ÖWF / Polares auf einen Blick

21.Jan 2015 | 20:20

Der österreichische Satellit PEGASUS

Pegasus-logo-transparent-webStudentinnen und Studenten erforschen die Thermosphäre

Im Jänner 2016 wird der österreichische CubeSat PEGASUS als Teil eines Netzwerks von Kleinsatelliten im Rahmen von Projekt QB50 starten. Gemeinsam werden sie über mehrere Monate hinweg die oberen Schichten der Erdatmosphäre erkunden. Zusätzlich zu den koordinierten Aufgaben im „Schwarm“ bringt PEGASUS auch noch eigene Experimente mit in den Erdorbit.

Entwicklung, Konstruktion und Bau erfolgen unter maßgeblicher Beteiligung von Studierenden ausschließlich in Österreich. Bei der Pressekonferenz am 21. Jänner präsentierte die Fachhochschule Wiener Neustadt gemeinsam mit dem Space Team der TU Wien, dem Institut für Astrophysik der Universität Wien und dem Österreichischen Weltraum Forum das Projekt PEGASUS.

Studentinnen und Studenten bauen den österreichischen Kleinsatelliten

„PEGASUS ist Teil des internationalen Projektes QB50. Wenn er im Jänner 2016 gemeinsam mit 49 weiteren Kleinsatelliten startet, hat der 10x10x20cm große CubeSat eine zweijährige Entwicklungs- und Bauphase hinter sich. Das kommende Jahr wird geprägt sein von der Herstellung und den Qualitätstests der einzelnen Satellitenkomponenten. Danach ist PEGASUS bereit für die Startzulassung“,

fasst Dr. Carsten Scharlemann den Zeitplan zusammen. Dr. Scharlemann leitet den Masterstudiengang Aerospace Engineering der Fachhochschule Wiener Neustadt und ist Projektleiter von PEGASUS.

„Kernstück des Projektes QB50, zu dem auch unser Satellit gehört, ist die Beteiligung von Studierenden. Sie erhalten die seltene Gelegenheit, schon während ihrer Ausbildung an einem echten Raumfahrt-Projekt vom Anfang bis zum Ende mitzuarbeiten“,

betont Univ.Prof.Dr. Franz Kerschbaum vom Institut für Astrophysik der Universität Wien.
Auch DI Dominik Kohl, Präsident des TU Space Teams, zeigt sich von der Arbeit am Kleinsatelliten begeistert:

„Das TU Space Team besteht zum Großteil aus Studierenden. Bei PEGASUS sind wir und die Studenten der anderen Partnerorganisationen an allen entscheidenden Phasen des Projektes maßgeblich beteiligt. Wir lernen praxisbezogen und stellen gleichzeitig unsere bisher erworbene Expertise unter Beweis.“

Die Erforschung der Thermosphäre

PEGASUS wird im Netzwerk der insgesamt 50 CubeSats die Thermosphäre in ca. 200 – 380 km Höhe erforschen. Derzeit ist nur sehr wenig über diesen wichtigen Teil der Erdatmosphäre bekannt, der uns vor energiereicher, also gesundheitsschädlicher Strahlung schützt.

„Es wurden noch nicht viele Forschungsmissionen in dieser Höhe geflogen. Die Reibung der Thermosphäre bringt jeden Satelliten nach wenigen Monaten zum Absturz. Setzt man also einen großen und daher teuren Satelliten ein, hat man eine kurze, aber kostspielige Mission“,

erläutert Michael Taraba vom ÖWF. Zusätzlich zur Redundanz bietet der Einsatz eines Netzwerkes von Kleinsatelliten gegenüber Einzelmissionen den Vorteil, dass man auf gleichzeitige Messdaten von vielen Messpunkten zurückgreifen kann. Das erhöht die wissenschaftliche Aussagekraft der Daten und hilft dabei, etwaige Messfehler auszusortieren. Im speziellen atmosphärische Modelle, etwa für die Wettervorhersage, und damit tausende NutzerInnen werden von diesen Messdaten profitieren.

Vier österreichische Partner konzipieren, bauen und testen PEGASUS

Unter der Leitung der Fachhochschule Wiener Neustadt arbeiten Studentinnen und Studenten sowie Experten des TU Space Teams, des Instituts für Astrophysik und des Österreichischen Weltraum Forums an dem österreichischen CubeSat PEGASUS. Die Fachhochschule Wiener Neustadt integriert den von der Universität Oslo konzipierten Sensor zur Erforschung der Thermosphäre, entwickelt die Struktur des Kleinsatelliten, das Antriebssystem und das Lageregelungssystem. Das Lageregelungssystem ist eine Kombination von Antrieb und eigeninduzierten Magnetfeldern.

„Durch diese Magnetfelder interagiert PEGASUS mit dem Magnetfeld der Erde und richtet sich aus. Die erforderlichen Geräte wurden stark verkleinert, damit sie in den CubeSat passen. Dieser Antrieb ist zugleich also ein Technologieexperiment, denn das wurde noch nie gemacht“,

betont Dr. Scharlemann.
Das TU-Wien Space Team konzipiert und baut die Power Supply Unit, das Energiemanagementsystem des Satelliten und implementiert den Bordcomputer.

„Für mich sind das Herz und Hirn von PEGASUS“,

erklärt Dominik Kohl,

„Die Power Supply Unit verteilt die Energie aus den Solarzellen optimal auf die Geräte an Bord oder speichert sie in der Batterie. Bei einem Kurzschluss schaltet das Energiemanagementsystem fehlerhafte Systeme selbständig aus, um die Funktionsfähigkeit des Satelliten zu erhalten. Am Bordcomputer laufen die Daten aus den Funkmodulen und den Sensoren zusammen. Außerdem wird hier die Software ausgeführt, die Lageregelung und den Antrieb des Satelliten bedient.“

Das TU Space Team liefert auch die Hardware der Bodenplatte mit dem Serviceinterface. Ist PEGASUS schon für den Start „verpackt“, können über den Servicestecker etwa noch die Batterien geladen und Software eingespielt werden.
Für die Koordination der einzelnen Systeme und der zahlreichen Arbeitsabläufe an Bord des CubeSat sorgt die Software des Institutes für Astrophysik der Universität Wien.

„Man könnte die Software als die ‚Intelligenz‘ des Satelliten betrachten“,

beschreibt Franz Kerschbaum den Beitrag des Instituts für Astrophysik. Wie bei großen Satelliten ist die Software so angelegt, dass sie auch auf unvorhergesehene Situationen autonom reagieren kann. Sie steuert vollautomatisch die Navigation und Kommunikation des Kleinsatelliten, überwacht seine Funktionsfähigkeit, paketiert und übermittelt die Forschungsdaten an das Bodenstationsnetzwerk.

„Für Pegasus haben wir die Kommunikationseinheit völlig neuartig konzipiert und ein redundantes System geschaffen, einzigartig für diese Satellitengröße. Hier kommt uns die Expertise zugute, die wir in den letzten Jahren mit den Flügen unserer Stratosphärenballons gesammelt haben“,

so Michael Taraba vom ÖWF. Gemeinsam mit dem Space Data Center, welches die Weiterverarbeitung und Interpretation der gewonnenen Daten erlaubt, und dem MIssions-Kontroll-Zentrum wird ein Bodenstationsnetzwerk vom Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF) bereitgestellt.

Start erfolgt Mitte Jänner 2016 in Brasilien
Das Trägersystem für QB50 wird eine Rakete vom Typ Cyclone-4 des ukrainisch-brasilianischen Unternehmens „Alcantara Cyclone Space“. Die Rakete transportiert einen CubeSat-Dispenser (Auswurfvorrichtung) in eine niedrige Erdumlaufbahn, wo die 50 Satelliten dann nacheinander “wie eine Perlenkette“ in einer Höhe von 380km ausgesetzt werden. In den darauffolgenden Monaten erhoffen sich die Wissenschaftler neue Einsichten über die Thermosphäre der Erde.

Über QB50
Das europäische Projekt QB50 wird von dem belgischen Von Karman Institut geleitet und soll Ausbildungsorganisationen den Zugang zum Weltraum erleichtern sowie Menschen bereits im Rahmen ihres Studiums einen praktischen Zugang zur Raumfahrt ermöglichen. Wissenschaftliches Ziel ist die Erforschung der Thermosphäre der Erde. QB50 soll außerdem zeigen, dass es möglich ist, ein Netzwerk von 50 Kleinsatelliten in die Erdumlaufbahn zu bringen, an deren Bau weltweit rund 55 universitäre Organisationen beteiligt sind.
Die Finanzierung erfolgt im Rahmen von FP7, dem Förderungsprogramm der Europäischen Union. FP7 unterstützte Forschungs- und Innovationsprojekte im Zeitraum 2007 bis 2013. Einige dieser Projekte – wie auch QB50 – befinden sich noch in der Umsetzungsphase.
Für QB50 werden CubeSats als Doppeleinheiten (2U, also 20 cm × 10 cm × 10 cm, 2 kg) ausgeführt, um mehr Raum für Navigations- und Wissenschaftsinstrumente zu schaffen. Doch auch ein solcher Kleinsatellit wäre alleine nicht in der Lage, eine signifikante Menge nützlicher wissenschaftlicher Daten zu sammeln. Daher soll ein Schwarm von 50 CubeSats mit entsprechender Redundanz und ebenso vielen Messpunkten die Thermosphäre untersuchen.
www.qb50.eu

Über die Fachhochschule Wiener Neustadt (1. FH Österreichs)
Die FH Wiener Neustadt bildet hochqualifizierte AbsolventInnen in 31 Studiengängen an den Fakultäten Wirtschaft, Technik, Gesundheit, Sicherheit und Sport aus. Deren 4 Standorte Wiener Neustadt, Wieselburg, Tulln und das Rudolfinerhaus Wien (Kooperationspartner) bieten erstklassige Strukturen und Rahmenbedingungen für Exzellenz in Lehre und Forschung. Moderne Labore, Funktions- und Seminarräume für Technik, den gesundheitswissenschaftlichen Bereich und für die Sozialwissenschaft stellen sicher, dass die derzeit rund 3.340 Studierenden mit modernstem Equipment unterrichtet werden. Neben einer breiten Fächerung der Ausbildung stehen in der FH Wiener Neustadt Zukunftsorientierung, Internationalität und Praxisbezug im Mittelpunkt.
www.fhwn.ac.at

Medienkontakt:
Dr. Carsten Scharlemann
Head of Aerospace Engineering Department
Fachhochschule Wiener Neustadt
Wirtschaft . Technik . Gesundheit . Sicherheit . Sport
Tel.: +43 2622 89084 235
*protected email*
www.fhwn.ac.at/aero

Über das TU Space Team
Das TU Wien Space Team ist ein Verein von derzeit 55 StudentInnen aus unterschiedlichen Studienrichtungen. Gemeinsam entwickeln sie neben ihrem Studium experimentelle Flugobjekte, starten damit an internationalen Wettbewerben und haben die Gelegenheit ihre Arbeiten auf Kongressen, Veranstaltungen und im Fernsehen zu präsentieren. Seit den Anfängen vor fünf Jahren, verzeichnet das Team kontinuierlich Zuwachs und es konnten mehrere Preise bei internationalen Wettbewerben gewonnen werden. Derzeit werden neben PEGASUS zwei Experimentalraketen gebaut, mit dem Ziel den europäischen Höhenrekord zu überbieten. Weiters entwickelt das Team ein Triebwerk, eine Startrampe und ein 1:1 Modell einer Mondlandefähre für den Google Lunar XPRIZE.

Etwa 60% der Hardware von PEGASUS werden vom TU Space Team entwickelt, gefertigt und getestet:

  • das Energiemanagementsystem, die Power Supply Unit (PSU)
  • der OnBoard Computer (OBC)
  • die Batteriehalterung inkl. Temperaturregelung
  • das Kamerasystem und Service-Interface von PEGASUS
  • die Adaptermodule zu GPS und Wissenschaftsmodul

Gemeinsam mit Kooperationspartnern aus der österreichischen Wirtschaft werden an den gefertigten Komponenten Vakuum- und Vibrationstests durchgeführt, um die Funktionsfähigkeit von PEGASUS im Weltraum zu gewährleisten.

Medienkontakt
Nadine Freistetter
Public Relations
TU Wien Space Team
Tel: +43 676 553 98 64
*protected email*
www.spaceteam.at

Über das Institut für Astrophysik der Universität Wien (IfA)
1883 von Kaiser Franz Joseph I. eröffnet, ist die Universitätssternwarte die größte astronomische Forschungs- und Ausbildungsinstitution Österreichs und “Heimatbasis” für eine Vielzahl von internationalen Projekten der erd- und weltraumgestützten Astronomie. Die Schwerpunkte der heutigen Forschung reichen von Galaxien im frühen Universum über Sternentstehung und Endstadien der Sternentwicklung bis zu potentiell bewohnbaren Welten. Im Sektor Instrumentation sind zurzeit Beteiligungen am Extremely Large Telescope der Europäischen Südsternwarte ESO und an Weltraumteleskopen wie Herschel, CoRoT, Brite, Cheops und Athena der European Space Agency ESA hervorzuheben.
Für Pegasus stellt das Institut seine umfassende Erfahrung in der Entwicklung von ESA-Flugsoftware zu Verfügung.

Medienkontakt:
Ao.Univ.Prof.Dr. Franz Kerschbaum
Leiter der Space Instrumentation Gruppe
am Institut für Astrophysik, Universität Wien
Tel.: +43 1 4277-51856
*protected email*
astro.univie.ac.at

Über das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF)
Das ÖWF ist ein österreichisches Netzwerk für RaumfahrtspezialistInnen und Weltrauminteressierte in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, Industrie und Politik. Das ÖWF forscht im Bereich Weltraumaktivitäten, entwickelt einen von weltweit fünf experimentellen Marsanzügen und führt professionelle Simulationen bemannter Marsforschung durch.
Für Pegasus entwickelt und implementiert das ÖWF die Kommunikationseinheit des Satelliten, das Missions-Kontroll-Zentrum und das Bodenstationsnetzwerk. Der selbst entwickelte Space Data Server erlaubt nicht nur die Speicherung der gewonnenen Daten sondern auch deren Weiterverarbeitung und Interpretation.

Medienkontakt:
Mag. Monika Fischer
Pressesprecherin
ÖWF Wien
Tel. +43  699 1213 4610
*protected email*
www.oewf.org

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18.Jan 2015 | 17:19

Analog-Astronauten B-Selektion: 30 Frauen und Männer im ÖWF Härte-Test

Bei unserer letzten Pressekonferenz Anfang Oktober 2014 gaben wir bekannt, dass wir neue Analog-Astronauten für unsere zukünftige Mars Analog Mission suchten. Die Bewerbungsfrist endete am 28. November 2014. Nun hieß es für das Selektionsteam, aus den knapp 100 Bewerbungen die geeigneten 30 Kandidatinnen und Kandidaten für die zweite Runde – die so genannte „B-Selektion“ – zu finden.
Kurz vor Weihnachten erhielten diese 30 ausgewählten Personen dann die E-Mail mit der Einladung für die „B-Selektion“ am 10. – 11. Jänner 2015.

Am Samstag, 10. Jänner 2015, 09:00 Uhr vormittags, fanden sich nun die 30 Analog-Astronauten Anwärter aus ganz Europa in Innsbruck ein. Nicht nur die ÖWF Mannschaft war neugierig auf die zukünftigen Kolleginnen & Kollegen, sondern auch die Neuankömmlinge waren gespannt darauf, was Sie erwarten würde. Nach einem kurzen Briefing und einem Gruppenfoto starteten wir in den ersten Tag. Die Kandidatinnen und Kandidaten erhielten einen persönlichen Zeitplan und mussten sich zu bestimmten Uhrzeiten bei der jeweiligen Test-Station einfinden. Auch Wartezeiten von mehreren Stunden waren dabei keine Seltenheit.

Good morning Earth. Our analog astronaut candidates arrived in #ibktwit & are ready for their tests #simulateMars pic.twitter.com/uwGbILvKWr
— Austr. Space Forum (@oewf) January 10, 2015

Für das ÖWF Team dagegen waren die nächsten zwei Tage in einem strikten 30 Minute Raster verplant. In insgesamt sechs Test-Stationen wurden die Kandidaten vermessen, medizinisch und psychologisch untersucht, ihr Lebensstil (z.B. Sportaktivitäten, Ernährung) überprüft, ihre Geschicklichkeit mittels Rover-Parcours erhoben und von einem Komitee bestehend aus Flugdirektor, Analog-Astronaut, Projektleiter und Psychologin interviewt.

„In den zwei Tagen haben wir sehr viele geeignete und sympathische Menschen kennengelernt. Es wird schwierig werden, nur 15 davon für die nächste Runde auszuwählen“,

resümiert Flugdirektor Christoph Ragonig.

„Wir sind hoch zufrieden mit der Auswahl der Kandidaten, die wir für die B-Selektion eingeladen haben. Einige haben unsere Erwartungen sogar übertroffen“,

ergänzt ÖWF Obmann Gernot Grömer.

In den nächsten Tagen werden diejenigen 15 glücklichen Analog-Astronauten-Kandidatinnen und Kandidaten informiert, die wir zur nächsten Runde, die „C-Selektion“, Mitte Jänner in Innsbruck, einladen.

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31.Dec 2014 | 14:54

Die besten Bilder des Jahres 2014

Traditionell am letzten Tag des Jahres blickt das Österreichische Weltraum Forum zurück: 2014 war ein erfolgreiches Jahr! Dazu zählen Schulaktivitäten in ganz Österreich, Forschungs- und Entwicklungstätigkeit rund um den Raumanzugsimulator Aouda und nun auch die Beteiligung bei einem Satellitenprojekt. Ein Highlight war die Vorstellung des TiuTerra Kristalls in Kooperation mit Swarovski und der World Space Week 2013 und die Übergabe der ersten Kristalle. Diese folgenden Bilder zeigen das ÖWF-Jahr 2014 in einem bunten Querschnitt.

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ÖWF Delegation besucht das Institut für Raumfahrtsysteme der Universität (IRS) Stuttgart. ÖWF Analogastronauten im Sojuz-Mock-up: Christoph Gautsch (Mitte) kurz vor dem Andocken der Raumkapsel an die ISS, assistiert von Ulrich Luger (links) und Daniel Schildhammer (rechts).

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Workshop am Europäischen Astronauten Zentrum (EAC). Während der Präsentation des Aouda.X Raumanzugssimulators für das Londoner Kings College konnte Analog-Astronaut Ulrich Luger im Raumanzugsimulator die Schalter im ISS-Mock-Up auf Bedienbarkeit testen.
Foto: ÖWF (Clemens Kleinlercher)

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Yuris Night 2014: Erstmalig wurde der TiuTerra Kristall präsentiert und gleichzeitig der Polarsternpreis an zwei Preisträger verliehen. Von links: ÖWF Obmann Gernot Grömer, die beiden Polarsternpreisträger Werner Weiss und Otto Koudelka, Swarovski-Vertreter Christian Nagele, Astronaut Franz Viehböck.
Foto: ÖWF (Kerstin Zimmermann)

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Dr. Rudolf Albrecht, ÖWF Senior Advisor ist Teil der österreichischen UN Delegation und nimmt regelmäßig an den Konferenzen des Committee for the Peaceful Uses of Outer Space (COPUOS) teil.

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Übergabe des TiuTerra Kristalls an die UNOOSA (United Nations Office for Outer Space Affairs). Eine ÖWF & SGAC Delegation übergab einen TiuTerra Kristall an UNOOSA Leitern Simonetta Di Pippo. Der Kristall wird dauerhaft in der UN-Weltraumausstellung ausgestellt.

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Übergabe der Flugkristalle: Am Europäischen Astronautenzentrum (EAC) überreichte das ÖWF drei kleiner TiuTerra Kristall an ESA Astronauten Samantha Cristoforetti. Derzeit befinden sich die Kristalle auf der Internationalen Raumstation und sind somit das erste Stück ÖWF Hardware im Weltraum!
Foto: Swarovski

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Hall ins All – Raumfahrt in der mittelalterlichen Stadt Hall in Tirol. Einen Nachmittag lang konnten Kinder und Eltern Wasserraketen-Basteln, den Mars Rover Dignity steuern oder in Astronauten-Raumanzüge schlüpfen. Solche Aktionen führten wir heuer unzählige Male durch und konnten mehrere hundert Kinder für Weltraum begeistern.

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Weltraumtag der besonderen Art: Waisenkinder und kranke Kinder aus der Ukraine konnten ihren Alltag für einen Tag vergessen und einen unbeschwerten Nachmittag mit Wasserraketen und Kinder-Raumanzüge verbringen.
Foto: ÖWF (Stefan Hauth)

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Scouting-Selfie: Für die AMADEE-15 Mission war das ÖWF in den Tiroler Bergen unterwegs. Schlussendlich fiel die Wahl auf das Kaunertal, das mit seinem Eis- & Blockgletscher ähnliche Bedingungen wie am Mars bietet.

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Wie jedes Jahr findet im Herbst der ÖWF Zieleworkshop statt. Neben vielen Diskussion und Workshops kommt aber die Geselligkeit nicht zu kurz.

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Erstmals beteiligt sich da ÖWF an einem Flugprojekt. Das ÖWF Ballon Team unter der Leitung von Michael Taraba ist federführend beim Bau & Test der Kommunikationshardware involviert. Details werden bei einer Pressekonferenz am 21. Jänner 2015 bekannt gegeben.

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Ausschreibung für Analog-Astronauten: Wir suchen für die AMADEE-15 Mission eine neue Gruppe von Analog-Astronauten. Die ersten 30 Kandidatinnen und Kandidaten wurden bereits informiert und werden im Jänner mittels eines intensiven Selektionsprozesses auf 6 Kandidatinnen und Kandidaten reduziert.
Foto: ÖWF (Vanessa Weingartner)

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28.Dec 2014 | 14:49

Im Interview: Direktor Dr. Nobert Winding vom Haus der Natur – Museum für Natur und Technik, Salzburg

Unser Universum steckt voller Geheimnisse und rätselhafter Phänomene: Schwarze Löcher, Urknall, Supernovae … – die Faszination an der Ergründung des Weltalls begleitet uns Menschen seit jeher. Die neue Weltraumausstellung im Haus der Natur in Salzburg entführt zu einer Reise durch Raum und Zeit. Mit viel Interaktion erkundet man die Planeten unseres Sonnensystems, beobachtet Sterne bei ihrem Werden und Vergehen und ergründet die kosmischen Einflüsse, die unsere Erde lenken. Von Sputnik 1 und Mondlandung bis hin zur Marsmission erlebt man die Sternstunden der Raumfahrt.

ÖWF: Herr Dr. Winding, was erwartet die Besucher in Ihrer neuen Ausstellung “Unser Universum – Planeten, Sterne, Galaxien”?

Die Besucher/innen erwartet in der neuen Ausstellung eine faszinierende Reise zu den Wundern des Universums. Die Ausstellung schlägt einen Bogen von den Anfängen der Astronomie bis zu den Sternstunden der Raumfahrt und erzählt von der Entstehung unseres Universums und der Erde. Mit eigens angefertigten Filmen, Animationen und interaktiven Stationen werden die Themen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln begreifbar gemacht. Neue Dioramen und Modelle geben der Schau räumliche Tiefe und ermöglichen spannende Blicke auf fremde Welten – oder auch in unsere Vergangenheit.

ÖWF: Was ist neu im Vergleich zur vorherigen Weltraumausstellung?

Die Weltraumhalle wurde gänzlich neu konzipiert und aufgesetzt, lediglich das großartige Diorama der Mondlandung von Wolfgang Grassberger sowie die Raketenmodelle und ein Teil der Planetenwagen wurden wiederverwendet bzw. in neuer Präsentation wieder eingesetzt.

ÖWF: Wie lange dauerten die Umbauarbeiten bzw. wie lange haben Sie an der Vorbereitung der neuen Ausstellung gearbeitet?

Gemeinsam mit dem Ausstellungsgestalter Andreas Zangl habe ich vor gut 2 Jahren begonnen, das Konzept für die neue Ausstellung zu erstellen. Zusammen mit den Kuratorinnen Dr. Anke Oertel und Dipl.-Biol. Dorothee Hoffmann wurde in den letzten rund 1,5 Jahren intensiver geplant und schließlich seit dem vergangenen Juni mit den konkreten finalen Um- und Aufbauarbeiten begonnen.

ÖWF: Was ist Ihr persönliches Highlight der Ausstellung, Herr Dr. Winding?

Es ist schwer für mich, ein persönliches Highlight in der Ausstellung festzumachen. Gestalterische Highlights sind sicherlich der mit einer Mondkraterlandschaft bedruckte Boden und die beleuchtete Sonnen-Planeten-Installation im Zentrum des Raumes, die einen gleich beim Betreten der Ausstellung gefangen nimmt. Einen – vielleicht sogar etwas verstörenden – Kontrapunkt dazu bildet „der Grieche“ (eine sitzende griechische Statue), der in Gedanken versunken nach oben zu den Raketen und Satelliten schaut. Er markiert den Ausstellungsbereich über die Weltbilder der Menschheit von den frühen prähistorischen Vorstellungen bis herauf zu unserem heutigen kosmologischen bzw. astrophysikalischen Weltbild.

ÖWF: Für welches Alter ist die Ausstellung geeignet?

Die Ausstellung ist für alle Altersgruppen von 4 bis 90+ Jahren geeignet.

ÖWF: Wann kann die Ausstellung besucht werden?

Die Ausstellung „Unser Universum – Planeten, Sterne, Galaxien“ kann täglich von 9 bis 17 Uhr besucht werden (am 25.12. ist das Museum geschlossen).

Das Interview führte Marlen Raab, ÖWF Redaktion.

„Unser Universum: Planeten, Sterne, Galaxien“
Seit 14. November 2014
Haus der Natur – Museum für Natur und Technik
Museumsplatz 5
5020 Salzburg
www.hausdernatur.at

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20.Nov 2014 | 07:00

ÖWF sucht Frauen und Männer als Analog-AstronautInnen

20. November 2014.

Anmeldefrist endet am 28. November 2014

Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) vergrößert sein Analog-AstronautInnen-Korps um sechs Personen. Bis 28. November können sich Frauen und Männer bewerben, die über gute Englischkenntnisse verfügen und sich für Technik und wissenschaftliche Arbeit interessieren. Nach dem Auswahlverfahren und einem fünfmonatigen Basistraining werden zwei der sechs neuen Analog-AstronautInnen an der Mars-Missions-Simulation AMADEE-15 teilnehmen, die bereits 2015 vom ÖWF durchgeführt wird.

Dabei kommt den Analog-AstronautInnen die zentrale Aufgabe zu, den 45 kg schweren Raumanzug-Simulator „Aouda“ zu tragen und darin unterschiedlichste Aufgaben auf dem Kaunertaler Gletscher auszuführen. BewerberInnen sollten daher neben einer guten körperlichen und geistigen Fitness auch Stressresistenz und Belastbarkeit mitbringen. „Wir möchten auch alle interessierten Frauen nochmals

herzlich einladen, sich zu bewerben. Bisher war das Analog-Astronauten-Team rein männlich, ein gemischtes Team wäre eine Bereicherung für unsere Arbeit“, betont Olivia Haider, Finanzvorstand des ÖWF.

Die zweiwöchige Simulation AMADEE-15 findet unter Beteiligung internationaler Forschungsorganisationen statt und ist bereits der elfte Probelauf des ÖWF für eine künftige bemannte Mars-Mission. Damit möchte das Österreichische Weltraum Forum Arbeitsabläufe und Verfahren testen, die auch auf dem Roten Planeten zum Einsatz kommen werden. Die Analog-AstronautInnen werden bei ihren mehrstündigen Einsätzen im Feld von einer Technik-Crew unterstützt und haben gleichzeitig über Funk Kontakt zur Missions-Kontrolle, dem Mission Control Center (MSC), in Innsbruck. Dort werden über Telemetrie ihre medizinischen Daten und die Funktionstüchtigkeit des Raumanzug Simulators überwacht. Gleichzeitig erhalten die Analog-AstronautInnen auch ihre Arbeitsanweisungen für die durchzuführenden Experimente aus dem MSC, das mit 20 Minuten Verzögerung funkt, um die Kommunikation zwischen Erde und Mars nachzustellen.

Auf all diese Anforderungen werden die neuen Analog-AstronautInnen durch ein fünfmonatiges Basistraining am Raumanzug-Simulator „Aouda“ vorbereitet, um grundlegende Fähigkeiten und Kenntnisse für die Durchführung unterschiedlichster Experimente zu erwerben. Zu der umfangreichen Ausbildung gehören auch Kurse in Geologie und Biologie sowie Medientrainings. Jene Analog-AstronautInnen, die an AMADEE-15 teilnehmen, erhalten zusätzlich eine missions-spezifische Schulung.

Nähere Informationen zur Ausschreibung der Analog-AstronautInnen, ihrem Training und ihren künftigen Aufgaben sowie zur Bewerbung sind unter www.oewf.org zu finden.

Rückfragehinweis:
Mag. Monika Fischer
Tel. +43 699 1213 4610
*protected email*

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ESA Nachrichten

03.Feb 2014 | 12:56

Robotic Exploration:ExoMars orbiter core module completed

The ExoMars Trace Gas Orbiter module consisting of the spacecraft structure, thermal control and propulsion systems was handed over by OHB System to Thales Alenia Space France at a ceremony held in Bremen, Germany, today.
08.Nov 2013 | 11:30

Robotic Exploration:ExoMars lander module named Schiaparelli

The entry, descent and landing demonstrator module that will fly on the 2016 ExoMars mission has been named 'Schiaparelli' in honour of the Italian astronomer Giovanni Schiaparelli, who famously mapped the Red Planet's surface features in the 19th century.
27.Aug 2015 | 17:15

Longer flight to the International Space Station for Andreas Mogensen


ESA astronaut Andreas Mogensen will leave for the International Space Station from Baikonur cosmodrome in Kazakhstan on 2 September with commander Sergei Volkov and Kazakh cosmonaut Aidyn Aimbetov. Their flight in the Soyuz TMA-18M spacecraft will take two days, arriving at the Space Station on Friday morning.

27.Aug 2015 | 13:50

Astronaut Andreas to try sub-millimetre precision task on Earth from orbit


Early September will see the very first force-feedback-based teleoperation of a rover-based robotic arm system on Earth from the International Space Station, orbiting 400 km above our heads.

26.Aug 2015 | 17:00

A cosmic butterfly


The shimmering colours of the Twin Jet Nebula show off in new Hubble Space Telescope image
25.Aug 2015 | 20:24

Ready for launch


Human spaceflight and operations image of the week: ESA astronaut Andreas Mogensen testing his spacesuit before launch on 2 September
25.Aug 2015 | 15:00

Gaia's first year of scientific observations


Last Friday, 21 August, ESA’s billion-star surveyor, Gaia, completed its first year of science observations in its main survey mode.

27.Aug 2015 | 17:15

Longer flight to the International Space Station for Andreas Mogensen


ESA astronaut Andreas Mogensen will leave for the International Space Station from Baikonur cosmodrome in Kazakhstan on 2 September with commander Sergei Volkov and Kazakh cosmonaut Aidyn Aimbetov. Their flight in the Soyuz TMA-18M spacecraft will take two days, arriving at the Space Station on Friday morning.

27.Aug 2015 | 16:59

Station street view


‘Float’ and explore in detail each module of the International Space Station in this 360° panoramic view
25.Aug 2015 | 20:24

Ready for launch


Human spaceflight and operations image of the week: ESA astronaut Andreas Mogensen testing his spacesuit before launch on 2 September
19.Aug 2015 | 11:29

ESA’s next astronaut to go into space arrives at launch site


ESA astronaut Andreas Mogensen, Soyuz spacecraft commander Sergei Volkov and Kazakh cosmonaut Aidyn Aimbetov arrived in Baikonur, Kazakhstan, yesterday. This is their last destination before heading to the International Space Station in the night of 2 September.

The trio will spend their last two weeks on Earth with technicians and medical staff to make sure everything is ready for the mission.

14.Aug 2015 | 17:37

Student satellite soon to take off to International Space Station


A very special week is about to begin for approximately 30 students from Aalborg University, in Denmark, as their satellite - AAUSAT5 - waits to be launched to the International Space Station (ISS) on Wednesday 19 August*. 

ESA Top Multimedia

Comet on 12 August 2015 – NavCam Animation

14.Aug 2015 | 17:37

The Twin Jet Nebula

14.Aug 2015 | 17:37

Andreas ready for launch

14.Aug 2015 | 17:37

ESA at MAKS 2015

14.Aug 2015 | 17:37

ESA at MAKS 2015

14.Aug 2015 | 17:37

The IRISS mission

14.Aug 2015 | 17:37

Weltraum Nachrichten von Online Zeitungen

26.Aug 2015 | 11:46

Ceres: Rätselhafte Pyramide auf dem Zwergplaneten

Die Sonde "Dawn" fotografiert immer mehr mysteriöse Strukturen auf dem Zwergplaneten Ceres. Ihre neuesten Bilder zeigen einen grellen pyramidenförmigen Berg.
25.Aug 2015 | 16:13

Lieferung für die ISS: Japanischer Whisky soll im All reifen

Ein Getränkehersteller hat Whisky zur Internationalen Raumstation geschickt - zu rein wissenschaftlichen Zwecken versteht sich. Trinken dürfen ihn die Raumfahrer nicht.
22.Aug 2015 | 17:38

"Curiosity": Mars-Rover schickt Selfie vom roten Planeten

Von seiner Reise über den Nachbarplaneten hat Mars-Rover "Curiosity" ein Selfie zur Erde geschickt. Die Aufnahmetechnik unterscheidet sich allerdings drastisch von einem Selbstporträt per Handy.
20.Aug 2015 | 12:29

US-Raumfähre: Space Shuttle "Endeavour" wird Ersatzteilspender

Die Nasa schraubt Tanks aus alten Raumfähren, um sie noch einmal ins All zu schicken. Klingt nach akutem Geldmangel? Nein, sagt die US-Raumfahrtbehörde, die Sache habe ganz andere Hintergründe.
14.Aug 2015 | 13:37

"Curiosity"-Bilder: Wer tanzt da über den Mars?

Sie steht auf einem Felsvorsprung und schaut "Curiosity" bei der Arbeit zu: Ufo-Fans wollen eine Frau auf dem Mars gesichtet haben. Der Beweis für Außerirdische? Leider nicht, stattdessen gibt es eine psychologische Erklärung.
26.Aug 2015 | 17:59

Mission Dawn - Auf dem Zwergplaneten Ceres glänzt ein Berg

Erste Aufnahmen der Nasa-Sonde Dawn aus ihrer neuen Umlaufbahn zeigen einen Tafelberg auf Ceres' Südhalbkugel mit äußerst rätselhaften hellen Strukturen
25.Aug 2015 | 11:41

Lieferservice - Hauptzutat für Whisky-Experiment auf ISS eingetroffen

Unbemannte japanische Transportkapsel hat an der Raumstation angedockt
24.Aug 2015 | 23:04

Planänderung - Wostotschni: Erster bemannter Raumflug um sieben Jahre verschoben

Russlands Raumfahrtbehörde änderte ihre Pläne: Start nun 2025 statt 2018
23.Aug 2015 | 17:12

Physik - Forscher entkräften angeblichen Nachweis von Dunkler Materie

Team des Dunkle-Materie-Detektors Xenon100 untersuchte Behauptung von Kollegen des DAMA/LIBRA-Experiments
21.Aug 2015 | 14:19

Physik - Dunkle Energie widersetzt sich erneut dem Nachweis

Internationales Team mit österreichischer Beteiligung suchte – vergeblich – nach "Chamäleonfeldern"
27.Aug 2015 | 13:36

"New Horizons": Wann erreichen die sensationellen Pluto-Fotos die Erde?

Jubel unter Weltraum-Experten: Vor neun Jahren schickte die Nasa eine Sonde zum Pluto. Jetzt ist sie angekommen und hat hochauflösende Fotos geschossen. Es sind Bilder von nahezu unerforschten Welten.
27.Aug 2015 | 13:35

Weltraum: Kometen-Hopser Philae sendet – und schweigt

Was fieberte die Welt mit, als Philaes Ritt auf dem Kometen begann – und bald endete. Jetzt wurde in dem kleinen Gerät kurz Leben registriert. Trotz neuerlichen Schweigens hält die Esa den Kontakt.
27.Aug 2015 | 13:28

Außerirdische: Stephen Hawking unterstützt beispiellose Aliensuche

"Breakthrough Listen" ist das 100-Millionen-Projekt eines Russen zur Suche von Aliens. Dabei sind bekannte Unterstützer wie Astrophysiker Stephen Hawking. "Das Ausmaß der Suche wird beispiellos sein."
27.Aug 2015 | 13:27

"Cousin der Erde": Nasa entdeckt einen erdähnlichen Planeten

Sensation aus dem Weltall: Die Nasa hat einen neuen Planeten entdeckt. Er soll der "größere, ältere Cousin der Erde" sein. In einer Pressekonferenz machte sie erste Details zur Entdeckung bekannt.
27.Aug 2015 | 13:26

Leuchterscheinungen: Polarlicht abseits unseres Sonnensystems entdeckt

Zum ersten Mal haben Astronomen Polarlichter außerhalb unseres Sonnensystems beobachtet. Sie waren deutlich stärker als bekannte Leuchterscheinungen auf dem Jupiter. Unklar ist der Antrieb dahinter.

Weltraum Blogs

03.Sep 2012 | 16:49

ScienceBlogs.de bekommt eine neue Software und macht Pause

Es ist endlich soweit. ScienceBlogs.de wird auf eine neue Software (WordPress) umgestellt. Dann sollten die ganzen Macken und technische Probleme die sich im Laufe der Zeit angehäuft haben, endlich verschwinden. Die Umstellung erfolgt heute Nacht, um Mitternacht geht es los. ScienceBlogs wird dann eine ganze Weile nicht erreichbar sein. Im Laufe des Dienstag Nachmittag müsste dann alles wieder funktionieren. Hoffen zumindest alle... Vielleicht funktioniert auch nichts mehr und es dauert länger, bis alles wieder normal läuft. Wir werden sehen. Ich hab noch keine Ahnung, wie das neue ScienceBlogs aussehen wird. Ich wäre schon zufrieden damit, wenn alle meine Artikel und alle Kommentare dazu den Umzug heil überstehen... Also drückt die Daumen!


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03.Sep 2012 | 12:25

Barnards Stern hat keine Planeten

Barnards Stern hat keine Planeten. Warum sollte das interessant sein, wo doch sonst immer nur von Sternen berichtet wird, bei denen man Planeten entdeckt hat? Erstmal ist auch ein negatives Resultat ein Resultat. Es mag nicht so sexy sein, wie die Entdeckung eines neuen Planetensystems, aber wenn wir wissen, dass es irgendwo keine Planeten gibt, sagt uns das auch etwas. Und dann ist Barnards Stern ein Sonderfall. Denn hier gab es seit Jahrzehnten Diskussionen, oft sogar Streit, darüber, ob sich dort Planeten befinden oder nicht.

Barnards Stern ist nur 6 Lichtjahre entfernt und damit der viertnächste Nachbar der Sonne (oder der zweitnächste, wenn man die drei Sterne des Alpha-Centauri-Systems zu einem zusammenfasst). Er ist so nahe, dass man seine Eigenbewegung sehr gut sehen kann und weil er sich so schnell bewegt, wird er oft auch "Barnards Pfeilstern" genannt. Dieses Bild zeigt, wie er sich zwischen 2001 und 2010 über den Himmel bewegt hat:

Barnard_Star_2001-2010.gif

Bild: Alejandro Sanz Gómez, CC-BY-SA 2.5

So ein interessanter Stern wurde natürlich oft und ausgiebig beobachtet. Wegen seiner schnellen Bewegung hat man besonders viele und genaue Positionsmessungen angestellt. Und in den 1960er und 1970er Jahren kam der Astronom Peter van de Kamp zu dem Schluss, dass sich dort 2 Planeten befinden müssten. Denn der Stern zog nicht einfach in einer geraden Linie über den Himmel, sondern wackelte hin und her. Der Grund dafür sollte die gravitative Störung der Planeten sein, die den Stern ein bisschen wackeln ließen. Die Entdeckung extrasolarer Planeten in den 1970er Jahren wäre eine große Sensation gewesen. Aber die Kollegen waren nicht überzeugt. Andere Astronomen zeigten, dass vermutlich ein technischer Fehler am Teleskop für das Wackeln des Sterns verantwortlich war. Aber van de Kamp war weiter von der Existenz seiner Planeten überzeugt. Zwei Stück, ungefähr halb so groß wie Jupiter sollten Barnards Stern umkreisen.

Die Sache blieb zweifelhaft, die Beobachtungen konnten nie bestätigt werden und es dauerte bis 1995, bevor der erste wirklich zweifelsfrei bestätigte extrasolare Planet entdeckt wurde. Eine Gruppe amerikanischer Astronomen hat nun noch einmal genau nachgesehen und kommt zu dem Schluß: van de Kamps Planeten existieren nicht. Sie haben Beobachtungsdaten aus den letzten 25 Jahren kombiniert und neu ausgewertet. Im Gegensatz zu van de Kamp haben sie sich nicht auf die Positionsänderungen des Sterns verlassen, sondern seine Radialgeschwindigkeit beobachtet. Auch mit dieser Methode misst man das Wackeln des Sterns, allerdings auf andere Art und Weise. Die Ergebnisse sind ziemlich deutlich:

barnard.png


Die grünen und gelben Punkte sind die Messungen. Wenn der Stern keine Planeten hat, dann sollten sie alle auf der Nulllinie in der Mitte des Diagramms liegen. Wenn van de Kamps Planeten existieren, dann sollten die Punkte dem Verlauf der blauen oder rote Linie folgen. Das tun sie aber nicht, sondern liegen tatsächlich - innerhalb der Fehlerbalken - auf der Nulllinie.

Komplett ausschließen können die Forscher die Existenz von Planeten natürlich noch nicht. Ganz kleine Planeten könnte es noch geben. Aber sicherlich nichts, was größer ist als ein paar Erdmassen. Und auf jeden Fall keine Planeten, wie sie van de Kamp gefunden zu haben glaubte.

Barnards Stern hat also keine Planeten. Aber er wird weiter ein interessantes Forschungsobjekt bleiben, auch weil er der Sonne immer näher kommt. In knapp 10000 Jahren wird er sich bis auf 3,8 Lichtjahre angenähert haben. Ich würde gerne wissen, was die Astronomen bis dahin so alles herausgefunden haben...


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03.Sep 2012 | 10:00

Die Landkarte der Physik

1939 hat Bernard H. Porter die optimale Fusion aus Geografie und Physik erschaffen:

"[A] map of physics, containing a brief historical outline of the subject as will be of interest to physicists, students, laymen at large; Also giving a description of the land of physics as seen by the daring sould who venture there; And more particularly the location of villages (named after pioneer physicists) as found by the many rivers; Also the date of founding of each village; As well as the date of its extinction; and finally a collection of various and sundry symbols frequently met with on the trip."

1939-map-of-physics-h2.jpg

Wirklich cool! Da würde ich gern mal Urlaub machen. Eine kleiner Wanderung von der Astronomie ganz im Westen bis hin zur Astrophysik im Osten und dann an Herschel, Newton und Ptolemäus an den Lichtstrand und ein wenig entspannen ;)

Eigentlich fehlen nur noch 2 Dinge: Eine hochauflösende Version dieser Karte, damit man sie als Poster für die Wand ausdrucken kann. Und eine aktualisierte Version, die die Entwicklung der Physik seit 1939 inkludiert. Seit damals haben die Wissenschaftler ja jede Menge Neuland entdeckt!


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02.Sep 2012 | 15:40

Terminkalender September

Da ich in den nächsten Monaten diverse Vorträge und Lesungen an diversen Orten halte, dachte ich, ich sag mal Bescheid, wo ich überall sein werde. Vielleicht sieht man sich ja irgendwo.

  • 12.September, Seeheim-Jugenheim: Am 12 und 13 September finden die Bergsträsser Weltraumtage statt. Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie gibt es dort jede Menge populärwissenschaftliche Vorträge über Astronomie - zum Beispiel über die Suche nach Außerirdischen, den Bau eines Weltraumfahrstuhls oder die Geschichte der Raumfahrt in Kinofilmen. Ich werde dort am 12. September um 20 Uhr einen Vortrag zum Thema "Krawumm - Wahre und falsche Weltuntergänge" halten und dabei auch aus meinen Büchern vorlesen.

  • 25. September, Solingen: Am 25. September um 19.30 werde ich in der Sternwarte Solingen einen Vortrag zum Thema "Weltuntergang 2012? Keine Panik!" halten.
  • 24-28 September, Hamburg: Von 24 bis 28. September findet in Hamburg die große Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft statt. Dort werde ich zwar keinen Vortrag halten, aber trotzdem anwesend sein (zumindest von 26. bis 28., vorher muss ich ja noch nach Solingen). Wird sicher interessant und vielleicht sieht man sich ja!



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02.Sep 2012 | 14:26

Ein Krawumm geht um die Welt (21): Москва́

Letztes Mal war das Krawumm auf seiner Reise durch die Welt bei der chinesischen Mauer angelangt. Und wenn wir schon mal bei den großen Sehenswürdigkeiten sind, dann passt auch dieses Foto von Leser Robert. Krawumm in Moskau!

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Was bisher geschah: Teil 1: Die staubige Fabrik, Teil 2: Rindviecher, Teil 3: Das Krawumm will hoch hinaus, Teil 4: Eishockey und Nobelpreis, Teil 5: Der Weltskeptikerkongress, Teil 6: James Randi!, Teil 7: Bulgarische Berge, Teil 8: Auf hoher See, Teil 9: Das Buch im Transit, Teil 10: Der Berliner Flughafen, Teil 11: Flauschige Eichhörnchen, Teil 12: Der Bund fürs Leben, Teil 13: Der weiße Gott, Teil 14: Besuch auf Tatooine, Teil 15: Bei den alten Römern, Teil 16: Gaudi in Barcelona, Teil 17: Geysire im Yellowstone-Park, Teil 18: Urlaubslektüre in Antalya, Teil 19: Das Unheil kommt von oben, Teil 20: Die chinesische Mauer
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27.Aug 2015 | 23:42

EU Provides $77 Million for SABRE Engine R&D

Skylon with the SABRE engine. (Credit: Reaction Engines)

Skylon with the SABRE engine. (Credit: Reaction Engines)

BRUSSELS, Belgium (EC PR) — The European Commission has found that a £50 million (around €71 million) grant that the UK authorities intend to provide for designing a SABRE space launcher engine is in line with EU state aid rules.

SABRE is a research and development (R&D) project carried out by UK company Reaction Engines Limited (REL). The project aims to develop an engine that would power a reusable airframe to launch satellites into low Earth orbit, significantly reducing the costs of such space missions.

The Commission found that the measure fosters aerospace R&D in Europe while limiting distortions of competition in the Single Market.

Commissioner in charge of competition policy Margrethe Vestager commented: “I am glad that we have approved public funding for the SABRE project. It supports crucial R&D in the challenging area of satellite launches into low Earth orbit – the most difficult and costly step in any space mission. It can lead to significant technological advances that would benefit consumers using products and services depending on these satellites, such as mobile communications, broadcasting, and navigation.”

The UK notified plans in January 2015 to support the SABRE project for the design, engineering and assembling of key engine components for integration in a new type of space launcher.

The new engine would enable a vehicle to reach orbital velocity and altitude from the Earth’s surface without jettisoning any hardware. The objective is to render the technology less risky by significantly improving each of SABRE’s numerous components and subsystems.

If successful, the engine would be used to power the prototype of a reusable airframe, SKYLON, for flights into low Earth orbit, drastically reducing launch costs and enabling a step change in outer-space transportation technology.

The Commission assessed the project under its 2014 Framework on state aid for Research, Development and Innovation (R&D&I), which requires that state aid is proportionate to the objective and limited to the minimum necessary to avoid crowding out private investors. It concluded that the funding raised at this stage from private equity is insufficient to bring the project to completion. This is mainly because private investors are unable to fully apprehend the risk and opportunities of the endeavour due to a lack of information on these. The £50 million grant, along with money raised by REL from private investors, will allow the project to advance.

The UK authorities have also committed to ensure that private investors participate in each stage of the project so as the limit the use of public money in line with EU state aid rules. Furthermore, the risk of competition distortions is presently minor as the aided project is relatively remote from the market and REL is currently not active in the space launcher engine market.

The Commission therefore concluded that the project’s contribution to common EU R&D&I goals clearly outweighs any potential distortion of competition brought about by the public financing.

The non-confidential version of the decision will be made available under the case number SA.39457in the State Aid Register on the DG Competition website once any confidentiality issues have been resolved. New publications of state aid decisions on the internet and in the Official Journal are listed in the State Aid Weekly e-News.

27.Aug 2015 | 21:20

ASU CubeSat to Explore Moon

An ASU-built CubeSat about the size of a shoebox will be used to produce a map of the water resources on the moon for future space exploration. It is the first ASU-led interplanetary mission. (Credit: Sean Amidan/ASU/SpaceTREx)

An ASU-built CubeSat about the size of a shoebox will be used to produce a map of the water resources on the moon for future space exploration. It is the first ASU-led interplanetary mission. (Credit: Sean Amidan/ASU/SpaceTREx)

ASU PR — A spacecraft the size of a shoebox with Arizona origins will soon be orbiting our nearest neighbor to create a map of water-ice on the moon.

The NASA-selected CubeSat will be designed, built and operated at Arizona State University and is one piece of the agency’s larger mission to fully characterize the water content at the lunar South Pole in preparation for exploration, resource utilization and improved understanding of the moon’s geologic history.

The spacecraft, called the Lunar Polar Hydrogen Mapper, or “LunaH-Map” for short, will produce the most detailed map to date of the moon’s water deposits, unveiling new details about the depth and distribution of the ice that has been tentatively identified from previous missions. Confirming and mapping those deposits in detail will help NASA understand how much water might be available and will help inform NASA’s strategy for sending humans farther into the solar system.

The ability to search for useful assets, such as hydrogen, can potentially enable astronauts to manufacture fuel and other provisions needed to sustain a crew for a journey to Mars, reducing the amount of fuel and weight that NASA would need to transport from Earth.

This is the third major space project for which NASA has selected ASU in the past year, and it is the first planetary science spacecraft mission that will be led by ASU. It represents a major achievement for planetary geologist Craig Hardgrove, the School of Earth and Space Exploration postdoctoral research associate who proposed the mission and will be overseeing it as principal investigator.

“All of our previous NASA mission involvement has consisted of us having instruments on other people’s missions. This is ASU’s first interplanetary mission – this is our mission, our chance to trail blaze,” said Jim Bell, professor in ASU’s School of Earth and Space Exploration and mission deputy principal investigator.

“It’s a privilege to be leading this fantastic team, and I want to make sure we do it right and deliver on our promise to NASA,” Hardgrove said.

CubeSats are part of a growing movement that is revolutionizing space exploration because of their small size and low cost of construction and operation, effectively opening the door to early-career scientists, providing them an opportunity to operate missions of their own.

“How much good science can we do with these small missions? We don’t know the answer, but we will be one of the first groups to try to answer the question,” Bell said.

A university affair

Although this is one of NASA’s first forays into deep-space science experiments with CubeSats, the technology isn’t new to NASA and universities, which have recognized their value and have been building them for years.

“CubeSats are a model for a new way to gain access to space, but they are also a model for how to teach students how to design, build, operate and troubleshoot a real space mission,” said Bell, who also directs ASU’s NewSpace Initiative. “Students want to know how a spacecraft works, but not just from a PowerPoint presentation. This is their opportunity to build something. Break it. Fix it. Test it again. Launch it. Operate it. And that is the beauty of CubeSats; they provide students with the experience of going through the complete mission process.”

LunaH-Map will be designed, built and tested on ASU’s Tempe campus, in partnership with NASA’s Jet Propulsion Laboratory and several other partners supplying space-qualified hardware and services. LunaH-Map leverages technology from at least six small commercial space companies with expert knowledge and experience in building spacecraft hardware: Radiation Monitoring Devices, Busek, KinetX, NASA’s Ames Research Center, Catholic University of America, and Planetary Resources.

Overseeing all aspects of the spacecraft engineering is the mission’s chief engineer and co-investigator, Jekan Thanga, an assistant professor in ASU’s School of Earth and Space Exploration. Much of the design and development of LunaH-Map will be done in his Space and Terrestrial Robotic Exploration (SpaceTREx) Laboratory and clean rooms in ASU’s state-of-the-art Interdisciplinary Science and Technology Building 4, which with their glass windows offer an opportunity for visitors to watch the spacecraft being built, tested and operated.

In total, there will be 15 to 20 ASU professionals, including students, working on all aspects of the design, development, testing and delivery of the spacecraft.

“Within the United States there only about seven institutions that are doing interplanetary CubeSat missions,” Thanga said. “ASU brings together scientists and engineers to work on radical new concepts together, from the start. This innovative collaboration strategy leads to greater science return, and more creativity and capability.”

Other co-investigators from ASU include Professor Mark Robinson and Associate Research Professor Paul Scowen from the School of Earth and Space Exploration.

Small, low-cost, but sophisticated

LunaH-Map, along with a number of other deep-space CubeSats, is a candidate to fly to lunar orbit on Exploration Mission-1, the first flight of NASA’s Space Launch System (SLS), which will be the most powerful rocket ever built and will enable astronauts in the Orion spacecraft to travel deeper into the solar system. NASA will provide several CubeSat missions spots on the maiden SLS mission.

LunaH-Map is a 6U (“6 unit”) CubeSat. One “unit” is a cube measuring 4.7 inches on a side; LunaH-Map strings six of these CubeSat building blocks together and weighs as much as a small child (about 30 pounds).

But just because it is small, doesn’t mean it is less sophisticated – in this case, as with our smartphones, size doesn’t compromise capabilities. LunaH-Map’s design allows for all the necessary sensors and instruments to be securely packaged inside. A jack-in-the-box-like deployer releases the spacecraft and panels pop out like little wings.

Once it arrives at the moon, the tiny spacecraft will embark on a 60-day science mission, consisting of 141 science orbits, using a suite of science instruments.

Its main instrument is a neutron detector designed to sense the presence of hydrogen by measuring the energies of neutrons that have interacted with and subsequently leaked back out of the material in the top meter of the lunar surface.

“We know from previous missions there is an increased abundance of hydrogen at the lunar poles. But we don’t know how much or exactly where,” Hardgrove said. “NASA has funded three different CubeSats to learn more: Lunar IceCube, Lunar FLASHLIGHT and LunaH-Map. They all look for water in different ways and provide different types of information.”

As LunaH-Map flies over the lunar South Pole at a very low altitude, it counts the energies of neutrons that have leaked out of the lunar surface. The energy distribution of the neutrons that hit the detectors tells us about the amount of hydrogen that’s buried in the top meter of lunar soil.

LunaH-Map will map the hydrogen content of the entire South Pole of the moon, including within permanently shadowed regions at high resolution. LunaH-Map will measure the bulk hydrogen content, up to a meter beneath the lunar surface, while the instruments on both Lunar IceCube and FLASHLIGHT will tell us about the very top few microns. LunaH-Map will create the highest-resolution maps of regional near-surface (top-meter) water-ice distribution across the entire South Pole of the moon.

“Science is a human endeavor, and part of that is knowing each other and trusting each other. And when it comes to a NASA mission and taxpayer dollars to do exploration, you got to have the credentials. You have to be trusted, you need to have proven yourself, you need to show that you can make it happen and you won’t fail. And we’ve got a history now where that’s the case,” said Linda Elkins-Tanton, director of ASU’s School of Earth and Space Exploration.

Nikki Cassis
School of Earth and Space Exploration
27.Aug 2015 | 20:27

India Makes It Two in a Row with Successful GSLV Launch

GSLV Mk.II rocket lifts off with GSAT-6 satellite. (Credit: ISRO)

GSLV Mk.II rocket lifts off with GSAT-6 satellite. (Credit: ISRO)

Another success for the Indian space program. On Thursday, ISRO successfully launched the GSAT-6 communications satellite into orbit aboard a GSLV Mk. II rocket.

This marks the second success in a row for the GSLV rocket, a feat the Indian space agency has not accomplished with the intermittently used  launch vehicle since back-to-back-successes in 2003-2004. It also raises the GSLV’s launch record over the past 14 years to .500, with four successes, four failures and one partial failure.

GSLV LAUNCH RECORD
Launch Vehicle Launch Date Payload Result Notes
GSLV Mk I(a) 18 April 2001 GSAT-1 Failure Developmental Flight. Payload placed in useless orbit.
GSLV Mk I(a) 8 May 2003 GSAT-2 Success Successful developmental flight
GSLV Mk I(b) 20 September 2004 GSAT-3 Success Successful operational flight
GSLV Mk I(b) 10 July 2006 INSAT-4C Failure Rocket destroyed by range safety officer after it veered off course.
GSLV Mk I(b) 2 September 2007 INSAT-4CR Partial failure Satellite placed in wrong orbit. Spacecraft reached planned orbit using own propulsion.
GSLV Mk II 15 April 2010 GSAT-4 Failure First flight test of indigenous Cryogenic Upper Stage. Turbo pump failure sent upper stage and payload into Bay of Bengal.
GSLV Mk I(c) 25 December 2010 GSAT-5P Failure First flight of GSLV Mk.I (c). Range safety officer destroyed vehicle after first stage booster malfunction.
GSLV Mk II 5 January 2014 GSAT-14 Success First successful flight with indigenous Cryogenic Upper Stage.
GSLV Mk II 27 August 2015 GSAT-6 Success Second successful flight with indigenous Cryogenic Upper Stage.

The flight marked the second successful flight of the nation’s indigenous Cryogenic Upper Stage (CUS), which is used on the upper stage. The first test of CUS failed due to a problem in its turbo pump. ISRO had used a limited supply of Russian-supplied cryogenic upper stage engines on previous GSLV flights.

After the successful launch, jubilant ISRO officials said they planned to increase the pace of GSLV launches to two annually in future years. This move would mark the end of a 14-year long period of development launches.

The space agency also is developing the GSLV Mk. III launch vehicle capable of carrying larger satellites. ISRO conducted a successful suborbital flight of the rocket in December 2014 using a live first stage and a dummy upper stage. A second flight with a functional cryogenic upper stage is planned for the end of 2016.

ISRO’s press release about Thursday’s launch follows.

GSLV Successfully Launches India’s Latest Communication Satellite GSAT-6

BANGALORE, India (ISRO PR) — In its ninth flight (GSLV-D6) conducted today, (August 27, 2015), India’s Geosynchronous Satellite Launch Vehicle, equipped with the indigenous Cryogenic Upper Stage (CUS), successfully launched GSAT-6, the country’s latest communication satellite, into a Geosynchronous Transfer Orbit (GTO). The achieved orbit is very close to the intended one.

The launch took place from the Second Launch Pad at the Satish Dhawan Space Centre SHAR (SDSC SHAR), Sriharikota, the spaceport of India. This was the fifth developmental flight of GSLV and the third to carry the indigenous CUS. GSLV-D6 was intended to further test and qualify the CUS developed by ISRO.

In its oval shaped GTO, the GSAT-6 satellite is now orbiting the Earth with a perigee (nearest point to Earth) of 168 km and an apogee (farthest point to Earth) of 35,939 km with an orbital inclination of 20.01 deg with respect to the equator.

After a smooth 29 hour countdown, the 416 tonne, 49 m tall GSLV-D6 carrying the 2117 kg GSAT-6, lifted off at 16:52 Hrs IST. About seventeen minutes after lift-off, GSAT-6 was successfully placed in GTO.

At 4.8 seconds before the countdown reached zero, the four liquid propellant strap-on stages of GSLV-D6, each carrying 42 tonne of liquid propellants, were ignited. At count zero and after confirming the normal performance of all the four strap-on motors, the mammoth 139 tonne solid propellant first stage core motor was ignited and GSLV lifted off. The major phases of the flight included the core motor burn-out, strap on burn-out, ignition of the second stage, separation of the core motor together with strap-ons, payload fairing separation, second stage separation, CUS ignition and its timely shut down after satisfactory performance. Following this, GSAT-6 separated from CUS about 17 minutes after launch.

Soon after its injection into GTO, the two solar arrays of GSAT-6 were automatically deployed and the Master Control Facility (MCF) at Hassan in Karnataka took control of GSAT-6.

In the coming days, GSAT-6’s orbit will be raised from its present GTO to the final circular Geostationary Orbit (GSO) by firing the satellite’s Liquid Apogee Motor (LAM) in stages. The satellite will be commissioned into service after the completion of orbit raising operations, deployment of its 6 m wide sieve shaped unfurlable antenna, the satellite’s positioning in its designated orbital slot of 83 degree East longitude in the GSO and in-orbit testing of its communication payloads.

Today’s flight of GSLV underscores the success of ISRO in mastering the highly complex cryogenic rocket propulsion technology.

27.Aug 2015 | 14:42

SpaceShipTwo: Lessons Learned on the Commercial Space Frontier

SpaceShipTwo disintegrates as its two tail booms fall away. (Credit: Kenneth Brown)

SpaceShipTwo disintegrates as its two tail booms fall away. (Credit: Kenneth Brown)

SpaceShipTwo had exploded.

At least that’s what it looked like from our vantage point at Jawbone Station on that fateful Halloween morning ten months ago. And that’s what it looked like in Ken Brown’s photos. Ken had been standing next to me, training his telephoto lens on the small spacecraft nine miles overhead.

It appeared that something had gone wrong with the motor, the nitrous oxide tank, or some other part of the propulsion system. There was a flash of red, with a giant cloud of nitrous oxide escaping from the breached tank. Then pieces of the ship started falling all over the High Desert.

As I watched clouds of dust thrown up as the debris hit, it seemed that everyone’s worst nightmare had occurred. Two weeks earlier, I had sat in an office at the Mojave spaceport and predicted exactly this would happen to two friends visiting from Los Angeles.

A Gnawing Fear

This flight test of SpaceShipTwo was different from the previous three powered ones. They were testing a new type of hybrid engine for the first time, one that burned nylon instead of rubber. It wasn’t simply a change in the fuel grain – there had been significant alterations in the propulsion system and the ship. People were on pins and needles about how the new system would perform in a planned burn of 38 seconds, nearly twice that of any previous flight test.

There was also the aggressive flight test schedule. After more than nine years filled with setbacks and delays, Virgin Galactic suddenly seemed to be in a big rush for Scaled Composites to complete the flight test program so commercial flights could begin. This was to be done by the end of 2014. There would be a handful of additional flights, then Richard Branson and his son, Sam, would climb aboard to inaugurate commercial service.

Richard Branson

Richard Branson (Credit: Douglas Messier)

It struck me as a dangerous approach. There weren’t enough powered flights to really wring out the ship, and to find all the flaws in it that could destroy the vehicle, its crew and passengers. It didn’t appear that the nylon hybrid – which was only announced at the end of May – had been sufficiently tested on the ground. I genuinely feared they would push the technology, the pilots or both too far and too fast, resulting in a tragedy.

I knew I was not alone in feeling this way. Others had the same concerns. I couldn’t do anything to slow things down. I hoped that they could.

Over the summer, I had seriously considered leaving Mojave. I wasn’t sure I wanted to be here if the worst happened. From a journalistic standpoint, it would be one helluva story. Emotionally, it would be very difficult to take.

As October wore on amid signs that another powered flight was imminent, I had trouble sleeping at night and concentrating during the day. By the afternoon of Oct. 30, it was clear they would be flying the next day. Ken and I made plans to meet up at Jawbone Station, a visitors’ center 20 miles north of Mojave, where we would have a good view of the drop. I drifted off to an uneasy sleep around midnight.

So, knowing all that I knew, and seeing what we had seen on that awful fall morning, I concluded SpaceShipTwo had suffered a catastrophic engine failure. I would turn out to be very wrong. It would take a while to learn the truth.

The Truth Emerges

SpaceShipTwo fuselage. (Credit: NTSB)

SpaceShipTwo fuselage. (Credit: NTSB)

The first clues came when news photos were shown of the main section of the fuselage with the nitrous tank. It didn’t show any evidence of an explosion or fire. That didn’t rule out a failure of the propulsion system, but it raised questions about whether SpaceShipTwo had blown up. And if it hadn’t exploded, what had brought it down?

We had tried to reach this piece of debris after the crash. Ken had managed to follow it as it crashed down miles away to the north near Koehn Lake. But, our efforts were for naught.

First, we were blocked by paving work on the Redrock Randsburg Road. A construction crew directed us toward a detour. We took a right onto Neuralia Road, then a left after the railroad tracks onto Cantil. About halfway down toward the tiny crossroads village of Cantil, we came across a grisly scene.

The spot where SpaceShipTwo's cockpit crashed. (Credit: Douglas Messier)

The spot where SpaceShipTwo’s cockpit crashed. (Credit: Douglas Messier)

SpaceShipTwo’s cockpit had slammed into the road, narrowly missing two truck drivers who had passed that spot seconds before. One of the first things I noticed after getting out of the car was a boot with a foot in it. Not far away was the co-pilot’s seat with what remained of co-pilot Mike Alsbury.

Traumatizing is an accurate description for the experience. I had arisen in the pre-dawn darkness four hours earlier at 6 a.m. I was so shaken I would not sleep until 10 p.m. the following day – a stretch of 40 hours. Ken was likewise shaken up; he later told me later that he got maybe an hour of sleep the first night after the crash.

I had thought that anticipating an accident would somehow make it easier to deal with when the time came. In some ways, maybe it did. I wasn’t at all surprised. The anticipation probably infused the accident with layers of meanings and emotions that were difficult to process given the shock I felt and the uncertainty over what happened.

With our path to the main wreckage blocked, we headed back toward Mojave after photographing the crash site. Ken had to file his pictures, and I had reporting to do. We couldn’t do either of those things out there. The area was so remote we barely had cell service.

The only official news that Friday came during a brief press conference at 2 p.m., about four hours after the accident. Scaled Composites and Mojave spaceport officials indicated the ship didn’t blow up. They did not go any further than that, undoubtedly in deference to the National Transportation Safety Board (NTSB) investigation that would start the following morning.

They already knew the cause of the accident from the data they had received from the ship, including cockpit video. But, they were unable to reveal what they had learned. The rest of us were left to speculate as to what had caused the crash.

SpaceShipTwo breaks up after the premature deployment of its feather system. (Credit: MARS Scientific/NTSB)

SpaceShipTwo breaks up after the premature deployment of its feather system. (Credit: MARS Scientific/NTSB)

It wasn’t until Sunday evening – more than two days after the accident – that NTSB officials revealed that Alsbury had unlocked SpaceShipTwo’s feather device too early during powered ascent. The spacecraft’s twin tail booms deployed due to aerodynamic forces. The ship hadn’t blown up; it had broken up.

It was jaw dropping. I couldn’t believe it. An experienced, highly skilled test pilot like Alsbury making such an elementary mistake. How could that have happened? I would have never imagined it.

Nor, it appears, did the engineers at Scaled Composites. They had built the feather system without a fail-safe system. As the NTSB put it in its investigative report released last month:

Probable Cause

The National Transportation Safety Board determines that the probable cause of this accident was Scaled Composites’ failure to consider and protect against the possibility that a single human error could result in a catastrophic hazard to the SpaceShipTwo vehicle. This failure set the stage for the copilot’s premature unlocking of the feather system as a result of time pressure and vibration and loads that he had not recently experienced, which led to uncommanded feather extension and the subsequent aerodynamic overload and in-flight breakup of the vehicle.

And therein lay the real tragedy of SpaceShipTwo’s feather device. It was a safety system designed to deploy during re-entry to keep the spacecraft and its occupants from burning up in the Earth’s atmosphere.

Burt Rutan (Credit: Douglas Messier)

Burt Rutan (Credit: Douglas Messier)

Scaled Composites Founder Burt Rutan had designed it in response to an X-15 accident that had killed pilot Mike Adams in 1967. The rocket plane had entered the atmosphere sideways and broken up in hypersonic flight; Rutan was determined to make sure that would not happen to any of his spacecraft.

That singular focus, however, led to less attention on what could happen if the feather was deployed earlier than planned. The designers just assumed it would never happen. They were very wrong. And the result was tragic.

In flight test, you can worry immensely about the obvious things. But, it’s sometimes the things you don’t see coming that can kill you.

A Learning Period’s Painful Lessons

Back in 2004, an emerging commercial human spaceflight industry fresh off the triumph of Rutan’s SpaceShipOne convinced Congress to approved an eight-year moratorium (since extended) on government regulations. The industry needed a learning period during which to experiment with different technologies without the burden of government requirements. The Federal Aviation Administration’s oversight would be strictly limited to responding to accidents and close calls.

Inherent in this approach was a central conceit: industry had little to learn from government’s experience in these matters. Bureaucrats would be a millstone around industry’s neck – slowing things down, driving up costs, and contributing little or nothing toward making systems efficient or safe. There was an arrogance that said: get out of our way, we know what we’re doing. We can do this better than you can.

Eleven years later, the results of this approach are decidedly unimpressive. SpaceShipTwo has had as many casualties – four – as powered flights, with none of them coming anywhere near space. In addition to Alsbury, three Scaled Composites engineers died during a ground test in 2007. From that tragedy, Scaled Composites learned that nitrous oxide flowing under high pressure can explode on its own, with no fuel present.

Remains of Scaled Composites test stand after a nitrous oxide explosion in July 2007.

Remains of Scaled Composites test stand after a nitrous oxide explosion in July 2007.

Scaled also learned that it is best to design your rocket engine first and then design your spaceship around what it can do rather than the other way around. That lesson has resulted in years of delay and cost Richard Branson and Aabar Investments hundreds of millions of dollars.

Last year, Virgin Galactic and The Spaceship Company also learned that storing flammable fuel grain next to nitrous oxide tanks is a very, very bad idea. The companies narrowly avoided a catastrophe when a fire broke out and threatened to rupture the tanks. Such a blast could have taken out a good section of the Mojave Airport and the firefighters who battled the blaze.

The NTSB report on the SpaceShipTwo accident is chock full of lessons about how to build a space plane, the FAA’s failures to properly perform its limited oversight responsibilities, and the shortcomings in emergency response planning that left injured pilot Pete Siebold lying in the desert for half an hour before the first helicopter arrived.

Some people were – and still are – quite angry over my errors after the loss of SpaceShipTwo. I get that. It wasn’t my finest hour. I could, and should, have done much better. But, things were chaotic and uncertain. And mine wasn’t the worst error made that day – or during the decade-long life of the SpaceShipTwo program.

I learned some valuable lessons from my failures. First, what you think you see is not necessarily what actually happened. Your eyes can deceive you, especially during sudden, fast-moving events in which things happen literally in the blink of an eye.

I also learned that in aviation accidents, your first instincts about what caused a crash can be wrong. It is best to reserve judgment and let all the facts come before rendering a verdict.

These were painful but necessary lessons. The pain paled in comparison to that felt by Alsbury’s family, friends and colleagues. I always keep them foremost in my thoughts when I think about this accident. This program has had a terrible human cost.

27.Aug 2015 | 13:18

SSL Awarded DARPA Contract to Study On-orbit Satellite Assembly

DARPA_logoPALO ALTO, Calif., August 26, 2015 (SS/L PR) — Space Systems/Loral, LLC (SSL), a leading provider of commercial satellites, today announced it was awarded a contract from the U.S. Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) to study on-orbit robotic assembly of geostationary communications satellites. Called Dragonfly, the program is designed to enable larger and more powerful satellites that cannot be launched fully assembled, to be packaged in pieces within a standard launch vehicle fairing.

“The Dragonfly program gives SSL the opportunity to demonstrate our advanced robotics capabilities with a mission that has the potential to transform the way satellites are built,” said John Celli, president of SSL. “SSL has a track record of partnering with DARPA on cost-effective developments that leverage commercial practices and apply to both military and commercial use.”

As one of the world’s most prolific manufacturers of geostationary communications satellites, SSL brings a wealth of expertise to the Dragonfly study including heritage robotics. The Dragonfly concept, which is designed to have both military and commercial applications, is for satellites to self-assemble from an efficiently stowed state while in orbit with a focus on the installation and reconfiguration of large radio frequency (RF) antenna reflectors.

The study is scheduled for a five-month first phase during which SSL will seek to demonstrate how assembling satellites on orbit could lower satellite cost and mass, while at the same time enabling higher satellite performance. SSL is planning to further develop on-orbit satellite assembly capability and as part of this effort, has submitted a proposal to NASA for collaboration on taking the concept to a ground demonstration followed by a flight application.

About SSL

Space Systems/Loral (SSL) is a leading provider of commercial satellites with broad expertise to support satellite operators and innovative space related missions. The company designs and manufactures spacecraft for services such as direct-to-home television, video content distribution, broadband Internet, mobile communications, and Earth observation.  As a Silicon Valley innovator for more than 50 years, SSL’s advanced product line also includes state-of-the-art small satellites, and sophisticated robotics and automation solutions for remote operations.  For more information, visit www.sslmda.com

26.Aug 2015 | 12:16

GPI entdeckt heißen, jungen Jupiterverwandten

51 Eri b heißt der erste Planet, der vom Gemini Planet Imager (GPI) entdeckt wurde. Es handelt sich allem Anschein nach um eine relativ junge, jupiterähnliche Welt.
26.Aug 2015 | 10:55

Ariane-5-Start mit Eutelsat 8 West B und Intelsat 34

Am 20. August 2015 startete um 22:34 Uhr MESZ vom Raumfahrtgelände Kourou in Französisch-Guayana eine Ariane-5-Trägerrakete mit zwei Kommunikationssatelliten an Bord. Die Erdtrabanten für die Eutelsat S.A. aus Frankreich und die Intelsat S.A. aus Luxemburg wurden nach rund einer halben Stunde Flug erfolgreich ausgesetzt.
21.Aug 2015 | 10:10

HTV-5 erfolgreich gestartet

Am 19. August ist der japanische Raumfrachter HTV-5 mit Versorgungsgütern beladen erfolgreich zur Internationalen Raumstation ISS gestartet.
18.Aug 2015 | 10:46

PRANDTL-M: Suche nach Landeplätzen für Marsmissionen

Für Missionen zu anderen Himmelskörpern im Sonnensystem ist ein geeigneter Ort für eine Landung von ausschlaggebender Bedeutung. Die US-amerikanische Raumfahrtagentur NASA verfolgt verschiedene Ansätze auf der Suche nach passenden Landeplätzen.
18.Aug 2015 | 10:31

Orion: Designprüfung für den nächsten Flug

Vor Kurzem wurde mit einer rigorosen Designprüfung von Orion begonnen, dem neuen Raumschiff der US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtagentur NASA. Unterdessen machen alle Elemente des Raumschiffs Fortschritte auf dem Weg zum nächsten Flug, der Orion zum Mond führen wird.
20.Aug 2015 | 09:47

Ariane 5 bringt Telekommunikationssatelliten in den Orbit

Intergration der Satelliten auf der Ariane 5Am europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch Guayana herrscht momentan Hochbetrieb. Heute Abend soll eine Ariane 5 ECA erneut zwei Satelliten im Doppelstart in einem geostationären Transferorbit (GTO) absetzen. Der Start ist zwischen 22:10 Uhr und 23:56 Uhr deutscher Zeit geplant.
14.Aug 2015 | 09:30

HALO auf den Malediven

HALO auf Gan, einer Insel der MaledivenThe art of doing nothing - Das Motto von Gan, der südlichsten Insel der Malediven. Für einen Urlaubsaufenthalten das Paradies, für die Durchführung einer anspruchsvollen HALO-Kampagne eher eine Herausforderung.
12.Aug 2015 | 15:08

Video: Teile des Puzzles - Philae auf dem Kometen 67P

Kometenlandung (#CometLanding) von Philae am 12. November 2014 Die Kometenlandung (#CometLanding) von Philae am 12. November 2014 war ein historischer Moment: Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt landete eine Raumsonde auf einem Kometen. Weltweit verfolgten Millionen Menschen via Internet die Geschehnisse rund um die Mission Rosetta.
10.Aug 2015 | 14:20

HALO - Flug in den Monsun

Es ist kurz nach Mitternacht. Am frühen Morgen soll HALO zum ersten Messflug in den asiatischen Monsun aufbrechen. Gestartet wird von Gan auf dem Atoll Addu im indischen Ozean. Die Messbedingungen sind nach den Vorhersagen optimal. Noch warten wir im strömenden Tropenregen erwartungsvoll auf den Transportcontainer mit dem notwendigen Equipment zum Vorbereiten der Instrumente. Er ist seit fünf Tagen überfällig.
15.Jul 2015 | 12:04

Ariane startet mit europäischem Wettersatelliten MSG-4

Heute Abend soll der europäische Schwerlastträger Ariane 5 vom Typ ECA vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou ins All starten. An Bord befinden sich der europäische Wettersatellit MSG-4 und der Telekommunikationssatellit Star One C4.
18.Jul 2015 | 22:56

Die siebten Burggespräche des Orion

Zwischen dem 14. und 16. August finden zum siebten Mal die „Burggespräche“ des Orion statt, organisiert von meiner Orion-Partnerin Maria Pflug-Hofmayr. Austragungsort ist wie jedes Jahr das Schloss Albrechtsberg an der Pielach in Niederösterreich. Es befindet sich nur eine Wanderstunde vom bekannten Wachau-Ort Melk mit seinem gewaltigen Barock-Kloster entfernt, etwa 90 Kilometer westlich von Wien. Wie immer hat der Veranstalter weder Kosten noch Mühen gescheut, und auch in diesem Jahr die Bahn der Bruchstücke des einstigen Kometen 109P/Swift-Tuttle (besser bekannt unter der Bezeichnung „Perseiden“) so umgeleitet, dass sie in den Tagen der Burggespräche publikumswirksam über der Burganlage verglühen und für Himmelsfotografen ein pittoreskes Motiv abgeben (siehe Bild). 

Albrechtsberg_Perseid2012-08-12_voltmer

Schloss Albrechtsberg an der Pielach mit einer Perseiden-Sternschnuppe. Das Bild stammt von Sebastiam Voltmer und wurde bei den vierten Burggesprächen am 12. August 2012 gemacht.

Die Burggespräche sind ein Astronomie -Intensivwochenende für Einsteiger und Weltraumfreunde. Neben der Himmelsbeobachtung und Workshops kommt dabei auch der gemütliche Rahmen nicht zu kurz. Wir beobachten gemeinsam den Himmel, Einsteiger erfahren, wie sie sich am Himmel orientieren können, und Fotografen erlernen das Einmaleins der Astrofotografie. Dieses Jahr ist die Gelegenheit übrigens besonders günstig, weil die Burggespräche auf ein Neumond-Wochenende fallen und der Himmel somit besonders dunkel ist.

Aus Heidelberg reist die Astronomin Felicitas Mokler an. Sie berichtet unter anderem über ihr Spezialgebiet: Planetenentstehung und Forschung an Exo-Planeten. Der Astrofotograf Alexander Pikhard hält einen Workshop über Himmelsfotografie mit praktischen Übungen. Die finden übrigens auch bei Schlechtwetter statt - lasst euch überraschen. Auch Science Buster Werner Gruber ist in diesem Jahr wieder dabei. Er ist nicht nur der Chef des Planetariums Wien sondern auch ein Begriff in der österreichischen Kabarettszene. In einem öffentlichen Vortrag über kulinarische Astronomie erläutert er die perfekte Zubereitung der Sternbilder. Von mir (Astra) könnt ihr einen Vortrag über das Enfant Terrible der Privaten Raumfahrt (und der Elektromobilität, und der Energiewirtschaft, und des zukünftigen Verkehrswesens und.., und..., und...) hören und sehen. Gemeint ist Elon Musk.

Wir versprechen ein unvergessliches Wochenende. Momentan gibt es noch vier oder fünf freie Plätze. Der Teilnehmerkreis ist derzeit etwas männerlastig. Sollten noch mehr als die notwendigen vier oder fünf Meldungen hereinkommen, dann findet ein zugegebenermaßen etwas subjektives Auswahlverfahren statt, bei dem die Mädels bevorzugt werden.

Alle Programm-Infos und die Links zu weiteren Informationen findet ihr hier.

23.May 2015 | 19:09

Proton: Pfusch & Pannen

Proton überschlägt sich

Der Absturz einer Proton unmittelbar nach dem Start. Ein gefundenes Fressen für die Presse Bild: Novosti Kosmonavtiki

2. Juli 2013, 4.38 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Von der Startanlage 81/24 in Baikonur hebt eine Rakete des Typs Proton M ab. Ihre Aufgabe: Drei Satelliten der Glonass-Konstellation in einen mittelhohen Erdorbit transportieren. Doch der Flug der von Chrunitschew gebauten Rakete dauert nur wenige Sekunden. Der Träger steigt wie betrunken schlingernd vom Starttisch, schlägt zwei scharfe Haken und dreht sich dann um 180 Grad. Mit bis zuletzt nach oben feuernden Triebwerken detoniert er 37 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe einen Kilometer entfernt beim Aufschlag auf dem Boden.

Nachdem die Rakete über alle Stufen mit einer Treibstoffkombination arbeitet, die ziemlich toxisch ist (Oxidator: Stickstofftretoxid, Treibstoff: unsymmetrisches Dimethlyhydrazin) wurden die Insassen der umliegenden Gebäude zunächst angewiesen, Türen und Fenster geschlossen zu halten und die Häuser nicht zu verlassen. Die Anordnung konnte aber bald wieder aufgehoben werden, der Wind stand glücklicherweise günstig. Die Startanlage blieb unbeschädigt. Am Aufschlagort entstand allerdings im Gelände ein Krater von 200 Metern Durchmesser und fünf Metern Tiefe.

Mehr noch als der materielle Verlust schadete der Unfall Russlands Reputation als Raumfahrt-Großmacht. In der Rangliste von Dingen, die jemanden diesem Gewerbe schlecht aussehen lassen, übertrifft nur wenig den Anblick einer Großträgerrakete, die vor den Augen der Welt in geringer Höhe auf erratischen Kurs geht und dann in einer gewaltigen Explosion detoniert. Die Europäer, denen im Juni 1996 ähnliches passierte – seinerzeit beim ersten Testflug ihrer damals brandneuen Ariane 5 – können ein Lied davon singen. Ich weiß nicht, wie viele hundert Male ich seitdem diese Ariane explodieren sah. Sie bekam in jeder beliebigen Fernseh-Dokumentation über Raumfahrt ihre Paraderolle, gleich hinter der explodierenden Raumfähre Challenger, ob es nun zum Thema passte oder nicht. Somit herzlichen Dank an die Proton, die nun in den kommenden Jahrzehnten diesen Rang einnehmen wird.

mexsat(Centenario)launch poster

Diesen Startposter hatte Mexsat in der Erwartung eines erfolgreichen Starts vorbereiten lassen Bild: Mexsat

Man sollte annehmen, dass nach einer solchen Show höchste Vorsicht angesagt ist, doch nur neun Proton-Starts später kam es bereits zum nächsten Fehlschlag, als am 15. Mai letzten Jahres der russische Kommunikationssatellit Ekspress AM4R (der seinerseits schon der Ersatzsatellit für den früher von einer Proton versenkten Kommunikationssatelliten Ekspress AM4 war) wegen eines Fehlers in der dritten Stufe über Sibirien verglüht. Und letzte Woche, erneut nur sieben Starts später, versagt schon wieder eine Proton M und ließ die Überreste von MexSat-1 über Zentralasien vom Himmel regnen. Und es ist nicht nur die Proton die betroffen ist: Seit Mai 2009 ereigneten sich nicht weniger als 16 Fehlstarts mit Trägern der Typen Sojus, Rokot, Zenit und Proton.

Es ist schlecht bestellt um Russlands Raumfahrt. Die hohen Startfrequenzen täuschen ein falsches Bild vor. Seit zwei Jahrzehnten gibt es keine nennenswerten Neuentwicklungen mehr. Wissenschaftliche Raumfahrzeuge sind zur seltenen Ausnahme geworden. Raumsonden entsendet Russland nur noch alle Jubeljahre, und lässt sie dann, wie zuletzt im November 2011 mit Phobos Grunt, in einer öffentlichen Zurschaustellung des Unvermögens enden. Mit Ausnahme der Angara stammt alles, was heute in Russland die Startrampen verlässt, noch aus der Sowjetära. Die Zeiten, zu denen in Russland wegweisende Neuheiten auf dem Gebiet der Raumfahrt entstanden, sind längst Geschichte. Selbst dringend notwendige Ersatzentwicklungen, Neuinvestitionen und Produktverbesserungen werden immer weiter in die Zukunft hinausgeschoben, verirren sich in der ausufernden Bürokratie oder fallen der allgegenwärtigen Korruption zum Opfer.

Ehrwürdige Großmutter

Die Proton ist die ehrwürdige Großmutter unter den russischen Trägerraketen. Nur eine einzige Trägerrakete weltweit - die R-7 in ihren Varianten - hat eine noch längere Lebensgeschichte als sie. Beide befinden sich schon seit Chrustschows Zeiten im russischen Arsenal. Seit ihrem Erstflug im Jahre 1965 flog die Proton 404 Missionen, von denen 48 teilweise oder ganz scheiterten. Die überwiegende Zahl dieser Fehlschläge ist in den sechziger und siebziger Jahren verortet. In den Jahrzehnten danach galt sie als ausgereifte, technisch solide Konstruktion mit zumindest durchschnittlicher Zuverlässigkeit. Selbst die turbulenten Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion änderten daran kaum etwas. Erfahrenes, hoch qualifiziertes, und trotz der wirtschaftlichen und politischen Wirren motiviertes Personal sorgte dafür, dass dieser Trägertyp hinsichtlich seiner Zuverlässigkeit bei gut akzeptablen Werten blieb.

Im Jahr 2000 gab es 14 Starts der Proton, die allesamt erfolgreich verliefen, genauso wie die sechs Missionen des Jahres 2001. Bei den neun Flügen des Jahres 2002 kam es zu einem Fehlstart, bei dem der Kommunikationssatellit Astra 1K in einem unbrauchbaren Orbit strandete. Die fünf Proton-Starts des Jahres 2003 verliefen dagegen wieder allesamt erfolgreich, ebenso wie die acht Starts des Jahres 2004 und die sieben Missionen des Jahres 2005. Im Verlauf von sechs Jahren gab es somit bei insgesamt 49 Starts einen einzelnen Fehlschlag. Das ist, selbst nach den Maßstäben der heutigen Raumfahrt, ganz ordentlich. 98 Prozent Zuverlässigkeit, da meckert keine Versicherungsgesellschaft.

Mexsat-roll-out (2)

Rollout der Mexsat-Proton M zur Startrampe Bild ILS

Etwa um das Jahr 2005 begannen allerdings die erfahrenen Kräfte der russischen Raumfahrt vermehrt in den Ruhestand abzuwandern. Neue Mitarbeiter wurden wegen des insgesamt zu hohen Personalstandes nicht mehr eingestellt, das Interesse der jungen Ingenieure und Techniker, sich in der Raumfahrt zu verdingen, war ohnehin gering. Die Bezahlung war schlecht und das Prestige längst nicht mehr dasselbe wie in der Sowjet-Zeit.

Im Jahre 2006 wurden sechs Proton Starts durchgeführt. Es gab einen Fehlschlag, als die Briz-M Oberstufe einer Proton M am 28. Februar das zweite Brennmanöver vorzeitig beendete und die drei weiteren daraufhin gar nicht erst begannen. Das Jahr 2007 sah sieben Proton-Starts. Erneut schlug einer davon fehl, weil die Trennung zwischen erster und zweiter Stufe nicht gelang. Auch von den 10 Starts des Jahres 2008 scheiterte einer. Zumindest teilweise, denn der Kommunikationssatellit AMC-14, die Nutzlast bei diesem Flug, konnte die Minderleistung der Briz-M Oberstufe mit seinen Bordtriebwerken ausgleichen. Die wirtschaftliche Lebensdauer des Raumfahrzeugs wurde durch diese Maßnahme jedoch von 15 auf nur noch vier Jahre verkürzt. Das Jahr 2009 sah zehn erfolgreiche Starts. Von den 12 Starts des Jahres 2010 scheiterte erneut einer, wobei drei russische Navigationssatelliten im Pazifik versenkt wurden. Grund war eine fehlerhafte Betankung der Oberstufe. Die 45 Starts der fünfjährigen Periode zwischen 2006 und 2010 produzierten somit vier Fehlstarts. Die Zuverlässigkeitsquote war auf 91 Prozent gesunken.

Die Abwanderung der Wissensträger hatte sich in dieser Fünfjahresperiode verstärkt. Fatal in einem System, das traditionell weniger Wert auf umfangreiche Dokumentation denn auf verbale Knowhow-Übermittlung legt. Inzwischen fehlte bei Firmen wie Chrunitschew fast die komplette Transfergeneration zwischen 30 und 55 Jahren. Auf der einen Seite gibt es somit die immer mehr ausdünnenden Belegschaft der Wissensträger und auf der anderen Seite unerfahrenes, unterbezahltes, gering motiviertes und – wie sich immer häufiger zeigt – ungenügend ausgebildetes neues Personal.

Die neun Starts des Jahres 2011 produzierten einen Fehlschlag und kosteten Russland seinen Ekspress-AM4 Kommunikationssatelliten. Von den elf Starts des Jahres 2012 scheiterten gleich zwei, wobei einer der betroffenen Satelliten, Yamal-402 am Ende doch noch die angestrebte Nutzlast erreichte, wenngleich zu Lasten seiner wirtschaftlichen Lebensdauer. Und im Jahre 2013 gelangen die ersten vier Starts, doch Nummer fünf (mit dem wir in die Story eingestiegen sind) scheiterte erneut. Fünf weitere Starts zwischen September und Dezember 2013 gelangen. Zwischen 2011 und 2013 waren dies somit bei 30 Starts vier Fehlschläge. Die Zuverlässigkeitsquote lag jetzt bei 87 Prozent.

2014 und 2015 gab es bei bislang zusammen 11 Starts erneut zwei Fehlschläge. Die Zuverlässigkeit liegt damit bei gerade noch 82 Prozent.

Zum Vergleich einige Daten westlicher Träger: Bei den bisher insgesamt 53 Starts der Atlas 5 kam es nur ein einziges Mal zu einer geringfügigen Minderleistung der Oberstufe, die aber den Missionserfolg nicht gefährdete. Bei den 29 Starts der Delta 4 seit dem Jahre 2002 gab es ebenfalls nur ein einziges Mal, und das war beim Erstflug der Delta 4 „Heavy“, eine Minderleistung, die einer Sekundärnutzlast den Missionserfolg kostete. Die Ariane 5 hatte zwar auch in ihren ersten Jahren ihr gerütteltes Maß an Fehlern, so kam es in der Frühphase des Programms zu insgesamt zwei Fehlstarts und zwei Teilerfolgen, aber seitdem fliegt diese Rakete seit zwölfeinhalb Jahren in einer makellosen Serie und absolvierte dabei 64 erfolgreiche Missionen in ununterbrochener Folge. Der letzte Fehlstart datiert auf den Dezember 2002 zurück. Selbst ein vergleichsweise brandneuer Träger wie die Falcon 9 von SpaceX hat inzwischen bei 17 Starts 17 fehlerfreie Missionen hingelegt.

Verkehrt herum eingebaut

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Die Proton M für Mexsat wird über dem Flammenschacht aufgerichtet Bild ILS

Zurück zur Proton und dem fatalen Absturz vom 2. Juli 2013. Er ist exemplarisch für die Schlamperei, die in Russlands Raketenfabriken herrscht. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos setzte gleich nach dem Unfall eine Kommission für die Fehlerermittlung ein. Der Vermarkter von Proton-Starts für Kunden aus aller Welt, International Lauch Services (ILS), installierte vorsichtshalber eine eigene Arbeitsgruppe, um die Ergebnisse der Roskosmos-Kommission zu überprüfen, denn Vertuschung ist in Russland an der Tagesordnung.

Nach vier Wochen Arbeit gab die Untersuchungskommission bekannt, dass der Absturz der Rakete durch fehlerhaft installierte Lagesensoren verursacht worden sei. Und zwar seien diese Sensoren verkehrt herum eingebaut worden. Sie standen danach gewissermaßen auf dem Kopf und hatten daher nie die Chance, richtige Werte an die Flugsteuerung der Rakete zu liefern.

Der Bau der Unglücksrakete war bei Chrunitschew im Dezember 2011 beendet worden. Die fehlerhafte Installation der drei Lagewinkel-Sensoren, die Daten für die Kurskorrekturen der Rakete liefern, war - wie man rekonstruierte - am Mittwoch, dem 16. November 2011 geschehen. Sie wurde bis zum Mai 2012 im Herstellerwerk eingelagert und dann nach Baikonur geliefert.

Die Montage der Lagekontrollanzeiger ist nicht einfach. Der Arbeitsplatz dafür ist nur über ein kleines Mannloch zu erreichen und schlecht einzusehen. Um den Einbau zu erleichtern gibt es an der Platine, auf der die Sensoren montiert werden müssen, zwei jeweils fünf Millimeter hohe Führungsstifte. In die müssen die Geräte einrasten, um dem Montagetechniker die korrekte Ausrichtung zu signalisieren. Allerdings ist es unter Ausübung brachialer Gewalt (und wahrscheinlich der Verwendung eines schweren Fäustels) auch möglich, die Geräte verkehrt herum in die Halterungen zu hämmern. Dann rastet zwar nichts ein, aber durch die Gewaltanwendung sind die Geräte derart verkeilt, dass sie sich ebenfalls nicht mehr lösen können.

Man kann es kaum glauben, aber nicht nur überprüfte niemand den Einbau der Einheit direkt bei der Montage oder zumindest nach dem Abschluss der Arbeiten. Es fanden auch keine Funktionschecks statt. Es gab lediglich eine Prüfung, ob die Stromleitungen funktionierten. Bei Airbus beispielsweise (aber auch überall sonst in der Raumfahrtindustrie weltweit) beobachten nicht selten zwei Mitarbeiter der Quality Assurance jeden Arbeitsschritt, während ein dritter den Einbau vornimmt.

Praktisch jeder Fehlstart der letzten zehn Jahre geht auf das Konto der völlig unzureichenden Qualitätskontrolle und des unzureichend ausgebildeten und unterbezahlten Personals in Russland zurück. Die übliche russische Methode der „Ursachenbehebung“, nämlich einfach Spitzenmanager zu feuern, kam auch seinerzeit zur Anwendung. Bereits wenige Tage nach dem Unfall rollten in guter alter russischer Sitte bei Chrunitschew die ersten Köpfe.

Falsche Betankung, fehlerhafte Flugsoftware, groteske Montagefehler, Betrieb außerhalb der spezifizierten Werte, undiszipliniertes Verhalten auf allen Ebenen, kriminelle Vernachlässigung der Aufsichtspflicht seitens der Vorgesetzten und vieles mehr. All das ist – das sei deutlich herausgestellt - nicht der Konstruktion der Trägerrakete anzulasten, sondern einer Qualitätssicherung, die offensichtlich nur in den Organigrammen, aber nicht in der Realität existiert.

MexSat-1 (4)

Beim Verlassen der Startrampe war mit der Mexsat-Proton M noch alles in Ordnung Bild ILS

Der Sturzflug in der Qualität russischer Raumfahrtprodukte hat lange Zeit um die Firma RKK Energija, den Hersteller der Sojus Rakete und der Progress- und Sojus-Raumschiffe einen Bogen gemacht. Zwar gab es auch hier immer wieder Anzeichen für Qualitätsmängel. Doch die schienen meist im Vorfeld von Starts aufgefangen und korrigiert worden zu sein. Die Sojus ist - das nur zur Erinnerung - momentan das einzige Trägerfahrzeug weltweit, das Menschen zur ISS bringen kann. Zusätzlich startet sie nach wie vor auch den Löwenanteil der unbemannten Nachschubfahrzeuge zur Internationalen Raumstation. Doch auch das scheint nicht mehr länger garantiert zu sein. Zwischen Januar 1978 und April 2015 gab es insgesamt 140 Progress-Missionen. Deren Starts verliefen während der Ära der Raumstationen Salut 6, Salut 7, Mir und im ersten Jahrzehnt des ISS-Programms praktisch fehlerfrei. Die beiden einzigen Fehlschläge ereigneten sich 2011 und 2015, nachdem es davor über 30 Jahre lang tadellos funktioniert hatte.

Was wird aus ExoMars?

An der Stelle erhebt sich nun die Frage, warum Europa eines der teuersten Raumfahrtprogramme seiner Geschichte, die aus insgesamt drei Nutzlasten bestehende ExoMars Expedition, ausgerechnet dem mit weitem Abstand schlechtesten Trägersystem der Welt anvertraut. Die vordergründige Antwort ist natürlich klar. Russland stellt die Proton kostenlos als eigenen Beitrag zu diesem Projekt bei. Damit spart sich die ESA insgesamt 320 Millionen Euro, welche die Beschaffung von zwei Ariane 5 ECA kosten würde. Die Frage ist hier nur, ob man bei einem Programm, das auch ohne die Träger schon 1,2 Milliarden Euro kostet, ausgerechnet bei der Trägerrakete sparen sollte?

Die Lage wird allein schon dadurch kritisch, weil der erste der beiden Proton-Starts zum Mars, die ExoMars 2016-Mission, nur noch ganze acht Monate entfernt ist. Es ist jedoch nach diesem erneuten Versager völlig offen, wann die Rakete überhaupt wieder für Flüge freigegeben wird. Anders als für kommerzielle Satellitentransporte gibt es für Flüge zum Planeten Mars ein enges, nur wenige Wochen langes Startfenster. Trifft man das nicht, dann muss man 26 Monate warten, bis es sich wieder öffnet. Aber selbst wenn die Rakete bereitsteht: Die kombinierte Wahrscheinlichkeit des Verluste einer der beiden Missionen liegt bei 36 Prozent. Das hätte man noch nicht einmal in den frühen 60iger Jahren akzeptiert.

Und es gibt noch einen anderen Aspekt. Und mich wundert, dass es bislang noch nie diskutiert wurde. Ein zweites Danaer-Geschenk Russlands für dieses Unterfangen. Das ist die Landesonde, mit der Europas ultrateurer Rover den Abstieg auf die Marsoberfläche unternehmen soll. Die Geschichte Russlands erfolgloser Versuche den Mars, seine Umlaufbahn oder seine Oberfläche zu erreichen ist lang und bitter. Ausnahmslos alle Landeversuche scheiterten. Keine einzige der insgesamt 20 russischen Marsmissionen (hier sind auch Orbit- und Vorbeiflugmissionen eingerechnet) kann man als uneingeschränkten Erfolg bezeichnen. Dabei fanden 18 davon noch in den "guten alten" Zeiten der sowjetischen Raumfahrt-Ära statt. Seit dem Ende der Sowjet-Ära machte Russland nur noch zwei Versuche den Mars zu erreichen, das war im Jahre 1996 die Mission „Mars 96“ und im Jahre 2011 die Mission „Phobos Grunt“. Beide endeten als peinliche Fehlschläge. Die Wahrscheinlichkeit, dass Russland im Sommer 2018, dem vereinbarten Startdatum, erstens einen Lander zur Verfügung hat, und dass der zweitens auch perfekt funktioniert wird, sind denkbar gering.

Raumfahrzeuge auf dem Mars zu landen gehört zu den schwierigsten Herausforderungen, der heutigen Astronautik. Wenn es bei den Amerikanern so leicht und spielerisch aussieht, dann nur, weil sie einsam in einer Spitzenklasse agieren, an die weltweit niemand herankommt. Europa ist im Jahre 2003 mit einem viel simpleren Konzept als der des US-Rovers Curiosity gescheitert. Und jetzt soll es Russland können? Ausgerechnet Russland, das die meisten seiner Fähigkeiten aus der Sowjet-Ära verlernt hat? Russland, in dem geschlampt wird ohne Ende. Russland, das seit Jahrzehnten keine neue Raumfahrt-Hardware entwickelt und das die interplanetare Raumfahrt offensichtlich völlig verlernt hat. Russland, dessen Raumfahrt in stetigem Niedergang begriffen ist. Wem vertrauen wir uns hier eigentlich an?

P.S. Lesen Sie dazu auch diesen Beitrag aus dem Jahr 2011 von Go for Launch.

16.May 2015 | 11:04

Die größte Gefahr für einen Astronauten besteht darin, zu ertrinken – Siebter Brief

und wer's noch nicht gelesen hat: hier sind Brief 1, Brief 2, Brief 3, Brief 4, Brief 5 und Brief 6Bloggewitter_Kinder_logo

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Zum Abschluss noch einmal Snoopy, der Hundehütten-Astronaut Bild AS Teitel

Mannmannmann, das war jetzt doch eine ganz schön lange Pause mit den Briefen. Aber ich hab‘s echt nicht früher geschafft. Erst war ich in Wien, bei Yuris Night. War eine schöne Sache, wie jedes Jahr. 150 Leute im großen Kuppelsaal des Urania-Observatoriums. Die ist direkt an einem der belebtesten Plätze in Wien, dem Schwedenplatz. Kaum zu glauben, dass da eine Sternwarte ihren Platz hat, denn besonders viele Sterne sieht man wegen der Helligkeit der Stadt von hier aus nicht. Aber das war vor über 100 Jahren, als sie eröffnet wurde, wohl noch anders.

Dann war ich in Würzburg bei der Veranstaltung "Reisende im Sonnensystem" am Mineralogischen Institut der Universität. Da hab ich einen Vortrag gehalten. Und dann war ich eine Woche lang in Südtirol beim Wandern und Futtern (und netten Wein trinken). Ganz ohne Raumfahrt.

Fußball hab ich da nur am Rande mitbekommen. Was die Bayern in dieser Zeit abgeliefert haben: meine Güte. Wenn man da mal ein paar Wochen nicht aufpasst, fangen die gleich an zu schlampern. Eine Niederlage an der anderen. Wird Zeit, dass wir zwei uns da wieder ein wenig drum kümmern, sonst schleicht noch mehr der Schlendrian ein :-)

Ich hab Dir im letzten Brief beschrieben, wie kompliziert es ist, einen Raumanzug „anzuziehen“. Da kann man in Zukunft sicher noch einiges verbessern. Es gibt aber auch noch viele andere Dinge, die man für zukünftige Raumanzüge anders machen muss. Nur ein Beispiel: Bei den Apollo-Mondlandungen zeigte sich, dass Staub und Abnutzung ein ernstes Problem sind.

CR Beonit Concepts

Raumanzug der Zukunft. Bild: Beonit Concepts

Bei keiner der Mondlandungen gab es mehr als drei EVA's pro Mission auf der Mondoberfläche. In der Regel waren die Anzüge schon wenige Minuten nach dem ersten Ausstieg über und über mit Staub bedeckt. Die Astronauten selber schätzten, dass ihre Anzüge nicht mehr als fünf EVA's durchgehalten hätten. Danach wären sie wegen der Staubablagerungen in den Scharnieren so undicht geworden, dass man sie nicht mehr sicher benutzen hätte können. Bei einer Marsexpedition ginge so etwas aber gar nicht. Da muss man Raumanzüge hunderte Male verwenden können, denn man kann nicht einfach zur Erde zurückfliegen und sich mal kurz neue holen.

Überhaupt die Dichtigkeit. Ich hab’s ja schon einmal gesagt: Kein Raumanzug ist vollständig dicht. Man kann ihn nur MÖGLICHST dicht bekommen. Könnte man die ganzen Undichtigkeiten sichtbar machen, der Raumanzug würde aussehen wie eine Sprinkleranlage in Menschenform. Überall leckt die Luft heraus. An den Armen, an den Handschuhen, am Torso, am Helm, überall. Das PLSS (also der Geräterucksack) muss ständig "nachpumpen". Die Handschuhe und Armteile sind am wenigsten dicht. Da gehen etwa 25 Kubikzentimeter Luft pro Minute raus. Am Helm interessanterweise am wenigsten. Der verliert nur 2 Kubikzentimeter pro Minute. Alles in allem gehen etwa 40 Kubikzentimeter Luft pro Minute verloren.

Wieviel Luft ist jetzt eigentlich in so einem Raumanzug insgesamt drinnen? Das hängt natürlich von der Größe ab. Im Schnitt sind es aber etwa 135 Liter. Ohne den Astronauten drin. Mit dem sind es etwa noch 55 Liter Luft. Das sind 55.000 Kubikzentimeter. Das bedeutet, wenn man gar nichts nachpumpt, würde die gesamte Luft nach etwa 23 Stunden aus dem Raumanzug entwichen sein. Geht also eigentlich doch gar nicht sooo schnell, mit dem Luftverlieren, wie das zuerst ausgesehen hat.

Dann muss das Gewicht reduziert werden. Der Apollo-Anzug wog 82 Kilogramm. Der Raumanzug der ISS wiegt auf der Erde sogar - vollgetankt und mit allem Drum und Dran - 128 Kilogramm. Ohne den Astronauten. Wenn man den mal mit 72 Kilo ansetzt, dann sind das zusammen 200 Kilo. In der Schwerelosigkeit ist das kein Problem. Auf dem Mond wäre das noch akzeptabel (da beträgt die Schwerkraft nur ein Sechstel von der auf der Erde). Schwieriger wäre das schon auf dem Mars. Da würde unser Astronaut – allerdings MIT dem Raumanzug – ungefähr 75 Kilo wiegen, wäre aber in dem sperrigen, umständlichen und komplizierten Ding unterwegs. Um dem abzuhelfen entwickelt die NASA derzeit einen so genannten "Hard Suit" (spricht man „Hard Sjuut“). Also einen "Harten Raumanzug". Trotz des Namens, der nach viel Gewicht klingt, soll der haltbarer, wesentlich leichter und vor allen Dingen viel einfach anzulegen sein.

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"Maximum Absorption Garment", oder kurz MAG. Die Astronautenwindel. Bild: NASA

Wir haben ja schon gesehen, dass so ein Raumanzug eine Art „Mini-Raumschiff in Menschenform“ ist, in dem sich die Astronauten bis zu zehn Stunden aufhalten müssen. Wenn man da solange Zeit drin eingesperrt ist, muss man in diesem Anzug auch aufs Kloo gehen könne. Dabei geht es in praktisch allen Fällen nur um das „kleine Geschäft“. Pinkeln also. Das „große Geschäft“, den Stuhlgang also, muss man halt so lange „verdrücken“, bis man wieder zurück im Raumschiff ist.

Zu den Zeiten der Apollo-Mondflüge war die Pinkelvorrichtung noch speziell auf den männlichen Körperbau hin ausgerichtet. Der Astronaut auf dem Mond konnte damit im Stehen pinkeln. Aber wir wissen ja: So ein "Pimmel" ist von Mann zu Mann ja recht unterschiedlich. Da gibt es lange und kurze, dicke und dünne, und bei Kälte und Wärme verändert sich die Länge auch nochmal. Richtig gut hat das deswegen nie funktioniert, und mehr als ein Astronaut stand während der vielstündigen Mondexkursionen bis zu den Knöcheln im eigenen Urin. Und so entschieden sich die Ingenieure von Hamilton Standard, die EMU für die Shuttle-Missionen und die Raumstation im „unisex“-Format auszulegen. Für Männer und für Frauen gleichermaßen geeignet. Schon weil jetzt nicht mehr nur Männer in den Weltraum flogen, sondern auch Frauen. Somit musste der Raumanzug in allen Funktionen für Frauen UND Männer geeignet sein. Die Lösung des Problems war so einfach, dass man schon sagen muss: Da hätte man auch gleich drauf kommen können. Für beide Geschlechter gibt es jetzt einfach das Maximum Absorption Garment, kurz MAG. Das sind die Windeln für Erwachsene, über die wir schon gesprochen hatten.

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Die europäische Astronautin Samantha Cristoforetti, eine Kollegin von Luca Parmitano, bereitet sich hier auf das Unterwassertraining in Houston vor. Sehr gut zu erkennen ist die Unterwäsche, durch die fünf Liter Kühlflüssigkeit läuft. Die gelben Stücke sind die Schlauchanschlüsse zum PLSS. Bild: NASA

Astronauten üben heutzutage für ihre Raumflüge unter Wasser. Als erster hat das Edwin Aldrin gemacht, viel besser bekannt unter seinem Spitznamen "Buzz" (Bass). Er war ein Mitglied der Apollo-11 Crew und der zweite Mensch auf dem Mond. Aber er flog schon vorher in den Weltraum, nämlich mit Gemini 12. Und ich hab Dir ja geschrieben, dass das EVA-Manöver bei den Gemini-Flügen zuerst überhaupt nicht gut geklappt hat. Bis dann Buzz Aldrin und die Ingenieure von der NASA das Unterwasser-Training erfunden haben. Damit da nichts passiert, also beim Training im Wasser, wird so ein Astronaut immer von Sicherungs-Tauchern begleitet. Schließlich will ja keiner, dass einer wegen eines undichten Ventils im Raumanzug womöglich auf der Erde ertrinkt.

Die Gefahr des Ertrinkens ist nun mal die größte Gefahr für einen Astronauten. Im Weltraum und auf der Erde. Meine zumindest ich (andere Leute sind da natürlich durchaus anderer völlig Meinung, das muss ich schon zugeben). Aber es ist nun mal Tatsache: in so einem Raumanzug ist nicht nur Luft, sondern da sind insgesamt auch etwa sieben Liter Wasser. Fast ein ganzer Eimer voll. Zwei Liter davon sind Trinkwasser. Fünf Liter sind die Kühlflüssigkeit. Wir haben gesehen, dass es in einem Raumanzug nie das Problem ist, dass es da drin zu kalt wird. Das Problem besteht vielmehr darin, die im Anzug produzierte Wärme wieder herauszubringen. Und dazu braucht man diese fünf Liter Kühlwasser. Sie bewahren den Astronauten davor, einen Hitzschlag zu bekommen. Das Kühlwasser kreist in Röhrchen in der Unterwäsche der Astronauten, wird im Geräterucksack gekühlt, und dann wieder in den Unterwäsche-Kühlkreislauf geschickt.

Und mit diesem Unterwäsche-Kühlkreislauf, der sich doch so harmlos anhört, wäre um ein Haar etwas Schreckliches passiert. Und es ist noch gar nicht so lange her:

Das Problem begann am 16. Juli 2013. Der europäischer Astronaut Luca Parmitano, der gerade fünfeinhalb Monate auf der Internationalen Raumstation verbrachte, sollte an diesem Tag mit seinem amerikanischen Kollegen Chris Cassidy (spricht man: Kriss Kässidi) einen Außeneinsatz unternehmen. Ihre Aufgabe bestand darin, Kabelverbindungen an der Hülle einiger Module zu installieren. Einen ähnlichen Außeneinsatz hatten sie schon eine Woche zuvor gemacht, und dabei war alles gut gegangen.

Die beiden Astronauten verließen die Luftschleuse, als sich die Raumstation gerade auf der Nachtseite der Erde befand. Es war somit stockfinster draußen. Parmitano klinkte seine Sicherheitsleine mit dem Karabiner in eine der dafür vorgesehenen Ösen ein. Cassidy machte dasselbe. Die beiden checkten sich gegenseitig, dann begab sich jeder auf seine Arbeitsstation. Obwohl sich die beiden an diesem Tag fast im selben Bereich der Station aufhalten sollten, nur ein paar Meter voneinander entfernt, waren ihre Wege dorthin doch sehr unterschiedlich. Die Sache war so ähnlich, wie wenn zwei Leute gleichzeitig eine Gartenhecke schneiden. Der eine außen, und der andere innen. Derjenige, der außen arbeitet, muss erst den Garten verlassen, und um das Haus herumgehen, damit er an seinen Platz kommt, obwohl sie am Ende nur zwei Meter voneinander entfernt sind.

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Hier legt sich Luca Parmitano (Mitte) vor seinem gefährlichen Abenteuer gerade den Raumanzug an. Links ist Chris Cassidy, rechts Karen Nyberg. Bild: NASA

Parmitano nahm den direkten Weg, während Cassidy den langen Weg einschlug, bei dem er um das Zentralsegment der Raumstation herum musste. Parmitano begab sich zunächst zu einem Behälter, den er vor einer Woche, beim ersten Teil der Arbeiten zurückgelassen hatte. In diesem Behälter waren verstaut. Die sollte Parmitano an diesem Tag an Anschlussbuchsen anklemmen, und sie an der Hülle der Labormodule mit kleinen Metalldrähten befestigen. Bei dieser Aufgabe musste er die Finger sehr viel bewegen, was im aufgepumpten Raumanzug sehr anstrengend ist, wie wir schon wissen.

Chris Cassidy hatte vor einer Woche das erste Kabel schon teilweise angeschlossen. Parmitano machte nun bei der Arbeit da weiter, wo sein Kollege aufgehört hatte. Er nahm das Teil, das noch nicht verbunden war, und verlegte es sorgfältig hin zur Anschlussbuchse. Nach ein paar kleineren, anfänglichen Problemen informierte er die Bodenkontrolle in Houston, dass er jetzt mit dem ersten Kabel fertig wäre und nun das zweite in Angriff nimmt. Dieses Kabel muss an der schwierigsten Arbeitsstation an der ganzen ISS verlegt werden: Dem Kreuzungspunkt der Module Tranquillity, Unity und Destiny.

Das ist eine vertrackte Position und dort ist er ziemlich eingeklemmt. Die Arbeit mit der zweiten Leitung ist deswegen schwierig, denn er kann sich kaum bewegen. Außerdem will sich das Kabel immer wieder zusammenrollen. Gerade als er sich überlegt, wie man es am besten "entspiralisiert", fällt ihm auf, dass etwas nicht stimmt. Da ist Feuchtigkeit im Nacken. ganz schön viel Feuchtigkeit. Das ist ein ziemlich unerwartetes Gefühl in einem Raumanzug. Parmitano bewegt den Kopf von einer Seite zur anderen, um sein Gefühl zu bestätigen. Aber es geht nicht weg. Die Feuchtigkeit bleibt. Und eigentlich kann man es auch nicht „Feuchtigkeit“ nennen. Es ist eindeutig nass.

Es kostet ihn einige Überwindung, der Flugleitung in Houston das Problem mitzuteilen. Er weiß, dass seine Nachricht das Ende dieses Außenbordmanövers bedeuten wird. Er berichtet, was los ist, und die Flugkontroller in Houston bitten ihn, auf weitere Anweisungen zu warten. Sein Kollege Chris Cassidy hat die Sache über den Helmfunk mitbekommen, und sich zu ihm hinüber begeben. Jetzt sieht er nach, ob er von außen die seltsame Wasserquelle im Helm sehen kann.

Zunächst sind die beiden davon überzeugt, dass es aus dem Trinkwasservorrat kommen muss. Oder dass es vielleicht Schweiß ist. Aber die Flüssigkeit ist viel zu kalt um Schweiß zu sein. Und vor allem: Es wird immer mehr. Außerdem sieht Cassidy er kein Trinkwasser aus dem Saugventil fließen. Er gibt seine Beobachtung an Houston durch. Jetzt ist Houston richtig alarmiert und gibt die Anweisung, das EVA sofort abzubrechen. Parmitano vereinbart mit Cassidy, dass der zuerst noch die Arbeitsgeräte sichern soll, bevor auch er in die Luftschleuse zurückkommt. Parmitano und Cassidy haben ja alle Gerätschäften noch „draußen“ gelassen. Für Cassidy bedeutet das aber, dass er erst wieder um die Zentralstruktur herum muss, um seine Arbeitsstation zu sichern. Erst dann kann auch er in die Schleuse kommen. So lange muss Parmitano aber dann auf jeden Fall warten, denn er kann seinen Kameraden nicht ausschließen.

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Um diesen Raumanzug der Zukunft wäre Luca Parmitano in seiner gefährlichen Situation wahrscheinlich froh gewesen. Bild: Beonit Concepts

Als er sich in Richtung der Luftschleuse bewegt, bemerkt er, dass die Menge an Wasser im Helm immer mehr zunimmt. Die Hörmuscheln der Kopfhörer sind vollgelaufen, und er kann kaum noch etwas hören. Durch sein Helmvisier ist so gut wie nichts mehr zu sehen. Dort hat sich eine Wasserschicht angelegt, die fast die ganze Scheibe bedeckt. Ihm fällt ein, dass er auf dem Rückweg entlang der Sicherungsleine an einer Antenne vorbei kommt. Die muss er in aufrechter Position passieren, um sie nicht zu beschädigen. Eine aufrechte Position ist an der Stelle schon deshalb notwendig, damit sich die Sicherungsleine wieder korrekt aufspult. Es wäre fatal, wenn die sich jetzt verheddern würde.

In dem Moment als er sich "aufrichtet" passieren zwei Dinge: Die Sonne geht unter, und seine Fähigkeit zu sehen, die durch das Wasser sowieso schon stark eingeschränkt ist, geht völlig verloren. Inzwischen hat das Wasser auch die Nase vollständig bedeckt. Die Sache wird noch verschlimmert, als er versucht, die Nase durch Kopfschütteln wieder frei zu bekommen. Der obere Teil des Helms ist jetzt komplett vollgelaufen. Parmitano muss befürchten, dass er schon beim nächsten Atemzug Wasser statt Luft einatmet. Durch das Kopfschütteln und weil er auch überhaupt nichts mehr sehen kann, hat er auch völlig die Orientierung verloren. Er weiß jetzt nicht mehr, in welcher Richtung es zur rettenden Luftschleuse geht. Er kann nur noch drei Zentimeter weit sehen. Bis zur Wasserschicht, die sich an seine Sichtscheibe geklebt hat. Er kann aber nicht mehr die Handgriffe an den Modulen erkennen, an denen entlang er sich zur Schleuse hangeln muss.

Parmitano versucht, die Flugkontrolle in Houston zu erreichen. Er kann sie reden hören, aber ihre Stimmen klingen weit entfernt. Sie ihrerseits können Parmitano gar nicht mehr verstehen. So ist er auf sich alleine gestellt. Verzweifelt überlegt er sich einen Plan. Er muss so schnell wie möglich die Schleuse erreichen. Er weiß zwar, dass irgendwann auch Chris Cassidy kommen wird, und ihn abholt. Aber er weiß nicht, wie viel Zeit ihm noch verbleibt, bis der Helm komplett voller Wasser ist. Da fallen ihm die Sicherheitsleinen ein. Der Aufspul-Mechanismus für die Sicherungsleine hat eine Spannung von 1,5 Kilogramm. Diese Spannung kann er spüren und sie zieht ihn nach links. Er muss also nur dieser Spannung bis zur Schleuse folgen. Er tastet nach den Griffen, versucht die Seilspannung zu fühlen und zwingt sich, nicht in Panik zu verfallen. Trotzdem muss er ständig dran denken, was passiert, wenn die Flüssigkeit seinen Mund erreicht. Nase und Ohren sind ja schon vollständig bedeckt. Die einzige Möglichkeit, die ihm dann noch bliebe, wäre dann, das Sicherheitsventil am Helm bei zu öffnen und Druck abzulassen. Das könnte etwas Wasser hinausbefördern. Aber nur so lange, bis es durch den Sublimationseffekt (also die Verdampfung, die im Vakuum direkt zu Eisbildung führt) zu gefrieren beginnt. Der Druck im Anzug würde dann auf ein lebensgefährliches Niveau sinken. Nein, das das kann nur die allerletzte verzweifelte Möglichkeit sein.

Er muss sich langsam bewegen, sonst verliert er das Gefühl für die schwache Seilspannung. Es scheint eine Ewigkeit zu dauern. Tatsächlich vergehen aber nur wenige Minuten. Endlich bemerkt er zu seiner großen Erleichterung - irgendwie durch seinen Wasservorhang hindurch – dass er die Thermalschutzabdeckung der Luftschleuse erreicht hat. Die letzte Anweisung, die er noch verstanden hatte, war sofort in die Luftschleuse zu kommen, und nicht auf Chris Cassidy zu warten. Entsprechend den Vorschriften müsste er eigentlich als zweiter in die Schleuse gehen, weil er als erster rausgegangen war. Aber jetzt ist es nicht die Zeit, Vorschriften zu befolgen.

Mit geschlossenen Augen gelingt es Parmitano in das Innere der Schleuse zu kommen. Dort muss er jetzt aber auf Chris Cassidys Rückkehr warten. Schließlich spürt er eine Bewegung hinter sich. Cassidy ist jetzt auch in der Luftschleuse und schließt sofort die Außenluke. In diesem Moment geht die Kommunikation von Houston an Karen Nyberg (spricht man: Karin Neiberg) über, eine Astronautin, die ebenfalls an Bord der ISS ist. Nyberg befindet sich hinter der noch geschlossenen Innenluke, denn es herrscht ja nach wie vor Vakuum in der Schleuse und man kann sie von der Seite der Raumstation her nicht betreten. Parmitano kann Karen Nyberg hören, aber sie hört ihn nicht, weil Parmitanos Mikrophon schon vollständig vom Wasser umschlossen ist. Er merkt es daran, weil sie ihre Instruktionen wiederholt, obwohl er schon drauf geantwortet hat. Er folgt den Anweisungen von Nyberg so gut es geht, aber in dem Moment, als der Druckaufbau in der Schleuse beginnt, geht der Audio-Kontakt komplett verloren. Parmitano hat jetzt Wasser in der Nase und in den Ohren und kann nur noch „fühlen“, solange er den Anzug nicht ausziehen kann.

Er bewegt sich jetzt so wenig wie möglich, um zu vermeiden, dass sich das Wasser im Helm bewegt und ihm möglicherweise doch noch in den Mund kommt. Dann könnte er nicht mehr atmen. Doch jetzt beginnt endlich die Luft in die Schleuse zu strömen. Parmitano weiß jetzt, dass er jetzt den Helm abnehmen könnte, wenn die Gefahr bestehen, dass er erstickt. Er würde dann zwar dann aufgrund des noch viel zu geringen Luftdrucks sofort das Bewusstsein verlieren, aber das wäre auf jeden Fall besser als zu ertrinken. Chris Cassidy drückt ihm die Hand, und Parmitano gibt ihm das o.k.-Zeichen. Sprechen können Sie noch nicht miteinander.

Die Minuten des Druckaufbaus vergehen. In Wirklichkeit dauert sowas nämlich viel länger als in den Science-Fiction-Filmen, wo das immer in Sekunden geht. Dann öffnet sich schließlich die innere Schleusentür, an der sich schon das ganze Team versammelt hat, um ihm zu helfen. Karen Nyberg entriegelt den Helm und hebt ihn vorsichtig über den Kopf. Fyodor Jurtschikin und Pawel Vinogradow reichen ihm sofort Handtücher. Parmitano kann sie zunächst noch nicht hören, denn Nase und Ohren sind noch voller Wasser. Aber nach ein paar Minuten ist er das wieder los. Eine der gefährlichsten Situationen in der Geschichte der Weltraum-Außenbordmanöver ist glücklich zu Ende gegangen.

Heute weiß man, was damals passiert ist. Bei Parmitanos Beinahe-Unglück hat eine verstopfte Pumpe im PLSS, also im Lebenserhaltungssystem des Anzugs dafür gesorgt, dass Wasser in den Luftkreislauf eindringen konnte. Diese Geschichte hätte Luca Parmitano das Leben kosten können. Wir sehen also, auch im Raumanzug ist ein Astronaut niemals völlig sicher. Man kann daran noch viel verbessern. Aber eines Tages werden die Astronauten wirklich in der Lage sein, wie die Helden in Star Trek mit fließenden Bewegungen in den Raumanzug zu schlüpfen, aus der Luftschleuse hinauszuspringen, und neuen Weltraum-Abenteuern entgegen zu schweben.

Tja, lieber Max, soweit für diesmal. Unsere kleine Brief-Serie über die Raumanzüge und die größte Gefahr für einen Astronauten, die darin besteht, zu ertrinken, endet an dieser Stelle.

Vielleicht schreibe ich schon bald mal eine zweite Serie. Und einen Titel dafür habe ich auch schon. Er lautet: "Die größte Gefahr für einen Astronauten besteht darin, zu ertrinken - Teil 2". Beginnen würde diese Serie mit der Geschichte von Sojus 23. Dieses Raumschiff landete nämlich versehentlich während eines Schneesturms im Tengis-See in Kasachstan. Die beiden Kosmonauten an Bord wären dabei um ein Haar ertrunken.

Bis dahin alles Gute, Dein Onkel Eugen

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So schön und friedlich kann es auf der Internationalen Raumstation auch sein. Bild: NASA

 

11.May 2015 | 22:43

Yuris Night 2015 in Wien – eine Retrospektive

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Yuris Night in Wien Bild: Carola Riegler

Am 12. April 1961 fand der erste Raumflug in der Geschichte der Menschheit statt. An diesem Tag umrundete der sowjetische Kosmonaut Yuri Gagarin innerhalb von 90 Minuten einmal die Erde. Seine Tat läutete das Zeitalter der bemannten Raumfahrt ein. Seit einer Reihe von Jahren finden zur Erinnerung an dieses Ereignis weltweit unter dem Motto „Yuris Night“ Gedenkveranstaltungen statt, deren Aktionsrahmen sich, je nach Intention und Laune der Veranstalter, zwischen Party, Filmfestival, Space-up, öffentlichen Vorträgen und klassischer Konferenz bewegen. Sehr häufig ist es eine Mischung mehrerer derzeit gängiger Formen der Wissenschaftskommunikation. Heuer fiel der 12. April auf einen Sonntag, veranstaltungstechnisch ein eher undankbarer Termin.

Ausrichter der Yuris Night in Wien war – wie in den Vorjahren - die Astronomie- und Raumfahrtplattform „Der Orion“, deren Mitgründer ich bin. Die Veranstaltung wurde von meinen beiden geschätzten Mitstreiterinnen Maria Pflug-Hofmayr und Monika Fischer organisiert.

Viele Veranstalter stellen an besuchstechnisch ungünstig gelegenen Wochentagen den Aspekt „Party“ in den Vordergrund, um möglichst viele Besucher anzulocken. Das sollte aber nicht der Standard für die Veranstaltung in Wien sein, obwohl die „Yuris Night“ nicht nur den „Sonntagsnachteil“ hatte, sondern auch noch mit einem absoluten Großereignis konkurrieren musste: dem Wiener Stadtmarathon.

Was an diesem Tag in der Sternwarte der Wiener Urania den gut 150 Besuchern geboten wurde, zeigt der nachfolgende offizielle Bericht, wie er für Publikationen und Sponsoren erstellt wurde.

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Monika Fischer und Eugen Reichl (Astra)

Der anfänglich recht bewölkte Himmel machte die Sache spannend, denn die Wiener Ausgabe von Yuri‘s Night stand unter dem Motto: „Internationales Jahr des Lichts“, das die Vereinten Nationen in diesem Jahr begehen. Dieses „Licht“ sollte möglichst nicht nur von der Großstadt zu Füßen der Sternwarte kommen, sondern vor allem auch vom Universum darüber. So beschäftigte die Raumfahrt-Fans und die Sternenfreunde im Dachsaal der Wiener Urania die Frage, ob man wohl später am Abend mit dem großen Teleskop der Einrichtung Planeten und Sterne beobachten könnte. Zur Unterstützung des Urania-Teleskops hatte auch die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie Teleskope aufgebaut, um möglichst vielen Besucher einen Blick in den Himmel zu ermöglichen.

Die Veranstaltung begann um 18:00 Uhr. Da war es bis zum Sonnenuntergang, und damit bis zur Nagelprobe für diese Frage, noch eine ganze Weile hin. Gastgeberin der folgenden Stunden war Monika Fischer vom „Verein Förderkreis Astronomie und Raumfahrt - Der Orion‘“. Sie konnte die gut 150 Gäste zur bereits siebten Yuris Night in Wien begrüßen. Die „Yuris Night“ wird weltweit begangen. Insgesamt gab es an diesem Tag – verstreut über den ganzen Planeten – mehr als 150 Veranstaltungen im Gedenken an den historischen ersten Orbitalflug von Juri Gagarin am 12. April 1961.

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Maria Pflug-Hofmayr von "Der Orion'

Die offiziellen Begrüßungsworte sprach Dr. Günther Sidl, der Hausherr der Wiener Urania. Danach stimmte Maria Pflug-Hofmayr in einem Bilderstreifzug durch die Geschichte der Himmelsabbildung die Gäste auf den Abend ein. Quelle vieler dieser Bilder war der Bildblog „APOD“, das„ Astronomy Picture of the Day“, der seit zwei Jahrzehnten existiert. Dieses legendäre Internet-Sammelwerk bringt täglich ein spektakuläres Foto aus Raumfahrt oder Astronomie, begleitet von der Erläuterung eines Fachmannes. Pflug-Hofmayr, Mithgründerin der Astronomie- und Raumfahrtplattform www.der-orion.com, übersetzt diesen Erläuterungstext täglich vom Englischen ins Deutsche und veröffentlicht ihn zusammen mit dem jeweiligen Bild. Sie spannte dabei den Bogen von den frühen astronomischen Wandmalereien unserer steinzeitlichen Vorfahren, über die schon legendären Aufnahmen des Hubble Weltraum-Teleskopes, das in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag feiert, bis hin zu den neuesten Bildern der derzeit im Sonnensystem aktiven Raumsonden.

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Dr. Carsten Wiedemann von der Universität Braunschweig (Bild: Carola Riegler)

Ein ganz anderes Bild des Weltalls – zumindest des sehr erdnahen Raumes - zeichnete anschließend Dr. Carsten Wiedemann vom Institut für Luft-und Raumfahrtsysteme der TU Braunschweig. Wiedemann beschäftigt sich mit Weltraummüll, etwas wissenschaftlicher auch als „Space Debris“ bezeichnet. Dabei handelt es sich um ausgediente Satelliten, Raketenendstufen, Bruchstücke fester Treibstoffe, Farbpartikel und Trümmerteile, die in wachsender Zahl über unseren Köpfen kreisen und zunehmend ein Problem für die erdnahe Raumfahrt darstellen. Problematisch ist hier, dass sich diese unerwünschten Teile gerade auf den für wissenschaftliche und wirtschaftliche Zwecke beliebtesten Orbitalbahnen häufen. Die oft nur millimetergroßen Fragmente verfügen teilweise über eine enorme kinetische Energie, da sie potentiell mit Relativgeschwindigkeiten von 10 Kilometern pro Sekunde und mehr aufeinander prallen können und bei solchen Zusammenstößen neue Partikel freisetzen. Carsten Wiedemann berichtete auch von Plänen, diesen „Weltraummüll“ wieder aus der Erdumlaufbahn zu räumen, plädierte aber vor allem für die generelle Vermeidung von Space Debris. So sollen zukünftig alle Satelliten auf niedrigen Erdumlaufbahnen dafür ausgerüstet sein, zum Ende ihrer Einsatzlebens gezielt zum Absturz in die Erdatmosphäre gebracht werden zu können. Dann würden sie harmlos in der oberen Atmosphäre verglühen und keine dauerhafte Gefahr für andere Satelliten darstellen.

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Eugen Reichl im Gespräch mit Simonetta di Pippo (Bild: Carola Riegler)

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Simonetta di Pippo würzte ihre Ausführungen mit vielen Anekdoten (Bild: Carola Riegler)

Dass der Weltraum ein Ort der Kooperation und internationalen Zusammenarbeit ist, erörterte anschließend der Raumfahrtjournalist und Orion-Mitgründer Eugen Reichl in einem Podiumsgespräch mit Dr. Simonetta Di Pippo. Die ehemalige ESA-Chefin für bemannte Raumfahrt ist seit März letzten Jahres Direktorin des United Nations Office for Outer Space Affairs (UNOOSA). Bei der lebhaften Diskussion spannte sich der Themenbogen von ihren aktuellen Aufgaben bei der UN, über ihre Arbeit im Rahmen der Organisation „Women in Aerospace Europe“ bis hin zur privaten Raumfahrt, die sie sehr befürwortet, und in der sie eine große Chance für die Zukunft sieht. Di Pippo betonte dabei vor allem die Innovationsmöglichkeiten und die schnellen Entwicklungszyklen, die der privatwirtschaftliche Wettbewerb möglich macht. Auf die Frage von Eugen Reichl, ob sie denn bereit wäre, zum Mars zu fliegen, wenn sich die Chance ergäbe, zeigte sich die Astrophysikerin nicht abgeneigt. Sie räumte allerdings augenzwinkernd ein, dass sie als Fachfrau, die selber lange in der Entwicklung von Raumfahrzeugen beschäftigt war, vor allem die Flugsysteme zuvor einer sehr kritischen Kontrolle unterziehen würde.

Nach diesem angeregten und mit vielen amüsanten Anekdoten gewürzten Gespräch folgte eine kurze Pause für Erfrischungen. Eugen Reichl hatte seine neuesten Werke mitgebracht. Wer wollte konnte sich ein Buch kaufen, und es sich auch gleich signieren lassen. Gegen Ende der Pause war es zunächst nicht ganz einfach, die auf der Dachterrasse verstreuten Gäste wieder in den Dachsaal zu komplimentieren, denn draußen, hoch über der Donau, lockte inzwischen der erhoffte sternenklare Himmel und zusätzlich ein prachtvoller Blick über das nächtliche Wien.

Das nächste Thema war aber dann doch Anreiz genug, wieder in den Vortragsraum zurückzukehren. Dr. Konstanze Zwintz von der Universität Innsbruck machte nämlich die Sterne für die Weltraumfans hörbar. Sie berichtete anschaulich und mit verblüffend prägnanten Demonstrationen von ihren Forschungsarbeit, bei der sie durch die Untersuchung der Schwingungen der Sterne eine genaue Altersklassifizierung durchführen kann.

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Wien bei Nacht (Bild: Carola Riegler)

Wie jedes Jahr verlieh auch heuer gegen Ende der Veranstaltung das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) den Polarsternpreis des Jahres 2015. Geehrt wurde Dr. Christian Brünner von der Universität Graz für seine Verdienste um die Etablierung des Weltraumrechtes als eigenständiges juristisches Fach in Österreich und sein Engagement in der Nachwuchsförderung.

Zum Ausklang des gelungenen Abends waren die Besucher dann nicht mehr zu halten und „stürmten“ die Terrasse des Urania-Dachsaals, um mit den Teleskopen der Wiener Astronomischen Arbeitsgemeinschaft (WAA), vor allem aber mit dem Großen Teleskop der Urania-Sternwarte die Planeten Venus und Jupiter und andere bekannte Himmelsobjekte zu beobachten. Gegen 23:00 Uhr wurden dann die letzten Gäste hinauskomplimentiert, um das Personal der Wiener Volkshochschulen, das für Yuris Night eine Sonntags-Sonderschicht eingelegt hatte, in den wohlverdienten Feierabend zu entlassen.

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Wien bei Nacht vom Dach der Urania-Sternwarte unweit des Schwedenplatzes (Bild: Carola Riegler)

Nachdem der letzte Gast gegangen war, alles wieder an seinem ursprünglichen Platz stand und alle Lichter gelöscht waren, führten die drei Orioniden, Maria Pflug-Hofmayr, Monika Fischer und Eugen Reichl gegen Mitternacht noch eine Nachbesprechung an einer typischen Einrichtung der Wiener Großstadtkultur durch: am „Würschtelstand“. In diesem Fall am Stand des nahe gelegenen Schwedenplatzes. Bei Käsekrainern, Burenwurst, Bier und Limo wurden dann schon einmal die ersten Pläne für Yuris Night 2016 geschmiedet, denn auch im kommenden Jahr lädt der „Förderkreis Astronomie und Raumfahrt „Der Orion“ alle Raumfahrtfans und Sternenfreunde am 12. April 2016 wieder zu Yuris Night ein. Das Programm und der Veranstaltungsort werden rechtzeitig auf www.der-orion.com bekannt gegeben.

Das deutsche APOD kann über die Plattform-Seite http://www.der-orion.com angesteuert werden. Er hat aber auch eine eigene URL über die er – versuchen Sie es ruhig mal – als Startbildschirm eingestellt werden kann. Die Adresse lautet dann: http://www.starobserver.org/

Diesen Bericht mit anderen Bildern und dem Medienecho zur Veranstaltung finden Sie auch hier

04.Apr 2015 | 18:18

Die größte Gefahr für einen Astronauten besteht darin, zu ertrinken – Sechster Brief

und wer's noch nicht gelesen hat: hier sind Brief 1, Brief 2, Brief 3, Brief 4 und Brief 5Bloggewitter_Kinder_logo

 

Lieber Max,

Bild 1 - ISS EMU CR NASA

Die amerikanische Extravehicular Mobility Unit (kurz: EMU), wie sie auf der Raumstation verwendet wird (BIld: NASA)

na, was sag ich. Im Länderspiel gegen Georgien HAT Müller wieder ein Tor geschossen. Hoffentlich gelingt ihm das heute in der Bundesliga auch. Nachdem die Borussen im Aufwind sind und die Bayern vor zwei Wochen eins auf die Mütze bekommen haben, bin ich dieses Mal besonders gespannt. Das darf ich nicht verpassen. Deswegen gleich mal ran an den Speck und rein ins "Eingemachte".

Und damit sind wir auch schon beim Thema, denn wie letztes Mal versprochen, steht heute "Eingemachter Astronaut" auf dem Speiseplan. Wir haben uns ja bisher mit dem Beginn des "Raumanzug-Zeitalters" beschäftigt. Und ich hab Dir Geschichten aus dem Projekt Mercury und dem Projekt Gemini erzählt. Danach kam - bei den Amerikanern - das Projekt Apollo. Und da waren die wesentlichen Kinderkrankheiten der Raumanzüge überwunden. Sie waren "erwachsen" geworden. Das bedeutete aber nicht, dass sie auch einfacher wurden. Dabei ist so ein Raumanzug im Prinzip eigentlich etwas ganz schlichtes: ein aufgeblasener Ballon in Menschenform.

Allerdings wird dieser "Menschenballon" nicht auf den gewohnten Luftdruck aufgepumpt, wie wir ihn von der Erdoberfläche her kennen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Man kann bei einem niedrigerem Druck wesentlich einfacher halbwegs Dichtigkeit erreichen (dass ein Raumanzug NIE ganz dicht ist, erzähl ich Dir nächstes Mal). Vor allem kann sich der Astronaut dann auch in seinem Anzug noch bewegen.

Du kannst Dir das gut vorstellen, wenn Du wieder den Ballon als Beispiel nimmst. Wenn der knallvoll aufgepumpt ist, dann kann man den nicht knuddeln und biegen. Ist er aber nur halbvoll aufgeblasen, dann kann man ihn quetschen und formen wie es einem gefällt. Luftdruck können wir normalerweise übrigens nicht fühlen. Die Menschen haben kein Sinnesorgan dafür. Nur wenn sich der Druck sehr schnell ändert, bei einem Sturzflug etwa, dann knackst es in den Ohren oder es wird einem schwindlig.

Der amerikanische Raumanzug eines Astronauten, der auf der Raumstation arbeitet, ist die EMU (für "Extravehicular Mobility Unit" und das ist wirklich ein Mörder-Zungenbrecher, der spricht sich nämlich: Extra-Vehi-kjular Mobiliti Junit). Der arbeitet bei einem Druck von 0,35 Atmosphären. Das ist nur ein Drittel des Druckes von Kelheim an der Donau und entspricht fast dem Druck auf dem Gipfel des Mount Everest. Und wie wir jetzt ja wissen, kann man mit normaler Luft als normaler Mensch auf dem Mount Everest kaum noch atmen. Eigentlich atmen wir Menschen ja eine Stickstoff-Atmosphäre mit ein bisschen Sauerstoff drin. Tatsächlich sind es etwa 78 Prozent Stickstoff und 22 Prozent Sauerstoff. Beträgt der Luftdruck aber nur noch ein Drittel des normalen Drucks, dann würden wir viel zu wenig Sauerstoff abbekommen und bald ersticken. Da würde dann der Stickstoff in der Luft seinem Namen alle Ehre machen.

Damit die Atmerei bei einem so niedrigen Druck noch funktioniert - und natürlich auch damit der Raumanzug für den Astronauten ein wenig beweglicher wird - lässt man in einem Raumanzug den Stickstoff einfach komplett weg und atmet nur den Sauerstoff. Reinen Sauerstoff also. Dann bekommt man auch bei nur einem Drittel des normalen Luftdrucks noch genug davon ab. Leiderleider taucht da aber schon das nächste Problem auf. Und das ist nicht von Pappe. Das Problem heißt "Taucherkrankheit", was Dir bei einem Raumfahrer wahrscheinlich etwas komisch vorkommen dürfte. Die Luft, die man für die Raumstation herstellt, ist aber fast dieselbe wie in Kelheim an der Donau. Es fehlen nur die Spurengase und die Autoabgase. Und auch der Luftdruck ist derselbe wie bei Dir daheim. Wenn ein Astronaut also aussteigt, und dafür seinen Raumanzug anzieht, muss er für seinen Aufenthalt bei nur einem Drittel dieses Wertes vorbereitet werden. Sonst bekommt er ein ähnliches Problem wie ein Taucher, der sich lange in großer Tiefe und unter hohem Gasdruck aufgehalten hat, und der jetzt wieder an die Oberfläche will. Und das bedeutet: Wenn die Astronauten da nicht aufpassen wie die Schießhunde, dann bekommen sie im Weltraum die Taucherkrankheit.

Bild 2 - Michael Clifford Linda Godwin CR NASA

Die Astronauten Michael Clifford und Linda Godwin hier beim "Voratmen", um die Taucherkrankheit zu vermeiden (Bild: NASA)

Damit er (oder natürlich "sie", denn auch Frauen können natürlich Astronautin werden) muss er zunächst unter normalem Umgebungsdruck reinen Sauerstoff „voratmen“. Und zwar ein paar Stunden lang. Das dient dazu, den Stickstoff aus dem Blut zu entfernen, und damit Symptome der Taucherkrankheit (durch die Bildung von Stickstoffbläschen) zu verhindern. Diese Stickstoffbläschen könnten zu Embolien, Infarkten und Lähmungen führen, was gar nicht lustig ist. Erst dann kann sich der Astronaut auf seine EVA vorbereiten. EVA, das hatten wir ja schon, ist die NASA-übliche Abkürzung für "Extra Vehicular Acitvity", zu umschreiben mit "Einsatz außerhalb des Raumfahrzeugs". Und dann zieht er seine EMU an.

Die EMU besteht aus 13 Lagen unterschiedlicher Materialien. Von innen nach außen sind das: Nylon (spricht man "Nei-lonn") und Spandex für die Unterkleidung des Astronauten, mit Urethan beschichtetes Nylon, Dacron, mit Neopren beschichtetes Nylon, Mylar, Gortex, Kevlar (wie es für die kugelsicheren Westen verwendet wird) und als äußerste Schicht Nomex. Wenn all diese verschiedenen Schichten zusammengenäht sind, dann haben sie eine Gesamtdicke von etwa einem halben Zentimeter.

Bei den Raumfahrtprogrammen Mercury und Gemini war jeder Raumanzug eine Maßanfertigung für einen einzelnen Astronauten. Bei den EMUs ist das nicht so. Die sind modular aufgebaut, wie man das nennt. Das bedeutet, dass man sich aus einem Vorrat an Einzelteilen seinen persönlichen Raumanzug selber zusammenstellen kann. Sowohl für die nur 45 Kilo schwere und 155 Zentimeter große Astronautin, als auch für einen Riesenkerl von 1,95 Meter und 100 Kilo Gewicht.

Bild 3 - SAFER

Der Mini-Raketenrucksack SAFER. Dieses Teil schnallt man sich unten an das Primary Life-Support Subsystem (Bild: NASA)

Zusammen mit dem Versorgungssystem auf dem Rücken ist so ein Raumfahrzeug dann im Prinzip ein Kleinraumschiff, dem nur noch die Triebwerke fehlen. Doch auch dem kann abgeholfen werden. Wenn sich der Astronaut einen sogenannte SAFER-Kit umschnallt. (SAFER, das steht für "Simplified Aid for Extravehicular Activity Rescue und solltest Du das tatsächlich in voller Länge aussprechen wollen, dann heißt das "Simpli-feid Ä-id foor extra-fehi-kuhlaar äktifitie ress-kju) umschnallt. Das ist - etwas profan ausgedrückt - ein Raketenrucksack, mit dem sich der Astronaut dann tatsächlich frei im Weltraum bewegen kann.

Der "Ladenpreis" für eine Hamilton Standard (so heißt die Firma, die den herstellt) EMU beträgt derzeit ungefähr 25 Millionen Dollar. Ohne den SAFER. Dafür kriegt man - mal überlegen - etwa einen Supertanker voll Mao-am, oder einen Stapel Schokoladentafeln, der 250 Kilometer hoch in den Weltraum reicht. Der Schokoladenstapel für zwei komplette Raumanzüge reicht somit bis zur Umlaufbahn der Internationalen Raumstation. An Bord der ISS befinden sich übrigens genügend Einzelteile, um mindestens drei amerikanische Raumanzüge zusammenzusetzen. Und nur der Vollständigkeit halber: Es gibt auch noch drei russische EVA-Raumanzüge an Bord der Internationalen Raumstation. Bloß die funktionieren ein wenig anders und sind auch ein wenig anders aufgebaut.

Bild 4 - SAFER Mark Lee

Hier benutzt der Astronaut Mark Lee den SAFER (Bild: NASA)

Soderla. Jetzt muss sich die Astronautin oder der Astronaut dieses Ding anziehen. Das ist eine seeehr umständliche Prozedur. Nicht zu vergleichen mit dem, was man in den Star Wars-Filmen sieht. Wenn die die Helden einen Raumanzug brauchen, dann sind das immer diese federleichten, schicken, silbernen Dinger. In die werfen sich dann Luke Skywalker und seine Freunde während des Spurts zur Luftschleuse, um dann wenige Sekunden später entschlossen durch das zischend aufgesprungene Schott in den freien Raum zu springen, und mit dem Antriebsstrahl des Raketenrucksacks dem nächsten Abenteuer entgegen zu düsen.

Nichts könnte weiter von der Wirklichkeit der Gegenwart entfernt sein. Jeder Astronaut und jede Astronautin beginnt den Ausflug in den Weltraum pudelnackt, denn es gilt ein Ding zu installieren, das die NASA verschämt „Maximum Absorption Garment“ nennt (das spricht man fast wie man‘s schreibt, nämlich Maximum Absorptschn Garment). Kurz: MAG. Hört sich toll an. Ist aber nichts anderes als "Pampers" für Erwachsene. Die Notwendigkeit für so ein Ding liegt auf der Hand: Astronauten müssen manchmal über 10 Stunden im Raumanzug verbringen. Und dabei sollen sie möglichst viel trinken, denn die Arbeit ist körperlich extrem anstrengend. Also braucht man seine eigene Mini-Toilette mit.

Als nächstes kommt das „Liquid Cooling and Ventilation Garment“ (Li-quit kuuhling änd venti-läischn garment) dran, kurz LCVG. Auch hinter diesem Wortungetüm verbirgt sich etwas vergleichsweise Einfaches, nämlich die Unterwäsche des Astronauten. Allerdings, so einfach wie die Hemden und Hosen von Peek und Cloppenburg sind die nicht. Das LCVG besteht aus einem Nylon-Hemd und einer langen Unterhose aus Spandex. In beide Kleidungsstücke sind Plastikröhrchen eingearbeitet. Die sorgen dafür, dass es dem Astronauten nicht zu warm wird. Zu kalt wird es ihm übrigens nie, auch wenn auf der Außenseite des Anzuges die Temperatur unter -100 Grad sinkt. Rein technisch gesehen ist so ein Astronaut nämlich nichts anderes als eine leistungsfähige Bio-Kraftwerk. Und die erzeugt erhebliche Abwärme, die man beseitigen muss.

Bild 5 - Unterwäsche

Eine Astronautin zieht sich hier das Liquid Cooling and Ventilation Garment an, die Unterwäsche der Astronauten (Bild: NASA)

Das Kühlwasser für das LCVG kommt in der vom Astronauten gewünschten Temperatur aus dem Geräterucksack. Ein Ausfall der Kühlung ist in kürzester Zeit lebensbedrohlich, denn dann würde der Astronaut innerhalb von Minuten einen Hitzschlag erleiden. Aus diesem Grund gibt es noch ein – allerdings erheblich weniger leistungsfähiges – Reservesystem, das mit kleinen Ventilatoren arbeitet und Luft umwälzt. Die Sache mit dem Kühlwasser hat schon ein paarmal echte Probleme gemacht. Solche Probleme, dass ein Astronaut schon beinahe einmal ertrunken wäre, als das Kühlsystem kaputt ging, und sich die fünf Liter Kühlwasser in seinem Raumanzug verteilten. Und schon haben wir die drei Hauptgefahren für den Astronauten mal wieder beisammen. Ertrinken, Taucherkrankheit und Hitzschlag.

Aber daran denkt unser Astronaut (oder unsere Astronautin) jetzt nicht, denn als nächstes gilt es das EEH-System anzulegen. Dies steht für EMU Electrical Harness und ist die Verdrahtung für alle Biosensoren und Kommunikationsverbindungen, die sich im Inneren des Anzugs befinden. Da haben die Astronauten eine ganze Weile mit dem Rumstöpseln zu tun.

Bild 6 - Snoopy Cap

Der Erfinder des Snoopy Cap ist...Snoopy (Bild: AST)

Danach kommt das „Communications Carrier Assembly“ (CCA). Das Wort kommt den Astronauten ein bisschen zu blöd vor, und deswegen nennen sie es „Snoopy-Cap“. Eine Art Mütze, die an ein Weltkrieg 1-Fliegerkäppi erinnert. Benannt haben sie es nach dem Hund "Snoopy" aus der Comic-Serie "Charlie Brown". Der träumt nämlich auf seiner Hundehütte immer davon, ein Fliegerheld des ersten Weltkriegs zu sein. Mit einem Weltkrieg 1-Fliegerkäppi auf. In diese Mütze ist die Radio-Ausrüstung eingebaut, mit dem sich der Astronaut mit seinen Kollegen in der Raumstation oder in Mission Control unterhält.

Bild 7 - Astronaut-AnnaFisher

Hier die Astronautin Anna Fisher mit dem Snoopy Cap (Bild: NASA)

Nun kann sich der Astronaut in das Lower Torso Assembly (kurz LTA, spricht sich "Louwer Torso Assem-blie) quetschen. Das ist quasi die untere Hälfte des Raumanzuges, in einem einzelnen Stück vom Hosenbund bis zu den Schuhen. Es gibt aber auch hier an einigen Stellen, zum Beispiel an den Knien, Gelenke in diesem Teil, die es dem Astronauten erleichtern, sich zu bewegen.

Jetzt ist es Zeit, sich dem Hard Upper Torso (HUT) zu widmen, einer Fiberglas-Hartschale in der Form einer Weste. Der HUT ist das Verbindungsstück zu einer Reihe weiterer Einheiten. Zu den Armteilen, zum Verbindungsring des LTA, zum Helm und vor allen Dingen zum Lebenserhaltungssystem. Die Verbindung des HUT zu all diesen Elementen geschieht mit Schnellverschlüssen.

Dann werden die „Arme“ angelegt. Die sind im Schulterbereich, am Ellenbogen und am Handgelenk beweglich, und es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, je nach der Körpergröße jeweiligen Astronauten.

Bild 8 - Lower Part

Die Lower Torso Assembly. Die untere Hälfte des EMU-Raumanzugs (Bild: NASA)

Nach den "Armen" sind die Handschuhe dran. Die Fingerspitzen der Handschuhe sind mit Gummi überzogen, damit der Astronaut einen besseren "Griff" hat. Im Inneren der Handschuhe trägt der Astronaut noch einen Innenhandschuh, um Scheuern und Stoßen der Fingerspitzen zu vermeiden. Dies war ein beständiges Problem der Apollo-Anzüge, und vielen der Astronauten gingen nach ihren Mondmission alle Fingernägel ab.

Nun wird der Helm aufgesetzt. Auch er hat einen Schnellverbindungsring, mit dem er am HUT befestigt wird. Der Helm selbst ist nicht drehbar. Vielmehr ist er so groß ausgelegt, dass der Astronaut den Kopf im Inneren hin und her drehen kann. Im Hinterkopfbereich ist der Helm innen gepolstert.

Damit nicht genug. Am Helm wird jetzt die so genannte "Extravehicular Visor Assembly" kurz EVA, aufgesetzt. Sie passt genau über den Helm, und rastet am Kragen ein. Die EVA besteht aus einem Goldmetall-Visier, einer schlagfesten Sichtscheibe, einem Satz Blenden, die ziemlich albern aussehen, ähnlich wie Scheuklappen für Pferde, um blendendes Sonnenlicht abzuschirmen, vier Lampen, sowie einer Fernsehkamera, die alle Tätigkeiten in den Shuttle, die ISS und zum Boden überträgt.

Dann befestigt der Astronaut seinen Trinkbeutel im Kragenbereich des Anzugs. Auch dies eine Erfahrung aus den Apollo-Tagen. Bei Apollo 15 war es bei den Astronauten Irwin und Scott zu Herzrhythmus-Störungen gekommen, weil sie bei der enormen körperlichen Anstrengung massiv Spurenelemente ausschieden, und nicht wieder zugeführt bekamen. Der EVA-Anzug der NASA enthält deswegen einen Behälter mit zwei Liter isotonischer Flüssigkeit, die der Astronaut mit einem Trinkhalm konsumieren kann.

Bild 9 - Handschuhe

Die Handschuhe des EMU (Bild: NASA)

Zusätzlich gibt es eine Halterung im Inneren des Helms, in dem Nahrungskonzentrate, meistens Fruchtriegel, befestigt werden. Die Astronauten können durch eine Drehung des Kopfes mit den Zähnen diese Riegel aufnehmen und verspeisen.

Nun kommen wir zum großen Rucksack, dem "Primary Life-Support Subsystem" (PLSS). Das ist das Lebenserhaltungssystem und die Kraftzentrale des "Miniraumschiffes Raumanzug". Es ist voll gestopft mit Dingen, die das Überleben im Weltraum erst möglich machen. Randvoll mit hochkomplizierter Technik. Hier nur einige der Dinge, die sich da drin befinden: Ein Sauerstofftank mit lediglich 0,5 Liter Inhalt, der aber unter einem Druck von 518 Atmosphären steht, Kohlendioxid-Filter, Geruchsfilter (!), 5 Liter Kühlwasser (hatten wir vorhin schon), Funkgeräte, Warnsysteme, Ventilatoren, eine komplexe Wasserrückgewinnungsanlage für die Kühlluft und vieles mehr. Die Energieversorgung geschieht über Batterien.

Bild 10 - Helm

Der Helm des EMU. Ein technisches Wunderwerk (Bild: NASA)

Sollte das PLSS aus irgendeinem einmal Grund ausfallen, ist unterhalb des PLSS das "Secondary Oxygen Pack" (Secondärie Oxidschehn Päck – kurz: SOP) installiert. Es besteht im wesentlichen aus zwei Sauerstofftanks, die insgesamt 1,2 kg Sauerstoff unter einem Druck von 408 Atmosphären beinhalten. Das reicht für 30 Minuten, und diese Zeit sollte genügen, damit der Astronaut wieder in das sichere Raumfahrzeug kommt. Das SOP aktiviert sich selbständig, wenn der Druck im Raumanzug auf unter 0,23 Atmosphären sinkt.

Schließlich gibt es noch zahlreiche Hilfsgeräte und Vorrichtungen. Da ist zum Beispiel das "Display and Control Module" (Dis-plä-i änd Kontrol-Mod-jul, kurz: DCM), sozusagen das "Armaturenbrett" des Raumanzugs. Es beinhaltet Knöpfe, Kippschalter, Hebel und einen kleinen Bildschirm, auf dem der Astronaut alle Funktionen seines Anzugs, vor allem des PLSS ablesen kann. Das DCM ist in Brusthöhe vor den Augen des Astronauten platziert.

Und dann gibt es die "Servicing and Cooling Umbilical" (Sörvising änd kuuling ambilikl), eine Art Versorgungsleitung, mit der sich der Astronaut, so lange er noch in der Luftschleuse des Raumschiffes ist, an die Bordsysteme anschließen kann. Sinn dieser Anlage ist es, nicht die wertvollen Ressourcen des Raumanzuges schon vor Beginn der Außenbord-Aktivität zu verbrauchen.

In der Praxis sind nicht weniger als 25 zeitraubende Prozeduren zu absolvieren, bevor eine EVA beginnen kann. Einfach wie Flash Gordon (so’n Held aus den alten Zukunftsfilmen) in den Anzug springen und aus dem Raumschiff zu hechten ist nicht drin.

Bild 11 - Schweb

Und wenn alles fertig ist, dann kann der Astronaut losschweben (Bild: NASA)

Lieber Max, das war echt stressig für Dich heute. So viele Raumanzug-Fachausdrücke. Nächstes Mal wird es leichter. Da gibt es den Abschluss dieser Briefe-Reihe und da wird nochmal alles geboten, was es an Raumfahrern, Raumanzügen und Riesengefahren im Weltraum so gibt. Ein Schreckensbild hab ich noch gar nicht beschrieben. Eines, das man sich gar nicht ausmalen will. In einem Raumanzug kann nämlich noch etwas passieren, das nichts mit Ertrinken, Überhitzen, Taucherkrankheit oder einem Meteoritentreffer zu tun hat. In so einem Raumanzug sind viele elektrische Motoren, elektrische Leitungen, Stecker, Schalter und Relais.  Dazu eine Atmosphäre aus reinem Sauerstoff. Die Superkatastrophe wäre aber ein Brand im Raumanzug, ausgelöst durch einen Kurzschluss.

Den abschließenden Brief sende ich Dir erst in zwei Wochen. Nächstes Wochenende bin ich in Wien, bei Yuris Night (Jurihs Neit) und treffe da eine sehr interessante Weltraum-Frau. Simonetta di Pippo. Informationen zu dieser Veranstaltung findest Du HIER.

So, aber jetzt endgültig zum Fußball. Mal schauen, wie es den Bayern in Dortmund geht. Hoffentlich versemmeln sie das nicht...

Bis in zwei Wochen dann, Dein Onkel Eugen

17.Aug 2015 | 22:55

Allgemeines Live-Blog vom 17. – 27. August 2015


27. August

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Ein Hubble-Bild des bipolaren Planetarischen Nebels PN M2-9: In diesem Fall steckt wohl ein Doppelstern hinter der Form des Nebels, in dem präzidierende Jets zu erkennen sind. Auch ein Vergleich mit einem SOFIA-Bild im IR, XMM-Panoramen des Galaktischen Zentrums, ein wesentliches Bauteil vom JWST und das SDO in Erwartung eines Kometen, den gerade SOHO entdeckte. Plus schon wieder ein ExoMars-Abkommen, der Wert terassierter Krater auf dem Mars, eine C-G-Animation vom 12.8. und ein Sub-Kometchen im Vorbeiflug völlig unbekannter Größe, die Funktion des F-Rings des Saturn und ein HangOut zum, eine Animation vom, der Nachschub von Stickstoff im und die Erwartung neuer Bilder vom Pluto-System. Sowie der erfolgreiche Start eines GSLV in Indien, der ausnahmsweise mal längere Hinweg der nächsten ISS-Crew, mal wieder ein SLS-Triebswerks-Test – und auch ein erfolgreicher Orion-Test mit Fallschirm-Defekt: allerlei Bilder und Artikel hier und hier. [23:55 MESZ – Ende]


25. August

ceres1450

Die ersten Aufnahmen von Ceres aus 1470 km Höhe sind da!

Aus diesem High Altitude Mapping Orbit oder HAMO heraus – dem zweit-tiefsten der Mission – sieht Dawn den Zwergplaneten nun dreimal so scharf wie aus der vorherigen Kartier-Bahn. Unter den ersten Bildern ist der bekannte kuriose Berg, der nun noch seltsamer ausschaut und zu gar manchem Jux Anlass gibt: Press Releases zu den ersten HAMO-Eindrücken hier, hier und hier und Artikel hier und hier [NACHTRAG: und hier]. Derweil vom Mars ein HiRISE-Bild eines jungen Kraters, mal wieder ein altes See-Bett, ein neues MOM-Bild, eine schwierige Route für Curiosity – und eine Tagung über Dünen im Sonnensystem. Ferner die besten Bilder der Ring-Monde von Jupiter & Saturn, mal wieder Enceladus-Fontänen, vage Ideen für Missionen zu Uranus und Neptun [NACHTRAG: mehr dazu] und drei Fan-Animationen der New Horizons-Bilder (am 5. September beginnt der komplette Download aller Daten, zunächst lossy komprimiert) und Probleme mit Namens-Kandidaten für Pluto & Charon. Das Vulkan-Glas vom Mond wird immer noch analysiert, es gibt hochauflösende ISS-Videos vom Hurrican Danny, der 4. Ariane-Start 2015 war auch wieder erfolgreich (ein Video, Artikel hier, hier und hier und mehr Links), das 5. HTV (mehr Links) hat die ISS erreicht (Artikel hier, hier und hier [NACHTRAG: und mehr Links]) – und wachsende Zweifel an Suborbital-Tourismus plus der komplette Untersuchungsbericht zum SpaceShipTwo-Unfall, 155 Seiten stark. [23:55 MESZ]

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Die große Fleckengruppe ist immer noch leicht mit einer SoFi-Brille zu sehen und zu fotografieren: bessere Bilder des Ungetüms von heute (mehr und mehr) und gestern (dann auch ein M-Flare von dort). Plus die Sonne mit ALMA gesehen, ein offenbar gespaltener Komet, PANSTARRS am 18. August (von D. Peach) und 17. Juli (von C. Legg, mit plattem Mond)- und bemerkenswerte Amateur-Videos der ISS am Himmel. [21:45 MESZ]

Gaia_s_first_Hertzsprung-Russell_diagram

Astrometriesatellit Gaia seit einem Jahr bei der Arbeit

Seit dem 21. August 2014 hat der unermüdlich den Himmel abscannende ESA-Satellit 272 Milliarden Messungen von Sternpositionen eingefahren, 54.4 Milliarden Helligkeitsmessungen gemacht und 5.4 Milliarden Spektren aufgenommen: In rund einem Jahr soll das erste Produkt daraus erscheinen, ein gewaltiger Positionskatalog mit Helligkeiten. Aber schon jetzt gibt es was zu sehen: Zusammen mit den Sternpositionen aus dem alten Tycho-Katalog der Hipparcos-Mission wurden die Parallaxen und damit Entfernungen von 2 Millionen Sternen bestimmt – woraus wiederum zusammen mit deren Hipparcos- und 2MASS-Helligkeiten obiges HRD der Milchstraße entstand, mit der Tycho-V-Helligkeit gegen die 2MASS-(J-K)-Farbe. Auch die fliegende Sternwarte SOFIA & Exoplaneten, jetzt schon über 100’000 Einzelantennen in LOFAR, wie die SETI-Millionen das Parkes-Teleskop gerettet haben, die Fortschritte von FAST, eine kuriose PM zum Event Horizon Telescope eines Festplatten-Herstellers, weise Worte zum Mauna Kea – und was auf der IAU GA beschlossen und besprochen wurde: Die nächste ist 2018 in Wien. [16:40 MESZ. NACHTRAG: die IAU-Tagungs-Zeitung]


23. August

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Die große Fleckengruppe heute bei Sonnenuntergang schräg durch ein Fenster des Flughafens von Rhodos aufgenommen: mehr Bilder der Serie, noch eine Aufnahme bei Sonnenuntergang und weitere Bilder von heute hier, hier, hier und hier sowie in H-Alpha und gestern hier und hier sowie ihre Evolution animiert. Auch Ausblicke auf die US-ToSoFi in 2 Jahren hier und hier [NACHTRAG: und ein Tagungs-Bericht], das 75. Jubiläum des HAO, die Venus vorgestern – und Berichte von großen Starparties in Berlin, Eau Claire und Canberra. [23:55 OESZ. NACHTRÄGE: mehr zu Berlin und Australien]

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Ein weiteres Abschiedsbild von Dione, mit dem Saturnring hinter dem Mond: Hier sind mehr Bilder vom letzten nahen Cassini-Flyby (Artikel hier und hier) verlinkt. Auch der nahende Start von Indiens ASTROSAT – und 12 Jahre Spitzer Space Telescope. [14:25 OESZ]

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Komet C-G am 16. August, drei Tage nach dem Perihel, aus 331 km Entfernung – auch bodengebundene Aufnahmen von Ende Juli mit 20 Zoll während hoher Aktivität und vor drei Tagen, wie ein 3D-Modell des Kerns funktioniert und eune Mini-Doku über Philaes Landung. Plus Komet Catalina am 20.8. und 18.8. (mehr). [4:15 OESZ. NACHTRAG: zwei Amateur-Aufnahmen C-Gs von heute hier und hier]


19. August

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Fünf aktuelle / gerade veröffentlichte Weltraum-Bilder: ein neues “Selfie” von Curiosity, eine Aufnahme von Indiens MOM von Ophir Chasma, ein ganz neues Dione-Bild von Cassini (auch ein Mosaik und mehr Bilder hier und hier), eine HST-Aufnahme der konfusen Balkenspirale NGC 428 und der Reentry von Прогресс М-26М von der ISS aus gesehen. Auch eine Amateur-Animation des NewHo-Flybys an Pluto & Charon, Erkenntnisse LADEEs zur Exosphäre des Mondes, eine Kamera für OSIRIS-REx [NACHTRAG: ein Press Release und ein allgemeiner Artikel], weitere Videos eines Raketenflugs von Kamers außen drauf, die Pläne von UrtheCast, ein neues HTV unterwegs zur ISS (mehr und mehr), der Einstand der neuen DLR-Chefin, angebliche deutsche Hyperschall-Pläne – und Mars One hat sich einmal mehr blamiert (mehr, mehr und mehr). [23:55 OESZ. NACHTRAG: noch mehr Artikel dazu hier und hier]


17. August

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Eine besonders formschöne Feuerkugel über Baile na Finne in der irischen Provinz Ulster – auf der allerersten Aufnahme des überraschend besonders klar gewordenen Abends. Auch ein weiteres Komposit-Bild der Perseiden, viele Perseiden in Echtzeit, der Anstieg der Rate in der 1. August-Hälfte aus über 3000 Video-Meteoren eines einzelnen Beobachters und ein Bericht mit Zeitraffer-Video [NACHTRÄGE: sowie ein abseitiges Komposit aus mehreren Nächten, ein nettes Foto mit Reflexion, weitere Bildprodukte, eine Diaschau und einzelne Bilder dazu und noch ein Artikel]. Auch die Kometen Catalina heute, gestern und vorgestern und PANSTARRS heute und am 14.8., die Venus am Taghimmel heute und gestern, die weitweite Wirkung von Weltraumwetter, eine Statistik zu Superflares auf anderen Sonnen – und der kommende El Nino könnte der größte je beobachtete werden, was auch allerlei Folgen für die Astronomie in einigen Ländern haben dürfte. [23:55 OESZ. NACHTRAG: mehr dazu]


16.Aug 2015 | 22:45

Astronomie für Kinder – sonntags auf Rhodos

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Der Schauplatz: das weltweit wohl einzigartige Astronomy Café bei Faliraki auf der griechischen Insel Rhodos in der Südost-Ägäis – weitere Bilder hier, hier, hier und hier – heute Abend bei Sonnenuntergang.

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Dutzende Kinder haben sich auf dem weithin sichtbaren Aussichtsturm versammelt, um dann im Astronomie-Garten die dort versteckten Äpfel der Hesperiden zu suchen (für die erfolgreichsten Mädchen und Jungen gibt es dann astronomische Geschenke), während Café-Chef Stergos Manolakas die Eltern mit Meteoriten beeindruckt und bereits ein fetter Dobson wartet …

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… mit dem dann die Kinderscharen des Saturns ansichtig werden: Die kurze Dämmerung auf 36° Nord und der im Sommer fast immer klare Himmel machen beides in einem Rutsch möglich. Die heutige Aktion gehörte zu einer jeden Sommersonntag stattfindenden Serie, die neues Publikum in das Café lockt und seine Bekanntheit weiter steigert. Das Cafè – mit gut sortierter Bar, versteht sich – ist im Sommer jeden Tag ab 17:00 Uhr geöffnet und bietet dann Beobachtungen mit verschiedenen Teleskopen an, zu denen die Besucher in kleinen Gruppen abgeholt werden. Die Kinder-Aktion ist die einzige regelmäßige Sonderveranstaltung (am 19. August wird es aber ein Live-Konzert zur ‘Verabschiedung’ des Skorpions geben) – beschlossen wird sie mit einer Live-Sternführung mit Laser-Pointer:

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09.Aug 2015 | 01:15

Allgemeines Live-Blog vom 9. bis 15. August 2015


15. August

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sprgross2

sprklein

Die vielleicht bemerkenswerteste Nachtaufnahme von der ISS – komplett und zwei Zoom-Stufen – entstand vor 5 Tagen mit einem 28-mm-Objektiv: Sie zeigt neben dem überbelichteten abnehmenden Mond und dem Orion auch rechts ein Gewitter mit tollen hochatmosphärischen Sprites darüber! [NACHTRAG: Und es war nicht die einzige.] Auch immer noch NLCs vorgestern, der Komet Catalina heute (mehr) und vorgestern (auch negativ) – und die Venus war heute in unterer Konjunktion aber fast 8° von der Sonne entfernt: Taghimmel-Bilder von heute (mehr, mehr, mehr und eine Serie bis heute), gestern (mehr) und vorgestern. [23:40 OESZ – Ende]

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Daten da: breites PER-Maximum mit ZHR mehrmals bis 110

Es hat gedauert, bis genug visuelle Beobachtungen aus aller Welt bei der IMO eingelaufen waren, aber jetzt zeichnet sich ein Profil der Perseiden 2015 ab: Die ZHR erreichte einmal am Abend MESZ des 12. August rund 110 (der Dust Trail von 1862?) und ging dann wieder auf 70 bis 90 zurück. Zwischen 3:00 und 13:00 MESZ am 13. August wurde dann mehrere Male erneut die 100-er Marke überstiegen und erneut bis zu 110 erreicht (wobei die ZHR zwischendurch aber immer wieder auf bis um 70 fallen konnte) – dann ging es kontinuierlich zurück auf 50 bis 60 in der Nacht 13./14. August MESZ. Eine typische Darbietung also – was aber Unzählige nicht daran hinderte, dramatische Kompositbilder wie z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier oder hier zu kreieren. Auch ein paar Einzelaufnahmen hier, hier, hier, hier und hier, ein tolles Video eines Persistent Trains (noch eins), ein Video aus Einzelbildern, ein paar Perseiden in Echtzeit, viele Video-Stills, Artikel, Berichte und Bilder-Galerien hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, noch mehr Links – und die Erwartung einer noch besseren Show 2016. [23:15 OESZ]


13. August

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Eine Jet-Show des Kometen Churyumov-Gerasimenko im Perihel zeigen aktuelle Rosetta-Bilder von heute Morgen nur eine Stunde vor dem sonnennächsten Bahnpunkt (NavCam aus 327 km Entfernung), gestern Nachmittag (OSIRIS aus 330 km) und dem 29. Juli (ebenfalls OSIRIS) – die jeweils starken Jets waren immer nur wenige Minuten lang aktiv: Press Releases zum Perihel hier, hier und hier und zum hektischen Jet hier, hier, hier und hier, ein langer Hangout heute zum Perihel, ein Audio-Interview mit C-G-Bildverarbeiter M. Malmer, Artikel hier, hier, hier, [NACHTRÄGE: hier, hier, hier, hier, hier, hier,] hier, hier, hier und hier und eine Amateur-Aufnahme von gestern. Plus Cassinis letzter Dione-Besuch, die Planung von New Horizons’ 2. Encounter – und die Archivierung der Planck-Daten ist komplett. [23:55 OESZ]

perscomp

Die mondlosen Perseiden 2015 waren wohl recht typisch

für diesen Schauer, deuten erste Berichte und Bilder an: hier ein Komposit der NASA All Sky Fireball Network-Station in Huntsville, Alabama, weitere Komposite hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein möglicher Treffer von der ISS und Artikel und Galerien hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Plus die Venus-Sichel am Taghimmel gestern hier, hier, hier, hier und hier, auch in einer Serie, mal wieder Amateurastronomen als Exoten – und die öffentliche Exoplaneten-Taufe kommt voran … [23:45 OESZ. NACHTRAG: … wobei man am Sinn des Ganzen zweifeln kann]


11. August

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Komet Churyumov-Gerasimenko exakt ein Jahr nach der Ankunft von Rosetta von dessen NavCam aus 261 km Abstand aufgenommen – auch eine Amateur-Aufnahme vom 9. August und ein Artikel und eine Slooh-Sendung zum bevorstehenden Perihel C-Gs. Sowie ein Jahrzehnt MRO im Weltraum, die allmähliche Planung des Europa-Orbiters der NASA, eine neue Amateur-Karte von Charon, die Rolle von Stickstoff auf Pluto – und selbst gezogenes Gemüse auf der ISS, das nun auch verspeist wurde … [0:00 MESZ] … während gleichzeitig eine russische EVA stattfand. [1:30 MESZ]


10. August

issmw

Perseiden hatten letzte Nacht schon eine ZHR von ca. 25

Ob die ISS-Astronauten – die dank moderner Kameras immer sattere Milchstraßenbilder hinbekommen – auch schon Perseiden in der Atmosphäre unter sich aufleuchten sahen? Irdische Fans haben jedenfalls der wachsenden ZHR-Grafik zufolge die letzten beiden Nächte, also noch gut drei bis vier Tage vor dem für den Vormittag des 13. August erwarteten Maximum, so viele Sternschnuppen gesichtet, dass sich eine Zenitstundenrate von rund 25 ergibt: ein Viertel des Maximalwertes. Wobei ZHR-Werte für optimale Beobachtungs-Bedingungen hochgerechnet und geeicht sind und ein Großteil der Beobachter z.T. erheblich weniger Schnuppen sieht: weitere Vorschauen z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch eine Bahn-Analyse dank mehrerer All-Sky-Kameras der Feuerkugel vom 15. März (ganz unten), die zu Meteoritenfällen in der Schweiz geführt haben müsste (gefunden wurde aber noch nix), der Komet Catalina vorgestern, die zur feinen Sichel geschrumpfte Venus gestern (auch in einer Serie und weitere Bilder) und vorgestern, wobei sie mit Jupiter und Merkur auf der Südhemisphäre noch in der Dämmerung zu sehen ist, die große Sonnenfleckengruppe gestern [NACHTRAG: und vorgestern] – und ein erheblicher Diebstahl von Astrofoto-Equipment gestern aus einem Auto auf Teneriffa: Finger weg, wenn das Diebesgut irgendwo auftaucht! [18:40 MESZ]


9. August

Der Planetarische Nebel NGC 6818 auf einer gaaanz alten HST-Aufnahme mit der WFPC2; bei einer Veröffentlichung 1998 hatte man allerdings andere Farbfilter genommen. Auch ein provisorisches HRD aus Gaia-Daten, mal wieder eine Oppy-Entdeckung, diverse Amateur-Versuche hier, hier, hier (früher) und hier an einem neuen Curiosity-Selfie – und die Start-Logistik zur ISS. [2:35 MESZ]

Kein klarer Trend der Sonnenaktivität über Jahrhunderte

Eine Revision historischer Sonnenflecken-Zahlen hat zu der Erkenntnis geführt, dass wir uns im 20. Jahrhundert nicht in einem ausgeprägten Grand Maximum befanden: Das wurde bereits vor einem Jahr im Detail publiziert und vor zwei Monaten in einem weiteren dicken Paper noch mal beschrieben. Da verwundert es schon, dass jetzt die IAU die Sache als Neuigkeit verkauft, und dass überdies noch mit einer ungerechtfertigt reißerischen Überschrift: Dass das Auf und Ab der Sonnenaktivität nahezu keine Rolle bei der Erderwärmung spielt, war schon lange klar und hat sich durch die neuen Fleckenzahlen nicht geändert. Auch zwei Artikel hier und hier, eine andere umfangreiche historische Rekonstruktion der Sonnenaktivität, die die Tiefe des zuletzt angezweifelten Maunder-Minimums bestätigt – und gleich noch eine historische Analyse von Flecken- wie Aurora-Berichten aus dem mittelalterlichen China, deren 38 Sonnenflecken- und 193 Polarlicht-Kandidaten aber nur ein erster Schritt sind. [1:45 MESZ]

Der Planetarische Nebel ESO 378-1 = PN K 1-22 = PN G283.6 +25.3 = Southern Owl Nebula auf der Aufnahme mit dem Very Large Telescope – auch eine verwegene Sonifikation eines schwingenden Sterns, die Sonne gestern komplett (mehr und mehr), die große Gruppe im Detail (mehr), Ansichten in H-Alpha und denkbare Folgen. Sowie eine Beobachtung des Neptun-Sturms am 5. August, eine Venus-Serie bis gestern, ebenfalls gestern die Kometen Jacques, Catalina und C-G neben M 35 winzig klein – und späte estnische NLCs, während die langjährige Statistik stabil bleibt: Die Saison für Mitteleuropa ist zuende. [1:15 MESZ]


08.Aug 2015 | 23:55

Scheiben aus Zwerggalaxien: kein ΛCDM-Problem

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Eine kleine aber lautstarke Minderheit von Zweiflern an der Existenz der Dunklen Materie – zumindest in der Form, wie sie das Konkordanzmodell der modernen Kosmologie ΛCDM annimmt – reibt sich im Wesentlichen an Details auf der Ebene einzelner Galaxien und der Zwerggalaxien in ihrer Nachbarschaft: Vor allem der neuere Beobachtungsbefund, dass die Zwerggalaxien gerne in regelrechten Scheiben um die großen Galaxien anordnen, so bei der Andromeda-Galaxie, Centaurus A, vermutlich der Milchstraße und anderen, sei von ΛCDM ja nun gar nicht vorher gesagt. Ist es auch nicht – aber nun ist eine plausible Erklärung für die Scheiben gefunden worden, dank des neuen Verständnisses großskaliger Galaxien-Strömungen im lokalen Kosmos (“CosmicFlows-2”). Es zeigt, sich dass die Lokale Gruppe wie Cen A in einem Filament sitzen, das der Virgo-Haufen in die Länge gezogen hat und das die Ausdehnung der Local Void zusammen presst – und vier der fünf Scheibensysteme orientieren sich ziemlich genau an dieser Kompression. Lediglich bei der Milchstraße passt es nicht gut, aber da können Gezeitenkräfte an der Scheibe gezerrt haben. Fazit: Wenn man das “ambient shear field” berücksichtigt, passt die Anordung der Zwergsatelliten in Scheiben zu ΛCDM.

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Über tausend “Ultra-Diffuse Galaxien” im Coma-Haufen

gibt es nach einer Suche in Archiv-Bildern des Subaru-Teleskops, die 854 dieser bislang übersehenen Objekte zu Tage förderte und aus der sich eine Gesamtzahl von knapp über 1000 ergibt. Motiviert worden war die Suche durch die Entdeckung der ersten 47 Exemplare (“Neuer Typus großer sehr lichtschwacher Galaxien …”) mit dem kuriosen Dragonfly Telephoto Array aus Teleobjektiven, und die Ausbeute ist erstaunlich: Allein 332 der UDGs haben die Größe der Milchstraße. Davon gibt es auch Exemplare in der Nähe des Haufenzentrums, die sich nur mit viel Dunkler Materie gegen die dortigen Gezeitenkräfte behaupten können. Auf dem knapp 6′ großen Ausschnitt eines Subaru-Bildes sind die bereits von Dragonfly (“DF”) und die nun – wohl dank besseren Seeings und Signal-zu-Rausch-Verhältnisses -zusätzlich entdeckten UDGs markiert. Im Gesamtkontext des sehr reichen Coma-Haufens spielen sie trotz der großen Zahl aber keine nennenswerte Rolle, zeigen keine aktuelle Sternbildung und sind vermutlich keine eigene Galaxienpopulation.

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Der riesige Galaxienhaufen “El Gordo” ist wirklich die Kollision zweier Haufen, die mit etwa 2250 km/s aufeinander zu rasten und deren Zentren sich um 300 kpc verfehlten, als sie vor 480 Mio. Jahren zum ersten Mal aneinander vorbei sausten (und das bisher noch kein zweites Mal taten): Das zeigt der Vergleich hydrodymaischer Simulationen mit einem Chandra-Bild des heißen Haufengases (jeweils die Konturen; darunter in bunt diverse Simulationsläufe). Die “kometare” Form des Haufengases wird recht gut nachvollzogen, wobei nur ein relativ geringer Bereich an Geschwindigkeiten funktioniert: Der hohe Wert bei einer Rotverschiebung von 0.87, als das Universum nur das halbe heutige Alter hatte, ist allerdings im Rahmen von ΛCDM eine Überraschung, zumal es auch ähnliche Fälle anderswo gibt.

Massives zirkumgalaktisches Medium um Andromedagalaxie

Eine Entdeckung mit dem Cosmic Origins Spectrograph des HST unter Benutzung von Archiv-Daten: 18 Quasare neben Messier 31 hat der COS angepeilt und stets Absorption von Si III gefunden, das zu der Galaxie gehören dürfte. Zwischen 3 und 30 Milliarden Sonnenmassen Gas und 2 bis 20 Millionen Sonnenmassen schwere Elemente dürfte das CGM enthalten – eine ganze Menge also, aber im Einklang mit Erwartungen aus ΛCDM. Wie das bei der Milchstraße aussieht, wüsste man natürlich auch gerne, aber bei externen Galaxien lässt es sich wesentlich leichter untersuchen: Press Releases hier, hier, hier und hier und ein Artikel.

Jetzt schon zehn Kandidaten für “Knochen” der Milchstraße, die zu ihrem wolkigen “Skelett” gehören, das die Spirale nachzeichnet, hat die jüngste Suche zu Tage gefördert: alles lang gestreckte, filamentäre Extinktions-Strukturen im mittleren Infraroten, die parallel zur und nicht weiter als 20 parsec über oder unter der galaktischen Ebene liegen. Auch die neuen ‘Knochen’ – z.T. 140-mal so lang wie breit – liegen wieder in relevanten Spiralarm-Strukturen: Es könnte sein, dass das Skelett der Milchstraße ihre gesamte Spirale markiert.


03.Aug 2015 | 01:40

Allgemeines Live-Blog vom 3. bis 7. August 2015


7. August

Da_Spot

Mal wieder ein fetter Sonnenfleck zieht gerade über die Scheibe, doppelt so groß wie die Erde und mit SoFi-Brille mit dem bloßen Auge zu sehen. Auch die schmale Venus-Sichel heute (mehr) und gestern (in einer Serie), erste Berichte und Bilder von den, eine Art Live-Übertragung der und ein kurioses Event für die Perseiden, eine Animation eines Persistent Trains einer Feuerkugel, der Komet Lovejoy zwischen Galaxien gestern und vorgestern (mehr und mehr), die Amateur-Kampagne für Komet C-G (mehr), ein neuer Kandidaten-Asteroid für die H-Chondriten – und eine vorgeschlagene Technik zum Nachweis von Exo-Pflanzen über polarisiertes Licht, schon vor der Entdeckung des Planeten … [23:55 MESZ – Ende]


6. August

Neue Überflüge über Ceres aus Dawn-Daten erhellen die erstaunliche Topografie des Zwergplaneten. Auch aus Amateur-Bildern eine Animation von Komet C-G gestern, den Rosetta nun seit einem Jahr begleitet, wovon v.a. NavCam-Bilder zeugen, und ein – gerade begonnener und noch bis 22:00 MESZ laufender – Hang-Out zu New Horizons (später hier als Aufzeichnung). Derweil ist Curiosity seit 3 Jahren auf dem Mars, was mit neuen Tools visualisiert werden kann (mehr und weitere Artikel hier und hier), und der Curiosity-Klon macht Fortschritte [NACHTRAG: mit acht Kandidaten für Landeplätze]. Und im LEO muss die NASA weitere Soyuz-Mitflüge bezahlen, weil die Privat-Vehikel zu wenig öffentliche Förderung bekommen (Artikel hier, hier und hier), Roskosmos wird neu aufgestellt – und die Frage wird gestellt, warum der Dragon-Fehlstart nicht unabhängig untersucht wird. [21:15 MESZ]


5. August

epicearthmoonstill

Der Mond vor der Erde aus der Sicht von DSCOVR am 16. Juli, zu sehen natürlich die voll beleuchtete Rückseite: auch eine bereinigte Amateur-Version, eine Animation und Artikel hier und hier [NACHTRAG: und eine weitere NASA-Seite]. Sowie von der Erde aus die Venus heute, gestern (tiefer), am 2. August, an mehreren Tagen, noch mehr Tagen und vielen Tagen, wie der GRF Jupiters funktioniert, die exotischen Euphrosyne-Asteroiden, Komet Lovejoy gestern neben einer Edge-On-Spirale (mehr und mehr), PANSTARRS am 2. August, ein Paper über den anderen Lovejoy, ein langer Artikel über große optische Teleskope, der Erfolg des Moskauer Planetariums – und der offenbar bevorstehende große El Nino (mehr), der auch astro-relevant werden könnte. [22:35 MESZ]


4. August

Comet_on_30_July_2015_NavCam

Rosetta muss noch mehr Abstand halten: 300 km vom Kern

sollen bis zum 8. August eingenommen werden, denn die Startracker wurden schon wieder durch herum fliegende größere Staubbrocken irritiert, trotz – wie auf diesem Bild des schon sehr aktiven Kometen vom 30. Juli – 178 km Entfernung. Anlässlich des Perihels am 13. August ist ein Hangout geplant; auch eine Amateur-Aufnahme C-Gs von heute, das andauernde Hoffen auf Philae-Kontakte, ein simulierter Mars-Überflug des Mars Express (alt. und Press Releases hier und hier), wie der ExoMars-2018-Rover sterilisiert werden und ein Mond-Eis-Sucher-Mini-Satellit mit dem SLS bei EM-1 mitfliegen soll, wie derweil der Euro-Beitrag den Orion aufhält, das erste Erdbild von MSG-4, warum es keine 30-cm-Bilder für lau gibt – und wie der Proton-Unfall vom Mai aufgeklärt wurde. [21:45 MESZ]


3. August

Das chinesische Riesen-Radioteleskop FAST wird gebaut! Ein kurzes Video der chinesischen Nachrichtenagentur über die Montage der ersten Reflektor-Platten in der 500-Meter-Struktur in einer Karstgrube [NACHTRAG: ein Artikel dazu]. And now for something completely different: eine Studie über blaues Licht, das am Morgen die innere Uhr für lange Zeit synchronisiert – vielleicht von Interesse für Argumente in Sachen Lichtverschmutzung und Medizin. [14:05 MESZ]

Alles was Sie schon immer über das Pluto-System wissen wollten – in 18 Minuten O-Ton des stellvertretenden Leiters des Geologie-Teams von New Horizons, der diesem Blogger für die Sternstunde am 25. Juli ein Exklusiv-Interview gab. Irgendwie eine erheblich vertiefende “Fortsetzung” einer viel beachteten und eher Action-orientierten Sondersendung der BBC, die am 20. Juli gelaufen war. Und: Die ersten echten Daten von Rosetta sind online, von OSIRIS nur vor, von ein paar anderen Instrumenten wie z.B. COSIMA auch nach der Ankunft! [13:55 MESZ. NACHTRAG: Was Plutos ‘Aktivität’ antreiben könnte]

Ein Himmels-Zeitraffer-Video der etwas anderen Art: von einem Profi-Astronomen, der während Aufenthalten auf La Silla Aufnahmeserien ohne Ende machte. Auch ein Disconnection Event von PANSTARRS am 16. Juli (schwarzweiß), eine Vorschau auf Catalina für Nordler, der Satellit Gaia als Asteroiden-Beobachter, ein ungewöhnlich langsamer Meteor (9 Sekunden) – und ein wenig ergiebiges Werbevideo für das schon erwähnte Kleinteleskop aus dem 3D-Drucker, wieder ohne Demo-Bilder damit. [1:35 MESZ. NACHTRAG: Das Video ist wegen geklauter Musik gelöscht worden]


Hintergrundbilder (c) OEWF