ÖWF / Polares auf einen Blick

ÖWF Top News

29.10.10:
03.Nov 2014 | 19:00

Parabelflug Mitfluggelegenheit – 3 Plätze zu vergeben

Das Archimedes-Projekt, das derzeit gemeinsam von der Mars Society Deutschland und Mitgliedern des Vereins zur Förderung der Raumfahrt betrieben wird, plant für einen Entwicklungstest eines selbst entwickelten Weltraumballons die Teilnahme an einem kommerziellen wissenschaftlichen Parabelflug.
Der Flug soll in den USA stattfinden, der Flugtermin ist voraussichtlich der 8. – 9. April 2015, geflogen wird von Cape Canaveral / Florida in der Nähe vom Kennedy Space Center. Es werden 25 Parabeln geflogen, wovon für das Experiment nur ca. 2-3 gebraucht werden.

Da das kleine Team den Flug nicht alleine finanzieren kann, können die nicht benötigten restlichen Plätze gegen Kostenbeteiligung weiterzugeben. Nur 3 weitere Personen können noch mitfliegen und das einmalige Gefühl der Schwerelosigkeit erleben. Die Kosten stellen sich folgendermaßen dar (immer zuzüglich Hotel, Anreise und Mietwagenkosten):

  • 8 Teilnehmer: ca. 7200 Euro
  • 9 Teilnehmer: ca. 6400 Euro
  • 10 Teilnehmer: ca. 5800 Euro

Die Kosten können abhängig vom Dollarkurs variieren.
Interessenten wenden sich betreffs Details und Kosten bitte bis spätestens Ende Jänner an Tanja Lehmann (*protected email*).

Kurze Beschreibung Archimedes-Projekt:

Dies ist ein Projekt der Mars Society Deutschland, bei dem es darum geht, einen Ballon zu entwickeln, der zusammengefaltet in einer Raumsonde zum Mars fliegt und dort in der Umlaufbahn ausgebracht und aufgeblasen wird. Der Ballon wird einen Instrumentenpod mit Messinstrumenten tragen, um beim Flug durch die Marsatmosphäre diese zu vermessen. Gleichzeitig dient der Ballon der Abbremsung der Geschwindigkeit der Sonde.
2015 wird ein 1:2 Modell des Raumfahrzeugs auf einer Höhenforschungsrakete getestet werden, inklusive Ballon ausbringen, -aufblasen und Wieder-eintrittsverhalten. Dieser Flug wurde uns vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt bereits zugesagt. Momentan wird gerade ein Ballon aus hitzebeständigem Spezialmaterial gebaut sowie das zugehörige Raumfahrzeug.
An diesen werden als Vorbereitung auf den Raketentest diverse Entwicklungstests durchgeführt. Dazu gehört auch der beschriebene Parabelflug, hierbei soll der Auswurfmechanismus getestet werden. Dieser Test ist unter Schwerkraft nicht möglich.

Weiter Informationen:

 

02.Nov 2014 | 12:39

Tiuterra-Kristall für das Weltraumbüro der Vereinten Nationen

Am 10. Oktober übergab das Österreichische Weltraum Forum einen von 100 Tiuterra-Kristallen an Simonetta Di Pippo, Direktorin der in Wien angesiedelten UNOOSA (United Nations Office for Outer Space Affairs). Damit schließt sich der Kreis eines Projektes, das bereits 2013 begonnen hat.

Start des Projekts war letztes Jahr im Rahmen der World Space Week (WSW). Von der UNO 1999 ins Leben gerufen, soll diese internationale Veranstaltungsreihe den Menschen jedes Jahr den Nutzen der Raumfahrt näherbringen. 2013 waren Weltrauminteressierte rund um den Globus aufgerufen, Gesteinsproben an das ÖWF zu schicken. 33 Proben aus allen Ecken der Welt, so auch aus der Antarktis, Mexico, Europa und aus der Tiefsee kamen in Österreich an und wurden in einem neuentwickelten Verfahren von Swarovski zusammen mit einem Marsmeteoriten zu 100 Tiuterra-Kristallen verschmolzen. Benannt sind sie nach dem altenglischen Wort für Mars und der lateinischen Bezeichnung für Erde.

Als Symbol für die Begeisterung der Menschen für den Weltraum und die Raumfahrt werden die Kristalle an Raumfahrtorganisationen verteilt – und an alle, die eine Gesteinsprobe eingeschickt haben. Im Rahmen der World Space Week 2014 kehrte nun einer der Tiuterra-Kristalle sozusagen an den Ursprungsort der Idee zurück und ist nun in der Dauerausstellung der UNOOSA zu sehen. Drei kleinere Versionen werden die italienische ESA-Astronautin Samantha Cristoforetti im November auf ihrer Reise zur Internationalen Raumstation (ISS) begleiten.

26.Sep 2014 | 18:04

ÖWF Pionierprojekte: Ihre Chance neue Themen im ÖWF umzusetzen!

Sie haben eine überzeugende Idee für ein kleines ÖWF Projekt, das Sie gerne einbringen möchten? Mit den Pionierprojekten haben ÖWF Mitglieder zum ersten Mal die Chance, kleine, mittelfristige ÖWF Projekte mit bis zu 1.000 EUR gefördert zu bekommen.

Kind spielt mit Holzflugzeug

Hintergrund:
Pionierprojekte sind kleine, mittelfristige ÖWF Projekte mit dem Ziel Ideen und Initiativen von Mitgliedern umzusetzen und gleichzeitig den Lebenszyklus eines Projektes von der Ideenfindung, Proposal bis zum Endbericht zu durchlaufen.

Die Themen sind offen, müssen sich aber an den Zielen & Leitsätzen des ÖWF orientieren: Vom Schulprojekt über technische Entwicklungen für Feldmissionen bis hin zur Umsetzung von Ideen zur Neumitgliedergewinnung ist alles möglich.
Einreichen können ausschließlich ÖWF Mitglieder, externe Projektmitarbeiter, Partnerorganisationen und Sponsoren sind aber möglich. Damit können ÖWF Mitglieder den vollen Projektzyklus selbst erleben, etwas im Forum bewegen und vielleicht sogar neue Themen erschließen.

Was wird zur Verfügung gestellt?

    • Bis zu € 1.000,00 Budget
    • ÖWF Infrastruktur (z.B. Werkstätten, IT-Infrastruktur, Beratung (z.B. Legal Team, Medienteam, Buchhaltung etc.)
    • Unterstützung bei der Kommunikation innerhalb und außerhalb des ÖWF

Bis zu zwei Projekte werden gefördert. Die Auswahl erfolgt durch eine internationale Jury (NASA & ESA Vertreter) unter der Leitung von Dr. Rudolf Albrecht, ÖWF Senior Advisor.

Format für die Pionier-Proposal
Maximal 3 Seiten Projektbeschreibung in Englisch.

  • Max. 1 Seite:
    Projekttitel, Projektverantwortlicher (inkl. Kontaktdaten), Team, Kurzfassung, inkl. Ziele, Laufzeit
  • Max. 1 Seite:
    Projektbeschreibung: Inhalt & Ablauf, Risiken & Potential, erwartete Resultate bzw Impakt.
  • Max. 1 Seite:
    Budgetauflistung, Zeitplan inkl. Meilensteine

Wie gehts weiter?

  • Einreichfrist: 01. Dezember 2014, per email an *protected email*
  • Bekanntgabe der erfolgreichen Projekte: 20. Dezember 2014 (ÖWF Weihnachtsfeier)
  • Projektlaufzeit: 01. Jänner 2015 bis maximal Zieleworkshop 2015 (September 2015)
02.Sep 2014 | 21:28

Tiuterra Flug: Drei Kristalle für die Raumstation

In Zusammenarbeit mit der World Space Week Association und Swarovski, initiierte das Österreichische Weltraum Forum das Tiuterra Projekt: Gesteinsproben welche weltweit im Rahmen der World Space Week 2013 gesammelt wurden – darunter auch Proben aus der Antarktis und dem Boden der Tiefsee. Diese wurden analysiert und mit einem winzigen Anteil eines Mars Meteoriten kombiniert. Swarovski hat sich der Herausforderung gestellt, aus diesen Proben ein Schmuckstück her zu stellen, den “Tiuterra Kristall”. Drei dieser Kristalle werden im November mit Samantha Cristoforetti und Expedition 42/43 auf die Internationale Raumstation (International Space Station, ISS) fliegen. Damit fliegt zum ersten Mal in der Geschichte ein Stück ÖWF “Hardware” zur Raumstation.

Die Übergabe der drei Kristalle fand im Rahmen eines Medien Events am Europäischen Astronauten Zentrum (European Astronaut Centre, EAC) in Köln, Deutschland, statt.

Briefing vor der Übergabe

Kurz bevor die Presse ankommt, besprechen Monika Fischer, Samantha Cristoforetti, Jules Grandsire und Gernot Grömer letzte Details des Events.

Handover of the crystals

Ein Großer Moment: ÖWF Obmann Gernot Grömer übergibt die Tiuterras an Samantha Cristoforetti vor der Trainings-Version des Columbus Moduls der Raumstation. Christian Nagele, Vize Präsident Produkt Entwicklung bei Swarovski, präsentiert ihr eine personalisierte Version des Kristalls.

Inside Columbus mockup at EAC

Nach der Übergabe, lädt Jules Grandsire (EAC) die Medien und die ÖWF Delegation zur VIP Tour des EACs ein. Diese beinhaltet auch einen Blick in das Automated Transfer Vehicle (ATV): Das fünfte und letzte ATV befindet sich zur Zeit gerade im Orbit!

Inside the ATV

Innerhalb des ATVs erscheint alles eher überfüllt – kein Wunder, ist es doch der “Weltraum-LKW” für die ISS!

OeWF delegaton with Samantha Cristoforetti

Die ÖWF Delegation mit Samantha Cristoforetti im Inneren des Columbus Moduls.

Soyuz Simulator

Christian Nagele und Gernot Grömer an Deck des Sojuz Simulators: Mit Raumanzügen anstatt Anzügen könnte man sie fast für angehende Astronauten halten…

simulation supervisor console

Die Konsole welche die Übersicht für den Sojuz Trainings Simulator ermöglicht: Von hier aus werden alle schlimmen Probleme eingespeist.

Two happy FemTech-student

Veronika Haberle und Julia Neuner vor dem ATV Model. Zwei glückliche FemTech Studentinnen auf einer Mission!

Andrea Boyd

Was für eine schöne Überraschung: Andrea Boyd, die an der EUROCOM Konsole arbeitet (Der Kontrollraum für den Europäischen Beitrag zur ISS) und auch gleichzeitig ein ÖWF Mission Support Center Veteran, ist während der Zeremonie gerade im Dienst. Mit großem Enthusiasmus beschreibt Andrea ihre Arbeit an diesem außergewöhnlichen Arbeitsplatz.

28.Aug 2014 | 20:59

Wasserraketen und Waisenkinder

Bereits 2013 hat das ÖWF einen Weltraumtag besonderer Art organisiert. Gedacht als kleiner Beitrag für ein großes Projekt, wurde dieser Tag nicht nur ein Erfolg, sondern blieb vielen im Gedächtnis, allen voran denen, die an diesem Tag im Mittelpunkt standen: Waisenkinder und kranke Kinder aus der Ukraine, die auf Initiative von Dr. Christoph Otto von Global 2000 in wechselnden Gruppen seit Jahren Erholungsurlaube in Österreich verbringen können. Für viele der Kinder war und ist das die erste Auslandsreise in ihrem Leben. Neben Unbekümmertheit, Spaß und grünen Wiesen gibt es in diesen Wochen endlich auch Aufmerksamkeit und ausreichend Medikamente.

Den „Pilotversuch“ eines solchen Weltraum-Tages letztes Jahr in Hagenbrunn (Niederösterreich) und Ybbs an der Donau (Niederösterreich) fädelte ÖWF-Mitglied Alexander Soucek ein, der durch Zufall von den kleinen Ukraine-Urlaubern mit ihren schweren Schicksalen gehört hatte. Begleitet wurde er von Gerhard Grömer. Ukraine-Projektleiter Dr. Otto dankte damals dem ÖWF: „Ihre Weltraumveranstaltungen haben fulminante Reaktionen ausgelöst. Die Berichte waren nicht nur begeistert, sondern geradezu frenetisch. Wir danken dem ÖWF ganz herzlich für das Engagement und die begeisternden Präsentationen!“

Diesmal wuchs die ÖWF-Helfergruppe schon auf fünf Personen an: neben Alexander und Gerhard auch Eva und Stefan Hauth sowie Magdalena Mahringer, die sich alle zusammen einen Arbeitstag freigenommen hatten, um am 14. Juli beladen mit Wasserraketen, Kinderraumanzügen und Weltraumfotos diesmal nach Klein-Engersdorf zu fahren.
Die Zutaten dieses Tages: ein großer Garten, ein schattenspendender Baum, Sonne und Gewittertürme, ein Feld, das zum Wasserraketen-Versuchsgelände umfunktioniert wurde, eine Schar Kinder verschiedenen Alters, ein kleiner Astronaut im Rollstuhl, helfende Hände, Dolmetscherinnen, Improvisation, ein Heuriger, Geschichten aus der Ukraine zum Nachdenken. Manche der Kinder waren bereits letztes Jahr dabei und plauderten mit den Freunden vom ÖWF unbekümmert auf Ukrainisch. Gespräche mit den Erwachsenen erlaubten verstörende, aber gleichzeitig unbezahlbare Eindrücke von der aktuellen Situation in diesem großen Land. Da die Gäste allesamt aus Orten in der derzeit umkämpften Ostukraine stammen, war ihnen nicht einmal klar, ob und auf welcher Route sie wieder zurückreisen würden.

Die Antwort auf so viele große und kleine Probleme? Lauthals auf Ukrainisch den Countdown für die ÖWF Wasserraketen zu zählen, um diesen dann begeistert nachzuschauen bei ihrem Flug in den Himmel! – Das ÖWF wird auch 2015 versuchen, Dr. Otto und seine ehrenamtlichen Helfer bei dem wunderbaren Projekt „Tschernobyl Kinder“ zu unterstützen. Es gilt, noch viele kleine Astronauten auszubilden.

Alexander Soucek und Team

Mehr Informationen:

Impressionen:

25.Oct 2014 | 13:40

Interview with Prof. Marco Durante and his research on cosmic radiation during spaceflight

Prof. Marco Durante is the Director of the Biophysics Department, GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung, Darmstadt and a full Professor of Physics, Institute of Solid State Physics, Technische Universität Darmstadt. Currently he is the President of the International Association for Radiation Research (2011-2015). GSI operates a unique large-scale accelerator for heavy ions. Researchers from around the world use this facility for experiments that help them make fascinating discoveries in basic research. In addition, they continually develop new and impressive applications.

OeWF: How did you come to the GSI and particularly to the heavy ions?

Using a spacecraft! I actually started with nuclear physics, and then became more and more interested in biological effects during my PhD at the University of California in Berkeley. My supervisor told me that there was more uncertainty in biology than in physics. At that time Berkeley was using accelerated heavy ions to treat cancer, and NASA was trying to use their experience to understand the risks during spaceflight.

OeWF: What is the aim of your research?

We would like to understand the risks associated to the exposure to cosmic rays during spaceflight. Cosmic radiation is a potential showstopper for human exploration and we want to go to Mars. At the same time, we hope to use these same ions to cure cancer on Earth.

OeWF: What is the difference between radiation on earth and in deep space?

On Earth we are continuously exposed to alpha, beta, and gamma rays from natural radioactivity, and X-rays for medical imaging. But in space we are exposed to high-energy heavy ions, coming from supernovae. These ions ionize matter very densely, because their charge is high, and are very penetrating, because they have high energy. Shielding is therefore poorly effective, and the biological effects poorly known.

OeWF: We have radiation on earth. But why do we not have high-engery heavy ions on Earth (except in special test facilities like nuclear medicine)?

The magnetic field is deflecting the ions. As a matter of fact, you have more heavy ions close to the North and Sout Poles, where the magnetic field is thinner.

OeWF: Which meaning do the heavy ions have for the medicine?

They are a great hope against cancer, perhaps the “magic bullet” against resistent, lethal tumors such as sarcomas. Heavy ions deposit most of their energy at the end of their range in matter, the so-called Bragg peak. X-rays, on the contrary, are gradually attenuated while they pass through matter. Therefore, if we modulate the beam energy so that the tumor is on the Bragg peak, we can destroy the tumor with minimal damage to the surrounding normal tissue. It is like surgery, without knife. GSI pioneered this technique in Europe, and patients are now treated at HIT (Heidelberg) and CNAO (Pavia), and soon also in Marburg. Many more centers using protons and heavy ions are available in Asia and USA.

OeWF: Which experimental stations are available to the researchers in Darmstadt at the Biophysics Department?

The biophysicists have a linear accelerator and a ring accelerator at their disposal in Darmstadt. There are cell labs and DNA labs and, moreover, a cytometry and microscopy lab. Experiments can be carried out in a low energy radiotherapy station and on two high energy radiotherapy places. One of it is the medical radiotherapy space in which also the tumour therapy developed by GSI with heavy ions was carried out. A X-ray tube and a microprobe belong to other arrangements.

OeWF: How many employees work at GSI?

Almost 1000 at GSI, and almost 100 in the Biophysics Department, including the students – they do most of the real work!

OeWF: Is there one open house/”Tag der offenen Tür” with the GSI?

At the moment one open house day is not planned. Nevertheless, everybody can register for a free tour of the GSI research facility. More information at gsi.de/besucher .

Thank you.
The interview was conducted by Marlen Raab

More information:

14.Oct 2014 | 19:38

How to make an analog astronaut feel how it is to bend an arm in space?!

After attending a very interesting “Introduction into Spacesuits”-course, I got the chance to work as a volunteer at the OeWF suit lab in Innsbruck. The task was to redesign the exoskeleton for the analog astronauts. At first I hadn’t an idea, what’s expecting me.
At the beginning of my summer holidays I had a meeting with Gernot Grömer who introduced me in an excellent and enthusiastic team at the suit lab and gave me a short overview of what he wants me to do:

  1. Read all the documents he gave to me (quite a lot and oh what a wonder – everything in English – so I had to improve my English first)
  2. Develop a new exoskeleton consisting of a pair of elbow-joints and a pair of knee-joints for the Aouda spacesuit simulator

Collage Exoskeleton with group picture of spacesuit course participants

Sounds simple so far and off we go…
After nearly two weeks of reading theoretical stuff about “space suit joint values”, “torques” and even more complex things like this, I got a vague idea what to do. A first design with a CAD-program (computer-aided design program) and another meeting with Gernot Grömer were done and the idea grew more specific.

But why all this work and investigation? Why is an exoskeleton needed for an analog astronaut?
Simply spoken, a pressurised space suit makes it harder to bend an arm or a leg for an astronaut because of shifting pressurised air inside the space suit and the textile layers of the suit working against deformation. But because Aouda is not set under pressure, we have to simulate this effect and for this reason an exoskeleton is needed.
After another four weeks of CAD-redesigning and improving, a final design was established and a prototype was produced. It’s fascinating, holding a piece of shaped aluminium in your hands. This piece, developed by yourself on a computer, gets real after milling, drilling, threat cutting and a lot of additional working steps. I hope it is still fascinating after we have tried to assemble all pieces together…
The new designed elbow-joint consists of one joint with a spring core and two rails. Each rail for one limb and because of torque-requirements the knee-joint elements are doubled.
The limb-rails will be produced out of high quality steel, shaped by laser-cutting. The attachment of the assembly to the arms and legs will be done by leather-straps with Velcro for adjusting.

We are looking forward to finish the exoskeleton during this October-
I hope no one of the analog astronauts is killing me after a first try-on session and the realisation how hard their new live as an astronaut will be because of to the new exoskeleton ;-)

Thanks to every member of the space suit lab team in Innsbruck. Special thanks to Julia Neuner and Gernot Grömer for their support. I had a great time and hopefully it will last a bit longer.


Author: Benjamin Knaus, physics-student at the University of Innsbruck

10.Oct 2014 | 09:30

Call for Analog Astronauts for simulated Mars Missions

Analog Astronauts Selection and Training for the Class of 2015

The Austrian Space Forum is seeking volunteers to apply for the training opportunity for analog astronauts. Analog astronauts participate in simulated Mars – Missions which are conducted on the ground in a Mars-analog environment. Men and women between the age of 25-45 are invited to submit their application.

The selection process will commence in December 2014 and will end in early 2015. The process will include a detailed medical and psychological assessment. The successful candidates will undergo a compact and intense training comprised of lectures, hands-on spacesuit and field training, they will receive coaching for physical fitness and psychological/stress tolerance. They will finish their training with a certification exam.

Responsibilities
Analog Astronauts are trained to conduct spaceflight-simulations in Mars-like regions on Earth, testing and evaluating equipment procedures, human factors and workflows relevant to the human exploration. They conduct experiments in field campaigns in an international and interdisciplinary environment, typically lasting a few days up to one month. Analog astronauts contribute to the development of spacesuit simulators and other relevant instrumentation.

Minimum selection criteria

  • European Union or Swiss citizen, aged between 25-45 years
  • Body height between 165-190 cm
  • Excellent mental and physical health condition
  • Fluency in English (preferably with at least a second European language)
  • Experience in a technological, engineering or scientific field (such as aerospace/mechanical/electrical engineering, computer science, life sciences, geosciences and others), AND/OR completed commercial or military pilot training.
  • Full availability for the basic training (ca 5 weekends in early 2015, plus distance learning), mission preparation or recertification (typically 2 weekends per year) and missions (2-4 weeks of field operations every 2 years on average), as well as for media and education/outreach activities on an irregular bases.

How to apply
Applications must reach the Austrian Space Forum by no later than 28th of November 2014, 23:59 CET via email to: *protected email* . Submissions should be written in English and contain the following documents:

  • 1 page Cover letter, containing a photo and full contact coordinates (name, gender, nationality, address, telephone, email, birthday)
  • 1 page CV
  • 1 page motivation letter (“Why do you apply?”)

Selection and Training timeline

  • Deadline for applicants: 28Nov2014, 23:59 CET
  • 1st Selection round / 10+11Jan2015: 1st medical and psychological assessment
  • 2nd Selection round / 24+25Jan2015: 2nd round medical & psychological evaluation, selection interviews
  • Feb2015: Announcement of 6 Analog Astronaut candidates
  • Mar-Jun2015: 5 training weekends (to be confirmed), distance learning & physical training, final exams. (Training blocks are tentatively scheduled for: 27Feb-01Mar2015, 20-22Mar2015, 17-19Apr2015, 01-03May2015, 15-17May2015)

Additional information

  • The selection and training will be mostly done in Innsbruck, Austria
  • Costs for the selection and training will be covered by the Austrian Space Forum, except travel and accommodation expenses.
  • Applicants will be required to sign a legal waiver and provide a clean criminal record before starting the second selection step. Details will be sent to candidates in time.
  • Probably two of the new analog astronauts will be selected to participate in the AMADEE-15 Mars simulation in August 2015 at the Kaunertal glacier region in Austria. The others will either be selected as back-up and/or for later missions.
  • Additional information about the Austrian Space Forum: www.oewf.org
  • Example of a major field campaign: mars2013.oewf.org
  • Questions? – please inquire at *protected email*

FAQ’s

  1. Are glasses/lenses a problem for the selection?
    No, glasses/lenses are no problem at all?
  2. Will the OeWF cover travelling/accommodation costs for selection & training?
    Unfortunately the OeWF cannot cover costs for travelling and accommodation. But you’ll get an excellent training and in-depth sports medicine & psychological analysis.
  3. I’m under 25 or over 45, is there any chance to be considered?
    The age limit is strict between 25 and 45 and therefore we cannot consider application if you don’t fit the age limit.
  4. Do I need to live in Austria to apply as analog astronaut?
    No, but you need to be able to travel to Innsbruck, Austria for the selection process and for the 5 training weekends.
  5. I’m not coming from an EU country, can I apply?
    The call is open for all EU citizens and persons with an permanent EU work permit.
26.Sep 2014 | 18:06

OeWF Pioneer Projects: Your Chance to implement new Topics within the Austrian Space Forum!

Do you have a gripping idea for a small OeWF project which you want to realize? For the first time, members of the Austrian Space Forum get the opportunity to fund their ideas for small or medium-term projects up to 1,000 EUR with the pioneer projects challenge.

Child playing with wooden airplane

Background:
Pioneer Projects will cover small, medium term projects. The challenge aims to provide a chance for members to carry out ideas and initiatives as well as follow the life cycle of a typical project, beginning with the first idea and proposals to a final report.

The topics for the projects are not restricted, as long as they are within the goals and guidelines of the Austrian Space Forum: everything goes – starting from a school project, a new technical development for a field mission or ideas to recruit new members. The challenge is open only to members of the Austrian Space Forum. External project collaborators, partner organization and sponsoring are possible.

What will be offered?

    • A budget of up to 1,000 EUR
    • Use of the Forum’s infrastructure (workshops, IT-infrastructure, consulting (e.g legal team, media contacts, accounting…))
    • Support towards internal and external communication

Up to two projects will be funded. An international board (consisting of representatives of NASA and ESA) under Dr. Rudolf Albrecht (OeWF Senior Advisor) will select the winning projects.

Proposal have to be of the following format:
A maximum of three pages, provided in English, consisting of

  • One page:
    Title of Project, Name of project leader (with contact data) and team, Summary with aims and duration
  • One page:
    Description of project, what is the scope and course of action, risks and gains, results/impact
  • One page:
    One page: budget, time table including important milestones

Next steps:

  • Deadline: December 1st 2014, send proposals via email to *protected email*
  • Official announcement of winning projects: December 20th 2014 (at the Forum’s Christmas party)
  • Run time of projects: January 1st 2015 until September 2015 (theForum’s “Zieleworkshop” – Annual meeting to define the main goals for the upcoming year)
24.Sep 2014 | 19:32

Wearing the Aouda.X is Hard Work!

For a normal person, running a marathon might be considered to be extremely exhausting. However, for our analog astronauts wearing the Aouda.X space suit, just tying shoes can be exhausting work!

My research project, as part of my Master’s degree in Space Physiology from King’s College London, set out to find just which tasks proved to be the most difficult during the MARS2013 analog space mission. While the MARS2013 mission was over a year ago, it still provides large amounts of data which can be analyzed in order to identify the workload of specific tasks the astronauts completed during their time in Morocco.

Biomedical monitoring is a key feature of the Aouda.X space suit. It not only allows the medical support team to ensure the astronaut is comfortable and safe, but it also gives real time measurements of the astronaut’s heart rate and air flow.
We chose to select 2 key variables of the 34 total that the Aouda X is able to monitor. Heart rate is used as a good indicator of exercise, as even simple exercise can raise a person’s heart rate. The rate of oxygen used by the body is also a good indicator of how hard the body is having to work to provide enough oxygen to the muscles. As there aren’t any direct measurements of oxygen consumption within the suit, so we chose to evaluate the amount of carbon dioxide produced by the astronaut.
Taylor's Thesis CoverBy combining the data from these two variables with a questionnaire regarding the well-being of the astronaut, we were able to identify 7 tasks which the astronaut performed daily. These repetitive maneuvers were part of the DELTA experiment, which set out activities which the astronaut might perform were they making a surface exploration of Mars. They included things such as setting up a tripod, carrying sand bags, taking rock samples and so on.
Our results found that activities involving long bouts of walking, and load-carrying caused the greatest workload for the astronaut, resulting in working at 90% of their maximum heart rate. In the sandbag carrying experiments in particular, the carbon dioxide rates increased, indicating that the astronaut was breathing heavily.
A surprising result was that fine motor skill tasks, such as repairing an object, were quite difficult for the analog astronaut. They had to work against the bulky space suit gloves, and the pressure of the exoskeleton to maneuver small parts. This resulted in high heart rates, up to 75% of their maximum heart rate. This meant it was on par with running for an unsuited individual. Talk about hard work while just standing still!
Identifying which tasks provide the most workload on the astronaut, allows the Mission Planning team to space out activities which the astronaut will find exhausting, or strenuous. It can also be used to identify where a rest period might be useful, and allows the biomedical team to monitor the astronaut more carefully during these periods.
Our research found that all three variables should be used together to identify the workload on the astronaut. The analog astronauts may have an interesting job that many people dream about – but they certainly have to work hard on the job!

Intern Taylor Moyer

 

About the author:
Taylor Moyer was an OeWF intern this summer.
During her intership she was researching the topic described above for her Master Thesis in Space Physiology and Health at the King’s College London, United Kingdom

29.Oct 2010 | 10:13

20. Dez. 2014: ÖWF Weihnachtstreffen

Heuer lädt das ÖWF zur gemeinsamen Weihnachtsfeier in die Steiermark ein. Wann: 20. Dez. 2014 Treffpunkt (14:00 & 16:30): Institut für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation, Inffeldgasse 12, 8010 Graz Treffpunkt (19:00 Uhr): Zum Sternwirt, Waltendorfer Hauptstraße 45, 8010 Gra7 Programm: 14:00: Außerordentliche Generalversammlung danach Führung durch das Institut 16:30: Rundgang durch Weihnachtsmärkte 19:00: Zum Sternwirt Anmeldung bis 30. November an daniela.scheer@oewf.org

ESA Nachrichten

03.Feb 2014 | 13:56

Robotic Exploration:ExoMars orbiter core module completed

The ExoMars Trace Gas Orbiter module consisting of the spacecraft structure, thermal control and propulsion systems was handed over by OHB System to Thales Alenia Space France at a ceremony held in Bremen, Germany, today.
08.Nov 2013 | 12:30

Robotic Exploration:ExoMars lander module named Schiaparelli

The entry, descent and landing demonstrator module that will fly on the 2016 ExoMars mission has been named 'Schiaparelli' in honour of the Italian astronomer Giovanni Schiaparelli, who famously mapped the Red Planet's surface features in the 19th century.
19.Dec 2014 | 14:00

Week In Images


Our week through the lens:
15-19 December 2014
19.Dec 2014 | 14:00

Satellites guide sailor from treacherous waters


While sailing south of Africa on an around-the-world voyage, Matteo Miceli was suddenly alerted to a massive iceberg in his path.

19.Dec 2014 | 11:11

Eye-catching Earth


For over a decade, we have been releasing satellite images of Earth almost every Friday. Click here for the ‘Earth observation Image of the Week’ gallery of 500 spectacular scenes
18.Dec 2014 | 14:40

Season's greetings


Send an out-of-this-world e-card to your friends
18.Dec 2014 | 14:00

Flying over Becquerel


This latest release from the camera on ESA’s Mars Express is a simulated flight over the Becquerel crater, showing large-scale deposits of sedimentary material.

16.Dec 2014 | 15:55

Follow the light


Human spaceflight and operations image of the week: Identifying cities at night, ESA astronaut Samantha Cristoforetti and researchers are asking for your help
12.Dec 2014 | 16:29

ESA and Omega: a watch for astronauts


Swiss watchmaker Omega has announced a new version of its historic space watch, tested and qualified with ESA’s help and drawing on an invention of ESA astronaut Jean-François Clervoy.

11.Dec 2014 | 11:02

Crude oil cargo for ESA’s first flight with China


ESA is finalising its first experiment on a Chinese space mission: small containers of crude oil will help to improve our understanding of oil reservoirs buried kilometres underground.

09.Dec 2014 | 17:12

ATV views Space Station as never before


ESA’s fifth and last Automated Transfer Vehicle tested a new technique before docking with the International Space Station in August, at the same time revealing the orbital complex in a new light.  

05.Dec 2014 | 17:35

Orion test sets stage for ESA service module


Today’s flight and splashdown of NASA’s first Orion spacecraft paves the way for future human exploration beyond low orbit powered by ESA’s European Service Module.

ESA Top Multimedia

Iceberg on Sentinel-1A’s radar

05.Dec 2014 | 17:35

Great Bahamas Bank

05.Dec 2014 | 17:35

Soyuz flight VS10 liftoff replay

05.Dec 2014 | 17:35

Earth from Space: Peek into the past

05.Dec 2014 | 17:35

Sentinel-3A antenna covered

05.Dec 2014 | 17:35

Flying over Becquerel crater

05.Dec 2014 | 17:35

Weltraum Nachrichten von Online Zeitungen

19.Dec 2014 | 08:43

Internet für alle: "Sojus"-Rakete schießt vier Satelliten ins All

Eine "Sojus"-Rakete hat vier Satelliten ins All gebracht. Sie sind Teil eines Netzwerks, das Entwicklungsländer mit Internet versorgen soll. Noch sind die Geräte aber nicht am richtigen Platz.
18.Dec 2014 | 14:15

Johann-Dietrich Wörner: Deutscher wird Chef der Europäischen Weltraumagentur

Die Raumfahrtagentur ESA ist Europas oberste Weltraumbehörde. Nun bekommt sie einen neuen Chef: Der deutsche Johann-Dietrich Wörner tritt das Amt Mitte nächsten Jahres an.
16.Dec 2014 | 18:41

"Curiosity": Marsrover misst überraschende Methan-Schwankungen

Es war still um ihn geworden, doch nun meldet sich der Marsrover "Curiosity" mit einer ungewöhnlichen Entdeckung zurück: Er hat starke Schwankungen der Methan-Konzentration auf dem Roten Planeten festgestellt.
15.Dec 2014 | 16:53

Streit mit USA: Russland erwägt Bau eigener Weltraumstation

Wegen westlicher Sanktionen steht Russland zwar am Rande einer Rezession - dennoch hegt das Land weiter kühne Raumfahrtpläne. Das Land denkt über den Bau einer eigenen Weltraumstation nach.
11.Dec 2014 | 13:18

"Rosetta"-Mission: Wie kam das Wasser auf die Erde?

Überraschende Messungen der Raumsonde "Rosetta": Das Wasser auf dem Kometen Tschuri unterscheidet sich deutlich vom Wasser irdischer Ozeane. Damit scheiden Kometen als Quelle wohl aus - Forscher glauben nun an einen anderen Ursprung.
19.Dec 2014 | 06:36

Jänner - Start von privatem Raumfrachter zur ISS verschoben

Bei Raketentest Probleme aufgetaucht
18.Dec 2014 | 20:20

Arianespace - Sojus mit vier Satelliten gestartet

Netzwerk zur Datenübermittlung wird aufgebaut
18.Dec 2014 | 11:41

Ab Juli 2015 - DLR-Chef Wörner wird neuer Generaldirektor der ESA

Nachfolge von Jean-Jacques Dordain ab 1. Juli 2015
18.Dec 2014 | 10:31

Testflug - Indien schoss Kapsel für bemannte Weltraummissionen erfolgreich ins All 

In sieben bis acht Jahren sollen Menschen in Weltraum befördert werden
16.Dec 2014 | 19:40

Marsrover - "Curiosity" entdeckt mysteriöse Methanquellen auf dem Mars

NASA-Forschungsroboter misst plötzliche und überraschend starke Methan-Schwankungen
19.Dec 2014 | 14:23

Planetenforschung: Marsrover misst starke Methan-Schwankungen

Der US-amerikanische Marsrover "Curiosity" hat eine neue Entdeckung gemacht: ungewöhnlich starke Schwankungen der Konzentration von Methan. Das Gas hat auf der Erde meist einen biologischen Ursprung.
19.Dec 2014 | 09:42

Raumfahrt: Das ist der neue Chef der Esa

Mit Johann-Dietrich Wörner ist erstmals nach 25 Jahren wieder ein Deutscher zum Chef der Esa gewählt worden: Der Ingenieur gilt als Technikfreak und passt in das Beuteschema großer Baumärkte.
18.Dec 2014 | 08:23

Testflug: Nasa schießt Raumschiff "Orion" in den Orbit

Die Nasa hat den Testflug der neuen Raumkapsel "Orion" gestartet: Die USA hoffen darauf, eine neue Ära in der Raumfahrt einzuleiten – mit dem Raumschiff sollen künftig auch Menschen zum Mars reisen.
16.Dec 2014 | 12:58

Raumfahrt: "Alex ist jetzt beliebter als Angela Merkel"

Einmal zur ISS und zurück reicht ihm nicht: Geophysiker Alexander Gerst würde sofort wieder ins All. Seine Fotos zeigen die berauschende Schönheit der Erde - aber auch ihre Verletzlichkeit.
16.Dec 2014 | 12:58

Raumfahrt: "Der Mensch wird zum Mars fliegen"

Die europäische Raumfahrt steht vor großen Fragen. Soll man sich nach 2016 bei der ISS engagieren? Wie geht es mit der Ariane und den Galileo-Satelliten weiter? So sieht DLR-Chef Wörner die Zukunft.

Weltraum Blogs

03.Sep 2012 | 16:49

ScienceBlogs.de bekommt eine neue Software und macht Pause

Es ist endlich soweit. ScienceBlogs.de wird auf eine neue Software (WordPress) umgestellt. Dann sollten die ganzen Macken und technische Probleme die sich im Laufe der Zeit angehäuft haben, endlich verschwinden. Die Umstellung erfolgt heute Nacht, um Mitternacht geht es los. ScienceBlogs wird dann eine ganze Weile nicht erreichbar sein. Im Laufe des Dienstag Nachmittag müsste dann alles wieder funktionieren. Hoffen zumindest alle... Vielleicht funktioniert auch nichts mehr und es dauert länger, bis alles wieder normal läuft. Wir werden sehen. Ich hab noch keine Ahnung, wie das neue ScienceBlogs aussehen wird. Ich wäre schon zufrieden damit, wenn alle meine Artikel und alle Kommentare dazu den Umzug heil überstehen... Also drückt die Daumen!


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03.Sep 2012 | 12:25

Barnards Stern hat keine Planeten

Barnards Stern hat keine Planeten. Warum sollte das interessant sein, wo doch sonst immer nur von Sternen berichtet wird, bei denen man Planeten entdeckt hat? Erstmal ist auch ein negatives Resultat ein Resultat. Es mag nicht so sexy sein, wie die Entdeckung eines neuen Planetensystems, aber wenn wir wissen, dass es irgendwo keine Planeten gibt, sagt uns das auch etwas. Und dann ist Barnards Stern ein Sonderfall. Denn hier gab es seit Jahrzehnten Diskussionen, oft sogar Streit, darüber, ob sich dort Planeten befinden oder nicht.

Barnards Stern ist nur 6 Lichtjahre entfernt und damit der viertnächste Nachbar der Sonne (oder der zweitnächste, wenn man die drei Sterne des Alpha-Centauri-Systems zu einem zusammenfasst). Er ist so nahe, dass man seine Eigenbewegung sehr gut sehen kann und weil er sich so schnell bewegt, wird er oft auch "Barnards Pfeilstern" genannt. Dieses Bild zeigt, wie er sich zwischen 2001 und 2010 über den Himmel bewegt hat:

Barnard_Star_2001-2010.gif

Bild: Alejandro Sanz Gómez, CC-BY-SA 2.5

So ein interessanter Stern wurde natürlich oft und ausgiebig beobachtet. Wegen seiner schnellen Bewegung hat man besonders viele und genaue Positionsmessungen angestellt. Und in den 1960er und 1970er Jahren kam der Astronom Peter van de Kamp zu dem Schluss, dass sich dort 2 Planeten befinden müssten. Denn der Stern zog nicht einfach in einer geraden Linie über den Himmel, sondern wackelte hin und her. Der Grund dafür sollte die gravitative Störung der Planeten sein, die den Stern ein bisschen wackeln ließen. Die Entdeckung extrasolarer Planeten in den 1970er Jahren wäre eine große Sensation gewesen. Aber die Kollegen waren nicht überzeugt. Andere Astronomen zeigten, dass vermutlich ein technischer Fehler am Teleskop für das Wackeln des Sterns verantwortlich war. Aber van de Kamp war weiter von der Existenz seiner Planeten überzeugt. Zwei Stück, ungefähr halb so groß wie Jupiter sollten Barnards Stern umkreisen.

Die Sache blieb zweifelhaft, die Beobachtungen konnten nie bestätigt werden und es dauerte bis 1995, bevor der erste wirklich zweifelsfrei bestätigte extrasolare Planet entdeckt wurde. Eine Gruppe amerikanischer Astronomen hat nun noch einmal genau nachgesehen und kommt zu dem Schluß: van de Kamps Planeten existieren nicht. Sie haben Beobachtungsdaten aus den letzten 25 Jahren kombiniert und neu ausgewertet. Im Gegensatz zu van de Kamp haben sie sich nicht auf die Positionsänderungen des Sterns verlassen, sondern seine Radialgeschwindigkeit beobachtet. Auch mit dieser Methode misst man das Wackeln des Sterns, allerdings auf andere Art und Weise. Die Ergebnisse sind ziemlich deutlich:

barnard.png


Die grünen und gelben Punkte sind die Messungen. Wenn der Stern keine Planeten hat, dann sollten sie alle auf der Nulllinie in der Mitte des Diagramms liegen. Wenn van de Kamps Planeten existieren, dann sollten die Punkte dem Verlauf der blauen oder rote Linie folgen. Das tun sie aber nicht, sondern liegen tatsächlich - innerhalb der Fehlerbalken - auf der Nulllinie.

Komplett ausschließen können die Forscher die Existenz von Planeten natürlich noch nicht. Ganz kleine Planeten könnte es noch geben. Aber sicherlich nichts, was größer ist als ein paar Erdmassen. Und auf jeden Fall keine Planeten, wie sie van de Kamp gefunden zu haben glaubte.

Barnards Stern hat also keine Planeten. Aber er wird weiter ein interessantes Forschungsobjekt bleiben, auch weil er der Sonne immer näher kommt. In knapp 10000 Jahren wird er sich bis auf 3,8 Lichtjahre angenähert haben. Ich würde gerne wissen, was die Astronomen bis dahin so alles herausgefunden haben...


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03.Sep 2012 | 10:00

Die Landkarte der Physik

1939 hat Bernard H. Porter die optimale Fusion aus Geografie und Physik erschaffen:

"[A] map of physics, containing a brief historical outline of the subject as will be of interest to physicists, students, laymen at large; Also giving a description of the land of physics as seen by the daring sould who venture there; And more particularly the location of villages (named after pioneer physicists) as found by the many rivers; Also the date of founding of each village; As well as the date of its extinction; and finally a collection of various and sundry symbols frequently met with on the trip."

1939-map-of-physics-h2.jpg

Wirklich cool! Da würde ich gern mal Urlaub machen. Eine kleiner Wanderung von der Astronomie ganz im Westen bis hin zur Astrophysik im Osten und dann an Herschel, Newton und Ptolemäus an den Lichtstrand und ein wenig entspannen ;)

Eigentlich fehlen nur noch 2 Dinge: Eine hochauflösende Version dieser Karte, damit man sie als Poster für die Wand ausdrucken kann. Und eine aktualisierte Version, die die Entwicklung der Physik seit 1939 inkludiert. Seit damals haben die Wissenschaftler ja jede Menge Neuland entdeckt!


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02.Sep 2012 | 15:40

Terminkalender September

Da ich in den nächsten Monaten diverse Vorträge und Lesungen an diversen Orten halte, dachte ich, ich sag mal Bescheid, wo ich überall sein werde. Vielleicht sieht man sich ja irgendwo.

  • 12.September, Seeheim-Jugenheim: Am 12 und 13 September finden die Bergsträsser Weltraumtage statt. Veranstaltet von der Deutschen Gesellschaft für Schulastronomie gibt es dort jede Menge populärwissenschaftliche Vorträge über Astronomie - zum Beispiel über die Suche nach Außerirdischen, den Bau eines Weltraumfahrstuhls oder die Geschichte der Raumfahrt in Kinofilmen. Ich werde dort am 12. September um 20 Uhr einen Vortrag zum Thema "Krawumm - Wahre und falsche Weltuntergänge" halten und dabei auch aus meinen Büchern vorlesen.

  • 25. September, Solingen: Am 25. September um 19.30 werde ich in der Sternwarte Solingen einen Vortrag zum Thema "Weltuntergang 2012? Keine Panik!" halten.
  • 24-28 September, Hamburg: Von 24 bis 28. September findet in Hamburg die große Jahrestagung der Astronomischen Gesellschaft statt. Dort werde ich zwar keinen Vortrag halten, aber trotzdem anwesend sein (zumindest von 26. bis 28., vorher muss ich ja noch nach Solingen). Wird sicher interessant und vielleicht sieht man sich ja!



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02.Sep 2012 | 14:26

Ein Krawumm geht um die Welt (21): Москва́

Letztes Mal war das Krawumm auf seiner Reise durch die Welt bei der chinesischen Mauer angelangt. Und wenn wir schon mal bei den großen Sehenswürdigkeiten sind, dann passt auch dieses Foto von Leser Robert. Krawumm in Moskau!

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Was bisher geschah: Teil 1: Die staubige Fabrik, Teil 2: Rindviecher, Teil 3: Das Krawumm will hoch hinaus, Teil 4: Eishockey und Nobelpreis, Teil 5: Der Weltskeptikerkongress, Teil 6: James Randi!, Teil 7: Bulgarische Berge, Teil 8: Auf hoher See, Teil 9: Das Buch im Transit, Teil 10: Der Berliner Flughafen, Teil 11: Flauschige Eichhörnchen, Teil 12: Der Bund fürs Leben, Teil 13: Der weiße Gott, Teil 14: Besuch auf Tatooine, Teil 15: Bei den alten Römern, Teil 16: Gaudi in Barcelona, Teil 17: Geysire im Yellowstone-Park, Teil 18: Urlaubslektüre in Antalya, Teil 19: Das Unheil kommt von oben, Teil 20: Die chinesische Mauer
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19.Dec 2014 | 14:20

San Jose State Students Developing CubeSat Launch Vehicle

spartan_spearA group of San Jose State University students are developing an air-launched booster capable of placing CubeSats into orbit.

Project Spartan Spear‘s goal is to build a rocket that would be launched by modified F-104 fighter jets operated by Starfighters, Inc., a company based in Clearwater, Fla. The launch vehicle would be capable of placing three 1U Cubesats or 1 3U Cubsat into orbit.

“Our goal is to create a fast and reliable launch vehicle that is cheaper than today’s options for delivering CubeSats into space,” the group says on its website. “Current forms of transportation for CubeSats can take several years and hundreds of thousands of dollars to take these miniature satellites into orbit. Our launch vehicle will be able to take CubeSats into orbit within a matter of months.”

On Jan. 15, the Silicon Valley Space Center will host Project Spartan Spear at Hacker Dojo in Mountain View, Calif. The event begins at 6:30 p.m. PST. Click here for tickets.

18.Dec 2014 | 21:10

XCOR Continues to Make Progress on First Lynx Vehicle

Lynx Mark 1 under assembly. (Credit: XCOR)

Lynx Mark 1 under assembly. (Credit: XCOR)

Mojave, CA, Dec 18, 2014 (XCOR PR) — The XCOR Lynx® suborbital spacecraft continues to make rapid progress towards final assembly. Immediately after bonding the cockpit to the fuselage, the shop crews set up for the delicate and precise operation of bonding the carry-through spar on to the rear end of the Lynx fuselage.

“The carry-through spar is the heart of the loading structure on any winged craft – it supports the primary load of the wings and carries that load through the fuselage,” says XCOR CEO Jeff Greason. “Attaching the spar on a composite vehicle is a one-way operation, so it has to be done right the first time.

“We’re really excited to have achieved this step. It paves the way for the strakes to be attached as the next step. Thanks to the hard work of the composites crew, we’re proceeding at a very rapid pace toward first flight.”

To correctly locate the spar, the Lynx rocket truss was temporarily removed from its own test stand and placed on the vehicle itself for the first time, an exciting moment in and of itself. After a lot of prep work for both the fuselage and the spar, composites technicians spent several days carefully aligning the spar to ensure perfect symmetry, then began to bond it in place.

Lynx under assembly. (Credit: SpaceX)

Lynx under assembly. (Credit: XCOR)

“This was our Thanksgiving present,” says XCOR composites shop manager Jeff Smith. “We applied the final glue layers on Wednesday just before the holiday, and removed the support equipment over the weekend. We’re looking forward to the next big step, integration of the wing strakes onto the Lynx.”

After the spar was installed, the entire structure, from front to back, was load-tested to the equivalent of 6G re-entry, while in the test area the cabin was pressurized to 11 PSI, the first pressure test after being bonded to the fuselage.

About Lynx:

The Lynx is a two-seat, piloted space transport vehicle that will take humans and payloads on a half-hour suborbital flight to 100 km (330,000 feet) and then return safely to a landing at the takeoff runway. It is the only fully reusable suborbital spacecraft in production.

The XCOR Lynx development photos can be downloaded from XCOR’s website at www.xcor.com/pressimages.

About XCOR Aerospace: XCOR Aerospace® is based in Mojave, California. It is currently creating a Research and Development Center in Midland, Texas, and will be establishing an operational and manufacturing site at the Kennedy Space Center in Florida with the assistance of Space Florida.

XCOR builds safer, more reliable and reusable rocket-powered vehicles, propulsion systems, advanced non-flammable composites and rocket piston pumps. XCOR works with aerospace prime contractors and government customers on major propulsion systems while also building the XCOR Lynx.

Lynx is a piloted, two-seat, fully reusable liquid rocket-powered spacecraft that takes off and lands horizontally. The Lynx family of vehicles serves three primary missions: research and scientific missions and private spaceflight in the Lynx Mark I and Lynx Mark II, and micro satellite launch on the Lynx Mark III. Lynx production models (designated Lynx Mark II) are designed to be robust, multi-mission (research/scientific or private spaceflight) commercial vehicles capable of flying to 100+ km in altitude, up to four times per day. Lynx production models are available to customers in the free world on a wet-lease basis for their own manned space flight programs. Learn more at www.xcor.com.

18.Dec 2014 | 17:40

University of Zurich Signs 3-Year Lease at Space Life Sciences Laboratory

space_florida_logoEXPLORATION PARK, Fla., Dec. 16, 2014 (Space Florida PR) – Space Florida is pleased to announce that the University of Zurich, Switzerland recently signed a three-year lease to process future research destined for the International Space Station (ISS), at the Space Life Sciences Laboratory (SLSL), near Kennedy Space Center. Space Florida has invested significant resources in the SLSL over the past four years to transition it to a world-class, multi-tenant commercial research and development facility.

The new, three-year lease is effective on January 1, 2015. The lease was negotiated through a joint effort between Space Florida, the University of Zurich and CSS-Dynamac Science Concierge Services, who provides pre-flight, post-landing and ground control support laboratory space and services for the University.

In June 2014, the University of Zurich announced the successful launch and return of the first international, commercial experiment processed at SLSL, called “CELLBOX.” The CELLBOX Experiment was processed and launched through a partnership between the German Space Agency (DLR), Astrium and NanoRacks. CELLBOX launched aboard the SpaceX CRS-3 Mission to the ISS on April 18, 2014.

CELLBOX investigated microgravity-associated long-term alterations in primary human macrophages – a type of white blood cell – responsible for attacking, and killing bacteria and other foreign intruders in the human body. The immune system is one of the most affected systems of the body during space flight and cells of the immune system are exceptionally sensitive to microgravity. CELLBOX white blood cells were successfully returned from the ISS and are currently being examined at the University of Zurich.

“Space Florida’s SLSL facility provided the right lab environment and technical support we needed to prepare this critical payload for flight,” said Oliver Ullrich, Professor of Anatomy at the University of Zurich and Principal Investigator of the project. “Our team has determined that the capabilities that exist at the state-of-the-art SLSL are exactly what we need to prepare future experiments, so we are pleased to sign the three-year lease for 2015-2018 utilization.”

“The Space Life Sciences Lab is perfectly equipped to handle the processing of unique ISS-bound research payloads for commercial companies and university programs,” said Space Florida President Frank DiBello. “We look forward to working with other research groups to make the SLSL their experiment processing home as well.”

“CSS Dynamac’s Concierge Service has provided support for more than 100 scientific payloads for NASA over the past 17 years, and we are thrilled to be able to now leverage that knowledge for the benefit of the private sector and its customers,” said Cindy Martin-Brennan, CSS-Dynamac’s Director of Space Operations. “We look forward to assisting the University of Zurich with their upcoming science missions.”
Professor Ullrich and his team plan to fly additional research on the SpaceX CRS-6 mission, currently slated for spring 2015.

To learn more about Space Florida’s Space Life Sciences Laboratory, visit www.spaceflorida.gov.

18.Dec 2014 | 16:52

ISRO Hails Successful First Flight of GSLV Mark III Rocket

GSLV Mark III inaugural flight test. (Credit: ISRO)

GSLV Mark III inaugural flight test. (Credit: ISRO)

SRIHARIKOTA, India (ISRO PR) — The first experimental flight (GSLV Mk-III X/CARE) of India’s next generation launch vehicle GSLV Mk-III was successfully conducted today (December 18, 2014) morning from Satish Dhawan Space Centre SHAR, Sriharikota. Also known as LVM3-X/CARE, this suborbital experimental mission was intended to test the vehicle performance during the critical atmospheric phase of its flight and thus carried a passive (non-functional) cryogenic upper stage.

The mission began with the launch of GSLV Mk-III at 9:30 am IST from the Second Launch Pad as scheduled and about five and a half minutes later, carried its payload – the 3775 kg Crew Module Atmospheric Re-entry Experiment (CARE) – to the intended height of 126 km. Following this, CARE separated from the upper stage of GSLV Mk-III and re-entered the atmosphere and safely landed over Bay of Bengal with the help of its parachutes about 20 minutes 43 seconds after lift-off.

Two massive S-200 solid strap-on boosters, each carrying 207 tons of solid propellants, ignited at vehicle lift-off and after functioning normally, separated 153.5 seconds later. L110 liquid stage ignited 120 seconds after lift-off, while S200s were still functioning, and carried forward for the next 204.6 seconds.

CARE floats on ocean. (Credit: ISRO)

CARE floats on ocean. (Credit: ISRO)

CARE separated from the passive C25 cryogenic upper stage of GSLV Mk-III 330.8 seconds after lift-off and began its guided descent for atmospheric re-entry.

After the successful re-entry phase, CARE module’s parachutes opened, following which it gently landed over Andaman Sea about 1600 km from Sriharikota, there by successfully concluding the GSLV Mk-III X/CARE mission.

With today’s successful GSLV Mk-III X / CARE mission, the vehicle has moved a step closer to its first developmental flight with the functional C25 cryogenic upper stage.

18.Dec 2014 | 16:32

DLR Chairman Woerner to Become Next ESA Director General

Johann-Dietrich Wörner (Credit: DLR, CC-BY)

Johann-Dietrich Wörner (Credit: DLR, CC-BY)

PARIS (ESA/DLR PR) — Today, the Council of the European Space Agency announced the appointment of Johann-Dietrich Woerner as the next Director General of ESA, for a period of four years starting on 1 July 2015.

He will succeed Jean-Jacques Dordain, whose term of office ends on 30 June 2015.

Mr Woerner is currently Chairman of the Executive Board of DLR, the German Aerospace Center. Born in Kassel in 1954, Woerner has been Chairman of the Executive Board of the German Aerospace Center (DLR) since 1 March 2007.

He studied civil engineering at the Technische Universität Berlin and the Technische Hochschule Darmstadt, from where he graduated in 1985. In 1982, as part of his studies, he spent two years in Japan, investigating earthquake safety. Until 1990 Wörner worked for the consulting civil engineers König und Heunisch. In 1990 he returned to Darmstadt University, where he was appointed to a professorship in Civil Engineering and took over as Head of the Testing and Research Institute. Before being elected President of the Technische Universität Darmstadt in 1995, he held the position of Dean of the Civil Engineering Faculty.

Wörner has been honoured with a series of prizes and awards such as the Prize of the Organisation of Friends of the Technische Universität Darmstadt for ‘outstanding scientific performance’. He was also appointed to the Berlin Brandenburg Academy of Sciences and is a representative of the Technical Sciences Section of the German Academy of Sciences Leopoldina. Wörner has received honorary doctorates from the State University New York (USA), the technical universities of Bucharest (Romania) and Mongolia, the Saint Petersburg University for Economics and Finance (Russia), and École Centrale Lyon (France). He has been honoured by the German state of Hesse and the French government.

Wörner is Vice President of the Helmholtz Association; he is also a member of various national and international supervisory bodies, advisory councils and committees. He was a member of the board of École Centrale Paris and École Centrale Lyon, the Convention for Technical Sciences (acatech) and the supervisory board of Röhm GmbH, to name just a few. Furthermore, he was appointed to the energy expert group of the German Government. He continues to be a member of the advisory boards of several universities such as the Technische Universität Berlin and the IST Lisboa.

About ESA

The European Space Agency (ESA) provides Europe’s gateway to space.

ESA is an intergovernmental organisation, created in 1975, with the mission to shape the development of Europe’s space capability and ensure that investment in space delivers benefits to the citizens of Europe and the world.

ESA has 20 Member States: Austria, Belgium, the Czech Republic, Denmark, Finland, France, Germany, Greece, Ireland, Italy, Luxembourg, the Netherlands, Norway, Poland, Portugal, Romania, Spain, Sweden, Switzerland and the United Kingdom, of whom 18 are Member States of the EU. Two other Member States of the EU, Hungary and Estonia, are likely soon to become new ESA Member States.

ESA has Cooperation Agreements with six other Member States of the EU. Canada takes part in some ESA programmes under a Cooperation Agreement.

ESA is also working with the EU on implementing the Galileo and Copernicus programmes.

By coordinating the financial and intellectual resources of its members, ESA can undertake programmes and activities far beyond the scope of any single European country.

ESA develops the launchers, spacecraft and ground facilities needed to keep Europe at the forefront of global space activities.

Today, it develops and launches satellites for Earth observation, navigation, telecommunications and astronomy, sends probes to the far reaches of the Solar System and cooperates in the human exploration of space.

Learn more about ESA at www.esa.int

17.Dec 2014 | 23:13

Mars: Geringe Mengen Methan und organisches Material

Am gestrigen Tag wurden auf einer gegenwärtig in den USA stattfindenden Fachkonferenz neue Forschungsergebnisse des Marsrovers Curiosity vorgestellt. Laut diesen Resultaten befinden sich in der Marsatmosphäre tatsächliche geringe Mengen an Methan, welche dabei offensichtlich quantitativen Schwankungen unterliegen. Außerdem konnte der Rover in einer Gesteinsprobe geringe Mengen an organischen Verbindungen nachweisen.
14.Dec 2014 | 19:43

Raumsonde Rosetta: Woher stammt das Wasser der Erde?

Kaum eine andere chemische Verbindung scheint so charakteristisch für unseren Heimatplaneten zu sein wie das Wasser. Unklar ist bisher jedoch, woher die Erde einstmals diese gewaltigen Wassermengen, welche in der Gegenwart etwa 70 Prozent der Erdoberfläche bedecken, bezog. Aktuelle Messungen der Raumsonde Rosetta nähren Zweifel an der Theorie, dass Kometen einst die Erde maßgeblich mit Wasser versorgten.
14.Dec 2014 | 16:05

Atlas V bringt NROL 35 ins All

Eine Trägerrakete des Typs Atlas V beförderte am 13. Dezember 2014 einen US-amerikanischen Spionage- und Frühwarnsatelliten für die nationale US-amerikanische Aufklärungsbehörde (NRO) ins All. Der Start mit dem NROL 35 genannten Raumfahrzeug erfolgte um 4:19 Uhr MEZ von der Startrampe SLC-3E der Luftwaffenbasis Vandenberg (VAFB) im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien.
14.Dec 2014 | 11:12

iBook G3 Chip fliegt mit Orion

Ein Grund zum Lächeln für treue Fanboys? Das Multi-Purpose Crew Vehicle (MPCV) der NASA fliegt mit alter Appletechnik im Bordrechner. Könnte man sagen ...
13.Dec 2014 | 14:29

Curiosity: Wasser formte den Gale-Krater auf dem Mars

Bereits seit mehreren Monaten erkundet der Marsrover Curiosity Gesteinsformationen am Fuße des Zentralberges im Inneren des Gale-Kraters. Die beteiligten Wissenschaftler haben jetzt Hinweise darauf gefunden, dass sich dieser Berg aus Sedimenten gebildet hat, welche zuvor über mehrere Millionen Jahre hinweg in einem großen See ablagert wurden. Dies deutet darauf hin, dass auf dem Mars einstmals erheblich längere Perioden mit einem feuchten Klima aufgetreten sein könnten als bisher angenommen wurde.
18.Dec 2014 | 13:58

Vereinfachte Nutzungsrechte: Marsbilder ab heute CC-lizensiert

Eis in der Region Promethei Planum auf dem MarsSeit der Ankunft am Roten Planeten im Dezember 2003 erfreuen sich die Bilder der ESA-Mission Mars Express großer Beliebtheit. Diese werden von der hochauflösenden Stereokamera (HRSC) an Bord von Mars Express, die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebenen wird, aufgenommen.
18.Dec 2014 | 09:58

Die Würfel sind gefallen

Heute, am 18.12.2014, hat der ESA-Rat mich zum neuen Generaldirektor gewählt. Nachdem ich in Absprache mit der Bundesregierung meine Unterlagen eingereicht hatte, lief das Auswahlverfahren in mehreren Stufen ab. Dabei geht es bei derartigen Positionen leider nicht nur um die persönliche Qualifikation, sondern immer auch um nationale Interessen.
16.Dec 2014 | 17:20

ESA, SENAT, Jahreshauptversammlung …viele Interessen…EIN DLR

Gespräche am Rande der ESA-Ministerratskonferenz 2014In meinem letzten Blog habe ich von einer Hammerwoche geschrieben - eine Steigerung scheint nur schwer möglich. Dieses Mal geht es daher auch nicht um die wissenschaftlich-technischen Errungenschaften des DLR, sondern um die administrativen Vorgänge, die erforderlich sind, um unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu ermöglichen.
11.Dec 2014 | 10:02

Sprechstunde bei Doktor Samantha ...

Astronauten sind Alleskönner: Raumfahrer, Idole, Installateure, Unterhalter, Piloten, Elektriker, Lehrer, Forscher, Hausmeister, Feuerwehrler, Fernsehstars, Sänger... Aber auch sowas wie Hausärzte und Notfallmediziner.
04.Dec 2014 | 10:47

Einmal Umlaufbahn und zurück

Der Start am heutigen Donnerstag wurde aufgrund technischer Probleme mit ein paar Ventilen auf morgen (Freitag, 05.12.) 13:05 Uhr MEZ verschoben.

"Einmal Umlaufbahn und zurück" - so könnte das Motto für den wichtigen Raketenstart lauten, den die NASA heute Mittag durchführen wird. Für die NASA ist es der erste Schritt zu ihrem großen Ziel, irgendwann einmal Astronauten zum Mars zu schicken.
25.Nov 2014 | 22:52

Interstellar: Wurmlöcher, Schwarze Löcher, Logiklöcher

Es ist irgendwann um das Jahr 2060 und die Klima-Apokalyptiker haben recht behalten. Die Biosphäre der Erde ist ruiniert. Es ist heiß, Sandstürme toben um den Globus und es wächst nichts mehr Essbares außer Mais. Die Menschheit ist stark reduziert, der verbliebene Rest ist vom Verhungern bedroht und kämpft ums Überleben. Raumfahrt wird als unnötig, teuer und schädlich betrachtet. Deshalb musste Astronaut Cooper zum Getreidebauern umschulen. Nun werkeln er und seine Patchwork-Familie - die aufgeweckte Tochter Murphy, sein eher schlicht gestrickter Sohn Tom und Grandpa Donald - auf ihrer Farm herum.

Das Plakat zeigt eine Atlas 5 401. Eine Rakete, die im Film gar nicht vorkommt, aber in unserer Realität schon.

Das Plakat zeigt eine Atlas 5 401 der United Launch Alliance. Eine Rakete, die nirgendwo im Film vorkommt. Bild Thefilmgrapevine.com

So beginnt der Plot zu Christopher Nolans Science-Fiction Film "Interstellar". Der Streifen wird übrigens in diesem Portal schon zum zweiten Mal unter die Lupe genommen. Die erste Besprechung stammt von Susanne Hofmann und ist hier zu finden. In meiner Kritik, drei Wochen später als Susannes, fließen eine ganze Menge von Kommentaren und Bewertungen meiner Freunde und Kollegen mit ein. Deren Meinungen reichen von "grottenschlecht" bis "bester SF-Film, den ich je gesehen habe". Das Werk polarisiert also durchaus. Sollten Sie ihn noch nicht gesehen haben, aber noch anschauen wollen, dann lesen Sie hier am Besten nicht weiter, sondern machen sich erst selbst ein Bild.

Ich habe mir vorgenommen, das Thema in etwa 2000 Worten zu beleuchten. Will ich das schaffen, muss ich mir allerdings die Beschreibung der Handlung weitgehend schenken, denn der Film ist fast drei Stunden lang und es ist ganz schön was reingepackt. Ich versuche aber mal ein Gerüst in drei Absätzen zu schildern. Absatz eins haben Sie schon in der Einleitung gelesen. Da war ich eben dabei, zu erzählen, wie Ex-Astronaut Cooper auf seiner Farm herumwerkelt. Da weiß er aber noch nicht...

...dass nur eine Ecke von seiner Butze entfernt die Reste der NASA im Untergrund weiter existieren. Dass es sie überhaupt noch gibt, liegt an einem Wurmloch, das sich vor Jahren in der Nähe des Saturn aufgetan hat. Das führt in eine andere Galaxie, zu einem Planetensystem, das um ein schwarzes Loch kreist, dem man den ebenso hübschen wie passenden Namen "Gargantua" gegeben hat. Die Tiefbau-NASA hat schon vor zehn Jahren ein dutzend Astronauten da durch geschickt, um diese Planeten zu erkunden. Für jeden Planeten einen. Allerdings senden nur drei der zwölf Leute Signale zur Erde zurück, nämlich Miller, Mann und Edwards. Aufgrund physikalischer Störeffekte gelangen deren Botschaften nur fragmentarisch durch das Wurmloch, man weiß also nicht so genau, was sich an dessen anderen Ende so tut. Und dann gibt es ein seltsames binäres Signal in der Farm der Coopers, das den Ex-Astronauten und Töchterchen Murphy schließlich zur eingebuddelten Weltraumbehörde führt. Dort trifft er auf Professor Brand, den Chefwissenschaftler, und dessen Tochter Amalia.

Bei der Höhlen-NASA scheint Professor Brand nur darauf gewartet zu haben, dass Cooper aufkreuzt. Er entsendet ihn zusammen mit Amalia und zwei anderen Astronauten mit dem Raumschiff "Endurance" durch das Wurmloch, um Kontakt mit den drei Wissenschaftlern aufzunehmen, und Plan A oder Plan B umzusetzen. Plan A besteht darin, eine für Menschen bewohnbare Welt zu finden, damit die dorthin umziehen können. Sollte das nicht gelingen, dann ist es Plan B, mitgeführte befruchtete menschliche Eizellen vor Ort auszubrüten und eine neue Menschheit aufzubauen. Bei all dem tun sich Abgründe an menschlichem Sozialverhalten, technischen Problemen und physikalischen Absonderlichkeiten auf. Gegen Ende des Streifens stürzt sich Cooper in Gargantua, um dort das Rätsel der Gravitation zu lösen. Dabei gerät er in eine Art höher dimensionale Projektion des dreidimensionalen Raumes, einen "Tesserakt". Dem ist die vierte Dimension zugefügt, also die Zeit, und aus diesem Gebilde heraus gelingt es ihm, seiner nun schon erwachsenen Tochter über eine mechanische Armbanduhr durch gravitative Beeinflussung Signale zukommen zu lassen, die schließlich dazu führen, dass Murphy in den kommenden Jahrzehnten (die aber für Cooper nur Sekunden sind) das Geheimnis der Gravitation löst. Am Ende löst sich der Tesserakt auf, was dazu führt, dass der kaum gealterte Cooper seine jetzt steinalte Tochter eben noch auf ihrem Sterbebett antrifft.

Soweit die Handlung ohne Details. Ich habe jetzt von Physik viel zu wenig Ahnung, um die Darstellung von Wurmlöchern, schwarzen Löchern oder eines so hypothetischen Gebildes wie eines "Tesseraktes" zu kritisieren. Sie scheinen mir aber auf jeden Fall künstlerisch ganz gut interpretiert worden zu sein. Ob ein Planetensystem, das um ein schwarzes Loch kreist, ohne dass es in diesem System zusätzlich noch eine "richtige" Sonne gibt, ein sinnvoller Aufenthaltsort für den Neuaufbau einer Zivilisation ist, erscheint mir dagegen schon sehr fragwürdig. Aber die NASA der Zukunft ist personell nur schwach besetzt, da mag es auch schon mal zu gröberen Fehleinschätzungen kommen.

Kaum durchs Wurmloch getunnelt beschließt Cooper, auf einem Wasserplaneten in abenteuerlicher Nähe des schwarzen Lochs zu landen. Von daher stammt zwar eines der drei aufgefangenen Signale (das von Miller oder Edmunds, von wem genau ist mir entfallen, wie ein paar andere Sachen auch in dem Film), aber es ist dennoch eine hochgradig bescheuerte Idee. Tatsächlich würden die raumfahrttechnischen Anforderungen, auf einem Planeten in so grotesker Nähe eines massiven schwarzen Lochs zu landen selbst Captain Kirk von der Enterprise vor unlösbare Probleme stellen. Der Himmelskörper verfügt über eine Schwerkraft von 130 Prozent der Erdgravitation. Aber das ist nur Mückenschiss, verglichen mit dem Umstand, dass der Wasserplanet derart tief in Gargantuas Schwerkrafttrichter liegt, dass die dort generierte Zeitdehnung eine Stunde (Planetenzeit) zu sieben Jahren (Erdzeit) beträgt. Vielleicht kann das mal jemand ausrechnen, der sich mit den mathematischen Grundlagen der Relativitätstheorie auskennt, aber ich vermute jetzt mal, dass man der Lichtgeschwindigkeit schon sehr, sehr nahe kommen muss, um dieser monströsen Gravitationskaverne wieder zu entkommen. Wenn jemand sowas schafft, dann fragt man sich, warum es da noch Wurmlöcher braucht um zu fernen Galaxien zu fliegen. Und ich vermute mal zusätzlich, dass es einen Planeten so nahe an Gargantua ohnehin in molekülgroße Einzelteile pulverisieren würde.

Weil wir grade bei "Wurmloch" sind: Mir selbst - aber ich bin langsam von Begriff und deshalb kein Maßstab - wurde erst nach einer guten Stunde und einer ganzen Flasche Maxlrainer Schlosstrunk klar, dass die Bezeichnungen "Wurmloch" und "Schwarzes Loch" in diesem Film durchaus in einer richtigen - nämlich unterschiedlichen - Bedeutung eine Rolle spielen. Ich war in meiner Naivität das ganze erste Drittel des Werkes der Meinung, dass das in üblicher Hollywood-Dialogwurschtigkeit einfach synonym verwendet wird. Ich bin aber überzeugt, dass selbst am Ende der dritten Stunde den wenigsten Zuschauern die grundlegende Unterschiedlichkeit dieser beiden Gebilde jemals klar wurde. Die meisten verwirrte es erheblich, dass man für die Story ein Wurmloch braucht, um zu einem schwarzen Loch zu gelangen und was das für relativistische Effekte sind, die das eine und/oder das andere betreffen. Mehr noch verwirrt das ständige Herumspringen vom Einen zum Anderen.

Mich überforderte auch die Logik, nach der die Besatzung der "Endurance" den für eine Besiedelung mit weitem Abstand ungeeignetsten Planeten als ersten untersucht. Danach geht sie unverdrossen zum Zweitunwahrscheinlichsten über. Darauf besteht übrigens Amalia, weil sie den Astronauten Mann liebt, den sie aber, nachdem ihn die "Endurance"-Crew aus seinem Tiefschlaf-Sarg befreit hat, in den er sich eingeschlossen hatte, dauernd recht distanziert "siezt". Und auch er guckt sie kaum jemals an, und sie ihn auch nicht. Komische Art von Verliebtheit. Aber vielleicht dämmert es da Amalia auch schon, dass sich Mann schließlich als DER Oberschurke des Films herausstellt. Erst im letzten Versuch nehmen sie den einzig vernünftigen Planeten-Kandidaten unter die Lupe. Genauer gesagt: Amalia nimmt ihn alleine unter die Lupe, denn zu diesem Zeitpunkt muss sich Cooper leider schon ins Schwarze Loch stürzen. Aber dazu kommen wir gleich.

Nachdem wir jetzt den Punkt "Logik" erreicht haben, nehmen wir mal die verwendete Raumfahrt unter die Lupe. Da wird es - vom Logikfaktor her - ganz, ganz übel. Der Plot vermittelt uns nämlich mehrfach, dass seit Jahrzehnten keine Raumfahrt mehr betrieben wird. Denn die ist schädlich und nutzlos. An einer Stelle erklärt Murphys Geschichtslehrerin sogar, dass die Regierung die Geschichtsbücher geändert habe. In den neuen Büchern werden die Apollo-Mondlandungen als Betrugsmanöver dargestellt, die die USA unternommen hätten, um die Sowjetunion zu ruinieren. Die Mondlandungen seien fingiert gewesen, doziert die Lehrerin, und hätten natürlich niemals stattgefunden. Nur fünf Minuten Spielzeit im Film davon entfernt ist übrigens eine Stelle, wo man einen prächtigen Einsatz von Raumfahrttechnologie bewundern kann, nämlich Coopers über GPS gesteuerte autonome Erntemaschinen.

Tatsächlich aber hat trotz all dieser Behauptungen und der stark reduzierten Größe der NASA die Raumfahrttechnik im Film atemberaubende Fortschritte gemacht, vor allem in der Antriebstechnik. So ist die "Endurance", das Raumfahrzeug, mit dem sich Cooper und seine Crew auf die Reise machen, ein großes, ringförmiges Schiff, das durch Rotation seine eigene Schwerkraft erzeugt. Es ist so fortschrittlich, dass es in der Lage ist, aus einer niedrigen Erdumlaufbahn heraus in nur zwei Jahren den Saturn zu erreichen. Offensichtlich verbraucht es dabei praktisch keinen Treibstoff, denn an dem Schiff sind nirgendwo Tanks von signifikanter Größe zu sehen. Auf dem Hochgeschwindigkeitstrip zum Saturn führt die "Endurance" unsinnigerweise auch noch ein "Swing-by" am Mars durch, den sie schon nach wenigen Wochen passiert.

Kurioserweise startet die Crew aber mit einer altertümlichen dreistufigen Rakete in die Umlaufbahn (wo die "Endurance" geparkt ist), die stark an eine Saturn V erinnert. Angesichts der personellen Minimalausstattung der im Untergrund agierenden Rest-NASA ist es schon sehr unwahrscheinlich, dass man eine solche Rakete mit nur ein paar Dutzend Leuten betreiben kann. Komplett unglaubwürdig wird es aber im weiteren Verlauf der Story. Denn die "Endurance" verfügt über so genannte "Ranger"-Beiboote, mit denen nach Durchfliegen des Wurmlochs die Planetenlandungen durchgeführt werden.

Diese "Rangers" sind erstaunlich. Es sind senkrecht startende, senkrecht landende Single-stage-to-orbit Fahrzeuge, die zwischen ihren Einsätzen weder gewartet noch aufgetankt werden müssen. Noch nicht einmal dann, wenn sie auf Planeten landen, deren Oberflächengravitation ein Drittel höher ist, als auf der Erde. Da fragt man sich dann doch, warum sie für den Start von einem Planeten mit "Normalschwerkraft" wie der Erde eine dreistufige Rakete in der Größe einer Saturn V brauchen, deren Stufen obendrein offensichtlich "expendable" sind, wenn das doch kinderleicht und im Handumdrehen mit den "Rangers" funktioniert.

Ein Thema, das mich immer den Kopf schütteln lässt, ist denn auch generell der Treibstoffverbrauch in diesen Raumschiffen (oder den Manövriereinheiten der Raumanzüge). Das war schon in "Gravity" mehr als nur ein Wunder. Es werden unfassbare Mengen von Sprit verschleudert, man sieht aber nie irgendwo auch nur eine Ausbuchtung am Fluggerät, hinter der sich ein Tank wesentlicher Größe verbergen könnte. Die Unerschöpflichkeit von Ressourcen (auch wenn man pausenlos behauptet, wie knapp sie doch seien) ist ein wesentliches Stilmerkmal amerikanischer Filme. Was wahrscheinlich daran liegt, dass die Amerikaner keinerlei Vorstellung vom Begriff "knapp" haben. Schon in den Western konnte die Pferde stundenlang mit Höchstgeschwindigkeit galoppieren, ohne jemals außer Puste zu geraten.

Ich stelle mir nun vor, dass eine Gesellschaft, die in so kurzer Zeit derart leistungsfähige Raumschiffe entwickelt hat, ohne größere Probleme Zugang zu allen Ressourcen des Sonnensystems haben sollte. Sie könnte Asteroiden ausbeuten, eine Siedlung auf dem Mars errichten oder große Raumstationen bauen. All das wäre um ein Vielfaches sinnvoller, als ausgerechnet durch ein Wurmloch in eine andere Galaxis zu fliegen um dort die Planeten eines schwarzen Lochs auf ihre Bewohnbarkeit zu untersuchen. Noch vernünftiger wäre es, diese immense technologische Kenntnis dafür einzusetzen, das Überleben auf der Erde selbst zu sichern. Meinethalben in irgendwelchen unterirdischen hydroponischen Anlagen, mit synthetischer Herstellung von Lebensmitteln oder weiß der Deibel, was sonst noch alles möglich wäre. Aber nein, ihnen fällt nichts besseres ein, als Mais und sonst nichts auf der Oberfläche anzubauen und zuzugucken, wie der immer mehr von Staubstürmen verwüstet und vom Mehltau zerfressen wird. Was den Mehltau betrifft: Für dessen solide Bekämpfung hätten sie nur meine Frau zu fragen brauchen. Die weiß, wie sowas zuverlässig geht.

In der zweiten Hälfte des Filmes wird es dann noch haarsträubender. In immer rasenderem Tempo türmt Nolan  jetzt eine absurde Unglaublichkeit auf die andere, bis das Ganze schließlich in einem schrillen Crescendo kollabiert. Da überlebt Cooper, gekettet an einen Roboter, den Eintritt in das Schwarze Loch, wird dort in seine eigene Vergangenheit geschleudert und gibt dann mittels Morsecode über eine mechanische Armbanduhr Instruktionen an seine offenbar telepathisch begabte Tochter.

Sequenzen wie diese haben dann auch rein gar nichts mehr mit einem möglicherweise falschen Einsatz von Wissenschaft zu tun. Sie stimmen so wenig mit irgendeiner Art gesicherter Erkenntnis überein, dass man sie noch nicht einmal als falsch bezeichnen kann. Die Sache mit dem Wurmloch ist so ein Beispiel. Abgesehen von dubiosen mathematischen Modellen gibt es nicht den geringsten Hinweis darauf, dass sie tatsächlich exisitieren. Geschweige denn, dass sie - sollte es sie tatsächlich geben - in irgendeiner Form manipulierbar, stabilisierbar oder durchfliegbar sind. In diesem Punkt hätte sich Nolan genauso gut irgendeiner anderen in SF-Filmen beliebten überlichtschnellen Fortbewegungsart bedienen können, wie Hyperraumsprünge, Warp-Antrieb oder Linearraumflüge.

Aber jetzt höre ich auf, denn meine selbstgewählten 2000 Wort sind geschrieben und ich komme zu meiner Conclusio:

"Interstellar" zitiert an vielen Stellen die beiden Meilensteine der Gattung, nämlich Stanley Kubricks "2001 - Odysee im Weltraum" und "Contact" nach dem Buch von Carl Sagan. In diesem letzteren Film, das nur nebenbei, können Sie Matthew McConaughey übrigens ebenfalls sehen. Diese beiden Filme sind sicher die Besseren des Genres, denn die große Anzahl von Logik-Löchern in "Interstellar" machen eher einem gut gereiften Emmentaler Ehre, als einem Film mit hohem wissenschaftlichen Anspruch. Wegen dieser "Löchrigkeit" würde ich ihn eher neben "Gravity" stellen (auch wenn "Interstellar" kein reiner Raumfahrtfilm ist).

Aber für "Interstellar" wie für "Gravity", wie für jeden guten Mainstream-Spielfilm ganz generell gilt: Die Fakten dürfen einer guten Story nicht im Wege stehen. Es ist am Ende, allen vollmundigen Behauptungen zum Trotz, ja doch kein erkenntnisgetreues Doku-Drama sondern ein modernen Hänsel- und Gretel-Märchen. Und da wundert man sich ja auch nicht, dass da plötzlich ein Lebkuchenhaus mitten im Wald steht, sondern nimmt das einfach hin. So reiht sich eben Fehler an Fehler, und an manchen Stellen türmen sie sich zu Bergen. Dennoch ist es eine anrührende Story, ein optischer und akustischer Genuß, spannend vom Anfang bis zum Ende.

Nehmen wir den erhobenen Zeigefinger also wieder runter, lehnen uns zurück und genießen den Film.

 

19.Nov 2014 | 22:15

Jähn, Nespoli & Co in Meckpomm

Ich hab eine schlechte Nachricht für Sie: Sie haben die 30. Raumfahrttage in Neubrandenburg verpasst. Das ist echt bitter. Rekapitulieren wir mal kurz im Überblick, was Sie da versäumt haben. Und außerdem noch gleich zur Einleitung: Das Ereignis „Raumfahrttage Neubrandenburg“ schließt automatisch auch immer die Orte Neustrelitz und Peenemünde mit ein. Alles im schönen MeckPomm gelegen. In der Nordostecke der Republik.

ESA Astronaut Paolo Nespoli mit Schülern im Schoollab des DLR Neustrelitz

ESA Astronaut Paolo Nespoli mit Schülern im Schoollab des DLR Neustrelitz. CR Berhard Tietz/RC

Am Donnerstag, dem 13. November fand im School-Lab des DLR in Neustrelitz der traditionelle Jugendtag der Raumfahrttage am dortigen DLR-Standort statt. Trotz des Mottos "Jugendtag": Erwachsene durften sich da durchaus auch blicken lassen und fanden spannende Experimente der Nachwuchswissenschaftler vor. Hauptperson dort war neben dem ESA-Astronauten Paolo Nespoli vor allem Barbara Zelon, die Kommunikationsdirektorin des Orion-Programms der NASA. Die beiden ließen sich von den jungen Experimentatoren deren Arbeiten präsentieren und erzählten über ihre Projekte.

Am Freitag gab es erstmals – anlässlich des 30. Jubiläums der Raumfahrttage – zwei parallele Veranstaltungen. Eine in Peenemünde, die andere in Neubrandenburg. In Peenemünde konnten die Besucher an einer der sehr seltenen Führungen im Gelände des ehemaligen Prüfstandes VII teilnehmen. Ein historischer Ort, denn von hier aus gelang am 3. Oktober 1942 der erste erfolgreiche Start einer A4, der damals in eine Höhe von über 84 Kilometer führte. Später wurden dort bei Versuchsflügen Höhen bis in 175 Kilometer Höhe erzielt.

Modell des Prüfstandes VII im Museum im Kraftwerksbau von Peenemünde.

Modell des Prüfstandes VII im Museum im Kraftwerksbau von Peenemünde. Die Abgasschurre ist links neben der Rakete unterhalb des Prüfstandsgerüstes zu erkennen. Credit: Bernhard Tietz/RC

Ebenfalls erstmals (und vielleicht auch schon wieder das letzte Mal) gab es auch eine Führung über das Gelände des Prüfstandes VIII. Von dort aus wurden während des Krieges die Versuche für die Flugabwehrrakete Wasserfall durchgeführt. Das etwas eigenwillige museumspädagogische Konzept in Peenemünde ist daraufhin ausgerichtet, die Prüfstände verfallen zu lassen und sie schließlich der Natur zu übergeben. Zum Entsetzen ausnahmslos aller ausländischen Gäste, die dort mitten im wuchernden Wald etwas hilflos nach optischen Anhaltspunkten des Geburtsort der weltweiten Raumfahrt suchen. Schon in wenigen Jahren wird hier nichts mehr von dem zu sehen sein, was sich hier einst abspielte. Eine Restaurierung der Anlage ist weder vorgesehen noch gewollt.

Der heutige Zustand des Prüfstands VII. Die Abgasschurre ist das einzige Merkmal der Anlage neben dem umgebenden Erdwall, das heute noch identifizierbar ist.

Der heutige Zustand des Prüfstands VII. Die Abgasschurre ist das einzige Merkmal der Anlage neben dem umgebenden Erdwall, das heute noch identifizierbar ist. Bild: Bernhard Tietz/RC

Im Museum in Peenemünde, im alten Kraftwerksbau des Versuchsgeländes, hielt dann die deutsche Raumfahrtlegende Siegmund Jähn einen Vortrag vor etwa 200 Besuchern einen Vortrag zum Thema „Deutsche Beiträge zu Raketenentwicklung und bemannter Raumfahrt“.

Wer sich weniger für die Vergangenheit, sondern eher für die ferne Zukunft der Raumfahrt interessierte, für den gab es an diesem Freitag im 80 Kilometer entfernten Neubrandenburg das „Forum Space 3000“. Für die Lust am wilden Spekulieren sorgten Vorträge wie „Höchste Zeit für die Zukunft – Technologie im 26. Jahrhundert und wo stehen wir heute“ vom DLR Programm-Manager Volker Schmidt, oder „Antimaterie – Eine Bestandsaufnahme“ von Professor Dr. Dieter Herrmann von der Leibnitz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin.

Star Wars meets contemporary Astronauts. In der Mitte Paolo Nespoli und Siegmund Jähn.

Star Wars meets contemporary Astronauts. In der Mitte Paolo Nespoli und Siegmund Jähn. Bild: Bernhard Tietz/RC

Mit dem gegenwärtigen Stand der Raumfahrttechnik und dem Blick in die unmittelbare Zukunft beschäftigte sich die „Klassik-Veranstaltung“ in Neubrandenburg am Samstag und am Sonntag. Besonderes Interesse fand dabei die Präsentation von Barbara Zelon, zum Stand des Orion-Programms, das über den cislunaren Raum zu Asteroiden und letztlich auch zum Mars führen soll. Aber auch deutsche Industrievertreter von OHB, Astrium und den Mittelständlern präsentierten Meinungen, Visionen und Aktualitäten. Am Sonntag stand Rosetta im Mittelpunkt des Interesses. Ulrich Köhler vom Institut für Planetenforschung des DLR Berlin berichtete über „Die ESA-Mission Rosetta - eine unglaubliche Reise zum Kometen 67P". Köhler feilte bis zur letzten Sekunden an seinem Vortrag, so brandaktuell war die Story. Auch die Ausführungen zu TerraSarX von Egbert Schwarz vom DLR Neustrelitz, die Entwicklungsaktivitäten der DGLR-Nachwuchsgruppen und das Neueste zum Stand der Raumfahrt in China fanden großes Interesse. Der Saal platzte aus allen Nähten, und die Veranstalter hatten zu tun, um zusätzliche Stühle herbeizuschaffen.

Paolo Nespoli bei der Podiumsdiskussion

Paolo Nespoli (rechts) bei der Podiumsdiskussion. Bild: Bernhard Tietz/RC

Sie sehen: Ein Besuch der Neubrandenburger Raumfahrttage lohnt sich immer, egal ob man „Profi“ oder interessierter Laie ist. Es gibt nicht sehr viele Veranstaltungen die nach dem Prinzip der offenen Konferenz gestaltet, und gleichzeitig extrem hochkarätig besetzt sind. Dieses Konzept gibt den Besuchern die Möglichkeit, mit Raumfahrern, Projektleitern, Wissenschaftlern und Gleichgesinnten zu reden und Persönlichkeiten der internationalen Raumfahrt, die man sonst nur aus den Medien kennt, persönlich zu begegnen.

Von links: Volker Schmid, Sigmund Jähn, Paolo Nespoli und Barbara Zelon

Von links: Volker Schmid, Sigmund Jähn, Paolo Nespoli und Barbara Zelon. Bild: Bernhard Tietz/RC

Und nun die gute Nachricht: Wer die 30. Raumfahrttage versäumt hat, bekommt im Herbstnächsten Jahres eine neue Chance. Die 31. Raumfahrttage werden am dritten Novemberwochenende 2015 stattfinden. Halten Sie sich dieses Datum schon mal frei.

31.Oct 2014 | 20:17

SpaceShip2 bei Testflug zerstört

Zufällig war ich eben dabei, eine Antwort auf zwei Leserkommentare zu diesem Artikel hier zu tippen. Die Diskussion bewegte sich dabei vom ursprünglichen Thema (Absturz der Antares-Rakete) hin zur suborbitalen privaten Raumfahrt. Die Worte, die ich grade dabei war zu formulieren, waren die folgenden:

„Ich will hier nicht missverstanden werden. Ich bin durchaus der Meinung, dass tödliche Unfälle in dem Business so sicher auftreten werden, wie das Amen in der Kirche. Alles andere wäre unrealistisch“.

Einige Teile des SpaceShip2 schlugen in dieser Straße ein.

Einige Teile des SpaceShip2 schlugen in dieser Straße ein. Credit: EyeTV

Nebenbei liefen in meiner Timeline die Tweets von Virgin Galactic zum Status des aktuellen SS2-Testflugs durch. Zunächst in optimistischem Ton gehalten. Dann eine Pause. Schließlich das Statement von Virgin:

#SpaceShipTwo has experienced an in-flight anomaly. Additional info and statement forthcoming.

SpaceShip2 war an diesem Nachmittag dabei, den ersten raketengetriebenen Testflug seit neun Monaten durchzuführen. Insgesamt war es aber schon der 55. Flug und der 35. Freiflug dieses Vehikels. Bei diesem Einsatz sollte ein neuer Treibsatz für das Hybrid-Triebwerk erstmals im Flug erprobt werden, der in den Monaten zuvor bei Bodentests problemlos funktioniert hatte. Dieses Mal ging aber offensichtlich irgendetwas schrecklich schief. Augenzeugen berichteten, dass das Raketentriebwerk zunächst zündete, dann gleich wieder erlosch und dann erneut zündete. Kurz darauf, so wird berichtet, wäre das Vehikel auseinandergerissen worden.

Diese ersten Stellungnahmen wurden schon bald darauf relativiert. Offensichtlich war die Zündung des Triebwerks normal erfolgt und es war auch zumindest für einige Sekunden problemlos gelaufen. Dann trat ein "desintegrativer" Prozess ein, der sehr heftig ablief, aber keine Explosion des Treibsatzes gewesen sein muss. Die Zusammensetzung dieses "Treibsatzes" - der Festkomponente des Hybridtriebwerkes - ist in diesem Jahr geändert worden, nachdem Scaled Composites und Virgin Galactic mit dem Abbrandverhalten und den Leistungswerten unzufrieden waren. Sie bestand vorher aus Hydroxyl-Terminiertem Polybutadien (HTPB) und jetzt einem Stoff der als "Thermoplastic Polyamid" bezeichnet wird. HInter dieser recht allgemeinen Bezeichnung verbirgt sich im wesentlichen Nylon. Der Oxidator, Lachgas (Distickoxid oder N20), blieb der selbe, muss aber mit der geänderten Festkomponente unter wesentlich höherem Druck in die Brennkammer eingebracht werden. Aus diesem Grund wurden in SS2 in den letzten Monaten ein modifizierter Oxidatortank in den Rumpf und zusätzliche Druckspeicher in den Flügeln eingebaut.

Der Beleg, dass das Vehikel zwar die Flügel - oder Teile davon - verlor, aber strukturell - was den Rumpf betrifft - offensichtlich noch zusammenhielt, ist darin zu sehen, dass einer der Piloten noch aussteigen konnte. Nachdem das Vehikel zum Zeitpunkt des Unfalls in einer Höhe von weit über 15 Kilometern - möglicherweise bis zu 20 Kilometern - und mit Überschallgeschwindigkeit geflogen sein muss, ist ein Ausstieg ohne Schleudersitze und Raumanzug (beides befindet sich bei SS2 nicht an Bord) nicht möglich. Das Verlassen des Vehikels ist nur möglich, wenn man sich abschnallt, zur Luke geht (oder kriecht), diese manuell öffnet und sich dann hinausfallen lässt. Der Ausstieg muss somit in einer Höhe von deutlich unter 10 Kilometern und bei relativ niedriger Geschwindigkeit erfolgt sein, andernfalls ist er nicht überlebbar.

Ein Anfangsverdacht (aber das ist in dieser frühen Phase hoch spekulativ) richtet sich daher auf einen möglichen Bruch des Oxidatortanks, der Drucktanks oder des Leitungssystems zu diesen.

VG Bild 5 - Zündung

Abwurf und Zündung verlaufen offensichtlich normal... CR USA Today

Auch die erste Beschleunigungsphase sieht normal aus...

Auch die erste Beschleunigungsphase sieht normal aus... CR USA Today

VG Bild 5 - Desintegration

Der Desintegrationsprozess - Die Flügelenden reißen ab. Das Triebwerk läuft nicht mehr, der Treibsatz glüht aber noch nach. CR USA Today

Das Ausgasen eines Stoffes (wahrscheinlich der Oxidator) läuft weiter. Die abgerissenene Flügelenden trudeln weg.

Das Ausgasen eines Stoffes (wahrscheinlich der Oxidator) läuft weiter. Die abgerissenene Flügelenden trudeln weg. CR USA Today

Hier die Kette der Ereignisse, wie ich sie am Abend des 31. Oktober im Antwort-Teil zum oben genannten Artikel chronologisch berichtet habe. Die erste Meldung ist - in Unkenntnis der Schwere des Vorfalls - noch in recht lakonischem Ton gehalten.

18:44 Uhr: Sieht ganz so aus, als würde unsere Diskussion grade in der Praxis durchgespielt werden. Beim heutigen SS2-Testflug hat es ein massives Problem gegeben. Noch ist nichts weiter bekannt.

18:45 Uhr: Inoffizielle Meldungen (derzeit eher noch Gerüchte) besagen, dass SS2 oder WK2 oder beide abgestürzt sind. Noch keine offizielle Bestätigung. Im Kern County sind Feuerwehr und Hubschrauber unterwegs.

18:58 Uhr: SS2 ist abgestürzt. Es wird von einem großen Trümmerfeld berichtet. Und dass einer oder zwei Fallschirme gesichtet wurden. Die Informationslage ist aber derzeit chaotisch. Jeder berichtet vom anderen. Die Urquellen sind spärlich.

19:07 Uhr: Die "Inflight-Anomaly" scheint nach der Zündung des Raketenmotors aufgetreten zu sein. Ein lokaler Radiosender berichtet von "einem Überlebenden" und "einem Vermissten". Der "Überlebende" wurde wohl schon abtransportiert. Es soll mittlere Verletzungen erlitten haben.

19:15 Uhr: Es ist jetzt wohl vollständig bestätigt. Beim heutigen Testflug von SS2 (kein Passagierflug, da war Virgin noch eine Ecke davon entfernt) ist das Fluggerät abgestürzt. Zumindest einer der Piloten ist in Sicherheit, nachdem er mit dem Fallschirm abgesprungen ist. Das Schicksal des zweiten Piloten ist unbekannt. "Quellen" behaupten, es wären zwei Fallschirme sichtbar gewesen. Gerüchte kommen auf, es wäre noch eine dritte Person an Bord gewesen. Bei allen bisherigen SS2-Testflügen war bisher nur ein einziges Mal eine dritte Person an Bord.

20:00 Uhr: Das sieht sehr böse aus. Eine verlässliche Quelle (Doug Messier) berichtet vom "Trümmerfeld" und dass einer der Piloten noch im Wrack sitzt. Er berichtet weiter...SpaceShipTwo dropped. From what I could tell, motor fired and then stopped then fired again. I think that's what happened...

Virgin gibt gerade bekannt, dass WK2 (das Trägerflugzeug) in der Zwischenzeit sicher gelandet ist.

Inzwischen berichtet auch die kalifornische Highway-Patrol von einem Toten und einem Leichtverletzten.

20:50: Es ist offiziell. Es waren zwei Piloten an Bord und nicht drei, wie einige Quellen vorübergehend behaupteten. Einer der beiden Piloten ist tot. Der andere wird als mittelschwer verletzt bezeichnet.

Die Namen der beiden Piloten sind noch nicht bekannt gegegben worden. Bei Scaled Composites, das die Testflüge im Auftrag von Virgin durchführt, gibt es insgesamt vier Piloten, die das SS2 aktuell fliegen (insgesamt waren es mal sieben). Vier weitere Piloten haben Flugerfahrung mit dem SS2 bei Virgin Galactic. Erstflüge bei Konfigurationsänderungen, so wie hier, wurden in der Vergangenheit immer entweder von Mark Stucky oder Pete Siebold als leitendem Piloten geflogen.

Ich führe diesen Beitrag weiter, ergänze und berichtige ihn, so bald sich Neuigkeiten ergeben. Es ist wichtig, zu beachten, dass manches von dem was hier in der Eile der ersten Momente niedergeschrieben wurde, sich später als falsch herausstellen kann.

Nachtrag 1: Die Namen der beiden Crew-Mitglieder sind nun veröffentlicht worden. Der überlebende Pilot ist Pete Siebold. Mike Alsbury kam ums Leben.

Dieses Bild wurde nach dem ersten Gleitflug von SS2 im Jahre 2010 aufgenommen. Diesen Flug absolvierten ebenfalls Pete Siebold und Mark Alsbury.

Dieses Bild wurde nach dem ersten Gleitflug von SS2 im Jahre 2010 aufgenommen. Diesen Flug absolvierten ebenfalls Pete Siebold und Mike Alsbury. Er ist hier der zweite von links. Pete Siebold steht auf diesem Foto ganz rechts außen. Credit: VirginGalactic 2010

Nachtrag 2: Der 39-jährige Mike Alsbury wird als "Fatality" bestätigt. Branson behauptet, ihn nicht persönlich zu kennen (I never met him), obwohl sie auf dem Foto oben nur eineinhalb Meter voneinander entfernt stehen. Es soll auch noch einen weiteren You-Tube Film geben, in dem die beiden miteinander sprechen. Eine erste Pressekonferenz des NTSB kann hier verfolgt werden, ist aber nicht sonderlich gehaltvoll. Bransons Rede an die Presse ist hier zu sehen.

Nachtrag 3: Erste Analysen des NTSB deuten darauf hin, dass die "Fatality" gegen ende der Brennphase aufgetreten sein muss. Die Trümmer des Fluggerätes sind auf dem Boden auf einer gerade Strecke von acht Kilometern Länge verteilt. Die leichtesten Teile (Tail Booms - die beweglichen Flügelende) lagen am Anfang dieser Strecke. Die kompaktesten und schwersten (Triebwerk) ganz am Ende. Dies deutet eher auf ein Auseinanderbrechen bei hohen aerodynamischen Kräften hin als auf eine Explosion. Hier ein Film vom Unfallort, freigegeben vom NTSB.

In dieser Grafik ist zu erkennen, wie der "Feather"-Mechanismus funktioniert. Die Flügel, die im "normalen" Flug gestreckt sind wie bei jedem gewöhnlichen Flugzeug, werden dabei für die Wiedereintrittsphase in die tieferen Schichten der Atmosphäre nach oben geklappt. CR Virgin Galactic

In dieser Grafik ist zu erkennen, wie der "Feather"-Mechanismus funktioniert. Die Flügel, die im "normalen" Flug gestreckt sind wie bei jedem gewöhnlichen Flugzeug, werden dabei für die Wiedereintrittsphase in die tieferen Schichten der Atmosphäre nach oben geklappt. CR Virgin Galactic

Nachtrag 4: Die Untersuchungen des NTSB nahmen gestern eine überraschende Wendung. Während sich praktisch alle Experten bislang auf eine mögliche Fehlfunktion von Triebwerk, Oxidator- und Drucktanks konzentriert hatten, gab der Leiter der Untersuchungskommission, Christopher Hart, bei der gestrigen Pressekonferenz ein Statement ab, das ein völlig neues Licht auf den Unfall wirft. Sowohl die Telemetrie, als auch die Auswertung von Bilder einer Bordkamera, die ihre Daten per Funk an den Boden übermittelte, bestätigte, dass Mike Alsbury neun Sekunden nach Beginn der Brennphase, bei einer Geschwindigkeit etwa um Mach 1,0 den sogenannte „Feather-Mechanismus“ entriegelte. Die Telemetrie gab an, dass sich in diesem Moment die Parameter von „locked“ auf „unlocked“ änderten. Zwei Sekunden später begannen sich die Außenflügel in die „deployed“ Position zu bewegen. Unmittelbar danach riss die Telemetrie ab.

Der „Feather“-Mechanismus stellt im normalen Flugprofil NACH einem angetriebenen Flug, wenn das Fluggerät das Apogäum überschritten hat, die Außenflügel vertikal nach oben. Dies verändert den Schwerpunkt des Vehikels und gibt ihm in dieser Phase Eigenstabilität, ähnlich einem Federball. Die Entriegelung selbst löst normalerweise keinerlei weitere Aktion aus. Es ist lediglich ein erster Schritt, um das Hochklappen der Flügel vorzubereiten. Es muss danach noch ein weiterer Hebel bewegt werden, um den Feather-Mechanismus tatsächlich zu aktivieren. Die Aufteilung dieses Vorgangs in zwei Schritte wurde gerade deshalb eingeführt, um ein unbeabsichtigtes Auslösen zu verhindern.

Die Filmauswertung ergab, dass Alsbury diesen zweiten Schritt tatsächlich nicht getan hat. Somit muss die Aktivierung aus noch unbekannter Ursache von selbst erfolgt sein. Das Hochstellen der Flügelenden bewirkte, dass das Fluggerät im Überschall-Luftstrom herumgeworfen wurde und auseinanderbrach. Über Alsburys Beweggründe, den Mechanismus früher als in den Prozeduren angegeben zu entriegeln, oder ob es Bestandteil der durchzuführenden Tests war, ist derzeit noch nichts bekannt (oder bekannt gegeben worden).

Christopher Hart berichtete weiterhin, dass es keinerlei Hinweise auf ein Versagen des Treibsatzes oder der Oxidatortanks gäbe. Beide seien vollständig intakt auf dem Boden aufgefunden worden. Es gäbe keinerlei Anzeichen eines Durchbrennens oder irgendwelcher Brüche oder Risse.

Und um eine Frage von @benneedsholiday zu beantworten, die über Twitter hereinkam: Ein klassischer Flugdatenrekorder (Blackbox) wie in einem Verkehrsflugzeug befindet sich nicht an Bord von SS2. Der Flug wurde von insgesamt acht Kameras aufgezeichnet. Drei davon waren in WhiteKnight2, fünf im SpaceShip2. Es gibt eine Reihe von Speichermedien an Bord, die möglicherweise den Absturz überstanden haben. Ein datenreduzierter Videostream wird direkt zur Erde übermittelt. SS2 ist darüberhinaus mit einer aufwendigen Sensorik bestückt, die ihre Daten als Telemetrie in „Echtzeit“ zur Erde sendet.

Wichtig ist: Es ist noch bei weitem zu früh, um aufgrund von Einzelinformationen bereits Hypothesen aufzustellen (wiewohl die Mainstream-Medien ab morgen alle Schuld dem Piloten geben werden). Alles was man derzeit tun kann, ist die Dinge zu schildern wie sie sind, ohne sie zu bewerten.

Nachtrag 5: Einen Artikel über die neuesten Entwicklungen in der Absturzuntersuchung finden Sie im Raumfahrt- und Astronomieportal "Der Orion", das ich zusammen mit Maria Pflug-Hofmayr betreibe.

29.Oct 2014 | 12:50

Desaster auf Wallops Island

Antares_Explosion_Initial CR Parabolicarc

Explosion der Antares 130 mit dem Cygnus CRS Orb 3 Raumschiff "SS Deke Slayton" wenige Sekunden nach dem Verlassen der Startrampe. CR Parabolicarc

Ob man das Cygnus-Raumschiff CRS ORB-3, das gestern auf der Startanlage von Wallops Island in einem spektakulären Feuerwerk endete, unbedingt nach dem verstorbenen Astronauten Deke Slayton (USS Deke Slayton) benennen musste, wurde schon im Vorfeld diskutiert. Zugegebenermaßen weder besonders hitzig, noch besonders ernsthaft. Eher mit mild-ironischem Hinterton. Slayton war während der bemannten Raumfahrtprogramme Mercury, Gemini, Apollo und Skylab der Chefastronaut der NASA. Er hat in dieser Funktion mehr Trägerraketen explodieren sehen als die meisten anderen Menschen auf diesem Planeten. Als er sich nach seiner NASA-Zeit selbst im Startbusiness versuchte, gab es mit seinem Satellitenträger Conestoga 1620 am 23. Oktober 1995 wenige Sekunden nach dem Start eine Explosion, die mindestens so spektakulär war, wie die von gestern. Und Slayton war raus aus dem Business, denn einen weiteren Start konnte er sich nicht leisten.

Fehlstarts von Trägerraketen sind – sofern sie sich in der unmittelbaren Nähe der Startrampen ereignen – ungemein dankbare Ereignisse für die Mainstream-Medien denen in der Regel selbst das grundlegendste Basiswissen zum Thema Raumfahrt fehlt. Insbesondere die Boulevardpresse fabuliert dann gerne weitab jeglicher fachlicher Ahnung begeistert drauflos, mischt wenige Fakten mit vielen Mythen, übt sich in freiem Erfinden oder aber - wenn sie es tatsächlich eigentlich richtig wüsste (siehe Bild unten) - berichtet dann halt einfach anders, weil es gar so schön ist. Gibt es dann noch einen Zusammenhang mit der Internationalen Raumstation, umso besser.Screenshot 2014-10-29 10.35.33

Manche Fehlstarts sind ähnlich spektakulär wie der gestrige Fall. Beim verunglückten Start einer Proton M Briz M vom kasachischen Weltraumbahnhof Russlands in Baikonur schlug im Juli 2013 die Trägerrakete sogar einen Purzelbaum, bevor sie nur wenige hundert Meter von der Startrampe entfernt detonierte.

Weltweit finden jährlich etwa 80 Orbitalstarts statt. Der jahrzehntelange Durchschnitt an Startversagern schwankt zwischen 3 und 6 jährlich. In diesem Jahr gab es vor dem Antares-Start zwei davon. Eine betraf wieder einmal eine Proton M Briz M in Russland, bei der ein russischer Inlands-Kommunikationssatellit verloren ging. Das blieb in der allgemeinen Presse völlig unbeachtet. Der andere Fall betraf eine weitere russische Rakete, nämlich eine Sojus STB „Fregat“. Dieser Fall wurde von den Medien aufgegriffen. Allerdings nur, weil bei diesem Fall zwei europäische Navigationssatelliten betroffen waren (die auf einer falschen Bahn abgeliefert wurden). Hätte es sich um einen russischen Navigationssatelliten gehandelt, der „Normalbürger“ hätte nichts davon erfahren.

Der größere Teil der Fehlstarts erreicht noch nicht einmal die Rubrik „Vermischtes“ im Weltteil der Zeitungen. Sie ereignen sich abseits der gut einsehbaren Startrampen und es gibt keine spektakulären Bilder. Das Ergebnis ist aber jedesmal genau das gleiche: Verlust der Mission.

Übrigens ist es auch im Betrieb der Raumstation nicht der erste Fall, dass ein Versorgungsraumschiff einen Fehlstart erleidet. Das gab es schon einmal vor drei Jahren, als bei Progress M-12M die dritte Stufe versagte, und die Lieferung zur ISS nicht stattfand.

Jeder einzelne Fehlstart einer Großträgerrakete ist teuer. Beim gestern gescheiterten Antares-Start liegen wir mit etwa 220 Millionen Dollar im unteren Mittelfeld. Verloren gingen gestern unter anderem 727 Kilogramm wissenschaftliche Ausrüstung, 728 Kilogramm so genannte „Crew Supplies“ darunter vor allem 617 Kilogramm an Nahrungsmitteln. Weitere 637 Kilogramm waren Ausrüstungsgegenstände für den Betrieb der Raumstation, unter anderem Ersatzteile für Raumanzüge, Computer und Handbücher. Außerdem waren noch eine ganze Reihe von so genannten Cube-Sats mit an Bord, Mini-Satelliten, die von Bord der Raumstation aus in der Umlaufbahn hätten abgesetzt werden sollen.

Für den Betrieb der Raumstation ist das ein herber Verlust. Es ist aber weit davon entfernt, in irgendeiner Form existenzgefährdend zu sein. Selbst ohne jede weitere Versorgung hätten die Vorräte der Station noch bis in den März hinein gereicht. Aber bereits heute mittag hat das nächste Versorgungsschiff an der ISS angelegt, nämlich Progress M-25M. Danach folgt der nächste Frachter schon am 7. Dezember, ein Dragon von SpaceX. In den kann man einiges von dem hineinpacken, das gestern von Cygnus CRS ORB-3 nicht transportiert werden konnte.

Starts von Großraketen sind teuer und gefährlich. Das liegt vor allem an der Seltenheit des Ereignisses Raumfahrt, der hohen Komplexität des Vorganges und den extremen Bedingungen unter denen diese Maschinen arbeiten müssen. Wegen dieser Seltenheit und den daraus resultierenden wenigen Starts kann man hier praktisch nie auf völlig ausgereifte Produkte zurückgreifen, bei denen die fast unvermeidlichen Anfangsfehler abgestellt sind. Der gestern gestartete Cygnus war der dritte seiner Art. Die Antares-Rakete flog erst zum fünften Mal.

So wird es auch weiterhin zu Fehlstarts kommen. Das ist teuer und bitter für die Experimentatoren, die ihre teuren Geräte verlieren. Aber solange keine Menschen dabei zu Schaden kommen, so wie gestern, ist es nichts weiter als Sachschaden.

27.Oct 2014 | 10:01

Vier Tage Raumfahrt im hohen Norden

Das Traditionslogo der Neubrandenburger Raumfahrttage.

Das Traditionslogo der Neubrandenburger Raumfahrttage.

Zwischen dem 13. Und 15. November werden in diesem Jahr zum 30. Mal wieder die legendären Raumfahrttage in Neubrandenburg stattfinden. Sie sind eine unerreichte Mischung aus Familientreffen für Raumfahrtfans, Reminiszenzen an die Raumfahrtgeschichte (unter besonderer Berücksichtigung der Ost-Raumfahrt), Vorträgen über die neuesten Zukunftsaspekte, Diskussionsforen mit Fachleuten und Raumfahrern, Signierstunden, und vor allem auch dem persönlichen Kennenlernen von Astronauten und Kosmonauten.

Was letztere betrifft: In diesem Jahr sind die Raumfahrt-Ikone Sigmund Jähn und der ESA-Astronaut Paolo Nespoli an Bord.

Das Programm ist heuer dicht wie selten zuvor. Am Donnerstag findet der Jugendtag im DLR-Standort Neustrelitz statt. Etwa 100 Schülerinnen und Schüler werden im School-Lab des Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt ab 14:00 Uhr ihre Projekte vorstellen. Paolo Nespoli wird ihnen und den anderen Besuchern dabei von seinen beiden Missionen zur ISS berichten.

Am Freitag gibt es zwei sehr unterschiedliche, parallele Veranstaltungen in Neubrandenburg und im Historisch-Technischen Museum Peenemünde. Und – nebenbei sei das eingeschoben – wer in Peenemünde mit dabei ist, hat eine der immer seltener werdenden Gelegenheiten, die Überreste des legendären Prüfstandes 7 zu besichtigen, der für das normale Publikum nicht zugänglich ist. Bei dieser Veranstaltung auf Usedom wird Sigmund Jähn auch einen Vortrag halten.

Das Kontrastprogramm dazu läuft zeitgleich im Radission in Neubrandenburg mit dem „Forum Space 3000“, das sich mit der ferneren Zukunft der Raumfahrt auseinandersetzt.

Am Samstag und Sonntag findet die „Klassik-Veranstaltung“ in Neubrandenburg statt. Mit Referentinnen und Referenten unter anderem von der NASA, von Lockheed, dem DLR, der OHB AG, dem DGLR und ebenfalls mit Sigmund Jähn und Paolo Nespoli. Das Ganze läuft an diesen beiden Tagen wieder unter bewährter Moderation (nämlich meiner).

Das Programm finden Sie hier. Und wenn Sie jetzt Lust auf ein paar Tage Raumfahrt bekommen haben, dann können Sie sich hier anmelden.

18.Dec 2014 | 04:05

Allgemeines Live-Blog ab dem 18. Dez. 2014


19. Dezember

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Die Orion-Kapsel ist jetzt wieder im Kennedy Space Center angekommen, womit die Premierenreise der Neuauflage von Apollo abgeschlossen ist. Auch eine Vorschau auf die 1-Jahres-ISS-Mission nächstes Jahre – und ein rasantes DLR-Video, das bei der Gerst-Party in Bonn Premiere hatte. [16:55 MEZ]

lynx

So sieht der erste Lynx jetzt aus, mit dem XCOR demnächst Passagiere – und wissenschaftliche Experimente – suborbital in den Weltraum fliegen will: Platz ist für einen Piloten und einen Kunden. Auch die definitive Verschiebung des nächsten Dragon-Stars, die Rückkehr der Orion nach Florida – und erwartungsgemäß wird der DLR-Chef nächsten Juli Generaldirektor der ESA (mehr). [3:30 MEZ]


18. Dezember

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Indische Riesenrakete – mit Raumkapsel – vor dem Start

In einer halben Stunde soll ein GSLV Mark III mit dem Prototyp einer Raumkapsel für eventuelle bemannte Flüge – ein entpsprechendes Programm gibt es noch gar nicht – in Indien abheben: Updates und weitere Artikel hier, hier, hier und hier zum Flug der neuartigen Rakete und des Crew Module Atmospheric Re-entry Experiments oder CARE, das aus 126 km Höhe zur Erde zurückkehren soll. [4:30 MEZ] Fünf Minuten bis zum Start – Updates auch hier. [4:55 MEZ] Und die Rakete ist gut weg gekommen, alle Events nach Plan – und so geht der Suborbital-Flug weiter. [5:05 MEZ] Nach dem Start und einem niedrigen Apogäum hängt die Kapsel am Fallschirm. [5:15 MEZ] Und schon gibt’s die Festreden – die Kapsel sei gut im Wasser angekommen. [5:25 MEZ] Die Ansprachen dauern schon länger als der Flug … [5:45 MEZ]

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Der Start und die Kapsel im Wasser: ein ISRO Release, weitere Bilder hier, hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. [17:25 MEZ. NACHTRÄGE: Die ISRO meldet vollen Erfolg von CARE, detaillierte Updates des Tests, Bilder vom Start und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier]

MATLAB Handle Graphics

So sah der Kepler-Satellit den Kometen Siding Spring im Oktober: auch ein Versuch einer Entschmierung und der Status der K2-Mission Keplers sowie die Buchung einer Falcon 9 für TESS (mehr) und neue Sorgen um das JWST. Derweil ist SOFIA zurück in Kalifornien, die Aufgabe des Venus Express erfolgt (mehr, mehr, mehr und mehr), die Suche nach einem Landeplatz für den geretteten ExoMars 2018 kommt voran, es dürfen Namensvorschläge für Merkurkrater gemacht werden (mehr) – und Voyager 1 verfolgt eine CME (mehr und mehr). [4:20 MEZ]

Mondprojekt hat £ 672’000 – und braucht das Tausendfache

Das Crowdfunding der 1. Phase der Lunar Mission One ist knapp aufgegangen: Am Ende waren £672,447 eingesammelt – doch um die Mondmission tatsächlich durchzuführen, muss inetwa die tausendfache Summe eingetrieben werden. Mit der Anschub-Finanzierung können nun immerhin systematische Vorarbeiten – v.a. auch in Sachen Massen-Marketing – beginnen. Derweil hat der Google Lunar X Prize schon wieder seine Deadline verschoben, die zum Witz wird (Artikel hier und hier) – und Chinas Chang’e-3 arbeitet immer noch, einen Monat nach der Mondlandung. Ferner hat die NASA die Entscheidung über das Konzept der ARM – kleinen Asteroiden fangen oder Stein von großem holen? – verschoben (mehr [NACHTRAG: und mehr Links]), Russland träumt weiter von einer eigenen Raumstation, die ISS bekommt einen Wolken-Detektor, vielleicht ein CST-100 als Transporter, dieses Jahr keinen Dragon mehr, wird für Lichtverschmutzungs-Forschung benutzt und bekommt 2015 tatsächlich Besuch von einer Sängerin. Während die NASA – auf Betreiben des Kongresses – Millionen verschleudert, eine Menge Kohle 2015 erhält und Social Media in großem Stil einsetzt, ein gestrandeter Galileo-Satellit einsatzbereit ist – und der Start einer Proton gelang: Artikel hier und hier, ein Video und mehr Links. [4:05 MEZ]


15.Dec 2014 | 19:31

Live-Blog zum AGU Fall Meeting (San Francisco)


17. Dezember

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Das ist eins von ca. 2000 Staubteilchen des Kometen, die COSIMA gefangen hat, unter dem Mikroskop des deutschen Staubanalysators (wobei das Bild von einer Weihnachtskarte des Herstellers stammt und das 5 Haare breite Teilchen “Hanna” zeigt, benannt nach der verstorbenen Firmengründerin Hanna von Hoerner): Die Ausbeute war viel größer als erwartet, wie in diesen Minuten auf der AGU-Tagung berichtet wird. Erste Analysen mit COSIMAS Massenspektrometer zeigen Olivin und Pyroxen. Auf das MIDAS-Instrument hat seine ersten Staubteilchen gesehen – während von OSIRIS zwar ein paar Zahlen aber wieder mal keine Bilder publik wurden … [20:25 MEZ] Auch das 3. Staubexperiment GIADA hat schon 800 Teilchen im Kasten. [20:30 MEZ] Während VIRTIS mit Daten-Kuben überzeugt. [21:05 MEZ] Die Kern-Albedo ist 6.0+/-0.3 % bei 550 nm – ein VIRTIS-Ergebnis aus einem Live-Stream, der inzwischen vorliegt. [21:20 MEZ] COSIMA hat auf den ersten 3 Tagets bis zum 21. November 1960 Staubteilchen gefangen – 100-mal mehr als erwartet, inklusive zweier “Staubstürme” in den letzten Wochen: Kometen-Staub-Modelle müssen “significantly adjusted” werden. [23:50 MEZ – Ende. NACHTRAG: Aufzeichnungen gestreamter Vorträge gibt es hier]

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So sah Philae – beim Hüpfen – seine erste “Landestelle”!

Zum ersten Mal hat der Philae-Chefwissenschaftler auf der AGU-PK (s.u.) dieses verwischte Bild gezeigt: Es wurde von der Lander-Kamera CIVA kurz nach dem ersten Bodenkontakt aufgenommen, offensichtlich in Bewegung – Philae hatte bereits wieder abgehoben. Die gesamte ungeplante Bounce-Phase ist dank Messungen mehrerer Instrumente an Bord exzellent charakterisiert, und insbesondere kann man aus dem Sprung etwas über die Beschaffenheit des Bodens – wenige Zentimeter Staub über sehr festem Eis – lernen.

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Eine der CIVA-Aufnahmen nach der endgültigen Landung, mit der Helligkeit extrem gestreckt: Dies ist die Klippe, an der Philae zu Stehen kam, und die ihn all zu gut abschattet. Erkennbar sind viele Brüche: Sind die Fragmente der Klippe jene primitiven Bauteile, aus denen sich Kometen zusammen setzen? Angereichert jedenfalls mit viel organischem Material, das den Instrumenten PTOLEMY und COSAC bereits durch die Aufpraller in ihre Detektoren geriet, wobei noch nicht klar zu erkennen ist, ob es sich um dieselben Verbindungen handelt, die ROSINA in der Koma fand (s.u.).

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Etwa so, stellt sich die CNES vor, ist Philae zum Stehen gekommen; eins der drei Beine scheint regelrecht eingekeilt zu sein. Aber alles an Bord hat bis zum Ende der Batterieladung funktioniert – und wenn Philae vielleicht um Ostern 2015 wieder genug Strom hat, sollten auch die beweglichen Teile (außer MUPUS’ Hammer, der nur einmal ausgefahren werden konnte) erneut zum Einsatz kommen können. Die Klippe dient dann sogar als Schutz vor zuviel Sonne und könnte Philae womöglich bis zum Perihel am Leben erhalten: “Perihelion Cliff” ist sie daher schon getauft worden. Dass Philae erneut aufwachen wird, daran haben seine Erbauer kaum einen zweifel: Die Elektronik hat schließlich beim großen Winterschlaf Rosettas auch schon viel Kälte überstanden, und die Bordsysteme und Instrumente sind extrem robust ausgelegt. Die Suche nach Philae auf dem Kern könnte übrigens bald ein Ende finden: Nachdem OSIRIS am 24.11. und 6.12. nichts fand, da der Lander während der Aufnahmen im Schatten war, wurden vom 12.-14.12. Bilder mit Philae in der Sonne aus nur 18 km Höhe gemacht. Die müssten den Lander eigentlich zeigen, sind aber noch nicht zur Erde übertragen. Zur weiteren Missionsplanung ist eine genaue Kenntnis der Lage wichtig – und wenn Philaes zweite Chance kommt, dann wird womöglich gar eine bessere Mission draus als die ursprünglich geplante: Die Klippen-Stelle ist deutlich vielseitiger als die ursprünglich angepeilte. Der Rosetta-Orbiter wird derweil Mitte Februar noch einmal ganz nahe an C-Gs Kern heran fliegen, 10 km vom zentrum und 6 km von der Oberfläche – und dann den gebundenen Orbit verlassen und wieder in eckigen Escort-Bahnen neben dem Kern kreuzen. Wobei im Juli ein Flug durch einen aktiven Jet angepeilt wird: Das Abenteuer Rosetta hat quasi erst begonnen, und man ist schon jetzt “overwhelmed with data” … [19:15 MEZ] Ein NASA Release und Artikel hier und hier. [19:55 MEZ] Und hier – plus ein weiteres NavCam-Bild aus 19 km Abstand. [20:15 MEZ. NACHTRÄGE: eine komplette Aufzeichnung, ein JPL Release und eine Zusammenfassung der PK und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier]

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Diese Moleküle hat Rosetta bisher sicher nachgewiesen, mit dem ROSINA-Instrument in der Koma von Komet C-G, erzählte die PI gerade auf einer AGU-PK: Es gibt aber bereits Anzeichen für einige mehr. Und da der Komet bis zum Perihel nächsten August noch rund 100-mal aktiver werden sollte, dürfte noch manches mehr zu entdecken sein, auch bzgl. Isotopen-Verhältnissen. Schon jetzt ist aber deutlich geworden, dass C-G der erhoffte primitive Körper aus Bestandteilen ist, die durchweg sehr kalt blieben. Auch Science@NASA und weitere Artikel hier, hier und hier zur anderen ROSINA-Entdeckung, ein NavCam-Bild von vor einer Woche, auch hier, hier und hier verarbeitet, ein Vortrag (1h), eine Spekulation über die Form des Kerns und ein Kommentar. [18:55 MEZ]

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Zu Weihnachten werden Amerikas Vorstädte messbar heller

während die Stadtzentren gleich hell bleiben: Das ist das in einer PK präsentierte Ergebnis einer aufwändigen Analyse der Nachtaufnahmen der Erde von Suomi NPP durch Miguel Román et al. 36 Monate Daten der VIIRS-Kamera des Satelliten von Nordamerika, der Karibik und dem Nahen Osten wurden um atmosphärische und viele andere Effekte bereinigt, so dass die Helligkeit bewohnter Gebiete – mit der räumlichen Auflösung einzelner Stadtteile – und ihre Zeitabhängigkeit absolut bestimmt werden konnten: oben ein typisches Differenzbild des Weihnachtseffekts, grün = mehr Licht in dieser Zeit, und unten die Jahreskurve für 70 Städte in südlichen Bundesstaaten der USA (Reflexion an Schnee ist ein Störfaktor, der nicht sauber berücksichtigt werden kann) aufsummiert. Alle machen mit und in den Vorstädten lange und mehr Licht an als sonst, was im Sinne der Energie-Verbrauchs-Forschung von Interesse ist. Ebenfalls gefunden wurde ein Ramadan-Effekt im Nahen Osten, der aber von von Ort zu Ort deutlich variiert und durch diverse soziale Faktoren moduliert wird. Und die syrische Großstadt Aleppo wurde nach dem Beginn der Kämpfe um 94% dunkler … [0:25 MEZ] Ein NASA EO dazu. [3:25 MEZ. NACHTRAG: und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier]


16. Dezember

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Curiosity: Methan in Atmosphäre, Organisches im Gestein

Gut zwei Jahre nach der Landung und sehr energischen Analysen der Daten mehrerer Instrumente an Bord des Mars Rovers Curiosity haben es seine Forscher vor zwei Stunden in einem Paper und zeitgleich auf einer AGU-PK verkündet: Es gibt Methan in der Marsatmosphäre, sowohl ein permanentes Level von 0.69±0.25 ppbv (Teilen pro Milliarde im Volumen) wie temporäre Anstiege um das Zehnfache auf 7.2±2.1 ppbv (Grafik in ppb vs. Sol; bei “Enrichment” besonders empfindliche Messungen) – und im Gestein (der Probe Cumberland) organische Verbindungen, namentlich Chlorbenzol. Beides hat mit – früherem, geschweigedenn heutigem – Leben auf dem Mars zunächst einmal nichts zu tun, und auf der PK wurde eher betont, dass die Entdeckungen v.a. dazu gut sind, den nächsten Marsrover 2020 gezielter auf die Suche nach Lebensspuren zu schicken. In wie weit die positiven Methan-Messungen (des SAM-Instruments mit dem Laser Tunable Spectrometer) mit früheren kontroversen Daten vom Erdboden wie von Marsorbitern aus unter einen Hut zu bringen sind, ist nicht recht klar, aber sie zeigen jetzt, dass “der Mars heute aktiv ist”, mit einem Methan-Austausch zwischen der Oberfläche bzw. dem Innenleben des Planeten und seiner Atmosphäre.

Während der geringe permanente Wert mit der Wirkung solaren UV-Lichts auf angewehten interplanetaren Staub zu erklären sein dürfte, erfordern die zeitweisen starken Anstiege eine Extra-Quelle, der vorherrschen Windrichtung nach eher nördlich von Curiosity gelegen, ziemlich nahe und ziemlich kompakt. Dabei dürfte es sich um Reservoire unter der Oberfläche handeln, in denen Methan in Klathrat-Käfigen eingekapselt ist, die durchaus Jahrmilliarden überdauert haben könnten, bevor sie das Gas durch Spalten im Gestein in die Atmosphäre entließen. Und entstanden sein können diese Methan-Vorräte entweder geologisch (namentlich die Serpentinisierung von Oliven und Pyroxen durch Wasser) oder biologisch durch methanogene Bakterien: Wahrscheinlichkeiten beider Szenarios zu benennen, wagte keiner. Für den raschen Abbau des atmosphärischen Methans sorgt dann wiederum das Sonnen-UV. Noch unklarer in Sachen Leben auf dem Mars sind die Funde organischer Verbindungen durch SAM im Felsen Cumberland: der erste klare Nachweis überhaupt, denn in allen anderen Proben war nix: erste Artikel zu beiden Entdeckungen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [21:25 MEZ. NACHTRÄGE: alles in 3 Minuten, Releases zu den TLS- und SAM-Daten, Science@NASA, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein absurder Aufmacher (später schrieben dieselben anders darüber) sowie mehr Links – plus die Frage der Habitabilität des Mars]


15. Dezember

 

Terrestrial Gamma-ray Flashes in Gewittern jeder Stärke

Die völlig unerwartet entdeckten Gammastrahlungs-Blitze aus Gewitterwolken sind hier ein Dauerbrenner, so 2009 (“Auch Gewitterwolken funktionieren offenbar als Teilchenbeschleuniger”), 2011 (“Geophysiker hin & weg …”) oder 2013 (“Satelliten helfen bei der Aufklärung …”), und das zu Recht: Immerhin registriert der Astronomiesatellit Fermi 1100 soche TGFs pro Tag. Wie auf einer AGU-PK berichtet wurde, sind inzwischen über 900 Fermi-TGFs in direkten Zusammenhang mit Intra-Cloud-Blitzen in Gewitterwolken gebracht worden, von denen 24 mit hochauflösendem Radar gescannt werden konnten. Dabei stellte sich heraus, dass TGFs in allen Arten von Gewitterwolken entstehen, selbst so schwachen, dass sie kaum zu normalen Blitzen oder Regen in der Lage sind. Auch sieht man die TGFs nur im oberen Teil dieser Wolken, was aber mit der Absorption der Gammastrahlung durch den Wasserdampf zusammenhängen dürfte: Vermutlich gibt es TGFs – die mit Teilchenbeschleunigung durch aufwärts rasende Elektronn zusammen hängen – überall in den Wolken, aber die Satelliten sehen halt nur die höchsten (und ihre Gesamtzahl ist noch viel größer als gedacht). Der Geostationary Lightning Mapper (GLM) auf dem Wettersatelliten GOES-R sollte die TGF-Forschung bald durch noch viel mehr Korrelationen weiter voran treiben. [22:05 MEZ. NACHTRAG: ein einsamer Artikel hier]

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Einer der wichtigsten Prozesse, über den der Mars Atmosphäre verliert, offenbart sich in den oberen beiden Diagrammen mit Daten des neuen NASA-Orbiters MAVEN: Mit zunehmender Höhe werden die atmosphärischen Ionen immer “heißer”, bis sich schließlich – mit dem Millionenfachen ihrer ursprünglichen Energie – das Schwerefeld des Planeten verlassen können. Unten Messungen diverser neutraler Gase während einer Annäherung an den Planeten: Diese und viele weitere Visuals der ersten Pressekonferenz des Fall Meetings der American Geophysical Union zu finden. Schon jetzt ist klar, dass die Hochatmosphäre des Mars, die MAVEN zum ersten Mal derart detailliert untersucht, komplexer und variabler als gedacht ist. Und die Folgen des enegen Kometenbesuchs vor zwei Monaten: unklar, denn fast zeitgleich erreichte den Mars auch ein koronaler Massenauswurf der Sonne, und Effekte beider sind mühsam zu trennen. [19:25 MEZ. NACHTRÄGE: U. Colorado und NASA Releases und Artikel hier, hier und hier]


12.Dec 2014 | 01:45

Allgemeines Live-Blog vom 12. bis 14. Dez. 2014


14. Dezember

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Das erste Spektrum der Oberfläche eines Objekts aus der Oortschen Wolke ist dieses Frühjahr mit dem Gemini-Nord-Teleskop gelungen (blaue und rote Datenpunkte): Obwohl auf einer extrem elliptischen Kometenbahn wurde es nämlich auch in Sonnennähe praktisch nicht aktiv und verzichtete auf eine einhüllende Koma. Der Quasi-Komet unterscheidet sich deutlich von anderen Kleinkörpern des Sonnensystems und passt noch am ehesten zu den roten Bewohnern des Kuipergürtels. Noch ein zweiter Oort-Komet, der nicht ansprang, wurde gefunden: Auch das äußerste Sonnensystem ist wohl komplizierter als gedacht. Derweil wird ein Komet für den Sudbury-Impakt verantwortlich gemacht, die Struktur der Impakt-Diamanten im Canyon Diablo-Meteoriten wie auch Diamanten in den Meteoriten des Falles Sutters Mill in Kalifornien – und von den aktuellen Geminiden Komposite aus dem UK und Deutschland und Einzelmeteore aus den Niederlanden. [23:05 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: eine All-Sky-Slideshow aus Mexiko und eine Slideshow mit 340+ Video-Meteoren, incl. 270 Geminiden, aus Deutschland von der letzten und ein japanisches Super-WW-Komposit von dieser Nacht]

Der Venus Express verglüht wohl im kommenden Januar

in der Atmosphäre: Es steht jetzt praktisch fest, dass kein Treibstoff mehr im Tank für weitere Manöver ist. Anderswo im Sonnensystem Anzeichen für regelmäßige Meteoroiden-Schauer auf dem Merkur, weiter Probleme mit dem Speicher des alten Marsrovers Opportunity, langsames Wachstum der Dünen auf dem Saturnmond Titan (Artikel hier, hier, hier und hier) und bessere Karten und Bilder der Saturnmonde und vom Uranus. Auch die Rückkehr von Chang’e-5 T1 zum Mond im Januar, Visionen gemeinsamer Mondfahrt von ESA & Russland, die Versprechen von Moonmail und Team Indus, der bevorstehene Testflug einer indischen Kapsel für Passagiere, eine ART-Test-Uhr für die ISS, was die Orion mit dem ESA-Modul kann (und hier und hier weitere Videos von EFT-1), Vorbereitungen einer ESA-Mission mit China, ein kurioses Satelliten-Programm der DARPA, die Abschaltung von UWE-3 – und erneute Versprechungen von XCOR, suborbitale wissenschaftliche Nutzlasten mit dem Lynx zu fliegen. [19:05 MEZ]

sofia-bye

SOFIA hat Hamburg heute Richtung Kalifornien verlassen, nach der großen Wartung, und wird ab Januar wieder Astronomie betreiben: auch Videos vom Abflug und hier und hier von einem gestrigen Testflug. Die Abreise erfolgte nur Stunden nachdem auch der Senat Tage nach dem Repräsentantenhaus den NASA-Haushalt 2015 akzeptiert hatte, der dafür 70 Mio.$ bereit stellt und ebenfalls genug für Hubble. Und in Sachen Weltraumteleskope noch eine Zufallsbeobachtung von Microlensing durch Gaia. [17:50 MEZ]

Komet C/2014 Q2 (Lovejoy) jetzt für’s bloße Auge sichtbar!

Noch ist er für Europa nicht einmal über den Horizont gekrochen, nach Weihnachten ist es so weit, aber von der Südhalbkugel gibt es jetzt – so hier, hier und hier aus Australien – erste überzeugende Sichtungen des neuen Kometen Lovejoy mit dem bloßen Auge um 6.0 mag. unter dunklem Himmel! Die Lichtkurve entwickelt sich seit Monaten stabil prächtig, wie Analysen hier und hier zeigen, und eine gute Größenklasse mehr ist noch drin, wenn Lovejoy im Januar hoch am europäischen Himmel stehen wird. Dort könnte der Komet – umfangreiche Infos hier und hier und Artikel hier, hier und hier – der erste sicher mit dem bloßen Auge erkennbare Komet seit fast zwei Jahren werden, und das mal nicht in der Dämmerung am Horizont sondern näher am Zenit! Mehr als ein diffuses Fleckchen wird aber wohl nicht drin sein: Mit einem Staubschweif wartet dieser Lovejoy bisher nicht auf, wohl aber mit einem fotogenen Gasschweif, wie Bilder vom 13. Dezember (mehr und mehr), 12. Dezember (mehr), 11. Dezember, 10. Dezember, 9. Dezember, 7. Dezember und Ende November zeigen. Auch Elenins 3. Kometenfund, bereits unter Beobachtung, nette Geminiden 2014 (mehr Berichte und ein Komposit-Bild samt Aurora) – und schon wieder ein neuer Hauptgürtel-Komet bzw. Asteroid plötzlich mit Schweif. [16:40 MEZ]

Ein neues Aurora-Video in Echtzeit, aufgenommen mit einer neuen superempfindlichen Kamera, sowie ein älteres Echtzeit-Video. Auch eine Supernova 14. Größe, ein Upgrade des Lick Obs., der baldige Beginn des IYL, die Erfassung der dunkelsten Orte des U.K., ein Planetenwanderer in Thüringen – und die formelle Entschuldigung von Greenpeace für einen zunächst (Erklärungen in Deutsch und Englisch) angepriesenen PR-Stunt, der deutlich sichtbare Schäden in Nazca hinterlassen hat; auch Artikel in Spanisch (mehr), Englisch (mehr, mehr und mehr) und Deutsch (mehr, auch mit Hinweis auf früheren Nazca-Frevel). [15:35 MEZ]


13. Dezember

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Atlas V mit neuem Stufe-2-Triebwerk und Geheimsatellit

Gerade ist die erste Atlas V mit einem neuen Triebwerk der Centaur-Oberstufe in Vandenberg mit einem geheimen Satelliiten der NRO gestartet: Wieder einmal wurde der Webcast nach wenigen Minuten abgebrochen. Auch ein Hearing zum SLS und der Orion, deren erstes Exemplar nun nach ihrem Premieren-Flug die lange Reise nach Florida zurück angetreten hat – und ihre mögliche Asteroiden-Mission wird nun bald definiert. Ferner ist der nächste Dragon-Start auf den 19. Dezember gerutscht – und der NASA-Etat enthält 20 Mio.$ für Reparaturen auf Wallops nach der Antares-Explosion. [4:45 MEZ] So viel zum “geheimen” Start – ein britischer Amateurastronom beobachtete (zufällig) einen Fuel Dump der Centaur: Animation, Detail-, Weitwinkel-Bild. [13:05 MEZ] Ein Mini-Video vom Start, Press Releases von ULA und Moog, Artikel hier und hier und mehr Links. [17:35 MEZ] Und das “übliche” ULA-Video mit dramatischem Schnitt – und Hirschen. [23:50 MEZ. NACHTRÄGE: Nahaufnahmen des Starts und weitere Spekulationen über den Zweck und die Bahn des Satelliten]


12. Dezember

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Ein weiterer aktueller C-G-Kern aus 20 km Abstand am 9. Dezember mit der NavCam aufgenommen – auch die Philae-Landung als Inspiration, zur viel diskutierten Messung ROSINAs (“Das Deuterium-zu-Wasserstoff-Verhältnis von Komet C-G …”) und der Rückkehr der Asteroiden als Wasserspende-Kandidaten für die Erde noch Pressemitteilungen aus Bern und von der MPG, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein Podcast sowie ein Hangout zu Ceres-Beobachtungen mit Hubble und Dawn und der YORP-Effekt für den OSIRIS-REx-Asteroiden Bennu. [1:45 MEZ. NACHTRAG: eine Zusammenfassung des Ceres-Hangouts] Das erste ‘offizielle’ Farbbild von C-G sieht in natürlichen Farben perfekt schwarz-weiß aus – aber wenn man die Sättigung hoch treibt … [16:00 MEZ] Auch eine PM des MPS und Artikel hier, hier, hier, hier und hier zum Farbbild, Gedanken zur geringen Dichte des Kerns, mehr Wissenschaft nächste Woche, Hinweise auf Veränderungen auf dem Kern in den letzten Wochen, das neue 3D-Modell des Kerns, allerlei Ausschnitte aus NavCam-Bildern der letzten Tage, die Bahn-Pläne Rosettas bis nächsten Februar – und für Physics World ist die Mission der Durchbruch des Jahres; auch Videos dazu hier und hier und ein Artikel. [23:55 MEZ. NACHTRÄGE: hier, hier, hier und hier weitere OSIRIS-Farb-Experimente]


11.Dec 2014 | 22:50

Aeolis Mons: in Episoden aus See-Sedimenten?

Auf einer ziemlich überraschend angesetzten Telecon – komplette und teilweise Aufzeichnung plus alle Visuals – haben Forscher des Marsrovers Curiosity vor drei Tagen Bild-Belege dafür präsentiert, dass der Zentralberg des Kraters Gale durch Sedimentablagerungen beim Kommen und Gehen eines Sees entstanden ist. Ein Paper dazu gibt es nicht, nicht mal entwurfsweise: Vielmehr hat man beschlossen, der Öffentlichkeit nun “rohere” Wissenschaft – in Gestalt im Wesentlichen von Farbaufnahmen diverser Kameras des Rovers – zu bieten und sie beim Testen entstehender Hypothesen quasi zugucken zu lassen. Und da sehen wir – Anklicken liefert jeweils größere Bilder mit Maßstäben und Beschreibungen – dies:

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Ein Aufschluss am Rand des “Hidden Valley” am Sol 712 = dem 7. August – die gleichmäßigen waagerechnten Schichten sind typisch für Sedimente auf dem Boden eines Sees, nicht weit der Stelle, wo Wasser hinein floss.

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Sehr fein geschichtete Sedimente im Aufschluss Pahrump Hills am Fuße des Aeolis Mons am 28. Oktober: Die dünnere Schichtung verweist auf eine Bildung in größerem Abstand vom Delta des einströmenden Flusses wie auch größere Wassertiefe als oben.

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Der “Whale Rock” am 2. November zeigt typisches “cross-bedding”, gegeneinander geneigte Schichten: So etwas entsteht, wenn Wasser über ein lockeres Sedimentbett strömt – der Lage nach in diesem Fall vom Delta weg in tieferes Wasser und in Richtung des heutigen Aeolis Mons.

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Verkippte Sandstein-Schichten nahe Kimberley oben am 13. März und unten am 4. April: Sie neigen sich nach Südwesten, weg vom Kraterrand und hin zum Aeolis Mons – Hinterlassenschaften kleiner Deltas, die nach und nach die Sedimente Richtung Berg aufbauten. In der Mitte ein weiterer Blick in die Landschaft an dieser Stelle.

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Auch auf dem Zabriskie Plateau – am 22. Juli – neigen sich die Schichten nach Süden, Indiz für temporäre Deltas von Zuflüssen. Aber man befindet sich nun 25 Meter höher als bei den entsprechenden Schichten von Kimberley: Damit sind sie Zeugnisse einer jüngeren Episode einer solchen Delta-Bildung, derer es mehrere gegeben haben muss – und Curiosity fährt gewissermassen die Geschichte entlang.

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Dieser Prozess im Schema: Von rechts strömt Wasser in den See, wird abgebremst und bildet keilartige Sedimente, die sich in Richtung des Sees neigen – genau von der Art, wie sie Curiosity dieses Jahr mehrfach begegnet sind.

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Und das ‘große Bild’ der Entstehung des Aeolis Mons, wie sie sich die Curiosity-Forscher jetzt ausmalen: durch eine Abfolge von Flüssen, Seen und Wüsten, ihre Sedimente später zur heutigen Bergform erodiert (rechts). Hell sind Ablagerungen durch Deltas aber auch in Trockenperioden von Wind angewehtem Material dargestellt, dunkel Sedimente am Boden des temporär auftretenden Sees. Einige 10 Mio. Jahre dürfte das so gegangen sein, vor etwa 3.5 Mrd. Jahren – und das gesamte Marsklima müsste damals (etwas später in der Marsgeschichte übrigens als lange angenommen) wärmer und feuchter als heute gewesen sein.

Denn sonst funktioniert das mit den oberirdischen Flüssen und dem See einfach nicht; womöglich war gar anderswo auf dem Planeten ein richtiger Ozean vonnöten, um ein hinreichend stabiles Klima zu erhalten. Wobei das Bild der Sedimente bisher nicht klar aussagt, ob es durchgängig oder nur episodisch so gut war: Das wird Curiosity vielleicht bei der weiteren Fahrt den Aeolis Mons hinauf heraus finden, während der Rover die Klimageschichte gewissermassen abliest. Und natürlich dann und wann auch chemische Untersuchungen des Materials vornimmt, die das Bild weiter abrunden: auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links.

Ein dynamischer Vortrag über die Curiosity-Mission bis heute, gehalten vom PI des Curiosity-Experiments CheMin, das bisher die komplexe Mineralogie von 5 Bodenproben analysiert hat – auch was derweil Opportunity treibt, der Baubeginn von InSight, dem nächsten NASA-Lander, und Chinas Visionen für Marslandungen. Und wie sich dort bereits die Kleinsten darauf vorbereiten: u.a. mit Bordwaffen für Mars-Rover, man kann ja nie wissen …

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Lebens-Spuren in frischem Marsmeteoriten – alternativlos?

Kohlenstoff-Verbindungen tief in dem 2011 in Marokko gefallenen und 3 Monate später eingesammelten Meteoriten Tissint vom Mars interpretiert ein Mineralogen-Team aus China, Deutschland, der Schweiz und Japan (Lin et al., Meteoritics & Planetary Science 49 [2014] 2201-18) als Produkt biologischer Prozesse auf dem Mars: indem sie alle ihnen prinzipiell möglich erscheinenden Alternativ-Erklärungen ausschließen. Das Kerogen-artige Material stammte vermutlich aus einer Flüssigkeit, die in Brüche im Gestein eindrungen war, die ein früherer Impakt erzeugt hatte – später gab es dann einen weiteren Impakt, in dessen Folge einige der Kammern mit den organischen Ablagerungen isoliert (und etwas des Kohlenstoffs zu Mini-Diamanten) wurden: ebenso wie ein erhöhter Deuterium-Anteil ein Argument dafür, dass sie wirklich vom Mars stammen und keine späteren irdischen Verunreinigungen sind. Ihre Kohlenstoff-Isotopen sind gleichwohl erheblich leichter als im CO2 der Marsatmosphäre oder den Karbonaten des Planeten: “ein faszinierender Hinweis auf einen möglichen biotischen Prozess”, über den die Analyse freilich keine weitere Auskunft gibt. Die kosmochemisch naheliegendste Alternative wäre noch abiogenes organisches Material aus kohligen Chondriten – bei dem zwar die Chemie wie Isotopenverhältnisse passen würden, dessen Transport in den Meteoriten hinein aber kaum zu erklären wäre. Der Nachweis einer Flüssigkeit reich an organischen Verbindungen auf der Oberfläche des jungen Mars, die einst in die Ritzen des späteren Meteoriten kroch, würde das Bild der damaligen Umwelt des Planeten gravierend verändern: eine Pressemitteilung aus Bayreuth, ein Press Release aus Lausanne (von wo auch die beiden Videos stammen) und Artikel – teilweise mit mehr oder weniger konkreten Einwänden – hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.


08.Dec 2014 | 23:55

Allgemeines Live-Blog vom 8.-10. Dezember 2014


10. Dezember

Mars-MOID

Der interessante Fall des Near Mars Asteroids 2014 UR116

Eigentlich war es wie immer: eine Entdeckung eines erdnahen Asteroiden in Russland, verwirrte Medienberichte dort und dann weltweit (in diesem Fall dasselbe Spiel sogar zweimal, Anfang November und Anfang Dezember), Kopfkratzen bei Sachkennern, weil das Objekt auf keiner Risiko-Liste auftaucht und es mithin in den nächsten 100 Jahren gar keine Impakt-Chancen gibt, schließlich Entwarnung durch die NASA, diesmal besonders eindeutig, da Prescovery-Aufnahmen den Bahnbogen auf 6 Jahre erweitert haben, allgemeines Aufatmen, weil’s die NASA so sagt, Akte zu. Oder etwa doch nicht? Zwar hat der Kleinplanet 2014 UR116 derzeit einen garantierten Minimalabstand von der Erde (MOID) von 0.029 au, aber sein Entdecker verweist nun auf Bahnentwicklungen über jene 100 Jahre hinaus, für die das All Clear der Impaktrisiko-Webseiten gilt. Für die Erde nimmt die MOID in den nächsten 200 Jahren noch zu, bleibt aber unter 0.05 au. Doch für den Mars sinkt sie kontinuierlich – bis sie in 170 bis 180 Jahren unter den Marsradius gefallen ist (Grafik)! Natürlich bedeutet eine kleine MOID noch lange keine Kollision, aber der “Fall” 2014 UR116 bleibt zumindest für Marsianer interessant. [23:55 – Ende]

dh67p

Das Deuterium-zu-Wasserstoff-Verhältnis von Komet C-G beträgt (5.3±0.7)×10^−4 und liegt damit – wie bereits berichtet (“Deuterium/Wasserstoff-Ratio in C-G viel größer als irdisch!”) – weit über dem Wert der irdischen Ozeane, nämlich um einen Faktor ~3. Zusammen mit früheren Messungen an anderen Kometen zeigt dieses Ergebnis von ROSINA auf Rosetta, dass der D/H-Wert unter den Kometen der Jupiter-Familie erheblich streut und sie mithin nicht aus Erdozean-ähnlichem Wasser(eis) bestehen – womit eine andere Quelle für das irdische Wasser wahrscheinlicher wird: auch Artikel hier, hier, hier, hier und hier – und ein Artikel und ein früheres Paper zum Satelliten PROCYON, der mit Hayabusa 2 zusammen startete und einen anderen (noch nicht festgelegten) Asteroiden besuchen soll. [21:00 MEZ] Mehr ROSINA-Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:30 MEZ]

fy2015

Die NASA bekommt im laufenden Haushaltsjahr 18.0 Mrd.$

und damit zu guter Letzt eine halbe Milliarde mehr als das Weiße Haus gewünscht hatte: So steht es in der kurz vor knapp ausgearbeiteten “Omnibus Bill” des US-Kongresses, die einen erneuten Shutdown der Regierung verhindert hat – und die bis Ende der Woche angenommen worden sein sollte. Mit 18.01 Mrd.$ soll die NASA 549 Mio.$ mehr als ‘bestellt’ und 364 Mio.$ mehr als im Fiskaljahr 2014 bekommen, wobei das Wissenschaftsprogram 5.2 Mrd.$ abbekommt. Zu den Gewinnern gehören Planetenforschung, die um 12% auf 1.4 Mrd.$ steigt und 118 Mio.$ für den Beginn einer Europa-Mission einschließt, Astrophysik mit 727 Mio.$, worin 70 Mio.$ für den Weiterbetrieb der gerade fertig gewarteten fliegenden Sternwarte SOFIA enthalten sind, und die Orion und das SLS mit zusammen 2.9 Mrd.$. Auch ein Video und ein Bericht zu den Beschlüssen des ESA-Ministerrats. [20:35 MEZ. NACHTRÄGE: eine Analyse der AAS und eine Reaktion der PS zu den NASA-Zahlen]


9. Dezember

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Rauschende Willkommens-Party für Alex Gerst in Bonn

Erst eine Kurz-Führung durch die aktuelle “Outer Space”-Ausstellung der Bundeskunsthalle (mit Kugel-Planetarium, Liberty Bell 7 und Pressekonferenzchen), dann eine Bühnenshow im Foyer mit 300+ Gästen: Die Rückkehr des 11. und letzten deutschen Raumfahrers (unten mit 6 seiner Vorgänger) wurde gestern Abend zünftig gefeiert. Nachdem sich die deutsche Raumfahrt mit der Einordnung ihrer großen bemannten Komponente (Frauen brachten es nie in die Endauswahl) lange schwer tat, hat sie nun eine angemessene Rolle entdeckt: It’s Party Time! Jede Menge Bilder dieses Bloggers gibt’s hier mit reichlich Zugaben hier, hier und hier und Bilder anderer hier, hier, hier und hier. [23:55 MEZ]

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Die Orion-Kapsel ist nun wieder auf festem (US-)Boden

angekommen, nachdem die USS Anchorage vergangene Nacht San Diego erreicht hatte: weitere Bilder vom Ausladen – weiter geht es nun per LKW zurück an die Ostküste – hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier] und mehr von der Bergung im Pazifik hier und hier [NACHTRAG: plus ein längeres Video] sowie Artikel zum altertümlichen Bordcomputer hier und hier, ein Video des Starts von nahem und Berichte von Teilnehmern eines Tweetup alias ‘Social’ zum Start mit [NACHTRAG: dito] und ohne demselben.

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Und hier noch eine ungewöhnliche “Aufnahme” der ISS, die beim Anflug des letzten ATV per IR-Laser enstand, der die Raumstation aus 70 m Abstand anblitzte. Von derselben auch die Samantha-Berichte von L+12, L+13/14 und L+15. [20:20 MEZ] Die ersten Erfahrungen mit dem Laser-System OPALS zur Kommunikation mit der ISS. [21:00 MEZ] Der nächste Cygnus startet auf einer Atlas V zur ISS, Ende 2015, und wenn die Antares noch länger ausfällt, gibt es eine Option auf eine weitere ULA-Rakete. [21:25 MEZ. NACHTRÄGE: hier, hier und hier Artikel dazu]

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Analyse: Komet Churyumov-Gerasimenko ist ein Chaot!

Damit ist nicht das verwegene Aussehen seines Kerns – hier vorgestern aus nur 20 km Höhe – gemeint, sondern die Entwicklung seiner Bahn um die Sonne infolge mehrerer naher Vorbeiflüge am Jupiter wie auch nichtgravitativer Kräfte durch seine Jet-Aktivität in Sonnennähe: Wie die numerische Verfolgung zahlreicher “Klone” (also Kometen mit minimal anderen heutigen Bahnelementen) zeigt, ist es schon nur noch vage möglich, C-Gs Bahn vor dem letzten nahen Jupiterbesuch 1959 zu rekonstruieren – und völlig unmöglich vor dem vorletzten 1928. Trotzdem lässt sich noch erkennen, dass der Komet wirklich aus dem Kuiper-Gürtel (und nicht der Oortschen Wolke) stammt – und dass seine Periheldistanz vor 1959 größer als 2 au war (heute: 1.3 au) und die Aktivität mithin immer geringer als sie heute werden kann. Die chaotischen Eigenschaften von C-Gs Bahn waren zwar schon seit 2003 bekannt, aber so energisch wurden sie bisher nicht charakterisiert: Die Aussagen auf dieser ESA-Seite zur Bahn vor 1959 sind wohl übertrieben exakt. Auch ein neues Fan-3D-Modell und Artikel hier und hier. [16:45 MEZ]


8. Dezember

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Künstliche SoFi mittels zwei Satelliten wird Wirklichkeit

Über das kleine aber feine ESA-Projekt wurde hier schon vor über 5 Jahren zum ersten Mal berichtet und auch im Jahr darauf (“Zwei-Satelliten-Koronograph funktioniert … im Labor”) – und nun wird das Satelliten-Paar Proba 3 tatsächlich realisiert! In ca. 4 Jahren werden zwei Satelliten gestartet, die in 150 m Abstand voneinander Millimeter-genau positioniert werden, etwa so wie in der Grafik: Der eine wirft dabei einen Schatten so auf den anderen, dass ein Teleskop darauf eine perfekte und permamente totale Sonnenfinsternis erlebt, viel besser als es die Koronographen auf SOHO vermögen. Dabei steht die Sonnenforschung aber gar nicht im Zentrum: Vielmehr sollen Erfahrungen mit präzisem Formationsflug zweier Satelliten gesammelt werden, die später bei noch komplexeren Missionen zum Einsatz kommen könnten.

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Diese Rakete soll morgen zur Sonnenforschung starten: an Bord – zum zweiten Mal und verbessert – der Focusing Optics X-ray Solar Imager (FOXSI), der während des 15-Minuten-Fluges die Sonne im harten Röntgenlicht abbilden soll.

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Und eine große Protuberanz verließ heute die Sonne, hier gesehen vom AIA-Instrument auf dem SDO bei 30 nm Wellenlänge – auch ein M-Flare am 4. Dezember. [23:55 MEZ]


Hintergrundbilder (c) OEWF