ÖWF / Polares auf einen Blick

13.Apr 2014 | 19:34

Yuris Night 2014 in Wien – ein glanzvolles Ereignis

Während draußen noch die Sonne strahlte, leitete Gabriele Zuna-Kratky, die Direktorin des Technischen Museums, im Festsaal die diesjährige Yuris Night in Wien ein – veranstaltet von Förderkreis Astronomie und Raumfahrt “Der Orion”, einem Online-Medium für Astronomie und Raumfahrt, in Kooperation mit dem Österreichischen Weltraum Forum.

Das zahlreich erschienene Publikum wurde mit vielerlei Wissenswertem unterhalten: Maria Pflug-Hofmayr (Der Orion, ÖWF) stellte die Website „Astronomy Picture of the Day“ vor, die sie tagtäglich für deutschsprachige Interessierte übersetzt und zeigte die beliebtestes Bilder, wobei der eindeutige Gewinner das außergewöhnlich überlebensfähige Bärtierchen ist: Man kann es einfrieren, austrocknen oder in den Weltraum schießen, es erfreut sich nach jeder denkbaren Prozedur noch bester Gesundheit.

Yuri's Night 2014 Übergabe Kristall (c) ÖWF (Klaus Kornfeld)

Übergabe des TiuTerra Crystals an das Österreichische Weltram Forum. v.l. Remco Timmermans (World Space Week), Monika Fischer (ÖWF), Gernot Grömer (ÖWF), Christian Nagele (Swarovski) (c) ÖWF (Klaus Kornfeld)

Ludmila Carone (Universität Köln, Universität Leuven) entführte die faszinierten Zuhörer in „Ein Universum voller verwirrender Planeten“. Dabei erfuhren wir nicht nur, dass Gasriesen wandern können und dabei wahrscheinlich auch den Kuipergürtel haben entstehen lassen, sondern auch interessante Fakten über die Suche nach Exoplaneten und die in Zukunft geplanten Forschungsaufgaben – unter anderem die genauere Untersuchung der näher gelegenen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems.

Bei seinem Vortrag über „Vergessene Kosmonauten“ und diverse damit verbundene Verschwörungstheorien ließ Andreas Weise (Freunde der Raumfahrt, Raumcon Brandenburg) die Spannung im Raum steigen: War Yuri Gagarin wirklich der erste Mensch im All? Höchstwahrscheinlich. Aber spätestens die ausführliche Einführung zur hauseigenen Ausstellung „SPACE“ von Jürgen Öhlinger (Technisches Museum Wien) motivierte dann viele Anwesende, die sie noch nicht gesehen hatten – sowie auch einige Stammgäste – sie noch (einmal) zu besuchen, da der entsprechende Bereich an diesem Abend bis 23 Uhr geöffnet war.

Yuri's Night 2014 TiuTerra Crystal (c) ÖWF (Kerstin Zimmermann)

Der Kristall ist ca. 8 cm lang, darin eingeschmolzen die Gesteinsproben aus aller Welt plus ein Stückchen vom Mars. Insgesamt wurden 100 Stück produziert. (c) ÖWF (Kerstin Zimmermann)

Vor dem Festsaal signierte Eugen Reichl (Verein zur Förderung der Raumfahrt, Der Orion) die neueste Ausgabe seiner überaus erfolgreichen Buchserie mit dem Titel „Space 2014“. Seine Raumfahrtjahrbücher bieten fachlich interessierten Lesern „einen ebenso informativen wie unterhaltsamen Rundumblick auf das aktuelle Raumfahrtgeschehen“. Manche schafften es zwischen angeregten Gesprächen mit Gleichgesinnten in der Pause sogar noch, ein Brötchen zu ergattern oder sich mit einem Cocktail zu erfrischen.
Österreichs bisher einziger Raumfahrer, Franz Viehböck, gab zu Beginn der zweiten Hälfte der Veranstaltung im Gespräch mit Moderatorin Monika Fischer (Der Orion, ÖWF) Einblicke in die „Herausforderung Arbeit im All“ und erzählte amüsante Anekdoten aus seiner Zeit in Russland und auf der MIR Raumstation. Damit leitete er einen der Höhepunkte des Abends thematisch ein: Christian Nagele von Swarovski präsentierte ein ganz besonderes Glanzstück aus der weltbekannten Kristall-Produktion und übergab es dem Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF).

Der sogenannten „Tiuterra Crystal“ (benannt nach dem altenglischen Wort für den Mars „Tiu“ und dem lateinischen Wort für Erde) entstand zunächst als Idee im Rahmen der World Space Week 2013. Durch das Verschmelzen von Gesteinsproben aus 33 Ländern, inklusive je einer Probe aus der Antarktis und der Tiefsee sowie einem Stück Mars-Meteoriten mit Swarovski Kristall wurde das Ergebnis schließlich zu einem Symbol für das gemeinsame Interesse am Weltraum. 80 weitere Exemplare werden nun an internationale Raumfahrtorganisationen und EntscheidungsträgerInnen verteilt. Besonderes Highlight dabei: im November wird die italienische ESA-Astronautin Samantha Cristoforetti drei der Kristalle zur Internationalen Raumstation ISS mitnehmen. „Das wird das erste Mal sein, dass ein Mars-Meteorit zum zweiten Mal den Eintritt in die Erdatmosphäre übersteht“ scherzte Gernot Grömer (Obmann des ÖWF).

Yuri's Night 2014 Übergabe Polarsternpreis (Klaus Kornfeld)

Übergabe des Polarsternpreises 2014. Zum ersten Mal an 2 Preisträger: Prof. Dr. Werner Weiss (2ter v.l) und Prof. DI. Dr. Otto Koudelka (3ter v.l) (c) ÖWF (Klaus Kornfeld)

Um 22 Uhr war es dann Zeit für das Grande Finale: Das Österreichische Weltraum Forum verlieh zum sechstem Mal den Polarsternpreis. Der Preis ist mit 800,- Euro dotiert und die Trophäen wurden heuer exklusiv von Swarovski gestaltet. Gernot Grömer gab mit sichtlichem Stolz die Preisträger bekannt: Prof. DI Dr. Otto Koudelka, Institutsleiter für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation an der TU Graz und Prof. Dr. Werner Weiss vom Institut für Astronomie der Universität Wien. „Wir möchten mit dem Polarsternpreis 2014 jene beiden Männer ehren, die durch ihren Einsatz und ihre Hartnäckigkeit wesentlich zum Bau und Start des ersten österreichischen Satelliten TUGSAT-1/BRITE beigetragen haben“, betonte Grömer. „Diese erste österreichische Weltraummission hat viele Menschen begeistert. Ich könnte mir vorstellen, dass sie junge Leute inspiriert, sich für eine Ausbildung in den Weltraumwissenschaften und Technik zu interessieren.“

Yuri's Night 2014 Übergabe Kristall (c) ÖWF (Kerstin Zimmermann)

v.l. Gernot Grömer, Werner Weiss, Otto Koudelka, Christian Nagele, Franz Viehböck (c) ÖWF (Kerstin Zimmermann)

Weitere Informationen:

12.Apr 2014 | 23:00

Der Polarsternpreis 2014 geht an Otto Koudelka und Werner Weiss

Am 12. April im Rahmen der Yuri’s Night im Technischen Museum in Wien verlieh das ÖWF zum sechsten Mal den Polarsternpreis für herausragendes Engagement, das Menschen für den Weltraum begeistert. Erstmals ging der mit € 800,- dotierte Preis an zwei Personen: Prof. DI Dr. Otto Koudelka, Institutsleiter für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation an der TU Graz und Prof. Dr. Werner Weiss vom Institut für Astronomie der Universität Wien.

Wir möchten mit dem Polarsternpreis 2014 jene beiden Männer ehren, die durch ihren Einsatz und ihre Hartnäckigkeit wesentlich zum Bau und Start des ersten österreichischen Satelliten ‚TUGSAT-1/BRITE‘ beigetragen haben“, betonte ÖWF Obmann Dr. Gernot Grömer, „Diese ‚erste österreichische Weltraummission‘ hat viele Menschen begeistert. Ich könnte mir vorstellen, dass sie junge Leute inspiriert, sich für eine Ausbildung in den Weltraumwissenschaften und Technik zu interessieren.“

Otto Koudelka (links) & Werner Weiss (rechts) Polarsternpreisträger 2014

Beide Preisträger geben uns in diesem Interview einen Einblick in ihre Arbeit am BRITE-Projekt.

Mit dem erfolgreichen Start Ihrer Satelliten wurde Österreich erstmals nach Weltraumrecht zu einem Startstaat. Eine bedeutende Veränderung. Haben Sie das auch so gewaltig empfunden?

O. Koudelka: Es macht uns natürlich stolz, dass das BRITE-Projekt Auslöser für ein eigenes Gesetz war, das noch dazu einstimmig im Parlament beschlossen wurde. Österreich zählt zu den noch nicht so vielen Ländern, die ein implementiertes Weltraumgesetz haben.

Die Kleinsatellitentechnik boomt derzeit. Weltraumagenturen und die Industrie erkennen, dass damit neue Technologien rasch und kostengünstig im All getestet werden können, bevor sie auf großen Missionen zum Einsatz kommen. Wie die BRITE-Mission zeigt, lassen sich auch anspruchsvolle wissenschaftliche Aufgaben damit erfüllen. Für Universitäten und Forschungseinrichtungen bieten sie die Möglichkeit, dass der technisch-wissenschaftliche Nachwuchs in alle Phasen einer Weltraummission eingebunden werden kann, vom Design über den Bau bis zum Betrieb eines Satelliten.

W. Weiss: Ich empfand es hoch an der Zeit, dass auch in Österreich einmal ein Weltraumprojekt komplett von der „ersten Schraube“ bis zur wissenschaftlichen Publikation geplant und durchgeführt wird, inklusive der weltraumrechtlichen Verantwortung vor der Staatengemeinschaft. Miniaturisierung und Spezialisierung im Weg von Nanosatellitenprojekten ist vielversprechend für individuelle Forschungseinrichtungen oder kleinere Forschungsgruppen, denn sie stellen ein faszinierendes Potenzial dar, sich in Forschung und Lehre an der jeweiligen Front zu positionieren.

Was hat Sie zur Astronomie geführt? Gab es ein Schlüsselerlebnis? (Oder war Ihre Neugier schon immer himmelwärts gerichtet?)

W. Weiss: Die Beobachtung des Kometen Arend-Roland als Schüler im Jahr 1957 von der Volkssternwarte in Wien auf dem Flakturm hat mich zur Astronomie gebracht. Seither bin ich von dieser Wissenschaft fasziniert, sowohl was Forschung betrifft, wie auch deren Popularisierung.

O. Koudelka: Ich habe Elektrotechnik studiert, hatte aber schon während des Studiums am Institut für Nachrichtentechnik und Wellenausbreitung bei Prof. Riedler die Möglichkeit, an Weltraumprojekten mitzuarbeiten. Die Mondlandung im Jahre 1969 habe ich als Schüler fasziniert mitverfolgt. An Astronomie bin ich persönlich sehr interessiert. Unser Part an der BRITE-Mission ist die Technik und der Betrieb des Satelliten. In der Zusammenarbeit mit unseren Astronomiekollegen ergeben sich spannende Aspekte und gegenseitiger Wissensaustausch.

Haben Ihre „Kinder“ Sie überrascht – positiv oder negativ, seitdem sie ausgeflogen sind?

UniBrite Artist Impression

Artist Impression UniBRITE

O. Koudelka: Besonders erfreulich war der perfekte Start im Februar 2013 und einer der schönsten Momente war unbestreitbar, dass wir mit unserem TUGSAT-1 (BRITE-Austria) bereits beim ersten Überflug über Graz drei Stunden nach dem Start Kontakt herstellen konnten. Die Ausrichtgenauigkeit des Satelliten zu den Zielsternen ist besser als spezifiziert und seit November werden wissenschaftliche Daten gesammelt, die den Erwartungen entsprechen. was ebenfalls auf der Plusseite zu verbuchen ist.

Die Kommissionierung der Satelliten hat mehr Zeit in Anspruch genommen als ursprünglich angenommen, was auf ein bisher noch nie geflogenes, am Boden nur sehr beschränkt testbares Lageregelungssystem und den Sternensensor zurückzuführen ist.

W. Weiss: Einerseits waren die Probleme unerwartet, die sich beim Sternsensor ergaben und die die Positionierung von UniBRITE zunächst erschwert haben, sowie beim Detektor, wo sich eine höhere Empfindlichkeit von hochenergetischer Strahlung ergab, als dies ursprünglich zu erwarten war. Andererseits war die Problemlösungskompetenz des Teams ein äußerst positives Erlebnis und das Ergebnis aller Bemühungen schließlich sehr erfreulich und die Erwartungen übertreffend.

O. Koudelka: In Summe sind wir mit unseren „Kindern“ sehr zufrieden.

TUGSAT-1 und UniBRITE sind sogenannte Nanosatelliten. Wie groß und schwer sind sie genau? Was steckt in ihnen? Zu welchem Zweck wurden TUGSAT-1 und UniBRITE gebaut?

O. Koudelka: Die Satelliten sind 20x20x20 cm klein und haben eine Masse von knapp 7 kg. Die Stromversorgung erfolgt mit Solarzellen, die etwa 6 W liefern (entspricht dem Verbrauch einer Fahrradglühbirne). Drei Computer und ein prozessorgesteuertes Leistungsmanagementsystem überwachen die Funktionen des Satelliten, bewerkstelligen die Lageregelung, stellen eine zuverlässige Stromversorgung sicher, lesen die Daten des Sensors im Teleskop aus, speichern sie an Bord und steuern die Kommunikation. Ein Sender mit 0.5 W Leistung überträgt die Daten zur Bodenstation. Über einen Empfänger erhält der Satellit die Kommandos des Kontrollzentrums. Drei Miniaturkreisel stabilisieren die Satelliten auf 1/60 grad genau.

W. Weiss: Aus der Sicht des Astrophysikers war das Problem zu lösen, von hellen Sternen lückenlos photometrische Daten mit hoher Präzision, in mindestens zwei verschiedenen Farbbereichen und über einen möglichst langen Zeitraum (viele Monate) zu gewinnen. Dazu müssen kleine Teleskope mit einem großflächigen CCD-Detektor mit einer sehr hohen Genauigkeit im Weltraum positioniert und ihre Lage sehr stabil gehalten werden. Diese hohen technologischen Anforderungen wurden für Nanosatelliten erstmals mit unseren beiden österreichischen BRITE Satelliten erfüllt.

Das astrophysikalische Ziel von UniBRITE Und BRITE-Austria ist die Erforschung von Sternaufbau und Sternentwicklung. Unmittelbar beobachtbar sind nur die Oberflächeneigenschaften von Sternen. Um auf ihr Inneres zurückschließen zu können bedient man sich der Asteroseismologie, einer Methode die sich die Vibration von Sternen zu Nutze macht, vergleichbar der Erdbebenforschung, die uns die Struktur des Erdinneren erschließt.

Wie lange arbeiten Sie schon an der BRITE-Constellation bzw. Ihren beitragenden Projekten TUGSAT-1 und UniBRITE? Erzählen Sie uns bitte etwas über Ihre Arbeit.

W. Weiss: An der Problematik der Präzisionsphotometrie im Kontext Asteroseismologie arbeite ich seit etwa 1983. EVRIS, SuperEVRIS, und CoRoT, Projekte unter der Leitung der französischen Weltraumagentur, CNES, und der kanadische MOST Satellit waren bedeutende Schritte auf dem Weg zu BRITE-Constellation. An der Universität begann das Projekt UniBRITE Ende 2005. Damals war der Satellitenstart für etwa 2009 vorgesehen. Die Wahl von einer wissenschaftlich gesehen besseren Satellitenbahn (polare Bahn entlang der Tag-Nachtgrenze auf der Erde) durch das Wissenschaftsteam bedingte eine Verschiebung um fast ein Jahr. Weitere Verzögerungen ergaben sich durch Probleme mit der Hauptnutzlast. Typischerweise werden bei einem Raketenstart eine Tonne und mehr an Nutzlast in den Weltraum transportiert. Nanosatelliten mit wenigen kg Masse können daher nur „Trittbrettfahrer“ sein, was aber auch die Startkosten deutlich reduziert. Allfällige Startverzögerung können daher leider nur zur Kenntnis genommen werden.

Dass Weltraumprojekte einen eher großen Zeithorizont haben, lässt sich übrigens auch mit der ESA Mission PLATO illustrieren. Auch diese Mission hat Präzisionsphotometrie von Sternen zum Ziel, allerdings von viel lichtschwächeren, als dies bei BRITE-Constellation der Fall ist. Für die erste Projektstudie zum Vorläufer, PRISMA, war ich seit 1990 im ESA Science Team tätig, gefolgt von der Studie zu STARS und nachfolgend zu EDDINGTON. Somit hat es 24 Jahre gedauert, bis schließlich heuer PLATO mit einem geplanten Start im Jahr 2024 (!) beschlossen wurde.

O. Koudelka: Vorarbeiten zum Thema Kleinsatelliten begannen an der TU Graz 2003. Der Antrag für BRITE-Austria/TUGSAT-1 wurde 2005 an die FFG gestellt und im Februar 2006 erfolgte der Projektstart von BRITE-Austria. 2009 wurde der Startvertrag mit der indischen Weltraumagentur abgeschlossen und am 25.2.2013 hob die Rakete vom indischen Weltraumzentrum bei Chennai ab. Seit dieser Zeit wird er vom Kontrollzentrum in Graz aus betrieben.

Am Institut für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation der TU Graz wird seit den 1980iger Jahren an zahlreichen Projekten im Bereich Satellitenkommunikation und Weltraumtechnik, vor allem in Kooperation mit der ESA, gearbeitet. Wichtige Projekte waren das erste Hochgeschwindigkeitsdatenexperiment STELLA (1980-1984), das Satelliten-Multimediakommunikation DICE (1985-1995), das bei der AUSTROMIR-Misison 1991 und den ESA Missionen EUROMIR-94 und-95 zum Einsatz kam, sowie neuartige Satellitenkommunikationssysteme zur Verbindung von Computernetzen (1995 bis heute). Für die Raumstation ISS wurde in Kooperation mit Joanneum Research ein astrobiologische Experiment im Auftrag der ESA entwickelt.

Sie haben durch internationale Zusammenarbeit die Bedeutung der österreichischen Weltraumforschung gesteigert und die Möglichkeiten der österreichischen Studenten verbessert. Wie intensiv waren bzw. sind Ihre Studenten in die Projekte eingebunden?

O. Koudelka: Studierende waren und sind intensiv an der Mission im Rahmen von Dissertationen, Diplom- und Projektarbeiten beteiligt. Eine Diplomandin und ein Diplomand sind seit mehreren Jahren nach Abschluss des Studiums maßgeblich an der BRITE-Mission beteiligt (DI Manuela Unterberger als Systemingenieurin und DI Patrick Romano als Bodenstations/Testingenieur).

Bisher sind 3 Dissertationen und 8 Diplomarbeiten im Rahmen des Projektes BRITE/TUGSAT-1 entstanden.

W. Weiss: Die Mitarbeit von Studierenden bei einem solchen Forschungsprojekt ist von großer Relevanz. Für das Projekt selbst bedeutet sie ein enormes personelles und intellektuelles Potential von hoch motivierten Mitarbeitern, die auch selbst originelle Vorschläge zur Lösung von Problemen beisteuern. Für die Studierenden ergibt sich aus ihrer Mitarbeit ein Lernpotenzial das weit über den regulären Studienplan hinausgeht. Magisterarbeiten, Dissertationen, wissenschaftliche Publikationen sowie Beiträge bei Konferenzen belegen die hohe Qualität dieser Teamarbeit. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass die meisten Teammitglieder  im Inland, aber (leider) meistens im Ausland weiterhin wissenschaftlich tätig sind.

Was sind die wissenschaftlichen Ziele der Missionen und wie lange werden die Satelliten Bilder bzw. Daten senden?

W. Weiss: Die Forschungsziele von BRITE-Constellation sind die Untersuchung von hellen Sternen mit mittlerer bis hoher Masse in den unterschiedlichen Entwicklungsphasen: von der Kondensation aus dem interstellaren Medium, dem Beginn des Wasserstoffbrennens, bis hin zur Entwicklung zu (Roten) Riesen und dem Verglühen der Sterne. Massereiche Sterne sind heißer, entwickeln sich schneller und sterben früher. Sie haben eine große Leuchtkraft und sind sehr wichtig für die Ökologie des Universums, da sie in ihrer Endphase als Supernova sehr viel Masse verlieren. Das interstellare Medium wird dadurch mit Metallen angereichert und diese sind wiederum Voraussetzung für das Entstehen neuer Sterne, von Planeten und letztlich auch für das Entstehen von Leben. BRITE-Constellation hat weiters noch ungelöste Probleme im Visier: die Bestimmung der Größe konvektiver Kerne von Sternen, der Einfluss von Rotation des Sterns auf dessen Entwicklung und die Wechselwirkungen mit dem stellaren Magnetfeld.

Neu ist, dass durch die Verfügbarkeit von zwei Nanosatelliten in der “zwei-Farben-Option” geforscht werden kann. Durch den Einbau von speziellen Filtern wird UniBRITE die Sterne im roten Farbenbereich erforschen, BRITE-Austria im blauen. Somit können geometrische und thermische Effekte in der Analyse der beobachteten Phänomene getrennt werden. Die wesentlich größeren Satelliten, wie MOST, CoRoT und Kepler, haben nicht diese Farboption welche für die Diagnostik des inneren Aufbaus von Sternen äußerst hilfreich ist. Dieses Novum war ausschlaggebend, dass sich Polen und Kanada dem Projekt BRITE-Constellation angeschlossen haben und ebenso jeweils ein Paar BRITE-Satelliten in das internationale Projekt einbringen.

O. Koudelka: Die Mindestlebensdauer der Satelliten beträgt zwei Jahre, wobei die Erfahrung mit ähnlich aufgebauten Nanosatelliten eine deutlich längere Betriebsdauer erwarten lässt.

Vielen Dank!
Das Interview führte Marlen Raab.

21.Mar 2014 | 17:59

Yuri’s Night 2014 im Rot-Weiß-Roten Doppelpack

Seit 2001 wird jedes Jahr am 12.April weltweit die Yuri’s Night gefeiert um an den ersten bemannten Weltraumflug des Kosmonauten Yuri Gagarin zu erinnern. Heuer sind bereits über 70 Veranstaltungen in mehr als 20 Ländern gemeldet. Zwei davon finden in Österreich statt: In Wien im Technischen Museum und im Innsbrucker Audioversum Science Center.
Freuen Sie sich dabei auf zwei besondere Höhepunkte: Die Verleihung des ÖWF Polarsternpreises 2014 und die Übergabe des Swarovski „Earth-Master-Sample“ Kristalles. Dieser Kristall enthält Gesteinsproben aus zahlreichen Ländern der Erde und einen Marsmeteoriten. Diese wurde während der World Space Week 2013 gesammelt. Hier nachlesen.

Bild von der Gesteinsprobe aus der Antarktis

Diese Gesteinprobe aus der Antarktis ist ebenfalls teil der “Earth-Master-Sample” Probe

Yuri’s Night Wien

Technisches Museum, Mariahilfer Str. 212 , 1140 Wien
Beginn 19:00 Uhr, Eintritt frei
Auszug aus dem Programm:

  •   Maria Pflug-Hofmayr (Der Orion, ÖWF) über Astronomy Picture of the Day, deutsche Ausgabe
  •   Ludmila Carone, Universität zu Köln und Universität Leuven, Belgien: „Ein Universum voller verwirrender Planeten:“
  •   Andreas Weise, Freunde-der-Raumfahrt.de und Raumcon, Brandenburg: „Vergessene Kosmonauten“
  •   Interview mit Astronaut Franz Viehböck: “Arbeiten im All”
  •   Besuch der Weltraumausstellung „SPACE“ im Technischen Museum
  •   Übergabe des Swarovski Kristalls an das Österreichische Weltraum Forum
  •   Verleihung des ÖWF Polarsternpreis 2014

Die Yuri’s Night Wien wird vom Förderkreis Astronomie und Raumfahrt “Der Orion” in Partnerschaft mit dem ÖWF veranstaltet. Vollständiges Programm unter: www.der-orion.com/yuri

Bild aufgenommen von der ISS mit Sternspuren & Lichtspuren auf der Erde

“Поехали! ” (“Los gehts”) sagte Yuri Gagarin nach Abheben seiner Rakete

 

Yuri’s Night Innsbruck

Audioversum Science Center, Wilhelm-Greil-Straße 23, 6020 Innsbruck
Beginn 19:00, Eintritt frei
Auszug aus dem Programm:

  •   Christoph Ragonig, ÖWF Flight Director über „Yuri Gagarin“
  •   Führung durch die Sonderausstellung „Sounds of Space“
  •   Get Together & Party
  •   Live-Schaltung mit Yuri’s Night Wien zur Übergabe des Swarovski „Earth-Master Sample“ Kristalls

Die Yuri’s Night Innsbruck wird in Kooperation mit dem ÖWF vom Audioversum Science Center veranstalt.
Noch mehr Weltraum gefällig? Erstmals in Österreich: Am 12. April, von 09:00 – 17:30 findet ebenfalls im Technischen Museum die Weltraum „Un-Konferenz“ SpaceUp Vienna statt. Mehr unter: www.spaceup.at

19.Feb 2014 | 10:00

ÖWF präsentiert Aouda.X am EAC in Köln

Vergangene Woche reiste eine Delegation des Österreichischen Weltraum Forums zum Europäsichen Astronauten Zentrum (EAC) in Köln um den Aouda.X Raumanzug-Simulator vorzuführen.

Am Dienstag Abend kamen wir in Köln an. Den freien Abend nutzten wir auch sogleich für ein gemeinsames Abendessen mit Dr. “Moon” Walter Kühnegger. Kühnegger arbeitete als Ingenieur und Orthopäde bei der NASA. Er war in den 60er Jahren maßgeblich am Apollo Programm beteiligt. Nach dem zweiten Weltkrieg verließ der geborene Grazer Europa und arbeitete schließlich beim Vorgänger der NASA, dem National Advisory Committee for Aeronautics (NACA). Ein Audiointerview mit Walter Kühnegger ist dazu auch auf unserer Podcast Seite verfügbar.

Professor Doktor Walter Kühnegger

Professor Doktor Walter Kühnegger

Am Mittwoch Vormittag bereiteten wir Gerätschaften, Server, Computer und den Aouda.X Mars Raumanzug-Simulator für die Präsentation in der großen EAC Traingshalle vor. Es war ein beeindruckender Anblick mitten in einer Halle wo sich ebenso ISS Mockup Module befanden. Nach dem Mittagessen fanden sich die Studenten des Londoner King’s College zu uns in der Halle ein. Gernot Grömer begann mit einer Einführung zum Aouda.X Raumanzug-Simulator. Nach dem Anlegen des Anzugs wurden die Studenten aufgefordert den Analog Astronauten Ulrich Luger durch diverse Aufgaben zu führen, wie zum Beispiel das Einrichten eines Funksenders. Gleichzeitig mussten die Studenten Ulrichs biomedizinische Daten im Auge behalten.

Suit tech beim Aufsetzen des Helms

Suit tech beim Aufsetzen des Helms

Andere Studenten wiederum versuchten sich darin, sich mit angezogenen Aouda.X Trainingshandschuhen die Schuhe zu binden. Es schaut zwar einfach aus, war aber dennoch nicht so leicht zu meistern :) Damit sollte unter anderem demonstriert werden, dass in einem solchen Anzug selbst einfachste Aufgaben den Analog Astronauten vor große Probleme stellen.

Am späteren Nachmittag hielten Dr. Gernot Grömer und Dr. Thomas Luger einen Vortrag zu den biomedizinischen Aspekten eines Raumanzug-Simulators.

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In unserer knappen Freizeit erhielten wir dennoch die Gelegenheit eine kurze Tour durch das EAC zu machen. Wir besuchten den großen Pool, in dem sich Astronauten in Trainings auf ihren Flug und ihre Zeit auf der ISS vorbereiten. Darüber hinaus besuchten wir die Einrichtungen in denen die medizinische Überwachung der Astronauten durchgeführt wird. Ein Highlight war der EUROCOM Control Room, der neben wenigen weiteren Stationen auf der ganzen Welt direkt mit den Astronauten auf der ISS kommunziert.

Am nächsten Morgen folgte eine weitere Vorführung des Aouda.X Raumanzug-Simulators für Studenten, Doktoren und Professoren des Londoner King’s College. Wir fuhren in unserem Programm fort und starteten mit einem weiteren Anlegen des Anzugs. Auch dieses Mal durften die Besucher den Analog Astronauten durch diverse Aufgaben führen und mussten dessen medizinischen Daten am Computer überwachen. Auch das Steuern unseres kleinen Rovers durch die Halle erfreute sich großer Beliebtheit. Dabei galt es mit dem Roboterarm am Boden liegende Gegenstände aufzuheben.

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“Die Aouda.X Präsentation war für uns die erste in einem derart beindruckenden Umfeld – selten sieht man auch dermaßen interessierte und motivierte Studenten. Das war für das gesamte Team definitiv eines der großen Ausbildungshighlights im heurigen Jahr, ganz zu Schweigen von der Örtlichkeit selbst in der großen EAC Trainingshalle. Was ich darüber hinaus auch großartig fand, war die große Anzahl an ESA-EAC Mitarbeitern die vorbei kamen um mit dem ÖWF Team über den Aouda.X Raumanzug-Simulator zu sprechen” so Dr. Gernot Grömer, Vorstand des Österreichischen Weltraum Forums.

Text und Bilder: Clemens Kleinlercher, ÖWF

31.Jan 2014 | 08:15

CNN “Make.Create.Innovate.” berichtet über das ÖWF Spacesuit lab

Vor wenigen Wochen erhielt das Österreichische Weltraum Forum Besuch von einem Kamerateam der CNN Sendereihe “Quest means Business: Make.Create.Innovate”.

Gestern Abend wurde der Beitrag auf CNN ausgestrahlt. Für alle, die diese Sendung verpasst haben, gibt es hier den Beitrag zum Spacesuit lab des ÖWF und dem Aouda.X Raumanzug-Simulator. Weitere Informationen zu Aouda.X erhalten Sie auf dieser Seite.

Alternativer Link

Video/Photo: CNN International

14.Apr 2014 | 20:42

Yuri’s Night 2014: Revealing the TiuTerra Crystal

Two Worlds. One Crystal.
During the World Space Week 2013 we invited the public around the world to send us their rock samples. In Austria we cominbed all samples incl. a sample from Antartica and the deep see together with a Mars meteorite. Swarovski then transformed then into the TiuTerra Crystal.

Handover crystal during Yuri's Night 2014 in Vienna (c) OeWF (Klaus Kornfeld)

Hand-over ceremony of  TiuTerra Crystal to the Austrian Space Forum & World Space Week. from left: Remco Timmermans (World Space Week), Monika Fischer (OeWF), Gernot Grömer (OeWF), Christian Nagele (Swarovski) (c) OeWF (Klaus Kornfeld)

The new Tiuterra Crystals combine Mars (“Tiu”) and Earth (“Terra”) into a single gemstone. The limited edition crystals, designed and produced by world renowned Austrian crystal maker Swarovski, were presented at Yuri’s Night in Vienna on 12th April 2014. Only 100 numbered pieces have been produced, one of which will be taken to the International Space Station by Italian ESA astronaut Samantha Cristoforetti. The remaining crystals will be distributed among international space organizations and key space stakeholders all over the world.

The crystals form the closing piece of the “Earth Master Sample” project that was launched during World Space Week in October 2013. People from all over the world sent in rock samples typical for their region. Samples were sent from China to Mexico and from Canada to New Zealand. There were even rock samples from the deep ocean floor and from Antarctica. These samples were analysed by Austrian Space Forum planetary geologists in Innsbruck, Austria and then taken to Swarovski, where they were combined with a Martian meteorite to form the Tiuterra Crystals.

Yuri's Night 2014 TiuTerra Crystal (c) ÖWF (Kerstin Zimmermann)

The crystal has a lenght of ca. 8 cm  and includes inside the melted rock samples from 2 worlds. Only 100 pieces were produced. (c) OeWF (Kerstin Zimmermann)

“Exploring Mars, Discovering Earth” was the theme of the 2013 edition of UN-declared World Space Week. It was the largest World Space Week celebration ever, with over 1,400 events organized in 80 countries. These event showcase how Mars research and technology benefits and inspires society on Earth. This inspiration will live on in the Tiuterra Crystals, as they are distributed over the world. You can follow the crystals by following World Space Week and the Austrian Space Forum on social media. Some of the crystals will go on public display, telling the story of the two planets that define human space exploration in the 21st century.

More information:

24.Mar 2014 | 19:53

Yuri’s Night 2014: twice in red-white-red

Ever since 2001, the 12th of April sees worldwide celebrations to honor the first manned space flight of Yuri Gagarin. This year, already 70 events in more than 20 countries are registered. Two of those will take place in Austria: In the Technical Museum in Vienna and the Audioversum Science Center in Innsbruck.

Visitors can look forward to two special highlights: The award ceremony of the Polarstar Award 2014 and the hand over of the “Earth-Master-Sample” Crystal made by Swarowski. This crystal contains rock sample from all over the world as well as a meteor from Mars. The samples were collected during World Space Week 2013. More information here.

Picture of rock from Antarctica

This rock from Antarctica is also part of the “Earth-Master-Sample”.

Yuri’s Night Vienna

Technisches Museum, Mariahilfer Str. 212 , 1140 Wien
Begins 19:00 Uhr, free entry
Highlights (Talks are in German):

  •   Maria Pflug-Hofmayr (Der Orion, Austrian Space Forum) talks about Astronomy Picture of the Day – German Edition
  •   Ludmila Carone, Universität zu Köln und Universität Leuven, Belgien: „A Universe full of confusing planets“
  •   Andreas Weise, Freunde-der-Raumfahrt.de und Raumcon, Brandenburg: „Forgotten Cosmonauts“
  •   Interview with Astronaut Franz Viehböck: “Working in Space”
  •   Visit of special exhibiton “SPACE”
  •   Handover of the Swarovski “Earth-Master sample” Crystal to the Austrian Space Forum
  •   Award ceremony of the Austrian Space Forum Polarstar Award 2014

The Yuri’s Night Vienna is organised by the “Förderkreis Astronomie und Raumfahrt – Der Orion” in cooperation with the Austrian Space Forum. Full programme (german) can be found at: www.der-orion.com/yuri

Bild aufgenommen von der ISS mit Sternspuren & Lichtspuren auf der Erde

“Поехали! ” (“Let’s go”) said Yuri Gagarin while flying to space

 

Yuri’s Night Innsbruck

Audioversum Science Center, Wilhelm-Greil-Straße 23, 6020 Innsbruck
Begins 19:00, free entry
Highlights (Talks are in German):

  •   Christoph Ragonig, Flight Director Austrian Space Forum: „Yuri Gagarin“
  •   Guided tour of the special exhibition “Sounds of Space“
  •   Get Together & Party
  •   Live-link to Yuri’s Night Vienna to the Handover of the Swarovski „Earth-Master Sample“ crystal.

Yuri’s Night Innsbruck is a coproduction of the Austrian Space Forum and the Audioversum Science Center.
Not enough space yet? For the first time ever, the space “un-conference” SpaceUp takes place in Austria. Where? Vienna, Technical Museum. When? 12th of April, between 09:00-17:30
Learn more: www.spaceup.at

19.Feb 2014 | 10:00

OeWF Aouda.X presentation at ESA EAC

Last week a delegation of members of the Austrian Space Forum travelled to Cologne for an Aouda.X spacesuit-simulator presentation at ESA’s European Astronauts Centre (EAC).

We arrived on Tuesday evening following a dinner with “Doctor Moon” Prof. Dr. Walter Kühnegger who worked as an engineer and orthopaedist at NASA. He made significant contributions to NASA’s Apollo Missions in the 60s. The austrian-born Walter Kühnegger left Europe some years after World War 2 and then worked at NASA predecessor NACA, the National Advisory Committee for Aeronautics. An audio interview with Walter Kühnegger (in German) is available on our podcast page.

Professor Doctor Walter Kühnegger Kühnegger

Professor Doctor Walter Kühnegger

On Wednesday we prepared our servers, computers and instruments for the presentations in the large EAC training hall surrounded by ISS module mockups: what an astonishing location. After lunch the students of King’s College London arrived. Gernot Grömer started the presentation with the AoudaX spacesuit-simulator. After the donning the students were encouraged to lead our analogue astronaut Ulrich Luger through various tasks, like setting up a transmitter or collecting rock samples, while watching the biomedical data of Ulrich.

Suit tech attaching the helmet

Suit tech attaching the helmet

Other students tried to fasten their shoes while using the analogue astronaut gloves. It looks easy, but definitely isn’t! :)

Later Dr. Gernot Grömer and Dr. Thomas Luger talked about the biomedical aspects of analogue spacesuits.

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In our free time we made a short tour through the EAC. We visited the pool where astronauts perform trainings and preparations for their spaceflight to the ISS. We also saw the Medical Operations Console and EUROCOM Control Room.

The next morning we started with another Aouda.X presentation for Aviation Medicine students, doctors and professors of King’s College. For three hours we perfomed another donning. Some people supervised the analogue astronauts medical data at the computers. Others telecommanded our little rover through the training hall while, grabbing items with the robot arm.

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“The Aouda.X demonstration was a first for us in such a great context – seldomly one sees such motivated students. In addition to the setting of the large training hall, this was definitely a teaching highlight of 2014 for the entire team. What I also found great was the number of ESA-EAC staff member who dropped by and engaged in conversations about the spacesuit simulator with the OeWF (Austrian Space Forum) team” Dr. Gernot Grömer, president of the Austrian Space Forum, said.

Text and Pictures: Clemens Kleinlercher (c), OeWF

03.Feb 2014 | 12:04

OeWF handing over Earth Master Sample to Swarovski

It was the October 2013, during the busy time of World Space Week, when the OeWF announced a great project together with the famous jeweler, the Swarovski Crystals Company. Together Swarovski and the OeWF started a call to the public for participation in the project by sending rock samples from their own area to the OeWF Mission Control Center in Innsbruck, Austria, which will then be combined with a Mars meteorite.

These special edition Swarovski crystals will be redistributed to space flight institutions and decision makers to demonstrate a global interest in space exploration.

Two worlds. One crystal.

Following the next weeks the OeWF received rocks samples from all over the world which now were handed over to Swarovski together with the Mars meteorite NWA4925.

Gernot Grömer (on the right) handing over Shergottite-Mars meteorite NWA4925 to Christoph Kargruber and Christian Nagele from Swarovski! Photo Swarovski/OeWF

Gernot Grömer (on the right) handing over Shergottite-Mars meteorite NWA4925 to Christoph Kargruber and Christian Nagele from Swarovski! Photo Swarovski/OeWF

The special edition Swarovski and their name will be presented by Swarovski during Yuris Night on April 12th in Vienna.

A precious rock sample submitted by Prof. Birgit Sattler obained near Lake Bonney, Antarctica.

A precious rock sample submitted by Prof. Birgit Sattler obained near Lake Bonney, Antarctica.

How would you name a crystal combining rock samples from Earth and Mars and melted down together?

31.Jan 2014 | 08:15

The OeWF Spacesuit lab on CNNs “Make.Create.Innovate.”

The Spacesuit Laboratory of the Austrian Space Forum (OeWF) was recently visited by reporters of the CNN show “Quest means Business: Make.Create.Innovate”.

If you missed yesterdays report on the OeWF Spacesuit lab and Aouda.X on CNN you can now watch it here. For more information on the Spacesuit Laboratory of the Austrian Space Forum and Aouda.X please follow this link.

Alternative link

Video/Photo: CNN International

11.Nov 2010 | 20:50

Okt. 2013 - Juni 2014: Space, auf in den Weltraum

Ende 2013 bis Mitte 2014 steht das Technische Musem ganz im Zeichen von "Space". In einer Sonderausstellung geht das Museum den Frage nach welche Wege wir in den Weltraum wir nehmen, welche Rolle Visionen und Technikutopien in der Raumfahrt spielen. Auch die Museumsversion des ÖWF Mars Raumanzugsimulators Aouda wird Teil der Ausstellung sein :-) Wann: 25. Oktober 2013 - Juni 2013 (Eröffnung: 24. Oktober 2013) Wo: Technisches Museum Wien
30.Jan 2008 | 22:27

12. Dez 2013 - Herbst 2014: Sonderaustellung "Sounds of Space"

"Sounds of Space" Sonderausstellung im Audioversum - Abenteuer Hören in Innsbruck entführt Sie in die Akustik des Weltalls. Das Österreichisches Weltraum Forum konzipierte die Sonderausstellung und liefert neben der wissenschaftliche Expertise auch die optischen und akustischen Inhalte. Start: Donnerstag, 12. Dezember 2013 Ort: AUDIOVERSUM, Wilhelm-Greil-Straße 23, 6020 Innsbruck Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 9.00 bis 18.00 Uhr Donnerstag: 9.00 bis 21.00 Uhr Samstag, Sonntag, Feiertage: 10.00 bis 18.00 Uhr Montag Ruhetag

ESA Nachrichten

03.Feb 2014 | 13:56

Robotic Exploration:ExoMars orbiter core module completed

The ExoMars Trace Gas Orbiter module consisting of the spacecraft structure, thermal control and propulsion systems was handed over by OHB System to Thales Alenia Space France at a ceremony held in Bremen, Germany, today.
08.Nov 2013 | 12:30

Robotic Exploration:ExoMars lander module named Schiaparelli

The entry, descent and landing demonstrator module that will fly on the 2016 ExoMars mission has been named 'Schiaparelli' in honour of the Italian astronomer Giovanni Schiaparelli, who famously mapped the Red Planet's surface features in the 19th century.
17.Apr 2014 | 17:05

Week in Images


Our week through the lens:
14-18 April 2014
17.Apr 2014 | 09:22

Turn your satnav ideas into business


Propose a great satnav idea and win a prize with ESA support to create your own business. Previous winners are now running companies with systems for athlete tracking and indoor navigation, and many are supported by ESA’s Business Incubation Centres.

16.Apr 2014 | 11:51

Sentinel-1 first images


Demonstrating the potential of radar vision, Sentinel-1A offers a tantalising glimpse of what it will provide for Europe’s Copernicus programme
16.Apr 2014 | 11:19

First radar vision for Copernicus


Launched on 3 April, ESA’s Sentinel-1A satellite has already delivered its first radar images of Earth. They offer a tantalising glimpse of the kind of operational imagery that this new mission will provide for Europe’s ambitious Copernicus environmental monitoring programme.

16.Apr 2014 | 11:02

Concordia calling


Are you a team player who is unafraid of long isolation? Do you have a medical degree and a healthy love of extremes? ESA is offering the chance of a lifetime to run space experiments in one of the world’s most isolated places: Concordia research station in Antarctica.

17.Apr 2014 | 15:30

Enter the Node


Human spaceflight and operations image of the week: Node 2 mock-up pictured by photographer Edgar Martins
14.Apr 2014 | 20:00

Social Luca


Photo gallery of ESA astronaut Luca Parmitano's SocialSpace event at ESA's ESRIN site in Italy
18.Mar 2014 | 16:30

ATV-5 set to test new rendezvous sensors


ESA’s space freighter ATV Georges Lemaître, set for launch this summer,will test new rendezvous sensors in space as it approaches the International Space Station.

18.Mar 2014 | 12:37

Blue Dot training


ESA astronaut Alexander Gerst recounts his training for his Blue Dot mission to the International Space Station this May
17.Mar 2014 | 11:15

ESA astronaut Thomas Pesquet will fly to the International Space Station in 2016


ESA astronaut Thomas Pesquet has been assigned to a long-duration mission on the International Space Station, it was announced today.

ESA Top Multimedia

Expedition 36/37 visit to Italy

17.Mar 2014 | 11:15

Vega Flight VV03 is assembled in Kourou

17.Mar 2014 | 11:15

Sentinel-1 quick steps to launch

17.Mar 2014 | 11:15

Node 2

17.Mar 2014 | 11:15

Alexander, Terry and Samantha at the Tsukuba Space Center

17.Mar 2014 | 11:15

Alexander Gerst during training at TKSC

17.Mar 2014 | 11:15

Weltraum Nachrichten von Online Zeitungen

17.Apr 2014 | 21:04

Exoplanet Kepler-186f: Erdzwilling in lebensfreundlicher Zone entdeckt

Ist er die Heimat außerirdischen Lebens? Erstmals haben Astronomen einen Planeten entdeckt, der die beiden wichtigsten Voraussetzungen erfüllt: Er ist fast genauso groß wie die Erde und umkreist seinen Heimatstern in der bewohnbaren Zone.
15.Apr 2014 | 21:21

Chinas Raumfahrtprogramm: Aufrüstung im All

Schluss mit dem Gerede von reinen Forschungsmissionen: Chinas Staatspräsident Xi Jinping will Luftwaffe und Raumfahrt zusammenführen - und fordert ausdrücklich auch die Stärkung von Angriffskapazitäten.
15.Apr 2014 | 17:38

Augenblick: Blutmond

15.Apr 2014 | 13:17

Krater-Analyse: Was die Narben auf dem Mars erzählen

Es gab Flüsse und Seen auf dem Mars, darauf hatte sich die Wissenschaft geeinigt. Jetzt aber kommen Zweifel an bisherigen Theorien auf - nach einer Analyse kleiner Meteoritenkrater.
15.Apr 2014 | 09:58

Privatsatelliten: Start des privaten Raumfrachters "Dragon" verschoben

Rückschlag für das private Raumfahrtunternehmen SpaceX: Der Start des Transporters "Dragon" wurde erneut verschoben, weil an der Trägerrakete ein Leck entdeckt wurde. Dadurch müssen auch 104 private Mini-Satelliten zunächst am Boden bleiben.
18.Apr 2014 | 19:02

Mission LADEE - US-Sonde mit 6.000 km/h auf dem Mond zerschellt

Planmäßiger Absturz nach Untersuchung der lunaren Atmosphäre - LADEE dürfte großteils verdampft sein
17.Apr 2014 | 21:00

Kepler-186f - Beinahe eine "zweite Erde"

Astronomen entdeckten den bisher erdähnlichsten Exoplaneten: Die fremde Welt ist praktisch gleich groß wie unsere Heimat und könnte flüssiges Wasser beherbergen
17.Apr 2014 | 11:32

Hilfreiche Neutronen - Suche nach der Dunklen Energie im Labor

Forscher der TU Wien verfeinern Methode zur Gravitationsmessung um den Faktor Hunderttausend - Ergebnisse stimmen mit der Newton'schen Gravitationstheorie überein
16.Apr 2014 | 20:21

Baikonur - Russische Rakete bringt ägyptischen Satelliten ins All

Bilder des tonnenschweren "EgyptSat-2" sollen Landwirtschaft, Geologie und Umweltschutz zugute kommen
15.Apr 2014 | 10:24

Unglücksdrache - Helium-Leck lässt "Dragon"-Start zur ISS erneut ins Wasser fallen

Nächster anvisierter Abflugtermin der Transportkapsel mit 2,3 Tonnen Material an Bord am Freitag
17.Apr 2014 | 22:59

Astronomie: Erdgroßer Planet in bewohnbarer Zone erspäht

490 Lichtjahre entfernt: Astronomen haben mithilfe des Weltraumteleskops "Kepler" einen Planeten innerhalb der bewohnbaren Zone seines Heimatsterns entdeckt – beste Voraussetzung für Leben.
14.Apr 2014 | 19:07

EU-Weltraumbahnhof: Hunderte Russen für einen Raketenstart nötig

Die Nasa schränkt die Zusammenarbeit mit Russland in der Raumfahrt ein. Europa bleibt beim "Business as usual". Der Start von Sojus-Raketen in Französisch-Guayana ist eine Win-win-Situation.
14.Apr 2014 | 13:08

Planetenforschung: Luft auf dem jungen Mars überraschend dünn

US-Forscher haben aus der Analyse von Kratern Rückschlüsse auf die urzeitliche Marsatmosphäre gewonnen und festgestellt: Flüssiges Wasser gab es dort wohl nie lang genug, um Leben entstehen zu lassen.
12.Apr 2014 | 14:22

Raumfahrt: Computerpanne gefährdet Nachschub für die ISS

Ein Computerproblem könnte den für Montag geplanten Start des Raumfrachters "Dragon" verzögern. Die Kapsel hat Nachschub für die Astronauten auf der ISS an Bord und bereits einen Monat Verspätung.
11.Apr 2014 | 20:28

Raumfahrt: Alexander Gerst im Moskauer Sternenstädtchen

Der Wissenschaftsastronaut Alexander Gerst soll am 28. Mai mit einer Sojus zur "Internationalen Raumstation" (ISS) fliegen. Auf die anstrengende Langzeitmission bereitet er sich derzeit in Russland vor.

Weltraum Blogs

03.Sep 2012 | 17:49

ScienceBlogs.de bekommt eine neue Software und macht Pause

Es ist endlich soweit. ScienceBlogs.de wird auf eine neue Software (WordPress) umgestellt. Dann sollten die ganzen Macken und technische Probleme die sich im Laufe der Zeit angehäuft haben, endlich verschwinden. Die Umstellung erfolgt heute Nacht, um Mitternacht geht es los. ScienceBlogs wird dann eine ganze Weile nicht erreichbar sein. Im Laufe des Dienstag Nachmittag müsste dann alles wieder funktionieren. Hoffen zumindest alle... Vielleicht funktioniert auch nichts mehr und es dauert länger, bis alles wieder normal läuft. Wir werden sehen. Ich hab noch keine Ahnung, wie das neue ScienceBlogs aussehen wird. Ich wäre schon zufrieden damit, wenn alle meine Artikel und alle Kommentare dazu den Umzug heil überstehen... Also drückt die Daumen!


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03.Sep 2012 | 13:25

Barnards Stern hat keine Planeten

Barnards Stern hat keine Planeten. Warum sollte das interessant sein, wo doch sonst immer nur von Sternen berichtet wird, bei denen man Planeten entdeckt hat? Erstmal ist auch ein negatives Resultat ein Resultat. Es mag nicht so sexy sein, wie die Entdeckung eines neuen Planetensystems, aber wenn wir wissen, dass es irgendwo keine Planeten gibt, sagt uns das auch etwas. Und dann ist Barnards Stern ein Sonderfall. Denn hier gab es seit Jahrzehnten Diskussionen, oft sogar Streit, darüber, ob sich dort Planeten befinden oder nicht.

Barnards Stern ist nur 6 Lichtjahre entfernt und damit der viertnächste Nachbar der Sonne (oder der zweitnächste, wenn man die drei Sterne des Alpha-Centauri-Systems zu einem zusammenfasst). Er ist so nahe, dass man seine Eigenbewegung sehr gut sehen kann und weil er sich so schnell bewegt, wird er oft auch "Barnards Pfeilstern" genannt. Dieses Bild zeigt, wie er sich zwischen 2001 und 2010 über den Himmel bewegt hat:

Barnard_Star_2001-2010.gif

Bild: Alejandro Sanz Gómez, CC-BY-SA 2.5

So ein interessanter Stern wurde natürlich oft und ausgiebig beobachtet. Wegen seiner schnellen Bewegung hat man besonders viele und genaue Positionsmessungen angestellt. Und in den 1960er und 1970er Jahren kam der Astronom Peter van de Kamp zu dem Schluss, dass sich dort 2 Planeten befinden müssten. Denn der Stern zog nicht einfach in einer geraden Linie über den Himmel, sondern wackelte hin und her. Der Grund dafür sollte die gravitative Störung der Planeten sein, die den Stern ein bisschen wackeln ließen. Die Entdeckung extrasolarer Planeten in den 1970er Jahren wäre eine große Sensation gewesen. Aber die Kollegen waren nicht überzeugt. Andere Astronomen zeigten, dass vermutlich ein technischer Fehler am Teleskop für das Wackeln des Sterns verantwortlich war. Aber van de Kamp war weiter von der Existenz seiner Planeten überzeugt. Zwei Stück, ungefähr halb so groß wie Jupiter sollten Barnards Stern umkreisen.

Die Sache blieb zweifelhaft, die Beobachtungen konnten nie bestätigt werden und es dauerte bis 1995, bevor der erste wirklich zweifelsfrei bestätigte extrasolare Planet entdeckt wurde. Eine Gruppe amerikanischer Astronomen hat nun noch einmal genau nachgesehen und kommt zu dem Schluß: van de Kamps Planeten existieren nicht. Sie haben Beobachtungsdaten aus den letzten 25 Jahren kombiniert und neu ausgewertet. Im Gegensatz zu van de Kamp haben sie sich nicht auf die Positionsänderungen des Sterns verlassen, sondern seine Radialgeschwindigkeit beobachtet. Auch mit dieser Methode misst man das Wackeln des Sterns, allerdings auf andere Art und Weise. Die Ergebnisse sind ziemlich deutlich:

barnard.png


Die grünen und gelben Punkte sind die Messungen. Wenn der Stern keine Planeten hat, dann sollten sie alle auf der Nulllinie in der Mitte des Diagramms liegen. Wenn van de Kamps Planeten existieren, dann sollten die Punkte dem Verlauf der blauen oder rote Linie folgen. Das tun sie aber nicht, sondern liegen tatsächlich - innerhalb der Fehlerbalken - auf der Nulllinie.

Komplett ausschließen können die Forscher die Existenz von Planeten natürlich noch nicht. Ganz kleine Planeten könnte es noch geben. Aber sicherlich nichts, was größer ist als ein paar Erdmassen. Und auf jeden Fall keine Planeten, wie sie van de Kamp gefunden zu haben glaubte.

Barnards Stern hat also keine Planeten. Aber er wird weiter ein interessantes Forschungsobjekt bleiben, auch weil er der Sonne immer näher kommt. In knapp 10000 Jahren wird er sich bis auf 3,8 Lichtjahre angenähert haben. Ich würde gerne wissen, was die Astronomen bis dahin so alles herausgefunden haben...


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03.Sep 2012 | 11:00

Die Landkarte der Physik

1939 hat Bernard H. Porter die optimale Fusion aus Geografie und Physik erschaffen:

"[A] map of physics, containing a brief historical outline of the subject as will be of interest to physicists, students, laymen at large; Also giving a description of the land of physics as seen by the daring sould who venture there; And more particularly the location of villages (named after pioneer physicists) as found by the many rivers; Also the date of founding of each village; As well as the date of its extinction; and finally a collection of various and sundry symbols frequently met with on the trip."

1939-map-of-physics-h2.jpg

Wirklich cool! Da würde ich gern mal Urlaub machen. Eine kleiner Wanderung von der Astronomie ganz im Westen bis hin zur Astrophysik im Osten und dann an Herschel, Newton und Ptolemäus an den Lichtstrand und ein wenig entspannen ;)

Eigentlich fehlen nur noch 2 Dinge: Eine hochauflösende Version dieser Karte, damit man sie als Poster für die Wand ausdrucken kann. Und eine aktualisierte Version, die die Entwicklung der Physik seit 1939 inkludiert. Seit damals haben die Wissenschaftler ja jede Menge Neuland entdeckt!


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02.Sep 2012 | 16:40

Terminkalender September

Da ich in den nächsten Monaten diverse Vorträge und Lesungen an diversen Orten halte, dachte ich, ich sag mal Bescheid, wo ich überall sein werde. Vielleicht sieht man sich ja irgendwo.

  • 12.September, Seeheim-Jugenheim: Am 12 und 13 September finden die Bergsträsser Weltraumtage statt. Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie gibt es dort jede Menge populärwissenschaftliche Vorträge über Astronomie - zum Beispiel über die Suche nach Außerirdischen, den Bau eines Weltraumfahrstuhls oder die Geschichte der Raumfahrt in Kinofilmen. Ich werde dort am 12. September um 20 Uhr einen Vortrag zum Thema "Krawumm - Wahre und falsche Weltuntergänge" halten und dabei auch aus meinen Büchern vorlesen.

  • 25. September, Solingen: Am 25. September um 19.30 werde ich in der Sternwarte Solingen einen Vortrag zum Thema "Weltuntergang 2012? Keine Panik!" halten.
  • 24-28 September, Hamburg: Von 24 bis 28. September findet in Hamburg die große Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft statt. Dort werde ich zwar keinen Vortrag halten, aber trotzdem anwesend sein (zumindest von 26. bis 28., vorher muss ich ja noch nach Solingen). Wird sicher interessant und vielleicht sieht man sich ja!



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02.Sep 2012 | 15:26

Ein Krawumm geht um die Welt (21): Москва́

Letztes Mal war das Krawumm auf seiner Reise durch die Welt bei der chinesischen Mauer angelangt. Und wenn wir schon mal bei den großen Sehenswürdigkeiten sind, dann passt auch dieses Foto von Leser Robert. Krawumm in Moskau!

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Was bisher geschah: Teil 1: Die staubige Fabrik, Teil 2: Rindviecher, Teil 3: Das Krawumm will hoch hinaus, Teil 4: Eishockey und Nobelpreis, Teil 5: Der Weltskeptikerkongress, Teil 6: James Randi!, Teil 7: Bulgarische Berge, Teil 8: Auf hoher See, Teil 9: Das Buch im Transit, Teil 10: Der Berliner Flughafen, Teil 11: Flauschige Eichhörnchen, Teil 12: Der Bund fürs Leben, Teil 13: Der weiße Gott, Teil 14: Besuch auf Tatooine, Teil 15: Bei den alten Römern, Teil 16: Gaudi in Barcelona, Teil 17: Geysire im Yellowstone-Park, Teil 18: Urlaubslektüre in Antalya, Teil 19: Das Unheil kommt von oben, Teil 20: Die chinesische Mauer
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18.Apr 2014 | 23:30

Video of Falcon 9 Reusable Test Vehicle Flight


Video Caption:
  Video of Falcon 9 Reusable (F9R) taking its first test flight at our rocket development facility. F9R lifts off from a launch mount to a height of approximately 250m, hovers and then returns for landing just next to the launch stand. Early flights of F9R will take off with legs fixed in the down position. However, we will soon be transitioning to liftoff with legs stowed against the side of the rocket and then extending them just before landing.

The F9R testing program is the next step towards reusability following completion of the Grasshopper program last year (Grasshopper can be seen in the background of this video). Future testing, including that in New Mexico, will be conducted using the first stage of a F9R as shown here, which is essentially a Falcon 9 v1.1 first stage with legs. F9R test flights in New Mexico will allow us to test at higher altitudes than we are permitted for at our test site in Texas, to do more with unpowered guidance and to prove out landing cases that are more-flight like.

18.Apr 2014 | 23:13

SpaceX Launches Dragon to Space Station

A Falcon 9 carries a Dragon spacecraft to the International Space Station. (Credit: NASA TV)

A Falcon 9 carries a Dragon spacecraft to the International Space Station. (Credit: NASA TV)

The SpaceX Falcon 9 rocket, carrying the Dragon spacecraft loaded with nearly 5,000 pounds of supplies and experiment hardware for the International Space Station’s Expedition 39 crew, lifted off at 3:25 p.m. EDT Friday from Launch Complex 40 at the Cape Canaveral Air Force Station in Florida.

 

Friday’s launch of the third SpaceX commercial resupply services mission sent the Dragon space freighter on a course to rendezvous with the station Sunday morning. Commander Koichi Wakata and Flight Engineer Rick Mastracchio will capture Dragon using the Canadarm2 robotic arm at 7:14 a.m. to set it up for its berthing to the Earth-facing port of the Harmony module. Live NASA Television coverage of Sunday’s Dragon activities begins at 5:45 a.m. and returns at 9:30 a.m. for coverage of the berthing of Dragon to the Earth-facing port of the Harmony node.

 

18.Apr 2014 | 15:30

Report: California Should Improve Business Environment for Aerospace

California_Great_SealCalifornia Aerospace Industry Economic Impact Study Summary

A.T. Kearney

Aerospace is one of California’s most important sources of jobs and revenues. The state must take steps to support it into the future.

California has been at the forefront of the aerospace industry for more than a century.1 California-based aerospace businesses and government organizations play crucial roles in commercial, civil, and national security programs, and the industry is a crucial source of high-paying jobs, tax revenues, and technological innovation.

A.T. Kearney recently conducted an independent study on the aerospace industry’s impact on California’s economy. This study shows the importance of this industry’s revenue impact, employment impact, and share of the global aerospace market.

Quantifying Aerospace’s Impact

In 2012, California accounted for $62 billion in aerospace industry revenues, 9 percent of the global market and 21 percent of the U.S. market (see figure 1). Within several specific sectors, California also plays a leading role in the national and global economy, particularly in space instrumentation, satellite services, satellite manufacturing, and engineering services.

Kearney_California_Aerospace_2014_World_Market
At the same time, aerospace is a crucial component of California’s economy, both as a significant source of high-paying jobs and as an incubator for technological innovation. It is one of California’s largest industries, with annual revenues equal to the prominent agriculture and entertainment industries combined. Including the $38.8 billion in indirect revenues it feeds to adjacent industries, the industry’s total economic impact is more than $100 billion.

Aerospace is also an impressive source of jobs. The industry directly or indirectly accounts for 510,000 jobs in California—203,000 directly, including commercial, military, and civilian employment, and 307,000 in indirectly related industries such as finance, real estate, construction, and transportation (see figure 2). Aerospace is also a major source of tax revenue. With aerospace wages rating in the top 3 percent of all industries, California generates $2.9 billion in personal income tax revenue associated with direct and indirect employment.

Kearney_California_Aerospace_2014_Revenues
California’s Competitiveness

California enjoys several sources of competitive advantage. The state is home to companies with strong global positioning, a highly skilled workforce, leadership in major segments, and a concentrated ecosystem of companies that enable opportunities for innovative collaboration. The state’s many technical universities provide a pipeline of skilled labor.

However, aerospace in California also faces competitive challenges and weaknesses. Decreases in government spending, tax and regulatory constraints, the rising cost of living, and high real estate costs deter commercial investment. Persistently tight environmental controls and a challenging regulatory environment have left many businesses with the perception that there is political indifference toward the industry within California’s state government. Although attention by the state legislature is improving—demonstrated through proposed bills that provide tax credits for hiring aerospace workers and partial tax exemptions for aerospace companies—government support in California lags many other states.

In fact, California ranks low in terms of cost competitiveness and overall ease of doing business (see figure 3). For example, Texas and Washington offer low corporate income tax and no personal income tax, while providing a stable business climate and skilled work force. Many high-profile corporations have relocated their operations to new states. Recent examples include Northrop Grumman, which moved its headquarters to Northern Virginia; Raytheon Space and Airborne Systems, which moved its headquarters to McKinney, Texas; and Boeing, which moved two aircraft modernization programs, for the C-130 Hercules military transport aircraft and the B-1 bomber, from Long Beach to Oklahoma City.

Kearney_California_Aerospace_2014_Taxes_Wages
Recommendations

California’s leaders can take steps not only to sustain the state’s aerospace industry, but also to foster growth. These actions include:

  • Develop economic, tax, and industrial policies that are competitive with other states to encourage commercial investment in California
  • Streamline regulatory constraints and provide tax incentives at the state level
  • Lobby at the federal level for more government-funded work
  • Invest in science, technology, engineering, and math (STEM) education within schools and universities
  • Help industry attract and retain talent
  • Offer guidance for managing environmental hurdles specific to California

Economic and political forces have brought dramatic changes to the aerospace industry over the past 25 years. These forces will continue to shape the industry’s role in California’s economy over the coming decades. Now is the time to take action.

The full California Economic Impact report provides more in-depth analysis of the space and aircraft industry trends, the supply market, customers, and economic impact. It also more closely examines California’s overall competitiveness. For the full report, please contact the authors.

17.Apr 2014 | 21:18

Cyclone-4 Development Not Affected by Ukraine Turmoil

Cyclone-4 first and second stages. (Credit: Alcantara Cyclone Space)

Cyclone-4 first and second stages. (Credit: Alcantara Cyclone Space)

Cyclone-4 Project Status Update
Via Alcantara Cyclone Space

The current events in Ukraine have not impacted the Cyclone-4 Project development. Currently, the Launch Vehicle development is progressing as scheduled, and it will be ready for delivery to Alcantara in the second half of 2015.

Cyclone-4 payload fairing separation test. (Credit: Alcantara Cyclone Space)

Cyclone-4 payload fairing separation test. (Credit: Alcantara Cyclone Space)

A significant portion of the Launch Site civil construction activities has been completed as well. Most of Ground Support Equipment has been contracted, and some has already been received in Alcantara.

Cyclone 4 launch pad under construction. (Credit: Alcantara Cyclone Space)

Cyclone-4 launch pad under construction. (Credit:Alcantara Cyclone Space)

Azovmash, one of ACS’s main contractors responsible for development, manufacturing and delivery of many key systems required for the Cyclone-4 Launch Site operation, has published a press release on their website informing about the current status of their activities under the Cyclone-4 Project.

Cyclone 4 second stage main engines undergoing  electropneumatic testing. (Credit: Alcantara Cyclone Space)

Cyclone-4 second stage main engines undergoing electropneumatic testing. (Credit: Alcantara Cyclone Space)

According to the press release, the major part of the Cyclone-4 systems under Azovmash’s responsibility has already been manufactured, and the other part is at the final stage of fabrication. All activities are on schedule.

Cyclone 4 upper stage main engine structural test. (Credit: Alcantara Cyclone Space)

Cyclone-4 upper stage main engine structural test. (Credit: Alcantara Cyclone Space)

Alcantara Cyclone Space (ACS) is a binational Ukraine-Brazil company created for development and operation of the Launch Complex and launching the Ukrainian Cyclone-4 Launch Vehicle from the Alcantara Launch Center in Brazil to provide space launch services for the Governments of Brazil and Ukraine, as well as for commercial customers.

Cyclone_4 processing complex under construction at the Alcantara Launch Center in Brazil. (Credit: Alcantara Cyclone Space)

Cyclone_4 processing complex under construction at the Alcantara Launch Center in Brazil. (Credit: Alcantara Cyclone Space)

Yuzhnoye  of Ukraine is responsible for designing the Cyclone-4 Launch Vehicle and its ground support equipment and integration of spacecraft with launch vehicles. Yuzhmash of Ukraine is responsible for preparation of the industrial base and manufacturing of the Cyclone-4 launch vehicle and ground support equipment elements.

Ukraine_logoThe State Space Agency of Ukraine (SSAU) is responsible for implementation of the long-term cooperation on utilization of the Cyclone-4 Launch Vehicle at the Alcantara Launch Center.

The Brazilian Space Agency (AEB) is responsible for implementation of the long-term cooperation on utilization of the Cyclone-4 Launch Vehicle at the Alcantara Launch Center, and is also responsible for development of the General Infrastructure for the Cyclone-4 launches.

17.Apr 2014 | 20:41

Head of RSC Energia Targeted in Criminal Investigation

Energia_logoThe Russian Investigative Committee, that nation’s equivalent of the FBI, has opened a criminal probe into the conduct of RSC Energia President Vitaly Lopota for alleged abuse of office, according to media reports.

Detectives found that “in 2010, Lopota who performed managerial functions at RSC Energia gave instructions to the leadership of its subsidiary, an experimental machine-building plant of RSC Energia, to grant loans to two companies participating in commercial space project Sea Launch.”

“These monetary funds should have been used as advanced payments on contracts for producing piloted spaceships within state-funded and other contracts. Meanwhile, loans were extended to affiliated organizations on terms unprofitable for Energia,” Markin said.

Thus, “Lopota’s misuse of powers in violation of interests of RSC Energia entailed major losses of more than 41 million rubles (around $1.1 million) to the state, which owns a 38% stake in Energia.

Lopota has denied the charges, claiming the investigation is based on distorted results.

“What we see now is happening under the pressure of competitors, the agenda driver forces that are deliberately distorting the results of the inspections carried out at RSC,” Lopota told ITAR-TASS in comments on the Investigative Committee’s decision to open criminal proceedings against him. “A manipulation of documents is going on.”

This situation was staged by the commission set up under the previous leadership of the Roscosmos Space Agency, he went on.

Simultaneously with the commission’s work, as it was looking into transparency of the corporation’s operation, the Audit Chamber and independent experts were conducting an inspection of their own,” reporting “excellent appraisal of the company’s activity.” “It is only the Roscosmos commission that can be blamed for distorting this appraisal,” Lopota said.

It’s difficult to know what to make of these claims. There is so much corruption in the aerospace and defense sectors — and Russia in general — that it’s hardly a surprise that allegations are being made.

However, did Lopota really commit a criminal act here? The loans supposedly lost money for Energia because the terms were too favorable. Is that really a crime? Were there kickbacks involved? Did Lopota and other individuals materially benefit? Or could the loans have been unfavorable in the short run for Energia, but a good long-term investment in keeping the recipient companies in operation?

I have a hard time trying to judge the accuracy of any sort of criminal charges against anyone in Russia. The legal systems seems so corrupt that the leadership can throw anyone in jail for almost any reason. And they have done so in the past.

RSC Energia is the leading rocket and space company in Russia. Is this an effort by the Russian government to gain control over the company, as has happened in other industries? Are they trying to oust the president, put someone else in, and increase the government’s share in Energia?

18.Apr 2014 | 19:39

Kleinplanet (7984) 1980 SM heißt jetzt (7984) Marius

Der von der tschechischen Astronomin Zdeňka Vávrová entdeckte Kleinplanet (7984) 1980 SM wurde jetzt zu Ehren des fränkischen Astronomen Simon Marius vom für die Benennung von Kleinplaneten, Kometen und natürlichen Satelliten zuständigen Komitee der Internationalen Astronomischen Union (IAU) offiziell mit der Bezeichnung (7984) Marius versehen.
18.Apr 2014 | 12:00

EgyptSat 2 nach Start auf Sojus U im All

Der Erdbeobachtungssatellit EgyptSat 2 für Ägypten wurde am 16. April 2014 auf einer russischen Sojus-U-Rakete vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan aus in den Weltraum transportiert.
16.Apr 2014 | 22:31

Gum 41 - Eine rötlich leuchtende Wolke im Weltraum

Eine am heutigen Tag von der Europäischen Südsternwarte veröffentlichte Aufnahme zeigt eine im Sternbild Zentaur gelegene Ansammlung von Wasserstoff. Die von mehrere im Inneren der Wasserstoffwolke gelegenen Sternen ausgehende Strahlung regt das die Sterne umgebende Gas zum Leuchten an. Dies führt dazu, dass sich die Wolke in einem rötlichen Farbton präsentiert.
15.Apr 2014 | 23:04

Die falsche Meldung am richtigen Tag

Am 12. April 2014 hielt Andreas Weise im Rahmen der Yuri`s Night 2014 in Wien einen Vortrag mit dem Titel „Vergessene Kosmonauten“. Das Skript basiert auf dem folgenden Artikel – hier erstmalig veröffentlicht.
14.Apr 2014 | 23:12

ExoMars-Rover: Die Auswahl der Landezone hat begonnen

Im Januar 2019 soll der ExoMars-Rover auf dem Mars landen und in den folgenden Monaten nach Hinweisen auf früheres Leben auf unserem äußeren Nachbarplaneten suchen. Im Rahmen eines Workshops wurde die Liste der eventuellen Landeplätze dieses Rovers jetzt auf vier verbleibende Kandidaten eingegrenzt.
14.Apr 2014 | 15:20

Die erste Woche im Marshabitat

Bereits seit einer Woche bin ich auf dem Mars - aber es fühlt sich an, als wären wir erst gestern angekommen. Unsere "Landung" am Freitag, 28. März, war ziemlich turbulent: kurz vor Sonnenuntergang, bei strömendem Regen, starkem Wind und nur 10 Grad Celsius... Fast wie bei einem Sandsturm auf dem Mars. Wir luden unser gesamtes Gepäck aus und gaben den Journalisten von der Universität von Hawaii unsere letzten Interviews im Regen. "Viel Glück - wir sehen uns in vier Monaten", sagte Dr. Binsted, als sie unser Habitat verließ. Und unsere Mission begann!
14.Apr 2014 | 12:20

Raumfahrt ist Teamarbeit

Im Columbus-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen an der EUROCOM-KonsoleWenn wir aus dem Columbus-Kontrollzentrum (Col-CC) über die letzten Entwicklungen auf der Internationalen Raumstation ISS berichten, dann tun wir das nicht nur als eines der fünf Hauptkontrollzentren der ISS, sondern auch als eines der verschiedenen Kontrollzentren, die auf europäischer Seite für die Raumstation arbeiten.
09.Apr 2014 | 15:00

Mission HI-SEAS: Leben wie auf dem Mars

Crew der Mission HI-SEASFür vier Monate hat sich Lucie Poulet von der Außenwelt verabschiedet: Die Wissenschaftlerin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) nimmt als Crewmitglied an einer Marssimulation der University of Hawaii at Manoa teil. Bei der zweiten Mission des Hawaii Space Exploration Analog und Simulation (HI-SEAS)-Programms wird die 28-Jährige unter anderem erforschen, welchen Einfluss Licht in unterschiedlichen Wellenlängen auf Pflanzen hat. Zeitgleich wird sie aber vor allem auch Beobachtungsobjekt sein - mit dem Habitat untersucht die University of Hawaii, wie sich die sechs Missionsteilnehmer in der mehrmonatigen Isolation verhalten und wie sie zusammenarbeiten. In diesem Blog berichtet Lucie Poulet, wie ihr Leben auf dem "Mars" abläuft.
09.Apr 2014 | 12:40

Energieabhängigkeit: Welche Alternativen gibt es zum russischen Gas?

Eine Betrachtung von Jan Oliver Löfken, Wissenschaftsjournalist und DLR-Energieblogger

Mit der Krim-Krise wächst in Deutschland das Unbehagen, zu sehr von russischen Energieimporten abhängig zu sein. Dank neuer Pipelines wuchs 2013 der Anteil russischen Gases am deutschen Bedarf sogar auf 38 Prozent. Zusammen mit ebenfalls hohen Importanteilen an Erdöl (34 %) und Steinkohle (23 %) machen Energieträger von jenseits des Urals fast ein Viertel (23 %) der deutschen Energieversorgung aus. Gibt es überhaupt Alternativen zu diesen Importen? Und wie viel Zeit wäre für eine umfassende Umstellung auf andere Energielieferanten nötig?
27.Mar 2014 | 17:30

Sojus zieht "Warteschleifen"

Sojus-RaumschiffUnsere arme zukünftige Crew! Eigentlich hatten sie mit einem "schnellen Ritt" zur Internationale Raumstation ISS mit ihrem Sojus-Raumschiff gerechnet: Nach nur vier Erdumkreisungen an die ISS andocken, und aus dem engen Raumschiff in die schier unendlichen Weiten der Raumstation entfliehen wollen. Aber die Technik hat ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht: Ein Datenelement der Sojus-Kapsel hatte nicht zum rechten Zeitpunkt den richtigen Wert - und schon ist das Andocken auf 34 Erdorbits hinausgeschoben - donnerstagabends…
09.Mar 2014 | 12:01

Musk macht dem Falcon Beine

Sollten Sie - wie ich - ein Fan von Science Fiction B-Filmen aus den 50iger Jahren sein, dann kennen sie den Plot. Der geht, jetzt mal ganz generisch, so: Das Raumschiff X-7 mit Professor Scatterbrain, seiner schönen Tochter Gwendolyn (Biologin), dem brillianten und in Gwendolyn verknallten (er weiß es aber noch nicht) Wissenschaftler Dr. Jeffrey Quantumleap und dem (noch unerkannten) Schurken Hellonious Greedhead (getarnt als Bordingenieur) startet zum Planeten Metares 3 (Zweiter Spiralarm, dritter Quadrant, vierter Sektor rechts). Der Professor vermutet dort ein gewaltiges Vorkommen von Cavorit, das er fürderhin zum Wohle der Menschheit einzusetzen gedenkt. Greedhead vermutet das auch, und gedenkt es fürderhin zum Zwecke seiner persönlichen Bereicherung zu verwenden. Auf Metares 3 stoßen sie auf Einheimische, die genau so aussehen wie sich Hollywood-Südseeinsulaner vorstellt (Frauen in knappen Bikinis, Männer im Lendenschurz). Greedhead will sie umbringen, Quantumleap will sie schützen, der Professor ist überfordert, Gwendolyn fällt in Ohnmacht, Getümmel, Verfolgung, Gemetzel. Der Schurke wird besiegt, alles ist wieder paletti und alle drei (Greedhead muss als Leibsklave des Eingeborenenhäuptlings zurückbleiben) düsen wieder zurück zur Erde.

Destination Moon

"Destination Moon", SF-Movie aus dem Jahre 1950.

Das alles wurde - das Budget war mager - an Wochenenden in den nicht mehr benötigten Kulissen der A-Filme gedreht. Mit Schauspielern aus der C-Riege. Auch für die Trickeffekte war kaum Geld da, deshalb ließ man die Aufnahmen vom Start der  X-7 für die Landungen auf Metares und zurück auf der Erde einfach rückwärts ablaufen. Eine Startrampe befand man für unnötig. Das Ding startete auf seinen drei, vier oder fünf Beinen und landete auf diesen auch wieder.

Um diese wunderbare Landetechnik zu bewundern brauchen Sie zukünftig nicht mehr die CD mit "Metares 3 antwortet nicht" aus der Kommode zu kramen. Und das liegt mal wieder an Elon Musk, dem "Leading Guru" für Solartechnik (Solar City), Elektroautos (Tesla) und wiederverwendbare Trägerraketen (SpaceX).

Elon Musk hatte es schon vor Jahren angekündigt, und dafür die hämischen Kommentare der etablierten Raumfahrtfirmen geerntet: Jede Falcon ab der Version 9 v1.1, die für diesen Zweck genügend Treibstoffreserven mitführen kann, wird zukünftig einen Landeversuch unternehmen. Dies war schon beim Erstflug der Falcon 9 v1.1 der Fall, die im vergangenen September den kanadischen Cassiopee-Satelliten in den Orbit brachte. Nach der Stufentrennung war erstmals in der Geschichte der Raumfahrt probeweise ein "Boost back"-Manöver durchgeführt worden, also eine erneute Triebwerkszündung der ersten Stufe um einen Rückflug in Richtung Startstelle einzuleiten. Unmittelbar über der Wasseroberfläche erfolgte dann eine zweite Zündung, um die Fallgeschwindigkeit der Stufe auf Null zu reduzieren. Das klappte allerdings nicht so ganz. Die Stufe geriet in der Endphase des Abstiegs in Drehung, was dazu führte, dass die Treibstoffe an die Tankwände gepresst wurden. Daraufhin brachen die Schwappspanten, das Triebwerk (es lief nur die zentrale Einheit) saugte Metallteile an und schaltete kurz über der Wasseroberfläche ab. Die Stufe schlug mit etwa 100 Kilometern pro Stunde auf dem Wasser auf und ging zu Bruch.

Was der Zufriedenheit der SpaceX-Leute allerdings keinen Abbruch tat. Niemand rechnet damit, dass dieses komplexe Manöver schon bei den ersten Versuchen von Erfolg gekrönt wird. Dafür war die Rakete auch noch gar nicht vollständig ausgerüstet. Jetzt hat SpaceX aber alle notwendigen Puzzle-Teile beisammen, um eine Rückführung der ersten Stufe nach einer Raumflugmission ernsthaft zu versuchen. Beim Start zur CRS-3 /Spx-3 Mission (einem Versorgungsflug mit der Dragon-Kapsel zur Internationalen Raumstation) am 17. März wird nur etwa 70 Prozent der Nutzlastkapazität der Falcon 9v 1.1 benötigt. Das lässt wieder Spielraum für einen Landeversuch. Der wird erneut - schon aus Sicherheitsgründen - im Wasser erfolgen. Dieses Mal vor der Küste von Cape Canaveral im Atlantik. Die Wahrscheinlichkeit, dass SpaceX die Stufe intakt aus dem Ozean fischt ist auch dieses Mal gering. Elon Musk schätzt die Chancen für einen Erfolg auf etwa 30 Prozent. Erstmals werden dabei auch Landebeine zum Einsatz kommen (so wie auf dem Bild hier sehen die übrigens in angelegtem Zustand aus).

Landebeine

Die Landebeine der Falcon 9 in angelegtem Zustand

Die für die Bergung entscheidenden Manöver ereignen sich alle nach der Trennung der ersten von der zweiten Stufe. Bis dahin soll die Mission verlaufen, wie jeder andere Orbital- oder Sondenstart auch. Die Landebeine sind in der ersten Flugphase aus aerodynamischen Gründen noch an den Rumpf angelegt und haben keine Funktion.Die Serie der Manöver, die letztendlich zur weichen Landung führen sollen, beginnt erst  nach der Trennung. Während die zweite Stufe mit der Dragon-Raumkapsel den Aufstieg in den Orbit fortsetzt, wird das Lageregelungssystem der ersten Stufe die Antriebseinheit zunächst um 180 Grad drehen.Kurz darauf beginnt das so genannte „Boost Back Manöver“. Drei der neun Merlin 1D- Triebwerke zünden erneut, und bringen die Stufe, die sich bis dahin mit einer Geschwindigkeit von über 6.000 Kilometer pro Stunde auf den Atlantik hinausbewegt, erst auf Gegenkurs und schalten dann wieder ab.

Falcon 9 und Dragon

Die Kombination aus Falcon 9 und der Dragon - Raumkapsel wird für den Start vorbereitet

Die Stufe steuert nun im Freien Fall auf ein vorbestimmtes Landegebiet zu, und wird dabei durch die zunehmende Luftreibung in den tieferen Schichten der Atmosphäre immer weiter abgebremst. Ihre Raumlage wird in dieser Phase durch ein Lagekontrollsystem stabil gehalten. Schließlich bewegt sich die Stufe mit einer Geschwindigkeit, die als „Terminal Velocity“ (Grenzgeschwindigkeit) bezeichnet wird. Ein Objekt erreicht seine Grenzgeschwindigkeit dann, wenn sich ein Gleichgewicht der einwirkenden Kräfte bildet und keine weitere Beschleunigung gleich in welche Richtung mehr erfolgt. Bei einem freien Fall durch Luft ist die Grenzgeschwindigkeit erreicht, wenn die Gravitationskraft durch die Luftreibung kompensiert wird. Die "Terminal Velocity" ist bei der Falocn 9-Erststufe nicht bekannt. Sie dürfte aber bei etwa 350-400 Kilometern pro Stunde liegen.

Die Schlusszündung wird in einer Höhe von weniger als 1.000 Meter über der Wasseroberfläche beginnen, diesmal mit nur noch einem aktiven Triebwerk. Mehr ist nun mehr nicht nötig, denn die Tanks sind fast, aber nur fast, leer. Es wird keine Nutzlast mehr transportiert und das Vehikel wiegt zu Beginn der Zündungweniger als 25 Tonnen (beim Start wog die erste Stufe mehr als 400 Tonnen). Das Triebwerk wird nur noch etwa 15 Sekunden laufen. In dieser zweiten Brennphase nach der Stufentrennung werden die Landebeine ausgeklappt und danach ein Landemanöver wie auf festem Boden simuliert. Die Endgeschwindigkeit mit der die Wasseroberfläche erreicht wird, müsste im Idealfall beiNullliegen.

Destination Moon II

Filmplakat "Destination Moon"

Wie gesagt, die Wahrscheinlichkeit, dass das alles perfekt abläuft, ist gering. Gesteuerte Abstiege dieser Art werden auch bei den folgenden Missionen so lange über Wasser geübt, bis das Landeverfahren sicher beherrscht wird. Danach will Elon Musk mit Landungen auf festem Boden beginnen.

P.S. Das erste Bild dieses Beitrags, sowie das Bild links, stammen aus dem Film „Destination Moon“. Der kein B-Movie, sondern ein – für die Ansprüche des Jahres 1950 – unglaublich teurer A-Film war. Die Produktionskosten betrugen seinerzeit 500.000 Dollar. Schauen Sie ihn sich ruhig mal an. Er ist faktentreu, fast schon prophetisch in seinen Aussagen (vieles ist heute aktueller denn je) und im Gegensatz zu praktisch jedem „modernen“ Film (einschließlich Gravity) stimmt die Physik bis ins Detail.

26.Feb 2014 | 22:50

Yuris Night zu Gast im Technischen Museum Wien

Wie jedes Jahr veranstaltet "Der Orion" auch heuer am 12. April Yuris Night in der zweitgrößten deutschsprachigen Stadt der Welt. Dieses Mal findet sie in einer ganz besonders reizvollen Umgebung statt: im Technischen Museum der österreichischen Metropole. Wie praktisch jedes große öffentliche Gebäude im Herz der Donaumonarchie, das zwischen 1848 und 1916 errichtet wurde, hat auch hier Kaiser Franz Josef I den ersten Spatenstich getan. Und was man dem Museum damals wie heute wegen des historisierenden Stils nicht ansieht: es ist ein Stahlbetonbau. Seinerzeit das Non-Plus-Ultra der Bautechnik.

Technisches Museum

Die Grundsteinlegung erfolgte am 20. Juni 1909. An sich sollte das Gebäude bis 1914 fertiggestellt sein, aber der erste Weltkrieg verhinderte das. Bei der Einweihung im Mai 1918 war Franz Josef schon eineinalb Jahre tot und die Donaumonarchie in der Auflösung begriffen.

Die gewaltige Haupthalle nimmt beeindruckend massive Maschinen und Vorrichtungen auf. Traditionell hat die Sammlung ihren Schwerpunkt in den Bereichen Energietechnik und Bergbau, Alltag und Umwelt, Verkehrstechnik und Musikinstrumente. Das Museum bietet aber noch jede Menge anderer, teilweise ziemlich abgefahrener Themen. So gibt es eine beeindruckende Sammlung von Hüten und Helmen, deren Träger vom Blitz getroffen wurden. Besonders den Kindern merkt man an, dass hier, beim Betrachten der Verkokelungen, Einschlaglöcher und Schmauchspuren einiges an Kopfkino abgeht.

Kurios bis gruselig ist im selben Bereich auch die Sammlung des Wiener Arztes Stefan Jelinek: Bilder durch Blitzschlag abgetrennter Gliedmaßen, Brandspuren am Körper und Auswirkungen eines Blitzschlages auf die Physiognomie eines Menschen (sofern sie es überlebt haben). Das ganze ist mit liebevoll detaillierten Texten untermalt. Jelinek war in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts iungeheuer populär. Er war der Begründer der „Elektropathologie“, die sich mit der dunklen Seite der Elektrotechnik befasste. Sein legendärer Lehrsatz lautete: Beim Strom- und Blitzunfällen so lange Reanimationsversuche anstellen, bis Totenflecke auftreten. Erst dann darf man aufgeben.

Überhaupt kommt die Wiener Liebe zum Morbiden überall durch. Auch im Deutschen Museum in München erfährt man ja einiges über Kohleabbau. Aber nur in Wien gibt es dazu schauerlich schöne Bilder von Staublungen zu bewundern.

Für die Bearbeitung des Themas „Weltraum“ war das Wiener Technische Museum bislang allerdings weniger bekannt. Um ehrlich zu sein: Das Gebiet war nicht vertreten, sieht man mal von Franz Viehböcks (Österreichs erstem und einzigem Kosmonauten) Raumanzug mal ab. Mit der Sonderausstellung SPACE, die seit einigen Monaten besteht und noch über Yuris Night hinaus läuft, ändert sich das. Sie ist klein aber fein, und den Besuch können wir allen Weltraumfreunden nur ans Herz legen. Auch sie hat eindeutig einen "Wiener Touch" und das beginnt schon damit, dass es da drin „a weng duster“ ist, und die Objekte ziemlich klein beschriftet sind. Das mag aber ein jüngerer Mensch als ich, ausgestattet mit besseren Sinnen, anders beurteilen.

Als ich mir die Ausstellung vor ein paar Wochen anschaute und grade vor einem hübschen Modell der Internationalen Raumstation stand, stellte sich ein Papa mit etwa siebenjährigem Sohn neben mich. Der Junge guckte sich das Modell an und fragte den Papa, was denn das sei. Der Vater: "A Raumstation". Der Junge: "uund wööiche?". Und der Vater, das Modell mit suchenden Blicken abtastend, mit fester Stimme (man will sich ja vor dem Nachwuchs keine Blöße geben): "Das ist die Raumstation Mir". Ich hielt den Mund und suchte selber nach der Beschriftung. Die gab‘s tatsächlich, weist auch tatsächlich darauf hin, dass es die Internationale Raumstation ist, aber halt sehr, sehr klein, und in der Finsternis kaum zu erkennen.

Der Kenner der Raumfahrtabteilung des Deutschen Museums findet auch eine nette Leihgabe der Münchner an die Wiener wieder, nämlich eine Astris-Oberstufe der unglücklichen Europa 1-Rakete. Und dann gibt es einen kleinen Raketenpark, Modelle von Raumfahrtträgern, deren Beschriftung behauptet, sie wären im Maßstab 1:25 abgebildet. Hier zeigten sich einige Besucher denn doch ein wenig überrascht darüber, dass weltweit die Trägerraketen allesamt offensichtlich exakt gleich groß sind. Tatsächlich schwankt der Maßstab wohl irgendwo zwischen 1:20 und 1:50. Aber so pingelig, um daran Anstoß zu nehmen, kann ja wohl nur ein Piefke sein.

Zum Thema "Space", dachten sich die Wiener, gehört auch Science Fiction, und so zeigen sie auf einem Bildschirm ein Medley aus SF-Filmausschnitten. Damit der Ton die anderen Besucher nicht stört, kann man sich dazu Kopfhörer nehmen. Als ich dran vorbeikam standen vor diesem Bildschirm zwei schockstarre kleine Jungs mit den Micky-Mäusen auf dem Kopf. Die Augen vor Entsetzen kreisrund sahen sie sich gerade einen Ausschnitt aus „Mars Attacks“ an. Die Stelle, an der den Marsianern das Gehirn platzt.

Die Eltern der Kleinen waren wohl eben auf ein Achtel Veltliner ins Beisel gegangen. Und das, also das Restaurant, befindet sich im Erdgeschoß des Museums. Es gibt dort leckere Gerichte. Die bekommt man allerdings nur, wenn man das Glück hat, von einem der vier Kellner wahrgenommen zu werden, die sich um die knapp 40 Plätze kümmern....sollten. Mir gelang das schon nach kaum 30 Minuten, nachdem es ihnen wegen meines zunehmend wilderen Herumgehampels beim besten Willen nicht mehr gelang, mich zu übersehen. Ich bestellte einen Hamburger mit Chips, und der war wirklich ein Gedicht. Bestes Rindfleisch, Salat, Tomate, knuspriger Speck,angeschmolzener Gouda, knusprig gebratenes Brötchen und krosse Kartoffelchips mit einer delikaten Chilisoße. Den brachte mir allerdings eine Frau aus der Küche, offensichtlich die Köchin. Sie musste mich erst unter den Gästen ausfindig machen. Die vier Kellner waren anderweitig beschäftigt. Die fielen sich beim verzweifelten Versuch, ihre Kundschaft zu ignorieren, fast gegenseitig vor die Füße.

Aber das sind Kleinigkeiten, die über das wirklich faszinierende Ambiente nicht hinwegtäuschen sollen. Am 12. April gibt es dort jedenfalls Raumfahrt bis zum Abwinken, und zwar ganztägig. Tagsüber findet der erste "SpaceUp Vienna" statt - Informationen, Programm und Anmeldung gibt es hier. Auch diesen Event organisiert „Der Orion“ in Zusammenarbeit mit seinen Partnern.

Und wer Angst hat, von den Kellnern im Restaurant übersehen zu werden: „Der Orion“ stellt abends bei der Hauptveranstaltung wie üblich Snacks und Getränke zur Verfügung – kostenlos übrigens - und verhindert auf diese Weise gefährlichen Unterzucker.

Die Planung für beide Ereignisse, den Spaceup und die Abendveranstaltung läuft auf Hochtouren. Das vorläufige Programm findet sich hier.

Wer sich dafür interessiert und/oder sowiesoschon immer mal nach Wien wollte: Schnell buchen. Wien ist kurz vor Ostern schon unter normalen Umständen immergut gebucht. Zusätzlich findet gerade um Yuris Nightauch noch der City-Marathon statt.Da wird es dann selbst in der zweitgrößten deutschsprachigen Stadt der Welt "a weng eng".

04.Nov 2013 | 00:01

Gravity – Film mit Gewicht

Die „Trekkies“ kennen das: Der Weltraum ist ein Dorf und alles liegt irgendwie gleich um die Ecke. Und Physik ist was für Weicheier. Kurz mal auf den Warp 8 – Knopf gedrückt, und Sekunden später ist man am Ende der Galaxis. So geht das und so kennt man das bei Kirk & Co und so ähnlich muss es dann wohl auch bei der NASA sein.

Bild 5 - Gravity CR collectspace

Gravity: Fast ein Einpersonenstück für Sandra Bullock. Quelle: Collectspace

Auch in Alfonso Cuarons Film ist alles, was wir aus der bemannten Raumfahrt kennen, in Fußgängerreichweite aufgereiht: Hubble Space Telescope (HST), die ISS und  die chinesische Tiangong-Raumstation. Was stören uns Inklination und Rektaszension,  Apogäum und Perigäum, die Bahnmechanik generell, Johannes Kepler und sein Geschwurbel und was es sonst noch unwichtigen Kram gibt, mit dem die NASA immerzu angibt. 99,8 Prozent aller Zuschauer haben nicht den leisesten Dunst, was da draußen wirklich abgeht und die darf man - nur für die Zwecke eines Kino-Movies - mit derlei Schmonzes nicht überbelasten.

Der Film beschäftigt genau eineinhalb Schauspieler, nämlich Sandra Bullock als Dr. Ryan Stone und George Clooney, als den alten Raumfahrt-Haudegen Matt Kowalski, der sich auf seiner letzten Mission befindet. Clooney/Kowalksi ist der halbe Schauspieler, denn er wird sich in der Folge nach etwa 45 Minuten für den Rest der Handlung in seine Nespresso-Welt zurückverabschieden und Bullock/Stone mit dem ganzen Scherbenhaufen alleine lassen.

Die Handlung spielt in einer Welt, in der nicht ein Präsident Obama das bemannte Raumfahrtprogramm der NASA geschlachtet hat, sondern in der die Shuttles noch (oder schon wieder?) fliegen. Im Film befinden uns gerade inmitten der Mission STS 157, die mit fünf Besatzungsmitgliedern dabei ist, das Hubble Space Telescope (HST) auf Vordermann zu bringen. Was aus den Missionen 136 bis 156 geworden ist erfahren die Zuschauer nicht, ich habe aber einen Verdacht, den ich Ihnen gleich noch mitteile. In der realen Welt endete das Programm jedenfalls bei STS 135. Eine der Raumfähren muss auch umbenannt worden sein, denn Stones/Kowalskis Shuttle trägt den Namen „Explorer“.

Der Plot beginnt mit einer uns aus dem täglichen Leben bekannten Szene: Eine Frau arbeitet, während zwei Männer rumhängen und Spaß haben.  Warum sich überhaupt drei Leute außerhalb des Shuttles befinden, wenn sowieso bloß eine was tut, wird nicht ganz klar. Während also Dr. Stone alleine das HST repariert, karriolt Kowalski mit dem MMU ein ums andere Mal in irren Kurven um das Raumschiff herum, ungefähr 50mal so schnell, wie es in Wirklichkeit grade noch möglich wäre. Aber es ist einzusehen, dass Cuaron, der seinen Film ja in 90 Minuten zu Ende bringen will, den Leuten nicht die wahre Geschwindigkeit des MMU zumuten kann. Das MMU übrigens, die „Manned Maneuvering Unit“ wurde in der richtigen Welt 1985 eingemottet. Für Gravity wurde sie wieder in den Flugstatus versetzt. Dafür wurden alle Teile mikrominiaturisiert,um einem gigantischen Treibstofftank Platz zu machen, denn Kowalski  verprasst in der Eingangsszene und in der Folge des Films Treibstoff in unfassbaren Mengen.

Bild 6 - Set 1 CR Collectspace

Ein Bild vom Set. Quelle: Collectspace

Dr. Stone hat, so erfahren wir, gerade mal sechs Monate Training hinter sich gebracht, statt der sonst üblichen zwei bis drei Jahre und ist außerdem Medizinerin, was sie hervorragend dafür prädestiniert, die Elektronik des Hubble-Space Telescopes zu reparieren. (An dem Punkt sollte ich allerdings nicht zu sehr lästern, denn es gab in der realen Welt sogar zwei Mediziner, die am HST Wartungsarbeiten durchführten, nämlich Dr. Story Musgrave, der zusätzlich zu seinem Doktor in Medizin auch noch akademische Grade in Chemie und Mathematik und, kaum zu glauben, Literatur innehat, und der Veterinärmediziner Rick Linnehan).

Dann kommt es zur Katastrophe. Bei irgendeinem russischen Test,  so vermittelt uns der Film, passiert irgendein Zusammenstoß mit irgendetwas und hinterlässt eine (relativ zum Shuttle) extrem langsam fliegende,  extrem dichte Trümmerwolke. In Wirklichkeit könnte so etwas höchstens dann passieren, wenn ein sehr großes Raumfahrzeug während der Annäherung auf den Shuttle sich aus irgendwelchen Gründen vorsichtig in tausende von kleinen Teilen zerlegt. Das darf aber keine Explosion sein, denn die Teile müssen alle dicht beieinander bleiben. Wie auch immer, die Relativgeschwindigkeit zwischen den Trümmern und Stones/Kowalskis Shuttle beträgt nur wenige hundert Meter pro Sekunde. Das ist einfach daran zu erkennen, dass man die Teile bequem herumsausen sieht. Sieht zwar trotzdem flitzig aus, hier ist die Wirklichkeit aber mal schneller als der Film. Zumindest wenn der im Film kurz angesprochene Kessler-Effekt eingetreten wäre.

Angesichts der Gefahr weist Mission Control die Crew an, das HST freizugeben und wieder in den Shuttle einzusteigen. Irgendwann muss also bei den Missionen zwischen STS 136 und STS 156 somit für das Weltraumteleskop ein Notfreigabemechanismus konstruiert und eingebaut worden sein, denn davor brauchte man eine stundenlange Prozedur mit dem kanadischen Robotarm der Raumfähre, um das Teleskop freizugeben.

Und schon prasseln die Trümmer herein und danach ist, mit Ausnahme von Kowalski und Stone die Besatzung des Shuttles tot. Die beiden Überlebenden treiben auf unterschiedlichen Bahnen von der Fähre weg, aber dank der unerschöpflichen Treibstoffvorräte des MMU gelingt es Kowalski Stone einzufangen. Dann fliegen die beiden zur ISS.

An der Stelle wird klar, was bei den Missionen STS 136 bis 156 vonstatten gegangen sein muss. In dieser Zeit wurden nämlich das HST auf die Bahn der ISS gebracht. Wahrscheinlich wurde zunächst unter immensem Aufwand die Bahnneigung des HST von 28 Grad auf 51 Grad geändert und danach die Bahn der ISS von 400 auf 600 Kilometer angehoben. Dies ist die einzige halbwegs vernünftige Erklärung, warum das HST und die ISS einander in nur wenigen Kilometern Abstand hinterher fliegen können.

Bild 7 - Set 2 CR Warner Brothers

Eine weitere Szene vom Set. Quelle: Warner Brothers

Offensichtlich wurde in dieser Phase die ISS auch auseinandergenommen und ihre Module neu angeordnet. Zusätzlich wurde in Europa die Produktion des ATV wieder aufgenommen (denn ein solches ist an der ISS angedockt), und das Zentrifugen-Modul, das dessen Start ursprünglich den Budgetkürzungen zum Opfer gefallen war, ist doch noch wiederbelebt und zur ISS gebracht worden.

Tja, und dann ist es herzerwärmend, zu sehen, dass sich die Beziehungen zwischen China und den USA in den Jahren der Missionen STS 136 bis STS 156 so gut entwickelt haben, dass auch die Chinesen ihre eigene neue Raumstation (namens Tiangong - es muss Tiangong 2 sein, denn die erste wurde vor kurzem über dem Pazifik „deorbited“ - auf exakt die gleiche Bahn gebracht haben wie HST und ISS und denen jetzt in wenigen Kilometern Abstand folgt.

Stone und Kowalski erreichen die ISS in der Zeit, die es braucht, bis der Sauerstoffvorrat in Stones Anzug von sieben auf zwei Prozent gefallen ist. Das dürften somit etwa 20 Minuten sein. Die Ankunftsgeschwindigkeit der beiden beträgt etwa 10 Meter pro Sekunde, wir können also daraus schließen, dass das HST etwa 10 bis 12 Kilometer von der ISS entfernt war, als das Unheil passierte. Für Raumfahrtverhältnisse ist das Formationsflug.

Die ISS ist in diesen vergangenen 20 Minuten offensichtlich evakuiert worden. Ein Sojus-Raumschiff wurde zurückgelassen weil es durch die herumfliegenden Trümmer beschädigt wurde. Der Fallschirm hat sich ausgelöst und hängt nun, mit vielen Seilen und Leinen vor der ISS herum. An der Stelle driftet der Film wieder ins Surreale. Zum einen ist es natürlich logisch, ein Raumfahrzeug zurückzulassen, mit dem man nicht auf der Erde landen kann. Zum anderen gibt es in der wirklichen Welt keine überzähligen Sojus-Raumschiffe an der Raumstation. Es gibt exakt soviele Sojus-Sitze wie sich Astronauten in der Station befinden. Vorausgesetzt es waren sechs Personen an Bord der ISS, müssen sich also drei Personen zusätzlich in das zweite Sojus-Raumschiff gezwängt haben. Wer mal einen Blick in eine Sojus-Rückkehrkapsel geworfen hat, weiß, dass da im wirklichen Leben nicht mal mehr die Bordkatze mitkann.

Stone und Kowalksi rummsen also in die ISS (mit geschätzten 30 km/h, ohne eine Schramme abzubekommen) und können sich irgendwie an den Seilen festhalten. Keiner von beiden denkt dran, sich festzuhaken, aber immerhin verhängen sich die beiden in einer der losen Fallschirmleinen der Sojus. Doch dann trennt sich Kowalski von Stone in heroischer Selbstaufopferung, weil er erkennt, dass die fragile Seilverbindung beide zusammen nicht aushält. Kowalski driftet weg, was ein wenig irritierend ist, denn eben noch hatten die beiden die selbe Relativgeschwindigkeit. Aber vielleicht gast ja irgendwas aus der beschädigten ISS aus und beschleunigt das Ganze in die Gegenrichtung.

Bild 8 - CadyColeman Bullock CR Collectspace

Die "richtige" Astronautin Cady Coleman war das "Role-Model" für Sandra Bullock. Bullock bat Coleman vor Beginn der Dreharbeiten um Beratung.

Stone geht nun an Bord der ISS. In letzter Sekunde, denn ihre Luft ist fast verbraucht. Sie bekommt über Funk - in bestem „mansplaining“ - eine Aufklärung vom abdriftenden Kowalski, wie sich Sauerstoffmangel auf das Gehirn auswirkt. Offensichtlich hat er die Befürchtung, dass sie – die Medizinerin – das aufgrund der Aufregung komplett vergessen hat. Gottseidank verabschiedet er sich danach endgültig von ihr (sieht man von einer Traumszene im letzten Drittel mal ab).

Die Schleuse der ISS muss  umkonstruiert worden sein, denn sie lässt sich jetzt erstens von außen öffnen und ist zweitens in der Lage innerhalb von Sekunden vollständig Druck aufzubauen. Bei den jetzigen Modellen ist ersteres unmöglich und das zweite dauert das eine ganze Anzahl von Minuten.

Stone kommt wieder zu Puste und legt innerhalb weniger Sekunden den Raumanzug ab (was normalerweise in kaum weniger als einer Viertelstunde zu bewältigen ist). Sie trägt auch kein Liquid Cooling and Ventilaten Garment“, wie die mit Wasser-Röhrchen durchzogene Spezialunterschicht des Raumanzugs heißt, sondern einfach nur T-Shirt und kurze Hosen.

Nachdem ein Brand das Innere der ISS abfackelt und die Trümmerwolke, die gerade wieder einen Orbit absolviert hat, nun auch noch den letzten intakten Module der ISS den Garaus macht, beschließt Dr. Stone mit der Sojus zur Tiangong-Raumstation weiterzufliegen. Wir erfahren, dass es sich dabei um Sojus TMA-14M handelt, und somit dürfte ihr das schon von daher ein wenig schwerfallen, denn Sojus TMA-14M startet schon in wenigen Monaten. Die Ereignisse müssten aber etwa um das Jahr 2020 spielen (wenn wir eine zweijährige Wiederbelebung des Shuttle-Programms, mit der Entmottung von Atlantis, Endeavour und Discovery – einschließlich Umbenennung eines diese Shuttles in Explorer -  unterstellt, und dann die Durchführung von fünf Flügen jährlich annehmen). Stone hat vom Raumschiff-Fliegen wenig Ahnung, das war in ihrem Sechsmonats-Kurs wohl nur als Wahlfach dran und das hat sie obendrein geschwänzt. Ihr fällt aber wieder ein, dass sie sich den Film mit diesem Vortrag angesehen hat, in dem sie sich über die wichtigsten Aspekte der Steuerung eines Raumschiffs informieren konnte.

Mit diesem Wissen ausgerüstet geht es ab zur Tiangong, und zwar unter Verwendung der Landetriebwerke der Sojus. Wie immer in solchen Filmen genügt es auch hier, zwei oder drei Knöpfe zu drücken um ein Raumschiff zu steuern. Die tatsächliche Vorbereitungszeit für ein Manöver wie es Dr. Stone vorhat würde in Wirklichkeit eher Tage als Stunden benötigen. Aber soviel Zeit hat Cuaron natürlich nicht, und auch nicht Dr. Stone, denn die Trümmerwolke ist schon wieder im Anmarsch. Immerhin, Respekt: ich kann mich nicht erinnern, jemals einen Film des „Escape“-Genres gesehen zu haben, in dem jemand tatsächlich eine Betriebsanleitung liest, bevor er (oder hier „sie“) Knöpfe drückt.

Als sie an der chinesischen Raumstation vorbeifliegt, klettert sie wieder in den Raumanzug. Dieses Mal natürlich in ein russisches Sokol-Modell, und steigt wieder mal aus einem Raumschiff aus, bewaffnet mit einem Feuerlöscher. Den verwendet sie als Manövriereinheit um die chinesische Station zu erreichen.

Doch auch Chinas Stolz des Weltraums liegt in Trümmern und droht – ein wenig unverständlich, denn wir befinden uns nach wie vor in 600 Kilometern Höhe - gleich abzustürzen. Doch siehe da: auch die Chinesen haben sich offensichtlich ebenfalls zu sechst ein eine einzelne Shenzhou gequetscht, damit sie - es könnte ja schließlich zufällig jemand vorbeikommen und es benötigen - ein leeres und vollständig funktionstüchtiges zweites Schiff an der Station belassen können. Soviel Dusel muss man erstmal haben. In letzter Sekunde gelingt es ihr,  in die Shenzhou einzusteigen und es in Betrieb zu nehmen. Wie wir alle weiß auch Dr. Ryan Stone, dass die Chinesen  technischen Erkenntnisse stets abkupfern. Deshalb funktioniert die Shenzhou exakt wie eine Sojus und somit kann sie das Schiff fliegen, in dem sie auch hier drei Knöpfe drückt.

Bild 9 - Bullock CR Warner Brothers

Für die Schlussszene musste Sandra Bullock in das Schwimmbecken. Hier ein Bild vom Set. Quelle: Warner Brothers

Nun geht auch der dritte orbitale Komplex in Trümmer und mit ihr fast die Shenzhou. In letzter Sekunde kann Dr. Stone die Kapsel von der Station lösen während alles auseinanderbricht. Die Landung gelingt auf haarsträubende Weise, endet jedoch mitten in einem See. Im Inneren der Kapsel bricht jetzt auch noch ein Feuer aus, die Kapsel sinkt auf den Grund, Stone muss unter Wasser aussteigen und nach all dem Stress gelingt es ihr trotzdem zwei Minuten lang die Luft anzuhalten, sich von ihrem Raumanzug zu befreien, aufzutauchen und danach die paar Kilometer bis zum Ufer zu schwimmen. Am Ufer sinkt sie schließlich ermattet zu Boden, nur um über den Trümmerregen der gesamten menschlichen Raumfahrtinfrastruktur in die Erdatmosphäre eintreten zu sehen. Was platterdings unmöglich ist, denn mit eben dieser Wolke ist sie ja selber vor einer halben Stunden heruntergekommen.

Ende des Parforcerittes.

Obwohl ich jetzt auf fast 2000 Wörtern Erbsen gezählt habe, komme ich jetzt dennoch zu der für manchen überraschenden Conclusio: Gravity ist kein Film zum Erbsenzählen. Erinnern wir uns an die Eingangsbemerkung. 99,8 Prozent der Zuschauer haben nicht den leisesten Dunst, was da draußen wirklich abgeht. Ich bin überzeugt, dass die Filmmacher sehr wohl wussten, wo sie hier technisch auf dem Holzweg sind. Ein vollständig korrekter Film wäre aber nur für die Nerds spannend genug. Und, man mag es bedauerlich finden, aber von den paar Leuten kann man einfach nicht leben.

Die 13 Minuten lange ungeschnittene Eingangsszene ist das Beste was ich seit langem im Kino gesehen habe. Der Film ist – im besten Sinne - einfach strukturiert. Keine Nebenhandlungen, keine Rückblenden, kein dramaturgisch ambitionierter Schnickschnack. Eine klare Geschichte, gradlinig und schnörkellos erzählt. Spannend und temporeich von der ersten bis zur letzten Sekunde.

Der Film bringt Glanz in das Auge des Raumfahrt-Aficionados. Ausrüstung und Äußeres stimmen bis in kleinste Details. Die Weltraumbilder sind umwerfend. Astronauten, die den Film gesehen haben, bezeugen, dass dieser Film der Wirklichkeit ungewöhnlich nahe kommt.

Sandra Bullock, von der ich an sich kein Fan bin, trägt den Film hervorragend. Sie spielt glaubhaft die Wissenschaftlerin, die zwar verängstigt ist und mit sich ringt um nicht in Panik zu versinken, die aber immer wieder ihren Verstand einsetzt um der Gefahr zu entkommen. Und George Clooney spielt George Clooney. Mehr kann man von ihm nicht verlangen.

Gravity ist trotz aller Mängel in der Darstellung der in der Raumfahrt anzuwendenden Physik um Lichtjahre besser als die Hau-Drauf-Streifen a la  Armageddon. Nach meiner Meinung der beste Raumfahrtfilm der letzten Jahrzehnte. Es gibt nur eins: unbedingt ansehen. Am besten in 3D auf der Großleinwand.

01.Nov 2013 | 23:04

Tage der Raumfahrt in Neubrandenburg

Eine Exkursion zum Geburtsort der Raumfahrt nach Peenemünde. Kosmonauten und Astronauten zum Anfassen. Zahlreiche Vorträge, Fotosessions, Autogrammstunden. Gemeinsame Abende mit Referenten, Astronauten, Kosmonauten und Besuchern bei einem guten Essen und einem schönen Glas Wein. Raumfahrtbegeisterte, Amateure wie Profis treffen einander und pflegen und erweitern ihr Netzwerk. Das alles und noch viel mehr bieten die Raumfahrttage in Neubrandenburg, die in diesem Jahr zwischen dem 8. und 10. November zum 29. Mal stattfinden.

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Das Logo der Neubrandenburger Raumfahrttage 2013

Neubrandenburg, das ist die „Stadt der vier Tore“, 135 km nördlich von Berlin  Die Raumfahrttage haben hier eine lange Tradition. Sie gehen zurück bis in die 70iger Jahre und waren ein weit über die Grenzen der damaligen DDR hinaus bekannter Treffpunkt und Marktplatz der Ost-Raumfahrt. Nach der Wendezeit haben sie sich in einer mehrjährigen Pause neu orientiert und sind seither zum „East-meets-West Treffpunkt“ geworden. Gab es früher nur Raumfahrer aus dem Osten ist heute auch meist ein westlicher Raumfahrer vor Ort.

Die Raumfahrttage gehen über gut zweieinhalb Tage und beginnen am Freitag Morgen mit einer Exkursion nach Peenemünde, dem Geburtsort der Raumfahrt. Das dort von Wernher von Braun und seinem Team entwickelte Aggregat 4, von den Nazis als V 2 bezeichnet, ist der Stammvater praktisch aller militärischen und zivilen Großträgerraketen. Es gibt hier ein absolutes Alleinstellungsmerkmal der Raumfahrttage, denn es wird eine Exkursion zu den Überresten des Prüfstand 7 angeboten, von wo aus am 3. Oktober 1942 der weltweit erste erfolgreiche Einsatz einer Großträgerrakete erfolgte.  Dieses Gelände ist der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich und Besuche in diesem Bereich können – normalerweise  - dort nicht gemacht werden. Es braucht eine Sondererlaubnis dafür, und die nur wenige dutzend Menschen die jährlich diesen Ort besuchen dürfen sind zum großen Teil die Besucher der Neubrandenburger Raumfahrttage.

Nachdem der Freitagvormittag der Raumfahrtgeschichte gewidmet ist, gibt es am Nachmittag erstmals in diesem Jahr einen Veranstaltungsteil, der sich mit Visionärem beschäftigt. Vorträge zur Raumfahrt von Übermorgen, zur (Un)Möglichkeit wissenschaftlicher UFO-Forschung und anderen interessanten Themen. Samstag und Sonntag sind dagegen den Themen der Mainstream-Raumfahrt-Gegenwart gewidmet.

Die Referentenliste ist – wie jedes Jahr – auch heuer illuster:

  • Andreas Anton, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Anomalistik
  • Stephen Ashworth, British Interplanetary Society
  • Lodewijk van den Berg, NASA Astronaut (STS 51B)
  • Dr. Reinhard Buthmann, Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen
  • Robert Fleischer, Freier Journalist
  • Prof. Dr. Dieter B. Herrmann, Leibnitz Sozietät der Wissenschaften zu Berlin
  • Ulrich Köhler, Institut für Planetenforschung des DLR Berlin
  • Jacqueline Myrrhe, Raumfahrtjournalistin
  • Dr. Silvia Reinhardt und spaceclub-Mitglieder
  • Dr. Martin Sippel, DLR-Institut für Raumfahrtsysteme
  • Pham Tuan, Luftwaffengeneral und Interkosmos-Kosmonaut (Sojus 37)
  • Olga Trivailo, DLR Bremen
  • Alexander Soucek, ESA, Paris

Die Veranstaltung an diesen beiden Tagen werde ich moderieren, wie schon im letzten Jahr. Und wenn Sie dran interessiert sind, bitte schnell zugreifen, denn für einige Programmbestandteile (wie den Raumfahrer-Empfang am 8.11.) werden die noch verfügbaren freien Plätze inzwischen langsam knapp.

Neubrandenburg 2012 Fares Samokutjajew 316

Der Kosmonaut Alexander Samokutjajew und Raumfahrttage-Moderator Eugen Reichl bei den 28. Raumfahrttagen in Neubrandenburg im November 2012

Das detaillierte Programm finden Sie hier. Dort sind auch alle Informationen zur Anmeldung und zur Unterbringung aufgelistet. Unbedingt notwendig ist eine rechtzeitige Anmeldung vor allem für die Exkursion nach Peenemünde, für die, ähnlich wie für den Raumfahrer-Empfang, nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen zur Verfügung steht .

21.Oct 2013 | 00:16

Godspeed Scott Carpenter

Es gibt etwa ein Dutzend geflügelte Worte in der Raumfahrt, die jedem geläufig sind, der sich für dieses Thema interessiert. "Tranquillity Base here, the Eagle has landed" ist so eines, "This is a small step for a man, but a giant leap for mankind" ein anderes. "Houston, we have a problem" ein Weiteres. Das erste der geflügelten Worte der bemannten Raumfahrt stammte aber von Scott Carpenter.

Bild 1 - Glenn und Carpenter vor Mission

John Glenn (links) und Scott Carpenter im Jahre 1961 vor dem Flug von Friendship 7.

Carpenter und John Glenn hatten beide für die Mission von Friendship 7 trainiert. Glenn war als Primärpilot ausgewählt, Carpenter war sein Ersatzmann. Als sich John Glenn schließlich am 20. Februar 1962 als erster US-Bürger auf seine historische Reise in den Orbit machte, war Carpenter der CapCom, also "Capsule Communicator" im Missionskontrollzentrum, das sich damals noch in Cape Canaveral befand und nicht in Houston.

Der "Capsule Communicator" war auch so ein Begriff, der in diesen Tagen geprägt wurde. Er war stets selbst Astronaut und hielt Verbindung zum Mann (und es waren nur Männer in diesen Tagen), der in den Weltraum flog. In der Sekunde der Zündung, als sich die Atlas D mit Glenn an der Spitze auf die Reise machte, rief ihm Carpenter über Funk zu "Godspeed, John Glenn".

Drei Monate später, am 24. Mai 1962, war die Reihe an ihm selbst. Nun flog Scott Carpenter selbst in den Orbit. Seine fünfstündige Reise wurde eine der aufregendsten in der Geschichte der US-Raumfahrt. Seine Mission war - viel zu früh im noch unreifen US-Raumfahrtprogramm - mit Experimenten überfrachtet worden. Er kam mit seinen Aktionen in Verzug, verbrauchte viel zu viel Treibstoff, und verkalkulierte sich schließlich bei der manuellen Bestimmung seines Wiedereintrittswinkels.

Bei Beginn der Bremszündung hatte der Gierwinkel seines Raumschiffs eine Ablage von 25 Grad von der korrekten Position. Das hatte zur Folge, dass der Schubvektor nicht mit dem Flugwegvektor übereinstimmte.  Diese Missweisung alleine hätte Carpenter schon den geplanten Landepunkt um 280 Kilometer verfehlen lassen. Die Verzögerung bei der Zündung der Bremsraketen betrug drei Sekunden, was noch einmal 24 Kilometer hinzufügte. Unglücklicherweise lag zusätzlich auch noch die Leistung der Bremsraketen drei Prozent unter dem Sollwert, was zu weiteren 95 Kilometern Abweichung führte. Die Landung, das war schon bei der Zündung seiner Retro-Raketen klar, würde weitab vom Zielgebiet erfolgen. Kurz bevor er in die Erdatmosphäre eintrat, teilte ihm CapCom Gus Grissom mit, dass die Rettungsschwimmer mindestens eine Stunde brauchen würden, bis sie zu ihm stoßen konnten.

Carpenter mit Aurora  7

Scott Carpenter bei seiner Raumkapsel Aurora 7

Der Landevorgang selbst war dramatisch. Der gesamte Lageregelungstreibstoff war verbraucht, was dazu führte, dass die Kapsel, nachdem sie die tiefere Atmosphäre erreicht hatte, wilde Pendelbewegungen von bis zu 300 Grad durchführte. Das machte Carpenter noch nicht so große Sorgen, denn er wusste, dass die Mercury durch ihre Schwerpunktlage im Prinzip eigenstabil war. Er befürchtete aber, dass sich der Stabilisierungsschirm, der automatisch erst in einer Höhe von etwa 10.000 Metern ausgeworfen wurde, bei diesem wilden Pendeln möglicherweise in der Nase des Raumfahrzeugs verheddern und damit den späteren Auswurf des Hauptschirms verhindern könnte. So wartete er einen günstigen Moment in der Schaukelbewegung ab, eine nur sekundenkurze Phase in der die Kapsel sich in einer vertikalen Lage befand, und löste den Pilotschirm manuell aus. Bereits in 15.000 Metern Höhe.

Das funktionierte, der Pilotschirm dämpfte sofort die Oszillationen und die weitere Landung verlief normal. Doch er befand sich weitab des vorgesehenen Gebietes. Er versuchte jemanden über den Notfunksender zu erreichen, doch niemand meldete sich. Ihm fiel auf, dass die Kapsel tief im Wasser lag. Damit war es zu gefährlich, die Luke herauszusprengen, die Kabine würde sofort volllaufen. Damit blieb nur die unbequeme alternative Ausstiegsmethode: durch den engen Tunnel nach oben.  In der Kabine herrschten 38 Grad und Carpenter schwitzte am ganzen Körper. Er nahm den Helm ab, demontierte das Frontschott  und begann sich durch die enge Röhre nach oben zu winden. Es war eine heiße, anstrengende Übung, erschwert dadurch, dass er die Kamera mitnahm, das gepackte Schlauchboot, die Überlebensausrüstung und obendrein mit den verdrehten Schlauchverbindungen des Raumanzugs kämpfte. Schließlich bekam er aber den Kopf nach außen.

MA 7  Ausstieg

Carpenter zwängt sich durch die obere Luke der Mercury. Hier bei einer Übung.

 

Der Seegang war akzeptabel, die Wellen waren etwa 1,5 Meter hoch. Carpenter quetschte sich aus der Kapselspitze und ließ sich langsam ins Wasser hinabgleiten. Im Wasser blies sich das Schlauchboot auf. Er ließ sich in das kleine Boot hinunter, holte die Kamera mit hinein und bereitete sich darauf vor, so lange zu warten, wie es eben dauerte, bis er gefunden wurde.

Der Status von Carpenter und Aurora 7 war der Öffentlichkeit nicht bekannt. Jeder der den Flug am Radio oder vor dem Fernseher verfolgt hatte, wusste, dass er jetzt unten sein musste. Doch es bestand kein Kontakt mehr. War der Pilot in Sicherheit? Der Öffentlichkeit wusste nicht, dass eine P2V das Signal der Funkbake der Kapsel aus einer Entfernung von 80 Kilometern erfasst hatte. Eine weitere P2V hatte das Signal aus einer Entfernung von 400 Kilometern geortet. Somit war eine Dreipunktpeilung möglich, die den Rettungskräften Carpenters Landepunkt ziemlich genau sagte. Acht Minuten vor der Landung war außerdem ein SA-16 Flugboot von Puerto Rico aus aufgebrochen um den aus den Radardaten abgeleiteten Landepunkt anzusteuern. Drei Schiffe waren ebenfalls nicht allzu weit entfernt: Ein Kutter der Küstenwacht auf Höhe der Insel St. Thomas, ein Handelsschiff, etwa 50 Kilometer entfernt, und der US-Zerstörer Farragut, der 120 Kilometer südwestlich auf Position war. Es würde in jedem Fall aber mehr als eine Stunde dauern, bis irgendwelche Bergungskräfte an der Landestelle waren. Nachdem das Schlauchboot selbst über kein Funkgerät verfügte, nahm für die Öffentlichkeit, die den Raumflug an den Radiogeräten verfolgt hatte, das Drama zu.

Carpenter hatte es jetzt in seinem Rettungsboot einigermaßen gemütlich. 36 Minuten nach der Wasserung sah er zwei Flugzeuge herankommen: eine P2V und  - ziemlich unerwartet – eine Piper Apache. Die beiden Flugzeuge begannen über ihm zu kreisen, und so wusste er, dass er gefunden worden war. 20 Minuten später sah er zwei SC-54 ankommen. Aus einer der Maschinen sprangen zwei Froschmänner mit dem Fallschirm ab, was Carpenter, der sich auf die anderen Flugzeuge konzentrierte, jedoch nicht bemerkte.

Aurora 7 im Wasser.

Aurora 7 im Wasser. Drei Stunden dauerte es, bis Scott Carpenter an Bord des Bergungsschiffes genommen werden konnte.

Einer der beiden Männer war der Hauptgefreite John Heitsch, der eine Stunde und sieben Minuten nach Carpenters Wasserung von der SC-54 abgesetzt worden war. Er landete in beträchtlicher Entfernung von der Raumkapsel im Wasser, befreite sich von seinem Gurtzeug und schwamm zu Carpenters Schlauchboot hinüber. "Hey!" rief der Froschmann dem vollständig überraschten Carpenter zu. Der fragte verblüfft: “Wie sind Sie den hierhergekommen?” Kurz darauf war auch der zweite Fallschirmspringer da, Unteroffizier Ray McClure. Die beiden Froschmänner bliesen schnell zwei weitere Schlauchboote auf und machten sie am Raumfahrzeug fest. McClure und Heitsch beschrieben den Astronauten später als bestens gelaunt, in sehr aufgeräumter Stimmung und überhaupt nicht erschöpft. Carpenter öffnete seine Überlebenspackung und bot den beiden einen Imbiss an. Sie lehnten dankend ab, tranken aber etwas von Carpenters Wasserration.

Nun waren sie zu dritt, aber immer noch ohne Funkkontakt, und sahen der immer größer werdenden Anzahl von Flugzeugen beim Kreisen zu. Eines der Flugzeuge warf einen Schwimmkragen für das Raumfahrzeug ab. Er schlug mit einem lauten Knall auf dem Wasser auf, wobei eine der Pressluftflaschen zum Aufpumpen zu Bruch ging. Die beiden Taucher holten den Kragen und machten ihn an der Kapsel fest, aber nur der untere der beiden Ringe lies sich aufblasen. Danach krochen sie wieder in ihre Schlauchboote zurück. Kurz darauf schwebte ein Fallschirm mit einer Kiste sanft zu Wasser. Die Froschmänner nahmen an, dass es sich dabei um das längst erwartete Funkgerät handelte. Einer der beiden schwamm die beträchtliche Strecke, um es zu holen. Er kam mit der Kiste zurück, die beiden öffneten sie und fanden kein Funkgerät sondern nur eine Batterie. Dieser Punkt, mit den herzhaften Flüchen der beiden Froschmänner, nahm in Carpenters späterem Bericht eine besondere anekdotische Note ein.

90 Minuten nach der Wasserung erschien auch die Grumman SA-16 aus Puerto Rico im inzwischen recht belebten Luftraum über Carpenters Landestelle. Dem Piloten schien die See ruhig genug, um eine Landung zu wagen und den Astronauten aufzunehmen. Mercury Control in Cape Canaveral war das aber zu riskant und wollte, angesichts der stabilen Situation vor Ort, mit der „normalen“ Prozedur weitermachen.

Drei Stunden nach der Landung wurde Carpenter schließlich von einem HSS-2 Helikopter an den Haken genommen. Aber durch eine unglückliche Kombination aus einem kurzzeitigen Absenken der Winsch und einer hohen Welle wurde der Astronaut dabei komplett untergetaucht. Die besonders komische Note dabei war, dass Carpenter unbedingt den Film trocken halten wollte, und so war vom vollständig abgetauchten Astronauten nur der nach oben gereckte Arm mit der Filmkamera zu sehen. Danach war das nasse Abenteuer vorbei und Carpenter wurde zunächst auf der Farragut abgesetzt, wo ihn der besorgte Anruf von Präsident Kennedy erreichte. Der Präsident gab seiner Erleichterung Ausdruck, dass Carpenter in Sicherheit sei und Carpenter entschuldigte sich dafür, dass er „bei der Landung nicht besser gezielt habe“.

Das war auch das Ende der Mission von Aurora 7 aber auch das Ende der Astronautenkarriere von Scott Carpenter. Missionsmanager Chris Kraft führte die kritische Situation am Missionsende darauf zurück, dass Carpenter die Anweisungen von Mission Control während der Mission, vor allem hinsichtlich der Treibstoff-Ökonomie ignoriert hätte. Carpenter sah sich wohl noch als der "Steely-eyed" Testpilot, wie er in den 50iger und frühen sechziger Jahren noch üblich war, niemandem verantwortlich außer sich selbst und seiner Einschätzung der Lage. Chris Kraft sah das völlig anders.

Carpenter flog als einziger der ursprünglichen Mercury 7 Astronauten nie wieder in den Weltraum. Shepard, der erste Amerikaner im Weltraum, der mit 1961 eine suborbitale Mission durchgeführt hatte, betrat als Kommandant von Apollo 14 fünfter Mensch den Mond. Virgil Grissom, mit Liberty Bell 7 der zweite Amerikaner im Weltraum, flog später als Kommandant von Gemini 3, der ersten bemannten Gemini-Mission. Er hätte auch Apollo 1, die erste bemannte Apollo-Mission, als Kommandant fliegen sollen und war von Chefastronaut Slayton sogar schon als Kommandant der ersten Mondlandung ausgesucht worden, als er bei der Tragödie am Launch Pad 14 am 27 Januar 1967 ums Leben kam. John Glenn, der mit Friendship 7 der erste Amerikaner im Weltraum war, bekam Jahrzehnte später, als 77jähriger, bei der Mission STS 95 im Jahre 1998, noch die Chance eine Woche in den Weltraum zu fliegen. Walter Schirra flog nach Sigma 7 noch als Kommandant von Gemini 6 und als Kommandant von Apollo 7, der ersten bemannten Apollo-Mission. Und Gordon Cooper, der mit Faith 7 im Mercury-Programm geflogen war, war noch einmal mit Gemini 5 für eine Woche im Orbit. Selbst Deke Slayton, dessen Mission Delta 7 storniert wurde, weil man bei ihm Herzrythmusstörungen festgestellt hatte, flog Jahre später dennoch in den Weltraum. Als Chefastronaut der NASA, setzte er sich kurzerhand für die neuntägige Apollo-Sojus-Testmission im Jahre 1975 selbst auf die Besatzungsliste.

Dieses Bild entstand kurz vor dem Tod des Astronauten Wally Schirra im Jahre 2007, der auch zu den Mercury 7 gehörte. Carpenter ist rechts.

Dieses Bild entstand kurz vor dem Tod des Astronauten Wally Schirra im Jahre 2007. Auch er gehörte zu den legendären Mercury 7. Carpenter ist rechts.

Nur Carpenter flog kein weiteres Mal. Was ihn aber nicht weiter störte. Schon während der Ausbildung zum Raumfahrer hatte er seine Liebe für die Aquanautik entdeckt. Im Herbst 1963 wechselte er zum SeaLab-Programm der US-Navy und sollte dort im Jahr 1964 einen mehrwöchigen Unterwasseraufenthalt an Bord einer Untersee-Station absolvieren. In diesem Jahr erlitt er jedoch einen schweren Motorradunfall, so dass er erst im Jahr darauf an Bord des SeaLab II Habitats gehen konnte . Bei dieser Tauchexpedition blieb er 28 Tage unter Wasser.

Carpenter kehrte noch einmal für eine kurze Zeit zur NASA zurück und arbeitete in einer Leitungsposition im Manned Spaceflight Center in Houston. Danach war er noch einmal entscheidend an einer SeaLab-Mission beteiligt bevor er sich mit seinem Unternehmen Sea Sciences, Incorporated selbständig machte.

Im September erlitt Scott Carpenter einen leichten Schlaganfall. Er war bereits auf dem Weg der Besserung mit der Erwartung, wieder vollständig zu genesen, als er während der Rehabilitationsphase am 10. Oktober überraschend verstarb. Er wurde 88 Jahre alt. Nun lebt als einziger Astronaut des Mercury-Programms nur noch  der inzwischen 92jährige John Glenn.

Godspeed, Scott Carpenter.

15.Apr 2014 | 02:00

Allgemeines Live-Blog vom 15. bis 17. April 2014


17. April

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Warum Kepler-186f nicht der “erdähnlichste Exoplanet” ist

Die drei Grafiken des Planetary Habitability Laboratory (oben und unten) und aus der Originalarbeit sortieren den gefeierten Exoplaneten Kepler-186f (siehe 16:45 MESZ) ins Gesamtbild ein: oben ist er ‘Periodensystem’ der terrestrischen Exoplaneten tatsächlich der erste “warme Terraner” unter den bestätigten Planeten, in der Mitte sieht man ihn gut aufgehoben aber eher außen in seiner habitablen Zone (grau) im Vergleich zum Sonnen- und einem anderen prominenten Exoplaneten-Systemen – aber unten kommt er nur auf den 17. Platz in Sachen “Erdähnlichkeit”. Hauptgrund ist die geringe Einstrahlung von nur einem Drittel derjenigen, die die Erde trifft: Mit deren Atmosphäre wäre gar kein flüssiges Wasser möglich, nur mit einer dichteren. Aber ob Kepler-186f überhaupt eine besitzt ist genau so wenig bekannt wie seine Masse, Dichte und Zusammensetzung: Ein messbares Signal in der Radialgeschwindigkeit produziert er nicht, und von einem Planeten-Kandidaten zum Planeten hat ihn nur eine mehrstufige Validierung erhoben, die inbesondere auf der Multiplizität des Systems basiert aber auch die energische – und negative – Suche nach nahen Begleitern des Sterns einschloss, die ein Planetensignal vortäuschen könnten. Gerade bei Exoplaneten mit etwas mehr als einem Erddurchmesser gibt es einen großen Bereich möglicher Massen und damit Dichten, so dass konkrete Aussagen über die Natur des Planeten Mangelware sind. Immerhin beweist er, dass M-Zwerge – die häufigsten Sterne der Milchstraße – potenziell habitable Planeten besitzen können. Und dieser würde immerhin 1/6 der irdischen Einstrahlung im für Photosynthese relevanten Spektralbereich erhalten: Es gibt “auf der Erde Pflanzen, die damit ziemlich glücklich wären”, hieß es in der Telecon heute. Auch deren Visuals und das Paper, ein Artikel aus 1. Hand, Press Releases hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Science@NASA und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [22:15 MESZ] Weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:35 MESZ] Und um Mitternacht ein SETI-Hangout zum Planeten. [23:55 MESZ - Ende]

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Das Sternentstehungsgebiet Gum 41 mit dem 2.2-m-Teleskop von MPG & ESO und seinem Wide Field Imager aufgenommen. Auch präzisere Erkenntnisse über die Exinktion von Sternlicht in der Umgebung von O-Sternen, wie Weiße Zwerge schmutzig werden, Sternbeben massereiche Sterne durchleuchten, wie die kleinsten Pulsar-Glitches funktionieren, wie Vega-artige Debris-Disks überleben, wieso es nur acht Planeten gibt und wie heiße Jupiters Sterne jung halten. [19:30 MESZ]

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Der Mars-Rover Opportunity vor und nach der Reinigung seiner Solarzellen durch viel Wind von Januar bis März. Auch die NASA-Planung in Richtung bemannter Mars-Flug, mit der Asteroid Redirect Mission als Zwischenschritt, kaum vor 2025 – und der Zustand von LADEE nach der Mondfinsternis und kurz vor dem Mond-Crash am 20. oder 21. April (der aber u.U. auch schon früher kommen kann) und was die Mission gebracht hat. [19:00 MESZ]

jacques

Der Komet Jacques gestern um 21:10 MESZ auf einer Aufnahme von Michael Jäger mit 10″/3.8 FLI 8300 L2x210sec UV/IR green 400, blue 400 red 300 sec. Auch eine Sternbedeckung durch die Venus aus Australien, der Mars am 13.4. leicht animiert, Sonnenflecken von heute, helle Flecken auf der Sonne, die ins Innere weisen, ungewöhnliche Bilder der SoFi 2013 – und die MoFi 2014 ganz am Ende der Sichtzone. [18:45 MESZ. NACHTRAG: ein anderes Video der Sternbedeckung durch die Venus]

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Ein Planet von Erd-Größe mitten in einer habitablen Zone

ist Kepler-186f, der 5. und äußerste bekannte Planet seines Sterns: Eigentlich sollte das erst in einer Telefonkonferenz um 20:00 MESZ verkündet werden, aber das Embargo wurde bereits zahlreiche Male gebrochen, v.a. in der Schweiz und in den Niederlanden aber auch anderswo. Und eine echte Neuigkeit ist es ohnehin nicht, da über die Entdeckung bereits Anfang März auf einer Tagung und in deren dicken Book of Abstracts auf S. 17 berichtet wurde. Ohne Benutzung des Originalpapers oder mehrerer Pressemitteilungen unter Embargo darf man also getrost schon jetzt verraten, dass mit Kepler-186f der erste Exoplanet von ungefährem einem – genau: 1.11±0.14 – Erddurchmesser mitten in der HZ eines anderen Sterns (allerdings keines sonnenähnlichen sondern eines M-Zwergs mit nur 0.47 Sonnendurchmessern) dingfest gemacht wurde, auch wenn er nur 1/3 der Leuchtkraft abbekommt wie die Erde von der Sonne. Bisher enthielt der Katalog der potenziell habitablen Exoplaneten nur 7 erdgroße Kepler-Kandidaten (sowie einen von deutlich unter einem Erddurchmesser) und 20 bestätigte Supererden nebst 61 weiteren Kandidaten, nun also die erste anderweitig abgesicherte quasi “zweite Erde” darin: In der Grafik aus der März-Veröffentlichung bleibt Kepler-186f seinen ganzen Orbit mitten selbst in einer konservativ berechneten (hellgrünen) HZ. Außer der NASA-Telecon um 20:00 MESZ gibt es auch noch einen Hangout des SETI Institute um Mitternacht. [16:45 MESZ]

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Ein Radar-Blick von Sentinel-1A auf die antarktische Halbinsel am 13. April mit 80 km breitem Streifen: die ersten Daten für Copernicus, das große europäische Umwelt-Überwachungs-Programm. Auch der gestrige Start von EgyptSat-2, ebenfalls ein Umweltsatellit, auf einer Soyuz-U, die Verfügbarkeit der Höhenkarte der Welt von TerraSAR & TandemX gegen Bares, der nun für Freitag geplante Dragon-Start (um 21:25 MESZ), die Übernahme der historischen Startrampe 39A durch Space X (mehr Links) – und wie A. Gerst den Deutschen verkauft wird. [0:50 MESZ]


16. April

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Relativzahl um 150: Die Sonne zeigt sich auch mal aktiv

Fast wie in alten Tagen gibt sich derzeit die Sonnenaktivität im weißen Licht, für den SDO heute Morgen (oben) ebenso wie für kleines Gerät am Nachmittag. Und am Abend gab’s einen M-Flare. Auch der Mars vorgestern hier, hier und hier, der Edgar Wilson Award für Amateur-Kometen 2013, weitere Fortschritte (mehr und mehr) bei der Feuerkugel-Erfassung durch jedermann in den USA, angebliche Mikro-Ichnofossilien in Impaktglas aus dem Nördlinger Ries, speckle-interferometrische Untersuchungen an Doppelsternen – und ein Paper, ein Press Release und ein Video zur automatischen Klassifizierung kosmischer Röntgenquellen. [23:40 MESZ]

Wiederinbetriebnahme von Rosetta nähert sich dem Ende

Die langwierige Prozedur des Recommissionings der Rosetta-Instrumente sollte Ende April abgeschlossen sein: u.a. wurde kürzlich der Staubanalysator COSIMA getestet (über den dieser Blogger einst mehrere Pressetexte verfasste; das andere Staub-Instrument MIDAS war zuerst erwacht), und die Kamera CIVA auf Philae fotografierte Rosettas Solarzellen. Auch die Geschichte der Umplanung der Mission zu einem anderen Kometen, der aktuelle Zustand und die Aktivitäten von Curiosity – und eine Diskussion über die mögliche Reaktivierung der Sonde ISEE-3. [23:20 MESZ]


15. April

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Und das war die erste totale Mondfinsternis des Jahres!

Impressionen vom Austritt des Mondes aus dem Kernschatten aus Los Angeles (oben und unten) und Arizona. Beide Übertragungen laufen noch. Auch Serien der 1. Partialität aus der Karibik, aus Florida und aus Venezuela. [10:30 MESZ] Der Kernschatten soll eher dunkel ausgefallen sein. Und ein Bild mit Spica & Mars – während dem LRO wohl nichts passiert ist. [10:45 MESZ] Und dieser Aussage kann man sich nur anschließen: Der Idioten-Ausdruck durchgeknallter Weltuntergangs-Spinner (s.u.) hat leider in Medien und unter Amateurastronomen rege Verbreitung gefunden – schämt Euch! [10:55 MESZ] Und die Totalität aus Australien in der Abenddämmerung. [11:00 MESZ] In San Pedro de Atacama in Chile gibt X. Jubier der Totalität einen – hellen – Danjon-Wert von 4. [11:15 MESZ] Die Arizona-Bilder als Serie montiert – und eine Bildersammlung. [11:25 MESZ] Der LRO kam gut durch, plus weitere Bilder aus Chile. [11:40 MESZ] Neben dem LRO hat auch LADEE die MoFi überstanden! Auch Bilderalben aus San Diego und Australien, ein Weitwinkel- und ein Extrem-Weitwinkel-Blick (Detail), noch mehr Bilder, 3 1/2 Stunden Aufzeichnung eines Webcasts, mäßig erhellende Artikel hier und hier – und ein ‘public viewing’ in Bonn. [17:25 MESZ] Mehr MoFi aus Australien (dito und dito), dem Yoshua Tree NP und Illinois, ein hektisches Zeitraffer-Video und weitere Bildergalerien hier, hier und – na ja – hier. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: Serien aus Tucson und Texas, die MoFi über The Dish in Australien und eine Weitwinkel-Ansicht und mehr aus Chile]

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Die Mitte der Totalität der Mofi ist erreicht! Und eine Kamera auf dem Mt. Lemmon in Arizona liefert jede Minute ein neues scharfes Bild – auch ein Webcast vom Griffith Observatory aus Los Angeles, CA, liefert ein Live-Bild, trotz Cirren-Problemen – das z.Z. auch NASA TV und ein NASA-Webcast übernehmen. [9:55 MESZ] Ein Tele-, ein mittel-großes und ein Weitwinkel-Bild. [10:10 MESZ]

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Das Ende – der Totalität – ist nahe: Im inzwischen wieder klaren Griffith-Webcast wie im (anders orientierten) Arizona-Bilder-Feed wird es an einem Mondrand schon wieder deutlich heller. [10:15 MESZ]

78 Minuten totale Mondfinsternis – für Europa nur virtuell

Nachdem der Dragon-Start zur ISS wegen eines Helium-Lecks auf frühestens den 18.4. verschoben werden musste (mehr, mehr mehr, mehr und mehr Links), steht derlei bei der totalen Mondfinsternis heute Vormittag nicht zu befürchten: Von 9:07 bis 10:25 MESZ ist Totalität angesagt, von 7:58 bis 11:33 MESZ dauert die partielle Phase. Was zur Folge hat, dass die MoFi ganz nur in den Amerikas und im Pazifik zu sehen ist aber in Europa gar nicht: Da helfen nur die von der NASA oder hier, hier oder hier sowie in einigen der Artikel der letzten Wochen und Tage wie hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier oder hier angekündigten Webcasts, die man der Wetterlage nach auch im Osten der USA gebrauchen könnte. Leider gibt es heute wohl kein schönes Himmelsschauspiel mehr ohne zugehörigen Schwachsinn, der aber hier, hier, hier, hier und hier erledigt wird. [1:00 MESZ]

peggy

Entsteht hier gerade ein neuer Saturnmond? Diese Cassini-Aufnahme einer 1200 km langen Störung am Außenrand des A-Rings von vor exakt einem Jahr kann jedenfalls so interpretiert werden, dass sie ein nur ~1 km großer und daher unsichtbarer verursacht hat. Auch der Verzicht auf eine Kurskorrektur der Mars Orbiter Mission, ein erfolgreicher Test des Lander-Abstoßsystems von Philae – und ein Crowdfunding-Versuch, auf dass doch noch mit ISEE-3 kommuniziert werden kann. [1:00 MESZ. NACHTRÄGE: ein QMUL Release, Artikel hier & hier und mehr Links zum Saturn-Ding]

April-Alpha-Capricorniden? Wenn, dann extrem selten da

Die “detection a new meteor shower radiating from near the star alpha Cap between 2014 Apr. 7d16h59m and 7d19h33m UT” hatte das Electronic Telegram No. 3853 des IAU-CBAT am 12. April gemeldet, “first noticed by SonotaCo Video Meteor Network member Masayuki Shimoda” – wobei die Double-Station-Beobachtungen allerdings gerade einmal 15 Meteore (von 73) dem angeblichen neuen Radianten R.A. = 304.0±3.4°, Decl. = -12.6±1.6° (equinox 2000.0) zuschreiben konnten und an den Tagen davor und danach nicht einen (von 171 Meteoren). Da von dort zu dem Zeitpunkt 2011 und 2012 nie etwas gekommen sei, müsse es sich um einen nur periodisch auftretenden Meteorstrom handeln. In der Tat findet sich, wie gerade bekannt wurde, auch im Radianten-Katalog des IMO-Netzes von 1999 bis 2012 “keine Spur” von Aktivität, dito beim Kamera-Netzwerk EDMONT: “Wir können also bestätigen, dass es sich vermutlich um ein one-time-Event handelt”, so Sirko Molau. [1:00 MESZ]


14.Apr 2014 | 23:13

Vor ca. 60 Jahren: Disney hilft der US-Raumfahrt

WALT DISNEY AND DR. WERNER VON BRAUN, 1954

Es war im Jahre 1954, als Walt Disney (l.) und andere Funktionäre seines Unterhaltungskonzerns das Redstone Arsenal in Alabama aufsuchten, um sich mit dem kommenden Leiter der Guided Missile Development Operation Division der Army Ballistic Missile Agency Wernher von Braum zu treffen (Versionen des Fotos datieren es mal auf den 13. April und mal 1. Januar 1954). Die Interessen beider Seiten harmonierten bestens, wie der offiziellen Historie der Kollaboration zu entnehmen ist: Disney wollte im Rahmen einer TV-Serie seinen neuen Themepark Disneyland bewerben und benötigte neues Material im Zusammenhang mit dessen “Tomorrowland”, von Braun wollte die Öffentlichkeit seiner neuen Heimat für die bemannte Raumfahrt begeistern wie er es bereits seit 1952 mit einer Zeitschriften-Serie tat.

 

 

Das Ergebnis waren drei große Dokumentationen, weitsichtig bereits in Farbe produziert, obwohl es noch gar kein reguläres Farbfernsehen gab: Man in Space, der am 9. März 1955 Premiere hatte, Man and the Moon im selben Jahr und schließlich Mars and Beyond 1957 – vor allem diese aufwändigste Produktion von allen besticht noch heute durch ihre langen und technisch brillianten Animationssequenzen, auch zur Geschichte des Lebens auf der Erde. Dass die drei Filme die US-Politik direkt beeinflusst hätten, ist zwar umstritten (“In the mid-1950s …”), aber die eigentliche Zielgruppe war angetan – drei weitere angedachte Filme kamen gleichwohl nie zustande.


09.Apr 2014 | 02:00

Allgemeines Live-Blog vom 9. bis 13. April 2014


13. April

hb2005

Ferner Kometen-Staubschweif von Magnetfeld geformt

Da lernt und lehrt man seit Jahrzehnten, dass der Sonnenwind den Plasmaschweif eines Kometen formt und der Strahlungsdruck der Sonne den Staubschweif – aber ausgerechnet beim berühmten Kometen Hale-Bopp scheint das anders gewesen zu sein, wenn auch erst ein Jahrzehnt nach seiner Sonnennähe! IR-Bilder des Spitzer Space Telescope zeigten auch 2005 und 2008 noch einen Staubschweif, als der Komet schon 22 bzw. 27 au von der Sonne entfernt war – und ihre Vermessung hat jetzt ergeben, dass nicht das Spiel von Schwerkraft und Strahlungsdruck für dessen Form verantwortlich war, sondern die Lorentzkraft des interplanetaren Magnetfelds auf die vom Sonnenwind elektrisch aufgeladenen Staubteilchen (oben der 2005-er Schweif mit diversen Lorentz-Modellen). Dieser Effekt tritt erst in sehr großem Sonnenabstand in Erscheinung; die 2008-er Hale-Bopp-Bilder dokumentieren immerhin die sonnenfernste Kometenaktivität überhaupt.

In anderen Kometen-News P/2010 V1 (Ikeya-Murakami) als Mini-Holmes-artiger Ausbruch interpretiert und die aktuellen Kometen Jacques heute und am 9.4., PANSTARRS gestern und vorgestern, LINEAR vorgestern (mit einem Disconnection Event) und am 8.4. (mit Schweif-Strahlen) und Lovejoy vorgestern. Und ansonsten Venus bei Neptun heute, der Mars gestern, vorgestern (dito, dito und dito), am 10. April (dito und dito), am 9.4. (dito) und aus Australien, der Saturn vorgestern, ein Vesta-Webcast, die nächste Sternbedeckung durch Chariklo, Juwelen aus Mars-Meteoriten als Event (mehr und mehr), die ISS vor dem Mond, die Standort-Suche für den Cherenkov Telescope Array (mehr und mehr), eine Nacht auf dem Kitt Peak, eine angebliche Zunahme und atmosphärische Beziehungen von NLCs [NACHTRAG: erst Tage später Letzteres auch als Text] – und im Komplex von Lichtverschmutzung interessant leuchtende Straßen in NL und Hass auf LED-Laternen in D. [22:30 MESZ - Ende]


12. April

Ungeplante ISS-EVA soll defekten Backup-Rechner ersetzen

Der Ausfall eines Back-Up-Computers außen auf der Raumstation, der wohl hinüber ist, erzwingt einen ungeplanten Ausstieg, um den Rechner zu ersetzen, aber die Startvorbereitungen für den nächsten Dragon am 14.4. um 22:58 MESZ laufen vorerst weiter: Artikel hier, hier, hier, hier und hier, mehr Links und Diskussion – und wenn der Dragon denn fliegt, dann hat er u.a. dies, dies und dies dabei. Auch der ISS-Führerschein für, noch ein Interview mit und eine Umfrage mit Bezug zu A. Gerst, ein kommendes Zwillings-Experiment auf und ein wunderlicher Kirschbaum (mehr) von der ISS, doch kaum Probleme mit DMSP-19, was Curiosity so treibt, ein Aufruf von Cassini, die letzte Missionsphase zu taufen – und LADEE flog bereits 3 km tief über der Mondoberfläche! [21:20 MESZ. NACHTRAG: Das allerletzte Bahnmanöver wurde jetzt durchgeführt. Und Details zu den ISS-Problemen: Um 18:00 MESZ wird man erfahren, ob der Dragon fliegt. NACHTRAG 2: Der Dragon darf am 14.4. starten, während die ISS-EVA zur Reparatur frühestens eine Woche später kommt. NACHTRAG 3: Zum Start des Dragon und seiner Nutzlast ein NASA Release, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links]


11. April

atlas_sw

Gestriger Start einer Atlas V mit einer geheimen Nutzlast des NRO, dafür aber schön anzuschauen: eine Kurzfassung des ULA-Webcasts, aus dem obiges Bild ein Screenshot ist; echte Bilder hat’s hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie einen ULA Release und Artikel hier, hier, hier und hier. Und der erste israelische Start in 4 Jahren (mehr und mehr, eine Video-Collage und mehr Links), weitere Details zum Zwischenfall mit Sentinel 1, ein neues Bild vom Mars Express, ein Video von einem Fallschirm-Test für künftige Marslandungen, war man über den Status von Change’e-3 & Yutu weiß, eine Großspende für einen Bewerber zum GLXP, der Beginn der Montage von OSIRIS-REx, ein Instrument auf Philae vor dem Erwachen, Fortschritte bei der Asteroid Redirect Mission und dem SLS – und Pilze auf der ISS. [0:55 MESZ] Mehr Artikel hier, hier und hier und mehr Links zur Atlas und ein Nachzügler zu OSIRIS. [13:45 MESZ. NACHTRAG: geht auch noch später]


10. April

hubblescan

Astrometrie mit Hubble auf 40 Mikrobogensekunden genau

ist mit einem cleveren Trick möglich, der jetzt tatsächlich ausprobiert worden ist: Während der Belichtung der Zielsterne (links: um den Cepheiden SY Aurigae; Digital Sky Survey) mit der Kamera WFC3 wird das Teleskop gleichmäßig gedreht, so dass sie über tausende Pixel verschmiert werden (Mitte; rechts ein Ausschitt). Dadurch lassen sich die relativen Positionen der Sterne in einer Dimension auf ein tausendstel Pixel genau bestimmen, was 40 µas entspricht und in den Präzisionsbereich von Very Long Baseline Interferometry – die natürlich nur bei radiohellen Quellen funktioniert – und dem Satelliten Gaia vorstößt, der allerdings nur schwache Sterne astrometrieren können wird. Die neue Betriebsart von Hubble stößt genau in eine wichtige Lücke: Mit ihr werden sich die Parallaxen von Cepheiden – die ja gerade durch ihre Helligkeit hervorstechen – in der Milchstraße bis in 5 kpc Entfernung ermitteln und ihr Perioden-Helligkeits-Gesetz noch besser eichen lassen. Und das verspricht wiederum, zusammen mit anderen Daten, eine Hubble-Konstante auf 1% genau – was wiederum wesentlich ist, um der physikalischen Natur der Dunklen Energie auf die Schliche zu kommen. Und all das, weil Hubble einmal nicht mit seinen Fine Guidance Sensors supergenau ausgerichtet wird, sondern Sternstrichspuren gucken darf. [23:25 MESZ]

A supernova remnant about 24,000 light years from Earth.

Der Supernovarest G352.7-0.1 von Röntgen bis Radio: Es handelt sich um einen Mixed-Morphology SNR, der bei seiner Expansion viel interstellares Material – 45 Sonnenmassen – aufgefegt hat, dessen Röntgenemission aber trotzdem von den originalen Ejekta der Explosion vor ~2200 Jahren dominiert wird. Auch ein Stern, der neben einer Supernova überlebte, die den SNR DEM L241 hinterließ, der Zentralstern des Stingray Nebula, neue Untersuchungen an “Sakurais Objekt” in schneller Entwicklung – und eine Methode zur Vorhersage, wieviele neue Sterne sich in einer Molekülwolke bilden werden. [22:55 MESZ]

Eine ernsthafte Alternativ-Deutung für die BICEP2-Daten

der Polarisation der Kosmischen Hintergrundstrahlung (siehe ISAN 209-5) könnte dieses Paper anbieten, eines von unzähligen, die sich bereits mit den Daten und ihrer Interpretation auseinander setzen: Danach wäre das Curl-Muster der Polarisation ein bislang übersehener Vordergrund-Effekt durch Emission alter Supernova-Reste. Diese Hypothese lässt sich testen, sobald von Planck entsprechende Messungen bei verschiedenen Wellenlängen vorliegen. Auch weitere Artikel zum BICEP2-Komplex hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [21:55 MESZ]


9. April

abell33

Der außergewöhnlich kugelsymmetrische Planetarische Nebel Abell 33 auf einem FORS-Bild des VLT – leider durch einen Vordergrundstern ‘verziert’. Auch die erfolgreiche Reparatur in Arecibo nach dem Erdbeben, die Kometen PANSTARRS gestern und Lovejoy vorgestern, ein Riesen-Impakt vor 3.3 Mrd. Jahren, ein neuer Platz für eine sächsische Tunguska-Ausstellung im Sauerland, wo auch gerade eine neue Mond-Ausstellung eröffnet – und der opponierende Mars gestern (dito) und auch früher. [23:55 MESZ]

Alle 4 Instrumente sind nun ins “Herz” des JWST eingebaut

Mit der Integration des Near-Infrared Spectrographs am 24. März und kurz zuvor der Near Infrared Camera in das Integrated Science Instrument Module sind nun alle vier Nutzlasten für den großen IR-Satelliten der NASA installiert. Nach ausgiebiegen Tests wird dieses ISIM Ende 2015 mit der Optik vereinigt; der Start bleibt weiter für 2018 geplant: Press Releases hier, hier und hier. Auch Cassini-Erkenntnisse über das Saturn-Hexagon, die Mars Orbiter Mission auf halbem Weg zum Ziel, die Aktivitäten von Curiosity, die sauberen Solarzellen von Opportunity, neue Erkenntnisse über Gusev, wo einst Spirit fuhr (doch in einem Ex-See?), noch keine neuen Signale von Change-3 oder Yutu, das baldige Ende von LADEE, der weitere Verlauf von Rosettas Mission, ein Kollisions-Vermeidungs-Manöver für Sentinel 1 kaum nach Erreichen des Orbits, ein neuer Progress auf dem Weg zur ISS (Ankunft gegen 23:20 MESZ) – und das Ergebnis einer Weltraum-Auktion. [22:30 MESZ] Schon um 23:14 MESZ hat der Progress angedockt: Bilder vom Anflug hier, hier und hier. [23:20 MESZ] Und ein NASA-FB-Posting und ein Artikel zur Ankunft – plus eine Beobachtung am Himmel. [23:30 MESZ. NACHTRÄGE: weitere Artikel hier und hier und mehr Links]

gpi

Den Planeten von Beta Pictoris in nur 60 Sekunden aufnehmen konnte der neue Gemini Planet Imager (“So sieht der Gemini Planet Imager …) schon bei seinen ersten Tests Ende 2013, es ist der fette isolierte Punkt auf 5 Uhr: Das Instrument ist für den Nachweis schwacher Punktquellen neben hellen in jeder Weise optimiert und schafft 10-mal höheren Konstrast als andere Systeme. Beta Pic b sehen zwar inzwischen einige Teleskope wie neulich erst Magellan erstmals bei < 1 µm, aber keins so leicht; die Bahn des Planeten ist nun besser denn je bekannt. Sie hat eine große Halbachse von 9 au und eine Periode von 20 Jahren; den größten Winkelabstand vom Stern hat der Planet (s.a. ISAN 112-7) gerade hinter sich. Mit dem GPI sollen nun ab diesem Jahr 600 nahe Sterne auf Planeten abgesucht werden. [2:05 MESZ]

Wird Jacques im Juli zu einem Kometen der 1.-3. Größe?

In den letzten Tagen wurde die brasilianische Amateurentdeckung C/2014 E2 (Jacques; ein Bild von gestern) auf etwa 10.0 mag. oder sogar etwas heller geschätzt – und gemäß einer Standardformel für die Helligkeit sollten es bis zum Maximum Anfang Juli noch 9 Größenklassen mehr als jetzt werden: Wenn der Komet durchhält, sollte es durchaus für’s bloße Auge reichen. Für Mitteleuropa steht der Komet derzeit mit dem Ende der Dämmerung keine 20° hoch, und die Sichtbedingungen verschlechtern sich im Mai bis zur Unsichtbarkeit. Aber Mitte Juli sollte Jacques wieder erscheinen, dann am Morgenhimmel 10° hoch und im Idealfall noch mit 2. Größe – und Anfang August mit vielleicht noch 3. Größe sogar 20° und mehr hoch, bevor die Dämmerung beginnt. Im weiteren Verlauf des August ist Jacques dann die ganze Nacht zu sehen, während er zwischen Abend- und Morgendämmerung von 30° auf 70° steigt und noch 5. Größe haben könnte. Auch ein gestriger LONEOS mit langem Plasmaschweif – und der Mars in Opposition scharf aufgenommen gestern (dito), vorgestern (auch ein Rohvideo plus Summenbild) und am 4. April. [1:25 MESZ]

titanduenen

Dünen auf dem Saturnmond Titan von Cassinis Radar im letzten Juli aufgenommen: mechanisch bestimmten irdischen Sanddünen durchausähnlich, chemisch freilich überhaupt nicht. Auch ein möglicher neuer Saturn-Mond im Ringsystem, ein kurioses Panorama aus aktuellen Curiosity-Bildern, ein per HiWish bestelltes MRO-Bild, die kommende MoFi auch für den LRO, der Rover Yutu vor dem nächsten Mondtag – und PMn von DWD und DLR zum neuen Copernicus-Programm mit den Sentinel-Satelliten. [1:05 MESZ]

Grissoms versunkene / geborgene Kapsel kommt nach Bonn

So viel Drama umgibt nur wenige Vehikel in der Geschichte der bemannten Raumfahrt: 1961 trug sie Gus Grissom als 2. Amerikaner – suborbital – in den Weltraum, versank dann unter nie geklärten Umständen im Meer (während der Passagier zwar gerettet wurde aber 1967 in Apollo 1 starb), um 1999 aufwändig geborgen zu werden. Seither befindet sich die “Liberty Bell 7″ in einem Museum in Kansas – und kürzlich ist es der Bundeskunsthalle gelungen, sie als Ausstellungsstück für eine große und (was die Exponate betrifft) ziemlich geheimnisvolle Weltraum-Ausstellung ab diesem Oktober an Land zu ziehen: Zusammen mit weiteren seltenen Stücken aus Kansas wird sie im August ihre Reise nach Bonn per Schiff antreten. [1:00 MESZ]


08.Apr 2014 | 22:25

“Licht auf dem Mars” nicht leicht zu verwerfen

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Vergangene Nacht ging die ‘Entdeckung’ durch die UFO-Szene, dann wurde sie ohne weitere Recherchen von einer namhaften Zeitung verbreitet, in der man sonst Breaking News aus der texanischen Weltraumszene findet – und dann wurde sie, etwa hier, hier oder hier, kurzerhand als Treffer eines Teilchens der Kosmischen Strahlung in einem Kamera-Chip des Marsrovers Curiosity abgetan. Das würde zwar erklären, warum das ominöse “Licht auf dem Mars” am 3. April nur von der rechten Navcam gesehen wurde (oben sowie unten in der Totale), nicht jedoch exakt zeitgleich von der linken (Mitte), wie auch in diesem Paar oder diesem Blinken deutlich zu sehen. Aber das war nicht die einzige theoretisch denkbare Erklärung, wie dieser Blogger auf Twitter mit diversen Cosmic-Ray-Akzeptierern hier, hier und hier u.a. diskutierte: Spiegelnd an einer glatten Oberfläche reflektiertes Sonnenlicht würde auch nur eine der beiden Kameras erreichen. Und die NASA ist derselben Meinung, wie bald darauf in diesem Artikel zu erfahren war: Nach Ansicht eines Kamera-Experten des JPL ist tatsächlich echtes Licht auf den Kamera-Chip gefallen, bloss von woher ist noch nicht klar.

Da hat es nämlich auch am 2. April einen hellen Fleck auf einer Curiosity-Aufnahme gegeben, ebenfalls scheinbar auf einer Anhöhe sitzend, und auch den sah nur eine – und zwar ebenfalls die rechte – Navcam. Zwei Erklärungen bietet das JPL an: eine Reflektion an des Lichts der tief stehenden Sonne an der glänzenden Oberfläche eines fernen Steins (also was dieser Blogger mehr als Advocatus Diaboli vorgeschlagen hatte) – oder Lichteinfall in die Kamera, was bei anderen auf Curiosity schon beobachtet wurde. Die Lektion jedenfalls: bei unerwarteten Beobachtungen skeptisch bleiben – aber nicht gleich die erste beste Erklärung zur endgültigen Wahrheit erklären. Sondern systematisch der Sache auf den Grund gehen: So wurde auch der vermeintlich von einem Fallschirmspringer gefilmte Meteorit widerlegt (den übrigens mehrere der o.g. Curiosity-Debunker seinerzeit für echt erklärt hatten …) – den die Norweger heute formell zurück gezogen haben, nicht ohne sich bei den vielen Aufklärern zu bedanken. NACHTRÄGE: In einem knappen späteren Press Release hält das JPL sowohl einen Lichtreflex an einem Stein als auch Kosmische Strahlung für denkbar – und verrät, dass man “nahezu jede Woche” helle Punkte auf Curiosity-Bildern sieht, die eins von beidem sind. Während hier eifrig diskutiert wird. Und o.g. JPLer nun doch Kosmische Strahlung in Erwägung zieht.


05.Apr 2014 | 04:22

Allgemeines Live-Blog vom 5. bis 7. April 2014


7. April

esobo

Eine Feuerkugel über den ALMA-Radioteleskopen in Chile, aufgenommen während mehrwöchiger Ultra-HighDef-Dreharbeiten. Derweil ist die norwegische Fallschirmspringer-Meteoriten-Story praktisch tot, nachdem sich deren Kronzeuge der Stein-kam-aus-dem-Schirm-Erklärung (s.a. hier, hier und hier) de facto angeschlossen hat: Man glaubt gar nicht, was alles in Fallschirmen stecken kann … Und der 5000. NEO-Fund der CSS, bald ‘bending metal’ bei Deep Space Industries (“Letter from the Chair”), die kühne Prognose eines Kometen-Profis, Jacques könnte der Komet des Jahres werden, C/2012 K1 (PANSTARRS) gestern (dito & dito) und am 4.4., die indische ISON-Kampagne, der Mars dieses Jahr in Opposition und vorgestern, Polarlicht bei einem Transatlantikflug bewegt und still, die Nova Cygni etwas heller und im UV, die SN 2014ai, Astronomischer Tourismus in Indien (größer), Links zu Outreach-Material – und Vorboten des IYL. [23:55 MESZ - Ende]

Fand Cassini “schmutziges Geheimnis der Planetenringe”?

Mit solch drastischen Worten bedenkt Burns (Nature 508 [3.4.2014] 48-49) die nicht erfolgte Entdeckung vieler sogenannter Schäferhundmonde durch die Raumsonde Cassini in den bald zehn Jahren, in denen sie immer wieder Saturnringe im Detail aufnehmen konnte: Weder im filigran strukturierten C-Ring wie der Cassini-Teilung waren dabei neue sogenannte Schäferhund-Monde zu entdecken, die nach der Sichtweise seit den Voyager-Vorbeiflügen maßgeblich für die Entstehung und Stabilisierung dünner Ringstrukturen im Sonnensystem verantwortlich sind und dementsprechend auch für die Ringe des Zentauren Chariklo (“Hinweise auf zwei Ringe des Zentauren …”) postuliert wurden. Konkret gesehen wurden derartige Schäferhunde bisher nur bei Saturns F-Ring, der Encke-Teilung seines A-Rings und beim Epsilon-Ring des Uranus – aber anderswo im Saturnring eben nicht, und da die Massen solcher Begleitmonde ähnlich der des zu ‘behütenden’ Ringmaterials sein müssen, hätte sie Cassini eigentlich sehen müssen. Burns spricht vage von “fehlender Physik” bei der vollständigen Beschreibung der planetaren Ringsysteme – und hofft, dass gerade kleine und einfache Ringe wie nun bei Chariklo gefunden den Weg weisen könnten. [22:25 MESZ]

Die postulierte Super-Erde in der inneren Oort-Wolke kann es nicht geben, stellt ein italienischer Gravitations-Spezialist in einem knappen Paper fest: Die könnte vielleicht die Bahnverteilung von Sedna, 2012 VP113 & Co. erklären (s.a. ISAN 210-6), würde aber auch zu abnormen Periheldrehungen einiger Planeten führen – und die gibt es nicht. Schon jetzt kann man sagen, dass jedweder Planet mit 2 Erdmassen mindestens 500 au und jeder mit 15 Erdmassen mindestens 1000 au weit weg sein müsste. Und Astrometrie von New Horizons im Kuipergürtel verspricht noch viel schärfere Limits. [22:15 MESZ]


6. April

Jede Menge “Rocketcams” verfolgten den Sentinel-Start von der Rakete aus – ein Zusammenschnitt der ungewöhnlich guten Bilder in einem 5-Minuten-Video. Auch pretty pictures vom Start selbst, Asteroidensuche in Spitzer-Daten mit dem Moving Object Search Tool – und jede Menge Energie und schöne Aussichten aber weiter finanzielle Bedrängnis für den Rover Opportunity, der seit bald 10 1/4 Jahren auf dem Mars unterwegs ist. [23:55 MESZ]

Eine neuartige Datierung der Anfänge von Erde und Mond

schlagen Jacobsen & al. (Nature 508 [3.4.2014] 84-7) vor, unter der Annahme der populären Vorstellung, dass die Erde am Ende ihrer Akkretion von mehreren Mars-großen Brocken und danach noch etwas Kleinkram getroffen wurde (Chambers, ibid. 51-2): Sie sind bei umfangreichen Simulationsrechnungen auf eine deutliche inverse Korrelation zwischen dem Zeitpunkt des letzten Mega-Einschlags und der Menge der Restakkretion danach gestoßen. Der letzte große Einschlag schuf nicht nur nach allgemeiner Auffassung den Mond sondern ließ auch sämtliche siderophilen (eisenliebenden) Metalle wie Iridium und Platin im Erdkern verschwinden: Was wir heute an der Oberfläche finden, verdanken wir eben jener späteren Akkretion. Eingesetzt in die per Modellrechnung gefundene Korrelation ergibt sich, dass die Mondentstehung 100±40 Mio. Jahre nach der Entstehung des Sonnensystems vor 4.567 Mrd. Jahren – was sich aus der radioaktiven Datierung von Meteoriten ergibt – erfolgt sein sollte, auf jedenfall aber frühestens 40 Mio. Jahre danach: auch eine PM aus Bayreuth, ein SwRI PR und Artikel hier und hier. [23:45 MESZ]


5. April

msl-dingo

So fuhr der Mars-Rover Curiosity durch die “Dingo Gap”: Ausnehmend klare Reifenspuren im Sand hat hier die Kamera auf dem MRO abgelichtet. Auch der aktuelle Status des Rovers (mehr), ein kurioses Bild von Opportunity, die Auswahl der Landestelle für ExoMars (mehr und mehr), alte vulkanische Explosionen auf dem Merkur, das baldige Missionsende von LADEE am 21. April (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), wie sich die ESA die Oberfläche eines Kometen vorstellt, Fortschritte bei Gaia, die Bewertung der NASA-Astrophysik-Missionen [NACHTRAG: mehr Details zu dieser periodischen Senior Review], Indiens Astrosat für 2015, die DZZ-HR-Mission, die ersten Erdbilder von UrtheCast – und das amerikanisch-russische Verhältnis in der Raumfahrt. [23:55 MESZ]

Schwerefeld untermauert Ozean im Inneren von Enceladus

Dass es im Inneren des Saturnmonds flüssiges Wasser geben muss, um seine südpolaren Fontänen zu erklären, ist seit vier Jahren praktisch sicher (“Die überzeugendsten Indizien für flüssiges Wasser im Inneren von Enceladus”), und nun hat Cassini auch einen relativ direkten Hinweis geliefert: Das Schwerefeld des 500-km-Mondes lässt sich am besten erklären, wenn es in der südlichen Polregionen eine etwa 10 km dicke Schicht flüssigen Wassers gibt, unter 30 bis 40 km Krusteneis allerdings (Iess & al., Science 344 [4.4.2014] 78-80). Leider kann Cassini nur entweder Beobachtungen mit seinen Instrumenten machen oder über den Dopplereffekt am Funkträger höhere Schwerefeld-Komponenten vermessen, so dass nur 3 der 19 engen Enceladus-Besuche für letzteres benutzt werden konnten. Bis zum Ende der Mission in 3 Jahren wird es keine zusätzlichen Möglichkeiten geben (Kerr, ibid. 17), und da auch eine Sondenmission zu Enceladus utopisch erscheint, sind leider nun Jahrzehnte lang keine neuen Erkenntnisse über den Enceladus-Ozean zu erwarten: auch Press Releases hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:45 MESZ]

sentinel2

sentinel3

Bilder von Sentinel-1 im Orbit gibt es reichlich: sein Aussetzen von der Fregat-Oberstufe aus gefilmt – und das Entfalten der Sonnensegel von ihm selbst aufgenommen. Auch Starts einer Atlas V mit DMSP-19 (ein Video und ein Bild, Artikel hier, hier, hier und hier und mehr Links) und eines PSLV mit IRNSS-1B (Artikel hier, hier, hier und hier) – und bald kann auch wieder am Cape gestartet werden. [3:45 MESZ] Mehr Links dazu sowie zum Starterfolg des PSLV. [22:15 MESZ. NACHTRAG: Ärger mit DMSP-19]

Konkurrenz kurz vor Widerlegung von Alpha Cen’s Planet

Seit der lautstarken Verkündigung der ESO (“Intermezzo: Planet mit einer Erdmasse ganz nahe bei Alpha Centauri B gefunden …”) wartet man auf das Urteil einer amerikanischen Gruppe, die ebenfalls energische Messungen der Radialgeschwindigkeit des Sterns vornimmt – in ihrem neuesten Zwischenbericht ist weiter kein Signal zu finden, und bald wird man wissen, wo der Planet doch nur Einbildung war. Auch der Mars am 4.4. und am 3.4., die Kometen LONEOS am 4.4., PANSTARRS am 4.4. (dito) und 3.4. und Jacques am 2.4. (dito), angeblich mehr kleine Impakte, wachsende Zweifel (mehr, eine Abwägung und ein Witzchen) an der Story mit Fallschirmspringer & ‘Meteorit’ (die die FAZ locker schluckt), ein Knall in Stendal, eine LOFAR-Station für Hamburg [NACHTRAG: auch eine PM aus Bielefeld - gibt's wirklich - dazu], die ESO sprengt im Juni einen Berg für das E-ELT – und eine leider unvollständige Liste der größten Amateurteleskope. [3:20 MESZ]


Hintergrundbilder (c) OEWF