ÖWF / Polares auf einen Blick

ÖWF Top News

29.10.10:
26.Sep 2014 | 18:04

ÖWF Pionierprojekte: Ihre Chance neue Themen im ÖWF umzusetzen!

Sie haben eine überzeugende Idee für ein kleines ÖWF Projekt, das Sie gerne einbringen möchten? Mit den Pionierprojekten haben ÖWF Mitglieder zum ersten Mal die Chance, kleine, mittelfristige ÖWF Projekte mit bis zu 1.000 EUR gefördert zu bekommen.

Kind spielt mit Holzflugzeug

Hintergrund:
Pionierprojekte sind kleine, mittelfristige ÖWF Projekte mit dem Ziel Ideen und Initiativen von Mitgliedern umzusetzen und gleichzeitig den Lebenszyklus eines Projektes von der Ideenfindung, Proposal bis zum Endbericht zu durchlaufen.

Die Themen sind offen, müssen sich aber an den Zielen & Leitsätzen des ÖWF orientieren: Vom Schulprojekt über technische Entwicklungen für Feldmissionen bis hin zur Umsetzung von Ideen zur Neumitgliedergewinnung ist alles möglich.
Einreichen können ausschließlich ÖWF Mitglieder, externe Projektmitarbeiter, Partnerorganisationen und Sponsoren sind aber möglich. Damit können ÖWF Mitglieder den vollen Projektzyklus selbst erleben, etwas im Forum bewegen und vielleicht sogar neue Themen erschließen.

Was wird zur Verfügung gestellt?

    • Bis zu € 1.000,00 Budget
    • ÖWF Infrastruktur (z.B. Werkstätten, IT-Infrastruktur, Beratung (z.B. Legal Team, Medienteam, Buchhaltung etc.)
    • Unterstützung bei der Kommunikation innerhalb und außerhalb des ÖWF

Bis zu zwei Projekte werden gefördert. Die Auswahl erfolgt durch eine internationale Jury (NASA & ESA Vertreter) unter der Leitung von Dr. Rudolf Albrecht, ÖWF Senior Advisor.

Format für die Pionier-Proposal
Maximal 3 Seiten Projektbeschreibung in Englisch.

  • Max. 1 Seite:
    Projekttitel, Projektverantwortlicher (inkl. Kontaktdaten), Team, Kurzfassung, inkl. Ziele, Laufzeit
  • Max. 1 Seite:
    Projektbeschreibung: Inhalt & Ablauf, Risiken & Potential, erwartete Resultate bzw Impakt.
  • Max. 1 Seite:
    Budgetauflistung, Zeitplan inkl. Meilensteine

Wie gehts weiter?

  • Einreichfrist: 01. Dezember 2014, per email an *protected email*
  • Bekanntgabe der erfolgreichen Projekte: 20. Dezember 2014 (ÖWF Weihnachtsfeier)
  • Projektlaufzeit: 01. Jänner 2015 bis maximal Zieleworkshop 2015 (September 2015)
02.Sep 2014 | 21:28

Tiuterra Flug: Drei Kristalle für die Raumstation

In Zusammenarbeit mit der World Space Week Association und Swarovski, initiierte das Österreichische Weltraum Forum das Tiuterra Projekt: Gesteinsproben welche weltweit im Rahmen der World Space Week 2013 gesammelt wurden – darunter auch Proben aus der Antarktis und dem Boden der Tiefsee. Diese wurden analysiert und mit einem winzigen Anteil eines Mars Meteoriten kombiniert. Swarovski hat sich der Herausforderung gestellt, aus diesen Proben ein Schmuckstück her zu stellen, den “Tiuterra Kristall”. Drei dieser Kristalle werden im November mit Samantha Cristoforetti und Expedition 42/43 auf die Internationale Raumstation (International Space Station, ISS) fliegen. Damit fliegt zum ersten Mal in der Geschichte ein Stück ÖWF “Hardware” zur Raumstation.

Die Übergabe der drei Kristalle fand im Rahmen eines Medien Events am Europäischen Astronauten Zentrum (European Astronaut Centre, EAC) in Köln, Deutschland, statt.

Briefing vor der Übergabe

Kurz bevor die Presse ankommt, besprechen Monika Fischer, Samantha Cristoforetti, Jules Grandsire und Gernot Grömer letzte Details des Events.

Handover of the crystals

Ein Großer Moment: ÖWF Obmann Gernot Grömer übergibt die Tiuterras an Samantha Cristoforetti vor der Trainings-Version des Columbus Moduls der Raumstation. Christian Nagele, Vize Präsident Produkt Entwicklung bei Swarovski, präsentiert ihr eine personalisierte Version des Kristalls.

Inside Columbus mockup at EAC

Nach der Übergabe, lädt Jules Grandsire (EAC) die Medien und die ÖWF Delegation zur VIP Tour des EACs ein. Diese beinhaltet auch einen Blick in das Automated Transfer Vehicle (ATV): Das fünfte und letzte ATV befindet sich zur Zeit gerade im Orbit!

Inside the ATV

Innerhalb des ATVs erscheint alles eher überfüllt – kein Wunder, ist es doch der “Weltraum-LKW” für die ISS!

OeWF delegaton with Samantha Cristoforetti

Die ÖWF Delegation mit Samantha Cristoforetti im Inneren des Columbus Moduls.

Soyuz Simulator

Christian Nagele und Gernot Grömer an Deck des Sojuz Simulators: Mit Raumanzügen anstatt Anzügen könnte man sie fast für angehende Astronauten halten…

simulation supervisor console

Die Konsole welche die Übersicht für den Sojuz Trainings Simulator ermöglicht: Von hier aus werden alle schlimmen Probleme eingespeist.

Two happy FemTech-student

Veronika Haberle und Julia Neuner vor dem ATV Model. Zwei glückliche FemTech Studentinnen auf einer Mission!

Andrea Boyd

Was für eine schöne Überraschung: Andrea Boyd, die an der EUROCOM Konsole arbeitet (Der Kontrollraum für den Europäischen Beitrag zur ISS) und auch gleichzeitig ein ÖWF Mission Support Center Veteran, ist während der Zeremonie gerade im Dienst. Mit großem Enthusiasmus beschreibt Andrea ihre Arbeit an diesem außergewöhnlichen Arbeitsplatz.

28.Aug 2014 | 20:59

Wasserraketen und Waisenkinder

Bereits 2013 hat das ÖWF einen Weltraumtag besonderer Art organisiert. Gedacht als kleiner Beitrag für ein großes Projekt, wurde dieser Tag nicht nur ein Erfolg, sondern blieb vielen im Gedächtnis, allen voran denen, die an diesem Tag im Mittelpunkt standen: Waisenkinder und kranke Kinder aus der Ukraine, die auf Initiative von Dr. Christoph Otto von Global 2000 in wechselnden Gruppen seit Jahren Erholungsurlaube in Österreich verbringen können. Für viele der Kinder war und ist das die erste Auslandsreise in ihrem Leben. Neben Unbekümmertheit, Spaß und grünen Wiesen gibt es in diesen Wochen endlich auch Aufmerksamkeit und ausreichend Medikamente.

Den „Pilotversuch“ eines solchen Weltraum-Tages letztes Jahr in Hagenbrunn (Niederösterreich) und Ybbs an der Donau (Niederösterreich) fädelte ÖWF-Mitglied Alexander Soucek ein, der durch Zufall von den kleinen Ukraine-Urlaubern mit ihren schweren Schicksalen gehört hatte. Begleitet wurde er von Gerhard Grömer. Ukraine-Projektleiter Dr. Otto dankte damals dem ÖWF: „Ihre Weltraumveranstaltungen haben fulminante Reaktionen ausgelöst. Die Berichte waren nicht nur begeistert, sondern geradezu frenetisch. Wir danken dem ÖWF ganz herzlich für das Engagement und die begeisternden Präsentationen!“

Diesmal wuchs die ÖWF-Helfergruppe schon auf fünf Personen an: neben Alexander und Gerhard auch Eva und Stefan Hauth sowie Magdalena Mahringer, die sich alle zusammen einen Arbeitstag freigenommen hatten, um am 14. Juli beladen mit Wasserraketen, Kinderraumanzügen und Weltraumfotos diesmal nach Klein-Engersdorf zu fahren.
Die Zutaten dieses Tages: ein großer Garten, ein schattenspendender Baum, Sonne und Gewittertürme, ein Feld, das zum Wasserraketen-Versuchsgelände umfunktioniert wurde, eine Schar Kinder verschiedenen Alters, ein kleiner Astronaut im Rollstuhl, helfende Hände, Dolmetscherinnen, Improvisation, ein Heuriger, Geschichten aus der Ukraine zum Nachdenken. Manche der Kinder waren bereits letztes Jahr dabei und plauderten mit den Freunden vom ÖWF unbekümmert auf Ukrainisch. Gespräche mit den Erwachsenen erlaubten verstörende, aber gleichzeitig unbezahlbare Eindrücke von der aktuellen Situation in diesem großen Land. Da die Gäste allesamt aus Orten in der derzeit umkämpften Ostukraine stammen, war ihnen nicht einmal klar, ob und auf welcher Route sie wieder zurückreisen würden.

Die Antwort auf so viele große und kleine Probleme? Lauthals auf Ukrainisch den Countdown für die ÖWF Wasserraketen zu zählen, um diesen dann begeistert nachzuschauen bei ihrem Flug in den Himmel! – Das ÖWF wird auch 2015 versuchen, Dr. Otto und seine ehrenamtlichen Helfer bei dem wunderbaren Projekt „Tschernobyl Kinder“ zu unterstützen. Es gilt, noch viele kleine Astronauten auszubilden.

Alexander Soucek und Team

Mehr Informationen:

Impressionen:

14.Aug 2014 | 18:22

Mehr Energie für unsere „Prinzessin“ – AccuPower stellt Lithium-Ionen Akkus zur Verfügung

Durchschnittstemperaturen im Freien von -55°C, harte körperliche Arbeit im Druckanzug mit jeder Menge CO2 Ausstoß, das ist nur ein kleiner Teil der Herausforderungen, die ein Raumanzug am Mars zu bewältigen hat.

Hier auf der Erde entwickelt und testet das ÖWF, als eines von weltweit vier Gruppen, Systeme um für kommende Marsmissionen gerüstet zu sein. Eines dieser Systeme in unserem Analoganzug ist das TCS (Temperature Control System / Temperaturkontrollsystem).
Wie der Name schon sagt, ist es für die Regelung der Temperatur im Anzug verantwortlich, wobei es auch noch einige andere wichtige Aufgaben erfüllt. Zum Beispiel werden die Akkus die den Anzug mit Energie versorgen von diesem System überwacht und bei Bedarf dazu bzw. umgeschaltet. Auch die Spannungsversorgung des OBDH Systems (On Board Data Handling), dem „Gehirn“ der Aouda.X, wird vom TCS aufbereitet und stellt diesem alle notwendigen Spannungen zur Verfügung.

Um eine konstante Temperatur im Anzug zu gewährleisten werden die Lüfter steht´s den Bedürfnissen des Anzugträgers angepasst, nachgeregelt und überwacht. Sollte aus irgendeinem Grund die automatische Regelung ausfallen, kann jederzeit die Steuerung manuell übernommen werden. Zwei Drittel der Leistung, die von den Akkus geliefert wird, benötigen die Lüfter um die notwendige Luftumwälzung um Torso- und Helm Bereich sicherzustellen.

Akku 7S4P von der Firma Accupower
Es werden insgesamt drei Akkus im Analoganzug verwendet, jeder von ihnen liefert ca. 270Wh elektrische Energie und wiegt ca. 1,5kg. Um auf diese Leistungsdichte zu kommen werden seit Juli 2014 spezielle Lithium-Ionen Akkus verwendet, die mit einer intelligenten Ladeelektronik ausgestattet sind um vor Tiefentladung und Überlast zu schützen. Es sind jeweils 7 Zellen in Serie und diese dann 4mal parallel geschalten um eine Spannung von 25.9V zu erreichen.
Wichtig bei der Lithium-Ionen Technik ist auch dass die einzelnen Zellen immer den gleichen Ladezustand aufweisen. Auch um dies muss sich das Anzugteam nicht kümmern, es wird von der Ladeelektronik ständig überwacht und ausgeglichen.

Damit die Akkus ihre volle Leistung entwickeln können werden sie im PLSS (Personal Life Support System) getragen. Dadurch werden extreme Temperaturschwankungen vermieden und es kann eine Simulationszeit von 3-8 Stunden erreicht werden.

Die Energie des Anzuges ist neben CO2 und O2 sowie EKG Messwerten, ein sehr wichtiger Parameter und wird ständig während einer Simulationen überwacht. So hängt auch die Dauer eines EVA‘s (Extra-vehicular activity vulgo „Marsspaziergang“) von der verfügbaren Energie ab. Dies muss auch bei der Planung von Missionen berücksichtigt werden und in den Flugplan einfließen.

Im Juli bekam das ÖWF von der Firma AccuPower Lithium-Ionen Akkus für unsere beiden Mars Analograumanzüge zur Verfügung gestellt. Nicht nur das geringere Gewicht, auch die kleinere Dimension des einzelnen Akkus helfen uns die Anzüge weiterzuentwickeln.

Wir bedanken uns für die tolle Zusammenarbeit mit dem Team von Accu Power und freuen uns auf den ersten Feldeinsatz der neuen Accus im Rahmen der AMADEE-15 Mission im Sommer 2015.

Über AccuPower
AccuPower ist ein international agierendes Unternehmen mit Sitz in Graz, Österreich. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt High-Tech-Produkte im Bereich Lade- und Energietechnik, die weltweit für mobile Stromversorgung eingesetzt werden.
www.accupower.at

27.Jul 2014 | 17:56

Das ÖWF begeistert! Kleiner Beweis?

Anfang Juni sind tausend Gäste und Honoratioren in das Pariser Hauptquartier der UNESCO geladen, um ein halbes Jahrhundert europäische Raumfahrtkooperation zu feiern. Logos, Banners, Präsentationen unterstreichen es in allen Ecken: 1964-2014: 50 Years Serving European Cooperation and Innovation. Dann wird es dunkel, Musik, Atmosphäre, ein bisschen Gänsehaut und sehr viel Weltraum. ESA-Generaldirektoren, Politiker, Astronauten, Industrievertreter, europäische Delegierte und die Mitarbeiter der ESA lauschen starken Geschichten und großen Leistungen aus fünf Jahrzehnten.

Ich sitze weit hinten im Halbdunkel, zwischen vielen Kollegen aus den 20 Mitgliedstaaten der ESA. Es ist ein bisschen auch unsere Feier, hat es geheißen, und obendrein soll es nachher einen festlichen Empfang mit Blick auf den Eiffelturm und das abendliche Paris geben. Wir hören gute und weniger gute Reden, sehen Bilder aus der Frühzeit der ESA und folgend interessiert den Anekdoten von Roy Gibson, dem ersten ESA-Generaldirektor, der mit seinen 90 Jahren wach, klug und verschmitzt auf der großen Bühne sitzt.

Nach der Weisheit des Alters haben die Organisatoren der Show das Feuer der Jugend eingeladen. Drei Teenager entern die Bühne, schlaksiger Schritt, nehmen Platz neben zwei krawattentragenden ESA-Direktoren und dem Moderator Jean-Francois Clervoy, ESA-Astronaut, drei Mal im All mit dem Space Shuttle. Die drei Kids sind stellvertretend für die vielen Kinder von ESA-Mitarbeitern ausgewählt worden, die jährlich das große ESA-Sommercamp bevölkern. Jeder der drei – zwei Mädchen, ein Junge – hat zwei Minuten Zeit um ein Statement abzugeben. Astronaut Clervoy fragt: „So, und was ist Euer bleibender Moment, der Euch für die Raumfahrt begeistert hat? Was war Euer Schlüsselerlebnis? Was bedeutet der Weltraum für Euch?“

Die erste greift zum Mikrofon. Ein Bild erscheint auf der großen Leinwand.
Und ich fahre in meinem Sitz hoch.

Das Foto zeigt die hunderten Teilnehmer des „ESA Space Camp“ aus der Luft aufgenommen, zu einem Riesen-ESA-Logo drapiert auf einer grünen Wiese. Im Gegensatz zu Publikum rund um mich im Halbdunkel kenne ich das Foto ziemlich gut: Es ist ein ÖWF-Foto. Geschossen vom Modellhubschrauber unseres Mitglieds Gerhard Grömer. Während des ESA Space Camp 2013 im Salzburger Land. Die ESA hatte uns vom ÖWF gebeten, zwei Tage mit den Kids – den kleinen (6 bis 11 Jahre) und den großen (12 bis 18 Jahre) – zu gestalten. Die Idee mit dem Hubschrauber war unser kleiner Abschlussgag, die Aufstellung zum Logo unsere Idee. Und auf der Bühne sagt das Mädchen: „Das hier ist ein Foto vom Space Camp letztes Jahr. Das war für mich das beste Space Camp. Wir haben so coole Sachen gemacht, vor allem die Marsmission. Und dieses Foto mit einem kleinen Hubschrauber. Wir haben so viel gelernt und die Foto-Session war einfach genial.“

Die Marsmission. Tja, die kommt mir auch bekannt vor. Vom ÖWF ausgedacht, vom ÖWF ausgeführt: ein gigantisches Wissenschaft-Rollenspiel über 48 Stunden.

Jetzt greift der Junge in der Mitte zum Mikrophon. Neues Bild auf der Leinwand.
Und ich mache große Augen.

Auf dem Foto sieht man einen Raum voller Kids, Action pur, dazwischen weinrote ÖWF-Poloshirts. Ein Schnappschuss mitten aus dem heißen Nachmittag, an dem wir vom ÖWF die großen und die kleinen Teilnehmer auf unsere ausgeklügelte Marsreise mitgenommen hatten. Inklusive Mission Control, Reisestrategie, Quizspiel. Der Junge erzählt: „Mein aufregendstes Weltraum-Erlebnis war eine Marsreise, die man mit uns gemacht hat. Wir mussten lauter Entscheidungen treffen und in Teams arbeiten. Ich war in der Missionskontrolle. Das war richtig stressig. Ich hab vorher nicht gedacht, das Raumfahrt so spannend ist, ich hab’s halt nur von meinen Eltern gekannt, die bei der ESA arbeiten. Aber seit dieser Mission weiß ich dass das alles ziemlich cool ist.“

Ich grinse von einem Ohr zum andern und lehne mich zu meiner Sitznachbarin: „That was us…“, sage ich, „das waren wir.“
Und dann geht das Mikrofon an Chiara, das Mädchen ganz rechts mit dem Pferdeschwanz. Clervoy fragt: „Und dein prägendstes Erlebnis?“

Das Bild, das sie ausgewählt hat, lässt mein Herz nun endgültig bis zum Hals klopfen. Auf der Leinwand erscheint Chiara in unserem Kinderraumanzug, im Hintergrund unseren Astronauten-Hindernis-Parcours mit unserem kleinen Marsrover TOBI, der während der MARS2013-Mission in der Wüste von Marokko im Einsatz war. Auf dem Kinder-Raumanzug sieht die versammelte Prominenz dieses Abends groß und deutlich das ÖWF-Logo prangen. Und Chiara sagt: „Letztes Jahr hatte ich die Chance, mich wie ein Astronaut zu fühlen. Ich musste einen Hindernis-Parcours meistern und einen Marsrover reparieren. Das war unglaublich. Ich werde dieses Erlebnis nie vergessen. Unser Team hat gewonnen, und wir waren so stolz. Wir wissen jetzt wie anstrengend und wichtig eine Marsmission ist. Das war mein bestes Weltraumerlebnis.“

Ich sinke wieder in meinen Stuhl. Klatschen, Astronaut Clervoy lächelt, die drei gehen ab, die Show geht weiter. Aber ich bin jetzt in Gedanken woanders.

Drei Jugendliche aus drei Ländern. Drei Jugendliche im sogenannten „schwierigen Alter“. Und alle drei, befragt was sie für den Weltraum begeistert hat, zitieren unabhängig drei Momente aus den 48 Stunden, die das ÖWF sie vor einem Jahr auf eine Marsmission mitgenommen hat. Sie erzählen davon mit Begeisterung in der Stimme, und sie sind stolz darauf. Das bin ich auch in diesem Moment im dunklen Zuschauermeer; stolz auf das ÖWF und darauf wie wir begeistern können. Und ich denke mir: Es kommt doch alles irgendwann zurück…

14.Oct 2014 | 19:38

How to make an analog astronaut feel how it is to bend an arm in space?!

After attending a very interesting “Introduction into Spacesuits”-course, I got the chance to work as a volunteer at the OeWF suit lab in Innsbruck. The task was to redesign the exoskeleton for the analog astronauts. At first I hadn’t an idea, what’s expecting me.
At the beginning of my summer holidays I had a meeting with Gernot Grömer who introduced me in an excellent and enthusiastic team at the suit lab and gave me a short overview of what he wants me to do:

  1. Read all the documents he gave to me (quite a lot and oh what a wonder – everything in English – so I had to improve my English first)
  2. Develop a new exoskeleton consisting of a pair of elbow-joints and a pair of knee-joints for the Aouda spacesuit simulator

Collage Exoskeleton with group picture of spacesuit course participants

Sounds simple so far and off we go…
After nearly two weeks of reading theoretical stuff about “space suit joint values”, “torques” and even more complex things like this, I got a vague idea what to do. A first design with a CAD-program (computer-aided design program) and another meeting with Gernot Grömer were done and the idea grew more specific.

But why all this work and investigation? Why is an exoskeleton needed for an analog astronaut?
Simply spoken, a pressurised space suit makes it harder to bend an arm or a leg for an astronaut because of shifting pressurised air inside the space suit and the textile layers of the suit working against deformation. But because Aouda is not set under pressure, we have to simulate this effect and for this reason an exoskeleton is needed.
After another four weeks of CAD-redesigning and improving, a final design was established and a prototype was produced. It’s fascinating, holding a piece of shaped aluminium in your hands. This piece, developed by yourself on a computer, gets real after milling, drilling, threat cutting and a lot of additional working steps. I hope it is still fascinating after we have tried to assemble all pieces together…
The new designed elbow-joint consists of one joint with a spring core and two rails. Each rail for one limb and because of torque-requirements the knee-joint elements are doubled.
The limb-rails will be produced out of high quality steel, shaped by laser-cutting. The attachment of the assembly to the arms and legs will be done by leather-straps with Velcro for adjusting.

We are looking forward to finish the exoskeleton during this October-
I hope no one of the analog astronauts is killing me after a first try-on session and the realisation how hard their new live as an astronaut will be because of to the new exoskeleton ;-)

Thanks to every member of the space suit lab team in Innsbruck. Special thanks to Julia Neuner and Gernot Grömer for their support. I had a great time and hopefully it will last a bit longer.


Author: Benjamin Knaus, physics-student at the University of Innsbruck

10.Oct 2014 | 09:30

Call for Analog Astronauts for simulated Mars Missions

Analog Astronauts Selection and Training for the Class of 2015

The Austrian Space Forum is seeking volunteers to apply for the training opportunity for analog astronauts. Analog astronauts participate in simulated Mars – Missions which are conducted on the ground in a Mars-analog environment. Men and women between the age of 25-45 are invited to submit their application.

The selection process will commence in December 2014 and will end in early 2015. The process will include a detailed medical and psychological assessment. The successful candidates will undergo a compact and intense training comprised of lectures, hands-on spacesuit and field training, they will receive coaching for physical fitness and psychological/stress tolerance. They will finish their training with a certification exam.

Responsibilities
Analog Astronauts are trained to conduct spaceflight-simulations in Mars-like regions on Earth, testing and evaluating equipment procedures, human factors and workflows relevant to the human exploration. They conduct experiments in field campaigns in an international and interdisciplinary environment, typically lasting a few days up to one month. Analog astronauts contribute to the development of spacesuit simulators and other relevant instrumentation.

Minimum selection criteria

  • European Union or Swiss citizen, aged between 25-45 years
  • Body height between 165-190 cm
  • Excellent mental and physical health condition
  • Fluency in English (preferably with at least a second European language)
  • Experience in a technological, engineering or scientific field (such as aerospace/mechanical/electrical engineering, computer science, life sciences, geosciences and others), AND/OR completed commercial or military pilot training.
  • Full availability for the basic training (ca 5 weekends in early 2015, plus distance learning), mission preparation or recertification (typically 2 weekends per year) and missions (2-4 weeks of field operations every 2 years on average), as well as for media and education/outreach activities on an irregular bases.

How to apply
Applications must reach the Austrian Space Forum by no later than 28th of November 2014, 23:59 CET via email to: *protected email* . Submissions should be written in English and contain the following documents:

  • 1 page Cover letter, containing a photo and full contact coordinates (name, gender, nationality, address, telephone, email, birthday)
  • 1 page CV
  • 1 page motivation letter (“Why do you apply?”)

Selection and Training timeline

  • Deadline for applicants: 28Nov2014, 23:59 CET
  • 1st Selection round / 10+11Jan2015: 1st medical and psychological assessment
  • 2nd Selection round / 24+25Jan2015: 2nd round medical & psychological evaluation, selection interviews
  • Feb2015: Announcement of 6 Analog Astronaut candidates
  • Mar-Jun2015: 5 training weekends (to be confirmed), distance learning & physical training, final exams. (Training blocks are tentatively scheduled for: 27Feb-01Mar2015, 20-22Mar2015, 17-19Apr2015, 01-03May2015, 15-17May2015)

Additional information

  • The selection and training will be mostly done in Innsbruck, Austria
  • Costs for the selection and training will be covered by the Austrian Space Forum, except travel and accommodation expenses.
  • Applicants will be required to sign a legal waiver and provide a clean criminal record before starting the second selection step. Details will be sent to candidates in time.
  • Probably two of the new analog astronauts will be selected to participate in the AMADEE-15 Mars simulation in August 2015 at the Kaunertal glacier region in Austria. The others will either be selected as back-up and/or for later missions.
  • Additional information about the Austrian Space Forum: www.oewf.org
  • Example of a major field campaign: mars2013.oewf.org
  • Questions? – please inquire at *protected email*

FAQ’s

  1. Are glasses/lenses a problem for the selection?
    No, glasses/lenses are no problem at all?
  2. Will the OeWF cover travelling/accommodation costs for selection & training?
    Unfortunately the OeWF cannot cover costs for travelling and accommodation. But you’ll get an excellent training and in-depth sports medicine & psychological analysis.
  3. I’m under 25 or over 45, is there any chance to be considered?
    The age limit is strict between 25 and 45 and therefore we cannot consider application if you don’t fit the age limit.
  4. Do I need to live in Austria to apply as analog astronaut?
    No, but you need to be able to travel to Innsbruck, Austria for the selection process and for the 5 training weekends.
  5. I’m not coming from an EU country, can I apply?
    The call is open for all EU citizens and persons with an permanent EU work permit.
26.Sep 2014 | 18:06

OeWF Pioneer Projects: Your Chance to implement new Topics within the Austrian Space Forum!

Do you have a gripping idea for a small OeWF project which you want to realize? For the first time, members of the Austrian Space Forum get the opportunity to fund their ideas for small or medium-term projects up to 1,000 EUR with the pioneer projects challenge.

Child playing with wooden airplane

Background:
Pioneer Projects will cover small, medium term projects. The challenge aims to provide a chance for members to carry out ideas and initiatives as well as follow the life cycle of a typical project, beginning with the first idea and proposals to a final report.

The topics for the projects are not restricted, as long as they are within the goals and guidelines of the Austrian Space Forum: everything goes – starting from a school project, a new technical development for a field mission or ideas to recruit new members. The challenge is open only to members of the Austrian Space Forum. External project collaborators, partner organization and sponsoring are possible.

What will be offered?

    • A budget of up to 1,000 EUR
    • Use of the Forum’s infrastructure (workshops, IT-infrastructure, consulting (e.g legal team, media contacts, accounting…))
    • Support towards internal and external communication

Up to two projects will be funded. An international board (consisting of representatives of NASA and ESA) under Dr. Rudolf Albrecht (OeWF Senior Advisor) will select the winning projects.

Proposal have to be of the following format:
A maximum of three pages, provided in English, consisting of

  • One page:
    Title of Project, Name of project leader (with contact data) and team, Summary with aims and duration
  • One page:
    Description of project, what is the scope and course of action, risks and gains, results/impact
  • One page:
    One page: budget, time table including important milestones

Next steps:

  • Deadline: December 1st 2014, send proposals via email to *protected email*
  • Official announcement of winning projects: December 20th 2014 (at the Forum’s Christmas party)
  • Run time of projects: January 1st 2015 until September 2015 (theForum’s “Zieleworkshop” – Annual meeting to define the main goals for the upcoming year)
24.Sep 2014 | 19:32

Wearing the Aouda.X is Hard Work!

For a normal person, running a marathon might be considered to be extremely exhausting. However, for our analog astronauts wearing the Aouda.X space suit, just tying shoes can be exhausting work!

My research project, as part of my Master’s degree in Space Physiology from King’s College London, set out to find just which tasks proved to be the most difficult during the MARS2013 analog space mission. While the MARS2013 mission was over a year ago, it still provides large amounts of data which can be analyzed in order to identify the workload of specific tasks the astronauts completed during their time in Morocco.

Biomedical monitoring is a key feature of the Aouda.X space suit. It not only allows the medical support team to ensure the astronaut is comfortable and safe, but it also gives real time measurements of the astronaut’s heart rate and air flow.
We chose to select 2 key variables of the 34 total that the Aouda X is able to monitor. Heart rate is used as a good indicator of exercise, as even simple exercise can raise a person’s heart rate. The rate of oxygen used by the body is also a good indicator of how hard the body is having to work to provide enough oxygen to the muscles. As there aren’t any direct measurements of oxygen consumption within the suit, so we chose to evaluate the amount of carbon dioxide produced by the astronaut.
Taylor's Thesis CoverBy combining the data from these two variables with a questionnaire regarding the well-being of the astronaut, we were able to identify 7 tasks which the astronaut performed daily. These repetitive maneuvers were part of the DELTA experiment, which set out activities which the astronaut might perform were they making a surface exploration of Mars. They included things such as setting up a tripod, carrying sand bags, taking rock samples and so on.
Our results found that activities involving long bouts of walking, and load-carrying caused the greatest workload for the astronaut, resulting in working at 90% of their maximum heart rate. In the sandbag carrying experiments in particular, the carbon dioxide rates increased, indicating that the astronaut was breathing heavily.
A surprising result was that fine motor skill tasks, such as repairing an object, were quite difficult for the analog astronaut. They had to work against the bulky space suit gloves, and the pressure of the exoskeleton to maneuver small parts. This resulted in high heart rates, up to 75% of their maximum heart rate. This meant it was on par with running for an unsuited individual. Talk about hard work while just standing still!
Identifying which tasks provide the most workload on the astronaut, allows the Mission Planning team to space out activities which the astronaut will find exhausting, or strenuous. It can also be used to identify where a rest period might be useful, and allows the biomedical team to monitor the astronaut more carefully during these periods.
Our research found that all three variables should be used together to identify the workload on the astronaut. The analog astronauts may have an interesting job that many people dream about – but they certainly have to work hard on the job!

Intern Taylor Moyer

 

About the author:
Taylor Moyer was an OeWF intern this summer.
During her intership she was researching the topic described above for her Master Thesis in Space Physiology and Health at the King’s College London, United Kingdom

01.Sep 2014 | 18:11

Researching, drawing, building – a typical intern week at the lab

We have been busy, so busy, we did not even find the time to write a report about our progress last week. So here comes the update of the last fortnight.
First of all we would like to congratulate Taylor for her successfully accomplished mission. She proudly submitted her theses for the Kings College Master’s program on space physiology.

We are also happy to report that some progress in Upper Austria has been done. The team in charge for the helmet redesign did some fantastic work. They decided on the ring and lock design. Too, the CAD drawings are just about to be finished.
Also new outer layers for both Aouda’s are produced by the taylor “Das tapferste Schneiderlein”. Therefore we needed to finish the first PLSS (Personal Life Support System) casing, which has been done last week. By now the second one is done and waiting for us to join it all together. This will be rather easy since we already agreed on the locations of all the components inside.

A new project we started is, building two flight cases, which will be used for transporting the Aouda suits.
Another one is the chest pack, it will be completely redone. Researches have been done and we do have a very lovely mockup.
Beside that the power boxes for the WiFi have been changed, Benjamin Knaus did some research and brainstorming on a new exoskeleton and there were a lot of telecons and meetings conducted, especially for the software including the helmet display and EddY NG development.

Sad news for the team, we had to say ‘good bye’ to Taylor, Andrew, Michael and Alexander.
We would like to thank them once more for their fantastic work and all the great memories we share.

29.Oct 2010 | 10:13

20. Dez. 2014: ÖWF Weihnachtstreffen

Jährliches ÖWF Weihnachtstreffen, heuer in Graz Wann: 20. Dez. 2014 Wo: Graz, genauer Treffpunkt wird rechtzeitig bekannt gegeben

ESA Nachrichten

03.Feb 2014 | 12:56

Robotic Exploration:ExoMars orbiter core module completed

The ExoMars Trace Gas Orbiter module consisting of the spacecraft structure, thermal control and propulsion systems was handed over by OHB System to Thales Alenia Space France at a ceremony held in Bremen, Germany, today.
08.Nov 2013 | 11:30

Robotic Exploration:ExoMars lander module named Schiaparelli

The entry, descent and landing demonstrator module that will fly on the 2016 ExoMars mission has been named 'Schiaparelli' in honour of the Italian astronomer Giovanni Schiaparelli, who famously mapped the Red Planet's surface features in the 19th century.
20.Oct 2014 | 11:40

Vintage comet


Space Science Image of the Week: Rosetta’s comet comes in from the cold
17.Oct 2014 | 15:40

Week In Images


Our week through the lens:
13-17 October 2014
17.Oct 2014 | 14:00

Mars Express ready for comet encounter


Europe’s Mars orbiter and its scientific instruments will have a frontrow seat on Sunday when Comet Siding Spring grazes the Red Planet, skimming past at a little more than a third of the Moon’s distance from Earth. 

16.Oct 2014 | 23:56

Fifth launch for Ariane 5 this year


An Ariane 5 has lifted off from Europe’s Spaceport in Kourou, French Guiana and delivered two telecom satellites, Intelsat-30/DLA-1 and Arsat-1, into their planned orbits.

16.Oct 2014 | 18:15

Name comet landing site


ESA and its Rosetta mission partners are inviting you to suggest a name for Philae’s landing site, currently known as ‘Site J’
15.Oct 2014 | 16:35

Bathed in green


Human spaceflight and operations image of the week: laser light illuminates the International Space Station
15.Oct 2014 | 15:45

Rollercoaster science


The world’s largest aircraft for weightless research, the ‘Zero-G’ Airbus A300, took its last trip for ESA recently. Click here for the top five results on ESA’s gravity plane
10.Oct 2014 | 17:23

The heat is on


Thanks to ESA and a high-tech fabric used in spacesuits, Swedish steelworkers will soon be wearing safer and cooler underwear to work. 

10.Oct 2014 | 11:47

Space viking: Andreas Mogensen unveils mission logos


ESA astronaut Andreas Mogensen today unveiled the patches that will accompany him on his iriss mission aboard the International Space Station next year.

03.Oct 2014 | 10:08

Alexander Gerst set for spacewalk


ESA astronaut Alexander Gerst has spent four months in the relative safety of the International Space Station but on Tuesday he will venture into open space with NASA astronaut Reid Wiseman on a seven-hour spacewalk.

ESA Top Multimedia

Comet on 18 October – NavCam

03.Oct 2014 | 10:08

Vintage comet

03.Oct 2014 | 10:08

3D flight over chaotic terrain

03.Oct 2014 | 10:08

Timelapse over Europe

03.Oct 2014 | 10:08

Comet on 15 October – NavCam

03.Oct 2014 | 10:08

Lake two-face

03.Oct 2014 | 10:08

Weltraum Nachrichten von Online Zeitungen

20.Oct 2014 | 17:44

Astrophysik: Hinweise auf Dunkle Materie in der Sonne entdeckt

Seit mehr als 30 Jahren suchen Physiker nach einem Nachweis für Dunkle Materie. Röntgenstrahlen sollen nun zeigen, dass Partikel von ihr in der Sonne entstehen und von dort ins All fliegen. Aber es gibt Zweifler, klar.
20.Oct 2014 | 11:11

Saturn-Mond: Mimas eiert um die eigene Achse

Dieser Mond läuft nicht ganz rund: Der Saturn-Begleiter Mimas taumelt, wenn er sich um die eigene Achse dreht. Die neue Beobachtung weist auf bislang unbekannte Strukturen im Innern des Mondes hin.
20.Oct 2014 | 02:45

Seltenes Naturschauspiel: Komet "Siding Spring" rast knapp am Mars vorbei

Noch nie waren so viele Teleskope und Sonden einem Kometen so nah: Am Sonntagabend schrammte "Siding Spring" in nur 140.000 Kilometern Entfernung am Mars vorbei.
18.Oct 2014 | 14:03

Satellitenbild der Woche: Staub im Monsun

Die Regenzeit ist vorbei. Jedes Jahr zur gleichen Zeit dreht die Richtung der Monsunwinde über dem Arabischen Meer und leitet die Trockenzeit ein. Dabei werden große Staubwolken aufgewirbelt.
17.Oct 2014 | 17:26

Beinahe-Crash: Komet schrammt knapp am Mars vorbei

Es ist ein seltenes Rendezvous: Komet trifft Mars - zumindest fast. Entsprechend groß ist die Aufregung vieler Astronomen. Etliche Teleskope, Sonden und Marsrover-Geräte sollen beobachten, wie der Kometenschweif den Planeten streift.
20.Oct 2014 | 08:07

Mars - Komet "Siding Spring" raste mit über 200.000 km/h am Mars vorbei

Entfernung betrug nur knapp 140.000 Kilometer - Spektakuläres Ereignis von Wissenschaftern weltweit verfolgt
18.Oct 2014 | 18:00

Mission "Rosetta" - Die Landestelle auf dem Kometen braucht einen Namen

Vorschläge können bis 22. Oktober eingereicht werden
18.Oct 2014 | 18:00

Astronomie - Sternentstehung im kosmischen Spinnennetz

Wiener Astronomen untersuchen einen mehr als zehn Milliarden Lichtjahre entfernten Proto-Galaxienhaufen
17.Oct 2014 | 13:19

Glück gehabt - Kleines Objekt durchschlägt "nur" ein Solarpaneel der ISS

Weltraummüll oder Mikrometeorit hinterließ 13 x 10 Zentimeter große Einschlagstelle
17.Oct 2014 | 11:59

Projekt - Ariane 5 bringt zwei Satelliten ins All

Bereits neunter Raketenstart von Kourou in diesem Jahr
20.Oct 2014 | 18:35

Umwelt: So wird jeder Balkonbesitzer zum Hobby-Imker

Es ist eine Crowdfunding-Kampagne der besonderen Art: Ein Berliner will eine Box in großer Stückzahl in deutsche Städte bringen – darin kann jeder, der über einen Balkon verfügt, 20.000 Bienen halten.
20.Oct 2014 | 14:48

Rasendes Geschoss: Komet Siding Spring verfehlt Mars nur knapp

Sonntagabend ist der Komet Siding Spring haarscharf am Mars vorbeigeschossen. Dabei wurde er von Forschungssonden beobachtet. Physiker hoffen auf neue Erkenntnisse zur Entstehung des Planetensystems.
18.Oct 2014 | 12:30

Astronomie: Der kleinste Mond des Planeten Saturn eiert

Der Begleiter des Ringplaneten rotiert nicht gleichmäßig auf seiner Bahn, sondern schaukelt hin und her. Astronomen suchen nun nach einer Erklärung. Möglicherweise spielt sehr viel Wasser eine Rolle.
17.Oct 2014 | 15:18

Himmelskörper: Kolossaler Komet schießt haarscharf an Mars vorbei

Das wird eng: Der 200.000 Kilometer pro Stunde schnelle Komet "Siding Spring" verfehlt am Sonntag den Mars nur knapp. Astronomen erwarten sogar, dass sich Kometenschweif und Marsatmosphäre vermischen.
17.Oct 2014 | 10:37

Astrophysik: Magnetfelder lassen "Jets" aus Sternen schießen

Mit Laserlicht und einem eigens entwickelten Pulsgenerator ist es Forschern gelungen, astrophysikalische "Jets" in irdischen Labors nachzustellen. Irgendwann könnte das in der Krebstherapie helfen.

Weltraum Blogs

03.Sep 2012 | 16:49

ScienceBlogs.de bekommt eine neue Software und macht Pause

Es ist endlich soweit. ScienceBlogs.de wird auf eine neue Software (WordPress) umgestellt. Dann sollten die ganzen Macken und technische Probleme die sich im Laufe der Zeit angehäuft haben, endlich verschwinden. Die Umstellung erfolgt heute Nacht, um Mitternacht geht es los. ScienceBlogs wird dann eine ganze Weile nicht erreichbar sein. Im Laufe des Dienstag Nachmittag müsste dann alles wieder funktionieren. Hoffen zumindest alle... Vielleicht funktioniert auch nichts mehr und es dauert länger, bis alles wieder normal läuft. Wir werden sehen. Ich hab noch keine Ahnung, wie das neue ScienceBlogs aussehen wird. Ich wäre schon zufrieden damit, wenn alle meine Artikel und alle Kommentare dazu den Umzug heil überstehen... Also drückt die Daumen!


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03.Sep 2012 | 12:25

Barnards Stern hat keine Planeten

Barnards Stern hat keine Planeten. Warum sollte das interessant sein, wo doch sonst immer nur von Sternen berichtet wird, bei denen man Planeten entdeckt hat? Erstmal ist auch ein negatives Resultat ein Resultat. Es mag nicht so sexy sein, wie die Entdeckung eines neuen Planetensystems, aber wenn wir wissen, dass es irgendwo keine Planeten gibt, sagt uns das auch etwas. Und dann ist Barnards Stern ein Sonderfall. Denn hier gab es seit Jahrzehnten Diskussionen, oft sogar Streit, darüber, ob sich dort Planeten befinden oder nicht.

Barnards Stern ist nur 6 Lichtjahre entfernt und damit der viertnächste Nachbar der Sonne (oder der zweitnächste, wenn man die drei Sterne des Alpha-Centauri-Systems zu einem zusammenfasst). Er ist so nahe, dass man seine Eigenbewegung sehr gut sehen kann und weil er sich so schnell bewegt, wird er oft auch "Barnards Pfeilstern" genannt. Dieses Bild zeigt, wie er sich zwischen 2001 und 2010 über den Himmel bewegt hat:

Barnard_Star_2001-2010.gif

Bild: Alejandro Sanz Gómez, CC-BY-SA 2.5

So ein interessanter Stern wurde natürlich oft und ausgiebig beobachtet. Wegen seiner schnellen Bewegung hat man besonders viele und genaue Positionsmessungen angestellt. Und in den 1960er und 1970er Jahren kam der Astronom Peter van de Kamp zu dem Schluss, dass sich dort 2 Planeten befinden müssten. Denn der Stern zog nicht einfach in einer geraden Linie über den Himmel, sondern wackelte hin und her. Der Grund dafür sollte die gravitative Störung der Planeten sein, die den Stern ein bisschen wackeln ließen. Die Entdeckung extrasolarer Planeten in den 1970er Jahren wäre eine große Sensation gewesen. Aber die Kollegen waren nicht überzeugt. Andere Astronomen zeigten, dass vermutlich ein technischer Fehler am Teleskop für das Wackeln des Sterns verantwortlich war. Aber van de Kamp war weiter von der Existenz seiner Planeten überzeugt. Zwei Stück, ungefähr halb so groß wie Jupiter sollten Barnards Stern umkreisen.

Die Sache blieb zweifelhaft, die Beobachtungen konnten nie bestätigt werden und es dauerte bis 1995, bevor der erste wirklich zweifelsfrei bestätigte extrasolare Planet entdeckt wurde. Eine Gruppe amerikanischer Astronomen hat nun noch einmal genau nachgesehen und kommt zu dem Schluß: van de Kamps Planeten existieren nicht. Sie haben Beobachtungsdaten aus den letzten 25 Jahren kombiniert und neu ausgewertet. Im Gegensatz zu van de Kamp haben sie sich nicht auf die Positionsänderungen des Sterns verlassen, sondern seine Radialgeschwindigkeit beobachtet. Auch mit dieser Methode misst man das Wackeln des Sterns, allerdings auf andere Art und Weise. Die Ergebnisse sind ziemlich deutlich:

barnard.png


Die grünen und gelben Punkte sind die Messungen. Wenn der Stern keine Planeten hat, dann sollten sie alle auf der Nulllinie in der Mitte des Diagramms liegen. Wenn van de Kamps Planeten existieren, dann sollten die Punkte dem Verlauf der blauen oder rote Linie folgen. Das tun sie aber nicht, sondern liegen tatsächlich - innerhalb der Fehlerbalken - auf der Nulllinie.

Komplett ausschließen können die Forscher die Existenz von Planeten natürlich noch nicht. Ganz kleine Planeten könnte es noch geben. Aber sicherlich nichts, was größer ist als ein paar Erdmassen. Und auf jeden Fall keine Planeten, wie sie van de Kamp gefunden zu haben glaubte.

Barnards Stern hat also keine Planeten. Aber er wird weiter ein interessantes Forschungsobjekt bleiben, auch weil er der Sonne immer näher kommt. In knapp 10000 Jahren wird er sich bis auf 3,8 Lichtjahre angenähert haben. Ich würde gerne wissen, was die Astronomen bis dahin so alles herausgefunden haben...


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03.Sep 2012 | 10:00

Die Landkarte der Physik

1939 hat Bernard H. Porter die optimale Fusion aus Geografie und Physik erschaffen:

"[A] map of physics, containing a brief historical outline of the subject as will be of interest to physicists, students, laymen at large; Also giving a description of the land of physics as seen by the daring sould who venture there; And more particularly the location of villages (named after pioneer physicists) as found by the many rivers; Also the date of founding of each village; As well as the date of its extinction; and finally a collection of various and sundry symbols frequently met with on the trip."

1939-map-of-physics-h2.jpg

Wirklich cool! Da würde ich gern mal Urlaub machen. Eine kleiner Wanderung von der Astronomie ganz im Westen bis hin zur Astrophysik im Osten und dann an Herschel, Newton und Ptolemäus an den Lichtstrand und ein wenig entspannen ;)

Eigentlich fehlen nur noch 2 Dinge: Eine hochauflösende Version dieser Karte, damit man sie als Poster für die Wand ausdrucken kann. Und eine aktualisierte Version, die die Entwicklung der Physik seit 1939 inkludiert. Seit damals haben die Wissenschaftler ja jede Menge Neuland entdeckt!


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02.Sep 2012 | 15:40

Terminkalender September

Da ich in den nächsten Monaten diverse Vorträge und Lesungen an diversen Orten halte, dachte ich, ich sag mal Bescheid, wo ich überall sein werde. Vielleicht sieht man sich ja irgendwo.

  • 12.September, Seeheim-Jugenheim: Am 12 und 13 September finden die Bergsträsser Weltraumtage statt. Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie gibt es dort jede Menge populärwissenschaftliche Vorträge über Astronomie - zum Beispiel über die Suche nach Außerirdischen, den Bau eines Weltraumfahrstuhls oder die Geschichte der Raumfahrt in Kinofilmen. Ich werde dort am 12. September um 20 Uhr einen Vortrag zum Thema "Krawumm - Wahre und falsche Weltuntergänge" halten und dabei auch aus meinen Büchern vorlesen.

  • 25. September, Solingen: Am 25. September um 19.30 werde ich in der Sternwarte Solingen einen Vortrag zum Thema "Weltuntergang 2012? Keine Panik!" halten.
  • 24-28 September, Hamburg: Von 24 bis 28. September findet in Hamburg die große Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft statt. Dort werde ich zwar keinen Vortrag halten, aber trotzdem anwesend sein (zumindest von 26. bis 28., vorher muss ich ja noch nach Solingen). Wird sicher interessant und vielleicht sieht man sich ja!



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02.Sep 2012 | 14:26

Ein Krawumm geht um die Welt (21): Москва́

Letztes Mal war das Krawumm auf seiner Reise durch die Welt bei der chinesischen Mauer angelangt. Und wenn wir schon mal bei den großen Sehenswürdigkeiten sind, dann passt auch dieses Foto von Leser Robert. Krawumm in Moskau!

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Was bisher geschah: Teil 1: Die staubige Fabrik, Teil 2: Rindviecher, Teil 3: Das Krawumm will hoch hinaus, Teil 4: Eishockey und Nobelpreis, Teil 5: Der Weltskeptikerkongress, Teil 6: James Randi!, Teil 7: Bulgarische Berge, Teil 8: Auf hoher See, Teil 9: Das Buch im Transit, Teil 10: Der Berliner Flughafen, Teil 11: Flauschige Eichhörnchen, Teil 12: Der Bund fürs Leben, Teil 13: Der weiße Gott, Teil 14: Besuch auf Tatooine, Teil 15: Bei den alten Römern, Teil 16: Gaudi in Barcelona, Teil 17: Geysire im Yellowstone-Park, Teil 18: Urlaubslektüre in Antalya, Teil 19: Das Unheil kommt von oben, Teil 20: Die chinesische Mauer
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20.Oct 2014 | 18:22

Boeing Completes CDR on CST-100 Spacecraft

Artist concept of CST-100 and Atlas V on launch pad. (Credit: Boeing)

Artist concept of CST-100 and Atlas V on launch pad. (Credit: Boeing)

WASHINGTON (NASA PR) — Boeing has successfully completed the final milestone of its Commercial Crew Integrated Capability (CCiCap) Space Act Agreement with NASA. The work and testing completed under the agreement resulted in significant maturation of Boeing’s crew transportation system, including the CST-100 spacecraft and Atlas V rocket.

NASA in July approved the Critical Design Review Board milestone for Boeing’s crew transportation system, confirming the detailed designs and plans for test and evaluation form a satisfactory basis to proceed with full-scale fabrication, assembly, integration and testing. It is the culmination of four years of development work by Boeing beginning when the company partnered with NASA during the first round of agreements to develop commercial crew transportation systems. To get to this point, extensive spacecraft subsystem, systems, and integrated vehicle design work has been performed, along with extensive component and wind tunnel testing.

Boeing is one of eight companies NASA partnered with during the last four years to develop a human-rated transportation system capable of flying people to low-Earth orbit and the International Space Station. NASA’s unique approach encouraged companies to invest their own financial resources in the effort and open up a new industry of private space travel. Other current NASA partners Blue Origin, Sierra Nevada Corporation and SpaceX all are deep in development of their own commercial crew transportation systems under separate Space Act Agreements.

NASA’s spaceflight specialists from a variety of technical expertise areas not only assisted the companies but also worked closely with them in judging progress and deciding whether milestones in the Space Act Agreements were met.

The partnership with Boeing began in 2010 when NASA selected the company as one of five awardees for the first phase of commercial crew development. NASA’s second round of development awards in April 2011 also included Boeing and called for the CST-100 crew transportation system design to be advanced to the preliminary design review point.

The CCiCap initiative, the third phase of development, began in August 2012 when NASA announced an agreement with Boeing totaling $460 million to advance the design of the integrated transportation system. NASA added an optional milestone in 2013, bringing the total level of NASA investment in Boeing for CCiCap to $480 million.

Development work aligned with milestone goals of the initiative, and work took place at numerous locations across the country to take advantage of unique facilities.

Engineering teams tested and modified mission flight software, including launch, docking, on-orbit, and re-entry and landing maneuvers. Teams conducted mission simulations to advance communications and mission operations planning.

Models of the CST-100 and the Atlas V launch vehicle were tested in wind tunnels. Launch abort engines and thrusters the spacecraft will use for maneuvering in space were test-fired. Work was done to refine the spacecraft and service module designs and make modifications required for human rating the existing commercially available United Launch Alliance Atlas V rocket.

Ground systems design and operation included launch site modification plans for crews and pad workers. Landing and recovery details also were conceived, reviewed, tested and approved.

All this work ensured Boeing’s crew transportation system matured to the verge of flight test article construction.

NASA’s goal for the Commercial Crew Program is to facilitate the development of a U.S. commercial crew space transportation capability with the goal of achieving safe, reliable and cost-effective access to and from low-Earth orbit and the International Space Station.

The next and final phase of commercial crew development was announced recently with the award of Commercial Crew Transportation Capability (CCtCap) contracts to Boeing and SpaceX. With the new contracts, NASA’s goal is to certify crew transportation systems in 2017 that will return the ability to launch astronauts from American soil to the International Space Station using privately built spacecraft.

Boeing’s Commercial Crew Milestones Status
Award Period: August 2012 – August 2014
Total Milestones: 20
Milestones Completed: 20
Total Award: $480 Million

NO. DESCRIPTION ORIGINAL DATE
STATUS AMOUNT
1 Integrated System Review. Boeing shall conduct an Integrated Systems Review (ISR) which establishes and demonstrates a baseline design of the Commercial Crew Transportation System (CCTS) integrated vehicle and operations that meets system requirements. August 2012 Complete $50 Million
2 Production Design Review. Boeing shall conduct a Production Design Review which establishes the baseline plan, equipment, and infrastructure for performing the manufacture, assembly, and acceptance testing of the CST-100 spacecraft. October 2012 Complete $51.7 Million
3 Safety Review Board. Boeing shall prepare and conduct a Phase 1 Safety Review of the CCTS Preliminary Design Review (PDR) level requirements, vehicle architecture and design, and associated safety products to assess conformance with NASA Crew Transportation System certification process (PDR-level products). November 2012 Complete $25.2 Million
4 Software Integrated Engineering Release 2.0. Boeing shall demonstrate the software release [REDACTED] closed loop with guidance, Navigation & Control (GN &C) for the flight ascent phase. January 2013 Complete $20.4 Million
5 Landing & Recovery / Ground Communication Design Review. Boeing shall conduct a Landing & Recovery / Ground Communication Design Review which establishes the baseline plan, for equipment, and infrastructure for conducting CST-100 spacecraft flight operations fulfilling both ground communications and landing and recovery operations. January 2013 Complete $28.8 Million
6 Launch Vehicle Adapter (LVA) Preliminary Design Review (PDR). The LVA PDR demonstrates that the preliminary design meets requirements with acceptable risk and within the cost and schedule constraints and establishes the basis for proceeding with detailed design. February 2013 Complete $45.5 Million
7 Integrated Stack Buffet Wind Tunnel Test. Boeing shall develop a test matrix, fabricate the necessary test models, and perform an integrated launch vehicle force and moment wind tunnel test to validate predictions on integrated Crew Module (CM)/Service Module (SM)/Launch Vehicle (LV) stack for ascent. April 2013 Complete $37.8 Million
8 Dual Engine Centaur (DEC) Liquid Oxygen Duct Development Test. Boeing shall complete a Dual Engine Centaur Liquid Oxygen Duct Development Test. May 2013 Complete $21.5 Million
9 Orbital Maneuvering and Attitude Control (OMAC) Engine Development Test. Boeing shall complete the OMAC Engine development test to support component, subsystem and CST-100 vehicle level development. July 2013 Complete $50.2 Million
10 Spacecraft Primary Structures Critical Design Review (CDR). A Spacecraft Primary Structures CDR confirms that the requirements, detailed designs, and plans for test and evaluation form a satisfactory basis for fabrication, assembly and structural testing. October 2013 Complete $8.6 Million
11 Service Module Propulsion System Critical Design Review. Boeing shall perform a Service Module (SM) Propulsion System Critical Design Review (CDR) after major SM Propulsion components have completed their individual CDR. CDR confirms that the requirements, detailed designs, and plans for test and evaluation form a satisfactory basis for production and integration. November 2013 Complete $7.5 Million
12 Mission Control Center Interface Demonstration Test. The Mission Control Center (MCC) Interface Demonstration Test demonstrates the linkage between the MCC and the Boeing Avionics Software Integration Facility which is a precursor to integrated simulation capability for flight operations training. September 2013 Complete $7.9 Million
13 Launch Vehicle Adapter Critical Design Review. Boeing shall complete a Launch Vehicle Adapter (LVA) Critical Design Review (CDR). CDR confirms that the requirements, detailed designs, and plans for test and evaluation form a satisfactory basis for production and integration. September 2013 Complete $13.5 Million
14 Emergency Detection System (EDS) Standalone Testing. Boeing shall complete the Initial EDS Testing – Launch Vehicle Stand-alone. October 2013 Complete $13.8 Million
15 Certification Plan. Boeing shall complete a review of the CCTS Certification Plan. Review with NASA the Boeing Certification Plan which defines our strategy leading to a crewed flight test. The Certification Plan will be included in the CDR Board material of Milestone 19. November 2013 Complete $5.8 Million
16 Avionics Software Integration Lab (ASIL) Multi-String Demonstration Test. Boeing shall demonstrate the [REDACTED] flight software closed loop with GN&C for the flight ascent phase. December 2013 Complete $24.9 Million
17 Pilot-in-the-loop Demonstration. Boeing shall demonstrate key hardware/software interfaces for Manual Flight Control meets requirements, including operational scenarios and failure modes. February 2014 Complete $13.9 Million
18 Software Critical Design Review. Boeing shall conduct a Spacecraft Software CDR. CDR confirms that the requirements, detailed designs, and plans for test and evaluation form a satisfactory basis for flight software development, verification, and delivery. March 2014 Complete $15.1 Million
19 Critical Design Review (CDR) Board. Boeing shall establish and demonstrate a critical baseline design of the CCTS that meets system requirements. CDR confirms that the requirements, detailed designs, and plans for test and evaluation form a satisfactory basis for production and integration. April 2014 Complete $17.9 Million
21A Boeing Spacecraft Safety Review. Boeing shall prepare and conduct a Phase 2 Safety Review of the Commercial Crew Transportation System (CCTS) Spacecraft Critical Design Review (CDR) level requirements, system architecture and design, and associated safety products to assess conformance with Commercial Crew Transportation System certification process (CDR-level products). Focus is review of the updated hazard reports, hazard causes and controls, and specific safety verification methods to reflect the CDR level of design detail for the CCTS Spacecraft Segment.
July 2014 Complete
$20 Million
TOTAL:
$480 Million
20.Oct 2014 | 17:57

This Week on The Space Show

spaceshowlogo
This week on The Space Show with David Livingston:

Monday, Oct. 20, , 2014: 2-3:30 PM PDT (5-6:30 PM EDT, 4-5:30 PM CDT): We welcome back DR. PAUL SPUDIS to discuss his recent postings on www.spudislunarresources.com/blog and http://blogs.airspacemag.com/moon.

Tuesday, Oct. 21, 2014:,7-8:30 PM PDT (10-11:30 PM EDT, 9-10:30 PM CDT): WAYNE WHIITE, space attorney, returns to discuss space property rights and his new proposal for creating them.

Friday, Oct. 24, 2014, 9:30 -11 AM PDT (12:30-2 PM EDT; 11:30-1 PM CDT):TBD. We welcome BRIAN ALTMEYER regarding his recent Space Review article, “The Strange Contagion Of a Dream.”

Sunday, Oct. 26, 2014, 12-1:30 PM PDT (3-4:30 PM EDT, 2-3:30 PM CDT) We. welcome space attorney MICHAEL LISTNER to the program to discuss the proposed NASA Air Traffic Control System for drones & much more.

20.Oct 2014 | 14:39

Ball Aerospace Green Propellant Infusion Mission to Host 3 DOD Experiments

Artist rendition of NASA’s Green Propellant Infusion Mission (GPIM) that will demonstrate and test the capabilities of a high-performance, non-toxic, “green” fuel on orbit. (Credit: Ball Aerospace & Technologies Corp.)

Artist rendition of NASA’s Green Propellant Infusion Mission (GPIM) that will demonstrate and test the capabilities of a high-performance, non-toxic, “green” fuel on orbit. (Credit: Ball Aerospace & Technologies Corp.)

BOULDER, Colo (Ball Aerospace PR) – The NASA and Ball Aerospace & Technologies Corp. Green Propellant Infusion Mission (GPIM) will fly three Defense Department experimental hosted payloads when it launches in 2016. GPIM’s mission will validate a non-toxic fuel for future satellite missions, which could replace hydrazine and provide additional performance benefits.

The Department of Defense (DOD) Space Experiments Review Board (SERB) selected the three payloads to fly on GPIM. The SERB chooses experiments based on a high potential to provide new or enhanced warfighting capabilities for the DOD.

“This cooperative effort is an outstanding example of government organizations working with industry to solve technology challenges,” said Jim Oschmann, vice president and general manager for Ball’s Civil Space and Technologies business unit.

The GPIM recently completed spacecraft is based on the successful STPSat-2 and STPSat-3 satellites built for the U.S. Air Force. Two of the three SERB payloads selected to fly aboard GPIM previously flew on STPSat-3, which launched in 2013. This is the third time Ball has integrated SERB payloads to small spacecraft bus platforms. Ball’s series of small satellites are designed to host a minimum of four independent payloads.
“The GPIM spacecraft capitalizes on Ball’s experience with STPSat-3 to maximize the reuse of engineering and minimize risk in the development timeline,” said Oschmann.

In addition to the primary GPIM payload being developed at Aerojet Rocketdyne, the three DOD payloads selected to fly aboard the project include:

– Integrated Miniaturized Electrostatic Analyzer Reflight (iMESA-R), a U.S. Air Force Academy mission designed to measure plasma densities and temperatures — Small Wind and Temperature Spectrometer (SWATS), a Naval Research Laboratory (NRL) mission to provide in-situ, co-located measurements of the atmospheric neutral and ion density, composition, temperature, and winds on a global scale — Space Object Self-tracker (SOS), a pathfinder experiment built by the U.S. Air Force Institute of Technology (AFIT) to decrease space collisions

The integration contract is valued at $3.4 million and extends the mission duration of GPIM from two months to a year.
- See more at: http://www.spacecolorado.org/ball-aerospace-green-propellant-infusion-mission-to-host-three-defense-department-space-experiments.html#sthash.wM0smCBy.dpuf

19.Oct 2014 | 20:38

NASA Engineers Work to Perfect Aeroshell Technology

NASA researchers have tested an almost 20-foot inflatable spacecraft heat shield in wind tunnels and laboratories. (Credit:  NASA/Kathy Barnstorff)

NASA researchers have tested an almost 20-foot inflatable spacecraft heat shield in wind tunnels and laboratories. (Credit: NASA/Kathy Barnstorff)

HAMPTON, Virg. (NASA PR) — For most of us it’s hard to imagine that something that is inflated can survive the high heat and friction of space travel, especially atmospheric entry.

But a group of NASA engineers, primarily based at NASA’s Langley Research Center, have been working to develop inflatable spacecraft aeroshell technology for more than a decade.

“We have been eating, sleeping, dreaming this technology — in my case for six years,” said Anthony Calomino during a peer review of the Hypersonic Inflatable Aerodynamic Decelerator project. The project, which was part of the Space Technology Mission Directorate’s Game Changing Development Program, is wrapping up after three years.

Some of the research and team are transitioning to the Terrestrial HIAD — Hypersonic Inflatable Aerodynamic Decelerator – Orbital Reentry, or THOR, flight test. That test is a Technology Demonstration Mission and also part of the Space Technology Mission Directorate.

Before HIAD moved forward the team wanted an outside assessment of its potential. “We [who have worked on HIAD] have a certain familiarity with it,” said Calomino. We wanted to have an independent group — a fresh set of eyes — looking at this technology.”

The five member peer review panel spent two days at NASA Langley, in person and by web conference, listening to the progress researchers have made in developing the key technologies needed for an inflatable reentry vehicle — the inflatable structure and flexible thermal protection system (TPS). On the panel were two members from academia, one from NASA Headquarters, one from NASA’s Marshall Space Flight Center and another from NASA’s Ames Research Center. Their expertise ranged from aeronautics and astronautics to systems and aerospace engineering to human exploration and exploration architecture to atmospheric entry, descent and landing.

They listened as one of the most passionate champions of Hypersonic Inflatable Aerodynamic Decelerators, Neil Cheatwood, took them through some of the background behind the research.

“This idea has actually been around since the 1960s,” said Cheatwood. “But now we have materials that can withstand higher temperatures.”

“We’ve made great strides with this technology,” added Cheatwood. “I think HIAD is the most important entry, descent and landing technology under development by the Agency [especially for Mars]. The issue with Mars is that it has a poor excuse for an atmosphere, but you can’t ignore it.”

Cheatwood pointed to the successful Inflatable Reentry Vehicle Experiment (IRVE-3) flight test launched from NASA’s Wallops Flight Facility on a sounding rocket in 2012. “IRVE-3 was the Michael Jackson of HIAD. It’s gotten all the attention,” said Cheatwood. “But there’s a lot more talent in the Jackson family, and a lot more to the HIAD project. During this review, you’ll also hear about Janet, Jermaine, Latoya, and Tito”

“IRVE-3 was a big success for space technology,” added Cheatwood. “But we have now taken HIAD technology about as far as we can with sounding rockets. We have to go beyond that.”

IRVE-3 was a three-meter or about 10-foot test article that, when inflated, looked like a child’s stacking ring toy composed of giant braided, reinforced, high-tech fabric hoops lashed together — then covered by a thermal blanket made up of layers of heat resistant materials. The team worked to develop technologies that could allow the aeroshell to be bigger — knowing one would be needed to carry more cargo and perhaps even people to Mars.

They collaborated with universities and industry and did wind tunnel tests at NASA facilities and others across the country. “We really had goals,” said Calomino. “The tech development effort was almost a slam dunk for first generation performance. Then in fiscal year 2014 we started to focus on second generation — to increase the peak heating and integrated heat load [capability].”

“I can’t say enough about what we have accomplished,” said Cheatwood. “What we have done with flexible TPS is amazing.” But Cheatwood said more needs to be done before the technology could be used to get to Mars — larger scale articles need to be developed and tested. The THOR flight test in 2016 plans to use existing hardware that includes an aeroshell only slightly larger than IRVE-3 — about 12 feet in diameter.

The peer review panel plans to issue a final report of their findings, but members did offer a few opinions. “The collaborations with industry and academia are critical, said Juan Alonso of Stanford University. “We encourage you to continue that. You achieved a lot. “Kudos to everyone.”

“You guys had a really tough task,” said Les Alexander, an exploration architecture expert from NASA Marshall. “Going forward it needs to be a more integrated effort.”

Christopher Moore, representing human exploration at NASA HQ, told the team, “It’s important to show traceability of human exploration to your efforts. You have to fly something that works and you’re on the path to do it.”

Kathy Barnstorff
NASA Langley Research Center

19.Oct 2014 | 11:00

Video Tour Inside of Virgin Galactic’s FAITH Hangar

Video Caption: On October 4th 2014 Virgin Galactic celebrated the anniversary of the Ansari X-Prize victory by inviting special guests for a ‘Behind the Hangar Doors’ tour.

20.Oct 2014 | 11:39

Hubble blickt 13 Milliarden Jahre zurück

Das Hubble-Weltraumteleskop hat im Galaxienhaufen "Abell2744" mit Hilfe von Gravitationslinsen eine Galaxie in 13 Milliarden Lichtjahren Entfernung aufgespürt. Damit gehört sie zu den Galaxien mit der größten Entfernung zur Erde.
19.Oct 2014 | 20:13

Ein verborgener Ozean auf dem Saturnmond Mimas?

Bei der Auswertung von Beobachtungsdaten, welche die Umlaufbahn des Saturnmondes Mimas betreffen, stießen die beteiligten Wissenschaftler auf Ungereimtheiten. Die derzeit beste Erklärung hierfür ist, dass dieser lediglich knapp 400 Kilometer durchmessende Mond unter seiner Oberfläche einen Ozean aus flüssigem Wasser beherbergt.
19.Oct 2014 | 15:05

New Horizons: Suche nach Folgeziel war erfolgreich!

Auf ihrer Suche nach einem Folgeziel für die Plutosonde New Horizons konnten die beteiligten Wissenschaftler jetzt einen Erfolg verbuchen. Im Rahmen einer Suchkampagne mit dem Weltraumteleskop Hubble wurde mindestens ein Objekt entdeckt, welches die Raumsonde nach dem Pluto-Vorbeiflug erreichen könnte. Zwei weitere mögliche Ziele müssen noch weiter überprüft werden.
18.Oct 2014 | 22:42

Auf Kometenjagd mit Dr. Manfred Warhaut

Im Rahmen der Vortragsreihe „Der Schöpfung auf der Spur“ in Ober-Ramstadt bei Darmstadt gab der ehemalige Missionsmanager von Rosetta Dr. Manfred Warhaut einen begeisternden Einblick in die Arbeit eines Kometenjägers. Arno Hecker war für Raumfahrer.net dabei und fasst den Vortrag zusammen.
18.Oct 2014 | 19:00

Saturnmond Hyperion ist elektrostatisch aufgeladen

Die Auswertungen der Daten der Raumsonde Cassini ergaben, dass diese am 26. September 2005 von einem Partikelstrahl aus hochenergetischen Elektronen getroffen wurde, welcher von dem Saturnmond Hyperion ausging. Verantwortlich für dieses Ereignis war eine elektrostatische Aufladung der Oberfläche dieses Saturnmondes.
06.Oct 2014 | 15:16

Die Nacht vor dem Ausstieg

Alexander Gerst im Raumanzug EMUEine Nacht trennt Alex Gerst jetzt noch von einem der absoluten Höhepunkte seines Astronautenlebens. Morgen wird der Geophysiker etwas machen, das nur eine Handvoll Menschen vor ihm erlebt haben: Er wird in seinem Raumanzug aus der Internationalen Raumstation aussteigen und beinahe freifliegend mit 28.000 km/h über die Erde hinwegschweben.
02.Oct 2014 | 12:01

Video: Wie funktioniert… ein Raumanzug?

Der Raumanzug EMUWenn der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst am 7. Oktober 2014 zu seinem ersten Weltraumausstieg die Internationale Raumstation verlässt, trägt er einen Raumanzug der NASA, den sogenannten EMU (Extravehicular Mobility Unit). Im Video erklärt der ehemalige Astronaut Hans Schlegel die Funktionen dieses Anzugs.
01.Oct 2014 | 10:29

Fragen an einen Astronauten

Alexander Gerst auf FacebookSo heißt unsere kleine Videoreihe, die wir gemeinsam mit dem ESA-Astronauten Reinhold Ewald im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) produzieren.
24.Sep 2014 | 15:22

Erfolgreiche Formationsänderung der Satelliten

Dem Raumsegment der Missionen TerraSAR-X und TanDEM-X standen wieder Tage der Veränderung ins Haus - und zwar die Änderung der Flugformation des Raumsegments. Der Grund dafür war der Übergang in eine neue Phase der Mission nachdem die Aufnahmen für das globale Höhenmodell Mitte September abgeschlossen wurden.
16.Sep 2014 | 10:10

Was eine Astronautenfamilie über das Leben auf der Raumstation wissen sollte

Da waren's nur noch drei! Nachdem das Sojus-Raumschiff 38S von der Raumstation abgelegt hat, gibt es in diesem Universum nach "offizieller Zählart" nur noch drei Außerirdische, die in einer Höhe von etwas über 400 Kilometern die Erde umkreisen - unter ihnen der Deutsche Alexander Gerst.
19.Oct 2014 | 10:08

SpaceX: Patentgefecht mit Blue Origin

Unterschiedlicher könnten die Positionen mal wieder nicht sein. Auf der einen Seite SpaceX, das Unternehmen von Elon Musk. Auf der anderen Seite Blue Origin, die Privat-Weltraumagentur von Amazon-Eigentümer Jeff Bezos. Space X hat schon eine ganze Reihe von Erfolgen zu verzeichnen und mausert sich mehr und mehr zum Platzhirschen in der Szene der privaten Raumfahrt. Blue Origin muss seine Fähigkeiten erst noch unter Beweis stellen.

Das Landeverfahren, das Blue Origin sich patentieren lassen hat, stammt womöglich gar nicht von Blue Origin.

Das Landeverfahren, das Blue Origin sich patentieren lassen hat, stammt womöglich gar nicht von Blue Origin.

Dieses Mal geht es um Patente. SpaceX verzichtet bewusst auf jegliche Patentanmeldung und lädt die Konkurrenz sogar noch ein, die von ihnen entwickelten Verfahren und technischen Lösungen selbst zu verwenden, und zwar kostenfrei. Das tut SpaceX natürlich nicht wegen seiner karitativen Gesinnung, sondern einfach deswegen, um damit den Markt zu öffnen. Eine möglichst breite Anwendung kostengünstiger Raumtransportverfahren, so ist sich Elon Musk sicher, wird automatisch auch bei ihm zu Zuwächsen im Raumtransport-Business sorgen. Vor allen Dingen, wenn man die Konkurrenz soweit abgehängt hat, wie er.

Blue Origin steht dagegen auf dem exakt gegensätzlichen Standpunkt. Jeff Bezos versucht die erhoffte künftige Marktherrschaft unter anderem dadurch zu gewinnen, dass er selbst noch das trivialste vermeintlich von ihm und seinen Ingenieuren entwickelte Verfahren zum Patent anmeldet. Und genau darüber ist nun ein Streit zwischen Musk und Bezos entstanden.

Es ist keineswegs das erste Mal, dass SpaceX und Blue Origin einen hitzigen Disput ausfechten. Im letzten Jahr versuchte Jeff Bezos Elon Musk daran zu hindern, die ehemalige Shuttle- (und Apollo-) Startanlage 39A am Kennedy Space Center von der NASA zu übernehmen. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, erhob Blue Origin damals eine Klage beim U.S. Government Accountability Office (GAO). Das sollte der NASA verbieten, Musk die alleinigen Nutzungsrechte an der Startanlage zu vergeben. Bezos kam damals damit allerdings nicht durch. Elon Musk unterstellte Blue Origin daraufhin indirekt böswillige Absichten. Er argumentierte, dass Bezos‘ Firma überhaupt nicht in der Lage sei, den Startplatz in absehbarer Zukunft zu verwenden. Ganz im Gegensatz zu SpaceX, das die Anlage ab 2015 für die Starts der Falcon 9 „Heavy“ von Cape Canaveral aus nutzen will. Musk höhnte damals: … ich halte es für erheblich wahrscheinlicher, im Flammenschacht der Startanlage 39A tanzende Einhörner zu finden, als dass Blue Origin diese Anlage innerhalb der nächsten fünf Jahre tatsächlich nutzen könnte…

Im aktuellen Fall, und damit kommen wir zur Sache, geht es um ein Landeverfahren für wiederverwendbare Erststufen von Trägerraketen. Die Idee dabei ist, dass nach dem Start eines mehrstufigen Vehikels, nach erfolgter Stufentrennung, die erste Stufe in einem gesteuerten Flug mit dem Heck voraus auf einer im Meer verankerten Plattform niedergeht. Dieses Landeverfahren hat sich Blue Origin im Jahre 2011 unter der U.S. Patentnummer 8678321 patentieren lassen. Man kann jetzt spekulieren, welcher Teufel die U.S.-Patentanwälte überhaupt geritten hat, eine derart triviale Skizze und eine sehr allgemein ausgeführten Idee überhaupt als gestandenes Patent durchgehen zu lassen.

Aber man muss sich ohnehin fragen, was für ein bescheuertes Rechtssystem in den Staaten existiert, wenn man nur mal den aktuellen Fall von Red Bull betrachtet. Das Unternehmen wurde kürzlich zu einer Strafe von 14 Millionen Dollar verdonnert, weil ihre Koffeinbrause den Leuten nicht – wie in der Werbung angekündigt – Flügel wachsen lässt.

Wie auch immer: Blue Origin ist tatsächlich noch viele Jahre davon entfernt, dieses von ihnen patentierte Verfahren auch tatsächlich anwenden zu können. Ganz im Gegensatz zu SpaceX. Elon Musk will schon in den nächsten Wochen exakt diese Prozedur erproben. Als Interimslösung, bis das Unternehmen genug Sicherheit gewonnen hat, um ihre Erststufen auf Land und möglichst in der Nähe des Startplatzes wieder zum Boden zu bringen.

Für SpaceX gilt es jetzt also, dieses alberne Patent zu Fall zu bringen, will man nicht ausgerechnet an den Rivalen Blue Origin Lizenzgebühren zahlen. Und da wurde SpaceX überraschend schnell fündig. Es stellte sich heraus, dass ein japanischer Ingenieur namens Yoshiyuki Ishijima dieses Landeverfahren schon elf Jahre vor Blue Origin in einem wissenschaftlichen Papier unter dem Titel „Re-entry and Terminal Guidance for Vertical Landing TSTO (Two Stage to Orbit)“  im Journal des „American Institute of Aeronautics and Astronautics publiziert hatte“. Ohne gleich auf die abwegige Idee zu kommen, wegen dieser vagen Idee ein Patent einzureichen.

Sollte sich herausstellen, das Blue Origin von dieser früheren Idee wusste, oder sie womöglich sogar einfach kopiert hat, könnte das Patent sogar im ziemlich byzantinischen US-Rechtssystem angefochten werden. Schau mer mal, was daraus wird.

12.Oct 2014 | 10:54

Plädoyer für einen vergessenen Planeten

In diesen Tagen bekommen wir in kurzen Abständen immer neue sensationelle Bilder der Raumsonde Rosetta vom Kometen Tschurjumow-Gerasimenko geliefert. Die beiden Mars-Rover Curiosity und Opportunity senden – mit Hilfe einer Flotte von Orbitrelays in der Umlaufbahn um den roten Planeten - dramatische Landschaftsaufnahmen vom Mars. Die Raumsonde Messenger übermittelt Aufnahmen vom Merkur in nie zuvor gesehenem Detail. Die Raumsonde Dawn wird in Kürze den Kleinplaneten Ceres erreichen, nachdem sie zuvor Vesta erkundet hat. Juno wird im Sommer 2017 in eine Umlaufbahn um Jupiter einschwenken. Der Forschungsauftrag von Cassini am Saturn ist gerade bis 2017 bestätigt worden, und nächstes Jahr trifft New Horizons am Pluto und seinen fünf Monden ein. Es herrscht Hochbetrieb im Sonnensystem. Aber es gibt auch ruhigere Ecken. Und in manchen, selbst in unserer unmittelbaren planetaren Nachbarschaft, ist es sogar sehr ruhig.

Die Venus aus einer Höhe von 30.000 Kilometern in ultraviolettem Licht. Dieses Bild nahm die ESA-Raumsonde Venus Express am 8. Dezember 2011 auf

Die Venus aus einer Enfernung von 30.000 Kilometern in ultraviolettem Licht. Dieses Bild nahm die ESA-Raumsonde Venus Express am 8. Dezember 2011 auf

Einsam zieht die Raumsonde Venus Express ihre letzten Kreise um unseren Schwesterplaneten. Acht Jahre lang hat sie dort mutterseelenallein ihre Runden gedreht, seit sie am 11. April 2006 dort angekommen war. Doch jetzt geht ihr Treibstoff langsam zu Ende. Die ESA will ihr immerhin ein spektakuläres Begräbnis verschaffen, und hat eine Aerobraking-Kampagne gestartet, in deren Verlauf die Raumsonde irgendwann im Winter 2014/2015 über den Wolken ihres langjährigen Beobachtungsobjektes verglühen wird.

Die Messergebnisse, die das Hinunterstarren auf die Wolkendecke der Venus erbracht haben, sind nicht uninteressant. Allerdings ist der Eindruck nicht zu übersehen, dass sich das Interesse auf eine eher übersichtliche Gruppe von Planetologen und Atmosphärenforscher beschränkt. Und die Informationspolitik der ESA und des DLR sind nicht dazu angetan, das Interesse der Öffentlichkeit an diesem Planeten nachhaltig zu befördern.

Bevor Venus Express kam, war zehn Jahre lang gar nichts los bei unserem Nachbarn. Am 13. Oktober 1994 war die US-Raumsonde Magellan gezielt zum Absturz gebracht worden. Davor hatte sie fünf Jahre lang mit einem Radar grobgerasterte Bilder von etwa 98 Prozent der Venus-Oberfläche gemacht.Die Auflösungsgenauigkeit betrug aber im Schnitt nur etwa 150 Meter pro Bildpunkt, meistens waren es etwa 250 Meter. Einige wenige Stellen wurden mit einer Auflösungsgenauigkeit von 75 Metern pro Bildpunkt erfasst.

Das ist zwar ein Vielfaches besser, als das, was man davor hatte. Die russischen Raumsonden Venera 15 und 16 hatten bis dahin gerade mal Oberflächendetails von etwa 1,5 Kilometern Größe identifizieren können. Das genügte nur für gröbste geologische Einschätzungen. Wirklich gut ist das nicht, wenn man bedenkt, dass am anderen Nachbarplaneten der Erde der Mars Reconnaissance Orbiter noch Oberflächendetails von 35 Zentimetern Größe aufzeichnen kann.

Halten wir also fest: Es gab im letzten Vierteljahrhundert genau zwei Orbitsonden zur Venus. Im selben Zeitraum waren es an unserem anderen Nachbarplaneten, dem Mars, sechs Orbitsonden und vier Landefahrzeuge. Seit einigen Tagen sind es sogar acht Orbitsonden, nachdem Maven und der indische Mars Orbiter angekommen sind. Es wären sogar noch drei Orbiter und drei Lander mehr gewesen, wenn sie nicht bei Landung, Anflug oder bereits beim Start von der Erde aus gescheitert wären. Noch einmal sieben Orbit- und Landesonden befinden sich in fortgeschrittenem Vorbereitungsstadium und sollen unseren äußeren Nachbarn in den nächsten sechs Jahren besuchen.

Beinahe hätte übrigens die Venus doch noch einen weiteren Orbiter bekommen, nämlich die japanische Sonde Akatsuki. Leider misslang das Brennmanöver, mit dem das Vehikel am 8. Dezember 2010 in die Venus-Umlaufbahn einschwenken sollte, und so flog Akatsuki am Planeten vorbei. 2016 ist jetzt ein neuer Versuch geplant, in die Umlaufbahn einzuschwenken. Früher geht es aus bahnmechanischen Gründen nicht. Allerdings ist die Treibstoffsituation der Sonde schon jetzt prekär und selbst wenn es ihr gelänge, das Manöver doch noch zu bewerkstelligen, wäre die technische Lebensdauer der Sonde dann eigentlich schon seit Jahren abgelaufen. Die Primärmission war nämlich überhaupt nur bis 2012 geplant. Für Akatsuki sieht es damit so düster aus, wie für die Venusforschung im allgemeinen.

Auch auf der Oberfläche: Kein Traffic weit und breit

Auch Landesonden haben bereits die Oberfläche der Venus erreicht. Allerdings ist das in jedem der gar nicht mal so wenigen Einzelfälle deutlich länger als ein Vierteljahrhundert her. Zuletzt waren dies die Landekapseln der Raumsonden Vega 1 und Vega 2, die beide Mitte Juni 1985 mit mäßigem wissenschaftlichen Erfolg auf der Venus niedergingen. Der Vega 1-Lander wurde zu früh aktiviert, und war nach Erreichen der Oberfläche bereits tot. Der Vega-2 Lander arbeitete nur 57 Minuten lang, bevor auch er verstummte. Eine Bildübermittlung fand weder statt, noch war sie vorgesehen.

Die letzten Bilder von der Oberfläche der Venus stammen von Anfang März 1982. Sie wurden von den Landesonden von Venera 13 und 14 übermittelt. Alles in allem gibt es von acht erfolgreichen Landungen etwa drei dutzend Bilder sehr magerer Qualität von der Oberfläche der Venus.Von der Oberfläche des Planeten Mars gibt es dagegen schätzungsweise eine Million brillanter Aufnahmen. Selbst die Bildausbeute von der Oberfläche des 1,4 Milliarden Kilometer entfernten, ebenfalls wolkenverhangenen Saturn-Mondes Titan ist größer, als die von unserem unmittelbaren Nachbarn im Sonnensystem.

Venera 13 machte insgesamt 14 Bilder von seinem Landeort bevor er verstummte.

Venera 13 machte insgesamt 14 Bilder von seinem Landeort bevor er verstummte.

Der Zahl der in ernsthafter Vorbereitung befindlichen Venussonden beträgt exakt Null. Nur aus Russland dringt seit Jahrzehnten Rumor über eine Landesonde mit der Bezeichnung Venera-D. Die ist aber schon seit so langer Zeit in Planung, dass niemand mehr ernsthaft daran glaubt. Bis vor einer Weile konnte man hier als geplantes Startdatum das Jahr 2016 verzeichnen. In neueren Planungsunterlagen wird jetzt aber 2024 genannt. Das Projekt zeichnet sich seit vielen Jahren hauptsächlich durch herzhafte Verschiebungen in Richtung Sankt Nimmerleinstag aus.

Warum keiner die Venus mag

Was ist der Grund dafür, dass wir die Venus so links liegen lassen? Ist sie so unwichtig, im Vergleich zu den anderen Planeten, Planetoiden und Asteroiden des inneren Sonnensystems? So unwichtig, dass kein einziges Raumfahrtprogramm weltweit die Oberfläche der Venus oder wenigsten ihre Umlaufbahn zum Ziel hat? Während es am und auf dem Mars inzwischen schon fast schon zum Verkehrsinfarkt kommt, und selbst der schwierig zu erreichende Merkur wissenschaftlich gut im Futter steht?

Fragen wir uns also, was die Venus zur Aussätzigen in der Planetenforschung macht. Die astronautischen Anforderungen, um dorthin zu kommen, können es nicht sein. Eine Raumsonde zur Venus zu schicken stellt von der technischen Expertise in etwa dasselbe Niveau dar, wie der Flug einer Raumsonde zum Mars. Folgt man einer Hohmann-Transferbahn, dann können es vom Energieaufwand sogar 500 Meter pro Sekunde weniger sein. Dafür braucht man beim Einbremsen in die Venus-Umlaufbahn deutlich mehr Energie als beim Mars, weil die Venus eine wesentlich größere Masse hat. Aber, wie gesagt, an sich sollte das nicht sonderlich problematisch sein. Dass dieses Manöver mit der Raumsonde Akatsuki im Jahre 2010 nicht gelang, wurde von der japanischen Raumfahrtagentur JAXA als ausgesprochen peinlicher Vorfall betrachtet, denn eigentlich ist das ein astronautisches Standardmanöver.

Landungen auf der Venus sind rein vom technischen Ablauf her sogar wesentlich leichter zu bewerkstelligen als eine Landung auf dem Mond oder dem landetechnisch äußerst heiklen Mars. Die Venus verfügt über eine sehr dichte Atmosphäre. In der Vergangenheit hat man festgestellt, dass man noch nicht einmal einen Fallschirm benötigt, um dort weich niederzugehen.Unterhalb von 20 Kilometern Höhe ist die Atmosphäre derart dicht, dass es sogar eine Art großer Sturzflugbremse tut.

Und damit kommen wir zum Grund, warum sich alle Raumfahrtbehörden weltweit so verhalten, wie der Fuchs in der Fabel mit den Trauben, die zu hoch hängen. Der Grund, warum wir es in den letzten Jahrzehnten gar nicht mehr erst versucht haben: Die Trauben in der geologischen Erkundung der Venus von ihrer Oberfläche aus hängen ziemlich hoch. Es ist nämlich warm dort. Sehr, sehr warm sogar. Auf seiner Oberfläche herrschen Temperaturen von knapp unter 500 Grad Celsius. Zum Vergleich: Ein guter Pizzaofen schafft 350. Ein normaler Haushaltsherd 250. Und der Luftdruck auf der Oberfläche entspricht dem einer Wassertiefe von 900 Metern. Die Oberfläche der Venus ist nichts anderes als eine wabernde Gluthölle am Grund einer Atmosphäre die dick ist wie kochendes Öl.

Unter diesen Bedingungen eine vernünftige Zeitspanne zu überleben ist nicht leicht. Dabei auch noch sinnvolle Forschung zu betreiben ist noch schwieriger. Den Rekord für Aktivitäten auf der Venusoberfläche hält Venera 13, deren Messinstrumente 127 Minuten nach dem Bodenkontakt ihren Geist aufgaben. Es tut sich der Eindruck auf: Wir trauen uns vor allem deshalb nicht hin, weil die Bedingungen auf seiner Oberfläche verdammt hart sind. Also werfen wir einen missmutigen Blick auf die hoch hängenden Trauben und reden uns ein, dass sie ohnehin sauer sein werden. Wir reden uns ein, dass die Venus nichts anderes ist als langweiliger Glutofen. Warum also hinfliegen? Dort ist doch sowieso nichts los.

Unser Bild von der Venusoberfläche

Außer den hartkontrastigen, groben Radarbildern der Raumsonde Magellan mit ihrem Auflösungsvermögen, auf dem man einen großen Hochhauskomplex grade noch als einzelnen Bildpunkt erkennen könnten, haben wir keinen Eindruck von der Oberfläche des Planeten Venus. Alles was an bunten Bildern durch Bücher, Internet und wissenschaftliche Papiere geistert, sind nachträgliche Bearbeitungen dieser ursprünglichen Radar-Rohdaten. Es ist eine künstlich geschaffene Realität. Wie es auf der Venus im Detail wirklich aussieht wissen wir nur von den wenigen Einzelbildern der Venera-Landesonden. Im Grunde kennen wir nicht mehr als sechs Quadratmeter Venusboden.

Detaillierte und langfristige Untersuchungen, beispielsweise über tektonische Vorgänge, Lavaflüsse, Erosion und dergleichen gibt es mangels Bildern praktisch nicht. Es existiert ein einziges Bild der Raumsonde Magellan, das einen Erdrutsch zeigt. Einen gewaltigen Erdrutsch übrigens, viele Kilometer groß, denn anders hätte man es mit dem schlechten Auflösungsvermögen der Sonde gar nicht erfassen können.

Beobachtungen im optischen Bereich, so hören wir es immer wieder, gehen ja leider nicht. Wegen der vielen Wolken. Allerding ist das keine Ausrede, die wir gelten lassen können. Zum einen könnten wir ohne weiteres zunächst noch einmal eine Radarsonde hinschicken. Allerdings eine, die dem neuesten technischen Stand entspricht. Mit einer Kontext-Funktion für die großräumige Beobachtung (und Auflösungen von etwa 30 - 50 Metern) und einem Detail-Auflösungsvermögen von 50 Zentimetern oder weniger, mit dem wir uns dann auffällige Objekte im Detail ansehen können. Heutige Radarsatelliten haben ein Bilddarstellungsvermögen, das von optischen Aufklärern nicht mehr weit entfernt ist. Und man kann mit ihnen sogar ein wenig unter die Oberfläche gucken.

Dennoch sind Radarbilder für viele Anwendungen nur die zweitbeste Lösung. Was wir brauchen sind hochauflösende Oberflächenbilder im normaloptischen Bereich um Texturen, Schichtungen, und andere Strukturelemente erkennbar zu machen. Wir brauchen eine korrekte Farbwiedergabe. Wir brauchen, wie beim Mars auch, neben optischen Bildern auch andere "Nahdaten" von "Vor Ort". Und zwar in großer Zahl, und über lange Zeiträume. Anders können wir keine schlüssige geologische Bewertung vornehmen.

Es ist ein oft erwähnter Gemeinplatz, aber man muss ihn immer wieder einmal vorbringen: Die Venus ist die Schwester der Erde. Die ursprünglichen Voraussetzungen beider Planeten dürften kurz nach ihrer Entstehung vor etwa 4,3 Milliarden Jahren in etwa gleich gewesen sein. Sie sind fast exakt gleich groß. Doch während sich die Erde zu einem Paradies entwickelte, lief bei der Venus irgendetwas gewaltig aus dem Ruder. Es wäre, schon für den Fortbestand unserer eigenen Zivilisation hier, gut zu wissen, warum die Entwicklung dort so dramatisch anders verlaufen ist.

Die Grundidee steht seit Jahrzehnten

Dabei ist das Problem der Erforschung der Venus-Oberfläche seit Jahrzehnten gelöst. Die Antwort lautet: Lasst uns Ballons betreiben. Die Idee stammt aus der sowjetischen Raumfahrt, wurde aber seither, außer in einigen gelegentlichen kleinen Studien nicht mehr weiter verfolgt. Sie wurde vor fast 30 Jahren von den beiden sowjetischen Raumsonden Vega 1 und Vega 2 erfolgreich erprobt. Die aus der Umlaufbahn so undurchdringliche Wolkenschicht der Venus beginnt, aus dem Weltraum gesehen, in einer Höhe von etwa 70 Kilometern über der Oberfläche. Sie ist etwa 20 Kilometer dick und endet dementsprechend in einer Höhe etwa 50 Kilometern. Von da an hat man freie Sicht bis zum Boden. Die Lichtverhältnisse dort entsprechen etwa denen eines Schlechtwettertages auf der Erde. Kein Problem für die heutige Kameratechnik.

Konzepte für eine Erforschung der Venus in Oberflächennähe mittels Ballons gibt es bereits heute, so wie dieses Bild, das aus einer älteren CNES/ESA-Studie stammt. Der Wille, solch eine Mission auch tatsächlich zu realisieren, fehlt.

Konzepte für eine Erforschung der Venus in Oberflächennähe mittels Ballons gibt es bereits heute, so wie dieses Bild, das aus einer älteren CNES/ESA-Studie stammt. Der Wille, solch eine Mission auch tatsächlich zu realisieren, fehlt.

Auch die weiterenVoraussetzungen sind gar nicht so übel: In einer Höhe von 50 Kilometern beträgt der Luftdruck etwa 550 Millibar, die Temperatur etwa 35 Grad Celsius. Gut, das mit der "Luft" ist so eine Sache. In dieser Höhe besteht sie aus Schwefeldioxid durchsetzt mit Schwefelsäure-Tröpfchen. Das stellt schon gewisse Anforderungen an die Materialtechnik, vor allem wenn man das Gerät wochen- und monatelang betreiben will.

Aber einmal abgesehen von diesem recht sauren - und auch nicht atembaren - Gemisch hat man es, verglichen mit den Oberflächeneigenschaften auf dem Mars, mit einer recht angenehmen Umgebung zu tun. Ein Astronaut, der an der Reling einer Gondel dieses hypothetischen Ballons stünde, bräuchte noch nicht einmal einen Raumanzug zu tragen. Ein leichter Schutzanzug mit eigener Luftversorgung, wie er etwa in manchen Laboren üblich ist, täte es. Die Temperaturen wären angenehm, die Strahlungsbelastung gering.

Der Ballon könnte seine Fotoerkundung mit der Windströmung knapp unterhalb der Wolkenuntergrenze vornehmen und dort Wochen- und monatelang operieren. Die mittlere der drei atmosphärischen Hauptschichten bewegt sich in flottem Tempo um den Planeten. Schon mit einer kleinen Zahl von Ballons hätte man in der erheblichen Winddrift der Venus bald große Flächen kartographiert.

Um noch bessere Bilder zu bekommen, könnte der Ballon zeitweilig auch Kleinkameras mit Fallschirmen abwerfen, die langsam zu Boden sinken. Solche Kameras kann man heute sehr preiswert herstellen, sie wiegen nur wenige Gramm.Eine Ballonsonde könnte dutzende davon mit sich führen. In eine Kühlpackung gehüllt, könnten sie einen Abstieg zur Oberfläche überstehen und die Funkübertragung der Daten an den Ballon sollte kein Problem sein.

Und am Ende wäre selbst eine Oberflächenerkundung mit Rovern durchaus denkbar. Ein Fahrzeug, das in der Lage wäre, eine oder mehrere Tage oder Wochen auf der glutheißen Oberfläche der Venus herumzufahren, wäre eine herausfordernde und interessante Aufgabe, die den technischen Fortschritt immens stimulieren könnte.

Die Venus macht es uns nicht leicht. Sie stellt komplett andere Anforderungen, wie der Mars. Aber sie ist deswegen nicht weniger interessant. Es gibt viele Möglichkeiten, das Hitze- und Druckproblem besser zu bewältigen als in den sechziger-, siebziger und achtziger Jahren. Also sollten wir wieder hingehen. Eine Renaissance der Venus-Forschung ist dringend geboten.

25.May 2014 | 16:52

ILA und Berlin – Elf Notizen eines Provinzlers

London riecht nach Pferd und Fäkalien, befand Horiatio Nelson, Englands legendärer Seeheld, als er nach monatelanger Kriegsfahrt auf hoher See in die Hauptstadt zurückkehrte. Sie war zu seiner Zeit die bedeutendste Stadt der Welt und er begegnete ihr stets mit einer Mischung aus Faszination und Abscheu.

1. Ich war noch keine Minute in der Berliner S-Bahn (Strecke Hauptbahnhof – Charlottenburg) als ich von einem streng riechenden, verwahrlost aussehenden Mann in forschem Ton angebettelt wurde. Am Bahnhof Zoo verließ er den Zug wieder. Ein weiterer Bettler kam ins Abteil, um seinerseits mit lauter Stimme von den Passagieren einen Obolus einzufordern. Niemand kümmerte sich um ihn, was ihn dazu veranlasste, die Fahrgäste mit lautstarken Verwünschungen zu belegen. Er war mit seiner Tirade noch nicht fertig, als der Zug in Charlottenburg einfuhr. Ich wuchtete mein Gepäck zum Ausgang, warf dem Mann und der innen und außen mit Graffitis vollgeschmierten S-Bahn-Kabine einen letzten irritierten Blick zu, und trat vor die Tür. Es knirschte unter meinen Füßen. Ich blickte nach unten. Ich stand in einem Haufen Glasscherben.

Der Autor, in der Gagarin Bar in Prenzlauer Berg

Der Autor, in der Gagarin Bar in Prenzlauer Berg

2. Die Aufbautage auf der ILA, draußen im märkischen Sand, gleich neben BER, der bestbeleuchtetsten, uneröffnetsten, teuersten Lachnummer der Nation laufen wie immer. Die Parkplätze, wie stets ungepflastert und ungeteert, stauben vor sich hin. Wie üblich kann man an den Aufbautagen ohne jede Kontrolle (noch nicht einmal die Aufbau-Ausweise werden gecheckt) alles ins ILA-Gelände schleppen, was man – für welchen Zweck auch immer - in den Folgetagen so braucht. Kann man die Gerätschaften nicht tragen, dann bekommt man für 100 Euro Kaution problemlos eine Einfahrtgenehmigung. Dann bringt man halt sein Material mit dem PKW, dem Laster oder dem Tieflader ins Gelände. Kein Mensch kontrolliert irgendetwas. So geht das problemlos von Samstag bis Montag.

Standaufbau am Tag vor der Eröffnung

Standaufbau am Tag vor der Eröffnung

3. Montagabend, in der Gagarin-Bar in Prenzlauer Berg, erinnerte mich Susanne Hofmann milde an meine Kosmologs-Verpflichtungen und versprach, ums mir leichter zu machen, schon mal einen kleinen Beitrag über die ILA vorzulegen. Was sie denn auch tat. Über Susannes Anwesenheit hab ich mich ganz besonders gefreut. Mit dabei bei Gagarin-Bier, Blinis, Soljanka und russischen Buletten waren neben ihr auch Uwe-Schmaling, Chefredakteur und Herausgeber des ebenso legendären wie chronisch defizitären und gerade mal wieder von der Schließung bedrohten Kult-Raumfahrtorgans Raumfahrt Concret, die Regisseurin Marian Kiss, meine Wiener Orion-Partnerin Maria Pflug-Hofmayr, Andreas Weise, Ingenieur und Raumfahrthistoriker mit Schwerpunkt auf der frühen russischen Raumfahrt, Thomas Krieger, der Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Raumfahrt und die RC-Redakteurin Ute Harbricht. Außerdem der letzte Wissenschafts-Attachè der ständigen Vertretung der DDR in Bonn mit seiner Frau, die als kleines Mädchen im September 1961 dem eben aus dem Orbit zurückgekehrten German Titow den offiziellen Blumenstrauß der DDR-Regierung überreichen durfte. Eine bunte, illustre und lustige Runde.

4. Kurz nach Mitternacht stieg ich an der U-Bahnstation Adenauerplatz aus. Mir fiel gleich das übliche Rudel aus sechs, sieben finster aussehenden Jungs in Bomberjacken auf. Diese beunruhigenden Grüppchen gehören zur nächtlichen Grundausstattung jeder Berliner U-Bahnstation. Dazu zwei auf den Wartebänken schnarchende Penner und eine erheblich schwankende Person, die sich offensichtlich für den Erlöser hielt und mit lauter Stimme das nahende Armageddon heraufbeschwor. Als ich die Treppe in Richtung Xantener Straße hinaufging (die Rolltreppe wie üblich in Berlin pure Makulatur) folgte mir die Gang, und mir wurde etwas mulmig. Die Jungs erwiesen sich aber als harmlos. Zumindest für mich. Als ich die vierhundert Meter zum Olivaer-Platz marschierte, bekam ich noch mit, wie sie an einer Baustelle unter lautem Gejohle ein Dixie-Kloo an den Kudamm wuchteten und auf die Fahrbahn warfen.

Eine der wenigen Neuheiten auf der diesjährigen ILA. Der Airbus A350.

Eine der wenigen Neuheiten auf der diesjährigen ILA. Der Airbus A350.

5. Ab Dienstag, dem ersten der drei ILA-Geschäftstage, setzten scharfe Kontrollen ein. Ausweise werden gescannt, Taschen durchsucht, man muss einen Metalldetektor passieren. Kleiner Tip, für den Fall, dass sie für ihr geplantes Sprengstoffattentat noch Material brauchen, das sie blöderweise vergessen haben, zwischen Samstag und Montag mit dem Transporter hereinzubringen: Besuchen Sie den Military-Shop ihrer Wahl und beschaffen sich dort einen Kampfanzug. Und zwar die buntgefleckte-Camouflage-Sorte. Rangabzeichen sind nicht nötig. Trägt man so ein Outfit, dann wird man vom Wachpersonal an den Eingängen einfach durchgewinkt. Weder braucht man an der Schlange anzustehen, noch muss man irgendwelche Kontrollen über sich ergehen lassen. Auch das Gepäck der Kampfkombi-Träger wird – nach meinen Beobachtungen – grundsätzlich nicht kontrolliert.

Der kleinste, neuste und interessanteste Airbus: Ein Voll-Elektroflugzeug

Der kleinste, neuste und interessanteste Airbus: Ein Voll-Elektroflugzeug

6. Anders ist das bei den zivilen Uniformträgern, den Herren (und sehr, sehr wenigen Damen) aus den Business-Development Abteilungen der Aerospace-Unternehmen. „Zivil-Uniform“ deswegen, weil etwa sechs von zehn dieser Personen anthrazitfarbene Anzüge, weißes Hemd und rote Krawatte tragen. Dazu eine schwarze Laptop-Tasche links, ein Headset, das zum Blackberry in der Sakko-Tasche rechts führt, mit dessen Hilfe sie mit extrem wichtigem Gesichtsausdruck extrem wichtige Gespräche ins Off führen. Sie, und der übrige Rest der Besucher, werden genauestens gefilzt.

7. In den Hallen war dieses Jahr weniger los, als in den vergangenen Jahren. Das dürfte vor allem daran liegen, dass die ideellen Aussteller heuer von der Messeleitung keine Vergünstigungen mehr erhielten. Sie müssen sich nun jedes Stück, von den Stellwänden bis zur Möblierung der Stände, selber kaufen oder mieten. Die Preise sind geschmalzen. Viele können sich das nicht leisten, und so sind dieses Mal die meisten der Vereine, Interessengruppen, Verlage und kleine Händler, die letztes Jahr noch dabei waren, nicht mehr vertreten. Raumfahrt Concret konnte beispielsweise den Stand nicht bezahlen (vor allem nachdem mit Manfred Fuchs in diesem Jahr auch noch einer der Hauptförderer der Zeitschrift verstorben ist). Die deutschen Teilnehmer am Lunar Google X-Price, die vor zwei Jahren noch da waren (die Part Time Scientists) fehlten ebenfalls. Diese Gruppierungen haben bislang nicht nur den restlichen Platz in den Hallen aufgefüllt, sondern auch für Buntheit gesorgt. Besonders an den Besuchertagen. Aus diesem Grund waren einige der Hallen nur etwa zur Hälfte bis zwei Drittel mit Ständen belegt. Macht keinen guten Eindruck.

Der Lander der europäischen ExoMars 2016-Raumsonde

Der Lander der europäischen ExoMars 2016-Raumsonde

8. Wie immer gab es viele Flugzeuge zu besichtigen, allerdings kaum Neuheiten. Der im Vorfeld angekündigte Osprey von Boeing ließ sich beispielsweise nicht blicken. Der vielleicht interessanteste Neuling, die A350 blieb nur die ersten paar Stunden der ILA und meldete sich dann zur Weiterführung der Testflüge ab. Interessant im Luftfahrtbereich war der Airbus E-Fan. Ein voll-elektrisches Flugzeug. Und die Flugvorführungen? Bieder und brav wie immer in Berlin. Die extrem engen Vorschriften auf der ILA erlauben es nicht, die Demos mit Pfeffer zu würzen. Nur einzelnen Piloten (Beispiel "Solotürk") gelang es, kreativ mit den restriktiven Regularien umzugehen. Wer auf einer großen Luftfahrtshow Spektakuläres sehen will, ist in Berlin an der falschen Addresse. Der muss in Europa nach Le Bourget oder nach Farnborough gehen. Die Sprecher der Aerobatik-Teams weisen denn auch immer wieder darauf hin, dass man leider nur ein stark reduziertes Programm zeigen dürfe.

9. In Sachen Raumfahrt herrscht Stagnation. Es sind die gleichen Ausstellungsobjekte zu sehen wie vor zwei Jahren, von einigen ganz wenigen Ausnahmen einmal abgesehen. Dazu gehören Modelle des Multi Purpose Crew Vehicle (MPCV), des ExoMars 2018 – Rovers und des 2016 – Landers. Vom MPCV abgesehen gibt es keinerlei US-Beteiligung. Weder die kommerziellen noch die privaten US-Raumfahrtunternehmen sind auf der Messe. Keine Spur von Boeing, Lockheed oder SpaceX. Auch die russische Beteiligung ist kleiner als früher. Chrunitschew fehlte beispielsweise komplett, vielleicht auch um Fragen über die Zuverlässigkeit der wieder einmal abgestürzten Proton-Rakete aus dem Weg zu gehen.

Die ILA 2016 hat durchaus Spaß gemacht.

Die ILA 2014 hat durchaus Spaß gemacht.

10. Dennoch hat es Spaß gemacht. Weniger wegen der deutlichen Stagnation, als vielmehr, weil man sich mit vielen Bekannten und Gleichgesinnten austauschen konnte. Allein dafür hat die ILA als „Marktplatz“ ihre Berechtigung. Vieles fand aber eher am Abend und außerhalb des Ausstellungsgeländes statt: In der „Ständigen Vertretung“, auf dem Hacke’schen Markt, in der Bar Gagarin oder an anderen kommunikativen Plätzen. Wie immer bei der Frühjahrs-ILA hat auch das Wetter gut mitgespielt (bei der Herbst-ILA vor zwei Jahren war es ja nicht ganz so gut).

11. Als Provinzler stehe ich dem Hype, der um Berlin gemacht wird, mit skeptischer Distanz gegenüber. Und als Provinz lasse ich hier auch München und Wien gelten, die beiden einzigen Großstädte, in denen ich mich öfter als nur ein-, zweimal im Jahr bewege. Dort wird mir das Gefühl vermittelt, dass der weitaus überwiegende Teil der Bürger ihren Mitmenschen und ihrer Stadt mit Respekt und Verantwortung begegnen. In Berlin bin ich mir dagegen nie sicher, ob die vielgerühmte Liberalität nicht einfach nur pure Gleichgültigkeit ist. Auf Schritt und Tritt begegnet man Verwahrlosung und Vandalismus. Parks und öffentliche Plätze, die Ruhezonen vor Museen und Gedenkstätten sind fest in den Händen sozialer Randgruppen. Ihre Unantastbarkeit ist Gesetz und so benehmen sie sich auch.

Von Horatio Nelson wird berichtet, dass er immer froh war, London wieder verlassen zu können, auch wenn ihn danach die ersten Tage auf See stets die Seekrankheit plagte. Aber er mochte die Weite der Meeres, die frische Luft und die überschaubare Ordnung seines Schiffs.

09.Mar 2014 | 11:01

Musk macht dem Falcon Beine

Sollten Sie - wie ich - ein Fan von Science Fiction B-Filmen aus den 50iger Jahren sein, dann kennen sie den Plot. Der geht, jetzt mal ganz generisch, so: Das Raumschiff X-7 mit Professor Scatterbrain, seiner schönen Tochter Gwendolyn (Biologin), dem brillianten und in Gwendolyn verknallten (er weiß es aber noch nicht) Wissenschaftler Dr. Jeffrey Quantumleap und dem (noch unerkannten) Schurken Hellonious Greedhead (getarnt als Bordingenieur) startet zum Planeten Metares 3 (Zweiter Spiralarm, dritter Quadrant, vierter Sektor rechts). Der Professor vermutet dort ein gewaltiges Vorkommen von Cavorit, das er fürderhin zum Wohle der Menschheit einzusetzen gedenkt. Greedhead vermutet das auch, und gedenkt es fürderhin zum Zwecke seiner persönlichen Bereicherung zu verwenden. Auf Metares 3 stoßen sie auf Einheimische, die genau so aussehen wie sich Hollywood-Südseeinsulaner vorstellt (Frauen in knappen Bikinis, Männer im Lendenschurz). Greedhead will sie umbringen, Quantumleap will sie schützen, der Professor ist überfordert, Gwendolyn fällt in Ohnmacht, Getümmel, Verfolgung, Gemetzel. Der Schurke wird besiegt, alles ist wieder paletti und alle drei (Greedhead muss als Leibsklave des Eingeborenenhäuptlings zurückbleiben) düsen wieder zurück zur Erde.

Destination Moon

"Destination Moon", SF-Movie aus dem Jahre 1950.

Das alles wurde - das Budget war mager - an Wochenenden in den nicht mehr benötigten Kulissen der A-Filme gedreht. Mit Schauspielern aus der C-Riege. Auch für die Trickeffekte war kaum Geld da, deshalb ließ man die Aufnahmen vom Start der  X-7 für die Landungen auf Metares und zurück auf der Erde einfach rückwärts ablaufen. Eine Startrampe befand man für unnötig. Das Ding startete auf seinen drei, vier oder fünf Beinen und landete auf diesen auch wieder.

Um diese wunderbare Landetechnik zu bewundern brauchen Sie zukünftig nicht mehr die CD mit "Metares 3 antwortet nicht" aus der Kommode zu kramen. Und das liegt mal wieder an Elon Musk, dem "Leading Guru" für Solartechnik (Solar City), Elektroautos (Tesla) und wiederverwendbare Trägerraketen (SpaceX).

Elon Musk hatte es schon vor Jahren angekündigt, und dafür die hämischen Kommentare der etablierten Raumfahrtfirmen geerntet: Jede Falcon ab der Version 9 v1.1, die für diesen Zweck genügend Treibstoffreserven mitführen kann, wird zukünftig einen Landeversuch unternehmen. Dies war schon beim Erstflug der Falcon 9 v1.1 der Fall, die im vergangenen September den kanadischen Cassiopee-Satelliten in den Orbit brachte. Nach der Stufentrennung war erstmals in der Geschichte der Raumfahrt probeweise ein "Boost back"-Manöver durchgeführt worden, also eine erneute Triebwerkszündung der ersten Stufe um einen Rückflug in Richtung Startstelle einzuleiten. Unmittelbar über der Wasseroberfläche erfolgte dann eine zweite Zündung, um die Fallgeschwindigkeit der Stufe auf Null zu reduzieren. Das klappte allerdings nicht so ganz. Die Stufe geriet in der Endphase des Abstiegs in Drehung, was dazu führte, dass die Treibstoffe an die Tankwände gepresst wurden. Daraufhin brachen die Schwappspanten, das Triebwerk (es lief nur die zentrale Einheit) saugte Metallteile an und schaltete kurz über der Wasseroberfläche ab. Die Stufe schlug mit etwa 100 Kilometern pro Stunde auf dem Wasser auf und ging zu Bruch.

Was der Zufriedenheit der SpaceX-Leute allerdings keinen Abbruch tat. Niemand rechnet damit, dass dieses komplexe Manöver schon bei den ersten Versuchen von Erfolg gekrönt wird. Dafür war die Rakete auch noch gar nicht vollständig ausgerüstet. Jetzt hat SpaceX aber alle notwendigen Puzzle-Teile beisammen, um eine Rückführung der ersten Stufe nach einer Raumflugmission ernsthaft zu versuchen. Beim Start zur CRS-3 /Spx-3 Mission (einem Versorgungsflug mit der Dragon-Kapsel zur Internationalen Raumstation) am 17. März wird nur etwa 70 Prozent der Nutzlastkapazität der Falcon 9v 1.1 benötigt. Das lässt wieder Spielraum für einen Landeversuch. Der wird erneut - schon aus Sicherheitsgründen - im Wasser erfolgen. Dieses Mal vor der Küste von Cape Canaveral im Atlantik. Die Wahrscheinlichkeit, dass SpaceX die Stufe intakt aus dem Ozean fischt ist auch dieses Mal gering. Elon Musk schätzt die Chancen für einen Erfolg auf etwa 30 Prozent. Erstmals werden dabei auch Landebeine zum Einsatz kommen (so wie auf dem Bild hier sehen die übrigens in angelegtem Zustand aus).

Landebeine

Die Landebeine der Falcon 9 in angelegtem Zustand

Die für die Bergung entscheidenden Manöver ereignen sich alle nach der Trennung der ersten von der zweiten Stufe. Bis dahin soll die Mission verlaufen, wie jeder andere Orbital- oder Sondenstart auch. Die Landebeine sind in der ersten Flugphase aus aerodynamischen Gründen noch an den Rumpf angelegt und haben keine Funktion.Die Serie der Manöver, die letztendlich zur weichen Landung führen sollen, beginnt erst  nach der Trennung. Während die zweite Stufe mit der Dragon-Raumkapsel den Aufstieg in den Orbit fortsetzt, wird das Lageregelungssystem der ersten Stufe die Antriebseinheit zunächst um 180 Grad drehen.Kurz darauf beginnt das so genannte „Boost Back Manöver“. Drei der neun Merlin 1D- Triebwerke zünden erneut, und bringen die Stufe, die sich bis dahin mit einer Geschwindigkeit von über 6.000 Kilometer pro Stunde auf den Atlantik hinausbewegt, erst auf Gegenkurs und schalten dann wieder ab.

Falcon 9 und Dragon

Die Kombination aus Falcon 9 und der Dragon - Raumkapsel wird für den Start vorbereitet

Die Stufe steuert nun im Freien Fall auf ein vorbestimmtes Landegebiet zu, und wird dabei durch die zunehmende Luftreibung in den tieferen Schichten der Atmosphäre immer weiter abgebremst. Ihre Raumlage wird in dieser Phase durch ein Lagekontrollsystem stabil gehalten. Schließlich bewegt sich die Stufe mit einer Geschwindigkeit, die als „Terminal Velocity“ (Grenzgeschwindigkeit) bezeichnet wird. Ein Objekt erreicht seine Grenzgeschwindigkeit dann, wenn sich ein Gleichgewicht der einwirkenden Kräfte bildet und keine weitere Beschleunigung gleich in welche Richtung mehr erfolgt. Bei einem freien Fall durch Luft ist die Grenzgeschwindigkeit erreicht, wenn die Gravitationskraft durch die Luftreibung kompensiert wird. Die "Terminal Velocity" ist bei der Falocn 9-Erststufe nicht bekannt. Sie dürfte aber bei etwa 350-400 Kilometern pro Stunde liegen.

Die Schlusszündung wird in einer Höhe von weniger als 1.000 Meter über der Wasseroberfläche beginnen, diesmal mit nur noch einem aktiven Triebwerk. Mehr ist nun mehr nicht nötig, denn die Tanks sind fast, aber nur fast, leer. Es wird keine Nutzlast mehr transportiert und das Vehikel wiegt zu Beginn der Zündungweniger als 25 Tonnen (beim Start wog die erste Stufe mehr als 400 Tonnen). Das Triebwerk wird nur noch etwa 15 Sekunden laufen. In dieser zweiten Brennphase nach der Stufentrennung werden die Landebeine ausgeklappt und danach ein Landemanöver wie auf festem Boden simuliert. Die Endgeschwindigkeit mit der die Wasseroberfläche erreicht wird, müsste im Idealfall beiNullliegen.

Destination Moon II

Filmplakat "Destination Moon"

Wie gesagt, die Wahrscheinlichkeit, dass das alles perfekt abläuft, ist gering. Gesteuerte Abstiege dieser Art werden auch bei den folgenden Missionen so lange über Wasser geübt, bis das Landeverfahren sicher beherrscht wird. Danach will Elon Musk mit Landungen auf festem Boden beginnen.

P.S. Das erste Bild dieses Beitrags, sowie das Bild links, stammen aus dem Film „Destination Moon“. Der kein B-Movie, sondern ein – für die Ansprüche des Jahres 1950 – unglaublich teurer A-Film war. Die Produktionskosten betrugen seinerzeit 500.000 Dollar. Schauen Sie ihn sich ruhig mal an. Er ist faktentreu, fast schon prophetisch in seinen Aussagen (vieles ist heute aktueller denn je) und im Gegensatz zu praktisch jedem „modernen“ Film (einschließlich Gravity) stimmt die Physik bis ins Detail.

26.Feb 2014 | 21:50

Yuris Night zu Gast im Technischen Museum Wien

Wie jedes Jahr veranstaltet "Der Orion" auch heuer am 12. April Yuris Night in der zweitgrößten deutschsprachigen Stadt der Welt. Dieses Mal findet sie in einer ganz besonders reizvollen Umgebung statt: im Technischen Museum der österreichischen Metropole. Wie praktisch jedes große öffentliche Gebäude im Herz der Donaumonarchie, das zwischen 1848 und 1916 errichtet wurde, hat auch hier Kaiser Franz Josef I den ersten Spatenstich getan. Und was man dem Museum damals wie heute wegen des historisierenden Stils nicht ansieht: es ist ein Stahlbetonbau. Seinerzeit das Non-Plus-Ultra der Bautechnik.

Technisches Museum

Die Grundsteinlegung erfolgte am 20. Juni 1909. An sich sollte das Gebäude bis 1914 fertiggestellt sein, aber der erste Weltkrieg verhinderte das. Bei der Einweihung im Mai 1918 war Franz Josef schon eineinalb Jahre tot und die Donaumonarchie in der Auflösung begriffen.

Die gewaltige Haupthalle nimmt beeindruckend massive Maschinen und Vorrichtungen auf. Traditionell hat die Sammlung ihren Schwerpunkt in den Bereichen Energietechnik und Bergbau, Alltag und Umwelt, Verkehrstechnik und Musikinstrumente. Das Museum bietet aber noch jede Menge anderer, teilweise ziemlich abgefahrener Themen. So gibt es eine beeindruckende Sammlung von Hüten und Helmen, deren Träger vom Blitz getroffen wurden. Besonders den Kindern merkt man an, dass hier, beim Betrachten der Verkokelungen, Einschlaglöcher und Schmauchspuren einiges an Kopfkino abgeht.

Kurios bis gruselig ist im selben Bereich auch die Sammlung des Wiener Arztes Stefan Jelinek: Bilder durch Blitzschlag abgetrennter Gliedmaßen, Brandspuren am Körper und Auswirkungen eines Blitzschlages auf die Physiognomie eines Menschen (sofern sie es überlebt haben). Das ganze ist mit liebevoll detaillierten Texten untermalt. Jelinek war in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts iungeheuer populär. Er war der Begründer der „Elektropathologie“, die sich mit der dunklen Seite der Elektrotechnik befasste. Sein legendärer Lehrsatz lautete: Beim Strom- und Blitzunfällen so lange Reanimationsversuche anstellen, bis Totenflecke auftreten. Erst dann darf man aufgeben.

Überhaupt kommt die Wiener Liebe zum Morbiden überall durch. Auch im Deutschen Museum in München erfährt man ja einiges über Kohleabbau. Aber nur in Wien gibt es dazu schauerlich schöne Bilder von Staublungen zu bewundern.

Für die Bearbeitung des Themas „Weltraum“ war das Wiener Technische Museum bislang allerdings weniger bekannt. Um ehrlich zu sein: Das Gebiet war nicht vertreten, sieht man mal von Franz Viehböcks (Österreichs erstem und einzigem Kosmonauten) Raumanzug mal ab. Mit der Sonderausstellung SPACE, die seit einigen Monaten besteht und noch über Yuris Night hinaus läuft, ändert sich das. Sie ist klein aber fein, und den Besuch können wir allen Weltraumfreunden nur ans Herz legen. Auch sie hat eindeutig einen "Wiener Touch" und das beginnt schon damit, dass es da drin „a weng duster“ ist, und die Objekte ziemlich klein beschriftet sind. Das mag aber ein jüngerer Mensch als ich, ausgestattet mit besseren Sinnen, anders beurteilen.

Als ich mir die Ausstellung vor ein paar Wochen anschaute und grade vor einem hübschen Modell der Internationalen Raumstation stand, stellte sich ein Papa mit etwa siebenjährigem Sohn neben mich. Der Junge guckte sich das Modell an und fragte den Papa, was denn das sei. Der Vater: "A Raumstation". Der Junge: "uund wööiche?". Und der Vater, das Modell mit suchenden Blicken abtastend, mit fester Stimme (man will sich ja vor dem Nachwuchs keine Blöße geben): "Das ist die Raumstation Mir". Ich hielt den Mund und suchte selber nach der Beschriftung. Die gab‘s tatsächlich, weist auch tatsächlich darauf hin, dass es die Internationale Raumstation ist, aber halt sehr, sehr klein, und in der Finsternis kaum zu erkennen.

Der Kenner der Raumfahrtabteilung des Deutschen Museums findet auch eine nette Leihgabe der Münchner an die Wiener wieder, nämlich eine Astris-Oberstufe der unglücklichen Europa 1-Rakete. Und dann gibt es einen kleinen Raketenpark, Modelle von Raumfahrtträgern, deren Beschriftung behauptet, sie wären im Maßstab 1:25 abgebildet. Hier zeigten sich einige Besucher denn doch ein wenig überrascht darüber, dass weltweit die Trägerraketen allesamt offensichtlich exakt gleich groß sind. Tatsächlich schwankt der Maßstab wohl irgendwo zwischen 1:20 und 1:50. Aber so pingelig, um daran Anstoß zu nehmen, kann ja wohl nur ein Piefke sein.

Zum Thema "Space", dachten sich die Wiener, gehört auch Science Fiction, und so zeigen sie auf einem Bildschirm ein Medley aus SF-Filmausschnitten. Damit der Ton die anderen Besucher nicht stört, kann man sich dazu Kopfhörer nehmen. Als ich dran vorbeikam standen vor diesem Bildschirm zwei schockstarre kleine Jungs mit den Micky-Mäusen auf dem Kopf. Die Augen vor Entsetzen kreisrund sahen sie sich gerade einen Ausschnitt aus „Mars Attacks“ an. Die Stelle, an der den Marsianern das Gehirn platzt.

Die Eltern der Kleinen waren wohl eben auf ein Achtel Veltliner ins Beisel gegangen. Und das, also das Restaurant, befindet sich im Erdgeschoß des Museums. Es gibt dort leckere Gerichte. Die bekommt man allerdings nur, wenn man das Glück hat, von einem der vier Kellner wahrgenommen zu werden, die sich um die knapp 40 Plätze kümmern....sollten. Mir gelang das schon nach kaum 30 Minuten, nachdem es ihnen wegen meines zunehmend wilderen Herumgehampels beim besten Willen nicht mehr gelang, mich zu übersehen. Ich bestellte einen Hamburger mit Chips, und der war wirklich ein Gedicht. Bestes Rindfleisch, Salat, Tomate, knuspriger Speck,angeschmolzener Gouda, knusprig gebratenes Brötchen und krosse Kartoffelchips mit einer delikaten Chilisoße. Den brachte mir allerdings eine Frau aus der Küche, offensichtlich die Köchin. Sie musste mich erst unter den Gästen ausfindig machen. Die vier Kellner waren anderweitig beschäftigt. Die fielen sich beim verzweifelten Versuch, ihre Kundschaft zu ignorieren, fast gegenseitig vor die Füße.

Aber das sind Kleinigkeiten, die über das wirklich faszinierende Ambiente nicht hinwegtäuschen sollen. Am 12. April gibt es dort jedenfalls Raumfahrt bis zum Abwinken, und zwar ganztägig. Tagsüber findet der erste "SpaceUp Vienna" statt - Informationen, Programm und Anmeldung gibt es hier. Auch diesen Event organisiert „Der Orion“ in Zusammenarbeit mit seinen Partnern.

Und wer Angst hat, von den Kellnern im Restaurant übersehen zu werden: „Der Orion“ stellt abends bei der Hauptveranstaltung wie üblich Snacks und Getränke zur Verfügung – kostenlos übrigens - und verhindert auf diese Weise gefährlichen Unterzucker.

Die Planung für beide Ereignisse, den Spaceup und die Abendveranstaltung läuft auf Hochtouren. Das vorläufige Programm findet sich hier.

Wer sich dafür interessiert und/oder sowiesoschon immer mal nach Wien wollte: Schnell buchen. Wien ist kurz vor Ostern schon unter normalen Umständen immergut gebucht. Zusätzlich findet gerade um Yuris Nightauch noch der City-Marathon statt.Da wird es dann selbst in der zweitgrößten deutschsprachigen Stadt der Welt "a weng eng".

21.Oct 2014 | 01:45

Allgemeines Live-Blog vom 21.-23. Oktober 2014


21. Oktober

sidi-hiri

HiRISE konnte den Kern von Siding Spring kaum auflösen

So sah die hochauflösende Kamera auf dem Mars Reconnaissance Orbiter den Kometen Siding Spring, als er dem Mars am nächsten zwar (zwei verschiedene Darstellungen desselben Bildes): Die Auflösung betrug 138 Meter pro Pixel, und der Kern scheint nur 2 bis 3 Pixel und damit unter 500 Meter groß zu sein; mit rund einem Kilometer war gerechnet worden. Die erste Quasi-Nahaufnahme eines Kometenkerns direkt aus der Oortschen Wolke: Vielleicht lehrt sie nur, dass die Albedo dieser Körper größer als bei den Finsterlingen wie C-G (unten) ist? Bereits 12 Tage früher hatte HiRISE den Kometen anvisiert und knapp über dem Rauschen nachgewiesen – aber nicht ganz an der erwarteten Stelle: Die Ausrichtung der Kamera für die größte Annäherung wurde entsprechend korrigiert, sonst wären diese Bilder wohl nicht gelungen. Und wachsende Alben mit Siding-Spring-Bildern vom Boden aus von der internationalen Kampagne und aus allen Quellen sowie ein Artikel mit Animationen der Annäherung aus Rumänien. [1:55 MESZ]

nav1018a

Eine weitere Kometen-Landschaft aus nur ca. 8 km Höhe von der Rosetta-NavCam am 18. Oktober aufgenommen – etwa mit Dünen drauf? Weitere Artikel hier und hier, auch der Technologie-Tester für Mini-Asteroiden-Such-Satelliten Arkyd3 vor dem Start zur ISS, ein Paper über Chang’e-3 und sein Bodenradar, die anhaltende STEREO-Krise, schöne Bilder vom Start der letzten Ariane und die Übergabe der Galileos “in excellent shape” im falschen Orbit. Und wiederum in Sachen kosmische Kleinkörper eine Feuerkugel über dem UK und den NL am Abend des 19.10. (mehr, mehr, mehr und mehr) und die Kometen Borisov und LINEASR. [1:45 MESZ]


18.Oct 2014 | 03:30

Live-Blog zu Komet Siding Spring dicht am Mars


20. Oktober

sidi-abschied

Und tschüss … der Komet schon wieder weit weg vom Mars

heute Mittag MESZ auf einer weiteren ferngesteuerten Aufnahme aus Australien von Martin Mobberley; auch ein Bild von gestern mit wohl aufgehelltem Kometen und ein älteres Farbbild. Noch ein paar Artikel hier (Indiens Marsorbiter hat’s auch überstanden und offenbar Bilder des Kometen machen können), hier, hier und hier – und viele, etwa hier, hier, hier, hier, hier und hier – meinen, auf Nachtaufnahmen von Opportunity den Kometen zu sehen, ein konkreter Beweis oder eine Bestätigung seitens der NASA stehen aber noch aus. [18:35 MESZ]

sidi-oppy

Nach mehr als 12 Stunden ist die Mitteilung der NASA dann doch noch gekommen, dass es der Rover wirklich geschafft hatte – die einzige der sieben Missionen vor Ort, die schon etwas geliefert hat. Auch ein weiteres irdisches Bild von heute und viele weitere (Sorry, kenne nur die URL für FB-Mitglieder) – und der Riesenfleck auf der Sonne hat bereits einen X-Flare produziert. [23:55 MESZ - Ende]

sidi-after

Da ist der Komet, knapp zwei Stunden nach der größten Annäherung an den Mars: eine Aufnahme mit dem 1-m-Teleskop der ESA auf Teneriffa (der Komet ist der helle Fleck auf 10 Uhr vom Mars) – und es gibt eine Aufnahme aus Österreich des Paares kurz vor der größten Nähe! Das Team des Mars Express ist inzwischen nachhause gegangen, auch vom MRO gibt es ein ‘all clear’ (was man bei der NASA nicht mitbekam) – und weitere Post-C/A-Artikel hier, hier und hier, wieder komplett ohne Neuigkeiten: An diesem Abend haben die Social Media in Sachen Situational Awareness haushoch obsiegt. [0:55 MESZ] MAVEN geht’s auch gut, ein Press Release zu MROs Beobachtungen (deren Download “days” dauern wird) – und in 5 Minuten ist SLOOH noch mal ‘auf Sendung’. [2:25 MESZ] Wo es ein Live-Bild aus Chile gibt – und alle drei NASA-Orbiter sind wohlauf; auch ein weiterer Press Release zu MAVENs Status. [2:45 MESZ] So sah das Live-Bild gerade aus, auch eine Aufnahme aus Uruguay – und ein langer Hangout mit noch mehr Südamerika. [3:50 MESZ] Und eine aus Brasilien, von SONEAR, sowie der MEX-Status – und ein Artikel mit Inhalt. [4:05 MESZ] Wenig dagegen hier, hier und hier, dafür australische Bildvergleiche. [5:45 MESZ]


19. Oktober

Nah(!)-Erkundung des Kometen durch Mars Express läuft

Mehrere Instrumente des ESA-Marsorbiters sind jetzt – weniger als eine Stunde vor der größten Annäherung – in Betrieb und messen. [19:35 MESZ] Der viel-beworbene ESA-Webcast aus Darmstadt geht nicht – aber hier gibt’s eine Alternative aus Südafrika! [20:10 MESZ] Der Mars Express versteckt sich derweil hinter dem Planeten. [20:15 MESZ] Und noch ein funktionierender Webcast, mit einem (undeutlichen) Live-Bild aus Südafrika. [20:20 MESZ] Und das war’s schon! Während bei der ESA rein gar nichts funktioniert – für den Mars Express gilt das hoffentlich nicht … [20:30 MESZ] Ein Bild des Paares 1 1/2 Stunden vor der größten Nähe: nicht schön, aber selten. Und ein SLOOH-Screenshot nahe der Nähe, aber mit Komet? [20:50 MESZ] Ein Bild des Paares bei t-1 Stunde. Die ESA versucht es derweil weiter, jetzt als HangOut. [21:05 MESZ] Wo bestätigt wird, dass der Mars Express weiter sendet – keine Probleme. [21:20 MESZ] Die Durchquerung der Bahnebene steht zwar noch bevor, aber davor bangt’s keinen. [21:25 MESZ] Die Kometen-Bilder der MEX-Kamera HRSC werden aus Gründen der Speicherverwaltung erst am 23.10. zur Erde übetragen; wann es danach was zu sehen geben wird, ist völlig offen. [21:55 MESZ]

sidi-kompo

Dieses Komposit-Bild wächst noch: Andreas Vossinakis hat hier Aufnahmen von Komet und Mars von Rob Kaufman und Nick Howes von mehreren Tagen (Anklicken -> doppelt so viele) montiert. Derweil hat der Mars Express auch die Bahnebene des Kometen problemlos gekreuzt, es gibt erste Post-Flyby-Artikel (ohne irgendwelche Neuigkeiten) hier, hier und hier und nicht weniger als fünf aufgezeichnete Hangouts und Webcasts von vor, während (noch einer und noch einer) und nach der größten Annäherung – und um 2:30 MESZ wird SLOOH nochmal live gehen, in der vagen Hoffnung auf erste Ergebnisse irgendwoher. [22:45 MESZ]

sid-now

Komet im Planeten-Anflug! Ein beeindruckendes Bild von Martin Mobberley, der vor einer Stunde ein 43-cm-Teleskop des Siding Spring Observatory fernsteuerte. Viele weitere Bilder des ungleichen Paares der letzten Stunden in der – z.Z. öffentlichen – CIOC-FB-Gruppe der internationalen Kampagne; auch Nachzügler von gestern und vorgestern. [12:45 MESZ] Ein besonders gutes Farbbild von Komet und Mars und ein paar mehr Bilder der beiden, z.T. hier schon verlinkt. Derweil keine besonderen Vorkommnisse beim Mars Express. [18:20 MESZ] Die Annäherung Komet/Planet im Zeitraffer (2.5 Stunden in 3 Sekunden), weitere Bilder des Paares hier, hier und hier – und der fette Sonnenfleck heute (ein Bild dieses Bloggers mit einfacher Technik) und gestern. [19:05 MESZ]

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Der Tag der Nähe – 56 km/s @ 140’000 km – hat begonnen

Jedenfalls in Europa: weitere Bilder des Kometen, oben seine betrübliche Lichtkurve, von gestern noch hier, hier und hier und Bilder-Alben aus dem internationalen ProAm-Kometen-Projekt hier und hier, wobei dessen öffentliche FB-Seite hier permament aber diese interne hier, mit viel mehr Material, nur vorübergehend allgemein zugänglich ist; auch letzte Vorschau-Artikel hier, hier und hier. [0:55 MESZ] Das dramatischste Bild bisher von Komet, Mars & Milchstraße – und noch ein Artikel. [2:10 MESZ]


18. Oktober

sidi-pal

Und das ist der Komet heute, aufgenommen mit einem 51-cm-Teleskop des iTelescopeNet auf – wie passend – dem Siding Spring Observatory in Australien: Da sieht er sogar mit seinen nur noch 12-13 mag. stattlich aus. Das Bild wurde ferngesteuert von Pal Brias aufgenommen und soeben über das interne Amateurnetzwerk der Kometenkampagne verbreitet, hier gezeigt mit freundlicher Genehmigung. Es geht aber auch mit kleiner Optik – und sogar schon von Europa aus: ein Bild von gestern aus Frankreich auf 45°N. [17:25 MESZ] Weitere Bilder von heute (mehr und mehr), gestern & heute und gestern, eine Simulation für morgen (Erd-Sicht bei größter Annäherung), ein australischer HangOut, ein ungewöhnlicher Beobachtungsaufruf für den Mars und ein letzter Update der Kampagne – und der Sonnenfleck ist jetzt besser zu sehen. [19:10 MESZ] Nämlich so! [23:45 MESZ]

mom-om

Der hier bekommt morgen Abend ungewöhnlichen Besuch

Eine neue Aufnahme der indischen Mars Orbiter Mission, auf der u.a. gut der Olympus Mons zu sehen ist. Die Entwicklung des Kometen im Anflug zeigt helligkeitsmäßig weiter steil nach unten, aber der Kern scheint intakt zu sein, und auf ausgewählten Fotos sieht Siding Spring noch ganz gut aus: gestern (mit Mars schon im Bildfeld; mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr), am 15.10. (mehr) und 14.10. (mehr). Auch ein Paper über 2013-er Herschel-Beobachtungen des Kometen, eine Video-Vorschau, Press Releases hier, hier, hier, hier und hier und mehr oder weniger akkurate Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Aktuell gibt’s zusätzlich noch die Kometen Lovejoy, PANSTARRS, Jacques und LINEAR, es kommen die Orioniden, es gab mal wieder einen US-Feuerball, in Norwegen wurde ein Reentry beobachtet – und auf die Sonnenscheibe rotiert soeben eine fette Gruppe. [3:30 MESZ]


15.Oct 2014 | 04:25

Allgemeines Live-Blog vom 15.-17. Oktober 2014


17. Oktober

nav1015b

nav1015

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Derzeit schafft auch die NavCam besser als 1 m Auflösung

Denn am 15. Oktober war Rosetta nur noch 9.9 km vom Kometenzentrum entfernt, womit die nächstgelegenen Formationen nur 8 bis 9 km vom Orbiter entfernt waren: hier drei Ausschnitte (von oben) in Originalauflösung und um 1/3 und die Hälfte verkleinert; auch ein anderer Ausschnitt, die in Wahrheit sehr geringe Albedo des Kerns demonstriert, die Umgebung von “J” in 3D, wie Rosetta zu ihrem Namen kam und Artikel hier, hier (mehr) und hier. Sowie ein neues Panorama von Opportunity, gelungene Starts einer Ariane 5 (mehr) und eines PSLV (mehr), ein Bodenfeuchte-Satellit der NASA am Startplatz, eine großes Loch durch Raumschrott in einem ISS-Sonnensegel, die 3. Rückkehr eines X-37B (da der Sinn dieses Mini-Shuttles immer noch nicht verraten wird, gibt’s zur Strafe keine weiteren Links) – und die NASA hat wieder ein Sonnensegler-Projekt abgebrochen, diesmal den Sunjammer, schon länger in Bedrängnis … [23:55 MESZ]

iss-eva

Die Solarsegel der ISS aus einer ungewohnten Perspektive während einer weiteren EVA vorgestern (mehr Bilder, ein Artikel und mehr Links). Auch eine Startverschiebung des nächsten Cygnus wegen Hurricane Gonzalo auf den Bermudas, ein neues Blog aus der ISS von der Russin, RapidScat im Einsatz, ein Forschungsstau auf der ISS – und Amateurbilder mit ATV-5 vor der Sonne. [1:15 MESZ]


16. Oktober

osi-c

Eine weitere seltene Bilderspende von OSIRIS auf Rosetta, diesmal vom 12. September aus etwa 30 km Abstand: die Umgebung der Back-Up-Landestelle C. Auch alle Landestellen-Bilder mit 50 cm Auflösung, ein CNES-Release zur Bestätigung von J, der Wettbewerb zur Namensgebung dieser Region und Artikel hier, hier und hier. Plus eine Kollaboration zwischen Hayabusa 2 und OSIRIS-REx, Elektronen von Hyperion, die 2005 Cassini trafen – und am Ende dieser DLR-PM die erste offizielle Notiz, dass Gerhard Neukum schon vor Wochen verstorben ist. [23:55 MESZ]


15. Oktober

merc-ice

Eis auf dem Boden von Merkur-Kratern direkt aufgenommen hat der Orbiter MESSENGER mit Hilfe von reflektiertem Sonnenlicht, das über die Kraterwände die permanent dunklen Böden – hier von Kandinsky – erreicht. Und frohe Kunde auch vom anderen Ende des Sonnensystems: Es gibt drei Kandidaten für New-Horizons-Ziele nach Pluto unter den Funden der Hubble-Jagd nach passenden kleinen Kuiperoids! [23:55 MESZ]

osi0914

Glatter wird’s nicht: Die Landezone “J” für Philae ist bestätigt worden – auf diesem OSIRIS-Mosaik sieht man sie am 14. September aus 30 km Abstand mit im Original 50 cm Auflösung; der eingezeichnete Kreis um den Zielpunkt hat etwa 500 m Durchmesser. Dazu ein Press Release, eine Pressemitteilung und ein Artikel – und die Erforschung von (Ex-)Kuiperoids mit Sonden, egal ob vor Ort oder wie bei Rosetta näher an der Sonne. [17:00 MESZ]

halloween_sun_2014_2k

Die beiden aktuellen Aktivitätsgürtel der Sonne auf einem SDO-Bild vom 8. Oktober bei 17 und 19 nm EUV-Wellenlänge. Auch ein neues solares Plasma-Phänomen, die drei Finsternisse bisher dieses Jahr (MoFi, PaSoFi, MoFi – zu dieser auch ein Rückblick und noch ein Bild mit Uranusmonden) über Ost-Australien, zoombare Mondpanoramen hier und hier, zwei große Impakte nebeneinander aber zu verschiedenen Zeiten in Kanada, die Wiederkehr von R CrB, der kommende Versuch, den RV-Effekt der Venus auf die Sonne zu messen – und die Wiederkehr des Galileoscope im International Year of Light. [4:25 MESZ]


14.Oct 2014 | 22:36

So sieht MAVEN die Marsatmosphäre entfliehen

In einer informativen, unterhaltsamen und bildreichen Telecon hat die NASA gerade die ersten Erkenntnisse von MAVEN präsentiert, nur 3 Wochen nach der Mars Orbit Insertion und auf halben Weg durch die Commissioning Phase, in der bisher “no problems whatsoever” aufgetreten sind. Vier der 7 Bahnmanöver nach der Insertion sind absolviert (und die Umlaufszeit damit auf 4.6 Stunden reduziert), alle vier langen Strukturen des Orbiters sind ausgefahren, und mit dem Öffnen eines Deckels in den nächsten Stunden sind alle wissenschaftlichen Instrumente bereit. Weil die Orbit Insertion so glatt verlief und keine Nachbesserungen nötig waren, hatten die ersten Instrumente praktisch sofort eingeschaltet werden können, und erste Ergebnisse aus dem stark elliptischen Einfang-Orbit mit 35 Stunden Periode konnten heute präsentiert werden – so weit vom Planeten kann sich MAVEN nie wieder entfernen, da für die Insertion schon die Hälfte des Treibstoffs und für die Bahnmanöver seither der Großteil des Rests verwendet wurden. (Was noch da ist, wird für eine mögliche Extended Mission aufgespart, die vielleicht einen ganzen Sonnenzyklus lang währen könnte.)

maven-results

Aus der großen Distanz des ersten Orbits hat MAVEN mit seinem Imaging Ultraviolet Spectrograph bereits das tun können, für das MAVEN zum Mars geschickt wurde: um zu untersuchen, wie die Atmosphäre des Planeten in den Weltraum entweicht. Zu sehen hier die Abbauprodukte von Wasser und Kohlendioxid, also atomarer Kohlen-, Sauer- und Wasserstoff: Ersterer war nur mit einiger Mühe sehr marsnah nachzuweisen, während der Sauerstoff schon in größerer Entfernung zu erkennen ist (und eine heiße Variante sogar ziemlich weit weg) und der Wasserstoff so marsfern wie noch nie – ein derartiges Bild gab es bisher nur von der Erde von Apollo 16 vom Mond aus aufgenommen. Überraschend sind diese Beobachtungen per se zwar nicht, wohl aber dass das IUVS die atmosphärischen Entweichprozesse so klar zeigt: Quantitatives dazu wird es natürlich erst später geben. Ob die Passage des Kometen Siding Spring, dessen Koma im Wesentlichen mit der Nachtseite des Mars Kontakt haben wird, das Bild erkennbar verändern wird, vermochte auf der PK niemand vorher zu sagen. Weitere frühe MAVEN-Resultate dort betrafen die Ozon-Verteilung über dem Mars und ein klar gesehenes Solar Energetic Particle-Ereignis nach dem Eintreffen eines koronalen Massenauswurfs. Mitte November sollen alle Tests – auch des Lander-Funk-Relais’ Electra – abgeschlossen sein: Die systematische Marsbeobachtung kann beginnen. [NACHTRÄGE: noch ein Press Release, Artikel hier, hier und hier - und wie die Telecon zustande kam]

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Erde und Mars im Mai aus dem Mondorbit aufgenommen vom LRO – zwar eine einzige Aufnahme, aber der Mars wurde ausgeschnitten, verpflanzt und relativ zur Erde stark vergrößert. Auch ein Mini-Video von Phobos vor dem Mars von Indiens MOM [NACHTRAG: viele andere Phobos-über-Mars-Bilder] und neue Pläne einer Mars-Mission und der bevorstehende nächste Start einer Mond-Mission Chinas zur Vorbereitung einer Sample Return – plus die Fertigstellung der MMS-Satelliten und anhaltende Probleme mit einem STEREO-Satelliten.

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Ein neues CIVA-Komposit mit C-Gs Kern über Rosetta

Ob man diese Bildmontage vom 7. Oktober als ein “Selfie” feiern kann, sei mal dahingestellt: Eine lang belichtete Aufnahme des finsteren Kometenkerns durch CIVA auf Philae wurde hier in eine kurz belichtete einmontiert. Auch die Aufzeichnung eines 2-Stunden-Events letzte Nacht am JPL zu Siding Spring beim Mars und Rosetta – bei dem ganz am Ende der MIRO-PI verrät, dass man schön über 200’000 Wasser-Spektren aufgenommen hat und die H2O-Produktion erwartungsgemäß immer stoppt, wenn die entsprechende Stelle des Kerns nicht mehr von der Sonne beschienen wird. Danach wird er rüde abgewürgt, hat aber später noch zwei weitere MIRO-Erkenntnisse verraten können. Ferner Vergleiche des C-G-Steins ‘Cheops’ mit der echten Pyramide hier und hier, ein weiteres Essay über die PR-Problematik und deutsche TV-Pläne für den Philae-Lande-Tag. Sowie Planungen für den Mars Express, MOM (mehr) und anderen Sonden für die Begegnung des Mars mit Siding Spring, von dem es neue Bilder von heute (mehr und mehr) sowie vom 11.10. (mehr) und 10.10. gibt – während von LINEAR erneut ein Fragment abgebrochen ist und es Oukaimeden immer noch tut, dem so mancher ein ISONisches Ende vorausgesagt hatte. Tja …


11.Oct 2014 | 04:45

Allgemeines Live-Blog vom 11.-13. Oktober 2014


13. Oktober

moonvolc

Vulkanismus auf dem Mond in den letzten 100 Mio. Jahren

Rund 70 kleine topografische Anomalien – “Irregular Mare Patches”, 100 m bis 5 km groß – wie die obige beim Krater Maskelyne hat der Lunar Reconnaissance Orbiter gefunden: Es gibt auf ihnen kaum Impaktkrater, und Zählungen auf den drei größten deuten ein Alter von weniger als 100 Mio. Jahren an. Die Morphologie der IMPs passt zu kleinen Basalt-Eruptionen: Offenbar hat der lunare Vulkanismus, der seinen Höhepunkt vor 3.9 bis 3.1 Mrd. Jahren erreichte, nicht abrupt vor ~1 Mrd. Jahren aufgehört sondern ist ganz langsam abgeklungen und wohl immer noch möglich. Auch LRO-Bilder von Chang’e-3 und Yutu, mit denen es allmählich bergab geht, was Luna 25 kosten wird, eine PK morgen zu ersten Beobachtungen von MAVEN am Mars, eine neue Missionsphase von TanDEM-X, Startvorbereitungen des IXV, wie man Soyuz-Starts fotografiert – und die ISS in grünem Laser-Licht gebadet. [10:35 MESZ]


12. Oktober

Da fliegt das Fragment “b” neben dem Kometen LINEAR auf einer Serie von Bildern des 2-m-Liverpool Telescope. Auch Amateur-Bilder (früher), die Kometen Siding Spring (dito) und Oukaimeden gestern und PANSTARRS am 6.10., eine Vorhersage von Meteorschauern aufgrund von Kometenbahnen, neue Untersuchungen am Nördlinger Ries, der Uranus vorgestern ohne den Sturm und ein Amateur-Neptun auch mit Details. Plus Ärger bei der TMT-Fête (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und hier), das Liverpool Telescope 2 mit extrem schneller Reaktion, ein offener Brief zum IYL, ein neuer Chefredakteur bei S&T – und 5 Jahre alte Mini-Memoiren von Barrie W Jones: Der beliebte britische Astronomie-Professor ist am 4.10. verstorben, wie dieses Blog erst jetzt verifizieren konnte. [20:00 MESZ]


11. Oktober

Zufallsfund vor ~60 Jahren: Bayerns 6. Meteorit präsentiert

Ein Ackerstein aus der Nähe von Dachau hat sich über 50 Jahre nach seinem Fund als erst sechster bayerischer Meteorit herausgestellt, so eine Pressemitteilung der Mineralientage München vom 7. Oktober: Er wird am 25. und 26. Oktober auf besagter Messe öffentlich präsentiert und dann als Spende des Veranstalters in den Besitz der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns übergehen und als Highlight im geplanten Naturkundemuseum Bayern ausgestellt werden (das allerdings erst 2020 fertig werden soll). Es handelt sich um einen Stein-Meteoriten der Klasse H5-Chondrit mit einem Gewicht von 1.4 kg: Er war bereits in den 50-er Jahren von einem Bauernsohn aufgelesen worden und zierte dann lange unerkannt als Wasserstein den Vorgarten des Finders; der Fall war nicht beobachtet worden.

2 x G. Nitschke für The Munich Show

“Gefunden wurde der 1,422 kg schwere Lesestein von einem Acker bei dem kleinen Ort Machtenstein (zwischen Schwabhausen und Bergkirchen im Landkreis Dachau) bereits vor fast 60 Jahren (wahrscheinlich 1956, jedenfalls vor 1960)”, berichtet Dieter Heinlein diesem Blog weitere Einzelheiten: “Als Kuriosum wurde er vom Finder und später dessen Freund über Jahrzehnte hinweg aufbewahrt. Erst im April 2014 entdeckte der Freund des Finders auf der Internetseite des DLR-Feuerkugelnetzes eine Checkliste, in welcher die typischen Merkmale von Meteoriten beschrieben sind, und kontaktierte mich daraufhin. Dass es sich um einen authentischen Chondriten handelt, war rasch geklärt. Nach der Anfertigung einer Silikonform und Abgussmodellen des rohen Fundstücks wurde der Steinmeteorit angeschnitten und eine Referenz-Probe in der Mineralogischen Staatsammlung München hinterlegt. Deren Oberkonservator, Prof. Dr. Rupert Hochleitner, analysierte das Fundstück und klassifizierte den Stein-Meteoriten als H5-Chondrit (S2, W2/3). Bereits am 15. August wurde der Meteorit „Machtenstein“ von der Meteoritical Society offiziell anerkannt. Im Meteoritical Bulletin veröffentlicht wird dieser 6. bayerische Himmelsstein planmäßig am 15. Oktober 2014″ – und sorgt schon jetzt für Schlagzeilen. Auffällig ist die Schmelzkruste (oben), und auf der Schnittstelle (unten) sieht man deutlich die typischen Chondren und Flitter aus Nickeleisen. [4:45 MESZ]


Hintergrundbilder (c) OEWF