ÖWF / Polares auf einen Blick

13.Apr 2014 | 19:34

Yuris Night 2014 in Wien – ein glanzvolles Ereignis

Während draußen noch die Sonne strahlte, leitete Gabriele Zuna-Kratky, die Direktorin des Technischen Museums, im Festsaal die diesjährige Yuris Night in Wien ein – veranstaltet von Förderkreis Astronomie und Raumfahrt “Der Orion”, einem Online-Medium für Astronomie und Raumfahrt, in Kooperation mit dem Österreichischen Weltraum Forum.

Das zahlreich erschienene Publikum wurde mit vielerlei Wissenswertem unterhalten: Maria Pflug-Hofmayr (Der Orion, ÖWF) stellte die Website „Astronomy Picture of the Day“ vor, die sie tagtäglich für deutschsprachige Interessierte übersetzt und zeigte die beliebtestes Bilder, wobei der eindeutige Gewinner das außergewöhnlich überlebensfähige Bärtierchen ist: Man kann es einfrieren, austrocknen oder in den Weltraum schießen, es erfreut sich nach jeder denkbaren Prozedur noch bester Gesundheit.

Yuri's Night 2014 Übergabe Kristall (c) ÖWF (Klaus Kornfeld)

Übergabe des TiuTerra Crystals an das Österreichische Weltram Forum. v.l. Remco Timmermans (World Space Week), Monika Fischer (ÖWF), Gernot Grömer (ÖWF), Christian Nagele (Swarovski) (c) ÖWF (Klaus Kornfeld)

Ludmila Carone (Universität Köln, Universität Leuven) entführte die faszinierten Zuhörer in „Ein Universum voller verwirrender Planeten“. Dabei erfuhren wir nicht nur, dass Gasriesen wandern können und dabei wahrscheinlich auch den Kuipergürtel haben entstehen lassen, sondern auch interessante Fakten über die Suche nach Exoplaneten und die in Zukunft geplanten Forschungsaufgaben – unter anderem die genauere Untersuchung der näher gelegenen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems.

Bei seinem Vortrag über „Vergessene Kosmonauten“ und diverse damit verbundene Verschwörungstheorien ließ Andreas Weise (Freunde der Raumfahrt, Raumcon Brandenburg) die Spannung im Raum steigen: War Yuri Gagarin wirklich der erste Mensch im All? Höchstwahrscheinlich. Aber spätestens die ausführliche Einführung zur hauseigenen Ausstellung „SPACE“ von Jürgen Öhlinger (Technisches Museum Wien) motivierte dann viele Anwesende, die sie noch nicht gesehen hatten – sowie auch einige Stammgäste – sie noch (einmal) zu besuchen, da der entsprechende Bereich an diesem Abend bis 23 Uhr geöffnet war.

Yuri's Night 2014 TiuTerra Crystal (c) ÖWF (Kerstin Zimmermann)

Der Kristall ist ca. 8 cm lang, darin eingeschmolzen die Gesteinsproben aus aller Welt plus ein Stückchen vom Mars. Insgesamt wurden 100 Stück produziert. (c) ÖWF (Kerstin Zimmermann)

Vor dem Festsaal signierte Eugen Reichl (Verein zur Förderung der Raumfahrt, Der Orion) die neueste Ausgabe seiner überaus erfolgreichen Buchserie mit dem Titel „Space 2014“. Seine Raumfahrtjahrbücher bieten fachlich interessierten Lesern „einen ebenso informativen wie unterhaltsamen Rundumblick auf das aktuelle Raumfahrtgeschehen“. Manche schafften es zwischen angeregten Gesprächen mit Gleichgesinnten in der Pause sogar noch, ein Brötchen zu ergattern oder sich mit einem Cocktail zu erfrischen.
Österreichs bisher einziger Raumfahrer, Franz Viehböck, gab zu Beginn der zweiten Hälfte der Veranstaltung im Gespräch mit Moderatorin Monika Fischer (Der Orion, ÖWF) Einblicke in die „Herausforderung Arbeit im All“ und erzählte amüsante Anekdoten aus seiner Zeit in Russland und auf der MIR Raumstation. Damit leitete er einen der Höhepunkte des Abends thematisch ein: Christian Nagele von Swarovski präsentierte ein ganz besonderes Glanzstück aus der weltbekannten Kristall-Produktion und übergab es dem Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF).

Der sogenannten „Tiuterra Crystal“ (benannt nach dem altenglischen Wort für den Mars „Tiu“ und dem lateinischen Wort für Erde) entstand zunächst als Idee im Rahmen der World Space Week 2013. Durch das Verschmelzen von Gesteinsproben aus 33 Ländern, inklusive je einer Probe aus der Antarktis und der Tiefsee sowie einem Stück Mars-Meteoriten mit Swarovski Kristall wurde das Ergebnis schließlich zu einem Symbol für das gemeinsame Interesse am Weltraum. 80 weitere Exemplare werden nun an internationale Raumfahrtorganisationen und EntscheidungsträgerInnen verteilt. Besonderes Highlight dabei: im November wird die italienische ESA-Astronautin Samantha Cristoforetti drei der Kristalle zur Internationalen Raumstation ISS mitnehmen. „Das wird das erste Mal sein, dass ein Mars-Meteorit zum zweiten Mal den Eintritt in die Erdatmosphäre übersteht“ scherzte Gernot Grömer (Obmann des ÖWF).

Yuri's Night 2014 Übergabe Polarsternpreis (Klaus Kornfeld)

Übergabe des Polarsternpreises 2014. Zum ersten Mal an 2 Preisträger: Prof. Dr. Werner Weiss (2ter v.l) und Prof. DI. Dr. Otto Koudelka (3ter v.l) (c) ÖWF (Klaus Kornfeld)

Um 22 Uhr war es dann Zeit für das Grande Finale: Das Österreichische Weltraum Forum verlieh zum sechstem Mal den Polarsternpreis. Der Preis ist mit 800,- Euro dotiert und die Trophäen wurden heuer exklusiv von Swarovski gestaltet. Gernot Grömer gab mit sichtlichem Stolz die Preisträger bekannt: Prof. DI Dr. Otto Koudelka, Institutsleiter für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation an der TU Graz und Prof. Dr. Werner Weiss vom Institut für Astronomie der Universität Wien. „Wir möchten mit dem Polarsternpreis 2014 jene beiden Männer ehren, die durch ihren Einsatz und ihre Hartnäckigkeit wesentlich zum Bau und Start des ersten österreichischen Satelliten TUGSAT-1/BRITE beigetragen haben“, betonte Grömer. „Diese erste österreichische Weltraummission hat viele Menschen begeistert. Ich könnte mir vorstellen, dass sie junge Leute inspiriert, sich für eine Ausbildung in den Weltraumwissenschaften und Technik zu interessieren.“

Yuri's Night 2014 Übergabe Kristall (c) ÖWF (Kerstin Zimmermann)

v.l. Gernot Grömer, Werner Weiss, Otto Koudelka, Christian Nagele, Franz Viehböck (c) ÖWF (Kerstin Zimmermann)

Weitere Informationen:

12.Apr 2014 | 23:00

Der Polarsternpreis 2014 geht an Otto Koudelka und Werner Weiss

Am 12. April im Rahmen der Yuri’s Night im Technischen Museum in Wien verlieh das ÖWF zum sechsten Mal den Polarsternpreis für herausragendes Engagement, das Menschen für den Weltraum begeistert. Erstmals ging der mit € 800,- dotierte Preis an zwei Personen: Prof. DI Dr. Otto Koudelka, Institutsleiter für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation an der TU Graz und Prof. Dr. Werner Weiss vom Institut für Astronomie der Universität Wien.

Wir möchten mit dem Polarsternpreis 2014 jene beiden Männer ehren, die durch ihren Einsatz und ihre Hartnäckigkeit wesentlich zum Bau und Start des ersten österreichischen Satelliten ‚TUGSAT-1/BRITE‘ beigetragen haben“, betonte ÖWF Obmann Dr. Gernot Grömer, „Diese ‚erste österreichische Weltraummission‘ hat viele Menschen begeistert. Ich könnte mir vorstellen, dass sie junge Leute inspiriert, sich für eine Ausbildung in den Weltraumwissenschaften und Technik zu interessieren.“

Otto Koudelka (links) & Werner Weiss (rechts) Polarsternpreisträger 2014

Beide Preisträger geben uns in diesem Interview einen Einblick in ihre Arbeit am BRITE-Projekt.

Mit dem erfolgreichen Start Ihrer Satelliten wurde Österreich erstmals nach Weltraumrecht zu einem Startstaat. Eine bedeutende Veränderung. Haben Sie das auch so gewaltig empfunden?

O. Koudelka: Es macht uns natürlich stolz, dass das BRITE-Projekt Auslöser für ein eigenes Gesetz war, das noch dazu einstimmig im Parlament beschlossen wurde. Österreich zählt zu den noch nicht so vielen Ländern, die ein implementiertes Weltraumgesetz haben.

Die Kleinsatellitentechnik boomt derzeit. Weltraumagenturen und die Industrie erkennen, dass damit neue Technologien rasch und kostengünstig im All getestet werden können, bevor sie auf großen Missionen zum Einsatz kommen. Wie die BRITE-Mission zeigt, lassen sich auch anspruchsvolle wissenschaftliche Aufgaben damit erfüllen. Für Universitäten und Forschungseinrichtungen bieten sie die Möglichkeit, dass der technisch-wissenschaftliche Nachwuchs in alle Phasen einer Weltraummission eingebunden werden kann, vom Design über den Bau bis zum Betrieb eines Satelliten.

W. Weiss: Ich empfand es hoch an der Zeit, dass auch in Österreich einmal ein Weltraumprojekt komplett von der „ersten Schraube“ bis zur wissenschaftlichen Publikation geplant und durchgeführt wird, inklusive der weltraumrechtlichen Verantwortung vor der Staatengemeinschaft. Miniaturisierung und Spezialisierung im Weg von Nanosatellitenprojekten ist vielversprechend für individuelle Forschungseinrichtungen oder kleinere Forschungsgruppen, denn sie stellen ein faszinierendes Potenzial dar, sich in Forschung und Lehre an der jeweiligen Front zu positionieren.

Was hat Sie zur Astronomie geführt? Gab es ein Schlüsselerlebnis? (Oder war Ihre Neugier schon immer himmelwärts gerichtet?)

W. Weiss: Die Beobachtung des Kometen Arend-Roland als Schüler im Jahr 1957 von der Volkssternwarte in Wien auf dem Flakturm hat mich zur Astronomie gebracht. Seither bin ich von dieser Wissenschaft fasziniert, sowohl was Forschung betrifft, wie auch deren Popularisierung.

O. Koudelka: Ich habe Elektrotechnik studiert, hatte aber schon während des Studiums am Institut für Nachrichtentechnik und Wellenausbreitung bei Prof. Riedler die Möglichkeit, an Weltraumprojekten mitzuarbeiten. Die Mondlandung im Jahre 1969 habe ich als Schüler fasziniert mitverfolgt. An Astronomie bin ich persönlich sehr interessiert. Unser Part an der BRITE-Mission ist die Technik und der Betrieb des Satelliten. In der Zusammenarbeit mit unseren Astronomiekollegen ergeben sich spannende Aspekte und gegenseitiger Wissensaustausch.

Haben Ihre „Kinder“ Sie überrascht – positiv oder negativ, seitdem sie ausgeflogen sind?

UniBrite Artist Impression

Artist Impression UniBRITE

O. Koudelka: Besonders erfreulich war der perfekte Start im Februar 2013 und einer der schönsten Momente war unbestreitbar, dass wir mit unserem TUGSAT-1 (BRITE-Austria) bereits beim ersten Überflug über Graz drei Stunden nach dem Start Kontakt herstellen konnten. Die Ausrichtgenauigkeit des Satelliten zu den Zielsternen ist besser als spezifiziert und seit November werden wissenschaftliche Daten gesammelt, die den Erwartungen entsprechen. was ebenfalls auf der Plusseite zu verbuchen ist.

Die Kommissionierung der Satelliten hat mehr Zeit in Anspruch genommen als ursprünglich angenommen, was auf ein bisher noch nie geflogenes, am Boden nur sehr beschränkt testbares Lageregelungssystem und den Sternensensor zurückzuführen ist.

W. Weiss: Einerseits waren die Probleme unerwartet, die sich beim Sternsensor ergaben und die die Positionierung von UniBRITE zunächst erschwert haben, sowie beim Detektor, wo sich eine höhere Empfindlichkeit von hochenergetischer Strahlung ergab, als dies ursprünglich zu erwarten war. Andererseits war die Problemlösungskompetenz des Teams ein äußerst positives Erlebnis und das Ergebnis aller Bemühungen schließlich sehr erfreulich und die Erwartungen übertreffend.

O. Koudelka: In Summe sind wir mit unseren „Kindern“ sehr zufrieden.

TUGSAT-1 und UniBRITE sind sogenannte Nanosatelliten. Wie groß und schwer sind sie genau? Was steckt in ihnen? Zu welchem Zweck wurden TUGSAT-1 und UniBRITE gebaut?

O. Koudelka: Die Satelliten sind 20x20x20 cm klein und haben eine Masse von knapp 7 kg. Die Stromversorgung erfolgt mit Solarzellen, die etwa 6 W liefern (entspricht dem Verbrauch einer Fahrradglühbirne). Drei Computer und ein prozessorgesteuertes Leistungsmanagementsystem überwachen die Funktionen des Satelliten, bewerkstelligen die Lageregelung, stellen eine zuverlässige Stromversorgung sicher, lesen die Daten des Sensors im Teleskop aus, speichern sie an Bord und steuern die Kommunikation. Ein Sender mit 0.5 W Leistung überträgt die Daten zur Bodenstation. Über einen Empfänger erhält der Satellit die Kommandos des Kontrollzentrums. Drei Miniaturkreisel stabilisieren die Satelliten auf 1/60 grad genau.

W. Weiss: Aus der Sicht des Astrophysikers war das Problem zu lösen, von hellen Sternen lückenlos photometrische Daten mit hoher Präzision, in mindestens zwei verschiedenen Farbbereichen und über einen möglichst langen Zeitraum (viele Monate) zu gewinnen. Dazu müssen kleine Teleskope mit einem großflächigen CCD-Detektor mit einer sehr hohen Genauigkeit im Weltraum positioniert und ihre Lage sehr stabil gehalten werden. Diese hohen technologischen Anforderungen wurden für Nanosatelliten erstmals mit unseren beiden österreichischen BRITE Satelliten erfüllt.

Das astrophysikalische Ziel von UniBRITE Und BRITE-Austria ist die Erforschung von Sternaufbau und Sternentwicklung. Unmittelbar beobachtbar sind nur die Oberflächeneigenschaften von Sternen. Um auf ihr Inneres zurückschließen zu können bedient man sich der Asteroseismologie, einer Methode die sich die Vibration von Sternen zu Nutze macht, vergleichbar der Erdbebenforschung, die uns die Struktur des Erdinneren erschließt.

Wie lange arbeiten Sie schon an der BRITE-Constellation bzw. Ihren beitragenden Projekten TUGSAT-1 und UniBRITE? Erzählen Sie uns bitte etwas über Ihre Arbeit.

W. Weiss: An der Problematik der Präzisionsphotometrie im Kontext Asteroseismologie arbeite ich seit etwa 1983. EVRIS, SuperEVRIS, und CoRoT, Projekte unter der Leitung der französischen Weltraumagentur, CNES, und der kanadische MOST Satellit waren bedeutende Schritte auf dem Weg zu BRITE-Constellation. An der Universität begann das Projekt UniBRITE Ende 2005. Damals war der Satellitenstart für etwa 2009 vorgesehen. Die Wahl von einer wissenschaftlich gesehen besseren Satellitenbahn (polare Bahn entlang der Tag-Nachtgrenze auf der Erde) durch das Wissenschaftsteam bedingte eine Verschiebung um fast ein Jahr. Weitere Verzögerungen ergaben sich durch Probleme mit der Hauptnutzlast. Typischerweise werden bei einem Raketenstart eine Tonne und mehr an Nutzlast in den Weltraum transportiert. Nanosatelliten mit wenigen kg Masse können daher nur „Trittbrettfahrer“ sein, was aber auch die Startkosten deutlich reduziert. Allfällige Startverzögerung können daher leider nur zur Kenntnis genommen werden.

Dass Weltraumprojekte einen eher großen Zeithorizont haben, lässt sich übrigens auch mit der ESA Mission PLATO illustrieren. Auch diese Mission hat Präzisionsphotometrie von Sternen zum Ziel, allerdings von viel lichtschwächeren, als dies bei BRITE-Constellation der Fall ist. Für die erste Projektstudie zum Vorläufer, PRISMA, war ich seit 1990 im ESA Science Team tätig, gefolgt von der Studie zu STARS und nachfolgend zu EDDINGTON. Somit hat es 24 Jahre gedauert, bis schließlich heuer PLATO mit einem geplanten Start im Jahr 2024 (!) beschlossen wurde.

O. Koudelka: Vorarbeiten zum Thema Kleinsatelliten begannen an der TU Graz 2003. Der Antrag für BRITE-Austria/TUGSAT-1 wurde 2005 an die FFG gestellt und im Februar 2006 erfolgte der Projektstart von BRITE-Austria. 2009 wurde der Startvertrag mit der indischen Weltraumagentur abgeschlossen und am 25.2.2013 hob die Rakete vom indischen Weltraumzentrum bei Chennai ab. Seit dieser Zeit wird er vom Kontrollzentrum in Graz aus betrieben.

Am Institut für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation der TU Graz wird seit den 1980iger Jahren an zahlreichen Projekten im Bereich Satellitenkommunikation und Weltraumtechnik, vor allem in Kooperation mit der ESA, gearbeitet. Wichtige Projekte waren das erste Hochgeschwindigkeitsdatenexperiment STELLA (1980-1984), das Satelliten-Multimediakommunikation DICE (1985-1995), das bei der AUSTROMIR-Misison 1991 und den ESA Missionen EUROMIR-94 und-95 zum Einsatz kam, sowie neuartige Satellitenkommunikationssysteme zur Verbindung von Computernetzen (1995 bis heute). Für die Raumstation ISS wurde in Kooperation mit Joanneum Research ein astrobiologische Experiment im Auftrag der ESA entwickelt.

Sie haben durch internationale Zusammenarbeit die Bedeutung der österreichischen Weltraumforschung gesteigert und die Möglichkeiten der österreichischen Studenten verbessert. Wie intensiv waren bzw. sind Ihre Studenten in die Projekte eingebunden?

O. Koudelka: Studierende waren und sind intensiv an der Mission im Rahmen von Dissertationen, Diplom- und Projektarbeiten beteiligt. Eine Diplomandin und ein Diplomand sind seit mehreren Jahren nach Abschluss des Studiums maßgeblich an der BRITE-Mission beteiligt (DI Manuela Unterberger als Systemingenieurin und DI Patrick Romano als Bodenstations/Testingenieur).

Bisher sind 3 Dissertationen und 8 Diplomarbeiten im Rahmen des Projektes BRITE/TUGSAT-1 entstanden.

W. Weiss: Die Mitarbeit von Studierenden bei einem solchen Forschungsprojekt ist von großer Relevanz. Für das Projekt selbst bedeutet sie ein enormes personelles und intellektuelles Potential von hoch motivierten Mitarbeitern, die auch selbst originelle Vorschläge zur Lösung von Problemen beisteuern. Für die Studierenden ergibt sich aus ihrer Mitarbeit ein Lernpotenzial das weit über den regulären Studienplan hinausgeht. Magisterarbeiten, Dissertationen, wissenschaftliche Publikationen sowie Beiträge bei Konferenzen belegen die hohe Qualität dieser Teamarbeit. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass die meisten Teammitglieder  im Inland, aber (leider) meistens im Ausland weiterhin wissenschaftlich tätig sind.

Was sind die wissenschaftlichen Ziele der Missionen und wie lange werden die Satelliten Bilder bzw. Daten senden?

W. Weiss: Die Forschungsziele von BRITE-Constellation sind die Untersuchung von hellen Sternen mit mittlerer bis hoher Masse in den unterschiedlichen Entwicklungsphasen: von der Kondensation aus dem interstellaren Medium, dem Beginn des Wasserstoffbrennens, bis hin zur Entwicklung zu (Roten) Riesen und dem Verglühen der Sterne. Massereiche Sterne sind heißer, entwickeln sich schneller und sterben früher. Sie haben eine große Leuchtkraft und sind sehr wichtig für die Ökologie des Universums, da sie in ihrer Endphase als Supernova sehr viel Masse verlieren. Das interstellare Medium wird dadurch mit Metallen angereichert und diese sind wiederum Voraussetzung für das Entstehen neuer Sterne, von Planeten und letztlich auch für das Entstehen von Leben. BRITE-Constellation hat weiters noch ungelöste Probleme im Visier: die Bestimmung der Größe konvektiver Kerne von Sternen, der Einfluss von Rotation des Sterns auf dessen Entwicklung und die Wechselwirkungen mit dem stellaren Magnetfeld.

Neu ist, dass durch die Verfügbarkeit von zwei Nanosatelliten in der “zwei-Farben-Option” geforscht werden kann. Durch den Einbau von speziellen Filtern wird UniBRITE die Sterne im roten Farbenbereich erforschen, BRITE-Austria im blauen. Somit können geometrische und thermische Effekte in der Analyse der beobachteten Phänomene getrennt werden. Die wesentlich größeren Satelliten, wie MOST, CoRoT und Kepler, haben nicht diese Farboption welche für die Diagnostik des inneren Aufbaus von Sternen äußerst hilfreich ist. Dieses Novum war ausschlaggebend, dass sich Polen und Kanada dem Projekt BRITE-Constellation angeschlossen haben und ebenso jeweils ein Paar BRITE-Satelliten in das internationale Projekt einbringen.

O. Koudelka: Die Mindestlebensdauer der Satelliten beträgt zwei Jahre, wobei die Erfahrung mit ähnlich aufgebauten Nanosatelliten eine deutlich längere Betriebsdauer erwarten lässt.

Vielen Dank!
Das Interview führte Marlen Raab.

21.Mar 2014 | 17:59

Yuri’s Night 2014 im Rot-Weiß-Roten Doppelpack

Seit 2001 wird jedes Jahr am 12.April weltweit die Yuri’s Night gefeiert um an den ersten bemannten Weltraumflug des Kosmonauten Yuri Gagarin zu erinnern. Heuer sind bereits über 70 Veranstaltungen in mehr als 20 Ländern gemeldet. Zwei davon finden in Österreich statt: In Wien im Technischen Museum und im Innsbrucker Audioversum Science Center.
Freuen Sie sich dabei auf zwei besondere Höhepunkte: Die Verleihung des ÖWF Polarsternpreises 2014 und die Übergabe des Swarovski „Earth-Master-Sample“ Kristalles. Dieser Kristall enthält Gesteinsproben aus zahlreichen Ländern der Erde und einen Marsmeteoriten. Diese wurde während der World Space Week 2013 gesammelt. Hier nachlesen.

Bild von der Gesteinsprobe aus der Antarktis

Diese Gesteinprobe aus der Antarktis ist ebenfalls teil der “Earth-Master-Sample” Probe

Yuri’s Night Wien

Technisches Museum, Mariahilfer Str. 212 , 1140 Wien
Beginn 19:00 Uhr, Eintritt frei
Auszug aus dem Programm:

  •   Maria Pflug-Hofmayr (Der Orion, ÖWF) über Astronomy Picture of the Day, deutsche Ausgabe
  •   Ludmila Carone, Universität zu Köln und Universität Leuven, Belgien: „Ein Universum voller verwirrender Planeten:“
  •   Andreas Weise, Freunde-der-Raumfahrt.de und Raumcon, Brandenburg: „Vergessene Kosmonauten“
  •   Interview mit Astronaut Franz Viehböck: “Arbeiten im All”
  •   Besuch der Weltraumausstellung „SPACE“ im Technischen Museum
  •   Übergabe des Swarovski Kristalls an das Österreichische Weltraum Forum
  •   Verleihung des ÖWF Polarsternpreis 2014

Die Yuri’s Night Wien wird vom Förderkreis Astronomie und Raumfahrt “Der Orion” in Partnerschaft mit dem ÖWF veranstaltet. Vollständiges Programm unter: www.der-orion.com/yuri

Bild aufgenommen von der ISS mit Sternspuren & Lichtspuren auf der Erde

“Поехали! ” (“Los gehts”) sagte Yuri Gagarin nach Abheben seiner Rakete

 

Yuri’s Night Innsbruck

Audioversum Science Center, Wilhelm-Greil-Straße 23, 6020 Innsbruck
Beginn 19:00, Eintritt frei
Auszug aus dem Programm:

  •   Christoph Ragonig, ÖWF Flight Director über „Yuri Gagarin“
  •   Führung durch die Sonderausstellung „Sounds of Space“
  •   Get Together & Party
  •   Live-Schaltung mit Yuri’s Night Wien zur Übergabe des Swarovski „Earth-Master Sample“ Kristalls

Die Yuri’s Night Innsbruck wird in Kooperation mit dem ÖWF vom Audioversum Science Center veranstalt.
Noch mehr Weltraum gefällig? Erstmals in Österreich: Am 12. April, von 09:00 – 17:30 findet ebenfalls im Technischen Museum die Weltraum „Un-Konferenz“ SpaceUp Vienna statt. Mehr unter: www.spaceup.at

19.Feb 2014 | 10:00

ÖWF präsentiert Aouda.X am EAC in Köln

Vergangene Woche reiste eine Delegation des Österreichischen Weltraum Forums zum Europäsichen Astronauten Zentrum (EAC) in Köln um den Aouda.X Raumanzug-Simulator vorzuführen.

Am Dienstag Abend kamen wir in Köln an. Den freien Abend nutzten wir auch sogleich für ein gemeinsames Abendessen mit Dr. “Moon” Walter Kühnegger. Kühnegger arbeitete als Ingenieur und Orthopäde bei der NASA. Er war in den 60er Jahren maßgeblich am Apollo Programm beteiligt. Nach dem zweiten Weltkrieg verließ der geborene Grazer Europa und arbeitete schließlich beim Vorgänger der NASA, dem National Advisory Committee for Aeronautics (NACA). Ein Audiointerview mit Walter Kühnegger ist dazu auch auf unserer Podcast Seite verfügbar.

Professor Doktor Walter Kühnegger

Professor Doktor Walter Kühnegger

Am Mittwoch Vormittag bereiteten wir Gerätschaften, Server, Computer und den Aouda.X Mars Raumanzug-Simulator für die Präsentation in der großen EAC Traingshalle vor. Es war ein beeindruckender Anblick mitten in einer Halle wo sich ebenso ISS Mockup Module befanden. Nach dem Mittagessen fanden sich die Studenten des Londoner King’s College zu uns in der Halle ein. Gernot Grömer begann mit einer Einführung zum Aouda.X Raumanzug-Simulator. Nach dem Anlegen des Anzugs wurden die Studenten aufgefordert den Analog Astronauten Ulrich Luger durch diverse Aufgaben zu führen, wie zum Beispiel das Einrichten eines Funksenders. Gleichzeitig mussten die Studenten Ulrichs biomedizinische Daten im Auge behalten.

Suit tech beim Aufsetzen des Helms

Suit tech beim Aufsetzen des Helms

Andere Studenten wiederum versuchten sich darin, sich mit angezogenen Aouda.X Trainingshandschuhen die Schuhe zu binden. Es schaut zwar einfach aus, war aber dennoch nicht so leicht zu meistern :) Damit sollte unter anderem demonstriert werden, dass in einem solchen Anzug selbst einfachste Aufgaben den Analog Astronauten vor große Probleme stellen.

Am späteren Nachmittag hielten Dr. Gernot Grömer und Dr. Thomas Luger einen Vortrag zu den biomedizinischen Aspekten eines Raumanzug-Simulators.

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In unserer knappen Freizeit erhielten wir dennoch die Gelegenheit eine kurze Tour durch das EAC zu machen. Wir besuchten den großen Pool, in dem sich Astronauten in Trainings auf ihren Flug und ihre Zeit auf der ISS vorbereiten. Darüber hinaus besuchten wir die Einrichtungen in denen die medizinische Überwachung der Astronauten durchgeführt wird. Ein Highlight war der EUROCOM Control Room, der neben wenigen weiteren Stationen auf der ganzen Welt direkt mit den Astronauten auf der ISS kommunziert.

Am nächsten Morgen folgte eine weitere Vorführung des Aouda.X Raumanzug-Simulators für Studenten, Doktoren und Professoren des Londoner King’s College. Wir fuhren in unserem Programm fort und starteten mit einem weiteren Anlegen des Anzugs. Auch dieses Mal durften die Besucher den Analog Astronauten durch diverse Aufgaben führen und mussten dessen medizinischen Daten am Computer überwachen. Auch das Steuern unseres kleinen Rovers durch die Halle erfreute sich großer Beliebtheit. Dabei galt es mit dem Roboterarm am Boden liegende Gegenstände aufzuheben.

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“Die Aouda.X Präsentation war für uns die erste in einem derart beindruckenden Umfeld – selten sieht man auch dermaßen interessierte und motivierte Studenten. Das war für das gesamte Team definitiv eines der großen Ausbildungshighlights im heurigen Jahr, ganz zu Schweigen von der Örtlichkeit selbst in der großen EAC Trainingshalle. Was ich darüber hinaus auch großartig fand, war die große Anzahl an ESA-EAC Mitarbeitern die vorbei kamen um mit dem ÖWF Team über den Aouda.X Raumanzug-Simulator zu sprechen” so Dr. Gernot Grömer, Vorstand des Österreichischen Weltraum Forums.

Text und Bilder: Clemens Kleinlercher, ÖWF

31.Jan 2014 | 08:15

CNN “Make.Create.Innovate.” berichtet über das ÖWF Spacesuit lab

Vor wenigen Wochen erhielt das Österreichische Weltraum Forum Besuch von einem Kamerateam der CNN Sendereihe “Quest means Business: Make.Create.Innovate”.

Gestern Abend wurde der Beitrag auf CNN ausgestrahlt. Für alle, die diese Sendung verpasst haben, gibt es hier den Beitrag zum Spacesuit lab des ÖWF und dem Aouda.X Raumanzug-Simulator. Weitere Informationen zu Aouda.X erhalten Sie auf dieser Seite.

Alternativer Link

Video/Photo: CNN International

20.Apr 2014 | 17:59

SpaceUpVienna – First SpaceUp Conference in Austria

SpaceUp is like a BarCamp an Unconference. That means there is no schedule, no program beforehand. Participants decide about the topics, the schedule and the structure of the event. A SpaceUp means also that this Unconference focus on the topic space exploration.

SpaceUpVienna - Introduction round of all participants

Introducation round of all participants of SpaceUpVienna.

The first SpaceUp took place in San Diego Air & Space Museum on February 27-28, 2010. After several successful SpaceUp Conferences in the US, the SpaceUp concept crossed the Atlantic and the first SpaceUp “SpaceUpEU” took place on 22 & 23 September 2012 in Genk, Belgium and inspired others to organise SpaceUp Conference in Europe. So in 2014 the SpaceUp concept also came to Austria and on 12th, April 2014 SpaceUp Vienna was held at the Technical Museum in Vienna. The organisation team representing Der-Orion, Austrian Space Forum (OeWF) and Space Generation Advisory Council (SGAC) did an excellent job bringing the SpaceUp spirit to Vienna and spreading the ideas of space exploration.

As many of the SpaceUp Vienna participants use Social Media during the conference, I thought that the participants should tell their impressions about the SpaceUpVienna themselves and created a story on Storify:

Further information:

14.Apr 2014 | 20:42

Yuri’s Night 2014: Revealing the TiuTerra Crystal

Two Worlds. One Crystal.
During the World Space Week 2013 we invited the public around the world to send us their rock samples. In Austria we cominbed all samples incl. a sample from Antartica and the deep see together with a Mars meteorite. Swarovski then transformed then into the TiuTerra Crystal.

Handover crystal during Yuri's Night 2014 in Vienna (c) OeWF (Klaus Kornfeld)

Hand-over ceremony of  TiuTerra Crystal to the Austrian Space Forum & World Space Week. from left: Remco Timmermans (World Space Week), Monika Fischer (OeWF), Gernot Grömer (OeWF), Christian Nagele (Swarovski) (c) OeWF (Klaus Kornfeld)

The new Tiuterra Crystals combine Mars (“Tiu”) and Earth (“Terra”) into a single gemstone. The limited edition crystals, designed and produced by world renowned Austrian crystal maker Swarovski, were presented at Yuri’s Night in Vienna on 12th April 2014. Only 100 numbered pieces have been produced, one of which will be taken to the International Space Station by Italian ESA astronaut Samantha Cristoforetti. The remaining crystals will be distributed among international space organizations and key space stakeholders all over the world.

The crystals form the closing piece of the “Earth Master Sample” project that was launched during World Space Week in October 2013. People from all over the world sent in rock samples typical for their region. Samples were sent from China to Mexico and from Canada to New Zealand. There were even rock samples from the deep ocean floor and from Antarctica. These samples were analysed by Austrian Space Forum planetary geologists in Innsbruck, Austria and then taken to Swarovski, where they were combined with a Martian meteorite to form the Tiuterra Crystals.

Yuri's Night 2014 TiuTerra Crystal (c) ÖWF (Kerstin Zimmermann)

The crystal has a lenght of ca. 8 cm  and includes inside the melted rock samples from 2 worlds. Only 100 pieces were produced. (c) OeWF (Kerstin Zimmermann)

“Exploring Mars, Discovering Earth” was the theme of the 2013 edition of UN-declared World Space Week. It was the largest World Space Week celebration ever, with over 1,400 events organized in 80 countries. These event showcase how Mars research and technology benefits and inspires society on Earth. This inspiration will live on in the Tiuterra Crystals, as they are distributed over the world. You can follow the crystals by following World Space Week and the Austrian Space Forum on social media. Some of the crystals will go on public display, telling the story of the two planets that define human space exploration in the 21st century.

More information:

24.Mar 2014 | 19:53

Yuri’s Night 2014: twice in red-white-red

Ever since 2001, the 12th of April sees worldwide celebrations to honor the first manned space flight of Yuri Gagarin. This year, already 70 events in more than 20 countries are registered. Two of those will take place in Austria: In the Technical Museum in Vienna and the Audioversum Science Center in Innsbruck.

Visitors can look forward to two special highlights: The award ceremony of the Polarstar Award 2014 and the hand over of the “Earth-Master-Sample” Crystal made by Swarowski. This crystal contains rock sample from all over the world as well as a meteor from Mars. The samples were collected during World Space Week 2013. More information here.

Picture of rock from Antarctica

This rock from Antarctica is also part of the “Earth-Master-Sample”.

Yuri’s Night Vienna

Technisches Museum, Mariahilfer Str. 212 , 1140 Wien
Begins 19:00 Uhr, free entry
Highlights (Talks are in German):

  •   Maria Pflug-Hofmayr (Der Orion, Austrian Space Forum) talks about Astronomy Picture of the Day – German Edition
  •   Ludmila Carone, Universität zu Köln und Universität Leuven, Belgien: „A Universe full of confusing planets“
  •   Andreas Weise, Freunde-der-Raumfahrt.de und Raumcon, Brandenburg: „Forgotten Cosmonauts“
  •   Interview with Astronaut Franz Viehböck: “Working in Space”
  •   Visit of special exhibiton “SPACE”
  •   Handover of the Swarovski “Earth-Master sample” Crystal to the Austrian Space Forum
  •   Award ceremony of the Austrian Space Forum Polarstar Award 2014

The Yuri’s Night Vienna is organised by the “Förderkreis Astronomie und Raumfahrt – Der Orion” in cooperation with the Austrian Space Forum. Full programme (german) can be found at: www.der-orion.com/yuri

Bild aufgenommen von der ISS mit Sternspuren & Lichtspuren auf der Erde

“Поехали! ” (“Let’s go”) said Yuri Gagarin while flying to space

 

Yuri’s Night Innsbruck

Audioversum Science Center, Wilhelm-Greil-Straße 23, 6020 Innsbruck
Begins 19:00, free entry
Highlights (Talks are in German):

  •   Christoph Ragonig, Flight Director Austrian Space Forum: „Yuri Gagarin“
  •   Guided tour of the special exhibition “Sounds of Space“
  •   Get Together & Party
  •   Live-link to Yuri’s Night Vienna to the Handover of the Swarovski „Earth-Master Sample“ crystal.

Yuri’s Night Innsbruck is a coproduction of the Austrian Space Forum and the Audioversum Science Center.
Not enough space yet? For the first time ever, the space “un-conference” SpaceUp takes place in Austria. Where? Vienna, Technical Museum. When? 12th of April, between 09:00-17:30
Learn more: www.spaceup.at

19.Feb 2014 | 10:00

OeWF Aouda.X presentation at ESA EAC

Last week a delegation of members of the Austrian Space Forum travelled to Cologne for an Aouda.X spacesuit-simulator presentation at ESA’s European Astronauts Centre (EAC).

We arrived on Tuesday evening following a dinner with “Doctor Moon” Prof. Dr. Walter Kühnegger who worked as an engineer and orthopaedist at NASA. He made significant contributions to NASA’s Apollo Missions in the 60s. The austrian-born Walter Kühnegger left Europe some years after World War 2 and then worked at NASA predecessor NACA, the National Advisory Committee for Aeronautics. An audio interview with Walter Kühnegger (in German) is available on our podcast page.

Professor Doctor Walter Kühnegger Kühnegger

Professor Doctor Walter Kühnegger

On Wednesday we prepared our servers, computers and instruments for the presentations in the large EAC training hall surrounded by ISS module mockups: what an astonishing location. After lunch the students of King’s College London arrived. Gernot Grömer started the presentation with the AoudaX spacesuit-simulator. After the donning the students were encouraged to lead our analogue astronaut Ulrich Luger through various tasks, like setting up a transmitter or collecting rock samples, while watching the biomedical data of Ulrich.

Suit tech attaching the helmet

Suit tech attaching the helmet

Other students tried to fasten their shoes while using the analogue astronaut gloves. It looks easy, but definitely isn’t! :)

Later Dr. Gernot Grömer and Dr. Thomas Luger talked about the biomedical aspects of analogue spacesuits.

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In our free time we made a short tour through the EAC. We visited the pool where astronauts perform trainings and preparations for their spaceflight to the ISS. We also saw the Medical Operations Console and EUROCOM Control Room.

The next morning we started with another Aouda.X presentation for Aviation Medicine students, doctors and professors of King’s College. For three hours we perfomed another donning. Some people supervised the analogue astronauts medical data at the computers. Others telecommanded our little rover through the training hall while, grabbing items with the robot arm.

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“The Aouda.X demonstration was a first for us in such a great context – seldomly one sees such motivated students. In addition to the setting of the large training hall, this was definitely a teaching highlight of 2014 for the entire team. What I also found great was the number of ESA-EAC staff member who dropped by and engaged in conversations about the spacesuit simulator with the OeWF (Austrian Space Forum) team” Dr. Gernot Grömer, president of the Austrian Space Forum, said.

Text and Pictures: Clemens Kleinlercher (c), OeWF

03.Feb 2014 | 12:04

OeWF handing over Earth Master Sample to Swarovski

It was the October 2013, during the busy time of World Space Week, when the OeWF announced a great project together with the famous jeweler, the Swarovski Crystals Company. Together Swarovski and the OeWF started a call to the public for participation in the project by sending rock samples from their own area to the OeWF Mission Control Center in Innsbruck, Austria, which will then be combined with a Mars meteorite.

These special edition Swarovski crystals will be redistributed to space flight institutions and decision makers to demonstrate a global interest in space exploration.

Two worlds. One crystal.

Following the next weeks the OeWF received rocks samples from all over the world which now were handed over to Swarovski together with the Mars meteorite NWA4925.

Gernot Grömer (on the right) handing over Shergottite-Mars meteorite NWA4925 to Christoph Kargruber and Christian Nagele from Swarovski! Photo Swarovski/OeWF

Gernot Grömer (on the right) handing over Shergottite-Mars meteorite NWA4925 to Christoph Kargruber and Christian Nagele from Swarovski! Photo Swarovski/OeWF

The special edition Swarovski and their name will be presented by Swarovski during Yuris Night on April 12th in Vienna.

A precious rock sample submitted by Prof. Birgit Sattler obained near Lake Bonney, Antarctica.

A precious rock sample submitted by Prof. Birgit Sattler obained near Lake Bonney, Antarctica.

How would you name a crystal combining rock samples from Earth and Mars and melted down together?

11.Nov 2010 | 20:50

Okt. 2013 - Juni 2014: Space, auf in den Weltraum

Ende 2013 bis Mitte 2014 steht das Technische Musem ganz im Zeichen von "Space". In einer Sonderausstellung geht das Museum den Frage nach welche Wege wir in den Weltraum wir nehmen, welche Rolle Visionen und Technikutopien in der Raumfahrt spielen. Auch die Museumsversion des ÖWF Mars Raumanzugsimulators Aouda wird Teil der Ausstellung sein :-) Wann: 25. Oktober 2013 - Juni 2013 (Eröffnung: 24. Oktober 2013) Wo: Technisches Museum Wien
30.Jan 2008 | 22:27

12. Dez 2013 - Herbst 2014: Sonderaustellung "Sounds of Space"

"Sounds of Space" Sonderausstellung im Audioversum - Abenteuer Hören in Innsbruck entführt Sie in die Akustik des Weltalls. Das Österreichisches Weltraum Forum konzipierte die Sonderausstellung und liefert neben der wissenschaftliche Expertise auch die optischen und akustischen Inhalte. Start: Donnerstag, 12. Dezember 2013 Ort: AUDIOVERSUM, Wilhelm-Greil-Straße 23, 6020 Innsbruck Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 9.00 bis 18.00 Uhr Donnerstag: 9.00 bis 21.00 Uhr Samstag, Sonntag, Feiertage: 10.00 bis 18.00 Uhr Montag Ruhetag

ESA Nachrichten

ESA Human Spaceflight

14.04.14:
18.03.14:
03.Feb 2014 | 13:56

Robotic Exploration:ExoMars orbiter core module completed

The ExoMars Trace Gas Orbiter module consisting of the spacecraft structure, thermal control and propulsion systems was handed over by OHB System to Thales Alenia Space France at a ceremony held in Bremen, Germany, today.
08.Nov 2013 | 12:30

Robotic Exploration:ExoMars lander module named Schiaparelli

The entry, descent and landing demonstrator module that will fly on the 2016 ExoMars mission has been named 'Schiaparelli' in honour of the Italian astronomer Giovanni Schiaparelli, who famously mapped the Red Planet's surface features in the 19th century.
24.Apr 2014 | 15:50

Earth from Space


Join us Friday, 25 April, at 10:00 CEST for an 800 km-high tour with spectacular images from Earth-observing satellites
22.Apr 2014 | 17:30

ESA’s weightless plants fly on a Dragon


It is a race against time for ESA’s Gravi-2 experiment following launch last Friday on the Dragon space ferry. Stowed in Dragon’s cargo are lentil seeds that will be nurtured into life on the International Space Station.

22.Apr 2014 | 11:00

X-raying the cosmos


Space science image of the week: Swarms of black holes and clusters of galaxies in the X-ray sky
22.Apr 2014 | 10:59

Green city


The 2014 European Green Capital, Copenhagen, sets a stellar example as a ‘green city’ – the theme for this year’s Earth Day
17.Apr 2014 | 09:22

Turn your satnav ideas into business


Propose a great satnav idea and win a prize with ESA support to create your own business. Previous winners are now running companies with systems for athlete tracking and indoor navigation, and many are supported by ESA’s Business Incubation Centres.

22.Apr 2014 | 17:30

ESA’s weightless plants fly on a Dragon


It is a race against time for ESA’s Gravi-2 experiment following launch last Friday on the Dragon space ferry. Stowed in Dragon’s cargo are lentil seeds that will be nurtured into life on the International Space Station.

22.Apr 2014 | 12:15

Earth Day


Human spaceflight and operations image of the week: Copenhagen seen from International Space Station
17.Apr 2014 | 15:30

Enter the Node


Human spaceflight and operations image of the week: Node 2 mock-up pictured by photographer Edgar Martins
14.Apr 2014 | 20:00

Social Luca


Photo gallery of ESA astronaut Luca Parmitano's SocialSpace event at ESA's ESRIN site in Italy
18.Mar 2014 | 16:30

ATV-5 set to test new rendezvous sensors


ESA’s space freighter ATV Georges Lemaître, set for launch this summer,will test new rendezvous sensors in space as it approaches the International Space Station.

ESA Top Multimedia

Copenhagen

18.Mar 2014 | 16:30

An X-ray view of the COSMOS field

18.Mar 2014 | 16:30

Understanding Muscle Loss

18.Mar 2014 | 16:30

Life in the Solar System

18.Mar 2014 | 16:30

Expedition 36/37 visit to Italy

18.Mar 2014 | 16:30

Vega Flight VV03 is assembled in Kourou

18.Mar 2014 | 16:30

Weltraum Nachrichten von Online Zeitungen

24.Apr 2014 | 11:10

Internationale Raumstation: Astronauten reparieren ISS-Steuerung

Schnelle Reparatur: Zwei Astronauten haben ein Steuerungsteil der Internationalen Raumstation in nur einer halben Stunde wieder hergestellt. Bei dem Außeneinsatz fand einer von ihnen sogar noch Zeit für ein Selbstporträt.
23.Apr 2014 | 19:17

Unbemerkte Explosionen: Experten warnen vor Meteoritengefahr für Großstädte

Atomtest-Sensoren haben in den vergangenen Jahren 26 gewaltige Meteoritenexplosionen aufgespürt, die fast alle unbemerkt geblieben waren. Experten warnen vor City-Killer-Asteroiden.
20.Apr 2014 | 17:26

Versorgungsflug: Privater Raumfrachter "Dragon" erreicht die ISS

Die Besatzung der ISS kann sich über Nachschub freuen: Der private Raumfrachter "Dragon" hat am Sonntag die Internationale Raumstation erreicht - wegen einer Pannenserie mit mehr als einem Monat Verspätung.
17.Apr 2014 | 21:04

Exoplanet Kepler-186f: Erdzwilling in lebensfreundlicher Zone entdeckt

Ist er die Heimat außerirdischen Lebens? Erstmals haben Astronomen einen Planeten entdeckt, der die beiden wichtigsten Voraussetzungen erfüllt: Er ist fast genauso groß wie die Erde und umkreist seinen Heimatstern in der bewohnbaren Zone.
15.Apr 2014 | 21:21

Chinas Raumfahrtprogramm: Aufrüstung im All

Schluss mit dem Gerede von reinen Forschungsmissionen: Chinas Staatspräsident Xi Jinping will Luftwaffe und Raumfahrt zusammenführen - und fordert ausdrücklich auch die Stärkung von Angriffskapazitäten.
24.Apr 2014 | 21:00

Astronomie - Rätsel um Supernova PS1-10afx gelöst

Die unerklärliche Helligkeit der 2010 beobachteten Supernova entstand durch den Linseneffekt einer bis dahin übersehenen Galaxie
24.Apr 2014 | 18:12

Projekt - Gewächshaus-Satellit soll Tomatenzucht ins All bringen

Deutsche Forscher: "Wir wollen sehen, ob man Pflanzen in kompakten Anlagen auch für das Luft-, Wasser- und Urinrecycling sinnvoll einsetzen kann"
23.Apr 2014 | 18:47

ISS - Mastracchio und Swanson ins All ausgestiegen

Das Astronauten-Duo musste einen defekten Backup-Computer austauschen - beide sind erfahrene "Weltraumspaziergänger"
23.Apr 2014 | 12:19

Raum - Asteroiden-Treffer, die Metropolen zerstören können, sind häufiger als gedacht

Seit 2000 wurden 26 Einschläge mit einer Sprengkraft zwischen einer und 600 Kilotonnen TNT registriert
21.Apr 2014 | 18:52

Lichterscheinung - Vermutlich Meteorit über Murmansk verglüht

Bewohner filmten Himmelsphänomen zufällig mit Kamera in Auto
24.Apr 2014 | 15:51

B612-Stiftung: Glück verhinderte Einschlag von "City Killer"-Asteroid

Asteroiden versetzen Menschen seit Jahrtausenden in Angst: Das Vernichtungspotenzial ist riesig. Nun arbeitet eine Stiftung an einem Frühwarnsystem. Denn seit 2000 gab es Dutzende Kollisionen.
24.Apr 2014 | 09:54

Raumfahrt: Alexander Gerst im Moskauer Sternenstädtchen

Der Wissenschaftsastronaut Alexander Gerst soll am 28. Mai mit einer Sojus zur "Internationalen Raumstation" (ISS) fliegen. Auf die anstrengende Langzeitmission bereitet er sich derzeit in Russland vor.
24.Apr 2014 | 09:54

EU-Weltraumbahnhof: Hunderte Russen für einen Raketenstart nötig

Die Nasa schränkt die Zusammenarbeit mit Russland in der Raumfahrt ein. Europa bleibt beim "Business as usual". Der Start von Sojus-Raketen in Französisch-Guayana ist eine Win-win-Situation.
23.Apr 2014 | 14:03

Astronomie: Warum immer wieder eine zweite Erde entdeckt wird

Etwa zehn "zweite Erden" wurden bereits entdeckt, 50 Kandidaten werden derzeit überprüft – und vermutlich gibt es in unserer Milchstraße gut 500 Millionen Planeten in einer bewohnbaren Zone.
22.Apr 2014 | 15:54

Raumfahrt: Wegbereiter der Mondlandung im Pflegeheim gestorben

Für Experten war John Houbolt gleichauf mit dem Raumfahrtgenie Wernher von Braun. Er erlangte jedoch nie dessen Berühmtheit. Dabei ist sein Verdienst nichts Geringeres als die Mondlandung.

Weltraum Blogs

03.Sep 2012 | 17:49

ScienceBlogs.de bekommt eine neue Software und macht Pause

Es ist endlich soweit. ScienceBlogs.de wird auf eine neue Software (WordPress) umgestellt. Dann sollten die ganzen Macken und technische Probleme die sich im Laufe der Zeit angehäuft haben, endlich verschwinden. Die Umstellung erfolgt heute Nacht, um Mitternacht geht es los. ScienceBlogs wird dann eine ganze Weile nicht erreichbar sein. Im Laufe des Dienstag Nachmittag müsste dann alles wieder funktionieren. Hoffen zumindest alle... Vielleicht funktioniert auch nichts mehr und es dauert länger, bis alles wieder normal läuft. Wir werden sehen. Ich hab noch keine Ahnung, wie das neue ScienceBlogs aussehen wird. Ich wäre schon zufrieden damit, wenn alle meine Artikel und alle Kommentare dazu den Umzug heil überstehen... Also drückt die Daumen!


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03.Sep 2012 | 13:25

Barnards Stern hat keine Planeten

Barnards Stern hat keine Planeten. Warum sollte das interessant sein, wo doch sonst immer nur von Sternen berichtet wird, bei denen man Planeten entdeckt hat? Erstmal ist auch ein negatives Resultat ein Resultat. Es mag nicht so sexy sein, wie die Entdeckung eines neuen Planetensystems, aber wenn wir wissen, dass es irgendwo keine Planeten gibt, sagt uns das auch etwas. Und dann ist Barnards Stern ein Sonderfall. Denn hier gab es seit Jahrzehnten Diskussionen, oft sogar Streit, darüber, ob sich dort Planeten befinden oder nicht.

Barnards Stern ist nur 6 Lichtjahre entfernt und damit der viertnächste Nachbar der Sonne (oder der zweitnächste, wenn man die drei Sterne des Alpha-Centauri-Systems zu einem zusammenfasst). Er ist so nahe, dass man seine Eigenbewegung sehr gut sehen kann und weil er sich so schnell bewegt, wird er oft auch "Barnards Pfeilstern" genannt. Dieses Bild zeigt, wie er sich zwischen 2001 und 2010 über den Himmel bewegt hat:

Barnard_Star_2001-2010.gif

Bild: Alejandro Sanz Gómez, CC-BY-SA 2.5

So ein interessanter Stern wurde natürlich oft und ausgiebig beobachtet. Wegen seiner schnellen Bewegung hat man besonders viele und genaue Positionsmessungen angestellt. Und in den 1960er und 1970er Jahren kam der Astronom Peter van de Kamp zu dem Schluss, dass sich dort 2 Planeten befinden müssten. Denn der Stern zog nicht einfach in einer geraden Linie über den Himmel, sondern wackelte hin und her. Der Grund dafür sollte die gravitative Störung der Planeten sein, die den Stern ein bisschen wackeln ließen. Die Entdeckung extrasolarer Planeten in den 1970er Jahren wäre eine große Sensation gewesen. Aber die Kollegen waren nicht überzeugt. Andere Astronomen zeigten, dass vermutlich ein technischer Fehler am Teleskop für das Wackeln des Sterns verantwortlich war. Aber van de Kamp war weiter von der Existenz seiner Planeten überzeugt. Zwei Stück, ungefähr halb so groß wie Jupiter sollten Barnards Stern umkreisen.

Die Sache blieb zweifelhaft, die Beobachtungen konnten nie bestätigt werden und es dauerte bis 1995, bevor der erste wirklich zweifelsfrei bestätigte extrasolare Planet entdeckt wurde. Eine Gruppe amerikanischer Astronomen hat nun noch einmal genau nachgesehen und kommt zu dem Schluß: van de Kamps Planeten existieren nicht. Sie haben Beobachtungsdaten aus den letzten 25 Jahren kombiniert und neu ausgewertet. Im Gegensatz zu van de Kamp haben sie sich nicht auf die Positionsänderungen des Sterns verlassen, sondern seine Radialgeschwindigkeit beobachtet. Auch mit dieser Methode misst man das Wackeln des Sterns, allerdings auf andere Art und Weise. Die Ergebnisse sind ziemlich deutlich:

barnard.png


Die grünen und gelben Punkte sind die Messungen. Wenn der Stern keine Planeten hat, dann sollten sie alle auf der Nulllinie in der Mitte des Diagramms liegen. Wenn van de Kamps Planeten existieren, dann sollten die Punkte dem Verlauf der blauen oder rote Linie folgen. Das tun sie aber nicht, sondern liegen tatsächlich - innerhalb der Fehlerbalken - auf der Nulllinie.

Komplett ausschließen können die Forscher die Existenz von Planeten natürlich noch nicht. Ganz kleine Planeten könnte es noch geben. Aber sicherlich nichts, was größer ist als ein paar Erdmassen. Und auf jeden Fall keine Planeten, wie sie van de Kamp gefunden zu haben glaubte.

Barnards Stern hat also keine Planeten. Aber er wird weiter ein interessantes Forschungsobjekt bleiben, auch weil er der Sonne immer näher kommt. In knapp 10000 Jahren wird er sich bis auf 3,8 Lichtjahre angenähert haben. Ich würde gerne wissen, was die Astronomen bis dahin so alles herausgefunden haben...


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03.Sep 2012 | 11:00

Die Landkarte der Physik

1939 hat Bernard H. Porter die optimale Fusion aus Geografie und Physik erschaffen:

"[A] map of physics, containing a brief historical outline of the subject as will be of interest to physicists, students, laymen at large; Also giving a description of the land of physics as seen by the daring sould who venture there; And more particularly the location of villages (named after pioneer physicists) as found by the many rivers; Also the date of founding of each village; As well as the date of its extinction; and finally a collection of various and sundry symbols frequently met with on the trip."

1939-map-of-physics-h2.jpg

Wirklich cool! Da würde ich gern mal Urlaub machen. Eine kleiner Wanderung von der Astronomie ganz im Westen bis hin zur Astrophysik im Osten und dann an Herschel, Newton und Ptolemäus an den Lichtstrand und ein wenig entspannen ;)

Eigentlich fehlen nur noch 2 Dinge: Eine hochauflösende Version dieser Karte, damit man sie als Poster für die Wand ausdrucken kann. Und eine aktualisierte Version, die die Entwicklung der Physik seit 1939 inkludiert. Seit damals haben die Wissenschaftler ja jede Menge Neuland entdeckt!


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02.Sep 2012 | 16:40

Terminkalender September

Da ich in den nächsten Monaten diverse Vorträge und Lesungen an diversen Orten halte, dachte ich, ich sag mal Bescheid, wo ich überall sein werde. Vielleicht sieht man sich ja irgendwo.

  • 12.September, Seeheim-Jugenheim: Am 12 und 13 September finden die Bergsträsser Weltraumtage statt. Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie gibt es dort jede Menge populärwissenschaftliche Vorträge über Astronomie - zum Beispiel über die Suche nach Außerirdischen, den Bau eines Weltraumfahrstuhls oder die Geschichte der Raumfahrt in Kinofilmen. Ich werde dort am 12. September um 20 Uhr einen Vortrag zum Thema "Krawumm - Wahre und falsche Weltuntergänge" halten und dabei auch aus meinen Büchern vorlesen.

  • 25. September, Solingen: Am 25. September um 19.30 werde ich in der Sternwarte Solingen einen Vortrag zum Thema "Weltuntergang 2012? Keine Panik!" halten.
  • 24-28 September, Hamburg: Von 24 bis 28. September findet in Hamburg die große Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft statt. Dort werde ich zwar keinen Vortrag halten, aber trotzdem anwesend sein (zumindest von 26. bis 28., vorher muss ich ja noch nach Solingen). Wird sicher interessant und vielleicht sieht man sich ja!



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02.Sep 2012 | 15:26

Ein Krawumm geht um die Welt (21): Москва́

Letztes Mal war das Krawumm auf seiner Reise durch die Welt bei der chinesischen Mauer angelangt. Und wenn wir schon mal bei den großen Sehenswürdigkeiten sind, dann passt auch dieses Foto von Leser Robert. Krawumm in Moskau!

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Was bisher geschah: Teil 1: Die staubige Fabrik, Teil 2: Rindviecher, Teil 3: Das Krawumm will hoch hinaus, Teil 4: Eishockey und Nobelpreis, Teil 5: Der Weltskeptikerkongress, Teil 6: James Randi!, Teil 7: Bulgarische Berge, Teil 8: Auf hoher See, Teil 9: Das Buch im Transit, Teil 10: Der Berliner Flughafen, Teil 11: Flauschige Eichhörnchen, Teil 12: Der Bund fürs Leben, Teil 13: Der weiße Gott, Teil 14: Besuch auf Tatooine, Teil 15: Bei den alten Römern, Teil 16: Gaudi in Barcelona, Teil 17: Geysire im Yellowstone-Park, Teil 18: Urlaubslektüre in Antalya, Teil 19: Das Unheil kommt von oben, Teil 20: Die chinesische Mauer
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24.Apr 2014 | 15:19

Experts: Reusable Launch Vehicles Will Make Space Solar Power Affordable

PowerSat's plans for beaming energy from space

PowerSat’s plans for beaming energy from space.

About 20 years ago, NASA conducted a study of space solar power. A friend of mine who was involved said they determined that about six miracles were necessary to make it feasible, the most important being affordable transportation to orbit.

Looks like that miracle is coming closer. Reusable launch vehicles now being developed — along with other advancements over the past two decades — could finally make beaming power down from orbiting satellites economically feasible.

Aviation Week has a lengthy report on a recent space solar panel conference held in Kobe, Japan, where they discussed the prospects for this clean form of power:

“We need a reusable launch system,” says Susumu Sasaki of Tokyo City University, a professor emeritus at JAXA who has studied the relationship between launch costs and the cost of power delivered from space.

Using a 2003 JAXA reference model with a 1-gigawatt station weighing 10,000 tons, Sasaki says power would cost a prohibitive $1.12/kwh at a launch cost to low Earth orbit (LEO) of $10,000 per kilogram. That is in the ballpark of what space launch costs today. Cut that to $1,000 a kilogram—in the ballpark for a reusable launch vehicle (RLV)—and electricity from space drops to 18 cents/kwh.

The SpaceX RLV work, which includes prototype landing legs on the current Falcon 9 taking cargo to the International Space Station (see photo on page 25) and using the rocket’s engines to control the first stage’s return to a splashdown in the Atlantic, is but one development in the fast-changing worldwide spaceflight endeavor that holds promise for space solar power.

Sasaki also cites the need for an orbital transfer vehicle (OTV) to move SPS hardware from LEO to the geostationary Earth orbit (GEO) where space power systems would operate, a development that meshes nicely with NASA’s efforts to develop a high-power solar electric propulsion system for deep-space exploration (AW&ST March 31, p. 26).

Read the full story here.

Wired Magazine also has a story about the original effort by NASA to develop space solar power.

24.Apr 2014 | 04:14

Commercial Crew Program Status Report

CCiCap milestone completion status: Boeing: 17 of 20; SpaceX: 13 of 17; Sierra Nevada: 8 of 13.

CCiCap milestone completion status: Boeing: 17 of 20; SpaceX: 13 of 17; Sierra Nevada: 8 of 13.

Commercial Crew Return on Investment Report
April 2014

Milestones achieved by the Commercial Crew Program’s (CCP’s) partners continue to push commercial spacecraft and transportation systems from design to reality.Over the past two months, industry partners continued to demonstrate progress by successfully completing the following Commercial Crew integrated Capability (CCiCap) milestones and preparing for significant milestones in the coming months:

Successfully Completed

  • Boeing M17, Pilot-in-the-Loop Demonstration
  • Boeing M10, Spacecraft Primary Structures Critical Design Review
  • SpaceX M7a, Delta Ground Systems Preliminary Design Review

Near-Term Work In Progress

  • Boeing M18, Software Critical Design Review
  • Sierra Nevada Corporation (SNC) M8, Wind Tunnel Testing
  • SNC M9a, Main Propulsion and Reaction Control System Risk Reduction and Technology Readiness Level (TRL) Advancement Testing
  • SpaceX M13, Integrated Critical Design Review

Under its Commercial Crew Development Round 2(CCDev2) efforts, Blue Origin successfully completed its Subscale Propellant Tank Assembly Review assessing the design, manufacture, and assembly of a subscale booster propellant tank. This milestone is a key step in the development and demonstration of its transportation system. Future flight tests will provide results to inform its orbital transportation system development efforts.

In addition to the CCiCap and CCDev2 effort, NASA is continuing to assess certification product contract deliverables against NASA’s safety and performance requirements and is preparing for the next contract phase that will continue to facilitate American companies in sending astronauts to the Space Station from American soil and end our sole reliance on Russia.

24.Apr 2014 | 01:35

Phil McAlister Q&A on Commercial Space Capabilities Collaborations

Phil McAlister

Phil McAlister

NASA Commercial Crew Return
on Investment Report

On March 31, NASA announced that it was moving forward with the “Collaborations for Commercial Space Capabilities” efforts. The purpose of the no-exchange-of-funds agreements is to advance entrepreneurial efforts by facilitating access to NASA’s vast spaceflight resources including technical expertise, assessments, lessons learned, technologies, and data. The goal is to advance private sector development of integrated space capabilities so that the emerging products and services are commercially available to government and non-government customers within approximately the next five years. We sat down with NASA Commercial Spaceflight Development Director Phil McAlister for a Q&A session about this new activity.

Q: Why is NASA looking for these types of agreements?

A: One of the biggest lessons learned from COTS [Commercial Orbital Transportation Services] and Commercial Crew is that companies benefit greatly from the inherent expertise of NASA’s personnel and archived information. While the provision of funds was critical to the success of COTS partners SpaceX and Orbital Sciences and to the Commercial Crew partners, equally important was the ability of these companies to leverage NASA’s experience. These agreements will enable that expertise to be leveraged as new space capabilities are developed by private U.S. companies.

Q: How does NASA benefit from these agreements?

A: NASA benefits in many ways. First, congressional and administration policy supports the commercialization of space and directs NASA to pursue innovative partnerships with private industry. Also, these partnerships increase the likelihood that the private sector endeavors will be successful in bringing space-related products and services to market. These partnerships will also strengthen the U.S. space industrial base. In addition, NASA can learn from the private sector activities by being exposed to new and innovative space development approaches. This insight will help NASA incorporate private sector capabilities more fully in our deep-space exploration plans.

Q: Why are no funds being made available for these agreements?

A: NASA envisions the awards being made to primarily entrepreneurial and/or nonprofit endeavors which are not initially seeking Federal funding. Additionally, NASA’s current budget environment is extremely challenged. Although no funds will go to the partners, sharing NASA’s extensive spaceflight experience and access to its data and infrastructure could be of great value to these endeavors.

Q: Shouldn’t these companies learn to stand on their own?

A: NASA’s mission has always been to lead the forefront of human spaceflight, to pursue the bold missions throughout its history, and to make those lessons and experiences available to the entire nation and the world. This allows the nation to benefit multiple times from its investment in NASA.

Q: Why issue such a broad solicitation and not one focused on specific capabilities?

A: These agreements are primarily focused on advancing private endeavors for commercial space capabilities. These agreements are not based on specific NASA needs, which are acquired through traditional procurement approaches. The private endeavors will have to be consistent with and supportive of NASA’s strategic plan. Overall, we are looking for the intersections of mutual interest. This general call will give NASA a broad picture of commercial space capabilities and enable us to focus our efforts where they are most beneficial to both parties.

Q: Does NASA intend to focus all of its partnership efforts through this announcement?

A: No. This is a broad invitation by our Human Exploration and Operations Mission Directorate for human exploration–related partnerships. There have been, and will continue to be, opportunities to partner with NASA in other ways. This is an additional opportunity to partner with NASA and is not intended to preclude ongoing or future partnership discussions directly with the NASA centers.

23.Apr 2014 | 23:49

CASIS, Boeing Support MassChallenge Startup Accelerator

casis_new_logoKENNEDY SPACE CENTER, FL., April 23, 2014 (CASIS PR) – The Center for the Advancement of Science in Space (CASIS) and The Boeing Company (Boeing) today announced a collaboration that will provide support to entrepreneurial researchers through the MassChallenge Startup Accelerator.

CASIS is the nonprofit organization responsible for managing and promoting research onboard the International Space Station U.S. National Laboratory. Boeing is the International Space Station sustaining engineering contractor responsible for the successful integration of vehicle and payload hardware and software for the orbiting laboratory.

MassChallenge is the largest-ever startup accelerator, and the first to support high-impact, early-stage entrepreneurs without taking any equity. Its four-month program offers world-class mentorship, free office space, $1 million in cash awards, and up to $10 million through in-kind support. MassChallenge alumni have collectively raised over $360 million in outside funding, generated nearly $100 million in revenue, and created over 3,000 jobs since 2010.

Last year, CASIS awarded funding to multiple companies for flight projects destined for the International Space Station. “Through our initial partnership with the MassChallenge Startup Accelerator, CASIS was able to bring funding to a variety of projects capable of enhancing the research portfolio of the ISS National Lab,” said CASIS President and Executive Director, Gregory H. Johnson. “This year, we are ecstatic that Boeing, a leader in the development and sustainability of the ISS, has joined us in our effort to identify even more flight-ready concepts to the station. Through collaborations like this, additional researchers will have the opportunity to access this unparalleled research and technology laboratory for Earth benefit.”

The space station provides a unique, one-of-a-kind microgravity environment for researchers to conduct investigations, for educators to inspire, and a stepping stone to future human exploration of the solar system. Boeing’s ISS Program Manager, John Shannon, emphasizes that “this collaboration will amplify the effort of getting flight projects in the pipeline for ISS National Lab. We look forward to many more years of great science, and more importantly, great discoveries as a result of the ISS.”

As was the case last year, this year’s winning flight projects selected for awards through the MassChallenge Startup Accelerator must incorporate science or technology demonstrations capable of improving utilization on the ISS National Lab. The technical and flight project support provided by Boeing will combine with that from CASIS to award a total of $600,000 to selected companies for National Laboratory flight projects for the space station.

The MassChallenge Startup Accelerator closed its four-month program on April 2. However, any proposal from an early-stage startup with a flight-ready concept that is U.S. based is eligible for ISS National Lab sponsorship and funding through this collaboration. For additional information on the contest, please visit www.masschallenge.org

23.Apr 2014 | 15:14

Shelton Calls for Innovation, Cost Savings Amid Tight Budgets

Gen. William Shelton

Gen. William Shelton

by John Parker
72nd Air Base Wing Public Affairs

TINKER AIR FORCE BASE, Okla., April 21, 2014 — Innovation and cost-saving ideas will help ensure the Air Force keeps its warfighting readiness despite significant, ongoing budget cuts, the commander of Air Force Space Command recently told a Tinker audience.

General William L. Shelton spoke April 15 in Bldg. 4029 to about 90 members of the 38th Cyberspace Engineering Installation Group.

“If there ever was a time for innovation, this is it,” General Shelton said. “That’s the only way we’re going to get through these next few years of declining budgets. We have to think our way through this.

“There’s that famous old saying – we’ve run out of money and now we have to think. That’s where we’re at.”

The native Oklahoman praised the more than 650-member group’s cutting-edge work around the globe. He ticked off a list of major achievements for 38th CEIG in the past year. They included 17 quarterly and four annual awards at the wing level.

Wing members also managed and implemented 216 communications modernization projects at 85 bases, said General Shelton, who is based at Air Force Space Command, Peterson AFB, Colo.

“That’s just an amazing list of accomplishments, and I hope you’re all proud of that,” General Shelton said. “I hope you see it the same way I do for the effect that it’s having across the Air Force – not just inside the cyber family, but literally every Airman across the Air Force is affected by what you do. It’s just tremendous work.”

The 38th CEIG is described as the Air Force’s premier engineering and installation group – “the backbone of the cyberspace domain.” Airmen and civilian members engineer and install cyberspace infrastructure for communications and offensive and defensive air, space and cyberspace operations.

The general said he’s never seen anything like the cuts facing the military through Congress’ sequestration law. The 2011 law led to deep, across-the-board cuts when Congress failed to reach agreement on more targeted spending cuts.

“In almost a 38-year career, I’ve never seen anything that’s this serious in terms of what we’re throwing at our leadership, what we’re throwing at our people and what we’re expecting people to do with fewer resources,” General Shelton said.

In budget planning, General Shelton described how Air Force leaders wrestle with directives imposed by Congress and the secretary of defense, all the while meeting the branch’s mission to fight and win wars ranging from insurgencies to near-peer conflicts.

He told group members that the budget realities are “our time.” It’s a challenge to be embraced, the general said.

“Whatever you can do to come up with solutions that really do save us money, and provide additional capability across the Air Force, we’re all for it,” General Shelton said. “I’ll be the greatest champion for those solutions, because we need them.”

21.Apr 2014 | 19:12

Marsrover Curiosity: Eine weitere Bohrung steht bevor

Mittlerweile hat der Rover Curiosity eine Region ereicht, wo in den kommenden Wochen ausführliche Bodenanalysen durchgeführt werden sollen. Unter anderem wird dabei erneut ein Gerät zur Entnahme von Bodenproben zum Einsatz kommen.
20.Apr 2014 | 19:02

Express-AT 1 und 2: Tests im Orbit erfolgreich

Am 16. April 2014 wurde bekannt, dass Tests der beiden russischen Kommunikationssatelliten Express-AT 1 und 2 im All erfolgreich verliefen. Einer der beiden Satelliten ist zwischenzeitlich an seinen Betreiber, die Russische föderale Satellitenkommunikationsgesellschaft (Russian Satellite Communications Company, RSCC) übergeben worden.
20.Apr 2014 | 13:58

Marsrover Opportunity: Ein Selbstporträt

Ein am vergangenen Donnerstag von der NASA veröffentlichtes Selbstporträt des Marsrovers Opportunity dokumentiert dessen gegenwärtig außergewöhnlich staubfreie Solarpaneele.
20.Apr 2014 | 13:11

Amazonas 4A hat Elektrik-Probleme

An Bord des am 22. März 2014 auf einer Ariane-5-ECA-Rakete für Hispasat gestarteten Kommunikationssatelliten Amazonas 4A gibt es Probleme mit dem Stromversorgungssystem, die möglicherweise dazu führen, dass der Satellit nicht oder nicht in vollem Umfang eingesetzt werden kann.
20.Apr 2014 | 09:04

SS/L baut weitere 2 Satelliten für JSAT

Der US-amerikanische Kommunikationssatellitenhersteller Space Systems/Loral (SS/L) ist vom japanischen Kommunikationssatellitenbetreiber SKY Perfect JSAT Corporation (JSAT) mit dem Bau der Satelliten JCSat 15 und JCSat 16 beauftragt worden.
22.Apr 2014 | 16:20

Eine Cyber-Attacke und ihre Konsequenzen

Durch einen Artikel des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" ist das DLR seit einigen Tagen weltweit in den Medien vertreten. Eigentlich ein Grund zur Freude, wenn es nicht um ein sehr ernstes Thema ginge. Es geht um die Frage, wie und wem es gelingen konnte, in das Computernetz des DLR einzudringen, um an wichtige Informationen zu kommen. Die Reaktionen auf diesen Angriff und seine enorme Medienpräsenz reichen von Besorgnis und Bedauern bis hin zu Unverständnis, Schadenfreude und Vorwürfen. Eine Situation, deren Ausmaß weit über den eigentlichen Schaden hinausgeht.
14.Apr 2014 | 15:20

Die erste Woche im Marshabitat

Bereits seit einer Woche bin ich auf dem Mars - aber es fühlt sich an, als wären wir erst gestern angekommen. Unsere "Landung" am Freitag, 28. März, war ziemlich turbulent: kurz vor Sonnenuntergang, bei strömendem Regen, starkem Wind und nur 10 Grad Celsius... Fast wie bei einem Sandsturm auf dem Mars. Wir luden unser gesamtes Gepäck aus und gaben den Journalisten von der Universität von Hawaii unsere letzten Interviews im Regen. "Viel Glück - wir sehen uns in vier Monaten", sagte Dr. Binsted, als sie unser Habitat verließ. Und unsere Mission begann!
14.Apr 2014 | 12:20

Raumfahrt ist Teamarbeit

Im Columbus-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen an der EUROCOM-KonsoleWenn wir aus dem Columbus-Kontrollzentrum (Col-CC) über die letzten Entwicklungen auf der Internationalen Raumstation ISS berichten, dann tun wir das nicht nur als eines der fünf Hauptkontrollzentren der ISS, sondern auch als eines der verschiedenen Kontrollzentren, die auf europäischer Seite für die Raumstation arbeiten.
09.Apr 2014 | 15:00

Mission HI-SEAS: Leben wie auf dem Mars

Crew der Mission HI-SEASFür vier Monate hat sich Lucie Poulet von der Außenwelt verabschiedet: Die Wissenschaftlerin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) nimmt als Crewmitglied an einer Marssimulation der University of Hawaii at Manoa teil. Bei der zweiten Mission des Hawaii Space Exploration Analog und Simulation (HI-SEAS)-Programms wird die 28-Jährige unter anderem erforschen, welchen Einfluss Licht in unterschiedlichen Wellenlängen auf Pflanzen hat. Zeitgleich wird sie aber vor allem auch Beobachtungsobjekt sein - mit dem Habitat untersucht die University of Hawaii, wie sich die sechs Missionsteilnehmer in der mehrmonatigen Isolation verhalten und wie sie zusammenarbeiten. In diesem Blog berichtet Lucie Poulet, wie ihr Leben auf dem "Mars" abläuft.
09.Apr 2014 | 12:40

Energieabhängigkeit: Welche Alternativen gibt es zum russischen Gas?

Eine Betrachtung von Jan Oliver Löfken, Wissenschaftsjournalist und DLR-Energieblogger

Mit der Krim-Krise wächst in Deutschland das Unbehagen, zu sehr von russischen Energieimporten abhängig zu sein. Dank neuer Pipelines wuchs 2013 der Anteil russischen Gases am deutschen Bedarf sogar auf 38 Prozent. Zusammen mit ebenfalls hohen Importanteilen an Erdöl (34 %) und Steinkohle (23 %) machen Energieträger von jenseits des Urals fast ein Viertel (23 %) der deutschen Energieversorgung aus. Gibt es überhaupt Alternativen zu diesen Importen? Und wie viel Zeit wäre für eine umfassende Umstellung auf andere Energielieferanten nötig?
09.Mar 2014 | 12:01

Musk macht dem Falcon Beine

Sollten Sie - wie ich - ein Fan von Science Fiction B-Filmen aus den 50iger Jahren sein, dann kennen sie den Plot. Der geht, jetzt mal ganz generisch, so: Das Raumschiff X-7 mit Professor Scatterbrain, seiner schönen Tochter Gwendolyn (Biologin), dem brillianten und in Gwendolyn verknallten (er weiß es aber noch nicht) Wissenschaftler Dr. Jeffrey Quantumleap und dem (noch unerkannten) Schurken Hellonious Greedhead (getarnt als Bordingenieur) startet zum Planeten Metares 3 (Zweiter Spiralarm, dritter Quadrant, vierter Sektor rechts). Der Professor vermutet dort ein gewaltiges Vorkommen von Cavorit, das er fürderhin zum Wohle der Menschheit einzusetzen gedenkt. Greedhead vermutet das auch, und gedenkt es fürderhin zum Zwecke seiner persönlichen Bereicherung zu verwenden. Auf Metares 3 stoßen sie auf Einheimische, die genau so aussehen wie sich Hollywood-Südseeinsulaner vorstellt (Frauen in knappen Bikinis, Männer im Lendenschurz). Greedhead will sie umbringen, Quantumleap will sie schützen, der Professor ist überfordert, Gwendolyn fällt in Ohnmacht, Getümmel, Verfolgung, Gemetzel. Der Schurke wird besiegt, alles ist wieder paletti und alle drei (Greedhead muss als Leibsklave des Eingeborenenhäuptlings zurückbleiben) düsen wieder zurück zur Erde.

Destination Moon

"Destination Moon", SF-Movie aus dem Jahre 1950.

Das alles wurde - das Budget war mager - an Wochenenden in den nicht mehr benötigten Kulissen der A-Filme gedreht. Mit Schauspielern aus der C-Riege. Auch für die Trickeffekte war kaum Geld da, deshalb ließ man die Aufnahmen vom Start der  X-7 für die Landungen auf Metares und zurück auf der Erde einfach rückwärts ablaufen. Eine Startrampe befand man für unnötig. Das Ding startete auf seinen drei, vier oder fünf Beinen und landete auf diesen auch wieder.

Um diese wunderbare Landetechnik zu bewundern brauchen Sie zukünftig nicht mehr die CD mit "Metares 3 antwortet nicht" aus der Kommode zu kramen. Und das liegt mal wieder an Elon Musk, dem "Leading Guru" für Solartechnik (Solar City), Elektroautos (Tesla) und wiederverwendbare Trägerraketen (SpaceX).

Elon Musk hatte es schon vor Jahren angekündigt, und dafür die hämischen Kommentare der etablierten Raumfahrtfirmen geerntet: Jede Falcon ab der Version 9 v1.1, die für diesen Zweck genügend Treibstoffreserven mitführen kann, wird zukünftig einen Landeversuch unternehmen. Dies war schon beim Erstflug der Falcon 9 v1.1 der Fall, die im vergangenen September den kanadischen Cassiopee-Satelliten in den Orbit brachte. Nach der Stufentrennung war erstmals in der Geschichte der Raumfahrt probeweise ein "Boost back"-Manöver durchgeführt worden, also eine erneute Triebwerkszündung der ersten Stufe um einen Rückflug in Richtung Startstelle einzuleiten. Unmittelbar über der Wasseroberfläche erfolgte dann eine zweite Zündung, um die Fallgeschwindigkeit der Stufe auf Null zu reduzieren. Das klappte allerdings nicht so ganz. Die Stufe geriet in der Endphase des Abstiegs in Drehung, was dazu führte, dass die Treibstoffe an die Tankwände gepresst wurden. Daraufhin brachen die Schwappspanten, das Triebwerk (es lief nur die zentrale Einheit) saugte Metallteile an und schaltete kurz über der Wasseroberfläche ab. Die Stufe schlug mit etwa 100 Kilometern pro Stunde auf dem Wasser auf und ging zu Bruch.

Was der Zufriedenheit der SpaceX-Leute allerdings keinen Abbruch tat. Niemand rechnet damit, dass dieses komplexe Manöver schon bei den ersten Versuchen von Erfolg gekrönt wird. Dafür war die Rakete auch noch gar nicht vollständig ausgerüstet. Jetzt hat SpaceX aber alle notwendigen Puzzle-Teile beisammen, um eine Rückführung der ersten Stufe nach einer Raumflugmission ernsthaft zu versuchen. Beim Start zur CRS-3 /Spx-3 Mission (einem Versorgungsflug mit der Dragon-Kapsel zur Internationalen Raumstation) am 17. März wird nur etwa 70 Prozent der Nutzlastkapazität der Falcon 9v 1.1 benötigt. Das lässt wieder Spielraum für einen Landeversuch. Der wird erneut - schon aus Sicherheitsgründen - im Wasser erfolgen. Dieses Mal vor der Küste von Cape Canaveral im Atlantik. Die Wahrscheinlichkeit, dass SpaceX die Stufe intakt aus dem Ozean fischt ist auch dieses Mal gering. Elon Musk schätzt die Chancen für einen Erfolg auf etwa 30 Prozent. Erstmals werden dabei auch Landebeine zum Einsatz kommen (so wie auf dem Bild hier sehen die übrigens in angelegtem Zustand aus).

Landebeine

Die Landebeine der Falcon 9 in angelegtem Zustand

Die für die Bergung entscheidenden Manöver ereignen sich alle nach der Trennung der ersten von der zweiten Stufe. Bis dahin soll die Mission verlaufen, wie jeder andere Orbital- oder Sondenstart auch. Die Landebeine sind in der ersten Flugphase aus aerodynamischen Gründen noch an den Rumpf angelegt und haben keine Funktion.Die Serie der Manöver, die letztendlich zur weichen Landung führen sollen, beginnt erst  nach der Trennung. Während die zweite Stufe mit der Dragon-Raumkapsel den Aufstieg in den Orbit fortsetzt, wird das Lageregelungssystem der ersten Stufe die Antriebseinheit zunächst um 180 Grad drehen.Kurz darauf beginnt das so genannte „Boost Back Manöver“. Drei der neun Merlin 1D- Triebwerke zünden erneut, und bringen die Stufe, die sich bis dahin mit einer Geschwindigkeit von über 6.000 Kilometer pro Stunde auf den Atlantik hinausbewegt, erst auf Gegenkurs und schalten dann wieder ab.

Falcon 9 und Dragon

Die Kombination aus Falcon 9 und der Dragon - Raumkapsel wird für den Start vorbereitet

Die Stufe steuert nun im Freien Fall auf ein vorbestimmtes Landegebiet zu, und wird dabei durch die zunehmende Luftreibung in den tieferen Schichten der Atmosphäre immer weiter abgebremst. Ihre Raumlage wird in dieser Phase durch ein Lagekontrollsystem stabil gehalten. Schließlich bewegt sich die Stufe mit einer Geschwindigkeit, die als „Terminal Velocity“ (Grenzgeschwindigkeit) bezeichnet wird. Ein Objekt erreicht seine Grenzgeschwindigkeit dann, wenn sich ein Gleichgewicht der einwirkenden Kräfte bildet und keine weitere Beschleunigung gleich in welche Richtung mehr erfolgt. Bei einem freien Fall durch Luft ist die Grenzgeschwindigkeit erreicht, wenn die Gravitationskraft durch die Luftreibung kompensiert wird. Die "Terminal Velocity" ist bei der Falocn 9-Erststufe nicht bekannt. Sie dürfte aber bei etwa 350-400 Kilometern pro Stunde liegen.

Die Schlusszündung wird in einer Höhe von weniger als 1.000 Meter über der Wasseroberfläche beginnen, diesmal mit nur noch einem aktiven Triebwerk. Mehr ist nun mehr nicht nötig, denn die Tanks sind fast, aber nur fast, leer. Es wird keine Nutzlast mehr transportiert und das Vehikel wiegt zu Beginn der Zündungweniger als 25 Tonnen (beim Start wog die erste Stufe mehr als 400 Tonnen). Das Triebwerk wird nur noch etwa 15 Sekunden laufen. In dieser zweiten Brennphase nach der Stufentrennung werden die Landebeine ausgeklappt und danach ein Landemanöver wie auf festem Boden simuliert. Die Endgeschwindigkeit mit der die Wasseroberfläche erreicht wird, müsste im Idealfall beiNullliegen.

Destination Moon II

Filmplakat "Destination Moon"

Wie gesagt, die Wahrscheinlichkeit, dass das alles perfekt abläuft, ist gering. Gesteuerte Abstiege dieser Art werden auch bei den folgenden Missionen so lange über Wasser geübt, bis das Landeverfahren sicher beherrscht wird. Danach will Elon Musk mit Landungen auf festem Boden beginnen.

P.S. Das erste Bild dieses Beitrags, sowie das Bild links, stammen aus dem Film „Destination Moon“. Der kein B-Movie, sondern ein – für die Ansprüche des Jahres 1950 – unglaublich teurer A-Film war. Die Produktionskosten betrugen seinerzeit 500.000 Dollar. Schauen Sie ihn sich ruhig mal an. Er ist faktentreu, fast schon prophetisch in seinen Aussagen (vieles ist heute aktueller denn je) und im Gegensatz zu praktisch jedem „modernen“ Film (einschließlich Gravity) stimmt die Physik bis ins Detail.

26.Feb 2014 | 22:50

Yuris Night zu Gast im Technischen Museum Wien

Wie jedes Jahr veranstaltet "Der Orion" auch heuer am 12. April Yuris Night in der zweitgrößten deutschsprachigen Stadt der Welt. Dieses Mal findet sie in einer ganz besonders reizvollen Umgebung statt: im Technischen Museum der österreichischen Metropole. Wie praktisch jedes große öffentliche Gebäude im Herz der Donaumonarchie, das zwischen 1848 und 1916 errichtet wurde, hat auch hier Kaiser Franz Josef I den ersten Spatenstich getan. Und was man dem Museum damals wie heute wegen des historisierenden Stils nicht ansieht: es ist ein Stahlbetonbau. Seinerzeit das Non-Plus-Ultra der Bautechnik.

Technisches Museum

Die Grundsteinlegung erfolgte am 20. Juni 1909. An sich sollte das Gebäude bis 1914 fertiggestellt sein, aber der erste Weltkrieg verhinderte das. Bei der Einweihung im Mai 1918 war Franz Josef schon eineinalb Jahre tot und die Donaumonarchie in der Auflösung begriffen.

Die gewaltige Haupthalle nimmt beeindruckend massive Maschinen und Vorrichtungen auf. Traditionell hat die Sammlung ihren Schwerpunkt in den Bereichen Energietechnik und Bergbau, Alltag und Umwelt, Verkehrstechnik und Musikinstrumente. Das Museum bietet aber noch jede Menge anderer, teilweise ziemlich abgefahrener Themen. So gibt es eine beeindruckende Sammlung von Hüten und Helmen, deren Träger vom Blitz getroffen wurden. Besonders den Kindern merkt man an, dass hier, beim Betrachten der Verkokelungen, Einschlaglöcher und Schmauchspuren einiges an Kopfkino abgeht.

Kurios bis gruselig ist im selben Bereich auch die Sammlung des Wiener Arztes Stefan Jelinek: Bilder durch Blitzschlag abgetrennter Gliedmaßen, Brandspuren am Körper und Auswirkungen eines Blitzschlages auf die Physiognomie eines Menschen (sofern sie es überlebt haben). Das ganze ist mit liebevoll detaillierten Texten untermalt. Jelinek war in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts iungeheuer populär. Er war der Begründer der „Elektropathologie“, die sich mit der dunklen Seite der Elektrotechnik befasste. Sein legendärer Lehrsatz lautete: Beim Strom- und Blitzunfällen so lange Reanimationsversuche anstellen, bis Totenflecke auftreten. Erst dann darf man aufgeben.

Überhaupt kommt die Wiener Liebe zum Morbiden überall durch. Auch im Deutschen Museum in München erfährt man ja einiges über Kohleabbau. Aber nur in Wien gibt es dazu schauerlich schöne Bilder von Staublungen zu bewundern.

Für die Bearbeitung des Themas „Weltraum“ war das Wiener Technische Museum bislang allerdings weniger bekannt. Um ehrlich zu sein: Das Gebiet war nicht vertreten, sieht man mal von Franz Viehböcks (Österreichs erstem und einzigem Kosmonauten) Raumanzug mal ab. Mit der Sonderausstellung SPACE, die seit einigen Monaten besteht und noch über Yuris Night hinaus läuft, ändert sich das. Sie ist klein aber fein, und den Besuch können wir allen Weltraumfreunden nur ans Herz legen. Auch sie hat eindeutig einen "Wiener Touch" und das beginnt schon damit, dass es da drin „a weng duster“ ist, und die Objekte ziemlich klein beschriftet sind. Das mag aber ein jüngerer Mensch als ich, ausgestattet mit besseren Sinnen, anders beurteilen.

Als ich mir die Ausstellung vor ein paar Wochen anschaute und grade vor einem hübschen Modell der Internationalen Raumstation stand, stellte sich ein Papa mit etwa siebenjährigem Sohn neben mich. Der Junge guckte sich das Modell an und fragte den Papa, was denn das sei. Der Vater: "A Raumstation". Der Junge: "uund wööiche?". Und der Vater, das Modell mit suchenden Blicken abtastend, mit fester Stimme (man will sich ja vor dem Nachwuchs keine Blöße geben): "Das ist die Raumstation Mir". Ich hielt den Mund und suchte selber nach der Beschriftung. Die gab‘s tatsächlich, weist auch tatsächlich darauf hin, dass es die Internationale Raumstation ist, aber halt sehr, sehr klein, und in der Finsternis kaum zu erkennen.

Der Kenner der Raumfahrtabteilung des Deutschen Museums findet auch eine nette Leihgabe der Münchner an die Wiener wieder, nämlich eine Astris-Oberstufe der unglücklichen Europa 1-Rakete. Und dann gibt es einen kleinen Raketenpark, Modelle von Raumfahrtträgern, deren Beschriftung behauptet, sie wären im Maßstab 1:25 abgebildet. Hier zeigten sich einige Besucher denn doch ein wenig überrascht darüber, dass weltweit die Trägerraketen allesamt offensichtlich exakt gleich groß sind. Tatsächlich schwankt der Maßstab wohl irgendwo zwischen 1:20 und 1:50. Aber so pingelig, um daran Anstoß zu nehmen, kann ja wohl nur ein Piefke sein.

Zum Thema "Space", dachten sich die Wiener, gehört auch Science Fiction, und so zeigen sie auf einem Bildschirm ein Medley aus SF-Filmausschnitten. Damit der Ton die anderen Besucher nicht stört, kann man sich dazu Kopfhörer nehmen. Als ich dran vorbeikam standen vor diesem Bildschirm zwei schockstarre kleine Jungs mit den Micky-Mäusen auf dem Kopf. Die Augen vor Entsetzen kreisrund sahen sie sich gerade einen Ausschnitt aus „Mars Attacks“ an. Die Stelle, an der den Marsianern das Gehirn platzt.

Die Eltern der Kleinen waren wohl eben auf ein Achtel Veltliner ins Beisel gegangen. Und das, also das Restaurant, befindet sich im Erdgeschoß des Museums. Es gibt dort leckere Gerichte. Die bekommt man allerdings nur, wenn man das Glück hat, von einem der vier Kellner wahrgenommen zu werden, die sich um die knapp 40 Plätze kümmern....sollten. Mir gelang das schon nach kaum 30 Minuten, nachdem es ihnen wegen meines zunehmend wilderen Herumgehampels beim besten Willen nicht mehr gelang, mich zu übersehen. Ich bestellte einen Hamburger mit Chips, und der war wirklich ein Gedicht. Bestes Rindfleisch, Salat, Tomate, knuspriger Speck,angeschmolzener Gouda, knusprig gebratenes Brötchen und krosse Kartoffelchips mit einer delikaten Chilisoße. Den brachte mir allerdings eine Frau aus der Küche, offensichtlich die Köchin. Sie musste mich erst unter den Gästen ausfindig machen. Die vier Kellner waren anderweitig beschäftigt. Die fielen sich beim verzweifelten Versuch, ihre Kundschaft zu ignorieren, fast gegenseitig vor die Füße.

Aber das sind Kleinigkeiten, die über das wirklich faszinierende Ambiente nicht hinwegtäuschen sollen. Am 12. April gibt es dort jedenfalls Raumfahrt bis zum Abwinken, und zwar ganztägig. Tagsüber findet der erste "SpaceUp Vienna" statt - Informationen, Programm und Anmeldung gibt es hier. Auch diesen Event organisiert „Der Orion“ in Zusammenarbeit mit seinen Partnern.

Und wer Angst hat, von den Kellnern im Restaurant übersehen zu werden: „Der Orion“ stellt abends bei der Hauptveranstaltung wie üblich Snacks und Getränke zur Verfügung – kostenlos übrigens - und verhindert auf diese Weise gefährlichen Unterzucker.

Die Planung für beide Ereignisse, den Spaceup und die Abendveranstaltung läuft auf Hochtouren. Das vorläufige Programm findet sich hier.

Wer sich dafür interessiert und/oder sowiesoschon immer mal nach Wien wollte: Schnell buchen. Wien ist kurz vor Ostern schon unter normalen Umständen immergut gebucht. Zusätzlich findet gerade um Yuris Nightauch noch der City-Marathon statt.Da wird es dann selbst in der zweitgrößten deutschsprachigen Stadt der Welt "a weng eng".

04.Nov 2013 | 00:01

Gravity – Film mit Gewicht

Die „Trekkies“ kennen das: Der Weltraum ist ein Dorf und alles liegt irgendwie gleich um die Ecke. Und Physik ist was für Weicheier. Kurz mal auf den Warp 8 – Knopf gedrückt, und Sekunden später ist man am Ende der Galaxis. So geht das und so kennt man das bei Kirk & Co und so ähnlich muss es dann wohl auch bei der NASA sein.

Bild 5 - Gravity CR collectspace

Gravity: Fast ein Einpersonenstück für Sandra Bullock. Quelle: Collectspace

Auch in Alfonso Cuarons Film ist alles, was wir aus der bemannten Raumfahrt kennen, in Fußgängerreichweite aufgereiht: Hubble Space Telescope (HST), die ISS und  die chinesische Tiangong-Raumstation. Was stören uns Inklination und Rektaszension,  Apogäum und Perigäum, die Bahnmechanik generell, Johannes Kepler und sein Geschwurbel und was es sonst noch unwichtigen Kram gibt, mit dem die NASA immerzu angibt. 99,8 Prozent aller Zuschauer haben nicht den leisesten Dunst, was da draußen wirklich abgeht und die darf man - nur für die Zwecke eines Kino-Movies - mit derlei Schmonzes nicht überbelasten.

Der Film beschäftigt genau eineinhalb Schauspieler, nämlich Sandra Bullock als Dr. Ryan Stone und George Clooney, als den alten Raumfahrt-Haudegen Matt Kowalski, der sich auf seiner letzten Mission befindet. Clooney/Kowalksi ist der halbe Schauspieler, denn er wird sich in der Folge nach etwa 45 Minuten für den Rest der Handlung in seine Nespresso-Welt zurückverabschieden und Bullock/Stone mit dem ganzen Scherbenhaufen alleine lassen.

Die Handlung spielt in einer Welt, in der nicht ein Präsident Obama das bemannte Raumfahrtprogramm der NASA geschlachtet hat, sondern in der die Shuttles noch (oder schon wieder?) fliegen. Im Film befinden uns gerade inmitten der Mission STS 157, die mit fünf Besatzungsmitgliedern dabei ist, das Hubble Space Telescope (HST) auf Vordermann zu bringen. Was aus den Missionen 136 bis 156 geworden ist erfahren die Zuschauer nicht, ich habe aber einen Verdacht, den ich Ihnen gleich noch mitteile. In der realen Welt endete das Programm jedenfalls bei STS 135. Eine der Raumfähren muss auch umbenannt worden sein, denn Stones/Kowalskis Shuttle trägt den Namen „Explorer“.

Der Plot beginnt mit einer uns aus dem täglichen Leben bekannten Szene: Eine Frau arbeitet, während zwei Männer rumhängen und Spaß haben.  Warum sich überhaupt drei Leute außerhalb des Shuttles befinden, wenn sowieso bloß eine was tut, wird nicht ganz klar. Während also Dr. Stone alleine das HST repariert, karriolt Kowalski mit dem MMU ein ums andere Mal in irren Kurven um das Raumschiff herum, ungefähr 50mal so schnell, wie es in Wirklichkeit grade noch möglich wäre. Aber es ist einzusehen, dass Cuaron, der seinen Film ja in 90 Minuten zu Ende bringen will, den Leuten nicht die wahre Geschwindigkeit des MMU zumuten kann. Das MMU übrigens, die „Manned Maneuvering Unit“ wurde in der richtigen Welt 1985 eingemottet. Für Gravity wurde sie wieder in den Flugstatus versetzt. Dafür wurden alle Teile mikrominiaturisiert,um einem gigantischen Treibstofftank Platz zu machen, denn Kowalski  verprasst in der Eingangsszene und in der Folge des Films Treibstoff in unfassbaren Mengen.

Bild 6 - Set 1 CR Collectspace

Ein Bild vom Set. Quelle: Collectspace

Dr. Stone hat, so erfahren wir, gerade mal sechs Monate Training hinter sich gebracht, statt der sonst üblichen zwei bis drei Jahre und ist außerdem Medizinerin, was sie hervorragend dafür prädestiniert, die Elektronik des Hubble-Space Telescopes zu reparieren. (An dem Punkt sollte ich allerdings nicht zu sehr lästern, denn es gab in der realen Welt sogar zwei Mediziner, die am HST Wartungsarbeiten durchführten, nämlich Dr. Story Musgrave, der zusätzlich zu seinem Doktor in Medizin auch noch akademische Grade in Chemie und Mathematik und, kaum zu glauben, Literatur innehat, und der Veterinärmediziner Rick Linnehan).

Dann kommt es zur Katastrophe. Bei irgendeinem russischen Test,  so vermittelt uns der Film, passiert irgendein Zusammenstoß mit irgendetwas und hinterlässt eine (relativ zum Shuttle) extrem langsam fliegende,  extrem dichte Trümmerwolke. In Wirklichkeit könnte so etwas höchstens dann passieren, wenn ein sehr großes Raumfahrzeug während der Annäherung auf den Shuttle sich aus irgendwelchen Gründen vorsichtig in tausende von kleinen Teilen zerlegt. Das darf aber keine Explosion sein, denn die Teile müssen alle dicht beieinander bleiben. Wie auch immer, die Relativgeschwindigkeit zwischen den Trümmern und Stones/Kowalskis Shuttle beträgt nur wenige hundert Meter pro Sekunde. Das ist einfach daran zu erkennen, dass man die Teile bequem herumsausen sieht. Sieht zwar trotzdem flitzig aus, hier ist die Wirklichkeit aber mal schneller als der Film. Zumindest wenn der im Film kurz angesprochene Kessler-Effekt eingetreten wäre.

Angesichts der Gefahr weist Mission Control die Crew an, das HST freizugeben und wieder in den Shuttle einzusteigen. Irgendwann muss also bei den Missionen zwischen STS 136 und STS 156 somit für das Weltraumteleskop ein Notfreigabemechanismus konstruiert und eingebaut worden sein, denn davor brauchte man eine stundenlange Prozedur mit dem kanadischen Robotarm der Raumfähre, um das Teleskop freizugeben.

Und schon prasseln die Trümmer herein und danach ist, mit Ausnahme von Kowalski und Stone die Besatzung des Shuttles tot. Die beiden Überlebenden treiben auf unterschiedlichen Bahnen von der Fähre weg, aber dank der unerschöpflichen Treibstoffvorräte des MMU gelingt es Kowalski Stone einzufangen. Dann fliegen die beiden zur ISS.

An der Stelle wird klar, was bei den Missionen STS 136 bis 156 vonstatten gegangen sein muss. In dieser Zeit wurden nämlich das HST auf die Bahn der ISS gebracht. Wahrscheinlich wurde zunächst unter immensem Aufwand die Bahnneigung des HST von 28 Grad auf 51 Grad geändert und danach die Bahn der ISS von 400 auf 600 Kilometer angehoben. Dies ist die einzige halbwegs vernünftige Erklärung, warum das HST und die ISS einander in nur wenigen Kilometern Abstand hinterher fliegen können.

Bild 7 - Set 2 CR Warner Brothers

Eine weitere Szene vom Set. Quelle: Warner Brothers

Offensichtlich wurde in dieser Phase die ISS auch auseinandergenommen und ihre Module neu angeordnet. Zusätzlich wurde in Europa die Produktion des ATV wieder aufgenommen (denn ein solches ist an der ISS angedockt), und das Zentrifugen-Modul, das dessen Start ursprünglich den Budgetkürzungen zum Opfer gefallen war, ist doch noch wiederbelebt und zur ISS gebracht worden.

Tja, und dann ist es herzerwärmend, zu sehen, dass sich die Beziehungen zwischen China und den USA in den Jahren der Missionen STS 136 bis STS 156 so gut entwickelt haben, dass auch die Chinesen ihre eigene neue Raumstation (namens Tiangong - es muss Tiangong 2 sein, denn die erste wurde vor kurzem über dem Pazifik „deorbited“ - auf exakt die gleiche Bahn gebracht haben wie HST und ISS und denen jetzt in wenigen Kilometern Abstand folgt.

Stone und Kowalski erreichen die ISS in der Zeit, die es braucht, bis der Sauerstoffvorrat in Stones Anzug von sieben auf zwei Prozent gefallen ist. Das dürften somit etwa 20 Minuten sein. Die Ankunftsgeschwindigkeit der beiden beträgt etwa 10 Meter pro Sekunde, wir können also daraus schließen, dass das HST etwa 10 bis 12 Kilometer von der ISS entfernt war, als das Unheil passierte. Für Raumfahrtverhältnisse ist das Formationsflug.

Die ISS ist in diesen vergangenen 20 Minuten offensichtlich evakuiert worden. Ein Sojus-Raumschiff wurde zurückgelassen weil es durch die herumfliegenden Trümmer beschädigt wurde. Der Fallschirm hat sich ausgelöst und hängt nun, mit vielen Seilen und Leinen vor der ISS herum. An der Stelle driftet der Film wieder ins Surreale. Zum einen ist es natürlich logisch, ein Raumfahrzeug zurückzulassen, mit dem man nicht auf der Erde landen kann. Zum anderen gibt es in der wirklichen Welt keine überzähligen Sojus-Raumschiffe an der Raumstation. Es gibt exakt soviele Sojus-Sitze wie sich Astronauten in der Station befinden. Vorausgesetzt es waren sechs Personen an Bord der ISS, müssen sich also drei Personen zusätzlich in das zweite Sojus-Raumschiff gezwängt haben. Wer mal einen Blick in eine Sojus-Rückkehrkapsel geworfen hat, weiß, dass da im wirklichen Leben nicht mal mehr die Bordkatze mitkann.

Stone und Kowalksi rummsen also in die ISS (mit geschätzten 30 km/h, ohne eine Schramme abzubekommen) und können sich irgendwie an den Seilen festhalten. Keiner von beiden denkt dran, sich festzuhaken, aber immerhin verhängen sich die beiden in einer der losen Fallschirmleinen der Sojus. Doch dann trennt sich Kowalski von Stone in heroischer Selbstaufopferung, weil er erkennt, dass die fragile Seilverbindung beide zusammen nicht aushält. Kowalski driftet weg, was ein wenig irritierend ist, denn eben noch hatten die beiden die selbe Relativgeschwindigkeit. Aber vielleicht gast ja irgendwas aus der beschädigten ISS aus und beschleunigt das Ganze in die Gegenrichtung.

Bild 8 - CadyColeman Bullock CR Collectspace

Die "richtige" Astronautin Cady Coleman war das "Role-Model" für Sandra Bullock. Bullock bat Coleman vor Beginn der Dreharbeiten um Beratung.

Stone geht nun an Bord der ISS. In letzter Sekunde, denn ihre Luft ist fast verbraucht. Sie bekommt über Funk - in bestem „mansplaining“ - eine Aufklärung vom abdriftenden Kowalski, wie sich Sauerstoffmangel auf das Gehirn auswirkt. Offensichtlich hat er die Befürchtung, dass sie – die Medizinerin – das aufgrund der Aufregung komplett vergessen hat. Gottseidank verabschiedet er sich danach endgültig von ihr (sieht man von einer Traumszene im letzten Drittel mal ab).

Die Schleuse der ISS muss  umkonstruiert worden sein, denn sie lässt sich jetzt erstens von außen öffnen und ist zweitens in der Lage innerhalb von Sekunden vollständig Druck aufzubauen. Bei den jetzigen Modellen ist ersteres unmöglich und das zweite dauert das eine ganze Anzahl von Minuten.

Stone kommt wieder zu Puste und legt innerhalb weniger Sekunden den Raumanzug ab (was normalerweise in kaum weniger als einer Viertelstunde zu bewältigen ist). Sie trägt auch kein Liquid Cooling and Ventilaten Garment“, wie die mit Wasser-Röhrchen durchzogene Spezialunterschicht des Raumanzugs heißt, sondern einfach nur T-Shirt und kurze Hosen.

Nachdem ein Brand das Innere der ISS abfackelt und die Trümmerwolke, die gerade wieder einen Orbit absolviert hat, nun auch noch den letzten intakten Module der ISS den Garaus macht, beschließt Dr. Stone mit der Sojus zur Tiangong-Raumstation weiterzufliegen. Wir erfahren, dass es sich dabei um Sojus TMA-14M handelt, und somit dürfte ihr das schon von daher ein wenig schwerfallen, denn Sojus TMA-14M startet schon in wenigen Monaten. Die Ereignisse müssten aber etwa um das Jahr 2020 spielen (wenn wir eine zweijährige Wiederbelebung des Shuttle-Programms, mit der Entmottung von Atlantis, Endeavour und Discovery – einschließlich Umbenennung eines diese Shuttles in Explorer -  unterstellt, und dann die Durchführung von fünf Flügen jährlich annehmen). Stone hat vom Raumschiff-Fliegen wenig Ahnung, das war in ihrem Sechsmonats-Kurs wohl nur als Wahlfach dran und das hat sie obendrein geschwänzt. Ihr fällt aber wieder ein, dass sie sich den Film mit diesem Vortrag angesehen hat, in dem sie sich über die wichtigsten Aspekte der Steuerung eines Raumschiffs informieren konnte.

Mit diesem Wissen ausgerüstet geht es ab zur Tiangong, und zwar unter Verwendung der Landetriebwerke der Sojus. Wie immer in solchen Filmen genügt es auch hier, zwei oder drei Knöpfe zu drücken um ein Raumschiff zu steuern. Die tatsächliche Vorbereitungszeit für ein Manöver wie es Dr. Stone vorhat würde in Wirklichkeit eher Tage als Stunden benötigen. Aber soviel Zeit hat Cuaron natürlich nicht, und auch nicht Dr. Stone, denn die Trümmerwolke ist schon wieder im Anmarsch. Immerhin, Respekt: ich kann mich nicht erinnern, jemals einen Film des „Escape“-Genres gesehen zu haben, in dem jemand tatsächlich eine Betriebsanleitung liest, bevor er (oder hier „sie“) Knöpfe drückt.

Als sie an der chinesischen Raumstation vorbeifliegt, klettert sie wieder in den Raumanzug. Dieses Mal natürlich in ein russisches Sokol-Modell, und steigt wieder mal aus einem Raumschiff aus, bewaffnet mit einem Feuerlöscher. Den verwendet sie als Manövriereinheit um die chinesische Station zu erreichen.

Doch auch Chinas Stolz des Weltraums liegt in Trümmern und droht – ein wenig unverständlich, denn wir befinden uns nach wie vor in 600 Kilometern Höhe - gleich abzustürzen. Doch siehe da: auch die Chinesen haben sich offensichtlich ebenfalls zu sechst ein eine einzelne Shenzhou gequetscht, damit sie - es könnte ja schließlich zufällig jemand vorbeikommen und es benötigen - ein leeres und vollständig funktionstüchtiges zweites Schiff an der Station belassen können. Soviel Dusel muss man erstmal haben. In letzter Sekunde gelingt es ihr,  in die Shenzhou einzusteigen und es in Betrieb zu nehmen. Wie wir alle weiß auch Dr. Ryan Stone, dass die Chinesen  technischen Erkenntnisse stets abkupfern. Deshalb funktioniert die Shenzhou exakt wie eine Sojus und somit kann sie das Schiff fliegen, in dem sie auch hier drei Knöpfe drückt.

Bild 9 - Bullock CR Warner Brothers

Für die Schlussszene musste Sandra Bullock in das Schwimmbecken. Hier ein Bild vom Set. Quelle: Warner Brothers

Nun geht auch der dritte orbitale Komplex in Trümmer und mit ihr fast die Shenzhou. In letzter Sekunde kann Dr. Stone die Kapsel von der Station lösen während alles auseinanderbricht. Die Landung gelingt auf haarsträubende Weise, endet jedoch mitten in einem See. Im Inneren der Kapsel bricht jetzt auch noch ein Feuer aus, die Kapsel sinkt auf den Grund, Stone muss unter Wasser aussteigen und nach all dem Stress gelingt es ihr trotzdem zwei Minuten lang die Luft anzuhalten, sich von ihrem Raumanzug zu befreien, aufzutauchen und danach die paar Kilometer bis zum Ufer zu schwimmen. Am Ufer sinkt sie schließlich ermattet zu Boden, nur um über den Trümmerregen der gesamten menschlichen Raumfahrtinfrastruktur in die Erdatmosphäre eintreten zu sehen. Was platterdings unmöglich ist, denn mit eben dieser Wolke ist sie ja selber vor einer halben Stunden heruntergekommen.

Ende des Parforcerittes.

Obwohl ich jetzt auf fast 2000 Wörtern Erbsen gezählt habe, komme ich jetzt dennoch zu der für manchen überraschenden Conclusio: Gravity ist kein Film zum Erbsenzählen. Erinnern wir uns an die Eingangsbemerkung. 99,8 Prozent der Zuschauer haben nicht den leisesten Dunst, was da draußen wirklich abgeht. Ich bin überzeugt, dass die Filmmacher sehr wohl wussten, wo sie hier technisch auf dem Holzweg sind. Ein vollständig korrekter Film wäre aber nur für die Nerds spannend genug. Und, man mag es bedauerlich finden, aber von den paar Leuten kann man einfach nicht leben.

Die 13 Minuten lange ungeschnittene Eingangsszene ist das Beste was ich seit langem im Kino gesehen habe. Der Film ist – im besten Sinne - einfach strukturiert. Keine Nebenhandlungen, keine Rückblenden, kein dramaturgisch ambitionierter Schnickschnack. Eine klare Geschichte, gradlinig und schnörkellos erzählt. Spannend und temporeich von der ersten bis zur letzten Sekunde.

Der Film bringt Glanz in das Auge des Raumfahrt-Aficionados. Ausrüstung und Äußeres stimmen bis in kleinste Details. Die Weltraumbilder sind umwerfend. Astronauten, die den Film gesehen haben, bezeugen, dass dieser Film der Wirklichkeit ungewöhnlich nahe kommt.

Sandra Bullock, von der ich an sich kein Fan bin, trägt den Film hervorragend. Sie spielt glaubhaft die Wissenschaftlerin, die zwar verängstigt ist und mit sich ringt um nicht in Panik zu versinken, die aber immer wieder ihren Verstand einsetzt um der Gefahr zu entkommen. Und George Clooney spielt George Clooney. Mehr kann man von ihm nicht verlangen.

Gravity ist trotz aller Mängel in der Darstellung der in der Raumfahrt anzuwendenden Physik um Lichtjahre besser als die Hau-Drauf-Streifen a la  Armageddon. Nach meiner Meinung der beste Raumfahrtfilm der letzten Jahrzehnte. Es gibt nur eins: unbedingt ansehen. Am besten in 3D auf der Großleinwand.

01.Nov 2013 | 23:04

Tage der Raumfahrt in Neubrandenburg

Eine Exkursion zum Geburtsort der Raumfahrt nach Peenemünde. Kosmonauten und Astronauten zum Anfassen. Zahlreiche Vorträge, Fotosessions, Autogrammstunden. Gemeinsame Abende mit Referenten, Astronauten, Kosmonauten und Besuchern bei einem guten Essen und einem schönen Glas Wein. Raumfahrtbegeisterte, Amateure wie Profis treffen einander und pflegen und erweitern ihr Netzwerk. Das alles und noch viel mehr bieten die Raumfahrttage in Neubrandenburg, die in diesem Jahr zwischen dem 8. und 10. November zum 29. Mal stattfinden.

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Das Logo der Neubrandenburger Raumfahrttage 2013

Neubrandenburg, das ist die „Stadt der vier Tore“, 135 km nördlich von Berlin  Die Raumfahrttage haben hier eine lange Tradition. Sie gehen zurück bis in die 70iger Jahre und waren ein weit über die Grenzen der damaligen DDR hinaus bekannter Treffpunkt und Marktplatz der Ost-Raumfahrt. Nach der Wendezeit haben sie sich in einer mehrjährigen Pause neu orientiert und sind seither zum „East-meets-West Treffpunkt“ geworden. Gab es früher nur Raumfahrer aus dem Osten ist heute auch meist ein westlicher Raumfahrer vor Ort.

Die Raumfahrttage gehen über gut zweieinhalb Tage und beginnen am Freitag Morgen mit einer Exkursion nach Peenemünde, dem Geburtsort der Raumfahrt. Das dort von Wernher von Braun und seinem Team entwickelte Aggregat 4, von den Nazis als V 2 bezeichnet, ist der Stammvater praktisch aller militärischen und zivilen Großträgerraketen. Es gibt hier ein absolutes Alleinstellungsmerkmal der Raumfahrttage, denn es wird eine Exkursion zu den Überresten des Prüfstand 7 angeboten, von wo aus am 3. Oktober 1942 der weltweit erste erfolgreiche Einsatz einer Großträgerrakete erfolgte.  Dieses Gelände ist der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich und Besuche in diesem Bereich können – normalerweise  - dort nicht gemacht werden. Es braucht eine Sondererlaubnis dafür, und die nur wenige dutzend Menschen die jährlich diesen Ort besuchen dürfen sind zum großen Teil die Besucher der Neubrandenburger Raumfahrttage.

Nachdem der Freitagvormittag der Raumfahrtgeschichte gewidmet ist, gibt es am Nachmittag erstmals in diesem Jahr einen Veranstaltungsteil, der sich mit Visionärem beschäftigt. Vorträge zur Raumfahrt von Übermorgen, zur (Un)Möglichkeit wissenschaftlicher UFO-Forschung und anderen interessanten Themen. Samstag und Sonntag sind dagegen den Themen der Mainstream-Raumfahrt-Gegenwart gewidmet.

Die Referentenliste ist – wie jedes Jahr – auch heuer illuster:

  • Andreas Anton, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Anomalistik
  • Stephen Ashworth, British Interplanetary Society
  • Lodewijk van den Berg, NASA Astronaut (STS 51B)
  • Dr. Reinhard Buthmann, Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen
  • Robert Fleischer, Freier Journalist
  • Prof. Dr. Dieter B. Herrmann, Leibnitz Sozietät der Wissenschaften zu Berlin
  • Ulrich Köhler, Institut für Planetenforschung des DLR Berlin
  • Jacqueline Myrrhe, Raumfahrtjournalistin
  • Dr. Silvia Reinhardt und spaceclub-Mitglieder
  • Dr. Martin Sippel, DLR-Institut für Raumfahrtsysteme
  • Pham Tuan, Luftwaffengeneral und Interkosmos-Kosmonaut (Sojus 37)
  • Olga Trivailo, DLR Bremen
  • Alexander Soucek, ESA, Paris

Die Veranstaltung an diesen beiden Tagen werde ich moderieren, wie schon im letzten Jahr. Und wenn Sie dran interessiert sind, bitte schnell zugreifen, denn für einige Programmbestandteile (wie den Raumfahrer-Empfang am 8.11.) werden die noch verfügbaren freien Plätze inzwischen langsam knapp.

Neubrandenburg 2012 Fares Samokutjajew 316

Der Kosmonaut Alexander Samokutjajew und Raumfahrttage-Moderator Eugen Reichl bei den 28. Raumfahrttagen in Neubrandenburg im November 2012

Das detaillierte Programm finden Sie hier. Dort sind auch alle Informationen zur Anmeldung und zur Unterbringung aufgelistet. Unbedingt notwendig ist eine rechtzeitige Anmeldung vor allem für die Exkursion nach Peenemünde, für die, ähnlich wie für den Raumfahrer-Empfang, nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen zur Verfügung steht .

21.Oct 2013 | 00:16

Godspeed Scott Carpenter

Es gibt etwa ein Dutzend geflügelte Worte in der Raumfahrt, die jedem geläufig sind, der sich für dieses Thema interessiert. "Tranquillity Base here, the Eagle has landed" ist so eines, "This is a small step for a man, but a giant leap for mankind" ein anderes. "Houston, we have a problem" ein Weiteres. Das erste der geflügelten Worte der bemannten Raumfahrt stammte aber von Scott Carpenter.

Bild 1 - Glenn und Carpenter vor Mission

John Glenn (links) und Scott Carpenter im Jahre 1961 vor dem Flug von Friendship 7.

Carpenter und John Glenn hatten beide für die Mission von Friendship 7 trainiert. Glenn war als Primärpilot ausgewählt, Carpenter war sein Ersatzmann. Als sich John Glenn schließlich am 20. Februar 1962 als erster US-Bürger auf seine historische Reise in den Orbit machte, war Carpenter der CapCom, also "Capsule Communicator" im Missionskontrollzentrum, das sich damals noch in Cape Canaveral befand und nicht in Houston.

Der "Capsule Communicator" war auch so ein Begriff, der in diesen Tagen geprägt wurde. Er war stets selbst Astronaut und hielt Verbindung zum Mann (und es waren nur Männer in diesen Tagen), der in den Weltraum flog. In der Sekunde der Zündung, als sich die Atlas D mit Glenn an der Spitze auf die Reise machte, rief ihm Carpenter über Funk zu "Godspeed, John Glenn".

Drei Monate später, am 24. Mai 1962, war die Reihe an ihm selbst. Nun flog Scott Carpenter selbst in den Orbit. Seine fünfstündige Reise wurde eine der aufregendsten in der Geschichte der US-Raumfahrt. Seine Mission war - viel zu früh im noch unreifen US-Raumfahrtprogramm - mit Experimenten überfrachtet worden. Er kam mit seinen Aktionen in Verzug, verbrauchte viel zu viel Treibstoff, und verkalkulierte sich schließlich bei der manuellen Bestimmung seines Wiedereintrittswinkels.

Bei Beginn der Bremszündung hatte der Gierwinkel seines Raumschiffs eine Ablage von 25 Grad von der korrekten Position. Das hatte zur Folge, dass der Schubvektor nicht mit dem Flugwegvektor übereinstimmte.  Diese Missweisung alleine hätte Carpenter schon den geplanten Landepunkt um 280 Kilometer verfehlen lassen. Die Verzögerung bei der Zündung der Bremsraketen betrug drei Sekunden, was noch einmal 24 Kilometer hinzufügte. Unglücklicherweise lag zusätzlich auch noch die Leistung der Bremsraketen drei Prozent unter dem Sollwert, was zu weiteren 95 Kilometern Abweichung führte. Die Landung, das war schon bei der Zündung seiner Retro-Raketen klar, würde weitab vom Zielgebiet erfolgen. Kurz bevor er in die Erdatmosphäre eintrat, teilte ihm CapCom Gus Grissom mit, dass die Rettungsschwimmer mindestens eine Stunde brauchen würden, bis sie zu ihm stoßen konnten.

Carpenter mit Aurora  7

Scott Carpenter bei seiner Raumkapsel Aurora 7

Der Landevorgang selbst war dramatisch. Der gesamte Lageregelungstreibstoff war verbraucht, was dazu führte, dass die Kapsel, nachdem sie die tiefere Atmosphäre erreicht hatte, wilde Pendelbewegungen von bis zu 300 Grad durchführte. Das machte Carpenter noch nicht so große Sorgen, denn er wusste, dass die Mercury durch ihre Schwerpunktlage im Prinzip eigenstabil war. Er befürchtete aber, dass sich der Stabilisierungsschirm, der automatisch erst in einer Höhe von etwa 10.000 Metern ausgeworfen wurde, bei diesem wilden Pendeln möglicherweise in der Nase des Raumfahrzeugs verheddern und damit den späteren Auswurf des Hauptschirms verhindern könnte. So wartete er einen günstigen Moment in der Schaukelbewegung ab, eine nur sekundenkurze Phase in der die Kapsel sich in einer vertikalen Lage befand, und löste den Pilotschirm manuell aus. Bereits in 15.000 Metern Höhe.

Das funktionierte, der Pilotschirm dämpfte sofort die Oszillationen und die weitere Landung verlief normal. Doch er befand sich weitab des vorgesehenen Gebietes. Er versuchte jemanden über den Notfunksender zu erreichen, doch niemand meldete sich. Ihm fiel auf, dass die Kapsel tief im Wasser lag. Damit war es zu gefährlich, die Luke herauszusprengen, die Kabine würde sofort volllaufen. Damit blieb nur die unbequeme alternative Ausstiegsmethode: durch den engen Tunnel nach oben.  In der Kabine herrschten 38 Grad und Carpenter schwitzte am ganzen Körper. Er nahm den Helm ab, demontierte das Frontschott  und begann sich durch die enge Röhre nach oben zu winden. Es war eine heiße, anstrengende Übung, erschwert dadurch, dass er die Kamera mitnahm, das gepackte Schlauchboot, die Überlebensausrüstung und obendrein mit den verdrehten Schlauchverbindungen des Raumanzugs kämpfte. Schließlich bekam er aber den Kopf nach außen.

MA 7  Ausstieg

Carpenter zwängt sich durch die obere Luke der Mercury. Hier bei einer Übung.

 

Der Seegang war akzeptabel, die Wellen waren etwa 1,5 Meter hoch. Carpenter quetschte sich aus der Kapselspitze und ließ sich langsam ins Wasser hinabgleiten. Im Wasser blies sich das Schlauchboot auf. Er ließ sich in das kleine Boot hinunter, holte die Kamera mit hinein und bereitete sich darauf vor, so lange zu warten, wie es eben dauerte, bis er gefunden wurde.

Der Status von Carpenter und Aurora 7 war der Öffentlichkeit nicht bekannt. Jeder der den Flug am Radio oder vor dem Fernseher verfolgt hatte, wusste, dass er jetzt unten sein musste. Doch es bestand kein Kontakt mehr. War der Pilot in Sicherheit? Der Öffentlichkeit wusste nicht, dass eine P2V das Signal der Funkbake der Kapsel aus einer Entfernung von 80 Kilometern erfasst hatte. Eine weitere P2V hatte das Signal aus einer Entfernung von 400 Kilometern geortet. Somit war eine Dreipunktpeilung möglich, die den Rettungskräften Carpenters Landepunkt ziemlich genau sagte. Acht Minuten vor der Landung war außerdem ein SA-16 Flugboot von Puerto Rico aus aufgebrochen um den aus den Radardaten abgeleiteten Landepunkt anzusteuern. Drei Schiffe waren ebenfalls nicht allzu weit entfernt: Ein Kutter der Küstenwacht auf Höhe der Insel St. Thomas, ein Handelsschiff, etwa 50 Kilometer entfernt, und der US-Zerstörer Farragut, der 120 Kilometer südwestlich auf Position war. Es würde in jedem Fall aber mehr als eine Stunde dauern, bis irgendwelche Bergungskräfte an der Landestelle waren. Nachdem das Schlauchboot selbst über kein Funkgerät verfügte, nahm für die Öffentlichkeit, die den Raumflug an den Radiogeräten verfolgt hatte, das Drama zu.

Carpenter hatte es jetzt in seinem Rettungsboot einigermaßen gemütlich. 36 Minuten nach der Wasserung sah er zwei Flugzeuge herankommen: eine P2V und  - ziemlich unerwartet – eine Piper Apache. Die beiden Flugzeuge begannen über ihm zu kreisen, und so wusste er, dass er gefunden worden war. 20 Minuten später sah er zwei SC-54 ankommen. Aus einer der Maschinen sprangen zwei Froschmänner mit dem Fallschirm ab, was Carpenter, der sich auf die anderen Flugzeuge konzentrierte, jedoch nicht bemerkte.

Aurora 7 im Wasser.

Aurora 7 im Wasser. Drei Stunden dauerte es, bis Scott Carpenter an Bord des Bergungsschiffes genommen werden konnte.

Einer der beiden Männer war der Hauptgefreite John Heitsch, der eine Stunde und sieben Minuten nach Carpenters Wasserung von der SC-54 abgesetzt worden war. Er landete in beträchtlicher Entfernung von der Raumkapsel im Wasser, befreite sich von seinem Gurtzeug und schwamm zu Carpenters Schlauchboot hinüber. "Hey!" rief der Froschmann dem vollständig überraschten Carpenter zu. Der fragte verblüfft: “Wie sind Sie den hierhergekommen?” Kurz darauf war auch der zweite Fallschirmspringer da, Unteroffizier Ray McClure. Die beiden Froschmänner bliesen schnell zwei weitere Schlauchboote auf und machten sie am Raumfahrzeug fest. McClure und Heitsch beschrieben den Astronauten später als bestens gelaunt, in sehr aufgeräumter Stimmung und überhaupt nicht erschöpft. Carpenter öffnete seine Überlebenspackung und bot den beiden einen Imbiss an. Sie lehnten dankend ab, tranken aber etwas von Carpenters Wasserration.

Nun waren sie zu dritt, aber immer noch ohne Funkkontakt, und sahen der immer größer werdenden Anzahl von Flugzeugen beim Kreisen zu. Eines der Flugzeuge warf einen Schwimmkragen für das Raumfahrzeug ab. Er schlug mit einem lauten Knall auf dem Wasser auf, wobei eine der Pressluftflaschen zum Aufpumpen zu Bruch ging. Die beiden Taucher holten den Kragen und machten ihn an der Kapsel fest, aber nur der untere der beiden Ringe lies sich aufblasen. Danach krochen sie wieder in ihre Schlauchboote zurück. Kurz darauf schwebte ein Fallschirm mit einer Kiste sanft zu Wasser. Die Froschmänner nahmen an, dass es sich dabei um das längst erwartete Funkgerät handelte. Einer der beiden schwamm die beträchtliche Strecke, um es zu holen. Er kam mit der Kiste zurück, die beiden öffneten sie und fanden kein Funkgerät sondern nur eine Batterie. Dieser Punkt, mit den herzhaften Flüchen der beiden Froschmänner, nahm in Carpenters späterem Bericht eine besondere anekdotische Note ein.

90 Minuten nach der Wasserung erschien auch die Grumman SA-16 aus Puerto Rico im inzwischen recht belebten Luftraum über Carpenters Landestelle. Dem Piloten schien die See ruhig genug, um eine Landung zu wagen und den Astronauten aufzunehmen. Mercury Control in Cape Canaveral war das aber zu riskant und wollte, angesichts der stabilen Situation vor Ort, mit der „normalen“ Prozedur weitermachen.

Drei Stunden nach der Landung wurde Carpenter schließlich von einem HSS-2 Helikopter an den Haken genommen. Aber durch eine unglückliche Kombination aus einem kurzzeitigen Absenken der Winsch und einer hohen Welle wurde der Astronaut dabei komplett untergetaucht. Die besonders komische Note dabei war, dass Carpenter unbedingt den Film trocken halten wollte, und so war vom vollständig abgetauchten Astronauten nur der nach oben gereckte Arm mit der Filmkamera zu sehen. Danach war das nasse Abenteuer vorbei und Carpenter wurde zunächst auf der Farragut abgesetzt, wo ihn der besorgte Anruf von Präsident Kennedy erreichte. Der Präsident gab seiner Erleichterung Ausdruck, dass Carpenter in Sicherheit sei und Carpenter entschuldigte sich dafür, dass er „bei der Landung nicht besser gezielt habe“.

Das war auch das Ende der Mission von Aurora 7 aber auch das Ende der Astronautenkarriere von Scott Carpenter. Missionsmanager Chris Kraft führte die kritische Situation am Missionsende darauf zurück, dass Carpenter die Anweisungen von Mission Control während der Mission, vor allem hinsichtlich der Treibstoff-Ökonomie ignoriert hätte. Carpenter sah sich wohl noch als der "Steely-eyed" Testpilot, wie er in den 50iger und frühen sechziger Jahren noch üblich war, niemandem verantwortlich außer sich selbst und seiner Einschätzung der Lage. Chris Kraft sah das völlig anders.

Carpenter flog als einziger der ursprünglichen Mercury 7 Astronauten nie wieder in den Weltraum. Shepard, der erste Amerikaner im Weltraum, der mit 1961 eine suborbitale Mission durchgeführt hatte, betrat als Kommandant von Apollo 14 fünfter Mensch den Mond. Virgil Grissom, mit Liberty Bell 7 der zweite Amerikaner im Weltraum, flog später als Kommandant von Gemini 3, der ersten bemannten Gemini-Mission. Er hätte auch Apollo 1, die erste bemannte Apollo-Mission, als Kommandant fliegen sollen und war von Chefastronaut Slayton sogar schon als Kommandant der ersten Mondlandung ausgesucht worden, als er bei der Tragödie am Launch Pad 14 am 27 Januar 1967 ums Leben kam. John Glenn, der mit Friendship 7 der erste Amerikaner im Weltraum war, bekam Jahrzehnte später, als 77jähriger, bei der Mission STS 95 im Jahre 1998, noch die Chance eine Woche in den Weltraum zu fliegen. Walter Schirra flog nach Sigma 7 noch als Kommandant von Gemini 6 und als Kommandant von Apollo 7, der ersten bemannten Apollo-Mission. Und Gordon Cooper, der mit Faith 7 im Mercury-Programm geflogen war, war noch einmal mit Gemini 5 für eine Woche im Orbit. Selbst Deke Slayton, dessen Mission Delta 7 storniert wurde, weil man bei ihm Herzrythmusstörungen festgestellt hatte, flog Jahre später dennoch in den Weltraum. Als Chefastronaut der NASA, setzte er sich kurzerhand für die neuntägige Apollo-Sojus-Testmission im Jahre 1975 selbst auf die Besatzungsliste.

Dieses Bild entstand kurz vor dem Tod des Astronauten Wally Schirra im Jahre 2007, der auch zu den Mercury 7 gehörte. Carpenter ist rechts.

Dieses Bild entstand kurz vor dem Tod des Astronauten Wally Schirra im Jahre 2007. Auch er gehörte zu den legendären Mercury 7. Carpenter ist rechts.

Nur Carpenter flog kein weiteres Mal. Was ihn aber nicht weiter störte. Schon während der Ausbildung zum Raumfahrer hatte er seine Liebe für die Aquanautik entdeckt. Im Herbst 1963 wechselte er zum SeaLab-Programm der US-Navy und sollte dort im Jahr 1964 einen mehrwöchigen Unterwasseraufenthalt an Bord einer Untersee-Station absolvieren. In diesem Jahr erlitt er jedoch einen schweren Motorradunfall, so dass er erst im Jahr darauf an Bord des SeaLab II Habitats gehen konnte . Bei dieser Tauchexpedition blieb er 28 Tage unter Wasser.

Carpenter kehrte noch einmal für eine kurze Zeit zur NASA zurück und arbeitete in einer Leitungsposition im Manned Spaceflight Center in Houston. Danach war er noch einmal entscheidend an einer SeaLab-Mission beteiligt bevor er sich mit seinem Unternehmen Sea Sciences, Incorporated selbständig machte.

Im September erlitt Scott Carpenter einen leichten Schlaganfall. Er war bereits auf dem Weg der Besserung mit der Erwartung, wieder vollständig zu genesen, als er während der Rehabilitationsphase am 10. Oktober überraschend verstarb. Er wurde 88 Jahre alt. Nun lebt als einziger Astronaut des Mercury-Programms nur noch  der inzwischen 92jährige John Glenn.

Godspeed, Scott Carpenter.

23.Apr 2014 | 22:37

Allgemeines Live-Blog ab dem 23. April 2014


23. April

k1-0421

Komet C/2012 K1 (PANSTARRS) vorgestern in Farbe aufgenommen von Michael Jäger (L-4×300 Sec RGB 180/180/180 3×3 bin 8″/2.8 FLI 8300), auch schwarzweiß und gestern in Farbe sowie weitere Modellrechungen zu Siding Spring am Mars. Auch die Ergebnisse der Beobachtung der Bedeckung von Sternen durch Asteroiden, eine US-Feuerkugel, der Mars gestern (mehr), vorgestern (mehr und mehr) und am 20.4., der Jupiter am 22., 21. und 20. April, die experimentelle Nutzung von Hochspannungs-Leitungen für Weltraumwetter-Messungen, ein Pro-Am-Projekt verbunden mit Weltraumteleskopen, eine Auflistung beobachteter Reentries als UFO-Aufklärung, die Int’l Dark Sky Week – und russische “Pläne” für ein optisches 60-m-Teleskop … [23:45 MESZ]

dragon6

Der Dragon an der ISS während der heutigen EVA zum Ersetzen des kaputten Computer aufgenommen – der Ausstieg von 1:36 war die kürzeste ISS-EVA ohne vorzeitigen Abbruch aller Zeiten. Auch eine Bolden-Rede zum Mars-Flug nur mit der ARM als Zwischenschrit (mehr und ein Kommentar), ein französisches Ausweichmanöver im LEO, die HST-Instrumente WFPC2 & COSTAR im NASM, der 3000. Orbit von MESSENGER, doch keine Plattentektonik auf der Venus, der Status von und Kabel-Knoten auf Curiosity, die Reise von Opportunity, Updates zu Rosetta & Philae hier und hier – und ein offizieller ‘Nachruf’ auf die LADEE-Mission nach ihrem Crash auf den Mond. [21:30 MESZ. NACHTRÄGE: ein LADEE-Abschieds-Video, die HST-NASM-Ausstellung und mehr Links zur EVA]


22.Apr 2014 | 15:06

Wieviele Asteroiden hätten Sie denn gern …?

“Drei prominente US-Astronauten” wollen heute um 20:00 MESZ auf einer Pressekonferenz in Seattle “unveil a new video showing the surprising number of asteroid impacts on Earth during the last decade, and the even more surprising fact that we can prevent future asteroid impacts.” Es werde “data from the nuclear weapons test warning network, supplied by Peter Brown, Western University of Canada,” zu sehen geben, das “has detected 26 multi-kiloton explosions since 2001, all of which are due to asteroid impacts” – die seien damit “3-10 times more common than we previously thought.” Keiner dieser “Impakte” sei vorhergesagt gewesen, womit “the only thing preventing a catastrophe from a ‘city-killer’ sized asteroid is blind luck.” Wohingegen der von nämlichen Astronauten unterstützte “Sentinel”-Satellit eben diese Vorhersagen liefern könne. Markige Worte, in einem Werbetext für eine Werbeveranstaltung wohlgemerkt, die aber vielerorts – etwa hier, hier oder hier – sogleich als Fakt und sensationelle Entdeckung verbreitet wurden, zuweilen gleich mit dem erhofften Satelliten als Retter der Menschheit obendrauf.

Aber sind die Daten überhaupt neu – und ist ihre Interpretation als bislang ignorierte Attacke kosmischer “City-Killer” richtig, denen wir bisher nur durch pures Glück entgingen? Eine Spurensuche in der Fachliteratur zu den aktuellen Impaktraten auf der Erde schafft einige Klarheit. Visuelle oder fotografische Aufzeichnungen über dramatische Feuerkugeln am Himmel – im Stil des Airbursts von Chelyabinsk – reichen nicht, um die globale Rate in die Atmosphäre eindringender Asteroid(ch)en vernünftig abzuleiten: Benötigt werden Datensätze, die möglichst die ganze Erde bzw. den sie umgebenden Weltraum abdecken. Da gibt es im Prinzip drei Quellen: die bereits im Weltraum teleskopisch entdeckten Near Earth Objects, aus denen sich die Einschläge speisen, die Beobachtungen von deren Feuerkugeln durch militärische Frühwarnsatelliten (die eigentlich auf fremde Raketenstarts lauern) und die Messung der Schallwellen dieser Luftexplosionen durch ein weltweites Netz von Infraschallsensoren, die eigentlich auf fremde Nukleartests lauern. Die teleskopische Datenbasis der NEOs ist dank verstärkter Anstrengungen in den vergangenen 20 Jahren – getriggert durch den Shoemaker-Levy-Crash auf den Jupiter im Juli 1994 – inzwischen ziemlich gut, wobei im Bereich oberhalb von 1 km Durchmesser inzwischen rund 90% aller erdnahen Asteroiden entdeckt sind (von denen keiner auf Erdkurs ist)

Die Extrapolation aus den Ergebnissen der Asteroidensuche auf der Erde im sichtbaren Licht wird inzwischen auch durch entsprechende Suchen mit dem WISE-Satelliten im Infraroten gestützt: Die bislang angenommene mittlere Albedo der NEOs von 14% scheint zu passen. Bei den viel zahlreicheren kleineren NEOs ist der Grad der Vollständigkeit bei den direkten Suchprogrammen natürlich viel geringer, aber es hat sich ein konsistentes Bild der Impaktraten ableiten lassen, an dem sich die anderen Methoden messen lassen müssen. Die direkten Beobachtungen der Airbursts durch die Satelliten – die am direktesten Auskunft über Explosionsenergien und andere Parameter liefern – stehen dabei leider der Wissenschaft nicht systematisch zur Verfügung, doch konnten sie in der Vergangenheit insbesondere herangezogen werden, um die dritte Methode, Infraschall anhand dutzender Beobachungen derselben Boliden recht präzise zu eichen: Aus dem Muster der Druckwellen lässt sich nun auf die Explosionsenergie schließen, die in der Impaktologie traditionsgemäß in der äquivalenten Masse des Sprengstoffs TNT angegeben wird, in Kilo- oder Megatonnen.

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In den 1960-er und 1970-er Jahren betrieb das U.S. Air Force Technical Applications Center (AFTAC) ein Infraschall-Messnetz, dass speziell für die damals noch ‘populären’ Nukleartests in der Hochatmosphäre optimiert war und damit auch ideal für den Nachweis von NEO-Airbursts war: Die Grafik (oben Durchmesser in m, unten Energie in kt) zeigt eine neue Auswertung der AFTAC-Daten aus dem Jahre 2009, wobei sie als gelbe Dreiecke diversen anderen beiden Informationsquellen zur Impaktrate – teleskopisch, Frühwarnsatelliten, Mondkrater – gegenüber gestellt sind. Es überraschte, dass die AFTAC-Rate bei wenigen Meter großen Körpern von deren Gesetzmäßigkeit um höchstens einen Faktor 2 abwich, im Bereich 5 bis 20 Meter aber um einen Faktor von bis zu 10 darüber lag: Eine triftige Erklärung fiel den Infraschall-Forschern damals nicht ein, sie mahnten aber zur Vorsicht, weil die größte Abweichung durch genau ein einziges Ereignis, ein Megatonnen-Explosion 1963 zustande kommt, und genau für die gibt es im Gegensatz zu den anderen neun, die in die Auswertung eingingen, keinerlei unabhängige Bestätigung. Verwirft man diesen seltsamen Fall als Anomalie, passen die AFTAC-Daten wieder zu den anderen beiden Methoden.

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Heute kümmert sich um die weltweite Nukleartest-Überwachung die Comprehensive Test-Ban Treaty Organization (CTBTO), deren globales Netzwerk von Mikrobarometern nunmehr für unterirdische Explosionen optimiert ist aber ebenso wie das des AFTAC gleichermaßen kosmische Airbursts über der gesamten Erde erfasst: Mittels CTBTO-Daten konnte beispielsweise die Explosionsenergie im Falle von Chelyabinsk rasch auf rund 500 Kilotonnen (und der Durchmesser des Impaktors damit auf knapp 20 Meter) eingegrenzt werden. Die Auswertung (Brown & al., Nature 503 [14.11.2013] 238-241) der CTBTO-Airbursts von 1994 bis Mitte 2013 (rote Dreiecke in der Grafik; Skalen wie oben) wie auch der verfügbaren Satellitendaten aus diesem Zeitraum (schwarze Kreise) deckt sich mit der AFTAC-Analyse: nur wenig über den teleskopischen NEO-Zahlen im Meter-Bereich, aber bei 15 bis 30 Metern – also der Chelyabinsk-Klasse – um eine Größenordnung mehr Ereignisse. Und natürlich auch wieder der Fluch der kleinen Zahl: Die größte Abweichung nach oben geht auf einzelne besonders große Airbursts zurück, jetzt Chelyabinsk und zwei andere Airbursts mit mehr als 30 Kilotonnen. “Rate” heißt dann einfach: ein Ereignis im betrachteten Zeitraum. Das ist statistisch gewagt – was natürlich erst recht für die Feststellung gilt, Chelyabinsk wie auch das viel stärkere Tunguska-Ereignis von 1908 seien jeweils ziemlich unwahrscheinlich gewesen, weshalb man über eine deutlich größere Zahl von Ereignissen und gar eine zusätzliche Asteroiden-Population nachdenken solle.

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Wie kann das alles zusammen passen? In einer derzeit laufenden Reihe von Online-Seminaren zum NEO-Komplex der NASA auf hohem Niveau hat sich am 28. März 2014 der Altmeister der Asteroiden-Statistik Alan Harris mit den Impaktraten auseinander gesetzt: Er gibt zu, dass gerade im Größenbereich Chelyabinsk bis Tunguska die Unsicherheiten der NEO- und damit Impaktor-Population am größten sind. Die Vollständigkeit der Suchprogramme ist hier gering, die Zahl der tatsächlich beobachteten Airbursts gleichzeitig minimal. Sowohl bei den großen und extrem seltenen Impakten (Vollständigkeit durch Suchprogramme de facto erreicht) wie den kleinen und häufigen Airburst-Ereignissen (genügend CTBTO- und Satelliten-Fälle) ist die Statistik dagegen gut: Im obigen Diagramm (oben Energe in Mt, unten Durchmesser in km, links kumulative Anzahl für > H, rechts Impakt-Intervall in Jahren) hat Harris daher eine neue Gerade (blau) durch diese beiden “Anker” gelegt – und vermutet, dass die tatsächliche NEO/Impakt-Zahl nirgends um mehr als einen Faktor 3 davon abweicht. Wobei die Unsicherheit ungefähr bei Tunguska am größten ist, es gerade dort (50-m-Klasse, 10 Mt Energie) aus den Suchprogrammen aber auch Argumente für eine Unterschreitung der Geraden gibt.

Auf eine Frage dieses Blogs zum Sachstand und der ominösen Pressekonferenz meinte Harris letzte Woche: “The bottom line is that the bolide data, in the range where most of the detections occur and statistics are good implies a rate about 3 times higher than I derive from survey detections, well within the range of uncertainty of the survey data, and in fact about where I think the real number lies” – nämlich in seiner revidierten Grafik. “At larger size, the bolide data becomes less certain because of very few events, while the survey data become more robust in the size range where we have hundreds to thousands of discovered bodies. Extrapolating the bolide data beyond the range of observations is a bit of a fool’s errand. The Brown et al. paper is very good, except for the rather bold extrapolation beyond the range where they actually know anything. The press conference coming up is a sales pitch, ‘full of sound and fury, signifying nothing” – ein böses Zitat aus ‘Macbeth’ übrigens. Und warum die Brownsche Infraschall-Extrapolation – auf der die Pressekonferenz, die hier gestreamt wird, wohl im Wesentlichen basiert – keinen Sinn ergibt, hat Harris in einer weiteren Mail klar gemacht: “extrapolating out to ‘Tunguska’ size leads to a very un-physical ‘kink’ in the population to match up with the survey estimates in the range where we are quite certain that they are close to correct.”


NACHTRAG: Ein Press Release zur PK kam schon 5 Stunden vorher raus. Die einzigen konkreten Zahlen: “Between 2000 and 2013, this network detected 26 explosions on Earth ranging in energy from 1 to 600 kilotons – all caused not by nuclear explosions, but rather by asteroid impacts. [...] While most of these asteroids exploded too high in the atmosphere to do serious damage on the ground, the evidence is important in estimating the frequency of a potential ‘city-killer-size’ asteroid. The Earth is continuously colliding with fragments of asteroids, the largest in recent times exploding over Tunguska, Siberia, in 1908 with an energy impact of 5-15 megatons. More recently, we witnessed the 600-kiloton impact in Chelyabinsk, Russia, in 2013, and asteroid impacts greater than 20 kilotons occurred in South Sulawesi, Indonesia, in 2009, in the Southern Ocean in 2004, and in the Mediterranean Sea in 2002.” Konkrete Berechnungen in Sachen ‘city killer’ kommen nicht vor – dieser Blogger hat dagegen mal eben einen Fall nur grob alle 25’000 Jahre abgeschätzt, während man hier nicht so recht weiß, was das alles bedeuten soll.

NACHTRAG 2: hier ist die angekündigte “Visualisierung” der 26 Airbursts. Und der Off-Text wie auch diese dürre FAQ-Liste erwähnen die Hochrechnung eines ‘city killers’ irgendwo auf dem Planeten einmal alle hundert Jahre: genau die Zahl, auf die dieser Blogger auch gerade gekommen war! Also ein tatsächlicher Treffer in Jahrzehntausenden – und deswegen muss sofort ein teurer Spezialsatellit gebaut werden …? Muss er sicher nicht, sagt z.B. dieser Veteran der NEO-Jagd. NACHTRAG 3: Oder ein anderer Astronom ganz am Ende dieses Artikels, der sonst leider nicht tiefer recherchiert ist – dito hier und hier (während nach einer ‘Ermahnung’ hier am Ende immerhin die Harris-Slides angetackert wurden). Die PK beginnt übrigens erst um 20:30 MESZ. NACHTRAG 4: Alan Harris stimmt den Berechnungen dieses Bloggers zu und präzisiert seine eigenen Zahlen bzw. der Impaktfolgen.

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NACHTRAG 5: Die Statements auf der PK – hier Tom Jones und Ed Lu – brachten keine weiteren Erkenntnisse, wie auch die Artikel hier, hier und hier. In Q&A weigert sich Lu, die “Millionen” $ konkret zu beziffern, die man von den für Sentinel benötigten 250 Mio.$ schon eingesammelt hat (aber 2018 als Starttermin steht weiter im Raum, und er soll mindestens 6 1/2 Jahre arbeiten). Das Risiko durch die von dem Satelliten zu entdeckenden Klein-NEOs konkret zu quantifizieren oder mit anderen zu vergleichen, ist in den ingesamt 70 Minuten PK nicht einmal Thema … NACHTRAG 6: … aber dafür hat man ja A. Harris, der hier detailliert erklärt, wo das tatsächliche Restrisiko der NEOs für die Erde liegt: “The bottom line is that, even with surveys 90% complete, the main risk remains the large objects. So even though a ‘globally catastrophic’ event is expected only a couple times in a million years, the frequency with which a small impact (Tunguska size) will ‘come to your town’ and destroy it is even less.” Was man in mehr oder weniger verwirrten Artikeln wie hier, hier, hier, hier, hier, hier oder hier (der dort so überraschte Alan Harris ist übrigens ein anderer NEO-Mann) leider nicht liest. Das experimentelle Last-Minute-Warnsystem ATLAS macht übrigens Fortschritte. NACHTRAG 7: ein Artikel, der es am Ende auf den Punkt bringt – und hier wankt gar der vermeintliche Kronzeuge.


19.Apr 2014 | 02:00

Allgemeines Live-Blog vom 19. bis 21. April 2014


21. April

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Das ist aus Komet C/2012 K1 (PANSTARRS) geworden

Auf einer tiefen Aufnahme von Michael Jäger aus dieser Nacht – 8″/2.8 FLI 8300 3×240 sec 2×2 bin – sieht man klar den kurzen hellen Staub- und den langen schwachen Gasschweif, ebenso auf einer britischen Aufnahme aus der Nacht zuvor. Auch der Komet in Farbe am 17.4. und Jacques gestern (beides ebenfalls Jäger) und am 17.4. – und Polarlicht über Schottland und den Hebriden heute Nacht (mehr); weiter südlich tut sich noch nichts (bis auf vage Meldungen), trotz gewisser Hoffnungen im Vorfeld. [4:05 MESZ] Immerhin fotografisches Polarlicht auf Husum – und das obige Kometenbild auch in Farbe. [11:55 MESZ] Bessere Aurora als in Norddeutschland gab es natürlich in Südschweden oder auf der Isle of Skye in Schottland (mehr). [14:15 MESZ - Ende]

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Was da auf dem Mars so alles rum steht, im Krater Gale: ein Borg-Würfel und ein Eiffel-Turm … auf einer Curiosity-Aufnahme vom 604. Sol. Auch die Wiederbelebung einer alten Hypothese zur Entstehung der Äquatorwulst von Japetus, was LADEE vor dem Crash (mehr Links) über den Mond lernen konnte – und zehn Jahre CubeSats, allmählich auch für Sinnvolles. [0:55 MESZ]


20. April

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Heute wird der Dragon eingefangen: Derzeit ist er noch 90 m von der ISS entfernt; Updates hier. Gleich geht erstmal die Sonne unter. [12:00 MESZ] Finsterer Hold in 30 m Abstand. [12:20 MESZ]

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Ein Foto von einem ISS-Astronauten nach dem problemlosen Einfang; weitere Artikel auch hier, hier und hier. [19:30 MESZ]

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Inzwischen ist der Transporter auch angedockt. [19:55 MESZ] Videos von Einfang und Andocken (kurz) und Artikel hier, hier und hier. [20:05 MESZ] Die Klappe wird aber erst am Montag aufgemacht. [21:00 MESZ. NACHTRÄGE: mehr detailreiche Bilder des Einfangs von der Crew, JPL (mehr), ESA und NASA (mehr und mehr) Releases, Artikel hier, hier und hier und mehr Links]

Und mal wieder eine schöne Feuerkugel mit Dashcams aufgenommen, wie meist in Russland, diesmal in Murmansk: Artikel hier (Lyriden-Spekulation), hier, hier, hier und hier. Auch Komet PANSTARRS gestern und am 17.4., der Mars gestern, Jupiter und Saturn vorgestern, die mögliche Erd-Ankunft der CME vom vorgestrigen M7-Flare heute Abend (mehr, mehr und mehr) – und britische Vorfreude auf das E-ELT. [1:10 MESZ] Die Feuerkugel wurde auch in Finnland nachgewiesen. [11:30 MESZ. NACHTRÄGE: ein Infraschall-Signal in Norwegen, ein Video aus Finnland (nur mit einer Aufhellung des Himmels) und Artikel hier und hier]


19. April

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Das 1. Doppelsternsystem mit eingebauter Gravitationslinse

ist in den Daten des Kepler-Satelliten entdeckt worden: KOI-3278 besteht aus einem sonnenähnlichen Stern, den ein Weißer Zwerg umkreist – und jedes Mal, wenn letzterer vor der Scheibe des ersteren her zieht, wird das Gesamtlicht des Systems geringfügig mehr, weil der kompakte Zwerg als Linse wirkt und etwas des Lichts des anderen Sterns in unsere Richtung bündelt (links: Summe aus 16 Lichtkurven). Verschwindet der lichtschwache Weiße Zwerg dagegen hinter dem normalen Stern, geht das Gesamtlicht leicht zurück (rechts, ebenfalls 16 Lichtkurven; die Zeitmarken sind Fünfteltage). Die Masse des Weißen Zwergs lässt sich durch den Linseneffekt – der vor 41 Jahren vorausgesagt wurde aber nun erst mit der Präzision von Satelliten-Fotometrie nachgewiesen werden konnte – sehr genau zu 0.63 Sonnenmassen bestimmen: auch Artikel hier, hier und hier. [23:50 MESZ. NACHTRAG: Nach der Anmerkung eines Lesers der Hinweis, dass bereits - wie hier auch seinerzeit berichtet ("Kepler beobachtet Gravitationslinsen-Wirkung eines Sterns") - ein interner Gravitationslinsen-Effekt bei einem anderen Kepler-Doppelsystem beobachtet wurde. Allerdings bewirkt dessen magere Lichtverstärkung im Falle von KOI-256 nur, dass der Transiteffekt des dortigen Weißen Zwergs etwas reduziert wird (Abb. 7), von einem Helligkeitsanstieg während des Transits wie nun bei KOI-3278 gefunden ist das aber weit entfernt, was auch für mehrere andere ähnlich gelagerte Fälle (Zitate 10-14 des neuen Papers) gilt]

Die Mondfinsternis mal ganz anders – in einem Zeitraffer-Fischaugen-Video aus Alaska mit reichlich Polarlichtern dabei. Auch eine präzise Lichtkurve aus Hawaii und eine Serien-Montage der MoFi, ein Aurora-Konzert, die Kometen PANSTARRS und Jacques vorgestern (dito) sowie 209P/LINEAR, der im Mai Meteore regnen lassen könnte, Fossilien-Einschluss in Impakt-Glass (mehr und mehr) – und der Mars gestern und vorgestern hier, hier, hier, hier und hier. [2:30 MESZ]

Ein Sonnenflare der Stärke M7.3 vielleicht mit Folgen

für die Erde hat sich gestern ereignet, in einer der derzeit recht vielen Fleckengruppen: mehr erste Erkenntnisse und Bilder hier, hier, hier, hier und hier – und warum man noch nicht sagen kann, was für geomagnetische Folgen er vielleicht haben wird. Auch eine internationale Dark-Sky-Woche ab dem 20. April, neue Wege der ‘Bürgerbeteiligung’ bei der Exoplaneten-Forschung, das neue Exoplaneten-Instrument NESSI, die mögliche Schließung des Lick Observatory – und die Sternwarte Bergedorf aus der Luft mit einem Quadcopter und Fischauge gefilmt. [1:00 MESZ]

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Fünf Ansichten von jenseits der Milchstraße: von oben eine 14-Stunden-Hubble-Aufnahme des Galaxienhaufens CLASS B1608+656 und seiner Umgebung mit Objekten in sehr unterschiedlicher Entfernung inklusive zweier Gravitationslinsen, der via Weak Lensing neu ‘gewogene’ Galaxienhaufen ACT-CL J0102-4915 alias El Gordo in einer Hubble+Röntgen-Darstellung (mehr, mehr und mehr) und die Galaxien NGC 5793, NGC 1316 & 1317 und NGC 1084 auf Hubble- bzw. MPG/ESO 2.2-m-Aufnahmen. [1:00 MESZ]

LADEE schon zum frühestmöglichen Zeitpunkt abgestürzt

Das stand wohl ein Mondberg im Weg: Bereits in der Nacht vom 17. zum 17. April ist der Mondorbiter LADEE auf die Oberfläche geknallt. In den kommenden Monaten sollen der Absturzort genauer berechnet und Beobachtungen der Stelle durch den LRO geplant werden: auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch etwas mehr zum Status von Yutu, bei dem die Elektrik streikt, neue Abenteuer für Opportunity, wie die NASA die ARM als Schritt zum Mars sieht, das Stacking der MMS-Satelliten – und ein UV-Instrument für GOES-R. [1:00 MESZ]


18.Apr 2014 | 23:45

Dragon im Orbit – und am Himmel über Europa

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Pünktlich ist heute im 2. Anlauf die Falcon 9 mit dem gut gefüllten Dragon für die ISS in Cape Canaveral weggekommen (mehr, mehr und mehr), nachdem sich Wettersorgen verflüchtigt hatten: der Start (auch im Video und aus einiger Entfernung), das brennende Triebwerk der 2. Stufe, das Aussetzen des Dragon aus Sicht der Oberstufe (was man da sieht und hier und hier weitere Zeitschritte) und das Entfalten der Solarzellen aus Sicht des Dragon. Dank der jetzt stärkeren Rakete erreichte dieser ein höheres Perigäum als bisher. Und bei einem Überflug über Europa nur 20 Minuten nach dem Start wurde er von mehreren Teilen begleitet, wie eine Strichspur-Aufnahme aus England und Berichte aus den Niederlanden und aus Deutschland zeigen.

Alle 5 CubeSats an Bord der Dragon-Oberstufe sind bereits ausgesetzt, danach sollte sie bei Australien verglühen, ein Novum für Falcon-Missionen. Ob der Versuch, mit der ersten Stufe eine sanfte Wasserung zu üben (mehr und mehr) gelungen ist, darüber wird man vielleicht in einer Pressekonferenz in einer Viertelstunde erfahren. Auch eine DLR-Studie zur kommerziellen ISS-Versorgung – und im Juni soll doch tatsächlich die erste Angara-Rakete einen Teststart absolvieren. NACHTRAG: Die PK verzögert sich was, aber es gibt Kunde, dass der Reentry-Burn der 1. Stufe gut verlaufen ist und sie sich in 8.5 km Höhe noch ordentlich verhielt – man wartet auf Beobachtungsdaten von der Landestelle. Auch eine Langzeitaufnahme des Starts.

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NACHTRAG 2: Auf der PK sagt Elon Musk, die Daten bis jetzt zeigen, dass die Roll-Rate der Raketenstufe dank stärkerer Thruster auf Null reduziert werden konnte, dem aerodynamischen Drehmoment zum Trotz – das ist schon mal gut im Hinblick auf eine kontrollierte Landung (wobei mit einer Bergung der Stufe diesmal aber noch nicht wirklich gerechnet wird, wohl aber noch dieses Jahr). Man wartet auf die Telemetrie der Stufe, die ein Flugzeug aufgezeichnet haben müsste, nachdem sie für die Antennen am Cape unter dem Horizont verschwand. Und es hat sich beim Aufstieg auch gezeigt, dass die kuriosen Raketenbeine (Abb.) – mit denen eines Tages an Land gelandet werden soll – keine negativen Auswirkungen hatten.

NACHTRAG 3: der komplette Flug im Video, auch der Start von ganz nah (die “Beine” sind gut zu sehen) und weit weg, ein NASA Release, die Sprites im Orbit aber noch nicht freigelassen, Artikel zur PK und zum Start hier, hier, hier und hier – und weitere mehr oder weniger überzeugende Strichspuren von Dragon & Co. am Himmel, ein längerer Bericht und undeutliche Fernrohr-Bilder sowie ein wenig ergiebiges Video. NACHTRAG 4: Die 1. Stufe ist offenbar doch ‘weich’ gelandet, und es gab sogar bis 8 Sekunden nach der Wasserung noch Signale. Ein Bergungsversuch – in schwerer See – läuft! Derweil haben sich PhoneSAT 2.5 und KickSAT gemeldet. Und der Start ganz aus der Nähe gefilmt sowie weitere detailreiche Fotos, noch eins, Artikel hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. NACHTRAG 5: Beobachtungen inkl. Video sowie Strichspuren von ISS & Dragon 24 Stunden später und weitere Artikel zur ‘Landung’ der 1. Stufe hier, hier und hier sowie zum Flug insgesamt; zu den Bergungsversuchen indes tagelang keine Updates mehr.


15.Apr 2014 | 02:00

Allgemeines Live-Blog vom 15. bis 17. April 2014


17. April

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Warum Kepler-186f nicht der “erdähnlichste Exoplanet” ist

Die drei Grafiken des Planetary Habitability Laboratory (oben und unten) und aus der Originalarbeit sortieren den gefeierten Exoplaneten Kepler-186f (siehe 16:45 MESZ) ins Gesamtbild ein: oben ist er ‘Periodensystem’ der terrestrischen Exoplaneten tatsächlich der erste “warme Terraner” unter den bestätigten Planeten, in der Mitte sieht man ihn gut aufgehoben aber eher außen in seiner habitablen Zone (grau) im Vergleich zum Sonnen- und einem anderen prominenten Exoplaneten-Systemen – aber unten kommt er nur auf den 17. Platz in Sachen “Erdähnlichkeit”. Hauptgrund ist die geringe Einstrahlung von nur einem Drittel derjenigen, die die Erde trifft: Mit deren Atmosphäre wäre gar kein flüssiges Wasser möglich, nur mit einer dichteren. Aber ob Kepler-186f überhaupt eine besitzt ist genau so wenig bekannt wie seine Masse, Dichte und Zusammensetzung: Ein messbares Signal in der Radialgeschwindigkeit produziert er nicht, und von einem Planeten-Kandidaten zum Planeten hat ihn nur eine mehrstufige Validierung erhoben, die inbesondere auf der Multiplizität des Systems basiert aber auch die energische – und negative – Suche nach nahen Begleitern des Sterns einschloss, die ein Planetensignal vortäuschen könnten. Gerade bei Exoplaneten mit etwas mehr als einem Erddurchmesser gibt es einen großen Bereich möglicher Massen und damit Dichten, so dass konkrete Aussagen über die Natur des Planeten Mangelware sind. Immerhin beweist er, dass M-Zwerge – die häufigsten Sterne der Milchstraße – potenziell habitable Planeten besitzen können. Und dieser würde immerhin 1/6 der irdischen Einstrahlung im für Photosynthese relevanten Spektralbereich erhalten: Es gibt “auf der Erde Pflanzen, die damit ziemlich glücklich wären”, hieß es in der Telecon heute. Auch deren Visuals und das Paper, ein Artikel aus 1. Hand, Press Releases hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Science@NASA und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [22:15 MESZ] Weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:35 MESZ] Und um Mitternacht ein SETI-Hangout zum Planeten. [23:55 MESZ - Ende]

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Das Sternentstehungsgebiet Gum 41 mit dem 2.2-m-Teleskop von MPG & ESO und seinem Wide Field Imager aufgenommen. Auch präzisere Erkenntnisse über die Exinktion von Sternlicht in der Umgebung von O-Sternen, wie Weiße Zwerge schmutzig werden, Sternbeben massereiche Sterne durchleuchten, wie die kleinsten Pulsar-Glitches funktionieren, wie Vega-artige Debris-Disks überleben, wieso es nur acht Planeten gibt und wie heiße Jupiters Sterne jung halten. [19:30 MESZ]

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Der Mars-Rover Opportunity vor und nach der Reinigung seiner Solarzellen durch viel Wind von Januar bis März. Auch die NASA-Planung in Richtung bemannter Mars-Flug, mit der Asteroid Redirect Mission als Zwischenschritt, kaum vor 2025 – und der Zustand von LADEE nach der Mondfinsternis und kurz vor dem Mond-Crash am 20. oder 21. April (der aber u.U. auch schon früher kommen kann) und was die Mission gebracht hat. [19:00 MESZ]

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Der Komet Jacques gestern um 21:10 MESZ auf einer Aufnahme von Michael Jäger mit 10″/3.8 FLI 8300 L2x210sec UV/IR green 400, blue 400 red 300 sec. Auch eine Sternbedeckung durch die Venus aus Australien, der Mars am 13.4. leicht animiert, Sonnenflecken von heute, helle Flecken auf der Sonne, die ins Innere weisen, ungewöhnliche Bilder der SoFi 2013 – und die MoFi 2014 ganz am Ende der Sichtzone. [18:45 MESZ. NACHTRAG: ein anderes Video der Sternbedeckung durch die Venus]

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Ein Planet von Erd-Größe mitten in einer habitablen Zone

ist Kepler-186f, der 5. und äußerste bekannte Planet seines Sterns: Eigentlich sollte das erst in einer Telefonkonferenz um 20:00 MESZ verkündet werden, aber das Embargo wurde bereits zahlreiche Male gebrochen, v.a. in der Schweiz und in den Niederlanden aber auch anderswo. Und eine echte Neuigkeit ist es ohnehin nicht, da über die Entdeckung bereits Anfang März auf einer Tagung und in deren dicken Book of Abstracts auf S. 17 berichtet wurde. Ohne Benutzung des Originalpapers oder mehrerer Pressemitteilungen unter Embargo darf man also getrost schon jetzt verraten, dass mit Kepler-186f der erste Exoplanet von ungefährem einem – genau: 1.11±0.14 – Erddurchmesser mitten in der HZ eines anderen Sterns (allerdings keines sonnenähnlichen sondern eines M-Zwergs mit nur 0.47 Sonnendurchmessern) dingfest gemacht wurde, auch wenn er nur 1/3 der Leuchtkraft abbekommt wie die Erde von der Sonne. Bisher enthielt der Katalog der potenziell habitablen Exoplaneten nur 7 erdgroße Kepler-Kandidaten (sowie einen von deutlich unter einem Erddurchmesser) und 20 bestätigte Supererden nebst 61 weiteren Kandidaten, nun also die erste anderweitig abgesicherte quasi “zweite Erde” darin: In der Grafik aus der März-Veröffentlichung bleibt Kepler-186f seinen ganzen Orbit mitten selbst in einer konservativ berechneten (hellgrünen) HZ. Außer der NASA-Telecon um 20:00 MESZ gibt es auch noch einen Hangout des SETI Institute um Mitternacht. [16:45 MESZ]

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Ein Radar-Blick von Sentinel-1A auf die antarktische Halbinsel am 13. April mit 80 km breitem Streifen: die ersten Daten für Copernicus, das große europäische Umwelt-Überwachungs-Programm. Auch der gestrige Start von EgyptSat-2, ebenfalls ein Umweltsatellit, auf einer Soyuz-U, die Verfügbarkeit der Höhenkarte der Welt von TerraSAR & TandemX gegen Bares, der nun für Freitag geplante Dragon-Start (um 21:25 MESZ), die Übernahme der historischen Startrampe 39A durch Space X (mehr Links) – und wie A. Gerst den Deutschen verkauft wird. [0:50 MESZ]


16. April

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Relativzahl um 150: Die Sonne zeigt sich auch mal aktiv

Fast wie in alten Tagen gibt sich derzeit die Sonnenaktivität im weißen Licht, für den SDO heute Morgen (oben) ebenso wie für kleines Gerät am Nachmittag. Und am Abend gab’s einen M-Flare. Auch der Mars vorgestern hier, hier und hier, der Edgar Wilson Award für Amateur-Kometen 2013, weitere Fortschritte (mehr und mehr) bei der Feuerkugel-Erfassung durch jedermann in den USA, angebliche Mikro-Ichnofossilien in Impaktglas aus dem Nördlinger Ries, speckle-interferometrische Untersuchungen an Doppelsternen – und ein Paper, ein Press Release und ein Video zur automatischen Klassifizierung kosmischer Röntgenquellen. [23:40 MESZ]

Wiederinbetriebnahme von Rosetta nähert sich dem Ende

Die langwierige Prozedur des Recommissionings der Rosetta-Instrumente sollte Ende April abgeschlossen sein: u.a. wurde kürzlich der Staubanalysator COSIMA getestet (über den dieser Blogger einst mehrere Pressetexte verfasste; das andere Staub-Instrument MIDAS war zuerst erwacht), und die Kamera CIVA auf Philae fotografierte Rosettas Solarzellen. Auch die Geschichte der Umplanung der Mission zu einem anderen Kometen, der aktuelle Zustand und die Aktivitäten von Curiosity – und eine Diskussion über die mögliche Reaktivierung der Sonde ISEE-3. [23:20 MESZ]


15. April

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Und das war die erste totale Mondfinsternis des Jahres!

Impressionen vom Austritt des Mondes aus dem Kernschatten aus Los Angeles (oben und unten) und Arizona. Beide Übertragungen laufen noch. Auch Serien der 1. Partialität aus der Karibik, aus Florida und aus Venezuela. [10:30 MESZ] Der Kernschatten soll eher dunkel ausgefallen sein. Und ein Bild mit Spica & Mars – während dem LRO wohl nichts passiert ist. [10:45 MESZ] Und dieser Aussage kann man sich nur anschließen: Der Idioten-Ausdruck durchgeknallter Weltuntergangs-Spinner (s.u.) hat leider in Medien und unter Amateurastronomen rege Verbreitung gefunden – schämt Euch! [10:55 MESZ] Und die Totalität aus Australien in der Abenddämmerung. [11:00 MESZ] In San Pedro de Atacama in Chile gibt X. Jubier der Totalität einen – hellen – Danjon-Wert von 4. [11:15 MESZ] Die Arizona-Bilder als Serie montiert – und eine Bildersammlung. [11:25 MESZ] Der LRO kam gut durch, plus weitere Bilder aus Chile. [11:40 MESZ] Neben dem LRO hat auch LADEE die MoFi überstanden! Auch Bilderalben aus San Diego und Australien, ein Weitwinkel- und ein Extrem-Weitwinkel-Blick (Detail), noch mehr Bilder, 3 1/2 Stunden Aufzeichnung eines Webcasts, mäßig erhellende Artikel hier und hier – und ein ‘public viewing’ in Bonn. [17:25 MESZ] Mehr MoFi aus Australien (dito und dito), dem Yoshua Tree NP und Illinois, ein hektisches Zeitraffer-Video und weitere Bildergalerien hier, hier und – na ja – hier. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: Serien aus Tucson und Texas, die MoFi über The Dish in Australien und eine Weitwinkel-Ansicht und mehr aus Chile]

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Die Mitte der Totalität der Mofi ist erreicht! Und eine Kamera auf dem Mt. Lemmon in Arizona liefert jede Minute ein neues scharfes Bild – auch ein Webcast vom Griffith Observatory aus Los Angeles, CA, liefert ein Live-Bild, trotz Cirren-Problemen – das z.Z. auch NASA TV und ein NASA-Webcast übernehmen. [9:55 MESZ] Ein Tele-, ein mittel-großes und ein Weitwinkel-Bild. [10:10 MESZ]

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Das Ende – der Totalität – ist nahe: Im inzwischen wieder klaren Griffith-Webcast wie im (anders orientierten) Arizona-Bilder-Feed wird es an einem Mondrand schon wieder deutlich heller. [10:15 MESZ]

78 Minuten totale Mondfinsternis – für Europa nur virtuell

Nachdem der Dragon-Start zur ISS wegen eines Helium-Lecks auf frühestens den 18.4. verschoben werden musste (mehr, mehr mehr, mehr und mehr Links), steht derlei bei der totalen Mondfinsternis heute Vormittag nicht zu befürchten: Von 9:07 bis 10:25 MESZ ist Totalität angesagt, von 7:58 bis 11:33 MESZ dauert die partielle Phase. Was zur Folge hat, dass die MoFi ganz nur in den Amerikas und im Pazifik zu sehen ist aber in Europa gar nicht: Da helfen nur die von der NASA oder hier, hier oder hier sowie in einigen der Artikel der letzten Wochen und Tage wie hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier oder hier angekündigten Webcasts, die man der Wetterlage nach auch im Osten der USA gebrauchen könnte. Leider gibt es heute wohl kein schönes Himmelsschauspiel mehr ohne zugehörigen Schwachsinn, der aber hier, hier, hier, hier und hier erledigt wird. [1:00 MESZ]

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Entsteht hier gerade ein neuer Saturnmond? Diese Cassini-Aufnahme einer 1200 km langen Störung am Außenrand des A-Rings von vor exakt einem Jahr kann jedenfalls so interpretiert werden, dass sie ein nur ~1 km großer und daher unsichtbarer verursacht hat. Auch der Verzicht auf eine Kurskorrektur der Mars Orbiter Mission, ein erfolgreicher Test des Lander-Abstoßsystems von Philae – und ein Crowdfunding-Versuch, auf dass doch noch mit ISEE-3 kommuniziert werden kann. [1:00 MESZ. NACHTRÄGE: ein QMUL Release, Artikel hier & hier und mehr Links zum Saturn-Ding]

April-Alpha-Capricorniden? Wenn, dann extrem selten da

Die “detection a new meteor shower radiating from near the star alpha Cap between 2014 Apr. 7d16h59m and 7d19h33m UT” hatte das Electronic Telegram No. 3853 des IAU-CBAT am 12. April gemeldet, “first noticed by SonotaCo Video Meteor Network member Masayuki Shimoda” – wobei die Double-Station-Beobachtungen allerdings gerade einmal 15 Meteore (von 73) dem angeblichen neuen Radianten R.A. = 304.0±3.4°, Decl. = -12.6±1.6° (equinox 2000.0) zuschreiben konnten und an den Tagen davor und danach nicht einen (von 171 Meteoren). Da von dort zu dem Zeitpunkt 2011 und 2012 nie etwas gekommen sei, müsse es sich um einen nur periodisch auftretenden Meteorstrom handeln. In der Tat findet sich, wie gerade bekannt wurde, auch im Radianten-Katalog des IMO-Netzes von 1999 bis 2012 “keine Spur” von Aktivität, dito beim Kamera-Netzwerk EDMONT: “Wir können also bestätigen, dass es sich vermutlich um ein one-time-Event handelt”, so Sirko Molau. [1:00 MESZ]


Hintergrundbilder (c) OEWF