ÖWF / Polares auf einen Blick

ÖWF Top News

29.10.10:
03.Nov 2014 | 19:00

Parabelflug Mitfluggelegenheit – 3 Plätze zu vergeben

Das Archimedes-Projekt, das derzeit gemeinsam von der Mars Society Deutschland und Mitgliedern des Vereins zur Förderung der Raumfahrt betrieben wird, plant für einen Entwicklungstest eines selbst entwickelten Weltraumballons die Teilnahme an einem kommerziellen wissenschaftlichen Parabelflug.
Der Flug soll in den USA stattfinden, der Flugtermin ist voraussichtlich der 8. – 9. April 2015, geflogen wird von Cape Canaveral / Florida in der Nähe vom Kennedy Space Center. Es werden 25 Parabeln geflogen, wovon für das Experiment nur ca. 2-3 gebraucht werden.

Da das kleine Team den Flug nicht alleine finanzieren kann, können die nicht benötigten restlichen Plätze gegen Kostenbeteiligung weiterzugeben. Nur 3 weitere Personen können noch mitfliegen und das einmalige Gefühl der Schwerelosigkeit erleben. Die Kosten stellen sich folgendermaßen dar (immer zuzüglich Hotel, Anreise und Mietwagenkosten):

  • 8 Teilnehmer: ca. 7200 Euro
  • 9 Teilnehmer: ca. 6400 Euro
  • 10 Teilnehmer: ca. 5800 Euro

Die Kosten können abhängig vom Dollarkurs variieren.
Interessenten wenden sich betreffs Details und Kosten bitte bis spätestens Ende Jänner an Tanja Lehmann (*protected email*).

Kurze Beschreibung Archimedes-Projekt:

Dies ist ein Projekt der Mars Society Deutschland, bei dem es darum geht, einen Ballon zu entwickeln, der zusammengefaltet in einer Raumsonde zum Mars fliegt und dort in der Umlaufbahn ausgebracht und aufgeblasen wird. Der Ballon wird einen Instrumentenpod mit Messinstrumenten tragen, um beim Flug durch die Marsatmosphäre diese zu vermessen. Gleichzeitig dient der Ballon der Abbremsung der Geschwindigkeit der Sonde.
2015 wird ein 1:2 Modell des Raumfahrzeugs auf einer Höhenforschungsrakete getestet werden, inklusive Ballon ausbringen, -aufblasen und Wieder-eintrittsverhalten. Dieser Flug wurde uns vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt bereits zugesagt. Momentan wird gerade ein Ballon aus hitzebeständigem Spezialmaterial gebaut sowie das zugehörige Raumfahrzeug.
An diesen werden als Vorbereitung auf den Raketentest diverse Entwicklungstests durchgeführt. Dazu gehört auch der beschriebene Parabelflug, hierbei soll der Auswurfmechanismus getestet werden. Dieser Test ist unter Schwerkraft nicht möglich.

Weiter Informationen:

 

02.Nov 2014 | 12:39

Tiuterra-Kristall für das Weltraumbüro der Vereinten Nationen

Am 10. Oktober übergab das Österreichische Weltraum Forum einen von 100 Tiuterra-Kristallen an Simonetta Di Pippo, Direktorin der in Wien angesiedelten UNOOSA (United Nations Office for Outer Space Affairs). Damit schließt sich der Kreis eines Projektes, das bereits 2013 begonnen hat.

Start des Projekts war letztes Jahr im Rahmen der World Space Week (WSW). Von der UNO 1999 ins Leben gerufen, soll diese internationale Veranstaltungsreihe den Menschen jedes Jahr den Nutzen der Raumfahrt näherbringen. 2013 waren Weltrauminteressierte rund um den Globus aufgerufen, Gesteinsproben an das ÖWF zu schicken. 33 Proben aus allen Ecken der Welt, so auch aus der Antarktis, Mexico, Europa und aus der Tiefsee kamen in Österreich an und wurden in einem neuentwickelten Verfahren von Swarovski zusammen mit einem Marsmeteoriten zu 100 Tiuterra-Kristallen verschmolzen. Benannt sind sie nach dem altenglischen Wort für Mars und der lateinischen Bezeichnung für Erde.

Als Symbol für die Begeisterung der Menschen für den Weltraum und die Raumfahrt werden die Kristalle an Raumfahrtorganisationen verteilt – und an alle, die eine Gesteinsprobe eingeschickt haben. Im Rahmen der World Space Week 2014 kehrte nun einer der Tiuterra-Kristalle sozusagen an den Ursprungsort der Idee zurück und ist nun in der Dauerausstellung der UNOOSA zu sehen. Drei kleinere Versionen werden die italienische ESA-Astronautin Samantha Cristoforetti im November auf ihrer Reise zur Internationalen Raumstation (ISS) begleiten.

26.Sep 2014 | 18:04

ÖWF Pionierprojekte: Ihre Chance neue Themen im ÖWF umzusetzen!

Sie haben eine überzeugende Idee für ein kleines ÖWF Projekt, das Sie gerne einbringen möchten? Mit den Pionierprojekten haben ÖWF Mitglieder zum ersten Mal die Chance, kleine, mittelfristige ÖWF Projekte mit bis zu 1.000 EUR gefördert zu bekommen.

Kind spielt mit Holzflugzeug

Hintergrund:
Pionierprojekte sind kleine, mittelfristige ÖWF Projekte mit dem Ziel Ideen und Initiativen von Mitgliedern umzusetzen und gleichzeitig den Lebenszyklus eines Projektes von der Ideenfindung, Proposal bis zum Endbericht zu durchlaufen.

Die Themen sind offen, müssen sich aber an den Zielen & Leitsätzen des ÖWF orientieren: Vom Schulprojekt über technische Entwicklungen für Feldmissionen bis hin zur Umsetzung von Ideen zur Neumitgliedergewinnung ist alles möglich.
Einreichen können ausschließlich ÖWF Mitglieder, externe Projektmitarbeiter, Partnerorganisationen und Sponsoren sind aber möglich. Damit können ÖWF Mitglieder den vollen Projektzyklus selbst erleben, etwas im Forum bewegen und vielleicht sogar neue Themen erschließen.

Was wird zur Verfügung gestellt?

    • Bis zu € 1.000,00 Budget
    • ÖWF Infrastruktur (z.B. Werkstätten, IT-Infrastruktur, Beratung (z.B. Legal Team, Medienteam, Buchhaltung etc.)
    • Unterstützung bei der Kommunikation innerhalb und außerhalb des ÖWF

Bis zu zwei Projekte werden gefördert. Die Auswahl erfolgt durch eine internationale Jury (NASA & ESA Vertreter) unter der Leitung von Dr. Rudolf Albrecht, ÖWF Senior Advisor.

Format für die Pionier-Proposal
Maximal 3 Seiten Projektbeschreibung in Englisch.

  • Max. 1 Seite:
    Projekttitel, Projektverantwortlicher (inkl. Kontaktdaten), Team, Kurzfassung, inkl. Ziele, Laufzeit
  • Max. 1 Seite:
    Projektbeschreibung: Inhalt & Ablauf, Risiken & Potential, erwartete Resultate bzw Impakt.
  • Max. 1 Seite:
    Budgetauflistung, Zeitplan inkl. Meilensteine

Wie gehts weiter?

  • Einreichfrist: 01. Dezember 2014, per email an *protected email*
  • Bekanntgabe der erfolgreichen Projekte: 20. Dezember 2014 (ÖWF Weihnachtsfeier)
  • Projektlaufzeit: 01. Jänner 2015 bis maximal Zieleworkshop 2015 (September 2015)
02.Sep 2014 | 21:28

Tiuterra Flug: Drei Kristalle für die Raumstation

In Zusammenarbeit mit der World Space Week Association und Swarovski, initiierte das Österreichische Weltraum Forum das Tiuterra Projekt: Gesteinsproben welche weltweit im Rahmen der World Space Week 2013 gesammelt wurden – darunter auch Proben aus der Antarktis und dem Boden der Tiefsee. Diese wurden analysiert und mit einem winzigen Anteil eines Mars Meteoriten kombiniert. Swarovski hat sich der Herausforderung gestellt, aus diesen Proben ein Schmuckstück her zu stellen, den “Tiuterra Kristall”. Drei dieser Kristalle werden im November mit Samantha Cristoforetti und Expedition 42/43 auf die Internationale Raumstation (International Space Station, ISS) fliegen. Damit fliegt zum ersten Mal in der Geschichte ein Stück ÖWF “Hardware” zur Raumstation.

Die Übergabe der drei Kristalle fand im Rahmen eines Medien Events am Europäischen Astronauten Zentrum (European Astronaut Centre, EAC) in Köln, Deutschland, statt.

Briefing vor der Übergabe

Kurz bevor die Presse ankommt, besprechen Monika Fischer, Samantha Cristoforetti, Jules Grandsire und Gernot Grömer letzte Details des Events.

Handover of the crystals

Ein Großer Moment: ÖWF Obmann Gernot Grömer übergibt die Tiuterras an Samantha Cristoforetti vor der Trainings-Version des Columbus Moduls der Raumstation. Christian Nagele, Vize Präsident Produkt Entwicklung bei Swarovski, präsentiert ihr eine personalisierte Version des Kristalls.

Inside Columbus mockup at EAC

Nach der Übergabe, lädt Jules Grandsire (EAC) die Medien und die ÖWF Delegation zur VIP Tour des EACs ein. Diese beinhaltet auch einen Blick in das Automated Transfer Vehicle (ATV): Das fünfte und letzte ATV befindet sich zur Zeit gerade im Orbit!

Inside the ATV

Innerhalb des ATVs erscheint alles eher überfüllt – kein Wunder, ist es doch der “Weltraum-LKW” für die ISS!

OeWF delegaton with Samantha Cristoforetti

Die ÖWF Delegation mit Samantha Cristoforetti im Inneren des Columbus Moduls.

Soyuz Simulator

Christian Nagele und Gernot Grömer an Deck des Sojuz Simulators: Mit Raumanzügen anstatt Anzügen könnte man sie fast für angehende Astronauten halten…

simulation supervisor console

Die Konsole welche die Übersicht für den Sojuz Trainings Simulator ermöglicht: Von hier aus werden alle schlimmen Probleme eingespeist.

Two happy FemTech-student

Veronika Haberle und Julia Neuner vor dem ATV Model. Zwei glückliche FemTech Studentinnen auf einer Mission!

Andrea Boyd

Was für eine schöne Überraschung: Andrea Boyd, die an der EUROCOM Konsole arbeitet (Der Kontrollraum für den Europäischen Beitrag zur ISS) und auch gleichzeitig ein ÖWF Mission Support Center Veteran, ist während der Zeremonie gerade im Dienst. Mit großem Enthusiasmus beschreibt Andrea ihre Arbeit an diesem außergewöhnlichen Arbeitsplatz.

28.Aug 2014 | 20:59

Wasserraketen und Waisenkinder

Bereits 2013 hat das ÖWF einen Weltraumtag besonderer Art organisiert. Gedacht als kleiner Beitrag für ein großes Projekt, wurde dieser Tag nicht nur ein Erfolg, sondern blieb vielen im Gedächtnis, allen voran denen, die an diesem Tag im Mittelpunkt standen: Waisenkinder und kranke Kinder aus der Ukraine, die auf Initiative von Dr. Christoph Otto von Global 2000 in wechselnden Gruppen seit Jahren Erholungsurlaube in Österreich verbringen können. Für viele der Kinder war und ist das die erste Auslandsreise in ihrem Leben. Neben Unbekümmertheit, Spaß und grünen Wiesen gibt es in diesen Wochen endlich auch Aufmerksamkeit und ausreichend Medikamente.

Den „Pilotversuch“ eines solchen Weltraum-Tages letztes Jahr in Hagenbrunn (Niederösterreich) und Ybbs an der Donau (Niederösterreich) fädelte ÖWF-Mitglied Alexander Soucek ein, der durch Zufall von den kleinen Ukraine-Urlaubern mit ihren schweren Schicksalen gehört hatte. Begleitet wurde er von Gerhard Grömer. Ukraine-Projektleiter Dr. Otto dankte damals dem ÖWF: „Ihre Weltraumveranstaltungen haben fulminante Reaktionen ausgelöst. Die Berichte waren nicht nur begeistert, sondern geradezu frenetisch. Wir danken dem ÖWF ganz herzlich für das Engagement und die begeisternden Präsentationen!“

Diesmal wuchs die ÖWF-Helfergruppe schon auf fünf Personen an: neben Alexander und Gerhard auch Eva und Stefan Hauth sowie Magdalena Mahringer, die sich alle zusammen einen Arbeitstag freigenommen hatten, um am 14. Juli beladen mit Wasserraketen, Kinderraumanzügen und Weltraumfotos diesmal nach Klein-Engersdorf zu fahren.
Die Zutaten dieses Tages: ein großer Garten, ein schattenspendender Baum, Sonne und Gewittertürme, ein Feld, das zum Wasserraketen-Versuchsgelände umfunktioniert wurde, eine Schar Kinder verschiedenen Alters, ein kleiner Astronaut im Rollstuhl, helfende Hände, Dolmetscherinnen, Improvisation, ein Heuriger, Geschichten aus der Ukraine zum Nachdenken. Manche der Kinder waren bereits letztes Jahr dabei und plauderten mit den Freunden vom ÖWF unbekümmert auf Ukrainisch. Gespräche mit den Erwachsenen erlaubten verstörende, aber gleichzeitig unbezahlbare Eindrücke von der aktuellen Situation in diesem großen Land. Da die Gäste allesamt aus Orten in der derzeit umkämpften Ostukraine stammen, war ihnen nicht einmal klar, ob und auf welcher Route sie wieder zurückreisen würden.

Die Antwort auf so viele große und kleine Probleme? Lauthals auf Ukrainisch den Countdown für die ÖWF Wasserraketen zu zählen, um diesen dann begeistert nachzuschauen bei ihrem Flug in den Himmel! – Das ÖWF wird auch 2015 versuchen, Dr. Otto und seine ehrenamtlichen Helfer bei dem wunderbaren Projekt „Tschernobyl Kinder“ zu unterstützen. Es gilt, noch viele kleine Astronauten auszubilden.

Alexander Soucek und Team

Mehr Informationen:

Impressionen:

25.Oct 2014 | 13:40

Interview with Prof. Marco Durante and his research on cosmic radiation during spaceflight

Prof. Marco Durante is the Director of the Biophysics Department, GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung, Darmstadt and a full Professor of Physics, Institute of Solid State Physics, Technische Universität Darmstadt. Currently he is the President of the International Association for Radiation Research (2011-2015). GSI operates a unique large-scale accelerator for heavy ions. Researchers from around the world use this facility for experiments that help them make fascinating discoveries in basic research. In addition, they continually develop new and impressive applications.

OeWF: How did you come to the GSI and particularly to the heavy ions?

Using a spacecraft! I actually started with nuclear physics, and then became more and more interested in biological effects during my PhD at the University of California in Berkeley. My supervisor told me that there was more uncertainty in biology than in physics. At that time Berkeley was using accelerated heavy ions to treat cancer, and NASA was trying to use their experience to understand the risks during spaceflight.

OeWF: What is the aim of your research?

We would like to understand the risks associated to the exposure to cosmic rays during spaceflight. Cosmic radiation is a potential showstopper for human exploration and we want to go to Mars. At the same time, we hope to use these same ions to cure cancer on Earth.

OeWF: What is the difference between radiation on earth and in deep space?

On Earth we are continuously exposed to alpha, beta, and gamma rays from natural radioactivity, and X-rays for medical imaging. But in space we are exposed to high-energy heavy ions, coming from supernovae. These ions ionize matter very densely, because their charge is high, and are very penetrating, because they have high energy. Shielding is therefore poorly effective, and the biological effects poorly known.

OeWF: We have radiation on earth. But why do we not have high-engery heavy ions on Earth (except in special test facilities like nuclear medicine)?

The magnetic field is deflecting the ions. As a matter of fact, you have more heavy ions close to the North and Sout Poles, where the magnetic field is thinner.

OeWF: Which meaning do the heavy ions have for the medicine?

They are a great hope against cancer, perhaps the “magic bullet” against resistent, lethal tumors such as sarcomas. Heavy ions deposit most of their energy at the end of their range in matter, the so-called Bragg peak. X-rays, on the contrary, are gradually attenuated while they pass through matter. Therefore, if we modulate the beam energy so that the tumor is on the Bragg peak, we can destroy the tumor with minimal damage to the surrounding normal tissue. It is like surgery, without knife. GSI pioneered this technique in Europe, and patients are now treated at HIT (Heidelberg) and CNAO (Pavia), and soon also in Marburg. Many more centers using protons and heavy ions are available in Asia and USA.

OeWF: Which experimental stations are available to the researchers in Darmstadt at the Biophysics Department?

The biophysicists have a linear accelerator and a ring accelerator at their disposal in Darmstadt. There are cell labs and DNA labs and, moreover, a cytometry and microscopy lab. Experiments can be carried out in a low energy radiotherapy station and on two high energy radiotherapy places. One of it is the medical radiotherapy space in which also the tumour therapy developed by GSI with heavy ions was carried out. A X-ray tube and a microprobe belong to other arrangements.

OeWF: How many employees work at GSI?

Almost 1000 at GSI, and almost 100 in the Biophysics Department, including the students – they do most of the real work!

OeWF: Is there one open house/”Tag der offenen Tür” with the GSI?

At the moment one open house day is not planned. Nevertheless, everybody can register for a free tour of the GSI research facility. More information at gsi.de/besucher .

Thank you.
The interview was conducted by Marlen Raab

More information:

14.Oct 2014 | 19:38

How to make an analog astronaut feel how it is to bend an arm in space?!

After attending a very interesting “Introduction into Spacesuits”-course, I got the chance to work as a volunteer at the OeWF suit lab in Innsbruck. The task was to redesign the exoskeleton for the analog astronauts. At first I hadn’t an idea, what’s expecting me.
At the beginning of my summer holidays I had a meeting with Gernot Grömer who introduced me in an excellent and enthusiastic team at the suit lab and gave me a short overview of what he wants me to do:

  1. Read all the documents he gave to me (quite a lot and oh what a wonder – everything in English – so I had to improve my English first)
  2. Develop a new exoskeleton consisting of a pair of elbow-joints and a pair of knee-joints for the Aouda spacesuit simulator

Collage Exoskeleton with group picture of spacesuit course participants

Sounds simple so far and off we go…
After nearly two weeks of reading theoretical stuff about “space suit joint values”, “torques” and even more complex things like this, I got a vague idea what to do. A first design with a CAD-program (computer-aided design program) and another meeting with Gernot Grömer were done and the idea grew more specific.

But why all this work and investigation? Why is an exoskeleton needed for an analog astronaut?
Simply spoken, a pressurised space suit makes it harder to bend an arm or a leg for an astronaut because of shifting pressurised air inside the space suit and the textile layers of the suit working against deformation. But because Aouda is not set under pressure, we have to simulate this effect and for this reason an exoskeleton is needed.
After another four weeks of CAD-redesigning and improving, a final design was established and a prototype was produced. It’s fascinating, holding a piece of shaped aluminium in your hands. This piece, developed by yourself on a computer, gets real after milling, drilling, threat cutting and a lot of additional working steps. I hope it is still fascinating after we have tried to assemble all pieces together…
The new designed elbow-joint consists of one joint with a spring core and two rails. Each rail for one limb and because of torque-requirements the knee-joint elements are doubled.
The limb-rails will be produced out of high quality steel, shaped by laser-cutting. The attachment of the assembly to the arms and legs will be done by leather-straps with Velcro for adjusting.

We are looking forward to finish the exoskeleton during this October-
I hope no one of the analog astronauts is killing me after a first try-on session and the realisation how hard their new live as an astronaut will be because of to the new exoskeleton ;-)

Thanks to every member of the space suit lab team in Innsbruck. Special thanks to Julia Neuner and Gernot Grömer for their support. I had a great time and hopefully it will last a bit longer.


Author: Benjamin Knaus, physics-student at the University of Innsbruck

10.Oct 2014 | 09:30

Call for Analog Astronauts for simulated Mars Missions

Analog Astronauts Selection and Training for the Class of 2015

The Austrian Space Forum is seeking volunteers to apply for the training opportunity for analog astronauts. Analog astronauts participate in simulated Mars – Missions which are conducted on the ground in a Mars-analog environment. Men and women between the age of 25-45 are invited to submit their application.

The selection process will commence in December 2014 and will end in early 2015. The process will include a detailed medical and psychological assessment. The successful candidates will undergo a compact and intense training comprised of lectures, hands-on spacesuit and field training, they will receive coaching for physical fitness and psychological/stress tolerance. They will finish their training with a certification exam.

Responsibilities
Analog Astronauts are trained to conduct spaceflight-simulations in Mars-like regions on Earth, testing and evaluating equipment procedures, human factors and workflows relevant to the human exploration. They conduct experiments in field campaigns in an international and interdisciplinary environment, typically lasting a few days up to one month. Analog astronauts contribute to the development of spacesuit simulators and other relevant instrumentation.

Minimum selection criteria

  • European Union or Swiss citizen, aged between 25-45 years
  • Body height between 165-190 cm
  • Excellent mental and physical health condition
  • Fluency in English (preferably with at least a second European language)
  • Experience in a technological, engineering or scientific field (such as aerospace/mechanical/electrical engineering, computer science, life sciences, geosciences and others), AND/OR completed commercial or military pilot training.
  • Full availability for the basic training (ca 5 weekends in early 2015, plus distance learning), mission preparation or recertification (typically 2 weekends per year) and missions (2-4 weeks of field operations every 2 years on average), as well as for media and education/outreach activities on an irregular bases.

How to apply
Applications must reach the Austrian Space Forum by no later than 28th of November 2014, 23:59 CET via email to: *protected email* . Submissions should be written in English and contain the following documents:

  • 1 page Cover letter, containing a photo and full contact coordinates (name, gender, nationality, address, telephone, email, birthday)
  • 1 page CV
  • 1 page motivation letter (“Why do you apply?”)

Selection and Training timeline

  • Deadline for applicants: 28Nov2014, 23:59 CET
  • 1st Selection round / 10+11Jan2015: 1st medical and psychological assessment
  • 2nd Selection round / 24+25Jan2015: 2nd round medical & psychological evaluation, selection interviews
  • Feb2015: Announcement of 6 Analog Astronaut candidates
  • Mar-Jun2015: 5 training weekends (to be confirmed), distance learning & physical training, final exams. (Training blocks are tentatively scheduled for: 27Feb-01Mar2015, 20-22Mar2015, 17-19Apr2015, 01-03May2015, 15-17May2015)

Additional information

  • The selection and training will be mostly done in Innsbruck, Austria
  • Costs for the selection and training will be covered by the Austrian Space Forum, except travel and accommodation expenses.
  • Applicants will be required to sign a legal waiver and provide a clean criminal record before starting the second selection step. Details will be sent to candidates in time.
  • Probably two of the new analog astronauts will be selected to participate in the AMADEE-15 Mars simulation in August 2015 at the Kaunertal glacier region in Austria. The others will either be selected as back-up and/or for later missions.
  • Additional information about the Austrian Space Forum: www.oewf.org
  • Example of a major field campaign: mars2013.oewf.org
  • Questions? – please inquire at *protected email*

FAQ’s

  1. Are glasses/lenses a problem for the selection?
    No, glasses/lenses are no problem at all?
  2. Will the OeWF cover travelling/accommodation costs for selection & training?
    Unfortunately the OeWF cannot cover costs for travelling and accommodation. But you’ll get an excellent training and in-depth sports medicine & psychological analysis.
  3. I’m under 25 or over 45, is there any chance to be considered?
    The age limit is strict between 25 and 45 and therefore we cannot consider application if you don’t fit the age limit.
  4. Do I need to live in Austria to apply as analog astronaut?
    No, but you need to be able to travel to Innsbruck, Austria for the selection process and for the 5 training weekends.
  5. I’m not coming from an EU country, can I apply?
    The call is open for all EU citizens and persons with an permanent EU work permit.
26.Sep 2014 | 18:06

OeWF Pioneer Projects: Your Chance to implement new Topics within the Austrian Space Forum!

Do you have a gripping idea for a small OeWF project which you want to realize? For the first time, members of the Austrian Space Forum get the opportunity to fund their ideas for small or medium-term projects up to 1,000 EUR with the pioneer projects challenge.

Child playing with wooden airplane

Background:
Pioneer Projects will cover small, medium term projects. The challenge aims to provide a chance for members to carry out ideas and initiatives as well as follow the life cycle of a typical project, beginning with the first idea and proposals to a final report.

The topics for the projects are not restricted, as long as they are within the goals and guidelines of the Austrian Space Forum: everything goes – starting from a school project, a new technical development for a field mission or ideas to recruit new members. The challenge is open only to members of the Austrian Space Forum. External project collaborators, partner organization and sponsoring are possible.

What will be offered?

    • A budget of up to 1,000 EUR
    • Use of the Forum’s infrastructure (workshops, IT-infrastructure, consulting (e.g legal team, media contacts, accounting…))
    • Support towards internal and external communication

Up to two projects will be funded. An international board (consisting of representatives of NASA and ESA) under Dr. Rudolf Albrecht (OeWF Senior Advisor) will select the winning projects.

Proposal have to be of the following format:
A maximum of three pages, provided in English, consisting of

  • One page:
    Title of Project, Name of project leader (with contact data) and team, Summary with aims and duration
  • One page:
    Description of project, what is the scope and course of action, risks and gains, results/impact
  • One page:
    One page: budget, time table including important milestones

Next steps:

  • Deadline: December 1st 2014, send proposals via email to *protected email*
  • Official announcement of winning projects: December 20th 2014 (at the Forum’s Christmas party)
  • Run time of projects: January 1st 2015 until September 2015 (theForum’s “Zieleworkshop” – Annual meeting to define the main goals for the upcoming year)
24.Sep 2014 | 19:32

Wearing the Aouda.X is Hard Work!

For a normal person, running a marathon might be considered to be extremely exhausting. However, for our analog astronauts wearing the Aouda.X space suit, just tying shoes can be exhausting work!

My research project, as part of my Master’s degree in Space Physiology from King’s College London, set out to find just which tasks proved to be the most difficult during the MARS2013 analog space mission. While the MARS2013 mission was over a year ago, it still provides large amounts of data which can be analyzed in order to identify the workload of specific tasks the astronauts completed during their time in Morocco.

Biomedical monitoring is a key feature of the Aouda.X space suit. It not only allows the medical support team to ensure the astronaut is comfortable and safe, but it also gives real time measurements of the astronaut’s heart rate and air flow.
We chose to select 2 key variables of the 34 total that the Aouda X is able to monitor. Heart rate is used as a good indicator of exercise, as even simple exercise can raise a person’s heart rate. The rate of oxygen used by the body is also a good indicator of how hard the body is having to work to provide enough oxygen to the muscles. As there aren’t any direct measurements of oxygen consumption within the suit, so we chose to evaluate the amount of carbon dioxide produced by the astronaut.
Taylor's Thesis CoverBy combining the data from these two variables with a questionnaire regarding the well-being of the astronaut, we were able to identify 7 tasks which the astronaut performed daily. These repetitive maneuvers were part of the DELTA experiment, which set out activities which the astronaut might perform were they making a surface exploration of Mars. They included things such as setting up a tripod, carrying sand bags, taking rock samples and so on.
Our results found that activities involving long bouts of walking, and load-carrying caused the greatest workload for the astronaut, resulting in working at 90% of their maximum heart rate. In the sandbag carrying experiments in particular, the carbon dioxide rates increased, indicating that the astronaut was breathing heavily.
A surprising result was that fine motor skill tasks, such as repairing an object, were quite difficult for the analog astronaut. They had to work against the bulky space suit gloves, and the pressure of the exoskeleton to maneuver small parts. This resulted in high heart rates, up to 75% of their maximum heart rate. This meant it was on par with running for an unsuited individual. Talk about hard work while just standing still!
Identifying which tasks provide the most workload on the astronaut, allows the Mission Planning team to space out activities which the astronaut will find exhausting, or strenuous. It can also be used to identify where a rest period might be useful, and allows the biomedical team to monitor the astronaut more carefully during these periods.
Our research found that all three variables should be used together to identify the workload on the astronaut. The analog astronauts may have an interesting job that many people dream about – but they certainly have to work hard on the job!

Intern Taylor Moyer

 

About the author:
Taylor Moyer was an OeWF intern this summer.
During her intership she was researching the topic described above for her Master Thesis in Space Physiology and Health at the King’s College London, United Kingdom

29.Oct 2010 | 10:13

20. Dez. 2014: ÖWF Weihnachtstreffen

Jährliches ÖWF Weihnachtstreffen, heuer in Graz Wann: 20. Dez. 2014 Wo: Graz, genauer Treffpunkt wird rechtzeitig bekannt gegeben

ESA Nachrichten

ESA Human Spaceflight

18.11.14:
17.11.14:
03.Feb 2014 | 13:56

Robotic Exploration:ExoMars orbiter core module completed

The ExoMars Trace Gas Orbiter module consisting of the spacecraft structure, thermal control and propulsion systems was handed over by OHB System to Thales Alenia Space France at a ceremony held in Bremen, Germany, today.
08.Nov 2013 | 12:30

Robotic Exploration:ExoMars lander module named Schiaparelli

The entry, descent and landing demonstrator module that will fly on the 2016 ExoMars mission has been named 'Schiaparelli' in honour of the Italian astronomer Giovanni Schiaparelli, who famously mapped the Red Planet's surface features in the 19th century.
21.Nov 2014 | 16:15

Week In Images


Our week through the lens:
17-21 November 2014
21.Nov 2014 | 16:05

How to get to the ISS


How will ESA astronaut Samantha Cristoforetti and crewmates travel to the International Space Station on Sunday? The Soyuz spacecraft rendezvous and docking explained
21.Nov 2014 | 15:05

Watch Futura launch


ESA astronaut Samantha Cristoforetti is heading to the International Space Station for five months on Sunday. Watch the launch live from 20:00 GMT/21:00 CET
21.Nov 2014 | 06:26

Samantha set for Space Station


20.Nov 2014 | 13:46

Samantha talks Futura


ESA astronaut Samantha Cristoforetti talks about life as an astronaut and her Futura mission to the International Space Station
21.Nov 2014 | 16:05

How to get to the ISS


How will ESA astronaut Samantha Cristoforetti and crewmates travel to the International Space Station on Sunday? The Soyuz spacecraft rendezvous and docking explained
21.Nov 2014 | 15:05

Watch Futura launch


ESA astronaut Samantha Cristoforetti is heading to the International Space Station for five months on Sunday. Watch the launch live from 20:00 GMT/21:00 CET
21.Nov 2014 | 06:26

Samantha set for Space Station


18.Nov 2014 | 15:35

Inflate before launch


Human spaceflight image of the week: ESA Samantha Cristoforetti with the Sokol suit she will wear to space on Sunday
17.Nov 2014 | 16:06

Blue Dot video summary


166 days of ESA astronaut Alexander Gerst's mission - from launch to landing

ESA Top Multimedia

Expedition 42/43 prime crew members during press conference

17.Nov 2014 | 16:06

Samantha Cristoforetti during the State Commission meeting

17.Nov 2014 | 16:06

ROLIS descent image in 3D

17.Nov 2014 | 16:06

Tokyo Bay, Japan

17.Nov 2014 | 16:06

Soyuz moved into vertical position

17.Nov 2014 | 16:06

Journey to the ISS Part 2: Soyuz rendezvous and docking explained

17.Nov 2014 | 16:06

Weltraum Nachrichten von Online Zeitungen

20.Nov 2014 | 19:02

"Philae"-Aufnahme: So klingt der Touchdown auf einem Kometen

Die erste Landung eines Raumfahrzeugs auf einem Kometen lässt sich jetzt anhören. Die Aufnahme des Labors "Philae" klingt allerdings eher nach Rumpelkammer als nach Science Fiction.
20.Nov 2014 | 14:37

Gigantische Struktur: Ausgerichtete Massemonster verblüffen Astronomen

Die Achsen supermassiver Schwarzer Löcher scheinen sich über Milliarden Lichtjahre hinweg aneinander auszurichten. Vollständig erklären können Astronomen diese erstaunliche Entdeckung bislang nicht.
19.Nov 2014 | 20:44

Merkwürdiger Orbiter: Spekulationen um russischen Satelliten-Killer

Ein mysteriöses Objekt im Erdorbit löst Spekulationen aus: Hat Moskau einen Satelliten-Killer im All stationiert? Es wäre nicht der erste Versuch dieser Art - und Russland nicht der einzige Staat, der mit solcher Technologie experimentiert.
17.Nov 2014 | 18:50

Komet Tschuri: Forscher glauben an Reaktivierung von "Philae"

Nach 60 Stunden hat sich der Kometen-Lander mangels Strom abgeschaltet. Doch Wissenschaftler sind zuversichtlich, dass sich "Philae" noch mal zurückmeldet. Der schattige Landeplatz könnte sich dabei sogar als Vorteil erweisen.
17.Nov 2014 | 12:42

Kometenlandung: "Philae"-Daten enthüllen Tschuris Geheimnisse

Von allen zehn Experimenten auf dem Kometen Tschuri liegen Daten vor - nun beginnt die aufwendige Analyse. Erste Ergebnisse zeigen: Der Himmelskörper besitzt eine harte Oberfläche und wenig Staub.
22.Nov 2014 | 18:00

Wegkatapultiert - Astronomen erspähen supermassives Schwarzes Loch auf Abwegen oder noch exotischeres Objekt

Mögliches Resultat einer Galaxienkollision könnte dabei helfen, Einsteins Gravitationswellen nachzuweisen
21.Nov 2014 | 18:16

Astronomie - Rätselhafte Quasar-Anordnung: Milliarden Lichtjahre voneinander entfernt und dennoch parallel ausgerichtet

Europäische Forscher beobachten Systematiken bei der Orientierung von Kernen aktiver Galaxien
20.Nov 2014 | 20:57

Astronomie - Heißer Exoplanet mit Magnetfeldschwäche

Grazer Forscher erstellen komplexes Modell der Magnetosphäre eines "heißen Jupiters"
20.Nov 2014 | 15:51

Kometenmission - "Rosetta" soll in Tiefflügen Aufnahmen von "Tschuris" Oberfläche schießen

ESA erhofft sich im Jänner detaillierte Fotos aus nur fünf Kilometern Abstand
17.Nov 2014 | 18:30

Raumfahrt - US-Raumschiff Orion soll 2017 zum Mond aufbrechen – vorerst unbemannt

Airbus-Raumfahrtunternehmen mit Bau eines Mehrzweck-Moduls beauftragt – Bemannte Missionen zu Asteroiden und zum Mars geplant
21.Nov 2014 | 12:27

"Chhrck-ck-ck": So klingt das Rumpeln der "Philae"-Kometenlandung

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat das Geräusch veröffentlicht, das Mini-Labor "Philae" vergangene Woche beim Aufsetzen auf Komet Tschuri machte: "Ein kurzer, aber bedeutender Rumms".
19.Nov 2014 | 09:18

Raumfahrt: So soll der Weltraumtourismus sicherer werden

Nach den Unglücken der Raumschiffe "Cygnus" und "SpaceShipTwo" leidet das Vertrauen in die private Raumfahrt. Doch die Firmen arbeiten weiter daran, das All touristisch zu erschließen.
18.Nov 2014 | 14:17

Raumfahrt: "Der Mensch wird zum Mars fliegen"

Die europäische Raumfahrt steht vor großen Fragen. Soll man sich nach 2016 bei der ISS engagieren? Wie geht es mit der Ariane und den Galileo-Satelliten weiter? So sieht DLR-Chef Wörner die Zukunft.
18.Nov 2014 | 11:43

"Planemos": Diese Planeten ziehen ihre Bahnen einsam im All

Es kann passieren, wenn zwei Galaxien sich durchdringen oder bei einer Kollision im All: Ein Planet wird aus seinem angestammten System herausgerissen. Planemos sind die Einzelgänger im Weltraum.
17.Nov 2014 | 12:41

Rosetta-Mission: "Philae" hat schon fast keinen Strom mehr

Das Mini-Labor hat eine erste Operation gemeistert und einen Felsbrocken des Kometen angebohrt. Aber es gibt ein Problem: Die Batterien sind womöglich nicht mehr stark genug, die Daten zu senden.

Weltraum Blogs

03.Sep 2012 | 16:49

ScienceBlogs.de bekommt eine neue Software und macht Pause

Es ist endlich soweit. ScienceBlogs.de wird auf eine neue Software (WordPress) umgestellt. Dann sollten die ganzen Macken und technische Probleme die sich im Laufe der Zeit angehäuft haben, endlich verschwinden. Die Umstellung erfolgt heute Nacht, um Mitternacht geht es los. ScienceBlogs wird dann eine ganze Weile nicht erreichbar sein. Im Laufe des Dienstag Nachmittag müsste dann alles wieder funktionieren. Hoffen zumindest alle... Vielleicht funktioniert auch nichts mehr und es dauert länger, bis alles wieder normal läuft. Wir werden sehen. Ich hab noch keine Ahnung, wie das neue ScienceBlogs aussehen wird. Ich wäre schon zufrieden damit, wenn alle meine Artikel und alle Kommentare dazu den Umzug heil überstehen... Also drückt die Daumen!


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03.Sep 2012 | 12:25

Barnards Stern hat keine Planeten

Barnards Stern hat keine Planeten. Warum sollte das interessant sein, wo doch sonst immer nur von Sternen berichtet wird, bei denen man Planeten entdeckt hat? Erstmal ist auch ein negatives Resultat ein Resultat. Es mag nicht so sexy sein, wie die Entdeckung eines neuen Planetensystems, aber wenn wir wissen, dass es irgendwo keine Planeten gibt, sagt uns das auch etwas. Und dann ist Barnards Stern ein Sonderfall. Denn hier gab es seit Jahrzehnten Diskussionen, oft sogar Streit, darüber, ob sich dort Planeten befinden oder nicht.

Barnards Stern ist nur 6 Lichtjahre entfernt und damit der viertnächste Nachbar der Sonne (oder der zweitnächste, wenn man die drei Sterne des Alpha-Centauri-Systems zu einem zusammenfasst). Er ist so nahe, dass man seine Eigenbewegung sehr gut sehen kann und weil er sich so schnell bewegt, wird er oft auch "Barnards Pfeilstern" genannt. Dieses Bild zeigt, wie er sich zwischen 2001 und 2010 über den Himmel bewegt hat:

Barnard_Star_2001-2010.gif

Bild: Alejandro Sanz Gómez, CC-BY-SA 2.5

So ein interessanter Stern wurde natürlich oft und ausgiebig beobachtet. Wegen seiner schnellen Bewegung hat man besonders viele und genaue Positionsmessungen angestellt. Und in den 1960er und 1970er Jahren kam der Astronom Peter van de Kamp zu dem Schluss, dass sich dort 2 Planeten befinden müssten. Denn der Stern zog nicht einfach in einer geraden Linie über den Himmel, sondern wackelte hin und her. Der Grund dafür sollte die gravitative Störung der Planeten sein, die den Stern ein bisschen wackeln ließen. Die Entdeckung extrasolarer Planeten in den 1970er Jahren wäre eine große Sensation gewesen. Aber die Kollegen waren nicht überzeugt. Andere Astronomen zeigten, dass vermutlich ein technischer Fehler am Teleskop für das Wackeln des Sterns verantwortlich war. Aber van de Kamp war weiter von der Existenz seiner Planeten überzeugt. Zwei Stück, ungefähr halb so groß wie Jupiter sollten Barnards Stern umkreisen.

Die Sache blieb zweifelhaft, die Beobachtungen konnten nie bestätigt werden und es dauerte bis 1995, bevor der erste wirklich zweifelsfrei bestätigte extrasolare Planet entdeckt wurde. Eine Gruppe amerikanischer Astronomen hat nun noch einmal genau nachgesehen und kommt zu dem Schluß: van de Kamps Planeten existieren nicht. Sie haben Beobachtungsdaten aus den letzten 25 Jahren kombiniert und neu ausgewertet. Im Gegensatz zu van de Kamp haben sie sich nicht auf die Positionsänderungen des Sterns verlassen, sondern seine Radialgeschwindigkeit beobachtet. Auch mit dieser Methode misst man das Wackeln des Sterns, allerdings auf andere Art und Weise. Die Ergebnisse sind ziemlich deutlich:

barnard.png


Die grünen und gelben Punkte sind die Messungen. Wenn der Stern keine Planeten hat, dann sollten sie alle auf der Nulllinie in der Mitte des Diagramms liegen. Wenn van de Kamps Planeten existieren, dann sollten die Punkte dem Verlauf der blauen oder rote Linie folgen. Das tun sie aber nicht, sondern liegen tatsächlich - innerhalb der Fehlerbalken - auf der Nulllinie.

Komplett ausschließen können die Forscher die Existenz von Planeten natürlich noch nicht. Ganz kleine Planeten könnte es noch geben. Aber sicherlich nichts, was größer ist als ein paar Erdmassen. Und auf jeden Fall keine Planeten, wie sie van de Kamp gefunden zu haben glaubte.

Barnards Stern hat also keine Planeten. Aber er wird weiter ein interessantes Forschungsobjekt bleiben, auch weil er der Sonne immer näher kommt. In knapp 10000 Jahren wird er sich bis auf 3,8 Lichtjahre angenähert haben. Ich würde gerne wissen, was die Astronomen bis dahin so alles herausgefunden haben...


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03.Sep 2012 | 10:00

Die Landkarte der Physik

1939 hat Bernard H. Porter die optimale Fusion aus Geografie und Physik erschaffen:

"[A] map of physics, containing a brief historical outline of the subject as will be of interest to physicists, students, laymen at large; Also giving a description of the land of physics as seen by the daring sould who venture there; And more particularly the location of villages (named after pioneer physicists) as found by the many rivers; Also the date of founding of each village; As well as the date of its extinction; and finally a collection of various and sundry symbols frequently met with on the trip."

1939-map-of-physics-h2.jpg

Wirklich cool! Da würde ich gern mal Urlaub machen. Eine kleiner Wanderung von der Astronomie ganz im Westen bis hin zur Astrophysik im Osten und dann an Herschel, Newton und Ptolemäus an den Lichtstrand und ein wenig entspannen ;)

Eigentlich fehlen nur noch 2 Dinge: Eine hochauflösende Version dieser Karte, damit man sie als Poster für die Wand ausdrucken kann. Und eine aktualisierte Version, die die Entwicklung der Physik seit 1939 inkludiert. Seit damals haben die Wissenschaftler ja jede Menge Neuland entdeckt!


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02.Sep 2012 | 15:40

Terminkalender September

Da ich in den nächsten Monaten diverse Vorträge und Lesungen an diversen Orten halte, dachte ich, ich sag mal Bescheid, wo ich überall sein werde. Vielleicht sieht man sich ja irgendwo.

  • 12.September, Seeheim-Jugenheim: Am 12 und 13 September finden die Bergsträsser Weltraumtage statt. Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie gibt es dort jede Menge populärwissenschaftliche Vorträge über Astronomie - zum Beispiel über die Suche nach Außerirdischen, den Bau eines Weltraumfahrstuhls oder die Geschichte der Raumfahrt in Kinofilmen. Ich werde dort am 12. September um 20 Uhr einen Vortrag zum Thema "Krawumm - Wahre und falsche Weltuntergänge" halten und dabei auch aus meinen Büchern vorlesen.

  • 25. September, Solingen: Am 25. September um 19.30 werde ich in der Sternwarte Solingen einen Vortrag zum Thema "Weltuntergang 2012? Keine Panik!" halten.
  • 24-28 September, Hamburg: Von 24 bis 28. September findet in Hamburg die große Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft statt. Dort werde ich zwar keinen Vortrag halten, aber trotzdem anwesend sein (zumindest von 26. bis 28., vorher muss ich ja noch nach Solingen). Wird sicher interessant und vielleicht sieht man sich ja!



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02.Sep 2012 | 14:26

Ein Krawumm geht um die Welt (21): Москва́

Letztes Mal war das Krawumm auf seiner Reise durch die Welt bei der chinesischen Mauer angelangt. Und wenn wir schon mal bei den großen Sehenswürdigkeiten sind, dann passt auch dieses Foto von Leser Robert. Krawumm in Moskau!

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Was bisher geschah: Teil 1: Die staubige Fabrik, Teil 2: Rindviecher, Teil 3: Das Krawumm will hoch hinaus, Teil 4: Eishockey und Nobelpreis, Teil 5: Der Weltskeptikerkongress, Teil 6: James Randi!, Teil 7: Bulgarische Berge, Teil 8: Auf hoher See, Teil 9: Das Buch im Transit, Teil 10: Der Berliner Flughafen, Teil 11: Flauschige Eichhörnchen, Teil 12: Der Bund fürs Leben, Teil 13: Der weiße Gott, Teil 14: Besuch auf Tatooine, Teil 15: Bei den alten Römern, Teil 16: Gaudi in Barcelona, Teil 17: Geysire im Yellowstone-Park, Teil 18: Urlaubslektüre in Antalya, Teil 19: Das Unheil kommt von oben, Teil 20: Die chinesische Mauer
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22.Nov 2014 | 22:55

Rutan: Pilot Error Most Likely Cause of SpaceShipTwo Crash

Sir Richard Branson hugs designer Burt Rutan as they are surrounded by employee's of Virgin Galactic, The SpaceShip Company and Scaled Composites watch as Virgin Galactic's SpaceShip2 streaks across the sky under rocket power, its first ever since the program began in 2005. Burt's wife Tonya Rutan is at right taking their photo. The spacecraft was dropped from its "mothership", WhiteKnightTwo over the Mojave, CA area, April 29, 2013 at high altitude before firing its hybrid power motor. (Credit: Mark Greenberg)

Sir Richard Branson hugs designer Burt Rutan as they are surrounded by employee’s of Virgin Galactic, The SpaceShip Company and Scaled Composites watch as Virgin Galactic’s SpaceShip2 streaks across the sky under rocket power, its first ever since the program began in 2005. Burt’s wife Tonya Rutan is at right taking their photo. The spacecraft was dropped from its “mothership”, WhiteKnightTwo over the Mojave, CA area, April 29, 2013 at high altitude before firing its hybrid power motor. (Credit: Mark Greenberg)

The Tribune talks to Burt Rutan about the fatal crash of SpaceShipTwo:

Investigators reportedly believe that the test pilot who died in the crash, 39-year-old Mike Alsbury, may have committed an error by unlocking a lever on the craft’s “feathering system” too early. The system is designed to create drag as the space ship descends. Pilot Peter Siebold, 43, parachuted down and suffered injuries.

“We had a fatal accident with a manned spaceship where there was nothing wrong with the spaceship,” Rutan said. “I hope it doesn’t put a damper on things. … This is a blossoming industry.”Rutan said the only thing that makes sense to him about the accident is that during an anxious period, Alsbury may have distractedly performed the task.

“During moments of stress combined with fear, pilots can have a kind of unconscious muscle memory,” Rutan said. “They can do tasks before they’re supposed to. That’s the only thing that makes sense to me.”

Read the full story.
22.Nov 2014 | 01:42

Virgin Galactic Produces New Website, Videos

WhiteKnightTwo and SpaceShipTwo on the tarmac on Wednesday, July 23, 2014. (Credit: Virgin Galactic)

WhiteKnightTwo and SpaceShipTwo on the tarmac on Wednesday, July 23, 2014. (Credit: Virgin Galactic)

Virgin Galactic’s media and PR people have been busy since the accident.

 

21.Nov 2014 | 23:32

NM Legislators Unimpressed With Anderson’s Presentation on Spaceport America

WhiteKnightTwo visited Spaceport America for the first time in three years on Wednesday. Below, you can see a full-scale model of SpaceShipTwo on the ramp. (Credit: Virgin Galactic)

WhiteKnightTwo visited Spaceport America for the first time in three years on Wednesday. Below, you can see a full-scale model of SpaceShipTwo on the ramp. (Credit: Virgin Galactic)

A legislative hearing on Spaceport America on Thursday apparently didn’t go very well:

Members of a legislative finance oversight committee grilled spaceport Executive Director Christine Anderson after she handed them a presentation filled mostly with photographs.

Rep. Patricia Lundstrom, of Gallup, the committee’s vice-chairwoman, questioned the business plan and said the point of the meeting was to go over hard numbers and cover how the state should move forward.

“I’m disappointed. We need to have more than six pictures,” Lundstrom said as she thumbed through Anderson’s presentation.

“We want to see something. What’s different? What makes us more competitive? This business plan we’ve seen the last six years in a row does not,” she said.

Meanwhile, Anderson said she will be seeking an additional $1.7 million per year in state funds for operating expenses to make up for revenues the spaceport will not be receiving from Virgin Galactic operations. Spaceport officials are now projecting a late 2016 start for revenue flights.

Some lawmakers told us privately they would just as soon pull the plug, but they listened to the Spaceport pitch Thursday and promised to think it over carefully. Spaceport America does have considerable legislative support, however, and that includes Senate Finance Committee Chairman John Arthur Smith, the Deming Democrat known as a tight-fisted budget hawk. The Spaceport is in his district.

“Obviously, there’s a group that says, ‘let’s just fold it up, it’s been unsuccessful so let’s just walk away from it,'” Smith said. “Well, we cannot walk away from it. There’s a $200 million debt that has to be paid for, and the taxpayers are on the hook for that.”

Some lawmakers are critical of Spaceport managers for putting too many eggs in the Virgin Galactic basket, but they insist the plan all along has been to diversify.

“The plan has always stressed diversification in revenue streams,” said Spaceport director Christine Anderson. “It’s Spaceport America, not Virgin Galactic Spaceport. We were thrilled to have Virgin Galactic as an anchor tenant, but we’ve always sought other tenants, other customers.”

21.Nov 2014 | 00:02

Excalibur Almaz Sez: We Are Not a Scam

An Almaz space station module being transported on the Isle of Man. (Credit: Excalibur Almaz)

An Almaz space station module being transported on the Isle of Man. (Credit: Excalibur Almaz)

IOMToday reports that Excalibur Almaz is denying charges that it fraudulently took funds from an investor to use Soviet-era space hardware for human stations:

“These allegations are baseless and will be vigorously defended. To set the record straight, Excalibur Almaz is not out of business and is vigorously pursuing a profitable commercial space program utilizing proven Russian flight hardware capable of re-use, contrary to recent allegations.”

In a lawsuit, Japanese investor Takafumi Horie accused Excalibur Almaz founders Art Dula and J Buckner Hightower of misleading him in order to obtain a $49 million investment in the company. Horie says the Soviet-era Almaz space station hardware the company purchased were museum pieces that could never be launched into space.

Read the full story.

20.Nov 2014 | 21:16

Some Reading Material on SpaceShipTwo and Virgin Galactic

WhiteKnightTwo and SpaceShipTwo just after takeoff from the Mojave Air and Space Port. (Credit: Douglas Messier)

WhiteKnightTwo and SpaceShipTwo just after takeoff from the Mojave Air and Space Port. (Credit: Douglas Messier)

A sampling of some recent Virgin Galactic articles for you all to peruse:

Space Tourism? Meh!

Arianespace CEO Stephane Israel thinks space tourism is pretty much a waste of time and money. [Space tourism is a waste of humanity’s time, says Arianespace chief executive Stephane Israel]

I link to this not as an endorsement of his ideas but as the starting point for discussion.

I mean….10 years, four powered flights, one wrecked ship, one dead pilot and three dead engineers, close to a half billion spent, and not a single voyage anywhere near space….It’s less of an indictment of space tourism than the entire argument of how much better the private sector can do space than the whole NASA/Big Aero industrial complex.  If NASA had spent this much time and effort and produced so little, everyone would be rightly mocking it.

5 Companies in Trouble

Space News looks at five companies facing serious challenges — Virgin Galactic, Orbital Sciences, Sea Launch, Globalstar and Iridium — and looks at they might meet them. [Top 5 Companies To Watch]

The editors ask the right questions — how much more of his own money will Richard Branson invest, what will aabar investments do? — but unfortuately must rely on Virgin’s public claims about cancellations, new signups, and what comes next. Based on the company’s previous claims, what I’m hearing here in Mojave, and Branson’s desultory press conference in Mojave the day after the accident, such claims should be viewed with serious skepticism.

Another Look Inside VG

Virgin Galactic’s official media partner, NBC News, has an article about how Virgin Galactic’s engineers are dealing with the loss of SpaceShipTwo. You can find Alan Boyle’s story on the NBC News website.

17.Nov 2014 | 22:38

Kometenlander Philae - Datenauswertung hat begonnen

Nach dem Abschluss seiner Primärmission und dem am vergangenen Samstag erfolgten Übertritt in einen Schlafmodus hat mittlerweile die Auswertung der Daten begonnen, welche der Kometenlander Philae im Verlauf der letzten Woche von der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko zur Erde übermittelt hat. Bereits jetzt zeigt sich, dass die an der Mission beteiligten Wissenschaftler eine reiche Ernte eingefahren haben, was den Erfolg dieser Mission bestätigt.
16.Nov 2014 | 16:00

Marsrover Opportunity ist wieder auf Südkurs

Der Marsrover Opportunity hat die mehrwöchigen Untersuchungen eines kleinen Einschlagkraters beendet und konnte seine Fahrt mittlerweile trotz einiger zwischenzeitlich aufgetretener Probleme fortsetzen. Das nächste Forschungsziel - ein mit dem Namen Marathon Valley belegtes Tal - befindet sich in einer Entfernung von derzeit noch etwa 1500 Metern und soll bereits in wenigen Wochen erreicht werden.
15.Nov 2014 | 18:17

Raumsonde Cassini: Der Orbit Nummer 211 hat begonnen

Am 15. November 2014 begann die Raumsonde Cassini ihren mittlerweile 211. Umlauf um den Planeten Saturn. Den Höhepunkt dieses neuen Orbits bildet ein für den 10. Dezember 2014 vorgesehener naher Vorbeiflug der Raumsonde an dem Saturnmond Titan. Im Rahmen dieses Vorbeifluges sollen in erster Linie weitere Daten über die Atmosphäre des Titan gesammelt werden.
15.Nov 2014 | 13:11

EFT-1: Ab zum Startplatz

Nachdem die Montage des Startabbruchsystem abgeschlossen wurde, wurde am Mittwoch das neue Raumschiff der US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA zu dem Startplatz für seinen Erstflug transportiert: Orion. Seine Trägerrakete vom Typ Delta IV Heavy ist bereits fertiggestellt, vor kurzem wurde eine Simulation des Countdowns durchgeführt. Orions zukünftiger Träger, das Space Launch System, macht ebenfalls einen Schritt in Richtung Erstflug mit Modifikationen der Endmontagehalle, genannt VAB, und der Produktion weiterer Flughardware.
15.Nov 2014 | 00:18

Wissenschaft auf 67P/Tschurjumov-Gerasimenko - Update

Nach einer erstaunlichen Landung auf dem Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko und einem etwas ungünstigen Landeplatz des Lander Philae gibt es nun Daten der Instrumente. In einem Hangout am Freitagnachmittag gab die ESA neue Informationen bekannt. Arno Hecker war für uns wieder am ESOC. - Update: Philae sendet Daten bis zum Schluss und schließt die Primärmission erfolgreich ab.
17.Nov 2014 | 11:08

Eine Woche? DIE WOCHE!

Die vergangene Woche war schlicht der Hammer. In meiner Position als Vorstandsvorsitzender gibt es häufig intensive Erfahrungen, insbesondere begeistern mich immer wieder die Leistungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich mit vollem Engagement für ihre Sache und damit für das DLR einsetzen.
07.Nov 2014 | 15:58

Umzug auf "Außerirdisch"...

Letzte Crew Conference mit Alexander GerstDie letzten Tage im Weltall für Alex sind angebrochen - und sie halten noch einige Höhepunkte für ihn bereit: Seit gestern sitzt sein "Astronauten-Klassenkamerad" Luca Parmitano an der CAPCOM-Konsole in Houston. Er ist dort zwar noch in der Ausbildung, darf aber unter Anleitung schon mit seinem Kollegen auf der Internationalen Raumstation ISS sprechen.
06.Nov 2014 | 16:10

Unsere Videoreihe "Fragen an einen Astronauten" geht weiter

Fragen an einen astronauten - Reinhold EwaldGestern und heute haben wir die dritte und vierte Folge unserer kleinen Produktion "Fragen an einen Astronauten" veröffentlicht und bis zur Landung des deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst hören wir nicht damit auf.
05.Nov 2014 | 15:26

Ein letzter Blick - Abschied von Mascot

Die letzten Handgriffe sind getan und die letzten Funktionstests beendet. Nach der erfolgreichen Integration von Mascot auf dem Trägersatelliten Hayabusa-2 in Sagamihara, fanden noch letzte Vorbereitungen am Startplatz des Tanegashima Space Center in Japan statt.
03.Nov 2014 | 11:56

Eine sehr bewegte Zeit...

Philae landet auf dem Kometen"If everything is under control you are just not (driving) fast enough", dieses Zitat wird vielen zugeschrieben, beispielsweise auch dem Rennfahrer Stirling Moss. Mir dient es in diesen Tagen als kleine Beruhigung in einer durch viele unterschiedliche Themen geprägten und mich sehr beanspruchenden Zeit.
19.Nov 2014 | 22:15

Jähn, Nespoli & Co in Meckpomm

Ich hab eine schlechte Nachricht für Sie: Sie haben die 30. Raumfahrttage in Neubrandenburg verpasst. Das ist echt bitter. Rekapitulieren wir mal kurz im Überblick, was Sie da versäumt haben. Und außerdem noch gleich zur Einleitung: Das Ereignis „Raumfahrttage Neubrandenburg“ schließt automatisch auch immer die Orte Neustrelitz und Peenemünde mit ein. Alles im schönen MeckPomm gelegen. In der Nordostecke der Republik.

ESA Astronaut Paolo Nespoli mit Schülern im Schoollab des DLR Neustrelitz

ESA Astronaut Paolo Nespoli mit Schülern im Schoollab des DLR Neustrelitz. CR Berhard Tietz/RC

Am Donnerstag, dem 13. November fand im School-Lab des DLR in Neustrelitz der traditionelle Jugendtag der Raumfahrttage am dortigen DLR-Standort statt. Trotz des Mottos "Jugendtag": Erwachsene durften sich da durchaus auch blicken lassen und fanden spannende Experimente der Nachwuchswissenschaftler vor. Hauptperson dort war neben dem ESA-Astronauten Paolo Nespoli vor allem Barbara Zelon, die Kommunikationsdirektorin des Orion-Programms der NASA. Die beiden ließen sich von den jungen Experimentatoren deren Arbeiten präsentieren und erzählten über ihre Projekte.

Am Freitag gab es erstmals – anlässlich des 30. Jubiläums der Raumfahrttage – zwei parallele Veranstaltungen. Eine in Peenemünde, die andere in Neubrandenburg. In Peenemünde konnten die Besucher an einer der sehr seltenen Führungen im Gelände des ehemaligen Prüfstandes VII teilnehmen. Ein historischer Ort, denn von hier aus gelang am 3. Oktober 1942 der erste erfolgreiche Start einer A4, der damals in eine Höhe von über 84 Kilometer führte. Später wurden dort bei Versuchsflügen Höhen bis in 175 Kilometer Höhe erzielt.

Modell des Prüfstandes VII im Museum im Kraftwerksbau von Peenemünde.

Modell des Prüfstandes VII im Museum im Kraftwerksbau von Peenemünde. Die Abgasschurre ist links neben der Rakete unterhalb des Prüfstandsgerüstes zu erkennen. Credit: Bernhard Tietz/RC

Ebenfalls erstmals (und vielleicht auch schon wieder das letzte Mal) gab es auch eine Führung über das Gelände des Prüfstandes VIII. Von dort aus wurden während des Krieges die Versuche für die Flugabwehrrakete Wasserfall durchgeführt. Das etwas eigenwillige museumspädagogische Konzept in Peenemünde ist daraufhin ausgerichtet, die Prüfstände verfallen zu lassen und sie schließlich der Natur zu übergeben. Zum Entsetzen ausnahmslos aller ausländischen Gäste, die dort mitten im wuchernden Wald etwas hilflos nach optischen Anhaltspunkten des Geburtsort der weltweiten Raumfahrt suchen. Schon in wenigen Jahren wird hier nichts mehr von dem zu sehen sein, was sich hier einst abspielte. Eine Restaurierung der Anlage ist weder vorgesehen noch gewollt.

Der heutige Zustand des Prüfstands VII. Die Abgasschurre ist das einzige Merkmal der Anlage neben dem umgebenden Erdwall, das heute noch identifizierbar ist.

Der heutige Zustand des Prüfstands VII. Die Abgasschurre ist das einzige Merkmal der Anlage neben dem umgebenden Erdwall, das heute noch identifizierbar ist. Bild: Bernhard Tietz/RC

Im Museum in Peenemünde, im alten Kraftwerksbau des Versuchsgeländes, hielt dann die deutsche Raumfahrtlegende Siegmund Jähn einen Vortrag vor etwa 200 Besuchern einen Vortrag zum Thema „Deutsche Beiträge zu Raketenentwicklung und bemannter Raumfahrt“.

Wer sich weniger für die Vergangenheit, sondern eher für die ferne Zukunft der Raumfahrt interessierte, für den gab es an diesem Freitag im 80 Kilometer entfernten Neubrandenburg das „Forum Space 3000“. Für die Lust am wilden Spekulieren sorgten Vorträge wie „Höchste Zeit für die Zukunft – Technologie im 26. Jahrhundert und wo stehen wir heute“ vom DLR Programm-Manager Volker Schmidt, oder „Antimaterie – Eine Bestandsaufnahme“ von Professor Dr. Dieter Herrmann von der Leibnitz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin.

Star Wars meets contemporary Astronauts. In der Mitte Paolo Nespoli und Siegmund Jähn.

Star Wars meets contemporary Astronauts. In der Mitte Paolo Nespoli und Siegmund Jähn. Bild: Bernhard Tietz/RC

Mit dem gegenwärtigen Stand der Raumfahrttechnik und dem Blick in die unmittelbare Zukunft beschäftigte sich die „Klassik-Veranstaltung“ in Neubrandenburg am Samstag und am Sonntag. Besonderes Interesse fand dabei die Präsentation von Barbara Zelon, zum Stand des Orion-Programms, das über den cislunaren Raum zu Asteroiden und letztlich auch zum Mars führen soll. Aber auch deutsche Industrievertreter von OHB, Astrium und den Mittelständlern präsentierten Meinungen, Visionen und Aktualitäten. Am Sonntag stand Rosetta im Mittelpunkt des Interesses. Ulrich Köhler vom Institut für Planetenforschung des DLR Berlin berichtete über „Die ESA-Mission Rosetta - eine unglaubliche Reise zum Kometen 67P". Köhler feilte bis zur letzten Sekunden an seinem Vortrag, so brandaktuell war die Story. Auch die Ausführungen zu TerraSarX von Egbert Schwarz vom DLR Neustrelitz, die Entwicklungsaktivitäten der DGLR-Nachwuchsgruppen und das Neueste zum Stand der Raumfahrt in China fanden großes Interesse. Der Saal platzte aus allen Nähten, und die Veranstalter hatten zu tun, um zusätzliche Stühle herbeizuschaffen.

Paolo Nespoli bei der Podiumsdiskussion

Paolo Nespoli (rechts) bei der Podiumsdiskussion. Bild: Bernhard Tietz/RC

Sie sehen: Ein Besuch der Neubrandenburger Raumfahrttage lohnt sich immer, egal ob man „Profi“ oder interessierter Laie ist. Es gibt nicht sehr viele Veranstaltungen die nach dem Prinzip der offenen Konferenz gestaltet, und gleichzeitig extrem hochkarätig besetzt sind. Dieses Konzept gibt den Besuchern die Möglichkeit, mit Raumfahrern, Projektleitern, Wissenschaftlern und Gleichgesinnten zu reden und Persönlichkeiten der internationalen Raumfahrt, die man sonst nur aus den Medien kennt, persönlich zu begegnen.

Von links: Volker Schmid, Sigmund Jähn, Paolo Nespoli und Barbara Zelon

Von links: Volker Schmid, Sigmund Jähn, Paolo Nespoli und Barbara Zelon. Bild: Bernhard Tietz/RC

Und nun die gute Nachricht: Wer die 30. Raumfahrttage versäumt hat, bekommt im Herbstnächsten Jahres eine neue Chance. Die 31. Raumfahrttage werden am dritten Novemberwochenende 2015 stattfinden. Halten Sie sich dieses Datum schon mal frei.

31.Oct 2014 | 20:17

SpaceShip2 bei Testflug zerstört

Zufällig war ich eben dabei, eine Antwort auf zwei Leserkommentare zu diesem Artikel hier zu tippen. Die Diskussion bewegte sich dabei vom ursprünglichen Thema (Absturz der Antares-Rakete) hin zur suborbitalen privaten Raumfahrt. Die Worte, die ich grade dabei war zu formulieren, waren die folgenden:

„Ich will hier nicht missverstanden werden. Ich bin durchaus der Meinung, dass tödliche Unfälle in dem Business so sicher auftreten werden, wie das Amen in der Kirche. Alles andere wäre unrealistisch“.

Einige Teile des SpaceShip2 schlugen in dieser Straße ein.

Einige Teile des SpaceShip2 schlugen in dieser Straße ein. Credit: EyeTV

Nebenbei liefen in meiner Timeline die Tweets von Virgin Galactic zum Status des aktuellen SS2-Testflugs durch. Zunächst in optimistischem Ton gehalten. Dann eine Pause. Schließlich das Statement von Virgin:

#SpaceShipTwo has experienced an in-flight anomaly. Additional info and statement forthcoming.

SpaceShip2 war an diesem Nachmittag dabei, den ersten raketengetriebenen Testflug seit neun Monaten durchzuführen. Insgesamt war es aber schon der 55. Flug und der 35. Freiflug dieses Vehikels. Bei diesem Einsatz sollte ein neuer Treibsatz für das Hybrid-Triebwerk erstmals im Flug erprobt werden, der in den Monaten zuvor bei Bodentests problemlos funktioniert hatte. Dieses Mal ging aber offensichtlich irgendetwas schrecklich schief. Augenzeugen berichteten, dass das Raketentriebwerk zunächst zündete, dann gleich wieder erlosch und dann erneut zündete. Kurz darauf, so wird berichtet, wäre das Vehikel auseinandergerissen worden.

Diese ersten Stellungnahmen wurden schon bald darauf relativiert. Offensichtlich war die Zündung des Triebwerks normal erfolgt und es war auch zumindest für einige Sekunden problemlos gelaufen. Dann trat ein "desintegrativer" Prozess ein, der sehr heftig ablief, aber keine Explosion des Treibsatzes gewesen sein muss. Die Zusammensetzung dieses "Treibsatzes" - der Festkomponente des Hybridtriebwerkes - ist in diesem Jahr geändert worden, nachdem Scaled Composites und Virgin Galactic mit dem Abbrandverhalten und den Leistungswerten unzufrieden waren. Sie bestand vorher aus Hydroxyl-Terminiertem Polybutadien (HTPB) und jetzt einem Stoff der als "Thermoplastic Polyamid" bezeichnet wird. HInter dieser recht allgemeinen Bezeichnung verbirgt sich im wesentlichen Nylon. Der Oxidator, Lachgas (Distickoxid oder N20), blieb der selbe, muss aber mit der geänderten Festkomponente unter wesentlich höherem Druck in die Brennkammer eingebracht werden. Aus diesem Grund wurden in SS2 in den letzten Monaten ein modifizierter Oxidatortank in den Rumpf und zusätzliche Druckspeicher in den Flügeln eingebaut.

Der Beleg, dass das Vehikel zwar die Flügel - oder Teile davon - verlor, aber strukturell - was den Rumpf betrifft - offensichtlich noch zusammenhielt, ist darin zu sehen, dass einer der Piloten noch aussteigen konnte. Nachdem das Vehikel zum Zeitpunkt des Unfalls in einer Höhe von weit über 15 Kilometern - möglicherweise bis zu 20 Kilometern - und mit Überschallgeschwindigkeit geflogen sein muss, ist ein Ausstieg ohne Schleudersitze und Raumanzug (beides befindet sich bei SS2 nicht an Bord) nicht möglich. Das Verlassen des Vehikels ist nur möglich, wenn man sich abschnallt, zur Luke geht (oder kriecht), diese manuell öffnet und sich dann hinausfallen lässt. Der Ausstieg muss somit in einer Höhe von deutlich unter 10 Kilometern und bei relativ niedriger Geschwindigkeit erfolgt sein, andernfalls ist er nicht überlebbar.

Ein Anfangsverdacht (aber das ist in dieser frühen Phase hoch spekulativ) richtet sich daher auf einen möglichen Bruch des Oxidatortanks, der Drucktanks oder des Leitungssystems zu diesen.

VG Bild 5 - Zündung

Abwurf und Zündung verlaufen offensichtlich normal... CR USA Today

Auch die erste Beschleunigungsphase sieht normal aus...

Auch die erste Beschleunigungsphase sieht normal aus... CR USA Today

VG Bild 5 - Desintegration

Der Desintegrationsprozess - Die Flügelenden reißen ab. Das Triebwerk läuft nicht mehr, der Treibsatz glüht aber noch nach. CR USA Today

Das Ausgasen eines Stoffes (wahrscheinlich der Oxidator) läuft weiter. Die abgerissenene Flügelenden trudeln weg.

Das Ausgasen eines Stoffes (wahrscheinlich der Oxidator) läuft weiter. Die abgerissenene Flügelenden trudeln weg. CR USA Today

Hier die Kette der Ereignisse, wie ich sie am Abend des 31. Oktober im Antwort-Teil zum oben genannten Artikel chronologisch berichtet habe. Die erste Meldung ist - in Unkenntnis der Schwere des Vorfalls - noch in recht lakonischem Ton gehalten.

18:44 Uhr: Sieht ganz so aus, als würde unsere Diskussion grade in der Praxis durchgespielt werden. Beim heutigen SS2-Testflug hat es ein massives Problem gegeben. Noch ist nichts weiter bekannt.

18:45 Uhr: Inoffizielle Meldungen (derzeit eher noch Gerüchte) besagen, dass SS2 oder WK2 oder beide abgestürzt sind. Noch keine offizielle Bestätigung. Im Kern County sind Feuerwehr und Hubschrauber unterwegs.

18:58 Uhr: SS2 ist abgestürzt. Es wird von einem großen Trümmerfeld berichtet. Und dass einer oder zwei Fallschirme gesichtet wurden. Die Informationslage ist aber derzeit chaotisch. Jeder berichtet vom anderen. Die Urquellen sind spärlich.

19:07 Uhr: Die "Inflight-Anomaly" scheint nach der Zündung des Raketenmotors aufgetreten zu sein. Ein lokaler Radiosender berichtet von "einem Überlebenden" und "einem Vermissten". Der "Überlebende" wurde wohl schon abtransportiert. Es soll mittlere Verletzungen erlitten haben.

19:15 Uhr: Es ist jetzt wohl vollständig bestätigt. Beim heutigen Testflug von SS2 (kein Passagierflug, da war Virgin noch eine Ecke davon entfernt) ist das Fluggerät abgestürzt. Zumindest einer der Piloten ist in Sicherheit, nachdem er mit dem Fallschirm abgesprungen ist. Das Schicksal des zweiten Piloten ist unbekannt. "Quellen" behaupten, es wären zwei Fallschirme sichtbar gewesen. Gerüchte kommen auf, es wäre noch eine dritte Person an Bord gewesen. Bei allen bisherigen SS2-Testflügen war bisher nur ein einziges Mal eine dritte Person an Bord.

20:00 Uhr: Das sieht sehr böse aus. Eine verlässliche Quelle (Doug Messier) berichtet vom "Trümmerfeld" und dass einer der Piloten noch im Wrack sitzt. Er berichtet weiter...SpaceShipTwo dropped. From what I could tell, motor fired and then stopped then fired again. I think that's what happened...

Virgin gibt gerade bekannt, dass WK2 (das Trägerflugzeug) in der Zwischenzeit sicher gelandet ist.

Inzwischen berichtet auch die kalifornische Highway-Patrol von einem Toten und einem Leichtverletzten.

20:50: Es ist offiziell. Es waren zwei Piloten an Bord und nicht drei, wie einige Quellen vorübergehend behaupteten. Einer der beiden Piloten ist tot. Der andere wird als mittelschwer verletzt bezeichnet.

Die Namen der beiden Piloten sind noch nicht bekannt gegegben worden. Bei Scaled Composites, das die Testflüge im Auftrag von Virgin durchführt, gibt es insgesamt vier Piloten, die das SS2 aktuell fliegen (insgesamt waren es mal sieben). Vier weitere Piloten haben Flugerfahrung mit dem SS2 bei Virgin Galactic. Erstflüge bei Konfigurationsänderungen, so wie hier, wurden in der Vergangenheit immer entweder von Mark Stucky oder Pete Siebold als leitendem Piloten geflogen.

Ich führe diesen Beitrag weiter, ergänze und berichtige ihn, so bald sich Neuigkeiten ergeben. Es ist wichtig, zu beachten, dass manches von dem was hier in der Eile der ersten Momente niedergeschrieben wurde, sich später als falsch herausstellen kann.

Nachtrag 1: Die Namen der beiden Crew-Mitglieder sind nun veröffentlicht worden. Der überlebende Pilot ist Pete Siebold. Mike Alsbury kam ums Leben.

Dieses Bild wurde nach dem ersten Gleitflug von SS2 im Jahre 2010 aufgenommen. Diesen Flug absolvierten ebenfalls Pete Siebold und Mark Alsbury.

Dieses Bild wurde nach dem ersten Gleitflug von SS2 im Jahre 2010 aufgenommen. Diesen Flug absolvierten ebenfalls Pete Siebold und Mike Alsbury. Er ist hier der zweite von links. Pete Siebold steht auf diesem Foto ganz rechts außen. Credit: VirginGalactic 2010

Nachtrag 2: Der 39-jährige Mike Alsbury wird als "Fatality" bestätigt. Branson behauptet, ihn nicht persönlich zu kennen (I never met him), obwohl sie auf dem Foto oben nur eineinhalb Meter voneinander entfernt stehen. Es soll auch noch einen weiteren You-Tube Film geben, in dem die beiden miteinander sprechen. Eine erste Pressekonferenz des NTSB kann hier verfolgt werden, ist aber nicht sonderlich gehaltvoll. Bransons Rede an die Presse ist hier zu sehen.

Nachtrag 3: Erste Analysen des NTSB deuten darauf hin, dass die "Fatality" gegen ende der Brennphase aufgetreten sein muss. Die Trümmer des Fluggerätes sind auf dem Boden auf einer gerade Strecke von acht Kilometern Länge verteilt. Die leichtesten Teile (Tail Booms - die beweglichen Flügelende) lagen am Anfang dieser Strecke. Die kompaktesten und schwersten (Triebwerk) ganz am Ende. Dies deutet eher auf ein Auseinanderbrechen bei hohen aerodynamischen Kräften hin als auf eine Explosion. Hier ein Film vom Unfallort, freigegeben vom NTSB.

In dieser Grafik ist zu erkennen, wie der "Feather"-Mechanismus funktioniert. Die Flügel, die im "normalen" Flug gestreckt sind wie bei jedem gewöhnlichen Flugzeug, werden dabei für die Wiedereintrittsphase in die tieferen Schichten der Atmosphäre nach oben geklappt. CR Virgin Galactic

In dieser Grafik ist zu erkennen, wie der "Feather"-Mechanismus funktioniert. Die Flügel, die im "normalen" Flug gestreckt sind wie bei jedem gewöhnlichen Flugzeug, werden dabei für die Wiedereintrittsphase in die tieferen Schichten der Atmosphäre nach oben geklappt. CR Virgin Galactic

Nachtrag 4: Die Untersuchungen des NTSB nahmen gestern eine überraschende Wendung. Während sich praktisch alle Experten bislang auf eine mögliche Fehlfunktion von Triebwerk, Oxidator- und Drucktanks konzentriert hatten, gab der Leiter der Untersuchungskommission, Christopher Hart, bei der gestrigen Pressekonferenz ein Statement ab, das ein völlig neues Licht auf den Unfall wirft. Sowohl die Telemetrie, als auch die Auswertung von Bilder einer Bordkamera, die ihre Daten per Funk an den Boden übermittelte, bestätigte, dass Mike Alsbury neun Sekunden nach Beginn der Brennphase, bei einer Geschwindigkeit etwa um Mach 1,0 den sogenannte „Feather-Mechanismus“ entriegelte. Die Telemetrie gab an, dass sich in diesem Moment die Parameter von „locked“ auf „unlocked“ änderten. Zwei Sekunden später begannen sich die Außenflügel in die „deployed“ Position zu bewegen. Unmittelbar danach riss die Telemetrie ab.

Der „Feather“-Mechanismus stellt im normalen Flugprofil NACH einem angetriebenen Flug, wenn das Fluggerät das Apogäum überschritten hat, die Außenflügel vertikal nach oben. Dies verändert den Schwerpunkt des Vehikels und gibt ihm in dieser Phase Eigenstabilität, ähnlich einem Federball. Die Entriegelung selbst löst normalerweise keinerlei weitere Aktion aus. Es ist lediglich ein erster Schritt, um das Hochklappen der Flügel vorzubereiten. Es muss danach noch ein weiterer Hebel bewegt werden, um den Feather-Mechanismus tatsächlich zu aktivieren. Die Aufteilung dieses Vorgangs in zwei Schritte wurde gerade deshalb eingeführt, um ein unbeabsichtigtes Auslösen zu verhindern.

Die Filmauswertung ergab, dass Alsbury diesen zweiten Schritt tatsächlich nicht getan hat. Somit muss die Aktivierung aus noch unbekannter Ursache von selbst erfolgt sein. Das Hochstellen der Flügelenden bewirkte, dass das Fluggerät im Überschall-Luftstrom herumgeworfen wurde und auseinanderbrach. Über Alsburys Beweggründe, den Mechanismus früher als in den Prozeduren angegeben zu entriegeln, oder ob es Bestandteil der durchzuführenden Tests war, ist derzeit noch nichts bekannt (oder bekannt gegeben worden).

Christopher Hart berichtete weiterhin, dass es keinerlei Hinweise auf ein Versagen des Treibsatzes oder der Oxidatortanks gäbe. Beide seien vollständig intakt auf dem Boden aufgefunden worden. Es gäbe keinerlei Anzeichen eines Durchbrennens oder irgendwelcher Brüche oder Risse.

Und um eine Frage von @benneedsholiday zu beantworten, die über Twitter hereinkam: Ein klassischer Flugdatenrekorder (Blackbox) wie in einem Verkehrsflugzeug befindet sich nicht an Bord von SS2. Der Flug wurde von insgesamt acht Kameras aufgezeichnet. Drei davon waren in WhiteKnight2, fünf im SpaceShip2. Es gibt eine Reihe von Speichermedien an Bord, die möglicherweise den Absturz überstanden haben. Ein datenreduzierter Videostream wird direkt zur Erde übermittelt. SS2 ist darüberhinaus mit einer aufwendigen Sensorik bestückt, die ihre Daten als Telemetrie in „Echtzeit“ zur Erde sendet.

Wichtig ist: Es ist noch bei weitem zu früh, um aufgrund von Einzelinformationen bereits Hypothesen aufzustellen (wiewohl die Mainstream-Medien ab morgen alle Schuld dem Piloten geben werden). Alles was man derzeit tun kann, ist die Dinge zu schildern wie sie sind, ohne sie zu bewerten.

Nachtrag 5: Einen Artikel über die neuesten Entwicklungen in der Absturzuntersuchung finden Sie im Raumfahrt- und Astronomieportal "Der Orion", das ich zusammen mit Maria Pflug-Hofmayr betreibe.

29.Oct 2014 | 12:50

Desaster auf Wallops Island

Antares_Explosion_Initial CR Parabolicarc

Explosion der Antares 130 mit dem Cygnus CRS Orb 3 Raumschiff "SS Deke Slayton" wenige Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe. CR Parabolicarc

Ob man das Cygnus-Raumschiff CRS ORB-3, das gestern auf der Startanlage von Wallops Island in einem spektakulären Feuerwerk endete, unbedingt nach dem verstorbenen Astronauten Deke Slayton (USS Deke Slayton) benennen musste, wurde schon im Vorfeld diskutiert. Zugegebenermaßen weder besonders hitzig, noch besonders ernsthaft. Eher mit mild-ironischem Hinterton. Slayton war während der bemannten Raumfahrtprogramme Mercury, Gemini, Apollo und Skylab der Chefastronaut der NASA. Er hat in dieser Funktion mehr Trägerraketen explodieren sehen als die meisten anderen Menschen auf diesem Planeten. Als er sich nach seiner NASA-Zeit selbst im Startbusiness versuchte, gab es mit seinem Satellitenträger Conestoga 1620 am 23. Oktober 1995 wenige Sekunden nach dem Start eine Explosion, die mindestens so spektakulär war, wie die von gestern. Und Slayton war raus aus dem Business, denn einen weiteren Start konnte er sich nicht leisten.

Fehlstarts von Trägerraketen sind – sofern sie sich in der unmittelbaren Nähe der Startrampen ereignen – ungemein dankbare Ereignisse für die Mainstream-Medien denen in der Regel selbst das grundlegendste Basiswissen zum Thema Raumfahrt fehlt. Insbesondere die Boulevardpresse fabuliert dann gerne weitab jeglicher fachlicher Ahnung begeistert drauflos, mischt wenige Fakten mit vielen Mythen, übt sich in freiem Erfinden oder aber - wenn sie es tatsächlich eigentlich richtig wüsste (siehe Bild unten) - berichtet dann halt einfach anders, weil es gar so schön ist. Gibt es dann noch einen Zusammenhang mit der Internationalen Raumstation, umso besser.Screenshot 2014-10-29 10.35.33

Manche Fehlstarts sind ähnlich spektakulär wie der gestrige Fall. Beim verunglückten Start einer Proton M Briz M vom kasachischen Weltraumbahnhof Russlands in Baikonur schlug im Juli 2013 die Trägerrakete sogar einen Purzelbaum, bevor sie nur wenige hundert Meter von der Startrampe entfernt detonierte.

Weltweit finden jährlich etwa 80 Orbitalstarts statt. Der jahrzehntelange Durchschnitt an Startversagern schwankt zwischen 3 und 6 jährlich. In diesem Jahr gab es vor dem Antares-Start zwei davon. Eine betraf wieder einmal eine Proton M Briz M in Russland, bei der ein russischer Inlands-Kommunikationssatellit verloren ging. Das blieb in der allgemeinen Presse völlig unbeachtet. Der andere Fall betraf eine weitere russische Rakete, nämlich eine Sojus STB „Fregat“. Dieser Fall wurde von den Medien aufgegriffen. Allerdings nur, weil bei diesem Fall zwei europäische Navigationssatelliten betroffen waren (die auf einer falschen Bahn abgeliefert wurden). Hätte es sich um einen russischen Navigationssatelliten gehandelt, der „Normalbürger“ hätte nichts davon erfahren.

Der größere Teil der Fehlstarts erreicht noch nicht einmal die Rubrik „Vermischtes“ im Weltteil der Zeitungen. Sie ereignen sich abseits der gut einsehbaren Startrampen und es gibt keine spektakulären Bilder. Das Ergebnis ist aber jedesmal genau das gleiche: Verlust der Mission.

Übrigens ist es auch im Betrieb der Raumstation nicht der erste Fall, dass ein Versorgungsraumschiff einen Fehlstart erleidet. Das gab es schon einmal vor drei Jahren, als bei Progress M-12M die dritte Stufe versagte, und die Lieferung zur ISS nicht stattfand.

Jeder einzelne Fehlstart einer Großträgerrakete ist teuer. Beim gestern gescheiterten Antares-Start liegen wir mit etwa 220 Millionen Dollar im unteren Mittelfeld. Verloren gingen gestern unter anderem 727 Kilogramm wissenschaftliche Ausrüstung, 728 Kilogramm so genannte „Crew Supplies“ darunter vor allem 617 Kilogramm an Nahrungsmitteln. Weitere 637 Kilogramm waren Ausrüstungsgegenstände für den Betrieb der Raumstation, unter anderem Ersatzteile für Raumanzüge, Computer und Handbücher. Außerdem waren noch eine ganze Reihe von so genannten Cube-Sats mit an Bord, Mini-Satelliten, die von Bord der Raumstation aus in der Umlaufbahn hätten abgesetzt werden sollen.

Für den Betrieb der Raumstation ist das ein herber Verlust. Es ist aber weit davon entfernt, in irgendeiner Form existenzgefährdend zu sein. Selbst ohne jede weitere Versorgung hätten die Vorräte der Station noch bis in den März hinein gereicht. Aber bereits heute mittag hat das nächste Versorgungsschiff an der ISS angelegt, nämlich Progress M-25M. Danach folgt der nächste Frachter schon am 7. Dezember, ein Dragon von SpaceX. In den kann man einiges von dem hineinpacken, das gestern von Cygnus CRS ORB-3 nicht transportiert werden konnte.

Starts von Großraketen sind teuer und gefährlich. Das liegt vor allem an der Seltenheit des Ereignisses Raumfahrt, der hohen Komplexität des Vorganges und den extremen Bedingungen unter denen diese Maschinen arbeiten müssen. Wegen dieser Seltenheit und den daraus resultierenden wenigen Starts kann man hier praktisch nie auf völlig ausgereifte Produkte zurückgreifen, bei denen die fast unvermeidlichen Anfangsfehler abgestellt sind. Der gestern gestartete Cygnus war der dritte seiner Art. Die Antares-Rakete flog erst zum fünften Mal.

So wird es auch weiterhin zu Fehlstarts kommen. Das ist teuer und bitter für die Experimentatoren, die ihre teuren Geräte verlieren. Aber solange keine Menschen dabei zu Schaden kommen, so wie gestern, ist es nichts weiter als Sachschaden.

27.Oct 2014 | 10:01

Vier Tage Raumfahrt im hohen Norden

Das Traditionslogo der Neubrandenburger Raumfahrttage.

Das Traditionslogo der Neubrandenburger Raumfahrttage.

Zwischen dem 13. Und 15. November werden in diesem Jahr zum 30. Mal wieder die legendären Raumfahrttage in Neubrandenburg stattfinden. Sie sind eine unerreichte Mischung aus Familientreffen für Raumfahrtfans, Reminiszenzen an die Raumfahrtgeschichte (unter besonderer Berücksichtigung der Ost-Raumfahrt), Vorträgen über die neuesten Zukunftsaspekte, Diskussionsforen mit Fachleuten und Raumfahrern, Signierstunden, und vor allem auch dem persönlichen Kennenlernen von Astronauten und Kosmonauten.

Was letztere betrifft: In diesem Jahr sind die Raumfahrt-Ikone Sigmund Jähn und der ESA-Astronaut Paolo Nespoli an Bord.

Das Programm ist heuer dicht wie selten zuvor. Am Donnerstag findet der Jugendtag im DLR-Standort Neustrelitz statt. Etwa 100 Schülerinnen und Schüler werden im School-Lab des Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt ab 14:00 Uhr ihre Projekte vorstellen. Paolo Nespoli wird ihnen und den anderen Besuchern dabei von seinen beiden Missionen zur ISS berichten.

Am Freitag gibt es zwei sehr unterschiedliche, parallele Veranstaltungen in Neubrandenburg und im Historisch-Technischen Museum Peenemünde. Und – nebenbei sei das eingeschoben – wer in Peenemünde mit dabei ist, hat eine der immer seltener werdenden Gelegenheiten, die Überreste des legendären Prüfstandes 7 zu besichtigen, der für das normale Publikum nicht zugänglich ist. Bei dieser Veranstaltung auf Usedom wird Sigmund Jähn auch einen Vortrag halten.

Das Kontrastprogramm dazu läuft zeitgleich im Radission in Neubrandenburg mit dem „Forum Space 3000“, das sich mit der ferneren Zukunft der Raumfahrt auseinandersetzt.

Am Samstag und Sonntag findet die „Klassik-Veranstaltung“ in Neubrandenburg statt. Mit Referentinnen und Referenten unter anderem von der NASA, von Lockheed, dem DLR, der OHB AG, dem DGLR und ebenfalls mit Sigmund Jähn und Paolo Nespoli. Das Ganze läuft an diesen beiden Tagen wieder unter bewährter Moderation (nämlich meiner).

Das Programm finden Sie hier. Und wenn Sie jetzt Lust auf ein paar Tage Raumfahrt bekommen haben, dann können Sie sich hier anmelden.

19.Oct 2014 | 10:08

SpaceX: Patentgefecht mit Blue Origin

Unterschiedlicher könnten die Positionen mal wieder nicht sein. Auf der einen Seite SpaceX, das Unternehmen von Elon Musk. Auf der anderen Seite Blue Origin, die Privat-Weltraumagentur von Amazon-Eigentümer Jeff Bezos. Space X hat schon eine ganze Reihe von Erfolgen zu verzeichnen und mausert sich mehr und mehr zum Platzhirschen in der Szene der privaten Raumfahrt. Blue Origin muss seine Fähigkeiten erst noch unter Beweis stellen.

Das Landeverfahren, das Blue Origin sich patentieren lassen hat, stammt womöglich gar nicht von Blue Origin.

Das Landeverfahren, das Blue Origin sich patentieren lassen hat, stammt womöglich gar nicht von Blue Origin.

Dieses Mal geht es um Patente. SpaceX verzichtet bewusst auf jegliche Patentanmeldung und lädt die Konkurrenz sogar noch ein, die von ihnen entwickelten Verfahren und technischen Lösungen selbst zu verwenden, und zwar kostenfrei. Das tut SpaceX natürlich nicht wegen seiner karitativen Gesinnung, sondern einfach deswegen, um damit den Markt zu öffnen. Eine möglichst breite Anwendung kostengünstiger Raumtransportverfahren, so ist sich Elon Musk sicher, wird automatisch auch bei ihm zu Zuwächsen im Raumtransport-Business sorgen. Vor allen Dingen, wenn man die Konkurrenz soweit abgehängt hat, wie er.

Blue Origin steht dagegen auf dem exakt gegensätzlichen Standpunkt. Jeff Bezos versucht die erhoffte künftige Marktherrschaft unter anderem dadurch zu gewinnen, dass er selbst noch das trivialste vermeintlich von ihm und seinen Ingenieuren entwickelte Verfahren zum Patent anmeldet. Und genau darüber ist nun ein Streit zwischen Musk und Bezos entstanden.

Es ist keineswegs das erste Mal, dass SpaceX und Blue Origin einen hitzigen Disput ausfechten. Im letzten Jahr versuchte Jeff Bezos Elon Musk daran zu hindern, die ehemalige Shuttle- (und Apollo-) Startanlage 39A am Kennedy Space Center von der NASA zu übernehmen. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, erhob Blue Origin damals eine Klage beim U.S. Government Accountability Office (GAO). Das sollte der NASA verbieten, Musk die alleinigen Nutzungsrechte an der Startanlage zu vergeben. Bezos kam damals damit allerdings nicht durch. Elon Musk unterstellte Blue Origin daraufhin indirekt böswillige Absichten. Er argumentierte, dass Bezos‘ Firma überhaupt nicht in der Lage sei, den Startplatz in absehbarer Zukunft zu verwenden. Ganz im Gegensatz zu SpaceX, das die Anlage ab 2015 für die Starts der Falcon 9 „Heavy“ von Cape Canaveral aus nutzen will. Musk höhnte damals: … ich halte es für erheblich wahrscheinlicher, im Flammenschacht der Startanlage 39A tanzende Einhörner zu finden, als dass Blue Origin diese Anlage innerhalb der nächsten fünf Jahre tatsächlich nutzen könnte…

Im aktuellen Fall, und damit kommen wir zur Sache, geht es um ein Landeverfahren für wiederverwendbare Erststufen von Trägerraketen. Die Idee dabei ist, dass nach dem Start eines mehrstufigen Vehikels, nach erfolgter Stufentrennung, die erste Stufe in einem gesteuerten Flug mit dem Heck voraus auf einer im Meer verankerten Plattform niedergeht. Dieses Landeverfahren hat sich Blue Origin im Jahre 2011 unter der U.S. Patentnummer 8678321 patentieren lassen. Man kann jetzt spekulieren, welcher Teufel die U.S.-Patentanwälte überhaupt geritten hat, eine derart triviale Skizze und eine sehr allgemein ausgeführten Idee überhaupt als gestandenes Patent durchgehen zu lassen.

Aber man muss sich ohnehin fragen, was für ein bescheuertes Rechtssystem in den Staaten existiert, wenn man nur mal den aktuellen Fall von Red Bull betrachtet. Das Unternehmen wurde kürzlich zu einer Strafe von 14 Millionen Dollar verdonnert, weil ihre Koffeinbrause den Leuten nicht – wie in der Werbung angekündigt – Flügel wachsen lässt.

Wie auch immer: Blue Origin ist tatsächlich noch viele Jahre davon entfernt, dieses von ihnen patentierte Verfahren auch tatsächlich anwenden zu können. Ganz im Gegensatz zu SpaceX. Elon Musk will schon in den nächsten Wochen exakt diese Prozedur erproben. Als Interimslösung, bis das Unternehmen genug Sicherheit gewonnen hat, um ihre Erststufen auf Land und möglichst in der Nähe des Startplatzes wieder zum Boden zu bringen.

Für SpaceX gilt es jetzt also, dieses alberne Patent zu Fall zu bringen, will man nicht ausgerechnet an den Rivalen Blue Origin Lizenzgebühren zahlen. Und da wurde SpaceX überraschend schnell fündig. Es stellte sich heraus, dass ein japanischer Ingenieur namens Yoshiyuki Ishijima dieses Landeverfahren schon elf Jahre vor Blue Origin in einem wissenschaftlichen Papier unter dem Titel „Re-entry and Terminal Guidance for Vertical Landing TSTO (Two Stage to Orbit)“  im Journal des „American Institute of Aeronautics and Astronautics publiziert hatte“. Ohne gleich auf die abwegige Idee zu kommen, wegen dieser vagen Idee ein Patent einzureichen.

Sollte sich herausstellen, das Blue Origin von dieser früheren Idee wusste, oder sie womöglich sogar einfach kopiert hat, könnte das Patent sogar im ziemlich byzantinischen US-Rechtssystem angefochten werden. Schau mer mal, was daraus wird.

22.Nov 2014 | 23:47

Weitere größere Artikel

60 Jahre Sternwarte Hoher List: So wurde in Bonn gefeiert … Auch 60 Jahre Observatorium Hoher List gefeiert und 60 Jahre später: “Ehemaligen-Treffen” der Sternwarte Hoher List sowie Bonner Astronomen erinnern an das Observatorium Hoher List.

Planetentagung auf Burg Rothenfels – vielleicht nicht zum letzten Mal. Und ab jetzt immer im Herbst.

So war das bei der Landung von Philae … in Köln und Philae-PK in Köln – und eine Print-Überraschung – Raumfahrt-Geschichte vor der Haustür, quasi.

Fast 200 Besucher auf der 33. BoHeTa: ein paar Highlights aus Bochum.

Kürzere Artikel

Nebulöse Morgensonne (mit Flecken) – die zurückgekehrte Riesengruppe ist geschrumpft.

David Levy in Bochum! (Wieder-)Begegnung zwischen Tür und Angel.

Konferenz-”Teilnahme” über 8 Zeitzonen hinweg, um das Neueste von Rosetta aus Tucson zu saugen. Via Twitter.


21.Nov 2014 | 23:44

Irgendwo im blauen Streifen ist Philae gelandet …

 

consert1

… oder vielleicht auch in der grünen Zone: Das ergibt sich aus der bisherigen Analyse des Radarexperiments CONSERT, beim die Pulse zwischen Philae und dem Orbiter hin- und herliefen, sowohl direkt als auch durch den Kometenkern hindurch. Jetzt weiß OSIRIS immerhin, in welchem Areal gesucht werden muss. Auch zusammenfassende Videos der ganzen Landung von der ESA (oben) und EuroNews (unten), eine DLR-PM zu den ROLIS-Bildern, von denen es nun zwar das ferne in 3D aber die ganz nahen und v.a. nach der Landung weiter nicht zu sehen gibt, eine ESA-PM zur Mission Rosettas danach und Artikel hier, hier und hier.

consert2

Ein neu verarbeitetes Galileo-Bild des Jupitermonds Europa hat die NASA zusammen mit einem Werbevideo zum Ozean unter der Kruste veröffentlicht. Derweil ist der neue Mars-Orbiter MAVEN in einem Safe Mode gelandet (mehr), kaum dass er mit der wissenschaftlichen Arbeit begonnen hatte.

GRB-jagender Satellit Swift jetzt zehn Jahre im Einsatz

Und in dieser unterhaltsamen Mini-Doku der NASA beschreiben die Wissenschaftler des besonders “flinken” Satelliten, wie sich das anfühlt, wenn jederzeit ein Alarm kommen kann (einer wollte gerade den Thanksgiving-Truthahn …). Auch ein weiteres Video zu Swifts wichtigsten Entdeckungen und Press Releases hier und hier.

A spiral in a furnace

Ein uraltes HST-Bild der Balkenspirale NGC 986 – noch mit der 2009 ausgebauten Kamera WFPC2 aufgenommen – hat die NASA heute verbreitet, trotzdem nett. Auch Supernova-Reste von Chandra, ein Konferenz-Jux zum Satelliten WFIRST im Stil heutiger Astro-Preprints, die Startvorbereitungen für den Satelliten DSCOVR (kaum zu glauben, aber er fliegt nun wirklich – die Idee war Al Gore im Präsidentschafts-Wahlkampf 2000 gekommen) – und der deutsche CubeSat UWE-3 funktioniert auch nach einem Jahr noch.

consert5

Expedition 42 Soyuz Rollout

Rollout der Soyuz für den nächsten Crew-Start zur ISS

am Sonntag, bei dem für die ESA Samantha Cristoforetti an Bord sein wird; das Video machte ein anderer ESA-Astronaut. Auch Artikel hier und hier – und hier, hier (teilweises Transkript) und hier weitere Interviews mit bzw. ein Konferenz-Auftritt von ihrem Vorgänger Alex Gerst.


18.Nov 2014 | 22:25

Allgemeines Live-Blog vom 18. bis 20. 11. 2014


20. November

nav1117

Von der ersten Kometen-Landung gibt es ein Sound-File

von den CASSE-Sensoren des SESAME-Experiments während der ersten kurzen Bodenberührung, das zwar nur 2 Sekunden lang ist, aber auch dem sich einiges über die Kometenoberfläche lernen lässt: Erst setzt Philae auf einer mehreren Zentimeter dicken, weichen Schicht auf, dann treffen die Füße einige Millisekunden später auf eine harte, vielleicht eisige Schicht – so hat es später auch MUPUS gesehen. Insgesamt drei Mal landete Philae, bis er auf der Kometenoberfläche stehenblieb und die nächsten Messungen beginnen konnten – so “hörte” das Cometary Acoustic Surface Sounding Experiment auch das Hämmern der Thermalsonde MUPUS. Vermutlich wackelte der Lander bei diesem Hämmern leicht und bekam mit verschiedenen Sohlen Kontakt zum Boden, denn das MUPUS-Signal wurde nicht in allen Füßen gleichzeitig von CASSE registriert. Auch die beiden weiteren Instrumente des Surface Electric Sounding and Acoustic Monitoring Experiments, DIM und PP, konnten während den mehr als 60 Stunden Betrieb von Philae Daten zur Erde senden. Der Dust Impact Monitor stellte fest, dass Churyumov-Gerasimenko an der Landestelle am Rande eines Kraters derzeit nicht aktiv ist, denn er registrierte kein einziges Teilchen: In der unmittelbaren Umgebung des Kometen – oben ein neues NavCam-Bild vom 17. November aus 42 km Entfernung – befinden sich wohl nur wenige aufgewirbelte Staubpartikel. Die Permittivity Probe schickte von einer der Fußsohlen Wechselströme unterschiedlicher Frequenz durch den Kometenboden und konnte feststellen, dass sich zumindest unter einem Teil von Philae eine größere Menge Wassereis befindet. Ferner wurde heute bekannt, dass der Abstand vom Kometen Ende Januar zeitweise bis auf 5 km verringert werden soll; auch ein lebhaftes Interview mit dem PI von COSAC, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein umfangreiches ‘Ask me anything’ mit ESA-Experten (in dem auch eine Frage dieses Bloggers zur Lage Philaes auf der Oberfläche von Valentina Lommatsch detailliert beantwortet wird) und noch ein Philae-Scherz. Sowie Verlängerungen für 10 ESA-Missionen, ein Update zu Curiosity – und das britische Mond-Crowdfunding (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr Links) hat nach den ersten 44 Stunden bereits 258’000 Pfund eingesammelt, fast die Hälfte der ersten Zielsumme. [21:05 - Ende]

sol20

Die wiedergekehrte einst große Gruppe geht jetzt durch den Zentralmeridian der Sonne, zu einer ‘Löwentatze’ geschrumpft und – bis auf einen M-Flare – weitgehend inaktiv: Bilder auch vom 18.11. und 17.11. (mehr, mehr und im Vergleich mit der letzten Runde). Derweil hat sich ein vermeintlicher Bolide über Russland (mehr und mehr und ein Video) durch ein weiteres Video klar als Explosion unter den Wolken erwiesen. Auch Spekulationen über Raketentrümmer in Australien, Werbung für Globe@Night, ein Interview zum Int’l Year of Light 2015 – und Fortschritte beim Galileium in Solingen. [19:05 MEZ]


19. November

ros-orb

Rosetta wieder im “Routine”-Betrieb als Kometenorbiter

Nachdem die Mission von Philae schnell zuende ging (wobei immer noch unklar ist, was der Bohrer genau ereichte), hat sich der Rosetta-Orbiter wieder dem Normalbetrieb zugewandt: der “comet escort phase”. Markiert wurde das Ende des Ausnahmezustands Philae durch den Umzug der Flugkontrolle vom Hauptraum des ESOC in einen kleineren, von wo Rosetta zunächst in einen 30-km-Orbit manövriert wird: Bisher hatten alle Bahnen mit den Vorbereitungen der Philae-Landung zu tun, jetzt gibt die Wissenschaft den Ton an. So wird es am 3. Dezember noch einmal für 10 Tage auf 20 km hinab gehen, bevor man zu 30 km zurückkehrt. Über die weitere Bahnentwicklung bestimmt die Entwicklung der Aktivität von C-G – allerdings wird ab Anfang 2015 auch wieder periodisch nach Signalen von Philae gelauscht. Auch drei Stückchen von Vangelis für Philae, die Reise von Bennu, den OSIRIS-REx heimsuchen wird, der Status von Curiosity, das Überleben von Bakterien in der Foton-Kapsel, künftige Bodenfeuchte-Forschung mit SMAP – und wie Nachtaufnahmen der Erde bei der Flut-Forschung helfen: Viel Licht ist ein guter Indikator für dichte Besiedlung. [23:55 MEZ]

Fulminanter “Lunar Mission One”-Start – reicht der Atem?

Seit genau 17 Stunden wird für die Planungsphase des privaten britischen Mondprojekts (s.u.) gesammelt, und schon ist fast ein Viertel der geforderten 600’000 Pfund für “the most inspirational lunar project since the Apollo landings” (Eigenwerbung) zusammen: Eine energische Social-Media-Kampagne, fügsame Medienberichte mit kaum kritischen Fragen und der Nachhall des Philae-Dramas haben wohl das ihre getan. Auch fällt auf, dass die höchste Spendenkategorie von 5000 Pfund gleich siebenmal gebucht wurde und eine für 1200 Pfund 21-mal; am populärsten mit 674 Buchungen ist natürlich die 60-Pfund-Kategorie, ab der eine jener ‘digital memory boxes’ inklusive ist, auf deren Verkauf auch die spätere Finanzierung der eigentlichen Mission aufbauen soll. Auf einer inszenierten Konferenz-Präsentation heute (alt.) gab es wenig Details zu dieser oder auch dem Businessplan zu hören: Es wurde aber betont, dass die Wissenschaft am Mond-Südpol im Zentrum stehe und die lunare Zeitkapsel mit nämlichen ‘boxes’ darin v.a. der Finanzierung diene – während gleichzeitig der Bildungs-Aspekt des Ganzen betont wurde. Mit einer gewaltigen internatiomalen Marketing-Kampagne ist ab Ende des Jahrzehnts zu rechnen, wenn es mit dem Bau der Hardware ernst wird: Die Lunar Mission One ist ein großes soziales Experiment, ob man mit der Eitelkeit mehr oder weniger betuchter Massen etwas Großes finanzieren kann, unter Wahrung eines seriösen Profils … Auch frühere Artikel hier (mit Experten-Meinungen: So was gab’s noch nie, also weiß keiner, wie es ausgeht), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und heute begann gleich noch ein Mondflug-Crowdsourcing, mit weit weniger Wirbel und entsprechend Erfolg. [18:00 MEZ]

Deuterium/Wasserstoff-Ratio in C-G viel größer als irdisch!

Eine bedeutende Entdeckung des Instruments ROSINA auf Rosetta ist quasi nebenher bekannt geworden, obwohl sie nun wirklich Aufsehen verdient hätte: Das Isotopenverhältnis von Deuterium und Wasserstoff in der Koma des Kometen C-G liegt deutlich über dem Wert in den Ozeanen der Erde – und sogar noch über dem Wert aller anderen Kometen, wo es bestimmt werden konnte. Von denen hatte nur Hartley 2 einen irdischen Wert gezeigt, alle anderen lagen auch darüber. Der erneute Ausreißer nach oben von C-G stützt die Vermutung, dass das Wasser der Erde eben nicht von Kometen sondern eher von Asteroiden stammt: Der äußere Hauptgürtel käme dafür in Frage, wo sich Eis unter der Oberfläche lange gehalten haben könnte. Und auch heute noch zuweilen Asteroiden aktiv werden und Hauptgürtel-Komet spielen. Auch russische Anteilnahme am Schicksal Philaes. [2:50 MEZ] Das von manchen bereits als Fehlschlag abgebuchte APXS-Experiment auf Philae hat möglicherweise doch Kometen-Staub gemessen: “Der Austausch mit den anderen Teams der Mission wird hier in den nächsten Wochen und Monaten Aufklärung bringen, sodass hoffentlich ein Gesamtbild über die Lage und Position des Landers und schließlich auch über die Situation auf dem Kometen entsteht.” Auch Artikel hier, hier und hier. [14:45 MEZ] Morgen veranstaltet die ESA ein ‘Ask me Anything’ zu Rosetta – die lassen auch keine Social-Media-Methode aus. Zugabe: ein Manga über Hayabusa 2 und MASCOT, eine Art Verwandten Philaes. [16:55 MEZ]

Britisches Mondlander-Projekt will Planung crowdfunden

Viel Geheimnistuerei und gleichzeitig Wirbel in sozialen Medien, aber die Realität, die ab dieser Minute verraten werden darf, ist eher bescheiden: Hinter der britischen “Lunar Mission One” verbirgt sich erst einmal nur der Versuch, binnen eines Monats 600’000 Pfund (770’000 Euro) per Crowdfunding einzutreiben, um damit detailliertere Vorarbeiten für eine Mondlandung in der Nähe des Südpols bezahlen zu können. Wie dann die eigentliche Mission – bei der in zehn Jahren 20 bis 100 Meter tief nach lunarem Urgestein gebohrt werden soll – finanziert werden möge, dazu bleiben diesem Blog vorab zugegangene Werbematerialien eben so vage wie zu irgendwelchen technischen Details und der wissenschaftlichen Motivation: “Following the development phase, funded by Kickstarter, the remaining funding requirements of the project will primarily be met through sales of digital memory boxes to the general public, as well as through public sector and commercial backing.” Besagte ‘memory boxes’ sind dabei “for inclusion in a 21st Century time capsule that will be sent to and buried in the Moon as part of Lunar Mission One.” Das Projekt ist bereits sieben Jahre in Vorbereitung und besitzt die Unterstützung von zwei britischen Universitäten, einer Raumfahrtfirma und allerlei Weltraum-Promis – doch ob es eine Chance hat, die (nirgends auch nur grob bezifferten) Kosten für Lander wie Rakete aufzubringen, ist kaum abzuschätzen. Private Initiativen, zum Mond zu fliegen, hat dieser Blogger über die Jahre schon viele kommen und gehen sehen: Angekommen ist davon allein der Lunar Prospector – aber erst, nachdem dieser einfache Orbiter nach vielen Wirren zu einer Mission mutiert war, die komplett von der NASA bezahlt wurde. Kühn sind die Briten jedenfalls: Sie glauben, durch den Verkauf der “memory boxes” – bei denen es sich um Dateien und keine realen Schachteln handelt – nicht nur die Mission locker stemmen zu können, sondern auch noch einen Profit einzufahren. “We’ve undertaken market research in the UK and the USA which demonstrated a strong interest in the mission and the digital memory boxes,” schreiben sie: “Based on the findings, we are able to predict around 1% of the global population who can afford the product will purchase a digital memory box. This delivers a mid-point projected revenue of £3billion.” Eventuelle Überschüsse sollen dann in Bildungsprojekte gesteckt werden. Leuchtendes Vorbild ist dabei die Londoner Industrieausstellung 1851, die v.a. durch Kleinspenden finanziert wurde. [1:00 MEZ] Ein Promo-Video, die Kickstarter-Seite und ein Artikel, nach dem die Mission rund 500 Mio. Pfund kosten würde – und die größte Hoffnung auf Einnahmen darauf basiert, dass Leute auch ein Haar mit zum Mond schicken und dafür 200 statt 60 Pfund für die rein digitale ‘box’ zahlen. [1:15 MEZ] Weitere Artikel hier und hier – wo die haarige Mondreise (natürlich flöge nur etwas extrahierte DNS) “50 Pfund oder so” kosten soll. [2:25 MEZ]


18. November

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MUPUS-Messung: Hartes Kometeneis unter Staub mit -170°C

Weitere Erkenntnisse des MUPUS-Instruments auf Philae wurden heute präsentiert, die bei dem heroischen Hämmern auf die Kernoberfläche gewonnen wurden. In der Nacht vom 13. auf den 14. November 2014 war die Thermalsonde MUPUS vom sogenannten “Balkon” des Landers – das heißt von der nach vorne geöffneten Instrumentenbucht an der hinteren Seitenwand von Philae – ausgefahren worden und sollte sich rund 40 cm in den Kometenboden hämmern: Dies misslang, obwohl die Hammerleistung sukzessive auf die höchste Stufe gefahren und der Mechanismus dabei zerstört wurde. “Aus Vergleichsmessungen im Labor haben wir abgeschätzt, dass die Thermalsonde wahrscheinlich unter einer zehn bis 20 Zentimeter dicken Staubschicht auf eine Schicht gestoßen sein muss, die eine Festigkeit wie die von Eis haben sollte”, sagt MUPUS-PI T. Spohn. Der Infrarotsensor des Instruments habe eine geringe thermische Trägheit der aufliegenden Staubschicht festgestellt. “Das Team geht davon aus, dass unter der sehr porösen Staubschicht Eis ansteht.”

Dieses Eis enthalte wahrscheinlich Staub und könne selbst durchaus auch porös sein, aber über Jahrhunderte bis Jahrmillionen thermisch gesintert, also immer wieder durch Temperatur-Schwankungen mehr und mehr zusammengebacken worden sein. An diesem Eis hat MUPUS eine Temperatur von circa minus 170 Grad Celsius gemessen, während der Sensor am Balkon noch -153°C angezeigt hatte. Der Infrarotsensor der Sonde hatte schon während des Anflugs und während der Sprünge über dem Kometenboden Daten registriert. Auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Storify der MUPUS-Tweets, Bilder aus dem ESOC, ein Reddit – und hier, hier und hier mehr oder weniger gelungene humoristische Bezüge. Plus eine geologische Karte aus Dawn-Daten von Vesta, der Beginn der Forschung von MAVEN, die Bedeutung von MOM, die Geschichte des Wassers auf dem Mars, neue HST-Beobachtungen von Europa – und hier, hier, hier, hier und hier Rätselraten über russische Satelliten-Experimente. [22:25 MEZ]


17.Nov 2014 | 21:38

Das hat Philae wissenschaftlich schon erreicht

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Hier kommt der Kometenlander angeflogen (unten) – und hier hat er gerade seinen ersten großen Sprung begonnen (oben; ganz rechts), nachdem er zum ersten Mal den Kometenkern berührt hatte (oben; links): die ersten Aufnahmen der OSIRIS-Kamera von der Ankunft Philaes, dessen aktuellen Standort sie freilich immer noch nicht entdeckt hat. Die Detailauflösung der Bilder beträgt 28 cm/Pixel, die quadratischen Insets auf der Aufnahme haben eine Kantenlänge von 17 m. Besonders interessant erscheint das Foto der Landestelle um 16.43 Uhr MEZ: Im Vergleich zu der Aufnahme um 16.18 Uhr ist deutlich eine Veränderung der Oberflächenstruktur zu sehen, und tatsächlich hat Philae um 16.34 Uhr den Kometen zum ersten Mal berührt: Sind dies etwa Abdrücke der Landebeine? Ebenfalls heute präsentiert wurden die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die Philae bei seinem kurzen Batteriebetrieb in schräger Lage gewinnen konnte: Mehr als 60 Stunden hatte Philae dennoch kontinuierlich gearbeitet und bei jeder Funkverbindung Daten geschickt.

Fest wie Eis ist Churyumov-Gerasimenko, schätzt das Team der Thermalsonde MUPUS (Multi-Purpose Sensors for Surface and Sub-Surface Science), deren Sonde sich in den Kometen hämmern sollte und dies bekanntlich nicht konnte. Auch das Team des SESAME-Experiments (Surface Electrical, Seismic and Acoustic Monitoring Experiments) kann bereits jetzt bestätigen, dass Churyumov-Gerasimenko bei weitem nicht so weich und fluffig ist, wie man es angenommen hatte: Die Festigkeit der Eisschicht unter einer Staubschicht am ersten Landeplatz ist überraschend hoch. Das Instrument CASSE, das in den Füßen des Landers sitzt, wurde bereits beim ersten Abstieg eingeschaltet und registrierte deutlich die Landung beim ersten Kontakt mit dem Kometen. Aus den weiteren Daten sollen die mechanischen Eigenschaften von Churyumov-Gerasimenko abgeleitet werden. Zwei weitere Instrumente von SESAME lassen auf eine derzeit noch geringe Aktivität des Kometen an dieser Landestelle sowie auf eine größere Menge Wassereis unter dem Lander schließen.

Als letztes der zehn Instrumente an Bord von Lander Philae wurde der Bohrer SD2 aktiviert, der Bodenproben für die Instrumente COSAC und PTOLEMY zur Verfügung stellen sollte. Sicher ist, dass der Bohrer ausgefahren wurde und alle Arbeitsschritte abarbeitete, um eine Probe in den dafür vorgesehenen Ofen zu transportieren, und auch COSAC funktionierte wie geplant – leider hat sich aber gerade herausgestellt, dass keine Bodenprobe hinein gelangte (und bei PTOLEMY war es gar nicht erst versucht worden). Allerdings konnte COSAC bereits nach der Landung die Atmosphäre “erschnüffeln” und die ersten organischen Moleküle aufspüren. Weitere Daten gibt es von der Kamera ROLIS, die auch am endgültigen Standort Aufnahmen machen konnte (die aber nicht gezeigt wurden), und dem Radarexperiment CONSERT: Dabei befanden sich Lander und Orbiter auf unterschiedlichen Seiten des Kometen und durchleuchteten gemeinsam den Kometenkern, um ein dreidimensionales Profil zu erstellen.

Mit den CONSERT-Messungen verabschiedete sich Philae auch in den Winterschlaf, nachdem die Energie seiner Primärbatterie wie berechnet erschöpft war. “Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass Philae wieder Kontakt mit uns aufnimmt und wir erneut die Instrumente betreiben können”, sagt Lander-Projektleiter Dr. Stephan Ulamec vom DLR: Hat sich die wiederaufladbare Sekundärbatterie des Landers durch die Sonneneinstrahlung wieder aufgewärmt, meldet sich Philae selbstständig und das Team des Lander-Kontrollzentrums am DLR nimmt seine Arbeit an den Steuerkonsolen erneut auf. Ein Vorteil des schattigeren Landeplatzes an einem Kraterrand: Lander Philae wird bei der Annäherung an die Sonne nicht so schnell überhitzen, sondern von der stärkeren Sonneneinstrahlung profitieren. Dafür drehte das Lander-Kontrollteam Philae in der Nacht vom 14. auf den 15. November 2014, so dass dass größte Solarpaneel nun in Richtung Sonne ausgerichtet ist.

Wahrscheinlich im Frühjahr 2015, schätzt Ulamec, kann das Lander-Kontrollzentrum des DLR wieder mit Philae kommunizieren und eine kurze Rückmeldung erhalten, wie es dem Lander auf Churyumov-Gerasimenko geht. Im Sommer 2015 könnten dann auf dem Kometen Temperaturen herrschen, die es Philae erlauben, seine Batterie aufzuladen und ein zweites Mal wissenschaftliche Daten gewinnen: dann freilich auf einem wesentlich aktiveren Kometen nahe dem Perihel. Auch ein Glückwunsch vom NASA- an den DLR-Chef, Artikel – auch zu allerlei Themen am Rande der Mission – hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein 27-minütiges Radio-Feature vom Landetag und noch ein cooler MUPUS-Scherz zum Hammer auf Maximum. [NACHTRÄGE: der Komet mit Gemini, mehr Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier – und die tolle BBC-Doku von gestern]

insight

Das soll der nächste Mars-Lander der NASA werden: InSight bei den Vorbereitungen für Tests vor dem Start 2016. Auch MAVEN als Relais, Erkenntnisse von Curiosity und Opportunity (mehr), Chinas Visionen eines Marsrovers, die Atmsphären-Tunker des Venzs Express, ein neues Erde/Mond-Bild von Chang’e-5 T1 in der Extended Mission, Cassinis Ozeanographie des Titan, Spitzer-Beobachtungen an einem jungen Quasi-Sonnensystem (mehr), ein neuer STScI-Chef für WFIRST-AFTA, weitere Rettungsbemühungen für STEREO B, die Anhebung der Orbits der gestrandeten Galileos, neue Bodenstationen für COSPAS – und die Zukunft der Ariane wird klarer.

Ein 10-Minuten-Video mit den Highlights von Blue-Dot

Also der Mission von Alexander Gerst, der auch eine erste Pressekonferenz gegeben hat: PMn von DLR und BMWi, Artikel hier und hier und die rustikale Rückkehr per Soyuz. Auch russische Gerüchte über den Bau einer nationalen Raumstation ab 2017 [NACHTRAG: mehr Links], die Ankunft der ersten Orion, die später mit ATV-Technologie fliegen wird (Artikel hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier und hier] und mehr Links), weiter Streit um die Asteroid Redirect Mission – und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier zur Untersuchung des SpaceShipTwo-Unfalls (Siebold weiß nichts) und den Folgen.


14.Nov 2014 | 19:45

Allgemeines Live-Blog vom 14. bis 16. 11. 2014


16. November

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Rosettas NavCam sah Philae während des ersten Hüpfers!

Wir wissen zwar immer noch nicht, wo sich Philae – im Tiefschlaf – jetzt befindet, aber auf dem bereits unten gezeigten NavCam-Bild, das kurz nach der ersten Bodenberührung entstand, haben mehrere Betrachter Philae und seinen Schatten auf dem Boden entdeckt (mehr und mehr): Damit wird sich immerhin besser abschätzen lassen, in welche Richtung der Lander davon hüpfte. Auch Artikel hier (früher, noch früher), hier, hier = hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, hier, mehr Links, eine brilliante BBC-Doku zur Landung, die gerade lief und hoffentlich bald anderweitig verfügbar ist, eine Jux-Umfrage – und ein neues Internet-Mem, das auf den Killer-Modus des MUPUS-Hammers anspielt. [23:55 MEZ - Ende]

bolidmap

556 Feuerkugeln in den 20 Jahren 1994 bis 2013 zeigt diese Karte, die auf Daten “by U.S. government sensors” basiert: Nach dem Kontext der Veröffentlichung kann es sich dabei nur um die IR-Sensoren von Frühwarnsatelliten handeln. Die in die Atmosphäre eingedrungenen Asteroidchen maßen zuvor zwischen 1 und 20 Meter und explodierten – mit der Ausnahme des Chelyabinsker – folgenlos in der Atmosphäre: siehe diesen detaillierten Artikel zu den Hintergründen und der Statistik. Auch die Vermessung des Paares Patroclus & Menoetius einer Sternbedeckung, ein Zeitraffer eines Persistent Trains – und die zurückgekehrte große Fleckengruppe heute und gestern. [18:35 MEZ]


15. November

mupus

Und hier kommt … die erste echte Wissenschaft von Philae!

Und zwar in den letzten Minuten gezwitschert aus einem fahrenden Zug von einem Mitglied des MUPUS-Teams, ganz offiziell, wobei es zunächst. um den Thermal Mapper ging: Der sieht bei der Wand, vor der Philae liegt, einen starken Temperaturgang mit der Beleuchtung. Im Schatten ist die Wand sehr kalt, wird dann rasch wärmer und dann auch wieder kälter: Sie muss aus einer “fluffy substance” bestehen. Woraus die besteht, darüber kann man nur spekulieren, feine Mineralkörner vielleicht und organische Substanzen porös wie Zigarrenasche. Der Penetrator wurde ausgefahren und dabei plötzlich viel kälter: “Might have hit a pile of stuff on the way out”. Nach dem Ausfahren bekam übrigens ein anderes Instrument bessere Werte: Die Action könnte die Lage Philaes verändert haben. Beeindruckend: So kann die Kommunikation von Rosetta-Science auch betrieben werden! Weitere allgemeine Artikel noch hier, hier, hier und hier. [19:20 MEZ] Noch mehr MUPUS: Gehämmert wurde zunächst mit der niedrigsten Stärke, dem ‘fluffy material’ angemessen – doch da tat sich nix, auch in den Stufen 2 und 3 nicht: Der Boden ist sehr hart! Das war aus dem Orbit nicht zu erkennen. [19:45 MEZ] Selbst eine extra starke Einstellung – nur mit größter Vorsicht zu verwenden – kam nicht durch, dafür ging der Hammer kaputt! Die Kometenoberfläche ist extrem hart: MUPUS funktionierte, aber der Komet nicht … Schade, dass es keine Daten von unter der Oberfläche gibt, aber die superharte Kruste ist eine Entdeckung, die nur vor Ort möglich war. [20:05 MEZ]

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Im Gedenken auf den schlafenden Philae seine verrückteste Aufnahme von der Oberfläche des Kometen in voller Auflösung – Anklicken liefert alle bisher publizierten CIVA-Produkte mit Erläuterungen in Französisch. Und ein kurzer kurzer Status-Update des DLR zur Wissenschaft, die am Boden absolviert werden konnte. [11:45 MEZ] Ein detailliertes Fazit der ESA (“it is unlikely that contact will be re-established with the lander in the near future” – aber später könnte noch was gehen) und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [13:45 MEZ] Und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – Rosetta wird immer wieder mal nach Philae horchen. Und ein Storify der letzten Nacht. [16:15 MEZ]

Das war’s (erstmal): Philae in Stand-By-Modus gegangen

Zwar sendet der tapfere Lander immer noch, aber alle Instrumente haben sich abgeschaltet. [1:35 MEZ] Doch ein bisschen Houskeeping-Daten kommen immer noch! Die nächste theoretische Funkverbindung gäbe es um 12:00 MEZ; jetzt ist gegen 2:00 MEZ Sense. [1:40 MEZ] Um 1:36 MEZ ist die Funkverbindung abgerissen. [1:45 MEZ] Aber alle Daten der First Science Sequence wurden übertragen! [1:50 MEZ]

bonne

“Gute Nacht, Philae!” aus dem Kontrollraum in Köln. [1:55 MEZ] Ein ESA-Update zur Lage: “Unser Lander schläft”. Auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und Philae bleibt Thema. [9:25 MEZ] Mehr Artikel hier, hier und hier. [11:35 MEZ]

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Der grafische Beweis: Der Bohrer ist runter und wieder rauf gegangen! Da kommt Freude auf. Und Philae hat sich um 35° gedreht, wie kommandiert. [0:15 MEZ] Überhaupt macht Philae alles, was verlangt wurde. [0:30 MEZ] Die Entwicklung des Lade-Zustands – das Ende ist nahe – und ein Artikel. [0:40 MEZ] Das Ende kommt schnell näher. [0:45 MEZ] Warten … Das Signal war schon weg, kam aber wieder. [0:55 MEZ] Und ROLIS hat noch ein Bild geschickt, nach der Drehung. [1:00 MEZ] Und jetzt kommen auch noch CONSERT-Daten runter. [1:05 MEZ] Das Kommunikations-Fenster dauert noch ca. 45 Minuten, und die Daten fließen weiter, nun von CONSERT – für das Radarexperiment wird die letzte Energie verwendet. [1:10 MEZ]


14. November

bang

Plöpp! Hier wirbelte Philae beim 1. Aufsetzen Staub auf

Diese NavCam-Aufnahme wurde gerade – zusammen mit Vorher- und Nachher-Frames veröffentlicht: Wie schon aus den ROLIS-Bildern ermittelt, traf Phile praktisch perfekt das Zentrum der Landeellipse! Schön wär’s gewesen. Auch bedauerliche Kunde vom APXS, was sehr ärgerlich ist – und ein weiteres Live-Blog bis zum Schluss. Von Philae scheint derweil kurz ein Signal empfangen worden zu sein, aber nun ist es wieder weg. [23:20 MEZ] Ha, jetzt strömen Daten von COSAC – Philae lebt! [23:35 MEZ] Und sendet massenweise Daten von COSAC! [23:45 MEZ] Jetzt gilt’s: Die Orientierung Philaes wird verändert, um mehr Sonne einzufangen.Während eindeutig klar ist, dass der Bohrer gut gearbeitet hat – Grund zum Feiern. [23:50 MEZ] Die erfolgreiche Rückmeldung im Rosetta-Blog zusammengefasst. [23:55 MEZ]

uranusIR

Nahinfrarote Keck-Aufnahmen vom Uranus am 6. August bei 1.6 und 2.2 µm, aber der große Sturm konnte bekanntlich auch von Amateuren abgelichtet werden. Auch neue Erkenntnisse zur Rotation des Planeten [NACHTRAG: mehr dazu], die Chemie von Jupiters GRF, die Rückkehr der großen Fleckengruppe auf der Sonne (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und die letzte Runde) – und eine moderat helle neue Zwergnova. [22:30 MEZ]

Ist dies schon Philaes letzter Tag auf dem Kometenkern?

Heute Nacht sollte sich herausstellen, ob die Mission von Philae auf der Oberfläche noch eine Zukunft hat: Kommandos waren letzte Nacht geschickt worden, den Temperatursensor MUPUS und den Bohrer zu aktivieren, und wenn die Batterie noch durchhält, sollte der nächste Downlink Ergebnisse zeigen. Von MUPUS weiß man bereits, dass der Sensor platziert und fleißig gemessen wurde, wobei die Auswertung noch dauert! Auch die Aktivierung des Bohrers gelang. Zuvor waren auch alle wissenschaftlichen Messungen durchgeführt worden, die ohne Bewegungen möglich sind: 80% des ersten Programms sind erfüllt (aber was rauskam, weiß man noch nicht). Während OSIRIS den Lander immer noch nicht gefunden hat. Auch ESA, Planetary Soc. und R.A.S. Releases und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [19:45 MEZ] Es sollen gewagte Versuche unternommen werden, um Philae in eine bessere Position zu bringen. Weitere Artikel hier und hier. [20:20 MEZ] Und hier und hier. [21:45 MEZ]


Hintergrundbilder (c) OEWF