ÖWF / Polares auf einen Blick

ESA Nachrichten

ESA Human Spaceflight

18.06.16:
18.06.16:
03.Feb 2014 | 12:56

Robotic Exploration:ExoMars orbiter core module completed

The ExoMars Trace Gas Orbiter module consisting of the spacecraft structure, thermal control and propulsion systems was handed over by OHB System to Thales Alenia Space France at a ceremony held in Bremen, Germany, today.
08.Nov 2013 | 11:30

Robotic Exploration:ExoMars lander module named Schiaparelli

The entry, descent and landing demonstrator module that will fly on the 2016 ExoMars mission has been named 'Schiaparelli' in honour of the Italian astronomer Giovanni Schiaparelli, who famously mapped the Red Planet's surface features in the 19th century.
28.Jun 2016 | 12:05

Underground and wet


Human spaceflight and robotic exploration image of the week: Astronauts from five nations get wet during ESA’s underground training course
27.Jun 2016 | 16:15

In full flight


Space Science Image of the Week: Testing the parachute that will slow Schiaparelli for a Mars landing
24.Jun 2016 | 16:00

Week In Images


Our week through the lens:
20-24 June 2016
23.Jun 2016 | 17:31

Underground astronauts preparing for space


We usually send them 400 km up, but next week ESA will be sending six astronauts 800 m underground into the rocky caves of Sardinia, Italy. The caving course recreates aspects of a space expedition with an international crew and has become an essential part of ESA’s astronaut training.

This year’s participants are ESA astronaut Pedro Duque, NASA astronauts Jessica Meir and Richard Arnold, Japanese astronaut Aki Hoshide, Chinese astronaut Ye Guangfu and cosmonaut Sergei Korsakov.

22.Jun 2016 | 11:30

Sentinel-1 satellites combine radar vision


The twin Sentinel-1 satellites have – for the first time – combined to show their capability for revealing even small deformations in Earth’s surface.

28.Jun 2016 | 12:05

Underground and wet


Human spaceflight and robotic exploration image of the week: Astronauts from five nations get wet during ESA’s underground training course
23.Jun 2016 | 17:31

Underground astronauts preparing for space


We usually send them 400 km up, but next week ESA will be sending six astronauts 800 m underground into the rocky caves of Sardinia, Italy. The caving course recreates aspects of a space expedition with an international crew and has become an essential part of ESA’s astronaut training.

This year’s participants are ESA astronaut Pedro Duque, NASA astronauts Jessica Meir and Richard Arnold, Japanese astronaut Aki Hoshide, Chinese astronaut Ye Guangfu and cosmonaut Sergei Korsakov.

21.Jun 2016 | 14:00

Tim Peake meets the media


Replay: ESA astronaut Tim Peake meets the media at the European Astronaut Centre for the first time since landing back on Earth
18.Jun 2016 | 12:00

Back on Earth


Image gallery: ESA astronaut Tim Peake, NASA astronaut Tim Kopra and Russian Soyuz commander Yuri Malenchenko landed safely today
18.Jun 2016 | 07:10

Tim Peake returns to Earth


ESA astronaut Tim Peake, NASA astronaut Tim Kopra and Russian Soyuz commander Yuri Malenchenko landed safely today in the Kazakh steppe after a three-hour ride in their Soyuz spacecraft. They left the International Space Station at 05:52 GMT at the end of their six-month stay on the research complex.

ESA Top Multimedia

Rosetta status

18.Jun 2016 | 07:10

Underground and wet

18.Jun 2016 | 07:10

Testing Schiaparelli’s parachute

18.Jun 2016 | 07:10

Comet on 17 June 2016 – NavCam

18.Jun 2016 | 07:10

Mediterranean Wonders

18.Jun 2016 | 07:10

Earth from Space: Mediterranean wonders

18.Jun 2016 | 07:10

Weltraum Nachrichten von Online Zeitungen

27.Jun 2016 | 10:27

Insel Hainan: China eröffnet neuen Weltraumbahnhof mit Raketenstart

"Langer Marsch 7" ist gestartet - damit hat China seine neue Abschussbasis Wenchang eingeweiht. Langfristig könnte die Nation die einzige mit einem permanenten Außenposten im All werden.
26.Jun 2016 | 14:03

Päpstlicher Astronom: Der Nerd aus dem Vatikan

Gibt es Außerirdische? Müssen wir uns vor Killer-Asteroiden fürchten? Und was macht man eigentlich mit einer der größten Meteoritensammlungen der Welt? Ein Besuch bei Guy Consolmagno, dem Chefastronomen des Papstes.
26.Jun 2016 | 07:46

Satellitenbild der Woche: Vorsicht Seegang

Drei Kilometer lang sind die schwimmenden Piers aus 220.000 Kunststoffwürfeln, mit denen Verpackungskünstler Christo einen italienischen See überbrückt hat. Aus dem All beeindruckt die Größe der Installation.
24.Jun 2016 | 09:27

Entstehung der Gravitationswellen: Treffen sich zwei Monstersterne

Die Entdeckung der Gravitationswellen war eine Sensation. Jetzt haben Forscher die Vorgeschichte der gewaltigen kosmischen Schwingungen rekonstruiert, die kürzlich die Erde trafen.
21.Jun 2016 | 12:13

Seltenes Naturphänomen: Wild nach Erdbeermond

In der Nacht zu Dienstag kam es am Himmel zu einem besonders schönen Vollmond: Der Erdtrabant leuchtete genau in der Nacht der Sommersonnenwende - in einem satten Orangerot.
28.Jun 2016 | 16:48

Curiosity-Fund - Erdähnlicher als gedacht: Hinweise auf Sauerstoff in junger Marsatmosphäre

Woher vor mehreren Milliarden Jahren der Sauerstoff kam, bleibt allerdings vorerst rätselhaft
27.Jun 2016 | 05:30

Mineralfund - Forscher entdeckten Opal in einem Meteoriten

Der Asteroid, von dem die Fragmente stammen, muss reichlich Wassereis enthalten haben, berichten britische Forscher
26.Jun 2016 | 19:57

Jupiter-Mission Juno - Countdown: Nasa-Raumsonde Juno erreicht am 4. Juli den Jupiter

Juno soll neue Daten über Aufbau und Entstehung des Gasplaneten liefern. Doch zuerst steht ein kniffliges Bremsmanöver bevor
26.Jun 2016 | 11:26

Wenchang - Raketenstart: China nahm vierten Weltraumbahnhof in Betrieb

Erster Start vom Kosmodrom Wenchang im Südchinesischen Meer
23.Jun 2016 | 18:08

Gravitationswellen - Woher Einsteins erste Welle kam

Forscher haben die Vorgeschichte der ersten gemessenen Gravitationswellen rekonstruiert – von der Sternengeburt bis zur gewaltigen Kollision zweier Schwarzer Löcher
17.Jun 2016 | 21:14

Öko-Antrieb: Nasa bringt Elektro-Flugzeug 2017 an den Start

Die Luftfahrtbranche will weg von fossilen Brennstoffen: Neben mehreren bekannten Flugzeugbauern werden auch die Nasa-Entwickler in Kürze einen strombetriebenen Flieger auf den Markt bringen.
01.Jun 2016 | 08:08

Airbus-Rakete: Warum es keine Recycling-Ariane geben wird

Neue Form, neue Booster, neue Startrampe: Mit der Ariane 6 will Airbus ab 2020 Satelliten ins All fliegen. Die Rakete soll der US-Firma SpaceX Konkurrenz machen – mit einem ganz anderen Konzept.
09.May 2016 | 11:59

Merkur-Transit: Schauen Sie in der Mittagspause unbedingt zum Himmel

Heute lohnt es sich, den Blick Richtung Himmel zu lenken: Dort wandert der Merkur ab 13.12 Uhr über die Sonne, das Spektakel dauert mehrere Stunden. Im Mai gibt es aber noch mehr zu sehen.
08.May 2016 | 14:01

Weltraum: Was sind eigentlich Schwarze Löcher?

Schwarze Löcher gehören zu den größten Geheimnissen des Weltalls. Seit etwa hundert Jahren werden sie von Wissenschaftlern in der ganzen Welt erforscht – und dabei kann man sie nicht einmal sehen.
03.May 2016 | 16:31

Science Fiction: Diese Star-Trek-Technik könnte es bald geben

Nicht alles, was sich die Star-Trek-Autoren ausgedacht haben, wird eines Tages möglich sein. Doch eine Technologie ist zumindest theoretisch denkbar. Forscher arbeiten schon daran.

Weltraum Blogs

03.Sep 2012 | 16:49

ScienceBlogs.de bekommt eine neue Software und macht Pause

Es ist endlich soweit. ScienceBlogs.de wird auf eine neue Software (WordPress) umgestellt. Dann sollten die ganzen Macken und technische Probleme die sich im Laufe der Zeit angehäuft haben, endlich verschwinden. Die Umstellung erfolgt heute Nacht, um Mitternacht geht es los. ScienceBlogs wird dann eine ganze Weile nicht erreichbar sein. Im Laufe des Dienstag Nachmittag müsste dann alles wieder funktionieren. Hoffen zumindest alle... Vielleicht funktioniert auch nichts mehr und es dauert länger, bis alles wieder normal läuft. Wir werden sehen. Ich hab noch keine Ahnung, wie das neue ScienceBlogs aussehen wird. Ich wäre schon zufrieden damit, wenn alle meine Artikel und alle Kommentare dazu den Umzug heil überstehen... Also drückt die Daumen!


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03.Sep 2012 | 12:25

Barnards Stern hat keine Planeten

Barnards Stern hat keine Planeten. Warum sollte das interessant sein, wo doch sonst immer nur von Sternen berichtet wird, bei denen man Planeten entdeckt hat? Erstmal ist auch ein negatives Resultat ein Resultat. Es mag nicht so sexy sein, wie die Entdeckung eines neuen Planetensystems, aber wenn wir wissen, dass es irgendwo keine Planeten gibt, sagt uns das auch etwas. Und dann ist Barnards Stern ein Sonderfall. Denn hier gab es seit Jahrzehnten Diskussionen, oft sogar Streit, darüber, ob sich dort Planeten befinden oder nicht.

Barnards Stern ist nur 6 Lichtjahre entfernt und damit der viertnächste Nachbar der Sonne (oder der zweitnächste, wenn man die drei Sterne des Alpha-Centauri-Systems zu einem zusammenfasst). Er ist so nahe, dass man seine Eigenbewegung sehr gut sehen kann und weil er sich so schnell bewegt, wird er oft auch "Barnards Pfeilstern" genannt. Dieses Bild zeigt, wie er sich zwischen 2001 und 2010 über den Himmel bewegt hat:

Barnard_Star_2001-2010.gif

Bild: Alejandro Sanz Gómez, CC-BY-SA 2.5

So ein interessanter Stern wurde natürlich oft und ausgiebig beobachtet. Wegen seiner schnellen Bewegung hat man besonders viele und genaue Positionsmessungen angestellt. Und in den 1960er und 1970er Jahren kam der Astronom Peter van de Kamp zu dem Schluss, dass sich dort 2 Planeten befinden müssten. Denn der Stern zog nicht einfach in einer geraden Linie über den Himmel, sondern wackelte hin und her. Der Grund dafür sollte die gravitative Störung der Planeten sein, die den Stern ein bisschen wackeln ließen. Die Entdeckung extrasolarer Planeten in den 1970er Jahren wäre eine große Sensation gewesen. Aber die Kollegen waren nicht überzeugt. Andere Astronomen zeigten, dass vermutlich ein technischer Fehler am Teleskop für das Wackeln des Sterns verantwortlich war. Aber van de Kamp war weiter von der Existenz seiner Planeten überzeugt. Zwei Stück, ungefähr halb so groß wie Jupiter sollten Barnards Stern umkreisen.

Die Sache blieb zweifelhaft, die Beobachtungen konnten nie bestätigt werden und es dauerte bis 1995, bevor der erste wirklich zweifelsfrei bestätigte extrasolare Planet entdeckt wurde. Eine Gruppe amerikanischer Astronomen hat nun noch einmal genau nachgesehen und kommt zu dem Schluß: van de Kamps Planeten existieren nicht. Sie haben Beobachtungsdaten aus den letzten 25 Jahren kombiniert und neu ausgewertet. Im Gegensatz zu van de Kamp haben sie sich nicht auf die Positionsänderungen des Sterns verlassen, sondern seine Radialgeschwindigkeit beobachtet. Auch mit dieser Methode misst man das Wackeln des Sterns, allerdings auf andere Art und Weise. Die Ergebnisse sind ziemlich deutlich:

barnard.png

Bild: Choi et al. (2012)

Die grünen und gelben Punkte sind die Messungen. Wenn der Stern keine Planeten hat, dann sollten sie alle auf der Nulllinie in der Mitte des Diagramms liegen. Wenn van de Kamps Planeten existieren, dann sollten die Punkte dem Verlauf der blauen oder rote Linie folgen. Das tun sie aber nicht, sondern liegen tatsächlich - innerhalb der Fehlerbalken - auf der Nulllinie.

Komplett ausschließen können die Forscher die Existenz von Planeten natürlich noch nicht. Ganz kleine Planeten könnte es noch geben. Aber sicherlich nichts, was größer ist als ein paar Erdmassen. Und auf jeden Fall keine Planeten, wie sie van de Kamp gefunden zu haben glaubte.

Barnards Stern hat also keine Planeten. Aber er wird weiter ein interessantes Forschungsobjekt bleiben, auch weil er der Sonne immer näher kommt. In knapp 10000 Jahren wird er sich bis auf 3,8 Lichtjahre angenähert haben. Ich würde gerne wissen, was die Astronomen bis dahin so alles herausgefunden haben...


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03.Sep 2012 | 10:00

Die Landkarte der Physik

1939 hat Bernard H. Porter die optimale Fusion aus Geografie und Physik erschaffen:

"[A] map of physics, containing a brief historical outline of the subject as will be of interest to physicists, students, laymen at large; Also giving a description of the land of physics as seen by the daring sould who venture there; And more particularly the location of villages (named after pioneer physicists) as found by the many rivers; Also the date of founding of each village; As well as the date of its extinction; and finally a collection of various and sundry symbols frequently met with on the trip."

1939-map-of-physics-h2.jpg

Wirklich cool! Da würde ich gern mal Urlaub machen. Eine kleiner Wanderung von der Astronomie ganz im Westen bis hin zur Astrophysik im Osten und dann an Herschel, Newton und Ptolemäus an den Lichtstrand und ein wenig entspannen ;)

Eigentlich fehlen nur noch 2 Dinge: Eine hochauflösende Version dieser Karte, damit man sie als Poster für die Wand ausdrucken kann. Und eine aktualisierte Version, die die Entwicklung der Physik seit 1939 inkludiert. Seit damals haben die Wissenschaftler ja jede Menge Neuland entdeckt!

(via Strange Maps)

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02.Sep 2012 | 15:40

Terminkalender September

Da ich in den nächsten Monaten diverse Vorträge und Lesungen an diversen Orten halte, dachte ich, ich sag mal Bescheid, wo ich überall sein werde. Vielleicht sieht man sich ja irgendwo.

  • 12.September, Seeheim-Jugenheim: Am 12 und 13 September finden die Bergsträsser Weltraumtage statt. Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie gibt es dort jede Menge populärwissenschaftliche Vorträge über Astronomie - zum Beispiel über die Suche nach Außerirdischen, den Bau eines Weltraumfahrstuhls oder die Geschichte der Raumfahrt in Kinofilmen. Ich werde dort am 12. September um 20 Uhr einen Vortrag zum Thema "Krawumm - Wahre und falsche Weltuntergänge" halten und dabei auch aus meinen Büchern vorlesen.

  • 25. September, Solingen: Am 25. September um 19.30 werde ich in der Sternwarte Solingen einen Vortrag zum Thema "Weltuntergang 2012? Keine Panik!" halten.
  • 24-28 September, Hamburg: Von 24 bis 28. September findet in Hamburg die große Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft statt. Dort werde ich zwar keinen Vortrag halten, aber trotzdem anwesend sein (zumindest von 26. bis 28., vorher muss ich ja noch nach Solingen). Wird sicher interessant und vielleicht sieht man sich ja!



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02.Sep 2012 | 14:26

Ein Krawumm geht um die Welt (21): Москва́

Letztes Mal war das Krawumm auf seiner Reise durch die Welt bei der chinesischen Mauer angelangt. Und wenn wir schon mal bei den großen Sehenswürdigkeiten sind, dann passt auch dieses Foto von Leser Robert. Krawumm in Moskau!

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Was bisher geschah: Teil 1: Die staubige Fabrik, Teil 2: Rindviecher, Teil 3: Das Krawumm will hoch hinaus, Teil 4: Eishockey und Nobelpreis, Teil 5: Der Weltskeptikerkongress, Teil 6: James Randi!, Teil 7: Bulgarische Berge, Teil 8: Auf hoher See, Teil 9: Das Buch im Transit, Teil 10: Der Berliner Flughafen, Teil 11: Flauschige Eichhörnchen, Teil 12: Der Bund fürs Leben, Teil 13: Der weiße Gott, Teil 14: Besuch auf Tatooine, Teil 15: Bei den alten Römern, Teil 16: Gaudi in Barcelona, Teil 17: Geysire im Yellowstone-Park, Teil 18: Urlaubslektüre in Antalya, Teil 19: Das Unheil kommt von oben, Teil 20: Die chinesische Mauer
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29.Jun 2016 | 01:18

Bezos Update on Construction of Florida Production Facility

Artist concept of Blue Origin rocket factory in Florida. (Credit: Blue Origin)

Artist concept of Blue Origin rocket factory in Florida. (Credit: Blue Origin)

We broke ground on our orbital vehicle manufacturing site in Florida.

The 750,000 square foot rocket factory is custom-built from the ground up to accommodate manufacturing, processing, integration and testing. Among other things, the facility hosts large scale friction stir welding and automated composite processing equipment. All of the vehicle will be manufactured in this facility except for the engines. Initial BE-4 engine production will occur at our Kent facility while we conduct a site selection process later this year for a larger engine production facility to accommodate higher production rates.

The site has been cleared for Blue Origin's rocket factory. (Credit: Blue Origin)

The site has been cleared for Blue Origin’s rocket factory. (Credit: Blue Origin)

I’ve included some photos that will give you an idea of what the vehicle manufacturing facility will look like in December 2017 when it’s complete.

It’s exciting to see the bulldozers in action–we’re clearing the way for the production of a reusable fleet of orbital vehicles that we will launch and land, again and again.

Gradatim Ferociter!

Jeff Bezos

29.Jun 2016 | 01:11

SNC Enters Talks With United Nations on Dedicated Dream Chaser Flights

Dream Chaser spacecraft in orbit. (Credit: Sierra Nevada Corporation)

Dream Chaser spacecraft in orbit. (Credit: Sierra Nevada Corporation)

SPARKS, Nev. (June 28, 2016) – Sierra Nevada Corporation (SNC) and the United Nations Office for Outer Space Affairs (UNOOSA) have signed a Memorandum of Understanding toward defining one or more Dream Chaser missions that will host payloads from member countries. SNC’s Dream Chaser is a reusable, orbital spacecraft designed to be a flexible Space Utility Vehicle (SUV) and transportation system for a variety of low-Earth orbit (LEO) missions.

Under the agreement, UNOOSA and SNC will work with member countries to develop an interface control document and payload hosting guide to allow payloads developed by participating countries to be hosted and operated on a dedicated mission, providing those countries affordable access to space.  By utilizing Dream Chaser as a flexible SUV for LEO missions, countries will benefit from social, economic and educational opportunities.

“SNC is honored to partner with UNOOSA under our Dream Chaser Global Initiative to offer access to space to a wide range of countries, from those with well-defined space programs and objectives, to developing countries who would like the social and economic benefits of a space program without the time and financial burden of developing the necessary infrastructure,” said Mark N. Sirangelo, corporate vice president for SNC’s Space Systems business area. “Our vison, in partnership with the UN, is to provide UN member countries affordable access to space and a range of multi-mission opportunities using the Dream Chaser spacecraft to host a wide range of payloads. Countries will be able to customize their participation level commensurate with the maturity of their space capabilities and national desires, while engaging their universities, industrial companies and government laboratories, and most importantly, their people. We offer a complete turnkey solution for participants, providing not only the spacecraft, but all aspects of flight including mission planning and operations.”

Recently selected to provide cargo delivery, return and disposal services for the International Space Station (ISS) under NASA’s Commercial Resupply Services 2 (CRS2) contract, SNC’s Dream Chaser spacecraft is the only reusable, lifting-body, multi-mission-capable SUV with a commercial runway landing capability – anywhere in the world. The Dream Chaser is a safe, affordable, flexible and reliable system capable of crewed and uncrewed transportation services to LEO destinations such as the International Space Station.

29.Jun 2016 | 00:47

Virgin Galactic Taps Tim Buzza to Lead LauncherOne Program

George Whitesides

George Whitesides

With Virgin Galactic President Steve Isakowitz heading out the door for the Aerospace Corporation, CEO George Whitesides has made an interim appointment in the meantime.

“I have asked Tim Buzza, the program director of LauncherOne, to step up and lead our LauncherOne enterprise as we search for Steve’s successor. Tim joined Virgin Galactic in 2014, and has led the overall program management of LauncherOne since early 2015. Prior to joining Galactic, Tim served as the Vice President of Launch and Test at SpaceX, in addition to prior leadership roles at Boeing and McDonnell Douglas. Tim will be supported by our Senior Vice President of Business Development and Advanced Concepts, Barry Matsumori, who was previously SpaceX’s Senior Vice President of Sales and Business Development, as well as key roles at Qualcomm, Space Systems Loral and General Dynamics.”

Whitesides’ full statement is below.

“We are deeply proud of Steve and wish him the best as he embarks on this important new mission leading The Aerospace Corporation. I am sure he will serve our nation well, as he has many times in the past, contributing his crucial perspectives to the dynamic environment of national security and civil space.”

“During Steve’s time with our company, VG’s orbital LauncherOne business has built a firm launch backlog of more than $250 million and over 50 satellites, plus options and letters of intent to launch an additional 300+ satellites. The revolutionary LauncherOne rocket business now has over 200 world-class employees, 150,000 square feet of fully-outfitted manufacturing facilities, four propulsion and structural test facilities in Mojave, and a dedicated 747-400 jumbo jet launch platform. I’d also like to thank Steve for his accomplishments working with the team to develop our successful in-house capability for advanced propulsion, and helping to create an ambitious roadmap for future opportunities in both human spaceflight and satellite launch.”

“I have asked Tim Buzza, the program director of LauncherOne, to step up and lead our LauncherOne enterprise as we search for Steve’s successor. Tim joined Virgin Galactic in 2014, and has led the overall program management of LauncherOne since early 2015. Prior to joining Galactic, Tim served as the Vice President of Launch and Test at SpaceX, in addition to prior leadership roles at Boeing and McDonnell Douglas. Tim will be supported by our Senior Vice President of Business Development and Advanced Concepts, Barry Matsumori, who was previously SpaceX’s Senior Vice President of Sales and Business Development, as well as key roles at Qualcomm, Space Systems Loral and General Dynamics.”

“I look forward to working with Tim and Barry as the LauncherOne team achieves its mission to provide responsive, affordable and dedicated launch services to the commercial and government small satellite markets.”

28.Jun 2016 | 20:44

Isakowitz Leaves Virgin Galactic to Run Aerospace Corporation

Virgin Galactic President Steven J. Isakowitz (Credit: Virgin Galactic)

Steven J. Isakowitz (Credit: Virgin Galactic)

EL SEGUNDO, Calif. (Aerospace Corp PR) — Steve Isakowitz, president of Virgin Galactic, has been elected president of The Aerospace Corporation effective Aug. 1. He will assume the position of Aerospace president and CEO upon the retirement of Dr. Wanda Austin on Oct. 1.

“After a year-long search process, the board of trustees is pleased with the result. Building on Dr. Wanda Austin’s legacy of excellence and accomplishment, Steve Isakowitz has the right set of skills and experience—in government and industry—to lead Aerospace in a rapidly changing environment of constrained customer resources, challenging threats, and exciting new space technologies,” said Ambassador Barbara Barrett, chair of The Aerospace Corporation board of trustees.

The selection of Isakowitz was a unanimous decision by the board and its selection committee, which was chaired by the Honorable Michael Donley, former Secretary of the Air Force, as part of the board’s planned succession process. The board was assisted in its search process by the executive search firm Spencer Stuart.

Donley said Isakowitz was selected as the top choice from an exceptional slate of candidates because he possesses a broad range of diverse experience in space management, science and technology, budgeting, and financial administration in both government and corporate environments. “Steve Isakowitz has demonstrated tremendous integrity and leadership in complex jobs that required both strategic vision and technical competence—qualities that are absolutely essential to ensuring Aerospace’s continued success,” said Donley.

Austin started her career at The Aerospace Corporation in 1979 and has served as president and CEO since 2008.

“On behalf of the board and The Aerospace Corporation, I want to thank Dr. Austin for her more than three decades of service to Aerospace and the nation. A pioneer, innovator, and mentor, Dr. Austin led Aerospace with great vision and capability,” Barrett said.

“I am honored to have had the privilege of leading this great Aerospace team as we delivered 100 percent mission success to every customer,” Austin said. “Steve is a proven leader across the space enterprise. I am confident that we will transition seamlessly and the organization will be positioned for even greater success.”

“I am extremely excited to be leading this extraordinary organization as we develop solutions, innovate, and continue to deliver mission success for all of our customers,” Isakowitz said. “Technological progress, global competition, and security threats are all increasing at rates unparalleled in the history of the Space Age, and I look forward to collaborating with customers and the talented Aerospace team to tackle the important challenges of the 21st century—which will surely be known as the century of space.”

Isakowitz served as president of Virgin Galactic from 2013 to 2016 and as its chief technology officer from 2011 to 2013. At Virgin Galactic, Isakowitz had broad leadership responsibilities, which included the development of privately funded launch systems, human spaceflight vehicles, advanced technologies, and other new space applications. Previously, he held a wide variety of senior engineering, business, and management roles across the private and government sectors, including positions at NASA, the Office of Management and Budget, the Intelligence Community, and the Department of Energy.

A biography of Mr. Isakowitz is available here.

The Aerospace Corporation is a California nonprofit corporation that operates a federally funded research and development center and has approximately 3,600 employees. It provides guidance and advice to military, civil and commercial customers to ensure the success of complex, technology-based programs. The Aerospace Corporation is headquartered in El Segundo, Calif., with multiple locations across the United States.

28.Jun 2016 | 18:34

Orbital ATK Tests SRB for Space Launch System

The second and final qualification motor (QM-2) test for the Space Launch System’s booster is seen, Tuesday, June 28, 2016, at Orbital ATK Propulsion Systems test facilities in Promontory, Utah. (Credit: NASA/Bill Ingalls)

The second and final qualification motor (QM-2) test for the Space Launch System’s booster is seen, Tuesday, June 28, 2016, at Orbital ATK Propulsion Systems test facilities in Promontory, Utah. (Credit: NASA/Bill Ingalls)

PROMONTORY, Utah (NASA PR) — A booster for the most powerful rocket in the world, NASA’s Space Launch System (SLS), successfully fired up Tuesday for its second qualification ground test at Orbital ATK’s test facilities in Promontory, Utah. This was the last full-scale test for the booster before SLS’s first uncrewed test flight with NASA’s Orion spacecraft in late 2018, a key milestone on the agency’s Journey to Mars.

“This final qualification test of the booster system shows real progress in the development of the Space Launch System,” said William Gerstenmaier, associate administrator for the Human Exploration and Operations Mission Directorate at NASA Headquarters in Washington. “Seeing this test today, and experiencing the sound and feel of approximately 3.6 million pounds of thrust, helps us appreciate the progress we’re making to advance human exploration and open new frontiers for science and technology missions in deep space.”

The booster was tested at a cold motor conditioning target of 40 degrees Fahrenheit –the colder end of its accepted propellant temperature range. When ignited, temperatures inside the booster reached nearly 6,000 degrees. The two-minute, full-duration ground qualification test provided NASA with critical data on 82 qualification objectives that will support certification of the booster for flight. Engineers now will evaluate these data, captured by more than 530 instrumentation channels on the booster.

When completed, two five-segment boosters and four RS-25 main engines will power SLS on deep space missions. The solid rocket boosters, built by NASA contractor Orbital ATK, operate in parallel with SLS’s main engines for the first two minutes of flight. They will provide more than 75 percent of the thrust needed for the rocket and Orion spacecraft to escape Earth’s gravitational pull.

“Today’s test is the pinnacle of years of hard work by the NASA team, Orbital ATK and commercial partners across the country,” said John Honeycutt, SLS Program manager at NASA’s Marshall Space Flight Center in Huntsville, Alabama. “SLS hardware is currently in production for every part of the rocket. NASA also is making progress every day on Orion and the ground systems to support a launch from Kennedy Space Center in Florida. We’re on track to launch SLS on its first flight test with Orion and pave the way for a human presence in deep space.”

The first full-scale booster qualification ground test was successfully completed in March 2015 and demonstrated acceptable performance of the booster design at 90 degrees Fahrenheit – the highest end of the booster’s accepted propellant temperature range. Testing at the thermal extremes experienced by the booster on the launch pad is important to understand the effect of temperature on how the propellant burns.

The initial SLS configuration will have a minimum 70-metric-ton (77-ton) lift capability. The next planned upgrade of SLS will use a powerful exploration upper stage for more ambitious missions, with a 105-metric-ton (115-ton) lift capacity. In each configuration, SLS will continue to use the same core stage and four RS-25 engines.

For more information about NASA’s Journey to Mars, visit:

http://www.nasa.gov/journeytomars

For more information on SLS, visit:

http://www.nasa.gov/sls

18.Jun 2016 | 08:53

USA: Delta IV Heavy transportiert geheime Nutzlast

Am 11. Juni 2016 erfolgte ein Start der derzeit leistungsfähigsten US-amerikanischen Trägerrakete Delta IV Heavy. Dabei wurde von Cape Canaveral in Florida aus ein Satellit für die nationale US-amerikanische Aufklärungsbehörde (NRO) in den Weltraum transportiert. Wahrscheinlich ist der Satellit Aufgaben im Bereich der Fernmelde- und elektronischen Aufklärung gewidmet.
15.Jun 2016 | 21:03

SpaceX startet Eutelsat 117W B & ABS-2A

SpaceX hat erfolgreich die Satelliten Eutelsat 117W B & ABS-2A gestartet. Die Landung auf der Seeplattform klappte wegen eines Problems mit einem von drei Landetriebwerken nicht.
14.Jun 2016 | 11:12

China: Navigationssatellit Beidou-2 G7 gestartet

Ein neuer chinesischer Navigationssatellit ist im All. Das Beidou-2 G7 oder Beidou 23 genannte Raumfahrzeug soll in den kommenden Wochen eine Position im Geostationären Orbit einnehmen.
10.Jun 2016 | 11:55

Intelsat 31 alias DLA 2 auf Proton-M gestartet

Am 9. Juni 2016 hob pünktlich um 9:10 Uhr MESZ eine Proton-M-Rakete vom Startplatz 81/24 im kasachischen Baikonur ab, um den Kommunikationssatelliten Intelsat 31 für den in London ansässigen Kommunikationssatellitenbetreiber Intelsat ins All zu befördern.
09.Jun 2016 | 23:46

Kopiert Europa SpaceX für Ariane 7?

Pressemeldungen aus Frankreich berichten von einem neuen Methantriebwerk, genannt Prometheus, und von einer Kooperation zwischen Europa und Japan bzgl. eines Vehikels, das senkrecht starten und landen kann. Beide Projekte sollen als Vorbereitung für Ariane 7 dienen.
27.Jun 2016 | 14:25

Alles sauber auf der ISS

Ich glaube, meine Geschwister und ich waren schon "aus dem Gröbsten raus", aber "Löwenzahn" haben wir trotzdem noch hin und wieder gerne geschaut. Eines Sonntags stieg Peter Lustig dabei in die Kanalisation hinab. An die genaue Story kann ich mich nicht mehr erinnern, wohl aber daran, dass wir nach der Sendung den nächsten Kanaldeckel bei uns im Dorf gesucht und geöffnet haben, um zu sehen, ob sich dort unten auch eine verborgene Welt verbirgt. Was wir vorfanden war natürlich nicht ganz so eindrucksvoll wie es in einer Großstadt gewesen wäre, wo sich in der Tat eine Infrastruktur auftut, die niemand dort vermutet: Eben nicht nur ein Rohrgewirr, sondern riesige Wasserstraßen, gigantische Säle... Und all dies, um unsere Umgebung sauber zu halten.
22.Jun 2016 | 05:53

Bye Bye BIROS

Endlich ist es soweit: Nach einer weiteren Verschiebung des Termins ist der Feuersatellit BIROS (Bispectral InfraRed Optical System) heute, am 22. Juni 2016, gestartet. Das Daumen drücken hat geholfen - ein Rückblick der letzten Tage vor dem Start:
17.Jun 2016 | 12:34

Ein letztes Mal - Crew Conference mit Tim Peake

Die Zeit vergeht wie im Flug sagt man - doch für Tim Peake trifft dies wirklich zu. Nach einem halben Jahr auf der ISS wird er am Samstag wieder zur Erde zurückkehren. Auch wir am Boden fiebern natürlich "all"täglich mit ihm mit, und so ist es plötzlich schon wieder Zeit für uns, Abschied zu nehmen.
15.Jun 2016 | 15:53

Ariane 5 startet mit Rekord-Last ins All

+++ Update 19.06.2016: Der gestrige Start der Ariane 5 war erfolgreich. +++ Update: Ariane-Start um 24 Stunden verschoben. +++ Am Donnerstag, den 16. Juni 2016, um 22:30 Uhr ist es mal wieder soweit: Eine Ariane 5-Trägerrakete wird zwei Satelliten ins Weltall bringen. Das Besondere an diesem Start: Noch nie hat eine Ariane 5 so eine große Last ins All transportieren müssen.
10.Jun 2016 | 15:30

BIROS: Ein Kleinsatellit auf Reisen

40 Grad und ungefähr 60 Prozent Luftfeuchtigkeit. Bei solchen Wetterbedingungen arbeitet das BIROS-Team gerne den größten Teil des Tages in den kühlen Reinräumen des indischen Satish Dhawan Space Centre (SHAR).
26.May 2016 | 12:16

Abgesang und Neubeginn – ILA und Space Film Festival

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Die erste ILA dauerte noch 100 Tage

Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin wirft ihre Schatten voraus, wenngleich die Schatten kürzer sind als in den Vorjahren. Wer wie ich die ILA seit Jahrzehnten besucht, schon seit den Tagen, als sie noch in Hannover-Langenhagen stattfand, kann nur bedauern, dass sie jedes Mal ein wenig mehr gestutzt wird. In Hannover, in der "guten alten Zeit" lief die ILA noch über acht Tage und wurde von bis zu 300.000 Menschen besucht. Die allererste ILA übrigens, seinerzeit in Frankfurt, dauerte nicht weniger als 100 Tage.

Nach der Wende unternahm sie in Berlin im Jahre 1992 einen Neustart (sie war dort schon ab 1928 bis zum Krieg gewesen) und lief bis 2004 als siebentägige Veranstaltung. Ab 2006 waren es dann nur noch sechs Tage. Vor zwei Jahren stellte man auf fünf Tage um. In diesem Jahr sind es noch vier.

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Ab 1928 bis zum Krieg kam die ILA erstmals nach Berlin

Das Berlin der Nach-Wende-Zeit und das Land Brandenburg mochten die ILA nie. Die Stadt legt deutlich mehr Wert auf Partys, hippe Kneipen und die Pflege ihrer progressiv-urbanen Kultur. Ich nehme gerne Wetten an, wann sich Stadt und Land endgültig dieser lästigen Pflichtübung entledigen werden. Man munkelt jedenfalls schon, dass bald nach der ILA Flüchtlingsunterkünfte in die Messehallen kommen. Da wird man dann in zwei Jahren, leider, leider, so gerne man es auch täte, aber man muss da ja nun mal Prioritäten setzen, keine Messe mit Flugzeugen, Raumfahrtexponaten und Airshow mehr abhalten können. Und sich wahrscheinlich - nächster Verkleinerungsschritt - auf eine Art zwei- bis dreitägige Konferenzveranstaltung an den Funkturm zurückziehen. Ohne die Papas, die ihre Jungs huckepack herumtragen und mit glänzenden Augen silberne Maschinen bewundern. Dann sind die aufgeregt-geschäftigen Business-Klone in ihren dunklen Anzügen und roten (unteres Business-Development Level) oder dezent gemusterten (mittleres und oberes Management) Krawatten unter sich und können hinter verschlossenen Türen unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Séparée vor sich hin tagen.

Nur die Berliner Taxi-Fahrer wird es vielleicht nicht ganz so freuen. Sie können ihre Gäste dann nur noch bis zum Funkturm fahren. Immerhin, diesen Weg haben sie gut drauf. Als vor Jahren im Zuge des „Jahrhundertbauwerks“ BER  die neuen ILA-Messehallen in Selchow in den märkischen Sand gebaut wurden, hatte sich kaum einer der Kutscher über den neuen  Weg informiert und setzte seine Kundschaft einfach irgendwo in der staubigen Pampa ab („Ick glob, hier irgendwo war die ILA imma, Meesta!“).

Richtiges Interesse an der ILA hatte Berlin nur in der Vorkriegsära. Nach der Wende hätte man die Veranstaltung wohl besser nach Leipzig vergeben. Dort gibt es auch einen schönen,  relativ verkehrsarmen aber dennoch verkehrsgünstig gelegenen Flugplatz. Dort gibt es Messeerfahrung, eine deutlich engagiertere und interessiertere politische Führung und es würde heute gut in den langsam aufblühenden Wirtschaftsraum dieser Region passen. Aber das ist ja nun vorbei und bald wird man sich endgültig den beiden europäischen Platzhirschen bei den Luftfahrtschauen, Le Bourget und Farnborough, geschlagen geben müssen und die Segel streichen.

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2004 dauerte die ILA noch eine volle Woche. Bild: Messe Berlin

Umso mehr aber gilt es, den verblassenden Flair vergangener großer Tage noch einmal richtig in sich aufzusaugen. Noch einmal kerosingeschwängerte Luft zu atmen, noch einmal die zukunftsverheißenden Ausstellungsstücke der Raumfahrtunternehmen, der ESA und des DLR allesamt an einem Platz versammelt zu bewundern, sich über die neuesten Projekte zu informieren, mit anderen Luft- und Raumfahrtbegeisterten zu diskutieren, bei Currywurst und Pommes den Jets am Himmel nachblicken und sich mit Fluglärm volldröhnen zu lassen bis die Ohren klingeln. Die ILA war über Jahrzehnte hinweg nicht nur eine Geschäftsveranstaltung der Luft- und Raumfahrtkonzerne. Sie war auch ein Treffpunkt der Freaks und der Fans. Schade drum.

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Seit einigen Jahren spart man sich auch eigene Veranstaltungsplakate und beschränkt sich auf ein nüchternes Logo. Bild: Messe Berlin

Es gibt im Umfeld der ILA aber durchaus auch Lichtblicke, und ich hoffe, dass sich das allmählich ausbreitende Vakuum von anderen Veranstaltungen gefüllt wird. Eine hab ich schon mal ausfindig gemacht, denn in diesem Jahr findet parallel zur ILA - also zwischen dem 1. und 5. Juni - das "International Space Film Festival" statt. Die Homepage des Events findet sich hier und wie man sieht, es ist ganz schön was geboten. Der Veranstalter hat sich das Ziel gesetzt, "realitätsnahe" SF-Filme und Dokus mit Raumfahrtschwerpunkt zu zeigen. Er möchte uns genau da abholen, wo uns die ILA mehr und mehr im Stich lässt.

Das Film Festival beginnt am 1. Juni mit einer Premieren-Gala um 18:45 Uhr. Im superschicken Cinestar im Sony-Center übrigens. Es wird zunächst eine Panel-Diskussion geben mit dem Titel: "Das Space Race der Jungen Wilden - Was steckt dahinter?" Einer der Panel-Teilnehmer ist im Übrigen der Autor dieser Zeilen. Das Gequassel wird nicht lange dauern, versprochen. Ab dann gibt’s Raumfahrtfilme satt. Vielleicht sehen wir uns ja. Bei den Filmtagen oder - möglicherweise schon zum letzten Mal - auf der ILA.

11.Apr 2016 | 17:22

12. April 2016 – Yuris Night in Wien

Am 12. April 2016 ist es wieder soweit: Weltweit feiern die Raumfahrtfans den legendären ersten Orbitaflug von Juri Gagarin. Die Veranstaltung in Wien wird dabei wie in jedem Jahr von der Raumfahrt- und Astronomieplattform „Der Orion“ organisiert. Zu Gast sind wir diesmal im Dachgeschoss des „TU the Sky“ der Technischen Universität der Stadt Wien, am Getreidemarkt 9. Die Veranstaltung beginnt um 18:30 Uhr.

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Besucher des "TU the Sky" können einen atemberaubenden Blick über die Stadt Wen genießen. Credit: TU Wien

Wie immer bei der jährlichen Yuris Night von "Der Orion" ist der Eintritt frei und jede(r), der sich für das Thema interessiert ist herzlich eingeladen. Dabei gibt es für jeden Gast sogar noch eine kleine Brotzeit und ein Getränk. Dass das möglich ist, verdankt der Veranstalter seinen langjährigen treuen Sponsoren. Und - nur ganz nebenbei - schon alleine der Veranstaltungsort ist hoch interessant: Das „TU the Sky“ ist das größte Plus-Energie-Haus Österreichs. Seine komplette Fassade ist nichts anderes als eine riesige Fotovoltaik-Anlage.

Wie jedes Jahr hat Yuris Night in Wien auch heuer einen Themenschwerpunkt. Das sind dieses Mal Cubesats, Mini-Satelliten, die nicht größer sind, als der klassische „Rama-Margarinewürfel“. Österreich hat bereits zwei davon gestartet, die immer noch funktionieren und Daten liefern. Der Start einer dritten Einheit ist für dieses Jahr geplant. Daher haben wir eine Runde von Experten eingeladen, um Vorteile und Nachteile der Mini-Satelliten im Vergleich zu ihren großen Geschwistern zu beleuchten.

Wir freuen uns, dass wir für diese Gesprächsrunde den "Vater" der österreichischen CubeSats gewinnen konnten: Dr. Werner Weiss vom Institut für Astrophysik der Uni Wien. MIt dabei ist auch der Projektleiter von Pegasus, Dr. Carsten Scharlemann von der FH Wiener Neustadt. Pegasus ist Österreichs dritter CubeSat und startet im Juni. An dem Projekt sind auch das Institut für Astrophysik der Uni Wien, das TU Space Team und das Österreichische Weltraum Forum beteiligt. Vom Institut für Astrophysik werden Dr. Franz Kerschbaum und vom TU Space Team Dominik Kohl teilnehmen.

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Portrait Dr. Barbara Imhof. Credit: Paul Wilke

Moderiert wird die Runde von Dr. Barbara Imhof von Liquifer. Die Weltraum-Architektin arbeitet derzeit an dem selbständig entfaltbaren Astronauten-Habitat SHEE. Mit dem Entwurf LavaHive belegte Liquifer in Kooperation mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA den dritten Platz bei der NASA 3-D Printed Habitat Challenge.

Vom Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften wird Dr. Rumi Nakamura an der Veranstaltung teilnehmen und von ihrer aktuellen Forschung mit dem NASA-Satelliten Magnetospheric Multiscale Mission (MMS) berichten. Dr. Nakamura wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und ist Spezialistin für Weltraum-Plasma-Physik. Anhand der Daten von MMS untersucht sie das Zusammenwirken der Magnetfelder von Erde und Sonne. Diese Interaktionen sind für das Weltraumwetter verantwortlich und beeinflussen das Funktionieren von GPS, Telekommunikation und Stromnetzwerken.

Wir freuen uns, dass der französischen Astronaut Léopold Eyharts unsere Einladung angenommen hat. Er hat bei zwei Raumflügen insgesamt 68 Tage im Weltraum verbracht, und ist einer der wenigen Astronauten, die sowohl noch zur legendären russischen Raumstation Mir geflogen sind, als auch die ISS besucht haben. Im Gespräch mit ihm werden wir mehr über seinen Lebensweg in der Raumfahrt erfahren und ihn auch fragen, wie er die Zukunft der bemannten Raumfahrt sieht. Anschließend steht er für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.

Zum Abschluss des Abends wird das Österreichische Weltraum Forum wieder den Polarsternpreis an eine Person vergeben, die durch ihren Einsatz die Öffentlichkeit für den Weltraum begeistert.

Internet-Adressen

Dieser Vorbericht wird in eingen Tagen durch einen Veranstaltungsbericht ergänzt.

31.Mar 2016 | 22:06

Untersuchungsbericht zum Fall USAF-Major Harvey O. Thomas (Teil 2)

Hier nun, wie vor einigen Tagen an anderer Stelle angekündigt, die Auszüge aus dem Untersuchungsbericht der US-Luftwaffe zur Mission LIRPA-1, die am 3. November 1966 begann und erst über ein Jahr später mit der Rückholung des Astronauten Harevy O. Thomas endete.

USAF SPACECRAFT INVESTIGATION PANEL (SIP) MISHAP ASSESSMENT ON DODIG-1966-041 "Low earth orbit Intelligence Research Project A - Mission 1" (LIRPA-1)

Vorbemerkung:

Eine Kette gravierender Fehler des Missionskontrollteams, verbunden mit nicht minder schwerwiegenden Fehlhandlungen der Flugbesatzung, führten bereits unmittelbar nach Beginn der ersten Mission des Low earth orbit Intelligence Research Project A (LIRPA-1) Programmes zur Strandung des Astronauten, Luftwaffenmajor Harvey O. Thomas (Funk-Rufname: Major Tom), in einem Erdorbit mit einem Perigäum von 350 Kilometern, einem Apogäum von 410 Kilometern und einer Bahnneigung zum Äquator von 62 Grad. Die Ermittlungen des Komitees ergaben, dass erprobte und seit Jahren etablierte Prozeduren bei dieser Mission nicht oder nur unzureichend befolgt wurden. Zusätzlich führte eine eher von emotionalen als von rationalen Kriterien beeinflusste  Entscheidungsfindung zu einer raschen Eskalation der Ereignisse, die am Ende das Scheitern der Mission bewirkte.

Bild 1

Harvey O. Thomas (Major Tom) ganz hinten links. Er war Mitglied der Auswahlgruppe 2A für das Programm des Manned Orbiting Laboratory (MOL). Credit: TSA

Nachfolgend das Transscript des CAPCOM  (Anmerkung des Verfassers: Capsule Communicators) mit den Anmerkungen der Komitee-Mitglieder.

Missionskontrolle: Ground Control to Major Tom. Ground Control to Major Tom:Take your protein pills and put your helmet on

Das Panel befand das Kommando an den Astronauten, nur wenige Sekunden vor dem Abheben der Rakete Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen, als unbesonnen und töricht.  Weiterhin stellte das Panel fest, dass es zu einem Zeitpunkt von T-minus 10 Sekunden für Major Harvey O. Thomas wesentlich zu spät im Ablauf der Startsequenz war, seinen Helm anzulegen. In der Folge verblieb keine Zeit mehr, den Kohlendioxid-Absorber zu überprüfen und sein Visier mit Anti-Fogging-Compound zu behandeln. Der dem Komitee vorliegende Flugplan bestätigt dieses Fehlverhalten. Für das Anlegen des Helmes sieht er einen nominalen Zeitpunkt von 2:20 Stunden vor dem Start vor, das Schließen des Visiers sollte 3 Minuten und 10 Sekunden vor dem Liftoff stattfinden.

Missionskontrolle: Commencing countdown, engines on

Ein bizarres Statement, wie so viele im weiteren Ablauf dieser Mission. Der Ausschuss befand die Ankündigung “commencing countdown” (also: Beginn des Countdowns) in einer Phase, in der sich der Countdown tatsächlich unmittelbar vor seinem Abschluss befindet, als grotesk. Dies ist dabei nicht – wie von den Mitgliedern des Review-Teams zunächst vermutet - auf einen Fehler im Transscript zurückzuführen, denn auf der begleitenden Tonspur ist im Hintergrund klar und deutlich die Stimme des Launch Sequence Operators zu hören, der eben “eight....seven...six...five...four…" herunterzählt, als der Countdown angeblich gerade erst „beginnt“.

Darüberhinaus erfordert das Aktivieren der Triebwerke ein hochkomplexes, vielstufiges Protokoll. Es kann nicht einfach dadurch erreicht werden, dass jemand “Engines on” ruft. Ein Mitglied der Untersuchungskommission meinte dazu, das wäre, als wie wenn ein Kleinkind seinen Bobbycar mit den Worten „Auto, fahr“ anfeuert.

Missionskontrolle: Check ignition and may God’s love be with you

MOL-Gemini-B-Test

Die Probleme begannen bereits in der ersten Startphase. Credit: USAF

Eine Videoaufzeichnung aus der Besatzungskabine zeigt Major Harvey O. Thomas in der ersten Startphase, den Mund mit Protein-Tabletten vollgestopft und verwirrt um sich blickend. Er tappt dabei ungelenk an der Kontrollkonsole herum (versucht er gerade "Ignition" zu checken?) und sieht dann seinen Helm auf dem Kabinenboden liegen, der noch in der Schutzhülle steckt (!). Der Major kriecht verzweifelt herum und versucht seinen Helm anzulegen, während mächtige Andruckkräfte und Vibrationen seinen Körper durchrütteln.

Missionskontrolle: This is Ground Control to Major Tom. You’ve really made the grade!

Gerade einmal 46 Sekunden nach dem Liftoff ist das eine hohle und unangemessene Phrase. Sie soll vermutlich dazu dienen, die Aufmerksamkeit vom Helm-Fiasko abzulenken.

Missionskontrolle: . . . and the papers want to know whose shirts you wear

Für eine gesicherte Bestätigung dieser eigenartigen Aussage konnte das Komitee keinerlei Belege gleich welcher Artfinden. Sicher ist jedoch mit einiger Beweiskraft, dass Astronauten grundsätzlich eher weniger durch das Tragen modischer Markenkleidung auffallen. Recherchen in der einschlägigen Literatur ergaben, dass das Kleidungsstück von Astronauten, welches das breite Publikum am Meisten interessiert, Pampers für Erwachsene sind.

Missionskontrolle: Now it’s time to leave the capsule if you dare.

Der überflüssige Zusatz “if you dare” ist ein weiterer Beleg der ungenügenden Bewertung der Situation. Diese Aussage könnte den seelisch offensichtlich ohnehin angeschlagenen Major weiter erschüttert haben. Im späteren Verlauf der Konversation hören wir sogar die noch wesentlich rätselhaftere Empfehlung “Take out your comfort pillow if you dare”.

Major Tom: . . . and I’m floating in a most peculiar way.

Die Gutachter konnten kaum glauben, dass sich ein erfahrener Astronaut mit den grundlegenden Anforderungen der Schwerelosigkeit überfordert zeigt. Das Komitee stellt hier unzureichendes Training im Vorfeld der Mission fest.

Major Tom: For here am I sitting in a tin can . . .

Dieser billiger "Schuss vor den Bug", gerichtet an die Entwickler des Raumfahrzeugs, vom bis dahin meist höflichen Astronauten, ist Besorgnis erregend. Verliert er hier bereits völlig die Fassung? Im Kontrollbunker in Cape Canaveral ist das Stöhnen der Designer über diese öffentliche Demütigung deutlich wahrnehmbar.

Major Tom: Planet Earth is blue . . .

Dem Steuerzahler, den dieser Flug 4,8 Milliarden Dollar gekostet hat, dürfte eine solch banale Beobachtung nicht zu vermitteln sein.

Major Tom:. . . and there’s nothing I can do.

Das stimmt leider nur zu genau. Ein hochwichtiges Experiment über das Kopulationsverhalten von Seidenraupen in der Mikrogravitation konnte nicht stattfinden. Das Anlegemanöver an der MOL-Station konnte trotz der geringen Distanz zum Kopplungsring (Anmerkung des Verfassers: 38 Zentimeter) nicht durchgeführt werden.

Major Tom:. . . Though I'm past one hundred thousand miles I'm feeling very still…

Major Harvey O. Thomas'  gravierende Fehl-Wahrnehmung der Situation kommt hier erneut zum Ausdruck. Zum Zeitpunkt der Meldung, sieben Minuten und 18 Sekunden nach dem Liftoff, befindet sich das Raumschiff keineswegs "past one hundred thousand miles", sondern lediglich 638 Meilen downrange von Cape Canaveral und  in einer Höhe von 112 Meilen. Dass sich der Major "still" fühlt, könnte auf die massive Intoxikation mit Proteinpräparaten zurückzuführen sein. Die übermittelte Telemetrie zeigt jedenfalls einen Geräuschpegel von 136 Dezibel in der Kabine. Eine weitere Möglichkeit für diese befremdliche Aussage könnte darin bestehen, dass das Gehör des Majors wegen Übersättigung quasi "abriegelte", denn der Flughelm war zu diesem Zeitpunkt nach wie vor nicht ordnungsgemäß angelegt.

Major Tom:. . . and I think my spaceship knows which way to go.

Bemerkungen dieser Art sind nicht dazu angetan, Zuversicht zu verbreiten.

Major Tom: Tell my wife I love her very much . . . she knows

Major Harvey O. Thomas ist nicht verheiratet.

 

Empfehlungen der Kommission:

  1. In künftigen Missionen, sowohl denen der NASA als auch denen militärischer Organisationen, sollte auf die Verwendung von “All Stars Hypro 85 Hardcore” verzichtet werden. Das Präparat ist unnötig und ihre Quelle (Anmerkung des Verfassers: Melanie, die Tochter des Flugdirektors) führt zu einem Interessenkonflikt. In keinem Fall sollte der Verzehr von Proteinpräparaten den weit wichtigeren Vorgang des Anlegens des Flughelmes verzögern.
  1. Funksprüche der Bodenkontrolle müssen eine ruhige, selbstsichere Autorität ausstrahlen. Bemerkungen wie “Your circuit’s dead, there’s something wrong!” klingen panisch und unprofessionell. Weitaus passender wäre hier: “Major Tom? Wir registrieren eine geringfügige Sollabweichung in einem der Schaltkreise. Wir prüfen das und melden uns in Kürze wieder.”
  1. Für den Fall dass die Kommunikation unterbrochen wird, empfiehlt das Gremium den Standard-Ruf: “Do you copy? Over” Das ständige Herumjammern mit “Can you hear me, Major Tom?” passt besser zu einem neurotischen Liebhaber als zum führenden Raumfahrtprogramm dieses Planeten.
  1. Weiterhin empfiehlt das Komitee, das Projekt LIRPA, ursprünglich ausgelegt auf 12 Missionen pro Jahr, drastisch zu reduzieren. Das Gremium schlägt vor, nur noch einmal jährlich eine LIRPA-Mission durchzuführen. Aus Gründen der für optische Beobachtung vorteilhaften Beleuchtungsverhältnisse auf der nördlichen Hemisphäre bevorzugt etwa zehn bis elf Tage nach dem Primär-Äquinoktium.
  1. Und schließlich sollte sobald wie irgend möglich eine Rettungsmission initiiert werden, um Major Harvey O. Thomas zurückzuholen. Seine häufigen Versuche, sich über Bordfunk in die Morgenprogramme der nationalen Radiosender einzuschalten (die mit erheblichem Aufwand durch dieJamming Transmitter von NORAD unterbunden werden müssen), könnten zwar dem einen oder anderen Zuhörer unterhaltsam erscheinen, seine politisch inkorrekten Meinungen und seine drastische und bildhafte Sprache dürften den Steuerzahler im Allgemeinen und künftige Nachwuchsastronauten im Speziellen jedoch erheblich befremden.

 

Soweit die Auszüge aus den ersten Seiten des Untersuchungsberichtes. Dazu noch ein Nachtrag des Autors:

Die Rückholung von Major Harvey O. Thomas erfolgte am 9. November 1967 durch Oberstleutnant LachlanMacleay und Major Francis Neubeck, von denen alle heute verfügbaren offiziellen Quellen besagen, dass sie nie einen Raumflug unternommen haben. Ihre Mission wurde seinerzeit als die unbemannte NASA-Testmission Apollo 4 ausgegeben.

Bei Major Harvey O. Thomas wurde nach seiner Mission eine massive Intoxikation mit Proteinpräparaten nachgewiesen, die offenbar wesentlich zu der seinerzeit unerklärlich suboptimalen Performance bei der Mission LIRPA-1 beitrug. Dies ersparte ihm aber nicht die Degradierung zum Corporal und dem Entzug der Fluglizenz.

Corporal Thomas machte in der Folge zwischen dem 1. Februar 1968 und dem 31. Januar 1973 Dienst auf den U-Booten USS Ethan Allen und USS Sam Houston wo er für die Pegelmessung des Bilgewassers zuständig war. Die restlichen 15 Jahre seiner militärischen Dienstzeit leistete er an der McMurdo Südpolstation ab, wo man ihn zuletzt am 31. Dezember 1988 beim Schneeschaufeln sah.

27.Mar 2016 | 22:36

Untersuchungsbericht zum Fall USAF-Major Harvey O. Thomas (Teil 1)

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Grafische Darstellung MOL mit Gemini B. Credit: US-Space Command

Es ist in den USA lange geübte Praxis militärisch als „geheim“ klassifizierte Ereignisse nach Ablauf einer Sperrfrist historisch aufzuarbeiten. Die Dauer dieser Sperrfrist beträgt in der Regel etwa 50 Jahre, danach werden die Informationen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In wenigen Tagen ist es wieder einmal so weit. Dann wird der Untersuchungsbericht zu der im Jahre 1966 gescheiterten Mission LIRPA-1 (Low earth orbit Intelligence Research Project A - Mission 1) der US-Luftwaffe veröffentlicht.

Die Defizite, die seinerzeit auftraten, waren so gravierend, dass in der Folge alle bemannten militärischen US-Programme (Anmerkung des Verfasser: DynaSoar, Blue Gemini und Manned Orbiting Laboratory, besser bekannt als „MOL“) storniert wurden. Die US-Luftwaffe verkündete damals, dass speziell die Aufgaben des MOL besser von den unbemannten Satelliten der Serien KH-9 "Hexagon" und KH-10 "Dorian" wahrgenommen werden könnten. Eine Aussage, die - wie sich nun herausstellt - allzu berechtigt war.

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Noch sind einzelne Details des Untersuchungsberichtes nicht der Öffentlichkeit zugänglich. Credit: Pentagon

Ich werde in wenigen Tagen an dieser Stelle einen Auszug aus dem Bericht des Pentagon veröffentlichen. Die noch bestehende Sperrfrist lässt das nicht eher zu. Bis dahin ist aber vielleicht eine kleine Hintergrundgeschichte von Interesse, die ebenfalls erst dieser Tage durch einen Nachlass in Mittelengland publik wurde. Sie steht im Zusammenhang mit dem Tod eines Musikers namens David Jones, der erst kürzlich gestorben ist. Die Wahrheit über die LIRPA-1 Mission wäre nämlich beinahe schon Ende der sechziger Jahre ans Licht der Öffentlichkeit gekommen. Genau genommen ist sie es sogar tatsächlich. Nur wurde das Offensichtliche damals von niemandem für wahr gehalten.

Auslöser dieser Beinahe-Panne war Jeffrey Beamish, ein Fernmeldetechniker des Radioobservatoriums Jodrell Banks. Er hatte am Nachmittag (Anmerkung des Verfassers: GMT) des 3. November 1966 verschlüsselte Radiosignale aufgezeichnet, der ihren Ursprung offensichtlich an der Eastern Test Range der US-Luftwaffe hatten. Es handelte sich dabei um einen Datenaustausch mit einem Objekt, das in südöstlicher Richtung auf dem Weg in eine niedrige Erdumlaufbahn war. Der Fall erregte die Aufmerksamkeit des Technikers, weil für eben diesen Zeitraum die US-Luftwaffe den suborbitalen Versuchsflug eines MOL angekündigt hatte, an dessen Spitze sich das unbemannte Raumfahrzeug Gemini B befinden sollte. Doch war der Flug nur scheinbar unbemannt, und er war auch nur scheinbar suborbital. Tatsächlich befand sich an Bord der Gemini US-Luftwaffenmajor Harvey O. Thomas (Funk-Rufname: Major Tom) und der Flug ging, wie Beamishs Messprotokoll zeigte, mit südlichem Azimuth in eine etwa 350 Kilometer hohe Erdumlaufbahn steiler Inklination, wie er für Spionagemissionen typisch ist.

Einen der Telemetrieströme erkannte der erfahrene Techniker trotz der Verschlüsselung als Tonspur. Misstrauisch geworden übermittelte Jeff Beamish diese Daten per Post an seinen Bruder Walt Beamish nach Fairford. Walt war zu dieser Zeit als Funker der britischen Austauschcrew eines strategischen Bombers vom Typ B-52 "Stratofortress" zugeteilt. Im Rahmen der Durchführung von Wartungsarbeiten ließ Walt Beamish das Band durch das Entschlüsselungsgerät (Anmerkung des Verfassers: Ein Remington „Doomsday-scrambler Mk II“) des Bombers laufen, und erhielt daraufhin den Klartext auf Lochstreifen. Die Sache fiel nicht weiter auf, da der Funker seinen Kameraden gegenüber das Tape als "Übungsband" ausgewiesen hatte und mit dem daraus resultierenden Text sowieso niemand etwas anfangen konnte. Im Übrigen auch Walt Beamish nicht. Er notierte sich den Text, steckte den Zettel in die Jackentasche und vernichtete das Lochband.

Scrambler

Remington "Doomsday-Scrambler Mk II". Credit: The Remington Company

Am selben Abend traf er in Fairford einen Freund namens Terry Burns, ging mit ihm zunächst in den "Curry King", und danach, um dem ziemlich scharfen Essen etwas Flüssigkeit hinterherzuspülen, in das "Plough Inn". Dort fiel ihm der Zettel wieder ein, und erzählte seinem Freund - nachdem er sich zuvor der Wahrung äußerster Diskretion versichert hatte - die Geschichte. Terry Burns besah sich den Zettel, konnte mit dem Text allerdings ebenfalls nicht viel anfangen. Er fragte Beamish, ob er den Wisch seinem Halbbruder geben könnte, denn der, so wörtlich, "macht schräge Musik und ist immer auf der Suche nach grusligen Texten".

Als er das nächste Mal nach London kam, wo sein Halbbruder David Jones lebte, hatte er den Zettel längst vergessen. Damit hätte die Geschichte hier wohl geendet, wenn er nicht seine ziemlich verrauchte Jacke (Anmerkung des Verfassers: Resultat vieler Kneipenbesuche) in die Reinigung gegeben hätte. Als er sie drei Tage später wieder abholte, händigte ihm die Angestellte ein zerknülltes Stück Papier aus, das sie in einer der Jackentaschen gefunden hatte. Am Abend erzählte er Dave die Geschichte und schob ihm den Zettel hinüber. Sein Halbbruder besah sich den Text, nickte anerkennend und murmelte etwas wie "könnte man was machen, mit". Bei der Gelegenheit erzählte ihm Dave Jones auch, dass er sich jetzt einen Künstlernamen zugelegt habe, um das etwas flaue Geschäft mit der Singerei anzukurbeln. Und vor allen Dingen um nicht dauernd mit „diesem anderen Jones“ (Anmerkung des Autors: gemeint ist Tom Jones) verwechselt zu werden. Deshalb nenne er sich jetzt "David Bowie".

Terry Burns meinte dazu achselzuckend: "Naja, warum auch nicht. Wenn's was hilft". Er schärfte Dave noch ein, ganz gleich, was immer er mit dem Text anfange, auf keinen Fall zu erwähnen, woher er ihn habe. Das könne ihn sonst seinen Job kosten.

Plough Inn Fairford

The Plough Inn, Fairford. Credit: The Plough Inn

Tatsächlich verwendete David Jones (alias David Bowie) den sonderbaren Text erst irgendwann im Jahre 1969 für ein Lied, ohne sich noch noch groß Gedanken über seine Herkunft zu machen. Erst viel später erinnerte er sich wohl wieder daran, dass er eigentlich Stillschweigen über die Herkunft bewahren sollte. Danach behauptete er stets, er wisse nicht mehr so genau, was das eigentlich bedeuten sollte. Er hätte das irgendwie 'psychedelisch" gemeint. Wäre ja damals DIE große Mode gewesen.

Hier nun der fragliche Text:

Ground Control to Major Tom, Ground Control to Major Tom,
Take your protein pills and put your helmet on

Ground Control to Major Tom, commencing countdown, engines on
Check ignition and may God's love be with you
Ten, Nine, Eight, Seven, Six, Five, Four, Three, Two, One, Lift off
This is Ground Control to Major Tom, You've really made the grade
And the papers want to know whose shirts you wear
Now it's time to leave the capsule if you dare
This is Major Tom to Ground Control I'm stepping through the door
And I'm floating in a most peculiar way. and the stars look very different today
For here Am I sitting in a tin can,  far above the world, planet earth is blue
And there's nothing I can do
Though I'm past one hundred thousand miles I'm feeling very still
And I think my spaceship knows which way to go
Tell my wife I love her very much she knows
Ground Control to Major Tom your circuit's dead, there's something wrong
Can you hear me, Major Tom?

Obwohl - oder gerade weil - das Lied seinerzeit eine gewisse Bekanntheit erlangte, unternahm der US-Geheimdienst nichts, um den nunmehr offensichtlichen Geheimnisverrat zu verfolgen oder zu ahnden. Das ist allerdings nur allzu verständlich, denn man wollte keine Aufmerksamkeit auf eines der am wenigsten ruhmreichen Kapitel der militärischen US-Raumfahrtgeschichte lenken.

Soweit als Einführung diese eher anektdotische Hintergrundgeschichte. In wenigen Tagen lesen Sie hier die Auszüge aus dem fast fünfzig Jahre lang geheim gehaltenen Untersuchungsprotokoll der US-Luftwaffe zur gescheiterten Mission LIRPA-1.

18.Jul 2015 | 22:56

Die siebten Burggespräche des Orion

Zwischen dem 14. und 16. August finden zum siebten Mal die „Burggespräche“ des Orion statt, organisiert von meiner Orion-Partnerin Maria Pflug-Hofmayr. Austragungsort ist wie jedes Jahr das Schloss Albrechtsberg an der Pielach in Niederösterreich. Es befindet sich nur eine Wanderstunde vom bekannten Wachau-Ort Melk mit seinem gewaltigen Barock-Kloster entfernt, etwa 90 Kilometer westlich von Wien. Wie immer hat der Veranstalter weder Kosten noch Mühen gescheut, und auch in diesem Jahr die Bahn der Bruchstücke des einstigen Kometen 109P/Swift-Tuttle (besser bekannt unter der Bezeichnung „Perseiden“) so umgeleitet, dass sie in den Tagen der Burggespräche publikumswirksam über der Burganlage verglühen und für Himmelsfotografen ein pittoreskes Motiv abgeben (siehe Bild). 

Albrechtsberg_Perseid2012-08-12_voltmer

Schloss Albrechtsberg an der Pielach mit einer Perseiden-Sternschnuppe. Das Bild stammt von Sebastiam Voltmer und wurde bei den vierten Burggesprächen am 12. August 2012 gemacht.

Die Burggespräche sind ein Astronomie -Intensivwochenende für Einsteiger und Weltraumfreunde. Neben der Himmelsbeobachtung und Workshops kommt dabei auch der gemütliche Rahmen nicht zu kurz. Wir beobachten gemeinsam den Himmel, Einsteiger erfahren, wie sie sich am Himmel orientieren können, und Fotografen erlernen das Einmaleins der Astrofotografie. Dieses Jahr ist die Gelegenheit übrigens besonders günstig, weil die Burggespräche auf ein Neumond-Wochenende fallen und der Himmel somit besonders dunkel ist.

Aus Heidelberg reist die Astronomin Felicitas Mokler an. Sie berichtet unter anderem über ihr Spezialgebiet: Planetenentstehung und Forschung an Exo-Planeten. Der Astrofotograf Alexander Pikhard hält einen Workshop über Himmelsfotografie mit praktischen Übungen. Die finden übrigens auch bei Schlechtwetter statt - lasst euch überraschen. Auch Science Buster Werner Gruber ist in diesem Jahr wieder dabei. Er ist nicht nur der Chef des Planetariums Wien sondern auch ein Begriff in der österreichischen Kabarettszene. In einem öffentlichen Vortrag über kulinarische Astronomie erläutert er die perfekte Zubereitung der Sternbilder. Von mir (Astra) könnt ihr einen Vortrag über das Enfant Terrible der Privaten Raumfahrt (und der Elektromobilität, und der Energiewirtschaft, und des zukünftigen Verkehrswesens und.., und..., und...) hören und sehen. Gemeint ist Elon Musk.

Wir versprechen ein unvergessliches Wochenende. Momentan gibt es noch vier oder fünf freie Plätze. Der Teilnehmerkreis ist derzeit etwas männerlastig. Sollten noch mehr als die notwendigen vier oder fünf Meldungen hereinkommen, dann findet ein zugegebenermaßen etwas subjektives Auswahlverfahren statt, bei dem die Mädels bevorzugt werden.

Alle Programm-Infos und die Links zu weiteren Informationen findet ihr hier.

28.Jun 2016 | 17:15

Allgemeines Live-Blog ab dem 28. Juni 2016

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Das war der zweite Test eines Boosters für die SLS-Rakete

vor wenigen Minuten in der Wüste von Utah nach einer Verspätung um eine Stunde: Screenshots aus dem Webcast der zweiminütigen Zündung und unmittelbar danach. Auch die gesamte Zündung und ein paar Clips daraus, weitere Screenshots hier und hier, ein Bild aus der Ferne, Artikel hier, hier und hier und ein Vorschau-Clip. Auch die Fortschritte mit dem Orion-SM, die mögliche Auflösung der ISS, eine Verschiebung des Antares-RTF, Chinas Tiangong 2 vor dem Start – und der erste Flug von Chinas Langer Marsch 7 mit einer Testkapsel und einem Service-Satelliten: Bilder auch hier und hier und weitere Artikel hier (früher, noch früher), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier. [17:15 MESZ]

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Ein paar NASA-Fotos des Tests und weitere Bilder aus der Ferne hier und hier. [17:35 MESZ] Ein NASA Release und mehr Bilder von heute und generell aus dem SLS-Umfeld. [23:45 MESZ. NACHTRÄGE: weitere Artikel hier]


26.Jun 2016 | 22:21

Keine neun Tage bis zum Junos Jupiter-Orbit

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Knapp fünf Jahre nach dem Start der NASA-Sonde Juno ist es in knapp 9 Tagen so weit: Am Morgen MESZ des 5. Juli soll sie sich mit einer 35-minütigen Zündung ihres Haupttriebwerks in einen Jupiter-Orbit befördern, und bis 7:00 MESZ sollte klar sein, ob alles geglückt ist. Die Mission – Homepage, Press Kit, Mission Page – kümmert sich im Gegensatz zu den vielen Vorgängern ganz um die unsichtbaren Aspekte des Gasriesen, sein Innenleben, seine Felder und Teilchenumgebung. Mehr zum Vergnügen der Öffentlichkeit ist gleichwohl die JunoCam Bord, von der auch das Bild oben vom 21. Juni aus 10.9 Mio. km Abstand stammt: Während des Orbiteinschusses wird es nichts zu sehen geben und dem Plan nach erst Ende August Nahaufnahmen. Was die auf dem Planeten zeigen werden, weiß man dank intensiver Beobachtung durch Amateurastronomen in den vergangenen Monaten, die auch bei der Aufnahmeplanung mit zu reden haben werden. Oben auch ein schmissiger Werbefilm für die Mission (mit der stark veralteten Einheit Rad …), eine Darstellung Junos beim entscheidenden Manöver, eine einstündige Pressekonferenz, die komplizierten Orbits nach dem Einschuss und die genaue Timeline der Ankunft mit Zeiten in PDT, EDT und UTC (MESZ-2 Stunden). Auch JPL und NASA Releases vom 24. Juni, 16. Juni und 9. Juni, Press Releases der Univ. of Colorado vom 24. Juni und 23. Juni, der Univ. of Arizona und von Lockheed Martin, ein Video mit Statements von Mitarbeitern und Artikel vom 26. Juni, 25. Juni, 23. Juni (mehr), 21. Juni (mehr), 17. Juni, 16. Juni (mehr und mehr), 15. Juni, 11. Juni (mehr), 10. Juni und 4. Juni.

Jupiter imaged using the VISIR instrument on the VLT

Two faces of Jupiter

NACHTRAG: In Vorbereitung von Junos Ankunft hat u.a. auch das Very Large Telescope den Jupiter beobachtet, um die erwarteten Daten des Orbiters in einen weiteren Kontext stellen zu können – hier eine Kombination von Aufnahmen mit dem VISIR-Instrument bei 5 µm Wellenlänge sowie zwei Ansichten jeweils aus Bildern bei 8.6 und 10.7 µm, die unterschiedliche Aspekte der Wolken betonen. NACHTRAG 2: Am 27. Juni gibt es um 12:30 MESZ einen HangOut zur Mission. NACHTRAG 3: Ein Release der Uni Leicester zu den erdgebundenen Bildern (auch die RAS-Version davon) und ein Missions-Blog dieser Uni, ein Artikel zur und eine Foto-Galerie der Montage Junos, ein Artikel des CNRS – und die Aufzeichnung des o.g. HangOuts (26 Minuten). NACHTRAG 4: In der Ausgabe #145 dieses Newsletter die ersten 9 Seiten über Juno.


18.Jun 2016 | 03:45

Allgemeines Live-Blog vom 18. bis 24. Juni 2016


24. Juni

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Die Rauchspur einer Höhenforschungsrakete der NASA

mit Studenten-Experimenten, die heute von Wallops aus gestartet wurde: hinter dem Standbild der komplette Webcast und weitere Bilder hier und hier – plus der nächste Booster-Test des SLS.

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Rosettas Komet am 11., 15. und 17. Juni aus 29, 34 und 31 km Entfernung zweimal mit OSIRIS und einmal der NavCam aufgenommen – auch New-Horizons-Beobachtungen von (15810) 1994 JR1, das Ende der ersten Missionsphase des LISA Pathfinder morgen, ein HST-Bild eines offenen Sternhaufens in der LMC und wie man IR-Bilder des Satelliten WISE bearbeiten kann. [23:45 MESZ -Ende]

Was der Brexit für die Wissenschaft bedeutet

im UK und darüber hinaus (sicher nichts Gutes): Press Releases der Royal Astronomical Society und von Universities UK, ein Statement des Präsidenten und ein Artikel der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, weitere Post-Brexit-Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Prä-Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [23:20 MESZ]

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Der erste Start einer Atlas 5 seit der Anomalie am 22. März

mit einem 6 Sekunden zu frühen Brennschluss der ersten Stufe wegen eines Ventilproblems ist für heute 16:30 MESZ geplant (mit einem Fenster bis 17:15 MESZ): Die Nutzlast beim letzten Mal war der gerade verglühte Cygnus, diesmal ist es der 5. Satellit des Mobile User Objective System für die U.S. Navy. Auch der Status der Passagier-Kapseln Dragon und Starliner, weiter NASA-Interesse an der Asteroiden-Mission mit der Orion, das nächste LightSail im Test, ein Plan, Landsat 7 zu betanken, der erfolgreiche Test von Instrumenten auf dem ExoMars TGO, der Riesen-Canyon auf Charon, eine 5-Jahres-Verlängerung für Hubble bis 2021, der Sonnenschirm des JWST – und ein kleines Video über UNIBrite, den vor 3 1/2 Jahren gestarteten Mini-Satelliten der BRITE-Konstellation von orbitalen Stern-Fotometern. [1:55 MESZ]

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Abenddämmerung hinter der Atlas-Rakete. [5:25 MESZ] Auf diesem Kanal wird ab 16:00 MESZ übertragen. [5:45 MESZ] Eine detaillierte Vorschau (die nach einem gelungen Start sofort zu einem Bericht darüber zu mutieren pflegt). [6:10 MESZ] Der Countdown für die stärkste Variante der Atlas V hat begonnen – mit 80% Wahrscheinlichkeit für gutes Wetter. [10:45 MESZ]

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Und pünktlich ist es los gegangen. [16:35 MESZ] Und es gab diesmal keine Probleme mit der ersten Stufe, während bereits die Centaur arbeitet, die dreimal ran muss. [16:40 MESZ] Nach zwei Burns wird zum Apogäum gecoastet, knapp drei Stunden nach dem Start (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) dann der 3. Burn, bevor der Satellit ausgesetzt wird. [17:15 MESZ] Ein größeres Stück aus dem Webcast und weitere Bilder vom Start. [18:45 MESZ] Und der Satellit ist ausgesetzt. [19:35 MESZ] Weitere Start-Bilder hier, hier und hier. [19:55 MESZ] Ein ULA Release, noch mehr Bilder, ein Artikel – und ein Beschleunigungs-Vergleich zweier Atlas-V-Starts. [20:15 MESZ] Eine Teleskopaufnahme eines Fueldumps des Satelliten und weitere Blicke aus einem Flugzeug und aus der Nähe auf den Start. [22:25 MESZ. NACHTRÄGE: noch mehr Visuals hier, hier, hier und hier – und das übliche ULA-Musik-Video]


23. Juni

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Das ist der neue dunkle Fleck auf dem Neptun, der im Mai entdeckt worden war: Hubble-Aufnahmen vom 16. Mai in blauem Licht (unten) und in einer Art Farbversion (oben), in der auch eine helle Begleit-Wolke dieses mutmaßlichen Wirbelsturms zu sehen ist. Auch eine mögliche Erklärung des Faint-Young-Sun-Paradoxons mit Impakten von Asteroiden, wie man die Milchstraße aus einem Flugzeug fotografieren kann, das GRAVITY-Instrument des VLTI beobachtet den Stern S2 bei Sgr A* vor seinem 2018-er Perinigricon (Artikel hier und von diesem Blogger), der Spektrograph MOONS für das VLT, Turbulenzen in Südafrika um den SKA – und eine halbe Stunde live aus SOFIA, der fliegenden Sterwarte z.Z. auf Neuseeland. [23:55 MESZ]


22. Juni

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Hier startet eine Rakete mit 21 – und nicht 20 – Satelliten

an Bord: Während die indische Weltraumbehörde und fast alle Artikel (wie hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier) von einem großen und 19 kleinen Passagieren des heute Morgen gestarteten PSLV C34 sprechen, war in Wirklichkeit noch ein 21. darunter. Denn in dem deutschen Satelliten BIROS (mehr, mehr und mehr [NACHTRAG: und mehr] und Artikel hier, hier und hier) sitzt noch der Picosatellit BEESAT-4, der später ausgestoßen werden soll: Das rechtfertigt für einen Top-Raumfahrtchronisten die Zahl 21, die dieser Artikel eines anderen Chronisten ebenfalls verwendet und die sich auch aus dieser Tabelle eines dritten ergibt – auch weitere Bilder und 12 der anderen Passagiere.

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Der Rosetta-Komet am 8. Juni von OSIRIS aus 30 km Abstand aufgenommen – auch eine Tagung zu Boden-Beobachtungen des fernen Kometen, die Startvorbereitungen von OSIRIS-REx, Hinweise auf unterirdische Ozeane von Enceladus und Pluto, die erste Interferometrie mit Sentinel-Satelliten, der Rollout der ersten Langer Marsch 7, eine russische Weltraumüberwachung, bei der alle Satelliten-Bahnen öffentlich verfügbar gemacht werden sollen, ein frühes Interview mit Tim Peake mit vielen Details seiner Reentry-Erfahrung und das feurige Ende des Cygnus heute. [23:45 MESZ. NACHTRAG: wie das Feuer-Experiment an Bord zuvor ausging]

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Der letzte Vollmond von der ISS aus gesehen, kurz vor Sonnenuntergang über Westchina – auch der Mars vorgestern, eine Astronomische Einheit aus dem Merkurtransit mit Hilfe der Granulation, Komet C/2013 X1 (PANSTARRS) in Farbe am 16. Juni und 13. Juni. Und ein klares Statement amerikanischer Mediziner zu den gesundheitlichen Folgen falscher LED-Straßenlampen. [11:50 MESZ]


21. Juni

Die Kapsel, in der Alexander Gerst landete, ist jetzt in Köln angekommen und wurde heute ausgepackt. Daselbst heute auch die erste PK von Peake (alt. und Artikel hier und hier und zuvor hier), die nächste chinesische Raumstation offen für den Rest der Welt, das Flugzeug für StratoLaunch fast fertig, die chinesischen Mondpläne insbesondere mit Chang’e-4 [NACHTRAG: weitere Details], der Status von Curiosity (alt. und Artikel hier und hier) und Opportunity, immer noch Bilder vom Mars Express – und das Schicksal des Rovers von ExoMars 2020. [17:30 MESZ]

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Das James Webb Telescope ist in seinem Cleanroom mal wieder gedreht worden, so dass man erneut den großen segmentierten Spiegel sehen kann. Auch Satelliten-Beobachtungen des ersten Wind-Nebels um einen Magnetar mit XMM-Newton und Swift, wie der Satellite ACE der Quelle des langsamen Sonnenwinds nachspürte – und der bevorstehende Start eines PSLV in Indien mit 20 Satelliten. [23:45 MESZ]


20. Juni

Der gesamte europäische Frühling aus Satellitensicht Tag und Nacht – bei 4:36 war übrigens der Merkur-Transit, von dem es auch weiteres Material hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier gibt. Plus die Mond-Saturn-Mars-Kette letzte Nacht (mehr unten und aus Brasilien) mit erneut im Süden unvollem Vollmond (dito aus Kanada), wie es am Abendhimmel weiter geht mit Jupiter und Venus, Amateur-Teleskope für die Cayman-Inseln, ein Zeitraffer vom FAST-Bau in China – und Vorträge im Mai und heute (mehr, mehr und mehr) zum Data2Dome-Projekt, das heiße Science in moderne Planetarien bringen will. [18:00 MESZ] Äh, nein, heute sind nicht Vollmond und Sommersonnenwende am selben Tag – und so selten ist deren Abstand von einem halben Tag auch nicht. [23:35 MESZ. NACHTRAG: ein weiterer Rant zum Rummel um den ‚Erdbeermond‘ …]


19. Juni

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Ein beachtliches Rohbild vom Saturn von gestern, das das berühmte Wolken-Hexagon hervorhebt. Auch spektrale Vergleiche der Pluto-Monde: Wie Hydra wird auch Nix von Wassereis dominiert, was – zusammen mit der hohen Albedo von Styx und Kerberos – für die gemeinsame Entstehung nach einem Impakt spricht, auch wenn Details überraschen.

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Das erste Mars-Bild der Kamera auf dem ExoMars-TGO vom 13. Juni aus 41 Mio. km Abstand schafft gerade mal 460 km/Pixel Auflösung: Versuch einer Verarbeitung. Auch die Rolle des TGO als Funk-Relais, ein Muster bei den Marsstürmen in Daten diverser Orbiter und ein Abkommen von NASA und UAE zu Mars- und anderer Weltraumforschung.

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Und Komet C-G am 13. Juni aus 28.5 km Abstand mit der NavCam Rosettas. Auch der seltsame Deal von Luxemburg mit der Firma Planetary Resources – und nach fast 20 Jahren auf einmal online eine kuriose Musik-CD über das Wesen der Raumfahrt aus der Sicht von Ingenieuren … und Managern. [22:10 MESZ]

Die erste Live-Übertragung eines Starts von Blue Origin hat begonnen: laufende Screenshots und ein Artikel. [16:05 MESZ. NACHTRAG: Der Webcast ist nun seine eigene Aufzeichnung: Start um 0:35, Raketen-Landung bei 0:42, Kapsel-Landung um 0:45]

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Da steht die Rakete – an Bord auch drei Nutzlasten von Universitäten. Besonders spannend diesmal: einer der drei Fallschirme soll versagen – gibt es allerdings unterwegs Probleme, können alle drei benutzt werden, man will ja nicht die Hardware verlieren. Dieselbe, die schon dreimal geflogen ist – was freilich auch die Shuttles locker konnten. [16:20 MESZ]

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Da fliegt er! Und die beiden Teile haben sich bereits getrennt. [16:40 MESZ] Wie man deutlich sieht – und die 100-km-Grenze wurde wieder klar genommen. Und die Rakete ist schon wieder problemlos gelandet! [16:45 MESZ]

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Und auch die Kapsel ist – mit nur zwei statt drei Fallschirmen – problemlos gelandet. [16:50 MESZ] Mehr Screenshots des kurzen und dank klaren Himmels bestens zu sehenden Fluges hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein flotter Artikel. [16:55 MESZ] Fotos der Landungen von Rakete und Kapsel mit zwei Schirmen (so sieht’s normal aus) und mehr Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [18:25 MESZ] Und hier, hier und hier. [21:15 MESZ. NACHTRAG: und hier]

Eine ordentliche Show leuchtender Nachtwolken über (Nord-)Deutschland gab es vergangene Nacht: viele Bilder und weitere Links hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein Video aus Kanada von der Nacht davor. Plus das kosmische Quartett gestern mit dem Mond beim Saturn – und die Sonne heute und gestern, auch animiert. [15:05 MESZ]


18. Juni

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Ariane-Start auf den letzten Drücker: Auch das heutige Startfenster wurde beinahe verpasst, aber kurz vor Schluss ging es gerade im Licht der Abendsonne doch noch los (mehr Screenshots und ein tolles Foto der Szenerie) – im Gegensatz zum nächsten Antares-Start, der erneut verschoben wurde. Auch die erfolgreiche Senior Review der NASA-Astronomie-Missionen, der erstaunlich gute Zustand des Hubble Space Telescope – und wie trotz des peinlichen Verlusts des Hitomi-Satelliten die Zusammenarbeit von NASA und JAXA in der Weltraumforschung fortgesetzt werden soll. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: Diverse Rekorde beim und ein Press Release und Artikel hier, hier, hier und hier zum Ariane-Start]

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Heute Vormittag kehrt u.a. der Brite von der ISS zurück

Nach dieser NASA-Timeline wird um 7:52 MESZ abgedockt und um 11:14 MESZ (nach obiger Roskosmos-Grafik: 11:15 MESZ) gelandet, es wurde aber anderswo auch 11:12 MESZ genannt – und die ESA gibt hier und nochmals hier jeweils zwei verschiedene Timelines gleichzeitig an (7:52 -> 11:14 und 7:47 -> 11:13 MESZ): Na, Hauptsache die Crew weiß, wann was passiert. Auch Beschwörungen des NASA-Chefs an Europas Regierungen, doch bitte der ISS treu zu bleiben, wie es dem BEAM ergangen ist, die ersten Video-Clips vom Saffire-Experiment auf dem Cygnus, eine Verspätung des Orion-Servicemoduls (die den EM-1-Testflug noch 2018 gefährdet), die nur sehr knapp gescheiterte Landung der letzten Falcon-9-Unterstufe, der nächste New-Shepard-Flug am 19. Juni um 16:15 MESZ erstmals live zu sehen – und ein Ariane-Start wurde aus Wettergründen verschoben, auf heute 22:30 MESZ. [4:10 MESZ] So, Klappe zu auf der ISS – und die exakten Zeiten: Abdocken 7:52:30, Landung 11:15:06 MESZ. [4:45 MESZ] Ein Artikel zum Abschied Peakes von der ISS. [6:10 MESZ]

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Expedition 47 Soyuz TMA-19M Landing

Und da sind sie gelandet: mehr Fotos hier und hier, Videos hier und hier, ein NASA Blog-Report, Releases von ESA und NASA, Artikel hier, hier, hier und (Vorsicht, Politik!) hier – und ein peinlicher Crawl … [15:15 MESZ] Die Trennung der drei Komponenten der Soyuz in einer seltenen Teleskop-Aufnahme, weitere Bilder und Videos hier (alt.) und hier von der Landung, eine PM zu einem Exobiologie-Experiment, das mit zurück kam, und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [23:45 MESZ. NACHTRÄGE: der Reentry aus dem Soyuz-Fenster gefilmt, ein schönes Bild der Kapsel am Schirm, eine Reportage von der Landung, ein Zwei-Minuten-Clip, allerlei Erinnerungen an die Mission, Peake in Bodø auf dem Weg nach Köln und die Ankunft daselbst zwecks Einzugs ins :envihab]

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Mond, Mars, Saturn und Antares im Viereck heute Nacht (dazwischen zwei Saturn-Scheren-Sterne): mehr Bilder hier (unten), hier und hier und wie sich der Anblick heute unterscheiden wird. Auch der Mars vorgestern, der bizarre Streit um Asteroiden-Größen – und eine Kamera zur Meteor-Forschung, die im ersten Anlauf verloren ging, wurde nun auf der ISS installiert. [3:45 MESZ]


17.Jun 2016 | 03:11

Fundstücke von der 228. AAS-Tagung in San Diego

Außer der Präsentation des zweiten Gravitationswellen-Events – die Physiker waren sichtbar angetan, nun als echte Astronomen ernst genommen zu werden – gab es auf der alle halben Jahre stattfindenden wichtigsten allgemeinen Astro-Tagung diese Woche natürlich noch mehr: zunächst ein Blick auf die Pressekonferenzen, von denen es hier komplette Aufzeichnungen gibt („Press Conferences from AAS 228“), in genau umgekehrter zeitlicher Abfolge, da just die allerletzte Präsentation vorgestern Nacht die vielleicht interessanteste war.

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Gamma-ray Bursts doch als Standardkerzen verwendbar?

Die kosmischen Gamma-Blitze leuchten quer durch das Universum und wären tolle Maßstäbe für kosmologische Messungen, wenn man irgendwie die absoluten Helligkeiten individueller GRBs festnageln könnte: Bei den bislang führenden Typ-Ia-Supernovae erfordert das vergleichsweise geringe Korrekturen anhand messbarer Eigenschaften, aber die Gammabursts streuen zunächst wild herum. Erste Versuche, sie mit zwei Parametern zu bändigen, waren nur mäßig erfolgreich, aber mit dreien lassen sie sich in eine Ebene bringen, womit eine mögliche kosmologische Anwendung näher rückt [NACHTRAG: eine verspätete Zusammenfassung]. „Das Abenteuer begann vor mehr als 10 Jahren“, und nun könnten bald eine unabhängige Hubble-Konstante, die vielleicht die „Spannungen“ mit Planck lösen, und andere Parameter des Kosmos heraus kommen. Immerhin lassen sich GRBs bis Rotverschiebungen von 9.4 nachweisen und wohl noch darüber hinaus!

  • Ziemlich aus dem Rahmen fiel ein lebendiger Vortrag mit nur einem Bild, das eine neuartige Visualisierung eines Kretschmann-Skalars diskutierte, den der Referent bereits 1999 berechnet hatte.

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    Wenn ein Schwarzes Loch einem Paar aus zwei anderen begegnet, was in Kugelsternhaufen besonders wahrscheinlich ist, dann passiert typischerweise das hier: Sie bilden ein Dreikörper-System in wilden Konvulsionen, und am Ende wird der masseärmste der drei Partner herausgeworfen (hier einer des alten Paares, nach oben), während die beiden massereicheren ein engeres Paar bilden. In einem Kugelhaufen geht es mithin zu wie in einem Moshpit (fragen Sie notfalls einen Punk-Fan, was das ist) – und das überraschend massereiche Schwarzloch-Paar, das das Gravitationswellen-Event vom September verursachte, könnte das Produkt solcher Prozesse gewesen sein.

  • Auf einer der PKs wie auch der Tagung selbst wurde argumentiert, über das Multiversum dürfe nun seriös diskutiert werden, etwa auch im Sinne einer fernen Zone des Kosmos mit anderen Gesetzen – die sich in unserem Teil durchaus bemerkbar machen könnten. Andere bleiben skeptisch

  • Eine kuriose Berechnung zum „Fermi-Paradoxon“ lässt einen Anruf von ET in 1500 Jahren erwarten, womit das eh reichlich kontroverse Problem nur eine Frage der Zeit wäre.

  • Ein Light at Night Index wird vorgeschlagen, um die Effizienz der Lichtnutzung kommunenweise zu quantifizieren – bisher nur in den USA, wo es schon große Unterschiede gibt.

  • Die Helligkeit des Jungsterns FU Orionis geht permanent zurück seit einem Ausbruch 1936, auch wenn er weiter akkretiert: Das verrät etwas über die Anfänge auch des Sonnensystems.

  • Das erste komplexe organische chirale Molekül im Wetraum ist in Sgr B2 gefunden worden: weitere Press Releases hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier.

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    Simulationen der Entstehung von Galaxien werden immer besser, wie am Beispiel des FIRE-Projekts (oben) überzeugend dargestellt wurde, das Feedback-Prozesse durch die gebildeten Sterne berücksichtigen kann (dazu Papers hier, hier, hier und hier): Die künstlichen Galaxien sind von echten nicht mehr zu unterscheiden (Mitte). Und viele scheinbare Detailprobleme des heutigen kosmologischen Standardbildes wie das vermeintliche Fehlen von Zwerggalaxien lösen sich quasi in Nichts auf [NACHTRAG: ein später Artikel dazu].

  • Eine wichtige Rolle niederenergetischer Elektronen bei interstellarer Chemie, die man bisher auf die Wirkung von UV-Photonen zurück führte, sieht ein neues Modell, das auch präbiotische Moleküle einschließt.

  • Beim Planetensystem um Kepler-108 sind die Bahnen der beiden Planeten geneigt zueinander, um stolze 30°; so dass jeder Transit anders ist: So etwas deutet auf eine ziemlich heftige Vergangenheit hin.

  • Der größte und langperiodischste zirkumbinäre Planet, den Kepler im Transit sah, ist Kepler-1647b, der aber nur die Spitze eines Eisbergs einer vorhergesagten Population solcher Welten darstellt: Press Releases hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier.

  • Der dichteste planetare oder stellare Körper ist ein Brauner Zwerg im Transit mit rund 67 Jupitermassen, der die 10-fache Dichte von Gold oder die 190-fache von Wasser hat – und die erste Entdeckung eines Braunen Zwergs bei Keplers neuer K2-Mission ist er obendrein.

  • Ein Weißer Zwerg, der zu 9% aus Kalziumkarbonat besteht hat sich diesen Belag offensichtlich durch Akkretion von einem anderen Körper beschafft, der bereits differenziert war.

    Unabhängig von den Pressekonferenzen gab es noch einen Press Release zu Flares auf einem Braunen Zwerg, die die Ausbrüche unserer Sonne in den Schatten stellen – und es gibt ein sehr persönliches Videoblog einer Teilnehmerin (Videos eins, zwei, drei, vier und fünf) und seitens des Tagungsveranstalters Berichte vom Vormittag (alt.) und Nachmittag (alt.) des 13. Juni, Vormittag (alt.) und Nachmittag (alt.) des 14. Juni und Vormittag (alt.) und Nachmittag (alt.) des 15. Juni. NACHTRAG: Und vom 16. Juni (alt.).


  • 12.Jun 2016 | 01:00

    Allgemeines Live-Blog vom 12. – 16. Juni 2016


    16. Juni

    Ein langlebiger Quasi-Satellit der Erde bzw. koorbitaler Asteroid ist 2016 HO3, der auf seinem gegenwärtigen Orbit mehrere hundert Jahre lang in 38 bis 100 Monddistanzen von der Erde bleibt [NACHTRAG: weitere Animationen hier und hier und Artikel hier, hier und hier]: eine Pan-STARRS-Entdeckung von 27. April. Auch ein altägyptischer Dolch aus Meteoriten-Eisen, ein tolles Disconnection Event bei PANSTARRS heute, der Saturn und Mars gestern (mehr und mehr und aktuelle Staub-Aktivität) und Jupiter heute, der Ursprung der seltenen Erden auf der Erde, Vorschauen auf die NLC hier und hier, die Platzwahl für das HQ des Cherenkov Telescope Array, der Prototyp ProtoDESI für einen Multifiber-Positionierer – und das Weitwinkel-Asteroiden-Teleskop AZT-33VM in den Sayan-Bergen Südsibiriens. [23:55 MESZ – Ende]


    15. Juni

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    Zweites eindeutiges Gravitationswellen-Signal von LIGO!

    Sie hatten bei der Vorstellung des September-Signals diesen Februar schon etwas geahnt, waren sich aber nicht sicher genug und sagten lieber nix: Heute nun wurde nach umfassender Analyse ein zweites Signal vom 26. Dezember gleichzeitig in einem Paper (Zusammenfassungen hier, hier, hier und hier), Press Releases hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und einer Pressekonferenz (unter „AAS 228“) präsentiert. Das Signal ist schwächer aber auch länger als das vom September und wieder ein schöner „Chirp“ und wird auf die Fusion zweier Schwarzer Löcher von 14.2(+.83/-3.7) und 7.8±2.3 Sonnenmassen in 440(+180/-190) Mpc Distanz erklärt, bei der ein neues Schwarzes Loch von 20.8(+6.1/-1.7) Sonnenmassen entstand und 1.0(+0.1/-0.2) Sonnenmassen als Gravitationswellen entwichen, mit einer Spitzen-Leuchtkraft von 3.3(+0.8/-1.6) x 10^56 erg. Der bereits bekannte Kandidat für ein weiteres Ereignis dieser Art vom 12. Oktober ist allein zwar nicht signifikant, durch die Existenz der zwei anderen bestätigten aber irgendwie glaubwürdiger geworden: Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (von diesem Blogger, anhand von Vorabinfos um 19:15 MESZ online gegangen), hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MESZ]

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    cyg-before

    Der Cygnus hat die ISS verlassen – und wandte sich feurigen Experimenten zu mit dem Experiment Saffire-1 vor dem eigenen Verglühen: mehr Bilder vom Ablegen, Updates zu Saffire, eine NASA-Blog-Story und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier.

    fal-sep

    Eine Falcon 9 brachte zwei Satelliten auf die korrekten Transfer-Orbits, aber die Landung der ersten Stufe – hier das Staging aus ihrer Sicht – auf dem Drohnenboot ging diesmal so schief wie selten: der kommentierte Webcast und Artikel hier, hier und hier. [21:25 MESZ. NACHTRAG: ein Satellitenbild des Boots nach der ‚Landung‘]

    FASTsat

    Das chinesische Radioteleskop FAST aus dem Erdorbit gesehen vom Satelliten Plejades: Es macht weiter gute Fortschritte – während das kleinere Vorbild von Arecibo auf Puerto Rico wieder in finanziellen Schwierigkeiten ist: ein detaillierter Artikel und was folgte. [16:35 MESZ]


    14. Juni

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    Immer noch ein stattlicher Sonnenfleck ist heute zu sehen – auch eine schwache und südliche Nova im Skorpion, der Mars heute, Komet C/2013 X1 (PANSTARRS) heute, gestern und vorgestern – und etwas NLC in der Nacht 12./13. Juni. [23:10 MESZ]


    12. Juni

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    Dreimal Ungewöhnliches am Himmel: die ersten nennenswerten NLC über Norddeutschland letzte Nacht, ein ISS-Transit über Jupiter und die indonesische Ramadan-Mondsichel 4,6° von der Sonne entfernt am Taghimmel. Auch ein Körper jenseits des Kuiper-Gürtels auf exotischer Bahn, ein groß angelegtes französisches Kamera-Netz für Feuerkugeln, ein Video eines persistent trains nach einer Feuerkugel, eine detaillierte Analyse der Geminiden 2015, historische Kometen- und Meteor-Bilder, der Mars am 11. Juni, 9. Juni, 7. Juni, 1. Juni und wie das bekannte Hubble-Bild entstand, die Sonne vorgestern um 02:29 MESZ mit neuem Fleck ganz am Rand, die beiden aktuellen Supernovae, die fliegende Sternwarte SOFIA wieder in Neuseeland (und ältere Beobachtungen von Wasserdampf in einem jungen Stern), Beobachtungen mit ASKAP, ein Interview zum LSST, die Reparatur eines alten Teleskops auf Neuseeland, das Video-Portrait eines ‚blinden‘ Astronomen mit bester Nachtsicht – und zum verwegenen Keplarium-Projekt in Linz ein TV-Beitrag, ein Artikel und passende Pralinen … [19:30 MESZ]

    nrol

    Start einer Delta IV mit einem geheimen NRO-Satelliten, dessen Natur aber geahnt werden kann: Videos hier, hier und hier, weitere Bilder hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier. [1:00 MESZ] Und hier sowie die komplette Live-Übertragung des Starts, ein weiteres Video aus der Ferne und weitere Bilder hier, hier, hier und hier. [3:15 MESZ] ULA und USAF Releases und weitere Artikel hier, hier und hier. [18:10 MESZ. NACHTRÄGE: das ULA-Musikvideo zum und ein Amateurfilm und Amateur– und hier und hier automatische Bilder vom Start plus mehr Links]


    Hintergrundbilder (c) OEWF