ÖWF / Polares auf einen Blick
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ÖWF Space Veranstaltungen
Tour durch das neue Raumanzugslabor / Integrationswochende 01-2012
Vom 13. – 15. Januar 2012 fand ein Integrationswochende in den neuen Raumanzugslabor Räumlichkeiten an der Universität Innsbruck statt. Da der Dachstein Feldtest Ende April immer näher rückt, heißt es für das ganze ÖWF Team mit Hochdruck an den Updates am Aouda.X Raumanzugssimulator arbeiten und neue Bauteile integrieren und testen. So wurden die neuen Lüfter in den Lebenserhaltungsrucksack integriert und geprüft. Außerdem konnte erstmals das “EGON” Device, welches die Herzfrequenz eines Anzugtesters misst, an zwei Testern ausprobiert werden. – Die Signalqualität dieses von Egon Winter selbst entwickelten EKG-Gerätes ist wirklich beindruckend!
Um das Helm-Display Konzept und auch die Spracherkennungssoftware von Catalysts zu testen, schlüpfte U. Luger am Samstag, G. Grömer und O. Haider am Sonntag in den Anzug.
Die nachfolgenden Bilder führen Sie durch die neuen Räumlichkeiten und geben Ihnen einen kleinen Eindruck unserer Arbeit.

Im ICT Gebäude der Universität Innsbruck befindet sich das ÖWF Raumanzuglabor im 1. Stock. Unschwer von außen durch die Papier-Saturn V Rakete zu erkennen ;-). Trotz strahlendem Sonnenschein war das ÖWF Team motiviert und arbeitete bis spät in die Nacht.

Eingangsbereich des Raumanzugslabor welches als Lager genützt wird.

Es wird emsig gearbeitet im Hauptbereich des Labors. Der 3D Drucker hat hier ebenso seinen Platz, wie die OPS Kiste und mehrere Elektronik-Arbeitsplätze. Hier wird vor allem an dem Lebenserhaltungsrucksack des Raumanzugs gearbeitet.

S. Hauth, Leiter des OBDH Teams, arbeitet konzentriert an der Lüftungssteuerung. Diese ist wichtig um den Anzug mit genügend Luft zu versorgen und auch die Abluft aus dem Anzug abzutransportieren.

Ein kleiner Teil des Hauptraums wird als “MediaCom” Ecke genützt. Über Twitter und Facebook kann man die Arbeiten während eines Integrationswochendes verfolgen.

Östlich an den Hauptraum angeschlossen ist die Werkstätte. Hier können grobe Arbeiten getrennt von der empfindlichen Elektronik durchgeführt werden.

Ein weiterer, kleiner Raum beherbergt die “Lounge”, unseren Aufenthaltsraum. Hier wird man mit ausreichend Kaffee aber auch mit Arbeit z.B. bei den Morgenbesprechungen versorgt.

G. Grömer testet die Spracherkennungssoftware im Raumanzugssimulator. Trotz der lauten Lüftergeräusche muss die Software die Sprachbefehle erkennnen und z.B. später die Anzeige am Helmdisplay steuern zu können.
KOSMOS. Die Entdeckung der Welt.
Zwei Show-Abende in Salzburg und Linz begeistern rund 800 Zuschauer!
Es wird dunkel, tragende Musik ertönt. Drei Laternen mit Kerzenlicht schweben durchs Publikum, der Bühne zu. Dort bleiben sie stehen, während auch der Leinwand die Milchstraße erscheint, und eine zum Träumen anregende Multivision rund 650 Gäste im Salzburger „republic“ in andere Sphären trägt.
Nach erfolgreichen Shows wie „Sinkflug“ im Jänner 2005, der „Sternennacht“ 2007 und „Earthrise – Der blaue Planet“ 2009ist das ÖWF wieder in Salzburg zu Gast. Im Gepäck hat es eine Entdeckungsreise der besonderen Art: auf den Karavellen des Kolumbus beginnt die Reise, es ist der 6. September 1492. ORF-Moderator Hans Georg Heinke liest aus dem Bordbuch des genialen italienischen Kaufmanns, der nur durch Zufall seine kleingerechnete Reise über den Atlantik „nach Indien“ als Held überlebt. Amerika lag eben dazwischen und kürzte den Weg entscheidend ab! Moderne Satellitenbilder aus dem Weltraum zeigen, wie die kleinen Karavellen über den Ozean getrieben wurden: Es waren die globalen Windsysteme wie die Passate, die Kolumbus in die neue Welt und später wieder zurück in die alte getragen haben. So wird Geschichte mit Raumfahrt verbunden, gestern mit heute!
Über 600 Menschen im Salzburger republic verfolgen die ÖWF Show "Kosmos" (c) ÖWF (Katja Zanella-Kux)
James Cook tritt auf, und im Publikum findet sich der geheime Auftrag der englischen Krone an den Kapitän: Terra Australis, das geheimnisumwobene Südland, zu entdecken! Mit 650 „Seefahrern“ an Bord legen die Show-Moderatoren Norbert Frischauf, Gernot Grömer und Alexander Soucek ab, es geht rund Kap Hoorn, nach Tahiti und schließlich über den antarktischen Polarkreis in die Eiswüste des 6. Kontinents, den zwar Cook nie gesehen hat, dafür aber Satelliten in quasi-polarer Umlaufbahn.
Vom Wasser der Ozeane hebt das ohrenbetäubende Knattern eines Propellers die Gäste in die Luft. Begleitet wird Charles Lindbergh auf seinem haarsträubenden Flug über den Atlantik – wieder unter Ausnutzung der Windsysteme des Planeten Erde… Und als Chuck Yeager als erster Mensch schneller als der Schall fliegt, knallt es auch im „republic“. Der Überschnall-Knall geht im wahrsten Sinn des Wortes „auf den Magen“! Da bleibt nur mehr, gleich in einer Rakete ins All abzuheben, auf den Spuren der ersten Mondmission Apollo 8. Raumfahrt-Experte Eugen Reichl ist ein amüsanter und intelligenter Wegbegleiter durchs Raumfahrtzeitalter. Und mit einem Video des Erdaufgangs hinter dem Mondhorizont, das Gänsehaut bei Publikum und Vortragenden hinterlässt, geht es in die Pause. So klein ist unser blauer Planet in 500 Jahren Entdeckungsgeschichte geworden, und trotzdem so im Zentrum aller unserer Gedanken!
Rockmusik macht zu Beginn der zweiten Hälfte das Publikum selbst zu Astronauten. Genug mit dem Zuschauen, nun schweben die Zuschauer selbst in die ISS ein und bekommen ganz nebenbei einen dreiminütigen Grundkurz über all die Seltsamkeiten, die sie an Bord erwarten: Ventilatoren, Schlafsäcke mit Haftstreifen, Blitzlichtgewitter auf der Netzhaut. Da bleibt zur Erholung nur ein Aufenthalt in der „Cupola“, der Aussichtsplattform der Raumstation. Als fachkundiger Reiseleiter kommt Pascal Gilles von der ESA auf die Bühne. Nun beginnt der von vielen mit Spannung erwartete Teil des Abends – ein Kaleidoskop aktueller Erdaufnahmen aus dem Weltraum, die eine kleine Geschichte erzählen: von den Wüsten der Erde und Saharastaub, der österreichischen Gletscherbakterien zugutekommt; von Eiswüsten und Vulkanausbrüchen – mit spektakulären Bildern aus der ISS – und von den Regenwäldern der Erde; der berühmte Fußabdruck des Menschen wird sichtbar: Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, Ölsand-Abbau in Kanada, NO2-Verschmutzung der Atmosphäre. Versöhnlicher wird es, als zum Abschluss der „Aussicht auf die Erde“ ein poetisches Video gezeigt wird: eine Erdumkreisung im Zeitraffer, mit wunderbarer Musik.
Alexander Soucek zeigt den Zusehern im AEC Linz, dass unsere eigenen Unterwasserwelten kaum erforscht ist.
Da fragt man sich dann: Gibt es solche Schönheiten wie die Erde noch ein zweites Mal im All? Die Moderatoren setzen sich in eine auf der Bühne aufgebaute „Bar am Rand des Kosmos“, trinken ein Glas Wein und unterhalten sich über Leben und Exoplaneten. Amüsant und kurzweilig wird klar, dass die Suche nach außerirdischem Leben nicht ganz trivial ist. Obwohl schon hunderte Exoplaneten entdeckt wurden, sind darunter kaum erdähnliche Kandidaten zu finden. Und nun ist es Zeit, das Publikum selbst in eine leuchtende Galaxie zu verwandeln: Im vielleicht romantischten Teil des Abends bringen 650 Leuchtstäbe „Sternenlicht“ ins „republic“, und Norbert Frischauf erläutert die berühmte Drake-Gleichung. Nach und nach verschwinden Sternenlichter, bis am Ende nur mehr zwei übrig bleiben: wir selbst, die Erde, und der mögliche Kandidat, der irgendwo in der galaktischen Nachbarschaft noch Leben tragen könnte. Nur finden müssen wir den noch!
Wenn es so schwierig ist, unsere Nachbarn im All zu finden, ist es doch naheliegend, zuerst noch einmal ganz genau auf der Erde selbst nachzuschauen. Und siehe da: In den lichtlosen Tiefen der Tiefsee finden sich unsere eigenen „Außerirdischen“ – seltsame Wesen einer völlig anderen Welt. Erst ein Prozent der Tiefsee ist systematisch erforscht… Die Entdeckung der Welt ist noch lange nicht zu Ende.
Und so schließt sich der Kreis. Als Kolumbus im schweren Sturm ums Überleben kämpfte, wusste er nichts von den Wundern tausende Meter unter ihm. Und er warf eine Flaschenpost ins Meer, um seine Entdeckungen der Nachwelt mitzuteilen. Genauso senden wir heute moderne Flaschenpost in den Weltraum: an Bord der Voyager-Raumsonden zum Beispiel, goldene Schallplatten, die irgendwann irgendwo irgendjemandem sagen sollen: „Wir haben gelebt!“ Bis dahin leuchten wir vorerst selber in den Weltraum, jeden Abend, wenn wir zuhause Licht einschalten. Wir sind eine Spezies, die getragen ist von den Ozeanen, geführt von den Winden und geleitet von den Sternen.
Drei kleine Laternen schweben wieder durch den dunklen Saal hinaus, und 800 Gäste in Salzburg und tags darauf in Linz gehen nach Hause, träumend vielleicht.
ÖWF Polarsternpreis 2012: Menschen die für den Weltraum begeistern!
Der Polarstern-Preis wird nun bereits zum vierten Mal vom Österreichischen Weltraum Forum für Menschen ausgeschrieben, die für den Weltraum begeistern. Er wird für außergewöhnliche Leistungen im Dienste der österreichischen Weltraumaktivitäten verliehen und ist für Menschen, die sich durch persönliches Engagement, hervorragende Projekte oder zukunftsweisende Ideen auszeichnen.

2009 erging der Polarstern-Preis an Michael Köberl, passionierter Sammler von Objekten aus dem Raumfahrtbereich, der seine Objekte einem bereitem Publikum zugänglich macht. 2010 erhielt Maria Pflug-Hofmayr die ÖWF Trophäe für ihren jahrelangen Enthusiasmus für Weltraum- und Astronomie zu begeistern. 2011 ging der Preis an Barbara Imhof die sich als Weltraumarchitektin & Designerin auch immer wieder die Jüngsten für Weltraum begeistert.
“Die bisherigen drei Polarsternpreise haben gezeigt, dass es noch viele Menschen gibt, die ohne Auftrag und Belohnung für Astronomie und Raumfahrt engagieren”, meint Olivia Haider, ÖWF Vorstand und Initiatorin des Polarstern-Preises, “daher soll auch 2012 wieder ein Mensch mit diesem Preis ausgezeichnet werden. Ich freu mich schon die Bewerbungen!”
Neben zahlreichen Initiativen im Weltraumsektor innerhalb nationaler Weltraumorganisationen, gibt es engagierte Menschen, die ihr Umfeld für das Thema Weltraum und Astronomie begeistern. Genau diesen Menschen soll mit dem Polarstern-Preis Annerkennung gezollt werden.
Die Nominierung der Kandidaten kann durch Eigennominierung, Fremdnominierung oder durch direkte Auswahl einer geeigneten Person durch die Jury erfolgen. Der Preis besteht aus einer Trophäe, einem Betrag von 800,00 € und der Veröffentlichung des Preisträgers bzw. der Preisträgerin. Der Polarstern ist ein Symbol für richtungweisende Ideen – genauso, wie die Preisträger für Ideenführerschaft, Initiative und Eigenmotivation stehen.
Der Preis kann nur an physische Personen verliehen werden, die Vergabe ist nicht an Nationalität, Beruf, Geschlecht oder Sprachzugehörigkeit gebunden. Die Ausschreibungsfrist endet am 15. März 2012 (Datum des Poststempels, Einlangen beim ÖWF). Die Bekanntgabe des Gewinners und die Verleihung des Preises erfolgt am 12. April 2012 im Rahmen einer ÖWF-Veranstaltung (Yuris Night).
Interesse?
Falls Sie sich oder jemanden aus Ihrem Umfeld für den Polarstern-Preis bewerben möchten, füllen Sie bitte die Online-Bewerbung aus, in dem Sie uns über die Projekte, Initiativen oder herausragenden Personen auf dem österreichischen Weltraumsektor berichten.
Die besten Bilder des Jahres 2011: das ÖWF Jahr im Rückblick
Der letzte Tag im Jahr ist auch immer der Tag um einen kurzen Blick zurück zu werfen. 2011 war ein aufregendes und intensives Jahr für das uns. Die nachfolgenden, willkürlich ausgewählten Bilder zeigen einen unvollständigen, subjektiven, aber umso bunteren und lebendigeren Querschnitt unserer Aktivitäten.
1 Durch das Sonnensystem mit musikalischer Begleitung: Eva Hauth und Gernot Grömer entführten das Publikum im Kino Katsdorf (Oberösterreich) auf eine Reise durch unser Sonnensystem. Bianca Neureiter untermalte die faszinierenden Bilder mit ihrem selbstkomponierten Klavierstück “Under a starry sky”.
2 Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle zu Besuch: Das Sparkling Science Projekt “TriPolar”, das “Schwesterprojekt” des PolAres Program wurde von den Schülern und Schülerin dem Minister präsentiert, der sich prompt begeistert zeigte. (c) Foto: Bundesministerium für Wissenschaft & Forschung
3 Volle Konzentration notwendig: 2 Wochen vor dem Beginn der Rio Tinto Mars Simulation herrscht geschäftiges Treiben in den Räumen des Missionkontrollzentrums in Innsbruck. Ulrich Luger, einer der beiden Suittester, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und arbeitet mit dem Feldteam gemeinsam bis spät in die Nacht. (c) Foto: Katja Zanella-Kux
4 Rio Tinto 2011 – Mars Analog Expedition: Vom 17.- 22. April 2011 führt das ÖWF eine Mars Simulation in Süden Spaniens durch. In Zusammenarbeit mit Forschern aus 10 Nationen und der European Space Agency war dies eine der aufwändigsten Feldexpedition des ÖWFs. Insgesamt waren ca. 70 Raumfahrtexperten & Enthusiasten beteiligt und bescherte dem ÖWF ein großes Medienecho. (c) Foto: Paul Santek
5 Mitbringsel: Sand vom Rio Tinto Feldtest wurde in rauhen Mengen mitgebracht. Die wertvollste Fracht aber waren die vielen Experimentendaten mit deren Auswertung die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sofort nach der Rückkehr der Proben begannen. Die ersten Ergebnisse wurden Anfang September 2011 bei der European Mars Society Convention präsentiert. (c) Foto: Katja Zanella-Kux
6 Junge Uni on Tour: Erster Stopp: Rapoldipark in Innsbruck. Bei strahlendem Sonnenschein konnten die jungen Entdecker und Entdeckerinnen Sonnenflecken gemeinsam mit Julia Heuritsch beobachten, den Mars Rover “Dignity” steuern oder Wasserrakten bastelen. Eine tolle Aktion!
7 Unicamp 2011: Junge Weltraumtalenten hatten auch 2011 wieder die Möglichkeit eine Woche mit den Wissenschaflter und Wissenschaftlerinnen der Universität Innsbruck zu verbringen. In der Gruppe Astrophysik wurde dieses Jahr ein Designprojekt gemacht, Aufgabe war die Planung einer Mission zu Saturns’ Eismond Enceladus.
8 Passepartout Sherpa: Michael Taraba und Norbert Frischauf klären kurz vor dem Start die letzten Details. Gemeinsam mit der ISU (International Space University) wurde im August ein weiterer Stratosphärenballon, erstmals in der Konfiguration Sherpa, gestartet. Mit der “Sherpa” Neuerung konnte erstmals eine eigene Experimenten Payload Kapsel, bestückt von den Studenten und Studentinnen der ISU, mitgeschickt werden.
9 Post aus dem Himmel: In Semriach wurde zu Ehren von Ing. Friedrich Schmiedl, der vor 80 Jahren erstmals eine Raketenpost gestartet hat, drei Jubiläumsstart unter der Leitung von Peter Haslinger (ÖWF Wien) durchgeführt. Dabei wurden 333 Erinnerungsstücke (50 Jahre alte Briefe) erfolgreich gefolgen. (c) Foto: Stefan Hauth
10 Prize for Excellence in Public Engagement with Planetary Science: Diesen Preis, gestiftet von Europlanet, wurden 2011 an das ÖWF verliehen. Gernot Grömer übernahm dem Preis in Nantes und begeisterte das Publikum mit den ÖWF Aktivitäten bei seiner Dankesrede. (c) Foto: Lee Pullen, EPSC / Science Office.
11 Eye in the Sky 2011: Nachdem Eye in the Sky 201o so erfolgreich in Oberösterreich war, wurde das Program 2011 verlängert. Othmar Coser hat inzwischen tausenden (!) Schüler und Schülerinnen das Thema Erdbeobachtung näher gebracht.
12 Kosmos – die Entdeckung der Welt: Fulminant endet das Jahr 2011. Mit einer neuen Show zu den Abenteuern der frühen Entdecker bis hin ins Weltraumzeitalter – geplant von Alexander Soucek – begeisterte das ÖWF über 800 Besucher in Salzburg und Linz. (c) Foto: Katja Zanella-Kux
Drei Nationen unterwegs zur ISS
Am 21. Dezember starteten Raumfahrer aus drei Nationen befinden sich auf dem Weg zur ISS. Gemeinsam mit seinen Raumfahrer-Kollegen, dem Russen Oleg Kononjenko und dem Amerikaner Donald Pettit, startete der holländische ESA-Astronaut André Kuipers bei eisigem Winterwetter zu einem Langzeitaufenthalt an Bord der Internationalen Raumstation.
Der Start zu der auf fünf Monate angesetzten Mission erfolgte planmäßig um 14:16 Uhr mitteleuropäischer Zeit, als die Sojus-FG-Trägerrakete mit Sojus-TMA 03M als Nutzlast in den frostigen Abendhimmel über dem Startplatz 1 in Baikonur startete. Es war dies der 135. Flug eines Sojus-Raumschiffes, der 29. bemannte Sojus-Flug zur ISS und der dritte mit modernisierter Bordelektronik. Für den ESA-Astronaut André Kuipers ist dies der Beginn seiner Mission mit dem Namen PromISSe.
Die Sojus-Trägerrakete brachten das bemannte Raumfahrzeug nach einem neunminütigen Aufstieg in die vorgesehene Umlaufbahn.
Die automatisierte Annäherung und Kopplung erfolgte am Freitag, dem 23. Dezember, um 16:19 Uhr am Docking- und Forschungsmodul Rasswjet. Sojus-TMA 03M, im ISS-Jargon auch als ISS 29S bezeichnet, wird voraussichtlich bis zum 16. Mai 2012 an der ISS verbleiben.
Die drei Besatzungsmitglieder von Sojus-TMA 03M werden die Langzeitbesatzung 30 mit Anatoli Iwanischin, Daniel Burbank und Anton Schkaplerow für die nächsten drei Monate verstärken. Damit klettert die Sollstärke der ISS-Besatzung wieder auf die Sollzahl von sechs Personen. Während der Mission der Expedition 30 stehen einige wichtige Höhepunkte auf dem Programm.
Während der Dienstzeit der Expedition 30 soll erstmals eine Dragon-Kapsel von SpaceX an der ISS ankoppeln. Und die beiden Kosmonauten Anton Schkaplerow und Oleg Kononjenko werden in dieser Periode den 30. russischen ISS-Außenbordeinsatz durchführen.
Dieser Beitrag wurde übernommen von Der Orion, den Originalartikel zu diesem Thema finden Sie unter der-orion.com
Linktipps:
ESA PromISSe Mission Blog
Tour durch das neue Raumanzugslabor / Integrationswochende 01-2012
Vom 13. – 15. Januar 2012 fand ein Integrationswochende in den neuen Raumanzugslabor Räumlichkeiten an der Universität Innsbruck statt. Da der Dachstein Feldtest Ende April immer näher rückt, heißt es für das ganze ÖWF Team mit Hochdruck an den Updates am Aouda.X Raumanzugssimulator arbeiten und neue Bauteile integrieren und testen. So wurden die neuen Lüfter in den Lebenserhaltungsrucksack integriert und geprüft. Außerdem konnte erstmals das “EGON” Device, welches die Herzfrequenz eines Anzugtesters misst, an zwei Testern ausprobiert werden. – Die Signalqualität dieses von Egon Winter selbst entwickelten EKG-Gerätes ist wirklich beindruckend!
Um das Helm-Display Konzept und auch die Spracherkennungssoftware von Catalysts zu testen, schlüpfte U. Luger am Samstag, G. Grömer und O. Haider am Sonntag in den Anzug.
Die nachfolgenden Bilder führen Sie durch die neuen Räumlichkeiten und geben Ihnen einen kleinen Eindruck unserer Arbeit.

Im ICT Gebäude der Universität Innsbruck befindet sich das ÖWF Raumanzuglabor im 1. Stock. Unschwer von außen durch die Papier-Saturn V Rakete zu erkennen ;-). Trotz strahlendem Sonnenschein war das ÖWF Team motiviert und arbeitete bis spät in die Nacht.

Eingangsbereich des Raumanzugslabor welches als Lager genützt wird.

Es wird emsig gearbeitet im Hauptbereich des Labors. Der 3D Drucker hat hier ebenso seinen Platz, wie die OPS Kiste und mehrere Elektronik-Arbeitsplätze. Hier wird vor allem an dem Lebenserhaltungsrucksack des Raumanzugs gearbeitet.

S. Hauth, Leiter des OBDH Teams, arbeitet konzentriert an der Lüftungssteuerung. Diese ist wichtig um den Anzug mit genügend Luft zu versorgen und auch die Abluft aus dem Anzug abzutransportieren.

Ein kleiner Teil des Hauptraums wird als “MediaCom” Ecke genützt. Über Twitter und Facebook kann man die Arbeiten während eines Integrationswochendes verfolgen.

Östlich an den Hauptraum angeschlossen ist die Werkstätte. Hier können grobe Arbeiten getrennt von der empfindlichen Elektronik durchgeführt werden.

Ein weiterer, kleiner Raum beherbergt die “Lounge”, unseren Aufenthaltsraum. Hier wird man mit ausreichend Kaffee aber auch mit Arbeit z.B. bei den Morgenbesprechungen versorgt.

G. Grömer testet die Spracherkennungssoftware im Raumanzugssimulator. Trotz der lauten Lüftergeräusche muss die Software die Sprachbefehle erkennnen und z.B. später die Anzeige am Helmdisplay steuern zu können.
KOSMOS. Die Entdeckung der Welt.
Zwei Show-Abende in Salzburg und Linz begeistern rund 800 Zuschauer!
Es wird dunkel, tragende Musik ertönt. Drei Laternen mit Kerzenlicht schweben durchs Publikum, der Bühne zu. Dort bleiben sie stehen, während auch der Leinwand die Milchstraße erscheint, und eine zum Träumen anregende Multivision rund 650 Gäste im Salzburger „republic“ in andere Sphären trägt.
Nach erfolgreichen Shows wie „Sinkflug“ im Jänner 2005, der „Sternennacht“ 2007 und „Earthrise – Der blaue Planet“ 2009ist das ÖWF wieder in Salzburg zu Gast. Im Gepäck hat es eine Entdeckungsreise der besonderen Art: auf den Karavellen des Kolumbus beginnt die Reise, es ist der 6. September 1492. ORF-Moderator Hans Georg Heinke liest aus dem Bordbuch des genialen italienischen Kaufmanns, der nur durch Zufall seine kleingerechnete Reise über den Atlantik „nach Indien“ als Held überlebt. Amerika lag eben dazwischen und kürzte den Weg entscheidend ab! Moderne Satellitenbilder aus dem Weltraum zeigen, wie die kleinen Karavellen über den Ozean getrieben wurden: Es waren die globalen Windsysteme wie die Passate, die Kolumbus in die neue Welt und später wieder zurück in die alte getragen haben. So wird Geschichte mit Raumfahrt verbunden, gestern mit heute!
Über 600 Menschen im Salzburger republic verfolgen die ÖWF Show "Kosmos" (c) ÖWF (Katja Zanella-Kux)
James Cook tritt auf, und im Publikum findet sich der geheime Auftrag der englischen Krone an den Kapitän: Terra Australis, das geheimnisumwobene Südland, zu entdecken! Mit 650 „Seefahrern“ an Bord legen die Show-Moderatoren Norbert Frischauf, Gernot Grömer und Alexander Soucek ab, es geht rund Kap Hoorn, nach Tahiti und schließlich über den antarktischen Polarkreis in die Eiswüste des 6. Kontinents, den zwar Cook nie gesehen hat, dafür aber Satelliten in quasi-polarer Umlaufbahn.
Vom Wasser der Ozeane hebt das ohrenbetäubende Knattern eines Propellers die Gäste in die Luft. Begleitet wird Charles Lindbergh auf seinem haarsträubenden Flug über den Atlantik – wieder unter Ausnutzung der Windsysteme des Planeten Erde… Und als Chuck Yeager als erster Mensch schneller als der Schall fliegt, knallt es auch im „republic“. Der Überschnall-Knall geht im wahrsten Sinn des Wortes „auf den Magen“! Da bleibt nur mehr, gleich in einer Rakete ins All abzuheben, auf den Spuren der ersten Mondmission Apollo 8. Raumfahrt-Experte Eugen Reichl ist ein amüsanter und intelligenter Wegbegleiter durchs Raumfahrtzeitalter. Und mit einem Video des Erdaufgangs hinter dem Mondhorizont, das Gänsehaut bei Publikum und Vortragenden hinterlässt, geht es in die Pause. So klein ist unser blauer Planet in 500 Jahren Entdeckungsgeschichte geworden, und trotzdem so im Zentrum aller unserer Gedanken!
Rockmusik macht zu Beginn der zweiten Hälfte das Publikum selbst zu Astronauten. Genug mit dem Zuschauen, nun schweben die Zuschauer selbst in die ISS ein und bekommen ganz nebenbei einen dreiminütigen Grundkurz über all die Seltsamkeiten, die sie an Bord erwarten: Ventilatoren, Schlafsäcke mit Haftstreifen, Blitzlichtgewitter auf der Netzhaut. Da bleibt zur Erholung nur ein Aufenthalt in der „Cupola“, der Aussichtsplattform der Raumstation. Als fachkundiger Reiseleiter kommt Pascal Gilles von der ESA auf die Bühne. Nun beginnt der von vielen mit Spannung erwartete Teil des Abends – ein Kaleidoskop aktueller Erdaufnahmen aus dem Weltraum, die eine kleine Geschichte erzählen: von den Wüsten der Erde und Saharastaub, der österreichischen Gletscherbakterien zugutekommt; von Eiswüsten und Vulkanausbrüchen – mit spektakulären Bildern aus der ISS – und von den Regenwäldern der Erde; der berühmte Fußabdruck des Menschen wird sichtbar: Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, Ölsand-Abbau in Kanada, NO2-Verschmutzung der Atmosphäre. Versöhnlicher wird es, als zum Abschluss der „Aussicht auf die Erde“ ein poetisches Video gezeigt wird: eine Erdumkreisung im Zeitraffer, mit wunderbarer Musik.
Alexander Soucek zeigt den Zusehern im AEC Linz, dass unsere eigenen Unterwasserwelten kaum erforscht ist.
Da fragt man sich dann: Gibt es solche Schönheiten wie die Erde noch ein zweites Mal im All? Die Moderatoren setzen sich in eine auf der Bühne aufgebaute „Bar am Rand des Kosmos“, trinken ein Glas Wein und unterhalten sich über Leben und Exoplaneten. Amüsant und kurzweilig wird klar, dass die Suche nach außerirdischem Leben nicht ganz trivial ist. Obwohl schon hunderte Exoplaneten entdeckt wurden, sind darunter kaum erdähnliche Kandidaten zu finden. Und nun ist es Zeit, das Publikum selbst in eine leuchtende Galaxie zu verwandeln: Im vielleicht romantischten Teil des Abends bringen 650 Leuchtstäbe „Sternenlicht“ ins „republic“, und Norbert Frischauf erläutert die berühmte Drake-Gleichung. Nach und nach verschwinden Sternenlichter, bis am Ende nur mehr zwei übrig bleiben: wir selbst, die Erde, und der mögliche Kandidat, der irgendwo in der galaktischen Nachbarschaft noch Leben tragen könnte. Nur finden müssen wir den noch!
Wenn es so schwierig ist, unsere Nachbarn im All zu finden, ist es doch naheliegend, zuerst noch einmal ganz genau auf der Erde selbst nachzuschauen. Und siehe da: In den lichtlosen Tiefen der Tiefsee finden sich unsere eigenen „Außerirdischen“ – seltsame Wesen einer völlig anderen Welt. Erst ein Prozent der Tiefsee ist systematisch erforscht… Die Entdeckung der Welt ist noch lange nicht zu Ende.
Und so schließt sich der Kreis. Als Kolumbus im schweren Sturm ums Überleben kämpfte, wusste er nichts von den Wundern tausende Meter unter ihm. Und er warf eine Flaschenpost ins Meer, um seine Entdeckungen der Nachwelt mitzuteilen. Genauso senden wir heute moderne Flaschenpost in den Weltraum: an Bord der Voyager-Raumsonden zum Beispiel, goldene Schallplatten, die irgendwann irgendwo irgendjemandem sagen sollen: „Wir haben gelebt!“ Bis dahin leuchten wir vorerst selber in den Weltraum, jeden Abend, wenn wir zuhause Licht einschalten. Wir sind eine Spezies, die getragen ist von den Ozeanen, geführt von den Winden und geleitet von den Sternen.
Drei kleine Laternen schweben wieder durch den dunklen Saal hinaus, und 800 Gäste in Salzburg und tags darauf in Linz gehen nach Hause, träumend vielleicht.
ÖWF Polarsternpreis 2012: Menschen die für den Weltraum begeistern!
Der Polarstern-Preis wird nun bereits zum vierten Mal vom Österreichischen Weltraum Forum für Menschen ausgeschrieben, die für den Weltraum begeistern. Er wird für außergewöhnliche Leistungen im Dienste der österreichischen Weltraumaktivitäten verliehen und ist für Menschen, die sich durch persönliches Engagement, hervorragende Projekte oder zukunftsweisende Ideen auszeichnen.

2009 erging der Polarstern-Preis an Michael Köberl, passionierter Sammler von Objekten aus dem Raumfahrtbereich, der seine Objekte einem bereitem Publikum zugänglich macht. 2010 erhielt Maria Pflug-Hofmayr die ÖWF Trophäe für ihren jahrelangen Enthusiasmus für Weltraum- und Astronomie zu begeistern. 2011 ging der Preis an Barbara Imhof die sich als Weltraumarchitektin & Designerin auch immer wieder die Jüngsten für Weltraum begeistert.
“Die bisherigen drei Polarsternpreise haben gezeigt, dass es noch viele Menschen gibt, die ohne Auftrag und Belohnung für Astronomie und Raumfahrt engagieren”, meint Olivia Haider, ÖWF Vorstand und Initiatorin des Polarstern-Preises, “daher soll auch 2012 wieder ein Mensch mit diesem Preis ausgezeichnet werden. Ich freu mich schon die Bewerbungen!”
Neben zahlreichen Initiativen im Weltraumsektor innerhalb nationaler Weltraumorganisationen, gibt es engagierte Menschen, die ihr Umfeld für das Thema Weltraum und Astronomie begeistern. Genau diesen Menschen soll mit dem Polarstern-Preis Annerkennung gezollt werden.
Die Nominierung der Kandidaten kann durch Eigennominierung, Fremdnominierung oder durch direkte Auswahl einer geeigneten Person durch die Jury erfolgen. Der Preis besteht aus einer Trophäe, einem Betrag von 800,00 € und der Veröffentlichung des Preisträgers bzw. der Preisträgerin. Der Polarstern ist ein Symbol für richtungweisende Ideen – genauso, wie die Preisträger für Ideenführerschaft, Initiative und Eigenmotivation stehen.
Der Preis kann nur an physische Personen verliehen werden, die Vergabe ist nicht an Nationalität, Beruf, Geschlecht oder Sprachzugehörigkeit gebunden. Die Ausschreibungsfrist endet am 15. März 2012 (Datum des Poststempels, Einlangen beim ÖWF). Die Bekanntgabe des Gewinners und die Verleihung des Preises erfolgt am 12. April 2012 im Rahmen einer ÖWF-Veranstaltung (Yuris Night).
Interesse?
Falls Sie sich oder jemanden aus Ihrem Umfeld für den Polarstern-Preis bewerben möchten, füllen Sie bitte die Online-Bewerbung aus, in dem Sie uns über die Projekte, Initiativen oder herausragenden Personen auf dem österreichischen Weltraumsektor berichten.
Die besten Bilder des Jahres 2011: das ÖWF Jahr im Rückblick
Der letzte Tag im Jahr ist auch immer der Tag um einen kurzen Blick zurück zu werfen. 2011 war ein aufregendes und intensives Jahr für das uns. Die nachfolgenden, willkürlich ausgewählten Bilder zeigen einen unvollständigen, subjektiven, aber umso bunteren und lebendigeren Querschnitt unserer Aktivitäten.
1 Durch das Sonnensystem mit musikalischer Begleitung: Eva Hauth und Gernot Grömer entführten das Publikum im Kino Katsdorf (Oberösterreich) auf eine Reise durch unser Sonnensystem. Bianca Neureiter untermalte die faszinierenden Bilder mit ihrem selbstkomponierten Klavierstück “Under a starry sky”.
2 Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle zu Besuch: Das Sparkling Science Projekt “TriPolar”, das “Schwesterprojekt” des PolAres Program wurde von den Schülern und Schülerin dem Minister präsentiert, der sich prompt begeistert zeigte. (c) Foto: Bundesministerium für Wissenschaft & Forschung
3 Volle Konzentration notwendig: 2 Wochen vor dem Beginn der Rio Tinto Mars Simulation herrscht geschäftiges Treiben in den Räumen des Missionkontrollzentrums in Innsbruck. Ulrich Luger, einer der beiden Suittester, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und arbeitet mit dem Feldteam gemeinsam bis spät in die Nacht. (c) Foto: Katja Zanella-Kux
4 Rio Tinto 2011 – Mars Analog Expedition: Vom 17.- 22. April 2011 führt das ÖWF eine Mars Simulation in Süden Spaniens durch. In Zusammenarbeit mit Forschern aus 10 Nationen und der European Space Agency war dies eine der aufwändigsten Feldexpedition des ÖWFs. Insgesamt waren ca. 70 Raumfahrtexperten & Enthusiasten beteiligt und bescherte dem ÖWF ein großes Medienecho. (c) Foto: Paul Santek
5 Mitbringsel: Sand vom Rio Tinto Feldtest wurde in rauhen Mengen mitgebracht. Die wertvollste Fracht aber waren die vielen Experimentendaten mit deren Auswertung die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sofort nach der Rückkehr der Proben begannen. Die ersten Ergebnisse wurden Anfang September 2011 bei der European Mars Society Convention präsentiert. (c) Foto: Katja Zanella-Kux
6 Junge Uni on Tour: Erster Stopp: Rapoldipark in Innsbruck. Bei strahlendem Sonnenschein konnten die jungen Entdecker und Entdeckerinnen Sonnenflecken gemeinsam mit Julia Heuritsch beobachten, den Mars Rover “Dignity” steuern oder Wasserrakten bastelen. Eine tolle Aktion!
7 Unicamp 2011: Junge Weltraumtalenten hatten auch 2011 wieder die Möglichkeit eine Woche mit den Wissenschaflter und Wissenschaftlerinnen der Universität Innsbruck zu verbringen. In der Gruppe Astrophysik wurde dieses Jahr ein Designprojekt gemacht, Aufgabe war die Planung einer Mission zu Saturns’ Eismond Enceladus.
8 Passepartout Sherpa: Michael Taraba und Norbert Frischauf klären kurz vor dem Start die letzten Details. Gemeinsam mit der ISU (International Space University) wurde im August ein weiterer Stratosphärenballon, erstmals in der Konfiguration Sherpa, gestartet. Mit der “Sherpa” Neuerung konnte erstmals eine eigene Experimenten Payload Kapsel, bestückt von den Studenten und Studentinnen der ISU, mitgeschickt werden.
9 Post aus dem Himmel: In Semriach wurde zu Ehren von Ing. Friedrich Schmiedl, der vor 80 Jahren erstmals eine Raketenpost gestartet hat, drei Jubiläumsstart unter der Leitung von Peter Haslinger (ÖWF Wien) durchgeführt. Dabei wurden 333 Erinnerungsstücke (50 Jahre alte Briefe) erfolgreich gefolgen. (c) Foto: Stefan Hauth
10 Prize for Excellence in Public Engagement with Planetary Science: Diesen Preis, gestiftet von Europlanet, wurden 2011 an das ÖWF verliehen. Gernot Grömer übernahm dem Preis in Nantes und begeisterte das Publikum mit den ÖWF Aktivitäten bei seiner Dankesrede. (c) Foto: Lee Pullen, EPSC / Science Office.
11 Eye in the Sky 2011: Nachdem Eye in the Sky 201o so erfolgreich in Oberösterreich war, wurde das Program 2011 verlängert. Othmar Coser hat inzwischen tausenden (!) Schüler und Schülerinnen das Thema Erdbeobachtung näher gebracht.
12 Kosmos – die Entdeckung der Welt: Fulminant endet das Jahr 2011. Mit einer neuen Show zu den Abenteuern der frühen Entdecker bis hin ins Weltraumzeitalter – geplant von Alexander Soucek – begeisterte das ÖWF über 800 Besucher in Salzburg und Linz. (c) Foto: Katja Zanella-Kux
Drei Nationen unterwegs zur ISS
Am 21. Dezember starteten Raumfahrer aus drei Nationen befinden sich auf dem Weg zur ISS. Gemeinsam mit seinen Raumfahrer-Kollegen, dem Russen Oleg Kononjenko und dem Amerikaner Donald Pettit, startete der holländische ESA-Astronaut André Kuipers bei eisigem Winterwetter zu einem Langzeitaufenthalt an Bord der Internationalen Raumstation.
Der Start zu der auf fünf Monate angesetzten Mission erfolgte planmäßig um 14:16 Uhr mitteleuropäischer Zeit, als die Sojus-FG-Trägerrakete mit Sojus-TMA 03M als Nutzlast in den frostigen Abendhimmel über dem Startplatz 1 in Baikonur startete. Es war dies der 135. Flug eines Sojus-Raumschiffes, der 29. bemannte Sojus-Flug zur ISS und der dritte mit modernisierter Bordelektronik. Für den ESA-Astronaut André Kuipers ist dies der Beginn seiner Mission mit dem Namen PromISSe.
Die Sojus-Trägerrakete brachten das bemannte Raumfahrzeug nach einem neunminütigen Aufstieg in die vorgesehene Umlaufbahn.
Die automatisierte Annäherung und Kopplung erfolgte am Freitag, dem 23. Dezember, um 16:19 Uhr am Docking- und Forschungsmodul Rasswjet. Sojus-TMA 03M, im ISS-Jargon auch als ISS 29S bezeichnet, wird voraussichtlich bis zum 16. Mai 2012 an der ISS verbleiben.
Die drei Besatzungsmitglieder von Sojus-TMA 03M werden die Langzeitbesatzung 30 mit Anatoli Iwanischin, Daniel Burbank und Anton Schkaplerow für die nächsten drei Monate verstärken. Damit klettert die Sollstärke der ISS-Besatzung wieder auf die Sollzahl von sechs Personen. Während der Mission der Expedition 30 stehen einige wichtige Höhepunkte auf dem Programm.
Während der Dienstzeit der Expedition 30 soll erstmals eine Dragon-Kapsel von SpaceX an der ISS ankoppeln. Und die beiden Kosmonauten Anton Schkaplerow und Oleg Kononjenko werden in dieser Periode den 30. russischen ISS-Außenbordeinsatz durchführen.
Dieser Beitrag wurde übernommen von Der Orion, den Originalartikel zu diesem Thema finden Sie unter der-orion.com
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Gefahr aus dem All: Europa spannt Schutzschirm gegen Asteroiden auf
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Nach einer großen Eruption rast ein Sonnensturm auf die Erde zu. Für den Menschen wird er nicht gefährlich, für Satelliten und anderes Gerät vielleicht schon. Dabei haben solche Phänomene auch eine angenehme Nebenwirkung - sie reinigen die Umlaufbahn.Galileo - Elfjährige Nicole Winkler ist Satelliten-Patin
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Ankunft des Kapsel mit 2,6 Tonnen Material am Samstagmorgen"Blue Marble 2012": Nasa-Satellit macht spektakuläres Foto von der Erde
Mit einem neuartigen Instrument fotografierte der Wettersatellit "Soumi NPP" den blauen Planeten. Der Titel der Aufnahme ist eine Hommage an ein Bild aus dem Jahr 1972.Astronomie: Satelliten beobachten Untergang eines Kometen
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Newton, Hunter, Jenner, Cavendish & Co: Der Einfluss der britischen Naturwissenschaftler des 18. Jahrhunderts
Ich bin immer noch etwas krank, deswegen gibt es auch heute einen Text aus meiner Sammlung an Artikeln, die ich genau für solche Gelegenheiten aufbewahre ;) Er handelt vom Einfluss der britischen Naturwissenschaftler des 18. Jahrhunderts. Es war eine Zeit, in der viele grundlegende Entdeckungen gemacht wurden. Etwaige mitlesende Historiker möchte ich gleich um Entschuldigung bitten - es handelt sich hier natürlich nicht um eine vernünftige historische Abhandlung. Eigentlich entstand der Text nur als Materialsammlung für ein ganz anderes Projekt. Aber es sind ein paar interessante Geschichten dabei, die euch vielleicht gefallen ;)
Die moderne Naturwissenschaft hat in England, genauso wie im Rest der Welt, im 17. Jahrhundert begonnen. In Italien beobachtete Galileo Galileo als erster Mensch der Welt den Himmel mit einem Teleskop. Die von ihm entdeckten Mondes des Jupiter und die Abfolge der Phasen der Venus stellten die Erde als Zentrum des Universums in Frage. Galileos Beobachtungen gerieten in Konflikt mit der mittelalterlichen Auffassung der Kirche, dass alles Wissen über die Welt schon längst bekannt und in der Bibel bzw. den Texte der griechischen Antike, z.B. denen von Aristoteles, enthalten sei. In England war es der Philosoph Francis Bacon, der diese Auffassung der Scholastiker massiv kritisierte. Neben seiner Überzeugung, dass es noch jede Menge neue Gebiete zu erforschen gibt, formulierte Bacon auch das Falsifikationsprinzip: Es reicht nicht, einfach immer nur weiter nach Belegen für seine Behauptungen zu suchen. Man muss sich auch mit potentiellen Gegenbeispielen auseinandersetzen denn ein einziger Fall, in dem die Hypothese versagt, reicht aus, um sie zu Fall zu bringen. Bacon war von der Bedeutung des Experiments für die Erkenntnis überzeugt. Die Vorgänge in der Welt wurden nicht durch göttliche Eingriffe verursacht, sondern durch physikalische Naturgesetze, die man mit Beobachtung und logischem Denken identifizieren kann. Dieser in Bacons Buch „Novum Organum" (1620) beschriebene „Empirismus" inspirierte viele seiner Landsleute. Im England des 17. Jahrhunderts legten Wissenschaftler wie Christopher Wren, Robert Boyle, Robert Hooke, William Petty oder John Wallis den Grundstein für viele Bereiche der modernen Naturwissenschaften. Viele Mitglieder der Gruppe waren auch Gründungsmitglieder der 1660 gegründeten „Royal Society", einer Gesellschaft, die sich explizit der Förderung der Naturwissenschaft verschrieben hatte. Als Motto der Gesellschaft wurde „Nullius in Verba" („nach niemandes Worten") gewählt. Damit wurde noch einmal explizit darauf hin gewiesen, dass man nicht mehr gewillt war, auf irgendwelche Autoritäten zu hören. Man wollte niemandes Wort vertrauen, nur experimentelle Beobachtungen sollten als Grundlage für neues Wissen dienen, so wie es auch heute noch in der Naturwissenschaft üblich ist. Die Royal Society schuf auch einen weiteren Bestandteil der modernen Naturwissenschaft. 1665 gab sie die erste wissenschaftliche Fachzeitschrift heraus. Wer der Welt seine neuesten Erkenntnisse mitteilen wollte, musste nun nicht mehr selbst ein ganzes Buch herausgeben, sondern konnte einen kurzen Aufsatz in den „Philosophical Transactions" veröffentlichen.
Der größte in der durch Bacon inspirierten Gruppe von Wissenschaftlern, ebenfalls ein Mitglied der Royal Society und von 1703 bis 1727 sogar ihr Präsident war Isaac Newton. Newtons Einfluss auf die moderne Naturwissenschaft kann kaum überschätzt werden. Er hat Physik und Mathematik in fast allen Disziplinen maßgeblich beeinflusst. Er erkannte, dass Sonnenlicht aus verschiedenen Farben zusammengesetzt ist. Er zeigte, das Licht, das durch ein Prisma fällt, in verschiedene Farben aufgespalten wird und das diese mehrfarbige Licht sich beim Durchlauf durch ein weiteres Prisma wieder zu weißem Licht zusammensetzt. Damit konnte er auch gleichzeitig erklären wie ein Regenbogen entsteht: Hier spielen die Wassertropfen in der Luft die Rolle des Prismas und spalten das Sonnenlicht auf. Newton untersuchte die Linsen und optischen Fähigkeiten des menschlichen Auges und schreckte dabei auch nicht vor Selbstversuchen zurück. In seinem Tagebuch beschreibt Newton detailliert, wie er sich eine dicke Nadel zwischen Auge und Schädelknochen eingeführt hat, um damit von hinten auf seinen Augapfel drücken zu können. So wollte er erforschen, wie die Farbwahrnehmung von der Krümmung der Linse abhängt. Newton beschäftigte sich auch mit künstlichen optischen Instrumenten und erfand das Spiegelteleskop. Im Vergleich zum bisher verwendeten Linsenteleskop war es hier einfacher, größere Teleskope zu bauen. In der modernen Astronomie werden heute nur noch Spiegelteleskope verwendet, den Linsen aus Glas können nicht beliebig groß gebaut werden. Newtons Idee, einen Spiegel zum Sammeln des Lichts zu verwenden erlaubt es aber, viele kleinere Spiegel zu einem großen zusammenzusetzen und so die gewaltigen Teleskope zu bauen, an denen die Astronomen heute arbeiten.
Die drei newtonschen Grundgesetze der Bewegung - 1) Ein Körper bleibt in Ruhe bzw. im Zustand gleichförmiger Bewegung solange keine äußere Kraft auf ihn einwirkt. 2) Eine Kraft ist proportional zur Änderung der Bewegung einer Masse. 3) Jede Kraft ruft eine gleichgroße, entgegen gerichtete Kraft hervor - bilden heute noch die Grundlage der klassischen Mechanik. Newtons Vorstellungen über einen absoluten Raum und eine absolute Zeit prägten die Wissenschaft bis im 20. Jahrhundert Albert Einstein seine Relativitätstheorien veröffentlichte. Am berühmtesten ist Newton für die Formulierung des Gravitationsgesetzes. Damit war es das erste Mal möglich, die Bewegung der Himmelskörper nicht nur zu beobachten und aufzuzeichnen, sondern auch mathematisch zu beschreiben und vorherzusagen. Newton hatte damit auch gezeigt, dass die Vorgänge am Himmel und die Vorgänge auf der Erde durch die selbe mathematische Formel beschrieben werden können. Damit hatte er den Prozess der „Vereinheitlichung" gestartet, der in der Wissenschaft bis heute fortdauert. Mit immer weniger, immer fundamentaleren Naturgesetzen versucht man immer mehr der gesamten physikalischen Welt zu beschreiben, bis am Ende dieser von Newton inspirierten Suche die „Theorie von Allem" stehen soll, die alle Aspekte des physikalischen Universums in einer einheitlichen Theorie zusammenfasst. Newtons Gravitationsgesetz wurde zwar 1915 von Albert Einsteins allgemeiner Relativitätstheorie korrigiert und abgelöst, für sehr viele physikalische und astronomische Disziplinen ist Newtons Theorie aber immer noch ausreichend genau und seine Formeln werden weiterhin überall in der modernen Naturwissenschaft angewendet. Weniger bekannt aber von all seinen wissenschaftlichen Leistungen am einflussreichsten und fundamentalsten sind Newtons Arbeiten in der Mathematik. Er erfand die Technik der Infinitesimalrechnung (Differential- und Integralrechnung). Ohne diesen revolutionäre mathematische Leistung wäre Newton nicht nur nicht in der Lage gewesen, seine eigenen wissenschaftlichen Entdeckungen zu machen. Auch die komplette moderne Wissenschaft (nicht nur die Naturwissenschaft, auch Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften) wäre ohne diese mathematischen Techniken undenkbar. Diese fundamentale Leistung (unabhängig von Newton aber etwas später hatte auch der Deutsche Gottfried Wilhelm Leibnitz die Infinitesimalrechnung entwickelt) ist in seiner Bedeutung für den weiteren Verlauf der Geschichte mit der Entwicklung der modernen Naturwissenschaft selbst vergleichbar.
Newton und die anderen Pioniere der Naturwissenschaft haben im 17. Jahrhundert die Grundlage geschaffen. Im 18. Jahrhundert konnten sich die Wissenschaftler nun daran machen, immer mehr Einzelheiten über die Natur herauszufinden. Das betraf aber nicht nur die Physik. Auch in der Medizin begann man sich vom alten Denken abzuwenden. Auch hier wollte man nicht mehr nur auf Autoritäten hören, sondern den Körper, seine Krankheiten und ihre Heilung neu verstehen und vor allem auf Basis von konkreten Beobachtungen und Experimenten verstehen lernen. Einer der Vorreiter war der 1728 geborene Anatom John Hunter. Hunter arbeitete als Militärarzt in Portugal und Frankreich, danach als Zahnarzt in London. Und wann immer sich die Gelegenheit ergab, nutzte er sie um eigene Forschung anzustellen. Bei der Behandlung von Schusswunden in Frankreich untersuchte er die Selbstheilungskräfte des Körpers. In Portugal feuerte Pistolenschüsse auf Teiche ab, um den Gehörsinn von Fischen zu testen; deren Gehörorgan hatte er vorher schon am Seziertisch entdeckt. Er sezierte im Laufe seines Lebens viele Tiere und präparierte sie auch. Am Ende seines Lebens hinterließ er mehr als 13000 Tiere die heute noch in der Hunterian Collection in London besichtigt werden können. Seine Untersuchungen an Fischen und Amphibien sorgten auch dafür, dass Hunter in die Royal Society aufgenommen wurde. Kurz danach, 1768, erhielt Hunter eine Anstellung als Chirurg am Londoner St. George's Hospital. Auch bei dieser Tätigkeit hielt er sich an das Motto der Royal Society - „Nullius in Verba" - und beharrte auf der Bedeutung von systematischer Beobachtung und Experiment. In seinen Vorlesungen über Chirugie unterrichte er bis zu seinem Tod über 1000 Schüler und gilt damit heute als Begründer der modernen, wissenschaftlichen Chirugie. Seine Schüler trugen seine Lehren weiter.
Einer von ihnen war Edward Jenner und je nach Betrachtungsweise kann man ihn als den einflussreichsten Forscher aller Zeiten bezeichnen. Nach seinem Studium unter Hunter kehrte er zurück in seinen Geburtsort Berkeley um dort eine Praxis als Landarzt zu veröffentlichen. Jenner begann damit, die kursierende Behauptung zu untersuchen, dass mit Kuhpocken infizierte Melkerinnen nicht an den eigentlich Pocken erkrankten. Zu Jenners Zeit waren die Pocken immer noch eine schwere Krankheit. Über 10 Prozent der Kinder starben vor ihrem 10. Lebensjahr daran. Pockenepidemien hatten in Nord- und Südamerika Millionen von Toten gefordert. In Europa starben jedes Jahr etwa 400000 Menschen daran. Jenner fand heraus, dass man sich gegen diese Krankheit durch eine Impfung bzw. „Vakzination", auf englisch: vaccination, schützen konnte. Dieses Wort kommt vom lateinischen „vacca" für Kuh, denn die Infektion mit den harmlosen Kuhpocken konnte tatsächlich eine Ansteckung mit den gefährlichen Pocken verhindern. Allerdings glaubte man Jenner nicht, als er seine Ergebnisse veröffentlichte und machte ihn lächerlich. Glücklicherweise für den Rest der Menschheit setzte sich sein Konzept der „Schutzimpfung" aber durch und hat bis heute vermutlich mehr Menschen das Leben gerettet als jede andere wissenschaftliche Entdeckung oder Erfindung
Nicht nur die Medizin machten Fortschritte, auch die restlichen Wissenschaften entwickelten sich. Einer der typischen Wissenschaftler der neuen Zeit war Henry Cavendish. (Er war generell ein typischer Wissenschaftler, fast schon klischeeschaft zurückgezogen und schüchtern gegenüber Frauen, mit denen er es nach Möglichkeit vermied zu sprechen). Dank der Erbschaft eines großen Vermögens finanziell ungebunden war er in der Lage, sich in seiner Villa ein großes Labor einzurichten, in dem er auf den verschiedensten Gebieten Experimente durchführte. Dabei entdeckte er 1766 den Wasserstoff und fand später heraus, dass Wasser aus Wasserstoff und Sauerstoff zusammengesetzt ist. Er war auch der erste, dem es gelang, den numerischen Wert der Gravitationskonstante zu bestimmen. Diese Naturkonstante tauchte in Newtons berühmter Formel auf, ihr Wert war aber unbekannt. Erst Cavendish konnte 1797 ein Experiment durchführen, dass exakt genug war, um ihn zu bestimmen. Damit war es nun möglich, aus der Bewegung der Himmelskörper auf ihre Masse zu schließen. Cavendish konnte so das Gewicht und die Dichte der Erde bestimmen und so Hinweise auf ihre Zusammensetzung finden. In der Chemie setzten John Dalton und Humphrey Davy die Arbeit von Cavendish fort. Beide wurden in der letzten Hälfte des 18. Jahrhunderts geboren - Dalton 1766 und Davy 1778 - und beide leisteten wichtige Beiträge zum Verständnis der Materie und der chemischen Elemente. Dalton beschäftigte sich vor allem mit den Gasen. Er bestimmte die Zusammensetzung der Luft und konnte bei seinen Experimenten das Atomgewicht verschiedener Elemente bestimmen. Seine Tabellen lieferten die Grundlage für das später entwickelte Periodensystem der Elemente, ohne das die moderne Chemie nicht möglich geworden wäre. Dalton war auch dafür verantwortlich, den Atombegriff wieder in die Naturwissenschaft einzuführen und ihn auf eine physikalische Grundlage zu stellen.
Humphry Davy gab der neuen Wissenschaft der Chemie, deren Trennung von der mittelalterlichen Alchemie noch nicht lange zurück lag (selbst Newton stellte in seiner Freizeit noch alchemistische „Forschungen" an), durch seine Ergebnisse neue Impulse. Er entdeckte die chemischen Elemente Natrium, Kalium und Calzium und war der erste, der Magnesium, Barium, Strontium und Bor isolieren konnte. Er war der erste, der die Auswirkungen von elektrischen Strom auf chemische Experimente untersuchte und seine zahlreichen öffentlichen Vorträge brachten den Buchbinder Michael Faraday dazu, sich der Wissenschaft zu widmen. Der am Ende des 18. Jahrhunderts - 1791 - geborene Faraday wurde zuerst Davys Assistent und später einer der größten Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts; einer der größten Wissenschaftler überhaupt ohne dessen Erkenntnisse über Elektrizität und Magnetismus die moderne Technik nicht denkbar gewesen wäre
Auch die Astronomen kamen im England des 18. Jahrhunderts zu revolutionären Erkenntnissen. Der 1693 geborene, englische Theologe James Bradley interessierte sich auch für Astronomie und beobachtete in seiner Freizeit immer wieder die Sterne. Er war besonders daran interessiert, die Position der Sterne so genau wie möglich zu bestimmen. Dabei entdeckte er 1725 die Aberration des Sternenlichts. Damit bezeichnete man eine scheinbare Positionsveränderung der Sterne, die durch die endliche Lichtgeschwindigkeit hervorgerufen wird. Das sich Licht nicht unendlich schnell bewegt, hatte der Däne Ole Römer schon in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts herausgefunden. Bradley konnte mit der Entdeckung der Aberration des Lichts allerdings auch eine andere alte Fragen beantworten. Die von ihm entdeckte scheinbare Positionsveränderung belegte zweifelsfrei, dass sich die Erde tatsächlich bewegt (ansonsten würde man keine Aberration messen). Die Erde konnte also nicht das Zentrum des Universums bzw. des Sonnensystems sein. Sie musste sich um die Sonne bewegen, ganz so wie es Kopernikus und nach ihm Galileo Galilei behauptet hatten. Im 18. Jahrhundert zweifelten zwar nur noch wenige daran, dass sich die Erde um die Sonne bewegt. Aber die bisherigen Beobachtungen waren alle nicht eindeutig und hätten sich unter sehr speziellen Umständen auch mit einer Erde erklären lassen, die sich nicht um die Sonne bewegt. Bradleys Messungen aber klärten die Sache endgültig: Die Erde bewegt sich. Galileo hatte recht gehabt!
Noch dramatischer war die Entdeckung, die der ausgebildete Musiker und Amateurastronom Wilhelm Herschel 1781 bei seinen Himmelsbeobachtungen im südenglischen Bath machte. Als erster Mensch der Neuzeit entdeckte er einen neuen Planeten des Sonnensystems. Seit der Antike kannten die Menschen nur Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter und Saturn und niemand hatte damit gerechnet, dass die Sonne noch von weiteren Planeten umkreist würde. Herschels Planet, der später den Namen „Uranus" bekam, verdoppelte schlagartig die Größe des bekannten Sonnensystems und machte den Wissenschaftlern klar wie nie zuvor, dass sie noch längst nicht alles erforscht hatten, dass das Universum noch voller unentdeckter Objekte und Phänomene war.
Neben den reinen Wissenschaften machten im 18. Jahrhundert aber auch viele englische Erfinder Entdeckungen, die die Welt noch heute beeinflussen. Es war auch immer noch die Zeit der großen Entdecker. James Cook absolvierte zwischen 1768 und 1780 seine drei berühmten Südseereisen. Auf der zweiten Reise hatte er ein ganz besonderes, neues wissenschaftliches Instrument mit dabei. Die H4-Uhr des Uhrmachers John Harrison. Auf der Reise sollte ihre Tauglichkeit für die geografische Längenbestimmung geprüft werden. Seeleute konnten zwar mit simplen astronomischen Beobachtungen jederzeit ihre geografische Breite feststellen. Eine Möglichkeit, auch die Länge und damit die exakte Position zu bestimmen, fehlte aber. Damit war es keiner der seefahrenden Nationen möglich, ihre Schiffe sicher über das Meer zu bewegen. Immer wieder starben ganzen Besatzungen, weil sie wegen schlechter Positionsbestimmungen auf Grund liefen oder auf See verhungerten bzw. verdursteten. Wem es als erstem gelingen würde, das Problem der Längenbestimmung zu lösen, würde sich gegenüber den anderen Nationen einen entscheidenden taktischen Vorteil verschaffen. Um die Länge zu bestimmen, muss man die genaue lokale Uhrzeit kennen um sie mit der Zeit eines Bezugspunktes zu vergleichen. Die lokale Zeit konnte leicht astronomisch bestimmt werden. Aber es gab keine Uhren, die geeignet waren, die Bezugszeit zu transportieren. Es gab nur Pendeluhren, die auf einem Schiff nicht funktionierten. Die britische Krone setzte einen hohen Geldpreis auf die Lösung des Problems aus. Astronomen versuchten, lange Tabellen mit Himmelsereignissen und Mondpositionen anzulegen, die auf der See zur Bestimmung der Bezugszeit dienen konnten. Das aber erwies sich nie als praktikabel; ganz im Gegensatz zu den revolutionären, neuen Uhren von John Harrison. Seine ersten Uhren waren noch ziemlich groß, aber schon genau und vor allem robust genug um das Längenproblem lösen zu können. Die H4 war sein Meisterstück und so klein, dass sie jeder Offizier bequem in der Tasche tragen konnte. Die genaue Positionsbestimmung auf hoher See war nun kein Problem mehr.

Noch einflussreicher als Harrisons Uhr erwies sich die Arbeit des schottischen Erfindes James Watt. Es gelang ihm, die damals schon bekannte Dampfmaschine so zu verbessern, dass sie einen wesentlich höheren Wirkungsgrad hatte als alle bisherigen Modelle und legte damit die Grundlage für die im nächsten Jahrhundert folgende industrielle Revolution. Sein Gedenkstein in der Westminster Abbey trägt die Inschrift:
„(...) TO JAMES WATT
WHO DIRECTING THE FORCE OF AN ORIGINAL GENIUS
EARLY EXERCISED IN PHILOSOPHIC RESEARCH
TO THE IMPROVEMENT OF
THE STEAM-ENGINE
ENLARGED THE RESOURCES OF HIS COUNTRY
INCREASED THE POWER OF MAN
AND ROSE TO AN EMINENT PLACE
AMONG THE MOST ILLUSTRIOUS FOLLOWERS OP SCIENCE
AND THE REAL BENEFACTORS OF THE WORLD"
Neben großen Namen wie Harrison und Watt gab es aber auch viele heute weniger bekannte Erfinder, die mit ihren kleinen oder großen Entdeckungen die Welt geprägt haben. Der 1748 geborene Joseph Bramah ist heute wahrscheinlich nur noch Hydraulik-Experten ein Begriff. Trotzdem gelang es ihm, die damals eingesetzten Toilettenspülungen zu verbessern und die von ihm erfundene Bierzapfanlage wird heute noch in jedem britischen Pub eingesetzt. Sein Zeitgenosse, der Schotte William Murdoch erfand nicht nur jede Menge Verbesserungen für Dampfmaschine, Lokomotive und Raddampfer, sondern auch die Gasbeleuchtung, die bald überall das Straßenbild der Städte prägte. Sein schottischer Landsmann John Loudon McAdam revolutionierte derweil den Straßenbau selbst und erfand einen neuartigen und stabilen Straßenbelag aus unterschiedlichen Lagen von Schotter der seinen Namen trägt: Makadam.
All die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Maschinen der Erfinder beeinflussten natürlich auch das Leben der normalen Bevölkerung und zwar in einem viel stärkeren Maß, als wir uns das heute in unserer von Wissenschaft und Technik durch und durch geprägten Welt vorstellen können. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass die Menschen von den neuen Erkenntnissen höchst fasziniert waren. Öffentliche Vorträge wie die des Chemikers Humphry Davy oder des Chirugen Joseph Hunter waren regelrechte Publikumsmagnete - etwas, was man sich heute bei wissenschaftlichen Vorträgen kaum mehr erwartet. Wissenschaftler, die keiner offiziellen Organisation wie der Royal Society angehörten, versuchten im 18. Jahrhundert durch öffentliche Vorträge zu Bekanntheit und Reputation zu kommen und dementsprechend groß war auch das Angebot, dass den interessierten Laien zur Verfügung stand. Vor allem Frauen, denen der Zugang zu den Universitäten und anderen Gelehrtenorganisationen versperrt war, nutzen die Möglichkeit, auf diese Weise Wissen zu erlangen. Im 18. Jahrhundert erschienen auch die ersten populärwissenschaftlichen Werke. Auch waren es die Frauen, die besonders interessiert waren und für die das Angebot speziell zugeschnitten wurde. 1782 erschien aber auch eines der ersten populärwissenschaftlichen Bücher speziell für Kinder: Sarah Trimmers „The Easy Introduction to the Knowledge of Nature".
Im 18. Jahrhundert war Wissenschaft noch frisch und neu und aufregend für Wissenschaftler UND die Öffentlichkeit. Das ist heute immer noch der Fall, nur hat sie unser Leben heute so komplett durchdrungen, dass die Öffentlichkeit schon etwas abgestumpft ist. Es ist nicht mehr so leicht, die Menschen für die Wissenschaft zu begeistern, wie es noch vor knapp 300 Jahren der Fall war. Es ist auch nicht mehr so einfach, fundamental neue Entdeckungen zu machen. Beides Gründe, warum sich Wissenschaftler vielleicht doch manchmal in die „gute alte Zeit" zurückwünschen...

Die größte Verschwörung aller Zeiten: In Wahrheit ist die Sonne kalt und dunkel!
Es ist die größte Verschwörung aller Zeiten! Seit Jahrtausenden glauben wir Menschen, dass die Sonne dafür verantwortlich ist, dass es bei uns auf der Erde schön warm ist. Klar, sie ist ja auch ein gewaltiger Ball aus heißem Plasma der Unmengen an Energie abstrahlt. Dabei stimmt das angeblich gar nicht! Die Sonne ist nicht heiß - das wollen uns nur die bösen Astronomen einreden! In Wahrheit ist die Sonne eiskalt. Und hell ist die Sonne auch nicht. Sie ist dunkel! Behauptet zumindest der Pseudowissenschaftsfreak aus diesem Video:
Die Story geht auf den Liebling der Esoteriker und Pseudowissenschaftler Viktor Schauberger zurück. Und natürlich darf auch der gute Tesla nicht fehlen. Ohne die beiden kann man heutzutage anscheinend keine vernünftige Unsinnstheorie aufstellen. Das am Ende auch noch die Außerirdischen auftauchen, wundert dann auch niemanden mehr.
Eine kalte Sonne mag zwar für jeden, der auch nur ein bisschen über die Welt Bescheid weiß, völlig absurd erscheinen. Aber offensichtliche Absurdität war für gewisse Menschen noch nie ein Grund, um eine pseudowissenschaftliche "Theorie" abzulehnen. Wenn man sich in der Szene und dein einschlägigen Foren (Allmystery & Co) umsieht, dann findet man erstaunliche viele Menschen, die sich mit der "kalten Sonne" beschäftigen. Zu dem Thema gibt es sogar eigene Bücher.
Da ich heute morgen unpraktischerweise mit einer Mittelohrentzündung aufgewacht bin, habe ich eigentlich vor, den Rest des Tages ausruhenderweise im Bett zu verbringen. Die Widerlegung der in diesem Video geäußerten völlig absurden Behauptungen überlasse ich also ausnahmsweise meinen Leserinnen und Lesern als Hausaufgabe ;)
Die erste im Video auftauchende Frage beantworte ich aber noch:
"Haben sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, warum das Universum dunkel und kalt ist, obwohl sich doch wohl in dem selben Universum Billionen und Aberbillionen von Sonnen befinden?"
Yep, habe ich. Und zwar hier. Die restlichen Fragen überlasse ich euch. Ich bin schon gespannt auf eure Erklärungen ;) Wir wollen das ja nicht so machen, wie der Typ aus dem Video:
"Das braucht man auch nicht groß zu erklären, da es nur logisch erscheint."

Was wir oft vergessen: Das Weltall ist 3D!
Wir sind es gewohnt, den Nachthimmel als eine Art Leinwand zu betrachten. Über unseren Köpfen spannt sich eine gewaltige Projektionsfläche, auf denen wir Sterne und Planeten bewundern können. Diese zweidimensionale Betrachtungsweise des Himmels hat lange Zeit auch die kosmologische Vorstellung der Menschheit geprägt. Der Himmel sah nicht nur so aus, wie eine große Leinwand, die die Erde umspannt, er war auch eine. Die Sterne dachte man sich an einer kristallenen Sphäre montiert, die die Erde schalenförmig umgab. Es dauerte bis ins 17. Jahrhundert, bevor wir erkannten, dass diese Kristallsphären nicht existierten und noch länger, bevor uns die wahren Ausmaße des Kosmos klar wurden. Rein formal arbeiten die Astronomen heute noch mit der Arbeitshypothese, dass sich die Himmelskörper an einer Sphäre bewegen, die die Erde umgibt. Das nennt man Sphärische Astronomie und ist ein äußerst praktischer Weg, um viele astronomische Probleme zu lösen. In der Realität ist das All aber natürlich kein Film, der auf einer flachen Leinwand über unseren Köpfen abläuft. In echt ist alles 3D ;)
Das kann man leicht mal vergessen. Auch wenn wir heute viel besser über die Struktur des Universums Bescheid wissen, sind die Bilder die wir machen, immer noch zweidimensional. Klar, alle Abbildungen sind per Definition flach, aber im Gegensatz zu Bildern der realen Welt, fällt es uns im Universum enorm schwer, Entfernungen einzuschätzen und ein Gefühl für die Perspektive zu entwickeln. Es ist knifflig, die Entfernung zu den Sternen zu messen und wir können a priori nicht einfach sagen, ob ein helles Objekt deswegen hell ist, weil es sehr nahe ist oder weit entfernt und dafür groß. Das ändert nichts daran, dass Bilder wie dieses hier enorm beeindruckend sind:
Das ist die Sternentstehungsregion Sharpless 2-106 und ich habe hier ausführlich darüber geschrieben. Von dieser Region gibt es auch ein beeindruckendes Video, das die Vordergrund- von den Hintergrundobjekten trennt und die dreidimensionale Struktur von Sharpless 2-106 zeigt:
Sehr cool. Ja, das Universum ist nicht nur etwas, dass sich über unseren Köpfen befindet und das wir auf schönen Bildern betrachten können. Das Universum ist voll mit realen Orten, es ist ein gewaltig großer Raum voll mit allen möglichen Dingen (im wahrsten Sinne des Wortes) und daran sollten wir uns ruhig öfter mal erinnern...

Schneesturm vs. Sonnensturm: Satellitenbilder und die subjektive Gefährlichkeit von Naturereignissen
Gestern und heute Nacht wurde die Erde von einem starken Sonnensturm getroffen. Die mediale Aufregung war wie üblich groß (Die BILD-Zeitung schrieb schön panisch: "Es wurde oft befürchtet. Es wurde oft gewarnt. Jetzt ist es wohl so weit: Heute trifft ein gigantischer Sonnensturm auf die Erde!" und legt noch nach mit "Droht der Erde ein Mega-Chaos? Wissenschaftler haben das Jahr 2013 im Visier. Dann sollen gewaltige Plasmaströme der Sonne für Tumulte auf unserem Planeten sorgen."). Aber in Wahrheit war alles halb so schlimm; und bis auf ein paar Flugzeuge, die ihre Flugrouten änderten (um so der kurzfristig erhöhten Strahlenbelastung in der oberen Atmosphäre in der Nähe der Pole zu entgehen) gab es keine sonderlich dramatischen Folgen. Sehr viele Leute haben sich die Nacht um die Ohren geschlagen, um eventuell ein paar Polarlichter zu beobachten und sind heute vielleicht etwas unausgeschlafen - aber ansonsten haben wir den Sonnensturm (so wie auch alle bisherigen Sonnenstürme) gut und ohne große Katastrophen überstanden. Ganz ordinäre Schneestürme dagegen haben in den letzten Tagen größeren Schaden angerichtet...
Im Nordwesten der USA gab es letzte Woche eine großen Wintersturm. Straßen waren vereist, Lawinen gingen ab und Stromleitungen wurden durch das Eis beschädigt. 250000 Menschen waren ohne Strom. Und wenn der ganze Schnee schmilzt, dann ist mit Überschwemmungen zu rechnen. Aus dem All betrachtet sieht man von all diesen Problemen aber nichts, von dort aus sieht die Szenerie äußerst schön aus:
Das Bild zeigt den Nordwesten Amerikas; so wie ihn der Erdbeobachtungssatellit Terra der NASA am 23. Januar 2012 gesehen hat. Die Farben entsprechen denen, die man auch mit freiem Auge sehen würde. Da sich hier Eis, Schnee und Wolken schlecht unterscheiden lassen, gibt es auch noch eine Falschfarbenaufnahme der Gegend. Denn die unterschiedlichen Oberflächen reflektieren das Licht auf unterschiedliche Art und Weise und deswegen kann der Satellit sie unterscheiden:
Eis und Schnee sind rot eingefärbt; normale Wolken aus Wasser sind weiß; Wolken aus Eis sind orange und die Vegetation ist grün.
Ich bin immer wieder beeindruckt, wie viel man über die Welt lernen kann, wenn man einfach nur mal einen Schritt (oder ein paar Millionen Schritte wie in diesem Fall) zurück tritt, und sie sich aus neuer Perspektive ansieht. Aus dem All betrachtet ist die Erde nicht nur wunderschön. In Kombination mit der modernen Technik die uns zur Verfügung steht, können wir auch Dinge erkennen, die wir vom Boden aus in dieser Form gar nicht sehen könnten. Wetter war früher etwas, das man nur erleben konnte. Wenn es stürmte, dann stürmte es, wenn es schneite, dann schneite es, und wenn es sonnig war, dann schien die Sonne. Möglichkeiten, das Wetter großräumig zu sehen, zu analysieren oder gar vorherzusagen existierten quasi nicht. Erst als wir Satelliten in eine Umlaufbahn um die Erde gebracht hatten, konnten wir das Gesamtbild sehen. Hochdruckgebiete, Tiefdruckwirbel, Stürme, Regenwolken, Gewitterblitze, usw. Wir können heute live beobachten, wie sich die Atmosphäre verändert und das Wetter passiert. Wir können das Wetter in gewissen Grenzen sogar vorhersagen. Wir wissen dank der Erdbeobachtung aus dem All wahnsinnig viel besser Bescheid als noch vor wenigen Jahrzehnten.
Dank der Wetterberichte im Fernsehen sind Satellitenbilder dieser Art mittlerweile jedem Menschen vertraut. Auch die Fachsprache der Meteorologie ist - zumindest zum Teil - jedem bekannt, der regelmäßig Wetterberichte konsumiert; Hoch- und Tiefdruckgebiete erkennen die meisten. Dieses Wissen über die Meteorologie trägt vermutlich auch dazu bei, dass uns das Wetter - trotz der schweren Katastrophen die es regelmäßig verursacht - vergleichsweise wenig Angst macht. Ein Schneesturm ist uns allen vertraut; wir haben Schnee und Stürme alle schon selbst erlebt und wissen zumindest ansatzweise, was hier passiert und warum. Ein Sonnensturm dagegen ist - bis auf die wenigen Leute die Ahnung von Astronomie haben - etwas sehr mysteriöses, unverständliches und daher auch unheimliches. Weit entfernt auf der Sonne passieren irgendwelche Dinge, die Sonne schleudert uns dann Sachen entgegen, unter denen sich viele nichts vorstellen können: Plasma, Protonen, geladene Teilchen, usw, die dann mysteriöse Sachen mit dem für uns Menschen unsichtbaren und unfühlbaren Magnetfeld der Erde anstellen.
Auf gleichem Niveau über Sonnenstürme Bescheid zu wissen, wie der Durchschnittsmensch über Meteorologie Bescheid weiß, ist eigentlich nicht weiter schwer. Die grundlegenden Erklärungen sind nicht schwer zu verstehen. Ich habe hier das hier im Blog schon öfter erklärt (erst gestern wieder). Aber im Gegensatz zu Biologie, Physik, Geschichte, Geografie, Chemie, etc gehört Astronomie nicht zum Grundlagenwissen, das den Menschen typischerweise vermittelt wird. Als Pflichtfach an den Schulen existiert Astronomie nur in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen - und dort auch nur für ein Jahr in der 10. Klasse. Im Rahmen des Physikunterrichts ist eine detaillierte Betrachtung astronomischer Zusammenhänge meistens nicht möglich; immerhin muss man dort auch die komplette Physik unterbringen. Von Astronomie haben daher sehr viele Menschen sehr wenig Ahnung. Und vor dem Unbekannten fürchten wir uns. Das ganz normale Wetter ist wesentlich gefährlicher als jeder Sonnensturm. Aber das Unbekannte macht uns viel leichter Angst...

Hundert Milliarden Schneeflocken wirbeln durch den kosmischen Sturm
Ich weiß, es gab gestern und vorgestern schon Zeitraffervideos bei mir im Blog. Aber mal ehrlich: Kann man von denen je genug kriegen? Sicher nicht, wenn sie so beeindruckend sind, wie dieses hier von Mark Ellis aus Minnesota zur Musik von Peter Mayer:
"My Soul" by Peter Mayer from Mark Ellis on Vimeo.
Schöne Bilder. Und schöner Text...
There are a hundred billion snowflakes swirling in the cosmic storm
And each one is a galaxy, a billion stars or more
And each star is a million earths, a giant fiery sun
High up in some sky, maybe shining on someone
And deep inside a snowflake, I am floating quietly
I am infinitesimal, impossible to see
Sitting in my tiny kitchen in my tiny home
Staring out my window at a universe of snow

Video: Romney Talks Space and Say Nothing — Again
Mitt Romney talks at a rally in Brevard County in Florida. And for the third time this week, he says nothing substantive about space policy.
Apparently, Mitt Romneybot (a.k.a., #Mittbot) has been running for President for at least five years and has no idea what he wants to do in space yet. Nor can he describe in any detail what is wrong with the current administration’s policies.
But, he’s brought in a bunch of experts to figure it all out. And he’ll get back to us with the details. At some point. That should warm the hearts of laid off workers on the Space Coast looking for some clues as to what might happen next year.
In the meantime, Romney wants everyone to impressed by the process he’s going to use. And his Challenger story. And his love for the Constitution and Declaration of Independence. And America. And veterans. And…lots of other platitudes.
Oh, and one of those guys who’s figuring out Romney’s space plan is Mike Griffin, who was working toward a $200 billion lunar base program while he was NASA administrator. Romney said he would fire anyone who brought him a lunar base plan costing hundreds of billions of dollars just last night. Better get started, #Mittbot. At least firing people is something you’re good at. Unlike space policy.
Obama has a clear plan that was, sadly, mangled by Congress. Gingrich has an ambitious agenda that is probably not very realistic, but many of his goals are sound and he has a clear vision. Romney is offering blanket condemnations instead of a detailed critique, a process rather than specific solutions, and an advisory board whose most prominent member devised a program that was the opposite of what the candidate claims he supports.
This is sad. It’s lazy. It’s insensitive. There are people who are really suffering in Florida, and they don’t want to hear about a process for figuring out what Mitt Romney’s space policy will be. That’s not leadership.
SFF to Romney: Fire Mike Griffin From Space Advisory Board
SFF PR — Jacksonville, FL – During last night’s Republican presidential debate, Governor Mitt Romney stated that “a moonbase would be an enormous expense,” and later stated that if someone had come to him saying they had wanted to spend a few hundred billion dollars to put a colony on the moon, he would’ve said “You’re fired.”
Today, it was revealed that former NASA Administrator Mike Griffin is member of the Romney Space Policy Advisory Group. This is the same NASA Administrator who was the chief architect of an unaffordable and unsustainable plan to return humans to the Moon that would have cost about $200 Billion.
We can only assume that Gov. Romney did not know who Mike Griffin is or what he did as NASA Administrator when he asked Griffin to serve in his group of space policy leaders. At the time of its cancellation, the Augustine Committee, a national committee composed of military, civilian and commercial space leaders, concluded that Mike Griffin’s strategy would only work if NASA received a $3 Billion per year budget increase to $22 Billion. This would result in a total cost that was almost $200 Billion.
“Confronted with Mike Griffin’s plan to return to the Moon, Mitt Romney would have fired Griffin and rightly so,” said Will Watson, Executive Director of the Space Frontier Foundation.
While Romney has stated that he wants more discussion with a diversified group of professional space people to determine the future of America’s space program, the SFF is concerned that his current collection tells a very different story. It raises serious questions in the minds of space activists about whether Governor Romney fully understands the issues. Sometimes personnel reflects policy.
“While Governor Romney stated he would like to have much more commercial space participation in his government, only 1 of the 8 people on his group is a serious and credible commercial space leader,” continued Mr. Watson. “We fear that he is already being circled and trapped by unsustainable space interests.”
We are encouraged that Governor Romney realizes the importance of space. At this time however, we strongly urge Governor Romney to cast a much wider net for space policy advisors.
Space Team Romney: Pace, Griffin, Cernan and Anderson
In a move destined to anger NewSpace advocates, Mitt Romney has released a letter of support signed by eight space leaders, including prominent commercial space critics Mike Griffin, Scott Pace and Gene Cernan. Pace, in fact, is chairman of the Romney Space Policy Advisory Group.
“We have watched with dismay as President Obama dismantled the structure that was guiding both the government and commercial space sectors, while providing no purpose or vision or mission,” the signers wrote. “This failure of leadership has thrust the space program into disarray and triggered a dangerous erosion of our technical workforce and capabilities. In short, we have a space program unworthy of a great nation.”
“Restoring the U.S. space program to greatness will require the leadership, management skill, and commitment to American exceptionalism possessed by only one candidate in this race: Mitt Romney. We support Mitt’s candidacy and believe that his approach to space policy will produce results instead of empty promises,” they added.
Actually, Romney’s entire “approach to space policy” thus far has consisted of saying he would bring together a bunch of experts (presumably this group) to figure out what his space policy should be. Given the vagueness of the candidate’s statements, let’s look at who’s supporting him.
Griffin, the former NASA Administrator, has led the fight against the Obama Administrations efforts to cancel the Constellation program he began and to develop commercial transports for low Earth orbit missions. Griffin advised Cernan and fellow astronaut Neil Armstrong concerning their testimony against these policies before Congress. Pace, who heads up the Space Policy Institute at The George Washington University, has been a prominent skeptic of the Administration’s approach.
As for the other signers, the commercial side is represented by Eric Anderson, Chairman and CEO of Space Adventures. Mark Albrecht, former executive secretary of the National Space Council, is chairman of the board of a commercial space company called USSpace. Albrecht has been critical of NASA’s bureaucracy.
Others who signed the letter include:
Bob Crippen
Pilot, First Space Shuttle Mission
Former Director, NASA Space Shuttle Program
Peter Marquez
Former Director of Space Policy, National Security Council
Former Director of Special Programs, Department of Defense
William Martel
Associate Professor of International Security Studies, The Fletcher School at Tufts University
Former Alan B. Shepard Chair of Space Technology and Policy Studies, Naval War College
The presence of Anderson and Albrecht notwithstanding, this looks like a recipe for resurrecting the full Constellation program and strangling the commercial crew effort. One also wonders whether Griffin will get his old job back.
It’s not clear whether the signatories are all members of advisory board that Pace heads up. One would assume so, but this is not explicitly stated. If that is true, then Romney has released an “open letter of support” from his own handpicked advisory board. That’s unusual for open letters.
Critics are finding Griffin’s support for Romney less surprising than it is ironic. Supporters of the Obama Administration’s space policy blame Griffin for creating the hideously expensive Constellation program, which was seriously behind schedule and over budget when Obama decided to cancel it on the grounds it couldn’t be executed.
They are finding it ironic that Romney, who said he would fire anyone who proposed an expensive moon base, would be getting support from Griffin, whose own Constellation plan was completely unaffordable.
Obama’s supporters blame Congress, which acted in accordance with Griffin’s advice, for resurrecting certain elements of Constellation — mostly prominently, the expensive heavy-lift Space Launch System — and underfunding the commercial crew effort. The result, they feel, is a NASA trying to do too much with too few resources that will be dependent upon Russia for human spaceflight for far too long. They don’t see that as being a space program worthy of a great nation.
The full letter is reproduced below.
ROMNEY WILL RESTORE AMERICA’S SPACE PROGRAM
The U.S. space program is a strategic national asset, which makes critical contributions to our scientific knowledge, technological innovation, economic competitiveness, national security, and international leadership. We have watched with dismay as President Obama dismantled the structure that was guiding both the government and commercial space sectors, while providing no purpose or vision or mission. This failure of leadership has thrust the space program into disarray and triggered a dangerous erosion of our technical workforce and capabilities. In short, we have a space program unworthy of a great nation.
Restoring the U.S. space program to greatness will require the leadership, management skill, and commitment to American exceptionalism possessed by only one candidate in this race: Mitt Romney. We support Mitt’s candidacy and believe that his approach to space policy will produce results instead of empty promises. As his long record of success in both the private and public sectors attests, Mitt will do more than provide our space program with an inspiring vision and mission of exploration. He will also set aggressive yet achievable goals, adhere to realistic budgets, and execute on a carefully drawn plan.
As president, Mitt Romney will facilitate close collaboration not only within the government’s civil and national security space sectors, but also with the private sector and with research institutions. He will create conditions for a strong and competitive commercial space industry that can contribute greatly to our national capabilities and goals. And he will ensure that NASA returns its focus to the project of manned space exploration that uniquely affirms American strength and values around the globe. Under his leadership, America will once again lead the world in space.
A Sign of Things to Come: Gingrichian Accountability
For me, this was the most interesting exchange from last night’s debate in Jacksonville. Gingrich was asked to actually explain something he had said about Mitt Romney. He responded by, in essence, calling Wolf Blitzer an idiot for even asking the question and inferring that answering it was beneath his dignity and the high-minded tone of the event. He also added this little gem:
GINGRICH: I did. And I’m perfectly happy to say that on an interview on some TV show. But this is a national debate, where you have a chance to get the four of us to talk about a whole range of issues.
We should expect more of the same should Gingrich win the presidency.
As you know, Gingrich unveiled a grandiose space plan earlier this week that literally promises the moon within 9 year. Unfortunately, he will likely end up abandoning and postponing many elements of his vision when they prove to be impractical or clash with his other political and budgetary priorities.
Inevitably, someone will call him on it, and the response will probably be the same. Gingrich will call it a non-sense question that distracts from much more important issues or space accomplishments or God knows what’s going on that moment/day/week. Those promises were perfectly fine for him to make at an appearance at some campaign event, Gingrich will huff, but he’s President now and well…things are different. And you’re an idiot for even asking.
Now, it’s true that all candidates make promises that they don’t keep once in office. And that’s not always a bad thing; campaign promises can be pretty idiotic. But, with Gingrich, we’re dealing with someone whose tendency toward grandiose plans and statements is matched by his equal disdain for anyone who dares hold him accountability for them.
That’s a great way to campaign as long as your questioner backs down, as moderators Juan Williams and John King did during earlier debates. Gingrich managed to get the crowd on his side, which helped him win South Carolina. But, Blitzer held his ground, and the candidate looked much the worse for it.
Gingrich’s approach is actually a rather lousy way to actually govern. The country will get really sick of it, really fast. It was one of the reasons Gingrich lasted only four years as Speaker of the House, and why his party lost seats in Congress while President Bill Clinton was being impeached. A lot of people came to hate the speaker, and his own party was ready to vote him out of that post before he quit Congress all together.
Now, don’t get me wrong, I actually like many of Gingrich’s space ideas, although I believe the scope and time lines are beyond what we can do in the next nine years. It’s a good starting point.
On space policy, I prefer him to Romney, who has offered nothing of substance to date. His plan to get everyone together to figure out a plan later seems both naive (good luck with that — few of the parties involved agree on much of anything) and lazy campaigning. You can basically translate that as:
“I don’t really care about this issue. I haven’t really thought about it. And I figured this primary race would be over by now.”
Romney’s showing complete insensitivity to the suffering along the Space Coast. It’s a major problem in Florida, and all Romney does is bash Obama’s policy, mock Gingrich’s ideas, and brag about how he would “fire” anyone who brought a plan to settle the moon. What is it with this guy and firing people? You’d think he’s avoid such talk in a state devastated by layoffs, especially given the criticism of his tenure running Bain Capital.
Ron Paul and Rick Santorum similarly dismissed Gingrich’s plan as being the last thing that voters want to hear about as America slowly recovers from a severe recession. Gingrich retorted that his plan would be 90 percent funded by the private sector. It’s a worthy goal, but until we see some actual figures of how that would be accomplished, it’s a good bet that he’s pulling those numbers out of his ***.
One other issue: about Gingrich’s plan to give statehood to the first lunar colony to exceed 13,000 residents. It’s really pissing me off. Not because of the weighty legal questions involved, which I’ll leave to a later discussion. But, because he’s proposing this while there are 600,000 residents in the District of Columbia who lack any voting rights in Congress.
Gingrich and his party has consistently blocked any moves toward correcting this flaw in the Constitution. They refuse to consider granting DC statehood, or a single voting member in the House, or allowing residents to vote in Maryland Senate elections. The reason is partisan: DC votes overwhelmingly Democratic. And that wouldn’t be good for the GOP.
As a former resident of Arlington, Virginia, it appalled me that I had two voting Senators and one Representative in Congress while my friends across the river had none. It’s unfair. It’s un-American. More than half a million of my fellow Americans are being treated as second class denizens.
That Gingrich can envision a fully functioning American state on the moon is great. It shows terrific vision that few other politicians have or are willing to admit publicly. That Gingrich can’t envision equal status for DC residents — the people who live outside the White House he wants to reside in — shows the flip side of the man’s grandiose personality. It would be a helluva lot easier than setting up a colony on the moon if the Republican simply dropped their opposition to some form of representation for DC.
Alas, that’s too mundane a problem for Gingrich. And it would hurt his party’s chances in Congress. So, by nature that becomes impossible while a state on the moon is not only plausible, its preferable.
And all that raises another serious question about a possible Gingrich presidency: would he be so focused on grandiose visions that he would be unable to run the government effectively? If it’s about anything, the U.S. government is about the mundane. Lose sight of that, and you end up with disasters like the responses to hurricanes Katrine and Andrew.
NASA Safety Panel Concerned About ISS Loss of Mission
The Aerospace Safety Advisory Panel’s annual report includes a fascinating section about the risk of losing a mission related to the International Space Station (ISS).
“Analyses presented to the ASAP on several occasions, most recently in May 2011, stated that the probabilistic risk assessment (PRA) related to ISS Loss of Mission (LOM) was 1 in 55 for a 180-day mission. Since there are approximately 20 180-day missions in the currently projected ISS Program, this means that there is a greater-than-30-percent chance that the ISS could sustain a LOM sometime during its projected operating life,” ASAP wrote.
That’s a lot higher than you might think. And if it happened, the result could be quite dire.
“Should such an event occur, the result could arise that the ISS would have to be abandoned—potentially without the possibility of a return to nominal operation. Thus, a premature ISS de-orbit is one potential outcome. This can occur in either a controlled or an uncontrolled manner, with the latter clearly the more dangerous. While this possibility has been known for some time, NASA has not yet shared with the Panel an explicit plan to deal with this situation,” the report reads.
ASAP recommends that NASA begin immediate planning for various contingencies and that those plans be shared and coordinated with the other ISS partners.
Read the full report.
Ein neuer Progress-Raumfrachter unterwegs zur ISS
Der russischer Versorger Progress-M 14M ist heute in den frühen Morgenstunden gestartet und befindet sich auf dem Flug zur Internationalen Raumstation. Es ist der erste von fünf geplanten Versorgungsflügen zur ISS in diesem Jahr mit diesem Raumschifftyp.Opportunity: Acht Jahre Forschung auf dem Mars
In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelten Wissenschaftler der amerikanischen Weltraumbehörde NASA den Plan, eine aus zwei Rovern bestehende Robotermission zu unserem äußeren Nachbarplaneten, dem Mars, zu entsenden. Opportunity, der zweite der beiden an dieser Mission beteiligten Rover, landete heute vor acht Jahren auf dem Mars.Express #0369
Erster Satellitenstart in den USAEine letzte Aufgabe für Progress-M 13M
Nach 82 Tagen geht die Zeit des russischen Progress-Versorgers an der ISS zu Ende.Delta IV erfolgreich gestartet
Heute früh eröffneten die USA ihr Raumfahrtjahr 2012 mit dem Start einer Delta IV. An Bord befand sich ein militärischer Kommunikationssatellit.Hinweis zur Nutzung der RSS-Newsfeeds des DLR
30 Jahre Space Shuttle: Mit dem "Atlantis"-Start geht das US-Raumfährenprogramm zu Ende
Virtueller Flug um den Achttausender K2
"Wir wollen das Meer sicherer machen" - Interview mit der Bundespolizei See zur Kooperation mit dem DLR
Lernen für den Kontakt zur Raumstation
Die Top 10 des Raumfahrtjahres 2012
Nach der Bilanz des Jahres 2011 richten wir den Blick nun nach vorn. Das Raumfahrtjahr 2012 wurde – und das sollte inzwischen niemanden mehr überraschen - von China eingeläutet. Der erste Orbitalflug des neuen Jahres begann in den frühen Morgenstunden des 9. Januar. Dabei brachte eine Trägerrakete des Typs Langer Marsch 4B den chinesischen Erdbeobachtungssatelliten Zi Yuan 3 und den von der indischen Raumfahrtbehörde gebauten Meeresüberwachungssatelliten Vesselsat 2 in eine polare, sonnensynchrone Umlaufbahn.
Dieser erste Start in 2012 wird aber, trotz seiner internationalen Beteiligung, am Ende unter dem Begriff „Routinemission“ abgelegt werden und selbst in der Raumfahrtszene kein wesentliches Aufsehen erregen. Er gehört eindeutig nicht zu den bedeutenden Flügen des neuen Jahres.
Das Raumfahrtjahr 2012 wurde - wenig überraschend - von China eingeläutet. Eine Trägerrakete des Typs Langer Marsch 4B brachte am 9. Januar den Erdbeobachtungssatelliten ZiYuan 3 in eine polare Erdumlaufbahn.
Die wirklich „wichtigen Missionen“ – und diese Wertung ist zugegebenermaßen sehr subjektiv – sind nachfolgend aufgelistet. Um die Sache spannender zu machen beginne ich meine persönliche Vorschau mit Platz 10, der am wenigsten „wichtigen“ Mission, und beschließe mit meiner Nummer 1, der meiner Ansicht nach bedeutendsten Mission des Jahres 2012.
Aber womöglich haben Sie eine komplett andere Meinung dazu. Jetzt aber meine „Top 10“ des Raumfahrtjahres 2012
1. Erstflug der Vega
Das war schon fast nicht mehr zu erwarten, aber nun scheint es doch bald soweit zu sein: Wahrlich kein Glanzstück europäischer Weltraumtechnik, aber doch ein Meilenstein, der mit vielen Jahren Verzögerung jetzt endlich erreicht ist. Der Erstflug dieses europäischen Trägers für kleine Nutzlasten war bis vor wenigen Tagen noch für den 26. Januar angesetzt ist aber inzwischen schon beim 7. Februar gelandet. Mag aber gut sein, dass wir am Ende froh sein können, wenn er überhaupt im Jahre 2012 stattfindet. Einen Rekord hat die Vega jetzt schon sicher: Sie hat ihre ursprüngliche Zeitvorgabe von sechs Jahren Entwicklungszeit um 100 Prozent überschritten.
Vega in der Startzone. Hier bei einem Test im Oktober 2011. Credit: ESA
2. Russland führt 2012 neun Versorgungsmissionen zur ISS durch
Russland wird ab dem Jahr 2012 (wie schon einmal in der Periode 2003 – 2005) die Hauptlast bei Betrieb und Versorgung der ISS schultern müssen. Alle Besatzungen dieses Jahres, und für viele weitere Jahre, werden mit russischen Raketen und russischen Raumschiffen zur Station transportiert. Zusätzlich startet Russland in diesem Jahr auch noch fünf Progress-Versorgungsschiffe. Schon um der Raumstation willen sollten wir Russland im Jahre 2012 ein glücklicheres Raumfahrtjahr wünschen als es das Jahr 2011 war.
3. Sierra Nevada „Dream Chaser“ beginnt mit den Drop Tests
Der „Dream Chaser“ ist der Beitrag der Sierra Nevada Corporation zum CCDev-Programm (Commercial Crew Development) , bei dem ein privates orbitales Transportsystem vor allem für die Transporte von US-Astronauten zur ISS geschaffen wird. Noch in diesem Jahr soll der „Dream Chaser“ – nach einigen so genannten Captive Carry-Flügen – mit den Drop Tests beginnen, für die er in großer Höhe von einem Flugzeug abgesetzt wird. Als Trägerflugzeug wird dabei der „WhiteKnightTwo“ von Scaled Composites eingesetzt. Die selbe Maschine, die auch das suborbitale SpaceShipTwo von Virgin Galactic auf Abwurfhöhe bringt.
NASA-Administrator Charles Bolden im Cockpit-Simulator des "Dream Chaser". CR: Sierra Nevada Corporation
4. ATV 3 „Edoardo Amaldi“ und HTV 3 fliegen zur ISS
Europas und Japans Versorgungsschiffe für die Internationale Raumstation werden in diesem Jahr je einen Einsatz erleben. Derzeitige Plandaten: ATV am 9. März, HTV am 26. Juni.
5. SpaceShipTwo beginnt mit den angetriebenen Flügen
In diesem Frühsommer sollten endlich, nach vielen Verzögerungen, die ersten angetriebenen Flüge des SpaceShipTwo beginnen. Bislang fanden nur antriebslose Gleitflüge statt. Die Entwicklung des Hybridantriebs bei Sierra Nevada zeigte sich schwieriger als gedacht. Ein Grund, warum es mit dem Raketenmotor für SS2 so lange gedauert hat, liegt darin, dass das selbe Triebwerke auch für den orbitalen „Dream Chaser“ von Sierra Nevada verwendet werden soll.
Nach den letzten erhältlichen Meldungen sollen die Entwicklungsprobleme immer noch nicht vollständig ausgeräumt sein. Nur wenn alles glatt geht, wird SpaceShipTwo bis gegen Ende des Jahres die 100-Kilometer Marke knacken.
SpaceShipTwo wird vom Trägerflugzeug WhiteKnightTwo auf Abwurfhöhe getragen CR Virgin Galactic
6. Die Raumstation wird weiter ausgebaut
Die meisten Menschen sind der Meinung, dass die ISS mit der Außerdienststellung des Shuttle fertig sei. Das ist nicht der Fall. In diesem Jahr sollte sie ein neues Großmodul erhalten, das die Bezeichnung „Nauka“ trägt. Es wird mit einer Proton K von Baikonur aus gestartet, ist 20 Tonnen schwer und 13 Meter lang und soll das Hauptforschungsmodul im russischen Segment der ISS werden.
Nauka seinerseits trägt den European Robotic Arm (ERA)“ eine weitere Beteiligung der ESA am Projekt der Internationalen Raumstation.
Hier kann es allerdings zu Verzögerungen kommen, denn obwohl Nauka weiterhin im ISS-Manifest für das Jahr 2012 geführt wird, gibt es in jüngster Zeit immer deutlichere Hinweise, dass sich der Start bis in den Spätsommer 2013 verzögern könnte.
Das Nauka-Modul wird bei Energia für den Start vorbereitet. Credit: Energia
7. Orbital Sciences Cygnus beginnt mit der Versorgung der ISS
Im Mai soll die erste Cygnus-Kapsel von Orbital Sciences (OSC) zur ISS starten. Zuvor ist im März ein so genannter „Risk Reduction Flight“ ohne Nutzlast angesetzt, um die Antares-Trägerrakete (vormals Taurus 2) im Flug zu erproben. Ähnlich wie SpaceX versucht sich auch OSC mit einem absoluten Low-Cost-Konzept, angelehnt an die Prozeduren der Flugzeugindustrie. Es wird interessant, zu sehen, wie weit hier die Rechnung aufgeht.
Praktisch die komplette erste Stufe wird bei Yushnoje in der Ukraine gebaut. Bei den Triebwerken der ersten Stufe handelt es sich um überzählige Einheiten aus dem sowjetischen Mondprogramm. Sie sind dementsprechend über 40 Jahre alt. Und die Cygnus-Kapsel stammt zu wesentlichen Teilen von Alenia aus Turin. Lediglich das Programm-Management, der Bau der zweiten Stufe und die Endmontage erfolgen bei Orbital Sciences.
8. SpaceX Dragon beginnt mit der Versorgung der ISS
Diese Auflistung hat es schon klargemacht: In der Raumfahrt ist die Verschiebung die Mutter aller Dinge. Deshalb sind die Termine für die ersten kommerziellen Flüge zur ISS mit Vorsicht zu genießen. Das gilt für Orbital Sciences wie für SpaceX. Aber nach der gegenwärtigen Planung dürften letztere früher dran sein.
So wie es jetzt aussieht, versucht SpaceX in den frühen Morgenstunden des 8. Februar die ersten Dragon-Mission zur ISS. Sollte dieser Flug gelingen (und hier sollte man die Hoffnungen keinesfalls zu hoch ansetzen), dann würde später im Jahr mit den regulären Versorgungsflügen begonnen werden.
Für die Internationale Raumstation wäre das ein enorm wichtiger Meilenstein, denn erst der Dragon – und nur er und für viele Jahre kein anderes Transportmittel - bringt wieder die Möglichkeit, signifikante Mengen an Material, in der Größenordnung von bis zu zwei Tonnen, von der ISS zur Erde zurück zu bringen.
Diese Dragon-Kapsel soll in wenigen Wochen zur ISS aufbrechen. Credit: SpaceX
9. US Mars-Rover „Curiosity“ versucht Landung auf dem Mars
Der Start zum Mars gelang im letzten Jahr einwandfrei. Die Landung aber wird ein Vabanque-Spiel. In typisch amerikanischer Manier wurde hier mal wieder heftig gepokert und der Wert einer 2,5 Milliarden Dollar-Mission mit einer großen Zahl hoch riskanter technischer Neuerungen auf eine Karte gesetzt.
Wenn es klappt, bringt diese Mission eine Reihe von Erstleistungen in die Raumfahrt. Üblicherweise geht man ja eher Schritt für Schritt vor, aber hier...naja, das hatten wir schon. Neben dem sechsfachen Landegewicht der bis dato schwersten Rover (und selbst in der Kategorie „Stationärer Lander“ wäre es noch das mit Abstand höchste Landegewicht), dem Einsatz von Radionuklidbatterien statt Solargeneratoren, der größten jemals gebauten Landekapsel (der Hitzeschild hat einen Durchmesser von 4,57 Meter) und dem Versuch einer Präzisionslandung im Gale-Krater liegt der Nervenkitzel vor allem im „Skycrane“, einem aberwitzig komplizierten System aus acht Triebwerken und raffinierten mechanischen und pyrotechnischen Komponenten, die allesamt in den entscheidenden Sekunden einwandfrei funktionieren müssen.
Dieses enorm aufwendige System von Seilzügen und Winschen, mit dem der unter Raketenschub zentimetergenau die Höhe haltende Skycrane den 900 Kilogramm schweren Rover im Schwebeflug auf die Marsoberfläche abseilen soll, ist schon für sich alleine der Alptraum eines jeden Raumfahrttechnikers. Dabei ist nur ein Element dieser komplexen Landung. Hier ein Video vom "Landing System Drop Test“ bei dem für die mechanischen Komponenten des Rovers die letzten Sekunden in der Landephase simuliert werden.
10. Chinesische Raumfahrer fliegen zur Tiangong-1 Miniraumstation
In diesem Jahr können wir zwei bemannte chinesische Raumflüge erwarten: Shenzhou 9 im späten Frühjahr und Shenzhou 10 im Spätherbst. Mit Shenzhou 9 dürften zwei Kosmonauten für etwa acht Tage im Weltraum verbleiben. Dies ist bereits eine Rekorddauer für China. Mit Shenzhou 10 könnten es drei Taikonauten sein, darunter die erste chinesische Frau im Weltraum, und die Dauer könnte hier bis zu 15 Tage betragen.
Soweit meine persönlichen Top 10. Es gibt aber noch viele weitere interessante Raumfahrt-Ereignisse im Neuen Jahr, wie beispielsweise die nächsten Testflüge der bisher enttäuschend erfolglosen Träger GSLV und KLSV aus Indien und Südkorea, die Flugversuche von Armadillo, Masten Space und Blue Origin sowie die mögliche Aufnahme der Flugtests der XCOR Lynx.
Gemischte Bilanz
Mit dem gelungenen Start von sechs Globalstar-Mobilfunksatelliten auf einer Sojus-Fregat, am 28. Dezember von Baikonur aus, endete das Raumfahrtjahr 2011. Trotz seines erfolgreichen Abschlusses war es ein Jahr recht gemischter Resultate. Einigen eindrucksvollen Erfolgen standen mindestens ebensoviele eindrucksvolle Fehlschläge gegenüber. Sehen wir uns die Bilanz der Raumfahrtnationen einmal im Detail an:
Russland
Auf den ersten Blick sieht es so aus, als hätte die russische Raumfahrt ein Jahr der Katastrophen hinter sich. Es fanden 35 Starts statt. Davon endeten fünf im Desaster. Eine Fehlschlagquote von weit über 10 Prozent wäre auch in den sechziger Jahren nicht gerade ein Aushängeschild für eine Weltraumnation gewesen.
Zwei Raumfahrzeuge (Progress M-12M und Meridian 5) erreichten gar nicht erst den Orbit, zwei weitere (Geo-IK 2 und Ekspress AM 4) wurden auf einer falschen Bahn abgesetzt und waren in der Folge nicht verwendungsfähig. Den spektakulären Fehlschlag der Raumsonde Phobos-Grunt (der ersten russischen Raumsonde seit 15 Jahren) verfolgen wir noch immer. Das Ende dieser Sonde wird derzeit um den 15. Januar herum erwartet, wenn sie wieder in die Erdatmosphäre eintritt.
Die russische Fehlerserie hatte schon im Dezember 2010 begonnen, als drei Navigationssatelliten der Glonass-Konstellation abstürzten, weil die Oberstufe der Proton-Trägerrakete falsch betankt worden war. Somit verzeichnet Russland sogar sechs Fehlschläge in nur 13 Monaten.
Man muss Jahrzehnte zurückgehen, um auf auf eine ähnliche Anzahl von Fehlstarts zu treffen. Zuletzt passierte das im Jahr 1990. Damals kam es zu fünf Fehlschlägen. Allerdings fanden in diesem Jahr auch insgesamt 72 sowjetische Starts statt, die Fehlerquote lag also nur bei sieben Prozent.
Doch Russland hatte durchaus auch Erfolge. Nicht nur dass dieses Land weltweit die meisten Starts abwickelte (fast soviele wie die beiden nächsten, China und die USA, zusammen), es wurden auch eine Reihe bemerkenswerter Nutzlasten erfolgreich in den Orbit gebracht, darunter der Radio-Astronomiesatellit Spektr-R und der Wettersatellit Elektro-L. Darüber hinaus wurde der Wiederaufbaus des russischen Datenrelay-Systems mit dem Start von Luch 5A in Angriff genommen und mit Glonass K wurde der erste Navigationssatellit einer neuen Generation gestartet.
Nach wie vor, und das wird weit in die absehbare Zukunft hinein der Fall sein, hängt das Wohl und Wehe der Internationalen Raumstation vollständig von Russlands Raumfahrtfähigkeiten ab. 2011 führte Russland vier bemannte Starts zur ISS durch und zusätzlich vier erfolgreiche Progress-Versorgungsflüge.
Und schließlich gelangen Russland die ersten beiden Starts von der neuen Startanlage in Kourou. So sehr Arianespace die Sojus-Flüge von Kourou als westeuropäisches Vorhaben zu verkaufen versucht, es ändert nichts an der Tatsache, dass es sich hier um russische Starts handelt. Durchgeführt von russischen Technikern mit russischen Trägerraketen von einer russischen Startanlage.
China
Chinas Raumfahrt befindet sich weiterhin in stetigem Aufstieg. Was die Anzahl der Starts betrifft, ist China in diesem Jahr erstmals die Nummer zwei in der Welt. 19 Missionen waren es in diesem Jahr, vier mehr als 2010. Auch China erlebte in diesem Jahr einen Fehlstart, dessen Folgen es allerdings innerhalb weniger Wochen überwand.
Die chinesische Raumfahrt ist breitbandig angelegt und umfasst inzwischen praktisch alle Raumfahrtdisziplinen. Von der bemannten Raumfahrt bis zu interplanetaren Sonden, von Kommunikations- und Datenrelaysatelliten bis hin zu Erdbeobachtungssatelliten für jeden erdenklichen Zweck. Von rückführbaren Forschungssatelliten bis zu Raumfahrzeugen für die technische und physikalische Forschung.
China hat drei Entwicklungsprogramme für Trägerraketen gleichzeitig am Laufen. Es entwickelt – ebenfalls parallel – vier neue Großtriebwerke und errichtet ein vollständig neues Raumfahrtzentrum auf der Insel Hainan. Auf dem Gebiet der Kommunikationssatelliten, derzeit im internationalen Vergleich noch weitgehend das Revier der USA, Europas und zu einem gewissen Grad auch Japans hat China die Verfolgung aufgenommen und schließt schnell auf.
China startete in diesem Jahr mit Tiangong 1 auch erstmals ein bemannbares Raumlabor und erprobte es bereits beim unbemannten Einsatz eines Shenzhou-Raumschiffs. Beobachter erwarten, dass im kommenden Jahr zwei bemannte Missionen zur chinesischen Mini-Station führen werden.
USA
Die US-Raumfahrtbilanz des Jahres 2011 ist eher mäßig: Eine insgesamt eher geringe Anzahl von Starts (18), was zur Folge hatte, dass erstmals China an den USA vorbeibeizog. Auch die USA hatten einen Fehlschlag zu verzeichnen, als am 5. März eine Taurus XL-Rakete den Umweltsatelliten Glory im Pazifik versenkte, statt ihn auf einer polaren Umlaufbahn abzusetzen.
Die Stimmungslage in den USA wird am Besten dadurch zum Ausdruck gebracht, dass dort ausgerechnet eine Negativmeldung als Raumfahrtereignis Nummer betrachtet wird: Der Rückzug des Shuttle aus dem aktiven Dienst. Die Discovery, die Endeavour und die Atlantis flogen in diesem Jahr jeweils noch eine letzte Mission. Nun wartet nicht mehr der Orbit auf sie, sondern Museen in New York, Washington und am Cape. US-Astronauten werden von nun an für viele Jahre nur noch mit den Russen zur ISS fliegen.
Es gibt zwar eine bemerkenswerte Initiative zur Wiederherstellung der bemannten Raumfahrtkapazitäten, das CCDev-Programm (Commercial Crew Development Program), aber der Kongress verhinderte eine vernünftige Finanzierung, und so wird auch dieses Programm über Jahre hinaus keine US-Astronauten von amerikanischem Boden aus in den Weltraum bringen können.
Im Zusammenhang mit CCDev steht das COTS-Programm (Commercial Orbital Transport System) der NASA mit ihren geplanten „privaten“ Versorgungsflügen zur internationalen Raumstation. Hier ist es zu Verzögerungen gekommen. Weder flog in diesem Jahr, wie es eigentlich erwartet worden war, die Kombination aus Taurus 2 und Cygnus, noch die Falcon 9 mit der Dragon-Kapsel.
Nur die Militärprogramme scheinen ungeachtet der US-Finanzkrise in vollem Saft zu stehen. Die Startfolge überaus komplexer Nutzlasten war hier so dicht wie schon lange nicht mehr. Und offensichtlich kann man sich auch Missionen leisten, die aus der Außensicht eher Luxuscharakter haben. Beispiel: die X-37B.
Anders als im Verteidigungsministerium herrschte bei NASA dagegen auch 2011 Krisenstimmung. Nun schon das dritte Jahr in Folge. Finanzierung und Ziele der US-Weltraumbehörde sind weiterhin unklar. Klar ist nur, dass ihre Mittel drastisch gekürzt werden. Das Programm der Umweltsatelliten leidet an den beiden Abstürzen der Jahre 2009 (mit OCO) und 2011 (mit Glory), es werden keine neuen planetaren Großprogramme mehr begonnen und die Kooperation mit Europa für die ExoMars-Mission wurde wegen Geldmangel aufgekündigt. Da ist es fast ein Wunder, dass die Planetenforschung mittels Raumsonden in einer Blüte steht, wie nie zuvor in der Geschichte der US-Weltraumbehörde. Doch hier geht, zufällig mitten in der Krise, nur eine Saat auf, die schon vor Jahrzehnten gelegt wurde.
Eine große Anzahl von Raumsonden ist aktiv und sendet wissenschaftliche Daten zur Erde. Angefangen von den beiden mehr als 30 Jahre alten Voyagers, über New Horizons und Cassini, den Asteroiden-Erkunder Dawn, den Marsrover Opportunity, der Planetenfinder Kepler bis hin zum Merkurorbiter Messenger. Und das sind bei weitem nicht alle.
Neu gestartet wurden in diesem Jahr die Jupitersonde Juno, der Marsrover Curiosity und die beiden Grail-Mondsonden. Auch sie sind die Früchte von Programmen, die teilweise schon vor mehr als zehn Jahren begonnen wurden.
Wenn in diesen Tagen die NASA neue Programme reihenweise storniert, bedeutet das nichts anderes, als dass in einem Jahrzehnt keine US-Raumsonden mehr in die Tiefen des Sonnensystems starten werden.
Europa
Betrachtet man das Jahr 2011 isoliert, so hat Europa eine langweilige und wenig betriebssame Periode hinter sich gebracht. Gäbe es nicht die laufenden und bereits vor Jahren gestarteten Forschungsmissionen, es wäre wenig los im Moos. Auf ganze fünf Starts brachte es die Arianespace in diesem Jahr aus eigenen Kräften. Da mag die Gesamtbilanz noch so oft mit den russischen Sojus 2.1b-Flüge von Kourou aus aufblasen, es ist nicht zu beschönigen, das Jahr 2011 ist eher mau gewesen. Immerhin: Es gab keine Fehlstarts.
Die Vega – Europas eher anspruchsloser neuer Kleinträger – hat es auch in diesem Jahr mal wieder nicht geschafft, von der Rampe zu kommen. Und gäbe es da nicht den schönen Erfolg mit dem zweiten ATV, es wäre mal wieder ein europäisches Raumfahrtjahr zum Gähnen gewesen.
Um den mit vielen Jahren Verzögerung heuer endlich durchgeführten Start der ersten beiden Galileo-Satelliten wurde glücklicherweise nicht das erwartete Remmidemmi gemacht. Zu beschämend verlief bislang die Abwicklung dieses Programm.
Japan – Indien - Iran
Japans Bilanz im Jahre 2011 ist recht ordentlich und liegt im Schnitt der letzten Jahre. Drei Missionen, drei Erfolge, eine davon der Start des HTV-2 zur Internationalen Raumstation unter Einsatz von zwei Trägerraketentypen.
Auch Indien blieb bei seinen drei Starts jedesmal erfolgreich, was vor allem dem Umstand geschuldet sein dürfte, dass man die konstruktiv völlig vermasselte GSLV das ganze Jahr über am Boden ließ und nur die leichtere PSLV einsetzte.
Und der Iran startete in diesem Jahr erneute einen Mikro-Satelliten mit einer eigenen Trägerrakete. Angesichts des Nutzlastgewichts und der Leistungsfähigkeit des eingesetzten Träger darf man aber nicht übersehen, dass die Fähigkeiten des Iran derzeit technologisch dem der späten fünfziger Jahre bei den beiden Supermächten entspricht. Von einer nennenswerten Transportkapazität in den Orbit ist der Iran weit entfernt. Immerhin: Es war ein Achtungserfolg.
Eine erweiterte Ausgabe dieses Beitrags mit mehr statistischen Detaildaten finden Sie hier.
Mastbruch
Die Hoffnung, dass noch ein Wunder geschieht, und Fobos-Grunt von sich aus Kontakt zur Bodenstation aufnimmt, schwindet. Und dies obwohl neueste optische Beobachtungen darauf hindeuten, dass sich die russische Marssonde in einer stabilen Raumlage befindet und zur Sonne hin ausgerichtet ist. Das Fahrzeug ist also nicht tot, doch es ignoriert alle Kontaktversuche. Schweigend umkreist es die Erde, als wartete es auf einen Marschbefehl, der niemals kommt...
Allein schon aus der Morphologie des Raumfahrzeugs erschließt sich die Komplexität von Fobos-Grunt
Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Die überambitionierte Expedition von Fobos-Grunt ist schon vor der eigenen Haustür gescheitert. Es ist, als wäre Magellan mit großem Hurra zu seiner dreijährigen Weltumsegelung aufgebrochen, und gleich hinter der Hafenmole von Sevilla wäre der Mast über Bord gegangen.
Damit ist Russlands (resp die Sowjetunion) zum 18. Mal daran gescheitert, ein vollständig erfolgreiches Marsprojekt abzuwickeln. Bei 18 Versuchen insgesamt. Seit dem allerersten Versuch mit Marsnik 1 im Oktober 1960 hat nicht eine einzige russisch/sowjetische Marssonde jemals ihren Auftrag gemäß Spezifikation erfüllt. Einige wenige Sonden erreichten zwar den Roten Planeten, versagten dann aber dort bereits nach kurzer Zeit. Ein Lander (Mars 3) erreichte sogar die Oberfläche und begann zu senden, aber nach 30 Sekunden brach die Übermittlung aus nie geklärter Ursache ab.
Übersicht über die seit dem Jahre 1960 gestarteten Marssonden. Grün=erfolgreich, orange=Teilerfolg, rot=Mission gescheitert.
Die Fehlschläge beruhen dabei nicht durchweg auf der Hybris, stets viel zu komplexe Missionen zu unternehmen. Manchmal ist es auch pures Pech. Und manchmal, so wie wahrscheinlich auch hier, auf der russischen Mentalität sich nie und nirgendwo helfen und in die Karten schauen zu lassen.
Erstaunlich, dass die teilweise kaum weniger komplexen Venus-Missionen der Sowjets/Russen im Gegensatz dazu meist gelangen. Die letzte, äußerst erfolgreiche, Venus-Mission (die Doppelmission von Vega 1 und 2) liegt allerdings inzwischen 27 Jahre zurück. Der letzte russische Versuch, zum Mars zu fliegen, fand fast auf den Tag genau vor 15 Jahren statt. Die Mission scheiterte seinerzeit, weil die Oberstufe der Proton-Trägerrakete nicht funktioniert. Ihre Zuverlässigkeit war damals nicht besser als heute, schon immer stürzte etwa jede 10. ab. Damals traf es eben Mars 96.
Über die Ursachen für das Scheitern dieser neuesten Mission liegen widersprüchliche Nachrichten vor. Nichts davon kommt von Roskosmos. Die offiziellen russischen Organe schweigen im besten Stil der Sowjetära. Aus dem, was an Informationen durchgesickert ist (zu den Quellen gleich mehr), kann geschlossen werden, dass Fobos-Grunt kurz nach der Trennung von der (perfekt arbeitenden) zweiten Stufe der Zenit 2F-Trägerrakte die Solargeneratoren entfaltet und sich für den Weiterflug orientierte. Ein erstes Brennmanöver dafür war für drei Stunden nach dem Erreichen der Umlaufbahn vorgesehen. Es war nicht vorgesehen, dass sich die Sonde vor dem Abschluss des zweiten Brennmanövers bei der Bodenstation melden sollte. Es wäre auch schwierig gewesen, denn auf dieser niedrigen Übergangsbahn ist Fobos-Grunt nur selten im Erfassungsbereich russischer Bodenstationen und die Antennen der Sonde werden zusätzlich durch große Mengen von Treibstoff abgeschattet.
Der Zündbefehl an das Triebwerk der (modifizierten) Fregat-Transferstufe hätte denn auch nicht von einer Bodenstation, sondern von Fobos-Grunt selbst kommen sollen. Doch entweder gab die Sonde diesen Zündbefehl nicht oder er kam nicht am Triebwerk an. Ob ein mechanisches Problem vorliegt, ein elektronisches oder ein Fehler in der Software, niemand weiß. Fobos-Grunt sagt es uns nicht. Die Sonde schweigt, hat sich zur Sonne gewendet und wartet.
Sicher ist: das rätselhafte Ereignis an Bord der Sonde führte zu keinem geordneten "Safe-Mode", wie er bei allen unbemannten Raumfahrzeugen für den Problemfall vorgesehen ist. In so einem Fall nimmt ein Raumfahrzeug nur noch die grundlegenden Lebenserhaltungsfunktionen war, sendet ein Trägersignal und wartet auf Instruktionen von der Erde. Bei Fobos-Grunt aber schien, so wurde zunächst vermutet, eine Komplettabschaltung des Raumfahrzeugs vorzuliegen. So wie vor dem Start. Erst die optischen Beobachtungen deuteten darauf hin, dass noch Leben in der Sonde ist.
Was passierte weiß man nicht. Zumindest nicht im Westen. Gab es einen Kurzschluss? Einen Meteoritentreffer? Weltraummüll? Die Klingonen? Die Kader der russischen Raumfahrtagentur hüllen sich in tiefstes Schweigen. Weder sagen sie, was los ist, noch was sie annehmen, dass los sein könnte, noch welche Maßnahmen sie zu treffen gedenken, noch den wirklichen Status des Fahrzeugs, noch ihre Notfallplanung für solche Fälle oder überhaupt wenigstens irgendetwas. Nichts.
Gäbe es nicht einige mutige junge Ingenieure im Fobos-Grunt Projekt, die sich auf den weltweiten Raumfahrtforen meldeten, man hätte nicht den leisesten Hinweis über das, was da gerade vor sich geht. Erst auf die Meldungen dieser Ingenieure hin begannen Beobachter im Westen überhaupt mit dem optischen Tracking der Sonde.
Anstatt weltweit sofortige Hilfe hinsichtlich des Einsatzes von Bodenstationen anzufordern geschieht nichts. Es gibt für Russland weltweit seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion praktisch keine nutzbaren Großantennen mehr außerhalb des Landes. So wartete man offensichtlich mehr einen ganzen Tag untätig, bis die schweigende Sonde endlich die erste russische Bodenanlage überflog.
Statt bei NASA, ESA, JAXA, bei einfach allen die über leistungsfähige Anlagen verfügen anzufragen (und alle haben längst ihre Hilfe angeboten) und sie mit in die Notfallplanung einzubinden, lassen die russischen Offiziellen untätig Zeit verstreichen. Die Welt fragt: Wir wollen euch mit Fobos-Grunt helfen, sagt uns, was wir tun können? Und die Antwort Russlands lautet: Fobos-Grunt? Welcher Fobos-Grunt?
Womöglich macht gerade diese Haltung das Scheitern der teuren Mission, an der viele Wissenschaftler lange Jahre gearbeitet haben, zum Desaster. Unter Einschaltung des weltweiten Netzes der NASA, der ESA und anderer Organisationen hätte man sie vielleicht retten können.
Schon bald wird ein neues Problem akut. Die Wartebahn von Fobos-Grunt ist sehr, sehr niedrig angelegt. Die Raumsonde streicht bei jedem Orbit leicht durch die obersten Schichten der Erdatmosphäre. Damit befindet sie sich in einer "Todesspirale", die sie in einigen Wochen – so wie es aussieht um den Jahreswechsel - zum Wiedereintritt führen wird.
Fobos-Grunt aber ist bis zur Halskrause mit Hydrazin und Stickstofftetroxid gefüllt. Über elf Tonnen davon befinden sich an Bord (11.160 Kilogramm um genau zu sein). Nur ein paar Liter davon werden bis dahin verbraucht sein. Eine solche Menge Hydrazin ist noch nie aus dem Weltraum zurückgekommen. Bleibt es flüssig, dann gibt das ein spektakuläres Feuerwerk und das war's. Gefriert es (und der Gefrierpunkt von Stickstofftetroxid liegt nur bei -11 Grad), dann kommt der ganze Block mit seinen gut gekühlten und gut gefüllten Tanks weitgehend vollständig zur Erde zurück, und das könnte zu wirklich interessanten Problemen führen. Es wird viele Schlagzeilen geben und alle werden negativ sein. In Deutschland werden da schon die paar Milligramm Kobalt 57 genügen, die mit an Bord, sind um eine flächendeckende Hysterie auszulösen.
Eines steht aber jetzt schon so fest wie das Amen in der Kirche: In der russischen Raumfahrt werden nach diesem Desaster die Köpfe rollen. Die Qualitätsprobleme in der russischen Raumfahrt sind erneut evident geworden. Die Gründe dafür hatte ich schon in diesem früheren Kosmologs-Beitrag dargelegt. Es würde mich nicht wundern wenn es bei Roskosmos nun zu massiven Restrukturierungen kommt.
Neubrandenburg ist eine Reise wert
Die „Tage der Raumfahrt" in Neubrandenburg sind eine Veranstaltung der besonderen Art. Es ist keiner der glattpolierten Kongresse, bei denen man in weit entfernten, sehr großen und immens teuren Städten ein wenig unsicher und schüchtern durch anonyme Hotelhallen mäandert, das Programmheft fest in der Hand (wenigstens etwas, an dem man sich festhalten kann) und Ausschau hält nach dem richtigen Vortragsraum, bekannten Gesichtern, einer Tasse Kaffee und dem Klo.
Die „Tage der Raumfahrt“ fanden in diesem Jahr zum 27. mal statt. Sie sind ein Familientreffen und es geht ein wenig zu wie daheim an Weihnachten: Man trifft sich, sieht alte Freunde und Feinde wieder, tauscht Informationen und geht dann gemeinsam zur Kirche. In der Regel ist dieser „Kirchgang“ der Besuch der Vorträge, in diesem Jahr war das aber auch durchaus ganz wörtlich zu nehmen. Dazu aber gleich mehr.

Von links: Ernst Messerschmid, Peter Schilling, Miroslaw Hermaszewski, Ed Buckbee
Man kennt sich also untereinander und schon wenige Minuten nach der Ankunft im Radisson Neubrandenburg ist man völlig entspannt und unter sich, so, als wäre man erst vor wenigen Tagen auseinander gegangen. Die eher wenigen Neuzugänge werden freundlich in die Diskussionsrunden integriert und dann lästert man zusammen über die, welche in diesem Jahr – aus welchen Gründen auch immer – nicht gekommen sind.
Man kann mit den Astronauten und Kosmonauten sprechen und – auch das ist Tradition – es werden gesonderte Foto- und Autogrammtermine anberaumt, so dass jeder Tagungsteilnehmer, sofern er oder sie es wünscht, sich auch mit „seinem/ihrem“ Raumfahrer abbilden lassen kann.
Trotz dieses intimen Charakters sollte man sich nicht darüber hinwegtäuschen lassen, dass die „Tage der Raumfahrt“ grundsolide Informationen aus erster Hand über ein breites Spektrum der heutigen und vergangenen Raumfahrt vermitteln. Vieles was man hier hört wird von den Referenten zum ersten Mal an die Öffentlichkeit getragen, und ist nicht schon zuvor von der Fachpresse durchgekaut worden.
Vom inhaltlichen Aspekt her könnte man die Veranstaltung – in Anklang an den Titel einer beliebten DDR-Fernsehshow (die auch noch die ersten drei Nachwende-Jahre lief) - als „Ein Kessel Buntes“ bezeichnen. Bemannte Raumfahrt, Raumfahrthistorie, Raumsonden, Forschung und Technologie, Raumfahrtphilosophie. Sogar ein Kulturprogramm (wenn man die Raumfahrt als eigenständige „Kulturleistung“ mal außen vorlässt). Aber durchaus auch mit einem übergeordneten Programmrahmen lose verbunden. Heuer war es: 50 Jahre bemannte Raumfahrt.
Jugendchors des Neubrandenburger Albert-Einstein-Gymnasiums
Eingeleitet wurde der Vortragsteil der Veranstaltung (am 5. und 6. November) durch einen musikalischen Beitrag des außerordentlich guten Jugendchors des Neubrandenburger Albert-Einstein-Gymnasiums, in dessen Aula die Veranstaltung an diesem Tag stattfand (am Sonntag waren die Vorträge im Radisson Neubrandenburg). Geschickt ins Programm mit eingebaut: Der Sänger Peter Schilling, der seine Bekanntheit vor allem seinem mehrere millionen Mal verkauften Space-Song über „Major Tom“ verdankt. Er gastierte mit seiner Band gleichzeitig mit dem Kongress in Neubrandenburg.
Peter Schilling gab den Raumfahrttagen am Samstagnachmittag mit einem unterhaltsamen Interview die Ehre. Und für das (ausverkaufte) Konzert am Abend gab es für die Tagungsbesucher in der Neubrandenburger Konzertkirche (und hier sind wir jetzt beim realen Kirchgang angelangt) verbilligte Karten. Dafür waren die ersten drei Reihen direkt vor der Bühne reserviert. Das hätte ich persönlich nun nicht unbedingt gebraucht, denn die Sache war mir erstens entschieden zu laut, und Peter Schillings Synthie-Pop und das oft recht holprige Versmaß seiner Texte sind nicht gerade meine favorisierte Musikrichtung. Aber wenn die Familie beschließt, da hin zu gehen, dann gehen eben alle hin (oder zumindest fast alle).

Peter Schilling, Sänger und Autor von "Major Tom" (völlig losgelöst)
Die „Tage der Raumfahrt“ gab es bereits zu DDR-Zeiten. Die erste schon im Jahre 1979. Sie finden seitdem jährlich statt, nur in der Nachwendezeit gab es eine mehrjährige Unterbrechung. Davor war sie – gezwungenermaßen - ganz in der Ostraumfahrt angesiedelt. Diese seinerzeit recht einseitige Fixierung ist heute eine ihrer Stärken. Stets ist immer mindestens ein Ostraumfahrer zu Besuch. Es gab aber auch schon Jahre bei der sich zehn Kosmonauten gleichzeitig bei einer einzigen Veranstaltung ein Stelldichein gaben.
Hinsichtlich des letzteren Aspektes war die diesjährige 27. Veranstaltung eine gewisse Ausnahme, denn es war nur ein einzelner Kosmonaut zu Gast: Der erste (und bislang einzige) Pole im Weltraum, Miroslaw Hermazewski (er flog mit Sojus 30 im Jahre 1978). Ein besonders kerniges Exemplar der Gattung „Ostraumfahrer“ übrigens.
Für die "Westraumfahrt" war Ernst Messerschmid vertreten, einer der Spacelab-2-Astronauten, später Dekan des Lehrstuhls für Luft- und Raumfahrt der Universität Stuttgart und über mehrere Jahre Chef des Europäischen Astronautenzentrums in Köln.
Und noch ein weiterer prominenter Vertreter westlicher Raumfahrt war anwesend: Ed Buckbee. Kein Astronaut, sondern der erste Direktor des „Space and Rocket Centers“ in Huntsville, der noch von Wernher von Braun höchstselbst verpflichtet worden war. Buckbee machte sich nach seinem Rückzug aus dem aktiven Dienst als Autor einiger bemerkenswerter Bücher (Space Cowboys) einen Namen und hielt am Samstagmorgen einen launigen Einführungsvortrag über die Geschichte der bemannten US-Raumfahrt aus seiner ganz persönlichen Sicht.
An der Stelle ist eine besonders auffallende (heutzutage immer seltener anzutreffende) Dienstleistung erwähnenswert: Die Beiträge fremdsprachiger Redner werden für das Publikum konsequent übersetzt. Ed Buckbees Vortrag beispielsweise transferierte in ungemein beeindruckender Weise eine professionelle Simultandolmetscherin vom Englischen ins Deutsche. Sie steht normalerweise in den Diensten des Marshall-Institutes, und ihre Arbeit wäre für die kleine Tagung bei einem normalen Honorar kaum zu bezahlen. Sie macht den Job hier aufgrund ihrer Raumfahrtbegeisterung und der Freundschaft zu den Organisatoren des Events für kaum mehr als die Spesen. Die Übersetzungen ins Russische und Polnische (und zurück ins Deutsche) wurden durch einen weiteren Freund der Veranstaltung, dem bekannten Raumfahrtjournalisten Gerhard Kowalski, vorgenommen.
Fester Bestandteil der Neubrandenburger Raumfahrttage ist seit Jahren der Ausflug nach Peenemünde in das dortige „Historisch-technische Informationszentrum“. Der Besuch findet traditionell am Freitag vor dem Kongresswochenende statt, und ist stets mit einem Besuch der Überreste des legendären Prüfstands 7 verbunden. Von dort aus startete am 3. Oktober 1942 die erste A 4 an die Grenze des Weltraums. Sie erreichte an diesem Tag eine Höhe von knapp 85 Kilometern, eine Geschwindigkeit von Mach 5 und eine Flugstrecke von fast 200 Kilometern. Diese Anlage ist für „normales“ Publikum nicht zugänglich, insofern ist auch das eine außergewöhnliche Dienstleistung für die Kongressbesucher.
Jeder der Redebeiträge, sei es der von Professor Messerschmid zum Thema „Die Internationale Raumstation – und was danach?“, der von Volker Schmid vom DLR Köln zu den ATV-Missionen und der Zukunft des ATV (möglicherweise als Service-Modul des US-Raumschiffs Orion!), Miroslaw Hermaszewskis sehr persönliche Reflexionen zum Flug von Juri Gagarin oder Walter Päffgens Beitrag zum Europäischen Satellitennavigationssystem Galileo waren informative Juwelen. Auch die Podiumsdiskussion am Samstagnachmittag wurde von den Anwesenden als spannend und informativ bezeichnet. Ich kann mich zu diesem Punkt leider nicht äußern, denn ich musste zu diesem Zeitpunkt in der Cafeteria einen akuten Anfall von Unterzucker in Verbindung mit bedrohlichem Koffeinmangel mit Espresso und Krapfen bekämpfen.
Einer meiner persönlichen Favoriten war der Beitrag von Ulrich Köhler vom Institut für Planetenforschung des DLR Berlin über die aktuellen Ergebnisse der Erforschung des Kleinplaneten Vesta durch die Raumsonde Dawn. Ich mochte ihn schon deswegen, weil diese Präsentation den nüchtern-technokratischen Rahmen verließ und mit vielen persönlichen Ansichten, Eindrücken und emotionalen Anmerkungen gewürzt war. Naja, und weil ich das Thema an sich hoch spannend finde.
Beachtlich auch der Beitrag des 16jährigen Gymnasiasten Sebastien Hadjadj vom Romain-Rolland-Gymnasium in Berlin. Er sprach zu „Antrieben und Beförderungsmöglichkeiten der Nahen Zukunft“ und war ein erfrischendes Beispiel dafür, dass das Thema Raumfahrt auch unter der Jugend nach wie vor begeisterten Anklang findet.
Mein persönliches Highlight der Veranstaltung aber war der Beitrag von Alexander Soucek (ESRIN Frascati und ÖWF) zum Abschluss der Veranstaltung am Sonntagmittag. Sein fulminanter Vortrag behandelte das Thema „Krankenakte bemannte Raumfahrt. Ist der Patient noch zu heilen?“.
Kleinere organisatorische Schwächen werden den Veranstaltern von Teilnehmern und Referenten nie übel genommen. Wie ich eingangs bemerkte: Es ist hier wie in einer Familie. Da passiert schon mal das eine oder andere Malheur ohne dass man sich darüber groß aufregt. Licht- und Tontechnik am mittleren Tag der Veranstaltung, dem Samstag, könnten ausgefeilter sein. Und es ist störend für Publikum und Redner, wenn ständig jemand vor der Bühne auf und ab rennt. Aber bei den „Tagen der Raumfahrt“ kann sich jeder Referent und jeder Zuhörer mit seinem Problem sofort direkt an den Veranstalter wenden und meistens kann ihm oder ihr geholfen werden.
Gewöhnlich gut unterrichtete Kreise wollen übrigens erfahren haben, dass die „Tage der Raumfahrt“ im nächsten Jahr ein „Facelifting“ erhalten sollen. Der persönlich und intime Charakter der Veranstaltung wird dabei aber auf alle Fälle gewahrt bleiben.
Das wäre dann vielleicht auch eine gute Gelegenheit für den einen oder anderen "Newcomer", sich mal persönlich vom Flair der Veranstaltung zu überzeugen. Die Neubrandenburger Raumfahrttage sind es unbedingt wert.
Galileo: Und es bewegt sich doch
Das hätte man angesichts der äußeren Bedingungen bei einem westlichen Start nicht auf dem "Greenboard" eines Raumfahrt-Kontrollzentrums erwartet. "Weather: "go". Dabei hatte der Himmel alle Schleusen geöffnet und der Regen prasselte nur so auf die Startanlage nieder. Starts in Cap Canaveral, Vandenberg oder auch Kourou werden normalerweise grundsätzlich verschoben, wenn sich mehr als ein paar luftige Federwölkchen am Himmel zeigen. Hier aber demonstrierte das robuste Sojus-System bei seinem Ersteinsatz auf einem westlichen Startgelände was russische Transporttechnik bedeutet. Ob es nun in den Tropen schüttet, oder in der kasachischen Steppe der Wind am Startturm rüttelt, ob es bewölkt ist oder sonnig, ob man wegen Nebels nur fünf Meter weit sieht oder ein Schneesturm tobt, ob die Temperatur bei - 40 Grad liegt oder bei + 40 Grad: Für eine Sojus bedeuten diese Bedingungen "Weather: Go".
Die Triebwerke der Sojus 2.1b haben gezündet. Credit: DLR
Der erste Start einer russischen Sojus-Trägerrakete vom Europäischen Weltraumbahnhof in Französisch Guyana war ein durchschlagender Erfolg. Das System zeigte unter widrigen äußeren Bedingungen vor den Augen der Welt, was es kann. Eine Top-Werbung für zukünftige kommerzielle und wissenschaftliche Starts der Sojus von Kourou aus.
Und nicht nur die Trägerrakete, auch die neue Startanlage funktionierte prächtig. Das geniale russische Tjulpan-System, bei dem der Träger frei über dem Flammenschacht aufgehängt ist (und das Starts bei hohen Bodenwindgeschwindigkeiten möglich macht), zeigte einmal mehr seine Zuverlässigkeit.
Vom Abflug des Trägers selbst war allerdings nicht viel zu sehen. Das Wasser strömte in Bächen über die Kamera-Linse und die Rakete war schon nach Sekunden in den bleigrauen Regenwolken verschwunden. Die Bildwand im Startzentrum zeigte aber in einer grafischen Projektion recht gut den perfekten Fortgang des Aufstiegs.
Respekt vor den russischen Technikern. Respekt gezollt sei auch ESA, CNES und Starsem (einem Joint Venture aus Arianespace, Astrium, Roskosmos und dem Hersteller der Sojus, der Firma Samara), das Sojus-System gegen viele Widerstände an den Äquator zu holen. Es wird den Startplatz Kourou bereichern, und - naja - das Starsem-Konsortium auch.
Wenden wir uns nun der Nutzlast zu, denn die ist alles andere als ein Ruhmesblatt. Obwohl auch sie eine Erfolgsstory hätte werden können. Wenn man mit der Stationierung des Galileo-Systems, wie einst geplant, im Jahre 2004 begonnen hätte.
Und wenn die Kosten nicht explodiert wären. Und wenn die Industrie nicht so feige vor dem Private Public Partnership Ansatz gekniffen hätte, unter dem es zunächst lief. Und wenn sie - nach dessen Scheitern - das Programm nicht als risikofreien Selbstbedienungsladen betrachtet hätte. Und wenn die Konkurrenz technisch auf dem Stand der 90iger Jahre verharrt wäre. Und wenn Europa, nachdem es sich entschlossen hatte, das System doch noch installieren, sich durchgerungen hätte, eine vollständige Konstellation (mit 30 Satelliten) zu beauftragen und nicht nur ein Rumpfsystem (mit nur 18 Satelliten).
So aber ist das Satellitennavigationssystem Galileo der Beleg des erneuten Versagens Europas. Diesmal auf dem Gebiet der kommerziellen Raumfahrt. Dabei hätte es der Aufbruch in eine neue Ära werden können. Was für Europa tatsächlich übrig bleibt, ist Platz vier der internationalen Systeme. Für einen Preis von derzeit geschätzten knapp fünf Milliarden Euro.
Man hätte sich viel Geld sparen können. Haarsträubende Komponenten- und Subsystem-Ausschreibungen (an denen war die Industrie allerdings nun mal nicht schuld, die sind dem wirren politischen Zickzackkurs und einem absurd übersteigerten "Geo-return"-Gedanken geschuldet) oder sinnlose Investments, wie die Errichtung von zwei immens teuren neuen Kontrollzentren, wo man wahrscheinlich nicht mal eines gebraucht hätte (denn man hätte gut und gerne eine der bestehenden Einrichtungen, wie zum Beispiel die in Darmstadt, einfach für Galileo erweitern können).
Jetzt gibt es also erfolgreiche Satellitennavigationssysteme und es gibt Galileo. Angeführt wird der Reigen der ersteren unangefochten vom US-amerikanischen Global Positioning System, kurz: GPS. Es hat dieser Art von Systemen den Namen gegeben. Dort tummeln sich in der Zwischenzeit bereits die Einheiten der fünften Generation (die sechste ist in Vorbereitung). 32 Aktive Satelliten sind derzeit im Orbit. 65 wurden bislang gestartet, die Satelliten früherer Generationen sind längst nicht mehr in Betrieb.
Nummer zwei ist das russische System Glonass, das bereits zu Zeiten der Sowjetunion einmal komplett im Orbit installiert war, in den schwierigen Jahren nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems verwahrloste und nicht mehr erneuert wurde, aber jetzt seit wenigen Monaten wieder in voller Betriebsstärke (mit 24 aktiven Einheiten) am Himmel steht.
Und es gibt das das chinesische System "Kompass" (oder auch "Beidou), zu dem sich China - einst Partner im Galileo-Verbund - im Alleingang entschlossen hatte, nachdem es das beschämende Schauspiel in Europa nicht länger mit ansehen konnte. Kompass ist inzwischen mit neun aktiven Satelliten in seiner ersten Ausbauphase betriebsbereit. Bis 2015 sollen es 30 Satelliten sein. China belegt übrigens, das nur nebenbei, die gleichen Frequenzen wie Galileo. Diese Frequenzen stehen demjenigen zu, der sie als erster nutzt. Erste Stimmen aus China zum Galileo-Start in diesem - englischsprachigen - Beitrag von "China Daily" .
Europa kam obendrein zunächst (was später etwas abgeschwächt wurde) noch auf die politisch ebenso superkorrekte wie hirnrissige Idee, Galileo ausschließlich für zivile Zwecke zu nutzen. Europäische Soldaten, stehen Sie am Hindukusch, in Zentralafrika oder sonst einer entlegenen Krisenregion dieses Planeten, sind somit im Falle militärischer Aktivitäten, die hochgenaue Positionsangaben erfordern, weiterhin auf die Daten des US-GPS Systems angewiesen. Die bekommen sie, oder sie bekommen sie nicht. Wollen wir hoffen, dass die Amerikaner im Bedarfsfall gut gelaunt sind.
Wo bitte, soll es da für Europa noch Spin-offs geben? Wer wird da noch groß in Anwendungen investieren wollen? Wen interessiert das System überhaupt noch, außer die Unternehmen, die es herstellen und betreiben?
Mit dem Start der ersten operativen Satelliten des Galileo-Systems hechelt Europa nun dem abgefahrenen Zug hinterher. Besser wäre es gewesen, man hätte die Sache beendet und zugegeben: "Dumm gelaufen, das lassen wir jetzt mal". Viel besser wäre es aber gewesen, doch verdammt einmal der Bedeutung Europas angemessen an der Spitze einer Entwicklung zu stehen und nicht schon wieder hinten im Feld der "Loser" rumzustolpern.
Die große Eros-Parallaxen-Kampagne läuft!
Die kritische Woche für die „Nachstellung“ bahnbrechender Messungen der Dimensionen des Sonnensystems aus den 1930-er Jahren (siehe ISAN 153-10) hat soeben begonnen: Vom 28. Januar und 3. Februar sind zu jeweils drei international koordinierten Uhrzeiten – in Europa: Punkt Mitternacht MEZ – Bilder von Eros & Sternen auf zu nehmen, die dann astrometrisch ausgewertet werden sollen. Auf exakt diese Weise wurde mit demselben Kleinplaneten vor 80 Jahren eine bessere Astronomische Einheit als zuvor mit den Venustransits erhalten, und das 2012 bietet die einmalige Chance, beide Methoden im selben Jahr nach zu stellen! Die weltweite Bewerbung der Idee wird hoffentlich zu genügend ‘erotischen’ Daten führen: Hier gibt’s die beste Aufsuchkarte – und die Bilder dieses Bloggers hier und hier zeigen, dass man Eros mit seinen 8.5 mag. sogar mit stehender Kamera erwischen kann.
Eine visuelle Lichtkurve von Eros aus einer (langen) Nacht – auch das kann man mit dem unförmigen Eros in Erdnähe anstellen! „Ausgerüstet mit einem 12×60-Fernglas konnte ich den Lichtwechsel gut verfolgen,“ berichtet Christoph Gerber aus dem Neckartal bei Heidelberg, „und zwar genau über die etwa 5:16 Stunden lange Rotationsperiode (00:25 – 05:55 MEZ). Ich habe alle halbe Stunde die Helligkeit geschätzt, wobei mir das Programm Stellarium (Version 0.10.2) von großer Hilfe für die Bestimmung der Helligkeit war. Da ich die visuellen Helligkeiten (V) anhand der dazugehörigen Farbhelligkeiten gemäß dem Johnson-Faktor auf ‘Augen-visuelle’ Helligkeiten (v) korrigieren konnte, sind mir sehr einheitliche Schätzungen mit einer Genauigkeit von 0.05 mag. gelungen.
Das liegt mit daran, daß sich der Kleinplanet in der Mitte eines Sternfeldes mit sehr günstigen Vergleichsternen befand, was mir zwei oder sogar drei Schätzungen mit jeweils unterschiedlichen Sternen zu den einzelnen Zeitpunkten erlaubte. Die einzelnen Schätzungen erwiesen sich als sehr konsistent untereinander, mit einer maximalen Abweichungen von 0.05 mag! Die erhaltene Lichtkurve ist für eine visuelle Beobachtung daher ungewöhnlich glatt – ein bessers Ergebnis ist kaum zu erzielen. Die erwartete Doppelkurve mit zwei unterschiedlich hohen Maxima und Minima zeigte sich sehr schön. Die Gesamtamplitude in dieser Nacht betrug 0.55 mag. (7.95 – 8.50 m) – zwar deutlich unter der maximal möglichen von 1.5 mag, aber dennoch sehr auffällig und leicht zu verfolgen.“
ESA / MPS/UPD/LAM/IAA/RSSD/INTA/UPM/DASP/IDA / UMSF
Diese Rosetta-Aufnahmen von Mars & Phobos sah die Welt fünf Jahre lang nicht: Nach dem Vorbeiflug der Kometensonde war nur wenig veröffentlicht worden – und erst kürzlich landeten die Bilder der OSIRIS-Kamera im öffentlichen Datenarchiv. Wo sie sogleich von Fans geborgen und ordentlich aufbereitet wurden, etwa ein Bild mit Phobos & seinem Schatten auf dem Mars, so dass nun sie endlich öffentlich bestaunt werden können: oben ein Gesamtmars und zwei Nah-Ausschnitte mit Phobos neben bzw. vor dem Planeten.
NASA/NOAA/GSFC/Suomi NPP/VIIRS/Norman Kuring
Eine Erde mit 8000 x 8000 Pixeln vom Satelliten Suomi NPP, wie der letzten Oktober gestartete US-Wettersatellit neuerdings heißt, kurz für „Suomi National Polar-orbiting Partnership“. Bei dem Bild vom 4. Januar herrscht Anklick-Pflicht („hi-res image“): Dann erscheint es in voller Pracht, als neueste „Blaue NASA-Murmel“. Der gute Eindruck täuscht übrigens ein wenig: In 4 der 22 Farbkanäle verringert ein schmutziger Spiegel die Empfindlichkeit der Kamera VIIRS – das soll sich aber kompensieren lassen.
Live-Blog zu Sonnenflare & CME vom 23. Januar
Die Polarlichter ziehen es vor, im hohen Norden zu bleiben, wie hier auf einem Fischaugen-Webcam-Bild aus Tromsø (70°N) von vor einer Stunde – auch aus Trondheim (63°N) gab es noch nette Bilder, aber mit schon tiefer im Norden liegenden Vorhängen, während es z.B. aus Schottland bisher nur arg tiefer gelegte Aurora (auf 58°N) und aus Deutschland gar nur marginale fotografische Nachweise von Glühen direkt am Horizont gibt. Hat also der große ‘Sturm’ – hier mal Flare & CME in Bewegung – bis auf verlegte Pol-Flugrouten (dito) wenig gebracht, außer dass man mal wieder über Flare-Klassen und Aurora-Mechanismen nachgedacht hat. Vielleicht kommt ja noch was: Wer mag, kann noch ‘ne Weile das AKM-Polarlicht-Forum, das Webcam-Netz des IAP und weitere Cams oder diese und diese solare FB-Seite weiter im Blick behalten. [23:55 MEZ - Ende]
Noch nicht mal in Bergen (auf 60°N) ist etwas zu sehen
So ist es einem Kommentar zu dieser Statusmeldung in Sachen Sturm zu entnehmen – zwar liegt der Kp-Wert inzwischen bei 5, aber es gibt nach wie vor nur einen schwachen geomagnetischen Sturm der Kategorie G1 und keine erkennbaren Aussichten auf „Besserung“. Na, können sie in San Diego ja beruhigt sein – und in Deutschland warten sie weiter und glauben immerhin vage Anzeichen an der Ostsee gesehen bzw. fotografiert zu haben. [21:20 MEZ]
Noch tut sich nichts in mittleren nördlichen Breiten, wie auch diese für 21:05 MEZ modellierte Lage des Auroraovals oder dieser Stackplot norwegischer Magnetometer (mit bislang keinen nennenswerten Ausschlägen im Süden des Landes) zeigen. Was z.B. diese nordschwedische Kamera in den letzten Stunden sah, ist ‘das Übliche’ für Orte nahe des normalen Auroraovals, wie auch die Aufnahmen dieses Bloggers vom letzten Jahr (ohne nennenswerte Sonnen-Action) verdeutlichen: Ein Bezug zum CME-Impakt wie hier oder hier hergestellt ist kaum gegeben. Weitere mehr oder weniger recherchierte Artikel ‘zur Lage’ hier (erweitert aus diesem Text), hier, hier, hier und hier – und heutige Press Releases der ESA zur CME (da war sie übrigens längst angekommen – ‘situational awareness’?), der AGU zu Plasma im erdnahen Raum und des NRL zu einem Instrument für den Solar Orbiter. [20:50 MEZ]
Der stärkste solare Strahlungssturm seit Oktober 2003
findet im Augenblick statt, melden die US-Weltraumwetter-Wächter soeben: „After the arrival of the CME earlier today, the 10 MeV flux again increased and we were at around 6300 pfu. This is now the largest Solar Radiation Storm since October 2003.“ Gemeint sind energiereiche Protonen von der Sonne. „20 Personen gefällt das“ … [17:45 MEZ]
Ankunft des koronalen Massenauswurfs von gestern an der Erde, erkennbar im heftigen Ausschlag eines Magnetometers auf den Lofoten (Nordnorwegen) heute kurz nach 16:00 MEZ. Und nun? In Kürze wird es in Europa dunkel – und wenn der eigene Himmel nicht mitspielt, gibt es immer noch eine Menge empfindliche Webcams, z.B. hier, hier (DSLR = besonders hohe Bildqualität) oder hier. [17:25 MEZ]
Die CME hat die Erde erreicht – die Spannung steigt
In diesen Minuten tritt die Coronal Mass Ejection in Wechselwirkung mit der Erdmagnetosphäre, nachdem sie um 15:33 MEZ den Satelliten ACE – 1.5 Mio. km ‘vor’ der Erde – passiert hatte. „Interplanetares Magnetfeld bei rund 50nT Gesamtstärke“, hieß es gerade in einem Rundschreiben von U. Rieth vom AKM, wo jetzt ein neuer Forums-Thread die weiteren Entwicklungen begleitet: „Das ist ein extremer Wert. Ausrichtung beim Schock noch nordwärts, aber bei der Heftigkeit des Sonnenwindes dürfte das egal sein. Ich rechne mit Polarlicht in ganz Deutschland heute Abend, sollten die Magnetfeldwerte in der Stärke so bleiben.“ Weitere Berichte hier und hier – und zur Einstimmung auf (hoffentlich) Kommendes noch mal das wohl beste Bild vom 22.1. mit mehr Details zu den Umständen sowie weitere Bilder aus der Serie. [16:40 MEZ]
Bringt dieser Flare Polarlichter für Mitteleuropa?
Am Morgen des 23. Januar (UTC) hat die Aktivitätsregion 1402 auf der Sonne einen starken Flare (Klasse M9) samt einem ziemlich erdwärts gerichtetem und über 2000 km/s schnellen koronalem Massenauswurf (CME) produziert, der bereits heute gegen 15:00 MEZ die Erde treffen dürfte – wo sich etwa beim AK Meteore seit dem Morgen helle Aufregung breit macht. Und das wiederum gilt Beobachtern als relativ verlässliches Indiz, dass etwas Großes bevorstehen könnte. Die amerikanischen Weltraum-Wetter-Wächter sprechen derzeit sicher von einem geomagnetischen Sturm der – moderaten – Stärke G2, vielleicht auch einem starken G3: Hier gibt’s alle Daten auf einen Blick. Schon seit etlichen Stunden tobt der stärkste Protonen-Sturm seit Mai 2005, der ungefähr jetzt sein Maximum erreicht haben dürfte – mit vereinzelten Auswirkungen auf den Flugverkehr. Ein paar Status- und Vorschau-Artikel hier, hier, hier und hier, auch zu den Folgen für die Raumfahrt. Bereits in der Nacht vom 22. zum 23. Januar hatte eine CME vom 19. Januar zu auffälligen Polarlichtern ab dem Norden der britischen Inseln geführt, etwa in Northumberland (55°N), Irland und Schottland (jeweils 56°N) – weitere Bildersammlungen hier, hier, hier und hier. Das, da sind sich alle Aurora-Kenner einig, sollte in den kommenden 24 Stunden noch zu toppen sein. [1:05 MEZ]
Schrödingers Heiner? Quantenkrimi „Reality XL“
Hat dieser Blogger etwa ein neues Naturgesetz entdeckt? Je geringer das Budget eines Science-Fictions-Films, desto origineller die Umsetzung der Idee – und desto mehr wird der Zuschauer zu echtem Nachdenken angeregt. So war es zuletzt bei „Another Earth“ (USD 200’000) – und so ist es erst recht beim deutschen Indie-Mystery-Thriller „Reality XL“ (EUR 90’000), der seit dem 12. Januar mit nur rund 20 Kopien vergeblich nach Kino-Zuschauern sucht. Was ausgesprochen schade ist, denn auf diesem Niveau und mit einem so originellen Ansatz wurden in einem Spielfilm wohl noch nie grundlegende Fragen der Realität im Spiegel (nicht nur) der modernen Physik erörtert. Die Ausgangssituation sei gerade noch allen verraten: Ein Physiker des LHC wird verhört, weil er als einziger dessen Kontrollraum wieder verließ, den er doch zusammen mit 23 Kollegen betreten hatte. Wer den Film – der bald auf DVD erscheint – doch noch sehen will, sollte gar nicht mehr wissen (und keinesfalls das detaillierte Plot-Summary auf der Wikipedia-Seite lesen, was auch dieser Blogger zum Glück vermied), denn die kafkaeske Handlung – nur vier Personen und ein Schauplatz im Wesentlichen, kurioserweise der Fuß einer der Antennen der ehemaligen Erdfunkstelle Raisting – nimmt immer wieder neue Wendungen.
SPOILER AB HIER! So ist der – von Heiner Lauterbach ebenso brilliant wie unter Rückstellung seiner Gage gespielte – Physiker aufgrund von (leider nicht näher ausgeführten) Messungen bei LHC-Kollisionen zu dem Schluss gekommen, dass es eigentlich gar keine Materie gäbe und alles nur existiere, weil es sich jemand vorstelle und darob die Wellenfunktion kollabiere. In diesem Falle sorge halt er für die Entstehung der Realität – und weil seine Kollegen ihm da nicht folgen wollten, habe er sie kurzerhand ‘nichtexistent’ gemacht. Und als nächster ist dann wohl der nervende Staatsanwalt dran … oder ist etwa alles ganz anders? ENDE DER SPOILER! Wenn Sie nun glauben, das sei Lauterbachs erster Ausflug in die Science-Fiction gewesen, dann liegen Sie falsch: Der bekennende Weltraumfan spielte 1985 in der Fernsehproduktion „Das Gespinst“ einen Astronomen, und gedreht wurde damals u.a. im Radioteleskop Effelsberg. Den LHC selbst gibt es diesmal hingegen nie im Bild zu sehen, und bis auf einen einsamen Tweet scheint sich CERN auch nicht um den Film geschert zu haben; bei „Angels & Demons“ war das noch ganz anders gewesen. Wenn Sie den Beschleuniger auf der Leinwand sehen wollen, müssen Sie wohl in einen anderen aktuellen Film gehen, The Muppets nämlich – siehe 0:18-0:26 mit dem ATLAS-Detektor als Backdrop …
Himmlische Highlights des Jahres 2012
23. Januar: Chinesisches Neujahr, es beginnt das Jahr des (Wasser-)Drachens 壬辰, das das des (Metall-)Hasen ablöst.
31. Januar: Asteroid Eros besonders erdnah, ideal für ein Parallaxen-Experiment.
Februar: Das ESA-Instrument MIRI für das James Webb Space Telescope wird abgeliefert (und NIRSpec im November).
9. Februar: Erster Start einer Vega-Rakete in Französisch-Guyana.
22. Februar: 1. Teststart der kommerziellen US-Rakete Antares, der ehemaligen Taurus 2.
Ende Februar bis Anfang März: Beste Abendsichtbarkeit des Planeten Merkur; größte Elongation am 5. März.
Anfang März: vermutlich größte Helligkeit von Komet Garradd (ca. 6 mag.), mit hoch nördlicher Deklination.
März: Die beiden GRAIL-Satelliten Ebb & Flow beginnen mit der Vermessung des Schwerefeldes des Mondes.
3. März: Planet Mars in Opposition, leider besonders weit weg (max. Scheibchen 14″).
9. März: Start des 3. Automated Transfer Vehicle (Andocken 19.3.).
13./14. März: Konjunktion von Venus und Jupiter am Abendhimmel in 3° Abstand (und am 25./26. März tritt die Mondsichel dazu).
14. März: Start des Röntgensatelliten NuSTAR der NASA auf einer Pegasus.
18. März: Ende der Primärmission des Merkur-Orbiters MESSENGER.
23. März: 100. Geburtstag von Wernher von Braun. Und wir singen alle mit …
24. März: Astronomietag in Deutschland, Motto „Die Lange Nacht der Planeten“.
27. März: größte östliche Elongation der Venus (46°) während der Abendsichtbarkeit vor dem Transit im Juni.
Ende März: Erster Start einer Dragon-Kapsel zur ISS auf einer Falcon 9.
April: Downselection der 3 Kandidaten für die erste ESA-Forschungsmission der großen L-Klasse (und im späten Frühjahr auch der 3 Kandidaten für die nächste Discovery-Mission der NASA).
April: Start von Shenzhou-9 – bemannt – zur Proto-Raumstation Tiangong-1 (Shenzhou-10 dann im November).
15. April: Planet Saturn in Opposition mit +0.8 mag.
28. April: Erster Start einer Cygnus-Kapsel zur ISS auf einer Antares (formerly known as Taurus 2).
5. Mai: 28. ATT in Essen.
20./21. Mai (je nach Kontinent): Ringförmige Sonnenfinsternis in Ostasien und den USA!
5./6. Juni (je nach Weltregion): Venus-Durchgang vor der Sonnenscheibe!
10.-14. Juni: AAS-Tagung in Anchorage, Alaska – immer ein Newsmaker.
26. Juni: Start des 3. H-2 Transfer Vehicle zur ISS.
30. Juni: Nach längerer Zeit wird mal wieder eine Schaltsekunde eingefügt.
Juli Start des privaten Sonnenseglers LightSail-1 auf einem indischen PSLV?
Frühsommer: Erste Flüge des SpaceShipTwo mit eigenem Motor?
15. Juli: Der Mond bedeckt den Jupiter – sichtbar in Europa in der Morgendämmerung!
16. Juli: Start der drei Swarm-Satelliten der ESA zur Vermessung des Erdmagnetfeldes in Plesetsk auf einer Rockot.
27. Juli: Dawn verlässt den Kleinplaneten Vesta Richtung Zwergplanet Ceres.
5./6. August (abhängig von der Zeitzone): Landung des Mars Science Laboratory „Curiosity“ auf dem Mars!
12. August Mittags UTC: Maximum der Perseiden, diesmal nur durch eine abnehmende Mondsichel gestört.
14. August: Saturn, Mars und Spica bilden am Abendhimmel eine Linie.
15. August: Größte westliche Elongation der Venus (46°) in der Morgensichtbarkeit nach dem Transit.
24. August: Planet Neptun in Opposition mit 7.8 mag.
30. August: Start der zwei Radiation Belt Storm Probes (RBSP) für die NASA auf einer Atlas 5.
8. September: 7. AME in Schwenningen.
29. September: Planet Uranus in Opposition mit 5.7 mag. in den Fischen.
3. Oktober: Venus dicht bei Regulus, Abstand nur 0.2°.
27. Oktober: 31. BoHeTa in Bochum.
November: Tagung des ESA-Ministerrats in Italien (nach anderen Quellen erst im Dezember).
13. November: Totale Sonnenfinsternis in Australien und östlich davon!
27. November: Konjunktion Venus / Saturn, Abstand 1/2°.
1. Dezember: Start des Interface Region Imaging Spectrograph (IRIS) der NASA auf einer Pegasus XL, untersucht die Sonnenkorona.
3. Dezember: Planet Jupiter in Opposition mit -2.8 mag.
13./14. Dezember Mitternacht UTC: Maximum der Geminiden – bei Neumond!
21. Dezember: Kein Weltuntergang oder sonst irgendwas Besonderes.
Quellen (mit noch mehr, als in der Tabelle steht): Spaceflight Now Tracking Station, Overview of ESA Activities (auch in Deutsch verfügbar), NASA‘s Consolidated Launch Schedule, Europas Visionen im Weltraum, Launches and Orbital Operations, Raumfahrt mit Vorsatz, The New Year in Space: NASA’s Missions and Events, Launch Calendar: The Year’s Space Mission Schedule, Die „Top 10″ des Raumfahrtjahres, Terminkalender Amateurastronomische Veranstaltungen, Das Jahr 2012: Eine astronomische Vorschau, How to See the Best Meteor Showers of the Year, Space Calendar, 12 Must-see Skywatching Events in 2012, Visibility of the planets from New Zealand, IMO Meteor Shower Calendar 2012, Lunar Occultations of Planets, Minor Planets and Bright Stars, Planetenbedeckungen durch den Mond, Occultations of stars by major and minor planets und PH’s Astro-Almanach.
Adler-Nebel mal ganz anders (und 12 Bilder mehr)
Der Adler-Nebel im Infraroten bei 70 bis 250 µm Wellenlänge aufgenommen vom Herschel-Satelliten: Hier strahlt sein extrem kaltes Material (40 bis 10 Kelvin) von selbst – die berühmten ‘Pillars of Creation’ inklusive.
Der Helix-Nebel im Infraroten, im Y-, J- und K-Band aufgenommen mit dem VISTA-Teleskop: Vor allem Gasfilamente, im Visuellen unsichtbar, treten bei diesen Wellenlängen hervor.
Ein Ausschnitt aus dem Omega-Nebel, gesehen vom VLT und seinem Instrument FORS2: Seeing von nur 0.45″ sorgte für das vielleicht schärfste Bild von Messier 17 aller Zeiten.
Die helle Balkenspiralgalaxie NGC 3259 auf einer Hubble-ACS-Aufnahme: auffällig der helle Kern und Knoten der Sternentstehung in den Spiralarmen.
Galaxien aus der Himmelsdurchmusterung „COMBO-17″ (Classifying Objects by Medium-Band Observations in 17 Filters), bei der mit dem 2.2-m-Teleskop auf La Silla kleine Himmelsfelder durch 17 verschiedene Farbfilter aufgenommen werden: Das liefert ein grobes Spektrum für jede Galaxie, aus dem die Rotverschiebung abgeschätzt werden kann – und mit der Kenntnis der Galaxienentfernung lassen sich wiederum Verzerrungen von Hintergrundgalaxien durch Weak Lensing (siehe ISAN 154-9) in ein dreidimensionales Bild einfügen und Dunkle Materie räumlich kartieren.
Frische Impressionen aus dem inneren Sonnensystem
Bunte ‘Gullies’ in einem frischen Krater auf dem Mars, 2 km Durchmesser und weniger als 1 Mio. Jahre alt: Die Gullies erscheinen wohl so bunt (Farbsättigung künstlich erhöht), weil sich hier unterschiedliche Mineralien verraten und der Regolith noch nicht homogenisiert ist.
Kuriose Kraterketten auf dem Asteroiden Vesta, aufgenommen am 18. Dezember 2011 von Dawn aus dem Low Altitude Mapping Orbit.
Eine brandneue Insel auf unserem Planeten ist soeben aus dem Roten Meer aufgetaucht (links ein Terra-Bild vom 14. Januar, rechts der Google-Earth-Anblick): mehr zu ihrer Entstehung – und möglicherweise baldigem Untergang – hier, hier, hier, hier und hier!
Phytoplankton-“Blüte“ im Südatlantik, am 2. Dezember 2011 vom ESA-Satelliten Envisat aufgenommen
Blicke aus der – und auf die – Raumstation
Die Milchstraße – samt Komet Lovejoy – über Afrika aus der ISS am 29. Dezember 2011 gefilmt; die Zeitraffersequenz umfasst den Zeitraum 21:55 bis 22:14 MEZ.
Die ISS neben dem Mond, Teil einer ganzen Serie – wie’s genau gemacht wurde, wird hier erklärt (mit sehr kurzer Belichtungszeit).
Mondaufgang über der Erde von der ISS aus am 8. Januar.
Ankunft der jüngsten Soyuz an der ISS, von derselben aus gesehen, am 23. Dezember 2011 – einen Tag später sorgte dann die Oberstufe der Soyuz-Rakete für den ‘Weihnachtsstern’ u.a. über Deutschland.
















































