ÖWF / Polares auf einen Blick

21.Jan 2015 | 20:20

Der österreichische Satellit PEGASUS

Pegasus-logo-transparent-webStudentinnen und Studenten erforschen die Thermosphäre

Im Jänner 2016 wird der österreichische CubeSat PEGASUS als Teil eines Netzwerks von Kleinsatelliten im Rahmen von Projekt QB50 starten. Gemeinsam werden sie über mehrere Monate hinweg die oberen Schichten der Erdatmosphäre erkunden. Zusätzlich zu den koordinierten Aufgaben im „Schwarm“ bringt PEGASUS auch noch eigene Experimente mit in den Erdorbit.

Entwicklung, Konstruktion und Bau erfolgen unter maßgeblicher Beteiligung von Studierenden ausschließlich in Österreich. Bei der Pressekonferenz am 21. Jänner präsentierte die Fachhochschule Wiener Neustadt gemeinsam mit dem Space Team der TU Wien, dem Institut für Astrophysik der Universität Wien und dem Österreichischen Weltraum Forum das Projekt PEGASUS.

Studentinnen und Studenten bauen den österreichischen Kleinsatelliten

„PEGASUS ist Teil des internationalen Projektes QB50. Wenn er im Jänner 2016 gemeinsam mit 49 weiteren Kleinsatelliten startet, hat der 10x10x20cm große CubeSat eine zweijährige Entwicklungs- und Bauphase hinter sich. Das kommende Jahr wird geprägt sein von der Herstellung und den Qualitätstests der einzelnen Satellitenkomponenten. Danach ist PEGASUS bereit für die Startzulassung“,

fasst Dr. Carsten Scharlemann den Zeitplan zusammen. Dr. Scharlemann leitet den Masterstudiengang Aerospace Engineering der Fachhochschule Wiener Neustadt und ist Projektleiter von PEGASUS.

„Kernstück des Projektes QB50, zu dem auch unser Satellit gehört, ist die Beteiligung von Studierenden. Sie erhalten die seltene Gelegenheit, schon während ihrer Ausbildung an einem echten Raumfahrt-Projekt vom Anfang bis zum Ende mitzuarbeiten“,

betont Univ.Prof.Dr. Franz Kerschbaum vom Institut für Astrophysik der Universität Wien.
Auch DI Dominik Kohl, Präsident des TU Space Teams, zeigt sich von der Arbeit am Kleinsatelliten begeistert:

„Das TU Space Team besteht zum Großteil aus Studierenden. Bei PEGASUS sind wir und die Studenten der anderen Partnerorganisationen an allen entscheidenden Phasen des Projektes maßgeblich beteiligt. Wir lernen praxisbezogen und stellen gleichzeitig unsere bisher erworbene Expertise unter Beweis.“

Die Erforschung der Thermosphäre

PEGASUS wird im Netzwerk der insgesamt 50 CubeSats die Thermosphäre in ca. 200 – 380 km Höhe erforschen. Derzeit ist nur sehr wenig über diesen wichtigen Teil der Erdatmosphäre bekannt, der uns vor energiereicher, also gesundheitsschädlicher Strahlung schützt.

„Es wurden noch nicht viele Forschungsmissionen in dieser Höhe geflogen. Die Reibung der Thermosphäre bringt jeden Satelliten nach wenigen Monaten zum Absturz. Setzt man also einen großen und daher teuren Satelliten ein, hat man eine kurze, aber kostspielige Mission“,

erläutert Michael Taraba vom ÖWF. Zusätzlich zur Redundanz bietet der Einsatz eines Netzwerkes von Kleinsatelliten gegenüber Einzelmissionen den Vorteil, dass man auf gleichzeitige Messdaten von vielen Messpunkten zurückgreifen kann. Das erhöht die wissenschaftliche Aussagekraft der Daten und hilft dabei, etwaige Messfehler auszusortieren. Im speziellen atmosphärische Modelle, etwa für die Wettervorhersage, und damit tausende NutzerInnen werden von diesen Messdaten profitieren.

Vier österreichische Partner konzipieren, bauen und testen PEGASUS

Unter der Leitung der Fachhochschule Wiener Neustadt arbeiten Studentinnen und Studenten sowie Experten des TU Space Teams, des Instituts für Astrophysik und des Österreichischen Weltraum Forums an dem österreichischen CubeSat PEGASUS. Die Fachhochschule Wiener Neustadt integriert den von der Universität Oslo konzipierten Sensor zur Erforschung der Thermosphäre, entwickelt die Struktur des Kleinsatelliten, das Antriebssystem und das Lageregelungssystem. Das Lageregelungssystem ist eine Kombination von Antrieb und eigeninduzierten Magnetfeldern.

„Durch diese Magnetfelder interagiert PEGASUS mit dem Magnetfeld der Erde und richtet sich aus. Die erforderlichen Geräte wurden stark verkleinert, damit sie in den CubeSat passen. Dieser Antrieb ist zugleich also ein Technologieexperiment, denn das wurde noch nie gemacht“,

betont Dr. Scharlemann.
Das TU-Wien Space Team konzipiert und baut die Power Supply Unit, das Energiemanagementsystem des Satelliten und implementiert den Bordcomputer.

„Für mich sind das Herz und Hirn von PEGASUS“,

erklärt Dominik Kohl,

„Die Power Supply Unit verteilt die Energie aus den Solarzellen optimal auf die Geräte an Bord oder speichert sie in der Batterie. Bei einem Kurzschluss schaltet das Energiemanagementsystem fehlerhafte Systeme selbständig aus, um die Funktionsfähigkeit des Satelliten zu erhalten. Am Bordcomputer laufen die Daten aus den Funkmodulen und den Sensoren zusammen. Außerdem wird hier die Software ausgeführt, die Lageregelung und den Antrieb des Satelliten bedient.“

Das TU Space Team liefert auch die Hardware der Bodenplatte mit dem Serviceinterface. Ist PEGASUS schon für den Start „verpackt“, können über den Servicestecker etwa noch die Batterien geladen und Software eingespielt werden.
Für die Koordination der einzelnen Systeme und der zahlreichen Arbeitsabläufe an Bord des CubeSat sorgt die Software des Institutes für Astrophysik der Universität Wien.

„Man könnte die Software als die ‚Intelligenz‘ des Satelliten betrachten“,

beschreibt Franz Kerschbaum den Beitrag des Instituts für Astrophysik. Wie bei großen Satelliten ist die Software so angelegt, dass sie auch auf unvorhergesehene Situationen autonom reagieren kann. Sie steuert vollautomatisch die Navigation und Kommunikation des Kleinsatelliten, überwacht seine Funktionsfähigkeit, paketiert und übermittelt die Forschungsdaten an das Bodenstationsnetzwerk.

„Für Pegasus haben wir die Kommunikationseinheit völlig neuartig konzipiert und ein redundantes System geschaffen, einzigartig für diese Satellitengröße. Hier kommt uns die Expertise zugute, die wir in den letzten Jahren mit den Flügen unserer Stratosphärenballons gesammelt haben“,

so Michael Taraba vom ÖWF. Gemeinsam mit dem Space Data Center, welches die Weiterverarbeitung und Interpretation der gewonnenen Daten erlaubt, und dem MIssions-Kontroll-Zentrum wird ein Bodenstationsnetzwerk vom Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF) bereitgestellt.

Start erfolgt Mitte Jänner 2016 in Brasilien
Das Trägersystem für QB50 wird eine Rakete vom Typ Cyclone-4 des ukrainisch-brasilianischen Unternehmens „Alcantara Cyclone Space“. Die Rakete transportiert einen CubeSat-Dispenser (Auswurfvorrichtung) in eine niedrige Erdumlaufbahn, wo die 50 Satelliten dann nacheinander “wie eine Perlenkette“ in einer Höhe von 380km ausgesetzt werden. In den darauffolgenden Monaten erhoffen sich die Wissenschaftler neue Einsichten über die Thermosphäre der Erde.

Über QB50
Das europäische Projekt QB50 wird von dem belgischen Von Karman Institut geleitet und soll Ausbildungsorganisationen den Zugang zum Weltraum erleichtern sowie Menschen bereits im Rahmen ihres Studiums einen praktischen Zugang zur Raumfahrt ermöglichen. Wissenschaftliches Ziel ist die Erforschung der Thermosphäre der Erde. QB50 soll außerdem zeigen, dass es möglich ist, ein Netzwerk von 50 Kleinsatelliten in die Erdumlaufbahn zu bringen, an deren Bau weltweit rund 55 universitäre Organisationen beteiligt sind.
Die Finanzierung erfolgt im Rahmen von FP7, dem Förderungsprogramm der Europäischen Union. FP7 unterstützte Forschungs- und Innovationsprojekte im Zeitraum 2007 bis 2013. Einige dieser Projekte – wie auch QB50 – befinden sich noch in der Umsetzungsphase.
Für QB50 werden CubeSats als Doppeleinheiten (2U, also 20 cm × 10 cm × 10 cm, 2 kg) ausgeführt, um mehr Raum für Navigations- und Wissenschaftsinstrumente zu schaffen. Doch auch ein solcher Kleinsatellit wäre alleine nicht in der Lage, eine signifikante Menge nützlicher wissenschaftlicher Daten zu sammeln. Daher soll ein Schwarm von 50 CubeSats mit entsprechender Redundanz und ebenso vielen Messpunkten die Thermosphäre untersuchen.
www.qb50.eu

Über die Fachhochschule Wiener Neustadt (1. FH Österreichs)
Die FH Wiener Neustadt bildet hochqualifizierte AbsolventInnen in 31 Studiengängen an den Fakultäten Wirtschaft, Technik, Gesundheit, Sicherheit und Sport aus. Deren 4 Standorte Wiener Neustadt, Wieselburg, Tulln und das Rudolfinerhaus Wien (Kooperationspartner) bieten erstklassige Strukturen und Rahmenbedingungen für Exzellenz in Lehre und Forschung. Moderne Labore, Funktions- und Seminarräume für Technik, den gesundheitswissenschaftlichen Bereich und für die Sozialwissenschaft stellen sicher, dass die derzeit rund 3.340 Studierenden mit modernstem Equipment unterrichtet werden. Neben einer breiten Fächerung der Ausbildung stehen in der FH Wiener Neustadt Zukunftsorientierung, Internationalität und Praxisbezug im Mittelpunkt.
www.fhwn.ac.at

Medienkontakt:
Dr. Carsten Scharlemann
Head of Aerospace Engineering Department
Fachhochschule Wiener Neustadt
Wirtschaft . Technik . Gesundheit . Sicherheit . Sport
Tel.: +43 2622 89084 235
*protected email*
www.fhwn.ac.at/aero

Über das TU Space Team
Das TU Wien Space Team ist ein Verein von derzeit 55 StudentInnen aus unterschiedlichen Studienrichtungen. Gemeinsam entwickeln sie neben ihrem Studium experimentelle Flugobjekte, starten damit an internationalen Wettbewerben und haben die Gelegenheit ihre Arbeiten auf Kongressen, Veranstaltungen und im Fernsehen zu präsentieren. Seit den Anfängen vor fünf Jahren, verzeichnet das Team kontinuierlich Zuwachs und es konnten mehrere Preise bei internationalen Wettbewerben gewonnen werden. Derzeit werden neben PEGASUS zwei Experimentalraketen gebaut, mit dem Ziel den europäischen Höhenrekord zu überbieten. Weiters entwickelt das Team ein Triebwerk, eine Startrampe und ein 1:1 Modell einer Mondlandefähre für den Google Lunar XPRIZE.

Etwa 60% der Hardware von PEGASUS werden vom TU Space Team entwickelt, gefertigt und getestet:

  • das Energiemanagementsystem, die Power Supply Unit (PSU)
  • der OnBoard Computer (OBC)
  • die Batteriehalterung inkl. Temperaturregelung
  • das Kamerasystem und Service-Interface von PEGASUS
  • die Adaptermodule zu GPS und Wissenschaftsmodul

Gemeinsam mit Kooperationspartnern aus der österreichischen Wirtschaft werden an den gefertigten Komponenten Vakuum- und Vibrationstests durchgeführt, um die Funktionsfähigkeit von PEGASUS im Weltraum zu gewährleisten.

Medienkontakt
Nadine Freistetter
Public Relations
TU Wien Space Team
Tel: +43 676 553 98 64
*protected email*
www.spaceteam.at

Über das Institut für Astrophysik der Universität Wien (IfA)
1883 von Kaiser Franz Joseph I. eröffnet, ist die Universitätssternwarte die größte astronomische Forschungs- und Ausbildungsinstitution Österreichs und “Heimatbasis” für eine Vielzahl von internationalen Projekten der erd- und weltraumgestützten Astronomie. Die Schwerpunkte der heutigen Forschung reichen von Galaxien im frühen Universum über Sternentstehung und Endstadien der Sternentwicklung bis zu potentiell bewohnbaren Welten. Im Sektor Instrumentation sind zurzeit Beteiligungen am Extremely Large Telescope der Europäischen Südsternwarte ESO und an Weltraumteleskopen wie Herschel, CoRoT, Brite, Cheops und Athena der European Space Agency ESA hervorzuheben.
Für Pegasus stellt das Institut seine umfassende Erfahrung in der Entwicklung von ESA-Flugsoftware zu Verfügung.

Medienkontakt:
Ao.Univ.Prof.Dr. Franz Kerschbaum
Leiter der Space Instrumentation Gruppe
am Institut für Astrophysik, Universität Wien
Tel.: +43 1 4277-51856
*protected email*
astro.univie.ac.at

Über das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF)
Das ÖWF ist ein österreichisches Netzwerk für RaumfahrtspezialistInnen und Weltrauminteressierte in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen, Industrie und Politik. Das ÖWF forscht im Bereich Weltraumaktivitäten, entwickelt einen von weltweit fünf experimentellen Marsanzügen und führt professionelle Simulationen bemannter Marsforschung durch.
Für Pegasus entwickelt und implementiert das ÖWF die Kommunikationseinheit des Satelliten, das Missions-Kontroll-Zentrum und das Bodenstationsnetzwerk. Der selbst entwickelte Space Data Server erlaubt nicht nur die Speicherung der gewonnenen Daten sondern auch deren Weiterverarbeitung und Interpretation.

Medienkontakt:
Mag. Monika Fischer
Pressesprecherin
ÖWF Wien
Tel. +43  699 1213 4610
*protected email*
www.oewf.org

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18.Jan 2015 | 17:19

Analog-Astronauten B-Selektion: 30 Frauen und Männer im ÖWF Härte-Test

Bei unserer letzten Pressekonferenz Anfang Oktober 2014 gaben wir bekannt, dass wir neue Analog-Astronauten für unsere zukünftige Mars Analog Mission suchten. Die Bewerbungsfrist endete am 28. November 2014. Nun hieß es für das Selektionsteam, aus den knapp 100 Bewerbungen die geeigneten 30 Kandidatinnen und Kandidaten für die zweite Runde – die so genannte „B-Selektion“ – zu finden.
Kurz vor Weihnachten erhielten diese 30 ausgewählten Personen dann die E-Mail mit der Einladung für die „B-Selektion“ am 10. – 11. Jänner 2015.

Am Samstag, 10. Jänner 2015, 09:00 Uhr vormittags, fanden sich nun die 30 Analog-Astronauten Anwärter aus ganz Europa in Innsbruck ein. Nicht nur die ÖWF Mannschaft war neugierig auf die zukünftigen Kolleginnen & Kollegen, sondern auch die Neuankömmlinge waren gespannt darauf, was Sie erwarten würde. Nach einem kurzen Briefing und einem Gruppenfoto starteten wir in den ersten Tag. Die Kandidatinnen und Kandidaten erhielten einen persönlichen Zeitplan und mussten sich zu bestimmten Uhrzeiten bei der jeweiligen Test-Station einfinden. Auch Wartezeiten von mehreren Stunden waren dabei keine Seltenheit.

Good morning Earth. Our analog astronaut candidates arrived in #ibktwit & are ready for their tests #simulateMars pic.twitter.com/uwGbILvKWr
— Austr. Space Forum (@oewf) January 10, 2015

Für das ÖWF Team dagegen waren die nächsten zwei Tage in einem strikten 30 Minute Raster verplant. In insgesamt sechs Test-Stationen wurden die Kandidaten vermessen, medizinisch und psychologisch untersucht, ihr Lebensstil (z.B. Sportaktivitäten, Ernährung) überprüft, ihre Geschicklichkeit mittels Rover-Parcours erhoben und von einem Komitee bestehend aus Flugdirektor, Analog-Astronaut, Projektleiter und Psychologin interviewt.

„In den zwei Tagen haben wir sehr viele geeignete und sympathische Menschen kennengelernt. Es wird schwierig werden, nur 15 davon für die nächste Runde auszuwählen“,

resümiert Flugdirektor Christoph Ragonig.

„Wir sind hoch zufrieden mit der Auswahl der Kandidaten, die wir für die B-Selektion eingeladen haben. Einige haben unsere Erwartungen sogar übertroffen“,

ergänzt ÖWF Obmann Gernot Grömer.

In den nächsten Tagen werden diejenigen 15 glücklichen Analog-Astronauten-Kandidatinnen und Kandidaten informiert, die wir zur nächsten Runde, die „C-Selektion“, Mitte Jänner in Innsbruck, einladen.

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31.Dec 2014 | 14:54

Die besten Bilder des Jahres 2014

Traditionell am letzten Tag des Jahres blickt das Österreichische Weltraum Forum zurück: 2014 war ein erfolgreiches Jahr! Dazu zählen Schulaktivitäten in ganz Österreich, Forschungs- und Entwicklungstätigkeit rund um den Raumanzugsimulator Aouda und nun auch die Beteiligung bei einem Satellitenprojekt. Ein Highlight war die Vorstellung des TiuTerra Kristalls in Kooperation mit Swarovski und der World Space Week 2013 und die Übergabe der ersten Kristalle. Diese folgenden Bilder zeigen das ÖWF-Jahr 2014 in einem bunten Querschnitt.

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ÖWF Delegation besucht das Institut für Raumfahrtsysteme der Universität (IRS) Stuttgart. ÖWF Analogastronauten im Sojuz-Mock-up: Christoph Gautsch (Mitte) kurz vor dem Andocken der Raumkapsel an die ISS, assistiert von Ulrich Luger (links) und Daniel Schildhammer (rechts).

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Workshop am Europäischen Astronauten Zentrum (EAC). Während der Präsentation des Aouda.X Raumanzugssimulators für das Londoner Kings College konnte Analog-Astronaut Ulrich Luger im Raumanzugsimulator die Schalter im ISS-Mock-Up auf Bedienbarkeit testen.
Foto: ÖWF (Clemens Kleinlercher)

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Yuris Night 2014: Erstmalig wurde der TiuTerra Kristall präsentiert und gleichzeitig der Polarsternpreis an zwei Preisträger verliehen. Von links: ÖWF Obmann Gernot Grömer, die beiden Polarsternpreisträger Werner Weiss und Otto Koudelka, Swarovski-Vertreter Christian Nagele, Astronaut Franz Viehböck.
Foto: ÖWF (Kerstin Zimmermann)

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Dr. Rudolf Albrecht, ÖWF Senior Advisor ist Teil der österreichischen UN Delegation und nimmt regelmäßig an den Konferenzen des Committee for the Peaceful Uses of Outer Space (COPUOS) teil.

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Übergabe des TiuTerra Kristalls an die UNOOSA (United Nations Office for Outer Space Affairs). Eine ÖWF & SGAC Delegation übergab einen TiuTerra Kristall an UNOOSA Leitern Simonetta Di Pippo. Der Kristall wird dauerhaft in der UN-Weltraumausstellung ausgestellt.

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Übergabe der Flugkristalle: Am Europäischen Astronautenzentrum (EAC) überreichte das ÖWF drei kleiner TiuTerra Kristall an ESA Astronauten Samantha Cristoforetti. Derzeit befinden sich die Kristalle auf der Internationalen Raumstation und sind somit das erste Stück ÖWF Hardware im Weltraum!
Foto: Swarovski

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Hall ins All – Raumfahrt in der mittelalterlichen Stadt Hall in Tirol. Einen Nachmittag lang konnten Kinder und Eltern Wasserraketen-Basteln, den Mars Rover Dignity steuern oder in Astronauten-Raumanzüge schlüpfen. Solche Aktionen führten wir heuer unzählige Male durch und konnten mehrere hundert Kinder für Weltraum begeistern.

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Weltraumtag der besonderen Art: Waisenkinder und kranke Kinder aus der Ukraine konnten ihren Alltag für einen Tag vergessen und einen unbeschwerten Nachmittag mit Wasserraketen und Kinder-Raumanzüge verbringen.
Foto: ÖWF (Stefan Hauth)

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Scouting-Selfie: Für die AMADEE-15 Mission war das ÖWF in den Tiroler Bergen unterwegs. Schlussendlich fiel die Wahl auf das Kaunertal, das mit seinem Eis- & Blockgletscher ähnliche Bedingungen wie am Mars bietet.

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Wie jedes Jahr findet im Herbst der ÖWF Zieleworkshop statt. Neben vielen Diskussion und Workshops kommt aber die Geselligkeit nicht zu kurz.

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Erstmals beteiligt sich da ÖWF an einem Flugprojekt. Das ÖWF Ballon Team unter der Leitung von Michael Taraba ist federführend beim Bau & Test der Kommunikationshardware involviert. Details werden bei einer Pressekonferenz am 21. Jänner 2015 bekannt gegeben.

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Ausschreibung für Analog-Astronauten: Wir suchen für die AMADEE-15 Mission eine neue Gruppe von Analog-Astronauten. Die ersten 30 Kandidatinnen und Kandidaten wurden bereits informiert und werden im Jänner mittels eines intensiven Selektionsprozesses auf 6 Kandidatinnen und Kandidaten reduziert.
Foto: ÖWF (Vanessa Weingartner)

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28.Dec 2014 | 14:49

Im Interview: Direktor Dr. Nobert Winding vom Haus der Natur – Museum für Natur und Technik, Salzburg

Unser Universum steckt voller Geheimnisse und rätselhafter Phänomene: Schwarze Löcher, Urknall, Supernovae … – die Faszination an der Ergründung des Weltalls begleitet uns Menschen seit jeher. Die neue Weltraumausstellung im Haus der Natur in Salzburg entführt zu einer Reise durch Raum und Zeit. Mit viel Interaktion erkundet man die Planeten unseres Sonnensystems, beobachtet Sterne bei ihrem Werden und Vergehen und ergründet die kosmischen Einflüsse, die unsere Erde lenken. Von Sputnik 1 und Mondlandung bis hin zur Marsmission erlebt man die Sternstunden der Raumfahrt.

ÖWF: Herr Dr. Winding, was erwartet die Besucher in Ihrer neuen Ausstellung “Unser Universum – Planeten, Sterne, Galaxien”?

Die Besucher/innen erwartet in der neuen Ausstellung eine faszinierende Reise zu den Wundern des Universums. Die Ausstellung schlägt einen Bogen von den Anfängen der Astronomie bis zu den Sternstunden der Raumfahrt und erzählt von der Entstehung unseres Universums und der Erde. Mit eigens angefertigten Filmen, Animationen und interaktiven Stationen werden die Themen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln begreifbar gemacht. Neue Dioramen und Modelle geben der Schau räumliche Tiefe und ermöglichen spannende Blicke auf fremde Welten – oder auch in unsere Vergangenheit.

ÖWF: Was ist neu im Vergleich zur vorherigen Weltraumausstellung?

Die Weltraumhalle wurde gänzlich neu konzipiert und aufgesetzt, lediglich das großartige Diorama der Mondlandung von Wolfgang Grassberger sowie die Raketenmodelle und ein Teil der Planetenwagen wurden wiederverwendet bzw. in neuer Präsentation wieder eingesetzt.

ÖWF: Wie lange dauerten die Umbauarbeiten bzw. wie lange haben Sie an der Vorbereitung der neuen Ausstellung gearbeitet?

Gemeinsam mit dem Ausstellungsgestalter Andreas Zangl habe ich vor gut 2 Jahren begonnen, das Konzept für die neue Ausstellung zu erstellen. Zusammen mit den Kuratorinnen Dr. Anke Oertel und Dipl.-Biol. Dorothee Hoffmann wurde in den letzten rund 1,5 Jahren intensiver geplant und schließlich seit dem vergangenen Juni mit den konkreten finalen Um- und Aufbauarbeiten begonnen.

ÖWF: Was ist Ihr persönliches Highlight der Ausstellung, Herr Dr. Winding?

Es ist schwer für mich, ein persönliches Highlight in der Ausstellung festzumachen. Gestalterische Highlights sind sicherlich der mit einer Mondkraterlandschaft bedruckte Boden und die beleuchtete Sonnen-Planeten-Installation im Zentrum des Raumes, die einen gleich beim Betreten der Ausstellung gefangen nimmt. Einen – vielleicht sogar etwas verstörenden – Kontrapunkt dazu bildet „der Grieche“ (eine sitzende griechische Statue), der in Gedanken versunken nach oben zu den Raketen und Satelliten schaut. Er markiert den Ausstellungsbereich über die Weltbilder der Menschheit von den frühen prähistorischen Vorstellungen bis herauf zu unserem heutigen kosmologischen bzw. astrophysikalischen Weltbild.

ÖWF: Für welches Alter ist die Ausstellung geeignet?

Die Ausstellung ist für alle Altersgruppen von 4 bis 90+ Jahren geeignet.

ÖWF: Wann kann die Ausstellung besucht werden?

Die Ausstellung „Unser Universum – Planeten, Sterne, Galaxien“ kann täglich von 9 bis 17 Uhr besucht werden (am 25.12. ist das Museum geschlossen).

Das Interview führte Marlen Raab, ÖWF Redaktion.

„Unser Universum: Planeten, Sterne, Galaxien“
Seit 14. November 2014
Haus der Natur – Museum für Natur und Technik
Museumsplatz 5
5020 Salzburg
www.hausdernatur.at

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20.Nov 2014 | 07:00

ÖWF sucht Frauen und Männer als Analog-AstronautInnen

20. November 2014.

Anmeldefrist endet am 28. November 2014

Das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) vergrößert sein Analog-AstronautInnen-Korps um sechs Personen. Bis 28. November können sich Frauen und Männer bewerben, die über gute Englischkenntnisse verfügen und sich für Technik und wissenschaftliche Arbeit interessieren. Nach dem Auswahlverfahren und einem fünfmonatigen Basistraining werden zwei der sechs neuen Analog-AstronautInnen an der Mars-Missions-Simulation AMADEE-15 teilnehmen, die bereits 2015 vom ÖWF durchgeführt wird.

Dabei kommt den Analog-AstronautInnen die zentrale Aufgabe zu, den 45 kg schweren Raumanzug-Simulator „Aouda“ zu tragen und darin unterschiedlichste Aufgaben auf dem Kaunertaler Gletscher auszuführen. BewerberInnen sollten daher neben einer guten körperlichen und geistigen Fitness auch Stressresistenz und Belastbarkeit mitbringen. „Wir möchten auch alle interessierten Frauen nochmals

herzlich einladen, sich zu bewerben. Bisher war das Analog-Astronauten-Team rein männlich, ein gemischtes Team wäre eine Bereicherung für unsere Arbeit“, betont Olivia Haider, Finanzvorstand des ÖWF.

Die zweiwöchige Simulation AMADEE-15 findet unter Beteiligung internationaler Forschungsorganisationen statt und ist bereits der elfte Probelauf des ÖWF für eine künftige bemannte Mars-Mission. Damit möchte das Österreichische Weltraum Forum Arbeitsabläufe und Verfahren testen, die auch auf dem Roten Planeten zum Einsatz kommen werden. Die Analog-AstronautInnen werden bei ihren mehrstündigen Einsätzen im Feld von einer Technik-Crew unterstützt und haben gleichzeitig über Funk Kontakt zur Missions-Kontrolle, dem Mission Control Center (MSC), in Innsbruck. Dort werden über Telemetrie ihre medizinischen Daten und die Funktionstüchtigkeit des Raumanzug Simulators überwacht. Gleichzeitig erhalten die Analog-AstronautInnen auch ihre Arbeitsanweisungen für die durchzuführenden Experimente aus dem MSC, das mit 20 Minuten Verzögerung funkt, um die Kommunikation zwischen Erde und Mars nachzustellen.

Auf all diese Anforderungen werden die neuen Analog-AstronautInnen durch ein fünfmonatiges Basistraining am Raumanzug-Simulator „Aouda“ vorbereitet, um grundlegende Fähigkeiten und Kenntnisse für die Durchführung unterschiedlichster Experimente zu erwerben. Zu der umfangreichen Ausbildung gehören auch Kurse in Geologie und Biologie sowie Medientrainings. Jene Analog-AstronautInnen, die an AMADEE-15 teilnehmen, erhalten zusätzlich eine missions-spezifische Schulung.

Nähere Informationen zur Ausschreibung der Analog-AstronautInnen, ihrem Training und ihren künftigen Aufgaben sowie zur Bewerbung sind unter www.oewf.org zu finden.

Rückfragehinweis:
Mag. Monika Fischer
Tel. +43 699 1213 4610
*protected email*

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ESA Nachrichten

03.Feb 2014 | 12:56

Robotic Exploration:ExoMars orbiter core module completed

The ExoMars Trace Gas Orbiter module consisting of the spacecraft structure, thermal control and propulsion systems was handed over by OHB System to Thales Alenia Space France at a ceremony held in Bremen, Germany, today.
08.Nov 2013 | 11:30

Robotic Exploration:ExoMars lander module named Schiaparelli

The entry, descent and landing demonstrator module that will fly on the 2016 ExoMars mission has been named 'Schiaparelli' in honour of the Italian astronomer Giovanni Schiaparelli, who famously mapped the Red Planet's surface features in the 19th century.
30.Jul 2015 | 14:15

Earth from Space


Join us Friday, 31 July, at 10:00 CEST for the ‘Earth from Space’ video programme. This week features a Sentinel-2A image of northern Italy
30.Jul 2015 | 11:41

Third spaceflight for astronaut Paolo Nespoli


ESA astronaut Paolo Nespoli will be heading for space a third time, as part of Expeditions 52 and 53 to the International Space Station. He will be launched on a Soyuz vehicle in May 2017 on a five-month mission.

30.Jul 2015 | 10:00

Tracking spacecraft through the cosmos contest: enter and win


Musicians, composers and audio buffs are invited to help celebrate 40 years of ESA’s tracking station network. Create some truly cosmic sound and you may win impressive prizes, including a trip to our anniversary gala event in Spain.

29.Jul 2015 | 15:38

Surfing for science


Thanks to a new system developed by scientists in the UK, taking to the waves for a spot of surfing can benefit research into the health of coastal waters, and could help confirm satellite measurements of sea-surface temperature.

29.Jul 2015 | 15:26

Space Kombucha in the search for life and its origin


You might know it as a drink for hipsters or as an ancient brew drunk for centuries in Eurasia, but the culture that ferments sugary tea into Kombucha is going around the world. Bolted to the outside of the International Space Station are the same bacteria and yeasts that are used in making Kombucha.

29.Jul 2015 | 15:26

Space Kombucha in the search for life and its origin


You might know it as a drink for hipsters or as an ancient brew drunk for centuries in Eurasia, but the culture that ferments sugary tea into Kombucha is going around the world. Bolted to the outside of the International Space Station are the same bacteria and yeasts that are used in making Kombucha.

24.Jul 2015 | 15:50

Explore the Space Station


Explore the International Space Station with ESA astronaut Samantha Cristoforetti as your guide in this 360° interactive view
24.Jul 2015 | 12:18

Andreas Mogensen launch moved by a day


The next ESA astronaut to work on the International Space Station, Andreas Mogensen, will arrive a day later than previously planned because the Station’s orbit has been changed.

The Danish flight engineer, commander Sergei Volkov and Kazakh cosmonaut Aidyn Aimbetov will leave Earth from Baikonur, Kazakhstan, at 4:34 GMT (6:34 CEST, 10:34 local time) on 2 September and arrive at the Space Station just six hours later.

Andreas and Aidyn’s stay will be short – they will be back on terra firma just 10 days later. They will leave Sergei on the Station and return to Earth in a different Soyuz under commander Gennady Padalka, who is already in space.

21.Jul 2015 | 18:30

Dark science


Human spaceflight and operations image of the week: Container for storing snow samples at the remotest base in the world
14.Jul 2015 | 11:43

Student satellite wins green light for Station deployment


Following more than a year of intense effort channelled into a 10 cm box, the first of ESA’s student satellites to be released from the International Space Station has been accepted for launch.

ESA Top Multimedia

ESA Summer Teachers Workshop

14.Jul 2015 | 11:43

Greenland glaciers

14.Jul 2015 | 11:43

Libya desert

14.Jul 2015 | 11:43

Libyan dunes

14.Jul 2015 | 11:43

Comet on 20 July 2015 – NavCam

14.Jul 2015 | 11:43

MSG-4 completes LEOP

14.Jul 2015 | 11:43

Weltraum Nachrichten von Online Zeitungen

29.Jul 2015 | 22:49

Geheimnisvolles Leuchten: Erstmals Polarlicht im fernen All beobachtet

Auf der Erde sind sie ein himmlisches Schauspiel in Grün, Rot oder Lila - doch Polarlichter gibt es auch außerhalb unseres Sonnensystems. Wissenschaftler konnten sie nun erstmals auf einem fernen Himmelskörper nachweisen.
29.Jul 2015 | 11:35

Namen auf Pluto-Mond: Vom Spock-Krater nach Mordor und zurück

Warum müssen Berge, Krater und Schluchten auf fremden Planeten immer heißen wie Götter, Entdecker oder Raumfahrzeuge? Wenigstens auf einem Pluto-Mond könnten jetzt Fans von Science Fiction und Fantasy auf ihre Kosten kommen.
27.Jul 2015 | 13:17

Satelliten-Navigationssystem "Beidou": China baut seine GPS-Alternative aus

Die Chinesen bauen ihr eigenes Navigationssystem auf. Am Wochenende schossen sie dafür den 18. und 19. Satelliten in den Orbit. Bis 2020 soll das System die gesamte Welt abdecken.
26.Jul 2015 | 14:28

Neue Aufnahme von "New Horizons": Auf Pluto muss mit Nebelbänken gerechnet werden

Pluto hat einen Heiligenschein - zumindest bei Nacht. Eine neue Aufnahme verrät: In ungewöhnlich großer Höhe wabern Nebel über dem Zwergplaneten. Auch Hinweise auf fließendes Eis haben Forscher entdeckt.
25.Jul 2015 | 18:29

Satellitenbild der Woche: Buntes Bayern

Von wegen weiß-blau. Bayern ist bunt. Zumindest für den Radarsatelliten "Sentinel 1-A". Er hat München und Augsburg aus dem All aufgenommen. Entstanden ist ein faszinierendes Bild, auf dem auch Sommerziele zu erkennen sind.
30.Jul 2015 | 11:58

Astronomie - Hellste Nova des Jahrhunderts hilft bei Lösung des Lithium-Rätsels

Entdeckung liefert wertvolle Hinweise zur chemischen Entwicklungsgeschichte unserer Galaxie
29.Jul 2015 | 19:00

Entdeckung - Eine Aurora außerhalb unseres Sonnensystems

Die Polarlichter von LSR J1835+3259 weisen darauf hin, dass Braune Zwerge doch keine "gescheiterten Sterne", sondern eher "aufgemotzte Planeten" sind
28.Jul 2015 | 11:43

New Horizons - Fließendes Eis auf Plutos Oberfläche verblüfft Forscher

Zuletzt eingetroffene Bilder zeigen, dass der Zwergplanet dynamischer ist als bisher angenommen
26.Jul 2015 | 17:45

Nah am Anfang - Galaxien-Geburt im nebelverhangenen jungen Universum beobachtet

800 Millionen Jahre nach dem Urknall: ALMA-Teleskop blickt zurück in die Zeit, bevor der Kosmos transparent wurde
23.Jul 2015 | 19:28

Kepler-452b - Bislang erdähnlichster Exoplanet entdeckt

Das Weltraumteleskop Kepler hat nach Nasa-Angaben einen "größeren, älteren Cousin der Erde" erspäht
30.Jul 2015 | 10:20

Leuchterscheinungen: Polarlicht abseits unseres Sonnensystems entdeckt

Zum ersten Mal haben Astronomen Polarlichter außerhalb unseres Sonnensystems beobachtet. Sie waren deutlich stärker als bekannte Leuchterscheinungen auf dem Jupiter. Unklar ist der Antrieb dahinter.
30.Jul 2015 | 10:04

Asteroidengürtel: Was Trümmerscheiben über ihr Sonnensystem verraten

Gleich zwei Trümmerscheiben aus Staub und Gestein gibt es in unserem Sonnensystem. Astrophysiker wollen herausfinden, wo im All es weitere Asteroidengürtel gibt. Doch das ist nicht so einfach.
30.Jul 2015 | 09:05

Astrophysik: Erstmals Lithium bei Sternenexplosion gefunden

Das Leichtmetall Lithium wird nur in geringem Umfang in Sternen erbrütet. Forscher vermuten, dass es in erster Linie bei der Explosion von Sternen gebildet wird. Dafür gibt es nun den ersten Nachweis.
27.Jul 2015 | 13:06

Raumfahrtpolitik: Esa-Astronauten sollen auf der Krim trainieren

Nasa- und Esa-Astronauten, die mit einer Sojus zur ISS fliegen, müssen im "Sternenstädtchen" bei Moskau trainieren. Ein Teil der Ausbildung könnte demnächst auf die Krim verlegt werden.
24.Jul 2015 | 08:37

"Cousin der Erde": Nasa entdeckt einen erdähnlichen Planeten

Sensation aus dem Weltall: Die Nasa hat einen neuen Planeten entdeckt. Er soll der "größere, ältere Cousin der Erde" sein. In einer Pressekonferenz machte sie erste Details zur Entdeckung bekannt.

Weltraum Blogs

03.Sep 2012 | 16:49

ScienceBlogs.de bekommt eine neue Software und macht Pause

Es ist endlich soweit. ScienceBlogs.de wird auf eine neue Software (WordPress) umgestellt. Dann sollten die ganzen Macken und technische Probleme die sich im Laufe der Zeit angehäuft haben, endlich verschwinden. Die Umstellung erfolgt heute Nacht, um Mitternacht geht es los. ScienceBlogs wird dann eine ganze Weile nicht erreichbar sein. Im Laufe des Dienstag Nachmittag müsste dann alles wieder funktionieren. Hoffen zumindest alle... Vielleicht funktioniert auch nichts mehr und es dauert länger, bis alles wieder normal läuft. Wir werden sehen. Ich hab noch keine Ahnung, wie das neue ScienceBlogs aussehen wird. Ich wäre schon zufrieden damit, wenn alle meine Artikel und alle Kommentare dazu den Umzug heil überstehen... Also drückt die Daumen!


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03.Sep 2012 | 12:25

Barnards Stern hat keine Planeten

Barnards Stern hat keine Planeten. Warum sollte das interessant sein, wo doch sonst immer nur von Sternen berichtet wird, bei denen man Planeten entdeckt hat? Erstmal ist auch ein negatives Resultat ein Resultat. Es mag nicht so sexy sein, wie die Entdeckung eines neuen Planetensystems, aber wenn wir wissen, dass es irgendwo keine Planeten gibt, sagt uns das auch etwas. Und dann ist Barnards Stern ein Sonderfall. Denn hier gab es seit Jahrzehnten Diskussionen, oft sogar Streit, darüber, ob sich dort Planeten befinden oder nicht.

Barnards Stern ist nur 6 Lichtjahre entfernt und damit der viertnächste Nachbar der Sonne (oder der zweitnächste, wenn man die drei Sterne des Alpha-Centauri-Systems zu einem zusammenfasst). Er ist so nahe, dass man seine Eigenbewegung sehr gut sehen kann und weil er sich so schnell bewegt, wird er oft auch "Barnards Pfeilstern" genannt. Dieses Bild zeigt, wie er sich zwischen 2001 und 2010 über den Himmel bewegt hat:

Barnard_Star_2001-2010.gif

Bild: Alejandro Sanz Gómez, CC-BY-SA 2.5

So ein interessanter Stern wurde natürlich oft und ausgiebig beobachtet. Wegen seiner schnellen Bewegung hat man besonders viele und genaue Positionsmessungen angestellt. Und in den 1960er und 1970er Jahren kam der Astronom Peter van de Kamp zu dem Schluss, dass sich dort 2 Planeten befinden müssten. Denn der Stern zog nicht einfach in einer geraden Linie über den Himmel, sondern wackelte hin und her. Der Grund dafür sollte die gravitative Störung der Planeten sein, die den Stern ein bisschen wackeln ließen. Die Entdeckung extrasolarer Planeten in den 1970er Jahren wäre eine große Sensation gewesen. Aber die Kollegen waren nicht überzeugt. Andere Astronomen zeigten, dass vermutlich ein technischer Fehler am Teleskop für das Wackeln des Sterns verantwortlich war. Aber van de Kamp war weiter von der Existenz seiner Planeten überzeugt. Zwei Stück, ungefähr halb so groß wie Jupiter sollten Barnards Stern umkreisen.

Die Sache blieb zweifelhaft, die Beobachtungen konnten nie bestätigt werden und es dauerte bis 1995, bevor der erste wirklich zweifelsfrei bestätigte extrasolare Planet entdeckt wurde. Eine Gruppe amerikanischer Astronomen hat nun noch einmal genau nachgesehen und kommt zu dem Schluß: van de Kamps Planeten existieren nicht. Sie haben Beobachtungsdaten aus den letzten 25 Jahren kombiniert und neu ausgewertet. Im Gegensatz zu van de Kamp haben sie sich nicht auf die Positionsänderungen des Sterns verlassen, sondern seine Radialgeschwindigkeit beobachtet. Auch mit dieser Methode misst man das Wackeln des Sterns, allerdings auf andere Art und Weise. Die Ergebnisse sind ziemlich deutlich:

barnard.png


Die grünen und gelben Punkte sind die Messungen. Wenn der Stern keine Planeten hat, dann sollten sie alle auf der Nulllinie in der Mitte des Diagramms liegen. Wenn van de Kamps Planeten existieren, dann sollten die Punkte dem Verlauf der blauen oder rote Linie folgen. Das tun sie aber nicht, sondern liegen tatsächlich - innerhalb der Fehlerbalken - auf der Nulllinie.

Komplett ausschließen können die Forscher die Existenz von Planeten natürlich noch nicht. Ganz kleine Planeten könnte es noch geben. Aber sicherlich nichts, was größer ist als ein paar Erdmassen. Und auf jeden Fall keine Planeten, wie sie van de Kamp gefunden zu haben glaubte.

Barnards Stern hat also keine Planeten. Aber er wird weiter ein interessantes Forschungsobjekt bleiben, auch weil er der Sonne immer näher kommt. In knapp 10000 Jahren wird er sich bis auf 3,8 Lichtjahre angenähert haben. Ich würde gerne wissen, was die Astronomen bis dahin so alles herausgefunden haben...


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03.Sep 2012 | 10:00

Die Landkarte der Physik

1939 hat Bernard H. Porter die optimale Fusion aus Geografie und Physik erschaffen:

"[A] map of physics, containing a brief historical outline of the subject as will be of interest to physicists, students, laymen at large; Also giving a description of the land of physics as seen by the daring sould who venture there; And more particularly the location of villages (named after pioneer physicists) as found by the many rivers; Also the date of founding of each village; As well as the date of its extinction; and finally a collection of various and sundry symbols frequently met with on the trip."

1939-map-of-physics-h2.jpg

Wirklich cool! Da würde ich gern mal Urlaub machen. Eine kleiner Wanderung von der Astronomie ganz im Westen bis hin zur Astrophysik im Osten und dann an Herschel, Newton und Ptolemäus an den Lichtstrand und ein wenig entspannen ;)

Eigentlich fehlen nur noch 2 Dinge: Eine hochauflösende Version dieser Karte, damit man sie als Poster für die Wand ausdrucken kann. Und eine aktualisierte Version, die die Entwicklung der Physik seit 1939 inkludiert. Seit damals haben die Wissenschaftler ja jede Menge Neuland entdeckt!


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02.Sep 2012 | 15:40

Terminkalender September

Da ich in den nächsten Monaten diverse Vorträge und Lesungen an diversen Orten halte, dachte ich, ich sag mal Bescheid, wo ich überall sein werde. Vielleicht sieht man sich ja irgendwo.

  • 12.September, Seeheim-Jugenheim: Am 12 und 13 September finden die Bergsträsser Weltraumtage statt. Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie gibt es dort jede Menge populärwissenschaftliche Vorträge über Astronomie - zum Beispiel über die Suche nach Außerirdischen, den Bau eines Weltraumfahrstuhls oder die Geschichte der Raumfahrt in Kinofilmen. Ich werde dort am 12. September um 20 Uhr einen Vortrag zum Thema "Krawumm - Wahre und falsche Weltuntergänge" halten und dabei auch aus meinen Büchern vorlesen.

  • 25. September, Solingen: Am 25. September um 19.30 werde ich in der Sternwarte Solingen einen Vortrag zum Thema "Weltuntergang 2012? Keine Panik!" halten.
  • 24-28 September, Hamburg: Von 24 bis 28. September findet in Hamburg die große Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft statt. Dort werde ich zwar keinen Vortrag halten, aber trotzdem anwesend sein (zumindest von 26. bis 28., vorher muss ich ja noch nach Solingen). Wird sicher interessant und vielleicht sieht man sich ja!



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02.Sep 2012 | 14:26

Ein Krawumm geht um die Welt (21): Москва́

Letztes Mal war das Krawumm auf seiner Reise durch die Welt bei der chinesischen Mauer angelangt. Und wenn wir schon mal bei den großen Sehenswürdigkeiten sind, dann passt auch dieses Foto von Leser Robert. Krawumm in Moskau!

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Was bisher geschah: Teil 1: Die staubige Fabrik, Teil 2: Rindviecher, Teil 3: Das Krawumm will hoch hinaus, Teil 4: Eishockey und Nobelpreis, Teil 5: Der Weltskeptikerkongress, Teil 6: James Randi!, Teil 7: Bulgarische Berge, Teil 8: Auf hoher See, Teil 9: Das Buch im Transit, Teil 10: Der Berliner Flughafen, Teil 11: Flauschige Eichhörnchen, Teil 12: Der Bund fürs Leben, Teil 13: Der weiße Gott, Teil 14: Besuch auf Tatooine, Teil 15: Bei den alten Römern, Teil 16: Gaudi in Barcelona, Teil 17: Geysire im Yellowstone-Park, Teil 18: Urlaubslektüre in Antalya, Teil 19: Das Unheil kommt von oben, Teil 20: Die chinesische Mauer
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30.Jul 2015 | 13:23

CubeSat to Study Solar Particles Set for EM-1 Launch

CuSPP+ (Credit: SwRI)

CuSPP+ (Credit: SwRI)

GREENBELT, Md. (NASA PR) —  Another CubeSat mission involving significant contributions from Goddard scientists has won a berth on NASA’s Exploration Mission-1 (EM-1) in 2018. The pint-size spacecraft will be one of the first to venture into interplanetary space.

NASA chose the CubeSat Mission to Study Solar Particles over the Earth’s Poles Enhancement (CuSPP+) to study the sources and acceleration mechanisms of solar and interplanetary particles near Earth’s orbit. Led by the San Antonio, Texas-based Southwest Research Institute (SwRI), the six-unit (6U) CubeSat will fly three miniaturized instruments, including the Goddard-developed Miniaturized Electron and Proton Telescope (MERiT).

MERiT is a modification of a similar sensor that is now being built for the Compact Radiation Belt Explorer (CeREs) mission, a three-unit (3U) CubeSat mission slated to fly in 2016. Goddard also had been working with SwRI on another 3U CubeSat, called CuSPP.

“For the EM-1 opportunity, we just proposed an increment to CuSPP to make it interplanetary, thus CuSPP+,” said Goddard Lead Co-Investigator Eric Christian, who is working with co-investigators Shri Kanekal and Nikolaos Paschalidis on the instrument.

CuSPP+ joins the Lunar IceCube as one of 12 payloads to deploy during EM-1, the first test flight of NASA’s Space Launch System, a 38-story launch vehicle. While Lunar IceCube will gather data from a highly elliptical lunar orbit, CuSPP+ will study charged-particle dynamics in interplanetary space.

30.Jul 2015 | 05:11

Scaled Composites Statement on NTSB Findings

scaled_logoMOJAVE, Calif. (Scaled Composites PR) — Our business is to design prototype, cutting-edge aircraft.  Safety has always been a critical component of Scaled’s culture and, as the NTSB noted today, our pilots were experienced and well-trained.  As part of our constant and continuing efforts to enhance our processes, we have already made changes in the wake of the accident to further enhance safety.  We will continue to look for additional ways to do so. We extensively supported the NTSB’s investigation and appreciate all of its work to make the industry safer. Mike Alsbury exemplified the passion that all our employees share. He and his family are always in our thoughts, and they are especially so today.

30.Jul 2015 | 01:23

Dramatic Photos of Siebold’s Parachute Descent After SpaceShipTwo Broke Up

Pete Siebold under canopy approaches the desert floor. (Credit: Mark Greenberg/Virgin Galactic/NTSB)

Pete Siebold under canopy approaches the desert floor. (Credit: Mark Greenberg/Virgin Galactic/NTSB)

Mr. Greenberg is a professional photographer who was hired by Virgin Galactic to photograph the flight test of SpaceShipTwo last October while airborne from an Extra 300 chase aircraft. Greenberg’s photos captured pilot Pete Siebold’s descent to the desert floor after he was thrown free after the spaceship broke up. He was using two still cameras and operating a GoPro Hero in video mode during the accident event.

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First image of Pete Siebold under parachute. (Credit: Mark Greenberg/Virgin Galactic/NTSB)

This is the first image Greenberg captured of Siebold under parachute. The chute can barely be seen on the left of the photo. During descent, Siebold had attempted to activate his emergency oxygen supply many times but was unsuccessful in doing so. The jolt of the parachute opening had awaken him from a period of unconsciousness.

Pete Siebold under parachute with debris falling nearby. First image of Pete Siebold under parachute. (Credit: Mark Greenberg/Virgin Galactic/NTSB)

Pete Siebold under parachute with debris falling nearby. First image of Pete Siebold under parachute. (Credit: Mark Greenberg/Virgin Galactic/NTSB)

The above photo shows the pilot under parachute near the center of the frame. Additionally, some medium to large size falling debris is near the center and left hand portions of the image.

Pete Siebold under parachute. (Credit: Mark Greenberg/Virgin Galactic/NTSB)

Pete Siebold under parachute. (Credit: Mark Greenberg/Virgin Galactic/NTSB)

A good chute as Siebold descends toward the desert. The pilot reported that he had difficult seeing clearly because his eyes hurt and it appeared very bright outside.

Pete Siebold descends under parachute. (Credit: Mark Greenberg/Virgin Galactic)

Pete Siebold descends under parachute. (Credit: Mark Greenberg/Virgin Galactic/NTSB)

This is Greenberg’s first close picture of Siebold’s descent. Siebold became aware of a chase plane circling him. The SpaceShipTwo pilot was preoccupied with his injured right arm, which he could not raise. He wanted to position the parachute’s risers to get into position for a proper landing, but he couldn’t get his arm to move.

Siebold descends under parachute with his arms raised near Koehn Dry Lake. (Credit: Mark Greenberg/Virgin Galactic/NTSB)

Siebold descends under parachute with his arm raised near Koehn Dry Lake. (Credit: Mark Greenberg/Virgin Galactic/NTSB)

Siebold became concerned about a very high ground speed as he descended between about 5,000 and 2,000 feet. He was worried about being dragged through the desert by his parachute.

Pete Siebold just before landing. (Credit: Mark Greenberg/Virgin Galactic/NTSB)

Pete Siebold just before landing. (Credit: Mark Greenberg/Virgin Galactic/NTSB)

However, surface winds were calm as he neared the desert floor, allowing him to descend in a very slow spiral with no noticeable ground track. Unable to adjust the parachute’s risers, Siebold put his hands at his sides with his feet and bent knees together for landing. Unable to roll because of a lack of directional control, Siebold fell forward into a creosote bush as his parachute drifted over the top of the bush and collapsed.

Despite a bleeding, immobilized right arm, Siebold began to remove his parachute harness when felt a “clunking sound” in his chest. Fearing a possible spinal injury, he abandoned the attempt and decided not to move until rescuers arrived. He did manage to wave to Greenberg’s plane, which was circling overhead.

Siebold had landed at about 10:17 am PDT, roughly 10 minutes after SpaceShipTwo had broken up around him some 10 miles overhead. He would wait for nearly 35 more minutes before the first rescue helicopter arrived from the Mojave Air and Space Port.
29.Jul 2015 | 21:50

The Breakup of SpaceShipTwo Frame by Frame From the Tail Boom

Engine start on SpaceShipTwo.(Credit: Scaled Composites/NTSB)

Engine start on SpaceShipTwo. (Credit: Scaled Composites/NTSB)

The following sequence is extracted from a National Transportation Safety Board (NTSB) document about the loss of SpaceShipTwo last October. The images show the breakup of the vehicle from a camera on one of the tail booms. The premature unlocking of the feather mechanism resulted in aerodynamic pressures deploying the movable tail booms during powered ascent.

NTSB experts did the annotation on the photos and the narrative that accompanies the images. The sequence spans 3 seconds.

Figure 62 (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 62 (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 62 is the last frame exported from the recording that shows the feather in a undeployed and nominal position. A vertical line was drawn at the intersection of the right boom’s leading edge and the contour of the upper fuselage structure to illustrate the feather’s relative position. In every frame prior to this, the feather position is nominal. By figure 62 and forward, the exported images show positive feather movement indicated by the incongruity between the vertical line and the relative position of the right boom’s leading edge and the contour of the fuselage.

Figure 63 (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 63 (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 63 contains the first evidence indicating feather position movement. The vertical line from figure 62 was transposed onto figure 63. A slight change in relative position between the right boom leading edge and the upper contour of the fuselage was noted. Additionally, a region on the inner surface of the right boom covered in aluminized Kapton is observed having a slightly larger surface area indicating that the feather had slightly changed position. Slight feather movement was observed in frame 0330 (not shown) using the same techniques (Time 17:07:29.857) but was unable to be clearly presented in a graphics format.

Figure 64 (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 64 (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 64 shows a portion of the right boom leading edge is visible to the left of the transposed vertical line applied from the previous figures. By this frame, movement of the feather is apparent when compared to figures 62 and 63.

Figure 65 (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 65 (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 65 shows an increase in feather movement. The vehicle continues to pitch upward.

Figure 66 (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 66 (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 66 is the last exported frame from the recording that was clear and did not contain video artifacts likely associated with the abrupt removal of power to the camera system. A significant increase in feather position is noted.

Figure 67a (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 67a (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 67a shows the last frame in the series of exported images where the feather flap hinge line does not exhibit displacement. The feather flap hinge line in this image appears nominal.

Figure 67b (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 67b (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 67b is the corresponding still frame exported from the boom camera hard drive containing high definition imagery.

Figure 68a (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 68a (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 68a shows the first frame in the series of exported images where a displacement is exhibited along the feather flap hinge line. From this moment forward, the feather structure appears to become further displaced from the main structure of the vehicle.

Figure 68b (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 68b (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 68b is the corresponding still frame exported from the boom camera hard drive containing high definition imagery. Figure 68b shows greater detail of the cracks forming on the outboard root fairings and the lightweight “taco” area. The high definition file also shows the Kapton foil failing in the upper left hand corner of the frame, the area near the leading the edge of the left boom structure.

Figure 69a (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 69a (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 69a shows a field of view change apparent in the recorded images. The nose section is no longer visible. The change in field of view could possibly be attributed to the left boom structure being forced longitudinally outward, rotating inward, or a combination of both. Increased displacement is exhibited along the feather flap hinge line on the left side of the vehicle.

Figure 69b (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 69b (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 69b is the corresponding still frame exported from the boom camera hard drive containing high definition imagery. The high definition file shows a portion of missing Kapton on the right boom structure and the continued failure of the upper feather flap skin and root fairings. Video artifacting has become present on the recovered high definition file.

Figure 70a (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 70a (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 70a shows a further change in the camera’s field of view, only one window is visible near the main fuselage. Evidence of debris separation likely not attributed to video artifacting is near the center of the frame. Further separation between the wing trailing edge and the feather flap is visible.

Figure 70b (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 70b (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 70b is the corresponding still frame exported from the boom camera hard drive containing high definition imagery. The high definition file shows the right feather flap structure completely failing. A skin panel from the bottom surface of the vehicle is seen removed from the structure and the left inboard upper root fairing structure is continuing to fail. Figure 70b is the last usable high definition file recovered from the boom camera hard drive. All subsequent recovered imagery contained heavy digital artifacting.

Figure 71 (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 71 (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 71 shows the upper surface of the right mega strake becoming visible to the camera’s field of view. This indicates the right boom has begun to rotate inboard toward the centerline of the vehicle.

Figure 72 (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 72 (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 72 shows an increase in the visibility of the upper surface of the right mega strake indicating further rotation of the right boom inboard toward the centerline of the vehicle. An open area is visible near the feather flap hinge line consistent with the color of the surrounding background near the left hand portion of the frame. Additionally, a crack has begun to propagate from the feather flap hinge line into the fuselage near the tail cone section of the vehicle.

Figure 73 (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 73 (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 73 shows separation of the aft fuselage in the region of the tailcone. The crack along the feather flap hinge line has greatly increased in displacement. Background is visible between separated portions of the vehicle. The tailcone has begun to twist along the region of displacement, indicated by the “Virgin DNA” graphic becoming clearly misaligned (yellow line). Separation along the feather flap hinge line on the right side of the vehicle is also apparent, with background visible in the region of displacement. The right boom has mostly separated from the vehicle’s main structure and has continued to roll inboard with the upper surface of the right megastrake becoming more apparent to the camera’s field of view. The Virgin logo on the right side of the vehicle near the feather flap hinge line is attached to the right boom structure and separated from the vehicle.

Figure 74 (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 74 (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 74 shows the camera has begun to power down and the recorded image is rapidly losing fidelity. The upper surface of the right mega strake is more apparent, indicating a continued roll inboard toward the center line of the vehicle. The “Virgin DNA” graphic on the upper portion of the main fuselage is in close view, indicating a significant change in displacement between the camera and the main fuselage.

Figure 75 (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 75 (Credit: Scaled Composites/NTSB)

Figure 75 is an exported image of the first full frame of camera signal loss. It is the second to last frame of recorded images.

29.Jul 2015 | 13:20

A Detailed Account of Pete Siebold’s Survival in the SpaceShipTwo Crash

Pete Siebold descending under parachute after the breakup of SpaceShipTwo. (Credit: Mark Greenberg/Virgin Galactic)

Pete Siebold descending under parachute after the breakup of SpaceShipTwo. (Credit: Mark Greenberg/Virgin Galactic)

The National Transportation Safety Board has released a summary of an interview it conducted with Scaled Composites pilot Pete Siebold, who was in command of SpaceShipTwo when it broke up over the Mojave Desert last Oct. 31 during a flight test. Siebold was thrown clear of the ship and managed to parachute to safety, but not before passing out and struggling to activate his oxygen system. Co-pilot Mike Alsbury was not as lucky; he died in the crash.

The following excerpt describes Siebold’s descent and landing from about 10 miles up, the extent of his injuries, and his treatment by medical personnel in the desert and at Antelope Valley Hospital.

Because he considered this a “high-risk” flight he stated that he took extra precautions and took time to think through scenarios that might happen and how he would rapidly respond in an emergency and activate his parachute and oxygen cylinder. About 10-15 minutes prior to release there was a period of low workload when he was able to physically feel for the parachute D-ring rip cord, oxygen activation pud, and the dual-lever seatbelts to improve his “muscle memory” in the event of an emergency. This was not a written procedure, but something he personally did on some flights.

The last thing he recalled in SS2 was a very violent, large pitch-up with high Gs, and grunting noises. He heard a loud bang followed very quickly by signs of a rapid cabin depressurization. In the background he heard the sound of “paper fluttering in the wind,” which he believed was the sound of pieces of the cabin coming apart. There was then a period when he had no recollection, which he attributed to “g-lock” due to the unexpected onset of high Gs for which he was not prepared.

The next thing he remembered he was outside of SS2 and he perceived that he was still at high altitude, above the haze layer. He heard a high frequency whistling noise and his helmet and mask were no longer straight on his face. He felt the mask was peeled up a little bit and both it and the helmet were twisted to the left. His believed the mask seal was compromised at that time. At some point he became aware that the visor had been ripped off. It felt as if something was continuously trying to rip his helmet off. He opened his eyes and saw a wide expanse of desert from a high altitude. He was falling in a stabilized position with his head slightly down and he had to look up to see the horizon. He was not tumbling.

He did not recall what actions he took first, but he remembered attempting to activate the oxygen system by pulling on it “many times.” He could not be certain whether he attempted this activation at this time or during a later period of consciousness. He did not specifically recall being in his seat but remembered unfastening the dual-lever seatbelt without difficulty and assumed the free fall with his arms out and legs apart.2 He recalled no pain. He then experienced another period of unconsciousness or lack of memory.

The next thing he remembered was a “sudden jolt” when the parachute opened and feeling as though he had been asleep. He did not pull the D-ring for the rip cord and believed the CYPRES device had activated the parachute. He described the parachute opening as “gentlemanly… it was not harsh.” It was difficult to estimate the altitude but he estimated it was somewhere between 10,000 and 20,000 feet, noticeably lower than his previous period of consciousness. He looked up and checked on the canopy to ensure it was properly deployed. His eyesight was “degraded” and events began to “slow down” in his mind allowing him to absorb more information. He again recalled attempting to activate the oxygen but was unsure at what point in he made the attempts. It was either during one or both periods of consciousness. He tried “many, many, many times” and “just got the feeling” that it was not working and he never got oxygen flow. He also stated that he “didn’t know what to expect or what it should feel like… it just didn’t feel like it did anything.” When asked if he used one or two hands he stated that he only used one hand – his left. He further stated that “you can’t really do anything with your right hand with the oxygen. It’s not a very convenient angle so I would assess it as a one hand operation.” When asked if he could see what he was pulling on he stated that he could not recall.

The chase airplane began to circle him and he became aware that he had sustained injuries. His eyes hurt and it was very bright and difficult to see. He could not raise his right arm and assumed it was dislocated. He was concerned about the parachute landing fall and did not want to reinjure a previous left foot injury he had sustained years earlier. He wanted to reach the risers to position himself into the right attitude for a proper landing. He manipulated his right arm several times in an attempt to resolve the dislocation but he was not successful. He was running out of time and made the decision to put his hands at his sides with his feet and bent knees together. Between about 5,000 and 2,000 feet he noticed a very high ground speed and became concerned about landing and being dragged through the desert, but by the time of touchdown the surface winds were calm. He descended in a very slow spiral with no noticeable ground track.

Siebold's parachute as found by Kern County Sheriff's Office personnel. (Credit: NTSB)

Siebold’s parachute as found by Kern County Sheriff’s Office personnel. (Credit: NTSB)

Upon touchdown, he could not roll to one side because of a lack of directional control and fell forward into a creosote bush. He did not attempt to absorb any of the energy with his legs. The parachute drifted over the top of the bush and immediately collapsed. He sat up and began to become more aware of the severity of his injuries. His eyesight continued to degrade and was painful. He could not keep his eyes open and he never opened his right eye again until the emergency responders arrived. His right arm was bleeding and his flight suit was saturated with blood but it did not appear to be actively bleeding so he was “not overly concerned about it.” He did not perceive any lower body injuries. As he was moving to take the parachute harness off he felt a “clunking noise” in his chest and was concerned about a spinal fracture. Therefore, he decided not to move until the emergency responders arrived. He took his helmet off and may have taken his glove off. His right hand was numb, as if he were out throwing snowballs without gloves while his left hand felt normal. He did not release the Capewells on the parachute harness, although he was prepared to do so if he began to get dragged.

The Extra chase plane circled him numerous times while he was both in the air and on the ground. He recalled waving to them to show them he was conscious. He recalled that it took “a really long time for the responders [helicopter] to get there,” which surprised him. When they arrived the helicopter landed about 100 yards away. The first helicopter was from the National Test Pilot School. He recalled someone wearing a flight suit from the school and someone dressed in airport firefighting gear. They bundled up the parachute and were going to use it to stabilize him somehow. They examined him and eventually got a backboard and stabilized him on it. His boots were removed and later found on scene. He was taken to a second helicopter which had landed, which he presumed was the “Mercy Air” helicopter. One of the paramedics attempted to start an IV but was unable to until they got on the ground in Lancaster. Once in the emergency room he was cut out of his flight suit and his injuries were addressed.

Siebold's damaged seat. (Credit: NTSB)

Siebold’s damaged seat. (Credit: NTSB)

He stated that had a four-part fracture of his right humerus that was not compound. The ball itself was broken as well as broken off the humerus and it was dislocated. He also had a nondisplaced fracture of his right clavicle. He had a small “gash” in his right elbow that was the source of the blood on his flight suit. He had a deep scrape/contusion on his right wrist and multiple scrapes on the back of his right shoulder. He had a lot of bruising on his right chest but did not know how that occurred. He did not recall any bruising on his left side. He had a lot of bruising on the tops of his quadriceps on both legs which were sore for many days. He did not receive an official diagnosis for the “clunking” noise in his right chest but was told it may have been a muscle or cartilage tear between the ribs. Several days after the surgery his left little toe was sore. When it was x-rayed it was determined that it was fractured. He had an abrasion under his chin which he felt was consistent with the location of his chin strap. He had multiple contusions and scrapes on his face. He was initially diagnosed with only corneal scratches in his eyes but he removed a piece of fiberglass from his left eye during his hospital stay. His eyes did not improve as fast as he was told they would so he saw an ophthalmologist after being discharged. The ophthalmologist also removed some foreign matter from his left eyelid and a “silver sliver” from his right cornea. His eyes improved quickly almost immediately after the procedure.

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2 At the time of interview he realized that he was still in his seat and described the release of his seatbelts as “instinctual.” In written comments provided after reviewing the draft interview summary Mr. Siebold stated that he “likely lost consciousness just after thinking about the D-ring and [his] next recollection was the jolt from the chute deployment.”

28.Jul 2015 | 15:51

Ein Jupiterähnlicher Exoplanet bei HIP 11815

Ein internationales Wissenschaftlerteam hat womöglich einen Exoplaneten in der ungefähren Größe unseres Jupiters entdeckt, der seinen Zentralstern in einer ähnlichen Entfernung umläuft. Diese Konstellation könnte eine wichtige Rolle für die Entstehung lebensfreundlicher Umgebungen in einem System spielen.
28.Jul 2015 | 00:29

Express #0563

Unfallursache bei SpaceX
21.Jul 2015 | 22:19

Holm soll Ursache für Falcon 9-Fehlschlag sein

Am Montag gab Elon Musk in einer Pressekonferenz bekannt, dass ein fehlerhaft hergestellter Holm die Ursache für den Absturz der Falcon 9 war. Der Holm hat bei 20% der zertifizierten Festigkeit versagt.
14.Jul 2015 | 00:20

Der Nachfolger des Hubble-Nachfolgers?

Kaum gehen die Arbeiten am James-Webb-Teleskop nach jahrelangen Verzögerungen wieder in die richtige Richtung, wollen die Astrophysiker und Astronomen schon wieder ein noch besseres Flagschiff-Teleskop: Am 6. Juli hat das AURA (Association of Universities for Research in Astronomy) eine Konzeptstudie für das High Definition Space Telescope (HDST) vorgelegt. Die Dimensionen des Teleskops sind gigantisch: 12 Meter Spiegeldurchmesser, mindestens ein Gigapixel Sensorauflösung. Aber die wissenschaftlichen Ziele sind nicht minder ehrgeizig.
12.Jul 2015 | 22:38

Pluto - Ein einstmals kleiner Punkt nimmt Gestalt an

Nur noch rund zwei Tage, dann hat die Raumsonde New Horizons das Ziel ihrer Reise - den Zwergplaneten Pluto - erreicht. Die Aufnahmen der Raumsonde enthüllen mittlerweile immer mehr Details von dessen Oberfläche.
15.Jul 2015 | 12:04

Ariane startet mit europäischem Wettersatelliten MSG-4

Heute Abend soll der europäische Schwerlastträger Ariane 5 vom Typ ECA vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou ins All starten. An Bord befinden sich der europäische Wettersatellit MSG-4 und der Telekommunikationssatellit Star One C4.
14.Jul 2015 | 09:18

Warum ist Pluto kein Planet mehr?

"Ich mag Planeten und möchte etwas darüber wissen. Warum ist Pluto kein Planet mehr?" fragt der 6-jährige Merlin und befürchtet: "Ich denke Pluto ist traurig, dass er kein Planet mehr sein darf!" Die DLR-Planetenforscher antworten dem besorgten Nachwuchs ausführlich per Brief und in diesem Blogbeitrag.
30.Jun 2015 | 10:23

Das Ende naht, Burnout? Nein, ein "Wörnout"!

Acht Jahre hatte ich die Freude und besondere Ehre als Vorstandsvorsitzender des DLR aktiv sein zu dürfen. Der Weg bis dahin war speziell, die Erfahrungen im Amt dann noch spezieller. Mein nun letzter Blog aus dem Amt heraus soll zurückblicken, Aspekte einer Bilanz enthalten und zugleich den Blick nach vorn richten.
24.Jun 2015 | 11:47

Ein Stahlseil, eine Festplatte und die Konsequenzen

Payload ladenPläne sind Pläne… und dann kommt die Realität hinzu. Im Idealfall hätte die Höhenforschungsrakete Mapheus5 schon am Montag starten sollen – doch ein angeschlagenes Stahlseil an der schwedischen Startrampe und eine unwillige Festplatte machten dem Mapheus-Team des DLR und der vorläufigen Zeitplanung einen Strich durch die Rechnung.
19.Jun 2015 | 16:15

Stahl-Kathedrale für Raketenstarts

Skylark Tower Niemand bleibt unbeeindruckt, wenn er den Skylark Tower betritt. Niemand. Der Turm des schwedischen Raketenstartplatzes Esrange ist eine Kathedrale - 30 Meter, imposant, im Inneren hallen die Geräusche. Wer unten steht und die metallene Führungsschiene nach oben blickt, fühlt sich klein.
18.Jul 2015 | 22:56

Die siebten Burggespräche des Orion

Zwischen dem 14. und 16. August finden zum siebten Mal die „Burggespräche“ des Orion statt, organisiert von meiner Orion-Partnerin Maria Pflug-Hofmayr. Austragungsort ist wie jedes Jahr das Schloss Albrechtsberg an der Pielach in Niederösterreich. Es befindet sich nur eine Wanderstunde vom bekannten Wachau-Ort Melk mit seinem gewaltigen Barock-Kloster entfernt, etwa 90 Kilometer westlich von Wien. Wie immer hat der Veranstalter weder Kosten noch Mühen gescheut, und auch in diesem Jahr die Bahn der Bruchstücke des einstigen Kometen 109P/Swift-Tuttle (besser bekannt unter der Bezeichnung „Perseiden“) so umgeleitet, dass sie in den Tagen der Burggespräche publikumswirksam über der Burganlage verglühen und für Himmelsfotografen ein pittoreskes Motiv abgeben (siehe Bild). 

Albrechtsberg_Perseid2012-08-12_voltmer

Schloss Albrechtsberg an der Pielach mit einer Perseiden-Sternschnuppe. Das Bild stammt von Sebastiam Voltmer und wurde bei den vierten Burggesprächen am 12. August 2012 gemacht.

Die Burggespräche sind ein Astronomie -Intensivwochenende für Einsteiger und Weltraumfreunde. Neben der Himmelsbeobachtung und Workshops kommt dabei auch der gemütliche Rahmen nicht zu kurz. Wir beobachten gemeinsam den Himmel, Einsteiger erfahren, wie sie sich am Himmel orientieren können, und Fotografen erlernen das Einmaleins der Astrofotografie. Dieses Jahr ist die Gelegenheit übrigens besonders günstig, weil die Burggespräche auf ein Neumond-Wochenende fallen und der Himmel somit besonders dunkel ist.

Aus Heidelberg reist die Astronomin Felicitas Mokler an. Sie berichtet unter anderem über ihr Spezialgebiet: Planetenentstehung und Forschung an Exo-Planeten. Der Astrofotograf Alexander Pikhard hält einen Workshop über Himmelsfotografie mit praktischen Übungen. Die finden übrigens auch bei Schlechtwetter statt - lasst euch überraschen. Auch Science Buster Werner Gruber ist in diesem Jahr wieder dabei. Er ist nicht nur der Chef des Planetariums Wien sondern auch ein Begriff in der österreichischen Kabarettszene. In einem öffentlichen Vortrag über kulinarische Astronomie erläutert er die perfekte Zubereitung der Sternbilder. Von mir (Astra) könnt ihr einen Vortrag über das Enfant Terrible der Privaten Raumfahrt (und der Elektromobilität, und der Energiewirtschaft, und des zukünftigen Verkehrswesens und.., und..., und...) hören und sehen. Gemeint ist Elon Musk.

Wir versprechen ein unvergessliches Wochenende. Momentan gibt es noch vier oder fünf freie Plätze. Der Teilnehmerkreis ist derzeit etwas männerlastig. Sollten noch mehr als die notwendigen vier oder fünf Meldungen hereinkommen, dann findet ein zugegebenermaßen etwas subjektives Auswahlverfahren statt, bei dem die Mädels bevorzugt werden.

Alle Programm-Infos und die Links zu weiteren Informationen findet ihr hier.

23.May 2015 | 19:09

Proton: Pfusch & Pannen

Proton überschlägt sich

Der Absturz einer Proton unmittelbar nach dem Start. Ein gefundenes Fressen für die Presse Bild: Novosti Kosmonavtiki

2. Juli 2013, 4.38 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Von der Startanlage 81/24 in Baikonur hebt eine Rakete des Typs Proton M ab. Ihre Aufgabe: Drei Satelliten der Glonass-Konstellation in einen mittelhohen Erdorbit transportieren. Doch der Flug der von Chrunitschew gebauten Rakete dauert nur wenige Sekunden. Der Träger steigt wie betrunken schlingernd vom Starttisch, schlägt zwei scharfe Haken und dreht sich dann um 180 Grad. Mit bis zuletzt nach oben feuernden Triebwerken detoniert er 37 Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe einen Kilometer entfernt beim Aufschlag auf dem Boden.

Nachdem die Rakete über alle Stufen mit einer Treibstoffkombination arbeitet, die ziemlich toxisch ist (Oxidator: Stickstofftretoxid, Treibstoff: unsymmetrisches Dimethlyhydrazin) wurden die Insassen der umliegenden Gebäude zunächst angewiesen, Türen und Fenster geschlossen zu halten und die Häuser nicht zu verlassen. Die Anordnung konnte aber bald wieder aufgehoben werden, der Wind stand glücklicherweise günstig. Die Startanlage blieb unbeschädigt. Am Aufschlagort entstand allerdings im Gelände ein Krater von 200 Metern Durchmesser und fünf Metern Tiefe.

Mehr noch als der materielle Verlust schadete der Unfall Russlands Reputation als Raumfahrt-Großmacht. In der Rangliste von Dingen, die jemanden diesem Gewerbe schlecht aussehen lassen, übertrifft nur wenig den Anblick einer Großträgerrakete, die vor den Augen der Welt in geringer Höhe auf erratischen Kurs geht und dann in einer gewaltigen Explosion detoniert. Die Europäer, denen im Juni 1996 ähnliches passierte – seinerzeit beim ersten Testflug ihrer damals brandneuen Ariane 5 – können ein Lied davon singen. Ich weiß nicht, wie viele hundert Male ich seitdem diese Ariane explodieren sah. Sie bekam in jeder beliebigen Fernseh-Dokumentation über Raumfahrt ihre Paraderolle, gleich hinter der explodierenden Raumfähre Challenger, ob es nun zum Thema passte oder nicht. Somit herzlichen Dank an die Proton, die nun in den kommenden Jahrzehnten diesen Rang einnehmen wird.

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Diesen Startposter hatte Mexsat in der Erwartung eines erfolgreichen Starts vorbereiten lassen Bild: Mexsat

Man sollte annehmen, dass nach einer solchen Show höchste Vorsicht angesagt ist, doch nur neun Proton-Starts später kam es bereits zum nächsten Fehlschlag, als am 15. Mai letzten Jahres der russische Kommunikationssatellit Ekspress AM4R (der seinerseits schon der Ersatzsatellit für den früher von einer Proton versenkten Kommunikationssatelliten Ekspress AM4 war) wegen eines Fehlers in der dritten Stufe über Sibirien verglüht. Und letzte Woche, erneut nur sieben Starts später, versagt schon wieder eine Proton M und ließ die Überreste von MexSat-1 über Zentralasien vom Himmel regnen. Und es ist nicht nur die Proton die betroffen ist: Seit Mai 2009 ereigneten sich nicht weniger als 16 Fehlstarts mit Trägern der Typen Sojus, Rokot, Zenit und Proton.

Es ist schlecht bestellt um Russlands Raumfahrt. Die hohen Startfrequenzen täuschen ein falsches Bild vor. Seit zwei Jahrzehnten gibt es keine nennenswerten Neuentwicklungen mehr. Wissenschaftliche Raumfahrzeuge sind zur seltenen Ausnahme geworden. Raumsonden entsendet Russland nur noch alle Jubeljahre, und lässt sie dann, wie zuletzt im November 2011 mit Phobos Grunt, in einer öffentlichen Zurschaustellung des Unvermögens enden. Mit Ausnahme der Angara stammt alles, was heute in Russland die Startrampen verlässt, noch aus der Sowjetära. Die Zeiten, zu denen in Russland wegweisende Neuheiten auf dem Gebiet der Raumfahrt entstanden, sind längst Geschichte. Selbst dringend notwendige Ersatzentwicklungen, Neuinvestitionen und Produktverbesserungen werden immer weiter in die Zukunft hinausgeschoben, verirren sich in der ausufernden Bürokratie oder fallen der allgegenwärtigen Korruption zum Opfer.

Ehrwürdige Großmutter

Die Proton ist die ehrwürdige Großmutter unter den russischen Trägerraketen. Nur eine einzige Trägerrakete weltweit - die R-7 in ihren Varianten - hat eine noch längere Lebensgeschichte als sie. Beide befinden sich schon seit Chrustschows Zeiten im russischen Arsenal. Seit ihrem Erstflug im Jahre 1965 flog die Proton 404 Missionen, von denen 48 teilweise oder ganz scheiterten. Die überwiegende Zahl dieser Fehlschläge ist in den sechziger und siebziger Jahren verortet. In den Jahrzehnten danach galt sie als ausgereifte, technisch solide Konstruktion mit zumindest durchschnittlicher Zuverlässigkeit. Selbst die turbulenten Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion änderten daran kaum etwas. Erfahrenes, hoch qualifiziertes, und trotz der wirtschaftlichen und politischen Wirren motiviertes Personal sorgte dafür, dass dieser Trägertyp hinsichtlich seiner Zuverlässigkeit bei gut akzeptablen Werten blieb.

Im Jahr 2000 gab es 14 Starts der Proton, die allesamt erfolgreich verliefen, genauso wie die sechs Missionen des Jahres 2001. Bei den neun Flügen des Jahres 2002 kam es zu einem Fehlstart, bei dem der Kommunikationssatellit Astra 1K in einem unbrauchbaren Orbit strandete. Die fünf Proton-Starts des Jahres 2003 verliefen dagegen wieder allesamt erfolgreich, ebenso wie die acht Starts des Jahres 2004 und die sieben Missionen des Jahres 2005. Im Verlauf von sechs Jahren gab es somit bei insgesamt 49 Starts einen einzelnen Fehlschlag. Das ist, selbst nach den Maßstäben der heutigen Raumfahrt, ganz ordentlich. 98 Prozent Zuverlässigkeit, da meckert keine Versicherungsgesellschaft.

Mexsat-roll-out (2)

Rollout der Mexsat-Proton M zur Startrampe Bild ILS

Etwa um das Jahr 2005 begannen allerdings die erfahrenen Kräfte der russischen Raumfahrt vermehrt in den Ruhestand abzuwandern. Neue Mitarbeiter wurden wegen des insgesamt zu hohen Personalstandes nicht mehr eingestellt, das Interesse der jungen Ingenieure und Techniker, sich in der Raumfahrt zu verdingen, war ohnehin gering. Die Bezahlung war schlecht und das Prestige längst nicht mehr dasselbe wie in der Sowjet-Zeit.

Im Jahre 2006 wurden sechs Proton Starts durchgeführt. Es gab einen Fehlschlag, als die Briz-M Oberstufe einer Proton M am 28. Februar das zweite Brennmanöver vorzeitig beendete und die drei weiteren daraufhin gar nicht erst begannen. Das Jahr 2007 sah sieben Proton-Starts. Erneut schlug einer davon fehl, weil die Trennung zwischen erster und zweiter Stufe nicht gelang. Auch von den 10 Starts des Jahres 2008 scheiterte einer. Zumindest teilweise, denn der Kommunikationssatellit AMC-14, die Nutzlast bei diesem Flug, konnte die Minderleistung der Briz-M Oberstufe mit seinen Bordtriebwerken ausgleichen. Die wirtschaftliche Lebensdauer des Raumfahrzeugs wurde durch diese Maßnahme jedoch von 15 auf nur noch vier Jahre verkürzt. Das Jahr 2009 sah zehn erfolgreiche Starts. Von den 12 Starts des Jahres 2010 scheiterte erneut einer, wobei drei russische Navigationssatelliten im Pazifik versenkt wurden. Grund war eine fehlerhafte Betankung der Oberstufe. Die 45 Starts der fünfjährigen Periode zwischen 2006 und 2010 produzierten somit vier Fehlstarts. Die Zuverlässigkeitsquote war auf 91 Prozent gesunken.

Die Abwanderung der Wissensträger hatte sich in dieser Fünfjahresperiode verstärkt. Fatal in einem System, das traditionell weniger Wert auf umfangreiche Dokumentation denn auf verbale Knowhow-Übermittlung legt. Inzwischen fehlte bei Firmen wie Chrunitschew fast die komplette Transfergeneration zwischen 30 und 55 Jahren. Auf der einen Seite gibt es somit die immer mehr ausdünnenden Belegschaft der Wissensträger und auf der anderen Seite unerfahrenes, unterbezahltes, gering motiviertes und – wie sich immer häufiger zeigt – ungenügend ausgebildetes neues Personal.

Die neun Starts des Jahres 2011 produzierten einen Fehlschlag und kosteten Russland seinen Ekspress-AM4 Kommunikationssatelliten. Von den elf Starts des Jahres 2012 scheiterten gleich zwei, wobei einer der betroffenen Satelliten, Yamal-402 am Ende doch noch die angestrebte Nutzlast erreichte, wenngleich zu Lasten seiner wirtschaftlichen Lebensdauer. Und im Jahre 2013 gelangen die ersten vier Starts, doch Nummer fünf (mit dem wir in die Story eingestiegen sind) scheiterte erneut. Fünf weitere Starts zwischen September und Dezember 2013 gelangen. Zwischen 2011 und 2013 waren dies somit bei 30 Starts vier Fehlschläge. Die Zuverlässigkeitsquote lag jetzt bei 87 Prozent.

2014 und 2015 gab es bei bislang zusammen 11 Starts erneut zwei Fehlschläge. Die Zuverlässigkeit liegt damit bei gerade noch 82 Prozent.

Zum Vergleich einige Daten westlicher Träger: Bei den bisher insgesamt 53 Starts der Atlas 5 kam es nur ein einziges Mal zu einer geringfügigen Minderleistung der Oberstufe, die aber den Missionserfolg nicht gefährdete. Bei den 29 Starts der Delta 4 seit dem Jahre 2002 gab es ebenfalls nur ein einziges Mal, und das war beim Erstflug der Delta 4 „Heavy“, eine Minderleistung, die einer Sekundärnutzlast den Missionserfolg kostete. Die Ariane 5 hatte zwar auch in ihren ersten Jahren ihr gerütteltes Maß an Fehlern, so kam es in der Frühphase des Programms zu insgesamt zwei Fehlstarts und zwei Teilerfolgen, aber seitdem fliegt diese Rakete seit zwölfeinhalb Jahren in einer makellosen Serie und absolvierte dabei 64 erfolgreiche Missionen in ununterbrochener Folge. Der letzte Fehlstart datiert auf den Dezember 2002 zurück. Selbst ein vergleichsweise brandneuer Träger wie die Falcon 9 von SpaceX hat inzwischen bei 17 Starts 17 fehlerfreie Missionen hingelegt.

Verkehrt herum eingebaut

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Die Proton M für Mexsat wird über dem Flammenschacht aufgerichtet Bild ILS

Zurück zur Proton und dem fatalen Absturz vom 2. Juli 2013. Er ist exemplarisch für die Schlamperei, die in Russlands Raketenfabriken herrscht. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos setzte gleich nach dem Unfall eine Kommission für die Fehlerermittlung ein. Der Vermarkter von Proton-Starts für Kunden aus aller Welt, International Lauch Services (ILS), installierte vorsichtshalber eine eigene Arbeitsgruppe, um die Ergebnisse der Roskosmos-Kommission zu überprüfen, denn Vertuschung ist in Russland an der Tagesordnung.

Nach vier Wochen Arbeit gab die Untersuchungskommission bekannt, dass der Absturz der Rakete durch fehlerhaft installierte Lagesensoren verursacht worden sei. Und zwar seien diese Sensoren verkehrt herum eingebaut worden. Sie standen danach gewissermaßen auf dem Kopf und hatten daher nie die Chance, richtige Werte an die Flugsteuerung der Rakete zu liefern.

Der Bau der Unglücksrakete war bei Chrunitschew im Dezember 2011 beendet worden. Die fehlerhafte Installation der drei Lagewinkel-Sensoren, die Daten für die Kurskorrekturen der Rakete liefern, war - wie man rekonstruierte - am Mittwoch, dem 16. November 2011 geschehen. Sie wurde bis zum Mai 2012 im Herstellerwerk eingelagert und dann nach Baikonur geliefert.

Die Montage der Lagekontrollanzeiger ist nicht einfach. Der Arbeitsplatz dafür ist nur über ein kleines Mannloch zu erreichen und schlecht einzusehen. Um den Einbau zu erleichtern gibt es an der Platine, auf der die Sensoren montiert werden müssen, zwei jeweils fünf Millimeter hohe Führungsstifte. In die müssen die Geräte einrasten, um dem Montagetechniker die korrekte Ausrichtung zu signalisieren. Allerdings ist es unter Ausübung brachialer Gewalt (und wahrscheinlich der Verwendung eines schweren Fäustels) auch möglich, die Geräte verkehrt herum in die Halterungen zu hämmern. Dann rastet zwar nichts ein, aber durch die Gewaltanwendung sind die Geräte derart verkeilt, dass sie sich ebenfalls nicht mehr lösen können.

Man kann es kaum glauben, aber nicht nur überprüfte niemand den Einbau der Einheit direkt bei der Montage oder zumindest nach dem Abschluss der Arbeiten. Es fanden auch keine Funktionschecks statt. Es gab lediglich eine Prüfung, ob die Stromleitungen funktionierten. Bei Airbus beispielsweise (aber auch überall sonst in der Raumfahrtindustrie weltweit) beobachten nicht selten zwei Mitarbeiter der Quality Assurance jeden Arbeitsschritt, während ein dritter den Einbau vornimmt.

Praktisch jeder Fehlstart der letzten zehn Jahre geht auf das Konto der völlig unzureichenden Qualitätskontrolle und des unzureichend ausgebildeten und unterbezahlten Personals in Russland zurück. Die übliche russische Methode der „Ursachenbehebung“, nämlich einfach Spitzenmanager zu feuern, kam auch seinerzeit zur Anwendung. Bereits wenige Tage nach dem Unfall rollten in guter alter russischer Sitte bei Chrunitschew die ersten Köpfe.

Falsche Betankung, fehlerhafte Flugsoftware, groteske Montagefehler, Betrieb außerhalb der spezifizierten Werte, undiszipliniertes Verhalten auf allen Ebenen, kriminelle Vernachlässigung der Aufsichtspflicht seitens der Vorgesetzten und vieles mehr. All das ist – das sei deutlich herausgestellt - nicht der Konstruktion der Trägerrakete anzulasten, sondern einer Qualitätssicherung, die offensichtlich nur in den Organigrammen, aber nicht in der Realität existiert.

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Beim Verlassen der Startrampe war mit der Mexsat-Proton M noch alles in Ordnung Bild ILS

Der Sturzflug in der Qualität russischer Raumfahrtprodukte hat lange Zeit um die Firma RKK Energija, den Hersteller der Sojus Rakete und der Progress- und Sojus-Raumschiffe einen Bogen gemacht. Zwar gab es auch hier immer wieder Anzeichen für Qualitätsmängel. Doch die schienen meist im Vorfeld von Starts aufgefangen und korrigiert worden zu sein. Die Sojus ist - das nur zur Erinnerung - momentan das einzige Trägerfahrzeug weltweit, das Menschen zur ISS bringen kann. Zusätzlich startet sie nach wie vor auch den Löwenanteil der unbemannten Nachschubfahrzeuge zur Internationalen Raumstation. Doch auch das scheint nicht mehr länger garantiert zu sein. Zwischen Januar 1978 und April 2015 gab es insgesamt 140 Progress-Missionen. Deren Starts verliefen während der Ära der Raumstationen Salut 6, Salut 7, Mir und im ersten Jahrzehnt des ISS-Programms praktisch fehlerfrei. Die beiden einzigen Fehlschläge ereigneten sich 2011 und 2015, nachdem es davor über 30 Jahre lang tadellos funktioniert hatte.

Was wird aus ExoMars?

An der Stelle erhebt sich nun die Frage, warum Europa eines der teuersten Raumfahrtprogramme seiner Geschichte, die aus insgesamt drei Nutzlasten bestehende ExoMars Expedition, ausgerechnet dem mit weitem Abstand schlechtesten Trägersystem der Welt anvertraut. Die vordergründige Antwort ist natürlich klar. Russland stellt die Proton kostenlos als eigenen Beitrag zu diesem Projekt bei. Damit spart sich die ESA insgesamt 320 Millionen Euro, welche die Beschaffung von zwei Ariane 5 ECA kosten würde. Die Frage ist hier nur, ob man bei einem Programm, das auch ohne die Träger schon 1,2 Milliarden Euro kostet, ausgerechnet bei der Trägerrakete sparen sollte?

Die Lage wird allein schon dadurch kritisch, weil der erste der beiden Proton-Starts zum Mars, die ExoMars 2016-Mission, nur noch ganze acht Monate entfernt ist. Es ist jedoch nach diesem erneuten Versager völlig offen, wann die Rakete überhaupt wieder für Flüge freigegeben wird. Anders als für kommerzielle Satellitentransporte gibt es für Flüge zum Planeten Mars ein enges, nur wenige Wochen langes Startfenster. Trifft man das nicht, dann muss man 26 Monate warten, bis es sich wieder öffnet. Aber selbst wenn die Rakete bereitsteht: Die kombinierte Wahrscheinlichkeit des Verluste einer der beiden Missionen liegt bei 36 Prozent. Das hätte man noch nicht einmal in den frühen 60iger Jahren akzeptiert.

Und es gibt noch einen anderen Aspekt. Und mich wundert, dass es bislang noch nie diskutiert wurde. Ein zweites Danaer-Geschenk Russlands für dieses Unterfangen. Das ist die Landesonde, mit der Europas ultrateurer Rover den Abstieg auf die Marsoberfläche unternehmen soll. Die Geschichte Russlands erfolgloser Versuche den Mars, seine Umlaufbahn oder seine Oberfläche zu erreichen ist lang und bitter. Ausnahmslos alle Landeversuche scheiterten. Keine einzige der insgesamt 20 russischen Marsmissionen (hier sind auch Orbit- und Vorbeiflugmissionen eingerechnet) kann man als uneingeschränkten Erfolg bezeichnen. Dabei fanden 18 davon noch in den "guten alten" Zeiten der sowjetischen Raumfahrt-Ära statt. Seit dem Ende der Sowjet-Ära machte Russland nur noch zwei Versuche den Mars zu erreichen, das war im Jahre 1996 die Mission „Mars 96“ und im Jahre 2011 die Mission „Phobos Grunt“. Beide endeten als peinliche Fehlschläge. Die Wahrscheinlichkeit, dass Russland im Sommer 2018, dem vereinbarten Startdatum, erstens einen Lander zur Verfügung hat, und dass der zweitens auch perfekt funktioniert wird, sind denkbar gering.

Raumfahrzeuge auf dem Mars zu landen gehört zu den schwierigsten Herausforderungen, der heutigen Astronautik. Wenn es bei den Amerikanern so leicht und spielerisch aussieht, dann nur, weil sie einsam in einer Spitzenklasse agieren, an die weltweit niemand herankommt. Europa ist im Jahre 2003 mit einem viel simpleren Konzept als der des US-Rovers Curiosity gescheitert. Und jetzt soll es Russland können? Ausgerechnet Russland, das die meisten seiner Fähigkeiten aus der Sowjet-Ära verlernt hat? Russland, in dem geschlampt wird ohne Ende. Russland, das seit Jahrzehnten keine neue Raumfahrt-Hardware entwickelt und das die interplanetare Raumfahrt offensichtlich völlig verlernt hat. Russland, dessen Raumfahrt in stetigem Niedergang begriffen ist. Wem vertrauen wir uns hier eigentlich an?

P.S. Lesen Sie dazu auch diesen Beitrag aus dem Jahr 2011 von Go for Launch.

16.May 2015 | 11:04

Die größte Gefahr für einen Astronauten besteht darin, zu ertrinken – Siebter Brief

und wer's noch nicht gelesen hat: hier sind Brief 1, Brief 2, Brief 3, Brief 4, Brief 5 und Brief 6Bloggewitter_Kinder_logo

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Zum Abschluss noch einmal Snoopy, der Hundehütten-Astronaut Bild AS Teitel

Mannmannmann, das war jetzt doch eine ganz schön lange Pause mit den Briefen. Aber ich hab‘s echt nicht früher geschafft. Erst war ich in Wien, bei Yuris Night. War eine schöne Sache, wie jedes Jahr. 150 Leute im großen Kuppelsaal des Urania-Observatoriums. Die ist direkt an einem der belebtesten Plätze in Wien, dem Schwedenplatz. Kaum zu glauben, dass da eine Sternwarte ihren Platz hat, denn besonders viele Sterne sieht man wegen der Helligkeit der Stadt von hier aus nicht. Aber das war vor über 100 Jahren, als sie eröffnet wurde, wohl noch anders.

Dann war ich in Würzburg bei der Veranstaltung "Reisende im Sonnensystem" am Mineralogischen Institut der Universität. Da hab ich einen Vortrag gehalten. Und dann war ich eine Woche lang in Südtirol beim Wandern und Futtern (und netten Wein trinken). Ganz ohne Raumfahrt.

Fußball hab ich da nur am Rande mitbekommen. Was die Bayern in dieser Zeit abgeliefert haben: meine Güte. Wenn man da mal ein paar Wochen nicht aufpasst, fangen die gleich an zu schlampern. Eine Niederlage an der anderen. Wird Zeit, dass wir zwei uns da wieder ein wenig drum kümmern, sonst schleicht noch mehr der Schlendrian ein :-)

Ich hab Dir im letzten Brief beschrieben, wie kompliziert es ist, einen Raumanzug „anzuziehen“. Da kann man in Zukunft sicher noch einiges verbessern. Es gibt aber auch noch viele andere Dinge, die man für zukünftige Raumanzüge anders machen muss. Nur ein Beispiel: Bei den Apollo-Mondlandungen zeigte sich, dass Staub und Abnutzung ein ernstes Problem sind.

CR Beonit Concepts

Raumanzug der Zukunft. Bild: Beonit Concepts

Bei keiner der Mondlandungen gab es mehr als drei EVA's pro Mission auf der Mondoberfläche. In der Regel waren die Anzüge schon wenige Minuten nach dem ersten Ausstieg über und über mit Staub bedeckt. Die Astronauten selber schätzten, dass ihre Anzüge nicht mehr als fünf EVA's durchgehalten hätten. Danach wären sie wegen der Staubablagerungen in den Scharnieren so undicht geworden, dass man sie nicht mehr sicher benutzen hätte können. Bei einer Marsexpedition ginge so etwas aber gar nicht. Da muss man Raumanzüge hunderte Male verwenden können, denn man kann nicht einfach zur Erde zurückfliegen und sich mal kurz neue holen.

Überhaupt die Dichtigkeit. Ich hab’s ja schon einmal gesagt: Kein Raumanzug ist vollständig dicht. Man kann ihn nur MÖGLICHST dicht bekommen. Könnte man die ganzen Undichtigkeiten sichtbar machen, der Raumanzug würde aussehen wie eine Sprinkleranlage in Menschenform. Überall leckt die Luft heraus. An den Armen, an den Handschuhen, am Torso, am Helm, überall. Das PLSS (also der Geräterucksack) muss ständig "nachpumpen". Die Handschuhe und Armteile sind am wenigsten dicht. Da gehen etwa 25 Kubikzentimeter Luft pro Minute raus. Am Helm interessanterweise am wenigsten. Der verliert nur 2 Kubikzentimeter pro Minute. Alles in allem gehen etwa 40 Kubikzentimeter Luft pro Minute verloren.

Wieviel Luft ist jetzt eigentlich in so einem Raumanzug insgesamt drinnen? Das hängt natürlich von der Größe ab. Im Schnitt sind es aber etwa 135 Liter. Ohne den Astronauten drin. Mit dem sind es etwa noch 55 Liter Luft. Das sind 55.000 Kubikzentimeter. Das bedeutet, wenn man gar nichts nachpumpt, würde die gesamte Luft nach etwa 23 Stunden aus dem Raumanzug entwichen sein. Geht also eigentlich doch gar nicht sooo schnell, mit dem Luftverlieren, wie das zuerst ausgesehen hat.

Dann muss das Gewicht reduziert werden. Der Apollo-Anzug wog 82 Kilogramm. Der Raumanzug der ISS wiegt auf der Erde sogar - vollgetankt und mit allem Drum und Dran - 128 Kilogramm. Ohne den Astronauten. Wenn man den mal mit 72 Kilo ansetzt, dann sind das zusammen 200 Kilo. In der Schwerelosigkeit ist das kein Problem. Auf dem Mond wäre das noch akzeptabel (da beträgt die Schwerkraft nur ein Sechstel von der auf der Erde). Schwieriger wäre das schon auf dem Mars. Da würde unser Astronaut – allerdings MIT dem Raumanzug – ungefähr 75 Kilo wiegen, wäre aber in dem sperrigen, umständlichen und komplizierten Ding unterwegs. Um dem abzuhelfen entwickelt die NASA derzeit einen so genannten "Hard Suit" (spricht man „Hard Sjuut“). Also einen "Harten Raumanzug". Trotz des Namens, der nach viel Gewicht klingt, soll der haltbarer, wesentlich leichter und vor allen Dingen viel einfach anzulegen sein.

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"Maximum Absorption Garment", oder kurz MAG. Die Astronautenwindel. Bild: NASA

Wir haben ja schon gesehen, dass so ein Raumanzug eine Art „Mini-Raumschiff in Menschenform“ ist, in dem sich die Astronauten bis zu zehn Stunden aufhalten müssen. Wenn man da solange Zeit drin eingesperrt ist, muss man in diesem Anzug auch aufs Kloo gehen könne. Dabei geht es in praktisch allen Fällen nur um das „kleine Geschäft“. Pinkeln also. Das „große Geschäft“, den Stuhlgang also, muss man halt so lange „verdrücken“, bis man wieder zurück im Raumschiff ist.

Zu den Zeiten der Apollo-Mondflüge war die Pinkelvorrichtung noch speziell auf den männlichen Körperbau hin ausgerichtet. Der Astronaut auf dem Mond konnte damit im Stehen pinkeln. Aber wir wissen ja: So ein "Pimmel" ist von Mann zu Mann ja recht unterschiedlich. Da gibt es lange und kurze, dicke und dünne, und bei Kälte und Wärme verändert sich die Länge auch nochmal. Richtig gut hat das deswegen nie funktioniert, und mehr als ein Astronaut stand während der vielstündigen Mondexkursionen bis zu den Knöcheln im eigenen Urin. Und so entschieden sich die Ingenieure von Hamilton Standard, die EMU für die Shuttle-Missionen und die Raumstation im „unisex“-Format auszulegen. Für Männer und für Frauen gleichermaßen geeignet. Schon weil jetzt nicht mehr nur Männer in den Weltraum flogen, sondern auch Frauen. Somit musste der Raumanzug in allen Funktionen für Frauen UND Männer geeignet sein. Die Lösung des Problems war so einfach, dass man schon sagen muss: Da hätte man auch gleich drauf kommen können. Für beide Geschlechter gibt es jetzt einfach das Maximum Absorption Garment, kurz MAG. Das sind die Windeln für Erwachsene, über die wir schon gesprochen hatten.

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Die europäische Astronautin Samantha Cristoforetti, eine Kollegin von Luca Parmitano, bereitet sich hier auf das Unterwassertraining in Houston vor. Sehr gut zu erkennen ist die Unterwäsche, durch die fünf Liter Kühlflüssigkeit läuft. Die gelben Stücke sind die Schlauchanschlüsse zum PLSS. Bild: NASA

Astronauten üben heutzutage für ihre Raumflüge unter Wasser. Als erster hat das Edwin Aldrin gemacht, viel besser bekannt unter seinem Spitznamen "Buzz" (Bass). Er war ein Mitglied der Apollo-11 Crew und der zweite Mensch auf dem Mond. Aber er flog schon vorher in den Weltraum, nämlich mit Gemini 12. Und ich hab Dir ja geschrieben, dass das EVA-Manöver bei den Gemini-Flügen zuerst überhaupt nicht gut geklappt hat. Bis dann Buzz Aldrin und die Ingenieure von der NASA das Unterwasser-Training erfunden haben. Damit da nichts passiert, also beim Training im Wasser, wird so ein Astronaut immer von Sicherungs-Tauchern begleitet. Schließlich will ja keiner, dass einer wegen eines undichten Ventils im Raumanzug womöglich auf der Erde ertrinkt.

Die Gefahr des Ertrinkens ist nun mal die größte Gefahr für einen Astronauten. Im Weltraum und auf der Erde. Meine zumindest ich (andere Leute sind da natürlich durchaus anderer völlig Meinung, das muss ich schon zugeben). Aber es ist nun mal Tatsache: in so einem Raumanzug ist nicht nur Luft, sondern da sind insgesamt auch etwa sieben Liter Wasser. Fast ein ganzer Eimer voll. Zwei Liter davon sind Trinkwasser. Fünf Liter sind die Kühlflüssigkeit. Wir haben gesehen, dass es in einem Raumanzug nie das Problem ist, dass es da drin zu kalt wird. Das Problem besteht vielmehr darin, die im Anzug produzierte Wärme wieder herauszubringen. Und dazu braucht man diese fünf Liter Kühlwasser. Sie bewahren den Astronauten davor, einen Hitzschlag zu bekommen. Das Kühlwasser kreist in Röhrchen in der Unterwäsche der Astronauten, wird im Geräterucksack gekühlt, und dann wieder in den Unterwäsche-Kühlkreislauf geschickt.

Und mit diesem Unterwäsche-Kühlkreislauf, der sich doch so harmlos anhört, wäre um ein Haar etwas Schreckliches passiert. Und es ist noch gar nicht so lange her:

Das Problem begann am 16. Juli 2013. Der europäischer Astronaut Luca Parmitano, der gerade fünfeinhalb Monate auf der Internationalen Raumstation verbrachte, sollte an diesem Tag mit seinem amerikanischen Kollegen Chris Cassidy (spricht man: Kriss Kässidi) einen Außeneinsatz unternehmen. Ihre Aufgabe bestand darin, Kabelverbindungen an der Hülle einiger Module zu installieren. Einen ähnlichen Außeneinsatz hatten sie schon eine Woche zuvor gemacht, und dabei war alles gut gegangen.

Die beiden Astronauten verließen die Luftschleuse, als sich die Raumstation gerade auf der Nachtseite der Erde befand. Es war somit stockfinster draußen. Parmitano klinkte seine Sicherheitsleine mit dem Karabiner in eine der dafür vorgesehenen Ösen ein. Cassidy machte dasselbe. Die beiden checkten sich gegenseitig, dann begab sich jeder auf seine Arbeitsstation. Obwohl sich die beiden an diesem Tag fast im selben Bereich der Station aufhalten sollten, nur ein paar Meter voneinander entfernt, waren ihre Wege dorthin doch sehr unterschiedlich. Die Sache war so ähnlich, wie wenn zwei Leute gleichzeitig eine Gartenhecke schneiden. Der eine außen, und der andere innen. Derjenige, der außen arbeitet, muss erst den Garten verlassen, und um das Haus herumgehen, damit er an seinen Platz kommt, obwohl sie am Ende nur zwei Meter voneinander entfernt sind.

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Hier legt sich Luca Parmitano (Mitte) vor seinem gefährlichen Abenteuer gerade den Raumanzug an. Links ist Chris Cassidy, rechts Karen Nyberg. Bild: NASA

Parmitano nahm den direkten Weg, während Cassidy den langen Weg einschlug, bei dem er um das Zentralsegment der Raumstation herum musste. Parmitano begab sich zunächst zu einem Behälter, den er vor einer Woche, beim ersten Teil der Arbeiten zurückgelassen hatte. In diesem Behälter waren verstaut. Die sollte Parmitano an diesem Tag an Anschlussbuchsen anklemmen, und sie an der Hülle der Labormodule mit kleinen Metalldrähten befestigen. Bei dieser Aufgabe musste er die Finger sehr viel bewegen, was im aufgepumpten Raumanzug sehr anstrengend ist, wie wir schon wissen.

Chris Cassidy hatte vor einer Woche das erste Kabel schon teilweise angeschlossen. Parmitano machte nun bei der Arbeit da weiter, wo sein Kollege aufgehört hatte. Er nahm das Teil, das noch nicht verbunden war, und verlegte es sorgfältig hin zur Anschlussbuchse. Nach ein paar kleineren, anfänglichen Problemen informierte er die Bodenkontrolle in Houston, dass er jetzt mit dem ersten Kabel fertig wäre und nun das zweite in Angriff nimmt. Dieses Kabel muss an der schwierigsten Arbeitsstation an der ganzen ISS verlegt werden: Dem Kreuzungspunkt der Module Tranquillity, Unity und Destiny.

Das ist eine vertrackte Position und dort ist er ziemlich eingeklemmt. Die Arbeit mit der zweiten Leitung ist deswegen schwierig, denn er kann sich kaum bewegen. Außerdem will sich das Kabel immer wieder zusammenrollen. Gerade als er sich überlegt, wie man es am besten "entspiralisiert", fällt ihm auf, dass etwas nicht stimmt. Da ist Feuchtigkeit im Nacken. ganz schön viel Feuchtigkeit. Das ist ein ziemlich unerwartetes Gefühl in einem Raumanzug. Parmitano bewegt den Kopf von einer Seite zur anderen, um sein Gefühl zu bestätigen. Aber es geht nicht weg. Die Feuchtigkeit bleibt. Und eigentlich kann man es auch nicht „Feuchtigkeit“ nennen. Es ist eindeutig nass.

Es kostet ihn einige Überwindung, der Flugleitung in Houston das Problem mitzuteilen. Er weiß, dass seine Nachricht das Ende dieses Außenbordmanövers bedeuten wird. Er berichtet, was los ist, und die Flugkontroller in Houston bitten ihn, auf weitere Anweisungen zu warten. Sein Kollege Chris Cassidy hat die Sache über den Helmfunk mitbekommen, und sich zu ihm hinüber begeben. Jetzt sieht er nach, ob er von außen die seltsame Wasserquelle im Helm sehen kann.

Zunächst sind die beiden davon überzeugt, dass es aus dem Trinkwasservorrat kommen muss. Oder dass es vielleicht Schweiß ist. Aber die Flüssigkeit ist viel zu kalt um Schweiß zu sein. Und vor allem: Es wird immer mehr. Außerdem sieht Cassidy er kein Trinkwasser aus dem Saugventil fließen. Er gibt seine Beobachtung an Houston durch. Jetzt ist Houston richtig alarmiert und gibt die Anweisung, das EVA sofort abzubrechen. Parmitano vereinbart mit Cassidy, dass der zuerst noch die Arbeitsgeräte sichern soll, bevor auch er in die Luftschleuse zurückkommt. Parmitano und Cassidy haben ja alle Gerätschäften noch „draußen“ gelassen. Für Cassidy bedeutet das aber, dass er erst wieder um die Zentralstruktur herum muss, um seine Arbeitsstation zu sichern. Erst dann kann auch er in die Schleuse kommen. So lange muss Parmitano aber dann auf jeden Fall warten, denn er kann seinen Kameraden nicht ausschließen.

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Um diesen Raumanzug der Zukunft wäre Luca Parmitano in seiner gefährlichen Situation wahrscheinlich froh gewesen. Bild: Beonit Concepts

Als er sich in Richtung der Luftschleuse bewegt, bemerkt er, dass die Menge an Wasser im Helm immer mehr zunimmt. Die Hörmuscheln der Kopfhörer sind vollgelaufen, und er kann kaum noch etwas hören. Durch sein Helmvisier ist so gut wie nichts mehr zu sehen. Dort hat sich eine Wasserschicht angelegt, die fast die ganze Scheibe bedeckt. Ihm fällt ein, dass er auf dem Rückweg entlang der Sicherungsleine an einer Antenne vorbei kommt. Die muss er in aufrechter Position passieren, um sie nicht zu beschädigen. Eine aufrechte Position ist an der Stelle schon deshalb notwendig, damit sich die Sicherungsleine wieder korrekt aufspult. Es wäre fatal, wenn die sich jetzt verheddern würde.

In dem Moment als er sich "aufrichtet" passieren zwei Dinge: Die Sonne geht unter, und seine Fähigkeit zu sehen, die durch das Wasser sowieso schon stark eingeschränkt ist, geht völlig verloren. Inzwischen hat das Wasser auch die Nase vollständig bedeckt. Die Sache wird noch verschlimmert, als er versucht, die Nase durch Kopfschütteln wieder frei zu bekommen. Der obere Teil des Helms ist jetzt komplett vollgelaufen. Parmitano muss befürchten, dass er schon beim nächsten Atemzug Wasser statt Luft einatmet. Durch das Kopfschütteln und weil er auch überhaupt nichts mehr sehen kann, hat er auch völlig die Orientierung verloren. Er weiß jetzt nicht mehr, in welcher Richtung es zur rettenden Luftschleuse geht. Er kann nur noch drei Zentimeter weit sehen. Bis zur Wasserschicht, die sich an seine Sichtscheibe geklebt hat. Er kann aber nicht mehr die Handgriffe an den Modulen erkennen, an denen entlang er sich zur Schleuse hangeln muss.

Parmitano versucht, die Flugkontrolle in Houston zu erreichen. Er kann sie reden hören, aber ihre Stimmen klingen weit entfernt. Sie ihrerseits können Parmitano gar nicht mehr verstehen. So ist er auf sich alleine gestellt. Verzweifelt überlegt er sich einen Plan. Er muss so schnell wie möglich die Schleuse erreichen. Er weiß zwar, dass irgendwann auch Chris Cassidy kommen wird, und ihn abholt. Aber er weiß nicht, wie viel Zeit ihm noch verbleibt, bis der Helm komplett voller Wasser ist. Da fallen ihm die Sicherheitsleinen ein. Der Aufspul-Mechanismus für die Sicherungsleine hat eine Spannung von 1,5 Kilogramm. Diese Spannung kann er spüren und sie zieht ihn nach links. Er muss also nur dieser Spannung bis zur Schleuse folgen. Er tastet nach den Griffen, versucht die Seilspannung zu fühlen und zwingt sich, nicht in Panik zu verfallen. Trotzdem muss er ständig dran denken, was passiert, wenn die Flüssigkeit seinen Mund erreicht. Nase und Ohren sind ja schon vollständig bedeckt. Die einzige Möglichkeit, die ihm dann noch bliebe, wäre dann, das Sicherheitsventil am Helm bei zu öffnen und Druck abzulassen. Das könnte etwas Wasser hinausbefördern. Aber nur so lange, bis es durch den Sublimationseffekt (also die Verdampfung, die im Vakuum direkt zu Eisbildung führt) zu gefrieren beginnt. Der Druck im Anzug würde dann auf ein lebensgefährliches Niveau sinken. Nein, das das kann nur die allerletzte verzweifelte Möglichkeit sein.

Er muss sich langsam bewegen, sonst verliert er das Gefühl für die schwache Seilspannung. Es scheint eine Ewigkeit zu dauern. Tatsächlich vergehen aber nur wenige Minuten. Endlich bemerkt er zu seiner großen Erleichterung - irgendwie durch seinen Wasservorhang hindurch – dass er die Thermalschutzabdeckung der Luftschleuse erreicht hat. Die letzte Anweisung, die er noch verstanden hatte, war sofort in die Luftschleuse zu kommen, und nicht auf Chris Cassidy zu warten. Entsprechend den Vorschriften müsste er eigentlich als zweiter in die Schleuse gehen, weil er als erster rausgegangen war. Aber jetzt ist es nicht die Zeit, Vorschriften zu befolgen.

Mit geschlossenen Augen gelingt es Parmitano in das Innere der Schleuse zu kommen. Dort muss er jetzt aber auf Chris Cassidys Rückkehr warten. Schließlich spürt er eine Bewegung hinter sich. Cassidy ist jetzt auch in der Luftschleuse und schließt sofort die Außenluke. In diesem Moment geht die Kommunikation von Houston an Karen Nyberg (spricht man: Karin Neiberg) über, eine Astronautin, die ebenfalls an Bord der ISS ist. Nyberg befindet sich hinter der noch geschlossenen Innenluke, denn es herrscht ja nach wie vor Vakuum in der Schleuse und man kann sie von der Seite der Raumstation her nicht betreten. Parmitano kann Karen Nyberg hören, aber sie hört ihn nicht, weil Parmitanos Mikrophon schon vollständig vom Wasser umschlossen ist. Er merkt es daran, weil sie ihre Instruktionen wiederholt, obwohl er schon drauf geantwortet hat. Er folgt den Anweisungen von Nyberg so gut es geht, aber in dem Moment, als der Druckaufbau in der Schleuse beginnt, geht der Audio-Kontakt komplett verloren. Parmitano hat jetzt Wasser in der Nase und in den Ohren und kann nur noch „fühlen“, solange er den Anzug nicht ausziehen kann.

Er bewegt sich jetzt so wenig wie möglich, um zu vermeiden, dass sich das Wasser im Helm bewegt und ihm möglicherweise doch noch in den Mund kommt. Dann könnte er nicht mehr atmen. Doch jetzt beginnt endlich die Luft in die Schleuse zu strömen. Parmitano weiß jetzt, dass er jetzt den Helm abnehmen könnte, wenn die Gefahr bestehen, dass er erstickt. Er würde dann zwar dann aufgrund des noch viel zu geringen Luftdrucks sofort das Bewusstsein verlieren, aber das wäre auf jeden Fall besser als zu ertrinken. Chris Cassidy drückt ihm die Hand, und Parmitano gibt ihm das o.k.-Zeichen. Sprechen können Sie noch nicht miteinander.

Die Minuten des Druckaufbaus vergehen. In Wirklichkeit dauert sowas nämlich viel länger als in den Science-Fiction-Filmen, wo das immer in Sekunden geht. Dann öffnet sich schließlich die innere Schleusentür, an der sich schon das ganze Team versammelt hat, um ihm zu helfen. Karen Nyberg entriegelt den Helm und hebt ihn vorsichtig über den Kopf. Fyodor Jurtschikin und Pawel Vinogradow reichen ihm sofort Handtücher. Parmitano kann sie zunächst noch nicht hören, denn Nase und Ohren sind noch voller Wasser. Aber nach ein paar Minuten ist er das wieder los. Eine der gefährlichsten Situationen in der Geschichte der Weltraum-Außenbordmanöver ist glücklich zu Ende gegangen.

Heute weiß man, was damals passiert ist. Bei Parmitanos Beinahe-Unglück hat eine verstopfte Pumpe im PLSS, also im Lebenserhaltungssystem des Anzugs dafür gesorgt, dass Wasser in den Luftkreislauf eindringen konnte. Diese Geschichte hätte Luca Parmitano das Leben kosten können. Wir sehen also, auch im Raumanzug ist ein Astronaut niemals völlig sicher. Man kann daran noch viel verbessern. Aber eines Tages werden die Astronauten wirklich in der Lage sein, wie die Helden in Star Trek mit fließenden Bewegungen in den Raumanzug zu schlüpfen, aus der Luftschleuse hinauszuspringen, und neuen Weltraum-Abenteuern entgegen zu schweben.

Tja, lieber Max, soweit für diesmal. Unsere kleine Brief-Serie über die Raumanzüge und die größte Gefahr für einen Astronauten, die darin besteht, zu ertrinken, endet an dieser Stelle.

Vielleicht schreibe ich schon bald mal eine zweite Serie. Und einen Titel dafür habe ich auch schon. Er lautet: "Die größte Gefahr für einen Astronauten besteht darin, zu ertrinken - Teil 2". Beginnen würde diese Serie mit der Geschichte von Sojus 23. Dieses Raumschiff landete nämlich versehentlich während eines Schneesturms im Tengis-See in Kasachstan. Die beiden Kosmonauten an Bord wären dabei um ein Haar ertrunken.

Bis dahin alles Gute, Dein Onkel Eugen

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So schön und friedlich kann es auf der Internationalen Raumstation auch sein. Bild: NASA

 

11.May 2015 | 22:43

Yuris Night 2015 in Wien – eine Retrospektive

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Yuris Night in Wien Bild: Carola Riegler

Am 12. April 1961 fand der erste Raumflug in der Geschichte der Menschheit statt. An diesem Tag umrundete der sowjetische Kosmonaut Yuri Gagarin innerhalb von 90 Minuten einmal die Erde. Seine Tat läutete das Zeitalter der bemannten Raumfahrt ein. Seit einer Reihe von Jahren finden zur Erinnerung an dieses Ereignis weltweit unter dem Motto „Yuris Night“ Gedenkveranstaltungen statt, deren Aktionsrahmen sich, je nach Intention und Laune der Veranstalter, zwischen Party, Filmfestival, Space-up, öffentlichen Vorträgen und klassischer Konferenz bewegen. Sehr häufig ist es eine Mischung mehrerer derzeit gängiger Formen der Wissenschaftskommunikation. Heuer fiel der 12. April auf einen Sonntag, veranstaltungstechnisch ein eher undankbarer Termin.

Ausrichter der Yuris Night in Wien war – wie in den Vorjahren - die Astronomie- und Raumfahrtplattform „Der Orion“, deren Mitgründer ich bin. Die Veranstaltung wurde von meinen beiden geschätzten Mitstreiterinnen Maria Pflug-Hofmayr und Monika Fischer organisiert.

Viele Veranstalter stellen an besuchstechnisch ungünstig gelegenen Wochentagen den Aspekt „Party“ in den Vordergrund, um möglichst viele Besucher anzulocken. Das sollte aber nicht der Standard für die Veranstaltung in Wien sein, obwohl die „Yuris Night“ nicht nur den „Sonntagsnachteil“ hatte, sondern auch noch mit einem absoluten Großereignis konkurrieren musste: dem Wiener Stadtmarathon.

Was an diesem Tag in der Sternwarte der Wiener Urania den gut 150 Besuchern geboten wurde, zeigt der nachfolgende offizielle Bericht, wie er für Publikationen und Sponsoren erstellt wurde.

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Monika Fischer und Eugen Reichl (Astra)

Der anfänglich recht bewölkte Himmel machte die Sache spannend, denn die Wiener Ausgabe von Yuri‘s Night stand unter dem Motto: „Internationales Jahr des Lichts“, das die Vereinten Nationen in diesem Jahr begehen. Dieses „Licht“ sollte möglichst nicht nur von der Großstadt zu Füßen der Sternwarte kommen, sondern vor allem auch vom Universum darüber. So beschäftigte die Raumfahrt-Fans und die Sternenfreunde im Dachsaal der Wiener Urania die Frage, ob man wohl später am Abend mit dem großen Teleskop der Einrichtung Planeten und Sterne beobachten könnte. Zur Unterstützung des Urania-Teleskops hatte auch die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie Teleskope aufgebaut, um möglichst vielen Besucher einen Blick in den Himmel zu ermöglichen.

Die Veranstaltung begann um 18:00 Uhr. Da war es bis zum Sonnenuntergang, und damit bis zur Nagelprobe für diese Frage, noch eine ganze Weile hin. Gastgeberin der folgenden Stunden war Monika Fischer vom „Verein Förderkreis Astronomie und Raumfahrt - Der Orion‘“. Sie konnte die gut 150 Gäste zur bereits siebten Yuris Night in Wien begrüßen. Die „Yuris Night“ wird weltweit begangen. Insgesamt gab es an diesem Tag – verstreut über den ganzen Planeten – mehr als 150 Veranstaltungen im Gedenken an den historischen ersten Orbitalflug von Juri Gagarin am 12. April 1961.

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Maria Pflug-Hofmayr von "Der Orion'

Die offiziellen Begrüßungsworte sprach Dr. Günther Sidl, der Hausherr der Wiener Urania. Danach stimmte Maria Pflug-Hofmayr in einem Bilderstreifzug durch die Geschichte der Himmelsabbildung die Gäste auf den Abend ein. Quelle vieler dieser Bilder war der Bildblog „APOD“, das„ Astronomy Picture of the Day“, der seit zwei Jahrzehnten existiert. Dieses legendäre Internet-Sammelwerk bringt täglich ein spektakuläres Foto aus Raumfahrt oder Astronomie, begleitet von der Erläuterung eines Fachmannes. Pflug-Hofmayr, Mithgründerin der Astronomie- und Raumfahrtplattform www.der-orion.com, übersetzt diesen Erläuterungstext täglich vom Englischen ins Deutsche und veröffentlicht ihn zusammen mit dem jeweiligen Bild. Sie spannte dabei den Bogen von den frühen astronomischen Wandmalereien unserer steinzeitlichen Vorfahren, über die schon legendären Aufnahmen des Hubble Weltraum-Teleskopes, das in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag feiert, bis hin zu den neuesten Bildern der derzeit im Sonnensystem aktiven Raumsonden.

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Dr. Carsten Wiedemann von der Universität Braunschweig (Bild: Carola Riegler)

Ein ganz anderes Bild des Weltalls – zumindest des sehr erdnahen Raumes - zeichnete anschließend Dr. Carsten Wiedemann vom Institut für Luft-und Raumfahrtsysteme der TU Braunschweig. Wiedemann beschäftigt sich mit Weltraummüll, etwas wissenschaftlicher auch als „Space Debris“ bezeichnet. Dabei handelt es sich um ausgediente Satelliten, Raketenendstufen, Bruchstücke fester Treibstoffe, Farbpartikel und Trümmerteile, die in wachsender Zahl über unseren Köpfen kreisen und zunehmend ein Problem für die erdnahe Raumfahrt darstellen. Problematisch ist hier, dass sich diese unerwünschten Teile gerade auf den für wissenschaftliche und wirtschaftliche Zwecke beliebtesten Orbitalbahnen häufen. Die oft nur millimetergroßen Fragmente verfügen teilweise über eine enorme kinetische Energie, da sie potentiell mit Relativgeschwindigkeiten von 10 Kilometern pro Sekunde und mehr aufeinander prallen können und bei solchen Zusammenstößen neue Partikel freisetzen. Carsten Wiedemann berichtete auch von Plänen, diesen „Weltraummüll“ wieder aus der Erdumlaufbahn zu räumen, plädierte aber vor allem für die generelle Vermeidung von Space Debris. So sollen zukünftig alle Satelliten auf niedrigen Erdumlaufbahnen dafür ausgerüstet sein, zum Ende ihrer Einsatzlebens gezielt zum Absturz in die Erdatmosphäre gebracht werden zu können. Dann würden sie harmlos in der oberen Atmosphäre verglühen und keine dauerhafte Gefahr für andere Satelliten darstellen.

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Eugen Reichl im Gespräch mit Simonetta di Pippo (Bild: Carola Riegler)

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Simonetta di Pippo würzte ihre Ausführungen mit vielen Anekdoten (Bild: Carola Riegler)

Dass der Weltraum ein Ort der Kooperation und internationalen Zusammenarbeit ist, erörterte anschließend der Raumfahrtjournalist und Orion-Mitgründer Eugen Reichl in einem Podiumsgespräch mit Dr. Simonetta Di Pippo. Die ehemalige ESA-Chefin für bemannte Raumfahrt ist seit März letzten Jahres Direktorin des United Nations Office for Outer Space Affairs (UNOOSA). Bei der lebhaften Diskussion spannte sich der Themenbogen von ihren aktuellen Aufgaben bei der UN, über ihre Arbeit im Rahmen der Organisation „Women in Aerospace Europe“ bis hin zur privaten Raumfahrt, die sie sehr befürwortet, und in der sie eine große Chance für die Zukunft sieht. Di Pippo betonte dabei vor allem die Innovationsmöglichkeiten und die schnellen Entwicklungszyklen, die der privatwirtschaftliche Wettbewerb möglich macht. Auf die Frage von Eugen Reichl, ob sie denn bereit wäre, zum Mars zu fliegen, wenn sich die Chance ergäbe, zeigte sich die Astrophysikerin nicht abgeneigt. Sie räumte allerdings augenzwinkernd ein, dass sie als Fachfrau, die selber lange in der Entwicklung von Raumfahrzeugen beschäftigt war, vor allem die Flugsysteme zuvor einer sehr kritischen Kontrolle unterziehen würde.

Nach diesem angeregten und mit vielen amüsanten Anekdoten gewürzten Gespräch folgte eine kurze Pause für Erfrischungen. Eugen Reichl hatte seine neuesten Werke mitgebracht. Wer wollte konnte sich ein Buch kaufen, und es sich auch gleich signieren lassen. Gegen Ende der Pause war es zunächst nicht ganz einfach, die auf der Dachterrasse verstreuten Gäste wieder in den Dachsaal zu komplimentieren, denn draußen, hoch über der Donau, lockte inzwischen der erhoffte sternenklare Himmel und zusätzlich ein prachtvoller Blick über das nächtliche Wien.

Das nächste Thema war aber dann doch Anreiz genug, wieder in den Vortragsraum zurückzukehren. Dr. Konstanze Zwintz von der Universität Innsbruck machte nämlich die Sterne für die Weltraumfans hörbar. Sie berichtete anschaulich und mit verblüffend prägnanten Demonstrationen von ihren Forschungsarbeit, bei der sie durch die Untersuchung der Schwingungen der Sterne eine genaue Altersklassifizierung durchführen kann.

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Wien bei Nacht (Bild: Carola Riegler)

Wie jedes Jahr verlieh auch heuer gegen Ende der Veranstaltung das Österreichische Weltraum Forum (ÖWF) den Polarsternpreis des Jahres 2015. Geehrt wurde Dr. Christian Brünner von der Universität Graz für seine Verdienste um die Etablierung des Weltraumrechtes als eigenständiges juristisches Fach in Österreich und sein Engagement in der Nachwuchsförderung.

Zum Ausklang des gelungenen Abends waren die Besucher dann nicht mehr zu halten und „stürmten“ die Terrasse des Urania-Dachsaals, um mit den Teleskopen der Wiener Astronomischen Arbeitsgemeinschaft (WAA), vor allem aber mit dem Großen Teleskop der Urania-Sternwarte die Planeten Venus und Jupiter und andere bekannte Himmelsobjekte zu beobachten. Gegen 23:00 Uhr wurden dann die letzten Gäste hinauskomplimentiert, um das Personal der Wiener Volkshochschulen, das für Yuris Night eine Sonntags-Sonderschicht eingelegt hatte, in den wohlverdienten Feierabend zu entlassen.

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Wien bei Nacht vom Dach der Urania-Sternwarte unweit des Schwedenplatzes (Bild: Carola Riegler)

Nachdem der letzte Gast gegangen war, alles wieder an seinem ursprünglichen Platz stand und alle Lichter gelöscht waren, führten die drei Orioniden, Maria Pflug-Hofmayr, Monika Fischer und Eugen Reichl gegen Mitternacht noch eine Nachbesprechung an einer typischen Einrichtung der Wiener Großstadtkultur durch: am „Würschtelstand“. In diesem Fall am Stand des nahe gelegenen Schwedenplatzes. Bei Käsekrainern, Burenwurst, Bier und Limo wurden dann schon einmal die ersten Pläne für Yuris Night 2016 geschmiedet, denn auch im kommenden Jahr lädt der „Förderkreis Astronomie und Raumfahrt „Der Orion“ alle Raumfahrtfans und Sternenfreunde am 12. April 2016 wieder zu Yuris Night ein. Das Programm und der Veranstaltungsort werden rechtzeitig auf www.der-orion.com bekannt gegeben.

Das deutsche APOD kann über die Plattform-Seite http://www.der-orion.com angesteuert werden. Er hat aber auch eine eigene URL über die er – versuchen Sie es ruhig mal – als Startbildschirm eingestellt werden kann. Die Adresse lautet dann: http://www.starobserver.org/

Diesen Bericht mit anderen Bildern und dem Medienecho zur Veranstaltung finden Sie auch hier

04.Apr 2015 | 18:18

Die größte Gefahr für einen Astronauten besteht darin, zu ertrinken – Sechster Brief

und wer's noch nicht gelesen hat: hier sind Brief 1, Brief 2, Brief 3, Brief 4 und Brief 5Bloggewitter_Kinder_logo

 

Lieber Max,

Bild 1 - ISS EMU CR NASA

Die amerikanische Extravehicular Mobility Unit (kurz: EMU), wie sie auf der Raumstation verwendet wird (BIld: NASA)

na, was sag ich. Im Länderspiel gegen Georgien HAT Müller wieder ein Tor geschossen. Hoffentlich gelingt ihm das heute in der Bundesliga auch. Nachdem die Borussen im Aufwind sind und die Bayern vor zwei Wochen eins auf die Mütze bekommen haben, bin ich dieses Mal besonders gespannt. Das darf ich nicht verpassen. Deswegen gleich mal ran an den Speck und rein ins "Eingemachte".

Und damit sind wir auch schon beim Thema, denn wie letztes Mal versprochen, steht heute "Eingemachter Astronaut" auf dem Speiseplan. Wir haben uns ja bisher mit dem Beginn des "Raumanzug-Zeitalters" beschäftigt. Und ich hab Dir Geschichten aus dem Projekt Mercury und dem Projekt Gemini erzählt. Danach kam - bei den Amerikanern - das Projekt Apollo. Und da waren die wesentlichen Kinderkrankheiten der Raumanzüge überwunden. Sie waren "erwachsen" geworden. Das bedeutete aber nicht, dass sie auch einfacher wurden. Dabei ist so ein Raumanzug im Prinzip eigentlich etwas ganz schlichtes: ein aufgeblasener Ballon in Menschenform.

Allerdings wird dieser "Menschenballon" nicht auf den gewohnten Luftdruck aufgepumpt, wie wir ihn von der Erdoberfläche her kennen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Man kann bei einem niedrigerem Druck wesentlich einfacher halbwegs Dichtigkeit erreichen (dass ein Raumanzug NIE ganz dicht ist, erzähl ich Dir nächstes Mal). Vor allem kann sich der Astronaut dann auch in seinem Anzug noch bewegen.

Du kannst Dir das gut vorstellen, wenn Du wieder den Ballon als Beispiel nimmst. Wenn der knallvoll aufgepumpt ist, dann kann man den nicht knuddeln und biegen. Ist er aber nur halbvoll aufgeblasen, dann kann man ihn quetschen und formen wie es einem gefällt. Luftdruck können wir normalerweise übrigens nicht fühlen. Die Menschen haben kein Sinnesorgan dafür. Nur wenn sich der Druck sehr schnell ändert, bei einem Sturzflug etwa, dann knackst es in den Ohren oder es wird einem schwindlig.

Der amerikanische Raumanzug eines Astronauten, der auf der Raumstation arbeitet, ist die EMU (für "Extravehicular Mobility Unit" und das ist wirklich ein Mörder-Zungenbrecher, der spricht sich nämlich: Extra-Vehi-kjular Mobiliti Junit). Der arbeitet bei einem Druck von 0,35 Atmosphären. Das ist nur ein Drittel des Druckes von Kelheim an der Donau und entspricht fast dem Druck auf dem Gipfel des Mount Everest. Und wie wir jetzt ja wissen, kann man mit normaler Luft als normaler Mensch auf dem Mount Everest kaum noch atmen. Eigentlich atmen wir Menschen ja eine Stickstoff-Atmosphäre mit ein bisschen Sauerstoff drin. Tatsächlich sind es etwa 78 Prozent Stickstoff und 22 Prozent Sauerstoff. Beträgt der Luftdruck aber nur noch ein Drittel des normalen Drucks, dann würden wir viel zu wenig Sauerstoff abbekommen und bald ersticken. Da würde dann der Stickstoff in der Luft seinem Namen alle Ehre machen.

Damit die Atmerei bei einem so niedrigen Druck noch funktioniert - und natürlich auch damit der Raumanzug für den Astronauten ein wenig beweglicher wird - lässt man in einem Raumanzug den Stickstoff einfach komplett weg und atmet nur den Sauerstoff. Reinen Sauerstoff also. Dann bekommt man auch bei nur einem Drittel des normalen Luftdrucks noch genug davon ab. Leiderleider taucht da aber schon das nächste Problem auf. Und das ist nicht von Pappe. Das Problem heißt "Taucherkrankheit", was Dir bei einem Raumfahrer wahrscheinlich etwas komisch vorkommen dürfte. Die Luft, die man für die Raumstation herstellt, ist aber fast dieselbe wie in Kelheim an der Donau. Es fehlen nur die Spurengase und die Autoabgase. Und auch der Luftdruck ist derselbe wie bei Dir daheim. Wenn ein Astronaut also aussteigt, und dafür seinen Raumanzug anzieht, muss er für seinen Aufenthalt bei nur einem Drittel dieses Wertes vorbereitet werden. Sonst bekommt er ein ähnliches Problem wie ein Taucher, der sich lange in großer Tiefe und unter hohem Gasdruck aufgehalten hat, und der jetzt wieder an die Oberfläche will. Und das bedeutet: Wenn die Astronauten da nicht aufpassen wie die Schießhunde, dann bekommen sie im Weltraum die Taucherkrankheit.

Bild 2 - Michael Clifford Linda Godwin CR NASA

Die Astronauten Michael Clifford und Linda Godwin hier beim "Voratmen", um die Taucherkrankheit zu vermeiden (Bild: NASA)

Damit er (oder natürlich "sie", denn auch Frauen können natürlich Astronautin werden) muss er zunächst unter normalem Umgebungsdruck reinen Sauerstoff „voratmen“. Und zwar ein paar Stunden lang. Das dient dazu, den Stickstoff aus dem Blut zu entfernen, und damit Symptome der Taucherkrankheit (durch die Bildung von Stickstoffbläschen) zu verhindern. Diese Stickstoffbläschen könnten zu Embolien, Infarkten und Lähmungen führen, was gar nicht lustig ist. Erst dann kann sich der Astronaut auf seine EVA vorbereiten. EVA, das hatten wir ja schon, ist die NASA-übliche Abkürzung für "Extra Vehicular Acitvity", zu umschreiben mit "Einsatz außerhalb des Raumfahrzeugs". Und dann zieht er seine EMU an.

Die EMU besteht aus 13 Lagen unterschiedlicher Materialien. Von innen nach außen sind das: Nylon (spricht man "Nei-lonn") und Spandex für die Unterkleidung des Astronauten, mit Urethan beschichtetes Nylon, Dacron, mit Neopren beschichtetes Nylon, Mylar, Gortex, Kevlar (wie es für die kugelsicheren Westen verwendet wird) und als äußerste Schicht Nomex. Wenn all diese verschiedenen Schichten zusammengenäht sind, dann haben sie eine Gesamtdicke von etwa einem halben Zentimeter.

Bei den Raumfahrtprogrammen Mercury und Gemini war jeder Raumanzug eine Maßanfertigung für einen einzelnen Astronauten. Bei den EMUs ist das nicht so. Die sind modular aufgebaut, wie man das nennt. Das bedeutet, dass man sich aus einem Vorrat an Einzelteilen seinen persönlichen Raumanzug selber zusammenstellen kann. Sowohl für die nur 45 Kilo schwere und 155 Zentimeter große Astronautin, als auch für einen Riesenkerl von 1,95 Meter und 100 Kilo Gewicht.

Bild 3 - SAFER

Der Mini-Raketenrucksack SAFER. Dieses Teil schnallt man sich unten an das Primary Life-Support Subsystem (Bild: NASA)

Zusammen mit dem Versorgungssystem auf dem Rücken ist so ein Raumfahrzeug dann im Prinzip ein Kleinraumschiff, dem nur noch die Triebwerke fehlen. Doch auch dem kann abgeholfen werden. Wenn sich der Astronaut einen sogenannte SAFER-Kit umschnallt. (SAFER, das steht für "Simplified Aid for Extravehicular Activity Rescue und solltest Du das tatsächlich in voller Länge aussprechen wollen, dann heißt das "Simpli-feid Ä-id foor extra-fehi-kuhlaar äktifitie ress-kju) umschnallt. Das ist - etwas profan ausgedrückt - ein Raketenrucksack, mit dem sich der Astronaut dann tatsächlich frei im Weltraum bewegen kann.

Der "Ladenpreis" für eine Hamilton Standard (so heißt die Firma, die den herstellt) EMU beträgt derzeit ungefähr 25 Millionen Dollar. Ohne den SAFER. Dafür kriegt man - mal überlegen - etwa einen Supertanker voll Mao-am, oder einen Stapel Schokoladentafeln, der 250 Kilometer hoch in den Weltraum reicht. Der Schokoladenstapel für zwei komplette Raumanzüge reicht somit bis zur Umlaufbahn der Internationalen Raumstation. An Bord der ISS befinden sich übrigens genügend Einzelteile, um mindestens drei amerikanische Raumanzüge zusammenzusetzen. Und nur der Vollständigkeit halber: Es gibt auch noch drei russische EVA-Raumanzüge an Bord der Internationalen Raumstation. Bloß die funktionieren ein wenig anders und sind auch ein wenig anders aufgebaut.

Bild 4 - SAFER Mark Lee

Hier benutzt der Astronaut Mark Lee den SAFER (Bild: NASA)

Soderla. Jetzt muss sich die Astronautin oder der Astronaut dieses Ding anziehen. Das ist eine seeehr umständliche Prozedur. Nicht zu vergleichen mit dem, was man in den Star Wars-Filmen sieht. Wenn die die Helden einen Raumanzug brauchen, dann sind das immer diese federleichten, schicken, silbernen Dinger. In die werfen sich dann Luke Skywalker und seine Freunde während des Spurts zur Luftschleuse, um dann wenige Sekunden später entschlossen durch das zischend aufgesprungene Schott in den freien Raum zu springen, und mit dem Antriebsstrahl des Raketenrucksacks dem nächsten Abenteuer entgegen zu düsen.

Nichts könnte weiter von der Wirklichkeit der Gegenwart entfernt sein. Jeder Astronaut und jede Astronautin beginnt den Ausflug in den Weltraum pudelnackt, denn es gilt ein Ding zu installieren, das die NASA verschämt „Maximum Absorption Garment“ nennt (das spricht man fast wie man‘s schreibt, nämlich Maximum Absorptschn Garment). Kurz: MAG. Hört sich toll an. Ist aber nichts anderes als "Pampers" für Erwachsene. Die Notwendigkeit für so ein Ding liegt auf der Hand: Astronauten müssen manchmal über 10 Stunden im Raumanzug verbringen. Und dabei sollen sie möglichst viel trinken, denn die Arbeit ist körperlich extrem anstrengend. Also braucht man seine eigene Mini-Toilette mit.

Als nächstes kommt das „Liquid Cooling and Ventilation Garment“ (Li-quit kuuhling änd venti-läischn garment) dran, kurz LCVG. Auch hinter diesem Wortungetüm verbirgt sich etwas vergleichsweise Einfaches, nämlich die Unterwäsche des Astronauten. Allerdings, so einfach wie die Hemden und Hosen von Peek und Cloppenburg sind die nicht. Das LCVG besteht aus einem Nylon-Hemd und einer langen Unterhose aus Spandex. In beide Kleidungsstücke sind Plastikröhrchen eingearbeitet. Die sorgen dafür, dass es dem Astronauten nicht zu warm wird. Zu kalt wird es ihm übrigens nie, auch wenn auf der Außenseite des Anzuges die Temperatur unter -100 Grad sinkt. Rein technisch gesehen ist so ein Astronaut nämlich nichts anderes als eine leistungsfähige Bio-Kraftwerk. Und die erzeugt erhebliche Abwärme, die man beseitigen muss.

Bild 5 - Unterwäsche

Eine Astronautin zieht sich hier das Liquid Cooling and Ventilation Garment an, die Unterwäsche der Astronauten (Bild: NASA)

Das Kühlwasser für das LCVG kommt in der vom Astronauten gewünschten Temperatur aus dem Geräterucksack. Ein Ausfall der Kühlung ist in kürzester Zeit lebensbedrohlich, denn dann würde der Astronaut innerhalb von Minuten einen Hitzschlag erleiden. Aus diesem Grund gibt es noch ein – allerdings erheblich weniger leistungsfähiges – Reservesystem, das mit kleinen Ventilatoren arbeitet und Luft umwälzt. Die Sache mit dem Kühlwasser hat schon ein paarmal echte Probleme gemacht. Solche Probleme, dass ein Astronaut schon beinahe einmal ertrunken wäre, als das Kühlsystem kaputt ging, und sich die fünf Liter Kühlwasser in seinem Raumanzug verteilten. Und schon haben wir die drei Hauptgefahren für den Astronauten mal wieder beisammen. Ertrinken, Taucherkrankheit und Hitzschlag.

Aber daran denkt unser Astronaut (oder unsere Astronautin) jetzt nicht, denn als nächstes gilt es das EEH-System anzulegen. Dies steht für EMU Electrical Harness und ist die Verdrahtung für alle Biosensoren und Kommunikationsverbindungen, die sich im Inneren des Anzugs befinden. Da haben die Astronauten eine ganze Weile mit dem Rumstöpseln zu tun.

Bild 6 - Snoopy Cap

Der Erfinder des Snoopy Cap ist...Snoopy (Bild: AST)

Danach kommt das „Communications Carrier Assembly“ (CCA). Das Wort kommt den Astronauten ein bisschen zu blöd vor, und deswegen nennen sie es „Snoopy-Cap“. Eine Art Mütze, die an ein Weltkrieg 1-Fliegerkäppi erinnert. Benannt haben sie es nach dem Hund "Snoopy" aus der Comic-Serie "Charlie Brown". Der träumt nämlich auf seiner Hundehütte immer davon, ein Fliegerheld des ersten Weltkriegs zu sein. Mit einem Weltkrieg 1-Fliegerkäppi auf. In diese Mütze ist die Radio-Ausrüstung eingebaut, mit dem sich der Astronaut mit seinen Kollegen in der Raumstation oder in Mission Control unterhält.

Bild 7 - Astronaut-AnnaFisher

Hier die Astronautin Anna Fisher mit dem Snoopy Cap (Bild: NASA)

Nun kann sich der Astronaut in das Lower Torso Assembly (kurz LTA, spricht sich "Louwer Torso Assem-blie) quetschen. Das ist quasi die untere Hälfte des Raumanzuges, in einem einzelnen Stück vom Hosenbund bis zu den Schuhen. Es gibt aber auch hier an einigen Stellen, zum Beispiel an den Knien, Gelenke in diesem Teil, die es dem Astronauten erleichtern, sich zu bewegen.

Jetzt ist es Zeit, sich dem Hard Upper Torso (HUT) zu widmen, einer Fiberglas-Hartschale in der Form einer Weste. Der HUT ist das Verbindungsstück zu einer Reihe weiterer Einheiten. Zu den Armteilen, zum Verbindungsring des LTA, zum Helm und vor allen Dingen zum Lebenserhaltungssystem. Die Verbindung des HUT zu all diesen Elementen geschieht mit Schnellverschlüssen.

Dann werden die „Arme“ angelegt. Die sind im Schulterbereich, am Ellenbogen und am Handgelenk beweglich, und es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, je nach der Körpergröße jeweiligen Astronauten.

Bild 8 - Lower Part

Die Lower Torso Assembly. Die untere Hälfte des EMU-Raumanzugs (Bild: NASA)

Nach den "Armen" sind die Handschuhe dran. Die Fingerspitzen der Handschuhe sind mit Gummi überzogen, damit der Astronaut einen besseren "Griff" hat. Im Inneren der Handschuhe trägt der Astronaut noch einen Innenhandschuh, um Scheuern und Stoßen der Fingerspitzen zu vermeiden. Dies war ein beständiges Problem der Apollo-Anzüge, und vielen der Astronauten gingen nach ihren Mondmission alle Fingernägel ab.

Nun wird der Helm aufgesetzt. Auch er hat einen Schnellverbindungsring, mit dem er am HUT befestigt wird. Der Helm selbst ist nicht drehbar. Vielmehr ist er so groß ausgelegt, dass der Astronaut den Kopf im Inneren hin und her drehen kann. Im Hinterkopfbereich ist der Helm innen gepolstert.

Damit nicht genug. Am Helm wird jetzt die so genannte "Extravehicular Visor Assembly" kurz EVA, aufgesetzt. Sie passt genau über den Helm, und rastet am Kragen ein. Die EVA besteht aus einem Goldmetall-Visier, einer schlagfesten Sichtscheibe, einem Satz Blenden, die ziemlich albern aussehen, ähnlich wie Scheuklappen für Pferde, um blendendes Sonnenlicht abzuschirmen, vier Lampen, sowie einer Fernsehkamera, die alle Tätigkeiten in den Shuttle, die ISS und zum Boden überträgt.

Dann befestigt der Astronaut seinen Trinkbeutel im Kragenbereich des Anzugs. Auch dies eine Erfahrung aus den Apollo-Tagen. Bei Apollo 15 war es bei den Astronauten Irwin und Scott zu Herzrhythmus-Störungen gekommen, weil sie bei der enormen körperlichen Anstrengung massiv Spurenelemente ausschieden, und nicht wieder zugeführt bekamen. Der EVA-Anzug der NASA enthält deswegen einen Behälter mit zwei Liter isotonischer Flüssigkeit, die der Astronaut mit einem Trinkhalm konsumieren kann.

Bild 9 - Handschuhe

Die Handschuhe des EMU (Bild: NASA)

Zusätzlich gibt es eine Halterung im Inneren des Helms, in dem Nahrungskonzentrate, meistens Fruchtriegel, befestigt werden. Die Astronauten können durch eine Drehung des Kopfes mit den Zähnen diese Riegel aufnehmen und verspeisen.

Nun kommen wir zum großen Rucksack, dem "Primary Life-Support Subsystem" (PLSS). Das ist das Lebenserhaltungssystem und die Kraftzentrale des "Miniraumschiffes Raumanzug". Es ist voll gestopft mit Dingen, die das Überleben im Weltraum erst möglich machen. Randvoll mit hochkomplizierter Technik. Hier nur einige der Dinge, die sich da drin befinden: Ein Sauerstofftank mit lediglich 0,5 Liter Inhalt, der aber unter einem Druck von 518 Atmosphären steht, Kohlendioxid-Filter, Geruchsfilter (!), 5 Liter Kühlwasser (hatten wir vorhin schon), Funkgeräte, Warnsysteme, Ventilatoren, eine komplexe Wasserrückgewinnungsanlage für die Kühlluft und vieles mehr. Die Energieversorgung geschieht über Batterien.

Bild 10 - Helm

Der Helm des EMU. Ein technisches Wunderwerk (Bild: NASA)

Sollte das PLSS aus irgendeinem einmal Grund ausfallen, ist unterhalb des PLSS das "Secondary Oxygen Pack" (Secondärie Oxidschehn Päck – kurz: SOP) installiert. Es besteht im wesentlichen aus zwei Sauerstofftanks, die insgesamt 1,2 kg Sauerstoff unter einem Druck von 408 Atmosphären beinhalten. Das reicht für 30 Minuten, und diese Zeit sollte genügen, damit der Astronaut wieder in das sichere Raumfahrzeug kommt. Das SOP aktiviert sich selbständig, wenn der Druck im Raumanzug auf unter 0,23 Atmosphären sinkt.

Schließlich gibt es noch zahlreiche Hilfsgeräte und Vorrichtungen. Da ist zum Beispiel das "Display and Control Module" (Dis-plä-i änd Kontrol-Mod-jul, kurz: DCM), sozusagen das "Armaturenbrett" des Raumanzugs. Es beinhaltet Knöpfe, Kippschalter, Hebel und einen kleinen Bildschirm, auf dem der Astronaut alle Funktionen seines Anzugs, vor allem des PLSS ablesen kann. Das DCM ist in Brusthöhe vor den Augen des Astronauten platziert.

Und dann gibt es die "Servicing and Cooling Umbilical" (Sörvising änd kuuling ambilikl), eine Art Versorgungsleitung, mit der sich der Astronaut, so lange er noch in der Luftschleuse des Raumschiffes ist, an die Bordsysteme anschließen kann. Sinn dieser Anlage ist es, nicht die wertvollen Ressourcen des Raumanzuges schon vor Beginn der Außenbord-Aktivität zu verbrauchen.

In der Praxis sind nicht weniger als 25 zeitraubende Prozeduren zu absolvieren, bevor eine EVA beginnen kann. Einfach wie Flash Gordon (so’n Held aus den alten Zukunftsfilmen) in den Anzug springen und aus dem Raumschiff zu hechten ist nicht drin.

Bild 11 - Schweb

Und wenn alles fertig ist, dann kann der Astronaut losschweben (Bild: NASA)

Lieber Max, das war echt stressig für Dich heute. So viele Raumanzug-Fachausdrücke. Nächstes Mal wird es leichter. Da gibt es den Abschluss dieser Briefe-Reihe und da wird nochmal alles geboten, was es an Raumfahrern, Raumanzügen und Riesengefahren im Weltraum so gibt. Ein Schreckensbild hab ich noch gar nicht beschrieben. Eines, das man sich gar nicht ausmalen will. In einem Raumanzug kann nämlich noch etwas passieren, das nichts mit Ertrinken, Überhitzen, Taucherkrankheit oder einem Meteoritentreffer zu tun hat. In so einem Raumanzug sind viele elektrische Motoren, elektrische Leitungen, Stecker, Schalter und Relais.  Dazu eine Atmosphäre aus reinem Sauerstoff. Die Superkatastrophe wäre aber ein Brand im Raumanzug, ausgelöst durch einen Kurzschluss.

Den abschließenden Brief sende ich Dir erst in zwei Wochen. Nächstes Wochenende bin ich in Wien, bei Yuris Night (Jurihs Neit) und treffe da eine sehr interessante Weltraum-Frau. Simonetta di Pippo. Informationen zu dieser Veranstaltung findest Du HIER.

So, aber jetzt endgültig zum Fußball. Mal schauen, wie es den Bayern in Dortmund geht. Hoffentlich versemmeln sie das nicht...

Bis in zwei Wochen dann, Dein Onkel Eugen

29.Jul 2015 | 23:55

So sieht der Satellit DSCOVR Afrika und Europa

dscovr-neu

Nun gibt es von dem im Lagrange-Punkt 1 zwischen Erde und Sonne geparkten Deep Space Climate Observatory auf ein Bild, das Europa, Afrika und Westasien zeigt, aufgenommen am 6. Juli mit seiner Earth Polychromatic Imaging Camera (EPIC) durch R-, G- und B-Filter.

Derweil haben die vier NASA-Satelliten der Mission Magnetospheric Multiscale (MMS) am 9. Juli spezielle Bahnen eingenommen, die sie gelegentlich als Tetraeder durch die Magnetosphäre fliegen lassen: So lässt sich magnetische Rekonnektion am besten ‘dreidimensional’ ergründen. Auch Bio-Experimente au0en auf der ISS mit astrobiologischem Bezug.

Tethys2

Seltsame rötliche Streifen auf dem Saturnmond Tethys hat Cassini diesen April aufgenommen, als das Licht dafür zum ersten Mal besonders gut war (der Farbkontrast wurde allerdings heftig verstärkt; für’s Auge erschiene Tethys homogen grau): Sie sind geologisch jung, aber eine triftige Erklärung wurde noch nicht gefunden [NACHTRAG: ein Artikel dazu]. In den nächsten 6 Monaten wird Cassini zum letzten Mal Enceladus und Dione besuchen; auch die jüngsten Abenteuer von Opportunity auf dem Mars.

In diesem Video wird gut der Yarkovsky-Effekt erklärt, den OSIRIS-REx am Asteroiden Bennu messen soll. Auch weiter kein Kontakt mit Philae (und Artikel hier und hier, eine Debatte über das US-Planetenprogramm (auch eine Aufzeichnung, 2 Stunden lang) – und mögliche Americium-241-Produktion in England für von der ESA erwogene RTGs für Raumsonden.

siebold

SpaceShipTwo-Unfall: Design-, Trainings-, Copiloten-Fehler

Bezüglich der direkten Ursache der Zerstörung des SpaceShipTwo von Virgin Galactic im Flug am 31. Oktober 2014 hat die Untersuchung des National Transportation Safety Board die erste Vermutung bestätigt: Es war ein Fehler des Copiloten, der den Feder-Bremsmechanismus viel zu früh entriegelte, welcher sich daraufhin durch aerodynamische Effekte von selbst aufstellte. Die dynamischen Kräfte zerrissen dann das Vehikel sofort, und während der Copilot ums Leben kam, überlebte der Pilot: Dieses erst jetzt veröffentlichte Bild zeigt ihn am Fallschirm [NACHTRAG: noch mehr Bilder]. Das NTSB sieht aber viele tiefere Ursachen, vom Design des Cockpits, das solch eine Entriegelung schon bei Mach 0.8 (statt 1.4) erlaubte, über zu wenig Bewusstsein bei den Piloten, dass dies fatale Folgen haben würde, bis zu enormem Stress für den Copiloten kurz nach dem Abwurf des SS2 vom Trägerflugzeug: Schuldig war mithin “Scaled Composite’s failure to consider and protect against human error and the co-pilot’s premature unlocking of the spaceship’s feather system as a result of time pressure and vibration and loads that he had not recently experienced.” So weit nachvollziehbar, war mit den Piloten nur ein einziges Mal, über drei Jahre vor dem Unfall, über die Windlast auf den Federmechanismus in der Übergangsphase Unter-/Überschall diskutiert worden. Und auch die US-Luftaufsicht FAA musste sich einiges anhören: Sie war mit dem Testprogramm des SS2 wohl reichlich lasch umgegangen: auch ein Abstract des Untersuchungs-Berichts (der in Gänze in einigen Wochen kommen soll), weitere NTSB-Dokumente, ein paar Video-Clips, eine Standbild-Analyse, ein Voice Transcript aus dem Cockpit, die Aufzeichnung einer Anhörung, eine Reaktion von Virgin Galactic, Artikel hier (früher), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier] sowie Meta-Gedanken zu Pilotenfehlern, die angeblich nie die wahre Ursache seien. Auch die Krise der russischen Raumfahrt – und nein, deutsche Forscher haben nicht die Funktion eines angeblichen Antriebs bestätigt, der den Grundlagen der Physik widersprechen würde …


26.Jul 2015 | 01:00

Allgemeines Live-Blog vom 26. bis 28. Juli 2015


28. Juli

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Auf dem Weg zu einer quantitativen Planeten-Definition

Als eine Arbeitsgruppe der IAU im August 2006 an einem Prager Konferenzzentrum rasch eine Definition für “Planet” ersinnen musste, weil ein erster wirrer Vorschlag auf der Hauptversammlung durchgefallen war (mehr Links in diesem Artikel), einigte sie sich auf das wesentliche Kriterium, dass der – im Wesenlichen kugelförmige und um die Sonne kreisende – Himmelskörper “seine Nachbarschaft gesäubert” haben müsse: Dieses ‘clearing the neighborhood’ ist seither oft kritisiert worden, man hätte ja auch von gravitativer Dominanz der Umgebung sprechen können und wäre auf dieselben acht Auserwählten gekommen. Nur eine Woche nachdem der prominenteste Nichtgewählte Besuch bekam, hat ein ebenso kurzes wie spannendes Paper das Nachbarn-Vertreiben auf eine solide mathematische Basis gestellt. Wie sich nämlich zeigt, lassen sich relativ simple analytische Formeln, die den Kometen-Hinauswurf aus der Oortschen Wolke durch einen passierenden Planeten beschreiben, auf jede Konstellation einer Sonne, eines Planeten und Kleinzeugs in seiner Nähe erweitern: Man muss nur die Massen und Sonne und Planet und beider Abstand kennen, dann kommt eine Zeitskala heraus, in der die Nachbarn gravitativ weggekegelt sind! In der obigen Grafik der Massen gegen die Sonnenabstände der acht Planeten und dreier Zwergplaneten sind Trennlinien gezogen, die vier unterschiedlich harten ‘Clearing’-Forderungen entsprechen: Sehr überzeugend liegen die 8 weit darüber und die 3 weit darunter.

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Das gleiche Bild hier: Nun sind die Verhältnisse von Objekt-Masse zu jener Masse eingetragen, bei der eine Säuberung bis 10 Hill-Radien in 10 Mrd. Jahren erfolgt: Pluto, Eris und Ceres verfehlen diese Anforderung alle um Größenordnungen, während selbst der kleine Merkur nicht die geringsten Probleme bekommt. Das Schöne an der Methode ist nun, dass die drei eingehenden Beobachtungsgrößen (zwei Massen und ihr Abstand) auch für einen Großteil der bekannten Exoplaneten zumindest recht gut abgeschätzt werden können – und siehe da, sie alle – Kepler-Planeten und -Kandidaten, Nicht-Kepler-Planeten und Pulsar-Planeten – erfüllen das Kriterium ebenfalls deutlich. Und es stellt sich auch noch heraus, dass die unter der eigenen Schwerkraft entstandene Kugelform gar kein zusätzliches Kriterium zu sein braucht: Jeder Nachbarn-Kicker hat dafür automatisch genug Masse. Damit ließe sich folgende Definition für Planeten überall im Universum begründen:

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Alle denkbaren oder auch schon gefundenen exotischen Konstellationen deckt allerdings auch solch eine Definition noch nicht ab, z.B. die Möglichkeit, dass sich zwei ähnlich große Körper denselben Orbit teilen, 60° gegeneinander versetzt als gegenseitige Trojaner (so etwas wurde schon mal für ein Kepler-Planetensystem vermutet aber wieder verworfen). Und auch eine gerade tatsächlich per Microlensing gefundene Exo-Venus im Orbit um einen Braunen Zwerg wäre kein Planet, weil die Definition einen echten Stern als Massenzentrum fordert – der Autor der Definition hat gegenüber diesem Blog aber bereits angekündigt, auf solcherlei Fälle in einer neuen Version des Papers einzugehen. Es eilt ja nicht, von den kommenden IAU-Resolutionen, die nächsten Monat auf Hawaii beraten werden, hat keine mit Planeten zu tun …

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planet5

Die beste Karte des Zwergplaneten Pluto – im Original 9000 x 19’000 Pixel groß; ohne und mit Netz und für Celestia – stammt diesmal vom New Horizons-Projekt selbst; auch viele Namensvorschläge auf Karten, ein NASA-Video von SOFIAs Pluto-Flug (mit der Lichtkurve ab Minute 4) und weitere Artikel zum Pluto-Besuch hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

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Vom anderen Zwergplaneten Ceres ist derweil eine Höhenkarte inklusive der bisher getauften Impaktkrater erschienen – Press Releases hier, hier und hier und ein Artikel – auf der Basis einer Analyse von Dawn-Bildern, die auch als rotierender Globus existiert …

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… und von Komet C-G gibt es ein NavCam-Bild vom 20. Juli mit nun schon reichlich Jets – während sich der Mars Reconnaissance Orbiter neu orientiert, um Daten des Marslanders InSight empfangen zu können, der noch nicht einmal gestartet ist. [23:45 MESZ – Ende]


27. Juli

Tethys

Ein riesiges Einschlagsbecken auf dem Saturnmond Tethys auf einer Falschfarben-Aufnahme von Cassini in hohem Phasenwinkel vom Mai: Odysseus hat 450 km Durchmesser, Tethys 1062 km. Auch die 3D-Karte der deutschen Radar-Satelliten von der Erde, wie GOCE nach Energiequellen sucht, was Gerst so auf der Erde sah (als Multimedia-Feature), die Übergabe von MSG-4 an Eumetsat, die Recovery von Galileo 5 & 6, was der Ex-ESA-Chef sagt (zur ISS will er) und der neue ESA-Chef will (den Laden umkrempeln, ist aber schwierig), die bevorstehende Erklärung für das SpaceShipTwo-Disaster und die die Kunden vorbereitet wurden – und wie eine Kamera einen Raketenflug bis in 253 km Höhe sah. [23:55 MESZ]


26. Juli

streaks

Was wurde eigentlich aus … Plutos “Windverwehungen”?

Die möglicherweise von Winde verwehten Fähnchen auf Sputnik Planum waren bei der New-Horizons-PK am 17. Juli eine kleine Sensation gewesen, da sie Ähnlichkeiten zu Strukturen auf Neptuns Mond Triton aufwiesen, für welche wiederum aktive Geysire verantwortlich sind. Dann fehlten die entsprechenden Bilder aber in voller Auflösung im Web – und auf der PK am 24. Juli fiel kein Wort mehr darüber. Aber es gibt ja jetzt die Rohbilder – und da sind die beiden Kandidaten mit Mühe wieder zu finden. Die starken Kompressionsartefakte dieses LORRI-Bildes – hier zweimal vergrößert – erlauben wohl keine weiteren Schlüsse … [2:15 MESZ] Eine extreme Bearbeitung des Pluto-“Rings”, der bei einem Phasenwinkel von 165° entstand: Wird da wirklich Oberfläche auf der Sichel erkennbar …? [17:50 MESZ] Und Plutos Dunstschichten von denselben Fans massiv verarbeitet – plus wie sich ein Weltraumkünstler die Stickstoff-Gletscher Plutos vorstellt. [23:05 MESZ]

ISS044-E-19853

Komet PANSTARRS von der ISS aus aufgenommen mit 1/8 s bei ISO 16’127 am 18. Juli – damals stand die junge Mondsichel direkt darüber, hier völlig überstrahlt. Auch PANSTARRS mondfrei vorgestern, die Kometen Jacques bei M 27 und Lovejoy vor vier Tagen – und das chinesische Riesen-Arecibo FAST machte hier und hier und in der Folge hier und hier Schlagzeilen. [1:00 MESZ. NACHTRAG: mehr Bilder vom FAST-Bau]


25.Jul 2015 | 02:03

Pluto ganz nah: Ausschnitte der Rohbilder

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Seit wenigen Stunden liegen alle erwarteten Nahaufnahmen Plutos als Rohbilder vor: oben Ausschnitte aus den fünf bisher nicht in voller Qualität vorhandenen LORRI-Aufnahmen aus 77’000 km Abstand. Bei der Orientierung hilft dieses Mosaik; die beiden ganz unten hatten wir schon. Und unten vier Ausschnitte aus den vier Teilbildern des LORRI-Mosaiks aus 450’000 km Entfernung. Bis auf Cropping interessanter Regionen, Gamma-Optimierung und einfache Schärfung wurde nichts weiter unternommen: Der Zwergplanet sieht wirklich so aus. NACHTRÄGE: kolorierte Mosaike hier und hier, schwarzweiße ganz hier, hier und hier und teilweise hier und hier, ein flaues Charon-Detail mächtig aufgepeppt & koloriert, ein Fan-Poster mit Pretty Pictures, eine Pluto-Karte mit 16’000 x 8000 Pixeln, ein Fake-Fly-Around, die NASA-Dunst-Grafik metrisch, eine Infografik zu Eis-Verhalten und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

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22.Jul 2015 | 22:00

Allgemeines Live-Blog vom 22. bis 24. Juli 2015


24. Juli

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Das Ende ist nahe … für den Strom ‘frischer’ Pluto-Bilder

Im Vorfeld der letzten Pressekonferenz für längere Zeit in zwei Stunden ist gerade endlich ein Mosaik der ganzen Pluto-Scheibe aus 2 x 2 LORRI-Bildern in leidlicher Auflösung vorgeführt worden: Anklicken liefert eine mit den unten schon gezeigten falschen MVIC-Farben kolorierte Version (auch hier, hier und hier gefeiert) – aber da der Zwergplanet dem Auge eine eher gleichmäßige (matt rötliche) Farbe bieten dürfte, ist diese Schwarzweiß-Version vielleicht … realistischer? [18:00 MESZ] Tss, jetzt haben sie einen Pluto ‘in natürlichen Farben’ nachgeliefert. Auch ein Anaglyphen-Pluto aus dem May’schen Stereo-Paar – und ein alternativer Stream der PK in 1/4 Stunde. [19:45 MESZ]

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Ein Abschiedsfoto: Pluto im Gegenlicht aus 2 Mio. km Abstand am 15. Juli – das Bild traf gestern ein. [19:55 MESZ] Und während sie mit der PK noch nicht mal in die Gänge gekommen sind, schon jede Menge weitere Visuals im Web. Diesmal fluppt’s. [20:05 MESZ] Auch schon da: eine Messung des “Luftdrucks” über der Oberfläche mit dem Radioexperiment: überraschend gering. Dafür reicht die Dunstschicht über Pluto – erkennbar im Gegenlichtbild – bis 150 km hoch, 5-mal höher als erwartet, und man kann im Maßen von “Pluto-Wetter” sprechen. [20:25 MESZ]

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Die Schlüsselregion Plutos: Sputnik Planum, wo Methan-, Stickstoff- und Kohlenmonoxid-Eis vorkommen – und letzteres nur dort, so dass diese Ebene als Quelle in Frage kommt. Oben was bisher vom LORRI-Mosaik angekommen ist, dann Detail vom oberen Rand, wo sich regelrechte “Gletscher” aus Stickstoffeis – das im Gegensatz zu Wassereis auch bei Pluto-Temperaturen beweglich ist – in die alte Landschaft nördlich hinein gefressen haben und mitunter um Berge herum flossen. Dann ein simulierter Überflug und schließlich die schon bekannten Hillary- und Norgay-Berge: Jenseits von ihnen ist die Eisschicht nur noch sehr dünn. [20:55 MESZ]

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Ein weiteres der heute präsentierten Ergebnisse noch: Eine Sonnenbedeckung durch Charon hat keinerlei Hinweise auf eine Atmosphäre geliefert. Der 10-tägige erste Download von Daten ist jetzt beendet, aber im September wird “der Wasserhahn” wieder aufgedreht. Und in einer Stunde sollen weitere Rohbilder pubik gemacht werden, mit denen dann jeder experimentieren kann. [21:00 MESZ] Daraus Amateur-gestitchte Voll-Plutos hier und hier, wie sich ein Charon-Detail einfügt, ein anderes Charon-Detail und weitere Amateur-Verarbeitungen sowie Bilder der heutigen PK und Artikel hier, hier und hier. [23:25 MESZ] Der neue Charon-Frame in Rotation und 3D aus Shape from Shading, eine Amateur-Teilkarte, eine weitere Charon-Verarbeitung und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:45 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: die komplette Aufzeichnung und alle Visuals der Pressekonferenz, von Fans bearbeitete Sputnik-Planum-Details hier und hier und ein eingefärbtes Planum-Mosaik und weitere Artikel hier, hier und hier]

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Ein Mosaik von Marsgestein mit MAHLI aufgenommen, der Makro-Kamera des Rovers Curiosity, der sich hier eine Weile umsieht: Einen solchen Aufschluss sah er noch nicht. Auch Gedanken zur Mars Sample Return – und der soeben gelungene Start eines militärischen Wettersatelliten auf einer Delta 4: Bilder vom Abheben (mehr) und der Booster Separation. [2:55 MESZ] Fotos vom Start hier, hier und hier und weitere Artikel hier und hier. [3:55 MESZ] Ein Weitwinkel-Start (mehr), eine Nahaufnahme, Boeing und ULA Releases und ein weiterer Artikel. [17:55 MESZ. NACHTRAG: und noch einer sowie mehr Fotos und mehr Links]


23. Juli

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Die neuesten Bilder von New Horizons, Rosetta und Dawn

(die man der Welt zeigte): oben eine “echte” Farbaufname Plutos von MVIC (aus Blau-, Rot- und NIR-Bildern und intensitätsgesteigert) aus 250’000 km Entfernung (auch ein Amateur-Experiment mit anderen Daten und Artikel hier, hier, hier, hier und hier), darunter ein NavCam-C-G vom 14. Juli (auch ein 4-Minuten-Update zur Rosetta-Science, ein Artikel zum Status und der Komet heute von einem Amateur in England), und unten ein weiteres Ceres-Bild Dawns aus 4400 km Höhe (auch ein Artikel und späte Erkenntnisse zu Vesta dank Dawns Daten). Bonus: die Sonnensegler der NASA, die mit dem ersten SLS mitfliegen sollen. [23:45 MESZ. NACHTRAG: die erdgebundenen Parallel-Beobachtungen mit Rosetta]

Und Kepler fand einmal mehr keine zweite Erde …

In diesen Minuten beginnt eine Telecon der NASA zu erneutem Wachstum des Kepler-Katalogs der Exoplaneten-Kandidaten – und eine ungeschickte Formulierung in der Ankündigung (“astronomers are on the cusp of finding something people have dreamed about for thousands of years – another Earth”) hat längst zu den verrücktesten Gerüchten geführt. Da ist von einer “emergency press conference” die Rede, oder uninformierte Informaten fabulieren von “einem neuen erdähnlichen Planeten”. Alles Quatsch: Der tatsächliche Inhalt der Mitteilung ist zum einen, dass zu den bereits im Kandidaten-Katalog befindlichen 4175 Exoplaneten wieder über 500 dazu gekommen sind. Zwölf der neuen Kandidaten haben weniger als 2 Erddurchmesser und befinden sich in den Habitablen Zonen ihrer Sterne, und einer davon, Kepler-452b, wurde bereits als Planet verifiziert. Er ist freilich keine “Erde” sondern mit 1.6 Erddurchmessern eine “Super-Erde”, und da die Masse offenbar kaum bis gar nicht bekannt ist, lässt sich auch nur eine Wahrscheinlichkeit von über 50% dafür angeben, dass er felsiger Natur ist. Auch seine “Sonne” ist keine: 4% mehr Masse, 10% heller – und 1.5 Mrd. Jahre älter. Insofern erlebt Kepler-452b vielleicht in etwa, was auch der Erde einst bevorsteht, einen Runaway-Treibhauseffekt. Der Hype um die Telecon hat dazu geführt, dass man statt einem Stream außerhalb der USA das hier sieht. “This seems to be a problem with our international users of Ustream,” teilt die NASA diesem Blog dazu mit: “We are currently trying to see if we can fix it.” Leider ohne Erfolg … [18:00 MESZ]

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Immerhin sind die Visuals zur Telecon sichtbar. [18:05 MESZ] Und hier läuft ein Stream auch in Deutschland! [18:15 MESZ] Der PR des SETI Institute, auf dem die obige Story basierte, und einer der NASA, in dem der Stern 20% heller als die Sonne ist. Jedenfalls sei Kepler-452b der erste Exoplaneten-Kandidat in der HZ eines G2-Sterns, was ihn, obwohl eine Supererde unbekannter Natur, zum erdähnlichsten bisher mache – na ja … Laut der Kepler-Homepage steht der Katalog-Count jetzt bei 4661 Kandidaten, von denen 1030 auf die eine oder andere Weise bestätigt sind. In einem Jahr soll es dann den 8. Katalog geben: Mit noch besserer Software sollten noch mehr Kandidaten aus den Daten gefischt werden. [18:45 MESZ] Die Planetennatur von Kepler-452b wurde nur – durch Ausschluss von Alternativen – validiert, eine direkte Massenmessung gibt es nicht, nur die vage Abschätzung 5±2 Erdmasen: Daher auch die große Unsicherheit seiner Zusammensetzung. [19:05 MESZ] Das detaillierte Paper über Kepler-452b hat sich noch nicht gefunden – aber dieses hier argumentierte vor einem Jahr, dass die meisten Kepler-Planeten mit 1.6 Erddurchmesser keine felsigen Welten sind. [19:55 MESZ] Siehe da, Kepler-452b steht nach dem ‘Earth Similarity Index’ nur auf dem 6. Platz und ‘gewinnt’ lediglich, wenn man einen G-Stern verlangt – davon liest man bei der NASA nichts … Auch ein anderes Paper zu Masse vs. Radius, ein einsamer Artikel, der dem “erdähnlichen” Planeten widerspricht, und leider viele wie hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, die nicht weiter nachdenken. [21:15 MESZ] Ein McDonald Obs. Release, ein weiterer nachdenklicher Artikel und zwei zum Wegklicken hier und hier. [23:25 MESZ. NACHTRÄGE: ein 20-Seiten-Paper, auch als Preprint, Releases von Sydney Univ. und Keck, ein weiterer nützlicher, ein skeptischer, ein gut einordnender und ein korrekt betitelter Artikel zum Planeten, ein nüchternes Interview, mehr Links, ein 20-Minuten-Hangout am SETI Institute – und erste Ermüdung setzt ein …]

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Da kommt die Soyuz – mit nur einem Solar Array draußen

So wie es Moskau immer gesagt hat und auch die NASA inzwischen wieder sagt, nach erheblicher Verwirrung. Von einer Stunde konnte dieser Blogger übrigens einen schönen hohen Überflug des ISS-Soyuz-Paares über dem Skyweek-HQ beobachten: Das Raumschiff folgte der Station in zwei Daumenbreite Abstand. [4:35 MESZ] Weitere Bilder des unsymmetrischen Schauspiels hier und hier und hier. [4:40 MESZ] Und angedockt! Plus Detail-Aufnahmen von ISS & Soyuz vom europäischen Überflug. [4:50 MESZ] So, so: Unmittelbar vor dem Andocken ging der Array auf … [4:55 MESZ]

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Ein Foto der anfliegenden Soyuz von Scott Kelly – kurz danach ging der Solar Array dann auf. Auch ein längerer Artikel auf Deutsch zur Ankunft. [5:30 MESZ] Und da sitzt die Soyuz mit beiden Arrays auf! Auch ein NASA Release und Blog-Bericht und weitere Artikel zur Ankunft hier und hier. [5:50 MESZ] Der Solar Array war übrigens 5 Meter vor der Station aufgegangen. [6:00 MESZ]

soyheil

Da sitzt die Soyuz, als ob nix gewesen wär – in 20 Minuten geht die Klappe auf. [6:05 MESZ. NACHTRÄGE: eine weitere Teleskop-Aufnahme der Soyuz aus Europa, Artikel hier, hier und hier und mehr Links]


22. Juli

asteroid

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Radar-“Bilder” des Asteroiden (436724) 2011 UW158 am 14. Juli – auch ein Rotations-Video! – mit dem Radioteleskop von Arecibo entstanden (mehr): Der Körper ist 300 x 600 m groß und hat eine ungewöhnliche Form. Auch eine Amateur-Lichtkurve von ihm, die Kometen PANSTARRS (die Sichtbedingungen down under) heute und vorgestern und Catalina am 20. Juli (alt. und mehr) – und ein ganz neuer PANSTARRS, dessen spannende erste Bahn aber längst in Zweifel gezogen wird. Plus die frühe Evolution der Erde, massig Planeten-Bilder aus Barbados diesen Winter, ein auffälliger heller Fleck auf dem Neptun (mehr), wie die Sonnenflecken-Zahl überarbeitet wurde, eine deutsche Umfrage zum Nachthimmel – und wie man sich in Pakistan mit dem Mond im neuen Licht abmüht. [22:25 MESZ. NACHTRAG: auch ein Goldstone/Green Bank Telescope-Video des rotierenden Asteroiden!]

Dunstschleier über den weißen Flecken auf der Ceres

wurden auf einem Meeting beschrieben, aber leider scheint es die entsprechenden Bilder nirgends zu sehen zu geben (mehr und mehr): Wenn das Phänomen real ist, hätte die Eis-Erklärung für die Flecken wohl wieder Oberwasser. Derweil wurden die ersten 17 Krater auf Ceres getauft (eine Karte zeigt sie auch), die JAXA läd ein, das Ziel von Hayabusa 2 zu taufen – und in einer Stunde starten drei zur ISS: Updates & Screengrabs. [22:00 MESZ. NACHTRAG: Alles problemlos gelaufen – angedockt wird um 4:46 MESZ, aber eine Stunde vorher gibt’s einen guten Europa-Überflug von ISS und Soyuz. NACHTRAG 2: ein Foto vom Nachtstart, TV-Bilder hier, hier, hier, hier und hier – und die Statistik der Raumfahrer. NACHTRAG 3: NASA Blog, JAXA Release und Artikel zum Start hier, hier und hier. NACHTRAG 4: ein Soyuz-Sonnensegel kam nicht raus, was aber das Andocken nicht behindert – auch weitere NASA-Fotos zum Flug, Artikel hier, hier und hier, ein Astronauten-Scherzchen und die neueste Ausgabe des Raummüll-Newsletters der NASA, mit einem Aufmacher über Debris-Zwischenfälle mit der ISS. NACHTRAG 5: Raumfahrt bizarr – erst hat die NASA das Sonnensegel-Problem bestätigt, dann den Hinweis wieder gelöscht – in Moskau heißt es aber, das Problem bestehe weiter, und keiner weiß Bescheid. Was zu diesem Gag Anlass gab und später diesem, als sich die Meinung verfestigte, das Segel sei wirklich defekt. Auch der Abstand von Soyuz und ISS beim Europa-Überflug um 3:40 MESZ (80 km), weitere Artikel hier, hier und hier – und noch ein Wörner-Interview, mit den bekannten Inhalten]


21.Jul 2015 | 21:04

Die erste Nahaufnahme Plutos – nun komplett

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Das ist die erste Nahaufnahme LORRIs vom Pluto, die am 15. Juli die Erde erreicht hatte: aufgenommen um 10:20 UTC und soeben auf der Rohbilder-Seite erschienen (oben komplett, unten zwei Ausschnitte in voller Auflösung). Man staunt: Die auf der PK am 15. vorgezeigte Version war ziemlich unvollständig, und insbesondere fehlte die spektakulär flache und womöglich von Dünen [NACHTRAG: alternative Spekulationen] bedeckte Ebene neben dem Gebirge. Dieser Teil war zwar in am 17. Juli präsentierten Mosaik enthalten (unten Mitte), aber dies ist wiederum bis heute nicht in voller Auflösung im Web zu finden.

Dieser rotierende Pluto wiederum wurde derweil einem Fan aus der Gesamtkarte eines anderen Fans erzeugt – von Seiten des Projekts gibt es so was nicht. Dessen Bilder-Politik bleibt auch diese Woche rätselhaft und bizarr: Ein Mosaik der gesamten Plutoscheibe in hoher Auflösung aus vier LORRI-Aufnahmen existiert bisher nur geschrumpft als linkes Teilbild dieses Stereo-Paares eines Rock-Musikers (!), der da rumwuseln durfte, und in einer entzerrten Twitter-Version aber nirgends im Web im Original …

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Eine ganz ‘normale’ neue Bildveröffentlichung der NASA hat es heute immerhin auch gegeben: eine Farbaufnahme von Nix (42 x 36 km) mit 2 km und eine schwarzweiße von Hydra (55 x 40 km) mit 1.2 km Auflösung. Außerdem ein Press Release über Parallel-Beobachtungen Plutos vom Erdboden und Artikel hier, hier, hier und hier.

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NACHTRAG: Jetzt ist auch noch ein weiterer Frame des LORRI-Mosaiks von Pluto aus 77’000 km Abstand aufgetaucht, diesmal wohl gleich komplett – zu sehen u.a. ein weiteres Gebirge 110 km NW der obigen Norgay Montes und mit bis zu 1.5 km nicht so hoch. Das Alter des dunklen Geländes zur linken wird dank dort sichtbarer Krater auf Milliarden Jahre geschätzt. NACHTRAG 2: Details der vorerst letzten PK in 3 Tagen um 20:00 MESZ. NACHTRAG 3: Von dem neuen Bild liegt nun ebenfalls die Rohversion vor, aus der der kontrast gesteigerte Ausschnitt in voller Auflösung unten stammt – und beide Rohbilder hier, hier und hier zusammen gestitcht (mit Norden jedes Mal woanders bloss nie oben) sowie Artikel dazu hier und hier. NACHTRAG 4: das erste Bild in 3D (DTM aus Shape from Shading), ein eingefärbtes Mosaik, wie Bilder auf dem Times Square in NYC erscheinen und Artikel hier und hier. NACHTRAG 5: ein Mosaik aus 4 LORRI-Bildern, das 2-er-Mosaik fantasievoll gefärbt, ein Pluto auf Australien gelegt und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier.

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Hintergrundbilder (c) OEWF