ÖWF / Polares auf einen Blick

12.Jan 2015 | 21:16

Analog-Astronauten B-Selektion: 30 Frauen und Männer im ÖWF Härte-Test

Bei unserer letzten Pressekonferenz Anfang Oktober 2014 gaben wir bekannt, dass wir neue Analog-Astronauten für unsere zukünftige Mars Analog Mission suchten. Die Bewerbungsfrist endete am 28. November 2014. Nun hieß es für das Selektionsteam, aus den knapp 100 Bewerbungen die geeigneten 30 Kandidatinnen und Kandidaten für die zweite Runde – die so genannte „B-Selektion“ – zu finden.
Kurz vor Weihnachten erhielten diese 30 ausgewählten Personen dann die E-Mail mit der Einladung für die „B-Selektion“ am 10. – 11. Jänner 2015.

Am Samstag, 10. Jänner 2015, 09:00 Uhr vormittags, fanden sich nun die 30 Analog-Astronauten Anwärter aus ganz Europa in Innsbruck ein. Nicht nur die ÖWF Mannschaft war neugierig auf die zukünftigen Kolleginnen & Kollegen, sondern auch die Neuankömmlinge waren gespannt darauf, was Sie erwarten würde. Nach einem kurzen Briefing und einem Gruppenfoto starteten wir in den ersten Tag. Die Kandidatinnen und Kandidaten erhielten einen persönlichen Zeitplan und mussten sich zu bestimmten Uhrzeiten bei der jeweiligen Test-Station einfinden. Auch Wartezeiten von mehreren Stunden waren dabei keine Seltenheit.

Good morning Earth. Our analog astronaut candidates arrived in #ibktwit & are ready for their tests #simulateMars pic.twitter.com/uwGbILvKWr
— Austr. Space Forum (@oewf) January 10, 2015

Für das ÖWF Team dagegen waren die nächsten zwei Tage in einem strikten 30 Minute Raster verplant. In insgesamt sechs Test-Stationen wurden die Kandidaten vermessen, medizinisch und psychologisch untersucht, ihr Lebensstil (z.B. Sportaktivitäten, Ernährung) überprüft, ihre Geschicklichkeit mittels Rover-Parcours erhoben und von einem Komitee bestehend aus Flugdirektor, Analog-Astronaut, Projektleiter und Psychologin interviewt.

„In den zwei Tagen haben wir sehr viele geeignete und sympathische Menschen kennengelernt. Es wird schwierig werden, nur 15 davon für die nächste Runde auszuwählen“,

resümiert Flugdirektor Christoph Ragonig.

„Wir sind hoch zufrieden mit der Auswahl der Kandidaten, die wir für die B-Selektion eingeladen haben. Einige haben unsere Erwartungen sogar übertroffen“,

ergänzt ÖWF Obmann Gernot Grömer.

In den nächsten Tagen werden diejenigen 15 glücklichen Analog-Astronauten-Kandidatinnen und Kandidaten informiert, die wir zur nächsten Runde, die „C-Selektion“, Mitte Jänner in Innsbruck, einladen.

31.Dec 2014 | 15:04

Die besten Bilder des Jahres 2014

Traditionell am letzten Tag des Jahres blickt das Österreichische Weltraum Forum zurück: 2014 war ein erfolgreiches Jahr! Dazu zählen Schulaktivitäten in ganz Österreich, Forschungs- und Entwicklungstätigkeit rund um den Raumanzugsimulator Aouda und nun auch die Beteiligung bei einem Satellitenprojekt. Ein Highlight war die Vorstellung des TiuTerra Kristalls in Kooperation mit Swarovski und der World Space Week 2013 und die Übergabe der ersten Kristalle. Diese folgenden Bilder zeigen das ÖWF-Jahr 2014 in einem bunten Querschnitt.

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ÖWF Delegation besucht das Institut für Raumfahrtsysteme der Universität (IRS) Stuttgart. ÖWF Analogastronauten im Sojuz-Mock-up: Christoph Gautsch (Mitte) kurz vor dem Andocken der Raumkapsel an die ISS, assistiert von Ulrich Luger (links) und Daniel Schildhammer (rechts).

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Workshop am Europäischen Astronauten Zentrum (EAC). Während der Präsentation des Aouda.X Raumanzugssimulators für das Londoner Kings College konnte Analog-Astronaut Ulrich Luger im Raumanzugsimulator die Schalter im ISS-Mock-Up auf Bedienbarkeit testen.
Foto: ÖWF (Clemens Kleinlercher)

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Yuris Night 2014: Erstmalig wurde der TiuTerra Kristall präsentiert und gleichzeitig der Polarsternpreis an zwei Preisträger verliehen. Von links: ÖWF Obmann Gernot Grömer, die beiden Polarsternpreisträger Werner Weiss und Otto Koudelka, Swarovski-Vertreter Christian Nagele, Astronaut Franz Viehböck.
Foto: ÖWF (Kerstin Zimmermann)

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Dr. Rudolf Albrecht, ÖWF Senior Advisor ist Teil der österreichischen UN Delegation und nimmt regelmäßig an den Konferenzen des Committee for the Peaceful Uses of Outer Space (COPUOS) teil.

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Übergabe des TiuTerra Kristalls an die UNOOSA (United Nations Office for Outer Space Affairs). Eine ÖWF & SGAC Delegation übergab einen TiuTerra Kristall an UNOOSA Leitern Simonetta Di Pippo. Der Kristall wird dauerhaft in der UN-Weltraumausstellung ausgestellt.

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Übergabe der Flugkristalle: Am Europäischen Astronautenzentrum (EAC) überreichte das ÖWF drei kleiner TiuTerra Kristall an ESA Astronauten Samantha Cristoforetti. Derzeit befinden sich die Kristalle auf der Internationalen Raumstation und sind somit das erste Stück ÖWF Hardware im Weltraum!
Foto: Swarovski

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Hall ins All – Raumfahrt in der mittelalterlichen Stadt Hall in Tirol. Einen Nachmittag lang konnten Kinder und Eltern Wasserraketen-Basteln, den Mars Rover Dignity steuern oder in Astronauten-Raumanzüge schlüpfen. Solche Aktionen führten wir heuer unzählige Male durch und konnten mehrere hundert Kinder für Weltraum begeistern.

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Weltraumtag der besonderen Art: Waisenkinder und kranke Kinder aus der Ukraine konnten ihren Alltag für einen Tag vergessen und einen unbeschwerten Nachmittag mit Wasserraketen und Kinder-Raumanzüge verbringen.
Foto: ÖWF (Stefan Hauth)

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Scouting-Selfie: Für die AMADEE-15 Mission war das ÖWF in den Tiroler Bergen unterwegs. Schlussendlich fiel die Wahl auf das Kaunertal, das mit seinem Eis- & Blockgletscher ähnliche Bedingungen wie am Mars bietet.

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Wie jedes Jahr findet im Herbst der ÖWF Zieleworkshop statt. Neben vielen Diskussion und Workshops kommt aber die Geselligkeit nicht zu kurz.

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Erstmals beteiligt sich da ÖWF an einem Flugprojekt. Das ÖWF Ballon Team unter der Leitung von Michael Taraba ist federführend beim Bau & Test der Kommunikationshardware involviert. Details werden bei einer Pressekonferenz am 21. Jänner 2015 bekannt gegeben.

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Ausschreibung für Analog-Astronauten: Wir suchen für die AMADEE-15 Mission eine neue Gruppe von Analog-Astronauten. Die ersten 30 Kandidatinnen und Kandidaten wurden bereits informiert und werden im Jänner mittels eines intensiven Selektionsprozesses auf 6 Kandidatinnen und Kandidaten reduziert.
Foto: ÖWF (Vanessa Weingartner)

28.Dec 2014 | 14:49

Im Interview: Direktor Dr. Nobert Winding vom Haus der Natur – Museum für Natur und Technik, Salzburg

Unser Universum steckt voller Geheimnisse und rätselhafter Phänomene: Schwarze Löcher, Urknall, Supernovae … – die Faszination an der Ergründung des Weltalls begleitet uns Menschen seit jeher. Die neue Weltraumausstellung im Haus der Natur in Salzburg entführt zu einer Reise durch Raum und Zeit. Mit viel Interaktion erkundet man die Planeten unseres Sonnensystems, beobachtet Sterne bei ihrem Werden und Vergehen und ergründet die kosmischen Einflüsse, die unsere Erde lenken. Von Sputnik 1 und Mondlandung bis hin zur Marsmission erlebt man die Sternstunden der Raumfahrt.

ÖWF: Herr Dr. Winding, was erwartet die Besucher in Ihrer neuen Ausstellung “Unser Universum – Planeten, Sterne, Galaxien”?

Die Besucher/innen erwartet in der neuen Ausstellung eine faszinierende Reise zu den Wundern des Universums. Die Ausstellung schlägt einen Bogen von den Anfängen der Astronomie bis zu den Sternstunden der Raumfahrt und erzählt von der Entstehung unseres Universums und der Erde. Mit eigens angefertigten Filmen, Animationen und interaktiven Stationen werden die Themen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln begreifbar gemacht. Neue Dioramen und Modelle geben der Schau räumliche Tiefe und ermöglichen spannende Blicke auf fremde Welten – oder auch in unsere Vergangenheit.

ÖWF: Was ist neu im Vergleich zur vorherigen Weltraumausstellung?

Die Weltraumhalle wurde gänzlich neu konzipiert und aufgesetzt, lediglich das großartige Diorama der Mondlandung von Wolfgang Grassberger sowie die Raketenmodelle und ein Teil der Planetenwagen wurden wiederverwendet bzw. in neuer Präsentation wieder eingesetzt.

ÖWF: Wie lange dauerten die Umbauarbeiten bzw. wie lange haben Sie an der Vorbereitung der neuen Ausstellung gearbeitet?

Gemeinsam mit dem Ausstellungsgestalter Andreas Zangl habe ich vor gut 2 Jahren begonnen, das Konzept für die neue Ausstellung zu erstellen. Zusammen mit den Kuratorinnen Dr. Anke Oertel und Dipl.-Biol. Dorothee Hoffmann wurde in den letzten rund 1,5 Jahren intensiver geplant und schließlich seit dem vergangenen Juni mit den konkreten finalen Um- und Aufbauarbeiten begonnen.

ÖWF: Was ist Ihr persönliches Highlight der Ausstellung, Herr Dr. Winding?

Es ist schwer für mich, ein persönliches Highlight in der Ausstellung festzumachen. Gestalterische Highlights sind sicherlich der mit einer Mondkraterlandschaft bedruckte Boden und die beleuchtete Sonnen-Planeten-Installation im Zentrum des Raumes, die einen gleich beim Betreten der Ausstellung gefangen nimmt. Einen – vielleicht sogar etwas verstörenden – Kontrapunkt dazu bildet „der Grieche“ (eine sitzende griechische Statue), der in Gedanken versunken nach oben zu den Raketen und Satelliten schaut. Er markiert den Ausstellungsbereich über die Weltbilder der Menschheit von den frühen prähistorischen Vorstellungen bis herauf zu unserem heutigen kosmologischen bzw. astrophysikalischen Weltbild.

ÖWF: Für welches Alter ist die Ausstellung geeignet?

Die Ausstellung ist für alle Altersgruppen von 4 bis 90+ Jahren geeignet.

ÖWF: Wann kann die Ausstellung besucht werden?

Die Ausstellung „Unser Universum – Planeten, Sterne, Galaxien“ kann täglich von 9 bis 17 Uhr besucht werden (am 25.12. ist das Museum geschlossen).

Das Interview führte Marlen Raab, ÖWF Redaktion.

„Unser Universum: Planeten, Sterne, Galaxien“
Seit 14. November 2014
Haus der Natur – Museum für Natur und Technik
Museumsplatz 5
5020 Salzburg
www.hausdernatur.at

03.Nov 2014 | 19:00

Parabelflug Mitfluggelegenheit – 3 Plätze zu vergeben

Das Archimedes-Projekt, das derzeit gemeinsam von der Mars Society Deutschland und Mitgliedern des Vereins zur Förderung der Raumfahrt betrieben wird, plant für einen Entwicklungstest eines selbst entwickelten Weltraumballons die Teilnahme an einem kommerziellen wissenschaftlichen Parabelflug.
Der Flug soll in den USA stattfinden, der Flugtermin ist voraussichtlich der 8. – 9. April 2015, geflogen wird von Cape Canaveral / Florida in der Nähe vom Kennedy Space Center. Es werden 25 Parabeln geflogen, wovon für das Experiment nur ca. 2-3 gebraucht werden.

Da das kleine Team den Flug nicht alleine finanzieren kann, können die nicht benötigten restlichen Plätze gegen Kostenbeteiligung weiterzugeben. Nur 3 weitere Personen können noch mitfliegen und das einmalige Gefühl der Schwerelosigkeit erleben. Die Kosten stellen sich folgendermaßen dar (immer zuzüglich Hotel, Anreise und Mietwagenkosten):

  • 8 Teilnehmer: ca. 7200 Euro
  • 9 Teilnehmer: ca. 6400 Euro
  • 10 Teilnehmer: ca. 5800 Euro

Die Kosten können abhängig vom Dollarkurs variieren.
Interessenten wenden sich betreffs Details und Kosten bitte bis spätestens Ende Jänner an Tanja Lehmann (*protected email*).

Kurze Beschreibung Archimedes-Projekt:

Dies ist ein Projekt der Mars Society Deutschland, bei dem es darum geht, einen Ballon zu entwickeln, der zusammengefaltet in einer Raumsonde zum Mars fliegt und dort in der Umlaufbahn ausgebracht und aufgeblasen wird. Der Ballon wird einen Instrumentenpod mit Messinstrumenten tragen, um beim Flug durch die Marsatmosphäre diese zu vermessen. Gleichzeitig dient der Ballon der Abbremsung der Geschwindigkeit der Sonde.
2015 wird ein 1:2 Modell des Raumfahrzeugs auf einer Höhenforschungsrakete getestet werden, inklusive Ballon ausbringen, -aufblasen und Wieder-eintrittsverhalten. Dieser Flug wurde uns vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt bereits zugesagt. Momentan wird gerade ein Ballon aus hitzebeständigem Spezialmaterial gebaut sowie das zugehörige Raumfahrzeug.
An diesen werden als Vorbereitung auf den Raketentest diverse Entwicklungstests durchgeführt. Dazu gehört auch der beschriebene Parabelflug, hierbei soll der Auswurfmechanismus getestet werden. Dieser Test ist unter Schwerkraft nicht möglich.

Weiter Informationen:

 

02.Nov 2014 | 12:39

Tiuterra-Kristall für das Weltraumbüro der Vereinten Nationen

Am 10. Oktober übergab das Österreichische Weltraum Forum einen von 100 Tiuterra-Kristallen an Simonetta Di Pippo, Direktorin der in Wien angesiedelten UNOOSA (United Nations Office for Outer Space Affairs). Damit schließt sich der Kreis eines Projektes, das bereits 2013 begonnen hat.

Start des Projekts war letztes Jahr im Rahmen der World Space Week (WSW). Von der UNO 1999 ins Leben gerufen, soll diese internationale Veranstaltungsreihe den Menschen jedes Jahr den Nutzen der Raumfahrt näherbringen. 2013 waren Weltrauminteressierte rund um den Globus aufgerufen, Gesteinsproben an das ÖWF zu schicken. 33 Proben aus allen Ecken der Welt, so auch aus der Antarktis, Mexico, Europa und aus der Tiefsee kamen in Österreich an und wurden in einem neuentwickelten Verfahren von Swarovski zusammen mit einem Marsmeteoriten zu 100 Tiuterra-Kristallen verschmolzen. Benannt sind sie nach dem altenglischen Wort für Mars und der lateinischen Bezeichnung für Erde.

Als Symbol für die Begeisterung der Menschen für den Weltraum und die Raumfahrt werden die Kristalle an Raumfahrtorganisationen verteilt – und an alle, die eine Gesteinsprobe eingeschickt haben. Im Rahmen der World Space Week 2014 kehrte nun einer der Tiuterra-Kristalle sozusagen an den Ursprungsort der Idee zurück und ist nun in der Dauerausstellung der UNOOSA zu sehen. Drei kleinere Versionen werden die italienische ESA-Astronautin Samantha Cristoforetti im November auf ihrer Reise zur Internationalen Raumstation (ISS) begleiten.

31.Dec 2014 | 15:08

The best pictures of the year 2014

Traditionally, on the last day of the year the Austrian Space Forum looks back: 2014 was a successful year! Besides many school activities all across Austria, research and development activities on our spacesuit simulator Aouda took place, as well as our first participation on a satellite project. One highlight was the presentation of the TiuTerra Crystal in cooperation with Swarovski and the World Space Week 2013 as well as handing over the first crystals. The following arbitrary selected pictures reflect the 2014 OeWF year

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OeWF delegation visited the Institute of Astronautics of the University of Stuttgart (IRS). Analog astronauts of the Forum in the Soyuz capsule: Christoph Gautsch (center) right before docking onto ISS, assisted by Ulrich Lugner (left) and Daniel Schildhammer (right).

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Workshop at the European Astronaut Center (EAC). During the presentation of the Aouda.X spacesuit simulator for the King’s College London, analog astronaut Ulrich Luger tested the usability of the switches inside ISS-Mock-up.
Photo: OeWF (Clemens Kleinlercher)

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Yuris Night 2014: Unveiling for the first time the TiuTerra Crystal and handing over the OeWF PolarStar Award to the two winners. From left: OeWF President Gernot Grömer, both Polarstar awardees Werner Weiss and Otto Koudelka, Swarovski representative Christian Nagele, Astronaut Franz Viehböck.
Photo: OeWF (Kerstin Zimmermann)

04-copuos-albrecht

Dr. Rudolf Albrecht, OeWF Senior Advisor, is part of the Austrian UN delegation and therefore participates regularly at the Committee for the Peaceful Uses of Outer Space (COPUOS) conferences.

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Handing over the TiuTerra Crystal to UNOOSA (United Nations Office for Outer Space Affairs). A OeWF & SGAC delegation hands-over the Crystal to UNOOSA director Simonetta Di Pippo. The Crystal will be on permanent display inside the UN space exhibition.

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Hand-over of the flight crystals: At the European Astronaut Center (EAC) the OeWF hands-over three smaller TiuTerra Crystals to ESA astronaut Samantha Cristoforetti. Currently, the crystals are on board of the International Space Station and thus are the first OeWF hardware in space!
Photo: Swarovski

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Hall goes Space – Space at the medieval town Hall in Tirol. During an afternoon, children and their parents were invited to build water rockets, steer the Mars rover Dignity or try on our kids astronaut suits. We did many of such and similar activities during the year, inspiring hundreds of children for space.
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A very special space day: Orphans and sick kids from the Ukraine could forget their everyday troubles and spent a lighthearted afternoon with building water rockets and dressing in children spacesuits.
Photo: OeWF (Stefan Hauth)

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Scouting-Selfie: For the AMADEE-15 mission the OeWF spent two weekends on tyrolean mountains. Finally we selected the Kaunertal for the mission as the ice and rock glacier there have similar conditions as on Mars.

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Each year, OeWF members convene for the „Zieleworkshop“ (strategy workshop) to discuss projects and to socialize.

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For the first time the OeWF participates in a flight project. The OeWF balloon team managed by Michael Taraba is in charge of building & testing communication hardware. Details will be presented at an upcoming press conference on 21. January 2015.

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Call for analog astronauts: We are looking for our upcoming AMADEE-15 mission for a new group of analog astronauts. The first 30 candidates have been informed and they will be down-selected to 6 candidates with an intense assessement process in January.
Photo: OeWF (Vanessa Weingartner)

29.Dec 2014 | 08:00

A key to a successful space mission: The Flight Plan Team

Each successful space mission has a successful Flight Plan team. The role of the flight plan team is very important, as it compiles all the information of the mission and places it in a master plan to allow the mission to flow smoothly. The goal of the flight plan team is to use all the limited resources in an efficient way, and maximize the scientific return. It needs to take into consideration all the details, all the possible redundancies, all the possible plan changes, and gives a follow up until the end of the post mission analysis.

Within the Austrian Space Forum (OeWF) the flight plan team is formed by 9 enthusiastic volunteers, including students as well as space professionals. Our work is to develop before the simulations the Mission Plan, which includes a rough schedule of all the activities. During the mission, we are in charge of planning strategies, the preparation of the field activity plan (FAP), work on a traverse plan (TP) and prepare daily activity packages (DAP). We are also in charge of following the executed plan in order to understand if there is need to change, update or modify the schedule for the next day. When the mission is over, we analyze the results and evaluate the scientific output of the experiments. We also need to understand if there were any delays and their causes, and if the scientific goals were meet.

We would like to share that this year we have been working hard to consolidate our team, under the leadership of Nina Sejkora. To keep the workflow, we have been participating in monthly team teleconferences to share our progress, to be aware of new goals and assign action points that are followed by emails, check ups and deadlines.

Recently, we just finished the first version of the Flight Plan Team Handbook. This handbook will help us within our team, and act as a basic manual for proper Mission Planning, containing guidelines, definitions, workflows, procedures and lessons- learned.  We also had a long team teleconference were we did a “paper mission plan”. This was an exercise to understand the underlying workflows of the development of a mission plan, taking into account the amount of people involved, the requirements of the (dummy) experiments, the duration of the mission based on how many days we were going to simulate, and the best schedule for each of those days.

AMADEE-15 is one of our main activities now, as we need to fully contribute with the preparations of the entire simulation that will take place August 2015. As time passes by, we already contacted the Principal Investigators (PI) of all the proposed experiments to be conducted during AMADEE-15, and had a first teleconference with each of them, to get the basic and most important data on their experiments. This work is reflected in the Standard Experiment Information Forms (SEIF), which will be filled with the necessary basic information by the end of this and finished in February next year. So far, we have 12 proposed experiments to be conducted during AMADEE-15, including biological, psychological, robotic and geological experiments.

The flight plan leader and some of its members also participated in the recent OeWF workshop, either on-site or remotely. We are so excited of having new members joining the family of the Austrian Space Forum, and would be happy to welcome more members into the Flight Plan team.

Would you like to learn more about the Flight Plan of Apollo 15?
Click here: https://www.hq.nasa.gov/alsj/a11/a11fltpln_final_reformat.pdf

- Carmen Felix

25.Oct 2014 | 13:40

Interview with Prof. Marco Durante and his research on cosmic radiation during spaceflight

Prof. Marco Durante is the Director of the Biophysics Department, GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung, Darmstadt and a full Professor of Physics, Institute of Solid State Physics, Technische Universität Darmstadt. Currently he is the President of the International Association for Radiation Research (2011-2015). GSI operates a unique large-scale accelerator for heavy ions. Researchers from around the world use this facility for experiments that help them make fascinating discoveries in basic research. In addition, they continually develop new and impressive applications.

OeWF: How did you come to the GSI and particularly to the heavy ions?

Using a spacecraft! I actually started with nuclear physics, and then became more and more interested in biological effects during my PhD at the University of California in Berkeley. My supervisor told me that there was more uncertainty in biology than in physics. At that time Berkeley was using accelerated heavy ions to treat cancer, and NASA was trying to use their experience to understand the risks during spaceflight.

OeWF: What is the aim of your research?

We would like to understand the risks associated to the exposure to cosmic rays during spaceflight. Cosmic radiation is a potential showstopper for human exploration and we want to go to Mars. At the same time, we hope to use these same ions to cure cancer on Earth.

OeWF: What is the difference between radiation on earth and in deep space?

On Earth we are continuously exposed to alpha, beta, and gamma rays from natural radioactivity, and X-rays for medical imaging. But in space we are exposed to high-energy heavy ions, coming from supernovae. These ions ionize matter very densely, because their charge is high, and are very penetrating, because they have high energy. Shielding is therefore poorly effective, and the biological effects poorly known.

OeWF: We have radiation on earth. But why do we not have high-engery heavy ions on Earth (except in special test facilities like nuclear medicine)?

The magnetic field is deflecting the ions. As a matter of fact, you have more heavy ions close to the North and Sout Poles, where the magnetic field is thinner.

OeWF: Which meaning do the heavy ions have for the medicine?

They are a great hope against cancer, perhaps the “magic bullet” against resistent, lethal tumors such as sarcomas. Heavy ions deposit most of their energy at the end of their range in matter, the so-called Bragg peak. X-rays, on the contrary, are gradually attenuated while they pass through matter. Therefore, if we modulate the beam energy so that the tumor is on the Bragg peak, we can destroy the tumor with minimal damage to the surrounding normal tissue. It is like surgery, without knife. GSI pioneered this technique in Europe, and patients are now treated at HIT (Heidelberg) and CNAO (Pavia), and soon also in Marburg. Many more centers using protons and heavy ions are available in Asia and USA.

OeWF: Which experimental stations are available to the researchers in Darmstadt at the Biophysics Department?

The biophysicists have a linear accelerator and a ring accelerator at their disposal in Darmstadt. There are cell labs and DNA labs and, moreover, a cytometry and microscopy lab. Experiments can be carried out in a low energy radiotherapy station and on two high energy radiotherapy places. One of it is the medical radiotherapy space in which also the tumour therapy developed by GSI with heavy ions was carried out. A X-ray tube and a microprobe belong to other arrangements.

OeWF: How many employees work at GSI?

Almost 1000 at GSI, and almost 100 in the Biophysics Department, including the students – they do most of the real work!

OeWF: Is there one open house/”Tag der offenen Tür” with the GSI?

At the moment one open house day is not planned. Nevertheless, everybody can register for a free tour of the GSI research facility. More information at gsi.de/besucher .

Thank you.
The interview was conducted by Marlen Raab

More information:

14.Oct 2014 | 19:38

How to make an analog astronaut feel how it is to bend an arm in space?!

After attending a very interesting “Introduction into Spacesuits”-course, I got the chance to work as a volunteer at the OeWF suit lab in Innsbruck. The task was to redesign the exoskeleton for the analog astronauts. At first I hadn’t an idea, what’s expecting me.
At the beginning of my summer holidays I had a meeting with Gernot Grömer who introduced me in an excellent and enthusiastic team at the suit lab and gave me a short overview of what he wants me to do:

  1. Read all the documents he gave to me (quite a lot and oh what a wonder – everything in English – so I had to improve my English first)
  2. Develop a new exoskeleton consisting of a pair of elbow-joints and a pair of knee-joints for the Aouda spacesuit simulator

Collage Exoskeleton with group picture of spacesuit course participants

Sounds simple so far and off we go…
After nearly two weeks of reading theoretical stuff about “space suit joint values”, “torques” and even more complex things like this, I got a vague idea what to do. A first design with a CAD-program (computer-aided design program) and another meeting with Gernot Grömer were done and the idea grew more specific.

But why all this work and investigation? Why is an exoskeleton needed for an analog astronaut?
Simply spoken, a pressurised space suit makes it harder to bend an arm or a leg for an astronaut because of shifting pressurised air inside the space suit and the textile layers of the suit working against deformation. But because Aouda is not set under pressure, we have to simulate this effect and for this reason an exoskeleton is needed.
After another four weeks of CAD-redesigning and improving, a final design was established and a prototype was produced. It’s fascinating, holding a piece of shaped aluminium in your hands. This piece, developed by yourself on a computer, gets real after milling, drilling, threat cutting and a lot of additional working steps. I hope it is still fascinating after we have tried to assemble all pieces together…
The new designed elbow-joint consists of one joint with a spring core and two rails. Each rail for one limb and because of torque-requirements the knee-joint elements are doubled.
The limb-rails will be produced out of high quality steel, shaped by laser-cutting. The attachment of the assembly to the arms and legs will be done by leather-straps with Velcro for adjusting.

We are looking forward to finish the exoskeleton during this October-
I hope no one of the analog astronauts is killing me after a first try-on session and the realisation how hard their new live as an astronaut will be because of to the new exoskeleton ;-)

Thanks to every member of the space suit lab team in Innsbruck. Special thanks to Julia Neuner and Gernot Grömer for their support. I had a great time and hopefully it will last a bit longer.


Author: Benjamin Knaus, physics-student at the University of Innsbruck

10.Oct 2014 | 09:30

Call for Analog Astronauts for simulated Mars Missions

Analog Astronauts Selection and Training for the Class of 2015

The Austrian Space Forum is seeking volunteers to apply for the training opportunity for analog astronauts. Analog astronauts participate in simulated Mars – Missions which are conducted on the ground in a Mars-analog environment. Men and women between the age of 25-45 are invited to submit their application.

The selection process will commence in December 2014 and will end in early 2015. The process will include a detailed medical and psychological assessment. The successful candidates will undergo a compact and intense training comprised of lectures, hands-on spacesuit and field training, they will receive coaching for physical fitness and psychological/stress tolerance. They will finish their training with a certification exam.

Responsibilities
Analog Astronauts are trained to conduct spaceflight-simulations in Mars-like regions on Earth, testing and evaluating equipment procedures, human factors and workflows relevant to the human exploration. They conduct experiments in field campaigns in an international and interdisciplinary environment, typically lasting a few days up to one month. Analog astronauts contribute to the development of spacesuit simulators and other relevant instrumentation.

Minimum selection criteria

  • European Union or Swiss citizen, aged between 25-45 years
  • Body height between 165-190 cm
  • Excellent mental and physical health condition
  • Fluency in English (preferably with at least a second European language)
  • Experience in a technological, engineering or scientific field (such as aerospace/mechanical/electrical engineering, computer science, life sciences, geosciences and others), AND/OR completed commercial or military pilot training.
  • Full availability for the basic training (ca 5 weekends in early 2015, plus distance learning), mission preparation or recertification (typically 2 weekends per year) and missions (2-4 weeks of field operations every 2 years on average), as well as for media and education/outreach activities on an irregular bases.

How to apply
Applications must reach the Austrian Space Forum by no later than 28th of November 2014, 23:59 CET via email to: *protected email* . Submissions should be written in English and contain the following documents:

  • 1 page Cover letter, containing a photo and full contact coordinates (name, gender, nationality, address, telephone, email, birthday)
  • 1 page CV
  • 1 page motivation letter (“Why do you apply?”)

Selection and Training timeline

  • Deadline for applicants: 28Nov2014, 23:59 CET
  • 1st Selection round / 10+11Jan2015: 1st medical and psychological assessment
  • 2nd Selection round / 24+25Jan2015: 2nd round medical & psychological evaluation, selection interviews
  • Feb2015: Announcement of 6 Analog Astronaut candidates
  • Mar-Jun2015: 5 training weekends (to be confirmed), distance learning & physical training, final exams. (Training blocks are tentatively scheduled for: 27Feb-01Mar2015, 20-22Mar2015, 17-19Apr2015, 01-03May2015, 15-17May2015)

Additional information

  • The selection and training will be mostly done in Innsbruck, Austria
  • Costs for the selection and training will be covered by the Austrian Space Forum, except travel and accommodation expenses.
  • Applicants will be required to sign a legal waiver and provide a clean criminal record before starting the second selection step. Details will be sent to candidates in time.
  • Probably two of the new analog astronauts will be selected to participate in the AMADEE-15 Mars simulation in August 2015 at the Kaunertal glacier region in Austria. The others will either be selected as back-up and/or for later missions.
  • Additional information about the Austrian Space Forum: www.oewf.org
  • Example of a major field campaign: mars2013.oewf.org
  • Questions? – please inquire at *protected email*

FAQ’s

  1. Are glasses/lenses a problem for the selection?
    No, glasses/lenses are no problem at all?
  2. Will the OeWF cover travelling/accommodation costs for selection & training?
    Unfortunately the OeWF cannot cover costs for travelling and accommodation. But you’ll get an excellent training and in-depth sports medicine & psychological analysis.
  3. I’m under 25 or over 45, is there any chance to be considered?
    The age limit is strict between 25 and 45 and therefore we cannot consider application if you don’t fit the age limit.
  4. Do I need to live in Austria to apply as analog astronaut?
    No, but you need to be able to travel to Innsbruck, Austria for the selection process and for the 5 training weekends.
  5. I’m not coming from an EU country, can I apply?
    The call is open for all EU citizens and persons with an permanent EU work permit.

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03.Feb 2014 | 13:56

Robotic Exploration:ExoMars orbiter core module completed

The ExoMars Trace Gas Orbiter module consisting of the spacecraft structure, thermal control and propulsion systems was handed over by OHB System to Thales Alenia Space France at a ceremony held in Bremen, Germany, today.
08.Nov 2013 | 12:30

Robotic Exploration:ExoMars lander module named Schiaparelli

The entry, descent and landing demonstrator module that will fly on the 2016 ExoMars mission has been named 'Schiaparelli' in honour of the Italian astronomer Giovanni Schiaparelli, who famously mapped the Red Planet's surface features in the 19th century.
30.Jan 2015 | 18:00

The search continues


Planck and Bicep2 join forces but gravitational waves remain elusive
30.Jan 2015 | 14:55

Week In Images


Our week through the lens:
26-30 January 2015
29.Jan 2015 | 16:45

Magnificent merger


Tell-tale signs of a dramatic encounter between galaxies are evident in this striking view captured by the Hubble Space Telescope
29.Jan 2015 | 15:45

IXV packed and ready


ESA's IXV spaceplane is a snug fit inside Vega's protective fairing and will soon be attached to the rocket in preparation for launch on 11 February
28.Jan 2015 | 18:40

Arms that never tire


ESA astronaut Tim Peake and Rosetta Project Scientist Dr Matt Taylor talk robotics in space missions in a Google hangout. Watch the replay
27.Jan 2015 | 11:45

Striking lightning


Human spaceflight and operations image of the week: lightning strike seen from the International Space Station
20.Jan 2015 | 14:50

Thomas and Luca


Image gallery of ESA astronaut Thomas Pesquet spacewalk training at NASA’s Johnson Space Center with veteran ESA spacewalker Luca Parmitano
20.Jan 2015 | 11:45

Destination: Moon


An eight-minute film of the past, present and future of Moon exploration, from the lunar cataclysm to ESA’s vision of what lunar exploration could be
19.Jan 2015 | 14:57

Conclusion of SPHERES Zero Robotics 2014 challenge


Inspired by ESA’s Rosetta mission and the upcoming NASA OSIRIS-Rex mission, Zero Robotics finalists were given the task to simulate imaging a virtual asteroid on the International Space Station last Friday. Secondary-school students from across Europe controlled miniature satellites on the International Space Station in a competition to get the best images.

19.Jan 2015 | 14:28

An ecosystem in a box


An unusual package was delivered to a hotel in Beijing, China, in 1987 containing a batch of blue–green algae that would spend five days in space in a capsule. The ESA-led MELiSSA project was on its way.

ESA Top Multimedia

Height of Bangladesh mangrove

19.Jan 2015 | 14:28

Philae above the comet?

19.Jan 2015 | 14:28

Corsica

19.Jan 2015 | 14:28

ESA Euronews: The dark side

19.Jan 2015 | 14:28

Earth from Space: Corsican waters

19.Jan 2015 | 14:28

Hubble image of NGC 7714

19.Jan 2015 | 14:28

Weltraum Nachrichten von Online Zeitungen

30.Jan 2015 | 19:35

Kometenlander: "Philae" könnte sich im Mai zurückmelden

Die Forscher hoffen auf die Sonne: Im Mai sind die Chancen für eine Reaktivierung des Landers "Philae" am größten. Dann ist Komet Tschuri der Sonne so nah, dass die Solarzellen vielleicht wieder funktionieren.
30.Jan 2015 | 15:10

Private Raumfahrt: Mini-Shuttle könnte in Rostock landen

Im Jahr 2016 soll die private US-Raumfähre "Dream Chaser" erstmals ins Weltall starten. Als möglicher Landeort für spätere Flüge ist Rostock im Gespräch. Ob das aber praktikabel ist, steht in den Sternen.
29.Jan 2015 | 13:36

Super-Saturn: Der wahre Herr der Ringe

Gigantische Erscheinung im All: Der Planet J1407B hat ein Ringsystem, das 200-mal größer ist als das des Saturns. Forscher haben nun ermittelt, wie der Riese von der Erde betrachtet aussehen könnte.
28.Jan 2015 | 12:19

US-Raumfahrt: Boeing soll ab 2017 Astronauten ins All bringen

Material bringen Privatfirmen schon seit langem ins All, und bald kommen Menschen hinzu: Der Boeing-Konzern soll ab 2017 bemannte Raumflüge für die Nasa durchführen. Doch das Unternehmen ist nicht ohne Konkurrenz.
28.Jan 2015 | 09:07

Fliegen in dünner Atmosphäre: Ein Helikopter für den Mars

Die Nasa will einen Helikopter auf den Mars schicken, um neue Expeditionsziele auszukundschaften. Noch ist allerdings unklar, wie das Gerät in der extrem dünnen Atmosphäre des roten Planeten abheben soll.
31.Jan 2015 | 16:54

Klimawandel messen - NASA-Satellit SMAP gestartet

Feuchtigkeit auf der Erde als Forschungsziel
31.Jan 2015 | 12:00

Sternenhimmel im Februar - Der lichte Tag wächst um über eine Stunde

Das Wintersechseck hat den Zenit überschritten und wandert langsam nach Westen
30.Jan 2015 | 18:29

Astronomie - "Superblase" in der Großen Magellanschen Wolke beobachtet

Das Objekt 30 Dor C ist eine von drei hochenergetischen Gammastrahlenquellen, die in der Zwerggalaxie entdeckt wurden
30.Jan 2015 | 15:51

NASA - Feuchtigkeitsmessender Satellit bleibt erneut sitzen

Dritter Startanlauf für Samstag angekündigt
30.Jan 2015 | 11:51

Vorbereitungen - Deutschland sucht Raumschiff-tauglichen Flughafen

Konstrukteur des ab 2017 eingesetzten "Dream Chaser" fragte nach geeigneten Landeplätzen
28.Jan 2015 | 13:11

Astronomie: Ältester Stern mit erdähnlichen Planeten aufgespürt

Forscher haben mithilfe des Weltraumteleskops "Kepler" das bislang älteste bekannte Sonnensystem mit fünf Planeten entdeckt. Lebensfreundliche Welten könnten früher existiert haben als gedacht.
27.Jan 2015 | 09:18

Rosetta-Mission: Im Mai könnte "Philae" wieder erwachen

Im Moment wissen die Forscher nicht, wo das kleine Labor auf dem Kometen "Tschuri" genau ist. Sie hoffen aber darauf, dass es im Frühsommer seine Batterien wieder lädt – und weiter forscht.
26.Jan 2015 | 18:32

2004 BL86: So viel Platz war wirklich zwischen Erde und Asteroid

Heute verfehlte der Asteroid "2004 BL86" unsere Erde. Das ist gut so, er wäre sonst gefährlich gewesen. Wie viel Platz war zwischen uns und dem Weltraumbrocken? Scrollen Sie sich durchs All.
26.Jan 2015 | 13:24

"2004 BL86": Asteroid - um 17 Uhr kommt der Beinah-Zusammenstoß

Heute wird "2004 BL86" sehr nah an der Erde vorbeifliegen. Bis ein Asteroid auf Kollisionskurs geht, ist nur eine Frage der Zeit – und bislang ist die Suche nach einer Abwehrstrategie noch erfolglos.
23.Jan 2015 | 15:43

Asteroid: 500-Meter-Koloss schießt nur knapp an Erde vorbei

Ein großer Asteroid rast am Montag an der Erde vorbei – nie zuvor ist ein kosmisches Geschoss von dieser Größe der Erde so nah gekommen. Würde es einschlagen, wären Millionen Menschen tödlich bedroht.

Weltraum Blogs

03.Sep 2012 | 16:49

ScienceBlogs.de bekommt eine neue Software und macht Pause

Es ist endlich soweit. ScienceBlogs.de wird auf eine neue Software (WordPress) umgestellt. Dann sollten die ganzen Macken und technische Probleme die sich im Laufe der Zeit angehäuft haben, endlich verschwinden. Die Umstellung erfolgt heute Nacht, um Mitternacht geht es los. ScienceBlogs wird dann eine ganze Weile nicht erreichbar sein. Im Laufe des Dienstag Nachmittag müsste dann alles wieder funktionieren. Hoffen zumindest alle... Vielleicht funktioniert auch nichts mehr und es dauert länger, bis alles wieder normal läuft. Wir werden sehen. Ich hab noch keine Ahnung, wie das neue ScienceBlogs aussehen wird. Ich wäre schon zufrieden damit, wenn alle meine Artikel und alle Kommentare dazu den Umzug heil überstehen... Also drückt die Daumen!


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03.Sep 2012 | 12:25

Barnards Stern hat keine Planeten

Barnards Stern hat keine Planeten. Warum sollte das interessant sein, wo doch sonst immer nur von Sternen berichtet wird, bei denen man Planeten entdeckt hat? Erstmal ist auch ein negatives Resultat ein Resultat. Es mag nicht so sexy sein, wie die Entdeckung eines neuen Planetensystems, aber wenn wir wissen, dass es irgendwo keine Planeten gibt, sagt uns das auch etwas. Und dann ist Barnards Stern ein Sonderfall. Denn hier gab es seit Jahrzehnten Diskussionen, oft sogar Streit, darüber, ob sich dort Planeten befinden oder nicht.

Barnards Stern ist nur 6 Lichtjahre entfernt und damit der viertnächste Nachbar der Sonne (oder der zweitnächste, wenn man die drei Sterne des Alpha-Centauri-Systems zu einem zusammenfasst). Er ist so nahe, dass man seine Eigenbewegung sehr gut sehen kann und weil er sich so schnell bewegt, wird er oft auch "Barnards Pfeilstern" genannt. Dieses Bild zeigt, wie er sich zwischen 2001 und 2010 über den Himmel bewegt hat:

Barnard_Star_2001-2010.gif

Bild: Alejandro Sanz Gómez, CC-BY-SA 2.5

So ein interessanter Stern wurde natürlich oft und ausgiebig beobachtet. Wegen seiner schnellen Bewegung hat man besonders viele und genaue Positionsmessungen angestellt. Und in den 1960er und 1970er Jahren kam der Astronom Peter van de Kamp zu dem Schluss, dass sich dort 2 Planeten befinden müssten. Denn der Stern zog nicht einfach in einer geraden Linie über den Himmel, sondern wackelte hin und her. Der Grund dafür sollte die gravitative Störung der Planeten sein, die den Stern ein bisschen wackeln ließen. Die Entdeckung extrasolarer Planeten in den 1970er Jahren wäre eine große Sensation gewesen. Aber die Kollegen waren nicht überzeugt. Andere Astronomen zeigten, dass vermutlich ein technischer Fehler am Teleskop für das Wackeln des Sterns verantwortlich war. Aber van de Kamp war weiter von der Existenz seiner Planeten überzeugt. Zwei Stück, ungefähr halb so groß wie Jupiter sollten Barnards Stern umkreisen.

Die Sache blieb zweifelhaft, die Beobachtungen konnten nie bestätigt werden und es dauerte bis 1995, bevor der erste wirklich zweifelsfrei bestätigte extrasolare Planet entdeckt wurde. Eine Gruppe amerikanischer Astronomen hat nun noch einmal genau nachgesehen und kommt zu dem Schluß: van de Kamps Planeten existieren nicht. Sie haben Beobachtungsdaten aus den letzten 25 Jahren kombiniert und neu ausgewertet. Im Gegensatz zu van de Kamp haben sie sich nicht auf die Positionsänderungen des Sterns verlassen, sondern seine Radialgeschwindigkeit beobachtet. Auch mit dieser Methode misst man das Wackeln des Sterns, allerdings auf andere Art und Weise. Die Ergebnisse sind ziemlich deutlich:

barnard.png


Die grünen und gelben Punkte sind die Messungen. Wenn der Stern keine Planeten hat, dann sollten sie alle auf der Nulllinie in der Mitte des Diagramms liegen. Wenn van de Kamps Planeten existieren, dann sollten die Punkte dem Verlauf der blauen oder rote Linie folgen. Das tun sie aber nicht, sondern liegen tatsächlich - innerhalb der Fehlerbalken - auf der Nulllinie.

Komplett ausschließen können die Forscher die Existenz von Planeten natürlich noch nicht. Ganz kleine Planeten könnte es noch geben. Aber sicherlich nichts, was größer ist als ein paar Erdmassen. Und auf jeden Fall keine Planeten, wie sie van de Kamp gefunden zu haben glaubte.

Barnards Stern hat also keine Planeten. Aber er wird weiter ein interessantes Forschungsobjekt bleiben, auch weil er der Sonne immer näher kommt. In knapp 10000 Jahren wird er sich bis auf 3,8 Lichtjahre angenähert haben. Ich würde gerne wissen, was die Astronomen bis dahin so alles herausgefunden haben...


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03.Sep 2012 | 10:00

Die Landkarte der Physik

1939 hat Bernard H. Porter die optimale Fusion aus Geografie und Physik erschaffen:

"[A] map of physics, containing a brief historical outline of the subject as will be of interest to physicists, students, laymen at large; Also giving a description of the land of physics as seen by the daring sould who venture there; And more particularly the location of villages (named after pioneer physicists) as found by the many rivers; Also the date of founding of each village; As well as the date of its extinction; and finally a collection of various and sundry symbols frequently met with on the trip."

1939-map-of-physics-h2.jpg

Wirklich cool! Da würde ich gern mal Urlaub machen. Eine kleiner Wanderung von der Astronomie ganz im Westen bis hin zur Astrophysik im Osten und dann an Herschel, Newton und Ptolemäus an den Lichtstrand und ein wenig entspannen ;)

Eigentlich fehlen nur noch 2 Dinge: Eine hochauflösende Version dieser Karte, damit man sie als Poster für die Wand ausdrucken kann. Und eine aktualisierte Version, die die Entwicklung der Physik seit 1939 inkludiert. Seit damals haben die Wissenschaftler ja jede Menge Neuland entdeckt!


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02.Sep 2012 | 15:40

Terminkalender September

Da ich in den nächsten Monaten diverse Vorträge und Lesungen an diversen Orten halte, dachte ich, ich sag mal Bescheid, wo ich überall sein werde. Vielleicht sieht man sich ja irgendwo.

  • 12.September, Seeheim-Jugenheim: Am 12 und 13 September finden die Bergsträsser Weltraumtage statt. Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie gibt es dort jede Menge populärwissenschaftliche Vorträge über Astronomie - zum Beispiel über die Suche nach Außerirdischen, den Bau eines Weltraumfahrstuhls oder die Geschichte der Raumfahrt in Kinofilmen. Ich werde dort am 12. September um 20 Uhr einen Vortrag zum Thema "Krawumm - Wahre und falsche Weltuntergänge" halten und dabei auch aus meinen Büchern vorlesen.

  • 25. September, Solingen: Am 25. September um 19.30 werde ich in der Sternwarte Solingen einen Vortrag zum Thema "Weltuntergang 2012? Keine Panik!" halten.
  • 24-28 September, Hamburg: Von 24 bis 28. September findet in Hamburg die große Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft statt. Dort werde ich zwar keinen Vortrag halten, aber trotzdem anwesend sein (zumindest von 26. bis 28., vorher muss ich ja noch nach Solingen). Wird sicher interessant und vielleicht sieht man sich ja!



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02.Sep 2012 | 14:26

Ein Krawumm geht um die Welt (21): Москва́

Letztes Mal war das Krawumm auf seiner Reise durch die Welt bei der chinesischen Mauer angelangt. Und wenn wir schon mal bei den großen Sehenswürdigkeiten sind, dann passt auch dieses Foto von Leser Robert. Krawumm in Moskau!

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Was bisher geschah: Teil 1: Die staubige Fabrik, Teil 2: Rindviecher, Teil 3: Das Krawumm will hoch hinaus, Teil 4: Eishockey und Nobelpreis, Teil 5: Der Weltskeptikerkongress, Teil 6: James Randi!, Teil 7: Bulgarische Berge, Teil 8: Auf hoher See, Teil 9: Das Buch im Transit, Teil 10: Der Berliner Flughafen, Teil 11: Flauschige Eichhörnchen, Teil 12: Der Bund fürs Leben, Teil 13: Der weiße Gott, Teil 14: Besuch auf Tatooine, Teil 15: Bei den alten Römern, Teil 16: Gaudi in Barcelona, Teil 17: Geysire im Yellowstone-Park, Teil 18: Urlaubslektüre in Antalya, Teil 19: Das Unheil kommt von oben, Teil 20: Die chinesische Mauer
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31.Jan 2015 | 14:19

GLXP Update: Team Synergy Moon Announces T & L Publications as DIY/STEAM Outreach Sponsor

nuts_and_volts_logoSan Francisco (Team Synergy Moon PR) – Google Lunar XPRIZE Team Synergy Moon announces T & L Publications as our DIY/STEAM Outreach Sponsor.

T & L Publications is an American consumer-magazine publisher serving Hobbyist Electronics, Robotics, and Science & Technology enthusiasts. Their focus and readership is a perfect match for Synergy Moon’s Do-It-Yourself methodologies focusing on Science, Technology, Engineering, Arts and Mathematics (STEAM) through the lens of civilian space exploration. T & L Publications produces and operates Nuts & Volts and SERVO magazines.

Nuts & Volts is written for the hands-on hobbyist, design engineer, technician, and experimenter. The diversity of subjects appeals to all levels of experience and spans such topics as amateur robotics, circuit design, lasers, computer control, home automation, data acquisition, new technology, DIY projects, electronic theory, analog, microcontrollers and now civilian space exploration! For more information go to http://www.nutsvolts.com

SERVO Magazine is dedicated to the “Next Generation of Robotics Experimenters”, devoted 100% to robots and robotics. With an all robots – all the time focus, each monthly issue will inspire, educate, and entertain with feature articles, interviews, tutorials, DIY projects, hacks, parts sources and much more. Advances in robotics are dynamic and as important as those of computers in the 80s and 90s. Whether you are building your first line-follower, planetary rover or finishing off the perception layer in a positronic brain, SERVO Magazine delivers the sharp technical tools you need to stay on the cutting edge.

For more information go to http://www.servomagazine.com.

About Team Synergy Moon

SYNERGY MOON is an eccentric, electrifying merge of the arts and sciences. We represent a collaboration of individuals from over 15 countries and our numbers are growing. We are an official team in the Google Lunar XPRIZE, and pioneers in human space travel and interplanetary exploration. Our technological innovations will make manned orbital travel, personal satellite launches, and Solar System exploration cost-effective, and above all, accessible to everyone. Through aerospace research and development, rocket launch services, and a wide range of public events and awareness campaigns, we aim to inspire and invigorate humanity’s desire to explore the Moon, Mars, and space beyond. For more information, go to http://www.synergymoon.com.

About the Google Lunar XPRIZE

The $30 million Google Lunar XPRIZE is an unprecedented competition to challenge and inspire engineers and entrepreneurs from around the world to develop low-cost methods of robotic space exploration. To win the Google Lunar XPRIZE, a privately funded team must successfully place a robot on the moon’s surface that explores at least 500 meters and transmits high-definition video and images back to Earth. For more information, go to http://lunar.xprize.org.

31.Jan 2015 | 06:54

Rogozin Looks to Put Vostochny Back on Schedule as Russia Mulls BRICS Space Station

Russia’s Josef Stalin-worshiping Deputy Prime Minister Dmitry Rogozin paid another one of his periodic visits to Vostochny this week, where he did not like what he found.

“My view after the examination of cosmodrome facilities and talks with representatives of Roscosmos and Spetsstroi (state construction company) is the following: the state of affairs at ‘minimum launch’ facilities leaves much to be desired. The builders for the present are behind the schedule,” Rogozin told a meeting of the commission for control over the country’s most important construction site.

Rogozin again insisted that Russia’s new spaceport would be operational as scheduled, with the first launch of a Soyuz rocket in December. He was unmoved by the challenges of building a new cosmodrome and an entire city to support it in the middle of nowhere during Russia’s harsh winter weather.

He said he repeatedly heard about plans that were expected to be carried out by March 1 and April 1. “I would like to believe it will be so,” he said, adding that the work must not be complicated by cold weather, as Russian cold was always an ally, but not an enemy.

Well, OK. That’s not normally the case. But, perhaps Rogozin thinking of the defense of Stalingrad in World War II. Or the repulse of Napoleon. Or maybe he just doesn’t know what he’s talking about.

Webcams have been set up at the construction site so that anyone with nothing better to do can watch workers toiling away in Russia’s frigid Far East’. It remains to be seen what sort of audience will tune in for what Rogozin calls “people’s monitoring”; big construction projects like Vostochny tend to move rather slowly.

Meanwhile, reports have surfaced of a draft plan that would have Russia withdraw from the International Space Station in 2020 and launch a separate facility with its fellow members of the BRICS group. That is the alliance that includes Brazil, Russia, India, China and South Africa.

It looks as if the proposal would be focused on two of the nations nations. China has an advanced space program with human missions and a plan to launch its own multi-module space station that would be complete in 2020. India has a smaller space effort that is eying human spaceflight in about 10 years.

Brazil’s space program is much smaller than India’s; it’s also disorganized and chronically underfunded. South Africa has an even more modest space effort.

It’s not clear from the reports how seriously the plan is being taken. Russia is still working on a long-range space policy. If the plan moves forward, Russia would propose the project at a summit in July.

31.Jan 2015 | 01:43

ASAP Says SpaceX, Orbital Need to Up Their Games on ISS Resupply

SpaceX Dragon freighter at ISS. (Credit: NASA)

SpaceX Dragon freighter at ISS. (Credit: NASA)

SpaceX and Orbital Sciences Corporation will now have to deliver the majority of supplies needed to maintain the U.S. segment of the International Space Station (ISS) given ESA’s decision to retire its ATV freighter and JAXA limiting HTV cargo ship flights to one per year, NASA’s Aerospace Safety Advisory Panel (ASAP) said in a report this week.

The increased responsibilities come amid a 16-month gap in Orbital Science’s Cygnus flights to the space station that resulted from the explosion of the company’s Antares rocket on Oct. 28. The loss puts much more pressure on SpaceX, which has an aggressive schedule of five Dragon resupply flights to the space station this year.

ASAP noted in its 2014 Annual Report that both U.S. cargo delivery systems are “relatively immature from an operational perspective.” As the table below shows, Orbital and SpaceX also have fallen significantly behind schedule on launches.

CRS Delays
Delays caused by SpaceX have ranged between 20 and 26 months. Orbital had been on a path to reducing its delays until the Antares crash in October.

“Even acknowledging the fact that some missions were put on contract prior to the completion of the system development, the schedule performance must significantly improve to enable consistent scientific research on the ISS,” ASAP said in its report. “There will be additional pressure on cargo logistics while Orbital works through its plan to resume cargo missions. NASA’s logistics planning and adjustments during this critical period will be a focus for the Panel in the coming months.”

SpaceX has five Dragon resupply missions to ISS scheduled in 2015. The first was successfully launched on Jan. 10. Additional flights are scheduled for April, June, September and December.  Whether the company will meet that schedule is uncertain given continual slips in its manifest. Last year, SpaceX launched six Falcon 9 rockets out of a planned 10.

Cygnus and ISS robotic arm (Credit: NASA)

Cygnus and ISS robotic arm (Credit: NASA)

Orbital plans to launch a Cygnus cargo ship to ISS in late November aboard an United Launch Alliance Atlas V while it fits the Antares rocket’s first stage with a new type of engine. The company hopes to resume Cygnus flights aboard Antares in 2016; however, it is possible it will launch a second Cygnus aboard an Atlas V if it experiences delays with the modified booster.

Four Russian Progress freighters are set for launch in February, April, August and October. JAXA’s HTV cargo ship is scheduled for launch in August.

ASAP noted that both SpaceX and Orbital Sciences have experienced technical challenges during their Commercial Resupply Services (CRS) missions.

“Some of the early SpaceX missions under the CRS contract experienced water intrusion after landing and loss of power to returning science payloads. Additionally, SpaceX successfully overcame a Falcon 9 engine failure during ascent on SpX-1 and, with NASA’s help, a significant thruster issue on SpX-2,” the report stated.

Orbital Sciences did not suffer any serious anomalies during its first two commercial Cygnus missions to ISS. The third resupply ship was lost when Antares exploded. Cygnus is not designed to return cargo from space.

“Overall, the challenges faced by the commercial cargo providers are not unexpected,” ASAP said in the report. “Both Orbital and SpaceX are working to improve reliability and schedule performance. NASA oversight and certification of mission operations in the ISS ellipsoid have proven effective. With the CRS contract administered under the ISS Program, there has been transparency, the acknowledgement of challenges, and a positive safety culture. Additionally, the Panel noted that the recently released Request for Proposal for the next contract (CRS2) incorporated significant lessons learned by NASA.”

ASAP recommended that NASA undertake formal documentation of a risk mitigation strategy relating to commercial cargo.

“The ISS Program has an excellent track record for creatively solving problems, and logistics planners will need to continue emphasizing flexibility to accommodate delays or other possible mission failures,” the report states.

Because of the relative immaturity of SpaceX’s and Orbital’s cargo systems, the vehicles have been carrying only “non-critical” supplies to ISS. “NASA initially based its decision to certify only the mission operations occurring within the vicinity of the ISS (i.e., within the ISS ellipsoid) on the premise that the commercial providers would fly ‘non-critical’ cargo,” the report states.

However, NASA was planning to certify Cygnus vehicles to carry a critical cargo –water — to the space station in early 2015. The Antares explosion and resulting flight delays scrambled those plans. NASA began to develop a plan to certify SpaceX’s Dragon spacecraft for water delivery, negotiated with the Russians to transport water aboard their Progress cargo ships, and made efforts to return the station’s Sabatier recycling system to operational status.

“This response is viewed by the Panel as appropriate, and there is confidence that adequate water supplies will be maintained on the ISS,” ASAP wrote. “This particular example is meant to illustrate the importance of reliable cargo delivery services — regardless of cargo classification. In fact, the term ‘non-critical’ can mislead and cause inappropriate perceptions leading to the conclusion that the cargo is not important, which, as shown in the water example, may not be the case. The importance of a given piece of cargo depends on a number of factors, and using or not using the term ‘critical’ may lead to erroneous conclusions as to potential impact in the case of loss.”

The Japanese HTV mission in August is set to deliver water to ISS. However, the flight is scheduled for launch just over two weeks before ISS would run out of water on Sept. 2 if it wasn’t resupplied by other cargo ships. ASAP said the schedule provided little margin for delays.

ESA’s fifth and final ATV cargo ship, which was also certified to carry water, is currently docked with the International Space Station. It will be undocked from ISS in mid-February.

30.Jan 2015 | 15:32

NASA, Partners Work to Avoid Water Shortage on ISS

A massive explosion occurred right after the Antares rocket hit the ground.

A massive explosion occurred right after the Antares rocket hit the ground.

By Douglas Messier
Managing Editor

Following the loss of a Cygnus freighter when its Antares booster exploded after launch on Oct. 28, NASA officials emphasized the International Space Station (ISS) crew was in good shape on supplies, which could last into March without any other ships visiting the facility. As if on queue, a Russian Progress freighter blasted off for the station the following morning, which officials said demonstrated the wisdom of redundant supply systems.

All that was true enough. Behind the scenes, however, officials were concerned over one critical item aboard station: water. The suspension of Cygnus flights for at least a year threw a monkey wrench into NASA’s plan to use the cargo ship to resupply the station with H2O. It also left station astronauts dependent upon the success of a Japanese HTV freight set for launch only weeks before they would ran out of water on Sept. 2.

The details of how NASA and its international partners have been dealing with this serious situation are included in the 2014 Annual Report of the Aerospace Safety Advisory Panel (ASAP), an independent watchdog group that reviews the space agency’s safety practices.

NASA had planned to certify Cygnus to carry water to the space station in early 2015; there were no plans for certifying SpaceX’s Dragon cargo ship to do the same. Orbital plans to launch its next Cygnus aboard a United Launch Alliance Atlas V rocket, but that flight is not scheduled until Nov. 19.

Meanwhile, ESA has ended flights of its ATV cargo ship, which was certified to carry water. With the ATV program over and Cygnus off-line, the space station was left with two vehicles capable of carrying water, the Russian Progress and Japanese HTV.

HTV flights are now limited to once per year; the next one is planned for August 17, just over two weeks before ISS would run out of water on Sept. 2 unless it was resupplied by other vehicles. The schedule provided very little margin for error, ASAP said.

“The ISS program responded quickly by initiating discussions with SpaceX to have them certify their vehicle for water (targeting SpaceX CRS-6 in April/May 2015), initiating negotiations with the Russians to potentially fly water on one of their Progress vehicles, and making all efforts to return the Sabatier system on the ISS to operational status for water production,” the report stated.

“This response is viewed by the Panel as appropriate, and there is confidence that adequate water supplies will be maintained on the ISS,” ASAP added.

30.Jan 2015 | 14:26

CSA Partners With SickKids Centre to Develop KidsArm

LONGUEIL, Quebec (CSA PR) — Not much rivals the dexterity of a good surgeon’s hands. But humans being humans, fatigue or even tremors after a long day at the hospital can make things challenging, especially when operating on small children.

That is why Toronto’s SickKids Centre for Image-Guided Innovation & Therapeutic Intervention (CIGITI) turned to the Canadian space technology behind Canadarm, Canadarm2 and Dextre and partnered with MacDonald, Dettwiler and Associates Ltd. (MDA) to develop KidsArm.

The third prototype of KidsArm, the first image-guided robotic surgical arm in the world specifically designed for pediatric surgery, is currently being tested at SickKids Hospital, and researchers are hoping that the technology might soon lend a helping hand to surgeons around the country. While more testing is needed, the robot is also promising for fetal, cardiac, neurological and urological surgeries.

Using a pair of hand controllers in conjunction with high-precision, real-time imaging technology, surgeons can pinpoint the area of concern to make it easier to reconnect delicate vessels, for example. KidsArm is also equipped with miniaturized dexterous tools that can cut, coagulate, apply suction, or use a laser. It is capable of working 10 times faster and with more accuracy than a surgeon’s hands when performing intricate procedures.

Advanced technologies such as imaged-based tissue tracking and robotic assistance select and track sutures so that surgeons can compensate for the tissue motion that sometimes makes these surgeries difficult. A stereo camera generates a 3D point cloud, a set of data points that guide the tool tip and apply a series of sutures. KidsArm pushes the envelope using advanced imaging to identify suture locations. This allows the surgeon to automate the suturing of small vessels and other microsurgical tasks.

The precision required by KidsArm has to be at least 10 times better than what Dextre is able to achieve. To face this technical challenge, the MDA team adopted the virtual decomposition control (VDC) approach developed by Canadian Space Agency (CSA) engineer Wen-Hong Zhu. Thanks to this technology, KidsArm is capable of performing intricate procedures such as the suturing of blood vessels and tissues 10 times faster and with more accuracy than a surgeon’s hands. The VDC is a Canadian game-changing technology for precision control of future medical manipulators and space manipulators.

In terms of robotics, the team used a combination of industrial robots, control electronics, cameras and haptics (force-feedback controllers). The control software evolved directly from the Dextre and Canadarm programs at MDA, and the vision was adapted from their satellite navigation work for the CSA.

One day, this technology may help by making medical procedures on children less invasive and less painful, allowing them to return home faster… so that kids can be kids.

31.Jan 2015 | 11:23

Asteroid Retrieval: Die Qual der Wahl

Die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtagentur NASA plant, einen erdnahen Asteroiden (NEA) in eine Mondumlaufbahn zurückzuführen, damit er dort von Astronauten genau analysiert werden kann. Nun steht die Entscheidung bevor, ob ein kleiner Asteroid als Ganzes oder eine kleine Probe von einem großen Asteroiden zurückgeführt werden soll. Unterdessen wird Kritik an dieser Mission immer lauter.
30.Jan 2015 | 17:15

NASA forscht an Helikoptern für Rovermissionen

Forscher der US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtagentur (NASA) und des Jet Propulsion Laboratory (JPL) arbeiten an der Entwicklung von Helikopterdrohnen, die als fliegende Augen für zukünftige Marsrover das Gelände erkunden sollen.
27.Jan 2015 | 18:25

Raumsonde DAWN - Bessere Fotos als Hubble

Nach einem Aufenthalt von 14 Monaten bei dem Asteroiden Vesta und einer anschließenden fast zweieinhalbjährigen Weiterreise durch das Weltall befindet sich die Raumsonde DAWN inzwischen im Anflug auf den Zwergplaneten Ceres, der bereits Anfang März erreicht werden soll. Die aktuelle Aufnahmen der Raumsonde überbieten mittlerweile bereits die Qualität von den besten Aufnahmen, welche bisher jemals von Ceres angefertigt wurden.
27.Jan 2015 | 17:30

Commercial Crew: GAO-Protest gelöst

Der Protest der Sierra Nevada Corporation gegen die Vergabe der Aufträge für den kommerziellen Crewtransport der US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtagentur NASA wurde abgelehnt. Außerdem wurden inzwischen weitere Details über die geplanten Entwicklungsarbeiten der beiden Gewinner bekannt gegeben, Boeing und SpaceX.
27.Jan 2015 | 15:42

Rosettas Komet verliert seine äußere Staubschicht

Die Raumsonde Rosetta bietet derzeit einzigartige Einblicke in den Lebenszyklus der staubigen Oberfläche eines Kometen. In den vergangenen Monaten konnte eines der an Bord der Raumsonde befindlichen Instrumente mitverfolgen, wie der Komet 67P/Tschurjumow-Gerasimenko seinen staubigen, äußeren Mantel verliert und diesen sozusagen Schicht für Schicht abstreift.
26.Jan 2015 | 17:10

Eine Woche mit vielen Erlebnissen

bundesweiten Gewinnern von „Jugend forscht“ im Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum in Oberpfaffenhofen19. bis 25. Januar 2015: Was zunächst nach einer ganz "normalen" Woche aussah, entpuppte sich als eine Zeitspanne, bei der die "Spanne" eher "Spannung" bedeutete... Neben den regelmäßigen Treffen gab es einige Tagesordnungspunkte auf dem Programm, die sich allesamt als spannend und wichtig herausstellten. Den Abschluss dieser Arbeitswoche bildete dann noch eine tolle Überraschung.
23.Jan 2015 | 16:13

Aufbruch ins unentdeckte Land - Start von Hayabusa2 und Mascot

Aufbruch ins unentdeckte Land - Start von Hayabusa2 und MascotEs ist gerade einmal wenige Wochen her, dass die ESA-Mission Rosetta die Landeeinheit Philae in einer spektakulären Aktion auf dem Kometen 'Chury' abgesetzt hat. Und noch bevor dessen erste Daten genauer analysiert werden konnten, wurde mit der japanischen Mission Hayabusa2 und dem mitgeführten Lander Mascot der nächste Hoffnungsträger zur Erforschung des Sonnensystems auf die Reise geschickt.
15.Jan 2015 | 11:24

Motto des Tages: "Don't Panic"

"Don't panic" steht in grossen Lettern auf dem Reiseführer "Per Anhalter durch die Galaxis", zumindest erzählt das der gleichnamige Science Fiction-Kultroman von Douglas Adams, den sich die derzeitige ISS-Besatzung als Pflichtlektüre verschrieben hat. "Don't Panic" war auch das Motto des gestrigen Tages am Columbus-Kontrollzentrum.
18.Dec 2014 | 13:58

Vereinfachte Nutzungsrechte: Marsbilder ab heute CC-lizensiert

Eis in der Region Promethei Planum auf dem MarsSeit der Ankunft am Roten Planeten im Dezember 2003 erfreuen sich die Bilder der ESA-Mission Mars Express großer Beliebtheit. Diese werden von der hochauflösenden Stereokamera (HRSC) an Bord von Mars Express, die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebenen wird, aufgenommen.
18.Dec 2014 | 09:58

Die Würfel sind gefallen

Heute, am 18.12.2014, hat der ESA-Rat mich zum neuen Generaldirektor gewählt. Nachdem ich in Absprache mit der Bundesregierung meine Unterlagen eingereicht hatte, lief das Auswahlverfahren in mehreren Stufen ab. Dabei geht es bei derartigen Positionen leider nicht nur um die persönliche Qualifikation, sondern immer auch um nationale Interessen.
25.Nov 2014 | 22:52

Interstellar: Wurmlöcher, Schwarze Löcher, Logiklöcher

Es ist irgendwann um das Jahr 2060 und die Klima-Apokalyptiker haben recht behalten. Die Biosphäre der Erde ist ruiniert. Es ist heiß, Sandstürme toben um den Globus und es wächst nichts mehr Essbares außer Mais. Die Menschheit ist stark reduziert, der verbliebene Rest ist vom Verhungern bedroht und kämpft ums Überleben. Raumfahrt wird als unnötig, teuer und schädlich betrachtet. Deshalb musste Astronaut Cooper zum Getreidebauern umschulen. Nun werkeln er und seine Patchwork-Familie - die aufgeweckte Tochter Murphy, sein eher schlicht gestrickter Sohn Tom und Grandpa Donald - auf ihrer Farm herum.

Das Plakat zeigt eine Atlas 5 401. Eine Rakete, die im Film gar nicht vorkommt, aber in unserer Realität schon.

Das Plakat zeigt eine Atlas 5 401 der United Launch Alliance. Eine Rakete, die nirgendwo im Film vorkommt. Bild Thefilmgrapevine.com

So beginnt der Plot zu Christopher Nolans Science-Fiction Film "Interstellar". Der Streifen wird übrigens in diesem Portal schon zum zweiten Mal unter die Lupe genommen. Die erste Besprechung stammt von Susanne Hofmann und ist hier zu finden. In meiner Kritik, drei Wochen später als Susannes, fließen eine ganze Menge von Kommentaren und Bewertungen meiner Freunde und Kollegen mit ein. Deren Meinungen reichen von "grottenschlecht" bis "bester SF-Film, den ich je gesehen habe". Das Werk polarisiert also durchaus. Sollten Sie ihn noch nicht gesehen haben, aber noch anschauen wollen, dann lesen Sie hier am Besten nicht weiter, sondern machen sich erst selbst ein Bild.

Ich habe mir vorgenommen, das Thema in etwa 2000 Worten zu beleuchten. Will ich das schaffen, muss ich mir allerdings die Beschreibung der Handlung weitgehend schenken, denn der Film ist fast drei Stunden lang und es ist ganz schön was reingepackt. Ich versuche aber mal ein Gerüst in drei Absätzen zu schildern. Absatz eins haben Sie schon in der Einleitung gelesen. Da war ich eben dabei, zu erzählen, wie Ex-Astronaut Cooper auf seiner Farm herumwerkelt. Da weiß er aber noch nicht...

...dass nur eine Ecke von seiner Butze entfernt die Reste der NASA im Untergrund weiter existieren. Dass es sie überhaupt noch gibt, liegt an einem Wurmloch, das sich vor Jahren in der Nähe des Saturn aufgetan hat. Das führt in eine andere Galaxie, zu einem Planetensystem, das um ein schwarzes Loch kreist, dem man den ebenso hübschen wie passenden Namen "Gargantua" gegeben hat. Die Tiefbau-NASA hat schon vor zehn Jahren ein dutzend Astronauten da durch geschickt, um diese Planeten zu erkunden. Für jeden Planeten einen. Allerdings senden nur drei der zwölf Leute Signale zur Erde zurück, nämlich Miller, Mann und Edwards. Aufgrund physikalischer Störeffekte gelangen deren Botschaften nur fragmentarisch durch das Wurmloch, man weiß also nicht so genau, was sich an dessen anderen Ende so tut. Und dann gibt es ein seltsames binäres Signal in der Farm der Coopers, das den Ex-Astronauten und Töchterchen Murphy schließlich zur eingebuddelten Weltraumbehörde führt. Dort trifft er auf Professor Brand, den Chefwissenschaftler, und dessen Tochter Amalia.

Bei der Höhlen-NASA scheint Professor Brand nur darauf gewartet zu haben, dass Cooper aufkreuzt. Er entsendet ihn zusammen mit Amalia und zwei anderen Astronauten mit dem Raumschiff "Endurance" durch das Wurmloch, um Kontakt mit den drei Wissenschaftlern aufzunehmen, und Plan A oder Plan B umzusetzen. Plan A besteht darin, eine für Menschen bewohnbare Welt zu finden, damit die dorthin umziehen können. Sollte das nicht gelingen, dann ist es Plan B, mitgeführte befruchtete menschliche Eizellen vor Ort auszubrüten und eine neue Menschheit aufzubauen. Bei all dem tun sich Abgründe an menschlichem Sozialverhalten, technischen Problemen und physikalischen Absonderlichkeiten auf. Gegen Ende des Streifens stürzt sich Cooper in Gargantua, um dort das Rätsel der Gravitation zu lösen. Dabei gerät er in eine Art höher dimensionale Projektion des dreidimensionalen Raumes, einen "Tesserakt". Dem ist die vierte Dimension zugefügt, also die Zeit, und aus diesem Gebilde heraus gelingt es ihm, seiner nun schon erwachsenen Tochter über eine mechanische Armbanduhr durch gravitative Beeinflussung Signale zukommen zu lassen, die schließlich dazu führen, dass Murphy in den kommenden Jahrzehnten (die aber für Cooper nur Sekunden sind) das Geheimnis der Gravitation löst. Am Ende löst sich der Tesserakt auf, was dazu führt, dass der kaum gealterte Cooper seine jetzt steinalte Tochter eben noch auf ihrem Sterbebett antrifft.

Soweit die Handlung ohne Details. Ich habe jetzt von Physik viel zu wenig Ahnung, um die Darstellung von Wurmlöchern, schwarzen Löchern oder eines so hypothetischen Gebildes wie eines "Tesseraktes" zu kritisieren. Sie scheinen mir aber auf jeden Fall künstlerisch ganz gut interpretiert worden zu sein. Ob ein Planetensystem, das um ein schwarzes Loch kreist, ohne dass es in diesem System zusätzlich noch eine "richtige" Sonne gibt, ein sinnvoller Aufenthaltsort für den Neuaufbau einer Zivilisation ist, erscheint mir dagegen schon sehr fragwürdig. Aber die NASA der Zukunft ist personell nur schwach besetzt, da mag es auch schon mal zu gröberen Fehleinschätzungen kommen.

Kaum durchs Wurmloch getunnelt beschließt Cooper, auf einem Wasserplaneten in abenteuerlicher Nähe des schwarzen Lochs zu landen. Von daher stammt zwar eines der drei aufgefangenen Signale (das von Miller oder Edmunds, von wem genau ist mir entfallen, wie ein paar andere Sachen auch in dem Film), aber es ist dennoch eine hochgradig bescheuerte Idee. Tatsächlich würden die raumfahrttechnischen Anforderungen, auf einem Planeten in so grotesker Nähe eines massiven schwarzen Lochs zu landen selbst Captain Kirk von der Enterprise vor unlösbare Probleme stellen. Der Himmelskörper verfügt über eine Schwerkraft von 130 Prozent der Erdgravitation. Aber das ist nur Mückenschiss, verglichen mit dem Umstand, dass der Wasserplanet derart tief in Gargantuas Schwerkrafttrichter liegt, dass die dort generierte Zeitdehnung eine Stunde (Planetenzeit) zu sieben Jahren (Erdzeit) beträgt. Vielleicht kann das mal jemand ausrechnen, der sich mit den mathematischen Grundlagen der Relativitätstheorie auskennt, aber ich vermute jetzt mal, dass man der Lichtgeschwindigkeit schon sehr, sehr nahe kommen muss, um dieser monströsen Gravitationskaverne wieder zu entkommen. Wenn jemand sowas schafft, dann fragt man sich, warum es da noch Wurmlöcher braucht um zu fernen Galaxien zu fliegen. Und ich vermute mal zusätzlich, dass es einen Planeten so nahe an Gargantua ohnehin in molekülgroße Einzelteile pulverisieren würde.

Weil wir grade bei "Wurmloch" sind: Mir selbst - aber ich bin langsam von Begriff und deshalb kein Maßstab - wurde erst nach einer guten Stunde und einer ganzen Flasche Maxlrainer Schlosstrunk klar, dass die Bezeichnungen "Wurmloch" und "Schwarzes Loch" in diesem Film durchaus in einer richtigen - nämlich unterschiedlichen - Bedeutung eine Rolle spielen. Ich war in meiner Naivität das ganze erste Drittel des Werkes der Meinung, dass das in üblicher Hollywood-Dialogwurschtigkeit einfach synonym verwendet wird. Ich bin aber überzeugt, dass selbst am Ende der dritten Stunde den wenigsten Zuschauern die grundlegende Unterschiedlichkeit dieser beiden Gebilde jemals klar wurde. Die meisten verwirrte es erheblich, dass man für die Story ein Wurmloch braucht, um zu einem schwarzen Loch zu gelangen und was das für relativistische Effekte sind, die das eine und/oder das andere betreffen. Mehr noch verwirrt das ständige Herumspringen vom Einen zum Anderen.

Mich überforderte auch die Logik, nach der die Besatzung der "Endurance" den für eine Besiedelung mit weitem Abstand ungeeignetsten Planeten als ersten untersucht. Danach geht sie unverdrossen zum Zweitunwahrscheinlichsten über. Darauf besteht übrigens Amalia, weil sie den Astronauten Mann liebt, den sie aber, nachdem ihn die "Endurance"-Crew aus seinem Tiefschlaf-Sarg befreit hat, in den er sich eingeschlossen hatte, dauernd recht distanziert "siezt". Und auch er guckt sie kaum jemals an, und sie ihn auch nicht. Komische Art von Verliebtheit. Aber vielleicht dämmert es da Amalia auch schon, dass sich Mann schließlich als DER Oberschurke des Films herausstellt. Erst im letzten Versuch nehmen sie den einzig vernünftigen Planeten-Kandidaten unter die Lupe. Genauer gesagt: Amalia nimmt ihn alleine unter die Lupe, denn zu diesem Zeitpunkt muss sich Cooper leider schon ins Schwarze Loch stürzen. Aber dazu kommen wir gleich.

Nachdem wir jetzt den Punkt "Logik" erreicht haben, nehmen wir mal die verwendete Raumfahrt unter die Lupe. Da wird es - vom Logikfaktor her - ganz, ganz übel. Der Plot vermittelt uns nämlich mehrfach, dass seit Jahrzehnten keine Raumfahrt mehr betrieben wird. Denn die ist schädlich und nutzlos. An einer Stelle erklärt Murphys Geschichtslehrerin sogar, dass die Regierung die Geschichtsbücher geändert habe. In den neuen Büchern werden die Apollo-Mondlandungen als Betrugsmanöver dargestellt, die die USA unternommen hätten, um die Sowjetunion zu ruinieren. Die Mondlandungen seien fingiert gewesen, doziert die Lehrerin, und hätten natürlich niemals stattgefunden. Nur fünf Minuten Spielzeit im Film davon entfernt ist übrigens eine Stelle, wo man einen prächtigen Einsatz von Raumfahrttechnologie bewundern kann, nämlich Coopers über GPS gesteuerte autonome Erntemaschinen.

Tatsächlich aber hat trotz all dieser Behauptungen und der stark reduzierten Größe der NASA die Raumfahrttechnik im Film atemberaubende Fortschritte gemacht, vor allem in der Antriebstechnik. So ist die "Endurance", das Raumfahrzeug, mit dem sich Cooper und seine Crew auf die Reise machen, ein großes, ringförmiges Schiff, das durch Rotation seine eigene Schwerkraft erzeugt. Es ist so fortschrittlich, dass es in der Lage ist, aus einer niedrigen Erdumlaufbahn heraus in nur zwei Jahren den Saturn zu erreichen. Offensichtlich verbraucht es dabei praktisch keinen Treibstoff, denn an dem Schiff sind nirgendwo Tanks von signifikanter Größe zu sehen. Auf dem Hochgeschwindigkeitstrip zum Saturn führt die "Endurance" unsinnigerweise auch noch ein "Swing-by" am Mars durch, den sie schon nach wenigen Wochen passiert.

Kurioserweise startet die Crew aber mit einer altertümlichen dreistufigen Rakete in die Umlaufbahn (wo die "Endurance" geparkt ist), die stark an eine Saturn V erinnert. Angesichts der personellen Minimalausstattung der im Untergrund agierenden Rest-NASA ist es schon sehr unwahrscheinlich, dass man eine solche Rakete mit nur ein paar Dutzend Leuten betreiben kann. Komplett unglaubwürdig wird es aber im weiteren Verlauf der Story. Denn die "Endurance" verfügt über so genannte "Ranger"-Beiboote, mit denen nach Durchfliegen des Wurmlochs die Planetenlandungen durchgeführt werden.

Diese "Rangers" sind erstaunlich. Es sind senkrecht startende, senkrecht landende Single-stage-to-orbit Fahrzeuge, die zwischen ihren Einsätzen weder gewartet noch aufgetankt werden müssen. Noch nicht einmal dann, wenn sie auf Planeten landen, deren Oberflächengravitation ein Drittel höher ist, als auf der Erde. Da fragt man sich dann doch, warum sie für den Start von einem Planeten mit "Normalschwerkraft" wie der Erde eine dreistufige Rakete in der Größe einer Saturn V brauchen, deren Stufen obendrein offensichtlich "expendable" sind, wenn das doch kinderleicht und im Handumdrehen mit den "Rangers" funktioniert.

Ein Thema, das mich immer den Kopf schütteln lässt, ist denn auch generell der Treibstoffverbrauch in diesen Raumschiffen (oder den Manövriereinheiten der Raumanzüge). Das war schon in "Gravity" mehr als nur ein Wunder. Es werden unfassbare Mengen von Sprit verschleudert, man sieht aber nie irgendwo auch nur eine Ausbuchtung am Fluggerät, hinter der sich ein Tank wesentlicher Größe verbergen könnte. Die Unerschöpflichkeit von Ressourcen (auch wenn man pausenlos behauptet, wie knapp sie doch seien) ist ein wesentliches Stilmerkmal amerikanischer Filme. Was wahrscheinlich daran liegt, dass die Amerikaner keinerlei Vorstellung vom Begriff "knapp" haben. Schon in den Western konnte die Pferde stundenlang mit Höchstgeschwindigkeit galoppieren, ohne jemals außer Puste zu geraten.

Ich stelle mir nun vor, dass eine Gesellschaft, die in so kurzer Zeit derart leistungsfähige Raumschiffe entwickelt hat, ohne größere Probleme Zugang zu allen Ressourcen des Sonnensystems haben sollte. Sie könnte Asteroiden ausbeuten, eine Siedlung auf dem Mars errichten oder große Raumstationen bauen. All das wäre um ein Vielfaches sinnvoller, als ausgerechnet durch ein Wurmloch in eine andere Galaxis zu fliegen um dort die Planeten eines schwarzen Lochs auf ihre Bewohnbarkeit zu untersuchen. Noch vernünftiger wäre es, diese immense technologische Kenntnis dafür einzusetzen, das Überleben auf der Erde selbst zu sichern. Meinethalben in irgendwelchen unterirdischen hydroponischen Anlagen, mit synthetischer Herstellung von Lebensmitteln oder weiß der Deibel, was sonst noch alles möglich wäre. Aber nein, ihnen fällt nichts besseres ein, als Mais und sonst nichts auf der Oberfläche anzubauen und zuzugucken, wie der immer mehr von Staubstürmen verwüstet und vom Mehltau zerfressen wird. Was den Mehltau betrifft: Für dessen solide Bekämpfung hätten sie nur meine Frau zu fragen brauchen. Die weiß, wie sowas zuverlässig geht.

In der zweiten Hälfte des Filmes wird es dann noch haarsträubender. In immer rasenderem Tempo türmt Nolan  jetzt eine absurde Unglaublichkeit auf die andere, bis das Ganze schließlich in einem schrillen Crescendo kollabiert. Da überlebt Cooper, gekettet an einen Roboter, den Eintritt in das Schwarze Loch, wird dort in seine eigene Vergangenheit geschleudert und gibt dann mittels Morsecode über eine mechanische Armbanduhr Instruktionen an seine offenbar telepathisch begabte Tochter.

Sequenzen wie diese haben dann auch rein gar nichts mehr mit einem möglicherweise falschen Einsatz von Wissenschaft zu tun. Sie stimmen so wenig mit irgendeiner Art gesicherter Erkenntnis überein, dass man sie noch nicht einmal als falsch bezeichnen kann. Die Sache mit dem Wurmloch ist so ein Beispiel. Abgesehen von dubiosen mathematischen Modellen gibt es nicht den geringsten Hinweis darauf, dass sie tatsächlich exisitieren. Geschweige denn, dass sie - sollte es sie tatsächlich geben - in irgendeiner Form manipulierbar, stabilisierbar oder durchfliegbar sind. In diesem Punkt hätte sich Nolan genauso gut irgendeiner anderen in SF-Filmen beliebten überlichtschnellen Fortbewegungsart bedienen können, wie Hyperraumsprünge, Warp-Antrieb oder Linearraumflüge.

Aber jetzt höre ich auf, denn meine selbstgewählten 2000 Wort sind geschrieben und ich komme zu meiner Conclusio:

"Interstellar" zitiert an vielen Stellen die beiden Meilensteine der Gattung, nämlich Stanley Kubricks "2001 - Odysee im Weltraum" und "Contact" nach dem Buch von Carl Sagan. In diesem letzteren Film, das nur nebenbei, können Sie Matthew McConaughey übrigens ebenfalls sehen. Diese beiden Filme sind sicher die Besseren des Genres, denn die große Anzahl von Logik-Löchern in "Interstellar" machen eher einem gut gereiften Emmentaler Ehre, als einem Film mit hohem wissenschaftlichen Anspruch. Wegen dieser "Löchrigkeit" würde ich ihn eher neben "Gravity" stellen (auch wenn "Interstellar" kein reiner Raumfahrtfilm ist).

Aber für "Interstellar" wie für "Gravity", wie für jeden guten Mainstream-Spielfilm ganz generell gilt: Die Fakten dürfen einer guten Story nicht im Wege stehen. Es ist am Ende, allen vollmundigen Behauptungen zum Trotz, ja doch kein erkenntnisgetreues Doku-Drama sondern ein modernen Hänsel- und Gretel-Märchen. Und da wundert man sich ja auch nicht, dass da plötzlich ein Lebkuchenhaus mitten im Wald steht, sondern nimmt das einfach hin. So reiht sich eben Fehler an Fehler, und an manchen Stellen türmen sie sich zu Bergen. Dennoch ist es eine anrührende Story, ein optischer und akustischer Genuß, spannend vom Anfang bis zum Ende.

Nehmen wir den erhobenen Zeigefinger also wieder runter, lehnen uns zurück und genießen den Film.

 

19.Nov 2014 | 22:15

Jähn, Nespoli & Co in Meckpomm

Ich hab eine schlechte Nachricht für Sie: Sie haben die 30. Raumfahrttage in Neubrandenburg verpasst. Das ist echt bitter. Rekapitulieren wir mal kurz im Überblick, was Sie da versäumt haben. Und außerdem noch gleich zur Einleitung: Das Ereignis „Raumfahrttage Neubrandenburg“ schließt automatisch auch immer die Orte Neustrelitz und Peenemünde mit ein. Alles im schönen MeckPomm gelegen. In der Nordostecke der Republik.

ESA Astronaut Paolo Nespoli mit Schülern im Schoollab des DLR Neustrelitz

ESA Astronaut Paolo Nespoli mit Schülern im Schoollab des DLR Neustrelitz. CR Berhard Tietz/RC

Am Donnerstag, dem 13. November fand im School-Lab des DLR in Neustrelitz der traditionelle Jugendtag der Raumfahrttage am dortigen DLR-Standort statt. Trotz des Mottos "Jugendtag": Erwachsene durften sich da durchaus auch blicken lassen und fanden spannende Experimente der Nachwuchswissenschaftler vor. Hauptperson dort war neben dem ESA-Astronauten Paolo Nespoli vor allem Barbara Zelon, die Kommunikationsdirektorin des Orion-Programms der NASA. Die beiden ließen sich von den jungen Experimentatoren deren Arbeiten präsentieren und erzählten über ihre Projekte.

Am Freitag gab es erstmals – anlässlich des 30. Jubiläums der Raumfahrttage – zwei parallele Veranstaltungen. Eine in Peenemünde, die andere in Neubrandenburg. In Peenemünde konnten die Besucher an einer der sehr seltenen Führungen im Gelände des ehemaligen Prüfstandes VII teilnehmen. Ein historischer Ort, denn von hier aus gelang am 3. Oktober 1942 der erste erfolgreiche Start einer A4, der damals in eine Höhe von über 84 Kilometer führte. Später wurden dort bei Versuchsflügen Höhen bis in 175 Kilometer Höhe erzielt.

Modell des Prüfstandes VII im Museum im Kraftwerksbau von Peenemünde.

Modell des Prüfstandes VII im Museum im Kraftwerksbau von Peenemünde. Die Abgasschurre ist links neben der Rakete unterhalb des Prüfstandsgerüstes zu erkennen. Credit: Bernhard Tietz/RC

Ebenfalls erstmals (und vielleicht auch schon wieder das letzte Mal) gab es auch eine Führung über das Gelände des Prüfstandes VIII. Von dort aus wurden während des Krieges die Versuche für die Flugabwehrrakete Wasserfall durchgeführt. Das etwas eigenwillige museumspädagogische Konzept in Peenemünde ist daraufhin ausgerichtet, die Prüfstände verfallen zu lassen und sie schließlich der Natur zu übergeben. Zum Entsetzen ausnahmslos aller ausländischen Gäste, die dort mitten im wuchernden Wald etwas hilflos nach optischen Anhaltspunkten des Geburtsort der weltweiten Raumfahrt suchen. Schon in wenigen Jahren wird hier nichts mehr von dem zu sehen sein, was sich hier einst abspielte. Eine Restaurierung der Anlage ist weder vorgesehen noch gewollt.

Der heutige Zustand des Prüfstands VII. Die Abgasschurre ist das einzige Merkmal der Anlage neben dem umgebenden Erdwall, das heute noch identifizierbar ist.

Der heutige Zustand des Prüfstands VII. Die Abgasschurre ist das einzige Merkmal der Anlage neben dem umgebenden Erdwall, das heute noch identifizierbar ist. Bild: Bernhard Tietz/RC

Im Museum in Peenemünde, im alten Kraftwerksbau des Versuchsgeländes, hielt dann die deutsche Raumfahrtlegende Siegmund Jähn einen Vortrag vor etwa 200 Besuchern einen Vortrag zum Thema „Deutsche Beiträge zu Raketenentwicklung und bemannter Raumfahrt“.

Wer sich weniger für die Vergangenheit, sondern eher für die ferne Zukunft der Raumfahrt interessierte, für den gab es an diesem Freitag im 80 Kilometer entfernten Neubrandenburg das „Forum Space 3000“. Für die Lust am wilden Spekulieren sorgten Vorträge wie „Höchste Zeit für die Zukunft – Technologie im 26. Jahrhundert und wo stehen wir heute“ vom DLR Programm-Manager Volker Schmidt, oder „Antimaterie – Eine Bestandsaufnahme“ von Professor Dr. Dieter Herrmann von der Leibnitz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin.

Star Wars meets contemporary Astronauts. In der Mitte Paolo Nespoli und Siegmund Jähn.

Star Wars meets contemporary Astronauts. In der Mitte Paolo Nespoli und Siegmund Jähn. Bild: Bernhard Tietz/RC

Mit dem gegenwärtigen Stand der Raumfahrttechnik und dem Blick in die unmittelbare Zukunft beschäftigte sich die „Klassik-Veranstaltung“ in Neubrandenburg am Samstag und am Sonntag. Besonderes Interesse fand dabei die Präsentation von Barbara Zelon, zum Stand des Orion-Programms, das über den cislunaren Raum zu Asteroiden und letztlich auch zum Mars führen soll. Aber auch deutsche Industrievertreter von OHB, Astrium und den Mittelständlern präsentierten Meinungen, Visionen und Aktualitäten. Am Sonntag stand Rosetta im Mittelpunkt des Interesses. Ulrich Köhler vom Institut für Planetenforschung des DLR Berlin berichtete über „Die ESA-Mission Rosetta - eine unglaubliche Reise zum Kometen 67P". Köhler feilte bis zur letzten Sekunden an seinem Vortrag, so brandaktuell war die Story. Auch die Ausführungen zu TerraSarX von Egbert Schwarz vom DLR Neustrelitz, die Entwicklungsaktivitäten der DGLR-Nachwuchsgruppen und das Neueste zum Stand der Raumfahrt in China fanden großes Interesse. Der Saal platzte aus allen Nähten, und die Veranstalter hatten zu tun, um zusätzliche Stühle herbeizuschaffen.

Paolo Nespoli bei der Podiumsdiskussion

Paolo Nespoli (rechts) bei der Podiumsdiskussion. Bild: Bernhard Tietz/RC

Sie sehen: Ein Besuch der Neubrandenburger Raumfahrttage lohnt sich immer, egal ob man „Profi“ oder interessierter Laie ist. Es gibt nicht sehr viele Veranstaltungen die nach dem Prinzip der offenen Konferenz gestaltet, und gleichzeitig extrem hochkarätig besetzt sind. Dieses Konzept gibt den Besuchern die Möglichkeit, mit Raumfahrern, Projektleitern, Wissenschaftlern und Gleichgesinnten zu reden und Persönlichkeiten der internationalen Raumfahrt, die man sonst nur aus den Medien kennt, persönlich zu begegnen.

Von links: Volker Schmid, Sigmund Jähn, Paolo Nespoli und Barbara Zelon

Von links: Volker Schmid, Sigmund Jähn, Paolo Nespoli und Barbara Zelon. Bild: Bernhard Tietz/RC

Und nun die gute Nachricht: Wer die 30. Raumfahrttage versäumt hat, bekommt im Herbstnächsten Jahres eine neue Chance. Die 31. Raumfahrttage werden am dritten Novemberwochenende 2015 stattfinden. Halten Sie sich dieses Datum schon mal frei.

31.Oct 2014 | 20:17

SpaceShip2 bei Testflug zerstört

Zufällig war ich eben dabei, eine Antwort auf zwei Leserkommentare zu diesem Artikel hier zu tippen. Die Diskussion bewegte sich dabei vom ursprünglichen Thema (Absturz der Antares-Rakete) hin zur suborbitalen privaten Raumfahrt. Die Worte, die ich grade dabei war zu formulieren, waren die folgenden:

„Ich will hier nicht missverstanden werden. Ich bin durchaus der Meinung, dass tödliche Unfälle in dem Business so sicher auftreten werden, wie das Amen in der Kirche. Alles andere wäre unrealistisch“.

Einige Teile des SpaceShip2 schlugen in dieser Straße ein.

Einige Teile des SpaceShip2 schlugen in dieser Straße ein. Credit: EyeTV

Nebenbei liefen in meiner Timeline die Tweets von Virgin Galactic zum Status des aktuellen SS2-Testflugs durch. Zunächst in optimistischem Ton gehalten. Dann eine Pause. Schließlich das Statement von Virgin:

#SpaceShipTwo has experienced an in-flight anomaly. Additional info and statement forthcoming.

SpaceShip2 war an diesem Nachmittag dabei, den ersten raketengetriebenen Testflug seit neun Monaten durchzuführen. Insgesamt war es aber schon der 55. Flug und der 35. Freiflug dieses Vehikels. Bei diesem Einsatz sollte ein neuer Treibsatz für das Hybrid-Triebwerk erstmals im Flug erprobt werden, der in den Monaten zuvor bei Bodentests problemlos funktioniert hatte. Dieses Mal ging aber offensichtlich irgendetwas schrecklich schief. Augenzeugen berichteten, dass das Raketentriebwerk zunächst zündete, dann gleich wieder erlosch und dann erneut zündete. Kurz darauf, so wird berichtet, wäre das Vehikel auseinandergerissen worden.

Diese ersten Stellungnahmen wurden schon bald darauf relativiert. Offensichtlich war die Zündung des Triebwerks normal erfolgt und es war auch zumindest für einige Sekunden problemlos gelaufen. Dann trat ein "desintegrativer" Prozess ein, der sehr heftig ablief, aber keine Explosion des Treibsatzes gewesen sein muss. Die Zusammensetzung dieses "Treibsatzes" - der Festkomponente des Hybridtriebwerkes - ist in diesem Jahr geändert worden, nachdem Scaled Composites und Virgin Galactic mit dem Abbrandverhalten und den Leistungswerten unzufrieden waren. Sie bestand vorher aus Hydroxyl-Terminiertem Polybutadien (HTPB) und jetzt einem Stoff der als "Thermoplastic Polyamid" bezeichnet wird. HInter dieser recht allgemeinen Bezeichnung verbirgt sich im wesentlichen Nylon. Der Oxidator, Lachgas (Distickoxid oder N20), blieb der selbe, muss aber mit der geänderten Festkomponente unter wesentlich höherem Druck in die Brennkammer eingebracht werden. Aus diesem Grund wurden in SS2 in den letzten Monaten ein modifizierter Oxidatortank in den Rumpf und zusätzliche Druckspeicher in den Flügeln eingebaut.

Der Beleg, dass das Vehikel zwar die Flügel - oder Teile davon - verlor, aber strukturell - was den Rumpf betrifft - offensichtlich noch zusammenhielt, ist darin zu sehen, dass einer der Piloten noch aussteigen konnte. Nachdem das Vehikel zum Zeitpunkt des Unfalls in einer Höhe von weit über 15 Kilometern - möglicherweise bis zu 20 Kilometern - und mit Überschallgeschwindigkeit geflogen sein muss, ist ein Ausstieg ohne Schleudersitze und Raumanzug (beides befindet sich bei SS2 nicht an Bord) nicht möglich. Das Verlassen des Vehikels ist nur möglich, wenn man sich abschnallt, zur Luke geht (oder kriecht), diese manuell öffnet und sich dann hinausfallen lässt. Der Ausstieg muss somit in einer Höhe von deutlich unter 10 Kilometern und bei relativ niedriger Geschwindigkeit erfolgt sein, andernfalls ist er nicht überlebbar.

Ein Anfangsverdacht (aber das ist in dieser frühen Phase hoch spekulativ) richtet sich daher auf einen möglichen Bruch des Oxidatortanks, der Drucktanks oder des Leitungssystems zu diesen.

VG Bild 5 - Zündung

Abwurf und Zündung verlaufen offensichtlich normal... CR USA Today

Auch die erste Beschleunigungsphase sieht normal aus...

Auch die erste Beschleunigungsphase sieht normal aus... CR USA Today

VG Bild 5 - Desintegration

Der Desintegrationsprozess - Die Flügelenden reißen ab. Das Triebwerk läuft nicht mehr, der Treibsatz glüht aber noch nach. CR USA Today

Das Ausgasen eines Stoffes (wahrscheinlich der Oxidator) läuft weiter. Die abgerissenene Flügelenden trudeln weg.

Das Ausgasen eines Stoffes (wahrscheinlich der Oxidator) läuft weiter. Die abgerissenene Flügelenden trudeln weg. CR USA Today

Hier die Kette der Ereignisse, wie ich sie am Abend des 31. Oktober im Antwort-Teil zum oben genannten Artikel chronologisch berichtet habe. Die erste Meldung ist - in Unkenntnis der Schwere des Vorfalls - noch in recht lakonischem Ton gehalten.

18:44 Uhr: Sieht ganz so aus, als würde unsere Diskussion grade in der Praxis durchgespielt werden. Beim heutigen SS2-Testflug hat es ein massives Problem gegeben. Noch ist nichts weiter bekannt.

18:45 Uhr: Inoffizielle Meldungen (derzeit eher noch Gerüchte) besagen, dass SS2 oder WK2 oder beide abgestürzt sind. Noch keine offizielle Bestätigung. Im Kern County sind Feuerwehr und Hubschrauber unterwegs.

18:58 Uhr: SS2 ist abgestürzt. Es wird von einem großen Trümmerfeld berichtet. Und dass einer oder zwei Fallschirme gesichtet wurden. Die Informationslage ist aber derzeit chaotisch. Jeder berichtet vom anderen. Die Urquellen sind spärlich.

19:07 Uhr: Die "Inflight-Anomaly" scheint nach der Zündung des Raketenmotors aufgetreten zu sein. Ein lokaler Radiosender berichtet von "einem Überlebenden" und "einem Vermissten". Der "Überlebende" wurde wohl schon abtransportiert. Es soll mittlere Verletzungen erlitten haben.

19:15 Uhr: Es ist jetzt wohl vollständig bestätigt. Beim heutigen Testflug von SS2 (kein Passagierflug, da war Virgin noch eine Ecke davon entfernt) ist das Fluggerät abgestürzt. Zumindest einer der Piloten ist in Sicherheit, nachdem er mit dem Fallschirm abgesprungen ist. Das Schicksal des zweiten Piloten ist unbekannt. "Quellen" behaupten, es wären zwei Fallschirme sichtbar gewesen. Gerüchte kommen auf, es wäre noch eine dritte Person an Bord gewesen. Bei allen bisherigen SS2-Testflügen war bisher nur ein einziges Mal eine dritte Person an Bord.

20:00 Uhr: Das sieht sehr böse aus. Eine verlässliche Quelle (Doug Messier) berichtet vom "Trümmerfeld" und dass einer der Piloten noch im Wrack sitzt. Er berichtet weiter...SpaceShipTwo dropped. From what I could tell, motor fired and then stopped then fired again. I think that's what happened...

Virgin gibt gerade bekannt, dass WK2 (das Trägerflugzeug) in der Zwischenzeit sicher gelandet ist.

Inzwischen berichtet auch die kalifornische Highway-Patrol von einem Toten und einem Leichtverletzten.

20:50: Es ist offiziell. Es waren zwei Piloten an Bord und nicht drei, wie einige Quellen vorübergehend behaupteten. Einer der beiden Piloten ist tot. Der andere wird als mittelschwer verletzt bezeichnet.

Die Namen der beiden Piloten sind noch nicht bekannt gegegben worden. Bei Scaled Composites, das die Testflüge im Auftrag von Virgin durchführt, gibt es insgesamt vier Piloten, die das SS2 aktuell fliegen (insgesamt waren es mal sieben). Vier weitere Piloten haben Flugerfahrung mit dem SS2 bei Virgin Galactic. Erstflüge bei Konfigurationsänderungen, so wie hier, wurden in der Vergangenheit immer entweder von Mark Stucky oder Pete Siebold als leitendem Piloten geflogen.

Ich führe diesen Beitrag weiter, ergänze und berichtige ihn, so bald sich Neuigkeiten ergeben. Es ist wichtig, zu beachten, dass manches von dem was hier in der Eile der ersten Momente niedergeschrieben wurde, sich später als falsch herausstellen kann.

Nachtrag 1: Die Namen der beiden Crew-Mitglieder sind nun veröffentlicht worden. Der überlebende Pilot ist Pete Siebold. Mike Alsbury kam ums Leben.

Dieses Bild wurde nach dem ersten Gleitflug von SS2 im Jahre 2010 aufgenommen. Diesen Flug absolvierten ebenfalls Pete Siebold und Mark Alsbury.

Dieses Bild wurde nach dem ersten Gleitflug von SS2 im Jahre 2010 aufgenommen. Diesen Flug absolvierten ebenfalls Pete Siebold und Mike Alsbury. Er ist hier der zweite von links. Pete Siebold steht auf diesem Foto ganz rechts außen. Credit: VirginGalactic 2010

Nachtrag 2: Der 39-jährige Mike Alsbury wird als "Fatality" bestätigt. Branson behauptet, ihn nicht persönlich zu kennen (I never met him), obwohl sie auf dem Foto oben nur eineinhalb Meter voneinander entfernt stehen. Es soll auch noch einen weiteren You-Tube Film geben, in dem die beiden miteinander sprechen. Eine erste Pressekonferenz des NTSB kann hier verfolgt werden, ist aber nicht sonderlich gehaltvoll. Bransons Rede an die Presse ist hier zu sehen.

Nachtrag 3: Erste Analysen des NTSB deuten darauf hin, dass die "Fatality" gegen ende der Brennphase aufgetreten sein muss. Die Trümmer des Fluggerätes sind auf dem Boden auf einer gerade Strecke von acht Kilometern Länge verteilt. Die leichtesten Teile (Tail Booms - die beweglichen Flügelende) lagen am Anfang dieser Strecke. Die kompaktesten und schwersten (Triebwerk) ganz am Ende. Dies deutet eher auf ein Auseinanderbrechen bei hohen aerodynamischen Kräften hin als auf eine Explosion. Hier ein Film vom Unfallort, freigegeben vom NTSB.

In dieser Grafik ist zu erkennen, wie der "Feather"-Mechanismus funktioniert. Die Flügel, die im "normalen" Flug gestreckt sind wie bei jedem gewöhnlichen Flugzeug, werden dabei für die Wiedereintrittsphase in die tieferen Schichten der Atmosphäre nach oben geklappt. CR Virgin Galactic

In dieser Grafik ist zu erkennen, wie der "Feather"-Mechanismus funktioniert. Die Flügel, die im "normalen" Flug gestreckt sind wie bei jedem gewöhnlichen Flugzeug, werden dabei für die Wiedereintrittsphase in die tieferen Schichten der Atmosphäre nach oben geklappt. CR Virgin Galactic

Nachtrag 4: Die Untersuchungen des NTSB nahmen gestern eine überraschende Wendung. Während sich praktisch alle Experten bislang auf eine mögliche Fehlfunktion von Triebwerk, Oxidator- und Drucktanks konzentriert hatten, gab der Leiter der Untersuchungskommission, Christopher Hart, bei der gestrigen Pressekonferenz ein Statement ab, das ein völlig neues Licht auf den Unfall wirft. Sowohl die Telemetrie, als auch die Auswertung von Bilder einer Bordkamera, die ihre Daten per Funk an den Boden übermittelte, bestätigte, dass Mike Alsbury neun Sekunden nach Beginn der Brennphase, bei einer Geschwindigkeit etwa um Mach 1,0 den sogenannte „Feather-Mechanismus“ entriegelte. Die Telemetrie gab an, dass sich in diesem Moment die Parameter von „locked“ auf „unlocked“ änderten. Zwei Sekunden später begannen sich die Außenflügel in die „deployed“ Position zu bewegen. Unmittelbar danach riss die Telemetrie ab.

Der „Feather“-Mechanismus stellt im normalen Flugprofil NACH einem angetriebenen Flug, wenn das Fluggerät das Apogäum überschritten hat, die Außenflügel vertikal nach oben. Dies verändert den Schwerpunkt des Vehikels und gibt ihm in dieser Phase Eigenstabilität, ähnlich einem Federball. Die Entriegelung selbst löst normalerweise keinerlei weitere Aktion aus. Es ist lediglich ein erster Schritt, um das Hochklappen der Flügel vorzubereiten. Es muss danach noch ein weiterer Hebel bewegt werden, um den Feather-Mechanismus tatsächlich zu aktivieren. Die Aufteilung dieses Vorgangs in zwei Schritte wurde gerade deshalb eingeführt, um ein unbeabsichtigtes Auslösen zu verhindern.

Die Filmauswertung ergab, dass Alsbury diesen zweiten Schritt tatsächlich nicht getan hat. Somit muss die Aktivierung aus noch unbekannter Ursache von selbst erfolgt sein. Das Hochstellen der Flügelenden bewirkte, dass das Fluggerät im Überschall-Luftstrom herumgeworfen wurde und auseinanderbrach. Über Alsburys Beweggründe, den Mechanismus früher als in den Prozeduren angegeben zu entriegeln, oder ob es Bestandteil der durchzuführenden Tests war, ist derzeit noch nichts bekannt (oder bekannt gegeben worden).

Christopher Hart berichtete weiterhin, dass es keinerlei Hinweise auf ein Versagen des Treibsatzes oder der Oxidatortanks gäbe. Beide seien vollständig intakt auf dem Boden aufgefunden worden. Es gäbe keinerlei Anzeichen eines Durchbrennens oder irgendwelcher Brüche oder Risse.

Und um eine Frage von @benneedsholiday zu beantworten, die über Twitter hereinkam: Ein klassischer Flugdatenrekorder (Blackbox) wie in einem Verkehrsflugzeug befindet sich nicht an Bord von SS2. Der Flug wurde von insgesamt acht Kameras aufgezeichnet. Drei davon waren in WhiteKnight2, fünf im SpaceShip2. Es gibt eine Reihe von Speichermedien an Bord, die möglicherweise den Absturz überstanden haben. Ein datenreduzierter Videostream wird direkt zur Erde übermittelt. SS2 ist darüberhinaus mit einer aufwendigen Sensorik bestückt, die ihre Daten als Telemetrie in „Echtzeit“ zur Erde sendet.

Wichtig ist: Es ist noch bei weitem zu früh, um aufgrund von Einzelinformationen bereits Hypothesen aufzustellen (wiewohl die Mainstream-Medien ab morgen alle Schuld dem Piloten geben werden). Alles was man derzeit tun kann, ist die Dinge zu schildern wie sie sind, ohne sie zu bewerten.

Nachtrag 5: Einen Artikel über die neuesten Entwicklungen in der Absturzuntersuchung finden Sie im Raumfahrt- und Astronomieportal "Der Orion", das ich zusammen mit Maria Pflug-Hofmayr betreibe.

29.Oct 2014 | 12:50

Desaster auf Wallops Island

Antares_Explosion_Initial CR Parabolicarc

Explosion der Antares 130 mit dem Cygnus CRS Orb 3 Raumschiff "SS Deke Slayton" wenige Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe. CR Parabolicarc

Ob man das Cygnus-Raumschiff CRS ORB-3, das gestern auf der Startanlage von Wallops Island in einem spektakulären Feuerwerk endete, unbedingt nach dem verstorbenen Astronauten Deke Slayton (USS Deke Slayton) benennen musste, wurde schon im Vorfeld diskutiert. Zugegebenermaßen weder besonders hitzig, noch besonders ernsthaft. Eher mit mild-ironischem Hinterton. Slayton war während der bemannten Raumfahrtprogramme Mercury, Gemini, Apollo und Skylab der Chefastronaut der NASA. Er hat in dieser Funktion mehr Trägerraketen explodieren sehen als die meisten anderen Menschen auf diesem Planeten. Als er sich nach seiner NASA-Zeit selbst im Startbusiness versuchte, gab es mit seinem Satellitenträger Conestoga 1620 am 23. Oktober 1995 wenige Sekunden nach dem Start eine Explosion, die mindestens so spektakulär war, wie die von gestern. Und Slayton war raus aus dem Business, denn einen weiteren Start konnte er sich nicht leisten.

Fehlstarts von Trägerraketen sind – sofern sie sich in der unmittelbaren Nähe der Startrampen ereignen – ungemein dankbare Ereignisse für die Mainstream-Medien denen in der Regel selbst das grundlegendste Basiswissen zum Thema Raumfahrt fehlt. Insbesondere die Boulevardpresse fabuliert dann gerne weitab jeglicher fachlicher Ahnung begeistert drauflos, mischt wenige Fakten mit vielen Mythen, übt sich in freiem Erfinden oder aber - wenn sie es tatsächlich eigentlich richtig wüsste (siehe Bild unten) - berichtet dann halt einfach anders, weil es gar so schön ist. Gibt es dann noch einen Zusammenhang mit der Internationalen Raumstation, umso besser.Screenshot 2014-10-29 10.35.33

Manche Fehlstarts sind ähnlich spektakulär wie der gestrige Fall. Beim verunglückten Start einer Proton M Briz M vom kasachischen Weltraumbahnhof Russlands in Baikonur schlug im Juli 2013 die Trägerrakete sogar einen Purzelbaum, bevor sie nur wenige hundert Meter von der Startrampe entfernt detonierte.

Weltweit finden jährlich etwa 80 Orbitalstarts statt. Der jahrzehntelange Durchschnitt an Startversagern schwankt zwischen 3 und 6 jährlich. In diesem Jahr gab es vor dem Antares-Start zwei davon. Eine betraf wieder einmal eine Proton M Briz M in Russland, bei der ein russischer Inlands-Kommunikationssatellit verloren ging. Das blieb in der allgemeinen Presse völlig unbeachtet. Der andere Fall betraf eine weitere russische Rakete, nämlich eine Sojus STB „Fregat“. Dieser Fall wurde von den Medien aufgegriffen. Allerdings nur, weil bei diesem Fall zwei europäische Navigationssatelliten betroffen waren (die auf einer falschen Bahn abgeliefert wurden). Hätte es sich um einen russischen Navigationssatelliten gehandelt, der „Normalbürger“ hätte nichts davon erfahren.

Der größere Teil der Fehlstarts erreicht noch nicht einmal die Rubrik „Vermischtes“ im Weltteil der Zeitungen. Sie ereignen sich abseits der gut einsehbaren Startrampen und es gibt keine spektakulären Bilder. Das Ergebnis ist aber jedesmal genau das gleiche: Verlust der Mission.

Übrigens ist es auch im Betrieb der Raumstation nicht der erste Fall, dass ein Versorgungsraumschiff einen Fehlstart erleidet. Das gab es schon einmal vor drei Jahren, als bei Progress M-12M die dritte Stufe versagte, und die Lieferung zur ISS nicht stattfand.

Jeder einzelne Fehlstart einer Großträgerrakete ist teuer. Beim gestern gescheiterten Antares-Start liegen wir mit etwa 220 Millionen Dollar im unteren Mittelfeld. Verloren gingen gestern unter anderem 727 Kilogramm wissenschaftliche Ausrüstung, 728 Kilogramm so genannte „Crew Supplies“ darunter vor allem 617 Kilogramm an Nahrungsmitteln. Weitere 637 Kilogramm waren Ausrüstungsgegenstände für den Betrieb der Raumstation, unter anderem Ersatzteile für Raumanzüge, Computer und Handbücher. Außerdem waren noch eine ganze Reihe von so genannten Cube-Sats mit an Bord, Mini-Satelliten, die von Bord der Raumstation aus in der Umlaufbahn hätten abgesetzt werden sollen.

Für den Betrieb der Raumstation ist das ein herber Verlust. Es ist aber weit davon entfernt, in irgendeiner Form existenzgefährdend zu sein. Selbst ohne jede weitere Versorgung hätten die Vorräte der Station noch bis in den März hinein gereicht. Aber bereits heute mittag hat das nächste Versorgungsschiff an der ISS angelegt, nämlich Progress M-25M. Danach folgt der nächste Frachter schon am 7. Dezember, ein Dragon von SpaceX. In den kann man einiges von dem hineinpacken, das gestern von Cygnus CRS ORB-3 nicht transportiert werden konnte.

Starts von Großraketen sind teuer und gefährlich. Das liegt vor allem an der Seltenheit des Ereignisses Raumfahrt, der hohen Komplexität des Vorganges und den extremen Bedingungen unter denen diese Maschinen arbeiten müssen. Wegen dieser Seltenheit und den daraus resultierenden wenigen Starts kann man hier praktisch nie auf völlig ausgereifte Produkte zurückgreifen, bei denen die fast unvermeidlichen Anfangsfehler abgestellt sind. Der gestern gestartete Cygnus war der dritte seiner Art. Die Antares-Rakete flog erst zum fünften Mal.

So wird es auch weiterhin zu Fehlstarts kommen. Das ist teuer und bitter für die Experimentatoren, die ihre teuren Geräte verlieren. Aber solange keine Menschen dabei zu Schaden kommen, so wie gestern, ist es nichts weiter als Sachschaden.

27.Oct 2014 | 10:01

Vier Tage Raumfahrt im hohen Norden

Das Traditionslogo der Neubrandenburger Raumfahrttage.

Das Traditionslogo der Neubrandenburger Raumfahrttage.

Zwischen dem 13. Und 15. November werden in diesem Jahr zum 30. Mal wieder die legendären Raumfahrttage in Neubrandenburg stattfinden. Sie sind eine unerreichte Mischung aus Familientreffen für Raumfahrtfans, Reminiszenzen an die Raumfahrtgeschichte (unter besonderer Berücksichtigung der Ost-Raumfahrt), Vorträgen über die neuesten Zukunftsaspekte, Diskussionsforen mit Fachleuten und Raumfahrern, Signierstunden, und vor allem auch dem persönlichen Kennenlernen von Astronauten und Kosmonauten.

Was letztere betrifft: In diesem Jahr sind die Raumfahrt-Ikone Sigmund Jähn und der ESA-Astronaut Paolo Nespoli an Bord.

Das Programm ist heuer dicht wie selten zuvor. Am Donnerstag findet der Jugendtag im DLR-Standort Neustrelitz statt. Etwa 100 Schülerinnen und Schüler werden im School-Lab des Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt ab 14:00 Uhr ihre Projekte vorstellen. Paolo Nespoli wird ihnen und den anderen Besuchern dabei von seinen beiden Missionen zur ISS berichten.

Am Freitag gibt es zwei sehr unterschiedliche, parallele Veranstaltungen in Neubrandenburg und im Historisch-Technischen Museum Peenemünde. Und – nebenbei sei das eingeschoben – wer in Peenemünde mit dabei ist, hat eine der immer seltener werdenden Gelegenheiten, die Überreste des legendären Prüfstandes 7 zu besichtigen, der für das normale Publikum nicht zugänglich ist. Bei dieser Veranstaltung auf Usedom wird Sigmund Jähn auch einen Vortrag halten.

Das Kontrastprogramm dazu läuft zeitgleich im Radission in Neubrandenburg mit dem „Forum Space 3000“, das sich mit der ferneren Zukunft der Raumfahrt auseinandersetzt.

Am Samstag und Sonntag findet die „Klassik-Veranstaltung“ in Neubrandenburg statt. Mit Referentinnen und Referenten unter anderem von der NASA, von Lockheed, dem DLR, der OHB AG, dem DGLR und ebenfalls mit Sigmund Jähn und Paolo Nespoli. Das Ganze läuft an diesen beiden Tagen wieder unter bewährter Moderation (nämlich meiner).

Das Programm finden Sie hier. Und wenn Sie jetzt Lust auf ein paar Tage Raumfahrt bekommen haben, dann können Sie sich hier anmelden.

31.Jan 2015 | 12:10

Weitere größere Artikel (mit ganz viel Aurora)

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Senja (Tag 2, Teil 3): viele Stunden Aurora vom allerfeinsten in der Nacht 21./22. Januar – Aufnahmen nur von diesem Blogger während einer Kurz-reise nach Senja (Norwegen).

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Wenn hinter dem Polarkreis der Himmel brennt: Best-Of der gesamten Senja-Expedition von mehreren Fotografen, hier Bernd Flach-Wilken. Weitere Echtzeit-Videos auch hier und hier (mit blasendem Wal im grünen Meer).

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Senja (Tag 3, Teil 3): … schon wieder Polarlicht – und am Schluss das beste überhaupt. Wiederum Aufnahmen nur von diesem Blogger.

Mit 4 mag.: Komet Lovejoy trotzt dem Mondschein! Auch später Prächtiger Lovejoy … nach Mitternacht und schließlich Nach 18 Stunden: schon wieder Lovejoy … – die besten Einzelaufnahmen des Bloggers mit stehender Kamera im Januar in Deutschland.

Spritztour nach Senja (Tag 2, Teil 1): Himmlischer Auftakt mit einem Lovejoy auf 69° Nord. Später Senja (Tag 3, Teil 2): Himmlisch ohne Polarlicht aber mit schmaler Mondsichel und mehr Lovejoy und Senja (Tag 4): Mond auf flacher Bahn mit noch mehr Lovejoy.

Na geht doch: Komet Lovejoy aus dem Mondschein gefischt -> Lovejoy bei Vollmond -> Ein Lovejoy aus dem Ruhrgebiet -> Lovejoy am … Morgen! -> Und ein Abend-Lovejoy -> Bahnhofs-Astronomie: Merkur und Lovejoy (mit Autobahn-Zugabe) -> Und noch ein schwer urbaner Lovejoy: Komplett-Protokoll der deutschen Januar-Beobachtungen dieses Bloggers.

Die Rückkehr der “Bundesbiene” nach Bonn – ein historischer Moment der Raumfahrt-Geschichte … Auch Dreharbeiten in der Bundeskunsthalle u.a. mit Bardenhagen an diesem Tag und früher eine Kuratoren-Führung für einen Gewinner …

Heute vor 10 Jahren: Huygens landet auf Titan: viele Erinnerungen, auch reichlich merkwürdige.

Für “Coherence” bis nach Krefeld: eine Perle des SF-Kinos. Und Hawking-Biopics im Vergleich – 2004 vs. 2014.


31.Jan 2015 | 10:54

Crowdfunding für den is-Relaunch im Endspurt

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Über 77’000 Euro hat die außergewöhnliche Kampagne zum Neustart von interstellarum bereits gewinnen können, aber es müssen mindestens 100’000 Euro werden – in genau 14 Tagen, die nun noch verbleiben! Mitmachen und ein Signal in die astropulizistische Landschaft senden, ist ganz einfach – und es gibt ein neues Angebot für Astrovereine, Planetarien etc. Noch viel mehr Updates – und Antworten auf viele gestellte Fragen – gibt es im Kampagnen-Blog: Schauen Sie rein und machen Sie mit!


26.Jan 2015 | 14:20

Allgemeines Live-Blog vom 26. – 30. Januar 2014


30. Januar

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Irgendwo hier muss Philae auf dem Kometen gelandet sein, besagen die Daten des CONSERT-Experiments, doch auch diese OSIRIS-Aufnahme vom 13. Dezember aus 20 km Höhe zeigt ihn nicht: Man wird nicht mehr weiter mit der Kamera suchen aber natürlich auf ein Wiedererwachen – mutmaßlich im Mai – lauschen, um das wissenschaftliche Programm wieder auf zu nehmen. Auch eine PM des DLR und Artikel hier und hier sowie aktuelle NavCam-Aufnahmen vom 21., 18., 16. und 12. Januar – es gibt auch ein paar Papers mit Orbiter-Science, aber da kommende Woche eine Rosetta-Tagung in Bad Honnef ansteht, folgt eine Gesamtdarstellung erst danach. Aus der Welt der kleinen Körper noch der (erfreuliche) Status von Hayabusa 2 und Dawn – und der Start von SMAP steht nach Verschiebungen wegen zuviel Wind und Raketenproblemen (mehr und mehr Links) nun für morgen 15:20 MEZ auf dem Programm. [23:55 MEZ – Ende]

Mon Dieu! BICEP2 und Planck sehen keine G-Wellen mehr

Noch gibt es kein richtiges Paper (das dem Vernehmen nach Montagnacht kommen soll), nur eine Zusammenfassung auf Französisch – aber das Ergebnis ist eindeutig: Die gemeinsame Analyse der Messungen der Kosmischen Hintergrundstrahlung von BICEP2 und dem Planck-Satelliten zeigt kein signifikantes Signal primordialer Gravitationswellen mehr, das höchstens noch halb so stark sein kann wie von BICEP 2 einst behauptet. Denn was dieses Experiment in der Antarktis gemessen hat, war – wie schon bald geargwöhnt wurde – in viel stärkerem Maße durch Staub in der Milchstraße produziert als seine Betreiber geglaubt hatten: zur vorangegangenen BICEP-Debatte auch Papers hier, hier und hier, ein Press Release und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Und zu anderen neueren Planck-Analysen allerlei Slides von einer Tagung und Artikel hier, hier, hier und hier. [3:25 MEZ] Das französische Statement ist verschwunden aber z.B. hier archiviert – und es wussten eh alle Bescheid. [17:35 MEZ] So, ein langer ESA Release macht den Deckel zu – “a joint analysis of data from ESA’s Planck satellite and the ground-based BICEP2 and Keck Array experiments has found no conclusive evidence of primordial gravitational waves.” Das Ende der Inflations-Hypothese ist das natürlich nicht, halt nur ein noch nicht geglückter Nachweis eines subtilen Effekts. [18:15 MEZ] Auch ein CNRS Release lässt keinen Zweifel am Ausgang der Story – bloß beim BICEP-Betreiber ringt man wohl noch um Worte … [18:45 MEZ] Weitere Nachrufe hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:45 MEZ. NACHTRÄGE: das gemeinsame Paper von Planck & BICEP2 ist schon da! Und JPL und CSA Releases und weitere Nachgedanken hier, hier, hier, hier und hier]


29. Januar

VLT image of the cometary globule CG4

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Dreimal was mit Sternentstehung, auf jetzt veröffentlichten Bildern: oben eine VLT-Aufnahme der kometaren Globule CG4, wo äußerer Druck die Sternbildung fördert, in der Mitte im Zentrum einer Falschfarben-Aufnahme des Spitzer Space Telescope mehrere “Yellowballs”, von denen Citizen Scientists des Milky Way Project rund 900 entdeckten – Press Releases hier, hier und hier – und die als kompakte Sternentstehungsgebiete in einer frühen Phase identifiziert wurden, und die Galaxie NGC 7714 auf einem HST-Bild, bei der die Wechselwirkung mit NGC 7715 die Sternbildung befördert. Auch ein neues Bild von Hanny’s Voorwerp, das einst auch eine Citizen-Science-Entdeckung war – und wie LOFAR die Galaxie M 82 bei langen Wellen sieht. [23:55 MEZ]

Helligkeitssprung von Komet Holmes – um 4 Größenklassen

Kein Vergleich zu dem Mega-Ausbruch von 2007 aber doch der größte plötzliche Helligkeitsanstieg des Kometen 17P/Holmes seit damals: Eben noch (im R-Band) 18 mag. schwach und völlig ruhig, lag er am 26. Januar bei 14 mag.R – und die Koma expandiert asymmetrisch. Erste Bilder hat’s hier und hier. [1:20 MEZ] Der aktuelle Ausbruch ist wohl nicht weiter gegangen: eine Foto-Sammlung. [16:55 MEZ] Visuell hat Holmes heute 13. Größe; auch mehr Bilder von gestern hier, hier und hier. [20:40 MEZ]


28. Januar

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Die orbitale “Bundesbiene ist nach Bonn zurückgekehrt, womit der ISS-Besuch Alexanders Gersts erst heute sein ‘wahres’ Ende gefunden hat: Stellvertretend lieferte sein astronautischer Vorgänger Reinhold Ewald (r.) das gewesene Insekt (vorne) heute in der Bonner Bundeskunsthalle ab (l.: der Intendant), auf deren Dach es einmal gehaust hatte. Gerst nahm die verblichene Biene zur ISS mit, konnte sie danach aber nicht selbst abliefern, weil sie nach der Landung in Kasachstan zunächst nach Houston entwichen war. Auf den letzten Metern vom Europäischen Astronauten-Zentrum in Köln nach Bonn blieb die Biene auch noch in einem Stau auf der Autobahn stecken, aber nun ist sie Teil der Ausstellung “Outer Space”, die just gestern ihren 100’000. Besucher begrüßte und noch bis zum 22. Februar läuft: noch mehr Bilder vom Tag. [21:55 MEZ]


27. Januar

Dawn sieht Zwergplanet Ceres jetzt schärfer als Hubble

Ab jetzt wird eine neue Welt erforscht: Auf Navigationsaufnahmen von vorgestern aus 237’000 km Entfernung ist der Zwergplanet nun 43 Pixel groß und damit um 30% schärfer als was Hubble im Erdorbit erreichen konnte. Was die noch vagen Features bedeuten, sollte ab März wesentlich klarer werden, insbesondere was es mit dem nun abermals erkennbaren hellen weißen Fleck auf sich hat: weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und Hinweise auf Wasser auf Vesta in Dawns früheren Daten. [16:35 MEZ] Eine PM des MPS und weitere Artikel zu Ceres hier, hier und hier. [23:55 MEZ. NACHTRÄGE: und hier, hier und hier sowie ein PSRD zur wässrigen Vesta, nunmehr kosmochemisch begründet]

Iran

Eine ‘neue’ Blitz-Aufnahme aus der ISS, die zwar schon von 2012 stammt aber erst heute samt zugehörigem Video verbreitet wurde. Auch Zuversicht bei der NASA, dass Boeing & SpaceX ab 2017 Astronauten zur ISS bringen werden (mehr, mehr und mehr), vage Pläne für wieder einen Deutschen auf der ISS – und in der State of the Union Address hat Obama doch tatsächlich den Test der Orion erwähnt und die kommende 1-Jahres-Mission zur ISS (mehr und mehr): Raumfahrt kommt in SotUs nur äußerst selten einmal vor, wie dieser Blogger jeweils durch Volltextsuchen festgestellt hat … [16:25 MEZ]

Hier rotiert Asteroid 2004 BL86 und kreist sein Mond

auf einer Serie von 20 Radar-“Bildern” des Goldstone-Teleskops mit 4 Metern pro Pixel von gestern: Der Hauptkörper ist 325, der Mond 70 Meter groß. [0:15 MEZ] Obiges Video nochmal (wobei noch einmal betont wird. dass der Mond nicht vom Radar entdeckt wurde), Animationen von Amateuraufnahmen hier, hier, hier, hier und hier, ein visueller Bericht, Aufzeichnungen von Webcasts hier, hier und hier und Artikel hier, hier und hier. [14:35 MEZ. NACHTRÄGE: weitere professionelle optische und Radar-Beobachtungen, Animationen & Aufnahmen hier (mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier und hier]


26. Januar

mtex

Vier Raketen starteten heute zur Mesosphären-Forschung der NASA in Alaska, hier in einem Komposit-Bild und hier in Einzel-Bildern: sie gehörten zum Mesosphere-Lower Thermosphere Turbulence Experiment (M-TeX) und Mesospheric Inversion-layer Stratified Turbulence (MIST). Alle Nutzlasten scheinen funktioniert zu haben: Freigesetztes Trimethyl-ALuminium wurde am Boden beobachtet. [20:05 MEZ] Mehr Bilder und ein Artikel. [23:10 MEZ]

2004bl86

In drei Stunden ist NEA 2004 BL86 der Erde am nächsten

Dann wird der Asteroid Nr. 357439 – wie der rund 500 m große Brocken inzwischen permanent katalogisiert ist – um 17:19 MEZ in 1.20 Mio. km Abstand am Erdzentrum vorbei huschen. Da ist er für Deutschland allerdings noch nicht aufgegangen: Ca. 10° hoch steht er in der Hydra um 19:55, 20° hoch um 20:50, 30° hoch um 21:55 und 40° hoch um 23:10 MEZ. Im Krebs kulminiert der Asteroid schließlich rund 47° hoch um 1:20 MEZ, 1.28 Mio. km von Europa entfernt: Dann sollte die Helligkeit auf 9.3 mag. gestiegen sein, und der zu 47% beleuchtete Mond ist gerade untergegangen. Damit beginnt nun die beste Sicht auf 2004 BL86, der erst gegen 3:30 MEZ wieder unter 40° Höhe sinkt, nunmehr 9.1 mag. hell. Und die größte Helligkeit von 9.0 mag. wird gegen 5:30 MEZ in 26° Höhe erreicht, mit dem Asteroiden immer noch im Krebs: jede Menge Artikel zur nicht besonders nahen Visite, z.T. mit Aufsuchkarten, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [14:20 MEZ] Eine visuelle Sichtung des Asteroiden gerade in Australien. [15:55 MEZ] Noch eine Animation am Himmel. [16:55 MEZ] Und ein Artikel mit beklopptem Storify … [17:15 MEZ] Erste Radar-Beobachtungen zeigen, dass der Asteroid einen Mond hat, was aber nichts Besonderes ist, während zuvor die optische Lichtkurve auf einen eher runden Körper mit 2.6 Stunden Rotationsperiode und ebenfalls den Mond hingewiesen hatte. Bald kann er am Himmel Europas beobachtet werden. [19:25 MEZ. NACHTRAG: ein Radar-Filmchen des rotierenden Asteroiden samt seinem Mond]


23.Jan 2015 | 03:59

Das beste Polarlicht, das dieser Blogger je sah

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Eine kurze aber um so intensivere Reise auf die nordnorwegische Insel Senja hatte bereits zu einer ergiebigen Walsafari, einem visuell wie fotografisch spektakulären Polarlicht von vielen Stunden Dauer und gleich noch einem Wal-Erfolg geführt – aber fünf Minuten am heutigen Morgen zwischen ca. 2:25 und 2:30 MEZ toppten all dies noch einmal. Die Polarlichter in der Nacht nach der großen Show waren zunächst verhalten geblieben, aber um 2 Uhr Morgens zeigte sich beim letzten Kontrollgang auf die Mole von Hamn i Senja ein zwar lichtschwaches aber recht dynamisches Bild: gerade eben genug Motivation, um doch wieder die Kamera zu holen. Und dann passierte es: Vom NNW-Horizont aus wuchs mit hoher Geschwindigkeit am ansonsten weitgehend leeren Himmel ein extrem helles Gebikde in die Höhe, das sich bald über den Zenit hinaus ausbreitete und mit einem Blick gar nicnt mehr erfasst werden konnte. Zugleich war es voller filigranem Detail, etwa auf der rechten (Nord-)Seite einem wallenden Vorhang wie aus dem Lehrbuch. Fotos zeigen trotz kurzer Belichtung ein ganz anderes Bild als was das Auge sieht: viel mehr Farbe aber die rasante Bewegung nur als Unschärfe, und auch das Bildfeld (mit 25 mm KB-Äquivalent-Brennweite) reicht hier nicht annähernd. Aber als Souvenirs der unvergesslichen fünf Minuten – dann verblasste und zerfiel das Polarlicht wieder – sind sie viel wert. Und unten noch der Stackplot der Norwegian Line mit x-Achsen-Ticks im Stundentakt bis 3:00 UTC heute: Der Beginn der bombasischen Show fiel mit einer außerordentich heftigen Schwankung des Erdmagnetfelds in der Region zusammen, die Flanken der Messwerte (ganz rechts bei ~1:30 UTC) verlaufen fast senkrecht! NACHTRAG: eins der Bilder in größer.

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17.Jan 2015 | 02:40

Allgemeines Live-Blog vom 17. – 19. Januar 2015


19. Januar

Hier rotiert der Zwergplanet Ceres auf Dawn-Aufnahmen vom 13. Januar aus 383’000 km Entfernung: Noch wird Hubble nicht ‘geschlagen’ (das passiert erst Ende des Monats), aber allerlei Oberflächendetail zeichnet sich schon ab – auch wenn es jetzt nur um Navigation geht. Auch eine Art Verarbeitung eines Einzelbildes sowie ein Rosetta-Paper, allerdings nur zur irdischen Eichung eines Instruments, ein NavCam-Mosaik vom 12.1. und die üblichen Fragen … [18:50 MEZ] Eine HST-Karte von Ceres mit Orientierung der Dawn-Ansicht und ein direkter Vergleich. [21:40 MEZ] Weitere Ceres-Artikel hier, hier, hier, hier und hier sowie die beginnenden Beobachtungen am anderen Zwergplaneten, ein überraschender Artikel über Proba 3 mit der künstlichen SoFi, eine weitere Verschiebung des DSCOVR-Starts auf einer Falcon, die Startvorbereitungen für das IXV – und bei der Orion müssen die Airbags modifiziert werden. [23:20 MEZ – Ende]

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Lovejoys letzte Woche vor der Rückkehr des Mondes läuft

Und der ganz langsam verblassende Komet – hier gestern von Martin Mobberley aufgenommen – bietet weiter einen schwachen aber seeehr langen Schweif von bis zu 27 Grad Länge: Bilder von heute (mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (hier, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und hier), dem 16. Januar (mehr, mehr, mehr,mehr, mehr und mehr), dem 15. Januar (mehr), 14. Januar (mehr), 13. Januar (mehr, mehr und mehr), 12. Januar (mehr und mehr) und 11. Januar, Spektren von vorgestern (dito) und vom 14.1., Koma-Strukturen vom 16. Januar, Animationen vom 16.1., 15.1. (mehr), 14.1. und 10.1., das Disconnection Event vom 8.1., überraschende Airglow-Probleme und Artikel hier, hier und hier. Auch der ausgebrochene Finlay gestern (mehr, mehr und mehr), was den Main-Belt Comet 313P/Gibbs antreibt – und die Eröffnung des International Year of Light läuft gerade: Hier gibt’s Links zu Live-Streams heute und morgen. [11:25 MEZ]


18. Januar

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Ein Blitz beleuchtet das Auge des Taifuns Bansi auf einer ungewöhnlichen Nachtaufnahme von der ISS – auch das kürzliche Ende des iranischen Raumfahrtprogramms, das nach anfänglichen Erfolgen dahin plätscherte. [23:45 MEZ. NACHTRÄGE: Hier und hier mehr Kontext zu der Blitz-Aufnahme]

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Neuer Typus großer sehr lichtschwacher Galaxien entdeckt

Ausgerechnet mit einem exotischsten optischen Teleskppe, dem Dragonfly Telephoto Array aus damals acht Teleobjektiven (siehe ISAN 206-6; auch eine Cache-Version), ist im Coma-Haufen eine bislang unbekannte Sorte Galaxien entdeckt worden: UDGs, “ultra-diffuse Galaxien” – die kein Modell der Galaxienbildung vorausgesagt hat. Die UDGs sind rot, rund und etwa so groß wie die Milchstraße, manche sogar größer, aber gleichzeitig ist ihre Flächenhelligkeit außerordentlich gering – quasi Riesen-Zwerggalaxien, viel dunkler noch als die schon eine Weile bekannten LSBs (low surface brightness galaxies): Oben ist jetzt eins der 47 in Coma gefundenen Exemplare anderen bekannten Galaxien im gleichen Maßstab gegenüber gestellt worden. Wie die UDGs enstanden sind, ist noch völlig unklar, vielleicht büßten sie schon sehr früh fast alles Gas ein (wozu passen würde, dass sie v.a. nahe des Haufen-Zentrums sitzen). Dann müssten sie einen gewaltigen Anteil an Dunkler Materie haben. [23:35 MEZ]

Hier verglüht die 2. Stufe der letzten Falcon 9 über Russland, auch wenn der Videograf das viel beachtete Ereignis für einen Метеорит hielt; danach blieb eine kurios geformte Wolke am Himmel zurück, die auch dieses Handy-Video zeigt. Auch eine aktuelle handgemalte Jupiter-Karte, Venus & Merkur gestern Abend – und der Komet 15P/Finlay erlebt einen Ausbruch, den z.B. diese Bilder von heute (mehr) und gestern (mehr und mehr) zeigen: Bis auf 7. Größe ist er angestiegen. [17:05 MEZ. NACHTRAG: eine detaillierte Analyse des Falcon-Reentry]


17. Januar

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Lovejoy verblasst leicht – Schweif bleibt komplex und lang

Zwar lässt die Flächenhelligkeit des Plasmaschweifs zu wünschen übrig, doch auf tiefen Aufnahmen – oben vom 16.1. von Martin Mobberley, vom 15.1. von Michael Jäger (4×360 blue, Apo 80/400 field 5×3°) und vom 14.1. von Gerald Rhemann – erreicht er eine enorme Länge und/oder Detailfülle: Bilder vom 17. Januar (mehr und mehr), 16. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 16. vs. 15. Januar, 15. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 14. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und hier), 13. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und hier), 13. vs. 12. Januar, 12. Januar (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 11. Januar (mehr, mehr, mehr und mehr). Auch eine Serie des Plasma-Blobs vom 8. Januar, eine Larson-Sekanina-Verarbeitung der Koma vom 10. Januar, ein Bild aus einem Flugzeug, ein verrücktes Komposit, ein Bild mit einem iPhone hinter einem 8-Zöller, Animationen über 5 Stunden, 4 Stunden und 30 Minuten und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Sowie Kometen-Beobachtung mit Spitzer dieses Jahr, Spekulationen über Planeten weit draußen (Artikel hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und v.a. hier]), Venus & Merkur am 14. Januar – und ein heller NEA-Besuch am 26./27. Januar, der mit 9. Größe gut zu sehen sein und auch mit Radar beobachtet werden soll: Artikel hier, hier und hier. [4:15 MEZ]

The dark nebula LDN 483

Lynds Dark Nebula 483 auf einem Bild des MPG/ESO-2.2-m-Teleskops auf La Silla: tief drin gibt’s unsichtbar eiskalte Protosterne. Derweil gab es auf dem Paranal First Light für die Next-Generation Transit Survey aus zwölf 20-cm-Teleskopen für die Jagd auf erdgroße Exoplaneten, für das E-ELT werden schon Teile bestellt, für das LSST sind der Hauptspiegel fertig und die Kamera bezahlt, für ein First Light 2022, das Weiße Haus feiert Bürgerforschung, voran die astronomische, Fiat Physica will Astro-Forschung crowdfunden – und die große Alpha-Com-Kampagne wurde abrupt abgebrochen, als sich herausstellte, dass es zu gar keiner Sternfinsternis kommen wird … [2:40 MEZ]


Hintergrundbilder (c) OEWF