ÖWF / Polares auf einen Blick

21.Jan 2015 | 20:20

Der österreichische Satellit PEGASUS

Pegasus-logo-transparent-webStudentinnen und Studenten erforschen die Thermosphäre

Im Jänner 2016 wird der österreichische CubeSat PEGASUS als Teil eines Netzwerks von Kleinsatelliten im Rahmen von Projekt QB50 starten. Gemeinsam werden sie über mehrere Monate hinweg die oberen Schichten der Erdatmosphäre erkunden. Zusätzlich zu den koordinierten Aufgaben im „Schwarm“ bringt PEGASUS auch noch eigene Experimente mit in den Erdorbit.

Entwicklung, Konstruktion und Bau erfolgen unter maßgeblicher Beteiligung von Studierenden ausschließlich in Österreich. Bei der Pressekonferenz am 21. Jänner präsentierte die Fachhochschule Wiener Neustadt gemeinsam mit dem Space Team der TU Wien, dem Institut für Astrophysik der Universität Wien und dem Österreichischen Weltraum Forum das Projekt PEGASUS.

Studentinnen und Studenten bauen den österreichischen Kleinsatelliten

„PEGASUS ist Teil des internationalen Projektes QB50. Wenn er im Jänner 2016 gemeinsam mit 49 weiteren Kleinsatelliten startet, hat der 10x10x20cm große CubeSat eine zweijährige Entwicklungs- und Bauphase hinter sich. Das kommende Jahr wird geprägt sein von der Herstellung und den Qualitätstests der einzelnen Satellitenkomponenten. Danach ist PEGASUS bereit für die Startzulassung“,

fasst Dr. Carsten Scharlemann den Zeitplan zusammen. Dr. Scharlemann leitet den Masterstudiengang Aerospace Engineering der Fachhochschule Wiener Neustadt und ist Projektleiter von PEGASUS.

„Kernstück des Projektes QB50, zu dem auch unser Satellit gehört, ist die Beteiligung von Studierenden. Sie erhalten die seltene Gelegenheit, schon während ihrer Ausbildung an einem echten Raumfahrt-Projekt vom Anfang bis zum Ende mitzuarbeiten“,

betont Univ.Prof.Dr. Franz Kerschbaum vom Institut für Astrophysik der Universität Wien.
Auch DI Dominik Kohl, Präsident des TU Space Teams, zeigt sich von der Arbeit am Kleinsatelliten begeistert:

„Das TU Space Team besteht zum Großteil aus Studierenden. Bei PEGASUS sind wir und die Studenten der anderen Partnerorganisationen an allen entscheidenden Phasen des Projektes maßgeblich beteiligt. Wir lernen praxisbezogen und stellen gleichzeitig unsere bisher erworbene Expertise unter Beweis.“

Die Erforschung der Thermosphäre

PEGASUS wird im Netzwerk der insgesamt 50 CubeSats die Thermosphäre in ca. 200 – 380 km Höhe erforschen. Derzeit ist nur sehr wenig über diesen wichtigen Teil der Erdatmosphäre bekannt, der uns vor energiereicher, also gesundheitsschädlicher Strahlung schützt.

„Es wurden noch nicht viele Forschungsmissionen in dieser Höhe geflogen. Die Reibung der Thermosphäre bringt jeden Satelliten nach wenigen Monaten zum Absturz. Setzt man also einen großen und daher teuren Satelliten ein, hat man eine kurze, aber kostspielige Mission“,

erläutert Michael Taraba vom ÖWF. Zusätzlich zur Redundanz bietet der Einsatz eines Netzwerkes von Kleinsatelliten gegenüber Einzelmissionen den Vorteil, dass man auf gleichzeitige Messdaten von vielen Messpunkten zurückgreifen kann. Das erhöht die wissenschaftliche Aussagekraft der Daten und hilft dabei, etwaige Messfehler auszusortieren. Im speziellen atmosphärische Modelle, etwa für die Wettervorhersage, und damit tausende NutzerInnen werden von diesen Messdaten profitieren.

Vier österreichische Partner konzipieren, bauen und testen PEGASUS

Unter der Leitung der Fachhochschule Wiener Neustadt arbeiten Studentinnen und Studenten sowie Experten des TU Space Teams, des Instituts für Astrophysik und des Österreichischen Weltraum Forums an dem österreichischen CubeSat PEGASUS. Die Fachhochschule Wiener Neustadt integriert den von der Universität Oslo konzipierten Sensor zur Erforschung der Thermosphäre, entwickelt die Struktur des Kleinsatelliten, das Antriebssystem und das Lageregelungssystem. Das Lageregelungssystem ist eine Kombination von Antrieb und eigeninduzierten Magnetfeldern.

„Durch diese Magnetfelder interagiert PEGASUS mit dem Magnetfeld der Erde und richtet sich aus. Die erforderlichen Geräte wurden stark verkleinert, damit sie in den CubeSat passen. Dieser Antrieb ist zugleich also ein Technologieexperiment, denn das wurde noch nie gemacht“,

betont Dr. Scharlemann.
Das TU-Wien Space Team konzipiert und baut die Power Supply Unit, das Energiemanagementsystem des Satelliten und implementiert den Bordcomputer.

„Für mich sind das Herz und Hirn von PEGASUS“,

erklärt Dominik Kohl,

„Die Power Supply Unit verteilt die Energie aus den Solarzellen optimal auf die Geräte an Bord oder speichert sie in der Batterie. Bei einem Kurzschluss schaltet das Energiemanagementsystem fehlerhafte Systeme selbständig aus, um die Funktionsfähigkeit des Satelliten zu erhalten. Am Bordcomputer laufen die Daten aus den Funkmodulen und den Sensoren zusammen. Außerdem wird hier die Software ausgeführt, die Lageregelung und den Antrieb des Satelliten bedient.“

Das TU Space Team liefert auch die Hardware der Bodenplatte mit dem Serviceinterface. Ist PEGASUS schon für den Start „verpackt“, können über den Servicestecker etwa noch die Batterien geladen und Software eingespielt werden.
Für die Koordination der einzelnen Systeme und der zahlreichen Arbeitsabläufe an Bord des CubeSat sorgt die Software des Institutes für Astrophysik der Universität Wien.

„Man könnte die Software als die ‚Intelligenz‘ des Satelliten betrachten“,

beschreibt Franz Kerschbaum den Beitrag des Instituts für Astrophysik. Wie bei großen Satelliten ist die Software so angelegt, dass sie auch auf unvorhergesehene Situationen autonom reagieren kann. Sie steuert vollautomatisch die Navigation und Kommunikation des Kleinsatelliten, überwacht seine Funktionsfähigkeit, paketiert und übermittelt die Forschungsdaten an das Bodenstationsnetzwerk.

„Für Pegasus haben wir die Kommunikationseinheit völlig neuartig konzipiert und ein redundantes System geschaffen, einzigartig für diese Satellitengröße. Hier kommt uns die Expertise zugute, die wir in den letzten Jahren mit den Flügen unserer Stratosphärenballons gesammelt haben“,

so Michael Taraba vom ÖWF. Gemeinsam mit dem Space Data Center, welches die Weiterverarbeitung und Interpretation der gewonnenen Daten erlaubt, und dem MIssions-Kontroll-Zentrum wird ein Bodenstationsnetzwerk vom Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF) bereitgestellt.

Start erfolgt Mitte Jänner 2016 in Brasilien
Das Trägersystem für QB50 wird eine Rakete vom Typ Cyclone-4 des ukrainisch-brasilianischen Unternehmens „Alcantara Cyclone Space“. Die Rakete transportiert einen CubeSat-Dispenser (Auswurfvorrichtung) in eine niedrige Erdumlaufbahn, wo die 50 Satelliten dann nacheinander “wie eine Perlenkette“ in einer Höhe von 380km ausgesetzt werden. In den darauffolgenden Monaten erhoffen sich die Wissenschaftler neue Einsichten über die Thermosphäre der Erde.

Über QB50
Das europäische Projekt QB50 wird von dem belgischen Von Karman Institut geleitet und soll Ausbildungsorganisationen den Zugang zum Weltraum erleichtern sowie Menschen bereits im Rahmen ihres Studiums einen praktischen Zugang zur Raumfahrt ermöglichen. Wissenschaftliches Ziel ist die Erforschung der Thermosphäre der Erde. QB50 soll außerdem zeigen, dass es möglich ist, ein Netzwerk von 50 Kleinsatelliten in die Erdumlaufbahn zu bringen, an deren Bau weltweit rund 55 universitäre Organisationen beteiligt sind.
Die Finanzierung erfolgt im Rahmen von FP7, dem Förderungsprogramm der Europäischen Union. FP7 unterstützte Forschungs- und Innovationsprojekte im Zeitraum 2007 bis 2013. Einige dieser Projekte – wie auch QB50 – befinden sich noch in der Umsetzungsphase.
Für QB50 werden CubeSats als Doppeleinheiten (2U, also 20 cm × 10 cm × 10 cm, 2 kg) ausgeführt, um mehr Raum für Navigations- und Wissenschaftsinstrumente zu schaffen. Doch auch ein solcher Kleinsatellit wäre alleine nicht in der Lage, eine signifikante Menge nützlicher wissenschaftlicher Daten zu sammeln. Daher soll ein Schwarm von 50 CubeSats mit entsprechender Redundanz und ebenso vielen Messpunkten die Thermosphäre untersuchen.
www.qb50.eu

Über die Fachhochschule Wiener Neustadt (1. FH Österreichs)
Die FH Wiener Neustadt bildet hochqualifizierte AbsolventInnen in 31 Studiengängen an den Fakultäten Wirtschaft, Technik, Gesundheit, Sicherheit und Sport aus. Deren 4 Standorte Wiener Neustadt, Wieselburg, Tulln und das Rudolfinerhaus Wien (Kooperationspartner) bieten erstklassige Strukturen und Rahmenbedingungen für Exzellenz in Lehre und Forschung. Moderne Labore, Funktions- und Seminarräume für Technik, den gesundheitswissenschaftlichen Bereich und für die Sozialwissenschaft stellen sicher, dass die derzeit rund 3.340 Studierenden mit modernstem Equipment unterrichtet werden. Neben einer breiten Fächerung der Ausbildung stehen in der FH Wiener Neustadt Zukunftsorientierung, Internationalität und Praxisbezug im Mittelpunkt.
www.fhwn.ac.at

Medienkontakt:
Dr. Carsten Scharlemann
Head of Aerospace Engineering Department
Fachhochschule Wiener Neustadt
Wirtschaft . Technik . Gesundheit . Sicherheit . Sport
Tel.: +43 2622 89084 235
*protected email*
www.fhwn.ac.at/aero

Über das TU Space Team
Das TU Wien Space Team ist ein Verein von derzeit 55 StudentInnen aus unterschiedlichen Studienrichtungen. Gemeinsam entwickeln sie neben ihrem Studium experimentelle Flugobjekte, starten damit an internationalen Wettbewerben und haben die Gelegenheit ihre Arbeiten auf Kongressen, Veranstaltungen und im Fernsehen zu präsentieren. Seit den Anfängen vor fünf Jahren, verzeichnet das Team kontinuierlich Zuwachs und es konnten mehrere Preise bei internationalen Wettbewerben gewonnen werden. Derzeit werden neben PEGASUS zwei Experimentalraketen gebaut, mit dem Ziel den europäischen Höhenrekord zu überbieten. Weiters entwickelt das Team ein Triebwerk, eine Startrampe und ein 1:1 Modell einer Mondlandefähre für den Google Lunar XPRIZE.

Etwa 60% der Hardware von PEGASUS werden vom TU Space Team entwickelt, gefertigt und getestet:

  • das Energiemanagementsystem, die Power Supply Unit (PSU)
  • der OnBoard Computer (OBC)
  • die Batteriehalterung inkl. Temperaturregelung
  • das Kamerasystem und Service-Interface von PEGASUS
  • die Adaptermodule zu GPS und Wissenschaftsmodul

Gemeinsam mit Kooperationspartnern aus der österreichischen Wirtschaft werden an den gefertigten Komponenten Vakuum- und Vibrationstests durchgeführt, um die Funktionsfähigkeit von PEGASUS im Weltraum zu gewährleisten.

Medienkontakt
Nadine Freistetter
Public Relations
TU Wien Space Team
Tel: +43 676 553 98 64
*protected email*
www.spaceteam.at

Über das Institut für Astrophysik der Universität Wien (IfA)
1883 von Kaiser Franz Joseph I. eröffnet, ist die Universitätssternwarte die größte astronomische Forschungs- und Ausbildungsinstitution Österreichs und “Heimatbasis” für eine Vielzahl von internationalen Projekten der erd- und weltraumgestützten Astronomie. Die Schwerpunkte der heutigen Forschung reichen von Galaxien im frühen Universum über Sternentstehung und Endstadien der Sternentwicklung bis zu potentiell bewohnbaren Welten. Im Sektor Instrumentation sind zurzeit Beteiligungen am Extremely Large Telescope der Europäischen Südsternwarte ESO und an Weltraumteleskopen wie Herschel, CoRoT, Brite, Cheops und Athena der European Space Agency ESA hervorzuheben.
Für Pegasus stellt das Institut seine umfassende Erfahrung in der Entwicklung von ESA-Flugsoftware zu Verfügung.

Medienkontakt:
Ao.Univ.Prof.Dr. Franz Kerschbaum
Leiter der Space Instrumentation Gruppe
am Institut für Astrophysik, Universität Wien
Tel.: +43 1 4277-51856
*protected email*
astro.univie.ac.at

Über das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF)
Das ÖWF ist ein österreichisches Netzwerk für RaumfahrtspezialistInnen und Weltrauminteressierte in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, Industrie und Politik. Das ÖWF forscht im Bereich Weltraumaktivitäten, entwickelt einen von weltweit fünf experimentellen Marsanzügen und führt professionelle Simulationen bemannter Marsforschung durch.
Für Pegasus entwickelt und implementiert das ÖWF die Kommunikationseinheit des Satelliten, das Missions-Kontroll-Zentrum und das Bodenstationsnetzwerk. Der selbst entwickelte Space Data Server erlaubt nicht nur die Speicherung der gewonnenen Daten sondern auch deren Weiterverarbeitung und Interpretation.

Medienkontakt:
Mag. Monika Fischer
Pressesprecherin
ÖWF Wien
Tel. +43  699 1213 4610
*protected email*
www.oewf.org

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18.Jan 2015 | 17:19

Analog-Astronauten B-Selektion: 30 Frauen und Männer im ÖWF Härte-Test

Bei unserer letzten Pressekonferenz Anfang Oktober 2014 gaben wir bekannt, dass wir neue Analog-Astronauten für unsere zukünftige Mars Analog Mission suchten. Die Bewerbungsfrist endete am 28. November 2014. Nun hieß es für das Selektionsteam, aus den knapp 100 Bewerbungen die geeigneten 30 Kandidatinnen und Kandidaten für die zweite Runde – die so genannte „B-Selektion“ – zu finden.
Kurz vor Weihnachten erhielten diese 30 ausgewählten Personen dann die E-Mail mit der Einladung für die „B-Selektion“ am 10. – 11. Jänner 2015.

Am Samstag, 10. Jänner 2015, 09:00 Uhr vormittags, fanden sich nun die 30 Analog-Astronauten Anwärter aus ganz Europa in Innsbruck ein. Nicht nur die ÖWF Mannschaft war neugierig auf die zukünftigen Kolleginnen & Kollegen, sondern auch die Neuankömmlinge waren gespannt darauf, was Sie erwarten würde. Nach einem kurzen Briefing und einem Gruppenfoto starteten wir in den ersten Tag. Die Kandidatinnen und Kandidaten erhielten einen persönlichen Zeitplan und mussten sich zu bestimmten Uhrzeiten bei der jeweiligen Test-Station einfinden. Auch Wartezeiten von mehreren Stunden waren dabei keine Seltenheit.

Good morning Earth. Our analog astronaut candidates arrived in #ibktwit & are ready for their tests #simulateMars pic.twitter.com/uwGbILvKWr
— Austr. Space Forum (@oewf) January 10, 2015

Für das ÖWF Team dagegen waren die nächsten zwei Tage in einem strikten 30 Minute Raster verplant. In insgesamt sechs Test-Stationen wurden die Kandidaten vermessen, medizinisch und psychologisch untersucht, ihr Lebensstil (z.B. Sportaktivitäten, Ernährung) überprüft, ihre Geschicklichkeit mittels Rover-Parcours erhoben und von einem Komitee bestehend aus Flugdirektor, Analog-Astronaut, Projektleiter und Psychologin interviewt.

„In den zwei Tagen haben wir sehr viele geeignete und sympathische Menschen kennengelernt. Es wird schwierig werden, nur 15 davon für die nächste Runde auszuwählen“,

resümiert Flugdirektor Christoph Ragonig.

„Wir sind hoch zufrieden mit der Auswahl der Kandidaten, die wir für die B-Selektion eingeladen haben. Einige haben unsere Erwartungen sogar übertroffen“,

ergänzt ÖWF Obmann Gernot Grömer.

In den nächsten Tagen werden diejenigen 15 glücklichen Analog-Astronauten-Kandidatinnen und Kandidaten informiert, die wir zur nächsten Runde, die „C-Selektion“, Mitte Jänner in Innsbruck, einladen.

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31.Dec 2014 | 14:54

Die besten Bilder des Jahres 2014

Traditionell am letzten Tag des Jahres blickt das Österreichische Weltraum Forum zurück: 2014 war ein erfolgreiches Jahr! Dazu zählen Schulaktivitäten in ganz Österreich, Forschungs- und Entwicklungstätigkeit rund um den Raumanzugsimulator Aouda und nun auch die Beteiligung bei einem Satellitenprojekt. Ein Highlight war die Vorstellung des TiuTerra Kristalls in Kooperation mit Swarovski und der World Space Week 2013 und die Übergabe der ersten Kristalle. Diese folgenden Bilder zeigen das ÖWF-Jahr 2014 in einem bunten Querschnitt.

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ÖWF Delegation besucht das Institut für Raumfahrtsysteme der Universität (IRS) Stuttgart. ÖWF Analogastronauten im Sojuz-Mock-up: Christoph Gautsch (Mitte) kurz vor dem Andocken der Raumkapsel an die ISS, assistiert von Ulrich Luger (links) und Daniel Schildhammer (rechts).

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Workshop am Europäischen Astronauten Zentrum (EAC). Während der Präsentation des Aouda.X Raumanzugssimulators für das Londoner Kings College konnte Analog-Astronaut Ulrich Luger im Raumanzugsimulator die Schalter im ISS-Mock-Up auf Bedienbarkeit testen.
Foto: ÖWF (Clemens Kleinlercher)

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Yuris Night 2014: Erstmalig wurde der TiuTerra Kristall präsentiert und gleichzeitig der Polarsternpreis an zwei Preisträger verliehen. Von links: ÖWF Obmann Gernot Grömer, die beiden Polarsternpreisträger Werner Weiss und Otto Koudelka, Swarovski-Vertreter Christian Nagele, Astronaut Franz Viehböck.
Foto: ÖWF (Kerstin Zimmermann)

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Dr. Rudolf Albrecht, ÖWF Senior Advisor ist Teil der österreichischen UN Delegation und nimmt regelmäßig an den Konferenzen des Committee for the Peaceful Uses of Outer Space (COPUOS) teil.

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Übergabe des TiuTerra Kristalls an die UNOOSA (United Nations Office for Outer Space Affairs). Eine ÖWF & SGAC Delegation übergab einen TiuTerra Kristall an UNOOSA Leitern Simonetta Di Pippo. Der Kristall wird dauerhaft in der UN-Weltraumausstellung ausgestellt.

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Übergabe der Flugkristalle: Am Europäischen Astronautenzentrum (EAC) überreichte das ÖWF drei kleiner TiuTerra Kristall an ESA Astronauten Samantha Cristoforetti. Derzeit befinden sich die Kristalle auf der Internationalen Raumstation und sind somit das erste Stück ÖWF Hardware im Weltraum!
Foto: Swarovski

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Hall ins All – Raumfahrt in der mittelalterlichen Stadt Hall in Tirol. Einen Nachmittag lang konnten Kinder und Eltern Wasserraketen-Basteln, den Mars Rover Dignity steuern oder in Astronauten-Raumanzüge schlüpfen. Solche Aktionen führten wir heuer unzählige Male durch und konnten mehrere hundert Kinder für Weltraum begeistern.

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Weltraumtag der besonderen Art: Waisenkinder und kranke Kinder aus der Ukraine konnten ihren Alltag für einen Tag vergessen und einen unbeschwerten Nachmittag mit Wasserraketen und Kinder-Raumanzüge verbringen.
Foto: ÖWF (Stefan Hauth)

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Scouting-Selfie: Für die AMADEE-15 Mission war das ÖWF in den Tiroler Bergen unterwegs. Schlussendlich fiel die Wahl auf das Kaunertal, das mit seinem Eis- & Blockgletscher ähnliche Bedingungen wie am Mars bietet.

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Wie jedes Jahr findet im Herbst der ÖWF Zieleworkshop statt. Neben vielen Diskussion und Workshops kommt aber die Geselligkeit nicht zu kurz.

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Erstmals beteiligt sich da ÖWF an einem Flugprojekt. Das ÖWF Ballon Team unter der Leitung von Michael Taraba ist federführend beim Bau & Test der Kommunikationshardware involviert. Details werden bei einer Pressekonferenz am 21. Jänner 2015 bekannt gegeben.

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Ausschreibung für Analog-Astronauten: Wir suchen für die AMADEE-15 Mission eine neue Gruppe von Analog-Astronauten. Die ersten 30 Kandidatinnen und Kandidaten wurden bereits informiert und werden im Jänner mittels eines intensiven Selektionsprozesses auf 6 Kandidatinnen und Kandidaten reduziert.
Foto: ÖWF (Vanessa Weingartner)

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28.Dec 2014 | 14:49

Im Interview: Direktor Dr. Nobert Winding vom Haus der Natur – Museum für Natur und Technik, Salzburg

Unser Universum steckt voller Geheimnisse und rätselhafter Phänomene: Schwarze Löcher, Urknall, Supernovae … – die Faszination an der Ergründung des Weltalls begleitet uns Menschen seit jeher. Die neue Weltraumausstellung im Haus der Natur in Salzburg entführt zu einer Reise durch Raum und Zeit. Mit viel Interaktion erkundet man die Planeten unseres Sonnensystems, beobachtet Sterne bei ihrem Werden und Vergehen und ergründet die kosmischen Einflüsse, die unsere Erde lenken. Von Sputnik 1 und Mondlandung bis hin zur Marsmission erlebt man die Sternstunden der Raumfahrt.

ÖWF: Herr Dr. Winding, was erwartet die Besucher in Ihrer neuen Ausstellung “Unser Universum – Planeten, Sterne, Galaxien”?

Die Besucher/innen erwartet in der neuen Ausstellung eine faszinierende Reise zu den Wundern des Universums. Die Ausstellung schlägt einen Bogen von den Anfängen der Astronomie bis zu den Sternstunden der Raumfahrt und erzählt von der Entstehung unseres Universums und der Erde. Mit eigens angefertigten Filmen, Animationen und interaktiven Stationen werden die Themen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln begreifbar gemacht. Neue Dioramen und Modelle geben der Schau räumliche Tiefe und ermöglichen spannende Blicke auf fremde Welten – oder auch in unsere Vergangenheit.

ÖWF: Was ist neu im Vergleich zur vorherigen Weltraumausstellung?

Die Weltraumhalle wurde gänzlich neu konzipiert und aufgesetzt, lediglich das großartige Diorama der Mondlandung von Wolfgang Grassberger sowie die Raketenmodelle und ein Teil der Planetenwagen wurden wiederverwendet bzw. in neuer Präsentation wieder eingesetzt.

ÖWF: Wie lange dauerten die Umbauarbeiten bzw. wie lange haben Sie an der Vorbereitung der neuen Ausstellung gearbeitet?

Gemeinsam mit dem Ausstellungsgestalter Andreas Zangl habe ich vor gut 2 Jahren begonnen, das Konzept für die neue Ausstellung zu erstellen. Zusammen mit den Kuratorinnen Dr. Anke Oertel und Dipl.-Biol. Dorothee Hoffmann wurde in den letzten rund 1,5 Jahren intensiver geplant und schließlich seit dem vergangenen Juni mit den konkreten finalen Um- und Aufbauarbeiten begonnen.

ÖWF: Was ist Ihr persönliches Highlight der Ausstellung, Herr Dr. Winding?

Es ist schwer für mich, ein persönliches Highlight in der Ausstellung festzumachen. Gestalterische Highlights sind sicherlich der mit einer Mondkraterlandschaft bedruckte Boden und die beleuchtete Sonnen-Planeten-Installation im Zentrum des Raumes, die einen gleich beim Betreten der Ausstellung gefangen nimmt. Einen – vielleicht sogar etwas verstörenden – Kontrapunkt dazu bildet „der Grieche“ (eine sitzende griechische Statue), der in Gedanken versunken nach oben zu den Raketen und Satelliten schaut. Er markiert den Ausstellungsbereich über die Weltbilder der Menschheit von den frühen prähistorischen Vorstellungen bis herauf zu unserem heutigen kosmologischen bzw. astrophysikalischen Weltbild.

ÖWF: Für welches Alter ist die Ausstellung geeignet?

Die Ausstellung ist für alle Altersgruppen von 4 bis 90+ Jahren geeignet.

ÖWF: Wann kann die Ausstellung besucht werden?

Die Ausstellung „Unser Universum – Planeten, Sterne, Galaxien“ kann täglich von 9 bis 17 Uhr besucht werden (am 25.12. ist das Museum geschlossen).

Das Interview führte Marlen Raab, ÖWF Redaktion.

„Unser Universum: Planeten, Sterne, Galaxien“
Seit 14. November 2014
Haus der Natur – Museum für Natur und Technik
Museumsplatz 5
5020 Salzburg
www.hausdernatur.at

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20.Nov 2014 | 07:00

ÖWF sucht Frauen und Männer als Analog-AstronautInnen

20. November 2014.

Anmeldefrist endet am 28. November 2014

Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) vergrößert sein Analog-AstronautInnen-Korps um sechs Personen. Bis 28. November können sich Frauen und Männer bewerben, die über gute Englischkenntnisse verfügen und sich für Technik und wissenschaftliche Arbeit interessieren. Nach dem Auswahlverfahren und einem fünfmonatigen Basistraining werden zwei der sechs neuen Analog-AstronautInnen an der Mars-Missions-Simulation AMADEE-15 teilnehmen, die bereits 2015 vom ÖWF durchgeführt wird.

Dabei kommt den Analog-AstronautInnen die zentrale Aufgabe zu, den 45 kg schweren Raumanzug-Simulator „Aouda“ zu tragen und darin unterschiedlichste Aufgaben auf dem Kaunertaler Gletscher auszuführen. BewerberInnen sollten daher neben einer guten körperlichen und geistigen Fitness auch Stressresistenz und Belastbarkeit mitbringen. „Wir möchten auch alle interessierten Frauen nochmals

herzlich einladen, sich zu bewerben. Bisher war das Analog-Astronauten-Team rein männlich, ein gemischtes Team wäre eine Bereicherung für unsere Arbeit“, betont Olivia Haider, Finanzvorstand des ÖWF.

Die zweiwöchige Simulation AMADEE-15 findet unter Beteiligung internationaler Forschungsorganisationen statt und ist bereits der elfte Probelauf des ÖWF für eine künftige bemannte Mars-Mission. Damit möchte das Österreichische Weltraum Forum Arbeitsabläufe und Verfahren testen, die auch auf dem Roten Planeten zum Einsatz kommen werden. Die Analog-AstronautInnen werden bei ihren mehrstündigen Einsätzen im Feld von einer Technik-Crew unterstützt und haben gleichzeitig über Funk Kontakt zur Missions-Kontrolle, dem Mission Control Center (MSC), in Innsbruck. Dort werden über Telemetrie ihre medizinischen Daten und die Funktionstüchtigkeit des Raumanzug Simulators überwacht. Gleichzeitig erhalten die Analog-AstronautInnen auch ihre Arbeitsanweisungen für die durchzuführenden Experimente aus dem MSC, das mit 20 Minuten Verzögerung funkt, um die Kommunikation zwischen Erde und Mars nachzustellen.

Auf all diese Anforderungen werden die neuen Analog-AstronautInnen durch ein fünfmonatiges Basistraining am Raumanzug-Simulator „Aouda“ vorbereitet, um grundlegende Fähigkeiten und Kenntnisse für die Durchführung unterschiedlichster Experimente zu erwerben. Zu der umfangreichen Ausbildung gehören auch Kurse in Geologie und Biologie sowie Medientrainings. Jene Analog-AstronautInnen, die an AMADEE-15 teilnehmen, erhalten zusätzlich eine missions-spezifische Schulung.

Nähere Informationen zur Ausschreibung der Analog-AstronautInnen, ihrem Training und ihren künftigen Aufgaben sowie zur Bewerbung sind unter www.oewf.org zu finden.

Rückfragehinweis:
Mag. Monika Fischer
Tel. +43 699 1213 4610
*protected email*

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ESA Nachrichten

03.Feb 2014 | 12:56

Robotic Exploration:ExoMars orbiter core module completed

The ExoMars Trace Gas Orbiter module consisting of the spacecraft structure, thermal control and propulsion systems was handed over by OHB System to Thales Alenia Space France at a ceremony held in Bremen, Germany, today.
08.Nov 2013 | 11:30

Robotic Exploration:ExoMars lander module named Schiaparelli

The entry, descent and landing demonstrator module that will fly on the 2016 ExoMars mission has been named 'Schiaparelli' in honour of the Italian astronomer Giovanni Schiaparelli, who famously mapped the Red Planet's surface features in the 19th century.
29.Jun 2015 | 11:30

Sentinel-2 delivers first images


Just four days after being lofted into orbit, Europe’s Sentinel-2A satellite delivered its first images of Earth, offering a glimpse of the ‘colour vision’ that it will provide for the Copernicus environmental monitoring programme.

29.Jun 2015 | 11:00

First ‘colour vision’


A first glimpse of the Sentinel-2A satellite’s capabilities over northwestern Italy and the French Riviera
26.Jun 2015 | 16:50

The info on iriss


Read about the next ESA astronaut to head to the International Space Station: Andreas Mogensen's iriss mission starts September
26.Jun 2015 | 16:30

Sentinel-2A completes critical first days in space


Last night marked the end of Sentinel-2A's first three days in space, which saw teams on the ground working around the clock to ensure the spacecraft is ready for its 'colour vision' mission.

26.Jun 2015 | 15:45

Week In Images


Our week through the lens:
22-26 June 2015
23.Jun 2015 | 15:15

Under control


Human spaceflight and operations image of the week: Mission control bringing Sentinel-2A through critical phases
23.Jun 2015 | 13:36

Fly Your Thesis!: ESA’s parabolic flight opportunities for students restart


The ESA Education Office's 'Fly Your Thesis!' programme is back, after having a short break of three years. The first new flight campaign is planned for late 2016. The deadline for applications is 21 September 2015.

12.Jun 2015 | 15:35

Welcome home


ESA astronaut Samantha Cristoforetti back on Earth after 199 days in space
11.Jun 2015 | 15:01

ESA astronaut Samantha Cristoforetti back on Earth


ESA astronaut Samantha Cristoforetti, NASA astronaut Terry Virts and Russian commander Anton Shkaplerov landed safely today in the Kazakh steppe after a three-hour ride in their Soyuz spacecraft. They left the International Space Station at 10:20 GMT at the end of their six-month stay on the research complex.

10.Jun 2015 | 18:15

Space Station tour teaser


Explore ESA’s Columbus space laboratory in a new interactive panorama of the International Space Station. More modules will follow soon

ESA Top Multimedia

Advanced Category winners, Team Impulse

10.Jun 2015 | 18:15

Photo exhibition "Space Girls, Space Women: l'espace à travers le regard des femmes"

10.Jun 2015 | 18:15

Milan, Italy

10.Jun 2015 | 18:15

Northwest Italy and southern France

10.Jun 2015 | 18:15

French Riviera

10.Jun 2015 | 18:15

Po Valley, Italy

10.Jun 2015 | 18:15

Weltraum Nachrichten von Online Zeitungen

28.Jun 2015 | 18:44

Satellitenbild der Woche: Grüne Kleckse

Die Arabische Halbinsel ist fast vollständig von Wüsten bedeckt. Doch wenn der Mensch den Boden bewässert, sprießt es grün, wie ein Satellitenfoto zeigt.
28.Jun 2015 | 17:57

Raketenunglück: Raumfrachter "Dragon" explodiert kurz nach Start

Eine Trägerrakete mit dem privaten Transportschiff "Dragon" an Bord ist kurz nach dem Aufbruch zur Internationalen Raumstation explodiert. An Bord war dringend benötigter Nachschub.
21.Jun 2015 | 15:45

Bilder von Zwergplanet Ceres: Immer näher, immer rätselhafter

Die Raumsonde "Dawn" funkt Bilder des Zwergplaneten Ceres zur Erde. Die Aufnahmen zeigen die rätselhaften Flecken auf der Oberfläche des Planeten in immer höherer Auflösung - können das Geheimnis aber nicht lüften.
19.Jun 2015 | 18:53

Längster Funkkontakt: "Philae" telefoniert erneut nach Hause

Sieben Monate war der Landeapparat auf dem Kometen Tschuri stumm - nun gelang den Forschern binnen weniger Tage der dritte Kontakt. Sie hatten zuvor die Flugbahn der Sonde "Rosetta" angepasst, die als Funkrelais dient.
18.Jun 2015 | 15:41

Kepler-138b: Kleinster bekannter Exoplanet hat Mars-Format

Er ist zehn Millionen Mal weiter von uns entfernt als die Sonne - dennoch konnten Astronomen Kepler-138b nun vermessen. Mit seiner Größe kommt der Himmelskörper Mars sehr nah. Bei Temperatur und Gewicht gibt es deutliche Unterschiede.
29.Jun 2015 | 15:06

ISS - Nach Dragon-Absturz: Versorgungsflug zur ISS am Freitag

Ende der Woche soll eine russische Progress mit Lebensmitteln und Werkzeugen an Bord zur Internationalen Raumstation aufbrechen
29.Jun 2015 | 13:50

Nachthimmel-Ereignis - Venus und Jupiter kommen einander ganz nahe

Am 30. Juni und 1. Juli gibt es wieder die Gelegenheit, eine helle Begegnung von Venus und Jupiter zu beobachten
29.Jun 2015 | 12:09

ISS - Unbemannter SpaceX-Raumfrachter Dragon kurz nach Start explodiert

Falcon-9-Rakete mit Nachschub für die ISS über Florida zerstört
28.Jun 2015 | 19:24

V404 Cygni - Schwarzes Loch nach 26 Jahren hungrig erwacht

Seit seiner Entdeckung 1989 ist es um das Doppelsternsystem V404 Cygni ruhig geworden. Doch nun gibt es wieder Anzeichen einer heftigen Aktivität
28.Jun 2015 | 13:00

Retrofuturismus - Rückblick auf das Raumfahrt-Design der Sowjetunion

Deutsches Architekturmuseum würdigt die Arbeit der russischen Architektin Galina Balaschowa
29.Jun 2015 | 09:17

Rekord im All: Russe arbeitet 804 Tage in der Schwerelosigkeit

Der Kosmonaut Gennadi Padalka stellt in der Nacht auf Montag einen neuen Rekord auf. Er wird seinen 804. Tag im Weltall verbringen. Niemand hat dann länger in der Schwerelosigkeit gearbeitet als er.
26.Jun 2015 | 08:22

Kannibalismus im All: Monster-Galaxie verspeist ihre Geschwister

Viele Millionen Lichtjahre entfernt existiert eine Galaxie, mit der verglichen unsere Heimatgalaxie ein Zwerg ist. Doch wie kann ein solches Monstrum entstehen? Forscher haben die Erklärung gefunden.
25.Jun 2015 | 14:26

Raumfahrt: Ukraine bringt Russland in Raketen-Not

Russland und die Ukraine sind in der Raumfahrttechnik eng verbandelt. Doch Moskau will beim Zugang ins All autonom werden: In russischen Raketen soll künftig nur noch russische Technik stecken.
24.Jun 2015 | 22:06

Mars-Geologie: Pyramiden? Sogar ein Gesicht gab es auf dem Mars

Bereits in den 70er-Jahren wurden auf dem Mars merkwürdige Gebilde entdeckt. Das Foto einer Mini-Pyramide, das der Rover "Curiosity" geschossen hat, belebt die alte Diskussion über Außerirdische.
24.Jun 2015 | 12:20

Himmelsphänomen: Die Venus wirkt mal dicker und mal dünner

Forscher haben den Nachbarplaneten der Erde beobachtet und festgestellt: Der Durchmesser der Venus scheint zu schwanken. Mal ist die Atmosphäre 80 Kilometer, mal 150 Kilometer dick. Wie kann das sein?

Weltraum Blogs

03.Sep 2012 | 16:49

ScienceBlogs.de bekommt eine neue Software und macht Pause

Es ist endlich soweit. ScienceBlogs.de wird auf eine neue Software (WordPress) umgestellt. Dann sollten die ganzen Macken und technische Probleme die sich im Laufe der Zeit angehäuft haben, endlich verschwinden. Die Umstellung erfolgt heute Nacht, um Mitternacht geht es los. ScienceBlogs wird dann eine ganze Weile nicht erreichbar sein. Im Laufe des Dienstag Nachmittag müsste dann alles wieder funktionieren. Hoffen zumindest alle... Vielleicht funktioniert auch nichts mehr und es dauert länger, bis alles wieder normal läuft. Wir werden sehen. Ich hab noch keine Ahnung, wie das neue ScienceBlogs aussehen wird. Ich wäre schon zufrieden damit, wenn alle meine Artikel und alle Kommentare dazu den Umzug heil überstehen... Also drückt die Daumen!


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03.Sep 2012 | 12:25

Barnards Stern hat keine Planeten

Barnards Stern hat keine Planeten. Warum sollte das interessant sein, wo doch sonst immer nur von Sternen berichtet wird, bei denen man Planeten entdeckt hat? Erstmal ist auch ein negatives Resultat ein Resultat. Es mag nicht so sexy sein, wie die Entdeckung eines neuen Planetensystems, aber wenn wir wissen, dass es irgendwo keine Planeten gibt, sagt uns das auch etwas. Und dann ist Barnards Stern ein Sonderfall. Denn hier gab es seit Jahrzehnten Diskussionen, oft sogar Streit, darüber, ob sich dort Planeten befinden oder nicht.

Barnards Stern ist nur 6 Lichtjahre entfernt und damit der viertnächste Nachbar der Sonne (oder der zweitnächste, wenn man die drei Sterne des Alpha-Centauri-Systems zu einem zusammenfasst). Er ist so nahe, dass man seine Eigenbewegung sehr gut sehen kann und weil er sich so schnell bewegt, wird er oft auch "Barnards Pfeilstern" genannt. Dieses Bild zeigt, wie er sich zwischen 2001 und 2010 über den Himmel bewegt hat:

Barnard_Star_2001-2010.gif

Bild: Alejandro Sanz Gómez, CC-BY-SA 2.5

So ein interessanter Stern wurde natürlich oft und ausgiebig beobachtet. Wegen seiner schnellen Bewegung hat man besonders viele und genaue Positionsmessungen angestellt. Und in den 1960er und 1970er Jahren kam der Astronom Peter van de Kamp zu dem Schluss, dass sich dort 2 Planeten befinden müssten. Denn der Stern zog nicht einfach in einer geraden Linie über den Himmel, sondern wackelte hin und her. Der Grund dafür sollte die gravitative Störung der Planeten sein, die den Stern ein bisschen wackeln ließen. Die Entdeckung extrasolarer Planeten in den 1970er Jahren wäre eine große Sensation gewesen. Aber die Kollegen waren nicht überzeugt. Andere Astronomen zeigten, dass vermutlich ein technischer Fehler am Teleskop für das Wackeln des Sterns verantwortlich war. Aber van de Kamp war weiter von der Existenz seiner Planeten überzeugt. Zwei Stück, ungefähr halb so groß wie Jupiter sollten Barnards Stern umkreisen.

Die Sache blieb zweifelhaft, die Beobachtungen konnten nie bestätigt werden und es dauerte bis 1995, bevor der erste wirklich zweifelsfrei bestätigte extrasolare Planet entdeckt wurde. Eine Gruppe amerikanischer Astronomen hat nun noch einmal genau nachgesehen und kommt zu dem Schluß: van de Kamps Planeten existieren nicht. Sie haben Beobachtungsdaten aus den letzten 25 Jahren kombiniert und neu ausgewertet. Im Gegensatz zu van de Kamp haben sie sich nicht auf die Positionsänderungen des Sterns verlassen, sondern seine Radialgeschwindigkeit beobachtet. Auch mit dieser Methode misst man das Wackeln des Sterns, allerdings auf andere Art und Weise. Die Ergebnisse sind ziemlich deutlich:

barnard.png


Die grünen und gelben Punkte sind die Messungen. Wenn der Stern keine Planeten hat, dann sollten sie alle auf der Nulllinie in der Mitte des Diagramms liegen. Wenn van de Kamps Planeten existieren, dann sollten die Punkte dem Verlauf der blauen oder rote Linie folgen. Das tun sie aber nicht, sondern liegen tatsächlich - innerhalb der Fehlerbalken - auf der Nulllinie.

Komplett ausschließen können die Forscher die Existenz von Planeten natürlich noch nicht. Ganz kleine Planeten könnte es noch geben. Aber sicherlich nichts, was größer ist als ein paar Erdmassen. Und auf jeden Fall keine Planeten, wie sie van de Kamp gefunden zu haben glaubte.

Barnards Stern hat also keine Planeten. Aber er wird weiter ein interessantes Forschungsobjekt bleiben, auch weil er der Sonne immer näher kommt. In knapp 10000 Jahren wird er sich bis auf 3,8 Lichtjahre angenähert haben. Ich würde gerne wissen, was die Astronomen bis dahin so alles herausgefunden haben...


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03.Sep 2012 | 10:00

Die Landkarte der Physik

1939 hat Bernard H. Porter die optimale Fusion aus Geografie und Physik erschaffen:

"[A] map of physics, containing a brief historical outline of the subject as will be of interest to physicists, students, laymen at large; Also giving a description of the land of physics as seen by the daring sould who venture there; And more particularly the location of villages (named after pioneer physicists) as found by the many rivers; Also the date of founding of each village; As well as the date of its extinction; and finally a collection of various and sundry symbols frequently met with on the trip."

1939-map-of-physics-h2.jpg

Wirklich cool! Da würde ich gern mal Urlaub machen. Eine kleiner Wanderung von der Astronomie ganz im Westen bis hin zur Astrophysik im Osten und dann an Herschel, Newton und Ptolemäus an den Lichtstrand und ein wenig entspannen ;)

Eigentlich fehlen nur noch 2 Dinge: Eine hochauflösende Version dieser Karte, damit man sie als Poster für die Wand ausdrucken kann. Und eine aktualisierte Version, die die Entwicklung der Physik seit 1939 inkludiert. Seit damals haben die Wissenschaftler ja jede Menge Neuland entdeckt!


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02.Sep 2012 | 15:40

Terminkalender September

Da ich in den nächsten Monaten diverse Vorträge und Lesungen an diversen Orten halte, dachte ich, ich sag mal Bescheid, wo ich überall sein werde. Vielleicht sieht man sich ja irgendwo.

  • 12.September, Seeheim-Jugenheim: Am 12 und 13 September finden die Bergsträsser Weltraumtage statt. Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie gibt es dort jede Menge populärwissenschaftliche Vorträge über Astronomie - zum Beispiel über die Suche nach Außerirdischen, den Bau eines Weltraumfahrstuhls oder die Geschichte der Raumfahrt in Kinofilmen. Ich werde dort am 12. September um 20 Uhr einen Vortrag zum Thema "Krawumm - Wahre und falsche Weltuntergänge" halten und dabei auch aus meinen Büchern vorlesen.

  • 25. September, Solingen: Am 25. September um 19.30 werde ich in der Sternwarte Solingen einen Vortrag zum Thema "Weltuntergang 2012? Keine Panik!" halten.
  • 24-28 September, Hamburg: Von 24 bis 28. September findet in Hamburg die große Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft statt. Dort werde ich zwar keinen Vortrag halten, aber trotzdem anwesend sein (zumindest von 26. bis 28., vorher muss ich ja noch nach Solingen). Wird sicher interessant und vielleicht sieht man sich ja!



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02.Sep 2012 | 14:26

Ein Krawumm geht um die Welt (21): Москва́

Letztes Mal war das Krawumm auf seiner Reise durch die Welt bei der chinesischen Mauer angelangt. Und wenn wir schon mal bei den großen Sehenswürdigkeiten sind, dann passt auch dieses Foto von Leser Robert. Krawumm in Moskau!

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Was bisher geschah: Teil 1: Die staubige Fabrik, Teil 2: Rindviecher, Teil 3: Das Krawumm will hoch hinaus, Teil 4: Eishockey und Nobelpreis, Teil 5: Der Weltskeptikerkongress, Teil 6: James Randi!, Teil 7: Bulgarische Berge, Teil 8: Auf hoher See, Teil 9: Das Buch im Transit, Teil 10: Der Berliner Flughafen, Teil 11: Flauschige Eichhörnchen, Teil 12: Der Bund fürs Leben, Teil 13: Der weiße Gott, Teil 14: Besuch auf Tatooine, Teil 15: Bei den alten Römern, Teil 16: Gaudi in Barcelona, Teil 17: Geysire im Yellowstone-Park, Teil 18: Urlaubslektüre in Antalya, Teil 19: Das Unheil kommt von oben, Teil 20: Die chinesische Mauer
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29.Jun 2015 | 21:20

Video: Spaceport America Visitors Center Opens Amid Applause, Protests

Last week, officials opened the new Spaceport America Visitors Center in Truth or Consequences, NM, to both applause and protests.

The issue is the city of Truth or Consequences leased the Lee Belle Johnson Senior Recreation Center to Sun Tours as a location to run bus tours out to Spaceport America. Seniors who used the building have been displaced to what they believe is a less attractive site.

Residents have forced a special election in September to vote on whether the Spaceport America Visitors Center should be moved to another location in the city.

29.Jun 2015 | 20:55

This Week on The Space Show

spaceshowlogo
This week on The Space Show with Dr. David Livingston:

1. Monday, June 29, 2015: 2-3:30 PM PDT (5-6:30 PM EDT; 4-5:30 PM CDT): We welcome back BRENT SHERWOOD from JPL to discuss human spaceflight, Discovery Proposals, and much more.

2. Tuesday, June 30, 2015:,7-8:30 PM PDT (10-11:30 PM EST, 9-10:30 PM CDT): DRL CLARK LINDSEY now with New Space Global is back with us.

3. Friday, July 3, 2015; 9:30 -11 AM PDT (12:30-2 PM EDT; 11:30-1 PM CDT):No show today as this is part of the July 4th holiday weekend.

4. Sunday, July 5, 2015: 12-1:30 PM PDT (3-4:30 PM EDT, 2-3:30 PM CDT): No show today as part of July 4th holiday weekend.

29.Jun 2015 | 20:47

A Look at the ISS Flight Manifest

Credit: NASA

Credit: NASA

There was a lot of discussion on Sunday about the impact of the loss of SpaceX’s Dragon spacecraft on the International Space Station. NASA officials said the ISS crew was in no danger from a supply standpoint, and they said they would stick to the existing schedule for crew rotation but might change the cargo manifest.

The schedule is shown in the table below.

ISS CREW & CARGO SCHEDULE
DATE LAUNCH VEHICLE
LAUNCH SITE
PAYLOAD DESCRIPTION
7/3/15 Soyuz-U Baikonur Progress 60P Russian cargo ship
7/23/15 Soyuz-FG Baikonur
Soyuz TMA-17M Crew: Kjell Lindgren (NASA), Kimiya Yui (JAXA), Oleg Kononenko (Roscosmos)
8/16/15 H-IIB Tanegashima HTV-5 Japanese cargo ship
9/1/15 Soyuz-FG Baikonur Soyuz TMA-18M Crew: Sergey Volkov (Roscosmos), Andreas Mogensen (ESA), Aidyn Aimbetov (Kazkosmos)
9/21/15 Soyuz-U Baikonur Progress 61P Russian cargo ship
11/21/15 Soyuz-2.1a Baikonur Progress 62P Upgraded Russian cargo ship
12/3/15 Atlas V Cape Canaveral Cygnus Orbital ATK cargo ship
12/15/15 Soyuz-FG
Baikonur Soyuz TMA-18M Crew: Tim Kopra (NASA), Tim Peake (ESA), Yuri Malenchenko (Roscosmos)
2/12/16 Soyuz Baikonur Progress 63-P Russian cargo ship
3/11/16 Soyuz-FG Baikonur Soyuz ISS crew flight
3/30/16 Antares Wallops Cygnus Orbital ATK cargo ship launched by re-engineered Antares booster

NASA officials said the crew would have sufficient supplies into October even if no other cargo ships visited. The schedule shows Russian Progress cargo ships scheduled for launch on Friday, July 3, and in September, November and February.

In between the first two Progress flights, the Japanese space agency JAXA is scheduled to launch its HTV-5 freighter to ISS on Aug. 16.

Human missions to the station are set for July 23, Sept. 1, Dec. 15 and March 11. NASA officials said they did not see any reason to the July 23 flight.

Orbital ATK is set to launch a Cygnus resupply ship on Dec. 3 aboard a United Launch Alliance Atlas V. NASA officials said they will see whether this flight can be moved up.

This mission will represent a return to flight for Cygnus following the loss of a cargo ship when an Antares rocket exploded last October. The flight was moved to the Atlas V while engineers refit Antares with a new Russian engine.

The next Cygnus flight flying aboard the re-engineered Antares is tentatively scheduled for March 30, 2016.

 

29.Jun 2015 | 20:31

Falcon 9 Launch Failure Scrambles Schedule

Dragon capsule separated from Falcon 9 launch vehicle.

Dragon capsule separated from Falcon 9 launch vehicle.

By Douglas Messier
Managing Editor

With the failure of the Falcon 9 on Sunday, SpaceX’s only launch vehicle will be grounded for an unknown number of months while engineers identify the cause of the crash and make necessary changes to ensure that failure won’t happen again.

The stand down will scramble SpaceX’s schedule for the rest of this year and into 2016. SpaceX had planned at least 9 launches carrying at least 28 payloads through the first quarter of next year. The manifest included the debut of the company’s 28-engine Falcon Heavy launch vehicle and an in-flight using a modified Falcon 9 rocket by the end 2015.

The payloads include 26 communications satellites for commercial operators, the joint U.S.-European Jason 3 ocean topography satellite, and a Dragon test article for the in-flight abort test.

SPACEX LAUNCH MANIFEST PRIOR TO FALCON 9 LAUNCH
DATE LAUNCH VEHICLE
LAUNCH SITE
PAYLOADS DESCRIPTION
8/8/15 Falcon 9 Vandenberg  Jason 3 U.S.-European ocean topography satellite will deliver data to NASA, NOAA, EUMETSAT and CNES.
 August 2015 Falcon 9 Cape Canaveral
SES 9 SES communications satellite providing direct-to-home services in Northeast Asia, South Asia and Indonesia, and maritime communications to  Indian Ocean ships.
 August 2015 Falcon 9 Cape Canaveral  Orbcomm OG2 11 second-generation Orbcomm communications satellites
Fourth Quarter 2015 Falcon Heavy Kennedy Space Center  Unknown Demonstration flight of the 3-core, 28-engine heavy-lift launch vehicle
Fourth Quarter 2015 Falcon 9 Cape Canaveral Eutelsat 117 West B & ABS 2A Pair of Boeing satellites using all-electric propulsion. Eutelsat 117 West B will provide communications services to Latin America. ABS 2A will serve Russia, India, Middle East, Africa, Southeast Asia and the Indian Ocean area.
Fourth Quarter 2015 Falcon 9 Cape Canaveral JCSAT 14 Providing data, television and mobile communications services in Hawaii, Japan, East Asia, Russia, and Oceania.
Second Half 2015 Modified Falcon 9 Vandenberg Dragon test article In-flight abort test for the Dragon V2 crew vehicle
First Quarter 2016 Falcon 9 Cape Canaveral Amos 6 Communications and broadcast services to U.S. East Coast, Europe, Africa and the Middle East.
First Quarter 2016 Falcon 9
Vandenberg Iridium Next 10 Iridium Next mobile communications satellites

A Falcon 9 was to have launched 11 OG2 satellites for Orbcomm in August. Another rocket was scheduled to boost 10 Iridium Next satellites into orbit for Iridium during the first quarter of 2016.

SpaceX also was scheduled to launch communications satellites during this period for Eutelsat, SES, Spacecom, SKY Perfect JSAT Corp., and Asia Broadcast Satellite of Bermuda and Hong Kong.

The accident will likely mean a delay in the first demonstration flight of the Falcon Heavy launch vehicle, which was scheduled to occur by the end of the year. SpaceX had originally scheduled to have the heavy-lift launcher flying by early 2013, but the company ran into delays.

PLANNED FALCON HEAVY MISSIONS
DATE LAUNCH VEHICLE
CUSTOMER
PAYLOADS DESCRIPTION
Fourth Quarter 2015 Falcon Heavy None Unknown First demonstration flight of the 3-core, 28-engine heavy-lift launch vehicle
2016 Falcon Heavy DOD LightSail,Prox-1 nanosatellite, Green Propellant Infusion Mission Second demonstration mission in support of USAF certification of Falcon Heavy
2016 Falcon Heavy
ViaSat, Inc. ViaSat-2 Ka-Band broadband satellite
2017 Falcon Heavy
Iridium Communications satellite Geosynchronous satellite
2018 Falcon Heavy
Arabsat Arabsat 6A Saudia Arabian communications satellite
28.Jun 2015 | 22:23

NASA Says ISS Supply Situation Good, Crew in No Danger

That doesn’t look good at all. #SpaceX #CRS7 pic.twitter.com/M2Tc3IhPS9

— DanSpace77 (@DanSpace77) June 28, 2015

Some notes from the NASA press conference covering the loss of Falcon 9 and the Dragon resupply ship on Sunday morning.

Cause of the Accident & Investigation

The cause is as yet undetermined. SpaceX CEO Elon Musk, who was not at the press conference, Tweeted that there was an overpressure event in the second stage liquid oxygen (LOX) tank prior to the launch vehicle breaking up. “Data suggests counterintuitive cause,” he wrote. Video of the accident appears to show the breakup of the vehicle beginning there.

During the press conference, SpaceX President Gwynne Shotwell said she could not provide any additional details about the overpressure event. She said the first stage performed nominally for the first 2 minutes and 19 seconds of the flight, leading engineers to believe the problem occurred in the second stage.

Shotwell said she did not believe the range safety officer transmitted a destruct command to the rocket.

The Dragon spacecraft continued to transmit data to controllers for a period of time after the launch vehicle exploded, she added. Video appears to show that it was thrown free of the rocket.

SpaceX engineers are looking at data from 3,000 telemetry channels. The company also has deploys assets in the ocean to search for debris, Shotwell added. The investigation could take several months.

The FAA’s Pam Underwood said the investigation will be lead by SpaceX with oversight by the FAA.

 What Was Lost

The Dragon cargo ship was carrying more than 4,000 pounds of supplies, payloads and experiments to astronauts aboard the International Space Station. NASA said the space agency had sent up some important pieces of hardware:

  • the first of two International Docking Adapters to prepare for commercial crew vehicles being built by Boeing and SpaceX;
  • a new spacesuit to replace an aging one on the station; and,
  • water filtration beds used to filter out impurities to replace ones that are beginning to get full.

NASA officials said they would need to watch the situation with water filtration. This is the second set of filtration beds NASA has lost in launch accidents; the first set was destroyed when Orbital’s Antares rocket blew up eight months ago.

They also said the station’s water supply would be replenished by Russian and Japanese supply ships scheduled for launch later this summer.

Supply Status on ISS

NASA officials said they could go until October without any other supply ships visiting the space station. A Russian Progress cargo ship is due to launch on July 3, with a Japanese HTV freighter scheduled for August.

Orbital ATK will launch a Cygnus resupply ship in December aboard an United Launch Alliance Atlas V rocket. Officials said it might be possible to move that launch up to an earlier month.

They also said they did not anticipate a delay in the July 23 launch of a new three-person crew to the station aboard a Russian Soyuz spacecraft.

29.Jun 2015 | 19:03

Ein Kometenschweif bei dem Exoplaneten Gliese 436b

Der Exoplanet Gliese 436b ist offenbar von einer ausgedehnten Atmosphäre umgeben, welche einen gigantischen Gasschweif aus Wasserstoff ausbildet.
29.Jun 2015 | 10:38

Express #0551

Russland verstärkt seine militärische Präsenz im Weltall
27.Jun 2015 | 18:23

Russland: Persona-1 3 nach Start in Plessezk im All

Der für die Luft- und Weltraumverteidigung zuständige Truppenteil der russischen Streitkräfte hat einen neuen Aufklärungssatelliten ins All gebracht. Am 23. Juni 2015 gelangte der Persona-1 3 genannte Satellit von der Startrampe 43/3 des rund 800 Kilometer nördlich von Moskau gelegenen Kosmodroms Plessezk aus in den Weltraum.
27.Jun 2015 | 14:09

Rosetta: Bisher nur unregelmäßiger Kontakt zu Philae

In den vergangenen zwei Wochen konnte durch die Raumsonde Rosetta mehrfach ein Kontakt mit dem Kometenlander Philae hergestellt werden, der die vorherigen sieben Monate auf der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko in einem durch Energiemangel bedingten Winterschlaf verbrachte. Trotz einer neuer Flugbahn und einer dadurch erreichten Annäherung an die Kometenoberfläche bleiben diese Kontakte bisher jedoch unregelmäßig und sind nur von kurzer Dauer.
27.Jun 2015 | 12:59

China: Erdbeobachtungssatellit Gaofen 8 gestartet

Der chinesische Erdbeobachtungssatellit Gaofen 8 gelangte am 26. Juni 2015 in den Weltraum. Der Start erfolgte vom Taiyuan Satellite Launch Center (TSLC) in der nordchinesischen Provinz Shanxi.
24.Jun 2015 | 11:47

Ein Stahlseil, eine Festplatte und die Konsequenzen

Payload ladenPläne sind Pläne… und dann kommt die Realität hinzu. Im Idealfall hätte die Höhenforschungsrakete Mapheus5 schon am Montag starten sollen – doch ein angeschlagenes Stahlseil an der schwedischen Startrampe und eine unwillige Festplatte machten dem Mapheus-Team des DLR und der vorläufigen Zeitplanung einen Strich durch die Rechnung.
19.Jun 2015 | 16:15

Stahl-Kathedrale für Raketenstarts

Skylark Tower Niemand bleibt unbeeindruckt, wenn er den Skylark Tower betritt. Niemand. Der Turm des schwedischen Raketenstartplatzes Esrange ist eine Kathedrale - 30 Meter, imposant, im Inneren hallen die Geräusche. Wer unten steht und die metallene Führungsschiene nach oben blickt, fühlt sich klein.
12.Jun 2015 | 07:30

Kapazitätsmechanismen als Rettungsschirm der Energiewende?

Ungeachtet der weithin geteilten Ziele der Energiewende in Deutschland sind doch die konkreten Wege dorthin heftig umstritten. Wir haben im DLR (in der Abteilung Systemanalyse und Technikbe-wertung im Institut für Technische Thermodynamik) gemeinsam mit Forscherinnen und Forschern aus anderen Instituten der Helmholtz-Allianz Energy-Trans untersucht, welche Auswirkungen Veränderungen im Strommarktdesign mit sich bringen, um die Versorgungssicherheit auch bei steigenden Anteilen an erneuerbaren Energien kostengünstig sicher zu stellen.
11.Jun 2015 | 16:00

Rendezvous in Keflavik

Wenn man am internationalen Flughafen in Keflavik/Island fern des Passagierterminals durch die Räumlichkeiten des lokalen Handling-Agenten South-Air schreitet, findet man, eingerahmt an den Wänden, das Who-is-Who deutscher und amerikanischer Luftfahrtforschung.
11.Jun 2015 | 12:00

Video: "Kölsche Tön" im Erdorbit - Was Reinhold Ewald 1997 auf der MIR erlebte

Reinhold Ewald an der Raumstation MIR, 1997Im DLR-Video gibt uns der deutsche ESA-Astronaut Reinhold Ewald erneut einen Einblick, wie das Leben auf der russischen Raumstation MIR vor 18 Jahren ablief.
23.May 2015 | 19:09

Proton: Pfusch & Pannen

Proton überschlägt sich

Der Absturz einer Proton unmittelbar nach dem Start. Ein gefundenes Fressen für die Presse Bild: Novosti Kosmonavtiki

2. Juli 2013, 4.38 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Von der Startanlage 81/24 in Baikonur hebt eine Rakete des Typs Proton M ab. Ihre Aufgabe: Drei Satelliten der Glonass-Konstellation in einen mittelhohen Erdorbit transportieren. Doch der Flug der von Chrunitschew gebauten Rakete dauert nur wenige Sekunden. Der Träger steigt wie betrunken schlingernd vom Starttisch, schlägt zwei scharfe Haken und dreht sich dann um 180 Grad. Mit bis zuletzt nach oben feuernden Triebwerken detoniert er 37 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe einen Kilometer entfernt beim Aufschlag auf dem Boden.

Nachdem die Rakete über alle Stufen mit einer Treibstoffkombination arbeitet, die ziemlich toxisch ist (Oxidator: Stickstofftretoxid, Treibstoff: unsymmetrisches Dimethlyhydrazin) wurden die Insassen der umliegenden Gebäude zunächst angewiesen, Türen und Fenster geschlossen zu halten und die Häuser nicht zu verlassen. Die Anordnung konnte aber bald wieder aufgehoben werden, der Wind stand glücklicherweise günstig. Die Startanlage blieb unbeschädigt. Am Aufschlagort entstand allerdings im Gelände ein Krater von 200 Metern Durchmesser und fünf Metern Tiefe.

Mehr noch als der materielle Verlust schadete der Unfall Russlands Reputation als Raumfahrt-Großmacht. In der Rangliste von Dingen, die jemanden diesem Gewerbe schlecht aussehen lassen, übertrifft nur wenig den Anblick einer Großträgerrakete, die vor den Augen der Welt in geringer Höhe auf erratischen Kurs geht und dann in einer gewaltigen Explosion detoniert. Die Europäer, denen im Juni 1996 ähnliches passierte – seinerzeit beim ersten Testflug ihrer damals brandneuen Ariane 5 – können ein Lied davon singen. Ich weiß nicht, wie viele hundert Male ich seitdem diese Ariane explodieren sah. Sie bekam in jeder beliebigen Fernseh-Dokumentation über Raumfahrt ihre Paraderolle, gleich hinter der explodierenden Raumfähre Challenger, ob es nun zum Thema passte oder nicht. Somit herzlichen Dank an die Proton, die nun in den kommenden Jahrzehnten diesen Rang einnehmen wird.

mexsat(Centenario)launch poster

Diesen Startposter hatte Mexsat in der Erwartung eines erfolgreichen Starts vorbereiten lassen Bild: Mexsat

Man sollte annehmen, dass nach einer solchen Show höchste Vorsicht angesagt ist, doch nur neun Proton-Starts später kam es bereits zum nächsten Fehlschlag, als am 15. Mai letzten Jahres der russische Kommunikationssatellit Ekspress AM4R (der seinerseits schon der Ersatzsatellit für den früher von einer Proton versenkten Kommunikationssatelliten Ekspress AM4 war) wegen eines Fehlers in der dritten Stufe über Sibirien verglüht. Und letzte Woche, erneut nur sieben Starts später, versagt schon wieder eine Proton M und ließ die Überreste von MexSat-1 über Zentralasien vom Himmel regnen. Und es ist nicht nur die Proton die betroffen ist: Seit Mai 2009 ereigneten sich nicht weniger als 16 Fehlstarts mit Trägern der Typen Sojus, Rokot, Zenit und Proton.

Es ist schlecht bestellt um Russlands Raumfahrt. Die hohen Startfrequenzen täuschen ein falsches Bild vor. Seit zwei Jahrzehnten gibt es keine nennenswerten Neuentwicklungen mehr. Wissenschaftliche Raumfahrzeuge sind zur seltenen Ausnahme geworden. Raumsonden entsendet Russland nur noch alle Jubeljahre, und lässt sie dann, wie zuletzt im November 2011 mit Phobos Grunt, in einer öffentlichen Zurschaustellung des Unvermögens enden. Mit Ausnahme der Angara stammt alles, was heute in Russland die Startrampen verlässt, noch aus der Sowjetära. Die Zeiten, zu denen in Russland wegweisende Neuheiten auf dem Gebiet der Raumfahrt entstanden, sind längst Geschichte. Selbst dringend notwendige Ersatzentwicklungen, Neuinvestitionen und Produktverbesserungen werden immer weiter in die Zukunft hinausgeschoben, verirren sich in der ausufernden Bürokratie oder fallen der allgegenwärtigen Korruption zum Opfer.

Ehrwürdige Großmutter

Die Proton ist die ehrwürdige Großmutter unter den russischen Trägerraketen. Nur eine einzige Trägerrakete weltweit - die R-7 in ihren Varianten - hat eine noch längere Lebensgeschichte als sie. Beide befinden sich schon seit Chrustschows Zeiten im russischen Arsenal. Seit ihrem Erstflug im Jahre 1965 flog die Proton 404 Missionen, von denen 48 teilweise oder ganz scheiterten. Die überwiegende Zahl dieser Fehlschläge ist in den sechziger und siebziger Jahren verortet. In den Jahrzehnten danach galt sie als ausgereifte, technisch solide Konstruktion mit zumindest durchschnittlicher Zuverlässigkeit. Selbst die turbulenten Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion änderten daran kaum etwas. Erfahrenes, hoch qualifiziertes, und trotz der wirtschaftlichen und politischen Wirren motiviertes Personal sorgte dafür, dass dieser Trägertyp hinsichtlich seiner Zuverlässigkeit bei gut akzeptablen Werten blieb.

Im Jahr 2000 gab es 14 Starts der Proton, die allesamt erfolgreich verliefen, genauso wie die sechs Missionen des Jahres 2001. Bei den neun Flügen des Jahres 2002 kam es zu einem Fehlstart, bei dem der Kommunikationssatellit Astra 1K in einem unbrauchbaren Orbit strandete. Die fünf Proton-Starts des Jahres 2003 verliefen dagegen wieder allesamt erfolgreich, ebenso wie die acht Starts des Jahres 2004 und die sieben Missionen des Jahres 2005. Im Verlauf von sechs Jahren gab es somit bei insgesamt 49 Starts einen einzelnen Fehlschlag. Das ist, selbst nach den Maßstäben der heutigen Raumfahrt, ganz ordentlich. 98 Prozent Zuverlässigkeit, da meckert keine Versicherungsgesellschaft.

Mexsat-roll-out (2)

Rollout der Mexsat-Proton M zur Startrampe Bild ILS

Etwa um das Jahr 2005 begannen allerdings die erfahrenen Kräfte der russischen Raumfahrt vermehrt in den Ruhestand abzuwandern. Neue Mitarbeiter wurden wegen des insgesamt zu hohen Personalstandes nicht mehr eingestellt, das Interesse der jungen Ingenieure und Techniker, sich in der Raumfahrt zu verdingen, war ohnehin gering. Die Bezahlung war schlecht und das Prestige längst nicht mehr dasselbe wie in der Sowjet-Zeit.

Im Jahre 2006 wurden sechs Proton Starts durchgeführt. Es gab einen Fehlschlag, als die Briz-M Oberstufe einer Proton M am 28. Februar das zweite Brennmanöver vorzeitig beendete und die drei weiteren daraufhin gar nicht erst begannen. Das Jahr 2007 sah sieben Proton-Starts. Erneut schlug einer davon fehl, weil die Trennung zwischen erster und zweiter Stufe nicht gelang. Auch von den 10 Starts des Jahres 2008 scheiterte einer. Zumindest teilweise, denn der Kommunikationssatellit AMC-14, die Nutzlast bei diesem Flug, konnte die Minderleistung der Briz-M Oberstufe mit seinen Bordtriebwerken ausgleichen. Die wirtschaftliche Lebensdauer des Raumfahrzeugs wurde durch diese Maßnahme jedoch von 15 auf nur noch vier Jahre verkürzt. Das Jahr 2009 sah zehn erfolgreiche Starts. Von den 12 Starts des Jahres 2010 scheiterte erneut einer, wobei drei russische Navigationssatelliten im Pazifik versenkt wurden. Grund war eine fehlerhafte Betankung der Oberstufe. Die 45 Starts der fünfjährigen Periode zwischen 2006 und 2010 produzierten somit vier Fehlstarts. Die Zuverlässigkeitsquote war auf 91 Prozent gesunken.

Die Abwanderung der Wissensträger hatte sich in dieser Fünfjahresperiode verstärkt. Fatal in einem System, das traditionell weniger Wert auf umfangreiche Dokumentation denn auf verbale Knowhow-Übermittlung legt. Inzwischen fehlte bei Firmen wie Chrunitschew fast die komplette Transfergeneration zwischen 30 und 55 Jahren. Auf der einen Seite gibt es somit die immer mehr ausdünnenden Belegschaft der Wissensträger und auf der anderen Seite unerfahrenes, unterbezahltes, gering motiviertes und – wie sich immer häufiger zeigt – ungenügend ausgebildetes neues Personal.

Die neun Starts des Jahres 2011 produzierten einen Fehlschlag und kosteten Russland seinen Ekspress-AM4 Kommunikationssatelliten. Von den elf Starts des Jahres 2012 scheiterten gleich zwei, wobei einer der betroffenen Satelliten, Yamal-402 am Ende doch noch die angestrebte Nutzlast erreichte, wenngleich zu Lasten seiner wirtschaftlichen Lebensdauer. Und im Jahre 2013 gelangen die ersten vier Starts, doch Nummer fünf (mit dem wir in die Story eingestiegen sind) scheiterte erneut. Fünf weitere Starts zwischen September und Dezember 2013 gelangen. Zwischen 2011 und 2013 waren dies somit bei 30 Starts vier Fehlschläge. Die Zuverlässigkeitsquote lag jetzt bei 87 Prozent.

2014 und 2015 gab es bei bislang zusammen 11 Starts erneut zwei Fehlschläge. Die Zuverlässigkeit liegt damit bei gerade noch 82 Prozent.

Zum Vergleich einige Daten westlicher Träger: Bei den bisher insgesamt 53 Starts der Atlas 5 kam es nur ein einziges Mal zu einer geringfügigen Minderleistung der Oberstufe, die aber den Missionserfolg nicht gefährdete. Bei den 29 Starts der Delta 4 seit dem Jahre 2002 gab es ebenfalls nur ein einziges Mal, und das war beim Erstflug der Delta 4 „Heavy“, eine Minderleistung, die einer Sekundärnutzlast den Missionserfolg kostete. Die Ariane 5 hatte zwar auch in ihren ersten Jahren ihr gerütteltes Maß an Fehlern, so kam es in der Frühphase des Programms zu insgesamt zwei Fehlstarts und zwei Teilerfolgen, aber seitdem fliegt diese Rakete seit zwölfeinhalb Jahren in einer makellosen Serie und absolvierte dabei 64 erfolgreiche Missionen in ununterbrochener Folge. Der letzte Fehlstart datiert auf den Dezember 2002 zurück. Selbst ein vergleichsweise brandneuer Träger wie die Falcon 9 von SpaceX hat inzwischen bei 17 Starts 17 fehlerfreie Missionen hingelegt.

Verkehrt herum eingebaut

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Die Proton M für Mexsat wird über dem Flammenschacht aufgerichtet Bild ILS

Zurück zur Proton und dem fatalen Absturz vom 2. Juli 2013. Er ist exemplarisch für die Schlamperei, die in Russlands Raketenfabriken herrscht. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos setzte gleich nach dem Unfall eine Kommission für die Fehlerermittlung ein. Der Vermarkter von Proton-Starts für Kunden aus aller Welt, International Lauch Services (ILS), installierte vorsichtshalber eine eigene Arbeitsgruppe, um die Ergebnisse der Roskosmos-Kommission zu überprüfen, denn Vertuschung ist in Russland an der Tagesordnung.

Nach vier Wochen Arbeit gab die Untersuchungskommission bekannt, dass der Absturz der Rakete durch fehlerhaft installierte Lagesensoren verursacht worden sei. Und zwar seien diese Sensoren verkehrt herum eingebaut worden. Sie standen danach gewissermaßen auf dem Kopf und hatten daher nie die Chance, richtige Werte an die Flugsteuerung der Rakete zu liefern.

Der Bau der Unglücksrakete war bei Chrunitschew im Dezember 2011 beendet worden. Die fehlerhafte Installation der drei Lagewinkel-Sensoren, die Daten für die Kurskorrekturen der Rakete liefern, war - wie man rekonstruierte - am Mittwoch, dem 16. November 2011 geschehen. Sie wurde bis zum Mai 2012 im Herstellerwerk eingelagert und dann nach Baikonur geliefert.

Die Montage der Lagekontrollanzeiger ist nicht einfach. Der Arbeitsplatz dafür ist nur über ein kleines Mannloch zu erreichen und schlecht einzusehen. Um den Einbau zu erleichtern gibt es an der Platine, auf der die Sensoren montiert werden müssen, zwei jeweils fünf Millimeter hohe Führungsstifte. In die müssen die Geräte einrasten, um dem Montagetechniker die korrekte Ausrichtung zu signalisieren. Allerdings ist es unter Ausübung brachialer Gewalt (und wahrscheinlich der Verwendung eines schweren Fäustels) auch möglich, die Geräte verkehrt herum in die Halterungen zu hämmern. Dann rastet zwar nichts ein, aber durch die Gewaltanwendung sind die Geräte derart verkeilt, dass sie sich ebenfalls nicht mehr lösen können.

Man kann es kaum glauben, aber nicht nur überprüfte niemand den Einbau der Einheit direkt bei der Montage oder zumindest nach dem Abschluss der Arbeiten. Es fanden auch keine Funktionschecks statt. Es gab lediglich eine Prüfung, ob die Stromleitungen funktionierten. Bei Airbus beispielsweise (aber auch überall sonst in der Raumfahrtindustrie weltweit) beobachten nicht selten zwei Mitarbeiter der Quality Assurance jeden Arbeitsschritt, während ein dritter den Einbau vornimmt.

Praktisch jeder Fehlstart der letzten zehn Jahre geht auf das Konto der völlig unzureichenden Qualitätskontrolle und des unzureichend ausgebildeten und unterbezahlten Personals in Russland zurück. Die übliche russische Methode der „Ursachenbehebung“, nämlich einfach Spitzenmanager zu feuern, kam auch seinerzeit zur Anwendung. Bereits wenige Tage nach dem Unfall rollten in guter alter russischer Sitte bei Chrunitschew die ersten Köpfe.

Falsche Betankung, fehlerhafte Flugsoftware, groteske Montagefehler, Betrieb außerhalb der spezifizierten Werte, undiszipliniertes Verhalten auf allen Ebenen, kriminelle Vernachlässigung der Aufsichtspflicht seitens der Vorgesetzten und vieles mehr. All das ist – das sei deutlich herausgestellt - nicht der Konstruktion der Trägerrakete anzulasten, sondern einer Qualitätssicherung, die offensichtlich nur in den Organigrammen, aber nicht in der Realität existiert.

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Beim Verlassen der Startrampe war mit der Mexsat-Proton M noch alles in Ordnung Bild ILS

Der Sturzflug in der Qualität russischer Raumfahrtprodukte hat lange Zeit um die Firma RKK Energija, den Hersteller der Sojus Rakete und der Progress- und Sojus-Raumschiffe einen Bogen gemacht. Zwar gab es auch hier immer wieder Anzeichen für Qualitätsmängel. Doch die schienen meist im Vorfeld von Starts aufgefangen und korrigiert worden zu sein. Die Sojus ist - das nur zur Erinnerung - momentan das einzige Trägerfahrzeug weltweit, das Menschen zur ISS bringen kann. Zusätzlich startet sie nach wie vor auch den Löwenanteil der unbemannten Nachschubfahrzeuge zur Internationalen Raumstation. Doch auch das scheint nicht mehr länger garantiert zu sein. Zwischen Januar 1978 und April 2015 gab es insgesamt 140 Progress-Missionen. Deren Starts verliefen während der Ära der Raumstationen Salut 6, Salut 7, Mir und im ersten Jahrzehnt des ISS-Programms praktisch fehlerfrei. Die beiden einzigen Fehlschläge ereigneten sich 2011 und 2015, nachdem es davor über 30 Jahre lang tadellos funktioniert hatte.

Was wird aus ExoMars?

An der Stelle erhebt sich nun die Frage, warum Europa eines der teuersten Raumfahrtprogramme seiner Geschichte, die aus insgesamt drei Nutzlasten bestehende ExoMars Expedition, ausgerechnet dem mit weitem Abstand schlechtesten Trägersystem der Welt anvertraut. Die vordergründige Antwort ist natürlich klar. Russland stellt die Proton kostenlos als eigenen Beitrag zu diesem Projekt bei. Damit spart sich die ESA insgesamt 320 Millionen Euro, welche die Beschaffung von zwei Ariane 5 ECA kosten würde. Die Frage ist hier nur, ob man bei einem Programm, das auch ohne die Träger schon 1,2 Milliarden Euro kostet, ausgerechnet bei der Trägerrakete sparen sollte?

Die Lage wird allein schon dadurch kritisch, weil der erste der beiden Proton-Starts zum Mars, die ExoMars 2016-Mission, nur noch ganze acht Monate entfernt ist. Es ist jedoch nach diesem erneuten Versager völlig offen, wann die Rakete überhaupt wieder für Flüge freigegeben wird. Anders als für kommerzielle Satellitentransporte gibt es für Flüge zum Planeten Mars ein enges, nur wenige Wochen langes Startfenster. Trifft man das nicht, dann muss man 26 Monate warten, bis es sich wieder öffnet. Aber selbst wenn die Rakete bereitsteht: Die kombinierte Wahrscheinlichkeit des Verluste einer der beiden Missionen liegt bei 36 Prozent. Das hätte man noch nicht einmal in den frühen 60iger Jahren akzeptiert.

Und es gibt noch einen anderen Aspekt. Und mich wundert, dass es bislang noch nie diskutiert wurde. Ein zweites Danaer-Geschenk Russlands für dieses Unterfangen. Das ist die Landesonde, mit der Europas ultrateurer Rover den Abstieg auf die Marsoberfläche unternehmen soll. Die Geschichte Russlands erfolgloser Versuche den Mars, seine Umlaufbahn oder seine Oberfläche zu erreichen ist lang und bitter. Ausnahmslos alle Landeversuche scheiterten. Keine einzige der insgesamt 20 russischen Marsmissionen (hier sind auch Orbit- und Vorbeiflugmissionen eingerechnet) kann man als uneingeschränkten Erfolg bezeichnen. Dabei fanden 18 davon noch in den "guten alten" Zeiten der sowjetischen Raumfahrt-Ära statt. Seit dem Ende der Sowjet-Ära machte Russland nur noch zwei Versuche den Mars zu erreichen, das war im Jahre 1996 die Mission „Mars 96“ und im Jahre 2011 die Mission „Phobos Grunt“. Beide endeten als peinliche Fehlschläge. Die Wahrscheinlichkeit, dass Russland im Sommer 2018, dem vereinbarten Startdatum, erstens einen Lander zur Verfügung hat, und dass der zweitens auch perfekt funktioniert wird, sind denkbar gering.

Raumfahrzeuge auf dem Mars zu landen gehört zu den schwierigsten Herausforderungen, der heutigen Astronautik. Wenn es bei den Amerikanern so leicht und spielerisch aussieht, dann nur, weil sie einsam in einer Spitzenklasse agieren, an die weltweit niemand herankommt. Europa ist im Jahre 2003 mit einem viel simpleren Konzept als der des US-Rovers Curiosity gescheitert. Und jetzt soll es Russland können? Ausgerechnet Russland, das die meisten seiner Fähigkeiten aus der Sowjet-Ära verlernt hat? Russland, in dem geschlampt wird ohne Ende. Russland, das seit Jahrzehnten keine neue Raumfahrt-Hardware entwickelt und das die interplanetare Raumfahrt offensichtlich völlig verlernt hat. Russland, dessen Raumfahrt in stetigem Niedergang begriffen ist. Wem vertrauen wir uns hier eigentlich an?

P.S. Lesen Sie dazu auch diesen Beitrag aus dem Jahr 2011 von Go for Launch.

16.May 2015 | 11:04

Die größte Gefahr für einen Astronauten besteht darin, zu ertrinken – Siebter Brief

und wer's noch nicht gelesen hat: hier sind Brief 1, Brief 2, Brief 3, Brief 4, Brief 5 und Brief 6Bloggewitter_Kinder_logo

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Zum Abschluss noch einmal Snoopy, der Hundehütten-Astronaut Bild AS Teitel

Mannmannmann, das war jetzt doch eine ganz schön lange Pause mit den Briefen. Aber ich hab‘s echt nicht früher geschafft. Erst war ich in Wien, bei Yuris Night. War eine schöne Sache, wie jedes Jahr. 150 Leute im großen Kuppelsaal des Urania-Observatoriums. Die ist direkt an einem der belebtesten Plätze in Wien, dem Schwedenplatz. Kaum zu glauben, dass da eine Sternwarte ihren Platz hat, denn besonders viele Sterne sieht man wegen der Helligkeit der Stadt von hier aus nicht. Aber das war vor über 100 Jahren, als sie eröffnet wurde, wohl noch anders.

Dann war ich in Würzburg bei der Veranstaltung "Reisende im Sonnensystem" am Mineralogischen Institut der Universität. Da hab ich einen Vortrag gehalten. Und dann war ich eine Woche lang in Südtirol beim Wandern und Futtern (und netten Wein trinken). Ganz ohne Raumfahrt.

Fußball hab ich da nur am Rande mitbekommen. Was die Bayern in dieser Zeit abgeliefert haben: meine Güte. Wenn man da mal ein paar Wochen nicht aufpasst, fangen die gleich an zu schlampern. Eine Niederlage an der anderen. Wird Zeit, dass wir zwei uns da wieder ein wenig drum kümmern, sonst schleicht noch mehr der Schlendrian ein :-)

Ich hab Dir im letzten Brief beschrieben, wie kompliziert es ist, einen Raumanzug „anzuziehen“. Da kann man in Zukunft sicher noch einiges verbessern. Es gibt aber auch noch viele andere Dinge, die man für zukünftige Raumanzüge anders machen muss. Nur ein Beispiel: Bei den Apollo-Mondlandungen zeigte sich, dass Staub und Abnutzung ein ernstes Problem sind.

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Raumanzug der Zukunft. Bild: Beonit Concepts

Bei keiner der Mondlandungen gab es mehr als drei EVA's pro Mission auf der Mondoberfläche. In der Regel waren die Anzüge schon wenige Minuten nach dem ersten Ausstieg über und über mit Staub bedeckt. Die Astronauten selber schätzten, dass ihre Anzüge nicht mehr als fünf EVA's durchgehalten hätten. Danach wären sie wegen der Staubablagerungen in den Scharnieren so undicht geworden, dass man sie nicht mehr sicher benutzen hätte können. Bei einer Marsexpedition ginge so etwas aber gar nicht. Da muss man Raumanzüge hunderte Male verwenden können, denn man kann nicht einfach zur Erde zurückfliegen und sich mal kurz neue holen.

Überhaupt die Dichtigkeit. Ich hab’s ja schon einmal gesagt: Kein Raumanzug ist vollständig dicht. Man kann ihn nur MÖGLICHST dicht bekommen. Könnte man die ganzen Undichtigkeiten sichtbar machen, der Raumanzug würde aussehen wie eine Sprinkleranlage in Menschenform. Überall leckt die Luft heraus. An den Armen, an den Handschuhen, am Torso, am Helm, überall. Das PLSS (also der Geräterucksack) muss ständig "nachpumpen". Die Handschuhe und Armteile sind am wenigsten dicht. Da gehen etwa 25 Kubikzentimeter Luft pro Minute raus. Am Helm interessanterweise am wenigsten. Der verliert nur 2 Kubikzentimeter pro Minute. Alles in allem gehen etwa 40 Kubikzentimeter Luft pro Minute verloren.

Wieviel Luft ist jetzt eigentlich in so einem Raumanzug insgesamt drinnen? Das hängt natürlich von der Größe ab. Im Schnitt sind es aber etwa 135 Liter. Ohne den Astronauten drin. Mit dem sind es etwa noch 55 Liter Luft. Das sind 55.000 Kubikzentimeter. Das bedeutet, wenn man gar nichts nachpumpt, würde die gesamte Luft nach etwa 23 Stunden aus dem Raumanzug entwichen sein. Geht also eigentlich doch gar nicht sooo schnell, mit dem Luftverlieren, wie das zuerst ausgesehen hat.

Dann muss das Gewicht reduziert werden. Der Apollo-Anzug wog 82 Kilogramm. Der Raumanzug der ISS wiegt auf der Erde sogar - vollgetankt und mit allem Drum und Dran - 128 Kilogramm. Ohne den Astronauten. Wenn man den mal mit 72 Kilo ansetzt, dann sind das zusammen 200 Kilo. In der Schwerelosigkeit ist das kein Problem. Auf dem Mond wäre das noch akzeptabel (da beträgt die Schwerkraft nur ein Sechstel von der auf der Erde). Schwieriger wäre das schon auf dem Mars. Da würde unser Astronaut – allerdings MIT dem Raumanzug – ungefähr 75 Kilo wiegen, wäre aber in dem sperrigen, umständlichen und komplizierten Ding unterwegs. Um dem abzuhelfen entwickelt die NASA derzeit einen so genannten "Hard Suit" (spricht man „Hard Sjuut“). Also einen "Harten Raumanzug". Trotz des Namens, der nach viel Gewicht klingt, soll der haltbarer, wesentlich leichter und vor allen Dingen viel einfach anzulegen sein.

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"Maximum Absorption Garment", oder kurz MAG. Die Astronautenwindel. Bild: NASA

Wir haben ja schon gesehen, dass so ein Raumanzug eine Art „Mini-Raumschiff in Menschenform“ ist, in dem sich die Astronauten bis zu zehn Stunden aufhalten müssen. Wenn man da solange Zeit drin eingesperrt ist, muss man in diesem Anzug auch aufs Kloo gehen könne. Dabei geht es in praktisch allen Fällen nur um das „kleine Geschäft“. Pinkeln also. Das „große Geschäft“, den Stuhlgang also, muss man halt so lange „verdrücken“, bis man wieder zurück im Raumschiff ist.

Zu den Zeiten der Apollo-Mondflüge war die Pinkelvorrichtung noch speziell auf den männlichen Körperbau hin ausgerichtet. Der Astronaut auf dem Mond konnte damit im Stehen pinkeln. Aber wir wissen ja: So ein "Pimmel" ist von Mann zu Mann ja recht unterschiedlich. Da gibt es lange und kurze, dicke und dünne, und bei Kälte und Wärme verändert sich die Länge auch nochmal. Richtig gut hat das deswegen nie funktioniert, und mehr als ein Astronaut stand während der vielstündigen Mondexkursionen bis zu den Knöcheln im eigenen Urin. Und so entschieden sich die Ingenieure von Hamilton Standard, die EMU für die Shuttle-Missionen und die Raumstation im „unisex“-Format auszulegen. Für Männer und für Frauen gleichermaßen geeignet. Schon weil jetzt nicht mehr nur Männer in den Weltraum flogen, sondern auch Frauen. Somit musste der Raumanzug in allen Funktionen für Frauen UND Männer geeignet sein. Die Lösung des Problems war so einfach, dass man schon sagen muss: Da hätte man auch gleich drauf kommen können. Für beide Geschlechter gibt es jetzt einfach das Maximum Absorption Garment, kurz MAG. Das sind die Windeln für Erwachsene, über die wir schon gesprochen hatten.

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Die europäische Astronautin Samantha Cristoforetti, eine Kollegin von Luca Parmitano, bereitet sich hier auf das Unterwassertraining in Houston vor. Sehr gut zu erkennen ist die Unterwäsche, durch die fünf Liter Kühlflüssigkeit läuft. Die gelben Stücke sind die Schlauchanschlüsse zum PLSS. Bild: NASA

Astronauten üben heutzutage für ihre Raumflüge unter Wasser. Als erster hat das Edwin Aldrin gemacht, viel besser bekannt unter seinem Spitznamen "Buzz" (Bass). Er war ein Mitglied der Apollo-11 Crew und der zweite Mensch auf dem Mond. Aber er flog schon vorher in den Weltraum, nämlich mit Gemini 12. Und ich hab Dir ja geschrieben, dass das EVA-Manöver bei den Gemini-Flügen zuerst überhaupt nicht gut geklappt hat. Bis dann Buzz Aldrin und die Ingenieure von der NASA das Unterwasser-Training erfunden haben. Damit da nichts passiert, also beim Training im Wasser, wird so ein Astronaut immer von Sicherungs-Tauchern begleitet. Schließlich will ja keiner, dass einer wegen eines undichten Ventils im Raumanzug womöglich auf der Erde ertrinkt.

Die Gefahr des Ertrinkens ist nun mal die größte Gefahr für einen Astronauten. Im Weltraum und auf der Erde. Meine zumindest ich (andere Leute sind da natürlich durchaus anderer völlig Meinung, das muss ich schon zugeben). Aber es ist nun mal Tatsache: in so einem Raumanzug ist nicht nur Luft, sondern da sind insgesamt auch etwa sieben Liter Wasser. Fast ein ganzer Eimer voll. Zwei Liter davon sind Trinkwasser. Fünf Liter sind die Kühlflüssigkeit. Wir haben gesehen, dass es in einem Raumanzug nie das Problem ist, dass es da drin zu kalt wird. Das Problem besteht vielmehr darin, die im Anzug produzierte Wärme wieder herauszubringen. Und dazu braucht man diese fünf Liter Kühlwasser. Sie bewahren den Astronauten davor, einen Hitzschlag zu bekommen. Das Kühlwasser kreist in Röhrchen in der Unterwäsche der Astronauten, wird im Geräterucksack gekühlt, und dann wieder in den Unterwäsche-Kühlkreislauf geschickt.

Und mit diesem Unterwäsche-Kühlkreislauf, der sich doch so harmlos anhört, wäre um ein Haar etwas Schreckliches passiert. Und es ist noch gar nicht so lange her:

Das Problem begann am 16. Juli 2013. Der europäischer Astronaut Luca Parmitano, der gerade fünfeinhalb Monate auf der Internationalen Raumstation verbrachte, sollte an diesem Tag mit seinem amerikanischen Kollegen Chris Cassidy (spricht man: Kriss Kässidi) einen Außeneinsatz unternehmen. Ihre Aufgabe bestand darin, Kabelverbindungen an der Hülle einiger Module zu installieren. Einen ähnlichen Außeneinsatz hatten sie schon eine Woche zuvor gemacht, und dabei war alles gut gegangen.

Die beiden Astronauten verließen die Luftschleuse, als sich die Raumstation gerade auf der Nachtseite der Erde befand. Es war somit stockfinster draußen. Parmitano klinkte seine Sicherheitsleine mit dem Karabiner in eine der dafür vorgesehenen Ösen ein. Cassidy machte dasselbe. Die beiden checkten sich gegenseitig, dann begab sich jeder auf seine Arbeitsstation. Obwohl sich die beiden an diesem Tag fast im selben Bereich der Station aufhalten sollten, nur ein paar Meter voneinander entfernt, waren ihre Wege dorthin doch sehr unterschiedlich. Die Sache war so ähnlich, wie wenn zwei Leute gleichzeitig eine Gartenhecke schneiden. Der eine außen, und der andere innen. Derjenige, der außen arbeitet, muss erst den Garten verlassen, und um das Haus herumgehen, damit er an seinen Platz kommt, obwohl sie am Ende nur zwei Meter voneinander entfernt sind.

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Hier legt sich Luca Parmitano (Mitte) vor seinem gefährlichen Abenteuer gerade den Raumanzug an. Links ist Chris Cassidy, rechts Karen Nyberg. Bild: NASA

Parmitano nahm den direkten Weg, während Cassidy den langen Weg einschlug, bei dem er um das Zentralsegment der Raumstation herum musste. Parmitano begab sich zunächst zu einem Behälter, den er vor einer Woche, beim ersten Teil der Arbeiten zurückgelassen hatte. In diesem Behälter waren verstaut. Die sollte Parmitano an diesem Tag an Anschlussbuchsen anklemmen, und sie an der Hülle der Labormodule mit kleinen Metalldrähten befestigen. Bei dieser Aufgabe musste er die Finger sehr viel bewegen, was im aufgepumpten Raumanzug sehr anstrengend ist, wie wir schon wissen.

Chris Cassidy hatte vor einer Woche das erste Kabel schon teilweise angeschlossen. Parmitano machte nun bei der Arbeit da weiter, wo sein Kollege aufgehört hatte. Er nahm das Teil, das noch nicht verbunden war, und verlegte es sorgfältig hin zur Anschlussbuchse. Nach ein paar kleineren, anfänglichen Problemen informierte er die Bodenkontrolle in Houston, dass er jetzt mit dem ersten Kabel fertig wäre und nun das zweite in Angriff nimmt. Dieses Kabel muss an der schwierigsten Arbeitsstation an der ganzen ISS verlegt werden: Dem Kreuzungspunkt der Module Tranquillity, Unity und Destiny.

Das ist eine vertrackte Position und dort ist er ziemlich eingeklemmt. Die Arbeit mit der zweiten Leitung ist deswegen schwierig, denn er kann sich kaum bewegen. Außerdem will sich das Kabel immer wieder zusammenrollen. Gerade als er sich überlegt, wie man es am besten "entspiralisiert", fällt ihm auf, dass etwas nicht stimmt. Da ist Feuchtigkeit im Nacken. ganz schön viel Feuchtigkeit. Das ist ein ziemlich unerwartetes Gefühl in einem Raumanzug. Parmitano bewegt den Kopf von einer Seite zur anderen, um sein Gefühl zu bestätigen. Aber es geht nicht weg. Die Feuchtigkeit bleibt. Und eigentlich kann man es auch nicht „Feuchtigkeit“ nennen. Es ist eindeutig nass.

Es kostet ihn einige Überwindung, der Flugleitung in Houston das Problem mitzuteilen. Er weiß, dass seine Nachricht das Ende dieses Außenbordmanövers bedeuten wird. Er berichtet, was los ist, und die Flugkontroller in Houston bitten ihn, auf weitere Anweisungen zu warten. Sein Kollege Chris Cassidy hat die Sache über den Helmfunk mitbekommen, und sich zu ihm hinüber begeben. Jetzt sieht er nach, ob er von außen die seltsame Wasserquelle im Helm sehen kann.

Zunächst sind die beiden davon überzeugt, dass es aus dem Trinkwasservorrat kommen muss. Oder dass es vielleicht Schweiß ist. Aber die Flüssigkeit ist viel zu kalt um Schweiß zu sein. Und vor allem: Es wird immer mehr. Außerdem sieht Cassidy er kein Trinkwasser aus dem Saugventil fließen. Er gibt seine Beobachtung an Houston durch. Jetzt ist Houston richtig alarmiert und gibt die Anweisung, das EVA sofort abzubrechen. Parmitano vereinbart mit Cassidy, dass der zuerst noch die Arbeitsgeräte sichern soll, bevor auch er in die Luftschleuse zurückkommt. Parmitano und Cassidy haben ja alle Gerätschäften noch „draußen“ gelassen. Für Cassidy bedeutet das aber, dass er erst wieder um die Zentralstruktur herum muss, um seine Arbeitsstation zu sichern. Erst dann kann auch er in die Schleuse kommen. So lange muss Parmitano aber dann auf jeden Fall warten, denn er kann seinen Kameraden nicht ausschließen.

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Um diesen Raumanzug der Zukunft wäre Luca Parmitano in seiner gefährlichen Situation wahrscheinlich froh gewesen. Bild: Beonit Concepts

Als er sich in Richtung der Luftschleuse bewegt, bemerkt er, dass die Menge an Wasser im Helm immer mehr zunimmt. Die Hörmuscheln der Kopfhörer sind vollgelaufen, und er kann kaum noch etwas hören. Durch sein Helmvisier ist so gut wie nichts mehr zu sehen. Dort hat sich eine Wasserschicht angelegt, die fast die ganze Scheibe bedeckt. Ihm fällt ein, dass er auf dem Rückweg entlang der Sicherungsleine an einer Antenne vorbei kommt. Die muss er in aufrechter Position passieren, um sie nicht zu beschädigen. Eine aufrechte Position ist an der Stelle schon deshalb notwendig, damit sich die Sicherungsleine wieder korrekt aufspult. Es wäre fatal, wenn die sich jetzt verheddern würde.

In dem Moment als er sich "aufrichtet" passieren zwei Dinge: Die Sonne geht unter, und seine Fähigkeit zu sehen, die durch das Wasser sowieso schon stark eingeschränkt ist, geht völlig verloren. Inzwischen hat das Wasser auch die Nase vollständig bedeckt. Die Sache wird noch verschlimmert, als er versucht, die Nase durch Kopfschütteln wieder frei zu bekommen. Der obere Teil des Helms ist jetzt komplett vollgelaufen. Parmitano muss befürchten, dass er schon beim nächsten Atemzug Wasser statt Luft einatmet. Durch das Kopfschütteln und weil er auch überhaupt nichts mehr sehen kann, hat er auch völlig die Orientierung verloren. Er weiß jetzt nicht mehr, in welcher Richtung es zur rettenden Luftschleuse geht. Er kann nur noch drei Zentimeter weit sehen. Bis zur Wasserschicht, die sich an seine Sichtscheibe geklebt hat. Er kann aber nicht mehr die Handgriffe an den Modulen erkennen, an denen entlang er sich zur Schleuse hangeln muss.

Parmitano versucht, die Flugkontrolle in Houston zu erreichen. Er kann sie reden hören, aber ihre Stimmen klingen weit entfernt. Sie ihrerseits können Parmitano gar nicht mehr verstehen. So ist er auf sich alleine gestellt. Verzweifelt überlegt er sich einen Plan. Er muss so schnell wie möglich die Schleuse erreichen. Er weiß zwar, dass irgendwann auch Chris Cassidy kommen wird, und ihn abholt. Aber er weiß nicht, wie viel Zeit ihm noch verbleibt, bis der Helm komplett voller Wasser ist. Da fallen ihm die Sicherheitsleinen ein. Der Aufspul-Mechanismus für die Sicherungsleine hat eine Spannung von 1,5 Kilogramm. Diese Spannung kann er spüren und sie zieht ihn nach links. Er muss also nur dieser Spannung bis zur Schleuse folgen. Er tastet nach den Griffen, versucht die Seilspannung zu fühlen und zwingt sich, nicht in Panik zu verfallen. Trotzdem muss er ständig dran denken, was passiert, wenn die Flüssigkeit seinen Mund erreicht. Nase und Ohren sind ja schon vollständig bedeckt. Die einzige Möglichkeit, die ihm dann noch bliebe, wäre dann, das Sicherheitsventil am Helm bei zu öffnen und Druck abzulassen. Das könnte etwas Wasser hinausbefördern. Aber nur so lange, bis es durch den Sublimationseffekt (also die Verdampfung, die im Vakuum direkt zu Eisbildung führt) zu gefrieren beginnt. Der Druck im Anzug würde dann auf ein lebensgefährliches Niveau sinken. Nein, das das kann nur die allerletzte verzweifelte Möglichkeit sein.

Er muss sich langsam bewegen, sonst verliert er das Gefühl für die schwache Seilspannung. Es scheint eine Ewigkeit zu dauern. Tatsächlich vergehen aber nur wenige Minuten. Endlich bemerkt er zu seiner großen Erleichterung - irgendwie durch seinen Wasservorhang hindurch – dass er die Thermalschutzabdeckung der Luftschleuse erreicht hat. Die letzte Anweisung, die er noch verstanden hatte, war sofort in die Luftschleuse zu kommen, und nicht auf Chris Cassidy zu warten. Entsprechend den Vorschriften müsste er eigentlich als zweiter in die Schleuse gehen, weil er als erster rausgegangen war. Aber jetzt ist es nicht die Zeit, Vorschriften zu befolgen.

Mit geschlossenen Augen gelingt es Parmitano in das Innere der Schleuse zu kommen. Dort muss er jetzt aber auf Chris Cassidys Rückkehr warten. Schließlich spürt er eine Bewegung hinter sich. Cassidy ist jetzt auch in der Luftschleuse und schließt sofort die Außenluke. In diesem Moment geht die Kommunikation von Houston an Karen Nyberg (spricht man: Karin Neiberg) über, eine Astronautin, die ebenfalls an Bord der ISS ist. Nyberg befindet sich hinter der noch geschlossenen Innenluke, denn es herrscht ja nach wie vor Vakuum in der Schleuse und man kann sie von der Seite der Raumstation her nicht betreten. Parmitano kann Karen Nyberg hören, aber sie hört ihn nicht, weil Parmitanos Mikrophon schon vollständig vom Wasser umschlossen ist. Er merkt es daran, weil sie ihre Instruktionen wiederholt, obwohl er schon drauf geantwortet hat. Er folgt den Anweisungen von Nyberg so gut es geht, aber in dem Moment, als der Druckaufbau in der Schleuse beginnt, geht der Audio-Kontakt komplett verloren. Parmitano hat jetzt Wasser in der Nase und in den Ohren und kann nur noch „fühlen“, solange er den Anzug nicht ausziehen kann.

Er bewegt sich jetzt so wenig wie möglich, um zu vermeiden, dass sich das Wasser im Helm bewegt und ihm möglicherweise doch noch in den Mund kommt. Dann könnte er nicht mehr atmen. Doch jetzt beginnt endlich die Luft in die Schleuse zu strömen. Parmitano weiß jetzt, dass er jetzt den Helm abnehmen könnte, wenn die Gefahr bestehen, dass er erstickt. Er würde dann zwar dann aufgrund des noch viel zu geringen Luftdrucks sofort das Bewusstsein verlieren, aber das wäre auf jeden Fall besser als zu ertrinken. Chris Cassidy drückt ihm die Hand, und Parmitano gibt ihm das o.k.-Zeichen. Sprechen können Sie noch nicht miteinander.

Die Minuten des Druckaufbaus vergehen. In Wirklichkeit dauert sowas nämlich viel länger als in den Science-Fiction-Filmen, wo das immer in Sekunden geht. Dann öffnet sich schließlich die innere Schleusentür, an der sich schon das ganze Team versammelt hat, um ihm zu helfen. Karen Nyberg entriegelt den Helm und hebt ihn vorsichtig über den Kopf. Fyodor Jurtschikin und Pawel Vinogradow reichen ihm sofort Handtücher. Parmitano kann sie zunächst noch nicht hören, denn Nase und Ohren sind noch voller Wasser. Aber nach ein paar Minuten ist er das wieder los. Eine der gefährlichsten Situationen in der Geschichte der Weltraum-Außenbordmanöver ist glücklich zu Ende gegangen.

Heute weiß man, was damals passiert ist. Bei Parmitanos Beinahe-Unglück hat eine verstopfte Pumpe im PLSS, also im Lebenserhaltungssystem des Anzugs dafür gesorgt, dass Wasser in den Luftkreislauf eindringen konnte. Diese Geschichte hätte Luca Parmitano das Leben kosten können. Wir sehen also, auch im Raumanzug ist ein Astronaut niemals völlig sicher. Man kann daran noch viel verbessern. Aber eines Tages werden die Astronauten wirklich in der Lage sein, wie die Helden in Star Trek mit fließenden Bewegungen in den Raumanzug zu schlüpfen, aus der Luftschleuse hinauszuspringen, und neuen Weltraum-Abenteuern entgegen zu schweben.

Tja, lieber Max, soweit für diesmal. Unsere kleine Brief-Serie über die Raumanzüge und die größte Gefahr für einen Astronauten, die darin besteht, zu ertrinken, endet an dieser Stelle.

Vielleicht schreibe ich schon bald mal eine zweite Serie. Und einen Titel dafür habe ich auch schon. Er lautet: "Die größte Gefahr für einen Astronauten besteht darin, zu ertrinken - Teil 2". Beginnen würde diese Serie mit der Geschichte von Sojus 23. Dieses Raumschiff landete nämlich versehentlich während eines Schneesturms im Tengis-See in Kasachstan. Die beiden Kosmonauten an Bord wären dabei um ein Haar ertrunken.

Bis dahin alles Gute, Dein Onkel Eugen

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So schön und friedlich kann es auf der Internationalen Raumstation auch sein. Bild: NASA

 

11.May 2015 | 22:43

Yuris Night 2015 in Wien – eine Retrospektive

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Yuris Night in Wien Bild: Carola Riegler

Am 12. April 1961 fand der erste Raumflug in der Geschichte der Menschheit statt. An diesem Tag umrundete der sowjetische Kosmonaut Yuri Gagarin innerhalb von 90 Minuten einmal die Erde. Seine Tat läutete das Zeitalter der bemannten Raumfahrt ein. Seit einer Reihe von Jahren finden zur Erinnerung an dieses Ereignis weltweit unter dem Motto „Yuris Night“ Gedenkveranstaltungen statt, deren Aktionsrahmen sich, je nach Intention und Laune der Veranstalter, zwischen Party, Filmfestival, Space-up, öffentlichen Vorträgen und klassischer Konferenz bewegen. Sehr häufig ist es eine Mischung mehrerer derzeit gängiger Formen der Wissenschaftskommunikation. Heuer fiel der 12. April auf einen Sonntag, veranstaltungstechnisch ein eher undankbarer Termin.

Ausrichter der Yuris Night in Wien war – wie in den Vorjahren - die Astronomie- und Raumfahrtplattform „Der Orion“, deren Mitgründer ich bin. Die Veranstaltung wurde von meinen beiden geschätzten Mitstreiterinnen Maria Pflug-Hofmayr und Monika Fischer organisiert.

Viele Veranstalter stellen an besuchstechnisch ungünstig gelegenen Wochentagen den Aspekt „Party“ in den Vordergrund, um möglichst viele Besucher anzulocken. Das sollte aber nicht der Standard für die Veranstaltung in Wien sein, obwohl die „Yuris Night“ nicht nur den „Sonntagsnachteil“ hatte, sondern auch noch mit einem absoluten Großereignis konkurrieren musste: dem Wiener Stadtmarathon.

Was an diesem Tag in der Sternwarte der Wiener Urania den gut 150 Besuchern geboten wurde, zeigt der nachfolgende offizielle Bericht, wie er für Publikationen und Sponsoren erstellt wurde.

Bild 10ko - Monika Eugen

Monika Fischer und Eugen Reichl (Astra)

Der anfänglich recht bewölkte Himmel machte die Sache spannend, denn die Wiener Ausgabe von Yuri‘s Night stand unter dem Motto: „Internationales Jahr des Lichts“, das die Vereinten Nationen in diesem Jahr begehen. Dieses „Licht“ sollte möglichst nicht nur von der Großstadt zu Füßen der Sternwarte kommen, sondern vor allem auch vom Universum darüber. So beschäftigte die Raumfahrt-Fans und die Sternenfreunde im Dachsaal der Wiener Urania die Frage, ob man wohl später am Abend mit dem großen Teleskop der Einrichtung Planeten und Sterne beobachten könnte. Zur Unterstützung des Urania-Teleskops hatte auch die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie Teleskope aufgebaut, um möglichst vielen Besucher einen Blick in den Himmel zu ermöglichen.

Die Veranstaltung begann um 18:00 Uhr. Da war es bis zum Sonnenuntergang, und damit bis zur Nagelprobe für diese Frage, noch eine ganze Weile hin. Gastgeberin der folgenden Stunden war Monika Fischer vom „Verein Förderkreis Astronomie und Raumfahrt - Der Orion‘“. Sie konnte die gut 150 Gäste zur bereits siebten Yuris Night in Wien begrüßen. Die „Yuris Night“ wird weltweit begangen. Insgesamt gab es an diesem Tag – verstreut über den ganzen Planeten – mehr als 150 Veranstaltungen im Gedenken an den historischen ersten Orbitalflug von Juri Gagarin am 12. April 1961.

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Maria Pflug-Hofmayr von "Der Orion'

Die offiziellen Begrüßungsworte sprach Dr. Günther Sidl, der Hausherr der Wiener Urania. Danach stimmte Maria Pflug-Hofmayr in einem Bilderstreifzug durch die Geschichte der Himmelsabbildung die Gäste auf den Abend ein. Quelle vieler dieser Bilder war der Bildblog „APOD“, das„ Astronomy Picture of the Day“, der seit zwei Jahrzehnten existiert. Dieses legendäre Internet-Sammelwerk bringt täglich ein spektakuläres Foto aus Raumfahrt oder Astronomie, begleitet von der Erläuterung eines Fachmannes. Pflug-Hofmayr, Mithgründerin der Astronomie- und Raumfahrtplattform www.der-orion.com, übersetzt diesen Erläuterungstext täglich vom Englischen ins Deutsche und veröffentlicht ihn zusammen mit dem jeweiligen Bild. Sie spannte dabei den Bogen von den frühen astronomischen Wandmalereien unserer steinzeitlichen Vorfahren, über die schon legendären Aufnahmen des Hubble Weltraum-Teleskopes, das in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag feiert, bis hin zu den neuesten Bildern der derzeit im Sonnensystem aktiven Raumsonden.

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Dr. Carsten Wiedemann von der Universität Braunschweig (Bild: Carola Riegler)

Ein ganz anderes Bild des Weltalls – zumindest des sehr erdnahen Raumes - zeichnete anschließend Dr. Carsten Wiedemann vom Institut für Luft-und Raumfahrtsysteme der TU Braunschweig. Wiedemann beschäftigt sich mit Weltraummüll, etwas wissenschaftlicher auch als „Space Debris“ bezeichnet. Dabei handelt es sich um ausgediente Satelliten, Raketenendstufen, Bruchstücke fester Treibstoffe, Farbpartikel und Trümmerteile, die in wachsender Zahl über unseren Köpfen kreisen und zunehmend ein Problem für die erdnahe Raumfahrt darstellen. Problematisch ist hier, dass sich diese unerwünschten Teile gerade auf den für wissenschaftliche und wirtschaftliche Zwecke beliebtesten Orbitalbahnen häufen. Die oft nur millimetergroßen Fragmente verfügen teilweise über eine enorme kinetische Energie, da sie potentiell mit Relativgeschwindigkeiten von 10 Kilometern pro Sekunde und mehr aufeinander prallen können und bei solchen Zusammenstößen neue Partikel freisetzen. Carsten Wiedemann berichtete auch von Plänen, diesen „Weltraummüll“ wieder aus der Erdumlaufbahn zu räumen, plädierte aber vor allem für die generelle Vermeidung von Space Debris. So sollen zukünftig alle Satelliten auf niedrigen Erdumlaufbahnen dafür ausgerüstet sein, zum Ende ihrer Einsatzlebens gezielt zum Absturz in die Erdatmosphäre gebracht werden zu können. Dann würden sie harmlos in der oberen Atmosphäre verglühen und keine dauerhafte Gefahr für andere Satelliten darstellen.

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Eugen Reichl im Gespräch mit Simonetta di Pippo (Bild: Carola Riegler)

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Simonetta di Pippo würzte ihre Ausführungen mit vielen Anekdoten (Bild: Carola Riegler)

Dass der Weltraum ein Ort der Kooperation und internationalen Zusammenarbeit ist, erörterte anschließend der Raumfahrtjournalist und Orion-Mitgründer Eugen Reichl in einem Podiumsgespräch mit Dr. Simonetta Di Pippo. Die ehemalige ESA-Chefin für bemannte Raumfahrt ist seit März letzten Jahres Direktorin des United Nations Office for Outer Space Affairs (UNOOSA). Bei der lebhaften Diskussion spannte sich der Themenbogen von ihren aktuellen Aufgaben bei der UN, über ihre Arbeit im Rahmen der Organisation „Women in Aerospace Europe“ bis hin zur privaten Raumfahrt, die sie sehr befürwortet, und in der sie eine große Chance für die Zukunft sieht. Di Pippo betonte dabei vor allem die Innovationsmöglichkeiten und die schnellen Entwicklungszyklen, die der privatwirtschaftliche Wettbewerb möglich macht. Auf die Frage von Eugen Reichl, ob sie denn bereit wäre, zum Mars zu fliegen, wenn sich die Chance ergäbe, zeigte sich die Astrophysikerin nicht abgeneigt. Sie räumte allerdings augenzwinkernd ein, dass sie als Fachfrau, die selber lange in der Entwicklung von Raumfahrzeugen beschäftigt war, vor allem die Flugsysteme zuvor einer sehr kritischen Kontrolle unterziehen würde.

Nach diesem angeregten und mit vielen amüsanten Anekdoten gewürzten Gespräch folgte eine kurze Pause für Erfrischungen. Eugen Reichl hatte seine neuesten Werke mitgebracht. Wer wollte konnte sich ein Buch kaufen, und es sich auch gleich signieren lassen. Gegen Ende der Pause war es zunächst nicht ganz einfach, die auf der Dachterrasse verstreuten Gäste wieder in den Dachsaal zu komplimentieren, denn draußen, hoch über der Donau, lockte inzwischen der erhoffte sternenklare Himmel und zusätzlich ein prachtvoller Blick über das nächtliche Wien.

Das nächste Thema war aber dann doch Anreiz genug, wieder in den Vortragsraum zurückzukehren. Dr. Konstanze Zwintz von der Universität Innsbruck machte nämlich die Sterne für die Weltraumfans hörbar. Sie berichtete anschaulich und mit verblüffend prägnanten Demonstrationen von ihren Forschungsarbeit, bei der sie durch die Untersuchung der Schwingungen der Sterne eine genaue Altersklassifizierung durchführen kann.

Bild 18 - wien-nacht-1

Wien bei Nacht (Bild: Carola Riegler)

Wie jedes Jahr verlieh auch heuer gegen Ende der Veranstaltung das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) den Polarsternpreis des Jahres 2015. Geehrt wurde Dr. Christian Brünner von der Universität Graz für seine Verdienste um die Etablierung des Weltraumrechtes als eigenständiges juristisches Fach in Österreich und sein Engagement in der Nachwuchsförderung.

Zum Ausklang des gelungenen Abends waren die Besucher dann nicht mehr zu halten und „stürmten“ die Terrasse des Urania-Dachsaals, um mit den Teleskopen der Wiener Astronomischen Arbeitsgemeinschaft (WAA), vor allem aber mit dem Großen Teleskop der Urania-Sternwarte die Planeten Venus und Jupiter und andere bekannte Himmelsobjekte zu beobachten. Gegen 23:00 Uhr wurden dann die letzten Gäste hinauskomplimentiert, um das Personal der Wiener Volkshochschulen, das für Yuris Night eine Sonntags-Sonderschicht eingelegt hatte, in den wohlverdienten Feierabend zu entlassen.

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Wien bei Nacht vom Dach der Urania-Sternwarte unweit des Schwedenplatzes (Bild: Carola Riegler)

Nachdem der letzte Gast gegangen war, alles wieder an seinem ursprünglichen Platz stand und alle Lichter gelöscht waren, führten die drei Orioniden, Maria Pflug-Hofmayr, Monika Fischer und Eugen Reichl gegen Mitternacht noch eine Nachbesprechung an einer typischen Einrichtung der Wiener Großstadtkultur durch: am „Würschtelstand“. In diesem Fall am Stand des nahe gelegenen Schwedenplatzes. Bei Käsekrainern, Burenwurst, Bier und Limo wurden dann schon einmal die ersten Pläne für Yuris Night 2016 geschmiedet, denn auch im kommenden Jahr lädt der „Förderkreis Astronomie und Raumfahrt „Der Orion“ alle Raumfahrtfans und Sternenfreunde am 12. April 2016 wieder zu Yuris Night ein. Das Programm und der Veranstaltungsort werden rechtzeitig auf www.der-orion.com bekannt gegeben.

Das deutsche APOD kann über die Plattform-Seite http://www.der-orion.com angesteuert werden. Er hat aber auch eine eigene URL über die er – versuchen Sie es ruhig mal – als Startbildschirm eingestellt werden kann. Die Adresse lautet dann: http://www.starobserver.org/

Diesen Bericht mit anderen Bildern und dem Medienecho zur Veranstaltung finden Sie auch hier

04.Apr 2015 | 18:18

Die größte Gefahr für einen Astronauten besteht darin, zu ertrinken – Sechster Brief

und wer's noch nicht gelesen hat: hier sind Brief 1, Brief 2, Brief 3, Brief 4 und Brief 5Bloggewitter_Kinder_logo

 

Lieber Max,

Bild 1 - ISS EMU CR NASA

Die amerikanische Extravehicular Mobility Unit (kurz: EMU), wie sie auf der Raumstation verwendet wird (BIld: NASA)

na, was sag ich. Im Länderspiel gegen Georgien HAT Müller wieder ein Tor geschossen. Hoffentlich gelingt ihm das heute in der Bundesliga auch. Nachdem die Borussen im Aufwind sind und die Bayern vor zwei Wochen eins auf die Mütze bekommen haben, bin ich dieses Mal besonders gespannt. Das darf ich nicht verpassen. Deswegen gleich mal ran an den Speck und rein ins "Eingemachte".

Und damit sind wir auch schon beim Thema, denn wie letztes Mal versprochen, steht heute "Eingemachter Astronaut" auf dem Speiseplan. Wir haben uns ja bisher mit dem Beginn des "Raumanzug-Zeitalters" beschäftigt. Und ich hab Dir Geschichten aus dem Projekt Mercury und dem Projekt Gemini erzählt. Danach kam - bei den Amerikanern - das Projekt Apollo. Und da waren die wesentlichen Kinderkrankheiten der Raumanzüge überwunden. Sie waren "erwachsen" geworden. Das bedeutete aber nicht, dass sie auch einfacher wurden. Dabei ist so ein Raumanzug im Prinzip eigentlich etwas ganz schlichtes: ein aufgeblasener Ballon in Menschenform.

Allerdings wird dieser "Menschenballon" nicht auf den gewohnten Luftdruck aufgepumpt, wie wir ihn von der Erdoberfläche her kennen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Man kann bei einem niedrigerem Druck wesentlich einfacher halbwegs Dichtigkeit erreichen (dass ein Raumanzug NIE ganz dicht ist, erzähl ich Dir nächstes Mal). Vor allem kann sich der Astronaut dann auch in seinem Anzug noch bewegen.

Du kannst Dir das gut vorstellen, wenn Du wieder den Ballon als Beispiel nimmst. Wenn der knallvoll aufgepumpt ist, dann kann man den nicht knuddeln und biegen. Ist er aber nur halbvoll aufgeblasen, dann kann man ihn quetschen und formen wie es einem gefällt. Luftdruck können wir normalerweise übrigens nicht fühlen. Die Menschen haben kein Sinnesorgan dafür. Nur wenn sich der Druck sehr schnell ändert, bei einem Sturzflug etwa, dann knackst es in den Ohren oder es wird einem schwindlig.

Der amerikanische Raumanzug eines Astronauten, der auf der Raumstation arbeitet, ist die EMU (für "Extravehicular Mobility Unit" und das ist wirklich ein Mörder-Zungenbrecher, der spricht sich nämlich: Extra-Vehi-kjular Mobiliti Junit). Der arbeitet bei einem Druck von 0,35 Atmosphären. Das ist nur ein Drittel des Druckes von Kelheim an der Donau und entspricht fast dem Druck auf dem Gipfel des Mount Everest. Und wie wir jetzt ja wissen, kann man mit normaler Luft als normaler Mensch auf dem Mount Everest kaum noch atmen. Eigentlich atmen wir Menschen ja eine Stickstoff-Atmosphäre mit ein bisschen Sauerstoff drin. Tatsächlich sind es etwa 78 Prozent Stickstoff und 22 Prozent Sauerstoff. Beträgt der Luftdruck aber nur noch ein Drittel des normalen Drucks, dann würden wir viel zu wenig Sauerstoff abbekommen und bald ersticken. Da würde dann der Stickstoff in der Luft seinem Namen alle Ehre machen.

Damit die Atmerei bei einem so niedrigen Druck noch funktioniert - und natürlich auch damit der Raumanzug für den Astronauten ein wenig beweglicher wird - lässt man in einem Raumanzug den Stickstoff einfach komplett weg und atmet nur den Sauerstoff. Reinen Sauerstoff also. Dann bekommt man auch bei nur einem Drittel des normalen Luftdrucks noch genug davon ab. Leiderleider taucht da aber schon das nächste Problem auf. Und das ist nicht von Pappe. Das Problem heißt "Taucherkrankheit", was Dir bei einem Raumfahrer wahrscheinlich etwas komisch vorkommen dürfte. Die Luft, die man für die Raumstation herstellt, ist aber fast dieselbe wie in Kelheim an der Donau. Es fehlen nur die Spurengase und die Autoabgase. Und auch der Luftdruck ist derselbe wie bei Dir daheim. Wenn ein Astronaut also aussteigt, und dafür seinen Raumanzug anzieht, muss er für seinen Aufenthalt bei nur einem Drittel dieses Wertes vorbereitet werden. Sonst bekommt er ein ähnliches Problem wie ein Taucher, der sich lange in großer Tiefe und unter hohem Gasdruck aufgehalten hat, und der jetzt wieder an die Oberfläche will. Und das bedeutet: Wenn die Astronauten da nicht aufpassen wie die Schießhunde, dann bekommen sie im Weltraum die Taucherkrankheit.

Bild 2 - Michael Clifford Linda Godwin CR NASA

Die Astronauten Michael Clifford und Linda Godwin hier beim "Voratmen", um die Taucherkrankheit zu vermeiden (Bild: NASA)

Damit er (oder natürlich "sie", denn auch Frauen können natürlich Astronautin werden) muss er zunächst unter normalem Umgebungsdruck reinen Sauerstoff „voratmen“. Und zwar ein paar Stunden lang. Das dient dazu, den Stickstoff aus dem Blut zu entfernen, und damit Symptome der Taucherkrankheit (durch die Bildung von Stickstoffbläschen) zu verhindern. Diese Stickstoffbläschen könnten zu Embolien, Infarkten und Lähmungen führen, was gar nicht lustig ist. Erst dann kann sich der Astronaut auf seine EVA vorbereiten. EVA, das hatten wir ja schon, ist die NASA-übliche Abkürzung für "Extra Vehicular Acitvity", zu umschreiben mit "Einsatz außerhalb des Raumfahrzeugs". Und dann zieht er seine EMU an.

Die EMU besteht aus 13 Lagen unterschiedlicher Materialien. Von innen nach außen sind das: Nylon (spricht man "Nei-lonn") und Spandex für die Unterkleidung des Astronauten, mit Urethan beschichtetes Nylon, Dacron, mit Neopren beschichtetes Nylon, Mylar, Gortex, Kevlar (wie es für die kugelsicheren Westen verwendet wird) und als äußerste Schicht Nomex. Wenn all diese verschiedenen Schichten zusammengenäht sind, dann haben sie eine Gesamtdicke von etwa einem halben Zentimeter.

Bei den Raumfahrtprogrammen Mercury und Gemini war jeder Raumanzug eine Maßanfertigung für einen einzelnen Astronauten. Bei den EMUs ist das nicht so. Die sind modular aufgebaut, wie man das nennt. Das bedeutet, dass man sich aus einem Vorrat an Einzelteilen seinen persönlichen Raumanzug selber zusammenstellen kann. Sowohl für die nur 45 Kilo schwere und 155 Zentimeter große Astronautin, als auch für einen Riesenkerl von 1,95 Meter und 100 Kilo Gewicht.

Bild 3 - SAFER

Der Mini-Raketenrucksack SAFER. Dieses Teil schnallt man sich unten an das Primary Life-Support Subsystem (Bild: NASA)

Zusammen mit dem Versorgungssystem auf dem Rücken ist so ein Raumfahrzeug dann im Prinzip ein Kleinraumschiff, dem nur noch die Triebwerke fehlen. Doch auch dem kann abgeholfen werden. Wenn sich der Astronaut einen sogenannte SAFER-Kit umschnallt. (SAFER, das steht für "Simplified Aid for Extravehicular Activity Rescue und solltest Du das tatsächlich in voller Länge aussprechen wollen, dann heißt das "Simpli-feid Ä-id foor extra-fehi-kuhlaar äktifitie ress-kju) umschnallt. Das ist - etwas profan ausgedrückt - ein Raketenrucksack, mit dem sich der Astronaut dann tatsächlich frei im Weltraum bewegen kann.

Der "Ladenpreis" für eine Hamilton Standard (so heißt die Firma, die den herstellt) EMU beträgt derzeit ungefähr 25 Millionen Dollar. Ohne den SAFER. Dafür kriegt man - mal überlegen - etwa einen Supertanker voll Mao-am, oder einen Stapel Schokoladentafeln, der 250 Kilometer hoch in den Weltraum reicht. Der Schokoladenstapel für zwei komplette Raumanzüge reicht somit bis zur Umlaufbahn der Internationalen Raumstation. An Bord der ISS befinden sich übrigens genügend Einzelteile, um mindestens drei amerikanische Raumanzüge zusammenzusetzen. Und nur der Vollständigkeit halber: Es gibt auch noch drei russische EVA-Raumanzüge an Bord der Internationalen Raumstation. Bloß die funktionieren ein wenig anders und sind auch ein wenig anders aufgebaut.

Bild 4 - SAFER Mark Lee

Hier benutzt der Astronaut Mark Lee den SAFER (Bild: NASA)

Soderla. Jetzt muss sich die Astronautin oder der Astronaut dieses Ding anziehen. Das ist eine seeehr umständliche Prozedur. Nicht zu vergleichen mit dem, was man in den Star Wars-Filmen sieht. Wenn die die Helden einen Raumanzug brauchen, dann sind das immer diese federleichten, schicken, silbernen Dinger. In die werfen sich dann Luke Skywalker und seine Freunde während des Spurts zur Luftschleuse, um dann wenige Sekunden später entschlossen durch das zischend aufgesprungene Schott in den freien Raum zu springen, und mit dem Antriebsstrahl des Raketenrucksacks dem nächsten Abenteuer entgegen zu düsen.

Nichts könnte weiter von der Wirklichkeit der Gegenwart entfernt sein. Jeder Astronaut und jede Astronautin beginnt den Ausflug in den Weltraum pudelnackt, denn es gilt ein Ding zu installieren, das die NASA verschämt „Maximum Absorption Garment“ nennt (das spricht man fast wie man‘s schreibt, nämlich Maximum Absorptschn Garment). Kurz: MAG. Hört sich toll an. Ist aber nichts anderes als "Pampers" für Erwachsene. Die Notwendigkeit für so ein Ding liegt auf der Hand: Astronauten müssen manchmal über 10 Stunden im Raumanzug verbringen. Und dabei sollen sie möglichst viel trinken, denn die Arbeit ist körperlich extrem anstrengend. Also braucht man seine eigene Mini-Toilette mit.

Als nächstes kommt das „Liquid Cooling and Ventilation Garment“ (Li-quit kuuhling änd venti-läischn garment) dran, kurz LCVG. Auch hinter diesem Wortungetüm verbirgt sich etwas vergleichsweise Einfaches, nämlich die Unterwäsche des Astronauten. Allerdings, so einfach wie die Hemden und Hosen von Peek und Cloppenburg sind die nicht. Das LCVG besteht aus einem Nylon-Hemd und einer langen Unterhose aus Spandex. In beide Kleidungsstücke sind Plastikröhrchen eingearbeitet. Die sorgen dafür, dass es dem Astronauten nicht zu warm wird. Zu kalt wird es ihm übrigens nie, auch wenn auf der Außenseite des Anzuges die Temperatur unter -100 Grad sinkt. Rein technisch gesehen ist so ein Astronaut nämlich nichts anderes als eine leistungsfähige Bio-Kraftwerk. Und die erzeugt erhebliche Abwärme, die man beseitigen muss.

Bild 5 - Unterwäsche

Eine Astronautin zieht sich hier das Liquid Cooling and Ventilation Garment an, die Unterwäsche der Astronauten (Bild: NASA)

Das Kühlwasser für das LCVG kommt in der vom Astronauten gewünschten Temperatur aus dem Geräterucksack. Ein Ausfall der Kühlung ist in kürzester Zeit lebensbedrohlich, denn dann würde der Astronaut innerhalb von Minuten einen Hitzschlag erleiden. Aus diesem Grund gibt es noch ein – allerdings erheblich weniger leistungsfähiges – Reservesystem, das mit kleinen Ventilatoren arbeitet und Luft umwälzt. Die Sache mit dem Kühlwasser hat schon ein paarmal echte Probleme gemacht. Solche Probleme, dass ein Astronaut schon beinahe einmal ertrunken wäre, als das Kühlsystem kaputt ging, und sich die fünf Liter Kühlwasser in seinem Raumanzug verteilten. Und schon haben wir die drei Hauptgefahren für den Astronauten mal wieder beisammen. Ertrinken, Taucherkrankheit und Hitzschlag.

Aber daran denkt unser Astronaut (oder unsere Astronautin) jetzt nicht, denn als nächstes gilt es das EEH-System anzulegen. Dies steht für EMU Electrical Harness und ist die Verdrahtung für alle Biosensoren und Kommunikationsverbindungen, die sich im Inneren des Anzugs befinden. Da haben die Astronauten eine ganze Weile mit dem Rumstöpseln zu tun.

Bild 6 - Snoopy Cap

Der Erfinder des Snoopy Cap ist...Snoopy (Bild: AST)

Danach kommt das „Communications Carrier Assembly“ (CCA). Das Wort kommt den Astronauten ein bisschen zu blöd vor, und deswegen nennen sie es „Snoopy-Cap“. Eine Art Mütze, die an ein Weltkrieg 1-Fliegerkäppi erinnert. Benannt haben sie es nach dem Hund "Snoopy" aus der Comic-Serie "Charlie Brown". Der träumt nämlich auf seiner Hundehütte immer davon, ein Fliegerheld des ersten Weltkriegs zu sein. Mit einem Weltkrieg 1-Fliegerkäppi auf. In diese Mütze ist die Radio-Ausrüstung eingebaut, mit dem sich der Astronaut mit seinen Kollegen in der Raumstation oder in Mission Control unterhält.

Bild 7 - Astronaut-AnnaFisher

Hier die Astronautin Anna Fisher mit dem Snoopy Cap (Bild: NASA)

Nun kann sich der Astronaut in das Lower Torso Assembly (kurz LTA, spricht sich "Louwer Torso Assem-blie) quetschen. Das ist quasi die untere Hälfte des Raumanzuges, in einem einzelnen Stück vom Hosenbund bis zu den Schuhen. Es gibt aber auch hier an einigen Stellen, zum Beispiel an den Knien, Gelenke in diesem Teil, die es dem Astronauten erleichtern, sich zu bewegen.

Jetzt ist es Zeit, sich dem Hard Upper Torso (HUT) zu widmen, einer Fiberglas-Hartschale in der Form einer Weste. Der HUT ist das Verbindungsstück zu einer Reihe weiterer Einheiten. Zu den Armteilen, zum Verbindungsring des LTA, zum Helm und vor allen Dingen zum Lebenserhaltungssystem. Die Verbindung des HUT zu all diesen Elementen geschieht mit Schnellverschlüssen.

Dann werden die „Arme“ angelegt. Die sind im Schulterbereich, am Ellenbogen und am Handgelenk beweglich, und es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, je nach der Körpergröße jeweiligen Astronauten.

Bild 8 - Lower Part

Die Lower Torso Assembly. Die untere Hälfte des EMU-Raumanzugs (Bild: NASA)

Nach den "Armen" sind die Handschuhe dran. Die Fingerspitzen der Handschuhe sind mit Gummi überzogen, damit der Astronaut einen besseren "Griff" hat. Im Inneren der Handschuhe trägt der Astronaut noch einen Innenhandschuh, um Scheuern und Stoßen der Fingerspitzen zu vermeiden. Dies war ein beständiges Problem der Apollo-Anzüge, und vielen der Astronauten gingen nach ihren Mondmission alle Fingernägel ab.

Nun wird der Helm aufgesetzt. Auch er hat einen Schnellverbindungsring, mit dem er am HUT befestigt wird. Der Helm selbst ist nicht drehbar. Vielmehr ist er so groß ausgelegt, dass der Astronaut den Kopf im Inneren hin und her drehen kann. Im Hinterkopfbereich ist der Helm innen gepolstert.

Damit nicht genug. Am Helm wird jetzt die so genannte "Extravehicular Visor Assembly" kurz EVA, aufgesetzt. Sie passt genau über den Helm, und rastet am Kragen ein. Die EVA besteht aus einem Goldmetall-Visier, einer schlagfesten Sichtscheibe, einem Satz Blenden, die ziemlich albern aussehen, ähnlich wie Scheuklappen für Pferde, um blendendes Sonnenlicht abzuschirmen, vier Lampen, sowie einer Fernsehkamera, die alle Tätigkeiten in den Shuttle, die ISS und zum Boden überträgt.

Dann befestigt der Astronaut seinen Trinkbeutel im Kragenbereich des Anzugs. Auch dies eine Erfahrung aus den Apollo-Tagen. Bei Apollo 15 war es bei den Astronauten Irwin und Scott zu Herzrhythmus-Störungen gekommen, weil sie bei der enormen körperlichen Anstrengung massiv Spurenelemente ausschieden, und nicht wieder zugeführt bekamen. Der EVA-Anzug der NASA enthält deswegen einen Behälter mit zwei Liter isotonischer Flüssigkeit, die der Astronaut mit einem Trinkhalm konsumieren kann.

Bild 9 - Handschuhe

Die Handschuhe des EMU (Bild: NASA)

Zusätzlich gibt es eine Halterung im Inneren des Helms, in dem Nahrungskonzentrate, meistens Fruchtriegel, befestigt werden. Die Astronauten können durch eine Drehung des Kopfes mit den Zähnen diese Riegel aufnehmen und verspeisen.

Nun kommen wir zum großen Rucksack, dem "Primary Life-Support Subsystem" (PLSS). Das ist das Lebenserhaltungssystem und die Kraftzentrale des "Miniraumschiffes Raumanzug". Es ist voll gestopft mit Dingen, die das Überleben im Weltraum erst möglich machen. Randvoll mit hochkomplizierter Technik. Hier nur einige der Dinge, die sich da drin befinden: Ein Sauerstofftank mit lediglich 0,5 Liter Inhalt, der aber unter einem Druck von 518 Atmosphären steht, Kohlendioxid-Filter, Geruchsfilter (!), 5 Liter Kühlwasser (hatten wir vorhin schon), Funkgeräte, Warnsysteme, Ventilatoren, eine komplexe Wasserrückgewinnungsanlage für die Kühlluft und vieles mehr. Die Energieversorgung geschieht über Batterien.

Bild 10 - Helm

Der Helm des EMU. Ein technisches Wunderwerk (Bild: NASA)

Sollte das PLSS aus irgendeinem einmal Grund ausfallen, ist unterhalb des PLSS das "Secondary Oxygen Pack" (Secondärie Oxidschehn Päck – kurz: SOP) installiert. Es besteht im wesentlichen aus zwei Sauerstofftanks, die insgesamt 1,2 kg Sauerstoff unter einem Druck von 408 Atmosphären beinhalten. Das reicht für 30 Minuten, und diese Zeit sollte genügen, damit der Astronaut wieder in das sichere Raumfahrzeug kommt. Das SOP aktiviert sich selbständig, wenn der Druck im Raumanzug auf unter 0,23 Atmosphären sinkt.

Schließlich gibt es noch zahlreiche Hilfsgeräte und Vorrichtungen. Da ist zum Beispiel das "Display and Control Module" (Dis-plä-i änd Kontrol-Mod-jul, kurz: DCM), sozusagen das "Armaturenbrett" des Raumanzugs. Es beinhaltet Knöpfe, Kippschalter, Hebel und einen kleinen Bildschirm, auf dem der Astronaut alle Funktionen seines Anzugs, vor allem des PLSS ablesen kann. Das DCM ist in Brusthöhe vor den Augen des Astronauten platziert.

Und dann gibt es die "Servicing and Cooling Umbilical" (Sörvising änd kuuling ambilikl), eine Art Versorgungsleitung, mit der sich der Astronaut, so lange er noch in der Luftschleuse des Raumschiffes ist, an die Bordsysteme anschließen kann. Sinn dieser Anlage ist es, nicht die wertvollen Ressourcen des Raumanzuges schon vor Beginn der Außenbord-Aktivität zu verbrauchen.

In der Praxis sind nicht weniger als 25 zeitraubende Prozeduren zu absolvieren, bevor eine EVA beginnen kann. Einfach wie Flash Gordon (so’n Held aus den alten Zukunftsfilmen) in den Anzug springen und aus dem Raumschiff zu hechten ist nicht drin.

Bild 11 - Schweb

Und wenn alles fertig ist, dann kann der Astronaut losschweben (Bild: NASA)

Lieber Max, das war echt stressig für Dich heute. So viele Raumanzug-Fachausdrücke. Nächstes Mal wird es leichter. Da gibt es den Abschluss dieser Briefe-Reihe und da wird nochmal alles geboten, was es an Raumfahrern, Raumanzügen und Riesengefahren im Weltraum so gibt. Ein Schreckensbild hab ich noch gar nicht beschrieben. Eines, das man sich gar nicht ausmalen will. In einem Raumanzug kann nämlich noch etwas passieren, das nichts mit Ertrinken, Überhitzen, Taucherkrankheit oder einem Meteoritentreffer zu tun hat. In so einem Raumanzug sind viele elektrische Motoren, elektrische Leitungen, Stecker, Schalter und Relais.  Dazu eine Atmosphäre aus reinem Sauerstoff. Die Superkatastrophe wäre aber ein Brand im Raumanzug, ausgelöst durch einen Kurzschluss.

Den abschließenden Brief sende ich Dir erst in zwei Wochen. Nächstes Wochenende bin ich in Wien, bei Yuris Night (Jurihs Neit) und treffe da eine sehr interessante Weltraum-Frau. Simonetta di Pippo. Informationen zu dieser Veranstaltung findest Du HIER.

So, aber jetzt endgültig zum Fußball. Mal schauen, wie es den Bayern in Dortmund geht. Hoffentlich versemmeln sie das nicht...

Bis in zwei Wochen dann, Dein Onkel Eugen

28.Mar 2015 | 17:26

Die größte Gefahr für einen Astronauten besteht darin, zu ertrinken – Fünfter Brief

und wer's noch nicht gelesen hat: hier sind Brief 1, Brief 2, Brief 3 und Brief 4Bloggewitter_Kinder_logo

 

Lieber Max,

Schitto….das ging ja sauber in die Grütze, letzte Woche. Eine 0:2 Klatsche gegen Borussia Mönchengladbach. Wer hätte das gedacht. Und kein Tor von Müller. Hat also kein Glück gebracht, dass ich den Brief an Dich erst am Sonntag geschrieben habe. Heute deswegen mal wieder zur "rechten" Zeit. Am Samstagnachmittag. Obwohl: heute ist ja eh keine Bundesliga. Wegen der Länderspiele. Gegen Borussia Dortmund geht es ja erst nächste Woche. Die sind ja wieder ganz schön stark geworden, die letzte Zeit. Und die haben dann auch noch Heimspiel. Mir schwant nichts Gutes. Aber wie sagt Franz Beckenbauer immer: "Schau mer mal". Also schau mer mal.

Bild 1 - Cernan Einstieg

In diesem Plastikmodell ist zu erkennen, wie sich Gene Cernan auf die Rückseite seines Gemini-Raumschiffs bewegen musste, um den "Rucksack" zu erreichen. Der in der Mitte der Rückseite befestigt ist (Bild: Pete M.)

Letztes Mal hab ich mich selbst mehr oder weniger mitten im Satz unterbrochen. Ich musste ja auf den Ostermarkt (Mann, war das langweilig). Davor war ich grade dabei, die Geschichte von Eugene Cernan und Tom Stafford zu erzählen, der Mannschaft von Gemini 9. Tom Stafford war der Kommandant, Eugene Cernan war der Pilot. Und seine Aufgabe war es, aus dem Raumschiff auszusteigen und die EMU zu testen. Die EMU, das war die „Extravehicular Maneuvering Unit“, von den Astronauten immer nur "der Rucksack" genannt. Sie war auf außen auf der Rückseite vom Raumschiffs befestigt, weil sie innen keinen Platz hatte. Und dorthin war Eugene Cernan jetzt unterwegs, in seinem Raumanzug. Hinten am Geräteteil, an der Kante vom Raumschiff, da gab es diesen gefährlichen gezackten Metallrand. Der war entstanden, weil bei der Stufentrennung die Sprengladung das Raumschiff nicht sauber von der zweiten Stufe der Titan-Trägerrakete abgetrennt hatte. Vorsichtig legte er jetzt seine lebenserhaltende Nabelschnur über die rasiermesserscharfen Metallkanten. Und dann hatte er nur noch zwei Meter zum "Rucksack". Und das war die Stelle, an der wir letzte Woche stehen geblieben waren. Aaalso...

...Gemini 9 flog grade über Südafrika und näherte sich wieder der Tag- und Nachtgrenze. Jetzt ging für die Astronauten die Sonne so schnell unter, wie sie vor 45 Minuten aufgegangen war. Als sich Cernan schließlich hinter die Gemini schwang, geriet er damit gleichzeitig aus dem Blickfeld von Stafford. Der hatte ihn bis dahin mit einer Art Rückspiegel beobachten können. Schließlich hatte er den "Rucksack" erreicht. Er klappte die Transportsicherungen weg und schaltete zwei kleine Lampen ein. Es funktionierte aber nur eine von den beiden und die lieferte nur ein klägliches Funzellicht. Cernan schob das Goldvisier seines Helms nach oben, aber auch das verbesserte seine Sicht nicht besonders.

Bild 2 - Training Erde

Das ist ein Bild von Gene Cernan beim Training auf der Erde. Da klappt alles einwandfrei (Bild: NASA)

All diese Handgriffe und Bewegungen musste er gegen den Widerstand des steinhart aufgepumpten Anzuges unternehmen. Das kostete Kraft, und so war Cernan schon bald sehr erschöpft. Er musste sich immer mindestens mit einer Hand an einem der Haltebügel festhalten, um nicht abzutreiben. Und mit seiner eigentlichen Aufgabe hatte er noch gar nicht begonnen. Tom Stafford konnte ihn bei der Vorbereitung seines Rucksacks nicht sehen. Die Sprechverbindung durch die Versorgungsleitung erlaubte es Eugene Cernan aber, seinem Kommandanten mitzuteilen, dass die Dinge aus dem Ruder liefen. Das Funzellicht war völlig unzureichend. Er konnte praktisch nichts erkennen. Und er musste sich durch eine Kontrollliste arbeiten, die 35 Positionen lang war. Allesamt waren notwendig, um den Rückentornister flugfähig zu machen. Er musste Knöpfe drücken, Ventile öffnen, Verbindungen legen und Schläuche umstecken.

Die Strapazen begannen ihren Tribut zu fordern. Was auf der Erde bei den Übungen kinderleicht war, war in der Wirklichkeit des Weltraums praktisch nicht zu bewältigen. Der Schweiß brannte in seinen Augen, aber er konnte ihn sich wegen des Helms nicht abwischen. Schließlich gelang es ihm, den letzten Schalter umzulegen. Die Systeme des Rücktornisters fuhren hoch. Es war beinahe Zeit, zu fliegen.

Er war jetzt schon eine Stunde und 47 Minuten draußen. Fünfmal so lange wie der bisherigen Rekordhalter. Und nun hätte es eigentlich losgehen können, mit seinem Raketenrucksack. Aber er konnte nichts erkennen. Es war total finster. Die Gemini musste doch eigentlich längst wieder auf der Tagseite der Erde sein. Es dauerte eine Weile, bis ihm klar wurde, dass es tatsächlich schon Tag war. Aber er konnte trotzdem nichts sehen. Der Schock fuhr ihm durch die Glieder. Cernan hatte so hart gearbeitet, dass die künstliche Atmosphäre im Inneren seines Raumanzuges die Feuchtigkeit, die er in den Anzug hineinschwitzte, nicht mehr bewältigen konnte. Die Sichtscheibe seines Helms hatte sich beschlagen und war durch die Kälte auf der Nachtseite der Erde vollständig eingefroren. Die Scheibe war so blind wie die eines Autos, das in einer kalten Winternacht im Freien gestanden war.

Er teilte es Tom Stafford mit. „Tom, mein Visier ist komplett zugefroren. Ich kann nichts mehr erkennen.“ Ungefähr das war die Stelle, an dem Tom Stafford sehr unruhig wurde. Was sollte er jetzt machen, wenn es Gene Cernan nicht mehr ins Raumschiff zurück schaffte?

Bild 3 - Training Erde Druckkammer

Auch das ist ein Bild vom Training auf der Erde. Dieses Mal im Druckanzug. Da ging das schon nicht mehr so einfach (Bild: NASA)

Das Hauptproblem für Eugene Cernan bestand darin, ohne die Hilfe der Schwerkraft irgendeine Hebelwirkung zu erzielen. Die einzige Halterung waren zwei dünne Metallbögen, die dafür vorgesehen waren, die Füße am Platz zu halten. An denen konnte man sich aber nur lose einhaken. Sie waren vollständig unzureichend, um ihm genügend Stabilität zu verleihen. Vor allem aber waren sie für eine sitzende Position ausgelegt, bei der er dem Raumschiff den Rücken zukehrte. Seine jetzige Arbeitsposition war aber genau anders herum. So schlüpfte er mit dem rechten Fuß unter die Fußhalterung und stellte den anderen Fuß fest darauf. Gleichzeitig musste er sich mit einer Hand am Bügel des Tornisters festhalten, während er versuchte, mit der anderen Hand zu arbeiten. Es war, als versuchte man, die Schlauchkupplung zweier zusammengeschlossener Gartenschläuche mit nur einer Hand wieder zu trennen. Und das gleich nach einem Dreitausend-Meter Lauf, mit zwei Paar extradicken Handschuhen an, in fast völliger Dunkelheit und dabei wie wild hin und her schwankend.

Die Arbeit war hart und Cernan japste nach Luft. Sein Herzschlag stieg auf 180 Schläge in der Minute. Das Visier war innen jetzt vollständig vereist. Er hatte keinerlei Sicht mehr nach außen. Da er es nicht abwischen konnte, blieb als einzige Möglichkeit, zumindest für einige Momente wieder geringe Sicht zu bekommen, mit der Nase ein Loch in die Scheibe zu rubbeln. Der Raketenrucksack war eine komplexe Maschine. Voll mit Ventilen, Hebeln und Armaturen. Viele von ihnen waren an Plätzen, die auch unter normalen Bedingungen nur schwer zu erreichen waren.

Sobald er versuchte, ein Ventil zu öffnen oder einen Hebel zu betätigen, forderte die Schwerelosigkeit ihren Tribut. Wenn er eine Kraft dafür aufwendete, etwas auf die eine Seite zu drehen, dann drehte es ihn selbst mit der gleichen Kraft auf die andere Seite. Dann rutschte sein Fuß wieder aus dem Bügel, und der ganze Körper begann sich in Pirouetten zu drehen. Und das alles in unmittelbarer Nähe des sägezähnigen Adapters, der nur darauf wartete, mit seinen scharfen Kanten ein Loch in seinen Anzug zu reißen.

Um den "Rucksack" zu einem handlichen Paket zu schnüren, das gut in die Mulde auf der Rückseite der Gemini passte, hatten die Ingenieure lange nachgedacht. Es war ein mechanisches Meisterstück geworden. Viele Elemente waren faltbar, oder als Teleskopvorrichtung ausgelegt. Die Haltearme waren sogar beides, gefaltet und ineinander einfahrbar. Der Versuch, sie auszuklappen und auszufahren glich dem Versuch, gekochte Spaghetti in sprudelndem Wasser gerade zu bekommen. Cernan zog, und die Arme zogen zurück. Er drehte und wurde selbst gedreht. Schließlich aber hatte er sie da, wo sie sein sollten. Er brachte seinen Körper auf den kleinen sattelartigen Sitz und schnallte den Sitzgurt fest.

Nun musste er sich nun von seiner Versorgungsleitung abklemmen, und sich an die Rucksack-Systeme anschließen. Der sollte ihm jetzt als Lebenserhaltungssystem dienen und ihn mit Sauerstoff und Energie versorgen. Das gelang ihm auch, da er nun in seiner Sitzposition über Haltepunkte verfügte. Das erste Mal in der Geschichte der Raumfahrt hatte sich ein Mensch von der Versorgung seines Raumschiffes getrennt. Doch indem er das tat, schnitt er die Sprechverbindung mit Tom Stafford ab, denn die war per Draht durch die Nabelschnur gelaufen. Sie wurde nun durch eine Funkverbindung ersetzt. Aber die funktionierte nur dann gut, wenn der Sender und der Empfänger in direkter Sicht waren. Da sich Cernan aber am hinteren Teil der Adapter-Sektion befand, war er durch das Metall und die Treibstofftanks des Raumschiffs von Tom Stafford getrennt. Und so konnte ihn sein Kommandant im Rauschen und Krachen des dünnen Signals kaum verstehen. Immerhin bekam Stafford die wesentliche Aussage Cernans mit: „Tom, ich kann vor meinen Augen nichts mehr sehen“.

Auch die Leute von der Bodenkontrolle konnten Cernan jetzt nicht mehr hören. Stafford hatte ihnen aber erzählt, dass die Arbeitsbelastung viel höher sei als das, was man vermutet hatte. Und er hatte ihnen auch erzählt, dass die Sprechverbindung sehr schlecht sei ,und dass Cernan nichts mehr durch sein Helmvisier sehen konnte. Und so gab er folgendes durch: „Wenn sich die Situation nicht sehr schnell verbessert, dann brechen wir die ganze Aktion ab“.

Bild 4 - Training Erde

Buzz Aldrin - er war der Ersatzmann von Gene Cernan - probiert hier den "Rucksack" auf der Erde beim Training ebenfalls anzuschnallen (Bild: NASA)

Bevor Cernan von der Nabelschnur-Verbindung zum Rückentornister umschaltete, hatte das medizinische Team am Boden die Daten seiner Körpersensoren direkt verfolgen können. Aber jetzt bestand diese Nabelschnur-Verbindung nicht mehr, und nun waren sie von diesen Daten abgeschnitten. Und da Ärzte nun mal von Beruf wegen zur Besorgnis neigen, waren sie alarmiert. Das letzte, was sie von Cernan wussten war, dass er vor Anstrengung japste. Und das schon seit einer dreiviertel Stunde. Der normale Herzschlag hatte sich verdreifacht. Die Sachlage entwickelte sich chaotisch und er befand sich in einer Zone, aus der er möglicherweise nicht mehr zurückkommen konnte. Der Astronaut Gene Cernan, so erkannten sie, steckte tief in der Scheiße.

Der Gegenstand ihrer Sorge saß in der Zwischenzeit auf seinem kleinen Thron, versuchte seine Nase an der Scheibe zu reiben um zumindest ein kleines Sichtloch freizubekommen. Und er kam zu zwei Schlussfolgerungen. Erstens: Er steckte tief in der Scheiße. Zweitens: Er war der Sache nicht mehr gewachsen.

Tom Stafford meldete sich wieder. Seine Stimme war durch das Rauschen und Knistern und Knacken der Funkübertragung kaum zu verstehen. „Kannst Du irgendwas erkennen, Gene? Kannst Du mich verstehen? Gene? GENE??. Cernan schrie seine Antwort ins Mikrofon, aber er konnte sich nur schwer verständlich machen. Es kam zur einer verstümmelten Unterhaltung mit vielen Rückfragen und Wiederholungen. Und Tom Stafford traf eine Entscheidung.

„Okay“, entschied er „No-go. Hast Du verstanden? Ich sagte No-Go. Du kannst nichts sehen. Wir brechen ab. Auf der Stelle. Du schaltest Dich zurück auf die Nabelschnur“. Es war die richtige Entscheidung, und Tom war nicht der Typ, der so etwas noch einmal diskutierte. Er setzte sich umgehend mit der Bodenstation Hawaii in Verbindung. „Hawaii, hier Gemini 9. Hört zu. Der EMU Einsatz findet nicht statt. Wir haben keine andere Chance“. „Roger, verstanden“, bestätigte die Bodenstation. Und das war es dann, für den „Nichtflug“ des Rucksacks. Die Probleme waren damit aber noch lange nicht beendet, denn Eugen Cernan war noch nicht wieder zurück.

Das Abschnallen, das Wiederanschließen der Versorgungsleitung, das Herumklettern um die Adapter-Sektion schienen einfacher zu sein, als beim Hinausgehen. Aber es dauerte trotzdem sehr lange. Der aufgepumpte Raumanzug hatte in den vergangenen zwei Stunden nichts von seiner Steifheit verloren. Das Visier war nach wie vor komplett vereist und Cernans letzte Kraftreserven schmolzen dahin wie der Schnee im März.

Bild 5

Und so hätte das aussehen sollen, wenn alles funktioniert hätte. Aber so weit kam es ja nicht (Bild: NASA)

Aus dem Bericht von Edward White wussten die Astronauten, dass das Zurückklettern in das Raumfahrtzeug eine besonders knifflige Aufgabe war. Anstatt aber zu berichten, dass es schwierig sei, hätte White besser gesagt, dass es nahezu unmöglich war. Wenn ein Astronaut größer war als 1,75 konnte er sich in der winzigen Kabine nicht ausstrecken, ohne mit dem Kopf oder den Füßen irgendwo gegenzustoßen. Cernan war aber schon ohne Helm 1,83. Das bedeutete, dass er sich in jedem Fall zusammenkauern musste, um wieder hineinzukommen. Und im Weltraum ist kein Job erledigt, bis nicht die Luke wieder geschlossen, und der Druck im Inneren hergestellt ist.

Als Eugene Cernan das kleine Raumschiff für seinen Ausflug an das Heck der Gemini verließ, hatte er die Luke fast ganz geschlossen. Sie war nur noch einen Spalt offen. Grade genug, um die Nabelschnur durchzulassen. Mehr durfte es nicht sein, damit das Innere der Gemini vor der direkten Sonneneinstrahlung geschützt blieb. Nun tastete Cernan, blind wie er war, mit seinen Fingern herum, um die Luke zu finden.

Seine suchenden Hände fanden schließlich den offenen Türspalt. Er zog sie auf, drehte sich und steckte die Füße ins Raumfahrzeug. Stafford hatte die Nabelschnur mit jedem Meter, den sich Cernan der Luke näherte, weiter eingeholt. Nun packte er ihn am Knöchel und beendete damit das schwerelose Ballett. Bei der Gelegenheit kickte Cernan den Hasselblad-Fotoapparat weg, die Stafford benutzt hatte, um Bilder von seinem Ausflug zu machen. Der Apparat schwebte langsam an seinem beschlagenen Helm vorbei. Durch das winzige Loch, das er mit der Nase in die Scheibe gerubbelt hatte, konnte er sehen, dass da etwas wegtrudelte. Er grabschte danach, hielt es auch für einen Moment, aber seine Finger hatten nicht mehr die Kraft, sie fest zu packen. Die Fotos waren weg. Heute existieren von Cernans Ausflug nur Standbilder der Filmkamera, aber keine Fotos.

Gemini 9 war über dem Atlantik, als Gene Cernan begann, sich wieder in das Raumschiff zu quetschen. Die Anstrengung, sich im Anzug zusammenzukrümmen war wie der Versuch, ein prall aufgeblasenes Schlauchboot umzuknicken. Tom Stafford konnte ihm nicht mehr helfen als er es ohnehin schon tat. Und so begann der Kampf Gene Cernans mit dem Raumanzug aufs Neue. Sein Atem ging stoßweise, als er versuchte die Beine anzuwinkeln und unter die Konsole zu pressen. Das Ganze endete in einer Art Entengang-Position, die Beine breit auseinander und nur noch halb gestreckt.

Cernan versuchte sich noch ein wenig mehr zusammen zu kauern. Entsetzliche Schmerzen schossen ihm in den Oberschenkel, als er versuchte seinen Körper in den Sitz und seine Beine unter die Instrumentenkonsole zu zwängen. Schließlich gelang es ihm, zunächst die Zehenspitzen, dann auch die Fersen über die Sitzkante zu pressen, und schließlich auch die Knie in einer abenteuerlichen Stellung unter das Instrumentenpaneel zu klemmen. Die Zehenspitzen deuteten senkrecht nach unten und die Beine waren in einer schrecklichen V-Position gebeugt, als er versuchte sich immer weiter in die Kabine zu pressen. Schmerzhafte Krämpfe liefen in Wellen die Beine hoch.

Bild 6 - Inside Gemini

Gene Cernan im Raumschiff nach seinem Abenteuer. Die Erschöpfung und der Schrecken sind ihm anzusehen (Bild: NASA)

Cernans Ziel war es, irgendwie seinen Allerwertesten auf den Sitz zu bekommen, und den Rücken flach auf die Rückenlehne. Aber das war wegen des steinhart aufgepumpten Anzugs völlig unmöglich. Die Anstrengung wurde zur Qual, als er sich schwitzend Millimeter für Millimeter weiter in die Kabine zwängte. Die Pulsfrequenz überstieg wieder über die 150er Marke und die Atemfrequenz ging auf 40 die Minute. Schließlich bekam er seine Finger unter das Instrumentenbrett und begann, sich mit aller Kraft hineinzuziehen. Eine weitere kleine Bewegung schließlich, und es gelang, die Knie unter das Panel zu klemmen. Das war schwieriger, als einen Sektkorken wieder in die Flasche zurück zu stopfen.

Schließlich war Cernan zu zwei Dritteln im Raumfahrzeug und noch zu einem Drittel draußen. Mit einer weiteren Gewaltanstrengung gelang es ihm, die Schultern unter die Höhe der Luke zu bringen. Dann kauerte er sich hinunter, soweit es mit äußerster Kraft ging, bog den Nacken und Kopf in einen unmöglichen Winkel nach unten und zog gleichzeitig mit aller Kraft an der Luke.

Jetzt langte Tom Stafford mit der rechten Hand herüber und griff nach einem Hebel, durch den man über eine Kette die Luke Zentimeter für Zentimeter herunter pumpen konnte. Das quetschte die Tür zusammen mit Cernans Kopf einige weitere Zentimeter nach unten. Weit genug, um den Schließmechanismus im obersten Zacken der Zahnstange einrasten zu lassen. Das war zum einen gut, zum anderen machte es aber für Cernan die Dinge schlimmer als je zuvor. Er war in seinem prallgefüllten Gummi-Gefängnis schon bis zu einem Punkt zusammengefaltet, wo es absolut nichts mehr weiter zu stauchen gab. Und die verdammte Tür war noch weit davon entfernt, geschlossen zu sein. Tom pumpte die Luke einen weiteren Klick der Zahnstange herunter und Cernans Schmerzen wurden immer schrecklicher.

Vor Cernans Augen waberte es in roten Wellen. Er war auf seinem Platz eingefroren und nicht in der Lage auch nur die kleinste Bewegung auszuführen. Es war nicht möglich, den Körper noch tiefer zu drücken, die Beine waren wie mit Stahlklammern an die Unterseite des Instrumentenpanels genagelt. Und die Luke war nicht zu. Weitere Klicks waren notwendig, um den Schließmechanismus Zacken um Zacken die Zahnstange hinunter bis zum Verriegelungspunkt zu bringen. Verzweifelt pumpte nun Cernan selbst mit der linken Hand immer weiter und hatte dabei das Gefühl, als hätte er sich schon alle Knochen gebrochen. Nie zuvor im Leben hatte er solche Schmerzen gehabt. Schließlich erfolgte der letzte Druck am Hebel und die Luke rastete ein.

Farbige Lichter tanzten vor seinen Augen, er bekam keine Luft mehr und eine unglaubliche Agonie machte sich in ihm breit, als er da an der Grenze zur Bewusstlosigkeit hing.

„Tom“, stöhnte er, „wenn wir das Schiff nicht schnellstens unter Druck setzen können, dann – glaub’s mir – sterbe ich hier“. Stafford verlor keine Sekunde, und das Zischen der Luft, die in das Raumfahrzeug strömte, war das schönste Geräusch, das er je gehört hatte. Als der Luftdruck in der Gemini zunahm, wurde der Anzug weicher und weicher. Als er seine Füße wieder bewegen konnte, schob er sie mit beiden Händen und unter heftigen Schmerzen endlich ganz unter das Instrumentenpanel und konnte nun auch richtig auf den Sitz rutschen. Er nahm den Helm ab und inhalierte den Sauerstoff in tiefen Zügen.

Bild 7 - Landung

Nach der Landung von Gemini 9. Links Gene Cernan, rechts Tom Stafford. Beide sind heilfroh, wieder zurück zu sein.

Cernans Gesicht war so rot wie ein Radieschen. Er stand unmittelbar vor dem Hitzekollaps. Stafford war zutiefst geschockt von dem Anblick. Bis zu diesem Zeitpunkt war ihm zwar klar, dass die Situation ernst war. WIE ernst es aber tatsächlich um Gene Cernan stand, hatte er noch nicht realisiert. Eine der eisernen Regeln für die Astronauten in den Gemini-Tagen war es, niemals – NIEMALS – mit Wasser im Inneren des Raumschiffs herumzuspritzen. Die herumfliegenden Wasserkugeln konnten nämlich in der reinen Sauerstoffatmosphäre der Gemini zu Kurzschlüssen mit verheerenden Folgen führen. Doch jetzt zögerte Stafford keine Sekunde. Er fingerte nach seiner Wasserspritze (aus der die Astronauten damals tranken) richtete sie wie eine Pistole auf Cernan und drückte Ströme kühler Flüssigkeit in das brennende Gesicht seines Piloten. Einen Tag später landete Gemini 9 im Atlantik. Die Sache war äußerst knapp gewesen für Eugene Cernan.

Aber für heute ist es jetzt mal genug. War auch ne echt lange Story. Fussball ist heute ja nicht. Zumindest nicht Bundesliga. Wegen dem Länderspiel morgen gegen Georgien. Und zweite Liga ist nicht so das meine, von den Spielen der 60iger mal abgesehen. Oder interessiert Dich KSV Baunatal gegen Kickers Offenbach oder FSV Wacker 90 Nordhausen gegen den 1. FC Magdeburg? Ich werde hernach jedenfalls was Vernünftiges tun, und einen großen Topf voll Chili con Carne kochen. Das essen bei uns alle gern hier. Und morgen kann ich dann gucken, ob Müller vielleicht im EM-Qualifikationsspiel gegen Georgien ein Tor schießt.

Das nächste Mal geht’s es bei den Raumanzügen ins "Eingemachte". Was ja dann eigentlich der Astronaut wäre, höhö. So ein Anzug sieht simpel aus, ist eine top-komplizierte Sache. Und deswegen erzähl ich Dir dann was über SAFER und HUT und ein paar furchtbare Zungenbrecher wie CCV und LCVG. Letzteres ist übrigens eine Unterwäsche, bei der man ertrinken kann. Wär fast schon passiert.

24.Jun 2015 | 17:45

Allgemeines Live-Blog vom 24. bis 30. Juni 2015


30. Juni

issauro

Eine außerordentlich bunte Aurora aus der ISS am 22. Juni von Геннадий Па́далка aufgenommen (der mit dem Langzeit-Rekord, s.u.) – auch ein Artikel über SoFi-Jäger, ein besonders heller Reentry über den USA (ein Bericht aus Georgia), dessen Verursacher wohl bekannt ist, der vermutlich komplette Zensus der großen Krater auf der Erde – und warum der für heute ausgerufende ‘Asteroid Day’ (“Kritik an sensationalistischer Anti-Asteroiden-Kampagne”) keinen Sinn macht, möge aus Artikeln wie diesem, diesem, diesem, diesem oder diesem klar werden. [4:25 MESZ]

pluto29

Ein “rohes” Pluto-Charon-Paar von gestern aus 18.2 Mio. km Abstand: auch bearbeitete Versionen hier und hier und vom 27. Juni hier, hier und hier sowie ein Artikel und das Pluto Press Kit des APL. Von Ceres ein weiteres Bild der hellen Flecken, auch bearbeitet, und eine besonderes dunkle Version. Von Rosetta gibt’s nix Neues, dafür aber ein farbiges Amateur-Bild des Kometen, von Curiosity ein wunderliches Loch, und sein 2020-er Klon soll Steine sammeln. Und noch Handabdrücke auf Hubble, ein neuer Langzeit-Gesamtrekord im Orbit, ein vage angedachter Flug von Gerst um den Mond, Pläne für eine kenianische ‘NASA’ – und Hilfe eines Autobauers für einen GLXP-Bewerber aus Deutschland (mehr, mehr und mehr) … [3:35 MESZ]


29. Juni

duo28

Endspurt für die enge Konjunktion von Venus und Jupiter

Morgen Abend werden die beiden Planeten am engsten zusammen stehen, wie zuletzt im August 2014 am Morgenhimmel: Diesmal ist es bequemer … Hier ein Bild des Duos von gestern aus Singapur von Yeong Kwong Chia, auch weitere Aufnahmen vom 28. Juni aus dem U.K., Spanien, Italien, Indien und Australien, vom 27. Juni aus den USA und Deutschland und vom 26. Juni, 25. Juni und 24. Juni. Sowie die entschwindende Fleckengruppe auf der Sonne, die verrückte Lichtkurve des Ausbrechers V404 Cygni – und helle NLC heute Nacht, die bis nach Österreich reichten und im U.K. voller Strukturen waren. [2:00 MESZ] Dieses Blog hatte übrigens gerade den millionsten View – der (eine) Autor dankt! [2:40 MESZ] Das Planeten-Paar heute in Indien und Australien (mit Jupi-Monden & Heli) – und die Venus am Taghimmel in England. [18:30 MESZ]

swP1730666

Der Anblick einen Tag vor der größten Nähe vom HQ dieses Blogs aus, auch viele weitere Aufnahmen – und die erfolgreiche Beobachtung einer Sternbedeckung durch Pluto heute zum einen von der fliegenden Sternwarte SOFIA aus, inklusive einem Central Flash (man war also nahe der Zentrallinie, und die Pluto-Atmosphäre fokussusierte das Sternlicht Richtung Flugzeug; dieses 6-Minuten-Video beschrieb zuvor den Neuseeland-Ausflug). Aber ebenso von vielen Amateuren in Oz und NZ, die mal minutenlange Bedeckungen sahen und mal außerhalb der Totalitätsstreifens blieben. [23:25 MESZ] Ein lokaler Artikel über den Bedeckungserfolg in NZ und weitere heutige Jupiter-Venus-Paare hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie weitere Artikel dazu hier, hier, hier, hier und hier]


28. Juni

dasboot

Auf diesem neuen Drohnen-Boot soll die nächste Falcon-9-Unterstufe landen: Der Dragon-Start zur ISS ist heute für 16:21 MESZ geplant, mit guten Wetter-Aussichten. Die Rakete auf der Rampe, Vorschauen hier, hier, hier und hier – und die letzte (Bruch-)Landung aus noch anderer Perspektive. [1:35 MESZ] Der Flug ist 139 Sekunden nach dem pünktlichen Start fehlgeschlagen! Wie auf einer PK mitgeteilt wurde, hat die erste Stufe einwandfrei funktioniert, aber beim Hochfahren der zweiten ging etwas schief: erste Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [23:15 MESZ]

Die Explosion – offenbar von der 2. Stufe ausgehend – in Zeitlupe. Auch der Webcast von SpaceX (bei 3:20 passierts in 45 km Höhe – der Kommentator bleibt sprachlos) sowie NASA, USAF und ESA Releases, detaillierte Updates, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links – zu den Verlusten zählt auch eine ISS-Meteorkamera (mehr), deren erstes Modell bereits dem Antares-Fehlstart zum Opfer gefallen war … [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: die (Nicht-)Reaktion in Mission Control auf die Explosion, die schwierige Suche nach der Ursache, Artikel mit echten Fotos und Video-Stills, noch mehr Fotos und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]


26. Juni

flaaa

Und noch ein M7.9-Flare nahe dem Rand zum Abschied

der Gruppe von der Sonnenscheibe gestern Vormittag: Bald darauf war schon klar, dass nur ein schwacher Sturm an der Erde die Folge sein würde. Auch die baldige Venus-Jupiter-Konjunktion, die Gemini Planet Imager-Aufnahme des Jupiter-ähnlichsten Exoplaneten, das VAPP-Instrument (‘vector Apodizing Phase Plate’) ebenfalls für Bilder sternnaher Exoplaneten, geplante Daten-Visualisierung mit der LSST, gefährliche Sabotage-Versuche des Weiterbaus des TMT, Geld von Getty für den Einstein-Turm u.a., Astro-Outreach für Blinde, viel Weltraum im Curriculum (Seiten 120-124 & 155-157) in Uganda – und ein besonders kurioses Phänomen der atmosphärischen Optik, ein “crown flash”. [2:25 MESZ. NACHTRAG: wie erwartet kein geomagnetischer Sturm durch die CME]


25. Juni

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Es bleibt kritisch mit Rosettas Kommunikation mit Philae

Oben ein Blick heute Mittag in den Lander-Kontrollraum beim DLR in Köln, relaxte Atmosphäre, denn meistens spricht Philae nicht (auch ein kurioses Modell daselbst und das elektrische Modell von Philae mit vorne dem berühmten MUPUS-Hammer): Letzte Nacht hat er sich kurz gemeldet, und wie zu erfahren war, wird diese Nacht eine recht gute Verbindung erwartet – aber erste Ende des Monats wird man wissen, ob sich die Bahnänderung Rosettas die Lage deutlich verbessern konnte [NACHTRÄGE: ein langer ESA-Update zur komplizierten Lage und die Sicht von DLR und CNES]. Auch ein NavCam-Bild vom 15. Juni, weitere Dawn-Bilder hier (bearbeitet hier und hier) und hier (bearbeitet hier und hier) und ein Artikel zur ersten Zwergplaneten-Mission.

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Die andere sieht derweil täglich mehr: Hier ein gänzlich unbearbeitetes Rohbild von heute (auch verarbeitete Versionen hier, hier und hier), das schon etliche Einzelheiten auf Pluto wie Charon zeigt, eine sehr detaillierte Timeline der nächsten Wochen (ausdrucken und an die Wand hängen!), der Beobachtungsplan für eine Sternbedeckung durch Pluto Ende des Monats, wie New Horizons navigierte und eine Koinzidenz mit einem Jahrestag, nämlich der Entdeckung Charons.

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Und hier noch ein paar kuriose spitze Steine, auf die letztens Curiosity gestoßen ist, plus mal wieder Hinweise auf neulich fließendes Wasser auf dem Mars, der auch über seine Meteoriten erforscht werden kann – und ein Hochenergie-Ausbruch von V404 Cygni für INTEGRAL (aber auch visuelle Beobachter sehen was) – und CDF-Studien für 3 Kandidaten der M4-Mission der ESA. [23:15 MESZ. NACHTRAG: Der am 15. Juni von Swift entdeckte Ausbruch von V404 Cyg wird u.a. auch im Optischen und im Radiobereich verfolgt]


24. Juni

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Und wieder wachsen die Hoffnungen auf ein Polarlicht

mit dem Eintreffen der Coronal Masse Ejection des M6-Flares von vorgestern, die bereits über den Satelliten ACE (Grafik; Anklicken liefert aktuelle Daten) hinweg gelaufen ist: Einschätzungen hier, hier, hier, hier und hier und laufende Updates zur Lage hier, hier und hier. [17:45 MESZ. NACHTRAG: “Überraschung” – das Magnetfeld will nicht, die Plasmawolke streifte die Erde nur, der Sturm ist abgesagt. Noch weniger also als letztes Mal …]


23.Jun 2015 | 23:45

Rosetta darf bis September 2016 weitermachen!

Der erhoffte und allgemein erwartete Beschluss ist gefallen: Die Mission des Kometen-Orbiters Rosetta ist bis September 2016 verlängert worden – bis zu einem Zeitpunkt, wenn die Sonnenenergie wieder zu wenig für den wissenschaftlichen Betrieb wird. Und da dann kaum mehr Treibstoff für Bahnkorrekturen übrig sein wird, hätte ein erneuter ‘Winterschlaf wie auf dem Hinweg wenig Sinn: Stattdessen wird – wie schon seit letztem Jahr diskutiert – die Bahn am Schluss immer enger an die Oberfläche von C-G (eine Amateur-Aufnahme von vorgestern) heran geführt, bis es zu einer Art Landung kommt: das ideale Finale, an dessen Details aber noch viel getüftelt werden muss.

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Ein typisches Stück Ceres-Oberfläche aus dem aktuellen 4400-km-Orbit vom 7. Juni und hier, hier und hier anhaltendes Rätseln über andere Features sowie weitere Amateur-Plutos hier, hier und hier plus Farb-Animationen und Spekulationen [NACHTRÄGE: plus der Status der Mission heute, keine weiteren Monde oder sonstigen Hindernisse im Weg] – und in Indien nimmt der nächste Mond-Orbiter Gestalt an (mehr und mehr), während auch über die Gestalt des Mondes selbst nachgedacht wird.

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So sah der Satellit NPP Suomi die Aurora über der Antarktis letzte Nacht (“Die Sonne scheint …”), die auch aus der ISS auffällig und zunächst in Australien gut zu sehen war und später auch unterschiedlich auffällig auf der Nordhalbkugel. In Russland und Rumänien gab es etwas, aus Deutschland nur diese Mini-Sichtung und sonst nix, aus Belgien was Vages, auf den britischen Inseln schon mehr (dito, die Wirkung der Feld-Polung und Aurora + NLCs, auch Einzelbilder), eine gute Show dann über dem Atlantik und schließlich eine sehr gute über Nordamerika (auch ein NPP-Bild; der Blick von unten hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier]) – jetzt ist erst mal Schluss, aber vielleicht kommt ja noch was nach, dank der gestrigen CME.

Décollage - Vega - VV05 - Le 22/06/2015.

Der nächste Sentinel-Satellit ist auf einer Vega gestartet

vergangene Nacht, wobei Sentinel 2A der erste von zwei Satelliten zur verbesserten Umweltüberwachung im Rahmen des europäischen Copernicus-Programms ist – sie sollen vom All aus den Zustand von Wäldern und landwirtschaftlichen Nutzflächen überwachen, Daten zur Verschmutzung von Seen und Küstengewässern liefern und mit Bildern von Überflutungen, Vulkanausbrüchen und großen Erdrutschen im Katastrophenfall schnell Reaktionen ermöglichen: Press Releases von ESA und Arianespace, eine PM von Fraunhofer, ein Video [NACHTRAG: und Fotos] des flinken Starts in der Nacht, eine Amateur-Sichtung der AVUM-Stufe über den USA und Artikel hier, hier, hier, hier und hier und frühere hier und hier. Auch der erfolgreiche Soyuz-Start eines russischen Aufklärungs-Satelliten, weitere Erdbeobachtungs-Pläne von UrTheCast, die z.Z. Kameras auf der ISS betreiben, Erweiterungen der ‘Flotte’ von Space X für die Landung der Unterstufe der Falcon 9, die weitere Kunden finden könnte – und den freien Soyuz-Platz am Jahresende soll ein Kasache bekommen. NACHTRAG: mehr Details dazu.


18.Jun 2015 | 03:25

Allgemeines Live-Blog vom 18. – 22. Juni 2015


22. Juni

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Indiens Orbiter ist jetzt in seinem 100. Umlauf um den Mars

vom 22.-25. Juni: Die Mission – hier ihr letztes Bild vor dem Funk-Blackout hinter der Sonne vom 9. Mai – ist bereits seit März in der Verlängerung. Derzeit ist MOM auf einer 474 x 71’132 km großen Ellipenbahn; Housekeeping-Daten werden bereits wieder empfangen, und in ein paar Wochen wird auch die im Mai stillgelegte Nutzlast wieder eingeschaltet. Auch Erkenntnisse von MAVEN zur Wechselwirkung des Mars mit dem Sonnenwind, Amateur-Bearbeitungen von New-Horizons-Bilddaten, mangels irgendwelcher neuen von den Wissenschaftlern selbst, vom 21. Juni (mehr, mehr und mit zugemischter Farbinformation) und 18. Juni (mehr), weiter Staunen über Ceres und ihre Landschaften (mehr, mehr und mehr) – und weitere Vorbereitungen von OSIRIS-REx. [23:45 MESZ – Ende. NACHTRAG: 1/2 Stunde später gibt’s neue Pluto-Bearbeitungen des Teams selbst – nicht dramatisch besser als die Amateur-Versuche]

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Die Sonne scheint es diesmal wissen zu wollen: Gerade gibt es einen M-6-Flare in der großen Gruppe mitten auf der Scheibe – und die Chancen für Polarlicht werden jetzt als “traumhaft” eingeschätzt, nachdem frühere interplanetare Störungen mit dem richtigen Vorzeichen des Magnetfelds eintreffen. Mehr zur geomagnetichen Lage hier, hier und hier sowie die weiße Sonne heute hier und hier und gestern im Untergang und mit der ISS davor. Sowie das nun sehr lang gestreckte Abend-Trio heute in Ostasien und gestern in Nordamerika (mehr und mehr), Südamerika und Europa (mehr, mehr und mehr). [20:30 MESZ] Allgemeine Aurora-Erwartung jetzt hier, hier, hier (“Polarlichter in Deutschland und Umland sind sehr wahrscheinlich”), hier und hier. [21:05 MESZ] Der Kp-Wert hat 8 erreicht, aber das Feld zeigt nicht mehr südwärts, und nennenswerte Aurora-Beobachtungen aus Europa liegen nicht vor. Auch eine NASA-Notiz zum letzten M-Flare. [23:15 MESZ. NACHTRAG: immerhin 15 Minuten Aurora Australis live und dann zeitgerafft aus New South Wales, später in SW-England ein guter Substurm und auch in Irland was, aber in Mitteleuropa nix zu sehen]

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EU-Förderung für das Weltraumteleskop ‘Public Telescope’

Die deutsche astrofactum GmbH, Institut für Astronomie und Weltraumtechnik, erhält für die Entwicklung ihres Projektes Public Telescope Unterstützung von der Europäischen Union! Das Public Telescope ist eine privatwirtschaftliche Initiative zur Entwicklung und zum Bau eines kommerziellen Weltraumteleskops, welches von jedermann benutzt werden kann. Die Unterstützung des Vorhabens durch die Europäische Union erfolgt im Rahmen des EU-Förderprogramms Horizon 2020 (SME Instrument 1. Förderstufe), das sich zum Ziel gesetzt hat, die Wettbewerbsfähigkeit innovativer europäischer Unternehmen im globalen Wettbewerb zu stärken. Die Europäische Kommission bezeichnet die Gewinner des Förderprogramms als diejenigen europäischen Unternehmen mit den innovativsten Ideen weltweit. Die erste Stufe der europäischen Förderung in Höhe von 50’000 Euro wird zur Konkretisierung des kommerziellen Nutzungsmodells für das Weltraumteleskop im Rahmen einer Machbarkeitsstudie verwendet. Danach erfolgt die Beantragung weiterer Förderungen aus dem gleichen EU-Programm, um die erforderlichen Infrastrukturen für den Satelliten und die Vermarktung zu entwickeln.

“Die Unterstützung des Vorhabens durch die Europäische Kommission ist ein wichtiges Signal an potentielle weitere Investoren,” so Projekt-Initiator Heiko Wilkens: “Wir freuen uns sehr über die Wertschätzung und das Vertrauen, das die Europäische Kommission in das Projekt Public Telescope setzt.” Es ermöglicht erstmalig den Zugang zu astronomischen Beobachtungen mit einem Weltraumteleskop für die Zielgruppen Wissenschaft, Amateurastronomie, Bildung sowie an Astronomie interessierten Personen. Die Nutzung der Beobachtungskapazitäten erfolgt mittels Online-Plattform. Beobachtungsprojekte von Wissenschaftlern werden individuell durch das Science-Team von astrofactum betreut. Für die Wissenschaft wird mit dem Weltraumteleskop die Lücke im Ultravioletten Spektralbereich (UV) zwischen dem Hubble-Teleskop (Betriebsende spätestens 2020) und zukünftigen UV-Missionen geschlossen, deren operativer Betrieb ab 2025 geplant ist. Der Zugang zum UV-Spektralbereich (Beobachtung nur außerhalb der Erdatmosphäre möglich) ist für die astrophysikalische Forschung in praktisch allen Teilgebieten von fundamentaler Bedeutung.

Einen weiteren Vorteil stellt Public Telescope für die internationale Wissenschaft dar, deren Länder nicht an astronomischen Raumfahrtmissionen beteiligt sind und somit nur eingeschränkt bestehende Weltraumkapazitäten für Forschungszwecke nutzen können. Mit dem Weltraumteleskop erhalten neben der Wissenschaft auch Amateurastronomie und Bildung (Schüler und Studenten) ein astronomisches Instrument außerhalb der Erdatmosphäre. Beobachtungen von Planeten, Nebeln, Galaxien und vielen weiteren Objekten lassen sich in einer störungsfreien Abbildungsqualität ohne die Einschränkungen von Luft- und Lichtver schmutzung, Luftturbulenzen oder der Filterwirkung durch die Erdatmosphäre durchführen. Neu für beide Zielgruppen (Amateurastronomie und Bildung) ist der erstmalige Zugang und die damit verbundenen Beobachtungsmöglichkeiten von Objekten im UV-Spektralbereich. Passend zur EU-Förderung für das Public Telescope zwei aktuelle Artikel: In den USA wird derzeit energisch über einen Nachfolger für Hubble debattiert (das JWST ist bekanntlich keiner – und eine andere Privatinitiative für ein Weltraumteleskop klappt nicht, trotz riesiger Werbekampagne. Aber in kleiner geht’s: Das Crowdfunding für das Light Sail-B hat gerade die 1-Mio.$-Marke geknackt. [12:05 MESZ]


21. Juni

da

Bilder des Mond-Venus-Jupiter-Trios aus aller Welt, hier von Peter Caltner in Graz aufgenommen, in dieser Sammlung und von heute aus Ostasien und Australien, gestern aus Nordamerika (mehr und mehr), Südamerika (mehr, mehr, mehr und mehr), Europa (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, hier, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), Westasien (mehr), Zentralasien (mehr und mehr), Neuseeland und Australien und vorgestern aus Nordamerika (mehr). Auch die fette Fleckengruppe heute schon nahe des Zentrums der Sonnenscheibe sehr auffällig und die Kometen Jacques gestern (mehr und mehr) und Lovejoy am 12. Juni – und der Bau des TMT geht weiter! [14:35 MESZ] Mehr australische Bilder und die Fleckengruppe auf der Sonne von heute – und wie dieser Blogger soeben feststellen konnte, sind die Flecken tatsächlich mit einer SoFi-Brille zu sehen. [17:25 MESZ] Noch ein schönes Weißlicht-Bild – während ein M-Flare in der Gruppe zusammen mit zwei früheren größere geophysikalische Effekte haben könnte: Aufregung in einem Artikel in Deutsch und einem Video in Englisch … [20:05 MESZ]


20. Juni

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Philae hat gestern wieder mit Rosetta sprechen können

und dabei 185 Datenpakete von der Oberfläche des Kometen – hier am 14. Juni – übertragen (wobei sich die Darstellungen hier und hier bzgl. Zeit und Dauer der Funkverbindung widersprechen): alles wieder Telemetrie zum Zustand des Landers, der inzwischen so warm ist, dass sich die Sekundärbatterie wieder aufladen kann. Auch ein Fan-verarbeitetes New-Horizons-s/w-Bild von vorgestern, das schon allerlei Details auf Pluto und Charon andeutet (dagegen können neue Farbaufnahmen in keiner Weise mithalten), ein neues Dawn-Bild mit weißem Fleck am Rand (eine bearbeitete Version), fast 60’000 Mars-Umläufe des Orbiters Odyssey – und zahlreiche Beobachtungen des LightSail-A im Orbit, auch durch diesen Blogger. [2:30 MESZ]

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Am Wochenende gibt es einiges am Himmel zu sehen wie diesen fetten Sonnenfleck (ein SDO-Bild von gestern), der bereits per SoFi-Brille mit bloßem Auge gesichtet wurde. Heute Abend gibt’s dann ein hübsches Dreieck aus Jupiter, Venus und Mond: das Anschleichen des letzteren an das immer engere Paar auf Bildern aus Italien, Rumänien, Indien und Australien gestern und Argentinien vorgestern. Und zumindest in Norddeutschland werden jetzt recht häufig NLCs gesichtet: ein Rückblick auf die Saison 2014. Plus der NEO Icarus am Himmel und per Radar aufgenommen. [2:15 MESZ. NACHTRAG: Der Mond und das Trio hier und hier gestern Abend in den USA]


19. Juni

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Cassinis vorletzter Besuch beim Saturnmond Dione am 16.6.

lieferte fast im Gegenlicht die beiden Bilder oben aus 77’000 km Entfernung mit der Weitwinkel- bzw. Telekamera und darunter die voller beleuchteten aus 80’000, 78’000 und 85’000 km Abstand: auch eine gedrehte Version des 2. Bildes und weitere hier und hier. Am 17. August wird Cassini zum 5. und letzten Mal dicht an dem Saturnmond vorbeifliegen: Das Ende der Mission rückt näher … Auch atmosphärische Ähnlichkeiten von Titan und der Erde, Amateur-Bildverarbeitungen neuerer Pluto-und-Charon-Bilder hier (früher) und hier, da von New Horizons selbst außer Rohbildern länger nichts mehr kam, ein weiteres Dawn-Bild von Ceres aus dem Kartierorbit – und eine aufwändige Analyse vom Reentry des LightSail-A. [2:35 MESZ]


18. Juni

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Die neue Chefin des DLR ist eine Astrobiologin aus Österreich geworden, die z.Z. Professorin in den USA ist: Pascale Ehrenfreund gilt als bewandert in Weltraum-Management und ist die erste Frau an der Spitze der deutschen Luft- und Raumfahrt-Koordination. Und u.a. Co-I von zwei Rosetta-Experimenten, MIDAS auf dem Orbiter und COSAC auf Philae. Auch die Entdeckung heißer Lavaströme auf der Venus in Daten des längst abgestürzten Venus Express, was der beste Hinweis auf aktuellen Vulkanismus auf dem Planeten bisher ist [NACHTRÄGE: eine PM der MPG und die warmen Regionen im Detail], sowie ein HST-Bild eines Galaxien-Quartetts und die Startvorbereitungen des LISA Pathfinder. [23:55 MESZ]

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Nächstes Ceres-Mysterium: Wer schüttete den Haufen auf?

Neues Dawn-Bild aus dem 4400-km-Orbit, neue Überraschung: ein kurioser Hügel … Auch die andauernde Analyse des Kometenstaubs, den Stardust zurück brachte, Methan in Mars-Meteoriten, was mal wieder das L-Wort bemüht, der nächste Schritt zur Europa-Mission der NASA (mehr), Erosionsprozesse auf dem Titan, das Ende des Aquarius-Satelliten, der im Orbit ausfiel (mehr und mehr), eine deutsche Raumstation hinter dem Mond, die auf einer Telecon im Rahmen des NASA-FISO-Programms angeregt wurde, die ersten ISS-Videos der kommerziellen Kameras an Bord (mehr) – und die ersten Schritte zu einer europäischen Weltraumüberwachung, während das US-Militär erwägt, die amerikanische abzugeben. [3:40 MESZ. NACHTRAG: mehr Links zu Europa und Aquarius]

novadown

Die Nova Sgr 2015 #2 staubt jetzt mächtig ein, weshalb die visuelle Helligkeit nun deutlich sinkt. Auch NLCs der Nacht 16./17. Juni (mehr), die junge Mondsichel gerade in Rio, die übermorgen mit Venus & Jupiter ein Dreieck bilden wird (mehr und mehr), eine Dachsternwarte von MIT-Alumni, ein kurioses Projekt mit Teleskopen aus dem 3D-Drucker für Afrika (Video), gebrauchte Platten der SDSS für Schulen u.ä., von einer ProAm-Tagung in Spanien massig Tweets, erste Science mit den Radioteleskopen NOEMA und LMT, eine Erweiterung des Telescope Array in Utah, die Schaltsekunde am Monatsende – und die Idee des Papstes (mehr, mehr und mehr), die Osterregel zu vereinfachen. [3:25 MESZ]


17.Jun 2015 | 23:55

Fünf freie Papers mit Ergebnissen von Rosetta

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über den Kometen Churyumov-Gerasimenko – hier am 7. Juni – sind bislang aufzutreiben: Anfang des Jahres war einiges hinter hohen Paywalls veröffentlicht worden, und von vielen Experimenten auf dem Orbiter (und allen auf dem Lander) liegen auch mehr als 10 Monate nach Rosettas Ankunft am Kometen bzw. 7 nach der Landung noch gar keine wissenschaftlichen Veröffentlichungen vor. In etwa einem Monat soll es die ersten Philae-Papers in Science geben, also ebenfalls wieder unsichtbar, und demnächst dutzende vom Orbiter – hoffentlich für jeden zugänglich – in Astronomy & Astrophysics. Aber ein bisschen was hat sich doch schon auf den Preprint-Server ArXiv bzw. in den Open-Access-Bereich von A&A verirrt: fünf Papers mit tatsächlichen Rosetta-Daten und ersten Auswertungen, dazu eine Reihe weitere mit unabhängigen Gedanken. Das erste kam schon im Herbst 2014 und diskutierte die Lichtkurve des Kometenkerns im Anflug, gemessen von der Kamera OSIRIS: Die Rotationsperiode hatte gegenüber C-Gs Erscheinung von 2009 von 12.76 auf 12.40 Stunden abgenommen, wohl die Wirkung von Jets. Und die Rotation 2014 erwies sich als eine simple solche, um die Achse mit dem größten Trägheitsmoment.

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Die spektrophometrischen Eigenschaften des Kerns hat OSIRIS während des Anflugs von Juli bis Anfang August 2014 mittels Farbfilter-Aufnahmen untersucht: hier am 1. und 6. August der Anstieg des Spektrums zwischen 535 und 882 nm farblich codiert, blau bis rot bedeutet 8 bis 20 Prozent pro 100 nm. Insgesamt ist der Kern also leicht rötlich, aber es lassen sich drei Geländetypen mit unterschiedlichem ‘spectral slope’ definieren, wobei insbesondere der bläulichere “Hals” Hapi deutlich aus dem Rahmen fällt: Hier dürfte der Wassereis-Anteil höher sein. Klare Absorptionsbanden wurden im Kern-Spektrum nicht gefunden, außer vielleicht bei 290 nm, was SiO-Eis sein könnte. Die Albedo beträgt 6.5±0.2 Prozent bei 649 nm, mit lokalen Variationen von bis zu 16% heller in der Hapi-Region, wo C-G auch am aktivisten ist, und 8-10% dunkler. Die ‘Hälften’ des Kerns beiderseits von Hapi unterscheiden sich spektral nicht, so dass dieser, wenn er denn durch Verschmelzung aus zwei Teilen entstanden sein sollte, zumindest aus chemisch sehr ähnlichen Komponenten fusioniert ist.

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Argumente für C-G als verschmolzenen Contact Binary ergeben sich jedenfalls aus morphologischen Details der Kernoberfläche, ebenfalls von OSIRIS beobachtet: Das sind v.a. eine auffällige großskalige Schichtung, im oberen Bild auf der großen Hälfte markiert, wobei deren Entstehungsmechanismus allerdings nicht recht verstanden ist, und Bruchzonen in der kleineren (orange; die lila Linien sind wieder Schichtungen). Gegen die Alternative eines von Anfang an einzelnen Körpers, der in der Mitte am stärksten erodierte, spricht die dort nicht höhere Sonneneinstrahlung – warum sollte dort mehr sublimieren und den Hapi-Hals bilden? Eine Enstehung aus zwei sanft kollidierten Einzelkörpern wäre dagegen auch mit dem aktuellen Bild der Frühgeschichte des Sonnensystems verträglich.

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Ein Ultraviolett-Spektrum der inneren Koma von C-G, aufgenommen vom Rosetta-Instrument Alice (Skala in Angstrom; ‘Pre’print) am 29. November 2014: Es leuchten, wie auch in deren Spektren in größerem Sonnenabstand, atomarer Wasser- und Sauerstoff, dazu Kohlenstoff und – hier nicht zu sehen – CO. Eine Analyse der relativen Linienstärken führt zu dem Schluss (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), dass die Wasser- und Sauerstoff-Emission auf die Photoelektronen-Impakt-Dissoziation von Wasserdampf zurück geht, wobei die Elektronen wiederum durch Photoionisation des Wasserdampfs entstehen: ein so noch nicht beobachteter zweistufiger Prozess also, der sich Beobachtungen aus größerer Entfernung entzieht. Und die – hier nicht markierte – Emission neutralen Kohlenstoffs bei längeren UV-Wellenlängen geht auf denselben Dissoziations-Prozess durch die Elektronen zurück, der in diesem Fall das Molekül CO2 ereilt.

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Oszillationen des Magnetfelds in der innersten Koma mit 40 MHz, wie sie das Magnetometer des RPC-Konsortiums am 10. September 2014 maß: Das Phänomen unterscheidet sich von früher gesehenen Wechselwirkungen eines Kometen mit dem interplanetaren Medium deutlich. Die bevorzugte Interpretation ist inzwischen eine ‘cross-field current instability’, wobei Ströme aus frisch entstandenen Ionen des Kometen der mögliche Ursprung sind: Jedenfalls sind die Schwingungen um so intensiver, je höher die (von ROSINA gemessene) Gasdichte ist.

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Aus dem provokativsten unabhängigen Paper, das sich mit Rosetta-Daten von C-G beschäftigt, stammt diese Grafik: rechts das von der NavCam beobachtete Bild der inneren Koma am 3. Mai 2015 und links eine Simulation. Wobei nicht etwa eine Reihe isolierte Jet-Quellen angenommen wurde, sondern eine homogene Staubabsonderung von der Kernoberfläche, jeweils genau senkrecht zur dortigen Tangentialfläche: Die sich wegen der kuriosen Form des Kometen (benutzt wurde übrigens ein 3D-Modell eines Amateurs) hier und da kreuzenden Flugbahnen der Staubteilchen sorgen in diesem Modell für die vermeintlichen Jets. Ein anderes theoretisches Paper hat sich des vom ROSINA-Instrument gemessenen N2-zu-CO-Verhältnisses in der Gas-Koma angenommen, postuliert eine Entstehung des Kometen aus Klathraten und schließt auf eine Temperatur dabei von 32 bis 70 Kelvin. Und ein Paper mit numerischen Simulationen lässt den Kern von C-G wie das o.g. der OSIRIS-Gruppe durch kollidierende Kilometer-große Brocken wachsen. Auf einer anderthalbstündigen ESA-PK zu Philae heute wurde derweil wenig Neues mitgeteilt, weder zum aktuellen Status – zusammengefasst in Artikeln hier (nebst hier und hier Soundbites), hier, hier, hier und hier – noch den Erkenntnissen vom November. Derweil ändert Rosetta gerade den Orbit, und wenn die seit dem 14. Juni wieder unterbrochene Verbindung zu Philae erneut und stabil steht, könnte wieder Wissenschaft bis etwa Oktober – wenn es zu kalt wird – betrieben werden, erst simple, dann immer riskantere. NACHTRAG: Die Pläne dafür im Detail hier und hier diskutiert.


14.Jun 2015 | 01:43

Allgemeines Live-Blog vom 14. bis 16. Juni 2015


16. Juni

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Und hier jetzt mal ein anderer heller Fleck auf Ceres

von Dawn am 6. Juni aus dem Survey Orbit in 4400 km Höhe aufgenommen: weitere Verarbeitungen hier, hier und hier sowie eine weitere neue Aufnahme aus dieser Höhe; frühere fördert eine Verringerung der Bildnummer um jeweils 1 zu Tage. Auch ein neues Klimamodell des Mars mit einer kalten Eiswelt, Amateur-Verarbeitung von MSL-Bildern, die schon mal erwähnten CubeSats, die InSight begleiten (und für die meisten wohl eine Neuigkeit waren: Artikel hier, hier, hier, hier und hier), ein Vorschlag für eine Billig-Mission zu Io und schöne Impaktkrater der Erde aus dem Orbit. Sowie 25 Jahre ROSATs erstes Bild, ein Arbeitsbeginn für Spektr-RG (mit dem Quasi-Nachfolger ROSATs, dem deutschen Teleskop eROSITA, an Bord) erst im März 2017 (wobei diese Quelle dann erst den Start sieht), ein HST-Bild der “einsamen” Galaxie NGC 6503 (dito) – und die Aufzeichnung einer ESA-PK zum IXV-Experiment. [23:55 MESZ – Ende. NACHTRAG: ein Artikelchen zu obigem Bild]

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Komet C-G eine Stunde bevor Philae erstmals Rosetta erreichte, 200 km entfernt: Philae sitzt oben rechts hinter dem Rand der großen Vertiefung Hatmehit auf dem Kometenkopf. Gerade wurde ein zweiteiliges Manöver Rosettas kommandiert, um in den nächsten Tagen die Empfangs-Geometrie zu verbessern. Über die Kommunikationsversuche wird weiter nur erratisch berichtet, nach dieser Story kam es gestern zu einer längeren aber lückenreichen Datenübertragung. Auch die Ereignisse des ersten Kontakts, die Vorfreude bei MUPUS, ein Display einlaufender Telemetrie, ein JPL Release, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein Interview mit Philaes Sonnenzellen-Expertin. [4:50 MESZ] Der angebliche Kontakt gestern war falsch: Rosetta hat seit dem Abend des 14. nichts mehr von Philae gehört, was sich durch das Bahnmanöver aber ändern soll – es stellt zumindest die Bedingungen vom 13. wieder her. Morgen gibt’s übrigens eine PK in Paris, schon lange geplant. [18:30 MESZ] Weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein neues 12-min- und altes 1-1/2-Stunden-Interview – und ein Paper von 2007 zu Philaes Technik. [23:45 MESZ]

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Der Apollo-Asteroid Icarus kommt heute der Erde ‘nahe’

bei einem Vorbeiflug in 8 Mio. km oder 21 Monddistanzen oder 0.05384 au (vom Erdmittelpunkt): Dabei erreicht der 1949 entdeckte prominente Near Earth Asteroid immerhin 14.1 mag., was sich wegen besserer Geometrie noch bis 13.5 mag. am 18. Juni – Abstand dann wieder 0.065 au – erhöht. Auch die Position am Himmel ist (für Deutschland) günstig: Icarus kann die ganze Nacht beobachtet werden, am Abend noch 60° bzw. morgen und übermorgen 55° und 50° hoch in den Jagdhunden bzw. Coma bzw. Bootes – und auch Profi-Astronomen sind erregt von der engsten Icarus-Begegnung bis 2029, v.a. die Radar-Astronomen. Auch Komet MASTER am 12. Juni, wie der GRF früher mit heutiger Technik ausgesehen hätte, große Erwartungen in Indonesien 9 Monate vor der nächsten ToSoFi – und nette NLCs in Nordengland in der Nacht 13./14. Juni. [3:30 MESZ]

In genau vier Wochen schießt New Horizons am Pluto vorbei, was die NASA mit diesem 1-Stunden-Video feiert: Es gibt bislang keine besonderen Vorkommnisse, dafür die Amateur-Verarbeitung einer LORRI-Aufnahme von gestern, Spekulationen über die Oberflächen von Pluto & Charon und eine Atmosphäre von Charon, geplante SOFIA-Beobachtungen einer Sternbedeckung durch Pluto kurz vor dem Flyby zur Status-Bestimmung von dessen Atmosphäre – und tiefsinnige Gedanken über mögliche Reaktionen auf den Flyby. Zuvor gibt’s aber noch heute Abend einen engen Flyby an Dione durch Cassini. [2:55 MESZ]

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Heute früh MESZ fällt der alte Satellit TRMM vom Himmel

Den Wiedereintritt der Tropical Rainfall Measuring Mission sagt die amerikanische Weltraumüberwaching (Joint Space Operations Center) derzeit für 5:50 MESZ ±60 Minuten voraus: Die Grafik zeigt den dabei überflogenen Groundtrack. Der Großteil des Satelliten wird verglühen, aber das Orbital Debris Program Office der NASA schätzt, dass etwa ein Dutzend Fragmente des 2.4-Tonnen-Satelliten aus Titan den Boden erreichen werden: Die Wahrscheinlichkeit, dass dabei ein Mensch – zwischen 35° nördlicher und südlicher Breite – getroffen wird, liegt bei 1:4200, “which is a relatively low chance”. Auch ein NASA-Request für eine neue Klasse von Start-Services für CubeSat-Schwärme, ein weiterer Boden-Test eines Triebwerks des SLS, welches auch ein Musik-Video bewirbt, was vielleicht Nordkoreas Raumfahrt vorhat, ein 15-Minütiges Interview mit dem scheidenden DLR- = kommenden ESA-Chef – und ein Auftritt eines deutschen Raumfahrt-Austellers in den UAE. [2:15 MESZ. NACHTRAG: Nach Angaben des JSpOC – vermutlich basierend auf der direkten Beobachtung des Feuerballs des Reentry mit IR-Satelliten – ist TRMM seit 5:55 MESZ ±1 Minute Geschichte]


14. Juni

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Philae hat sich gemeldet – bereit für mehr Forschung!

In der vergangenen Nacht hat sich der seit sieben Monaten schweigende Kometenlander endlich wieder gemeldet: Mehr als 300 Datenpakete der 85-sekündigen Übertragung sind bereits im Kontrollzentrum in Köln (oben) eingetroffen – und es geht Philae trotz des unfreiwilligen Winterschlafs so gut, dass die Forschungsarbeit bald wieder aufgenommen werden kann. Der Lander war sogar schon länger wach, hatte bisher aber nicht auf die Anrufe des Rosetta-Orbiters reagieren können: Über 8000 weitere Datenpakete haben sich bereits in seinem Bordspeicher angesammelt. Sie sollen bei kommenden Kontakten herunter geladen werden und sollten ein umfassendes Bild über Philaes akuellen Zustand und seine Abenteuer der vergangenen Tage liefern. [15:50 MESZ] Bereits jetzt würde die Leistung der Solarzellen ausreichen, um einige Experimente zu betreiben – und sie sollte über die aktuellen 24 Watt noch ansteigen. Ein paar frühe Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – natürlich ohne weitere Erkenntnisse. Aber es gibt schon Gags hier und hier. [17:15 MESZ] Rosettas Bahn soll optimiert werden, um Philae besser zu hören; auch weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [20:55 MESZ] Wie dieses Blog soeben erfahren hat, meldete sich Philae in einem weiteren Kommunkationsfenster gegen Mittag nicht bei Rosetta; das kann aber geometrische Ursachen haben. [22:15 MESZ] Die detaillierteste Beschreibung bisher von Status und Plänen, aber erstmal hat Philae auch das nächste Funkfenster verpasst, das es heute Abend gab! Auch viele weitere frühere Artikel hier (mehr und mehr und ein Interview), hier (Radio-Feature), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. [23:50 MESZ. NACHTRAG: In dem Sonntagnacht-Fenster sind bei einem marginalen Kontakt immerhin 5 weitere Datenpakete in drei Bursts à 10 Sekunden durchgekommen: mehr zum Status und ein paar erhofften Monaten Forschung in diesem Interview und Soundbites vom 15.6. und 14.6.]

Heute der Reentry? Das Ende ist nahe für das LightSail-A

mit aktuellen Voraussagen von 20:00 MESZ ±6 Stunden bzw. 13:00 MESZ ±5 Stunden. Aber zuvor wird es gegen 3:27 MESZ noch einmal einen sehr guten Überflug über Deutschland geben (eigenen Ort einstellen!), wobei die Zeiten bis auf ein paar Minuten genau sein sollten: Zuletzt betrug die Abweichung nur wenige Sekunden gegenüber zwei verschiedenen Berechnungen. Das ist dann definitiv die letzte Chance, den kleinen Segler mit seinen vielen Problemen noch einmal zu sehen; Updates zu seinem Reentry sollte es auch auf dieser Seite geben. [1:40 MESZ] Gegenüber den Bahnelementen, die Heavens Above benutzt, kommt das LightSail 45 Sekunden später angeflogen! [2:55 MESZ]

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Der schnelle Überflug des LightSail – bei sehr klarem Himmel in der beginnenden Dämmerung über Königswinter – war fantastisch: Die Helligkeit schwankte gleichmäßig innerhalb einiger Sekunden zwischen unsichtbar mit dem bloßen Auge und beinahe so hell wie die hellsten Sterne. Aus einer überbelichteten Langzeitaufnahme ließen sich immerhin drei der Maxima gewinnen (dahinter liegt eine farbige Version), aber dem visuellen Drama kommt das nicht nahe: besser als jeder ISS-Überflug. R.I.P., kleines Segel … [3:40 MESZ. NACHTRAG: Die Taumel-Rate bei dem Überflug betrug etwa 7-mal pro Minute, wobei sie mit sinkendem Orbit schneller zu werden scheint. Auch um 15:30 MESZ wurde noch Funk des LightSail empfangen, bei einem Pass über Japan, die letzten Absturz-Prognosen liegen bei 22:40 MESZ bzw. 18:00 MESZ, jeweils ±4 Stunden, NACHTRAG 2: Oder 21:15 MESZ ±4 Stunden nach dieser Analyse – um 18:55 MESZ war das LS-A, dessen Periode der Lichtkurve so abnahm und Helligkeitsspanne so aussah, jedenfalls noch da, während die PS null eigene Informationen zum Verbleib hat. NACHTRAG 3: Nach den letzten Berechnungen jedenfalls müsste das LightSail-A gegen 19:25 MESZ verglüht sein, nur 1/2 Stunden nach o.g. letztem Funkkontakt. NaCHTRAG 4: ein einsamer Nachruf. NACHTRAG 5: was über über den Reentry weiß, den keiner sah]


Hintergrundbilder (c) OEWF