ÖWF / Polares auf einen Blick

14.Aug 2014 | 18:22

Mehr Energie für unsere „Prinzessin“ – AccuPower stellt Lithium-Ionen Akkus zur Verfügung

Durchschnittstemperaturen im Freien von -55°C, harte körperliche Arbeit im Druckanzug mit jeder Menge CO2 Ausstoß, das ist nur ein kleiner Teil der Herausforderungen, die ein Raumanzug am Mars zu bewältigen hat.

Hier auf der Erde entwickelt und testet das ÖWF, als eines von weltweit vier Gruppen, Systeme um für kommende Marsmissionen gerüstet zu sein. Eines dieser Systeme in unserem Analoganzug ist das TCS (Temperature Control System / Temperaturkontrollsystem).
Wie der Name schon sagt, ist es für die Regelung der Temperatur im Anzug verantwortlich, wobei es auch noch einige andere wichtige Aufgaben erfüllt. Zum Beispiel werden die Akkus die den Anzug mit Energie versorgen von diesem System überwacht und bei Bedarf dazu bzw. umgeschaltet. Auch die Spannungsversorgung des OBDH Systems (On Board Data Handling), dem „Gehirn“ der Aouda.X, wird vom TCS aufbereitet und stellt diesem alle notwendigen Spannungen zur Verfügung.

Um eine konstante Temperatur im Anzug zu gewährleisten werden die Lüfter steht´s den Bedürfnissen des Anzugträgers angepasst, nachgeregelt und überwacht. Sollte aus irgendeinem Grund die automatische Regelung ausfallen, kann jederzeit die Steuerung manuell übernommen werden. Zwei Drittel der Leistung, die von den Akkus geliefert wird, benötigen die Lüfter um die notwendige Luftumwälzung um Torso- und Helm Bereich sicherzustellen.

Akku 7S4P von der Firma Accupower
Es werden insgesamt drei Akkus im Analoganzug verwendet, jeder von ihnen liefert ca. 270Wh elektrische Energie und wiegt ca. 1,5kg. Um auf diese Leistungsdichte zu kommen werden seit Juli 2014 spezielle Lithium-Ionen Akkus verwendet, die mit einer intelligenten Ladeelektronik ausgestattet sind um vor Tiefentladung und Überlast zu schützen. Es sind jeweils 7 Zellen in Serie und diese dann 4mal parallel geschalten um eine Spannung von 25.9V zu erreichen.
Wichtig bei der Lithium-Ionen Technik ist auch dass die einzelnen Zellen immer den gleichen Ladezustand aufweisen. Auch um dies muss sich das Anzugteam nicht kümmern, es wird von der Ladeelektronik ständig überwacht und ausgeglichen.

Damit die Akkus ihre volle Leistung entwickeln können werden sie im PLSS (Personal Life Support System) getragen. Dadurch werden extreme Temperaturschwankungen vermieden und es kann eine Simulationszeit von 3-8 Stunden erreicht werden.

Die Energie des Anzuges ist neben CO2 und O2 sowie EKG Messwerten, ein sehr wichtiger Parameter und wird ständig während einer Simulationen überwacht. So hängt auch die Dauer eines EVA‘s (Extra-vehicular activity vulgo „Marsspaziergang“) von der verfügbaren Energie ab. Dies muss auch bei der Planung von Missionen berücksichtigt werden und in den Flugplan einfließen.

Im Juli bekam das ÖWF von der Firma AccuPower Lithium-Ionen Akkus für unsere beiden Mars Analograumanzüge zur Verfügung gestellt. Nicht nur das geringere Gewicht, auch die kleinere Dimension des einzelnen Akkus helfen uns die Anzüge weiterzuentwickeln.

Wir bedanken uns für die tolle Zusammenarbeit mit dem Team von Accu Power und freuen uns auf den ersten Feldeinsatz der neuen Accus im Rahmen der AMADEE-15 Mission im Sommer 2015.

Über AccuPower
AccuPower ist ein international agierendes Unternehmen mit Sitz in Graz, Österreich. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt High-Tech-Produkte im Bereich Lade- und Energietechnik, die weltweit für mobile Stromversorgung eingesetzt werden.
www.accupower.at

27.Jul 2014 | 17:56

Das ÖWF begeistert! Kleiner Beweis?

Anfang Juni sind tausend Gäste und Honoratioren in das Pariser Hauptquartier der UNESCO geladen, um ein halbes Jahrhundert europäische Raumfahrtkooperation zu feiern. Logos, Banners, Präsentationen unterstreichen es in allen Ecken: 1964-2014: 50 Years Serving European Cooperation and Innovation. Dann wird es dunkel, Musik, Atmosphäre, ein bisschen Gänsehaut und sehr viel Weltraum. ESA-Generaldirektoren, Politiker, Astronauten, Industrievertreter, europäische Delegierte und die Mitarbeiter der ESA lauschen starken Geschichten und großen Leistungen aus fünf Jahrzehnten.

Ich sitze weit hinten im Halbdunkel, zwischen vielen Kollegen aus den 20 Mitgliedstaaten der ESA. Es ist ein bisschen auch unsere Feier, hat es geheißen, und obendrein soll es nachher einen festlichen Empfang mit Blick auf den Eiffelturm und das abendliche Paris geben. Wir hören gute und weniger gute Reden, sehen Bilder aus der Frühzeit der ESA und folgend interessiert den Anekdoten von Roy Gibson, dem ersten ESA-Generaldirektor, der mit seinen 90 Jahren wach, klug und verschmitzt auf der großen Bühne sitzt.

Nach der Weisheit des Alters haben die Organisatoren der Show das Feuer der Jugend eingeladen. Drei Teenager entern die Bühne, schlaksiger Schritt, nehmen Platz neben zwei krawattentragenden ESA-Direktoren und dem Moderator Jean-Francois Clervoy, ESA-Astronaut, drei Mal im All mit dem Space Shuttle. Die drei Kids sind stellvertretend für die vielen Kinder von ESA-Mitarbeitern ausgewählt worden, die jährlich das große ESA-Sommercamp bevölkern. Jeder der drei – zwei Mädchen, ein Junge – hat zwei Minuten Zeit um ein Statement abzugeben. Astronaut Clervoy fragt: „So, und was ist Euer bleibender Moment, der Euch für die Raumfahrt begeistert hat? Was war Euer Schlüsselerlebnis? Was bedeutet der Weltraum für Euch?“

Die erste greift zum Mikrofon. Ein Bild erscheint auf der großen Leinwand.
Und ich fahre in meinem Sitz hoch.

Das Foto zeigt die hunderten Teilnehmer des „ESA Space Camp“ aus der Luft aufgenommen, zu einem Riesen-ESA-Logo drapiert auf einer grünen Wiese. Im Gegensatz zu Publikum rund um mich im Halbdunkel kenne ich das Foto ziemlich gut: Es ist ein ÖWF-Foto. Geschossen vom Modellhubschrauber unseres Mitglieds Gerhard Grömer. Während des ESA Space Camp 2013 im Salzburger Land. Die ESA hatte uns vom ÖWF gebeten, zwei Tage mit den Kids – den kleinen (6 bis 11 Jahre) und den großen (12 bis 18 Jahre) – zu gestalten. Die Idee mit dem Hubschrauber war unser kleiner Abschlussgag, die Aufstellung zum Logo unsere Idee. Und auf der Bühne sagt das Mädchen: „Das hier ist ein Foto vom Space Camp letztes Jahr. Das war für mich das beste Space Camp. Wir haben so coole Sachen gemacht, vor allem die Marsmission. Und dieses Foto mit einem kleinen Hubschrauber. Wir haben so viel gelernt und die Foto-Session war einfach genial.“

Die Marsmission. Tja, die kommt mir auch bekannt vor. Vom ÖWF ausgedacht, vom ÖWF ausgeführt: ein gigantisches Wissenschaft-Rollenspiel über 48 Stunden.

Jetzt greift der Junge in der Mitte zum Mikrophon. Neues Bild auf der Leinwand.
Und ich mache große Augen.

Auf dem Foto sieht man einen Raum voller Kids, Action pur, dazwischen weinrote ÖWF-Poloshirts. Ein Schnappschuss mitten aus dem heißen Nachmittag, an dem wir vom ÖWF die großen und die kleinen Teilnehmer auf unsere ausgeklügelte Marsreise mitgenommen hatten. Inklusive Mission Control, Reisestrategie, Quizspiel. Der Junge erzählt: „Mein aufregendstes Weltraum-Erlebnis war eine Marsreise, die man mit uns gemacht hat. Wir mussten lauter Entscheidungen treffen und in Teams arbeiten. Ich war in der Missionskontrolle. Das war richtig stressig. Ich hab vorher nicht gedacht, das Raumfahrt so spannend ist, ich hab’s halt nur von meinen Eltern gekannt, die bei der ESA arbeiten. Aber seit dieser Mission weiß ich dass das alles ziemlich cool ist.“

Ich grinse von einem Ohr zum andern und lehne mich zu meiner Sitznachbarin: „That was us…“, sage ich, „das waren wir.“
Und dann geht das Mikrofon an Chiara, das Mädchen ganz rechts mit dem Pferdeschwanz. Clervoy fragt: „Und dein prägendstes Erlebnis?“

Das Bild, das sie ausgewählt hat, lässt mein Herz nun endgültig bis zum Hals klopfen. Auf der Leinwand erscheint Chiara in unserem Kinderraumanzug, im Hintergrund unseren Astronauten-Hindernis-Parcours mit unserem kleinen Marsrover TOBI, der während der MARS2013-Mission in der Wüste von Marokko im Einsatz war. Auf dem Kinder-Raumanzug sieht die versammelte Prominenz dieses Abends groß und deutlich das ÖWF-Logo prangen. Und Chiara sagt: „Letztes Jahr hatte ich die Chance, mich wie ein Astronaut zu fühlen. Ich musste einen Hindernis-Parcours meistern und einen Marsrover reparieren. Das war unglaublich. Ich werde dieses Erlebnis nie vergessen. Unser Team hat gewonnen, und wir waren so stolz. Wir wissen jetzt wie anstrengend und wichtig eine Marsmission ist. Das war mein bestes Weltraumerlebnis.“

Ich sinke wieder in meinen Stuhl. Klatschen, Astronaut Clervoy lächelt, die drei gehen ab, die Show geht weiter. Aber ich bin jetzt in Gedanken woanders.

Drei Jugendliche aus drei Ländern. Drei Jugendliche im sogenannten „schwierigen Alter“. Und alle drei, befragt was sie für den Weltraum begeistert hat, zitieren unabhängig drei Momente aus den 48 Stunden, die das ÖWF sie vor einem Jahr auf eine Marsmission mitgenommen hat. Sie erzählen davon mit Begeisterung in der Stimme, und sie sind stolz darauf. Das bin ich auch in diesem Moment im dunklen Zuschauermeer; stolz auf das ÖWF und darauf wie wir begeistern können. Und ich denke mir: Es kommt doch alles irgendwann zurück…

02.Jul 2014 | 20:47

Die UNO, der Weltraum und das ÖWF

Jedes Jahr findet bei der UNO im Vienna International Center eine Serie von Konferenzen mit Bezug zum Weltraum statt: das Committee for the Peaceful Uses of Outer Space (COPUOS) trifft sich für zehn Tage im Juni. Im Vorfeld, bereits im Februar bzw. im April, treffen sich die Subcommittees (Unterkomitees) des COPUOS, das Scientific & Technical Subcommittee (“S&T” oder STSC) und das Legal Subcommittee. Organisiert wird diese Serie von Konferenzen vom United Nations Office for Outer Space Affairs (UNOOSA), das seit 1993 seinen Sitz in Wien hat.

COPUOS existiert seit 1958 und kümmert sich um die technische und rechtliche Koordination der internationalen Weltraumaktivitäten: Themen werden wissenschaftlich-technisch und rechtlich im S&T und im Legal S/C vorbereitet, sodann während des vollen Meetings von COPUOS diskutiert, in einen Bericht gegossen und der Generalversammlung der UN zur Beschlussfassung vorgelegt.

Mein erster Kontakt mit COPUOS war im Februar 1994, als ich im Tandem mit dem Piloten des Space Shuttle Ken Bowersox über die erfolgreiche Servicemission zum Hubble Space Teleskop berichtete. Damals wurde der optische Fehler am HST behoben und ich konnte dramatische Bilder zeigen. Wir bekamen hier viel Applaus. In weitere Folge berichtete ich mehrfach für ESA bei COPUOS: über Netzwerke, über Datenarchive und virtuelle Observatorien, und über elektronisches publizieren und Data Mining.

Als ich dann beim ÖWF Mitglied wurde stellte ich fest, dass auch hier Verbindungen zum OOSA bestanden. Das ÖWF hatte das OOSA bei verschiedenen Outreach-Aktivitäten unterstützt. Es kam zu einer gedeihlichen Zusammenarbeit, insbesondere mit Prof. Mazlan Othman, die damals das OOSA leitete. Diese Zusammenarbeit motivierte das ÖWF letztlich dazu, Frau Prof. Othman anlässlich ihres Abgangs aus Wien den Polarstern-Preis zu verleihen.

Es lag daher nahe, im Rahmen von COPUOS über die Aktivitäten des ÖWF zu berichten, insbesondere im Jahre 2013 über die Mission “Mars2013″, die zeitgleich mit dem Meeting des S&T im Februar in der marokkanischen Wüste ablief. Die war für die UN sehr interessant: es zeigte internationale Kooperation auf einem hohen Niveau sowie die Zusammenarbeit mit einem Schwellenland. Ich hielt diesen Vortag im Rahmen der technischen Präsentationen zum Tagesordnungspunkt Human Space Technology Initiative.

Noch aus meiner astronomischen Anfangszeit kannte ich die Problematik der erdbahnkreuzende Asteroiden. Auch COPUOS erkannte das und gründete 2001 die Working Group on NEOs. Als sich zeigte, dass dieses heikle Thema nicht von den Delegierten der Mitgliedsstaaten abgedeckt werden konnte, kam es zur Gründung eines Action Teams, einer Gruppe von Experten. AT-14 kümmerte sich fortan unabhängig vom Zeitplan der Meetings des COPUOS um die Sache. Als dann noch dazu während des Meetings des S&T des COPUOS im Februar 2013 an ein und demselben Tag der Einschlag eines 20-Meter Objekts in Tscheljabinsk, sowie der Vorbeiflug in nur 26.000 km Höhe eines 50-Meter Objektes erfolgte, kam es schlagartig zu einer Aufwertung der Wichtigkeit des AT-14.

Es folgten hektische Aktivitäten. Natürlich wollten wir diese Gelegenheit nicht vorbei gehen lassen und versuchten, das Thema mit der nötigen Dringlichkeit zu versehen. Es wurden zwei Arbeitsgruppen gegründet:

- IAWN (International Asteroid Warning Network) soll aus Observatorien und anderen Organisationen bestehen, die in der Lage sind, NEOs zu entdecken und deren Bahnen zu berechnen. Chair ist das Minor Planet Center (USA). Die Gruppe hat sich im Jänner 2014 konstituiert.

- SMPAG (Space Mission Planning Advisory Group). Besteht aus Organisationen, die in der Lage sind, eine Bedrohung durch NEOs mittels einer Space Mission abzuwehren. NASA, ESA, CNES, ASI, DLR, etc., aber auch Vertreter von Organisationen, die im weitesten Sinn dabei unterstützen können: Secure World Foundation, Space Generation Adivsory Council (SGAC), Association of Space Explorers und andere. Die Gruppe konstituierte sich im Februar 2014 bei ESOC in Darmstadt. Das zweite Meeting war in Wien, anschließend an das AT-14 Meeting des COPUOS im Juni 2014.

Zurück zum ÖWF. Während des S&T im Februar 2014 berichtete Gernot Grömer über die Resultate von Mars2013. Mit dem Legal Subcommitte haben wir ja weniger zu tun, aber als es anlässlich des bevorstehenden Starts der österreichischen Nanosatelliten (TUGSAT und UNIBRITE) zur Abfassung des österreichischen Weltraumgesetzes kam, lieferte Alexander Soucek Input an Frau Prof. Marboe, die österreichische Expertin im Legal S/C.

Zur Zeit sind wir in der Planung des UN/Austria Space Science Workshops im September in Graz involviert. Meine Hoffnung ist, dass wir die in den 90-er Jahren so erfolgreiche Serie von Space Science Workshops fortsetzen können.

- Autor: Rudolf Albrecht, ÖWF Liason zur österreichischen Delegation der Vereinten Nationen

Dieser Artikel ist eine verkürzte Fassung eines ausführlicheren Beitrages im ÖWF Newsletter (Ausgabe Juli 2014).

14.May 2014 | 19:43

Frisch gedruckt! Die MARS2013 – Sonderausgabe von ASTROBIOLOGY

Cover der Special Collection des Astrobiology Journals zu MARS2013Das renommierte Wissenschaftsjournal ASTROBIOLOGY veröffentlichte heute eine Sonderausgabe zur MARS2013 Expedition des ÖWF. In sieben wissenschaftlichen Publikationen, die alle ein strenges internationaler Begutachtungsverfahren durchliefen werden einige der Experimente beschrieben. Nicht alle MARS2013-Experimente sind in dieser Sonderausgabe zu finden, in den nächsten Monaten folgen noch andere Berichte, sowohl in ASTROBIOLOGY als auch anderen Fachmagazinen.

“Mit dieser Special Collection von ASTROBIOLOGY hat das ÖWF und seine Partner wieder gezeigt, dass Mars-Analogforschung aus dem vorwissenschaftlichen Stadium einer neuen Wissenschaft langsam in den Kanon der etablierten Fächer wechselt” meint dazu der ASTROBIOLOGY-Gasteditor und ÖWF-Obmann Gernot Grömer, “und dass das ÖWF und seine Partner, wie etwa das Ibn-Battuta-Center for Exploration in Marokko wissenschaftlich international renommierte Arbeit leisten.”

Zwischen der Expedition und der Publikation ist inzwischen ein Jahr vergangen. Das liegt daran, dass die großen Datenmengen erst ausgewertet und diskutiert werden mussten. Im Rahmen einer -vom österreichischen Wissenschaftsministerium unterstützten- Konferenz an der TU Wien diskutierten die Forscher die ersten Ergebnisse, die wiederum zu den ersten internen Entwürfen für Publikationen führten. Nach einem internen Begutachtungsverfahren entstanden die Publikationsvorschläge für die “MARS2013 Special Collection”, die vom Editor-in-Chief, Dr. Sheryl Cady, begeistert aufgenommen wurden.

Dank des Multi-Mission Datenarchives des Weltraum Forums sind die Daten der Experimente auch weiterhin für die wissenschaftliche Gemeinde zugänglich. – So starten in den nächsten Wochen neue Projekte und akademische Abschlussarbeiten, die etwa einen Vergleich zwischen den Realdaten aus dem Raumanzugsimulatoren und virtuellen Simulatoren vergleichen.

Mehr als 100 -großteils freiwillige- Mitarbeiter aus 23 Nationen beteiligten sich an der Mars-Expeditionssimulation, in Innsbruck wurde ein Missions-Unterstützungszentrum eingerichtet (Mission Support Center), mit Teams für die Flugplanung, Wissenschaftsunterstützung, Medien/Bildungsarbeit, Ground Support und der Missionsleitung, sowie den 17 Experimententeams aus Neuseeland bis in die USA.

Weitere Informationen:

02.May 2014 | 16:00

Astronautentraining für Jugendliche in den USA zu gewinnen

Du bist zwischen 15 und 17 Jahre alt und träumst davon als Astronaut/Astronautin in den Weltraum zu fliegen? Du besuchst eine Schule in Österreich und Naturwissenschaften sowie English machen dir keine Angst? Dann mach mit beim Wettbewerb und gewinne eine Woche (19. – 25. Juli 2014) im Spacecamp der NASA in Huntsville (Alabama).

Mehrere ÖWF Mitglieder – darunter etwa Reinhard Tlustos (Flight Director bei der ÖWF Mars Analog Simulation in Marokko) oder Bianca Neureiter (MediaCom bei der ÖWF Mars Simulation in Rio Tinto Spanien) – haben dieses Programm bereits absolviert und waren von dieser Trainingswoche begeistert. Bianca Neureiter meint etwa

“Das Space Camp war für mich eine einzigartige und unvergessliche Möglichkeit, in die Welt der Raumfahrt einzutauchen und sich eine Woche lang wie eine richtige Astronautin zu fühlen. “

Den ganzen gibt es hier zum Nachlesen: Bianca Neureiter berichtet von Ihren Erlebnissen im International Space Camp 2010

Wie macht man mit?

  • Nimm ein 2-4 minutiges Bewerbungsvideo auf Englisch von dir auf (auch gerne mit deinem Handy) und überzeug die Jury, warum gerade DU das Zeug zum Astronauten/Astronautin hast und daher unbedingt das Space Camp 2014 besuchen muss

Oder

  • Mach ein Video auf Englisch über ein bereits durchgeführtes Projekt bzw. Projektidee zum Thema „Raumfahrt“

Was ist das Space Camp?

Gegründet wurde dieses Camp im Jahre 1990 mit dem Ziel, junge Menschen aus aller Welt zusammenzubringen, um ihnen die Entwicklungen der Raumfahrt vorzustellen. Angeboten wird ein Einblick in das Raumfahrtprogramm und die Astronautenausbildung der NASA sowie ein Trainingsprogramm an Simulatoren. Im NASA Space Camp trainiert man ein Woche lang wie Astronauten und schließt das Training mit einer simulierten Space Shuttle Mission ab.

Was kann man gewinnen?

Die beiden besten Beiträge gewinnen jeweils ein Ticket zum Space Camp in den USA inkl. 500 € Reisekosten. Der Aufenthalt inkl. Unterkunft & Verpflegung sind beim Space Camp kostenlos.
Ein Wettbewerb gestiftet von bmvit, Österreichischer Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) sowie dem Bundesministerium für Bildung und Frauen (BMBF)
Einsendeschluss: 26. Mai 2014

Schickt bitte Eure Einsendungen bzw. den Link eures Videos bis zum 26. Mai 23.59 Uhr an die Redaktion von ftiremixed: *protected email*

Mit Einreichung Deines Videos räumst du fti…remixed das Recht zur Vervielfältigung und Verbreitung des Videos sowie Zugänglichmachung im Internet bzw. über Soziale Netzwerke (Twitter, Facebook) sowie das Vorführungsrecht zum Thema fti-Nachwuchsförderung) ein. Sollte Dein Video für spätere Veranstaltungen, Prämierungen, etc. genutzt werden, wird dein Name namentlich genannt.

Weitere Informationen:

09.Aug 2014 | 13:17

“One leaves, another joins: Summer at the spacesuit laboratory continues”

28July – 1 Aug 2014

Group photo interns & Aouda
This week, the Spacesuit Laboratory in Innsbruck took further steps towards upgrading the Aouda.X suit in advance of next year’s missions. All the team members clarified details of the overall design with others across Austria, and with this consensus we can now move forward with our exciting new plans for the hardware. Veronika has been continuing her work devising the requirements for the mapping system, and I have just been tasked with redesigning the heads up display inside the helmet, which will inevitably involve a great deal of additional coordination with members across the organisation. Michael and I have been spending the majority of the week preparing the PLSS hardware for assembly, and Sebastian has been continuing to perfect our mission support-suit connectivity.

We also said goodbye to Taylor this week after several weeks working on her masters thesis. We wish her the best of luck with the remainder of her studies and her new life in Germany! But the following week we are welcoming Lukas to our team. He will be assisting us with our projects for the next 4 weeks.

14 – 18 Jul 2014

Michael Müller CAD drawing
This week, we welcomed Michael to our team. He will be helping us out with our projects and be another brain for us to bounce ideas off of. He will be joining myself on the Aouda.X spacesuit introductory course on Monday and Tuesday, which hopefully will give us more insight into the deeper workings of the suit’s systems.

The cardboard modelling of the PLSS has been finished, so far as our knowledge of the new components can take us. Additionally, all the components for the PLSS have been 3D modelled in AutoCAD. Julia has been working on modelling the more formidable components, while Michael and I have been modelling the smaller components. I have been designing and modelling a casing for a computer chip, which really stretched my AutoCAD ablilty.

Vicky and Taylor have been continuing their work on their theses. All of the bureaucratic hurdles involved in their research activities have now been overcome, so they are now on the home straight! Vicky is creating a model of the temperature in a spacesuit, while Taylor is investigating the relationship (should one exist) between carbon dioxide production and heart rate while the astronaut is in the suit.

- Andrew Lamb

03.Aug 2014 | 16:45

Submit for AMADEE-15!

Austrian Space Forum releases Announcement of Opportunity for a Mars Analog Mission in 2015

After 11 previous field missions, the Austrian Space Forum (OeWF) is inviting researchers to submit for the upcoming AMADEE-15 mission. During a 1-2 week field mission, various aspects of human-robotic partnerships in Mars exploration will be tested. The deadline for submitting experiments is 06Oct2014, followed by a peer review. Although the final site has not been chosen yet, the test region will be in western Austria, including challenging and icy as well as flat and dry alpine terrains for engineering tests.

“During the last years, we have seen a remarkable increase in the quality with respect to scientific and engineering proposal quality”,

Gernot Groemer, the PolAres Programme Officer, stated,

“and we’re putting a lot of effort into providing a first-class mission for conducting cutting-edge science and technology in Mars analog research.”

The mission data will also be incorporated in the OeWF Multi-mission Science Data Archive to enable future a-posteriori science to be conducted. Two research-grade Mars spacesuit simulators will be available also allowing for biomedical and engineering research proposals. A freshly trained team of Flight Operators, Flight Planners and a dedicated Remote Science Support team will be staffing the Mission Support Center.

Also, the OeWF invites high school and university students to submit to a “Junior Researchers Programme” to let them experience the full life-cycle of a scientific or engineering experiment: From formulating a scientific hypothesis, instrument and workflow development, data analysis and interpretation to publication.

More information:

Reports from previous missions:

25.Jul 2014 | 17:03

Meet the interns: Veronika & Michael

Last week Michael started his one-month internship and this week Veronika joined us for a three-month FemTech internships.

Name: Michael Müller
School: Bundesrealgymnasium Lienz
Hobbies: Astronomy, Reading, Hiking

How did you get involved with the OeWF?
Two years ago Gernot Grömer gave a presentation about manned missions to Mars on my school and because of this I participated in a summer camp for astrophysics last summer, where the other participants and I spend three days with Gernot Grömer and other members of the OeWF. This was the time when I said to myself I want to be a part of this project and now I’m here.

What will you be working on?
I will be working in the spacesuit laboratory in order to support the redesign of the PLSS (Personal Life Support System) of Aouda.X, and also attending a beta testing of a program that displays parameters measured in the suit.

What else have you been doing during your time in Innsbruck?
Since I have been to Innsbruck just for a few days the probably most interesting thing I have done by now was eating ice cream.

Name: Veronika Haberle
University: Vienna University of Technology
Studying: Bachelor in Technical Mathematics
Hobbies: Hiking, Travelling, Astronomy

How did you find out about us?
I met Olivia Haider during SpaceUp Europe 2012 in Genk, Belgium. Finally got to know an awesome association related to space in Austria. From the very first time hearing about it I was determined to get involved in the OeWF!

What will you be working on?
I will be working with the Aouda suit team on improvements of the chest pack. The goal is to (re-)design a completely new chest pack to ensure safe, effective and successful outer space missions of future Mars astronauts. For safety reasons during field tests a location service app will be implemented to the Aouda helmet on which I will be working on as well.

What else have you been doing during your time in Innsbruck?
Hiking around the beautiful scenery of mountains around Innsbruck and enjoy the culinary offers that this city provides. One of my favourite dissipation is to breathe the clean air coming directly from the mountains! :)

My (Veronika’s) very first week as an intern at the OEWF in Innsbruck
Coming straight from a summer course in Vienna with around 25 students from all over Europe, my life continued being awesome with the internship at the Austrian Space Forum in Innsbruck.
The week started straight with the 2nd Spacesuit Design Course held by Gernot Groemer. During the two days other students and I got the opportunity to learn more about the requirements and hazards of human space flight as well as how to design a proper spacesuit. We also got homework which all the participants concluded conscientiously. This start of my time here in Innsbruck gave me the ultimate motivation kick!

On Wednesday things got serious – my very first working day. I got a four hours introduction about the facilities and the spacesuit, details about work and even more information from Gernot. He gave me as much time as I needed to feel comfortable and patiently answered all my questions.
My first task was to document the PLSS components. This might not sound exciting work at the first glance, but it was THE BEST work for a beginner like me. Documenting stuff can be sometimes boring, but actually documenting a spacesuit’s components got my whole enthusiasm and concentration I am able to spend.
On Thursday and Friday I was handling the task whether the gloves of the spacesuit do satisfy the needs of the NASA-STD-3000 – Man-Systems Integration Standards and was going through a 200 pages long documentation. And again one might think this was boring work, but NO! The document got my full attention and I was laughing a lot to see which detailed facts are written there. However, it is super important to have each single fact about the human body documented (like eyesight, movement, etc…) in order to design the most suitable spacesuit there has ever been.
As a summary I have to admit, I finally understand others getting deeply into things blanking out their close environment. This first week was giving me a lot of new impressions, the only word which describes it at least a bit (that comes to my mind) is AWESOMENESS. For the weekend I will be travelling to my hometown with a good feeling, lots of new impressions to share with my family and friends and with a strong need to return as soon as possible!

14.Jul 2014 | 20:23

Meet the interns: Andy, Vicky & Julia

So this week (07-11th July 2014), the office got much busier, with the arrival of some faces in the office! It is great having more people around – having lunch together, and getting to chat about our work.

Here’s a little more about the newest interns:

Name: Andy Lamb
Studying: Physics (2nd year undergraduate), Imperial College London

How did you find out about us?
The UK student space society, UKSEDS publishes a magazine (Ecliptic) giving an insight into what’s going on in the space industry and had OeWF’s projects featured in it.

What will you be working on?
I will be working with the Aouda.X suit team on improvements to the life support system, and also participating in the beta testing programme for an in-field display system. I will also be involved in outreach work, letting children in the region try on a mockup of our spacesuit!

What else have you been doing during your time in Innsbruck?
Taking the cable car up the mountains around Innsbruck. Next time I’ll actually use my legs to get up there!

Name: Viktoria Koch
University: TU München
Studying: Masters in Aerospace
Hobbies: Travelling, Space, Volleyball, Hiking

How did you get involved with OeWF?
Gernot Grömer from the Austrian Space Forum gave a presentation about Austria and manned missions to Mars. Manned Mars missions were THE topic for my master thesis I was looking for!

What will you be working on?
I will be working on a biomedical data simulation for future field missions. This will be achieved by a simulation tool called V-Hab from my university and telemetry data from previous missions, as the Delta Experiment during MARS2013 in Marocco.

Highlight of living in Innsbruck?
The mountains, close aircraft approach, and very nice colleagues!

 

Name: Julia Neuner
University: UMIT, Hall in Tirol
Studying: Bachelor in Mechatronics
Hobbies: Sports, playing (card-, board-, outdoor,…) games, reading

How did you get involved with OeWF?
About 4 years ago I met Sebastian Sams at University in Innsbruck, telling me about a planetology course taking place. That’s how I met Gernot, eager to get someone new to work on the AOUDA spacesuit. Ever since I spend a lot of time with all the mechanical and outreach tasks involved.

What will you be working on?
My focus will be the redesign of the PLSS (Personal Life Support System). Also I’ll do some 3D-drawing, outreach-activities (building water-rockets etc) and working with the team behind the EddyNG (External Data Display – Monitoring and Control).

03.Jul 2014 | 22:37

Summer time is Intern time: Meet the new Intern!

With the beginning of summer, our PolAres spacesuit laboratory in Innsbruck is switching to beehive mode. Interns are travelling from different countries to work with us during summer.
Our newest intern joined us at the end of June from the United Kingdom.

Here’s a bit more about her:

Name:
Taylor Moyer

University:
King’s College London, United Kingdom

Studying:
Masters in Space Physiology and Health

Hobbies:
I love photography (and selfies!) and travelling

How did you get involved with OeWF?
The Austrian Space Forum (OeWF) gave an Aouda.X suit demonstration at ESA’s Astronaut Centre in Cologne, the same week I was visiting with my University class.

What will you be working on?
I’m going to look at the physiological changes relating to heart rate and CO2 inside of the helmet using the telemetry data from the MARS2013 mission, specifically during the Delta Experiment.

Highlight of living in Innsbruck:
The beautiful view from the office!

06.Feb 2012 | 11:55

09. September 2014: Rosetta - die erste Kometen-Landung der Geschichte

FWF lädt ein zu AM PULS Nr. 41: KOMETENHAFT: Rosetta - die erste Kometen-Landung der Geschichte Dienstag, 09. September 2014, 18:00 Uhr Albert Schweitzer Haus Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien Eintritt frei! Getränke & Networking ab ca. 19:30 Uhr Anmeldung unter schnell@prd.at
14.Oct 2010 | 19:21

05-07. Sep. 2014: ÖWF Zieleworkshop

Jährliche ÖWF Zielworkshop im Salzburger Raum. Wann: 05. Sep 2014, 09:00 - 07. Sep 2014, 14:00 Kosten: Umkostenbeitrag.
30.Jan 2008 | 21:27

12. Dez 2013 - Herbst 2014: Sonderaustellung "Sounds of Space"

"Sounds of Space" Sonderausstellung im Audioversum - Abenteuer Hören in Innsbruck entführt Sie in die Akustik des Weltalls. Das Österreichisches Weltraum Forum konzipierte die Sonderausstellung und liefert neben der wissenschaftliche Expertise auch die optischen und akustischen Inhalte. Start: Donnerstag, 12. Dezember 2013 Ort: AUDIOVERSUM, Wilhelm-Greil-Straße 23, 6020 Innsbruck Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 9.00 bis 18.00 Uhr Donnerstag: 9.00 bis 21.00 Uhr Samstag, Sonntag, Feiertage: 10.00 bis 18.00 Uhr Montag Ruhetag

ESA Nachrichten

03.Feb 2014 | 12:56

Robotic Exploration:ExoMars orbiter core module completed

The ExoMars Trace Gas Orbiter module consisting of the spacecraft structure, thermal control and propulsion systems was handed over by OHB System to Thales Alenia Space France at a ceremony held in Bremen, Germany, today.
08.Nov 2013 | 11:30

Robotic Exploration:ExoMars lander module named Schiaparelli

The entry, descent and landing demonstrator module that will fly on the 2016 ExoMars mission has been named 'Schiaparelli' in honour of the Italian astronomer Giovanni Schiaparelli, who famously mapped the Red Planet's surface features in the 19th century.
22.Aug 2014 | 15:30

Galileo liftoff - replay


Liftoff of the Soyuz launcher carrying Europe’s fifth and sixth Galileo satellites – rewatch it here
22.Aug 2014 | 14:50

Galileo has started its operational deployment phase


The next pair of Galileo satellites, Galileo 5 and 6, has been successfully delivered into orbit today. This launch marks the start of a new phase in the European satellite navigation programme where the full constellation will be deployed with short intervals between launches. 

22.Aug 2014 | 13:46

Galileo liftoff


Soyuz Flight VS09, carrying Europe's fifth and sixth Galileo satellites, lifted off from Europe's Spaceport in Kourou, French Guiana, on 22 August 2014 on 12:27:11 UTC/14:27:11 CEST.
21.Aug 2014 | 23:12

New launch date for Galileo


Arianespace has announced the next launch attempt for Soyuz VS09 with Europe's fifth and sixth Galileo satellites is 22 August at 12:27 GMT, 14:27 CEST.

21.Aug 2014 | 17:18

In-flight call replay


Watch the replay of the #CallAlex SocialSpace in-flight with Alexander Gerst
21.Aug 2014 | 17:18

In-flight call replay


Watch the replay of the #CallAlex SocialSpace in-flight with Alexander Gerst
19.Aug 2014 | 14:14

Doing what ATV does best


Human spaceflight and operations image of the week: ATV-5 docks flawlessly to the ISS
12.Aug 2014 | 18:30

Bull's eye docking


Watch highlight replay of NASA TV coverage of ATV Georges Lemaître's perfect docking with ISS on 12 August 2014
12.Aug 2014 | 15:30

ATV completes final automated docking


In a flawless demonstration of technology and skill, ESA’s fifth and final ATV, Georges Lemaître, docked with the International Space Station today, fixing itself firmly for a six-month resupply and reboost mission.

11.Aug 2014 | 16:00

Introducing this year’s underground astronauts


Each year, ESA sends up to six astronauts down into the caves of Sardinia, Italy, for two weeks on a simulated space mission.

ESA Top Multimedia

Galileo launch – replay

11.Aug 2014 | 16:00

Comet on 20 August 2014 - NavCam

11.Aug 2014 | 16:00

Comet on 19 August 2014 - NavCam

11.Aug 2014 | 16:00

Greenland ice-sheet change

11.Aug 2014 | 16:00

Galileo satellites atop Soyuz

11.Aug 2014 | 16:00

Upper composite being hoisted

11.Aug 2014 | 16:00

Weltraum Nachrichten von Online Zeitungen

22.Aug 2014 | 18:15

US-Raumfahrt: Per Mietrakete ins Weltall

Die Space-Shuttles sind Geschichte, künftig setzt die Nasa auf Weltraum-Taxis: Privatfirmen sollen künftig US-Astronauten ins All transportieren. Auch Touristen sollen mitfliegen.
21.Aug 2014 | 20:13

Kosmischer Fingerabdruck: Forscher finden Asche der ersten Sterne

In der Frühzeit des Universums sollen riesige Gasbälle am Himmel gestanden haben, sie waren hundertmal schwerer als die Sonne. Astronomen haben Spuren der Giganten entdeckt - in der Asche ihrer Explosionen.
19.Aug 2014 | 11:04

ISS: Forscher entdecken Plankton an Raumstation

Außeneinsatz auf der Raumstation: Forscher haben einen kleinen Satelliten im All ausgesetzt. Außerdem montierten sie eine Box für Mikroorganismen - und wischten kosmischen Staub. An der Raumstation finden sich Spuren von Meeresplankton.
18.Aug 2014 | 18:54

Augenblick: Sternstunden über dem Paradies

18.Aug 2014 | 17:19

Montage im All: Nasa zeigt Liveübertragung von Arbeiten an Raumstation

Sie klettern im Weltraum an der Raumstation ISS herum, um einen kleinen Satelliten zu montieren: Die Nasa zeigt den schwierigen Außeneinsatz zweier Kosmonauten live - sehen Sie hier die Übertragung.
22.Aug 2014 | 15:08

Französisch-Guayana - Galileo-Satelliten "Doresa" und "Milena" ins All gestartet

Keine Probleme mehr nach wetterbedingter Verzögerung um einen Tag
21.Aug 2014 | 20:01

Stellare Archäologie - Erstmals Spuren eines Sterns der ersten Generation entdeckt

Forscher identifizierten einen Stern, der offenbar die chemische Signatur eines der frühen Sterne des Universums trägt
19.Aug 2014 | 13:36

Ausseneinsatz - Mysteriöser Fund: Spuren von Meeresplankton an ISS-Außenseite entdeckt

Russische Raumfahrer platzieren bei Weltraumspaziergang Nanosatelliten per Hand im Orbit
14.Aug 2014 | 20:01

Mission "Stardust" - Erstmals Staubpartikel aus dem interstellaren Raum analysiert

Die Raumsonde "Stardust" brachte 2006 winzige Mengen interstellaren Staubs zur Erde, deren Zusammensetzung und Struktur Forscher überrascht
14.Aug 2014 | 10:19

Bergbau auf Asteroiden - Der Traum vom Goldrausch im All

Während sich die Sonde Rosetta dem Kometen Tschuri annähert, denken andere schon weiter: Private Firmen sehen in Asteroiden eine profitable Rohstoffquelle
14.Aug 2014 | 20:43

Astrophysik: Forscher untersuchen erstmals interstellaren Staub

Schnöder Staub elektrisiert Astrophysiker: Aus dem Raum jenseits unseres Sonnensystems hat die Sonde "Stardust" Staubteilchen mitgebracht. Ihre Analyse erledigten Zehntausende Helfer aus aller Welt.
13.Aug 2014 | 19:08

Astrophysik: Klebriger Staub hält Asteroiden zusammen

Schwerkraft ist längst nicht alles, was einen Asteroiden im Innersten zusammenhält. Vielmehr dient feiner Staub als eine Art Kitt. Neues Wissen kann helfen, Abwehrstrategien zu entwickeln.
08.Aug 2014 | 18:25

Astronomie: Entstehung der Sonne dauerte 30 Millionen Jahre

Die Sonne entstand aus einer gigantischen kosmischen Gas- und Staubwolke, in der sich nach und nach chemische Elemente sammelten. Forscher können nun bestimmen, wie lange dieser Prozess gedauert hat.
08.Aug 2014 | 12:09

Raumfahrtmedizin: Astronauten bekommen zu wenig Schlaf

Wer beim Aufwachen feststellt, dass er schwebt, ist im besten Falle einfach nur an Bord eines Raumschiffs. Astronauten bekommen jedoch zu wenig Schlaf, und das schon vor dem Aufstieg ins All.
06.Aug 2014 | 13:04

Weltall: "Rosetta" hat den Kometen Tschuri erreicht

Nach zehn Jahren Reise hat die Raumsonde "Rosetta" heute die Umlaufbahn des Kometen Tschuri erreicht, um ihn in den nächsten Monaten zu erforschen. Erst einmal schickt sie ein scharfes Foto nach Hause.

Weltraum Blogs

03.Sep 2012 | 16:49

ScienceBlogs.de bekommt eine neue Software und macht Pause

Es ist endlich soweit. ScienceBlogs.de wird auf eine neue Software (WordPress) umgestellt. Dann sollten die ganzen Macken und technische Probleme die sich im Laufe der Zeit angehäuft haben, endlich verschwinden. Die Umstellung erfolgt heute Nacht, um Mitternacht geht es los. ScienceBlogs wird dann eine ganze Weile nicht erreichbar sein. Im Laufe des Dienstag Nachmittag müsste dann alles wieder funktionieren. Hoffen zumindest alle... Vielleicht funktioniert auch nichts mehr und es dauert länger, bis alles wieder normal läuft. Wir werden sehen. Ich hab noch keine Ahnung, wie das neue ScienceBlogs aussehen wird. Ich wäre schon zufrieden damit, wenn alle meine Artikel und alle Kommentare dazu den Umzug heil überstehen... Also drückt die Daumen!


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03.Sep 2012 | 12:25

Barnards Stern hat keine Planeten

Barnards Stern hat keine Planeten. Warum sollte das interessant sein, wo doch sonst immer nur von Sternen berichtet wird, bei denen man Planeten entdeckt hat? Erstmal ist auch ein negatives Resultat ein Resultat. Es mag nicht so sexy sein, wie die Entdeckung eines neuen Planetensystems, aber wenn wir wissen, dass es irgendwo keine Planeten gibt, sagt uns das auch etwas. Und dann ist Barnards Stern ein Sonderfall. Denn hier gab es seit Jahrzehnten Diskussionen, oft sogar Streit, darüber, ob sich dort Planeten befinden oder nicht.

Barnards Stern ist nur 6 Lichtjahre entfernt und damit der viertnächste Nachbar der Sonne (oder der zweitnächste, wenn man die drei Sterne des Alpha-Centauri-Systems zu einem zusammenfasst). Er ist so nahe, dass man seine Eigenbewegung sehr gut sehen kann und weil er sich so schnell bewegt, wird er oft auch "Barnards Pfeilstern" genannt. Dieses Bild zeigt, wie er sich zwischen 2001 und 2010 über den Himmel bewegt hat:

Barnard_Star_2001-2010.gif

Bild: Alejandro Sanz Gómez, CC-BY-SA 2.5

So ein interessanter Stern wurde natürlich oft und ausgiebig beobachtet. Wegen seiner schnellen Bewegung hat man besonders viele und genaue Positionsmessungen angestellt. Und in den 1960er und 1970er Jahren kam der Astronom Peter van de Kamp zu dem Schluss, dass sich dort 2 Planeten befinden müssten. Denn der Stern zog nicht einfach in einer geraden Linie über den Himmel, sondern wackelte hin und her. Der Grund dafür sollte die gravitative Störung der Planeten sein, die den Stern ein bisschen wackeln ließen. Die Entdeckung extrasolarer Planeten in den 1970er Jahren wäre eine große Sensation gewesen. Aber die Kollegen waren nicht überzeugt. Andere Astronomen zeigten, dass vermutlich ein technischer Fehler am Teleskop für das Wackeln des Sterns verantwortlich war. Aber van de Kamp war weiter von der Existenz seiner Planeten überzeugt. Zwei Stück, ungefähr halb so groß wie Jupiter sollten Barnards Stern umkreisen.

Die Sache blieb zweifelhaft, die Beobachtungen konnten nie bestätigt werden und es dauerte bis 1995, bevor der erste wirklich zweifelsfrei bestätigte extrasolare Planet entdeckt wurde. Eine Gruppe amerikanischer Astronomen hat nun noch einmal genau nachgesehen und kommt zu dem Schluß: van de Kamps Planeten existieren nicht. Sie haben Beobachtungsdaten aus den letzten 25 Jahren kombiniert und neu ausgewertet. Im Gegensatz zu van de Kamp haben sie sich nicht auf die Positionsänderungen des Sterns verlassen, sondern seine Radialgeschwindigkeit beobachtet. Auch mit dieser Methode misst man das Wackeln des Sterns, allerdings auf andere Art und Weise. Die Ergebnisse sind ziemlich deutlich:

barnard.png


Die grünen und gelben Punkte sind die Messungen. Wenn der Stern keine Planeten hat, dann sollten sie alle auf der Nulllinie in der Mitte des Diagramms liegen. Wenn van de Kamps Planeten existieren, dann sollten die Punkte dem Verlauf der blauen oder rote Linie folgen. Das tun sie aber nicht, sondern liegen tatsächlich - innerhalb der Fehlerbalken - auf der Nulllinie.

Komplett ausschließen können die Forscher die Existenz von Planeten natürlich noch nicht. Ganz kleine Planeten könnte es noch geben. Aber sicherlich nichts, was größer ist als ein paar Erdmassen. Und auf jeden Fall keine Planeten, wie sie van de Kamp gefunden zu haben glaubte.

Barnards Stern hat also keine Planeten. Aber er wird weiter ein interessantes Forschungsobjekt bleiben, auch weil er der Sonne immer näher kommt. In knapp 10000 Jahren wird er sich bis auf 3,8 Lichtjahre angenähert haben. Ich würde gerne wissen, was die Astronomen bis dahin so alles herausgefunden haben...


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03.Sep 2012 | 10:00

Die Landkarte der Physik

1939 hat Bernard H. Porter die optimale Fusion aus Geografie und Physik erschaffen:

"[A] map of physics, containing a brief historical outline of the subject as will be of interest to physicists, students, laymen at large; Also giving a description of the land of physics as seen by the daring sould who venture there; And more particularly the location of villages (named after pioneer physicists) as found by the many rivers; Also the date of founding of each village; As well as the date of its extinction; and finally a collection of various and sundry symbols frequently met with on the trip."

1939-map-of-physics-h2.jpg

Wirklich cool! Da würde ich gern mal Urlaub machen. Eine kleiner Wanderung von der Astronomie ganz im Westen bis hin zur Astrophysik im Osten und dann an Herschel, Newton und Ptolemäus an den Lichtstrand und ein wenig entspannen ;)

Eigentlich fehlen nur noch 2 Dinge: Eine hochauflösende Version dieser Karte, damit man sie als Poster für die Wand ausdrucken kann. Und eine aktualisierte Version, die die Entwicklung der Physik seit 1939 inkludiert. Seit damals haben die Wissenschaftler ja jede Menge Neuland entdeckt!


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02.Sep 2012 | 15:40

Terminkalender September

Da ich in den nächsten Monaten diverse Vorträge und Lesungen an diversen Orten halte, dachte ich, ich sag mal Bescheid, wo ich überall sein werde. Vielleicht sieht man sich ja irgendwo.

  • 12.September, Seeheim-Jugenheim: Am 12 und 13 September finden die Bergsträsser Weltraumtage statt. Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie gibt es dort jede Menge populärwissenschaftliche Vorträge über Astronomie - zum Beispiel über die Suche nach Außerirdischen, den Bau eines Weltraumfahrstuhls oder die Geschichte der Raumfahrt in Kinofilmen. Ich werde dort am 12. September um 20 Uhr einen Vortrag zum Thema "Krawumm - Wahre und falsche Weltuntergänge" halten und dabei auch aus meinen Büchern vorlesen.

  • 25. September, Solingen: Am 25. September um 19.30 werde ich in der Sternwarte Solingen einen Vortrag zum Thema "Weltuntergang 2012? Keine Panik!" halten.
  • 24-28 September, Hamburg: Von 24 bis 28. September findet in Hamburg die große Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft statt. Dort werde ich zwar keinen Vortrag halten, aber trotzdem anwesend sein (zumindest von 26. bis 28., vorher muss ich ja noch nach Solingen). Wird sicher interessant und vielleicht sieht man sich ja!



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02.Sep 2012 | 14:26

Ein Krawumm geht um die Welt (21): Москва́

Letztes Mal war das Krawumm auf seiner Reise durch die Welt bei der chinesischen Mauer angelangt. Und wenn wir schon mal bei den großen Sehenswürdigkeiten sind, dann passt auch dieses Foto von Leser Robert. Krawumm in Moskau!

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Was bisher geschah: Teil 1: Die staubige Fabrik, Teil 2: Rindviecher, Teil 3: Das Krawumm will hoch hinaus, Teil 4: Eishockey und Nobelpreis, Teil 5: Der Weltskeptikerkongress, Teil 6: James Randi!, Teil 7: Bulgarische Berge, Teil 8: Auf hoher See, Teil 9: Das Buch im Transit, Teil 10: Der Berliner Flughafen, Teil 11: Flauschige Eichhörnchen, Teil 12: Der Bund fürs Leben, Teil 13: Der weiße Gott, Teil 14: Besuch auf Tatooine, Teil 15: Bei den alten Römern, Teil 16: Gaudi in Barcelona, Teil 17: Geysire im Yellowstone-Park, Teil 18: Urlaubslektüre in Antalya, Teil 19: Das Unheil kommt von oben, Teil 20: Die chinesische Mauer
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22.Aug 2014 | 22:04

Book Review: Safe is Not An Option

safe_not_optionSafe is Not an Option: Overcoming the Futile Obsession with Getting Everyone Back Alive that is Killing Our Expansion into Space
By Rand Simberg
Interglobal Media LLC
2013

On May 26, 1865, Captain J. C. Mason pushed off from a dock in Vicksburg, Miss., and steered the steam-powered paddle wheeler SS Sultana north along the rain-swollen Mississippi River. The Sultana’s decks groaned from the weight of more than 2,500 passengers and crew members.

At 2 a.m. the following morning, the ship’s boilers exploded north of Memphis. As many as 1,800 people died in the explosion and fire or drowned in the fast flowing river. The majority of the dead were Union soldiers recently released from a pair of hellish Confederate prison camps. Their ticket home had become a death warrant.

So, what caused the accident? The usual suspects: expedience and greed. Rather than spend three days replacing a defective boiler, workers spent a day installing an inadequate patch. The captain then crammed more than 2,400 passengers aboard a ship designed to carry 376 customers. The combination proved deadly.

The overloaded, doomed SS Sultana hours before it exploded on the Mississippi River. (Credit: Library of Congress)

The doomed SS Sultana hours before it exploded on the Mississippi River. (Credit: Library of Congress)

Rand Simberg briefly mentions the worst disaster in U.S. maritime history in his book, “Safe is Not an Option.” But, he doesn’t criticize anyone involved for betraying America’s brave soldiers by putting greed above safety. Nor does he attack them for ignoring basic safety regulations.

Instead, he views the casualties as the result of operating still raw technologies that can only be advanced through the inevitable failures and the deaths that result. The important thing was to look past the carnage and persevere.

“But, we didn’t end steamships, or shut down the railroads, because they were too valuable, too important. Most judged the risks worth the payoff, and those who didn’t led poorer, if safer lives,” he writes. “As design, materials and maintenance improved, the rate of boiler and firebox incidents was reduced. The numbers dropped dramatically in the twentieth century with the advent of the American Society of Mechanical Engineers (ASME) code for the design of boilers and pressure vessels in 1915, spurred by the spectacular explosion of a shoe factory in Massachusetts in 1905 that leveled the building and killed dozens.”

The theme of civilians as cannon fodder for technological progress runs through the book. Some readers might find the author’s apparent lack of empathy for the victims disturbing. But, like it or not, this is an approach we cannot ignore today.

The United States is about to embark upon a period of trial-and-error in the emerging space tourism market. Well-heeled tourists will be flying on first-generation space vehicles that are largely unregulated by the federal government. They will be required to acknowledge the risks they are taking before climbing aboard. In some states, they will have to sign away most of their rights to sue if the company has a bad day.

Simberg agrees with this approach. His book is a call for America to take greater risks — and absorb more casualties — in the exploration and settlement of space. He believes the U.S. government is far too cautious in trying to get every astronaut back from space alive. The approach prohibits experimentation with new technologies that will make space travel both routine and affordable.

The eventual goal is to reach the point where there are hundreds and then thousands of human spaceflights every year. A single accident will be seen as a tragedy, not a national calamity, in an otherwise safe industry. Space travel of the future will be similar to general aviation today.

The trick, of course, is getting from here to there. The question is how willing people will be to serve as guinea pigs for these new systems. How much death will the public tolerate along the way? Is space exploration and settlement ultimately worth the risk?

Simberg believes it is worth it. And he some good points. He correctly points out that while NASA’s commercial crew program is being subjected to a rigorous certification process that was not done for the space shuttle. He also says that looser government oversight can lead to innovations by the private sector.

Simberg also makes a strong case that the U.S. government should not come in with rigorous safety regulations for the new generation of suborbital crewed vehicles until after there is sufficient flight experience upon which to base them.

However, there is a lack of balance in the book. The positive role of government regulations — and the tooth and nail opposition to most of them –are largely overlooked. History has proven that both technological evolution and mandatory regulations are required to improve safety and to protect the public.

At the time the Sultana exploded, railroads were both unsafe and largely unregulated. It took another quarter century of pressure by the public and railroad workers before Congress began passing even the most rudimentary safety regulations. Once it did, safety improved and the number of deaths declined even as railroads rapidly expanded their operations. More people were able to live longer and more exciting lives.

The railroad owners fought regulations every step of the way, even as the number of accidents and the body count rose ever higher. It was more profitable for them to not comply with proposed regulations. In their view, the expense was not worth it. This pattern has been repeated in almost every industry.

While Simberg largely forgives the private sector’s greed, he does not spare the U.S. government. The author is highly critical of NASA for being both too cautious today, as opposed to the risk-taking organization that landed men on the moon in 1969. At the same time, he turns a harsh spotlight on the agency’s broken safety culture that led to the loss of 14 astronauts aboard Columbia and Challenger.

The criticism is fair enough. But, it’s also very easy to make. NASA is a big, fat target. It operates openly. All of NASA’s human spaceflight failures have been the subjects of public investigations that spared few from criticism. Investigations into private-sector failures are often not as rigorous or public.

Contrast Simberg’s attitude toward NASA with his kid-glove treatment of the private sector. The Sultana case is not the only tragedy where Simberg glosses over the inability of commercial companies to operate safely and competently.

On July 26, 2007, a nitrous oxide tank exploded three seconds into a 15-second cold flow test at the Mojave Air and Space Port. Three Scaled Composites engineers died, with three others were hospitalized with serious injuries. They had been testing a system designed for eventual use aboard Virgin Galactic’s SpaceShipTwo suborbital tourism vehicle.

Remains of Scaled Composites test stand after a nitrous oxide explosion in July 2007.

Remains of Scaled Composites test stand after a nitrous oxide explosion in July 2007.

Scaled Composites had allowed 11 employees to stand around the test stand instead of clearing the area, which is routinely done for tests. Experts in the industry that I’ve talked to were shocked by the lack of safety precautions.

Scaled maintained there was no way to know that nitrous oxide could suddenly explode they way it did, a claim that has been convincingly refuted by an investigation by an outside group of experts that cited numerous such incidents in the decades that preceded the accident.

Simberg says nothing about the failures and incompetence that led to the tragedy. The needless deaths of three engineers in a supposedly routine test years before the spaceship ever flew simply doesn’t support his pro-business views.

The author does mention the cold-flow accident once, but almost as an aside. He then goes on to make a rather bold claim about the safety of SpaceShipTwo.

“So is an[other] explosion of the propulsion system likely? Probably not, but it’s a bad thing if it happens, with potential loss of vehicle and all aboard,” he writes.

How did Simberg reach such a conclusion? He doesn’t say. He gives no reasons, nor does he cite any experts to support his view. He doesn’t explain the cause of the accident, nor does he delve into the inherent dangers of nitrous oxide, or what has been done to mitigate them over the past seven years.

Simberg believes commercial space companies have an extra incentive to operate safely that the government lacks. If private companies fail, they will be quickly out of customers and business, in that order. By contrast, the government is bailed out by taxpayers.

Although not supported by the Scaled accident, the argument has a certain logic to it. Private suborbital companies, for example, will make money on the willingness of people to risk their necks for the adventure of flying to space. The market is thrill seekers, not people try to go from one point to another in a quicker way.

In the past, new forms of transportation — railroad, steamships and aircraft — were able to mature alongside existing transportation systems and gradually acquire greater shares of already lucrative point-to-point markets. By contrast, nobody really needs to go on a suborbital joyride.

A high-profile accident — say, with an explosion shown millions of times on the air and online — could easily collapse the market. If enough customers cancel their flights, companies could have a difficult time staying in business. It might not matter that companies have vastly different suborbital vehicles; the knowledge that the industry is largely unregulated could destroy any public confidence in it.

That being said, how big are the differences between private companies and government agencies? Are they not both susceptible to the same types of pressures that have led to so many tragedies in the past?

Absolutely. Let’s compare the Sultana and Challenger accidents. Aside from the private-government divide, the situations faced by Capt. Mason and NASA manager Lawrence Mulloy were not all that different.

Both had schedules to keep. Both wanted to avoid costly delays. Each man convinced himself he could safety operate his vehicle despite the risks. And both were both tragically wrong.

Nobody could ask Capt. Mason what he was thinking; he went down with his ship. We do know what Mulloy said when faced with two Morton Thiokol engineers who pleaded with him not to launch Challenger is the frigid weather forecast for the next day.

The space shuttle Challenger explodes. (Credit: NASA)

The space shuttle Challenger explodes. (Credit: NASA)

“My God, Thiokol. When do you want me to launch? Next April?” Mulloy yelled. The engineers refused to back down, but Mulloy’s anger was enough for their managers to overrule them and approve the launch. The rest is tragedy.

The book’s focus on excessive safety regulations also ignores a much larger point: the failure of the commercial NewSpace industry to deliver on its many extravagant promises. A decade after SpaceShipOne flew the first commercial missions into space, the number of suborbital space tourists remains at zero. Zilch. Nada. Rien de tout. Not a one.

Who’s fault is that? Certainly not NASA’s. Or the FAA’s. In fact, the lack of regulations in the suborbital market is largely along the lines of what Simberg advocates. Given the opportunity to prove itself, NewSpace hasn’t been able to take advantage of it yet.

The FAA has extended its “moratorium” on regulations due to the lack of progress. Now, there is an effort by the FAA to begin imposing some basic safety regulations when the moratorium expires in 2015 rather than extending it another eight years as the industry wants to do. The agency is worried that one bad operator could ruin it for everyone.

Despite its flaws, “Safe is Not an Option,” is an important book that raises a lot of important questions at a time when space travel is beginning a transition to a new era. It is worth a read, even if you disagree with a number of the author’s conclusions.

22.Aug 2014 | 21:01

Attenborough Sez: Virgin Galactic Just Like Virgin Trains

Video Caption: Virgin Trains interviewing Stephen Attenborough, Commercial Director of Virgin Galactic, on the Kendal Calling Express on-route to Kendal Calling. Space being the theme for 2014 and Virgin Trains as Travel Partners of the Festival.

22.Aug 2014 | 18:12

SpaceX Set to Launch Again Tuesday, FAA Gives DragonFly Final Approval

Falcon 9 launches AsiaSat8 into orbit. (Credit: SpaceX)

Falcon 9 launches AsiaSat8 into orbit. (Credit: SpaceX)

SpaceX’s Falcon 9 is set to soar again from Cape Canaveral early Tuesday morning with the AsiaSat 6 satellite. The launch window is set from 12:50-4:05 a.m. EDT (0450-0805 GMT).

SpaceX is set to conduct a static fire of the Falcon 9′s engine today.

Meanwhile, the FAA has issued its final environmental assessment for flights of SpaceX’s experimental DragonFly vehicle at the company’s McGregor test facility in Texas.

“After reviewing and analyzing currently available data and information on existing conditions and the potential impacts of the Proposed Action as compared with the No Action Alternative, the FAA has determined that the Proposed Action would not significantly impact the quality of the human environment. Therefore, preparation of an Environmental Impact Statement is not required, and the FAA is issuing this FONSI [Finding of No Significant Impact],” the environmental assessment reads.

22.Aug 2014 | 18:01

SpaceX to Get $13 Million, 10-Year Tax Exemption for Texas Spaceport

Artist's conception of the proposed SpaceX commercial launch facility near Brownsville, Texas.

Artist’s conception of the proposed SpaceX commercial launch facility near Brownsville, Texas.

An update on the incentives package being worked out for SpaceX’s spaceport in Texas:

The Cameron County Commissioners’ Court agreed to waive 10 years of county taxes owed by SpaceX, or Space Exploration Technologies Corp., if the company brings its launch operations to South Texas.

Commissioners also approved a draft of an economic agreement with SpaceX that states the responsibilities of each entity involved, including the Cameron County Spaceport Development Corp.

The Spaceport Board of Directors met Thursday afternoon to discuss the agreement and authorize Board Chairman Nick Serafy Jr. to sign it on behalf of the board.

The Spaceport Board also agreed to accept $13 million from the state’s Spaceport Development Trust Fund.

Read the full story.

 

22.Aug 2014 | 17:34

ULA Takes New Delivery of RD-180s as USAF Issues RFI for Replacement

RD-180 test firing. (Credit: NASA)

RD-180 test firing. (Credit: NASA)

ULA took delivery of two Russian-built RD-180 to power its Atlas V booster this week as the U.S. Air Force issued a request for information (RFI) on possible replacements.

As tensions between the United States and Russia have escalated over Ukraine, ULA has been anxious to demonstrate the crisis will not impact deliveries of the engine from Russian supplier NPO Energomash.

Meanwhile, the Air Force — which is the primary customer for the Atlas V — is looking to ween itself off dependence on the Russian engine.

NASA also launches some of its satellites on the Atlas V. Additionally, two of the three competitors in the space agency’s commercial crew program would use the Atlas V booster to launch their spacecraft.

Earlier this year, Russian Deputy Prime Minister Dmitry Rogozin threatened to cut off exports of the engine. He has since backed down from that threat, and ULA officials say it has been business as usual.

Space News reports ULA expects three more engines to be delivered later this year. The company has a contract for the delivery of 27 additional engines through 2017.

20.Aug 2014 | 20:04

Zwei Sternentstehungsgebiete im Kiel des Schiffes

Eine am heutigen Tag von der Europäischen Südsternwarte veröffentlichte Aufnahme zeigt zwei im Sternbild Schiffskiel gelegene Sternentstehungsgebiete. Obwohl die beiden Emissionsnebel auf der Aufnahme wie kosmische Nachbarn erscheinen befinden sie sich doch in unterschiedlichen Entfernungen zu unserem Sonnensystem.
17.Aug 2014 | 20:47

Orbital baut, Arianespace startet Hylas 4 für Avanti

Der britische Kommunikationssatellitenbetreiber Avanti Communications PLC (Avanti) mit Sitz in London gab am 12. August 2014 bekannt, dass er die Orbital Sciences Corporation (OSC) aus Dulles in den Vereinigten Staaten von Amerika mit dem Bau des Kommunikationssatelliten Hylas 4 beauftragt hat. Den Transport ins All soll der Startanbieter Arianespace erledigen.
17.Aug 2014 | 13:27

Erdbeobachtungssatellit WorldView 3 im All

Der neue und zugleich leistungsstärkste kommerzielle Erdbeobachtungssatellit des US-amerikanischen Unternehmens DigitalGlobe mit Sitz in Longmont im US-Bundesstaat Colorado namens WorldView 3 ist im All. Sein Start erfolgte Mitte der Woche auf einer Atlas-V-Rakete in der Version 401 von der Luftwaffenbasis Vandenberg im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien aus.
16.Aug 2014 | 16:13

Curiosity: Eine außerplanmäßige Bohrung steht bevor

Aufgrund der seit Anfang August aufgetretenen Probleme mit einem sandigen Untergrund mussten die Pläne für den Marsrover Curiosity kurzfristig geändert werden. Statt die Fahrt auf der vorgesehenen Route fortzusetzen soll jetzt zunächst die außerplanmäßige Untersuchung einer Gesteinsformation erfolgen. Hierbei soll unter anderem auch der Gesteinsbohrer des Rovers zum Einsatz kommen.
15.Aug 2014 | 20:04

Rosettas Komet: Eine stark variierende Oberfläche

Aktuelle Aufnahmen der Raumsonde Rosetta zeigen, dass der Komet 67P/Tschurjumow-Gerasimenko über eine stark variierende Oberfläche verfügt, auf der sich steil abfallenden Hänge, kraterähnliche Vertiefungen, ausgedehnten Ebenen und zerklüftete Gebiete befinden. Diese Oberflächengestaltung wird es den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern und Ingenieuren erschweren, einen geeigneten Landeplatz ausfindig zu machen, an dem voraussichtlich am 11. November 2014 der Kometenlander Philae die Oberfläche von 67P erreichen soll.
08.Aug 2014 | 16:04

Planung ist das halbe Leben – oder manchmal noch etwas mehr…

>Im Columbus-Kontrollraum an der STRATOS-KonsoleGestern wurde es amtlich: Der ursprünglich für Ende August geplante Weltraumausstieg von Alexander Gerst, ein absolutes Highlight der Mission, ist verschoben worden wegen noch ausstehender technischer Arbeiten an einem der Raumanzüge. Sicher eine Enttäuschung für die Astronauten – aber die Extravehicular Activity (EVA) ist weiterhin auf dem Plan, nur eben etwas später...
06.Aug 2014 | 15:10

Hundeknochen

Im Zusammenhang mit einem "Weltklasse-Observatorium" fällt einem normalerweise wohl nicht der Begriff "Hundeknochen" ein. Wie so oft, ist bei SOFIA vieles ein wenig anders. Hier werden "Hundeknochen" genutzt, um die Kabine von der Cavity - dem offenen Bereich für die Teleskop-Optik - zu trennen und abzuschirmen.
04.Aug 2014 | 12:30

Von der Strategie zur Tat

In meinem letzten Blog habe ich nicht nur die Tatsache meines runden Geburtstags "bejammert", sondern auch die DLR-Gesamtstrategie veröffentlicht und zur konstruktiven Kritik aufgerufen. Ganz unterschiedliche Reaktionen sind seitdem bei mir angekommen. Insgesamt gesehen wird das Dokument sehr begrüßt. An der einen oder anderen Stelle gibt es Ergänzungsbedarf.
29.Jul 2014 | 14:00

Vogelschutz mal andersherum: Bird Poo Protection für SOFIA

SOFIA befindet sich inzwischen seit einem Monat zur "großen Inspektion" in Hamburg. Zurzeit ist nicht mehr viel von der fliegenden Sternwarte sichtbar. Das Flugzeug ist weitgehend eingerüstet, die Fahr- und Triebwerke stehen neben dem Flugzeug, und der Flugzeugrumpf ist mit einer Plane bedeckt.
24.Jul 2014 | 15:40

Erste Eindrücke der Oberfläche von Rosettas Zielkomet

Die neuen Bilder des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko, den die ESA-Raumsonde Rosetta am 6. August 2014 erreichen wird und auf dem das Landegerät Philae im November aufsetzen soll, lassen bereits Strukturen seiner Oberfläche erkennen. Sie wurden mit der OSIRIS-Kamera an Bord von Rosetta aus 5.500 Kilometern Entfernung gemacht, ihre Auflösung beträgt 100 Meter pro Bildpunkt (Pixel) und trotzdem ist darauf zu erkennen, dass die Region an der sich der Komet verengt, deutlich heller ist als die beiden anderen Teile.
25.May 2014 | 16:52

ILA und Berlin – Elf Notizen eines Provinzlers

London riecht nach Pferd und Fäkalien, befand Horiatio Nelson, Englands legendärer Seeheld, als er nach monatelanger Kriegsfahrt auf hoher See in die Hauptstadt zurückkehrte. Sie war zu seiner Zeit die bedeutendste Stadt der Welt und er begegnete ihr stets mit einer Mischung aus Faszination und Abscheu.

1. Ich war noch keine Minute in der Berliner S-Bahn (Strecke Hauptbahnhof – Charlottenburg) als ich von einem streng riechenden, verwahrlost aussehenden Mann in forschem Ton angebettelt wurde. Am Bahnhof Zoo verließ er den Zug wieder. Ein weiterer Bettler kam ins Abteil, um seinerseits mit lauter Stimme von den Passagieren einen Obolus einzufordern. Niemand kümmerte sich um ihn, was ihn dazu veranlasste, die Fahrgäste mit lautstarken Verwünschungen zu belegen. Er war mit seiner Tirade noch nicht fertig, als der Zug in Charlottenburg einfuhr. Ich wuchtete mein Gepäck zum Ausgang, warf dem Mann und der innen und außen mit Graffitis vollgeschmierten S-Bahn-Kabine einen letzten irritierten Blick zu, und trat vor die Tür. Es knirschte unter meinen Füßen. Ich blickte nach unten. Ich stand in einem Haufen Glasscherben.

Der Autor, in der Gagarin Bar in Prenzlauer Berg

Der Autor, in der Gagarin Bar in Prenzlauer Berg

2. Die Aufbautage auf der ILA, draußen im märkischen Sand, gleich neben BER, der bestbeleuchtetsten, uneröffnetsten, teuersten Lachnummer der Nation laufen wie immer. Die Parkplätze, wie stets ungepflastert und ungeteert, stauben vor sich hin. Wie üblich kann man an den Aufbautagen ohne jede Kontrolle (noch nicht einmal die Aufbau-Ausweise werden gecheckt) alles ins ILA-Gelände schleppen, was man – für welchen Zweck auch immer - in den Folgetagen so braucht. Kann man die Gerätschaften nicht tragen, dann bekommt man für 100 Euro Kaution problemlos eine Einfahrtgenehmigung. Dann bringt man halt sein Material mit dem PKW, dem Laster oder dem Tieflader ins Gelände. Kein Mensch kontrolliert irgendetwas. So geht das problemlos von Samstag bis Montag.

Standaufbau am Tag vor der Eröffnung

Standaufbau am Tag vor der Eröffnung

3. Montagabend, in der Gagarin-Bar in Prenzlauer Berg, erinnerte mich Susanne Hofmann milde an meine Kosmologs-Verpflichtungen und versprach, ums mir leichter zu machen, schon mal einen kleinen Beitrag über die ILA vorzulegen. Was sie denn auch tat. Über Susannes Anwesenheit hab ich mich ganz besonders gefreut. Mit dabei bei Gagarin-Bier, Blinis, Soljanka und russischen Buletten waren neben ihr auch Uwe-Schmaling, Chefredakteur und Herausgeber des ebenso legendären wie chronisch defizitären und gerade mal wieder von der Schließung bedrohten Kult-Raumfahrtorgans Raumfahrt Concret, die Regisseurin Marian Kiss, meine Wiener Orion-Partnerin Maria Pflug-Hofmayr, Andreas Weise, Ingenieur und Raumfahrthistoriker mit Schwerpunkt auf der frühen russischen Raumfahrt, Thomas Krieger, der Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Raumfahrt und die RC-Redakteurin Ute Harbricht. Außerdem der letzte Wissenschafts-Attachè der ständigen Vertretung der DDR in Bonn mit seiner Frau, die als kleines Mädchen im September 1961 dem eben aus dem Orbit zurückgekehrten German Titow den offiziellen Blumenstrauß der DDR-Regierung überreichen durfte. Eine bunte, illustre und lustige Runde.

4. Kurz nach Mitternacht stieg ich an der U-Bahnstation Adenauerplatz aus. Mir fiel gleich das übliche Rudel aus sechs, sieben finster aussehenden Jungs in Bomberjacken auf. Diese beunruhigenden Grüppchen gehören zur nächtlichen Grundausstattung jeder Berliner U-Bahnstation. Dazu zwei auf den Wartebänken schnarchende Penner und eine erheblich schwankende Person, die sich offensichtlich für den Erlöser hielt und mit lauter Stimme das nahende Armageddon heraufbeschwor. Als ich die Treppe in Richtung Xantener Straße hinaufging (die Rolltreppe wie üblich in Berlin pure Makulatur) folgte mir die Gang, und mir wurde etwas mulmig. Die Jungs erwiesen sich aber als harmlos. Zumindest für mich. Als ich die vierhundert Meter zum Olivaer-Platz marschierte, bekam ich noch mit, wie sie an einer Baustelle unter lautem Gejohle ein Dixie-Kloo an den Kudamm wuchteten und auf die Fahrbahn warfen.

Eine der wenigen Neuheiten auf der diesjährigen ILA. Der Airbus A350.

Eine der wenigen Neuheiten auf der diesjährigen ILA. Der Airbus A350.

5. Ab Dienstag, dem ersten der drei ILA-Geschäftstage, setzten scharfe Kontrollen ein. Ausweise werden gescannt, Taschen durchsucht, man muss einen Metalldetektor passieren. Kleiner Tip, für den Fall, dass sie für ihr geplantes Sprengstoffattentat noch Material brauchen, das sie blöderweise vergessen haben, zwischen Samstag und Montag mit dem Transporter hereinzubringen: Besuchen Sie den Military-Shop ihrer Wahl und beschaffen sich dort einen Kampfanzug. Und zwar die buntgefleckte-Camouflage-Sorte. Rangabzeichen sind nicht nötig. Trägt man so ein Outfit, dann wird man vom Wachpersonal an den Eingängen einfach durchgewinkt. Weder braucht man an der Schlange anzustehen, noch muss man irgendwelche Kontrollen über sich ergehen lassen. Auch das Gepäck der Kampfkombi-Träger wird – nach meinen Beobachtungen – grundsätzlich nicht kontrolliert.

Der kleinste, neuste und interessanteste Airbus: Ein Voll-Elektroflugzeug

Der kleinste, neuste und interessanteste Airbus: Ein Voll-Elektroflugzeug

6. Anders ist das bei den zivilen Uniformträgern, den Herren (und sehr, sehr wenigen Damen) aus den Business-Development Abteilungen der Aerospace-Unternehmen. „Zivil-Uniform“ deswegen, weil etwa sechs von zehn dieser Personen anthrazitfarbene Anzüge, weißes Hemd und rote Krawatte tragen. Dazu eine schwarze Laptop-Tasche links, ein Headset, das zum Blackberry in der Sakko-Tasche rechts führt, mit dessen Hilfe sie mit extrem wichtigem Gesichtsausdruck extrem wichtige Gespräche ins Off führen. Sie, und der übrige Rest der Besucher, werden genauestens gefilzt.

7. In den Hallen war dieses Jahr weniger los, als in den vergangenen Jahren. Das dürfte vor allem daran liegen, dass die ideellen Aussteller heuer von der Messeleitung keine Vergünstigungen mehr erhielten. Sie müssen sich nun jedes Stück, von den Stellwänden bis zur Möblierung der Stände, selber kaufen oder mieten. Die Preise sind geschmalzen. Viele können sich das nicht leisten, und so sind dieses Mal die meisten der Vereine, Interessengruppen, Verlage und kleine Händler, die letztes Jahr noch dabei waren, nicht mehr vertreten. Raumfahrt Concret konnte beispielsweise den Stand nicht bezahlen (vor allem nachdem mit Manfred Fuchs in diesem Jahr auch noch einer der Hauptförderer der Zeitschrift verstorben ist). Die deutschen Teilnehmer am Lunar Google X-Price, die vor zwei Jahren noch da waren (die Part Time Scientists) fehlten ebenfalls. Diese Gruppierungen haben bislang nicht nur den restlichen Platz in den Hallen aufgefüllt, sondern auch für Buntheit gesorgt. Besonders an den Besuchertagen. Aus diesem Grund waren einige der Hallen nur etwa zur Hälfte bis zwei Drittel mit Ständen belegt. Macht keinen guten Eindruck.

Der Lander der europäischen ExoMars 2016-Raumsonde

Der Lander der europäischen ExoMars 2016-Raumsonde

8. Wie immer gab es viele Flugzeuge zu besichtigen, allerdings kaum Neuheiten. Der im Vorfeld angekündigte Osprey von Boeing ließ sich beispielsweise nicht blicken. Der vielleicht interessanteste Neuling, die A350 blieb nur die ersten paar Stunden der ILA und meldete sich dann zur Weiterführung der Testflüge ab. Interessant im Luftfahrtbereich war der Airbus E-Fan. Ein voll-elektrisches Flugzeug. Und die Flugvorführungen? Bieder und brav wie immer in Berlin. Die extrem engen Vorschriften auf der ILA erlauben es nicht, die Demos mit Pfeffer zu würzen. Nur einzelnen Piloten (Beispiel "Solotürk") gelang es, kreativ mit den restriktiven Regularien umzugehen. Wer auf einer großen Luftfahrtshow Spektakuläres sehen will, ist in Berlin an der falschen Addresse. Der muss in Europa nach Le Bourget oder nach Farnborough gehen. Die Sprecher der Aerobatik-Teams weisen denn auch immer wieder darauf hin, dass man leider nur ein stark reduziertes Programm zeigen dürfe.

9. In Sachen Raumfahrt herrscht Stagnation. Es sind die gleichen Ausstellungsobjekte zu sehen wie vor zwei Jahren, von einigen ganz wenigen Ausnahmen einmal abgesehen. Dazu gehören Modelle des Multi Purpose Crew Vehicle (MPCV), des ExoMars 2018 – Rovers und des 2016 – Landers. Vom MPCV abgesehen gibt es keinerlei US-Beteiligung. Weder die kommerziellen noch die privaten US-Raumfahrtunternehmen sind auf der Messe. Keine Spur von Boeing, Lockheed oder SpaceX. Auch die russische Beteiligung ist kleiner als früher. Chrunitschew fehlte beispielsweise komplett, vielleicht auch um Fragen über die Zuverlässigkeit der wieder einmal abgestürzten Proton-Rakete aus dem Weg zu gehen.

Die ILA 2016 hat durchaus Spaß gemacht.

Die ILA 2014 hat durchaus Spaß gemacht.

10. Dennoch hat es Spaß gemacht. Weniger wegen der deutlichen Stagnation, als vielmehr, weil man sich mit vielen Bekannten und Gleichgesinnten austauschen konnte. Allein dafür hat die ILA als „Marktplatz“ ihre Berechtigung. Vieles fand aber eher am Abend und außerhalb des Ausstellungsgeländes statt: In der „Ständigen Vertretung“, auf dem Hacke’schen Markt, in der Bar Gagarin oder an anderen kommunikativen Plätzen. Wie immer bei der Frühjahrs-ILA hat auch das Wetter gut mitgespielt (bei der Herbst-ILA vor zwei Jahren war es ja nicht ganz so gut).

11. Als Provinzler stehe ich dem Hype, der um Berlin gemacht wird, mit skeptischer Distanz gegenüber. Und als Provinz lasse ich hier auch München und Wien gelten, die beiden einzigen Großstädte, in denen ich mich öfter als nur ein-, zweimal im Jahr bewege. Dort wird mir das Gefühl vermittelt, dass der weitaus überwiegende Teil der Bürger ihren Mitmenschen und ihrer Stadt mit Respekt und Verantwortung begegnen. In Berlin bin ich mir dagegen nie sicher, ob die vielgerühmte Liberalität nicht einfach nur pure Gleichgültigkeit ist. Auf Schritt und Tritt begegnet man Verwahrlosung und Vandalismus. Parks und öffentliche Plätze, die Ruhezonen vor Museen und Gedenkstätten sind fest in den Händen sozialer Randgruppen. Ihre Unantastbarkeit ist Gesetz und so benehmen sie sich auch.

Von Horatio Nelson wird berichtet, dass er immer froh war, London wieder verlassen zu können, auch wenn ihn danach die ersten Tage auf See stets die Seekrankheit plagte. Aber er mochte die Weite der Meeres, die frische Luft und die überschaubare Ordnung seines Schiffs.

09.Mar 2014 | 11:01

Musk macht dem Falcon Beine

Sollten Sie - wie ich - ein Fan von Science Fiction B-Filmen aus den 50iger Jahren sein, dann kennen sie den Plot. Der geht, jetzt mal ganz generisch, so: Das Raumschiff X-7 mit Professor Scatterbrain, seiner schönen Tochter Gwendolyn (Biologin), dem brillianten und in Gwendolyn verknallten (er weiß es aber noch nicht) Wissenschaftler Dr. Jeffrey Quantumleap und dem (noch unerkannten) Schurken Hellonious Greedhead (getarnt als Bordingenieur) startet zum Planeten Metares 3 (Zweiter Spiralarm, dritter Quadrant, vierter Sektor rechts). Der Professor vermutet dort ein gewaltiges Vorkommen von Cavorit, das er fürderhin zum Wohle der Menschheit einzusetzen gedenkt. Greedhead vermutet das auch, und gedenkt es fürderhin zum Zwecke seiner persönlichen Bereicherung zu verwenden. Auf Metares 3 stoßen sie auf Einheimische, die genau so aussehen wie sich Hollywood-Südseeinsulaner vorstellt (Frauen in knappen Bikinis, Männer im Lendenschurz). Greedhead will sie umbringen, Quantumleap will sie schützen, der Professor ist überfordert, Gwendolyn fällt in Ohnmacht, Getümmel, Verfolgung, Gemetzel. Der Schurke wird besiegt, alles ist wieder paletti und alle drei (Greedhead muss als Leibsklave des Eingeborenenhäuptlings zurückbleiben) düsen wieder zurück zur Erde.

Destination Moon

"Destination Moon", SF-Movie aus dem Jahre 1950.

Das alles wurde - das Budget war mager - an Wochenenden in den nicht mehr benötigten Kulissen der A-Filme gedreht. Mit Schauspielern aus der C-Riege. Auch für die Trickeffekte war kaum Geld da, deshalb ließ man die Aufnahmen vom Start der  X-7 für die Landungen auf Metares und zurück auf der Erde einfach rückwärts ablaufen. Eine Startrampe befand man für unnötig. Das Ding startete auf seinen drei, vier oder fünf Beinen und landete auf diesen auch wieder.

Um diese wunderbare Landetechnik zu bewundern brauchen Sie zukünftig nicht mehr die CD mit "Metares 3 antwortet nicht" aus der Kommode zu kramen. Und das liegt mal wieder an Elon Musk, dem "Leading Guru" für Solartechnik (Solar City), Elektroautos (Tesla) und wiederverwendbare Trägerraketen (SpaceX).

Elon Musk hatte es schon vor Jahren angekündigt, und dafür die hämischen Kommentare der etablierten Raumfahrtfirmen geerntet: Jede Falcon ab der Version 9 v1.1, die für diesen Zweck genügend Treibstoffreserven mitführen kann, wird zukünftig einen Landeversuch unternehmen. Dies war schon beim Erstflug der Falcon 9 v1.1 der Fall, die im vergangenen September den kanadischen Cassiopee-Satelliten in den Orbit brachte. Nach der Stufentrennung war erstmals in der Geschichte der Raumfahrt probeweise ein "Boost back"-Manöver durchgeführt worden, also eine erneute Triebwerkszündung der ersten Stufe um einen Rückflug in Richtung Startstelle einzuleiten. Unmittelbar über der Wasseroberfläche erfolgte dann eine zweite Zündung, um die Fallgeschwindigkeit der Stufe auf Null zu reduzieren. Das klappte allerdings nicht so ganz. Die Stufe geriet in der Endphase des Abstiegs in Drehung, was dazu führte, dass die Treibstoffe an die Tankwände gepresst wurden. Daraufhin brachen die Schwappspanten, das Triebwerk (es lief nur die zentrale Einheit) saugte Metallteile an und schaltete kurz über der Wasseroberfläche ab. Die Stufe schlug mit etwa 100 Kilometern pro Stunde auf dem Wasser auf und ging zu Bruch.

Was der Zufriedenheit der SpaceX-Leute allerdings keinen Abbruch tat. Niemand rechnet damit, dass dieses komplexe Manöver schon bei den ersten Versuchen von Erfolg gekrönt wird. Dafür war die Rakete auch noch gar nicht vollständig ausgerüstet. Jetzt hat SpaceX aber alle notwendigen Puzzle-Teile beisammen, um eine Rückführung der ersten Stufe nach einer Raumflugmission ernsthaft zu versuchen. Beim Start zur CRS-3 /Spx-3 Mission (einem Versorgungsflug mit der Dragon-Kapsel zur Internationalen Raumstation) am 17. März wird nur etwa 70 Prozent der Nutzlastkapazität der Falcon 9v 1.1 benötigt. Das lässt wieder Spielraum für einen Landeversuch. Der wird erneut - schon aus Sicherheitsgründen - im Wasser erfolgen. Dieses Mal vor der Küste von Cape Canaveral im Atlantik. Die Wahrscheinlichkeit, dass SpaceX die Stufe intakt aus dem Ozean fischt ist auch dieses Mal gering. Elon Musk schätzt die Chancen für einen Erfolg auf etwa 30 Prozent. Erstmals werden dabei auch Landebeine zum Einsatz kommen (so wie auf dem Bild hier sehen die übrigens in angelegtem Zustand aus).

Landebeine

Die Landebeine der Falcon 9 in angelegtem Zustand

Die für die Bergung entscheidenden Manöver ereignen sich alle nach der Trennung der ersten von der zweiten Stufe. Bis dahin soll die Mission verlaufen, wie jeder andere Orbital- oder Sondenstart auch. Die Landebeine sind in der ersten Flugphase aus aerodynamischen Gründen noch an den Rumpf angelegt und haben keine Funktion.Die Serie der Manöver, die letztendlich zur weichen Landung führen sollen, beginnt erst  nach der Trennung. Während die zweite Stufe mit der Dragon-Raumkapsel den Aufstieg in den Orbit fortsetzt, wird das Lageregelungssystem der ersten Stufe die Antriebseinheit zunächst um 180 Grad drehen.Kurz darauf beginnt das so genannte „Boost Back Manöver“. Drei der neun Merlin 1D- Triebwerke zünden erneut, und bringen die Stufe, die sich bis dahin mit einer Geschwindigkeit von über 6.000 Kilometer pro Stunde auf den Atlantik hinausbewegt, erst auf Gegenkurs und schalten dann wieder ab.

Falcon 9 und Dragon

Die Kombination aus Falcon 9 und der Dragon - Raumkapsel wird für den Start vorbereitet

Die Stufe steuert nun im Freien Fall auf ein vorbestimmtes Landegebiet zu, und wird dabei durch die zunehmende Luftreibung in den tieferen Schichten der Atmosphäre immer weiter abgebremst. Ihre Raumlage wird in dieser Phase durch ein Lagekontrollsystem stabil gehalten. Schließlich bewegt sich die Stufe mit einer Geschwindigkeit, die als „Terminal Velocity“ (Grenzgeschwindigkeit) bezeichnet wird. Ein Objekt erreicht seine Grenzgeschwindigkeit dann, wenn sich ein Gleichgewicht der einwirkenden Kräfte bildet und keine weitere Beschleunigung gleich in welche Richtung mehr erfolgt. Bei einem freien Fall durch Luft ist die Grenzgeschwindigkeit erreicht, wenn die Gravitationskraft durch die Luftreibung kompensiert wird. Die "Terminal Velocity" ist bei der Falocn 9-Erststufe nicht bekannt. Sie dürfte aber bei etwa 350-400 Kilometern pro Stunde liegen.

Die Schlusszündung wird in einer Höhe von weniger als 1.000 Meter über der Wasseroberfläche beginnen, diesmal mit nur noch einem aktiven Triebwerk. Mehr ist nun mehr nicht nötig, denn die Tanks sind fast, aber nur fast, leer. Es wird keine Nutzlast mehr transportiert und das Vehikel wiegt zu Beginn der Zündungweniger als 25 Tonnen (beim Start wog die erste Stufe mehr als 400 Tonnen). Das Triebwerk wird nur noch etwa 15 Sekunden laufen. In dieser zweiten Brennphase nach der Stufentrennung werden die Landebeine ausgeklappt und danach ein Landemanöver wie auf festem Boden simuliert. Die Endgeschwindigkeit mit der die Wasseroberfläche erreicht wird, müsste im Idealfall beiNullliegen.

Destination Moon II

Filmplakat "Destination Moon"

Wie gesagt, die Wahrscheinlichkeit, dass das alles perfekt abläuft, ist gering. Gesteuerte Abstiege dieser Art werden auch bei den folgenden Missionen so lange über Wasser geübt, bis das Landeverfahren sicher beherrscht wird. Danach will Elon Musk mit Landungen auf festem Boden beginnen.

P.S. Das erste Bild dieses Beitrags, sowie das Bild links, stammen aus dem Film „Destination Moon“. Der kein B-Movie, sondern ein – für die Ansprüche des Jahres 1950 – unglaublich teurer A-Film war. Die Produktionskosten betrugen seinerzeit 500.000 Dollar. Schauen Sie ihn sich ruhig mal an. Er ist faktentreu, fast schon prophetisch in seinen Aussagen (vieles ist heute aktueller denn je) und im Gegensatz zu praktisch jedem „modernen“ Film (einschließlich Gravity) stimmt die Physik bis ins Detail.

26.Feb 2014 | 21:50

Yuris Night zu Gast im Technischen Museum Wien

Wie jedes Jahr veranstaltet "Der Orion" auch heuer am 12. April Yuris Night in der zweitgrößten deutschsprachigen Stadt der Welt. Dieses Mal findet sie in einer ganz besonders reizvollen Umgebung statt: im Technischen Museum der österreichischen Metropole. Wie praktisch jedes große öffentliche Gebäude im Herz der Donaumonarchie, das zwischen 1848 und 1916 errichtet wurde, hat auch hier Kaiser Franz Josef I den ersten Spatenstich getan. Und was man dem Museum damals wie heute wegen des historisierenden Stils nicht ansieht: es ist ein Stahlbetonbau. Seinerzeit das Non-Plus-Ultra der Bautechnik.

Technisches Museum

Die Grundsteinlegung erfolgte am 20. Juni 1909. An sich sollte das Gebäude bis 1914 fertiggestellt sein, aber der erste Weltkrieg verhinderte das. Bei der Einweihung im Mai 1918 war Franz Josef schon eineinalb Jahre tot und die Donaumonarchie in der Auflösung begriffen.

Die gewaltige Haupthalle nimmt beeindruckend massive Maschinen und Vorrichtungen auf. Traditionell hat die Sammlung ihren Schwerpunkt in den Bereichen Energietechnik und Bergbau, Alltag und Umwelt, Verkehrstechnik und Musikinstrumente. Das Museum bietet aber noch jede Menge anderer, teilweise ziemlich abgefahrener Themen. So gibt es eine beeindruckende Sammlung von Hüten und Helmen, deren Träger vom Blitz getroffen wurden. Besonders den Kindern merkt man an, dass hier, beim Betrachten der Verkokelungen, Einschlaglöcher und Schmauchspuren einiges an Kopfkino abgeht.

Kurios bis gruselig ist im selben Bereich auch die Sammlung des Wiener Arztes Stefan Jelinek: Bilder durch Blitzschlag abgetrennter Gliedmaßen, Brandspuren am Körper und Auswirkungen eines Blitzschlages auf die Physiognomie eines Menschen (sofern sie es überlebt haben). Das ganze ist mit liebevoll detaillierten Texten untermalt. Jelinek war in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts iungeheuer populär. Er war der Begründer der „Elektropathologie“, die sich mit der dunklen Seite der Elektrotechnik befasste. Sein legendärer Lehrsatz lautete: Beim Strom- und Blitzunfällen so lange Reanimationsversuche anstellen, bis Totenflecke auftreten. Erst dann darf man aufgeben.

Überhaupt kommt die Wiener Liebe zum Morbiden überall durch. Auch im Deutschen Museum in München erfährt man ja einiges über Kohleabbau. Aber nur in Wien gibt es dazu schauerlich schöne Bilder von Staublungen zu bewundern.

Für die Bearbeitung des Themas „Weltraum“ war das Wiener Technische Museum bislang allerdings weniger bekannt. Um ehrlich zu sein: Das Gebiet war nicht vertreten, sieht man mal von Franz Viehböcks (Österreichs erstem und einzigem Kosmonauten) Raumanzug mal ab. Mit der Sonderausstellung SPACE, die seit einigen Monaten besteht und noch über Yuris Night hinaus läuft, ändert sich das. Sie ist klein aber fein, und den Besuch können wir allen Weltraumfreunden nur ans Herz legen. Auch sie hat eindeutig einen "Wiener Touch" und das beginnt schon damit, dass es da drin „a weng duster“ ist, und die Objekte ziemlich klein beschriftet sind. Das mag aber ein jüngerer Mensch als ich, ausgestattet mit besseren Sinnen, anders beurteilen.

Als ich mir die Ausstellung vor ein paar Wochen anschaute und grade vor einem hübschen Modell der Internationalen Raumstation stand, stellte sich ein Papa mit etwa siebenjährigem Sohn neben mich. Der Junge guckte sich das Modell an und fragte den Papa, was denn das sei. Der Vater: "A Raumstation". Der Junge: "uund wööiche?". Und der Vater, das Modell mit suchenden Blicken abtastend, mit fester Stimme (man will sich ja vor dem Nachwuchs keine Blöße geben): "Das ist die Raumstation Mir". Ich hielt den Mund und suchte selber nach der Beschriftung. Die gab‘s tatsächlich, weist auch tatsächlich darauf hin, dass es die Internationale Raumstation ist, aber halt sehr, sehr klein, und in der Finsternis kaum zu erkennen.

Der Kenner der Raumfahrtabteilung des Deutschen Museums findet auch eine nette Leihgabe der Münchner an die Wiener wieder, nämlich eine Astris-Oberstufe der unglücklichen Europa 1-Rakete. Und dann gibt es einen kleinen Raketenpark, Modelle von Raumfahrtträgern, deren Beschriftung behauptet, sie wären im Maßstab 1:25 abgebildet. Hier zeigten sich einige Besucher denn doch ein wenig überrascht darüber, dass weltweit die Trägerraketen allesamt offensichtlich exakt gleich groß sind. Tatsächlich schwankt der Maßstab wohl irgendwo zwischen 1:20 und 1:50. Aber so pingelig, um daran Anstoß zu nehmen, kann ja wohl nur ein Piefke sein.

Zum Thema "Space", dachten sich die Wiener, gehört auch Science Fiction, und so zeigen sie auf einem Bildschirm ein Medley aus SF-Filmausschnitten. Damit der Ton die anderen Besucher nicht stört, kann man sich dazu Kopfhörer nehmen. Als ich dran vorbeikam standen vor diesem Bildschirm zwei schockstarre kleine Jungs mit den Micky-Mäusen auf dem Kopf. Die Augen vor Entsetzen kreisrund sahen sie sich gerade einen Ausschnitt aus „Mars Attacks“ an. Die Stelle, an der den Marsianern das Gehirn platzt.

Die Eltern der Kleinen waren wohl eben auf ein Achtel Veltliner ins Beisel gegangen. Und das, also das Restaurant, befindet sich im Erdgeschoß des Museums. Es gibt dort leckere Gerichte. Die bekommt man allerdings nur, wenn man das Glück hat, von einem der vier Kellner wahrgenommen zu werden, die sich um die knapp 40 Plätze kümmern....sollten. Mir gelang das schon nach kaum 30 Minuten, nachdem es ihnen wegen meines zunehmend wilderen Herumgehampels beim besten Willen nicht mehr gelang, mich zu übersehen. Ich bestellte einen Hamburger mit Chips, und der war wirklich ein Gedicht. Bestes Rindfleisch, Salat, Tomate, knuspriger Speck,angeschmolzener Gouda, knusprig gebratenes Brötchen und krosse Kartoffelchips mit einer delikaten Chilisoße. Den brachte mir allerdings eine Frau aus der Küche, offensichtlich die Köchin. Sie musste mich erst unter den Gästen ausfindig machen. Die vier Kellner waren anderweitig beschäftigt. Die fielen sich beim verzweifelten Versuch, ihre Kundschaft zu ignorieren, fast gegenseitig vor die Füße.

Aber das sind Kleinigkeiten, die über das wirklich faszinierende Ambiente nicht hinwegtäuschen sollen. Am 12. April gibt es dort jedenfalls Raumfahrt bis zum Abwinken, und zwar ganztägig. Tagsüber findet der erste "SpaceUp Vienna" statt - Informationen, Programm und Anmeldung gibt es hier. Auch diesen Event organisiert „Der Orion“ in Zusammenarbeit mit seinen Partnern.

Und wer Angst hat, von den Kellnern im Restaurant übersehen zu werden: „Der Orion“ stellt abends bei der Hauptveranstaltung wie üblich Snacks und Getränke zur Verfügung – kostenlos übrigens - und verhindert auf diese Weise gefährlichen Unterzucker.

Die Planung für beide Ereignisse, den Spaceup und die Abendveranstaltung läuft auf Hochtouren. Das vorläufige Programm findet sich hier.

Wer sich dafür interessiert und/oder sowiesoschon immer mal nach Wien wollte: Schnell buchen. Wien ist kurz vor Ostern schon unter normalen Umständen immergut gebucht. Zusätzlich findet gerade um Yuris Nightauch noch der City-Marathon statt.Da wird es dann selbst in der zweitgrößten deutschsprachigen Stadt der Welt "a weng eng".

03.Nov 2013 | 23:01

Gravity – Film mit Gewicht

Die „Trekkies“ kennen das: Der Weltraum ist ein Dorf und alles liegt irgendwie gleich um die Ecke. Und Physik ist was für Weicheier. Kurz mal auf den Warp 8 – Knopf gedrückt, und Sekunden später ist man am Ende der Galaxis. So geht das und so kennt man das bei Kirk & Co und so ähnlich muss es dann wohl auch bei der NASA sein.

Bild 5 - Gravity CR collectspace

Gravity: Fast ein Einpersonenstück für Sandra Bullock. Quelle: Collectspace

Auch in Alfonso Cuarons Film ist alles, was wir aus der bemannten Raumfahrt kennen, in Fußgängerreichweite aufgereiht: Hubble Space Telescope (HST), die ISS und  die chinesische Tiangong-Raumstation. Was stören uns Inklination und Rektaszension,  Apogäum und Perigäum, die Bahnmechanik generell, Johannes Kepler und sein Geschwurbel und was es sonst noch unwichtigen Kram gibt, mit dem die NASA immerzu angibt. 99,8 Prozent aller Zuschauer haben nicht den leisesten Dunst, was da draußen wirklich abgeht und die darf man - nur für die Zwecke eines Kino-Movies - mit derlei Schmonzes nicht überbelasten.

Der Film beschäftigt genau eineinhalb Schauspieler, nämlich Sandra Bullock als Dr. Ryan Stone und George Clooney, als den alten Raumfahrt-Haudegen Matt Kowalski, der sich auf seiner letzten Mission befindet. Clooney/Kowalksi ist der halbe Schauspieler, denn er wird sich in der Folge nach etwa 45 Minuten für den Rest der Handlung in seine Nespresso-Welt zurückverabschieden und Bullock/Stone mit dem ganzen Scherbenhaufen alleine lassen.

Die Handlung spielt in einer Welt, in der nicht ein Präsident Obama das bemannte Raumfahrtprogramm der NASA geschlachtet hat, sondern in der die Shuttles noch (oder schon wieder?) fliegen. Im Film befinden uns gerade inmitten der Mission STS 157, die mit fünf Besatzungsmitgliedern dabei ist, das Hubble Space Telescope (HST) auf Vordermann zu bringen. Was aus den Missionen 136 bis 156 geworden ist erfahren die Zuschauer nicht, ich habe aber einen Verdacht, den ich Ihnen gleich noch mitteile. In der realen Welt endete das Programm jedenfalls bei STS 135. Eine der Raumfähren muss auch umbenannt worden sein, denn Stones/Kowalskis Shuttle trägt den Namen „Explorer“.

Der Plot beginnt mit einer uns aus dem täglichen Leben bekannten Szene: Eine Frau arbeitet, während zwei Männer rumhängen und Spaß haben.  Warum sich überhaupt drei Leute außerhalb des Shuttles befinden, wenn sowieso bloß eine was tut, wird nicht ganz klar. Während also Dr. Stone alleine das HST repariert, karriolt Kowalski mit dem MMU ein ums andere Mal in irren Kurven um das Raumschiff herum, ungefähr 50mal so schnell, wie es in Wirklichkeit grade noch möglich wäre. Aber es ist einzusehen, dass Cuaron, der seinen Film ja in 90 Minuten zu Ende bringen will, den Leuten nicht die wahre Geschwindigkeit des MMU zumuten kann. Das MMU übrigens, die „Manned Maneuvering Unit“ wurde in der richtigen Welt 1985 eingemottet. Für Gravity wurde sie wieder in den Flugstatus versetzt. Dafür wurden alle Teile mikrominiaturisiert,um einem gigantischen Treibstofftank Platz zu machen, denn Kowalski  verprasst in der Eingangsszene und in der Folge des Films Treibstoff in unfassbaren Mengen.

Bild 6 - Set 1 CR Collectspace

Ein Bild vom Set. Quelle: Collectspace

Dr. Stone hat, so erfahren wir, gerade mal sechs Monate Training hinter sich gebracht, statt der sonst üblichen zwei bis drei Jahre und ist außerdem Medizinerin, was sie hervorragend dafür prädestiniert, die Elektronik des Hubble-Space Telescopes zu reparieren. (An dem Punkt sollte ich allerdings nicht zu sehr lästern, denn es gab in der realen Welt sogar zwei Mediziner, die am HST Wartungsarbeiten durchführten, nämlich Dr. Story Musgrave, der zusätzlich zu seinem Doktor in Medizin auch noch akademische Grade in Chemie und Mathematik und, kaum zu glauben, Literatur innehat, und der Veterinärmediziner Rick Linnehan).

Dann kommt es zur Katastrophe. Bei irgendeinem russischen Test,  so vermittelt uns der Film, passiert irgendein Zusammenstoß mit irgendetwas und hinterlässt eine (relativ zum Shuttle) extrem langsam fliegende,  extrem dichte Trümmerwolke. In Wirklichkeit könnte so etwas höchstens dann passieren, wenn ein sehr großes Raumfahrzeug während der Annäherung auf den Shuttle sich aus irgendwelchen Gründen vorsichtig in tausende von kleinen Teilen zerlegt. Das darf aber keine Explosion sein, denn die Teile müssen alle dicht beieinander bleiben. Wie auch immer, die Relativgeschwindigkeit zwischen den Trümmern und Stones/Kowalskis Shuttle beträgt nur wenige hundert Meter pro Sekunde. Das ist einfach daran zu erkennen, dass man die Teile bequem herumsausen sieht. Sieht zwar trotzdem flitzig aus, hier ist die Wirklichkeit aber mal schneller als der Film. Zumindest wenn der im Film kurz angesprochene Kessler-Effekt eingetreten wäre.

Angesichts der Gefahr weist Mission Control die Crew an, das HST freizugeben und wieder in den Shuttle einzusteigen. Irgendwann muss also bei den Missionen zwischen STS 136 und STS 156 somit für das Weltraumteleskop ein Notfreigabemechanismus konstruiert und eingebaut worden sein, denn davor brauchte man eine stundenlange Prozedur mit dem kanadischen Robotarm der Raumfähre, um das Teleskop freizugeben.

Und schon prasseln die Trümmer herein und danach ist, mit Ausnahme von Kowalski und Stone die Besatzung des Shuttles tot. Die beiden Überlebenden treiben auf unterschiedlichen Bahnen von der Fähre weg, aber dank der unerschöpflichen Treibstoffvorräte des MMU gelingt es Kowalski Stone einzufangen. Dann fliegen die beiden zur ISS.

An der Stelle wird klar, was bei den Missionen STS 136 bis 156 vonstatten gegangen sein muss. In dieser Zeit wurden nämlich das HST auf die Bahn der ISS gebracht. Wahrscheinlich wurde zunächst unter immensem Aufwand die Bahnneigung des HST von 28 Grad auf 51 Grad geändert und danach die Bahn der ISS von 400 auf 600 Kilometer angehoben. Dies ist die einzige halbwegs vernünftige Erklärung, warum das HST und die ISS einander in nur wenigen Kilometern Abstand hinterher fliegen können.

Bild 7 - Set 2 CR Warner Brothers

Eine weitere Szene vom Set. Quelle: Warner Brothers

Offensichtlich wurde in dieser Phase die ISS auch auseinandergenommen und ihre Module neu angeordnet. Zusätzlich wurde in Europa die Produktion des ATV wieder aufgenommen (denn ein solches ist an der ISS angedockt), und das Zentrifugen-Modul, das dessen Start ursprünglich den Budgetkürzungen zum Opfer gefallen war, ist doch noch wiederbelebt und zur ISS gebracht worden.

Tja, und dann ist es herzerwärmend, zu sehen, dass sich die Beziehungen zwischen China und den USA in den Jahren der Missionen STS 136 bis STS 156 so gut entwickelt haben, dass auch die Chinesen ihre eigene neue Raumstation (namens Tiangong - es muss Tiangong 2 sein, denn die erste wurde vor kurzem über dem Pazifik „deorbited“ - auf exakt die gleiche Bahn gebracht haben wie HST und ISS und denen jetzt in wenigen Kilometern Abstand folgt.

Stone und Kowalski erreichen die ISS in der Zeit, die es braucht, bis der Sauerstoffvorrat in Stones Anzug von sieben auf zwei Prozent gefallen ist. Das dürften somit etwa 20 Minuten sein. Die Ankunftsgeschwindigkeit der beiden beträgt etwa 10 Meter pro Sekunde, wir können also daraus schließen, dass das HST etwa 10 bis 12 Kilometer von der ISS entfernt war, als das Unheil passierte. Für Raumfahrtverhältnisse ist das Formationsflug.

Die ISS ist in diesen vergangenen 20 Minuten offensichtlich evakuiert worden. Ein Sojus-Raumschiff wurde zurückgelassen weil es durch die herumfliegenden Trümmer beschädigt wurde. Der Fallschirm hat sich ausgelöst und hängt nun, mit vielen Seilen und Leinen vor der ISS herum. An der Stelle driftet der Film wieder ins Surreale. Zum einen ist es natürlich logisch, ein Raumfahrzeug zurückzulassen, mit dem man nicht auf der Erde landen kann. Zum anderen gibt es in der wirklichen Welt keine überzähligen Sojus-Raumschiffe an der Raumstation. Es gibt exakt soviele Sojus-Sitze wie sich Astronauten in der Station befinden. Vorausgesetzt es waren sechs Personen an Bord der ISS, müssen sich also drei Personen zusätzlich in das zweite Sojus-Raumschiff gezwängt haben. Wer mal einen Blick in eine Sojus-Rückkehrkapsel geworfen hat, weiß, dass da im wirklichen Leben nicht mal mehr die Bordkatze mitkann.

Stone und Kowalksi rummsen also in die ISS (mit geschätzten 30 km/h, ohne eine Schramme abzubekommen) und können sich irgendwie an den Seilen festhalten. Keiner von beiden denkt dran, sich festzuhaken, aber immerhin verhängen sich die beiden in einer der losen Fallschirmleinen der Sojus. Doch dann trennt sich Kowalski von Stone in heroischer Selbstaufopferung, weil er erkennt, dass die fragile Seilverbindung beide zusammen nicht aushält. Kowalski driftet weg, was ein wenig irritierend ist, denn eben noch hatten die beiden die selbe Relativgeschwindigkeit. Aber vielleicht gast ja irgendwas aus der beschädigten ISS aus und beschleunigt das Ganze in die Gegenrichtung.

Bild 8 - CadyColeman Bullock CR Collectspace

Die "richtige" Astronautin Cady Coleman war das "Role-Model" für Sandra Bullock. Bullock bat Coleman vor Beginn der Dreharbeiten um Beratung.

Stone geht nun an Bord der ISS. In letzter Sekunde, denn ihre Luft ist fast verbraucht. Sie bekommt über Funk - in bestem „mansplaining“ - eine Aufklärung vom abdriftenden Kowalski, wie sich Sauerstoffmangel auf das Gehirn auswirkt. Offensichtlich hat er die Befürchtung, dass sie – die Medizinerin – das aufgrund der Aufregung komplett vergessen hat. Gottseidank verabschiedet er sich danach endgültig von ihr (sieht man von einer Traumszene im letzten Drittel mal ab).

Die Schleuse der ISS muss  umkonstruiert worden sein, denn sie lässt sich jetzt erstens von außen öffnen und ist zweitens in der Lage innerhalb von Sekunden vollständig Druck aufzubauen. Bei den jetzigen Modellen ist ersteres unmöglich und das zweite dauert das eine ganze Anzahl von Minuten.

Stone kommt wieder zu Puste und legt innerhalb weniger Sekunden den Raumanzug ab (was normalerweise in kaum weniger als einer Viertelstunde zu bewältigen ist). Sie trägt auch kein Liquid Cooling and Ventilaten Garment“, wie die mit Wasser-Röhrchen durchzogene Spezialunterschicht des Raumanzugs heißt, sondern einfach nur T-Shirt und kurze Hosen.

Nachdem ein Brand das Innere der ISS abfackelt und die Trümmerwolke, die gerade wieder einen Orbit absolviert hat, nun auch noch den letzten intakten Module der ISS den Garaus macht, beschließt Dr. Stone mit der Sojus zur Tiangong-Raumstation weiterzufliegen. Wir erfahren, dass es sich dabei um Sojus TMA-14M handelt, und somit dürfte ihr das schon von daher ein wenig schwerfallen, denn Sojus TMA-14M startet schon in wenigen Monaten. Die Ereignisse müssten aber etwa um das Jahr 2020 spielen (wenn wir eine zweijährige Wiederbelebung des Shuttle-Programms, mit der Entmottung von Atlantis, Endeavour und Discovery – einschließlich Umbenennung eines diese Shuttles in Explorer -  unterstellt, und dann die Durchführung von fünf Flügen jährlich annehmen). Stone hat vom Raumschiff-Fliegen wenig Ahnung, das war in ihrem Sechsmonats-Kurs wohl nur als Wahlfach dran und das hat sie obendrein geschwänzt. Ihr fällt aber wieder ein, dass sie sich den Film mit diesem Vortrag angesehen hat, in dem sie sich über die wichtigsten Aspekte der Steuerung eines Raumschiffs informieren konnte.

Mit diesem Wissen ausgerüstet geht es ab zur Tiangong, und zwar unter Verwendung der Landetriebwerke der Sojus. Wie immer in solchen Filmen genügt es auch hier, zwei oder drei Knöpfe zu drücken um ein Raumschiff zu steuern. Die tatsächliche Vorbereitungszeit für ein Manöver wie es Dr. Stone vorhat würde in Wirklichkeit eher Tage als Stunden benötigen. Aber soviel Zeit hat Cuaron natürlich nicht, und auch nicht Dr. Stone, denn die Trümmerwolke ist schon wieder im Anmarsch. Immerhin, Respekt: ich kann mich nicht erinnern, jemals einen Film des „Escape“-Genres gesehen zu haben, in dem jemand tatsächlich eine Betriebsanleitung liest, bevor er (oder hier „sie“) Knöpfe drückt.

Als sie an der chinesischen Raumstation vorbeifliegt, klettert sie wieder in den Raumanzug. Dieses Mal natürlich in ein russisches Sokol-Modell, und steigt wieder mal aus einem Raumschiff aus, bewaffnet mit einem Feuerlöscher. Den verwendet sie als Manövriereinheit um die chinesische Station zu erreichen.

Doch auch Chinas Stolz des Weltraums liegt in Trümmern und droht – ein wenig unverständlich, denn wir befinden uns nach wie vor in 600 Kilometern Höhe - gleich abzustürzen. Doch siehe da: auch die Chinesen haben sich offensichtlich ebenfalls zu sechst ein eine einzelne Shenzhou gequetscht, damit sie - es könnte ja schließlich zufällig jemand vorbeikommen und es benötigen - ein leeres und vollständig funktionstüchtiges zweites Schiff an der Station belassen können. Soviel Dusel muss man erstmal haben. In letzter Sekunde gelingt es ihr,  in die Shenzhou einzusteigen und es in Betrieb zu nehmen. Wie wir alle weiß auch Dr. Ryan Stone, dass die Chinesen  technischen Erkenntnisse stets abkupfern. Deshalb funktioniert die Shenzhou exakt wie eine Sojus und somit kann sie das Schiff fliegen, in dem sie auch hier drei Knöpfe drückt.

Bild 9 - Bullock CR Warner Brothers

Für die Schlussszene musste Sandra Bullock in das Schwimmbecken. Hier ein Bild vom Set. Quelle: Warner Brothers

Nun geht auch der dritte orbitale Komplex in Trümmer und mit ihr fast die Shenzhou. In letzter Sekunde kann Dr. Stone die Kapsel von der Station lösen während alles auseinanderbricht. Die Landung gelingt auf haarsträubende Weise, endet jedoch mitten in einem See. Im Inneren der Kapsel bricht jetzt auch noch ein Feuer aus, die Kapsel sinkt auf den Grund, Stone muss unter Wasser aussteigen und nach all dem Stress gelingt es ihr trotzdem zwei Minuten lang die Luft anzuhalten, sich von ihrem Raumanzug zu befreien, aufzutauchen und danach die paar Kilometer bis zum Ufer zu schwimmen. Am Ufer sinkt sie schließlich ermattet zu Boden, nur um über den Trümmerregen der gesamten menschlichen Raumfahrtinfrastruktur in die Erdatmosphäre eintreten zu sehen. Was platterdings unmöglich ist, denn mit eben dieser Wolke ist sie ja selber vor einer halben Stunden heruntergekommen.

Ende des Parforcerittes.

Obwohl ich jetzt auf fast 2000 Wörtern Erbsen gezählt habe, komme ich jetzt dennoch zu der für manchen überraschenden Conclusio: Gravity ist kein Film zum Erbsenzählen. Erinnern wir uns an die Eingangsbemerkung. 99,8 Prozent der Zuschauer haben nicht den leisesten Dunst, was da draußen wirklich abgeht. Ich bin überzeugt, dass die Filmmacher sehr wohl wussten, wo sie hier technisch auf dem Holzweg sind. Ein vollständig korrekter Film wäre aber nur für die Nerds spannend genug. Und, man mag es bedauerlich finden, aber von den paar Leuten kann man einfach nicht leben.

Die 13 Minuten lange ungeschnittene Eingangsszene ist das Beste was ich seit langem im Kino gesehen habe. Der Film ist – im besten Sinne - einfach strukturiert. Keine Nebenhandlungen, keine Rückblenden, kein dramaturgisch ambitionierter Schnickschnack. Eine klare Geschichte, gradlinig und schnörkellos erzählt. Spannend und temporeich von der ersten bis zur letzten Sekunde.

Der Film bringt Glanz in das Auge des Raumfahrt-Aficionados. Ausrüstung und Äußeres stimmen bis in kleinste Details. Die Weltraumbilder sind umwerfend. Astronauten, die den Film gesehen haben, bezeugen, dass dieser Film der Wirklichkeit ungewöhnlich nahe kommt.

Sandra Bullock, von der ich an sich kein Fan bin, trägt den Film hervorragend. Sie spielt glaubhaft die Wissenschaftlerin, die zwar verängstigt ist und mit sich ringt um nicht in Panik zu versinken, die aber immer wieder ihren Verstand einsetzt um der Gefahr zu entkommen. Und George Clooney spielt George Clooney. Mehr kann man von ihm nicht verlangen.

Gravity ist trotz aller Mängel in der Darstellung der in der Raumfahrt anzuwendenden Physik um Lichtjahre besser als die Hau-Drauf-Streifen a la  Armageddon. Nach meiner Meinung der beste Raumfahrtfilm der letzten Jahrzehnte. Es gibt nur eins: unbedingt ansehen. Am besten in 3D auf der Großleinwand.

01.Nov 2013 | 22:04

Tage der Raumfahrt in Neubrandenburg

Eine Exkursion zum Geburtsort der Raumfahrt nach Peenemünde. Kosmonauten und Astronauten zum Anfassen. Zahlreiche Vorträge, Fotosessions, Autogrammstunden. Gemeinsame Abende mit Referenten, Astronauten, Kosmonauten und Besuchern bei einem guten Essen und einem schönen Glas Wein. Raumfahrtbegeisterte, Amateure wie Profis treffen einander und pflegen und erweitern ihr Netzwerk. Das alles und noch viel mehr bieten die Raumfahrttage in Neubrandenburg, die in diesem Jahr zwischen dem 8. und 10. November zum 29. Mal stattfinden.

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Das Logo der Neubrandenburger Raumfahrttage 2013

Neubrandenburg, das ist die „Stadt der vier Tore“, 135 km nördlich von Berlin  Die Raumfahrttage haben hier eine lange Tradition. Sie gehen zurück bis in die 70iger Jahre und waren ein weit über die Grenzen der damaligen DDR hinaus bekannter Treffpunkt und Marktplatz der Ost-Raumfahrt. Nach der Wendezeit haben sie sich in einer mehrjährigen Pause neu orientiert und sind seither zum „East-meets-West Treffpunkt“ geworden. Gab es früher nur Raumfahrer aus dem Osten ist heute auch meist ein westlicher Raumfahrer vor Ort.

Die Raumfahrttage gehen über gut zweieinhalb Tage und beginnen am Freitag Morgen mit einer Exkursion nach Peenemünde, dem Geburtsort der Raumfahrt. Das dort von Wernher von Braun und seinem Team entwickelte Aggregat 4, von den Nazis als V 2 bezeichnet, ist der Stammvater praktisch aller militärischen und zivilen Großträgerraketen. Es gibt hier ein absolutes Alleinstellungsmerkmal der Raumfahrttage, denn es wird eine Exkursion zu den Überresten des Prüfstand 7 angeboten, von wo aus am 3. Oktober 1942 der weltweit erste erfolgreiche Einsatz einer Großträgerrakete erfolgte.  Dieses Gelände ist der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich und Besuche in diesem Bereich können – normalerweise  - dort nicht gemacht werden. Es braucht eine Sondererlaubnis dafür, und die nur wenige dutzend Menschen die jährlich diesen Ort besuchen dürfen sind zum großen Teil die Besucher der Neubrandenburger Raumfahrttage.

Nachdem der Freitagvormittag der Raumfahrtgeschichte gewidmet ist, gibt es am Nachmittag erstmals in diesem Jahr einen Veranstaltungsteil, der sich mit Visionärem beschäftigt. Vorträge zur Raumfahrt von Übermorgen, zur (Un)Möglichkeit wissenschaftlicher UFO-Forschung und anderen interessanten Themen. Samstag und Sonntag sind dagegen den Themen der Mainstream-Raumfahrt-Gegenwart gewidmet.

Die Referentenliste ist – wie jedes Jahr – auch heuer illuster:

  • Andreas Anton, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Anomalistik
  • Stephen Ashworth, British Interplanetary Society
  • Lodewijk van den Berg, NASA Astronaut (STS 51B)
  • Dr. Reinhard Buthmann, Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen
  • Robert Fleischer, Freier Journalist
  • Prof. Dr. Dieter B. Herrmann, Leibnitz Sozietät der Wissenschaften zu Berlin
  • Ulrich Köhler, Institut für Planetenforschung des DLR Berlin
  • Jacqueline Myrrhe, Raumfahrtjournalistin
  • Dr. Silvia Reinhardt und spaceclub-Mitglieder
  • Dr. Martin Sippel, DLR-Institut für Raumfahrtsysteme
  • Pham Tuan, Luftwaffengeneral und Interkosmos-Kosmonaut (Sojus 37)
  • Olga Trivailo, DLR Bremen
  • Alexander Soucek, ESA, Paris

Die Veranstaltung an diesen beiden Tagen werde ich moderieren, wie schon im letzten Jahr. Und wenn Sie dran interessiert sind, bitte schnell zugreifen, denn für einige Programmbestandteile (wie den Raumfahrer-Empfang am 8.11.) werden die noch verfügbaren freien Plätze inzwischen langsam knapp.

Neubrandenburg 2012 Fares Samokutjajew 316

Der Kosmonaut Alexander Samokutjajew und Raumfahrttage-Moderator Eugen Reichl bei den 28. Raumfahrttagen in Neubrandenburg im November 2012

Das detaillierte Programm finden Sie hier. Dort sind auch alle Informationen zur Anmeldung und zur Unterbringung aufgelistet. Unbedingt notwendig ist eine rechtzeitige Anmeldung vor allem für die Exkursion nach Peenemünde, für die, ähnlich wie für den Raumfahrer-Empfang, nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen zur Verfügung steht .

16.Aug 2014 | 01:00

Allgemeines Live-Blog ab dem 16. August 2014


22. August

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Da waren’s nur noch 69 km Abstand, als gestern diese NavCam-Aufnahme entstand: Die schrittweise Annäherung Rosettas an den Kern vin C-G schreitet voran. [22:30 MESZ]


21. August

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Dieses Ding hat eine Masse von 10 Milliarden Tonnen (± 10 Prozent), hat sich aus der Wirkung der Schwerkraft von Komet C-G – hier gestern aus 83 km Distanz – auf Rosettas Bahn ergeben: eine wichtige Information für die Planung der Philae-Landung, der jetzt alles Interesse gilt. Bereits kommenden Montag sollen die fünf Kandidaten für die Landestelle benannt werden! [18:20 MESZ]

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Vergesst aber auch das andere Planetenpaar nicht!

Saturn (oben) und Mars rahmen den Waage-Stern Zuben Elgenubi ein, auf einem Bild in der gestrigen Abenddämmerung, das auf 54° Nord (in Damerow auf Usedom) entstand: nicht gerade ideal für die spätsommerliche Abend-Ekliptik-Lage, aber sehr transparenter Himmel machte es möglich. Die beiden Planeten waren dabei auch leicht mit dem bloßen Auge zu sehen, der Stern eher nicht. [11:00 MESZ] Der Anblick in größer, plus der Nachthimmel danach und der Spätnachmittag davor. [11:35 MESZ] Mehr Bilder von all dem erscheinen auch hier. [12:15 MESZ]


20. August

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Das erste Bild des Kometenkerns aus unter 80 km Abstand, das es zu sehen gab: Eine gestrige NavCam-Aufnahme aus 79 Kilometern – Rosetta ist auf dem Weg zum 50-km-Dreieck! Auch Bilder von vorgestern und vorvorgestern; der Kern ist übrigens ziemlich grau. [23:55 MESZ]


19. August

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Jupiter und Venus heute, einen Tag nach der größten Annäherung aufgenommen von Paul Hombach in der Eifel; auch detailliert dokumentierte österreichische Aufnahmen von gestern. Derweil sorgt eine neue Kometen-Entdeckung von Terry Lovejoy für einige Aufregung in der Szene, da er nach der noch sehr vorläufigen 1. Bahn der Erde Ende des Jahres sehr nahe kommen könnte. Auch Komet Jacques heute mit fettem Deep-Sky-Objekt daneben, gestern (mehr und mehr) und vorgestern sowie hunderte Video-Perseiden 2014 trotz Mond und Wolken – und die zweite Saison der Dark Energy Survey hat begonnen. [19:00 MESZ] Und schon war’s das mit dem vermeintlich erdnahen Kometen: Perihel von C/2014 Q2 (Lovejoy) eher 1.8 au. [22:35 MESZ] Und mehr Bilder des Planetenpaares heute und gestern. [22:55 MESZ]


18. August

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Die super-enge Konjunktion von Venus und Jupiter heute Morgen: so hat sie vom Wohnort des Bloggers aus ausgesehen. Auch frühere Bilder von heute (mehr), gestern und vorgestern. Sowie gestern Komet Jacques hier und hier – und der Uranus mit Details auf einer Amateuraufnahme mit 14″. [6:30 MESZ] Und hier gibt’s die Konjunktion mit Präsepe zusammen! [7:15 MESZ] Dasselbe sogar noch besser hier und hier getroffen, auch in dieser Sammlung; ‘normale’ Bilder dagegen hier, hier, hier und hier. Und am Abendhimmel treffen sich Mars & Saturn (und Zuben Elgenubi), wie auf diesem australischen Bild von gestern. [23:05 MESZ]


17. August

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Venus & Jupiter nähern sich morgen auf 12 Bogenminuten

und bilden dann ein ungewöhnlich enges Paar der beiden hellsten Planeten, das sich in der Morgendämmerung (im deutschen Westen gegen 5:30 MESZ, im Osten früher) in 5 bis 8 Grad Höhe noch gut durchsetzt: Bereits heute früh war der Anblick faszinierend (mehr, mehr und mehr Bilder), gestern und noch früher noch nicht so. Was morgen und danach noch passiert, wird u.a. hier (mit gelungenem Video), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier erzählt. Auch die Seiten eins, zwei und drei der Auswertung eines Massen-Experiments zur Sichtung der Galileischen Jupitermonde mit freiem Auge während des Oppositionseffekts 2014, der bevorstehende 150. Jahrestag des ersten Spektrums eines Planetarischen Nebels – und ein australischer TV-Bericht über Amateurastronomen, die eine verfallene Uni-Sternwarte übernahmen und wieder einsetzen. [20:15 MESZ]

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Und der tägliche Churyumov-Gerasimenko, diesmal aus 93.5 km Distanz von gestern, nebst allerlei Gedanken dazu. Ferner Komet Jacques gestern abend und morgen – und neue Papers zum Hellerwerden des F-Rings des Saturn, den Klumpen darin und der Instabilität mancher Monde des Uranus. [19:15 MESZ]

cygnus-burn

Hier verglüht der Cygnus-Transporter, von der ISS aus gesehen: weitere Aufnahmen hier und hier. Und die Copenhagen (Very) Suborbitals haben wieder einmal einen statischen Triebwerkstest in den Sand gesetzt, das Vertrauen schwindet zusehends: Videos des Debakels hier, hier und hier und viele Fotos nach dem Burn-Through. [19:00 MESZ. NACHTRAG: noch ein 'offizielles' Video mit Post-Mortem und Trauermarsch ...]


16. August

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Mal wieder ein Blick über das breite Ende schräg über den Kern von C-G auf dieser gestrigen NavCam-Aufnahme aus 91 km Abstand. Auch ein Interview mit dem OSIRIS-PI, viele Bilder von Komet Siding Spring, Komet Jacques gestern (mehr) und am 5. August mit tollen Schweif-Verrenkungen – und ein schönes Perseiden-Komposit aus Dresden trotz Mond und mit detallierten Erläuterungen sowie hier und hier noch mehr Perseiden 2014, deren ZHR kaum über 70 gestiegen zu sein scheint. [20:25 MESZ]

meteor

Diese 2012-er Feuerkugel ließ auch Meteoriten niedergehen

Und der erste der Funde von Novato vom Oktober 2012 in Kalifornien ist jetzt ausgiebig analysiert worden: Vor 4.472 Mrd. Jahren – rund 100 Mio. Jahre nach der Bildung des Sonnensystems – ist sein Mutterkörper mächtig geschockt worden, vielleicht als ihn Trümmer jenes Mega-Impakts trafen, bei dem der Mond entstand und andere Splitter kreuz und quer durch’s Sonnensystem sausten. Vor 470 Mio. Jahren zerlegte es dann den Asteroiden, und die Gefion-Familie entstand, und vor wenigen Jahrmillionen erwischte es auch jenen ihrer Brocken, aus dessen Trümmern der gewöhnliche L6-Chondrit Novato Richtung Erde aufbrach. Vor 100’000 Jahren kollidierte er noch einmal mit etwas, bevor er schließlich als 35 cm kleiner 80-kg-Stein in die Atmosphäre eintrat. Dabei zerbrach er noch weiter, wie Fotoserien wie die obige zeigen; sechs Bruchstücke konnten danach gefunden gefunden werden. Und dank ihrer schnellen Bergung gelang noch der Nachweis von organischem Material inklusive ungewöhnlicher Aminosäuren, das die ganze Kollisionsgeschichte überstanden hatte. [2:15 MESZ]

Galactic soup

Das Galaxien-Paar SDSS J161330.18+510335 und 2MASX J16133219+5103436 – zusammen Zw I 136 – auf einer nicht weiter dokumentierten Hubble-Aufnahme: Ihnen ist die räumliche Nähe nicht gut bekommen, weshalb sie weniger geordnet als die Galaxie rechts aussehen. Auch die bevorstehende vierte Bohrung Curiositys [alt.] (NACHTRAG: mehr hier, hier und hier), ein Mars-Atlas vom Mars Express, ein Hangout zu Dawn, die ersten Spektren von OCO-2, die Abreise des Cygnus von der ISS (mehr, mehr, mehr und mehr [NACHTRAG: und mehr Links]) – und ein Video von der letzten Wasserung einer Falcon-9-Unterstufe, das Fans gleich verbessert haben. [1:00 MESZ]


15.Aug 2014 | 22:34

Weitere größere Artikel (und neue Rosetta-Links)

nav0814

So war das bei Rosettas Ankunft! Jede Menge Bilder aus Darmstadt. Und oben das neueste NavCam-Bild von gestern aus genau 100 km Abstand; auch Versuche, eine Karte zu erstellen und die Topografie zu begreifen.

Rosetta »spürt« bereits den Kometen mit dem Staubzähler GIADA. Auch der weitere Zeitplan und die schwierige Landung.

Rendezvous with a crazy world: eine Reportage aus Darmstadt. Auch weitere Versuche hier, hier und hier, die Kernstrukturen zu verstehen.

Langzeittrend der Sonnenflecken – nur ein Irrtum? Die letzten 250 Jahre werden neu aufgerollt.

Dritter deutscher »Dark Sky Place« in der Rhön, diesmal wieder ein International Dark Sky Reserve.

Kürzere Artikel

Große helle Stürme auf Uranus ausgebrochen – auch was für Amateure?

Eine Meteorkamera für die ISS kommt mit dem nächsten Cygnus.

Das »Internationale Jahr des Lichts« 2015 wird realer, mit einem Astro-Trailer und Aktivität in Deutschland.


12.Aug 2014 | 16:45

Allgemeines Live-Blog ab vom 12. bis 14. August


14. August

osi0807

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osi0807otherESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

Die ersten OSIRIS-Bilder nach Rosettas Ankunft an C-G

sind eine Woche später nun publik geworden: Sie zeigen die “Hals”-Region des Kometen am 7. August aus 104 km Entfernung. Oben ein Ausschnitt aus dem mittleren Bild, und der entsprechende aus einer Aufnahme 17 Minuten früher; aus beiden wurde auch ein Anaglypen-Bild erzeugt. Ferner gibt’s noch ein gestriges NavCam-Bild – das erste nach dem zweiten Mini-Manöver, um die nächste Seite des 100-km-Dreiecks zu fliegen – und Artikel hier, hier, hier und hier. Und in Sachen Kometen noch amateurseits rein gekommen: Catalina am 13.8., sehenswerte Jacques-Bilder vom 8.8. (ein anderes tolles Bild), 6.8., 4.8. und 3.8. und ebenfalls am 3.8. Siding Spring. Auch ein behaupteter Kometen-Impakt, der keiner war, im 8. Jh., und von den Perseiden 2014 immerhin 133 in der Maximums-Nacht in Belgien, ansonsten aber eher wenige im Mondenschein. Und anderswo im Sonnensystem steht Curiositys vierte Bohrung an einem Stein bevor. [23:55 MESZ - Ende]

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Die italienischen Vulkane Ätna (links) und Stromboli in Action, gesehen aus der ISS: Auf der Nachtaufnahme ist die glühende Lava beider Vulkane auszumachen, was dem Vulanologen Alex Gerst natürlich eine besondere Freude war.

atv-thrust

Und noch ein Bild von der ISS: das ATV-5 im Zielanflug; ‘dahinter’ weitere schöne Bilder von Artemjew. Inziwschen wird der Transporter besichtigt, auch frühere Artikel hier und hier und mehr Links sowie weitere Pläne mit ISEE-3 – und wie man SOFIA effizienter betreiben könnte. [20:25 MESZ] Und das ATV hat die ISS-Bahn angehoben. [21:35 MESZ. NACHTRAG: mehr dazu] Während Nachtaufnahmen von der ISS für Analysen der Lichtverschmutzung crowd-ge-sourced werden. [22:15 MESZ]


13. August

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Ein Instrument auf Rosetta registriert bereits Staubteilchen

vom noch sehr inaktiven Kometen: Der Staubzähler GIADA ist schon erfolgreich, die anderen beiden Staubinstrumente müssen noch warten. Oben das NavCam-Bild von gestern aus 103 km Entfernung, grob genordet und geschärft – und wie bekannt wurde, arbeiten unabhängige Planetologen schon mit diesen Bildern. Auch neue vage Informationen zu den Umständen der Philae-Landung – und in einem Jahr ist Perihel für Komet wie Rosetta. Plus ein HiRISE-Bild von einem rollenden Stein auf dem Mars, was Opportunity sieht – und ein selten gewordener Artikel zum Gaia-Satelliten. [21:25 MESZ]

ww3

Pünktlicher Start des Erdbeobachters WorldView-3 vor fünf Minuten auf einer Atlas V, der 31 cm Auflösung am Boden erreichen soll – derzeit brennt die Centaur-Oberstufe. [20:35 MESZ] Und Spacecraft Separation! [20:50 MESZ] Die genauen technischen Daten und ein Artikel zum Start. [21:10 MESZ. NACHTRÄGE: ein Digital Globe PR, vom Start Bilder und ein Video, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links]

sunset

Abenddämmerung von der ISS aus aufgenommen von Oleg Artemjew. Derweil haben die Perseiden 2014 erwartungsgemäß nicht recht begeistern können, von einem exotischen Tripel-Meteor mal abgesehen: Bilder – meist von Video-Netzwerken – und Impressionen aus 7 Ländern, UK, NL, CZ, PL, DE, UA & US. Und demnächst werden Meteore von der ISS aus beobachtet! [20:20 MESZ. NACHTRÄGE: ein Spektrum eines Perseiden und ein extra fettes Exemplar]


12. August

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Ein – ungefähr genordeter – C-G-Kern von gestern aus 102 km Distanz; auch kritische Artikel hier und hier. Plus neue Wolken auf dem Titan, wie vorausgesagt, OCO-2 im Zielorbit, ein kurioses Video von einem frisch abgesetzten Satelliten – und der recht langlebige CubeSat UWE 3 aus Würzburg. [22:55 MESZ]

Amateurastronomen satt in Trailer zum Jahr des Lichts

Die IAU hat einen Video-Trailer zum “Cosmic Light”-Thema des International Year of Light 2015 produziert, das in der zweiten Hälfte scharenweise Amateurastronomen bei öffentlichen Beobachtungs-Aktionen zeigt: Da weht geradezu ein Hauch des IYA 2009! Inzwischen gibt es auch einen ILY-Koordinator für Deutschland (ein Quantenoptiker) und eine deutsche Homepage, die z.Z. aber nur ein Platzhalter ist. Nochmal IAU: In Zambia entsteht jetzt ein weiterer Regionalknoten von Astro4Dev – und der Outreach-Newsletter erscheint nun alle zwei Wochen. Derweil waren die Erfahrungen mit den Vollmond-Perseiden 2014 letzte Nacht gemischt, wie diesem, diesem und diesem Bericht zu entnehmen ist, während heute Nacht offenbar reichlich Feuerkugeln unterwegs sind. Auch Komet Jacques am 10. August animiniert sowie am 9. August und 7. August, erst jetzt analysierte Kometen-Beobachtungen mit dem COBE-Satelliten und seinem DIRBE-Instrument, ein ESO-Bild von M 33, der Beitritt Indiens zum SKA, die Nutzung von ALMA als Phased Array für’s EHT – und Amateur-Bilder des Uranus mit offenbar weißen Wolken. [22:20 MESZ]

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atv2

atv3

Das letzte ATV hat gerade die ISS erreicht und problemlos angedockt: ESA und NASA Releases, ein Astronauten-Foto und Artikel hier und hier. [16:45 MESZ] Auch eine PM des DLR und weitere Artikel hier und hier. [17:30 MESZ] Mit fünf angedockten Schiffen ist die ISS jetzt ausgebucht! Ein Video des Andockens, ein weiterer NASA Release und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier – und die Verschiebungen der ISS-EVAs. [21:55 MESZ]


11.Aug 2014 | 21:25

Ordnung muss sein: Ab jetzt ist hier Norden oben

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Der Kern von Komet Churyumov-Gerasimenko mag bizarr aussehen, aber er rotiert stabil um eine raumfeste Achse – die durch den ‘Hals’ der ‘Ente’ geht, deren Rumpf und Kopf herumwirbeln. Und Norden ist dort, wo die Ente ihr ‘Kinn’ hat, d.h. wo aus vielen Perspektiven die markante Einkerbung zu sehen ist: So wird es in dem Video hier – dem mit Abstand besten TV-Beitrag seit der Ankunft Rosettas – plastisch vorgeführt, und entsprechend sind die NavCam-Aufnahmen von gestern (oben, aus 110 km Distanz) und vorgestern (unten, aus 99 km) so gedreht, dass Norden ungefähr oben ist. “Ein eindeutiges Koordinatensystem gibt es noch nicht”, hat der OSIRIS-PI H. Sierks heute diesem Blog auf Anfrage mitgeteilt, und “die CNES-Koordinaten [in dieser frühen Animation eines 3D-Modells] sind nur auf Arbeitsebene ok. Mit der Festlegung des Zero Meridian wird das Grid definiert. Dafuer benötigen wir ein besseres Shape Model und eine Einigung auf Team Ebene.” Auch eine weitere 3D-Fassung früherer OSIRIS-Bilder und allerlei Essays hier (später), hier, hier und hier.

Heute läuft ein Workshop zu Komet Siding Spring am Mars

im Oktober, der hier gestreamt wird: Diskutiert werden frühe Ergebnisse und v.a. Pläne mit Weltraumteleskopen, irdischen und – ab 21:30 MESZ – Raumsonden vor Ort. [NACHTRÄGE: von den letzteren eine Übersicht ihrer Haupt-Ziele. Je nachdem wie groß der Kern ist, könnte er für MROs HiRISE bis zu einem Dutzend Pixel Durchmesser haben, was aber - so Alan Delamere - für die Öffentlichkeit immer noch "pretty lousy" sei, verglichen mit Rosetta ... Die beiden Mars-Rover haben leider nur "very limited capabilities", sich an den Beobachtungen zu beteiligen, aber "we give it the best shot that we can" - sogar mit der ChemCam von Curiosity. Und deren MastCam hat immerhin schon mal Messier 31 abgelichtet. Auch ein neues Paper, eine genaue Timeline, geplante Beobachtungen mit MAVEN und allgemeine Artikel hier und hier.] Eine Aufzeichnung der 1. Session gibt es schon [NACHTRÄGE: und von der zweiten, dritten und vierten]. Auch die schwierige Fahrt von Curiosity, die Mond-Passage von ISEE-3 gestern (mehr, mehr und mehr [NACHTRAG: und mehr sowie die Aufzeichnung eines Live-Events]) – und der schärfste private Erdbeobachter WorldView-3 vor dem Start.

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Von der ISS der Perigäums-Mond von gestern im Untergang schon deformiert aufgenommen von Олег Германович Артемьев – auch wie er diesem Blogger erschien. Und in Sachen ISS eine Verschiebung der EVA von Gerst, der auch mal wieder viele Fragen beantwortete – und die morgige Ankunft des ATV-5 an der ISS (mehr und mehr). NACHTRAG: ein gemeinsamer Überflug (unten).


07.Aug 2014 | 21:45

Allgemeines Live-Blog vom 7. bis 9. August 2014


9. August

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Und ein C-G-Kern von gestern, aus nur noch 81 km Entfernung: Auf dem “100-km”-Pseudoorbit kommt Rosetta auch deutlich näher heran. Auch das größte Bahnmanöver Cassinis während des Rests der Mission heute, der Erfolg der K2-Mission von Kepler, angeblich weiter Ende 2017 für den Erstflug des SLS, Mahlzeit in µg – und ISEE-3 bald am Mond, während das Versagen des Triebwerks unerklärt bleibt und jeder was beigetragen hat. [19:50 MESZ - Ende]

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Komet Jacques gestern von Michael Jäger aufgenommen mit einem Newton 140/f-400 und einer CCD Moravian G3-11002: mehr hier und hier, jeweils auch mit einer Animation, und hier sowie von vor- und vorvorgestern. Plus eine Aufstellung von Perigäums-Vollmonden, die man durchaus wahrnehmen kann, auch wenn nun wieder zahllose Copy&Paste-Artikel das Gegenteil behaupten, während andere dem Wahnsinn Tür und Tor öffnen, eine Überraschung am Ort einer Supernova – und Sorgen vor zwei Wirbelstürmen auch bei den Teleskopen auf Hawaii. [13:55 MESZ]

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Rosetta auf der Jagd nach ersten Kometenstaubteilchen

Mit dem Abstand von 67P/C-G zeitweise schon unter 100 km – hier eine NavCam-Aufnahme von vorgestern aus 83 km Distanz – kann man’s trotz noch geringer Aktivität ja mal versuchen: Morgen wird der Staub-Analysator COSIMA den ersten Probenträger ausfahren und mit dem Sammeln beginnen! Da die Umgebung von C-G Modellen zufolge noch so sauber wie ein Cleanroom ist, bleibt der Träger – einer von 24 – wohl einen ganzen Monat exponiert: außer es geht plötzlich aufwärts mit der Staubproduktion des Kerns. Den gibt’s übrigens hier = hier am 3. August in Rotation zu sehen: Der Clip lief einmal während der 2. PK am Mittwoch, wurde aber erst jetzt von Fans aus einem BBC-Beitrag isoliert. Auch ein ASI PR zu Ankunft und Artikel hier, hier, hier und hier. [13:40 MESZ]


8. August

Neues Videomaterial vom LDSD-Reentry-Experiment in der Erdatmosphäre im Juli ist jetzt vorgestellt worden (mehr und mehr), vielleicht hilfreich für spätere Marslandungen – auch schon zwei Erdjahre Curiosity auf dem Mars unterwegs, Erkenntnisse von Kaguya zum Mondinneren, Beobachtungen solarer Effekte und die baldige Erd- und Mondpassage von ISEE-3, der studentische Forschungssatellit ELFIN für Space Weather – und Gerst ist Auto gefahren, aber auf der Erde gesteuert von der ISS. [22:05 MESZ]


7. August

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osi-jet+body

osi-jetsESA/NAVCAM & ESA/MPS for OSIRIS MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

Noch mehr neue Ansichten von Kern & Jets von Komet C-G

als die bereits hier und hier gezeigten, von der NavCam gestern aus ca. 96 km Abstand, OSIRIS-Narrow gestern früh aus ca. 120 km, NavCam vorgestern aus etwa 145 km, OSIRIS-Narrow von früher im August mit heraus gearbeitetem Jet, der aus dem ‘Hals’ kommt, und OSIRIS-Wide mit mehreren Jets, maskiertem Kern und einem Reflex rechts. Die Bilder 2, 4 und 5 stammen dabei aus diesem Highlights-Video, es gibt auch komplette Aufzeichnungen der gestrigen Events vormittags und nachmittags (mit den ersten wissenschaftlichen Ergebnissen) und Sammlungen aller bisherigen PR-Bilder der Mission hier und hier. Am Kometen passierte nicht viel nach der Ankunft; auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, noch mehr Links, allerlei deutsche Titelseiten und ein kleiner Fehlschuss des WDR. Sowie ein Bahnmanöver von Mars Odyssey, um das Restrisiko durch Siding Spring zu minimieren, den auch WISE wieder aufgenommen hat und der die andere Kometen-Story des Jahres wird, ein LORRI-Video (mehr) aus mehr als 420 Mio. km Distanz und ALMA-Beobachtungen zur Astrometrie von Pluto & Charon, ISEE-3 drei Tage vor dem Mond, wo ARTEMIS parallel messen wird, ein Terrestrial Gamma Flash aus einem Hurrican, Startvorbereitungen der nächsten Galileo-Satelliten – und Wasser-Bergungstests und der Starttermin 4. Dezember für die Orion-Kapsel. [23:40 MESZ]

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Auf dem Uranus toben derzeit heftige Stürme, die sich auf diesen Keck-II-Aufnahmen bei 1.6 µm mit Adaptiver Optik als helle Wolken bemerkbar machen: Vor allem eine gestern ist besonders groß. Aus ihrer Erscheinung bei 2.2 µm folgt, dass sie besonders hoch sein muss. [22:40 MESZ]

Deutschland hat seinen dritten Dark Sky Place: in der Rhön

Das Biosphärenreservat Rhön ist jetzt von der IDA als Dark Sky Reserve der Klasse Silber anerkannt worden (mehr, mehr und mehr): Nach dem Reserve Westhavelland und dem provisorischen Park Eifel schon der 3. Dark Sky Place im Lande. Auch die Kometen Jacques heute (mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr und mehr) und früher sowie Outkaimeden und LINEAR, wie mit dem SDO die Sonne überwacht wird, Versuche zur Prognose der Sonnenaktvität – und ein Astronom, der seit 55 Jahren beobachtet. [21:45 MESZ]


Hintergrundbilder (c) OEWF