Ein Bild des Paares bei t-1 Stunde. Die ESA versucht es derweil weiter, jetzt als HangOut. [21:05 MESZ] Wo bestätigt wird, dass der Mars Express weiter sendet – keine Probleme. [21:20 MESZ] Die Durchquerung der Bahnebene steht zwar noch bevor, aber davor bangt’s keinen. [21:25 MESZ] Die Kometen-Bilder der MEX-Kamera HRSC werden aus Gründen der Speicherverwaltung erst am 23.10. zur Erde übetragen; wann es danach was zu sehen geben wird, ist völlig offen. [21:55 MESZ]

sidi-kompo

Dieses Komposit-Bild wächst noch: Andreas Vossinakis hat hier Aufnahmen von Komet und Mars von Rob Kaufman und Nick Howes von mehreren Tagen (Anklicken -> doppelt so viele) montiert. Derweil hat der Mars Express auch die Bahnebene des Kometen problemlos gekreuzt, es gibt erste Post-Flyby-Artikel (ohne irgendwelche Neuigkeiten) hier, hier und hier und nicht weniger als fünf aufgezeichnete Hangouts und Webcasts von vor, während (noch einer und noch einer) und nach der größten Annäherung – und um 2:30 MESZ wird SLOOH nochmal live gehen, in der vagen Hoffnung auf erste Ergebnisse irgendwoher. [22:45 MESZ]

sid-now

Komet im Planeten-Anflug! Ein beeindruckendes Bild von Martin Mobberley, der vor einer Stunde ein 43-cm-Teleskop des Siding Spring Observatory fernsteuerte. Viele weitere Bilder des ungleichen Paares der letzten Stunden in der – z.Z. öffentlichen – CIOC-FB-Gruppe der internationalen Kampagne; auch Nachzügler von gestern und vorgestern. [12:45 MESZ] Ein besonders gutes Farbbild von Komet und Mars und ein paar mehr Bilder der beiden, z.T. hier schon verlinkt. Derweil keine besonderen Vorkommnisse beim Mars Express. [18:20 MESZ] Die Annäherung Komet/Planet im Zeitraffer (2.5 Stunden in 3 Sekunden), weitere Bilder des Paares hier, hier und hier – und der fette Sonnenfleck heute (ein Bild dieses Bloggers mit einfacher Technik) und gestern. [19:05 MESZ]

Siding_spring_Oct17_lc

Der Tag der Nähe – 56 km/s @ 140’000 km – hat begonnen

Jedenfalls in Europa: weitere Bilder des Kometen, oben seine betrübliche Lichtkurve, von gestern noch hier, hier und hier und Bilder-Alben aus dem internationalen ProAm-Kometen-Projekt hier und hier, wobei dessen öffentliche FB-Seite hier permament aber diese interne hier, mit viel mehr Material, nur vorübergehend allgemein zugänglich ist; auch letzte Vorschau-Artikel hier, hier und hier. [0:55 MESZ] Das dramatischste Bild bisher von Komet, Mars & Milchstraße – und noch ein Artikel. [2:10 MESZ]


18. Oktober

sidi-pal

Und das ist der Komet heute, aufgenommen mit einem 51-cm-Teleskop des iTelescopeNet auf – wie passend – dem Siding Spring Observatory in Australien: Da sieht er sogar mit seinen nur noch 12-13 mag. stattlich aus. Das Bild wurde ferngesteuert von Pal Brias aufgenommen und soeben über das interne Amateurnetzwerk der Kometenkampagne verbreitet, hier gezeigt mit freundlicher Genehmigung. Es geht aber auch mit kleiner Optik – und sogar schon von Europa aus: ein Bild von gestern aus Frankreich auf 45°N. [17:25 MESZ] Weitere Bilder von heute (mehr und mehr), gestern & heute und gestern, eine Simulation für morgen (Erd-Sicht bei größter Annäherung), ein australischer HangOut, ein ungewöhnlicher Beobachtungsaufruf für den Mars und ein letzter Update der Kampagne – und der Sonnenfleck ist jetzt besser zu sehen. [19:10 MESZ] Nämlich so! [23:45 MESZ]

mom-om

Der hier bekommt morgen Abend ungewöhnlichen Besuch

Eine neue Aufnahme der indischen Mars Orbiter Mission, auf der u.a. gut der Olympus Mons zu sehen ist. Die Entwicklung des Kometen im Anflug zeigt helligkeitsmäßig weiter steil nach unten, aber der Kern scheint intakt zu sein, und auf ausgewählten Fotos sieht Siding Spring noch ganz gut aus: gestern (mit Mars schon im Bildfeld; mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr), am 15.10. (mehr) und 14.10. (mehr). Auch ein Paper über 2013-er Herschel-Beobachtungen des Kometen, eine Video-Vorschau, Press Releases hier, hier, hier, hier und hier und mehr oder weniger akkurate Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Aktuell gibt’s zusätzlich noch die Kometen Lovejoy, PANSTARRS, Jacques und LINEAR, es kommen die Orioniden, es gab mal wieder einen US-Feuerball, in Norwegen wurde ein Reentry beobachtet – und auf die Sonnenscheibe rotiert soeben eine fette Gruppe. [3:30 MESZ]


15.Oct 2014 | 04:25

Allgemeines Live-Blog vom 15.-17. Oktober 2014


17. Oktober

nav1015b

nav1015

nav1015c

Derzeit schafft auch die NavCam besser als 1 m Auflösung

Denn am 15. Oktober war Rosetta nur noch 9.9 km vom Kometenzentrum entfernt, womit die nächstgelegenen Formationen nur 8 bis 9 km vom Orbiter entfernt waren: hier drei Ausschnitte (von oben) in Originalauflösung und um 1/3 und die Hälfte verkleinert; auch ein anderer Ausschnitt, die in Wahrheit sehr geringe Albedo des Kerns demonstriert, die Umgebung von “J” in 3D, wie Rosetta zu ihrem Namen kam und Artikel hier, hier (mehr) und hier. Sowie ein neues Panorama von Opportunity, gelungene Starts einer Ariane 5 (mehr) und eines PSLV (mehr), ein Bodenfeuchte-Satellit der NASA am Startplatz, eine großes Loch durch Raumschrott in einem ISS-Sonnensegel, die 3. Rückkehr eines X-37B (da der Sinn dieses Mini-Shuttles immer noch nicht verraten wird, gibt’s zur Strafe keine weiteren Links) – und die NASA hat wieder ein Sonnensegler-Projekt abgebrochen, diesmal den Sunjammer, schon länger in Bedrängnis … [23:55 MESZ]

iss-eva

Die Solarsegel der ISS aus einer ungewohnten Perspektive während einer weiteren EVA vorgestern (mehr Bilder, ein Artikel und mehr Links). Auch eine Startverschiebung des nächsten Cygnus wegen Hurricane Gonzalo auf den Bermudas, ein neues Blog aus der ISS von der Russin, RapidScat im Einsatz, ein Forschungsstau auf der ISS – und Amateurbilder mit ATV-5 vor der Sonne. [1:15 MESZ]


16. Oktober

osi-c

Eine weitere seltene Bilderspende von OSIRIS auf Rosetta, diesmal vom 12. September aus etwa 30 km Abstand: die Umgebung der Back-Up-Landestelle C. Auch alle Landestellen-Bilder mit 50 cm Auflösung, ein CNES-Release zur Bestätigung von J, der Wettbewerb zur Namensgebung dieser Region und Artikel hier, hier und hier. Plus eine Kollaboration zwischen Hayabusa 2 und OSIRIS-REx, Elektronen von Hyperion, die 2005 Cassini trafen – und am Ende dieser DLR-PM die erste offizielle Notiz, dass Gerhard Neukum schon vor Wochen verstorben ist. [23:55 MESZ]


15. Oktober

merc-ice

Eis auf dem Boden von Merkur-Kratern direkt aufgenommen hat der Orbiter MESSENGER mit Hilfe von reflektiertem Sonnenlicht, das über die Kraterwände die permanent dunklen Böden – hier von Kandinsky – erreicht. Und frohe Kunde auch vom anderen Ende des Sonnensystems: Es gibt drei Kandidaten für New-Horizons-Ziele nach Pluto unter den Funden der Hubble-Jagd nach passenden kleinen Kuiperoids! [23:55 MESZ]

osi0914

Glatter wird’s nicht: Die Landezone “J” für Philae ist bestätigt worden – auf diesem OSIRIS-Mosaik sieht man sie am 14. September aus 30 km Abstand mit im Original 50 cm Auflösung; der eingezeichnete Kreis um den Zielpunkt hat etwa 500 m Durchmesser. Dazu ein Press Release, eine Pressemitteilung und ein Artikel – und die Erforschung von (Ex-)Kuiperoids mit Sonden, egal ob vor Ort oder wie bei Rosetta näher an der Sonne. [17:00 MESZ]

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Die beiden aktuellen Aktivitätsgürtel der Sonne auf einem SDO-Bild vom 8. Oktober bei 17 und 19 nm EUV-Wellenlänge. Auch ein neues solares Plasma-Phänomen, die drei Finsternisse bisher dieses Jahr (MoFi, PaSoFi, MoFi – zu dieser auch ein Rückblick und noch ein Bild mit Uranusmonden) über Ost-Australien, zoombare Mondpanoramen hier und hier, zwei große Impakte nebeneinander aber zu verschiedenen Zeiten in Kanada, die Wiederkehr von R CrB, der kommende Versuch, den RV-Effekt der Venus auf die Sonne zu messen – und die Wiederkehr des Galileoscope im International Year of Light. [4:25 MESZ]


Hintergrundbilder (c) OEWF